Nr. 142. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. M Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonne und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Eernsprecher: Amt 1, Nr. 1508 Telegramm- Adresse: " Serialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Eine Niederlage des Parlaments, Sonnabend, den 20. Juni 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: hier ist der Der Weg zu Ansehen und Macht geht nicht durch ein Eine dritte Auflösung erfolgte 1893 und ihre Frucht da der Gründe? Hic Rhodus, hic salta ist der gegenwärtige Reichstag, der bei mehreren Anlässen Stock, hier springe! eine gewiffe Selbständigkeit bewiesen und sich dadurch den Und der Reichstag ist über den Stock gesprungen. Born der Reaktionäre zugezogen hat. Von Selbständigkeits- Statt ihn beiseite zu schlagen, statt die Regierung vor die Der deutsche Reichstag ist bekanntlich kein Barlament, gelüften zu stolzem Selbstgefühl und zu bewußtem, ent- Wahl zu stellen: Achtung des Reichstags oder Zerstörung wie die Parlamente der parlamentarisch regierten Staaten: schlossenem Streben nach selbständiger Macht ist aber noch des eigenen Werts- hat die Mehrheit der bürgerlichen Englands, Frankreichs und bis zu einem gewissen Grade so ein weiter Schritt. Das hat sich am gestrigen Tage gezeigt. Parteien des Reichstags sich demüthig dem Willen der gar Italiens und Desterreichs. In diesen Staaten, denen Der Reichstag hatte eine treffliche Gelegenheit, der Regierung gefügt, und die treffliche Gelegenheit ist ver wir die Schweiz und die Vereinigten Staaten von Nord- Regierung eine Lektion zu geben, der Regierung gegenüber säumt worden. amerita nur deshalb nicht zuzählen, weil die Bedeutung seine Selbständigkeit zu bethätigen und dadurch seine Machtdes Parlamentarismus in ihnen sehr zurücktritt, liegt der stellung zu verstärken, ihr die Anerkennung zu erzwingen. taudinisches Joch. Schwerpunkt des Staates in dem Parlament, als der Und der Reichstag hat diese Gelegenheit versäumt. Volksvertretung. Die Regierung steht nicht im Gegensatz Er hat es nicht gewagt, den Stier bei den Hörnern zu zum Parlament, ist nicht einmal etwas von ihm Verschiedenes, packen und ist der ihm angebotenen Kraftprobe aussondern die Regierung ist der Ausfluß des Parlaments gewichen. und der Ausdruck der parlamentarischen Majorität. Es handelte sich um das Verlangen der Regierung, daß Die Regierungsmitglieder find Mitglieder des Parlaments das Bürgerliche Gesetzbuch in diesen glühenden Sommerund sie hören auf Regierung zu sein, sobald die Majorität monaten durchgepeitscht" werde. Für dieses Verlangen ist aufhört, für die Regierung, d. h. für diese bestimmte Re- tein vernünftiger Grund vorgebracht worden und läßt sich gierung zu sein. Politische Webericht. Berlin, 19. Juni. Im Reichstage fam es heute zunächst zu einer sehr ausgedehnten Geschäftsordnungs- Debatte, in der die Meinungen darüber, ob die zweite und dritte Lesung des Bürgerlichen feiner vorbringen. Der deutsche Reichstag, der noch niemals die Gesetzbuches jetzt schon stattfinden oder bis zum Herbst verIn den parlamentarisch regierten Ländern ist die Re- Sommermonate hindurch auf längere Zeit getagt hat, kann das schoben werden soll, hart aufeinander playten. Nachdem die gierung allerdings nicht verpflichtet oder gezwungen, jedes Bürgerliche Gesetzbuch im Herbst bequem erledigen, während Bertreter aller Parteien, auch der kleineren Gruppen, zum Worte mal gleich abzubanken, wenn sie in die Minorität ge- es jetzt nur mit Hilfe der gewaltsamsten Mittel und un- gekommen waren, wurde mit erheblicher Mehrheit Eintritt in tommen ist, sie hat das Recht, das Parlament aufzu gründlich erledigt werden kann, falls die Erledigung die Berathung beschlossen. Da die Rechte sich an der Lösen und an die Wählerschaft an das Volk zu jetzt überhaupt möglich ist. Für den Zeitpunkt Diskussion gar nicht betheiligte und die Vertreter des appelliren. Ist die Majorität auch nach der Neuwahl gegen der Einführung des neuen Bürgerlichen Gesetzbuchs ist es Zentrums und der Nationalliberalen sich nur auf kurze die Regierung, so hat diese zurückzutreten, und aus der ganz gleichgiltig, ob die Erledigung im Sommer oder im Bemerkungen beschränkten, so war es möglich, in kürzester Majorität des Parlaments wird eine neue Regierung ge- Herbst stattfindet. Und zweifellos ist, daß die Berathung Beit fünf Abschnitte mit über 200 Paragraphen zu er bildet.udem im Herbst unter für die bürgerlichen Parteien weit gün- ledigen. Von unserer Seite betheiligten sich die Genossen In Deutschland ist es anders, wie den Lesern sattsam stigeren und würdigeren Bedingungen stattfinden würde, Stadthagen, Frohme und Bebel an den Debatten. bekannt. Die Regierung wird weder von, noch aus dem als gegenwärtig im Hochsommer. Thatsache ist ferner, daß Ein Versuch des Antisemiten Jskraut, durch Bezweiflung Reichstag gebildet, der Reichstag wird bei der Regierungs- die Regierung anfänglich gar nicht daran dachte, daß die der Beschlußfähigkeit des Hauses die Verhandlungen bildung gar nicht gefragt. Der Schwerpunkt des Berathung des Bürgerlichen Gesetzbuchs große Eile habe zum Stocken zu bringen, mißlang, da das Bureau einStaats liegt außerhalb des Reichstags der sonst würde sie den Reichstag nicht ungewöhnlich spät einRaiser ernennt direkt und indirekt die Regierung, berufen haben. und die Regierung muß sehen, wie sie mit dem Reichstag Kurz- alle Gründe sprechen für die Berathung im fertig wird. Hat sie die Majorität, dann gut; hat sie die Herbst und gegen die Berathung im Sommer. Trotzdem Majorität nicht, dann auch gut. Im Deutschen Reiche steift die Regierung sich auf sofortige Erledigung, und sie hat noch keine Regierung abgedankt, weil der Reichstag in droht sogar, den Reichstag zu schließen, wenn ihr nicht seiner Majorität gegen sie war. nachgegeben wird! Diese Drohung verräth, daß es nicht Im ersten Jahrzehnt seines Bestehens hat der nord- Bärtlichkeit für das Bürgerliche Gesetzbuch ist, was die Redeutsche und deutsche Reichstag sich in seiner Majorität gierung treibt, denn, wird der Reichstag geschlossen, freiwillig unter Bismard's Diktatur gestellt; es fonnte statt verta gt zu werden, so find die bisherigen also zu Konflikten nicht kommen. Kommissionsarbeiten des Reichstags sämmtlich verloren und das Bürgerliche Gesetzbuch könnte dann frühestens gegen Ende der nächsten Session zu stande kommen. " Was die Regierung bestimmt, können demnach nicht Gründe sein, die in der Sache selbst, wir meinen in dem Bürgerlichen Gesetzbuch, liegen. Es fönnen ftimmig der Ansicht war, daß das Haus beschlußfähig sei. Zu dieser Ansicht konnte das Bureau freilich nur dadurch fommen, daß es auch die im Restaurant und den Lesesälen befindlichen Abgeordneten mitzählte, denn im Saale waren wirklich kaum 50 Mann, als Herr Iskraut seinen Obstruktionsversuch machte. Während der Verhandlungen erschien auch der chinesische Vizekönig Li- Hung- Tschang in der Bundesrathsloge des Reichstags und später begab er sich mit seinem Gefolge" in die Restaurationslokalitäten, wo er sich im Kneipzimmer der konservativen Partei ein Glas Wein reichen ließ. Spaßvögel behaupteten, Li- Hung- Tschang sei als Bugmittel nach dem Reichstage gebracht worden, um auf diese Weise die Präsenz der Abgeordneten zu heben und die permanente Beschlußunfähigkeit zu überwinden. Morgen Fortsetzung der heutigen Tagesordnung um Der erste Konflikt mar 1878, wo Bismard, seinem eigenen Geständniß nach, in eine Sackgasse gerathen war, und die Attentate" dazu benußte, den Rothen Schrecken" heraufzubeschwören und sich durch Auflösung des Reichstags eine fünftliche Majorität zu schaffen. Im Jahre 1887 mußte das Experiment wiederholt politische Gründe sein." Die Frage: ob Schluß, 11 Uhr vormittags. werden. Der Reichstag fing allmälig an, sich zu fühlen ob Vertagung? ist für die Regierung zur Macht- Das preußische Abgeordnetenhans hielt am Freitag seine und, freilich sehr zaghaft, nach einer gewissen Selbständig frage geworden. Sic volo sic jubeo, stat pro lehte geschäftliche Sigung in dieser Session ab; es wurden nur feit zu streben. ratione voluntas. So will ich was nur braucht's Petitionen erledigt. Internationale Kunfaustellung wird nach den Runstwerken in den Düsseldorfer Sälen niemandem bestimmte Absicht vorgelegen, zu zeigen, was das betreffende Wozu es in Düsseldorf