BERLIN ZMivoch 19. August 1931 10 Pf. Nr. 386 B 193 48. Jahrgang Ersch eint täglich aoster Sonntag«. Zugleich Abendausgabe de«.VorwSrt«'. Bezugspreis beide Ausgaben 8b Pf. proWoche, 3,KoM. pro Monat. Liedaktion und Expedition: Berlin SW6g, Lindenstr. Z Fernsprecher: Dönhoff CA 7) 292—297 „ViYiüwdb AnzetgenpretCDie einspaltigeNonpareillezelle 80 Pf., Reklamezeil« 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Verlag G. m. b.H.. Berlin Nr. S7 S36.— Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vvrl Keine Zeit verlieren! Mahnung der Baseler Sachverständigen an die Regierungen Basel» IS. August. Die bis in die späten Nachtstunden fortgesetzten Ver- Handlungen des internationalen Sachverständigenaus» schusses und des. sogenannten Stillhaltekonsortiums wurden kurz vor 1 Uhr zu Ende geführt. In sämtliche« Punkten gelangte man nach langwierigen, oft unter» brocheuen Verhandlungen zu einer Einigung, auch in der so heiß umstrittenen Frage der ausländischen Vtark- guthaben in Deutschland. Dieses Problem, dem von deut- scher Seite erhebliche Bedeutung beigemessen wurde, ist in der Weise gelöst worden, daß 20 Prozent dieser Gut- haben sofort und der Rest allmählich abgezogen werden könne«. Das Abkommen über diese Frage sieht jedoch einen Vorbehalt vor, insofern, als die Reichs- dank gewisse Maßnahmen treffen kann, für den Fall, das» sich durch den Abzug dieser Markguthaben eine Ge- fährdung des Devisenbestandes der Reichsbank ergeben könnte. Der Bericht kommt in seinem Schluhwort zu folgender ve- merkung: „Wir schließen daher mit der ernsten Mahnung an alle beteiligten Regierungen, in der Ergreifung der notwendigen Maßnahinen keine �jeitzn ver- liefen und unverzüglich eine Lage zu schaffen, die es ermöglicht, Finanztransaktionen durchzuführen, um Deutschland und damit der Welt die so dringend benötigte Hilfe zu bringen." Der Bericht des Komitees umfaßt 22 Seiten und 8 statistische Anlagen. Die kurzfristige Berschickdung Deutschlands wird aus 7,i Milliarden Mark beziffert. In den letzten sieben Monaten sind etwa 2,9 Milliarden kurzfristige Gelder aus Deutschland a b- gezogen worden Aus dem Komiteebericht. Der Bertrag umfaßt nicht die Schulden der Länder und Gemeinden, die sich aus 8.35 Millionen belaufen. lieber die Pro- longation auch solcher Berpstichtungen werden vom Ausschuß B e r- Handlungen.zwischen den jeweils beteiligten Gläubigern und Schuldnern empfohlen. Di« kurzfristige ZZerfchuldung sämtlicher deutschen Banken von ,3,1 Milliarden verteilt sich wie folgt: Berliner Großbanken(8)....... rund 3,1 Milliarden Sonstige Zwischenbilanzbanken..... ,,9,7 18 große Privatbankiers.......„ 1,9 ,, Sonstige N'cht erfaßte Banken und Bankiers„ 9,3„ Ausammen rund ö,1 Milliarden Die Markguthaben ausländischer Gläubiger werden per Mitte Juli 1931 mst 739 Millionen Mark angegeben, die Nostro-Guthoben deutscher Banken im Ausland mit.329 Millionen Mark. Der heute früh ausgegebene Bericht der Finanzsachverständigen wiederholt im einleitenden Teil die ihm von der Londoner Kon- ferenz überwiesene Aufgabe,„den sofortigen weiteren Krediibedarf Deutschlands zu untersuchen und die Möglichkeiten der Umwand- l u n g eines Teils der kurzfristigen Kredite in langfristige zu prüfen". Er betont, daß dos ihm vorgelegte amtliche Material über die deutsche Lage sorgfältig von ihm geprüft worden sei. OersofortigeweitereKreditbedarfOeutschlants Der Bericht charakterisiert die scharfe Krise, die Deutschland seit zwei Monaten erschüttert und die gekennzeichnet ist durch«inen heftigen Sturz der Großhandelspreise auf den Weltmärkten und durch einen scharfen Rückgang des Welthandels, durch die Arbeitslosigkeit in den Industrieländern und durch ver- mehrte finanzielle Schwierigkeiten in den vom Ausfuhrhandel ob- hängigen landwirtschaftlichen Gebieten. Für Deutschland als eine der großen Welthandelsnationen fei es unausbleiblich gewesen, daß es die Wirkungen der Depression in ganz auhergewöhn- l i ch e m Grad zu oerfpüren bekommen habe. Die Lage, zu deren Untersuchung der Ausschuß aufgefordert worden ist, fei nur eine Phase eines Problems, das in verschiedenen Ausmaßen bei allen Ländern der Erde ausgetreten sei. Eine bleibende Besserung der Lage Deutschlands fei nicht eher zu erwarten, als bis die Ursachen der allgemeinen Depression beseitigt feien. Auf der anderen Seite spiele Deutschland im Wirtschaftsleben der Welt und insbesondere Europos eine so bedeutsame Rolle, daß, solange sich nicht Deutschlands Lage bessere, es auch keine allgemeine Erholung von der gegenwärtigen Depression geben könne. Die Suche nach den Bankräubern Polizei glaubt, daß sie keine Reulinge sind Der Roubübersall auf die Filiale der Reichsbank in der Znnsbrncker Straße in Schöneberg hat die kriminal- beamlen des Raubdezernats auch die Rächt hindurch beschäftigt. Auf den Bänken, die auf der M i t t c l p r o m e n a d e in der Jnnsbruckcr Straße aufgestellt sind, haben nach den Be- kundungen der Zeugen wiederholt junge Leute gesessen. Es wäre den Räubern eine Kleinigkeit gewesen, sich unter die Erholung- suchenden zu mischen und unbemerkt ihre Beobachtungen der Reichs- bankfiliale durchzuführen. Äluch der nahe gelegene Wochen- markt auf dein Rudols-Wilde-Platz mit seinem lebhasten Treiben gab ihnen die Möglichkeit, in der Menge der Käufer unterzutauchen. Die Nachforschungen des Raubdezcrnats erstrecken sich auch darauf, ob die Räuber aus der Reichsbankfiliale fsir ähnliche Uebersälle als Täter in Betracht lammen. Sie scheinen nicht identisch zu sei» mit jenen Burschen, die cm 3. Juli d. I. den Raubübersall auf die Sparkasse am Jungfern- stieg in Lichterselde verübten und 3559 Mark erbeuteten. Man ver- mutet jedoch in ihnen die Räuber, die am l. November 1939 in die Moabiter Stadtbank an der Wilsnackcr Straße eindrangen, sofort von der Waffe Gebrauch niachten und schätzungsweise 17 999 Mark raubten. Die Vermutung stützt sich auf die Tatsache, daß die Räuber in Lichterfelde ganz junge Burschen waren, während die Leute aus der Moabiter Stadtbank und aus der Reichsbankiiliale immerhin bereits die Mitte der Zwanzig erreicht haben mochten. Einer der Täter, der größere, der mit dem Kassierer Kruse in einen Ringkamps geriet, soll nach der Aussage des Bankbeamten ganz ungewöhnliche Kräfte haben, wie sie etwa ein Ringkämpfer besitzt. Das Befinden des schwer angeschossenen Geldzählers K r e y e, der sich noch im Krankenhause befindet, ist noch sehr ernst. Die Aerzte hoffen, trotz der Schwere der Verletzung, sein Leben erhalten zu können. * Die Polizei hat weiterhin ermittelt, daß in der Nähe des Tot- ortes einer der Räuber die'Aktentasche mit dem geraubten Geld« vom Rade herab verlor. Ein Chauffeur, der bei seinem Wagen stand, hob sie aus und gab sie dem Radfahrer z u r ü ck. Um die Personalbeschreibung dieses Räubers zu ver- vollständigen, bittet die Kriminalpolizei diesen Chausfeur dringend, sich zu inelden. Als Besonderheit für Störungen in der Lage Deutschlands weist der Bericht auf die bedeutende Zunahme seiner Velschul- düngen hin. Die Sachverständigen sind der Ansicht, daß die auf Grund amtlicher deutscher Quellen vorgelegten statistischen Angaben ein zutreffendes Bild der Wirklichkeit vermitteln. Deutschlands steigende Verschuldung. Bvn 1921 bis 1939 einschließlich wnchs Deutschlands ausländische Berfchuldung schneller als seine?luslandsonlag«n, und zwar um insgesamt 18,2 Milliarden Mark. Die Gesamtverschuldung stieg aus 25,0 Milliarden Mark. Diese haben aber zum Teil einen Gegen- pasten in den deutschen A n l a c e n im Auslande. Der internatio- nale Kapitolzustrom van 18,2 Milliarden Mark, sowie 3 Milliarden Mark für Dienstleistungen der deutschen Schifsohrtsunternehmnngen usw. setzten Deutschland in den Siand z) Zinsen in stöhe von 2,5 Milliarden Mark auf seine kommerziellen Auslandsschulden während des siebenjährigen Zeit- roums zu entrichten, b) seinen Bestand an Gold und Devisen um 2,1 Mit- liarden Mark zu erhöhen, c.) Reparationen in Höhe von insgesamt 19,3 Milliarden Mark zu bezahlen und ck) einen lleberschuß der Einsuhr über die Aussuhr einschließlich Sachlieserungen in Höhe van 8,3 Milliarden Mark zu begleichen. Der Bericht weist darauf hin, wie Deutschland in verschiedenen Jahren die Zahlungen an das Auslimd nicht aus eigenen Mitteln leistete, sondern durch di« infolge der hohen Zinssähe an. gezogenen Kapitalien. In den Jahren 1928 und 1939 nahm Deutschland nur wenig Kredite auf. Seine Einfuhr war damals nicht passiv, sondern wies einen Ueberschuß auf, während sich die Einfuhr und Ausftihr ejeich blieben. Dadurch blieben 1929 iür die Zahlungen an das Ausland ein- schließlich Reparationen 3,3 Milliarden, 1939 2,5 Milliarden über. Die günstige Handelsbilanz von 1 939 mit ihren gefallenen Rohswfspreisen und verminderten Bezügen erbrachte zusammen mit dem Ertrag der unsichtbaren Aussuhr zwei Drittel der für die Erfüllung der Auslands-Derbindlichkeiten Deutschlands benötigten Beträge. Ein Drittel blieb durch Kreditausnahme zu decken. Arn Schluß des Jahres 1939 stellte sich die Lage Deutschlands in der internationalen Kapitalverflechtung folgendermaßen dar: Ausländische Anleihen an Deutschland insgesamt 25,5 Milliarden Mk. Deutsche Anlagen im Ausland insgesamt.. 9,7„ ,. Internationale Verschuldung Deutschlands also. 15,8„„ Die Schwierigkeit der finanziellen Lage Deutschlands ist auf den Umstand zurückzuführen, daß Ende 1939 die kurzfristigen deutschen Anlagen im Ausland(einschließlich der sich auf 9,8 Milliarden belaufenden Devisenbestände der Reichsbank) rund 5,3 Milliarden Mark, dagegen Deutschlands kurzfristige Aus- lands schulden nicht weniger als 19,3 Milliarden Mark bs- trugen. Dieser letzte Posten belicf sich Ende 1926 auf 4,1 Milliarden. Von diesen 19,3 Milliarden Mark waren 1,1 Milliarden kurzfristige Schulden des Reiches, der Länder und Gemeinden und 7,2 Milliarden Mark Bankoerpflichtungen. Der Rest setzt sich aus sonstigen kurzfristigen Verpflichtungen zu- sommen. Aus einer für den 3l. Mörz 1931 vorgenommenen Unter- suchung geht hervor,, daß von einer Gesamtsumme in Höhe von 6,6 Milliarden Mark 37,1 Proz., gleich 2 Milliarden, auf die Ver- einigten Staaten, 29,4 Proz., gleich 1,15 Milliarden Mark, auf England, 13,9 Proz., gleich 9,783 Milliarden Mark, auf die Schweiz, 9,7 Proz., gleich 9,546 Milliarden Mark, auf .Holland, 6,5 Proz., gleich 9,369 Milliarden Mark, auf Frank- reich, 2.2 Proz., gleich 9,122 Milliarden Mark, auf Schweden und die verbleibenden 19,2 Proz., gleich 9,571 Milliarden Mark, auf die sonstigen Länder entfallen. Etwa 47 Proz. dieser Schulden bestanden aus Zlußenhondcls- R c m b o u rs- Verbindlichkeiten, 49 Proz. aus in ausländischer Währung zahlbaren Depositen und der Rest aus Reichs n, arkguthoben ausländischer Gläubiger. Ein Vergleich der ousländischen Guihaben und Verbindlichkeiten der deutschen Banken zeigt, daß gegenüber den am Ende des Jahres 1939 auf 7,2 Milliarden Mark sich belausenden Verbmdlichkeiten die deutschen Vanken im Zluslande kurzfristig« Aktiven in Höhe von 2,8 Milliarden Mark besaßen. Die Zunahme der kurzfristigen Schulden zwischen 1925 und 1929 war zu m T e i l e i n c n a r in a l e Bcgicitericheinung der erhöhten Umsätze des deutschen Außenhandels, der von 21,5 Milliarden Mark im Jahre 1925 auf über 27 Milliarden Mark im Jahre 1929 stieg. Die Erhöhung stand indessen in keinem Verhältnis zu der Steigerung des Außenhandels, und der Bericht erklärt, daß die kurzfristigen Kredite in großem Maße in der heimischen Wirlschast angelegt wurden, und daher nicht ohne schweren Schaden für die finanzielle Struktur zurückgezogen werden können. Da die kurzfristigen Kredite nicht in langfristige umgewandelt wurden und auch nicht konnten, so log es infolgedessen aus der Hand, daß kurzfristige Gelder dazu verwendet wurden, die Arbeit langfristiger Gelder zu leisten, und zwar mit dem entsprechenden Risiko für Geld- geber und Geldnehmer. Die Lage im Lahre 1931. Im ersten Halbjahr 1931 betrugen die Warenhandelsüberschüss« einschließlich der Sochlieferungen in Deutschland 1 Milliarde Mark, wozu noch 9,1 Milliarden für unsichtbare Export« hinzuzurechnen sind. Für die Abdeckung von Deutschlands Auslandsverpflichtungen (Zinsen für kommerzielle S6)u>den 0,4 Milliarden Mark und Repara- tioncn 0,9 Milliarden Mark) fehlten 0,2 Milliarden Mark. In den sieben Monaten sind etwa 2,3 Milliarden kurzfristige Gelder abgezogen worden. Zlußerdem hat das Ausland l a n g f r i ft i g e Anlagen in Deutsch- iand, Pfandbriefe und dergleichen abgestoßen, und Deutschland hat lange und kurzfristige Anlagen im Auslands erworben. Insgesamt durften diese Pewegnngen etwa 3,3 Milliarden Mark ausmachen. Dieser Abfluß ist mit etwa I Milliarde Mark aus den Auslandsguthaben der Banken, mit 2 Milliarden Mark aus den Guthaben der Reichsbank(einschließlich der etwa 630 Millionen Mark, die der Reichsbank von der BIZ. und den Zentral- tranken sowie einem New-Porker Syndikat durch Vermittlung der Golddiskontbank zur Verfügung gestellt worden find) und der Rest aus anderen deutschen Guthaben im Auslande gedeckt worden. Deuischlands künstige Zahlungsbilanz. Der Bericht erklärt weiter: Ob es Deutschland unter normalen Verhältnissen möglich ist, aus seinen eigenen Ersparnissen das gesamte Kapital zu beschaffen, dos für Deutschlands innere Eni- Wicklung sowie dafür benötigt wird, ganz oder teilweise den koin- inerziellen und staatlichen Verpflichtungen gegenüber dem Ausland nachzukommen: oder aber, ob Deutschland, wie in den letzten sieben Jahren, sowohl für seinen inneren Kapitalbedarf als auch bei der Aufnahme der Gelder, die erforderlich find, um feine ausländischen Verpflichtungen zu erfüllen, auf die Hilfe des Auslandes angewiesen ist, ist eine Frage, die wir nicht zu entscheiden haben. „Wir möchte» nur betonen, daß, wenn man weitere Verpflichtungen zu der Schuld hinzukommen läßt, die Last der Zinsen und Tilgungs- Verpflichtungen aus kommerziellen Schulden st ä n d i g z u n e h- in c n>n u ß, und wenn ein großer Teil der wachsenden Schulden kurzfristig aufgenommen worden ist, Deutschland in steigendem Maße derartigen Krisen ausgesetzt sein wird, wie es sie gegenwärtig durchmacht. Es ist aber auch nicht nötig, eine Ant- wort auf diese Frage zu suchen, da es sich jetzt darum handelt, Deutschlands sofortigen Kreditbedarf festzustellen, da die deutsche Zahlungsbilanz für 12 Monate fo gut wie ganz von den Reparationszahlungen entlastet ist." Sofortiger Bedarf. Die Gesichtspunkte, auf die wir besonders unsere Aufmerksam- keil gerichtet haben, sind erstens die Frage, ob es möglich ist, eine weitere 2l b z i e h» n g von Mittein aus Deutschland zu v c r- hindern und die fällig werdenden kurzfristigen Kredite zu er- setzen, und zweitens, ob es notwendig ist, das bereits zurück- gezogene Kapital unbedingt zum Teil aus ausländischen Quellen zu 'ersetzen. Siislhalte-Äereinbarungen. Hinsichtlich des ersten Punktes haben wir uns mit den Bank- kreisen in Verbindung gesetzt, die mit Deutschland über die Be- dingungen verhandeln, zu denen die bestehenden kurzfristigen Kredite aufrechterhalten werden sollen. Die zurückgezogenen Gelder. Was den Ersatz der zurückgezogenen Gelder anbetrifft, so ist es.felbftucrständlich, daß die heimische Wirtschost Deutschlands weiterhin solange unter äußerstem Druck stehen wird, bis die Lage der Reichsbank entlastet und wenigstens ei» Teil des um- laufeiidelst Kapitals, das plötzlich aus det deutschen Wirtschaft hcrauz- gezooe» worden ist, ersetzt worden ist. hinsichtlich der Umwandlung eines Teils der kurzfrifligen Kredite in langfristige jagt der Berichl, daß in Anbetracht der politischen lSosamtlagc und der auf Deutschland ruhenden Lasten es zur Zeit und auch späterhin, wie schon aus der Londoner .Konferenz zum Ausdruck kam, unmöglich sei, eine langfristige Anleihe für Deutschland aus- zunehmen. Es bleiben dann noch zwei grundlegende Schwierigkeilen, die offen aufgezeigt werden müssen. Die erste ist das damit verbundene politische Risiko. Solange die Beziehungen zwischen Deutschland und anderen europäischen kNächlcn nicht aus der Grundlage freundschaftlicher Zusammenarbeit und gegenseitigen Berlrauens beruhen und dadurch nicht eine wesentliche Ursache der inneren politischen Schwierigkeilen für Deuischland beseitigt wird, ist keine Gewähr für einen dauernden und friedlichen wirtschaftssorl- schritl vorhanden. Die zweite grundlegende Schwierigkeit ist die Tatsache, daß die lvelt in den vergangenen Zähren versucht hat, zwei verschiedene sich widersprechende politische Prinzipien zu verfolgen, indem sie die Entwicklung eines internationale» finanziellen Systems zuließ, welches bic jährliche Zahlung großer Summen von Sciiuldnerländern an Gläubiger mit sich brachte, und gleichzeitig der freien Güterbewegung Hindernisse in den weg legte. Der Ausschuß hält es daher für seine Pflicht, die Gründe aus- cinanderzuseizen, die es zur Zeil unmöglich machen, endgültige Maßnahmen zu cmpschlen, um für Deutschland langfristige Kredite zu sichern. Wenn der Ausschuß davon absehe, in Einzelheilen gehende Vorschläge zu machen, so geschehe dies nur i» der Ucberzeugung, daß man sich erst zu M a ß n a h in e n, aus deren Ergreisung er keinen Einfluß habe, entschließen müsse, ehe irgendwelche langfristigen deutschen Anleihen, wie gut sie auch gedeckt sein mögen, untergebracht werden können. Die Zustimmung amerikanischer Bankiers. New York, tS. August. Der Vesrhlnß des Wiggin-Ausschusses, der die sosoe- tige Revision des Houng-Planes empfiehlt, erregt in Amerika allergrößtes Aufsehen. Pressekommen- tarc liegen noch nicht vor, da die Nachricht aus Basel erst spät abends einlies. Nichtsdestoweniger wird die Mel- dung aber in sämtlichen Blättern in sensationeller Auf- machung veröffentlicht. Ein führender Wallstreet- Bankier erklärte dem Vertreter der Telegraphen-Union in New Nock, daß der Baseler Beschluß in der ameri- kastischen Sinanztoelt um so begeistertere Auf- nähme finden wer.de, als»«an in den Bank- und Börsen- kreise« vielfach befürchtet habe, daß wiederum politische Widerstände zustande kommen würden, die eine derartig« »ämpfehlung vereiteln könnten. Lustizbeamter als Erpresser Er wollie den Nazi-Holh retten/ Gegen entsprechendes„Trinkgeld" Nachdem erst kürzlich ein Zustizangestelller der Slaals- anwaltschast I, der Falschgeld unlerschlogen Halle, vom Gcnchl abgcurkeilt wurde, stand heule wieder ein Kollege dieses Mannes als Anzeklogler vor Gericht. Der Justizangestellte Recht in war wegen passiver Bestechung angeklagt. Als das Verfahren gegen den nationalsozialistische» Reichstagskandidaten und Oberlehrer H o l tz, der wegen Erregung öffentlichen Aergerrnsscs zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden ist, noch bei der Staatsanwallschast I schwebte, nahm der dort beschäftigte Rechlin eines Tages die Alten in dieser Sache an sich und erschien in der Wohnung des Angeklagten Holtz. Ohne einen Grund für seinen Besuch anzugeben, sprach der Angestellte mit dem Oberlehrer über den bevorstehenden Termin und meinte, daß das Verfahren doch noch gut enden könne. Dann legte er di« Akten auf den Tisch des Zimmers, in dem diese Besprechung stattfand, und ging mehrmals ausfälligerweij« hinaus. Zum Schluß meinte der„Rctter", Holtz möge sich ihm doch e r- kenntlich zeigen, da er als gering bezahlter Angestellter mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Die Sache kam zur Kenntnis der Justizbehörden. Rechlin wurde sofort fr ist- los entlassen. Im Strafprozeß konnte der Angeklagte plötzlich keinen Grund für sein Verhalten entdecken. Angeblich hatte er damals einen Frühschoppen zu sich genommen, und danach hätta er sein Verhalten nicht mehr recht abschätzen können. Das Schöffengericht C ha r l o t t e n b u r g sah das Ver- gehen des Angeklagten als passive B c st e ch u n g an, da er für pflichtwidrige Handlungen ein Entgelt gefordert hatte, und ver- urteilte ihn zu stäzs Monaten Gefängnis. Obwohl der Angeklagte das Ansehen der Justiz sehr geschädigt hatte, wodurch da» Gericht veranlaßt wurde, über den Antrag des Sloolsonwalls auf vier Monate Gefängnis hinauszugehen, wurde ihm doch für diese Strafe Bewährungssrist zugebilligt, da er die Tat nur aus Leichtsinn und unter dem Einfluß des Alkohols verübt habe. Der Ziacheengel. Wi „Diese Leute werden wir jetzt aber gesellschostlich boykottieren." „Aber Mutti, die haben doch nie mit uns verkehrt." Zcilurczcverbol. Der Obcrpräsident der Provinz Sachsen hat die in Erfurt elscheinendc kommunistische Zeitung„Thüringer Volksblatt" auf drei Wochen verboten. Das Verbot ist erfolgt, weil in Aufsägen der Zeitung die Justiz als Einrichtung des Staates beschimpft und böswillig verächtlich gemacht wurde. Regierungskrise in Lsngarn. Lleberraschende Gesamtdemission. Budapest, 19. August. Ministerpräsident Graf Vethlen unterbreitete heute vormittag dem Reichsverweser Horthy die Grsamtdemiffion der Regierung, die angenominen wurde. Dieser Rücktritt kam völlig überraschend und über die Gründe ist näheres noch nicht zu erfahren. Man nimmt an, daß Graf Vethlen sich die Möglichkeit schassen will, die schon seit längerer Zeit geplant« Rekonstruktion der Regierung, namentlch in den Finanz- und Wirtschaftsressorts, durchzuführen. Nach dem Wahlsieg unter dem größtenteils öffentlichen Wahlsystem uiii> im Besitz einer Mehrheit, die nur um wenige Mandate vermindert wurde, kann der Rücktritt nicht erfolgt sein, um einem Sturz der Regierung durch das neue Parlament vor- zubcugen: es bleibt nur die oben geäußerte Vermutung— denn daß etwa die Treibereien um den Otto Habsburg irgendwelche größere Bedeutung schon erlangt haben sollten, ist nicht anzunehmen. Die dauernde Wirtschaftskrise des schwer verstümmelten und von volksfeindlichen Grund- und Bankherren regierten Landes hat sich freilich nach dem Wiener und Berliner Bankfiasko zur schärfsten Finonzkrise gesteigert. Zlls erste politische Persönlichkeit ist der gewesene Finanzminister Johann Tcleszky von Horthy empfangen worden. Teleszky befürwortet seit Jahren große Sparmaßnahmen, allerdings auch— die Auswertung der Kriegsanleihen! Sparen könnte man vor allem an der G e h e i m a r m e e der„Levente" und an der überreichlichen Polizei, aber daran denken die Beherrscher Ungarns sicher nicht! Drewih a. O. Die Revolte in der Wirtschostspariei. Seit vielen Monaten gärt es in der sogenannten Wirtschafts- parte!, deren„Führer" bisher der Berliner Bäckermeister Drewitz war. Nachdem zuerst einige Abgeordnete ihr unter Protest gegen gewisse Manipulationen des Herr» Drewitz den Rücken gekehrt hatten, sind ganze Wahlkreisorganifationen gefolgt. Sie haben das Tischtuch zwischen sich und der Parteileitung zerschnitten, weil sie es, wenigstens auf der Drewitz-Seile, nicht mehr für ganz sauber hielten. Der„Führer" aber blieb von alledem ganz unberührt. Er ließ jedesmal erklären, daß der Austritt eines Wahlkreises nichts zu bedeuten Hab«, weil ja die Wähler geschlossen hinter ihm ständen! Der immer wiederholten Aufforderung, durch gerichtliche Schritte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu entkräften, wich er beharrlich aus. Aber jetzt Hot das Spiel dock) ein End« gefunden: In der gestrigen Sitzung der Reichstagsfraktion der Wirt- schaftspartei und ihrer Parteileitung hat man Drewitz kurzerhand seiner Parteiämter entkleidet, bis er sich im Prioatklagcoersnhren vor den ordentlichen Gerichten von den Dorwürsgn gereinigt habe. Das heißt, er wird auf seinen Posten nicht mehr zurückkehren. Jetzt ist di«„Führung" der zusammengeschrumpften Partei dem Professor und zeitweiligen Reichsjustizminister Dr. B r e dt übertragen wanden. Es wird jedoch auf allen Seiten daran gezweifelt, ob es möglich sei, den Schwund aufzuhalten. Der Interessenten- Haufen, der sich in der„Reichspartei des Mittelstandes" zusammein gefunden lMtte, wird von innen heraus wieder gesprengt, wie alle seine Vorläufer mit gleichen Bestrebungen. Die Rot der Junglehrer. 220 Junglehrer sollen entlassen werden. Der Magistrat hat heule beschlossen, zum 1. Oktober 220 Zunglehrer zu entlassen, die an den Volks- und Millelschule,, infolge Erhöhung der Pflichtstunden, ohl überzählig werden. Ursprünglich wollte die Stadt die erforderlich« Ersparnis unter Vermeidung von Entlassungen dadurch erreichen, daß man dos Arbeitsmaß und entsprechend di« Dienstbezüge sämtlicher Hilfslehr- kräfte kürzte, eine Lösung, die nur bei einem Teil der Lehrerschaft Zustimmung gesunden hätte, die ober rechtlich durchaus vertretbar erschien. Nachdem sich jedoch herausstellte, daß dies ein« Ein- krmmensminderung bis zu 23 Proz. neben der durch die Not- Verordnung bedingten Gehaltskürzung zur Folge haben würde, muht« sie als für einen großen Teil, namentlich der oerheirateten Jung- lehrer als untragbar aufgegeben rverden. Sie war auch sicher nur unter der Voraussetzung zu rechtfertigen, daß im Lauf« des Winter- Halbjahres, spätestens aber zum 1. April 1931, die Sonderkürzung der Bezüge, die ober dadurch in Fortfall kommen könnte, daß sich infolge natürlichen Abgchcns(durch Pensionierung usw.) einen neuen Bedarf an Hilsslehrträften ergeben würde. Da aber leider nunmehr für das Schuljahr 1932 mit neuen tiefgreifenden Sparmaß- nahmen gerechnet werden muß, war die Entlassung der 220 Jung- lehrer nach Ansicht des Magistrats nicht mehr zu vermeiden. Für die Entlassung kommen zunächst die nicht fest angestellten ver- heirateten Lehrerinnen in Frage. Bei der weiteren Aus- wähl der von der folgenschweren Maßnahme Betroffenen müssen zur Vermeidung der größten Härten die sozialen Verhältnisse besondere Berücksichtigung finden. Schießerei im Rorden Verlins. Den Freund aus Rache niedergeknallt. Zu einer schweren Schießerei kam es am INittwoch früh um 2.20 Ahr in der Swinemünder Straße, im Norden Berlins. Vor dem Hause Nr. 83 waren zwei Männer in einen Wort- Wechsel geraten. Plötzlich krachte ein Schutz und einer der Streitenden brach auf dem Bürgersteig zusannncn. Ein Nacht- Wächter, der aus den Schuß herbeieilt«, sah den Schützen noch davonlaufen. Er schickte ihm mehrere Schüsie nach, hat aber an» scheinend nicht getroffen. Der Zlngeschossene ist ein 23 Jahre alter Arbeiter Ernst M e h l i tz, der in der Swinemünder Straße 49 wohnt. Er hat, wie im Virchow-Krankenhaus festgestellt wurde, einen schweren Rückensteckschuß erhalten und kann nicht eingehend vernommen werden. Nach den wenigen Worten, tfie er sagen konnte, soll der Schütze ein Bekannter von ihm gewesen sein, der aus Rache die Waffe gegen Mehlitz gerichtet habe. Der Beschuldigte ist ein Julius I.. der auch in der Gegend wohnt. Er wurde am Mittwoch früh von Kriminalbeamten aus seiner Wohnung geholt. I. bestreitet ganz energisch, geschossen zu haben. Er muh aber im Gewahrsam bleiben, bis Mehlitz genau vernommen werden kann. Blutige Zigeunerschlacht. Im Lübecker Hafen.— Ein Mann totgestochen. Lübeck, 19. August. Heute morgen kam es am Lübecker Hafen zu einer schweren Zigeunerschlacht. Während der Nacht waren Zigeuner, die hier lagerte», bereits vom Uebsrfalltommando auseinander getrieben worden. In den Morgenstunden kam es aus der W a l l h a l b i n s« l zu einer blutigen Schlägerei, in deren Berlaus der Zigeuner Weiniger von einem anderen Zigeuner in die Brust geschossen wurde. Der Tod trat sofort ein. Der Täter, der durch mehrere Messerstiche schwer verletzt worden war, flüchtete und wurde von anderen Zigeunern verfolgt. Unterwegs lief der Flüchtige einem des Weges kommenden Kriminalbeamten in die Arme, der den Täter fest- nahm. Königsgüter dem Giaat! Eine spanische Maßnahme. Paris, 19. August. Die spanisch« Regierung Hot einem vom Iustizminister aus- gearbeiteten Erlaß zugestimmt, wonach all« Besitztümer und Recht« dem Staat verfallen, auf deren Nutznießung die Konig« ver- zichtet hotten, um von ihnen aufgenommene Anleihen zu garantieren. Die Inhaber der Desigtümer müssen in längstens 6 Monaten der Regierung eins genau« Aufstellung der Erträge machen, die sie aus der Nutznießung dieses Eigentums gezogen haben. Sollten sie mehr daraus gezogen haben, als sie ursprünglich geliehen hatten, so hoben sie den Ueberschuß an den Staat abzuliefern. Im entgegengesetzten Falle erhallen sie vom Staat den ihnen zu- stehenden Betrag in Staatsanleihepapieren. Die Städte und ihre Nöte Präsident Mulert vom Giädteiag äußert sich über den Zwangsabbau Die katastrophale Entwicklung der Wirtschaftskrise hol auch die Stadtverwaltungen in tiefe Sorgen gestürzt. Durch Notverordnungen werden diese keineswegs gemindert, ihre Beseitigung wahrscheinlich nur unnötig kompliziert. Der Präsident des Deutschen Städte- tagcs, Bkulerl, hat über die entstandenen Schwierigkeiten soeben einem Vertreter des Eonli-Nachrichlen-Büros Mitteilungen gemacht, die nach mehreren Seilen besonderes Interesse finden dürften. Herr Mulert sagte u. a.: „Der Reichskanzler rechnet in seiner letzten Erklärung für den Winter mit sieben Millionen Arbeitslosen: ich fürchte, dah diese Zahl nicht zu hoch ist. Reich, Länder und Gemeinden müssen sich sofort aus diese neue gewaltige Aufgabe cinstellcn. Die Gemeinden wissen, daß für die Sanierung ihrer Haushalte eine energische Selbsthilfe die entscheidende Voraussetzung ist. Die andauernd steigende Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen zwang die Gemeinden schon seit zwei Jahren zu starken Einsparungen, die im Jahre 1930 schätzungsweise an 400 Millionen und im bisher abgelaufenen Teil des Jahres 1931 nochmals etwa 4S0 Millionen Mark betrugen. Das neue Abbauprogramm bringt weitere Abstriche von etwa 325 Millionen Mark, die, wie die nächsten Wochen zeigen werden, einen schweren Eingriff in das Wirtschaftsleben bedeuten. Die Genieinden erkennen an, daß das Reich sich schon jetzt an den Kosten der Wohlfahrtserwerbslosen von etwa 875 Millionen Mark mit 60 Millionen Mark beteiligt. Um der Gerechtigkeit willen ist es notwendig, darauf hinzuweisen, daß die Gemeinden ihrerseits zu den Lasten der Krisenfürsorge des Reichs im laufenden Jahr 165 Millionen Mark beitragen, während die Reichsregierung den Gemeindeanteil noch 1930 auf nur 105 Millionen Mark schätzte. Aus dem Abbauprogranun des Städtetages ist ersichtlich, daß'die Gemeinden jede nicht lebensnotwendige Aufgabe für die Dauer der Rot zurückstellen und alle Hilfsmittel an eigenen Steuern und Aus- gabebefchränkungen voll ausnutzen. Dennoch wird es ihnen ohne Hilfe des Reichs nicht möglich fein, die Krise zu überwinden. Die Ungleichung der Gehälter der Gemeinde» beamten an vergleichbare Sätze der Reichs- und Ländergehälter erfährt bei den Städten keinen Widerspruch. Es kann de„Kommunen nur erwünscht sein, wenn über die tatsächlichen Verhältnisse durch objektive und genaue Feststellungen in aller Oeffentlichkeit vollständige Klarheit geschaffen wird, damit die ein« sachliche Zusammenarbeit vergiftende Legen denbildung endlich einmal aufhör«. Es ist umnöglich, durch Verallgemeinerung einzelne Fäll« der G c. s a m t h e i t der Geineinden zur Last zu legen. Wie in den meisten Ländern, so sind auch in Preußen alle gesetzlichen Grundlagen für eive Nachprüfung der Gehälter vorhanden. Zuständig sind die Länder. Nachprüfungen sind überall vorgenommen worden, zum Teil abgeschlossen, zum Teil im Gange. Die Gemeinden sind, wie Maßnahmen der nächsten Zeit erweisen werden, durchaus bereit, b«- gründeten Beanstandungen Rechnung zu tragen. Im Ergebnis kann es sich nur um verschwindende Summen handeln, die zu den Kosten der Wohlfohrtserwerbslosen von 850 bis 900 Millionen Mark auch nicht entfernt im Verhältnis stehen. Es ist eine durch nichts zu rechtfertigende Behauptung, daß die meisten Ober- bürgermetster der Großstädte Ministergehalt bezögen. In Wirklich- keit handelt es sich um sieben Fälle, die