zu einer Sezession fam, das ist reines Stückwert, als hätte der bloße Zufall und nicht die recht flar. Nennenswerthe Unterschiede findet man bei der Land künstlerisch vermag. Hier hat ein Land, wie Italien, gans man III. Aus den anderen deutschen Kunststädten ist diesmal nicht Kunstpflege der„ alten" wie der Sezessionisten Düsseldorfs nicht. leichtfertig beschickt, dann haben wieder die Skandinavier sonderlich viel zu berichten. Die mannigfachen Akademien und In Düsseldorf hängt man stets noch an einem gewissen gut ihre Kraft überraschend zusammengenommen. So reich also Kunstschulen geben einer übergroßen Anzahl junger Leute Ge- bürgerlichen Behagen. Der Einfluß der Bourgeoisie auf die äußerlich die Internationalität unserer Jubiläumsausstellung belegenheit, das Handwerkzeug der Kunst und die Manieren Kunst wird faum irgendwo anders so deutlich, wie auf der tont ist, so verfehlt wäre es doch, die Höhe des internationalen bekannter Lehrer zu studiren. Darüber hinaus tommen die Düsseldorfer Schau. Wohltemperirte Leidenschaften, akademische Kunstschaffens danach bemessen zu wollen. Wie dürftig z. B. ist, wenigsten und so werden die Reihen der geistigen Pro Glätte, zumal in der religiösen Malerei, ein freundlich was die Pariser gesandt haben, im Verhältniß zu dem, was sie letarier wesentlich vermehrt. Es wäre da ein sehr ernstes friedliches Naturgefühl in den Landschaften, das sind so die bieten können und in der That den Berlinern im Vorjahre geKapitel zu schreiben, das im besonderen unfere allgemeinen wesentlichsten Merkmale der Düsseldorfer Schule, bie boten haben. Besnard hat sich mit einer nebensächlichen Berhältnisse beleuchten tönnte. Wie viele Halb- könner drängen heute fast jeden Zusammenhang mit der internationalen Kleingabe abgefunden, Mädchen mit einem Apfel", aus der man fich zu den Akademien, des Erwerbs, nicht der Kunst wegen. Je Kunstwelt verloren hat. In eine vergangene Periode den bedeutenden Koloristen nicht voll erkennen kann Die mystis mehr sich der Befit in wenigen Händen konzentrirt, je weitere reicht Vautier'3 Schwarzwälder Wirthsstube". Wirthsstube". Des aistischen Klänge, die Gegenrevolte gegen den Naturalismus, Kreise verarmen, um so geringer wird die Wahrscheinlichkeit für seltsamen Tendenzgemäldes Christus Victor" von Ferdinand wie sie eine Pariser Kunstmode schuf, vernimmt die heranwachsende Künstlerschaar, mit Erfolg zu schaffen. Und Brütt war bereits bei Besprechung der Christus- Ausstellung mehrfach in der Pariser Abtheilung. Sie tönen zart aus da hängen nun ihre Bilder zu hunderten auf den gedacht worden. Das Bild mit seiner schiefen Auffassung vom Dubufe's englischem Gruß, mit wilder Absichtlichkeit aus der großen Ausstellungen; man weiß nicht, was daraus Wesen der großen proletarischen Erhebung unserer Tage ist Versuchung des heiligen Antonius von Adolf Binet ent werden soll. Vielleicht wären diese mittelmäßigen Maler offenbar unter dem Einfluß der Mystiker und Neu- Katholiken in gegen; und in Lagarde's Moses", in dem„ Holzsammler" tüchtige Kunsthandwerker geworden. Aber das Kunsthandwerk Baris entstanden. offenbart fich die phantastische Stimmung. Erquicklich ist der braucht einen breiten Boden, um zu gedeihen. Und woher soll Eher als in Düsseldorf scheint sich in Dresden neues feinfühlige, echte Schilderer der eigenthümlichen Großstadtpoesie es den gewinnen bei der Massenverarmung in unserer Beit? Leben zu regen und eine Zeit war Dresden, das mit die herrlichste Raffaeli. Ein fraftvolles Porträt Adolf Menzel's von Jean Nur aus den großen Ramschbazaren ertönt das Lodwort: Kunstausstellung nördlich der Alpen hat, faft völlig aus dem Boldini sei hier noch genannt. Schmücke Dein Heim! Kunstgebiet der Gegenwart gestrichen. Jetzt ist von München Die amerikanische Künstlergruppe, die Paris als ihre zweite Im Mittelpunkt deutscher Kunstthätigkeit, in München, her Gotthard Kuehl, der flare Freilichtmaler, als Lehrer nach Heimath betrachtet, stellt sich im Vergleiche besser dar, doch auch verhielt man sich diesmal nicht allzu freundlich gegen die Ber- Dresden gekommen, fröhlich entwickelt sich Max Pietsch fie bringt nichts wesentlich Neues vor. Künstlerschaft im eigentlich liner Jubiläumsausstellung. Die Sezession ift ferngeblieben mann, der Phantasie besigt und Humor,( von ihm ist eine großen Stil findet man bei den Amerikanern nicht; aber sie und damit fehlt Münchens jungaufstrebende Kraft. Die Gruppe Adam und Eva zu sehen), und jüngere Sträfte rüsten wissen jeder nach seiner Weise ein bestimmtes Gebiet resolut ans Sezession hat in diesem Sommer besondere Anstrengungen fich regfam. zufassen und ihr ansehnliches Können mit frischer und zäher für die eigene Ausstellung in München gemacht, die Die anderen deutschen Kunststädte haben von jeher engere Willenskraft auf ihre Besonderheit zu vereinen. Sie sind ErEnde Mai eröffnet wurde. Was von jungem, künstlerischem Spezialitäten gepflegt; und so sind die beschaulich- gemüthlichen oberernaturen in der Kunst. So wurde Stewart zum eleganten Leben and Licht drängt, das ist dort zu sehen. Wir Landschaftsmaler Schönleber und Weishaupt aus Maler eleganter Gesellschaft, als den wir ihn abermals kennen hier in Berlin werden mit einer Nachlese abgespeist. Ein paar Karlsruhe mit Proben ihrer schlichten, gewinnenden lernen; so ist es mit den berben, groß entworfenen Landschaftspitant geiftvolle Frauenporträts von Lenbach, die Schlangen- Kunst vertreten. Unter den Malern Weimars fällt studien von Pearce Sprague, wie diesmal eine den tönigin" desselben Meisters, Wilhelm Trübner's Landschafts- Friz Fleischer auf, einer ber wenigen Künstler, Rahmen zu einem Genovefa- Bilde abgiebt. studien, Die Kreuzabnahme" von Louis Corinth, der die ein sogenanntes Armeleutbild",„ Die Noth" aus= Wesentliche französische Einflüsse reichen in die Kunst der energisch zu zeichnen versteht und niederländischen Mustern nach gestellt haben. Vor einigen Jahren waren die Kunstwerke, Skandinavier hinüber. Es ist merkwürdig, wie rührsam, wie eifert, und Walther Firle's Sonntagsmorgen" und" Gebei denen sozialistisches Mitempfinden durchklang, häufiger vielseitig die Standinavier in Kunst und Literatur sind und wie nesung", zwei warm empfundene Gemälde, bei denen aber eine auf unseren Ausstellungen zu sehen. Der Einfluß des Geldsacks die besten von ihnen die Anregungen, die sie von Franks ftart sentimentalische Absichtlichkeit stört, sind wohl die hervor machte sie verschwinden. reich her empfangen haben, selbstbewußt und ihrer urstechendsten Arbeiten der Münchener Abtheilung. Was die fremden Nationen uns in diesem Jahre vorführten, sprünglichen Natur treu zu verarbeiten verstehen. Sie " " = DaS Herrenhaus, das heute außer ewigen kleinen Vor- läge» ebenfalls nur Petitionen erledigte, wird morgen noch ein- mal zu einer kurzen Sitzung zusammentreten. Nachmittags um L Uhr wird der Landtag geschlossen werden. In Köln hat heute der Prozeß Hofrichter begonnen. der eigentlich Prozeß Munter zu heißen verdiente, da eö sich dabei wieder im Kern der Sache um die Rolle des ehemaligen Gendarmen, jetzigen Korpsschreibers Münter im Essener Meineidsprozeß handelt. Den Bericht über die Kölner Verhandlungen finden unsere Leser unter Gerichtsberichten. An dieser Stelle wollen wir nur einen Beitrag zur Münter- Frage mittheilen, den unser Dortmunder Partei-Organ, die„Rheinisch- Westfälische Arbeiterzeitung" ermittelt hat. Das Blatt begründet die Veröffentlichung mit folgenden Worten: „Aus Bochum wird uns nachfolgende Mittheilung ge- macht, die auf Münter's Wahrheitssinn kein günstiges Licht wirft. Der Fall wird in der Kölner Verhandlung zur Sprache gebracht werden. Ob der Gerichtshof nun seine Erörterung zuläßt oder nicht, in jedem Falle wird die Veröffentlichung besonders im gegenwärtigen Augenblicke nicht ohne Interesse sein."— Die so eingeführte Notiz selbst lautet: „Bochum. 17. Juni.(Münter's Rolle beider Entdeckung eines Pferde- Dieb st ahls.) Dem Kauf- mann(Holzhändler) K. Hierselbst wurde ein Pferd gestohlen. Dieb und Pferd wurden aber ermittelt. Das Pferd aus dem einem Gemeindevorsteher der Nähe gehörigen Stalle dem Eigen- thümer wieder zuzuführen, wurde der Gendarm Münter. damals in Weitmar, beauftragt. Er kam diesem Austrage nach in der Begleitung zweier Bochumer Polizisten. Münter erzählte nun dem Eigenthümer Herrn K. eine Geschichte, wonach er mit seinem großen Scharfsinne den Dieb entdeckt habe; die Bochumer Polizisten könnten so etwas nicht; die beiden Dabeistehenden z. B. seien Schafsköpfe, mit ihm verglichen; er deutete an, daß er auch Aus- lagen gehabt habe; endlich als den Glanzpunkt seiner Leistung stellte er hin, daß er den Dieb, den er in Wirklichkeit gar nicht gesehen hatte, derb durchgeprügelt habe. Der Kaufmann K. wollte deshalb dem Münter eine klingende Anerkennung spenden; er sollte SO M. bekommen, und zwar, damit er nicht mit dem Strafgesetz in Konflikt gerathe, durch Vermittelung seines vor- gesetzten Brigadechess. Da Münter aber meinte, wenn das Geld erst an die Brigade ginge, so bekäme er garnichls, Herr K. möge es ihm deshalb lieber direkt geben, so erhielt er die SO M. sofort. Als Herr K. später den Schwindel erfuhr, forderte er brieflich von Münter Rückgabe und drohte anderenfalls mit An- zeige. Darauf sandte M. das Geld zurück." Die„Rheinisch-Westfälische'Arbeil«r-Zeitung",sügt dieser Ver- öffentlichung dann noch hinzu: „Wir haben diese Mittheilung erst veröffentlicht, nachdem sie uns von Zeugen, die auch zur eidlichen Erhärtung bereit sind, bestätigt worden ist und nachdem der Postabschnitt, worauf „Münter, Weitmar" als Absender der SO M. genannt ist, einem unserer Redakteure vorgelegen hat."— Herr v. Eynern versucht sich noch einmal dafür zu gloristziren, daß er als Aufsichtsrath diverser Aktien- gesellschaften im Dienste des Kapitalismus goldene Früchte einheimst. Herr v. Eynern will dabei den Lesern der „National- Zeitung" abermals weiß machen, daß der Abgeordnete Singer„Anschuldigungen" gegen ihn erhoben hat. Wie unser Genosse Singer nach- gewiesen, hat er keine„Anschuldigungen erhoben", sondern Thatsachen mitgetheilt, die Herr v. Eynern selbst als richtig anerkannt hat. Trotzdem fabelt Herr v. Eynern davon, daß Singer den„schleunigsten Rückzug" angetreten habe. Klugerweise verzichtet Herr v. Eynern�jedoch aus den Versuch, diese Ausgeburt seiner lebendigen Phantasie zu begründen. Statt dieser Pflicht zu genügen erzählt er, daß der verstorbene Windthorst Mitglied des Aussichtsraths der „Hannoverschen Bank" gewesen ist. Wir müssen es der Zentrumspresse überlassen, ob sie etwas auf diese Mittheilung zu erwidern bat. Jedenfalls beweist dieselbe nicht das geringste gegen* die von Singer angeführten Thatsachen, macht aber den Eindruck, als habe Herr v. Eynern sie nur deshalb herbeigezerrt, um die Auf- merksamkeit von seiner eigenen werthen Person abzu- lenken.— Zur amerikanischen Präsidentenwahl. Die republikanische „National-Konvention" von Sl. Louis hat gestern MacKinley einstimmig zum Präsidentschastskandidaten ernannt: Das betreffende Telegramm lautet: Saint Louis. 18. Juni. Mc Kinley wurde zum republikanischen Kandidaten für die Präsidentenwürde gewählt. Bei der Abstimmung erhielten Mc Kinley 66U/z, Reed 84»/». Ouay 61'/,, Morton 58, Allison 35V2 und Cameron eine Stimme. Das Ergebniß wurde mit unbeschreiblicher Begeisterung aufgenommen. Durch einen späteren Beschluhantrag wurde haben in den letzten Jahrzehnten so garnichtS an Kriegs- glorie erbeutet, sie haben der Welt keine Gesetze diktirt; das ist doch für die Herrscher von heute der Maßstab zur Beurtheilung der nationalen Werke. Aber welchen Respekt muß man vor diesen kleinen, geistig beweglichen Volksgemeinschaften haben. Schweden und Norwegen war nie zuvor auf einer Berliner Aus- stellung so trefflich vertreten, wie diesmal. Es würde den knappen Raum überschreiten, wollte ich in allen Einzelheiten auf diese Abtheilung hinweisen. Nur einige Namen seien hier hervor- gehoben. Wie geistvoll weiß Andreas Zorn, der Schwede. eine Pariser Nachtszene zu malen! In der einen Mädchen- gestalt im Vordergrund eine«indringliche soziale Studie, der Hauch welker Ptkanterie geht von ihr aus: In Wahrheit ohne jede Tendenzmalerei ein tiefdunkles Nachtbild aui der Großstadt. Welche leichterregbare Naturempfindung, die jedem leisen Land. schastsreiz zu folgen vermag, offenbart Filif P e t e r s e n, der Norweger, oder Fritz Thaulow, sein Landsmann. Wie originell enthüllt sich das Thierleben vor dem scharfen Blick des schwedischen Liljefors. Auch wo die Landschaft mit phantastischen Gestalten bevölkert wird, wie bei Ha»S Heyerdahl in Ehristiania, ist die liebe- volle Naturbetrachtung bemerkenswerth. Treffliche Porträts sind von Chr. Krohg(alte Frau), Björck-Stockholm und Wallander zu sehen. S o o t von den Norwegern hat eins von den wenigen auf's Gruseln berechneten Sensationsbtlder der Jubiläumsschau auS- gestellt, eine Kindesmörderin. Bei den stilleren D ä n e n ist eins der kostbarsten Bilder der ganzen Ausstellung anzutreffen, R r o y e r's„Komiteesitzung französischer Künstler", ein Gruppen- bild voll feinster Beobachtung. Sonst sind die Dänen die be- schaulichsten unter den Skandinaviern. Anchers' prächtige Fiscker bei einem Boot" sind in Berlin bereits bekannt gewesen. Mit den niederländischen Gästen ist man� in Berlin seit einer Reihe von Jahren vertraut. Die Niederländer von heute sind keine Himmelsstürmer. Sie sind auch in ihrer Kunst bedachtsam. Aber tüchtige Gediegenheit und saubere Arbeit ist ihnen eigen. In ihrer Abtheilung ragt Israeli mit seinem Tagelöhner" und seinem„Ankerauswurf" besonders hervor. Mit voller, klarer Bestimmtheit erscheinen seine kernhasten Gestalten. Neben dem lange berühmten Maler des Meeres W. H. Mesdag ist diesmal auch ein jüngerer Maler aus Haag W. B. Thol en, ei» Landschafter, der in seiner Heimath bereits zu Ansehen gelangte, nach Berlin gekommen. Auch einen neuen Belgier, Jes L e � m p o e l s. kann man jetzt in Berlin kennen lernen. Im Vorjahre machte seine seltsame Allegorie„Schicksal und Menschen- sodann die Wahl Mc Kinley's zu einer einstimmigen gemacht. Als Vizepräsident wurde Hobart-New-Jersey nominirt. Hierauf vertagte sich die Konvention auf unbestimmte Zeit. Das Programm der„Konvention" oder des„Konvents", wie es in deutschen Blättern vorzugsweise heißt, empfiehlt den Ankauf der dänischen Inseln, damit die Ver- einigten Staaten auf den Antillen eine Flottenstation er- halten könnten, da ein dringendes Bedürfniß hierzu vorliege. In betreff der Frage der Monroe-Doktrin erklärt das Programm, daß die gegenwärtigen Besitzungen der e u r o p ä i- scheu Mächte auf der westlichen Hemisphäre unter keinen Umständen erweitert werden dürfen. Das Pro- gramm drückt ferner die lebhafte Hoffnung aus, den eventuellen Rückzug aller europäischen Mächte aus Amerika zu sehen, und spricht sich schließlich rückhaltslos zu gunsten der Unabhängigkeit Eubas aus.— Das sind bedeutungsvolle Punkte. Noch bedeutungsvoller jedoch ist, daß Mac Kinley in seiner Person das Programm des Hochschutzzolls ist und daß er entschieden für die Gold- Währung eintritt und zu deren Aufrechterhaltung sich der Konvention verpflichtet hat. Wie die Tinge liegen, ist aber an der Wahl Mac Kinley's kaum zu zweifeln. Gin Theil der republikanischen Schutzzöllner ist allerdings von der Partei abgesprungen und hat einen eigenen Silber- währungs-Kandidaten, den Senator Teller auf- gestellt; die Silberleut» hatten jedoch in der Konvention von zu- sammen 923 Stimmen im ganzen blas IlöV» Stimmen gegen 812»/», welche letzteren sich ausnahmslos auf Mac Kinley vereinigt haben. Da auch die demokratische Partei in ihrer großen Mehr- heit gegen die Doppelwährung oder wie die praktischen Ameri- kaner es nennen: gegen das„schlechte Geld"(unsounck money) ist, so hat die Silberkandidatur keinerlei Aussichten. Die in sich gespaltenen und zerfahrenen Demokraten werden aber schwerlich den Sieg Mackinley's verhindern können. Unter solchen Umständen ist es im höchste» Grade wahrscheinlich, ja beinahe gewiß, daß der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sowohl den letzten spanischen Hoffnungen auf Nieder- werfung des kubanischen Aufstandes, als auch den Hoffnungen der Silberleute(Bimetallisten) ein Ende bereiten wird. Und außerdem müssen wir uns auf ein neues Steigen der Hochschutzzoll-Bewegung gesaßt machen; Mac Kinley kann zwar denfCleveland'schen Tarif ebensowenig im Handumdrehen beseitigen, wie Cleveland vor 4»/» Jahren den Mac Kinley Tarif, allein eine Verschärfung zum Nachtheile Deutschlands ist jedenfalls zu erwarten. Ueber den britisch-venezolanische» Grcnzkonflikt sind aus englischen Quellen zwei einander einigermaßen wider- sprechende Mitlheilungen eingelaufen. Im englischen Unterhause erklärte Chamberlain, nach einer ihm zugegangenen telegraphischen Meldung hätten einige venezolanische Soldaten die Grenze von Brilisch-Guiana überschritten und mit Vermessungsarbeiten be- schäftigl« britische Beamte behelligt. Dagegen erfahren die„Daily News", es habe kein Zusammenstoß zwischen Engländern und Venezolanern stattgesunde». Die letzteren hätte» nur i» friedlicher Weise Einspruch gegen einen angeblichen Uebergriff britischer Beamter erhoben.