fast durchweg in der Vor- kriegszeit dieselben, in einzelnen Fällen darüber hinausgehend« Be- züge hatten. Die Oberbürgermeister sind V e r w a l t u n g s ch e f s und Wirtschaftsführer zugleich. Wenn die wichtigsten Groß. städt« früher Wert darauf gelegt haben, ihre besonders aus- gewählten Führer mit einem Gehalt anzustellen, das dem eines Ministers entsprach, aber wesentlich unter den mitt- lerer Wirtschaftsführcr lag, so ist dagegen wenigstens vom Standpunkt der Vergangenheit aus wenig einzuwenden. Die Not der Zeit nötig natürlich auch hier zu Einschränkungen. Bei dem vergleich der mittleren Beamtengehälter muß man vor allem berücksichtigen, daß die Gemeinden eine große Zahl von Ausgaben, die in Reich und Ländern von höheren Beamten geleistet werden, durch mittlere Beamten durch- führen lassen, was in der Oeffentlichkeit immer wieder gefordert wurde und sich gut bewährt hat. Auch in der Frage der Gemeindearbriterlöhne sind die da und dort genannten Zahlen ein charakteristisches Bild für die neuerdings beliebten maßlosen llebcrtreibungen. Von einer durchschnittlichen Ileberhöhung um 26 bis 30 Proz. kann selbstverständlich keine Rede sein. Die Rotverordnung vom 6. Juni bestimmt im Prinzip die Angleichung der Gemcindearbeiterlöhne an die Rcichstarise. Soweit es sich um wirklich vergleichbare Tätigkeit handelt, ist dagegen nichts einzuwenden. Daß diese An- gleichung mit sozialem Verständnis durchgeführt werden, muh, ist selbstverständlich. Zu dem Sanierungsprogramm gehört die Konsolidierung der kurzfristigen Schulden, die durch den Wohnungsbau und die Unterstützung der Wohlfohrtserwerbslosen entstanden sind und nunmehr den Etat der Städte und den Kapitalmarkt unerträglich belasten. Der Städtetag hat aus eigener Initiative bereits vor fast zwei Iahren die bekannte Sonsolidierungsaktion durch Einrichtung seiner Kreditausschüsse eingeleitet, die ausgezeichnete Erfolge erzielt und mehr als 300 Millionen Mark umgeschuldet haben. Diese Aktion mußte zum Stillstand kommen und einem erneuten Ansteigen der Kredite Platz machen, als die sortgesetzte Zunahm« der Erwerbslosenlasten und der Rückgang der Einnahmen, wie im Reich, auch jeden gemeindlichen Haushalt über den Hausen werfen. Es ist nicht unbillig, daß die Erleichterungen, die die deutschen Banken durch die internationalen Stillhalte-Verhandlungen er- fahren, auch den Gemeinden für die von den Banken einge- räumten kurzfristigen Kredite nur einen geringen Teil der kurzfristigen Auslandskredite der Banken ausmachen. Darüber hinaus liegt eine endgültige Umschuldung im Gesamtinteresse des deutschen Wirtschaftslebens und muß von Reichsregierung und Reichsbank gefördert werden. Reich und Länder müssen die gleichen Abbaumaßnahmen durchführen wie die Gemeinden. Kriegsopfer und Städieiagprogramm. Der Bundesvorstand des Reichsbundes der Kriegs» beschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebsnen Hot in einer besonderen Sitzung zu dem vom Vorstand des Deutschen Städtetages aufgestellten Sparprogramm Stellung genommen. Noch diesen Sparvorschlägen soll die nach Reichsrecht begründete gehobene Fürsorge für Kriegsbeschädigte und Krieger- Hinterbliebene sowie für Sozial- und Kleinrentner grund- sätzlich beseitigt werden. Der Bundesvorstand sieht in den Vorschlägen des Vorstandes des Deutschen Städtetages zwar eine Folge der seit längerer Zeit vom Reich geübten Abwälzung sozialer Verpflichtungen auf die Länder und Gemeinden, kann ober den Borschlägen trotzdem nicht zustimmen. An dem grundsätzlichen Recht der Kriegsopfer aus gehobene Für- sorge kann der Bundesvorstand' umso weniger rütteln lassen, als durch weitgehenden Abbau der Reichsversorgung und Anrechnung der Renten auf die Arbeitslosenunterstützung die Rot unter den Kriegsbeschädigten und Kriegerhinlerbliebenen schon in vielen Fällen bis ins Unerträgliche gesteigert worden ist. Nach den letzten Notoerordnungen nun auch noch den Anspruch auf angemessene Fürsorge zu unterbinden, würde ein völliges Hinabdrücken der Kriegsbeschädigten- und Kriegerhinter- bliebenenfürsorge auf den Stand der alten Armenfürsorge bedeuten. Der Bundesvorstand des Rcichsbundes muß an der unerläßlichen Pflicht der Träger der öffentlichen Fürsorge festhalten, im besonderen eine ausreichende Heilfürsorge für die Kriegerhinterbliebenen und eine ausreichende Jugend- und Be- r u f s f ü r s o r g e für die Kricgerwaiscn und Kinder Kriegs- beschädigter sicherzustellen. Er muß deshalb die Vvrjchläge des Deutschen Städtetages auf Einschränkung der öffentlichen Fürsorge unter allen Umständen ablehne». Die Fachleute im Sowjeireich. Oer große Llmschwung im Kreml. Rloskau, 19. August.(Ost-Expreß.) In einer Konfarenz der Ingenieure und Techniker der Moskauer Maschinenfabriken sprach der Vizevorsitzende des Rats der Volks- kommiffare Rudsutak über die Aufgaben der Ingenieure im sozialistischen Aufbcm. Diese Rede ist eine Auswirkung der bekannten Rede Stalins und behandelt die zur„Eroberung der Technik" not- wendige Mitarbeit der Ingenieure und Techniker. Dabei wendet sich Rudsutak an zwei Gruppen, die in den letzten Jahren ausgebildete proletarische jüngere Gruppe der Techniker und an die älteren parteilosen Fachleute, die sich an die veränderten Vcr- Hältnisse erst haben anpassen müssen. Er zitierte den Passus aus Stalins Rede über die Bildung„eigener proletarischer technischer Kadres" und erklärte dazu; es wäre der g r ö b st e Fehler, wenn man sich ausschließlich auf den proletarischen Nachwuchs stützen und die ältere Generation beiseiteswßen wollte. Lenin habe immer wieder die Heranziehung der Fachleute des alten Rußlands empfohlen und auch Stalin stehe auf dem Standpunkt, daß beide Gruppen, die ältere und die jüngere, in den Dienst des Sowjetstaates gestellt werden müßten. Allerdings könnte die G e s i n n u n g der zu verwendenden älteren Fachleute nicht außer acht gelassen werden, denn die Schäd- lingsprozesse wären noch unvergessen. Aber daraus dürfe unter keinen Umständen die ungerechte Schlußfolgerung gezogen werden, daß die ältere Generation nun als solche Mißtrauen verdiene. Im Gegenteil, es stehe außer Zweifel, daß zahlreiche Ingenieure und Techniker in dieser Gruppe dem Sowjetstaat mit Hingebung diene» wollen und können.„Sie werden uns", sagte Rudsutak,„g a n z besonders willkommen sein." Die Rede schloß mit der Ver- sicherung, daß die Arbeiterklasse eine Rache für das„Gestern" nicht kenne und daß jetzt„die Herstellung des Vertrauens" die Haupt- aufgäbe sei. Neuer Streit mit China. Die Sowjctprcsse-berichtet alarmierend von Mißhandlungen rujsischer Reisenden durch chinesisch-mandschurischc P o l i z i st e n. Der Sowjctrundfunk trommelt auch bereits gehörig gegen China auch wegen immer neuer Hinrichtungen von Kommunisten. Absehung von Volkskommissaren. Moskau(über Kowno), 19. August.(TU.) Auf Veranlassung des Zentralvollzugskomitecs der Sowjetunion sind die Volkskommissare für Innenhandel und A r- b« i t e r- und Bauerninspektion, des Kultus- und G e- sundheitskommisfariats abgesetzt worden. Die Ab- setzung erfolgte wegen Zugehörigkeit zu der Rechtsopposition und der Weigerung, Parteibeschlüsse auszuführen. Da die Sowjeiregierung Berichterstatter des„Vorwärts" nicht nach Rußland hineinläßt, geben wir diese TU.-Meldung, wenn auch mit Vorbehalt ihrer Bestätigung, wieder: sie würde«inen neuen Feldzug Stalins anzeigen, der die Milderung des wirtschaftlichen Kurses eigenartig ergänzen würde. Allerdings gehören zum persön- lichen Regiment auch Plötzlichkeiten! „Die Frau, von der man spricht." PntmiS-polast. Es liegt nicht der geringst« Grund vor, ein theatersicheres Schauspiel zu oerfilmen: den bühnenwirksamen Perneuil lasse man ruhig dem Theater. Im Filmmanuskript wirkt die Geschichte von dem Luder- wetbchen, das«in Leben in Saus und Braus gründlich über hat und nun den Weg zur echten Liebe findet und durch Aufopferung sich den Mann seines Herzens erobert, reichlich explosionsartig. Und das trotz des vorzügiichen, wandlungsreichen Spieles von Mady Christians und der«infühlungsstarken Darstellung von Hans Stüwe. Unendlich fein gibt er den Morphiumsüchtigen. Um diesen so zeichnen zu können, muß der Mensch Stüwe nicht nur Mitleid, sondern auch ein tiefes Verstehen für seelisch kranke Men- schen haben. Gut sind Carl Götz als der zurückhaltende, olles ver- stehend« Arzt und Otto Wallburg, der nicht nur als Bankier mit der anspruchsvollen Kokotte renommiert, folgern auch als Lieb- liaber sür den Notbehelf tapsig und dum», gutmütig in die Bresche springt. Einen Sonderersolg holt sich«zöke Sza kall als alkohol- freudiger Bater: Viktor Janson führt eine reine Schauspielregie. die freilich den Photographen die Reoiera-Landschost ausnutzen läßt. c. d. „Meine Cousine aus Warschau." Tiiania-palast. Warum dieser Film die Moral bedrohen sollte, wie die Zensur- behörd« einmal annahm, ist nach der Umarbeitung nicht mehr zu erkennen. Dielleicht fürchtet« man den Franzosen Louis Vcr- n e u i l, der sich im Film noch anstößiger benehmen würde als auf der Bühne. Uebertrisbene Angst. Die Cousine aus Warschau soll die Treu« des Ehemanns und des Hauefreundes erproben, ein gefährliches Experiment, ein Spiel mit dem Feuer, das auch die Beteiligten verbrennt. Berneuil. der glänzende Bühnenroutinier, gibt in seinem Lustspiel ein Muster- lager klug errechneter Wirkungen. Er arbeitet mit der Andeutung?- technik, sein Dialog funkelt und sucht kalte, scharf geschlissene Pointierungen. Es ist ein Brillantfeuerwerk ohne Feuer. Anders liegen die Ding« in diesem Film. Die Bearbeiter verbreitern die konzentrierte Komödie. Sie gehen durchaus im Sinne des Films vor, wenn sie den Witz aus dem Dialog in die Situation verlegen, aber bei der Konstruktion dieser Situationen fällt ihnen nichts imponierend Neues ein. Sie begnügen sich mit den erprobten Rezepten. Trotzdem erzielen fr Wirkungen, denn der Regisseur Carl Boese hat für den Stosf eine glückliche Hand, er inszeniert ihn leicht und manchmal sogar graziös. Er mischt geschickt Kalauer mit treffenden szenischen Witzen, und er besitzt vor allem in Szöke Szakall einen Darsteller von hohen Qualitäten. Szakall hat sich bisher von jeder Schablone ferngehalten. Er findet Tönungen und Uebergänge und ist reich an Nuancen, und so wächst sein Ehemann über den Typ hinaus. Neben ihm Fritz Schulz, der Hausfreund, liebenswürdig und jungcnshast. Liane Haid spielt die Hauptrolle. Sie ist gelockerter in Spiel und Sprache al» sonst in Tonfilmen. Tala Birell scheint noch zu sehr in Erinnerungen an Greta Garbo befangen. ¥. Seh. Iubiläum der Genossenschast. Am 21. September feiert die Ge- nossenschast Deutscher Bühucnanaehöriger ihr 60jähriges Jubiläum. Di« Genossenschaft wurde im Jahre 1871 von dem damals m Frankfurt a. M. tätigen Ludwig Barnoq gegründet. Die Gedenkfeier wird in der Frankfurter Festhalle, dem zweitgrößten«aale Deutschlands, unter dem Ehrenpräsidium Gerhart Hauptmanns begangen werden. „Lngagi." Tierfilm im Mozartsaal. An afrikanischen Tierfilmen ist kein Mangel, man kann im Gegenteil sagen, wir sind verwähnt. Das afrikanische Tierparadies lockt trotzdem immer wieder neue Tierexpeditionen an. Diesmal ist der obere Kongo das Ziel der Safari: er scheint ebenso reich an Aus- beute zu sein, wie das sonst bevorzugte Ostasrika. Aber die Leiter der Expedition haben es leider mehr auf Jagdnihm als auf intime Tierbeobachwng abgesehen, und so endet denn jedes Zujammentrejssn mit den Tieren mit deren Vernichtung. Eine riesige Pythonschlange wird noch«ingefangen. Aber Leoparden, Büffel, Flußpferde, Rinozerosse, Löwen und Elefanten müssen ihre Bekanntschast mit den Weißen jedesmal mit dem Leben bezahlen. Die Grundregel, die bei anderen Tierexpeditionen längst sich durchgesetzt hat: Du sollst mit der Kamera und nicht mit der Büchse jagen, wird hier strikte ver- nachläfsigt. Leider kommen auch die an sich hervorragenden Ausnahmen des Kameramannes Edward Joyce infolge des ver- wendeten Materials nicht gut heraus. Hatte man schon bei der Kostümierung der Neger und mehr noch bei den aufregenden Löwenjagden, bei denen wieder einmal ein Beteiligter, diesmal ein Kameramann, verletzt wird, den Eindruck, daß die Natur korrigiert sei, so wurde dies zur Gewißheit im letzten .Teil des Films. Das Neue, die Uebcrraschung dieser Expedition ist der Jngagi,„der Herr der Wildnis": der Gorilla. Dieser größte und gewaltigste aller Menschenaffen— er wird bis 7 Zentner schwer und 2,40 Meter hoch— ist viel seltener und schwerer zugänglich als die häufigeren und ihm verwandten Schimpansen. Es gelang aber, ver- schieden- Exemplare vor die Kamera zu bekommen, das größte wurde natürlich abgeschossen. Nun wird bei diesen Szenen offenbar Theater gespielt. Die nackten Negerweiber, die im unmittelbaren Bereich des Gorillas aus Kräutersvche gehen, vor allem aber der Raub und die Entführung einer Negerin durch den riesigen Gorillamann sind zweifellos gestellte Szenen und was schlimmer ist, sie sind gemacht und wider die Wahrheit. Kein ernschafter Forscher hat die alten Anekdoten vom Frauenraub der großen Affen bestätigen tonnen. Leider sind die Bilder auch so unklar, daß man Genaueres nicht unterscheiden kann. Es ist schade, daß die Expedition sich nicht darauf beschränkt hat, die Natur zu belauschen, sondern sie sensationell ausbeuten wollte. I Ungeschminkte Gorillabildcr hätten sie allein schon gelohnt. I). Die Weli hört„Tristan". Bayreuth im Rundfunk. Zum erstenmal ist gestern eine Aufführung der Bayreuth«? Festspiele durch Rundfunk übertragen worden:„Tristan und Isolde" unter Furtwänglers Leitung mit Nanny Larsen-Todsen, Pistor, Bockelmann, Manovorda in den Hauptrollen. Die Uebertragung. an deren technisch-akustische Vorbereitung sehr viel Mühe gewandt morden war, ist über jede Erwartung gelungen, nicht �ur, was Ausgeglichenhcit des herrlichen Orchefterklangs, sondern vor allem auch, was Deutlichkeit und Klarheit des gesungenen Wortes betrifft. Seltene Gelegenheit für die Rundfunkhörerschaft, von Wagners Werk ein Klangbild von solcher Vollkommenheit zu empfangen. Erste Gelegenheit sür die Welt, Bayreuth im Rundfunk zu hören. Das Interesse für diese Uebertragung war so groß wie noch nie für«in künstlerisches Rundfunkereignis. Durch 200 deutsche,«uro- päische, außereuropäische Sender wurde es in der Tat über die halbe Erde verbreitet. Die Millionenzahl der Hörer, für die gestern in Bayreuth gesungen und gespielt worden ist, läßt sich nicht annähernd schätzen; die welt-kulturell« Bedeutung des Ereignisses, das diese Tristan-Sendung in der Geschichte des Rundfunks bildet, kann nicht hoch genug bewertet werden. K- P. Eine Million verjicherungssumm e. Die Versicherungssumme. die jetzt für die beim Brande des Münchensr Glaspalastes vernichteten Bilder der deutschen Romantik zur Aus- Zahlung kommt, beträgt insgesamt 1 050 000 Mark. Den höchsten Betrag erreicht darunter Moritz von Schwinds„Brautfahrt" aus der Badischen Kunsthalle in Karlsruhe: 41 000 Mark. Die Beträge beruhen auf der Schätzung des jetzigen Handelswertes durch Gut- achter: die Glaspalaslleitung hatte Sie Leihgaben für die Romantik» Ausstellung bei zwei deutschen Gesellschaften versichert, die zu 100 Proz. bei einer Londoner Gesellschaft rückversichert waren. Di« Besitzer der Kunstwerke haben meist die Schätzungssummen, die einige Male auch unter dem angegebenen Werte lagen—. z. B. wurde die Schätzung für ein Hauptwerk Joseph Anton Koch» um 15 000 Mark herabgesetzt— anzunehmen sich bereit erklärt. Senkung der Thealereintrllkspreise in Dresden. Die deutschen Bühnen können nur dann aus einen stärkeren Besuch rechnen, wenn neben einer sorgfältigen Spielplongestaltung die Eintrittspreis« erheblich gesenkt werden. In richtiger Erkenntnis der Sachlage hoben die Dresdener Staatstheotor die Preise auf allen Plätzen mit sofortiger Wirkung um 20 Proz. gesenkt. Das fliegende Schlachtschiff Der Vernichiungskrieg hinier der Front— Totalabrüstung der einzige Ausweg Em Riesenflugschiff, doppelt so groß in seinen Ausmaßen wie der„Graf Zeppelin": aus dem Schiffsbauch starren die Rohre von 16 Schnellfeuergeschützen und von 40 Maschinen- gewehren: sieben Flugzeuge, die auf Trapeze herabgelassen werden, umkreisen schützend den Giganten. Und wenn seine Abwurf- Maschinen in Bewegung geraten, so können sie 86 0V0 Kilogramm Giftgasbomben, Brand- und Sprengbomben auf die Erde schleudern— hinreichend genug, um in einer Stadt im Umfang Wiens binnen zwei Stunden alles Leben zu ertöten. Diese fliegende Festung ist„A fron", die Königin der amerikanischen Lustflotte, die soeben vollendet und„vom Stapel" gelassen wurde. Wie lächerlich primitiv war doch noch die Kriegslechnik des Weltkrieges, die viereinhalb Zahre bedurste, um 16 Willionen Wenschen vom Leben zum Tode zu befördern! Da rückte Infanterie noch in Schwarmlinien vor und um jedes Grabenstück, um jeden Granattrichter, um jedes Maschinengewehrnest wurde verzweifelt gerungen. Ganz anders ist nach dem heutigen keine Abwehr die Zerstörung von Städten durch Flugzeug- massenangrisfe zu hindern vermag. Die rund 5 Milliarden Dollar— 35 Milliarden Schilling!—, die jedes Jahr die Regierungen der Welt dem Wettrüsten opfern, sind völlig zwecklos vertan. Keine noch so mächtige Artillerie, keine »och so riesenhaften Panzertanks, kein Landheer, und zählte es hunderttausende Mann, wird die Vernichtung der Großstädte ab- wenden können! Bevor also die Front der Landarmeen sich noch ent- wickelt hat. werden feindliche Staaten sich gegenseitig in ihren Städten, Industrien und Kulturen gemordet haben. Dann mag es gleichgültig sein, wie sich der Krieg entscheidet: das Hüben und Drüben der Schlachtenlinicn ist ein einziger riesenhafter Tolenacker der ganzen Zivilisation, aus dem es für ein Jahrhundert kein Auferstehen mehr gibt. Ist es nun wirklich und wahrhaftig denkbar, daß die Menschheit offenen Auges in ihre Selbstvernichtung schlittert, ja in sie willigt, 3)as Jliefenlnjl fchiff„Jlkron", zweimal so groß wie„Graf Zep- pelin", überfliegt das größte amerikanische Schlachtschiff„New Hampshire". Ein Gemälde, das die Macht der Dereinigten Staaten zur See und in der Luft i oeranschaulichen soll. $ Stand der Kriegstechnik das Bild eines künftigen Krieges. Da werden am ersten Kriegstag, bevor sich die Landarmeen noch in Bewegung setzen können, große Geschwader von Bombenflugzeugen in 7606 bis g000 Weter höhe über die Grenzen und Festungen hinweg ins Herz und auf die Neroenzetren der feindlichen Länder vorstoßen: auf die Städte, Flughäfen und Werften, auf die Munition?- und Waffenfabrikcn, auf die Zentralen der Kraft- und Verkehrsbetriebe, auf die großen Industrie- und Bergwcrksreviere und die Fabrikanlagen der chemischen Industrie. Und sie werden herabschleudern Spreng- bomben bis zu 2000 Kilogramm Gewicht, wovon eine allein genügt, um ganz große Häuserblocks im Augenblick zu zerfetzen: oder ober winzige Brandbomben, nur ein Kilogramm schwer, aber mit T e r m i t gefüllt, das, entzündet, 3000 Grad Hitze entwickelt und mit Wasser nicht gelöscht werden kann. Bei diesen kleinen Brandbomben macht es die Masse: 500 kann jedes Flugzeug mit- nehmen und abwerfen— ein Geschwader von 100 Flugzeugen 50 000, die, über eine Großstadt gestreut, sie unfehlbar ein- äschern. Dann gibt es Giftgasbomben. Ein Fluggeschwader von 100 Flugzeugen, von denen jedes 1 Tonne Giftgasbomben an Bord hat, kann Paris, London oder Wien binnen einer Stunde in einen 26 Meter dicken Gosschleier hüllen und in der vergasten Sladt alles Leben vernichten. So also wird der Krieg beginnen, bevor„an der Front" überhaupt noch ein Schuß gefallen ist! Aber was immer sich auch an der Front begibt, wo sich durch künstlich erzeugten Nebel ganze Armeekorps in Panzerwagen fortbewegen werden: voran die schweren, fast unverwundbaren, panzersicheren Tanks mit einer 15-Zentim«ter-Kanone und zwölf Maschinengewehren bestückt, alle Hindernisse unweigerlich nicderbrcchend, dahinter die Schwärme leichter Tanks mit Maschinengewehren, im Tempo von 30 Kilometer die Stunde— was immer sich also da, an der Front, an mörderischen Kämpfen zutragen mag: die Hauptschlacht wird hinter der Front, im verheerenden Flugbombenkrieg gegen die Bewohner der Städte geschlagen, im Ausrottungskrieg gegen alles, was da atmet, in der Vernichtung, der Vergiftung, der Einäscherung der Bevölkcrungs-, Wirtschafts- und Kulturzentren oller kriegführenden Länder. In Wahrheit gibt es keine wirksame Abwehr gegen Flugangrisfe! Die Kampfflieger können in solchen Höhen oder ober so nahe dem Erdboden operieren, daß die Abwehrartillerie ohnmächtig bleibt. Aber wenn selbst die Hälfe eines angreifenden Bombenflugzeug- geschwaders von 80, 100 Flugzeugen abgeschossen wird, so genügt dos Bombardement der ü b r i g e n, um jede Großstadt, von welchen Dimensionen immer, zu zerstören. Die Lustnianöver in London. New Pork, Toulon haben unleugbare Beweise erbracht, daß sie selbst vorbereitet und betreibt? Riecht sie nicht das Blut, das aus der Presse der kapitalistischen Rüstungsindustrien schimmert— jener Presse, die in der Gefolgschaft der kapitalistischen Parteien schreibt, die, weil das Blut der morgen gemordeten Menschheit ihr heute goldenen Profit trögt, sich der Abrüstung widersetzen? Aber ohne vollständig«, restlose Abrüstung muß sie wieder in den Krieg hincingerissen werden.„Mag sein", sagt sehr richtig Leon Blum in seinem Buche,„daß in gewissen Zeiten die dauernden Kriegsgefahren die Ursache und die- militärischen Rüstungen die Folge gewesen sind. Heute aber hat sich, wie man füglich be- hauptcn kann, dieses Verhältnis umgekehrt. Nicht mehr die Kriegsgefahren veranlassen und rechtfertigen die Rüstungen, sondern es sind die Rüstungen, die die Kriegsgefahr heraufbeschwören. Jede Nation, die ihre Sicherheit in der Wasfenmacht sucht, muß dahin streben, mindestens ebenso stark zu sein wie ihre Nachbarn. Unter dem doppelten Einfluß des nationalen Wettbewerbes und des fachlichen Wetteifers führt das Streben nach Gleichheit unweigerlich zum Streben nach Uebcrlegcnheit. Und jede Nation, die sich für die stärkste hält, ist naturgcinäß versucht, eines Tages ihre Macht zu gebrauchen. Die Verlockung ist um so größer, als das Kräfteverhältnis schwankt und die Ucberlegenheit immer nur zeitweilig � besteht. Im Namen der„nationalen Sicherheit" wird also ein Volk, das sich heute als stärkstes fühlt und fürchtet, es inorgen nicht mehr zu sein, den günstigen Augenblick abpassen und ausnützen. Die militärische Auffassung der Sicherheit führt also nicht bloß zur Idee des„unvermeidlichen.Krieges", sondern auch zu der fast ebenso schrecklichen Idee des„Präventiv- k r i e g e s"..." Es gibt nur eine absolute Garantie der Sicher- heit, der Sicherheit vor neuen Kriegen, wie der nationalen Sicherheit: die völlige Entwaffnung der Menschheit, ein Europa ohne Heere und ohne Kanonen, ohne Gistgasbomben und ohne Festungen. Diese Entwaffnung, die wirkliche Abrüstung, hängt von der Macht der Sozialdemokratie in jedem Lande ab. Je stärker die Sozialdemokratie, desto stärker der Druck auf die Regierungen. Je mehr Regierungen Europas vom Einfluß der Sozialdemokratie be- herrscht sind, desto leichter wird die internationale Verständigung über die Abrüstung gelingen. Die Menschheit hat schier keine andere Wohl mehr als: Sozialdemokratie oder den nächsten Krieg, der das Ende der Zivilisation ist. J. R. Wetter für Berlin: Nach Regensällen wolkig und wärmeres schwüles Wetter mit südwestlichen Winden.— Für Deutschland: Im Nordosten noch vielfach bewölkt und stellenweise Regen, im mittleren Deutschland und Schlesien nach Regensällen wolkig und ziemlich schwül. Im Süden meist heiter und warm, im Nordwesten stärkere Bewölkung mit Regensällen. Wer hat den Mann gesehen? Oer Attentater von Jüterbog.— Wo die Explosion erfolgte. Die weitere Untersuchung über den Hergang der Züterdogec Katastrophe hat nach Mitteilung von zuständiger Stelle ergeben, daß die Explosion des Sprengstoffes wahrscheinlich zwischen Loko- motivtender und Po st wagen erfolgte. An der Lokomotive sowohl wie an sämtlichen wagen des Zuges sind Beschädigungen durch Sprengwirkungen nicht vorhanden, nur am ersten Drehgestell des Postwagens sind kleine Einkerbungen seslgestellt, die wahrschein- lich von der Explosion herrühren. Das Zug- und Lahnpostpersoual des Zuges ist ebenfalls der Auffassung, daß die Explosion unmittelbar erfolgte, bevor der Postwagen die Stelle passierte. Ueber die Art des bei der Tat benutzten Sprengstoffes hat sich auch in der Zwischenzeit Genaueres nicht feststellen lassen. Die gesamte Ermittlungstätigkeit der Untersuchungskommission erstreckt sich, wie wir schon mitteilten, in der Hauptsache auf den Mann, der, wie berichtet, einen Teil der zur Tat benutzten Mate- rialien(Rohre— Draht— Isolierband) in Berlin gekauft hat. Ueber diesen Mann sind eine Reche von Anhaltspunkten bekannt, auf Grund derer nach Ansicht der Kriminalpolizei die Ermittlung des Gesuchten unbedingt gelingen müßte. Die Untersuchungs- kommission hat nunmehr alle Anhaltspunkte auf dem Plakat zu- sammengestellt, das heute an den Groß-Berliner Säulen erschienen ist. Katastrophe bei Leobem-I STote Eine Frau ihren Verletzungen erlegen. Wien, 19. August. Der Eisenbahnunfall bei L e o b e n hat jetzt ein 15. T o d e s e opfer gefordert. Frau Lina Lindmayr, der beide Beine amputiert werden mußten, ist am Dienstag ihren Verletzungen erlegen. Das Kreis- gericht Leoben hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft nunmehr die ordentliche Untersuchungshaft gegen die beiden Fahrdienst- teiter, den 33jährigen Josef Höniesmann und den 43jährigen Friedrich Putz, verhängt. Das Strafverfahren wird wegen Vergehens gegen die Sicherheit des Lebens geführt. Hönigsmann hat bereits gestanden, gegen 3 Uhr früh eingeschlafen und bei Anruf der Station Hinterberg, daß die Streck« frei sei, so be- nommen gewesen zu sein, daß er die Anfrage falsch verstanden habe. Der andere Fahrdienstleiter hat zugegeben, die vorgeschrieben« Gegenmeldung nicht erstattet zu haben. Hönigsmann hat am Freitag einen 24stünd!g«n Dienst absolviert und hätte nun seine 24stündige Ruhepause einhalten müssen. Entgegen den Vorschriften der Dienstordnung übernahm er aber die Vertretung des anderen Fahrdienstleiters von Goß am Samstag, ohne die vorgesetzte Dienst- stelle um Erlaubnis zu fragen. Außerdem hat er in der Zwischen- zeit, während der fünf Stunden, in denen er frei war, verschieden« G a st h ä n f e r besucht._ Hochwasser in Hessen. Vorderes Odenwaldgebiet schwer heimgesucht. Darmstadl, 19. August.' Der wolkenbruch, der gestern über Darmstadl und Um- gebung niederging, hat furchtbaren Schaden angerichtet. Zn Darmfiadl selbst hatte der Druck der riesigen wassermassen,. Mouerein stürze zur Folge. 3n Riederramstodt drangen die Fluten der Modau, die sich inzwischen zu einem reißenden Fluß ausgedehnt hatte, in Häuser und Stallungen ein. Die unteren Stock- werke der Wohnhäuser standen größtenteils unter Wasser. Die Wohnungen mußten geräumt, Hab und Gut und Vieh in Sicherheit gebracht werden. 3n E b e r st a d t erreichte die Katastrophe die Ausmaße des Zahres 1919. Der Pegel der Modau stieg in kurzer Zeil um 214 Meter. Erst gegen ein Ahr nachts ging da» Wasser langsam zurück. Am schwersten betroffen aber scheint die Gemeinde Eschollbrücken zu sein. Anweit des vorjährigen Dammbruches durchbrachen die wassermassen wiederum den Damm an zwei Stellen. Die Wassermasten haben eine Fläche von soft 166 Quadratkilometer überflutet und dabei unermeßlichen Schaden auf Feldern und in Gärten angerichtet. Teilweise wurden die Kar- löffeln aus dem Boden gewaschen. Der schwere hagelschlag hat das auf den Feldern noch lagernde Getreide vernichtet, da, Obst von den Bäumen geschlagen und Aesle und Zweige geknickt. Die Darmstädler Vereitschastspolizei wurde sowohl in Riedcrmodau als auch Riederramstodt zur Hilfeleistung eingesetzt. Die Autostraße Darmstadt— Heidelberg ist unpastierbar, so daß der ver- kehr umgeleitet werden mußte. Rezirksfängerfest in Stahnsdorf. Stahnsdorf on der Peripherie Berlins sah und hört« das Bezirksfängertreffen des l5. Bezirks im Gau Berlin des Arbeiter-Sönger-Bundes. Die Bezirksvereine waren in großer Zahl aufmarschiert und auch die Anteilnahme der Bevölkerung war sehr gut. Die ersten Nachmittagsstunden wurden zu einer Bezirks- Übungsstunde für Männer-, Gemischte und Frauen-Chöre benutzt. Bezirksdirigent Studienrat Rahrbach, Berlin, gab den Sängern den letzten Schlifs zu dem folgenden Platzkonzert auf dem Gemeinde- platz. Unsere Kompflieder, gesungen von den vereinigten Männer- und auch Frauenchörcn, zeigte der Stahnsdorfer Bevölkerung und den vielen Berliner Ausflüglern die„Tendenz" der Sänger. Im Garten des geftlokals boten die Gastvereine in ihren Gesangs- vortrügen ausgeglichene Leistungen. Nach der Begrüßung durch den Bezirksleitcr Hahn, Potsdam, erklangen von zahlreichen Thören unsere schönen Volkslieder. Im Programm wirkten unter anderem der Männerchor Stahnsdorf. Frauenchor Stahnsdorf, Volkschor Potsdam. Frauen- und Mädchenchor Nowawes und freier Männer- chor Nowawes mit. Bcranlwortl wr die Nedak'ion: Lep.re, Sftlin: anjciflcit: Ib. klack« Berlin. Berlaiu Borwürta Verlan«i. m. b. H. Berlin T'ruck' Borwärte. Buch drucktrei und Berlaasanslalt Bau! Sinacr Sl Co Berlin SW SS Lindenllrake z vier»« t«eilaae Sarbarosst ä2$e ■ räpl.> u•.?U. Barlo&Maim Tina Hellet Wei.itraubs Oaclc Slilox Wjlrer. Npsson x»fiter» Itefiielt ,$!(!&. Oper ! Crarotienbur |o rnarckstraPe:M Turnus IV | Anfang 20 h; j iü iifda laszwisran-j Zar und Ziintnermaiin »■.uhrCASlNO-THEAlElUuh, Loihrinjter 54ra*c 37. IIIIIIIIMIIIIIIIIHflllimilr Oer iteuG Eräffnungs-Sthlatjef Oss Perfüm meiner Frsu dazu ein ersthiassiQer bunter Teil. Für die Leser Goiscbein l- 4 Fers. f-auteuil 1.25 M Sessei 1,50 VV o stige Pr Rang Mitte 1 M., Parke 75 Pf,, Rang 60 Pj. Reichshallen-Theater 6- L a c Bi e n: „Alles vemfckfija Stettiner Sängei Anfang|*| Uhi - orwänsstreben e MOO ftk. Beloltnim� Näheres Kosienlos durch rüituiun* Co* BerOn IW tl. « i r k s a as sind die I* KLEINEN ANZEIGEN in derOtsamtdu>axe ij des„Vorwäns" und U ergnugungf Restaufönf Berlins iSEE Theater des Westens; Tägl. S u H'/I Voiksvorstellungen Viktoria und ihr Husar •lilli ster PI. O.Su M Teuerst rPI. 2.— M. tletropo'-Ttieater Täflüch 5 Uhi, Die Toni aus Wien Michael Bohnen ROSE-THEATER Wochentags 8-5 »>onDk&gs 5 45 n. 9 CJhr UrauUührung Dr Deutschland. madchen zum Heiraten Lustsp el v. Zagon. Regie; PAUL ROSE nOSiF,- WA RTF.