— Sehr wichtig scheint der Vorfall also nicht zu sein, obgleich bei der hochgespannten politische» Temperatur in den Vereinigten Staaten auch eine Geringfügigkeit neue Sprühfunken aus der Monroe- Doktrin herausschlagen kann." In England sucht man jedenfalls einen Konflikt mit den Vereinigten Staaten sorgsam, zu vermeiden. So hat gestern Lord Salisbury beim Empfange einer Deputation der inter- nationalen Schiedsgerichls-Liga betont, daß die Verhandlungen mit Amerika einen befriedigenden Verlauf genommen haben. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß England und die Vereinigten Staaten der Welt des er sie Beispiel einer Ein- richtuna zur Abschaffung d«S Kriege? geben würden. Die Liga sei ja ernsthaft bedacht, mit zioilisirten Mitteln zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen den Staaten zu wirken, das Poblem könne jedoch nur Schritt für Schritt zur Lösung ge- führt werden.. Chronik der Mnjestätsbeleidigungs» Prozesse. In Oldenburg wurde am 18. Juni ein MajestätSbeleidigungs- prozeß vor den Schranken deS hiesigen Landgerichts verhandelt. Angeklagt war der anS der Haft vorgeführte Heizer Otto Köpfe l aus Stolzenberg, am 10. Mai d. I. zu Nordenham den deutschen Kaiser beleidigt zu haben. An dem genannten Tage hielt der Kriegerverein Nordenham das Fest seiner Fahnen- weihe. Als nun der Vorsitzende«ine Rede auf den Kaiser, den Großherzog und das deutsche Vaterland hielt, erklärte Köpsel, daß er pfeifen werde. Er pfiff dann auch bei dem Hoch drei- mal sehr laut, indem er den Finger in den Mund steckte.— Bei seiner hierauf erfolgten Festnahme äußerte sich Köpsel noch einmal in ungeschickter Weise.— Das Pfeifen ist ihm heute theuer zu stehen gekommen. indem er dafür zu einer G e- fängnißstrafe von drei Monaten verurtheilt wurde. ** * Pflicht" in der Münchener Sezession viel von sich reden. ES bleibt immer ein mißliches Ding, philosophische Räthsel in malerischer Erscheinung lösen zu wollen. Man kann den Reich- thum an Phantasie be» LeempoelS anstaunen, die reine malerische Wirkung bleibt doch aus. Hunderte und Aberhundert« von er- hvbenen Fingern sind aufwärts gerichtet gegen das starre Haupt, welche? das ewig gleiche, unabänderliche niemals zur Antwort bereite Schicksal symbolisirt. Reich an Werken, die bis zu einem gewissen Grade auch von ansehnlichem Können Zeugmß geben, ist die spanisch-portugiesische Ausstellung. Die spanischen Maler sind ein sarbensrobe» Ge- schlecht. Allein die Armuth ihrer Heimath, der wirlhschastliche Niedergang darin zwingt sie häufig dazu, ihr Talent in den Dienst geschäftlicher Betriebsamkeit zu stellen. So muß G a l l« g o s z. B. immer die gleichen, heileren Kirchen-Jnterieurs malen. Das Bedürfniß des Weltmarktes will eS so. G r a n e r muß bei seinen lustigen Trunkenbolden bleiben; und an heiteren Genrestücken, wie sie der kapitalkräftige Käufer verlangt, wie an pathetisch vor- getragenen Historien, für die freilich unser künstlerische Geschmack sich kaum mehr erwärmt, ist bei den Spaniern kein Mangel. Eine treffliche Charakterstudi« ist der alle Mann von Josö B e n n l i u r« und intereffante. realistische Schauspielerbildnisse bringt der Portugiese Columbano. Auch der unermüdliche Josö Villegas ist mit seiner lebensfreudigen Kunst vertreten. Die englischen Künstler haben den kaufkräsligfien Markt in ihrer eigenen Heimath. Die englische Anstokratie gehorcht noch den alten Ueberlieferungen; sie zählt eine stattliche Anzahl von Kunstsammlern und dem Beispiel des AdelS folgt die reich gewordene Bourgeoisie gerne; und so kommt es, daß die englische Künstlerschaft sich im allgemeinen gegen fremde internationale Ausstellungen spröde verhält. Die Schule der Schotten(tde boys of Glasgow) geht aus alter Vorliebe gern nach München, weil sie durch München vor mehreren Jahren zu Ehren kam und weil man dort mit großem Nachdruck auf das ursprüngliche und zarte Naturempfinden der schottischen Künstler hinwies. So kann der Saal der Engländer, so tüchtige PorträtS und Thierstücke er enthält, kein annähernd anschauliches Bild englischer Kunst- entwicklung geben. Georg S a u t e r, der ein Gemälde„Sprechstunde beim Pfarrer Kneipp" ausstellt, ist, wie sein älterer und be- rühmterer Kunstgenosse Hubert Herkam er in London bayerischer Abstammung. Italiens beste Künstler, der herb-ernste Segantini, wie der naiv srohgemulhe, temperamentvolle M i ch e t t i sind daheim geblieben. Dafür macht sich niederes Kaufgenre, schön- färberische Vergyüglichkeit in Jlalieus Ausstellung ungebührlich Deutsches Reich. — Eine„plötzliche" Enthüllung sucht auch den Grafen Mirbach heim. Die„National- Zeitung", die den agrarischen Silberpropheten keineswegs grün ist, erzählt nämlich folgende amüsante Geschichte: „Dieselben Leute, welche durch ihre Börsengesetzgebung daS Publikum bei der Anlage feines Kapitals schützen zu wollen be- haupten, gerathen außer sich, wenn man sich erlaubt, i» der ob- jektivsten Art die von ihnen emittirten Schuld- verschretbungen aus ihre Sicherheit zu prüfen. Speziell bei dem Grasen Mirbach würde diese Erregung allerdings sehr verständlich sein, wen» sich bestätigte, was uns dieser Tage aus Königsberg berichtet wurde: ein dem Grafen Mirbach besonders genau bekannter oft preußischer Großgrundbesitzer und Bi- m e t a l l i st e n f ü h r e r soll vergeblich eine bedeutende Hypothek auf seine Güter unterzubringen versucht haben, obgleich er sogar sein bimetallistisches Glaudensbekenntniß dergestalt in die Schanze zu schlagen bereit war, daß er die R ü ck z a h l u n g des eifrig gesuchten Darlehns in Gold zusichern wollte!" Wenn jener ostpreußische Grundbesitzer und Bimetallisten- führer solche Schwierigkeiten hat bei der Aufnahme von neuen Hypotheken, da begreift es sich, daß er in dem heiligen Feuer tugendsamer Entrüstung dafür eifert, die Abzahlung bereits ge- machter Hypothekenfchulden durch Verschlechterung der Währung zu erleichtern.— — Zur Herausforderung des Abg. Barth durch den Abg. Graf Mirbach bemerkt die„Berliner Zeitung": „Es fragt sich nun, ob der Staatsanwalt, der im Falle Liebknecht unberechtigter Weise vor- gegan genist, hier, woereinRecht dazu hätte. eingreifen wird, denn unmöglich gehören zum Berufe eines Reichstagsabgeordneten Duellheraußforderungen. Justiz- minister Schönstedt wohnt- übrigens der ganzen Szene bei. Von ihm stammt aber allerdings das Wort:„Wenn zwei dasselbe thu», ist es nicht dasselbe."— Erfurt, 18. Juni. In dem von der Staatsanwaltschaft gegen den Genoffen Stegmann anhängig gemachten Prozeß wegen Begünstigung ist dem„Angeklagten" wirklich der Eröffnungsbeschlnß und die Ladung zugegangen. Der Termin ist auf den 23. d. M. angesetzt worden. Die Begründung der Anklage ist, wie zu erwarten war, sehr dürftig. Die Anklage hat übrigens in der gesammten Presse, auch in der nicht- sozialistischen, das größte Aufsehen erregt; der„Boss Ztg." koinmt sie so ungeheuerlich vor. daß sie an der Richtigkeit der Nachricht zweifelt und erst weitere Meldungen abwarten will, ehe sie sich zur Sache äußert. Di« Zweifel des Blattes werden nun wohl behoben sein. Tanzig, 13. Juni.(Eig. Ber.) Zu der am 25. Juni statt. findenden Reichstags-Ersatzwahl im Kreise Schwetz sind keine neuen Wählerlisten aufgestellt. Die Wahl findet vielmehr nach einer Bekanntmachung des Magistrats zu Schwetz nach de» Listen vom Jahre 1893 statt. Dies verstößt direkt gegen den§ 8 des Reichstagswahl-GesetzeS. Wenn diese Nachricht, was nnS kaum glaublich erscheint, richtig ist, dann wird der Kreis dank der Gesetzeskunde der lokalen Behörde zweimal im Lause eines Jahres zu wählen habe».