* Großes Variete u.a. Paquiiav Olympia Theater. Paiis Willy Susen. Herta SDbnei s.t« Operette „Panne um mmernacht- Somtags 5, Wodlenta�s 5:lu 0. Oroßp Frnnklarter Straße IBü Vorverkauf Täftlich II—> und 3—9 U. (Beilage Mittwoch, 19. August 1931 ScrAbnid SunlnuiQaße Jtt ibwä/6 Unse re Sch icksa hgefäh rten Dritte Folge der Berliner Porträts«-* Von Erich Preuße 1. Das Karussellpferd. Mitten aus dem Rummelplatz steht ein Karussell. Ein ärmliches, mit buntem Flitter und lächerlichen Bildern ausgeputztes Karussell. Es ist mit Karbidlampen beleuchtet und strömt einen zuckenden Hof vor, grellem Licht in seine Umgebung. Di« lackierten, abgenutzten Holztiere und die mit zerschlissenem, verschossenem Samt gepolstert«» Kutschen fliegen in ausgelassenen Kreisen um den tragenden Mast- bäum. Das leichte Gestänge zeichnet springende Schatten aus den Bretterboden. Kinder räkeln auf vergoldeten Schwänen, lassen sich in süße Be- täubung wiegen und in unechörte Fernen tragen. Sie genießen eine selig« Leichtigkeit: sie schweben, lassen sich tanzen und werden getanzt. Ich sehe gedankenverloren in die strahlenden, von Glück und Ge- sühl gesättigten Kindergesichter. Ganz hingegeben sind sie an die musikalisch durchleuchtete Bewegung. Die große Drehorgel braust majestätisch mit vollen Pseisen, ihr Diskant trillert eisrig über den pompös aufgeblasenen Bässen. Sie rauscht mich mit maßlos über- triebenen Harmonikatönen an. Da fängt mein Ohr dumpfe Stampfgeräusche, die, in sich unsicher aber doch mit eigenem Takt, müde, aber doch eigenwillig gegen den schwebenden Rhythmus der Bewegung sich aufzulehnen scheinen. Das Geräusch hetzt mit monotoner Unerbittlichkeit einher, krallt nach dem Wunder da draußen, schlägt Wunden in den Rausch der pomphaft brausenden Bewegung. Ich suche mit unverhohlener Feindschaft den Störenfried, spähe in die Richtung des Geräusches und finde— das Pferd. Dos Pferd, dos stumpfsinnig auf der Innenseite des schwebenden Karussell- bodens im Geschirr trabt! Sein« Augen sind durch Scheuklappen gegen den«inbrecheichen Wahnsinn gesichert. In die empfindlich um- hertastenden Ohren aber prallt hemmungslos das mörderische Lärmen der Orgel. Der ganze Mechanismus des vorwärts taumelnden Tieres klappert in Magerkeit, die Brust eng und dürftig, wie bei einem Kalb, flieht mit lächerlicher Scham zwischen die plumpen Pfeiler der Vorderfuß«, die Rippen, weit abstehend, haben die Haut hungrig in sich hineingefressen, und nur mühsam hält die grätige Wirbelsäule beide Körperhälften zusammen. Das Karussell hält. Ich trete näher heran und suche die Augen des Tieres. Sie sind vor Anstrengung stark durchblutet, aber gut- artig gerundet und von sanftem Glanz. Ihr Ausdruck ist liebens- würdig und ergeben, und erst, als ich schmeichelnd den rauhen Schädel kraule,"phvsporesziert aus ihrem Innersten ein Leuchten, das ich nicht versiehe.'' Hinter inir kichert ein Pärchen. Ich gucke mich um. Sie machen sich über mich lustig. Das Mädchen lacht unbändig und hemmungs- los auf. In diesem Augenblick wiehert dos Tier einen durch- dringen denSchrci. Es wirft seine Stimme durch das Dunkel mit einer erschütternden Kraft, die die wiedereinsetzende Musik der Orgel in Stricke reißt und schrecklich durch den Abend gellt.... 2. Lumpi. Di« Zeiten, die heute so verwirrend sind, daß nicht einmal junge Menschen sie begreifen, diese Zeiten walzten einen alten Mann zwischen einer Straßenbahn und einem Auto ,zu Tode. Dos Schick- sal, das schon lange unterwegs war, ihn zu fassen, war auf chn ge- fallen, als er es am wenigsten erwartet hatte.— Ein Hund blieb übrig. Der Hund Lump sah, daß etwas fortgetragen wurde, ivas che- dem sein Herr gewesen war, und er konnte es nicht sassen. Er beroch und umwedelte das Raffe, was da auf dem Pflaster geblieben war. Er wartete auf den gewohnten Anruf:„Komm, Lumpi!" Aber nichts. Er war allein. Schlafwandlerisch bewegte er sich zwischen dem Verkehr. Radfahrer umklingellen ihn, Autos rasten in ZeMiineter- nähe vorbei. Dann wieder glaubte Lump die ihm bekannten Schritte zu hören. Es war eine Täuschung. Er blieb allein. Die ungeheure Verlassenheit, die Leere neben sich nahm ihm alle Sicherheit. Er trottete mit schrägem Hinterteil, mit schnüffelnd be- wegter Rase zwischen Fuhgängermassen. Kleine Anrufe sanden zu ihm. Ein Kind zauste sein Ohr. Ein Arbeiter schob ihn aus seiner Schrittbahn. Er war ü b e rf l ü s s> g. Lump dachte: Es ist vergeblich. Ick)»miß noch Hause. Dort werde ich ihn finden. Er hörte mit den Ohren an der Luft ab, wo er war. Er roch sich in der Gegend zurecht. Plötzlich mit Ziel und Hoffnung begabt, hoppelte er eisrig davon. Er strömte mit dein Strom die großen Straßen hinab. Ueberquerte nach dem Wink des Verkehrspolizisten mit Scharen von Menschen die Kreuzungen. Und landete zuletzt in den stillen Vorstadtgaffen. Der Verkehr lief zu kleinen Rinnsalen aus. Lump sond das Haus, die Stieg«, den kleinen dunklen Flur der Heimat. Aber die Tür blieb verschlossen. Lump bellte, kratzte, winselte. Er sprang hinunter auf die Straße, lies auf und ab. Wartete, wedelte jeder ähnlichen Gestalt entgegen. Nichts. Ein grauer Abend kam init Feuchtigkeit und bleicher Kälte herab. Allmählich verwischten sich Lump die Umrisse der Ereignisse, und ein gähnendes Hungergefühl füllte ihn aus. Er erinnerte sich des Katzentellers im Hof neben der Regenrinne, überwand seinen Stolz und schlich mit niedrigen Beinen und fast schleifendem Bauch die Treppen hinab. Er fand noch.Heringsgräten vor und grauen. fettigen Schmutz. Gierig ging er darüber her. Der Blechteller drehte sich klimpernd unter seiner leckenden Zunge. Oben wurde ein Fenster geöffnet und ein zärtlicher Katzennamc gerufen. Lump kam sich sehr dumm vor. Mit einem schiefen Blick hinter sich drückte er sich um die Ecke. Lump hatte im Treppenhaus auf einer Fußmatte geschlafen. Sehr ftüh und unsanft wurde er von einem Mann geweckt, der. noch sein Morgenbrot kauend, über ihn stolperte. Lump stieg in den eisigen silbernen Morgen hinaus. Auf steifen hohen Beinen. Ueber die windgepciffchte Straße eilten Menschen. Sic bemerkten ihn nicht. Sie trugen Arbeitsbeutel und blaue Kafsceslaschen bei sich. Lump trippelle mit schrägem Hinterteil vor das heimatliche Haus und fing an zu jaulen. Vor Sehnsucht nach seinem Herrn und vor Hunger. Die Reinmachefrau, die im Treppenhaus wischte, goß ihren Eimer gegen ihn aus. Er rettete sich mit müdem Sprung vor der breiten, fließenden Wasserpfütze. Lump bummelte seinen abeitblichen Weg zurück. An vielen Stellen unsicher, schnüffelte er mühsam seiner erkalteten Spur nach. Zögerte an Biegungen. Fand endlich doch in die Hauptstraßen zurück. Er trottete fürbaß und dachte an die Zeiten des Fleisches, der Ueppig- keit und der angenehmen Ruhe vor den silzbeschuhten Füßen des alten Mannes, der an seiner Pfeife schmurgelte. Borbet—. Er begegnete einem alten Hundekameraden, der ihn freudig an- kläffte. Das war ein Strolch, ein Vagabund, gewohnt, selbständig zu leben. Der kannte nicht dieses Frostgefühl des Alleinseins, des einsamen Ausgeliefertseins an die Welt mit all ihren uNbegreislichsn Gewallen. Als Lump einen Kameraden neben sich traben spürte, war die Leere dort ausgefüllt. Im Dunst einer gemeinsamen Zu- frieden trabten sie beide in Richtung Markthalle. Der Hundekamerad wußte genau, wie man sich etwas zu fressen stehlen konnte. Seine Schnauze hatte den Ausdruck erfahrener Frech- heit und in seinen Augen glitzerte Gaunerweisheit. Sie balgten sich zwischen den einkaufenden Frauen und so ganz nebenbei zottellen sie aus einer baumelnden Markttasche eine mächtige Wurst. Ehe die Besitzerin sich noch zum Schimpfen umwenden konnte, waren sie auf und davon. Aber die Sättigung bewirkte Besinnung. Lump dachte an seinen entschwundenen Herrn. Kopfhängerisch trottete er. Der Kamerad verließ ihn. Lump, satt und einsam, strömte in der Flut der Menschen kreuz und quer durch die Straßen der großen Stadt. Alles Fahrende bellte ihn befremdend an. In seine Augen kam die Müdigkeit des Wissens. Er fühlte an der Art des Windes, daß irgend etwas gegen ihn los- gelassen war. Aber er wehrte sich nicht. Er hielt sich hin.— Trauerfetzen. Erinnerungsfetzen durchzogen ihn, während er so lief mit schrägein Hinterteil. Er ging, als ginge er neben dem Gang seines alten Herrn. Der Straßenlärm verlor das Beängstigende, er wurde zu kleiner, beständig von außen pochender Melodie. Lump trabte durch das bewegte Gestrüpp der Erinnerungen, und eine kühl« Leichtigkeit um das Herz herum Niachte ihn gleich- gültig. Ach, so gleichgültig—. Die Gleichgültigkeit machte ihn sicher. Bis ihm plötzlich ein Kotflügel dos Ohr peitschte. Und das Schicksal, das Schicksal seines Herrn, das schon lange gegen ihn losgelaffen war wie eine Welle, überrumpelte ihn mit einem schweren Lastauto. Die moderne Oelmählenindastrie Ein Abriß-- Vor den Toren Hamburgs, am nördlichen Arm der Elbe, der die Insel Wilhelm sburg umfließt, liegt, umgeben von herrlichen Wäldern, als Ausgangstor zu der Heide, die aufstrebende Industrie- stodt Harburg. Der nur an den Prosit denkende Kapitalismus des vergangenen Jahrhunderts hat hier viel gesündigt— häßliche, enge Straßen, geschmacklose Bauten, unübersichtliche Verkehrs- kreuzungen und Planlosigkeit auf der ganzen Linie. Seit der Revo- lution ist viel getan worden, um die Sünden der Vergangenheit wieder gutzumachen. Eine starke sozialdemokratische Stadtvcrord- netenfraktion und ein sozialdemokratischer Oberbürgermeister haben durch ihr unermüdliches Schössen es bereits so weit- gebrocht, daß Harburg beginnt, eine schöne Stadt zu werden. An allen Ecken der Stodt wurde gebaut, wurden breite, moderne Straßen angelegt, entstanden Grünanlagen und freundliche Gartensiedlungen. Daneben sind moderne Hasenanlagcn geschaffen und sonstige Vorbereitungen getroffen worden, um der Industrie großzügige Entwicklungsmöglich- leiten zu geben. Tie Entwicklung der Oelindustrie. Neben der Guinmiindustrie ist die O e l m ü h l e n i n d u st r i e das wichtigste Gewerbe in Harburg. Welche Bedeutung die Oel- mühleninduftrie für den deutschen Handel hat, geht schon daraus hervor, daß Oelsaatcn rund ll) Proz. des gesamten Hamburger Um- schlagverkehrs ausmachen. Im Jahre 1929 stand die Einsuhr von Oelsaaten an erster Stelle aller eingeführten Waren. Die Oelmühlen- industrie hat in Deutschland in den letzten Jahren eine sehr günstige Entwicklung genommen. Während diese in England von 1924 bis 1927 von 1349 000 Tonnen auf 813 000 Tonnen zurückging, stieg in Deutschland die Produktion in derselben Zeitspanne von 736 000 auf 1 937 000 Tonnen. Diese Entwicklung scheint noch nicht abgeschlossen zu sein, da der Bedarf an Orlen und Fetten aller Art noch einer Steigerung fähig ist: ganz besonders durch die immer größeren Umfang annehmende Verwendung des O e l k u ch e n s als Kraftfutter für das Bich. In der deutschen Oelmühlenindustrie steht Harburg an erster Stelle. Im Jahre 1913 betrug.die Harburger Oelproduktion bereits 40 Proz. der gesamten deutschen Produktion mit einem Jahres- Umschlag von etwa 230 Millionen Mark. Im Jahre 1927 waren es bereits über 30 Proz., so daß 5)arburg heute nicht nur die größte Oelinühlenindustric Deutschlands, sondern Europos hat. Tic Bcrwendung des QclkuchcnS. Oelkuchen sind die bei der Oelfabrikation gepreßten Rückstände aus den Oelsaaten. Sie haben außerordentlich großen Nährwert, sind das beste Kraftfutter für das Vieh und kommen cnt- weder in Form von Kuchen oder auch zerrieben als Schrot in den Handel. Der Verbrauch von Oelkuchen in den verschiedenen Ländern läßt interessante Schlüsse auf den Stand und den Fortschritt der Landwirtschast zu. Ein bezeichnendes Licht auf unsere deutsche Land- Wirtschaft wirst eine Gegenüberstellung des Verbrauchs von Oel- suchen in der deutschen und in der dänischen Landwirtschaft. Nach einer Statistik aus dem Jahre 1923/26 verfüttert der dänische Landwirt jährlich im Durchschnitt 636 Kilogramm Oelkuchen pro Rind. Der deutsche Landwirt verfüttert dagegen im Durchschnitt nur 80 Kilogramm jährlich. Welch hohe Bedeutung aber die Versütterung von Oelkuchen für die M i l ch e r z e u gp n g hat, geht daraus her- vor, daß der dänische Bauer jährlich eine Durchschnittsproduktion von 2900 Liter pro Jahr und Kuh erzielt. Wenn man ferner noch in Betracht zieht, daß die dänische Milch und die daraus erzeugte Butter besser als die deutschen Erzeugnisse sind, dann kommt einem die Ueberlegenheit der dänischen Landwirtschast, dje in diesem Falle auf den größeren Verbrauch von Oelkuchen zurückzuführen ist, so recht zum Bewußtsein. Der deutsche Landwirt schickt sein Vieh im Sommer auf die Weide und glaubt, daß das Meidefuttcr aus- reichend ist. Der dänische Landwirt hingegen verfüttert dos ganze Jahr hindurch Oelkuchen. In den Harburger Oelfabrike» sind daher auch während der Sommermonate die Oelkuchenläger gefüllt, die erst i m W i n t e r, Von E. Teßloff wenn der deutsche Landwirt wieder in größeren Mengen Kraftfutter verfüttert, geleert werden. In Anbetracht der Krise, in der sich die deutsche Landwirtschaft befindet und die auf die Dauer wohl nur durch eine Umstellung aus die sogenannte Edelproduktion beseitigt werden kann, sollten diese Zahlen zu denken geben. Wahrscheinlich ist die Ueberlegenheit der dänischen Landwirtschaft in diesem Falle, wie auch in fast allen anderen Fällen, aus die genossenschaftliche Organisation der dänischen Bauern zurückzuführen, die in Deutsch- land noch in den ersten Anfängen steckt. Gang durch eine» Betrieb. Die Firma B. u. M. gestattete uns, ihren Betrieb zu besichtigen. Etwa eine Stunde hatten wir für die Besichtigung des Betriebes vorgesehen. Annähernd drei Stunden sind wir treppauf und treppab gelaufen, durch große Hallen, riesige Maschinensäle, vorbei an laufenden Bändern und den wunderlichsten Maschinen und Ein- richtungen, die alle wie durch Geisterhände in Bewegung gesetzt waren— und hoben doch nur einen Teil des Betriebes gesehen, und diesen auch nur oberflächlich. Erst als wir todmüde aus dem Tor der Fabrik traten, hatten wir eine Vorstellung davon, was es heißt, nicht nur das modernste, sondern auch eines der leistungsfähigsten und der größten Oelwcrke gesehen zu hoben. 1000 Tonnen Oelsaaten werden täglich erarbeitet. Eintausend Tonnen?— Einen Begriff von der Menge bekommt man. wenn man sich vergegenwärtigt, daß das 100 Eisenbahnwoggans von je 10 Tonnen Rauminhalt sind. Zur Verarbeitung kommen zu 98 Proz. Erdnüsse, Sojabohnen, Palmkerne, Kökos und Leinsaat. Der Transport von Hamburg nach Harburg geschieht auf dem Wasserwege. Schute an Schute liegt vor dem Werk in endloser Folge an den Lagerschuppen, und ununterbrochen saugen die Eleva- toren die Oelsaaten, wie unersättlich, in den Bauch des Betriebes. Auffallend war, daß wir auf unserem Gang durch den großen Betrieb so wenig Menschen sahen. Es arbeiten bei B. U- M. etwa 1200 Mann, eine Zahl, die, gemessen an der Größe des Be- triebes, sehr niedrig ist. Die moderne Rationalisierung kommt einem vielleicht in keinem anderen Zweig der Industrie so deutlich zum Bewußtsein als gerode in der Oelindustrie. In dieser wohl wieder am stärksten bei B. u. M. Fast alle Arbeiten werden mit Moschinen verrichtet. An den automatischen Pressen stehen fast keine Arbeiter. Wenige Leute bedienen in den großen Sälen viele Pressen. Ununterbrochen rinnt das Oel, um automatisch zur Reinigung und Verarbeitung weitergeleitet zu werden. Durch die Transport- bändcr und laufenden Kräne, die aus den großen Hallen die Produkte bis in die Schiffskörper oder Eiscnbahnwaggons vcr- frachtcn, durch die restlose Mechanisierung des Betriebes ist der Be- darf an menschlicher Arbeitskrast außerordentlich gering. Nur in der Küferei wimmelt es von Menschen. Man ist geradezu erstaunt, wenn man aus den übrigen menschenleeren Räumen in diese Abteilung kommt. Es mutet beinahe wie ein Aus- schnitt aus der alten Handwerkerzeit an, wenn man sieht, wie bis auf ganz wenige Arbeiten alles durch Menschenhände, wie vor vielen Iahren, verrichtet wird. Die Reparatur der Holz- und Eisensässer spielt naturgemäß in der Oelindustrie eine große Rolle. Peinlichste Sauberkeit der Fässer ist für die Speise- wie auch für die technischen Ocle, wenn sie nicht unbrauchbar werden sollen, erforderlich. Die schwerste Arbeit muß an den hydraulischen Pressen geleistet werden. In großer Hitze schreibt die Maschine hier den Arbeitern, dje in Kolonnen von 6 bis 8 Leuten halbnackt arbeiten, ein Tempo vor, dos, wenn sie mitkommen wollen, sehr viel Uebung und große körperliche Anstrengung erfordert. Die Oelkuchen kommen so heiß aus den Pressen, daß nur gegen Hitze abgehärtete Hände mit denselben umgehen können. Man hat hier Werkstudenten be» schäftigt, die aber noch wenigen Tagen die Arbeit wieder aufgeben mußten, da ihre körperlichen Kräfte einfach nicht ausreichten. Alle Besürworter des Lohnobbaus und jene Leute, die sich so gerne über die Unzufriedenheit der Arbeiter entrüsten, müßte man an die hydraulischen Pressen stellen. Sie würden radikal Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnabbau fordern. f�crdzc aus