— — AuS dem Wahlkreis Rostock erfährt die„Volks- Zeitung" eine Nachricht, die sie unter Reserve wiedergiebt. An- geblich gedenkt nämlich Staatsrath v. B ü l o w zum 1. Oktober d.J. aus dem Amte zu scheiden. Als sein Nachfolger soll der jetzige mecklenburgische außerordentliche Gesandte in Berlin, Geh. Leaationsrath v. Oertzen und zu dessen Nachfolger wieder der bekannte mecklenburgische Reichstags- Abgeordnet«, Oberlandes- gerichtsrath Dr. v. B u ch k a, in Aussicht genommen sein. Sollte sich diese Mittheilung bestätigen, so würve der 5. mecklenburgische Wahlkreis zum Herbst einer Neuwahl entgegengehen. Unsere Genossen in Rostock werden zu einer solchen Nach- wähl, die ihnen günstige Aussichten bietet, jedenfalls gerüstet sein.— Miinchen, 16. Juni.(Eig. Ber.) Bayern scheint sich nach und nach zum Dorado der Zeitungsschreiber zn entwickeln. Denn trotz gräulicher Hitze und bedenklicher Nähe der Hundstage regnet es hier förmlich„wichtige" politisch« Ereignisse. Da haben wir LandtagSschluß, Prinzenreden, Regentschaftsjubiläum, Bauern- bund- Aktion und außerbem haben wir— Hosiannah!—„die wichtigste parteipolitische Erfcheinun'g in Bayern seit 1893". Dieses wichtigste aller Vorkommniff» ist nämlich nach der maßgebenden Versicherung der ultramonkanen Presse die Wahl des Professors Frhrn. v. H e r i l i» g zum Reichstags-Abgeordneten. Unser« Zentrumsbayern sind demnach doch nicht so unbescheiden, wie rmmer behauptet wird. Im Gegentheil sie acceptiren sogar freudestrahlend nachstehendes für di. derzeitigen ullramontanen ReichStagsbayern nicht ganz un» zweifelhafte Lob der„Allg. Ztg.":„Dem Zentrum erwächst jedenfalls ein Gewinn, zu dem es sich grat uliren kann." Zum Wahlvorgang selbst ergiebt sich, nachdem nun endlich das amtliche Resultat vorliegt, folgender Vergleich zwischen den letzten und diesen Wahlziffern: breit. Werke von stark charakteristischem Gepräg« fehlen und Gemälde wie Rot t's„große Jrrenhausftudie" sind ebenso auf Sensation berechnet wie die mannigfachen überzuckerten Volks- lustbarkeiten in den italienische» Säle». Viel Geschäftssinn und wenig künstlerischer Ernst, das ist das Ergebniß der leichtfertig gemachten Sammlung der Italiener. Die slavische Abiheilung endlich ist kaum als wesentlich zu betrachte». Die Polen sind in verschiedenen Schulen verstreut, in Paris, München, Wien und Berlin; und was Rußland ge» sandt dat. ist zu arm, sowohl der Meng« wie der AuS- lese nach. Vielleicht wird die übergroße Masseuhaftlgkeit der Jubiläums« schau— über 4000 Kunstwerke sind eingelaufen— auch für Berlin das Gute zeitige», daß man einsehen wird: So geht es nicht weiter. Solle» die i»teriiatio>iale» JahreSausstellungen wirtlich kunstfördernd und oolkserzuhlich sein, so muh das Jayr» marklmäßige, das in Berlin überhand nimmt,»ingedämmt und «ine edlere Auslese getroffen werden. Oder man erkläre eiufach und klar: Künstlerische Grundsätze gelte» hier nicht. In unseren Riesenmagazinen müssen wir vor allen Dinge» aus die Handels- messe bedacht sein. Bun# und AVistcnpkzaft. Im Schiller- Theater kommt Montag Bauernfeld's Lust- spiel„Bürgerlich und Romantisch" zum ersten Male zur Auf- sührung. Außer Frau Clara Meyer, welche die Katbarina von Rosen a. G. spielt, sind in weileren Hauptrollen beschäitigt die Damen Levermann, Werner und die Herren Patry, Reimann und Cchmasow. Heute Abend wird der Schwank„Vergnügte Flitterwochen" von Brentano und Keller wiederholt. Tas Theater Alt- Berlin bringt nun heute ein modernes Stück,«ine neue dreiaktige Gesangsposse von Keller und H e r r m a n n: �Fiddicke u. Sohn", zu der Gustav Steffens die Musik geschrieben hat.— Die Direktion vom Theater de? Westens ersucht un? mitzurheilen, daß die Abonnements- listen für Montag und Freitag mit Ende dieser Woche geschlossen werden. Das Bureau befindet sich bis zur Fertig- stellung des BaueS Kantstr. 153, 2 Tr. Gymnasien ohne Latein. AuS Ehristiania wird be- richtet; Das Odelsthing nahm mit 46 gegen 39 Stimmen ein Amendement zum Artikel 3 des Gesetzes für höhere Schulen an. wonach die lateinische Sprache als Unterrichlsgegenstand vo>>' Gymnasium ausgeschlossen wird. 1893 1896 " Bentrum 10 339 8258 Liberat Bauernbund Sozialdem. 1098 570 3091 2500 2320 2996 I burg halten wird mit dem Ausstand in Zusammenhang| schwarm, der einem unausgesetzt vor den Augen schwirrt und gebracht. unablässig in den Ohren summit, nicht doch gelegentlich das Der Korrespondent der Kölnischen Zeitung" in St. Peters- Urtheil trübt und manche Geringfügigkeit als große That er Der Wahlkreis Jllertissen gehört dem Bentrum seit 1874. burg ist natürlich nicht in der Lage, von der Abrechnung des scheinen läßt." Damals wurde er den Nationalliberalen abgenommen und diese Petersburger Streitfonds Kenntniß zu haben. Der Redaktion der So Genosse Parvus. Da er felbft zu den Literaten find allmälig von( 1871) 10 186 auf( jebt) 2500 herunter Rölnischen Zeitung" wollen wir verrathen, daß diefe Abrechnung gehört, von denen er neben Gelehrten, Künstlern zc. behauptet, gekommen. Aber auch das Zentrum hat über 2000 Stimmen im Vorwärts" erfolgt ist. baß sie die sozialdemokratischen Führer umwedeln, so liegt wohl eingebüßt gegen die letzte Wahl, troh einer außerordentlich Nachtlänge zur Krönungsfeier. Jeden Tag die Annahme nahe, daß er nur Selbsterlebtes mittheilt. Daß es intensiven Durchackerung" des Wahlkreises und trotz der bringen die ruffischen Zeitungen neue Mittheilungen über Un- aber unter unseren bekannteren Genossen einen Führer" giebt, telegraphischen Versicherung des Herrn Kandidaten: die glücksfälle und standalöse Vorgänge während der Krönungsfeier der sich durch die Kriecherei und Schmeichelei, wie sie Parvus nächsten zehn Jahre gehören der Landwirthschaft". Einen in verschiedenen Gegenden Rußlands. So explodirte in dem behauptet, das Urtheil trüben ließe, daß müssen wir so lange Stimmenzuwachs hat allein der Bauernbund สิน zeichnen, der sich in Agitation und Forderungen nur wenig welcher man Salutschiffe abfeuern wollte, wobei fünf Mann Gegentheil zu erbringen. vers Dorfe Soroto( Gouvernement Samara) eine alte Kanone, aus bestreiten, bis es Genosse Parvus be- liebt, den Beweis vom mehr von dem Bund der Landwirthe unterscheidet.( S. a. Ber. verwundet wurden dem einen sind die Augen ausgebrannt, über die Generalversammlung in Freifing.) Unfer 528 Stimmen dem andern ist das Geficht verstümmelt worden u. f. w. In Nachricht, daß der Arbeiter Bildungsverein von Steglitz und Um Den Parteigenossen von Steglitz und Friedenau zur betragender Verluft ist nicht besonders tragisch zu nehmen, da Orenburg gab einer von den Befehlshabern während der Parade gegend am Dienstag, den 28. b. W., abends 81/2 Uhr, im Ber angesichts der völligen Aussichtslosigkeit von einer regulären den Befehl, auf die zuschauende Menge einzubauen, wobei zwei einslotal, Stegliz, Ahornstr. 15a, feine Generalversammlung abAgitation abgesehen wurde. Maler und ein Knabe zum Glück nicht tödtlich verwundet wurden. bält mit folgender Tagesordnung: 1. Raffenbericht. 2. Vorlesung Karlsruhe, 19. Juni. In der zweiten Rammer ertiarte| Die Opfer der militärischen Schneidigkeit haben dem Staatsanwalt über die Dienſtvorschriften der Gendarmerie. Wegen der wichtigen der Minister des Innern v. Eifenlohr in Beantwortung einer Anzeige erstattet. In einer Stadt Uman bei Riew wurde den Tagesordnung erfuchen wir die Parteigen offen, recht zahlreich au Interpellation wegen Bestattung einer Frohnleichnams Juden der Eintritt in den städtischen Garten verboten. Ein erscheinen. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt. Der monatliche prozeffion in Karlsruhe und Mannheim, nach Ansicht der junger Mann und ein Fräulein, welche in den Garten eintreten Beitrag beträgt 20 Pf. Der Vorsigende: G. Sudrow, DüntherRegierung feien auf Prozessionen die gleichen Bestimmungen an wollten, wurden von den Hütern der öffentlichen Ruhe und straße 4. wendbar wie auf andere öffentliche Aufzüge, doch könne wegen Ordnung blutig zugerichtet, worauf auch der Theil des Publikums, des strafgefeßlichen Schußes, den gottesdienstliche Handlungen welcher für die Geschlagenen Partei nahm Juden und genießen, das Maß der polizeilichen Beschränkungen bei Pro. Christen durchgehauen wurde. Unter den Gefchlagenen befand geffionen ein geringeres fein als bei gewöhnlichen Aufzügen. Das sich auch die Familie eines der höchsten Bolizeibeamten von Der Prozek Hofrichter ist am Freitag nach wiederholten Recht auf unbeschränkte Bornahme einer Prozession könne die Umanst. In der Stadt Koslow begab sich die Menge am Bertagungen, die den ursprünglichen Verhandlungstermin um Regierung nicht anerkennen, es tönne auch aus dem Kirchengesez, Abend des Krönungstages ans Plündern mit den Worten: etwa sechs Monate hinausgeschoben haben, von der Straftammer welches der fatholischen Kirche die öffentliche Gottesverehrung Seute erläßt unser Raifer ein Manifeft, wonach Verbrechen Köln wieder aufgenommen worden. Angeklagt ist bekanntlich unser einräumt, nicht abgeleitet werden. ftraffret bleiben." Jm Dorfe Grodowka( in Südrußland) Parteigenosse Adolf Hofrichter von der Rheinischen Zeitung" in Die aus den beutschen Kolonien egpor plünderten die Bauern, welche morgens von den jüdischen Köln, weil er sich gegen die Gendarmen und andere Sicherheitstirten Probutte. Dem Bundesrath ift eine Uebersicht über Schnapshändlern unentgeltlich mit Branntwein regalirt wurden, organe des Regierungsbezirks Arnsberg, insbesondere gegen bie aus unseren Kolonien exportirten Produkte und deren Ver- am Abend deren Läden und Schnapsbuden, welche sie darauf in den sehr bekannten Gendarm Münter des Bergehens werthung in der Industrie zugegangen, in der auf die in der Brand steckten. Dabei verbrannte einer von den Bauern, welcher der verleumderischen Beleidigung schuldig gemacht haben soll. Kolonialabtheilung der Berliner Gewerbe- Ausstellung gebotene im angetrunkenen Zustande in einer der Buden eingeschlafen Hofrichter, welcher bekanntlich durch seine großen Verdienste Darstellung dieser Produkte hingewiesen wird. Die offiziöse war. Der russische Kaifer tann auf fein Feft ftols fein. Wie im Brauweiler- Prozeß auch weiteren Kreifen bekannt geworden Berl. Corr." giebt daraus folgenden rosafarbenen Auszug: Daß anders nicht zu erwarten war, hat es überall im Menschen die ift, veröffentlichte Ende des Jahres 1894 in der Rheinischen bie Ausfuhr in allen drei in betracht tommenden Rategorien Bestie entfeffelt. Beitung" einen ihm aus bergmännischen Kreifen zugegangenen ( Urprodukte, Gingeborenen- und Plantagenprodukte) schon jetzt nicht Türkei. Artikel, der sich mit den durch den Effener Meineidsprozeß hinunbedeutend ist, zeigen die folgenden in der Uebersicht gebotenen Konstantinopel, 18. Juni. Nach Meldung des englischen länglich bekannt gewordenen Borgängen beschäftigte. Der Bahlen, wobei für Oftafrita für Getreide, Hülsenfrüchte, Zucker Konsulats in Wan find die dortigen Unruhen durch eine auf- Artifel war vor dem Effener Prozeß erschienen, und der Verund Kopra des Heuschreckenfraßes im Jahre 1894 halber das ständische Bewegung der Armenier hervorgerufen worden. Bei fajfer behauptete darin, daß unser Parteigenosse Bergmann Ludwig Jahr 1893, sonst das Jahr 1894, in betracht gezogen ist. diesem Aufstande sind auch türkische Soldaten umgekommen. Schröder, welcher sich jetzt im Zuchthause befindet, in jener VerDer Werth der gesammten Ausfuhr aus unseren Kolonien beträgt danach 14 073 000 M., davon entfallen auf Ostafrita 4 590 000 M., Kamerun 4 448 000 M., Logo 2 894 000 M., Südwestafrika 872 000 M., Neu- Guinea und den Bismarck- Archipel 776 000 m., die Marschall Inseln 498 000 m. Belgien. " in Dor. um fich. Parlamentarisches. Gerichts- Beitung. " - Kretenfifches. Im englischen Parlamente theilte fammlung von dem Gendarm Münter aus dem Versammlungsber Parlamentssekretar des Aeußeren Curzon mit, der britische lokale, trozdem er sich ruhig verhalten habe, hinausgeworfen Konsul auf Kreta habe berichtet, daß von türkischen Soldaten worden sei. Diese Behauptung war auch in einem Prozeß gegen brei Kirchen entweiht worden feien, jedoch sei in dem Berichte den Gendarm Münter von Schröder und feinen Genoffen aufnicht angegeben, in welcher Gegend diese Kirchen sich befänden. gestellt und beschworen worden, und dieselben wurden dann Auf die einzelnen Produkte vertheilen fich diefe Bahlen Die Vertreter der Großmächte in Konstantinopel feien energisch später in dem gegen fie eingeleiteten Meineidsverfahren von dem folgendermaßen: Gs betrug der Werth der Ausfuhr( aus bemüht, die türkische Regierung zu den erforderlichen Schritten Schwurgericht in Effen zu schweren Zuchthausstrafen verfämmtlichen Kolonien) an eis 875 000 M., Mais 17 000 M., zur Herstellung der Dronung und zur Verhinderung weiterer urtheilt. Hirse 202 000 wt., Bohnen 12 000 M., Narasterne 14 000 W., Ronflitte auf Kreta zu veranlassen. Ueber den Verlauf des Prozesses liegt uns noch kein Bericht Zucker, Syrup und Melasse 101 000 M., Staffee 52 000 m., Ratao 187 000 M., Kola 2000 M., Vanille 2000 M., Labat Depesche der„ Agence Savas" aus Gerigo find am 18. Juni Schluß zu, daß den Ordnungshütern in der Verhandlung nicht Bom tretenfischen Aufstand. Nach einer vor, doch läßt ein Telegramm über den Ausgang desselben den M., fretenfische 191 000., Gummi 6000 M., Steinnuß 70 000 M., Kopra- und welche von neuen Megeleien und Brandstiftungen der Türken in allzu reiche Lorbeeren erblüht sind. Hofrichter ist nämlich, Rokosnüffe 1114 000 M., Kotosfasern 3000 M., Balmferne und den Provinzen Kissamo und Kydonia berichten. 500 Apolonioten wie das uns zugegangene Privat Telegramm meldet, zu Palmöl 5217000 M., Erbnuß 2000 m., Sesam 192 000 M., Baum Balmöl 5217000 M., Erdnuß 2000 M., Sesam 192 000 M., Baum wolle 8000 M., Flechtgras und Waaren daraus 67 000., Bau- mit einigen Sphatioten unter dem Oberbefehl von Bapamelefos einer Geldstrafe in Höhe von sage und schreibe fünfzig wolle 8000 M., Flechtgras und Waaren daraus 67 000 M., Bau- find den Christen in Kissamo zu Hilfe gekommen. Die türkischen Mark verurtheilt worden. bölzer 63 000 M., Bierhölzer 68 000 M., Felle und Häute 75 000 M., Wolle 1000 M., lebendes Vieh 776 000 M., Rhino- daß Frauen und Kinder die Insel verlassen. Der Mangel an Schiffe überwachen genau die Küsten von Kreta und verhindern, zeroshorn 38 000 m., andere Hörner 5000 M., Elfenbein Lebensmitteln und Munition macht die Lage der Christen orten Berlins, aus Steglitz, Lichterfelde u. f. w. war von der Gegen eine Anzahl Frauen aus den südwestlichen Bor2 552 000 M., Flußpferbzähne 80 000 m., Wildschweinzähne 8000., lebendes Geflügel 6000 M., Straußfedern 40 000 M., äußerst kritisch. Straffammer des Landgerichts II. das Strafverfahren eingeleitet Schildpatt 31 000 M., Saifischflossen 5000 m., Fische 2000 m., Amerika. worden wegen versuchten Verbrechens gegen das teimende Leben. Wachs 7000 M., Erepang 30 000 M., Perischalen 5000 M. einem einzigen Bataillon tamen 180 Fälle vom genannten Gerichtshof wegen Betruges und Erpressung Savannah, 18. Juni. In der Armee herrscht die Ruhr: Die Auftifterin, eine Frau Trzeczint ist bereits am 6. Mai d. J. Kauri. und andere Muscheln 3000 m. General Weyler erklärte einem Berichterstatter des mit zwei Jahren Gefängniß belegt worden. In Brüffel, 19. Juni. Der Senat hatte den von der De Herald", bas gelbe Fieber greife in Matanzas weiter die Nezze der Betrügerin und Kurpfuscherin hatten fich aber bie Gerupften derart verstrickt, daß gleichzeitig putirtentammer angenommenen Artikel 50 des Budgets für das gegen fie das erwähnte Strafverfahren eingeleitet wurde, landwirthschaftliche Ministerium, in welchem das Prinzip eines welches die Berurtheilung der bedauernswerthen, verLohn Minimums für dem Staat geleistete führten Frauen zur Folge gehabt hat. Am Donnerstag verArbeiten aufgestellt ist, abgelehnt. Die Regierung und die Rechte der Deputirtenkammer ertlärte Antrag zum Juvaliditäts- und Altersversicherungs. handelte die L. Straffammer des Landgerichts Il unter Ausschluß fich bereit, sich der Anschauung des Senats über folgender Antrag zugegangen: Der Reichstag wolle beschließen: Wohnung genommen hatte und um 80 M. geprellt worden ist. Gesetz. Von nationalliberaler Seite ist dem Reichstage die unverehelichte W., welche früher bei der flugen Frau T. der Deffentlichteit gegen eine angeklagte Stegliger Ginwohnerin, biefen Artitel anzuschließen, wodurch ein un die verbündeten Regierungen zu ersuchen, bei der in Aussicht ge- Die W. mußte sich dessenungeachtet wegen versuchten Verbrechens beschreiblicher Tumult seitens der Sozialisten hervorgerufen nommenen Revision des Gesetzes vom 22. Juni 1889, betreffend wider das feimende Leben verantworten. Das öffentlich verwurde. Der Präsident der Kammer schloß kurzerhand die Sigung. Die Invaliditäts- und Altersversicherung( Reichs- Gesebbl. G. 97) fündete Urtheil lautete auf 2 Monate Gefängniß. Hierdurch wurden neue Tumulte hervorgerufen, wobei von verin Erwägung auch darüber einzutreten, ob