Weif Vom?i.vbeilevttmalettp zum Funkleiler In New Dorf hat ein junger Arbeiter unter größten Opfern nach eigenen Plänen einige 5rurzwcllcnfende- und-Empfangs- opparaturen gebastelt, die von allen Fachleuten als geniale tcch- nifche Konstruktionen bezeichnet werden. Mit ganz wenig Geld bastelte dieser Arbeiter in einem kleinen Zimmer im Arbeiterviertel New Yorks sich nach und nach ein Funk- laboratorium zusammen, nächtelang nach schwerer Tagesarbeit sich abrackernd. Während des Zeppelinsluges war dieser Amateur der einzige in USA., der eine Funkverbindung mit dem Luftschiff hatte. Un- zählige LOK-Rufe hat er schon als erster empfangen, sofort weiter- gegeben und so vielen Menschen das Leben gerettet. Als während Byrds Aufenthalt am Südpol einmal jede Verbindung mit ihm unterbrochen war und die größten amerikanischen Sender macht- los in den Aether funkten, war es der junge Arbeiter, der als erster mit den billigsten selbstgebauten Apparaten die Verbindung mit Byrd bekam! Damals wollten die großen Ingenieure an das Wunder nicht glauben: der Arbeiter lud sie in seine„Funkstation ein, und die besten Fachleute der USA. standen ergriffen an den kleinen unscheinbaren Apparaten und hörten die Funkzeichen Byrds.... In diesen Tagen wurde der junge Arbeiter berühmt Die größten Zeitungskonzerne, deren millionenschwere Funkstationen versagt hatten, rissen sich um ihn. Schließlich wurde er der Funklciter einer großen Station. Ein großes prachtvolles Laboratorium steht dem Funkgcnie jetzt zur Verfügung. Wünschen wir dem jungen Arbeiter, der beim Be treten seines neuen Funkpalastes sagte:„Mein kleines Zimmer und das Arbeiterviertel vergeß ich nie!", eine Laufbahn wie dem jüngsten Funker der„Titonik", der heute Präsident des größten Radio- konzerns Amerikas ist! Ttas Wundeo Auf Funkausstellungen ist man immer bemüht, den staunenden Laien durch irgendein technisches Wunder zu verblüffe». Vor einiger Zeit veranstaltete eine konservative Zeitung in Kopenhagen eine kleine Funkausstellung, auf der ein künstlicher Radiomensch gezeigt wurde. Dieser künstliche Mensch, Mr. Robot genannt, sprach nicht nur das. was die Maschine in ihm abschnurrte, sondern beantwortete auch alle an ihn gerichteten Fragen. Tausende rannten zur Funkausstellung. Die Zeitung machte ein Bomben- geschäft. Mr. Robot war nie um eine Antwort verlegen! Schon be- gönnen ernste Wissenschaftler Kommentare zu schreiben, chohs und höchste Herrschaften unterhielten sich mit dem künstlichen Menschen, und mit dem amerikanischen Gesandten sprach der Robot sogar eng- lisch..., bis eines Tages ein Vertreter eines Konkurrenzblattes die Stimme Robots hörte und dachte:„Nanu, ist das nicht die Stimme des Kollegen K.?" Der Journalist stellte geheime Untersuchungen an und deckte dann den Schwindel auf. Im Bauche Mr. Robots waren ein Mikrophon und ein Lautsprecher untergebracht. Von beiden führten geheime Leitungen in einen gewissen Raum, ein— entschuldigen Sie— W. C! Dort saß Herr K., hörte die Fragen der hohen und höchsten Herrschaften ab und sprach durch ein anderes Mikrophon die Antworten für Mr. Robot. So endete dieses große„Wunder der elektrischen Wellen". Nach der Funkausstellung gab es großen Krach. Känigstreuc Kreise stellten fest, daß„Mr. Robot" auch mit dem König gesprochen hatte. Also hat ein konservativer Journalist aus einem ge- wissen Oertchen mit S. M. gesprochen!!! Wenn das keine Majestäts- beleidigung ist, dann gibt es keine Majestätsbelcidigungen mehr... Wiv hovlen... Am Verfassungstag der deutschen Republik konnte man mit Freude im Aether feststellen, daß auch ausländische Sender von diesem Tag Notiz nahmen. In England, Frankreich, Skandinavien, Holland und vielen anderen Ländern sprach man am 11. August über die Bedeutung dieses Tages für Deutschland. Der Riesen- aufmarsch der werktätigen Bevölkerung Berlins wurde auch an den Auslandssendern geschildert. Im dänischen Rundfunk wurde eine neue Verfügung der Regie- mng mitgeteilt, nach der Rundfunkempfänger nicht gepfändet werden dürfen! Die drahtlose Telephonie überbrückt immer größere Eni- fernungen. Ein Il>-Minuten-Gespräch führte man aus London mit einem englischen Schiff in den chinesischen Gewässern. Die Eni- sernung betrug 11 260 Kilometer! Einen außerordentlich interessanten Vortrag hielt ein Genosse im tschechischen Rundfunk über„Was verlangt der Arbeiter von seinem Sender". Für viele Funkintcndanten wäre dieser Vortrag eine gute Lehrstunde gewesen. Aus Brünn hörten wir einen sehr konstruktiven und inter- essanten Bericht in deutscher Sprache über den zionistisch- sozialistischen Ausbau in Palästina. Dieser Sender will jetzt öfters in Deutsch Berichte über Arbeiterleben in aller Welt verbreiten. Brünn ist sehr gut zu empfangen(Welle 341). Die amerikanische Regierung bedient sich in steigendem Maße des Rundfunks. Hoover sprach allein in der ersten Hälfte des Jahres 1931 vierzehnmal durch den Rundfunk. Jedes Mitglied seines Kabinetts mindestens einmal. Ceffenllicbc ttundtunkkonzevie Da der technische Apparat(Senderbau usw.) eines Ausbaus und .ner Erneuerung immer bedarf und große Summen verschlingt, ist man in allen Ländern gezwungen, am Programm selbst zu sparen. Man kann es sich denken, daß falsche Sparsamkeit oft das künst- lerische Niveau des Rundfunkprogramms herabdrückt. Bor allen Dingen aber bringen diese Sparerlasse im Funkprogramm soziale Härten mit sich. Seit der Geburt des Tonsilms ist der Rundfunk eine Hoffnung der vielen st e l l u n a s l o s c n Musiker. Bei diesen Arbeitslosen fängt man aber oft an zu sparen. So mußte zum Beispiel der englische Rundfunk einen großen Musikerstab kürz- lich entlassen. Ebenfalls durch Geldmangel sind viele Sendegesellschaften nicht mehr in der Lage, die wertvollen Kunstkräfte zur Mitarbeit hinzu- zuziehen. Aus diesem chronischen Geldmangel versuchen viele Rund- funkgesellschaften einen Ausweg zu finden. Einige s k a n d i n a- v i s ch c Sender, vor allen Dingen Kopenhagen, haben eine gute Abhilfe getroffen Der Rundfunk gewinnt dort die besten Musiker und veranstaltet mit ihnen öffentliche Radiokonzerte in großen Konzertsälen, wobei Eintrittskarten zu sehr billigen Preisen ver- kauft werden. Durch diese Einnahme kann man sonst sehr schwer bezahlbare Künstler für den Rundfunk gewinnen, indem man das Konzert gleichzeitig auf den Sender überträgt. Die Konzerte des Rundfunks sind immer stark besucht, und die Scndegesellschast hat es nicht nötig, die anderen Programmstunden mit Schallplatten zu füllen. Es sei noch gesagt, daß diese übertragenen Radiokonzerte in der akustischen Qualität nicht schlechter sind wie die aus dem Sendesaal. Im Gegenteil scheint der Kontakt mit dem Publikum die Kunstler noch anzuspornen. So wird dem Hörer das Beste ohne Sparopfer auf anderen Gebieten gegeben. Das Publikum selbst trägt kleine Opfer für das Niveau des Rundfunks und tut es gerne, da die Meisten Konzerte auch sehen wollen und deshalb die Ein- trittspreise zahlen. Den Nutzen davon haben Hunderttausende am Lautsprecher! So kann man die„Musikstars" bezahlen, ohne daß durch die Gage eines„Großen" hundert arbeitslose Musiker wachen- lang keine Arbeit bekommen! Nathan Gurdus. & Buch '.Hermann Rekten.„Glückliche Wenfcfieii" Der Romancier kann die Menschen zugleich von außen und von innen zeigen. In einer Art Montage verrüag er mit dem gesprochc- nen Wort den ganzen Gedanken- und Gefühlskomplex aufzudecken, aus dem die Worte stammen. Die Menschen werden in der Epik durchsichtig wie Glas, können es wenigstens werden. Dieses Problem der Gleichzeitigkeit versucht Herman Kesten in seinem Roman„Glückliche Menschen"(Verlag Gustav Kiepenheuer, Berlin) einer Lösung nahe zu bringen. Ein Satz sagt nicht das, was er sagen soll. Er sagt eher, was eine Situation und die bürgerliche Konvention erfordern. Die Wahr- heit liegt in den dahinterstehenden Gedanken. Durch diesen Bruch zwischen Sein und Schein werden Menschen und Vorgänge ent- pathetisiert. Sie schweben nur noch im labilen Gleichgewicht und immer am Rande der Lächerlichkeit. Ironie tritt an Stelle objektiver Gestaltung, eine Ironie, die entstehen muß, weil der Verfasser als kühler Konstrukteur weit über den dargestellten Tatsachen thront und ihre Mechanik aufweist. Kesten geht weiter. Er umspielt seine Menschen mit witzig-ironischen boshaften Arabesken, er pfropft diese als groteske Dekoration einem sachlichen Stil auf und deutet damit an, daß der Ernst nicht ernst genommen zu werden braucht. Manch- mal geht seine Freude an der geistreichen Formulierung ss weit, daß er ins Feuilletonistische abgleitet, und dieses feuilletonistische Mo- ment wirkt sich störend in der Gestaltung und Durchbildung der Menschen aus. Kesten will die Haltlosigkeit, das Entwurzeltsein des Klein- bürgers schildern und darüber hinaus des bürgerlichen Menschen. Die Begriffe, die Werte sind abgenutzt. Man schlägt sich mit Ge- spenstern herum und durchschaut auch in lichten Augenblicken diese Tatsache. Bei günstiger Gelegenheit fällt man um und wischt den Firniß ab. Immer ist man bereit, die alten Götter zu verbrennen. Kesten demonstriert das Thema an einem Einzelfall, der nicht symptomatische Bedeutung erhält. Er isoliert gewissermaßen die Personen und sieht sie nicht im Zusammenhang mit der Gesamtheit, er gestaltet einen individuellen Fall, der aber mehr sein soll. Und die Menschen selbst werden nur im Hinblick auf ihre Lächerlichkeit durchröntgt. Sie wirken hin und wieder wie gedank- liche Konstruktionen, sie sind auf die Idee des Buches stilisiert, Abbreviaturen der Wirklichkeit. Ihnen fehlt die Fülle. Doch gerade auf die Fülle, auf die Lebensnähe kommt es an, besonders bei diesem Thema. Irelix Scherret. Paul Sipper: SreundfchaU mit RafaciO Es wird viele Menschen, namentlich weiblichen Geschlechts, geben, die über dies Buch mit seinen 32 wundervollen Bildern entzückt sein werden. Und dann natürlich auch über den Text. Alle *) Bilder von Hedda Walther, Verlag Dietrich Renner/ Ernst Vohsen, Berlin. S,S0 Mark. Achtung--- das ist eine Leistung, die Katze zum literarischen Gegenstand zu machen.„Das Katerchen schnurrt zum erstenmal" heißt es am IS. März.„Es klingt komisch, wie wenn ein Stopf-Ei von einer Seite aus die andere torkelt." Jawohl, das Stopf-Ei, das Stopf-Ei.„Im Herbst, da der Wiener Wald seuerfarben leuchtete, hielt ich in der Schönbrunncr Menagerie eine Falbkatze an meiner Brust, spürte die Vollkommenheit jenes Lebewesens, dessen Geschlecht schon zur Pharaonenzeit uralt und ewig war.. Lieber Herr Eipper: vor vielen Iahren sagte man dazu: süß und wundervoll! Heute ist man sprachlos! Ommel. Ferdinand lllaUister:„Clodia" Ferdinand Mainzer unternimmt es in einem bei Klink- Hardt u. Biermann erschienenen Werk:„Clodia, Politik und Liebe auf dem Palatin", ein Kulturbild des alten Rom aus seiner auf- regendsten und wirbelndsten Epoche zu zeichnen, jene dreieinhalb Jahrzehnte zwischen 67 und 43 vor Christus zu verlebendigen, die überaus reich waren an Persönlichkeiten und Geschehen. Der Nicht- Historiker vermag nicht zu entscheiden, inwieweit Mainzer, der als Quellenmaterial vornehmlich des Cicero Privatbriefe an seinen Freund Atticus und die Gedichte Catulls benutzt, in wissenschaftlicher Hinsicht gewissenhast genug ist, und der Soziologe mag bedauern, daß das Leben der unteren Schichten und darüber hinaus die Be- Ziehungen der Klassen zueinander überhaupt zugunsten des Konterfeis der repräsentativen Akteure etwas zu kurz kommen: unterhalt- sam und förderlich bleibt es dennoch, von alter Historie den Schul- staub weggefegt und das, was vor 2999 Jahren geschah, unter der Perspektive seiner Parallelität mit dem Heute gezeigt zu bekommen, wobei zu rühmen bleibt, daß Mainzer einen naheliegenden Fehler vermeidet und heutige Schlag- und Kraftworte nicht allzu robust auf Vergangenes anwendet. Die großen Männer von damals treten plastisch hervor: Cicero, der feingeistige Kulturmensch und grundgescheitc, voll köstlicher Infamien steckende Jurist, dem jedoch zum Politiker der gesunde Riecher für reale Machtverhältnisse und die draufgängerische Brutalität fehlte, Caesar, der geniale Hasardeur, der immer sehr genau wußte, was er wollte und dabei kaum weniger als Cicero ein Aesthet und Freund der Künste war, P o m p e i u s, der große Generalstäbler und scheue, unbeholfene Zivilist, C r a s s u s, der Finanzier, C a t o, der würdige, llbcrzeugungsstarke, charakter- gewaltige, aber: im bildlichen Sinne, etwas vollbärtige Republi- kaner, C a t i l i n a, der arrogante Abenteurer... Nebenher erfährt man eine Menge interessanter Kleinigkeiten: daß Universitäten im alten Rom nicht existierten und daß die Beamtenlaufbahn nur über die gute Bekanntschaft mit einem schon im Amt Befindlichen führte, daß es die Einrichtung des Staatsanwalts nicht gab, daß der Begriff der Beleidigungsklage unbekannt war, daß, etwa im Kreise Ciceros, sehr skeptisch über die Götter gedacht wurde.■' r; N'cht zu Recht ist das Buch nach Clodia genannt, einer schönen und lüsternen Frau dus dem hochäristokratischen Geschlecht der Claudier, der Verursachcrin mancher Gesellschaftsskandale, die uns aber weniger zu packen vermag als die männlichen Repräsentanten des alten Rom. Hsnx Bauer. RätseI=Ecke des„Abend" (latuiiiiiuiuniiitiiitniiiiiiiiiiiriw/iihiiiinuiiimiHKiuuiiiuuiimuuuiuiuiiuiuiinuuiaui Silbenrätsel Aus den Silben a band burgh da de dil din e e en erd flu gie gen Hund, i in in jew ko kro tun las le le mund ner ncw no rhi ros sal sam see sen tur ven ver wan york za ze sind 15 Wärter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide Reihen von oben nach unten gelesen, ein Zitat aus Schillers„Fiesko" ergeben.— Die Wörter bedeuten: 1. Fußbekleidung: 2. Exotisches Flußtier: 3. Vor- kämpfer des Proletariats: 4. Nordpolforscher: 5. Organisation: 6. Schulfach; 7. Dickhäuter: 8. Stadt in Schottland: 9. Krankheit: 19. Russischer Männername: 11. Flossenfüßer: 12. Russischer Dichter: 13. Tatkraft: 14. Aufnahme eines Warenlagers: 15. Weltstadt. K. LI. Kapselrätsel Aus den Wärtern Liebesmahl, Schlachterei, Eddasage, Land- volk, Rücksicht, Beschauer, Nachmittag, Antwort, Vorteile. Unlust. Luftfahrt sind je drei, aus dem letzten Wort zwei aufeinanderfolgende Buchstaben zu entnehmen, die aneinandergereiht«in Zitat von Goethe ergeben(ch— ein Buchstabe).— kr.— lumiuuwiuumiuiiimuiiuonumniuuiiuuiiit Kreuzworträtsel Waagerecht: 1. Stadt in Thüringen: 4. Vereinigung: 7. Schlachtvrt: 9. Fluß in Deutschland; 19. Komposition; 12. Sport- gerät; 14. Nebenfluß der Drau; 16. Sammelmappe: 18. Stadt am Vrennerpah: 19. männl. Vorname: 29. Fisch: 21. Artikel; 22. Ratten- art; 24. Schicksal: 25. Vogel; 26. Stammvater; 28. weibl. Vorname; 39. Stadt in Italien; 31. weibl. Vorname: 32. deutscher Techniker und Erfinder; 33. engl. Titel.— Senkrecht: 1. Vogel; 2. weibl. Vorname: 3. Fisch: 4. männl. Vorname: 5. weibl. Vorname: 6. weibl. Vorname: 8. Wüstenwind: 11. Getränk; 13. Raubtier; 15. Dichtung von Homer; 17. Windstoß: 18. tierischer Leichnam; 29. Ge- treideart; 21. Blütenstand: 22. Meeresbucht; 23. Maß: 24. Teil des Baumes: 25. Getränk: 27. Gestirn; 28. Nebenfluß des Neckar: 29. Schöpfung. Rösselsprung ha. Der Rösselsprung ergibt einen Ausspruch von Ferdinand Lassall«. Auflösungen in der nächsten Rätselecke. Auflösungen der letzten Rätselecke Silbenrätsel: 1. Wismut: 2. Eunuch: 3- Ramsgatc; 4. Zllakulatur; 5. Ilmenau; 6. Tendenz: 7. Dividend«: 8. Entenei: 9. Alakronen; 19. Landaulet: 11 Emblem: 12. Laltrum: 13. Eldo- robo; 14. Nautik: 15. Sergeant; 16. Pantossel; 17. Zrene.—„Wer mit dem Leben spielt, kommt nie zurecht" Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Most: 4. Kate: 8. Sole; 9. dürr: 11. so: 12. mi; 14. er; 15. As: 17. Udo: 19. Laban: 22. Spa: 23. Habe: 25. roh: 26. Pisa: 27. Boa; 29. Raa; 31 Bei; 32. Ase; 34. neu: 36. Ast; 38. Unke: 41. Lid: 43. Eile: 46. Gig; 47. Eklat: 49. Nab: 59. EK: 51. Ob; 52. el; 54. Be; 55. Erde: 57. Loge: 59. Aera; 69. Elbe.— Senkrecht: 1. Mo; 2. Olm: 3. Seil: 5. Aden; 6. Tür; 7. er: 8. Soda: 19. Raps; 11. Suhl: 13. Abo; 16. Saar� 18 Ob: 29. Ära: 21. Ahr; 22. si: 24. Ebene; 26. Paste; 28. Oie� 39. Aas: 33. Fuge; 35. Ulk; 36. Ada: 37. Rebe; 39. Nike; 49. Kg: 42. Jlg: 44. in; 45. Labe; 47. Eber; 48. Tell: 51. Ode; 53. Lob; 56. Ra; 58. Ge. Spiralenrätsel. Waagerecht: 2. Tee; 3. Toul; 5. Ebert: 6. Helene; 8. Hanteln: 9. Norwegen; 11. Pirmasens: 12. Leverkusen: 14. Niederlande: 15. Telegraph!«.— Senkrecht: 1. Ei; 2. Tat: 4. Tell; 5. Erich: 7. Nineve; 8. Hermann; 19. Sollmann; 11. Pantoffel; 13. Einsiedeln: 14. Nationalrat. Rösselsprung: Die Philosophen haben die Welt nur ver- schieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern. -ARBEiTEH Pankow gegen Normannia 0; 0 Daß die Wochentagsspiele in den Sommermonaten stets einen besonderen propagandistischen Wert haben, betonten wir an dieser Stelle schon einmal. Wenn sich dann noch so fair« und ruhige Mann- schaften gegenüberstehen, wie gestern Normannia und Pankow, dann gewinnen diese Spiele ganz besonders. Leider litt das Spiel in der zweiten Hälfte unter dem feinen Regen, der den Spielern vielfach die Sicht nahm. Während die Pankower vor der Pause leicht überlegen spielten, beherrschten die Normannen die zweite Halbzeit vollkommen. Trotzdem gelang es keiner Mannschaft, den gegne- rischen Torwart zu bezwingen, da beide Hintermannschaften äußerst aufmerksam spielten. Erst kurz vor Schluß sah es aus, als sollten die Pankower durch Glück gewinnen. Schon glaubte alles, selbst die Lichtenberger, daß der Ball im Netz liege, da gab der Mittelstürmer Pankows noch einmal nach Rechtsaußen ab und die Gefahr war be- scitigt. Der Rechtsaußen schoß nämlich haushoch darüber. Mit l): 0 wurde ein schöner Kampf beendet. 4- Dadurch, daß Adler 0 8 der Abteilung K der Kreisklasse zugeteilt wurde, müssen die Pankower alle Spiele der Frühjahrsrunde nachholen. Aus diesem Grunde findet am Sonntag bereits das erste Spiel statt. Auf dem Sportplatz in der Kisfingenstrahe in Pankow werden sich Adler l> 8 und Eiche-Köpenick das erste Stell- dichein geben. Die Köpenicker zählen zu den spielstärksten Mann- schaften der B-Gruppe. Hier werden die Adler beweisen können, daß sie es oerdienen, in der Kreisklasse mitzuwirken. Von Adler wird uns noch mitgeteilt, daß die Meldung eines kommunistischen Spätnachmittagsblattes, Adler wäre wieder zu den sogenannten Ein- heitssportlern zurückgekehrt, auf Unwahrheit beruhe. Lediglich einige Spieler der vierten Männermannschaft und der Jugend- Mannschaften haben sich abgesplittert. Der große übrige Teil steht weiterhin fest zum Arbeiter-Turn- und Sportbund. Adler wird am kommenden Sonntag sogar mit drei Männermann- schaften gegen die Köpenicker antreten, so daß schon deshalb an dem Gerücht nichts Wahres sein kann. Neuer Verein in Lichienberg Immer mehr macht sich die Notwendigkeit bemerkbar, daß im Bezirk Lichtenberg ein weiterer Verein bestehen muß. Aus diesem Grunde findet morgen, Donnerstag, 20 Uhr, im S p o r t- Haus Ost, Normannenstraße, eine Zusammenkunst von Jnter- essenten statt, die noch nicht Mitglied eines bundestreuen Fußball- Vereins sind. An die Partei-, Gewerkschäfts- und SAJ.-Mitglieder ergeht deshalb die Aufforderung, zu dieser Zusammenkunft zu erscheinen. Arbeiter-Tennis Fortgang der Kreisscric Bei den letzten Serienspielen der Berliner Arbeiter-Tennis- sportler fanden die wichtigsten Treffen in der.�.-Gruppe für Männer statt, da die l«Nten Entscheidungen über die endgültige Führung fielen. Die Spitzenmannschaften liegen sehr dicht bei- einander, wesentliche Unterschied« in der Spielstärke sind nicht vor- Händen. In der Männer-.�-Gruppe stellt, wie im vergangenen Jahre, Tennis-Rot-Friedrichshain die� Spitzenmannschaft mit 63: 27 Punkten, nur einen Punkt zurück mit 62: 28 Punkten liegt chie Pereinsmannschast der FTGB.-Wedding. Die Treffen in der A-Gruppc hatten folgende Ergebnisse: Tennis-Rot-Friedrichshain gegen Tennis-Rot-Lichtenberg 14: 4, Tennis-Rot-Neukölln gegen Tennis-Rot-Gefundbrunnen 12: 6, FTGB. gegen FT.-Spandau 18: 6. Wenn FT.-Spandau in dem noch ausstehenden Treffen gegen Tennis-Rot-Lichtenberg nicht Punkte sammelt, muß sich dieser Verein mit dem Tabellenschluß begnügen. Leicht überlegen schlug in der B- G r u p p e für Männer Tennis- Rot-Köpenick die Mannschaft der FTGB. mit 10: 8. In der Männer-L-Gruppe fertigte FT.-Spandau überlegen Tennis- Rot-Friedrichshein mit 12: 6 ab. In der A-Gruppe für Frauen gab es ein« Ueberrafchung, Tennis-Rot-Köpenick schlug ganz überlegen FT.-Spandau mit 15: 3. Die Führung in der B-Gruppe für Frauen dürfte endgültig an Tennis-Rot-Lichten- berg gefallen sein, denn sie schlugen ihren Gegner Tennis-Rot- Friedrichshain mit 11: 7. Am kommenden Sonntag findet mir ein Serientreffen statt, FT.-Spandau spielt gegen FTGB. um 9 Uhr in den Rehbergen in der A-Gruppe für Frauen. Dieses Treffen wird darüber entscheiden, ob die gute Mannschaft der FTGB. an die zweite oder dritte Stelle in der Kreisserie rücken wird. Die Herbstprüfungen der Arbciter-Leidilathleten Wenn sich die sommerliche Sportsaison ihrem Ende nähert, stehen die A r b e i t e r l« i ch t a t h l e t e n noch einmal vor schweren Prüfungen. So veranstaltet das Kartell W e d�d i n g am 13. September im Stadion Rehberge ein großes Sportsest, zu dem jetzt die Ausschreibung erfolgt ist. Sie sieht vor: 13.45 Uhr Antreten aller Teilnehmer vor dem Sporthaus, Ein- marsch und Aufftellung im Stadioninnenraum, Ansprache, allge- meine Gymnastik. 14.15 Uhr bis 16.46 leichtathletische Wettkämpfe. Männer-Dreikampf: 266 Meter, Weitsprung und Kogelstoßen. Jugend-Dreikampf: 166 Meter, Weitsprung und Speerwerfen. Frauen» und Jungmädchen-Dreikampf: 166 Meter, Hochsprung und Diskuswerfen. Einzelkämpfe: Männer 1566 Meter, Jugend 866 Meter, Frauen Weitspringen. Frauen über 2b Jahre, Dreikamps: 66 Meter. Weitsprung aus dem Stand und Medizinballwerfen. Männer über 36 Jahre, Dreikampf: 56 Meter, Hochsprung und Kugelstoßen. Kinder-Dreikampf: 75 Meter, Weitsprung und Medizin- ballwerfen. 16.26 bis 16.46 Uhr Stafetten. Kinder, Frauen über 25 Jahre und Männer über 36 Jahre 8x56 Meter: Männer und Jugend 4X166 Meter und Schwedenftaffel(466, 366, 266. 166); Frauen 4X166 Meter und Kleine Olympische(266, 66, 56, 166>. 14.16 bis 16.46 Uhr im Jnnenraum Sondervorfllhrungen aller Organisationen(Radfahrer. Athleten, Touristen, Geräteturner, Frauen- und Kindervorführungen). 14.15 bis 18.36 Uhr Faustball-, Handball-, Fußball- und Hockeyspiele. Große Spielwiese. Endspiele im Stadion. 16.45 bis 17.15 Uhr Hockey: ASB.-Wedding gegen Moabit. 17.15 bis 18 Uhr Fußball: Borwärts-Wedding gegen BSC.-Hansa. 18 bis 18.36 Uhr Handball: Volkssport Wedding gegen Rndf. Auf den Tennisplätzen: Kreisoffenes Tennisturnier. Meldungen zu den Wettkämpfen, Stafetten und Sondervorführungen bis 27. August an H. Holze, N. 65. Dubliner Straße 14. Tel.: v 6 6677. Für zehn Wettkämpfer ist ein Kampf- richter mitzumelden, sonst keine Teilnahmeberechtigung. Für Teil- nehmer und Zuschauer Programm 16 Pf. Weitere Auskunft durch die Geschäftsstelle: Karl Müller. N. 65, Reinickendorfer Str. 47. Alljährlich zum Ende der Saison treten die Leichtathleten der Arbeitersportler mit einem Mannschastswett- k a w p f an die Oeffentlichkeit. In diesem Jahre werden die Kämpf« für Männer, Frauen und Jugend getrennt durchgeführt. Die Mann- schaften der Männer treffen Sonntag, 36. August, auf dem Tier- gartens portplatz zusammen. Die Organisation liegt wieder beim SV. Moabit. Nachstehend die Ausschreibung: Männer Klasse A; Zwölfkampf: 166 Meter, 466 Meter, 866 Meter, 3666 Meter, 66 Meter Hürdenlaufen, Kugelstoßen, Dis- kuswerfen, Speerwerfen, Hoch-, Weit-, Stabhochsprung, 16x166 Meter. K l a s s e B: Zehnkampf. IM Meter, 3666 Meter, 66 Meter Hürden, Weit-Stabhochfprung, Kugel, Diskus, Speer, 4X166 Meter olympische Stafette. Klasse C: Achtkampf. 166 Meter, 1566 Meter, Hoch-Weitsprung, Kugel, Speer, 4X166 Meter Schweden- stafette. Aeltere Sportler: Fünfkampf. 166 Meter, Weit- sprung, Diskus, Kugel, 4x166 Meter. Meldungen müssen namentlich(auch Stafettenläuser) bis zum 19. August an Wilhelm Schuler, NW 21, Alt-Moabit 93, erfolgen. Lm vernünftiger Gedanke Keine Führerscheine für Motorboote Wie die Wasserstraßenverwaltung im Verkehrsnimisterium mit- teilt, hat sie den Plan, Führerscheine für Motorboot- fahrer einzuführen, fallengelassen. Damit ist hoffentlich für immer ein Kampf beendet, den die Wasserstraßenverwaltung mit den Wassersportverbänden austrug. Die Verbände vertraten dabei den einzig möglichen Standpunkt, daß der Verkehr auf dem Wasser doch nicht dem Verkehr in der Stadt oder auf den Landstraßen gleichzusetzen ist. Es konnte von den Wassersportverbänden nicht bestritten werden, daß es Motor- bootfahrer gibt, die die unter allen Umständen zu fordernde Rück- ficht auf andere Wassersportler uüd auf die Berufsschisfahrt ver- missen lassen: deshalb versprechen die Verbände auch, aus ihre Mit- glieder in der angegebenen Richtung erzieherisch einzu- wirken. Die Verbände haben das inzwischen mit allem Nachdruck getan und sind dabei soweit gegange», daß sie für ihre Mitglieder Führerprüfungen einrichteten, nach deren Bestehen Führer- scheine ausgestellt werden. Selbst die Einwirkung auf die unorgani- sierten Motorbootfahrer haben sich die Wassersportverbände ange- legen sein lassen, indem sie in der„W a s s e r w a ch t" eine Organi- sation schufen, die auf dem Wasser belehrend und unfalloerhütend wirkt. Daß sich insbesondere bei dem sonntäglichen Verkehr aus den Flußläufen immer noch räudige Schafe finden, die wild drauflos- fahren und andere gefährden, muß leider zugegeben werden, wird aber auch durch amtliche Führerprüfungen und Führerscheine nicht geändert werden können. Das beweisen ja auch die Unfälle im Automobilbetrieb. Diese Sünder wider die Verkehrssicherheit zu einem anständigen Betragen auf dem Wasser zu erziehen, wird weiter die Aufgabe der Wasserwacht der Wasserpolizei und darüber hinaus jedes anständigen Wassersportlers sein. Mit der Absage der Wasserstraßenverwaltung an den Führer- schein für Motorbootsahrer ist hoffenlich auch die Absicht der Be- Hörde, für alle Sportboote einen Nummernzwang einzuführen, zu Grabe getragen. Koininunistisdie Radaubrüder bei anstandigen Naturfreunden Die Kommunisten haben wieder einmal Anlaß genommen, sich in ihrem Platt'„Rot S p o r t" über die„reaktionären" Natur- freund e aufzuregen. Es ist ihnen immer. unangenehm, wenn man ihnen etwas derbe auß die Finger klopft. Da es bei den kommunistischen Geländetretern ziemlich trübe aussieht und man keine neuen Kräfte für sich zu gewinnen vermag, versucht man es nun auf andere Weife, an die„Massen" heranzukommen. So konnte in den letzten Wochen schon oft bemerkt werden, daß Anbiederungen an die bundestreue Arbeiter- sportlerschaft versucht wurden. Vor allem geschah das auf den Naturfreundegelände n. Ein besonderes Fahrtenziel für die Fichte-Leute war dabei das jüngst im„Abend" erwähnte schöne Gelände der Naturfreunde am H e i d e s e e bei Gräbendors. Nach„Rot Sport" wollte man dort natürlich„nur ruhig das Wochenende verleben" und etwas„mit sozialdemokratischen Arbeitern diskutieren", wie es immer so schön und harmlos genannt wird. Wir kennen diese Diskussionen: in Leipzig z. B. wurde eine solche „Diskussion" von den Kommunisten mit dem Messer geführt und ein junger Sozialdemokrat getötet. Am Heidesee»rächten sich die Fichte- Leute ziemlich breit und suchten sich Rechte anzumaßen, die ganz offensichtlich den Zweck hatten, nach und nach Naturfreunde wie Ardeiterjugend und andere uns befreundete Organisationen von dort zu vergraulen. Darauf gilt es in nächster Zeit mehr und mehr zu achten, denn auch an anderen Stellen wird so etwas versucht. Die Naturfreunde haben am Heidesec dem Treiben der„linken" Volts- entscheidsfreunde energisch Halt geboten. Jetzt wimmern 'Aa. n. Eine mutige Redeübung beim Polizeüporlfest die Getroffenen, denn sie sind wieder mal einer Agitationsbasis be- raubt. Man sollte solchen Leuten überall die gleiche Antwort geben. Wer Gastfreundschaft mißbraucht, muß sich unangenehme Folgen selbst zuschreiben. Besser ist es allerdings, unsere Arbeitersportler und Naturfreunde üben gegenüber solchen berufsmäßigen Stören- frieden erst gar keine Gastfreundschaft. Einen tragischen Ausgang nahm für den Genossen Oskar L e s ch e n z des Bezirkstreffen in Wildau am Sonntag. I., der 22 Jahre lang der Freien Turnerschaft Britz 88 angehörte und ihr stets, zuletzt als Jugendleiter, treu diente, verunglückte auf der Fahrt nach Wildau dadurch, daß cr mit dem Rade stürzte. Den erlittenen Verletzungen ist er alsbald erlegen. Die Beerdigung findet am Freitag, 21. August, 15.36 Uhr, auf dem Gemeindefriedhof in Britz statt. Raturfreundetresfen in Luckenwalde. Für das am 5. und 6. September in Luckenwalde stattfindende Naturfreundetressen sind nunmehr alle Vorbereitungen getroffen. Die Anmeldungen der Teilnehmerziffern aus den einzelnen Gruppen der Naturfreunde und aus anderen Organisationen müssen jetzt umgehend an Adolf Lau, Berlin O. 34, Warschauer Straße 76, 1 Treppe, eingereicht werden. Weitere Mitteilungen ergehen dann noch. Der Derein für Hindernisrennen bringt am Donnerstag in Karlshorst wieder ein interessantes Programm zur Abwicklung, dessen Höhepunkt das Matadorenjagdrennen bildet. Die neue Radrennbahn in Königsberg wurde in Gegenwart von 4666 Zuschauern eröffnet. Das Halbstunden-Mannschaftsrennen ge- wannen die Einheimischen Bahr-Krell mit 23 Punkten gegen Erdmannski-Willutziki mit 17 und Gerlach-Eisermann mit 16 Punkten. Aus der Industrie Die Rüsselsheimer Automobilwerke Opel haben nach dem l,8» Liter-Wagen, der als Personenwagen mittlerer Stärke einen großen Verkaufserfolg hatte, jetzt einen neuen Kleinwagen herausgebracht, der den allerbesten Eindruck macht. Der Motor ist etwas stärker als der in den bisherigen Kleinwagen verwendete: er hat 1,2 Liter Hubvolumen und leistet 22 Das Dreiganggetriebe der kleinen viersitzigen Limousine schaltet sich völlig geräuschlos und ohne Kraft- aufwand. Die Steuerung ist handlich und unglaublich leicht zu be- dienen. Das Aeußere zeigt alle Merkmale eines hochwertigen Kraft- wagens. Besonders überrascht die zweckmäßige und schnittige Form und die auffallend gut gewählte Proportion aller Linien und Flächen. Zum Aufbau der Karosserie wurde besonderes Hartholz, mit starkem Stahlblech verkleidet, gewählt. Der Preis bewegt sich um 2766 M. herum.___ Freie Faltbootsahrer Berlin,«. B. gusammenvinftc Doimcrstag, 20. 2lu»uft, 30 Uhr. Gruppe Norden: Jugendheim Brunnenplntz. Schön ftedytroße, Frih, Neulcr-Abend.— Gruppe Nordosten: Restaurant Schädel, Prenzlauer Allee S3, Antilricqsabcnd. Musik, Ansprache, Reziladionen.— Gruppe Sstdosten: „Schleslsän! Heimat", Neue Friedrichstr. 1(Waisenbrilckel, gahrtcnbcrichte. Gäste wiMommen.— Handballspieler treffe» sich Mittwochs ab 1« Uhr Huniboldthain zweck» Trainina. Fuhballabteilung der FT. Wilmersdorf. Die Sitningen finde» jetzt greitags 2014 Uhr bot Wolter, Westfälische Ecke Schweidiritzer Straße, statt. Die Zugend. Mannschaften tagen Mittwoch» 30 Uhr im Jugendheim Wilhelinsauc 120. Fust, dallinteressenten können sich in den Sitzungen melden. FTSB., Bezirk Nordost. Donnerstag, 20. August, 20 Uhr, Funitionärsitzunz bei Bieberstein, Dairziger Str. 4«. Ruder, und Kanuverrin tS24, e. B. Bootshaus: Rahnsdorf, Milagclwcrdcr, Monatmersammlung Mittwoch, 10. August, ISstz Uhr, Sportshau». Dirckjen» straße 1. Ausnahme neuer Mitglieder, da noch einige Bvotsstände frei. »Solidarität", Ztrastsahrcr. Touren für Sonntag, 30. August. Abt. Fhied- richshain: gippelsvörd.'. Start 6 Uhr Landsberger Platz.— Abt. Zlorden: Gr. Döllnfec, Start 6 und 0 Uhr Eeestr. 03.