nicht die im§ 1 Nr. 2 schiedenen Seiten heftige Schmähworte fielen. Brüffel, 19. Juni. In einer Heritalen Wahlversammlung fei, daß auch die Betriebsbeamten und Handlungsgehilfen mit unter der Beschuldigung der Unterschlagung und Urkundendieses Gefeßes festgesette Versicherungspflicht dahin zu erweitern Der Referendar Julins Schneidemüht stand gestern unter Borsig Beernaerts tam es zu Thätlichkeiten, wobei eine einem Gehalt von 2000 bis 4000 m. in die Versicherungspflicht fälschung vor der ersten Strafkammer vom Landgericht II. Ob. Anzahl Personen verwundet wurde. Beernaert flüchtete in einen einzubeziehen sind, unter Schaffung einer besonderen Gehalts wohl der Angeklagte schon mehrfach Schiffbruch im Leben Wagen. hatte, und Beitragsklasse, jedoch mit Beseitigung der Beitragspflicht gelitten erhielt er bei einem Spanien. Rechtsanwalt des Reichs zu den Renten." Stellung als Bureauvorsteher, ohne daß der Chef Ver Madrid, 18. Juni. 18. Juni. Deputirtentammer. Der bie Landtagsfeffion im Herbste. Von seiten der Regierung anlaffung nahm, Referenzen des Bewerbers Deputirte Gallego aus Ruba beklagte sich darüber, daß die Ver- Landtagsfeffion im Herbfte. สิน einigten Staaten in der kubanischen Angelegenheit gegen die ift wiederholt in Aussicht gestellt worden, daß der preußische prüfen. Das in ihn gesetzte Vertrauen lohnte der Angeklagte Intereffen Spaniens fonspirirten, und erinnert an die in dem Landtag im Herbst dieses Jahres einberufen werden wird. Nun- damit, daß er nach und nach 1244 M. unterschlug. Theils steckte Repräsentantenhaus in Washington geführte heftige Sprache gegen mehr steht fest, daß dies und zwar in der zweiten November- er Gelder in seine Tasche, die er an Parteien absenden sollte, bie Degentin und die Regierung.( Großer Lärm.) Der Minister woche geschieht. Beranlaßt wird der Zusammentritt zu un- und buchte dieselben als abgesandt, theils unterschlug er einbes Auswärtigen rügte die Heftigkeit der Sprache Gallego's. Der gewohnter Zeit durch die Nothwendigkeit, die Erwerbung von gegangene Gebühren und bestahl auch die Portokaffe. Der Zwischenfall war damit erledigt. Theilen der hessischen Ludwigsbahn perfekt zu machen. Gerichtshof erkannte auf fechs Monate Gefängniß, Der der Deputirtenkammer vorgelegte Gefeßentwurf Die Arbeiten des Landtags werden jedoch nicht auf diesen wovon sechs Wochen auf die Untersuchungshaft angerechnet gegen die anarchistischen Bestrebungen verweist Gegenstand beschränkt bleiben. Es ist vielmehr, nach der wurden. die mittels Explosivkörper begangenen Verbrechen vor die Kriegs. Nationalliberalen Storrespondenz", beabsichtigt, ein Richter und Der Hofopernfänger Ernst hatte sich gestern vor der gerichte. Die Urheber folcher Berbrechen und die ein Lehrerbefoldungs- Gefeß. ein Geset betreffend die Sparkassen 130. Abtheilung des Schöffengerichts wegen Beamtenbeleidigung Mitschuldigen follen zum Zode verurtheilt und ein folches betreffend die Verwendung der Ueberschüsse der zu verantworten. Der Angeschuldigte erschien eines Tages vor Staatseisenbahnen vorzulegen. Das feit langem angekündigte bem Schalter eines hiesigen Boftamtes und legte dem abfertigenden Romptabilitätsgesetz wird hingegen, wenn überhaupt vor 1898, Postsekretär zwei Freimarken vor mit dem Ersuchen, der Beamte erst nach dem Januar 1897 eingebracht werden können. Mit dem vorstehenden Programm würde das Defizit der zu Ende gebenden Seffion, bas negative Ergebnis der Berathung eines Lebrer besoldungs- Gesetzes, noch in diesem Jahre ausgeglichen werden fönnen, so daß den Lehrern aus dem erstmaligen Fehlschlag tein Schaden erwüchse. werden. Rußland. Partei- Nachrichten. möge dieselben mit etwas Klebestoff versehen, da der darauf befindlich gewefene abgegangen sei. Der Beamte wies dieses Verlangen ab mit dem Bemerken, daß er hierzu keine Zeit babe, der Angeklagte fehe ja, wie der Schalter vom Publikum be. lagert werde. Nun ersuchte der Angeklagte um Umtausch der Marken, erhielt aber wiederum eine Ablehnung mit der Begründung, daß die beiden Marken nicht mehr sauber genug seien. Sierüber wurde der Angeklagte so erregt, daß er sich zu un parlamentarischen Reden hinreißen ließ und das Verhalten, des Beamten als Frechheit bezeichnete. Der Gerichtshof< rkannte auf 30 Mark Geldstrafe. = 3ur Petersburger Streitbewegung wird der Köln. 8tg." aus St. Petersburg telegraphirt: Abgefehen von einigen ganz zu Anfang eingedrückten Fenster. fcheiben tam es feitens der ausständigen Arbeiter nirgends zu Ausschreitungen; sie verhalten sich vielmehr überall ruhig. Am lebhaftesten ging's noch bei den Fabriken vor der Narwa'schen Pforte zu; als bort ein größerer Die Matrikelkommission des Herrenhauses hat Bericht Haufe nicht schnell genug auseinandergehen wollte, entsandte die erstattet. Danach ruhen von den 318 Berechtigungen zur Zeit 36, Feuerwehr auf Befehl der Polizei talte Wasser und zwar 29 von den erblichen Berechtigungen und 7 von den ftrahlen gegen ihn; die erwartete Wirtung, ein Berechtigungen auf Lebenszeit. Es sind mithin 282 wirkliche fluchtartiges Auseinanderstieben, blieb aus, Mitglieder des Herrenhauses vorhanden, von denen jedoch vier lachend genoffen die Arbeiter das bei der herrschenden in das Haus nicht eingetreten sind. Prozeß Schorlemer Alft. Aus Dresden wird vom Hige angenehme tühle Bad eine ganze Weile; dann Freitag berichtet: Vor der 5. Straffammer des hiesigen Landerft gingen fie vergnügt auseinander. Die gestrige Ers gerichts begann heute Vormittag die Verhandlung gegen den mahnung der Polizei, nachmittags die Ar früheren Rittergutsbesitzer, jezigen Privatier Frhr. v. Schorlemer beit wieder aufzunehmen oder der Ausweisung aus Eine Geschmacklosigkeit, die wir doch festzunageln für noth. Alft wegen Wechselfälschung und Betruges beziehentlich versuchten der Residenz bezw. des Abschubs in den Heimathsort gewärtig wendig erachten, leiftet sich Genoffe Parvus in der Sächsischen Betruges. Der Angeklagte ist bezüglich der beiden Anklage. zu fein, blieb erfolglos. Nur wenige Frauen meldeten Arbeiter Beitung". In einer bis jetzt bereits zu 19 Artikeln punkte geständig. Zur Verhandlung war unter anderem der fich zur Arbeit; mit diesen allein tonnten aber die Fabritanten ausgewachsenen Artikelferie, die Parvus in dem genannten Blatte Medizinalrath Dr. Gauser geladen, um sein Urtheil über den nicht arbeiten. Bisher ist noch nicht bekannt geworden, daß die über die Gewerkschaften und die deutsche Arbeiterbewegung ver- geistigen Zustand des Angeklagten abzugeben. Das Gutachten polizeiliche Abfchubsdrohung zur Ausführung gebracht ift. Gleich öffentlicht und in der er sich über alles mögliche und noch einiges des Medizinalrathes lautete dahin, daß von Schorlemer- Alft von im Anfang des Ausstandes verhaftete die Polizei mehrere Arbeiter, äußert, finden wir im 18. Artifel folgende Schilderung der sozial- Haus aus frankhaft veranlagt sei, daß derfelbe bei Ausführung die sie für Leiter und Rädelsführer hielt; doch thaten demokratischen Parteiführer": der Strafthaten nicht die völlige Geistestlarheit beseffen habe Diese Verhaftungen bem weiteren Umsichgreifen Ein sozialdemokratischer Parteiführer ist aber jetzt über- und in feinen freien Bestimmungen beeinträchtigt gewesen sei. des Ausstandes teinen Abbruch. Die Arbeiter be- haupt ein großes Thier. Er wird umschwärmt und hofiert. Der Gerichtshof beschloß deshalb, die Verhandlung zu vertagen stehen übrigens weniger auf direkter Lohnerhöhung, als vor allem Gelehrte, Rünftler, Literaten, Bummler und sozialpolitische Pro- und ein oberärztliches Gutachten vor der Urtheilsfällung einzuauf Serabsetzung der bisherigen 13., ja 14ftündigen, auf 9- be- jettenmacher, die schriftstellernde Frau in allen Nüancen, Mädchen, fordern. ziehungsweise 10stündige Arbeitszeit. Eine gefüllte Ausbie nicht wissen, was sie anfangen sollen, Frauen, die ein Ein für Versicherungsgesellschaften interessanter Prozeß stands.kaffe, aus der angeblich Familien 5 Rubel wöchent- schlechtes Familienleben haben, das alles verfolgt ihn auf Schritt ist vor einigen Tagen in Posen entschieden worden. Der dortige lich erhalten, foll vorhanden sein. Bewahrheitet sich und Tritt, ins Parlament und ins Haus, mündlich und schriftlich, Agent der Viktoria- Versicherungsgesellschaft hatte einem Gastwirth das, so müßte das Geld vom Auslande man denkt an drängt sich an ihn heran, schmeichelt