— Abt. Eharlottenburg: Polnischer See .tTricsackl, Start 7 Uhr Wilmersdorfcr Str. 2l.— Abt. Lichtenberg:..Dolgensee hei Storkow, Start ö Uhr Oder. Ecke ginpwstraße.— Abt. Pankow: Wolziger See, Start 7 Uhr Pankow, Berliner Str. 83.— Abt. Tempelhof-Mariendorf: Aldcheudorf und zmn Volksfest nach Großbecren, Start 7 Uhr Surfilrsten. Ecke Schlltzenstraße.— Abt. Oberschönewerde: Rangsdorfer See, Start 0 Ulir Wilhelmiitenhofstr. 04.— Bersammlungen. Abt. Eharlottenburg: 20. August, 20»ihr, bei Reimer, Wilmersdorser Str. 2l.— Abt. Wilmersdorf: 2l. August, 30 Uhr, bei Rosienan, Warziner Ecke Laubachcr Straße. Rückschau. „Berlin, die Stadt der Fremde» kolanien* schilderte Ludwig Spitzer im Progronim der Funkstunbe. Sein Vortrag wurde wegen der Festspielübertragung aus Bayreuth etwas gekürzt, so daß der ein wenig fragmentarische Bericht wohl auf diesen Umstanld zurückzuführen war. Spitzer sprach mir von de» größten Ausländergruppen in unserer Hauptstadt, auf die allerdings das Wort Kolonie keinesfalls immer zutrifft. Nach den Ausfiihrun- gen des Vortragenden haben sich eigentlich nur die Zlmerikaner und di« Russen zu festen Kolonien zusammengeschlossen. Die Amerikaner� meist begütert« Geschäftsleute, die in Berlin ansässig geworden sind, besitzen ihre eigene» Vereinigungen und Klubs, ebenfalls die Russen, die sich natürlich scharf in Sowjetrussen und in Emigranten scheiden. Etwa 1666 Angehörige der Sowjetunion, meist Beamte ihres Staates, leben in Berlin: außerdem aber etwa 26 606 russische Emigranten. Ungefähr ebenso viele Oesterreicher haben sich bei uns angesiedelt, die aber selbstverständlich nicht als„Fremde" zu be- trachten find. Erfreulich war es zu hören, daß die französischen ebenso wie di« englischen Staatsbürger sich in Berlin so heimisch fühlen, daß bei ihnen überhaupt nicht das Bedürfnis nach größeren eigenen Klubs entstand. Dagegen gibt es die Deutsch-Fmnzösische Gesellschaft, die an der Verständigung zwischen den beiden Völkern arbeitet, und die' in ihren Dienst auch eine eigene Zeitschrist gestellt hat. Tes. Mittwoch, 19. August. Berlin. 1(j.05 Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30. Rudolf Habetin liest neue Gedichte. 16.50 Doktor Uebcrall erzählt. 17.10 Kinder-, Wander- und StiiUentenliedcr 18.00 Bücherstunde: Frauen-Schicksale.(Am Mikrophon: Paula KursaB.) 18.30 Die Psychologie und der Kaufmann(Dr. Otto Lipniann und Alfred Klotz),, 15.00 Alte deutsche Meister. 1. Krieger: Toccata und Fuga. 2. Froberger� Suite„Auff die Maycrin14. 3. Pachelbcl: Zwei Fugen(Magnificat). 4. Suite über einen Choral. 5. Variationen über das Lied„Laßt uns das Kindlein wiegen"(mit Imitationen: Kuckuck)(Fr. Xav. Mursclw hauscr). 6. Kuhnau: Das Begräbnis Israelis, 7. J. C. F. Fischer� Passacaglia(Anna Linde, Cembalo). IL 30 Wovon man spricht. 20.00 Tangabend. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Königswusterhausen. 16.00 Hamburg: Konzert. 17.00 Prof. Käthe Feuerstack: Unsere iungen Volksschullcbrerinnen. 17.30 Das ge�tige Erbe in der Musik.(Dr. Marie Luise Hiller, Theophil Demetrlescu.) 18.00 Kappstein: Biblische Typen in Jerusalem. 18.30 Schwering: Die politischen Parteien in der Karikatur. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Min.-Rat Falkenberg: Die internationale Beamtenbewegung. 10.20 Karl Foerster: Die öartenblume des Monats. .19.40 Dr. Hans Traub: Querschnitt durch deutsche Zeitschriften.' 22.00 Räuscher: Politische Zeitungsschau._,, J Systematische Hetze. „Die SPD. ist schuld." Seit dem kommunistischen Volksentscheidfiasko, das weit weniger in dem Abstimmungsergebnis besteht als in der chilfsstellung für die Reaktion, ist die KPD.-Presse ganz besonders eifrig bestrebt, die Sozialdemokratische Partei herunterzureißen, um die üble Rolle der 5tPD. beim Volksentscheid zu vertuschen. Es gewährt einen beson- deren Reiz, einen um den anderen Tag zu lesen, woran nun wieder die SPD. schuld sein soll. Als die Tariferhöhung der Berliner Verkehrsgesellschaft bekannt wurde, stand„die SPD. an der Spitze des Tarifwucher s". Heute erzählt das in Magdeburg gedruckte„Rote-Fahno"-Ersatz- blatt„Tribüne",„die sozialdemokratische Gemeinde- bürokratie" sei es, die den Gemeindearbeitern ihre Löhne kürzen wolle. Weil die Notverordnung dabei nicht wegzulügen ist, und selbst die Redakteure der KPD.-Presse nicht so dick schwindeln können, daß die SPD. die Notoerordnung gemacht habe, kamen sie auf folgenden Dreh: „In der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion sitzen einige Dutzend Gewerkschaftsführer des ADGB. Diese Führer der sozial- demokratischen Lohnabbaugewerkschaften waren treibend bei der Durchführung der Notoerordnungspolitik der Briininq-Reqierunq. Also:„Die SPD. ist schuld." „Die SPD. ist schuld" auch daran, daß den früheren Offizieren des alten Heeres Pensionen gezahlt werden. Die SPD.-Führer seien damit einverstanden, daß diese Pensionen um keinen Pfennig gekürzt werden,„weil sie ja an den Pensionen höchst persönlich interessiert sind". Diese nichtsnutzige Unterstellung wird den Lesern der „revolutionären" Presse in folgender Garnierung genießbar zu machen versucht: „Gibt es doch einen ganzen Hecresstab von sozialdemorkatischen Pensionsbeziehern und-anwärtern, die größtenteils auch ohne ihre Pensionen schwerreiche Leute sind." Und diese Hetze tagtäglich, in den verschiedensten Aus- machungen in jeder Spalte, auf mehreren Seiten. Das bringt das Handwerk der„Revolutionäre" so mit sich, für die die Wahrheit„spießbürgerlich", die Lüge aber ein revolutio- näres Kampfmittel ist. Fachspiel zu den Beiriebsraiswahlen. „Revolutionäre" bei der Aschinger-A.-G. Zu unserer heutigen Meldung im„Vorwärts" unter der Ueber- schrift: Beleidiger„Rote Fahne" erhielten wir noch folgenden Bericht: Am 24. März 1931 fanden die Betriebsrätewahlen bei der Aschinger-A.-G. statt. Am Morgen des Wahltages erschien in der „Roten Fahne" ein gegen die Kandidaten der SPD. gerichteter Hetzartikel mit der Ueberschrift: „Aschinger-Belegschaft, mache auf! Jagt die Panzerkreuzer- sozialisten zum Teufel! Der Spitzenkandidat der SPD. bei Aschinger frichstückt mit dem Direktor, er versucht Erpressung mit 8 218, infame De- nunziation in Verbindung mit den Nazi-Morden, Verrat. der I Belegschaft." Leider war es nicht möglich, diesem Artikel noch rechtzeitig entgegenzutreten. Der„Vorwärts" hat zwar in seiner Abend- Ausgabe die Verleumdungen der„Roten Fahne" niedriger gehängt, j die Abend-Ausgabe erschien aber erst, als die Wahlen zum größten Telle beendet waren. Der Erfolg dieser Verleumdungen war der, daß der Spitzenkandidat der SPD. bei Aschinger mit 5 S t i m m en Minderheit unterlag. Obgleich die Verleumdungen ihren Zweck erfüllt hatten, beschloß der Zentralverband der Maschini st en und Heizer, dessen Mitglied der Spitzenkandidat war, in dieser Angelegenheit einmal ein Exempel zu statuieren und die Verleumdungen der „Roten Fahne" niedriger zu hängen. Es wurde daher ein Einschreiten der Staatsanwalt- schast im öffentlichen Interesse durch Rechtsanwalt Dr. Hans Schlesinger beantragt mit der Begründung, daß die Betriebsräte dazu geschaffen worden sind, um den sozialen Frieden zwischen Arbeitnehmerschaft und Arbeitgeberschaft aufrechtzuerhalten, daß die Betriebsoertretungen ein öffentliches Amt ausübten, und daß daher ein Interesse des Staates bestehe, die wichtigen Funk- tionen des Betriebsrates und seiner Mitglieder zu schützen und gegen derartige rüde Angriffe in Schutz zu nehmen. Der Generalstaatsanwalt erhob daher auch die öffentliche An- klage. In der Verhandlung wurde durch die Beweisaufnahme fest- gestellt, daß, wie der Vorsitzende in seiner Urteilsbegründung hervor- hob, auch nicht der Schatten eines Beweises für die von der„Roten Zahne" erhobenen Angriffe erbracht worden fei und daß auch ein Wahlkampf nicht dazu berechtige, einen Mann unberechtigterweifs so zu verunglimpfen, wie es in der„Roten Fahne" geschehen ist. Lniernationale Konferenz der Kürschner Sowjetrußland treibt Dumping. Das Büro der Internationalen Bekleidungs- arbeiter-Föderation hatte zum 14. August 1931 nach Leipzig eine international« Konferenz der Pelzarbeiter einberufen, die sich mit dem Problem der russischen P e l z a u S f u h r be- fchäftigt«. Zahlreiche Behördenvertreter bewiesen durch ihre An- Wesenheit ein reges Jirterefse für dieses internationale Problem. Der Vorsitzende des Internationalen Büros, M. P l e t t l- Verlin, wies in seiner Begrüßungsrede darauf hin, daß es sich hier um Fragen von Handels- und wirtschaftspolitischer Bedeutung iMer- nationalen Ausmaßes handelt, bei denen besonders die deutschen und englischen Interessen stark beeinflußt sind. W. P l o o g- Verlin vom Deutschen Bekleidungsarbeiter-Ver- band wies in seinem Referat nach, daß die Russen im Rahmen ihres Fünfjahresplanes alles daransetzen, um unter allen Umständen die Produttion, die bisher zu etwa 80 Proz. in Deutschland und Eng- land erfolgte, für R u ß la nd zu sichern. Die russische Pelzproduktion betrug in den Jahren 1924 bis 1929 7,7 Millionen Rubel und ist auf 93,3 Millionen Rubel im Jahre 1939 gestiegen. Die Ausfuhr von Rohfellen ist um 39 Proz. gesunken, während die Aussuhr veredelter Waren um 39 Proz. gestiegen ist. Di« Folge hiervon ist, daß die Arbeitslosigkeit der Zurichter in Deutschland von 7,3 Proz. im Jahre 1928 aus 39,7 Proz. im Jahre 1931 gestiegen ist. Wie die Russen versuchen, unter allen Umständen die Ausfuhr veredelter und fertiger Pelzwaren zu steigern, beweist die Tatsache, daß veredelte Waren im allgemeinen billiger als rohe Ware oerkauft werden. Gegen diese D u m p i n g p o l i t i k könne allerdings nicht die Politik der Zwangsmaßnahmen oder Zolltarife helfen, sondern nur auf dem Wege der Verständigung der beteiligten Regierungen mit Rußland kann eine beftiedigende Regelung getroffen werden. Das Ziel muß eine Kontingentierung veredelter Ware aus Ruß- land sein. Nach einer sehr regen Aussprach, in der sich alle Vertreter der betrostenen Länder im Sinne des Referats äußerten, wurde ein» stimmig eine Entschließung angenommen, in der die Regierungen der beteiligten Länder aufgefordert werden, mit der Sowjetunion Verhandlungen zu führen, um die Ausfuhr von veredelter und Fertigware nach den einzelnen europäischen Staaten aus Sowjetrußland für einen mehrjährigen Zeitabschnitt quotenmäßig zu be- grenzen._ Klagen der Holzindustriellen. Drohung mit Äetriebsschließungen. Leipzig. 19. August. Die hier versammelten Vertreter der Bezirks- und Landes- oerbände des Arbeitgeberverbandes der deutschen Holzindustrie und des Holzgewerbes nahmen zu der, insbesondere durch die Rot- Verordnungen geschaffenen Lage eingehend Stellung. Das holz- verarbeitende Gewerbe stehe vor dem Zusammenbruch zahlreicher Betriebe. Wenn die gegenwärtigen Verhältnisse auch nur noch kurze Zeit andauern, würden in Holzindustrie und Holzgewerbe mit ihren mehreren 199 999 Klein- und Mittelbetrieben viele bisher selbständige Existenzen der Vernichtung anheimfallen. Gefordert wurde vor ollem: Einschneidende Minderung aller sozialen Lasten, Herabminderung aller Ausgaben der öffent- lichen Hand und Durchführung größtmöglicher Sparmaßnahmen, Minderung der zurzeit unerträglichen Steuerlasten, Bereit- stellung von Mitteln für die Aufrechterhaltung der Betriebe zu er- träglichem Zinssatz. Erfolge die schon so oft zugesagte Hilfe jetzt nicht, so würden umfangreiche Betriebsschließungen im holzverarbeitenden Gewerbe die notwendige Folge sein. Die stillegenden„Wirtfchastsführer". Ein Betrieb nach dem anderen. Dortmund, 19. August. Die Harpener B ergbau- A.-G. erklärt sich wegen Absatzmangels gezwungen, die Schachtanlage Reckling- hausen I zum 13. September stillzulegen. Der entsprechende Antrag beim Demobilmachungskommissar ist bereits gestellt. Zur Entlassung sollen 826 Arbeiter und 64 Angestellte kommen. Die 50 besten englischen Bücher des Jahres 1930 sind zur Zeit im Buchgewerbesaal, Berlin EW. 61, Dreibundstraße S, ausgestellt. Diese Ausstellung gibt einen recht aufschlußreichen Ueberblick über die englische Buchausstattung-, alle Bücherfreunde seien deshalb auf sie aufmerksam gemacht.— Zu gleicher Zeit werden die Arbeiten der Ortsgruppe Berlin des Bil- dungsverbandes der Deutschen Buchdrucker gezeigt. Die Arbeiten lassen ebenso die Berufsfreudigkeit der Gehilfenschaft im Buchdruckgcwerbe wie auch die moderne Drucksache»aus- st a t t u n g deutlich erkennen. Eine Besichtigung der Arbeiten ist also ebenfalls lohnend. Die Ausstellung der englischen Bücher ist bis einschließlich 39. August, die der Berliner Ortsgruppenarbeiten bis Ende September täglich von 9 bis 18 Uhr, Sonnabend von 9 bis 14 Uhr, und ausnahmsweise am Sonntag, dem 39. August, von 19 bis 13 Uhr, bei freiem Eintritt geöffnet. * ßefchäflte-Jtn&iger � (föezivtz füden-'Wefien maierhoiie Berlin G.m.b.H. VORMALS MALEREIGENOSSENSCHAFT GEORONOET 19U NQ18, LANDSBERGER ALLEE38-39 FERNSPR: E A ALEXANDER 5628— 30 ALLE MALERARBEITEN MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG Lanzenberger& Co. Berlin-Treptow, Karpfenlelchsiratjc 10-12 Größte, älteste und leistungsfähigste Fabrik für Leitern aller Art, Plättbretter, Aermelbretter usw. Georg Müller Holzhandlang, Treptow, Kicfholzstra/jc 360-07 Ständig großes Lager in Kiefern-, Stamm-, Mittel- und Zopfbrettern, astfreien Seiten-Erlen Telephon: Moritzplaiz 1616 und 139 mmmmmmmmmmmmumma Preislisten fordern! TACO• Rrainahrzeug vorkstatien ß.m.u. H. Charlottbg., Schloßstr. 60, Wilh. 9223/24 Reparaturen sämtlicher Systeme Filiale TACO-AUTO-DIENST Carl Tauffenbacfa Bln. NW6, Luisenstr.31a, Weidm 3933 Bereifung/ Autozubehör Grob'Dompf-Vnlkanisieranstalt Walfischl Köpenicker Str. Ecke Brückenstraße Oberfensfer-Verschlüsse, Fenstersteller, TOrsdilleßer. TOrpufter etc. A. Burkhard& Co. Qegründct 1910 N54, GipsslraßelS, Tel.; Dl, Nordenl219 HUZB GROSSDESTI LL ATI O N Prinzessinnenstrasse 17 Ritter- Ecke Brandenburgstr. Dachpappen-Verkauf etc zu billigsten Fabrikpreisen Theodor Seibel Dachdeckernleisler, Leilcrrüstungen iterlin-.ltarlendorf PrOhfrsirafte 20 s Tel.SCdring 1212 Otto Schubert Mau Neukölln Bergstraße 1 55 Optik/ Bandagen Uefcrant sämtlicher Krankenkassen. Bruno Fleisdier Bandagist Berlin SO. 16, Höpenldter Sir. 98£ (Nahe Brücken-, Neanderah-ate) WerkftaH(fir KuottgUeder, Leibbinden, Brudib&nder, Plaitfußeinlagen, Krampfaderttcfimpfe. Lieferant der KrankenkoMen Berlin, Q. Umgetend Im Damenfacfa: Frau Fleiicber BuMicherel Rldiier GMH. |Bin.-ChMent)iirg s Sopiue-Chanotte-Strafie 15 I Am Bomhof WntHd' C 4. Wim.»25-21 CatlPiefsdiG..;.;».« Haus- u. Küchengeräte— Werkzeuge SW68, Lindenstraße 197 Tel.: Dönhoff 3979 Fenster- und Gebäude Relnlgungs Gesellschaft m.b.H. Berlin S036,SchlesischeStr.42 Fernruf: F8, Oberbaum 3553-54 Billigste und zuverlässigste Ausführung er Reinigungsarbeiten/ Bohner- und Imaschinen/ Staubsauger/ Vertreterbesuch jederzeit unverbindlich VOLCK& GNXDIG Reparatur-Werkstatt mit eigener Schweißanlage für graph. Maschinen Rotations-, Tiefdruck- und Olfsetmaschinen Umzüge kompletter Druckereien Berlin SW 61, Gitschiner Str. 15 Tel.: F 1, Mpl. 3677.— Nachtanruf: G 5. Südrine 323 und 234| F 2. Neukölln 46 59. alousle-f abritt Seil 1910 (24.1 Ernst Garff, lud. E.& J. Garf so. 30, Brilzor Str. 7. Tel. r 1 Moritzpl. 3070 Leihwäsche billig, sauber Wäsche- Fliess pünktlich NW. 87 KlOPStOCkStr. 4 Hoab. 8849 £ßf Tpveiawerl nctbrbafl Bäfldicr Walzen sind die besten! Linoleum, färben, Lame, Pinsel. Dadiiadie. diverse Pappen ttlr inneaPeUleidunC kaufen sie am besten und billigsten bei H. Pascheka« Neukölln ThUringrer StraBe SM>- Telephon: F. it, 4S7» Bauklempnerei riedrich Hädicke Be- und Entwässerung Sanitäre Anlagen 3SW 48, Friedrkhstr. 24 ZkL'.?,",".?- Droten, ChemiKalien, ledin. Ode Paul Rehfeldt [B. 165 Berlin SW. 68, HollmannstraSe 15 Wilhelm Schaale Neukölln, Hermannstr. 58 Fleisch- und Wurstwaren zu den billigsten Tagespreisen