ihm, sieht ihm in die Augen, gegenüber, den er für die Lebensversicherung seiner Gesellschaft England stammen, denn die russischen Arbeiter besigen hängt an seinen Lippen, notirt sich sein Räuspern und klatscht zu zu gewinnen suchte, abfällige Aeußerungen über die Lebensvers schwerlich die nöthige Energie, von langer Hand für Ausstands- allem Bravo! Manche kommen auch aus bloßer Neugier, etwa nicherungs- Gesellschaft„ Friedrich Wilhelm", deren Agent sich in taffen zu sammeln. wie man sich die Dame mit der hohen Büste, oder den Mann gleichem Sinne bemübte, laut werden laffen. Die Direktoren der Die Verzögerung der Rückkehr des Raisers hierher- er mit dem Steintopf ansieht. Es hieße die menschliche Natur legtgenannten Gesellschaft, Kopta und Juliusburger, wurden wollte bereits am 9, oder 12, d. Mts. seinen Einzug in Peters- ideologisch verkennen, wollte man annehmen, daß diefer Mücken gegen den erstgenannten Agenten wegen Beleidigung flagbar; bas Gericht wies fie jedoch mit der Motivirung zurück, daß sie perfönlich überhaupt nicht angegriffen feien, eine Gesellschaft" als solche aber fönne gar nicht beleidigt werden. Soziale Neberlicht. " Das statistische Jahrbuch des Deutschen Reiches für das Jahr 1896 ist soeben erschienen. lungen betheiligten sich fast alle Gewerkschaften Deutschland3 sprach der Ladeninhaber Fürst gegen den Achtuhr- Schlut sowie die meisten Parteizeitungen. und die großen Bazare, fowie ein Handlungsgehilfe Schreiner streiken in Düsseldorf und Mannheim. Hammer gegen das Gefeh" und für die freie Ver Beide wurden durch den Schlächtermeister und Der Verband der deutschen Berg- und Hüttenarbeiter einbarung". wird seine Generalversammlung am 2. August in Bochum ab- adeninhaber Jacob und die Referenten widerlegt, so daß die Versammlung folgende zwei Resolutionen einstimmig an halten. nahm:„ Die am 15. Juni tagende Versammlung der„ Liga" Thätigkeit der Gewerkschaftskommission Stuttgart für spricht dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller" das 1895. Das Kartell besteht zur Zeit aus 35 Gewerkschaften, Recht ab, die Interessen der Ladenbefizer und Kleingewerbe Lehrlingserziehung in der Großindustrie. Anknüpfend welche durch 93 Delegirte vertreten werden. Die Mitgliederzahl treibenden in der Achtuhrschluß- Frage zu vertreten. Es geschieht an die Berichte der sächsischen Fabrikinspektoren, bemerkt der der Organisationen betrug 3600. Im Frühjahr 1895 wurde eine dies 1. auf grund der Zusammensetzung seiner Mitglieder, welche Reichs- Anzeiger":" Es ist im Reichs- und Staats- Anzeiger" Agitation unter den italienischen Arbeitern um Stuttgart ein- mit dem Detailhandel meist überhaupt nichts zu thun haben, 2. auf wiederholt auf die erfreuliche Erscheinung hingewiesen worden, geleitet, welche mit Unterstüßung der Generalfommission sehr grund der ihm entgegenstehenden Beschlüſſe verschiedener gewerb= daß Arbeitgeber der Großindustrie, sowohl in Deutschland wie aussichtsvoll beim Anfang erschien, indem sich ein Verein der licher Vereine und Handelskammern der Provinz, sowie 3 auf in Desterreich, ber Lehrlingserziehung in ihren Betrieben italienischen Arbeiter bildete, welcher aber im Herbst durch Ab- grund der gutachtlichen Neußerungen der von der Reichseine besondere Fürsorge zuwenden, ja theilweise reise vieler Mitglieder und Fertigstellung der Tunnelbauten leider fommission für Arbeiterstatistik" vernommenen wirklichen die Lehrlingserziehung im Kleingewerbe darin übertreffen. Jedenfalls nur noch aus wenigen Mitgliedern besteht. Am 12. Mai fand Ladeninhaber, welche einen früheren Ladenschluß fast durchgängig wird die Zukunft eine Konferenz der Vertrauensmänner der Gewerkschaften als undurchführbar bezeichnet haben." ein allgemeineres Vorgehen in dieser Richtung den In: Württembergs mit dem Herrn Gewerbeinspektionsbeamten der vier habern und Leitern der Großbetriebe immer mehr zur Pflicht Kreise Württembergs in Stuttgart statt, behufs Besprechung des ihre Entrüstung darüber aus, in welcher oberflächlichen Art bas " Die öffentliche Versammlung der Liga vom 15. Juni spricht machen, zumal da das Handwert auch bei befferer fura vorher erschienenen Jahresberichtes und Anbringen von Be- preußische Abgeordnetenhaus seinen ablehnenden Standpunkt Organisation seines Lehrlingswesens schwer schwerben der Arbeiter. Für die im Essener Meineidsprozeß gegenüber der Vorlage der Kommission für Arbeiterstatistik" den lich in der Lage und geneigt fein dürfte, verurtheilten Bergleute sammelten die Gewerkschaften 806 M. Achtuhr- Schluß betreffend begründet hat. Die Versammlung erdauernd und in zunehmendem Maße als Vorwei Bergnügungen, ein Sommer- und ein Herbfifeft, lieferten blickt in der Verhandlung desselben vom 7. Mai nur den Ausdruck schule für die tüchtigen Fabritarbeiter 3u einen Ueberschuß von zirka 400 M. für die Gewerkschaftskaffe. der Wünsche der Großindustriellen, nicht aber ein Bild der in den Ein solches offiziöses Eingeständniß, daß das Handwerk Unregelmäßigen Beiträgen der Vereine wurden entrichtet breiten Schichten des Volkes herrschenden Wünsche." F dienen." fogar auf seinem Spezialgebiete, der Lehrlingsausbildung, vielfach von der Großindustrie überflügelt wird, kontrastirt auffällig mit der künstlichen Aufpäppelung des Handwerks, die sich auch die Regierungen noch vielfach angelegen sein lassen. = -W nach Sollte die Post denn nicht, ebenso gut wie zu Weihnachten, einige Hilfskräfte auftreiben fönnen, damit ihre Beamten den geringfügigen Urlaub nicht auf der anderen Seite mit einer solch übermäßigen Arbeitsbelastung büßen müssen. Gewerkschaftliches. 479,74 m. Zu den Kosten des Boykotts der Lieberhalle leisteten die Die Musikinstrumentenarbeiter hielten am Mittwoch Gewerkschaften 132,38 M. Die sich immer größeren Zuspruchs er- Abend in Keller's großem Saal eine nur mäßig besuchte Berfreuende Bibliothet der vereinigten Gewerkschaften zählte am ſammlung ab, um nach Beendigung des Streiks Stellung zu den Schluffe des Berichts 1600 Bände, und ist es ein erfreuliches Maßnahmen der Fabrikanten zu nehmen. Vor Eintritt in die Beichen für den Bildungstrieb der Mitglieder, daß nicht weniger Tagesordnung giebt der Vorsitzende bekannt, daß die unrichtige als 6000 Bände im Laufe des Jahres ausgeliehen wurden. Ein Versammlungsanzeige im Vorwärts" auf die Leichtfertigteit efezimmer, welches von der Verwaltung des in eigener Regie Reinlein schildert nunmehr in furzen Umrissen die Ursachen einzelnen Kommissionsmitgliedes zurückzuführen sei. befindlichen Gasthauses„ Zum Hirsch" unentgeltlich überlassen Kleinlein schildert nunmehr in kurzen Umrissen die Ursachen wurde, ist täglich zwei Stunden abends, außer Sonnabends und und den Verlauf des Streits, bemerkend Arbeiter zum theil dem VerSonntags geöffnet, wo eine große Anzahl in- und ausländischer littene Niederlage Beitungen aufliegt. von Kocle. daß die erhalten der Kollegen, die zu Streitbrechern wurden, Postalische Sozialreform. Die Deutsche Postzeitung" berichtet in ihrer Nr. 11 über die große Arbeitsüberlastung, der die Postbeamten unterworfen sind in der Zeit, in welcher fie ihre beurlaubten Kollegen mit zu vertreten haben. Die Schilderung, die das genannte Fachblatt, dem wir auch die Verantwortung dafür überlassen müssen, von den Zuständen in Kottbus ent wirft, läßt den ganzen Erholungsurlaub der Postbeamten als eine recht zweifelhafte Wohlthat erscheinen. Das Blatt schreibt: Das Vermögen des Kartells belief sich am 31. März 1896 zuzuschreiben sei. Weiter aber habe die Organisation der Es sind hier auf der Bahnhofs Zweigstelle 7 Beamte für je auf 1047,51 M., welches aber bei Absendung des Berichts voll- Unternehmer, der neugebildete Ring, an dessen Spize der 7 Tage zu vertreten. Die Uebertragung des Dienstes regelt sich ständig den ausgesperrten Bauhandwerkern in Stuttgart über- Kommerzienrath Bechstein steht, durch sein Vorgehen gleich den nicht etwa nach einem die betheiligten 7 Beamten gleich- wiesen worden ist. Die Maler fetten ihre Forderungen durch; Kühnemännern den Arbeitern einen fühlbaren Schlag versezt. mäßig belastenden Plane, sondern es sind hierzu nur die 3 Ab- die Schreiner nahmen die Hälfte ihrer Forderungen als Das schwarze Listensystem stehe augenblicklich in vollster Blüthe, fertigungsbeamten außersehen. Diese Beamten müssen, falls ein Abschlagszahlung an. Im Jahre 1895 fand ein Ausstand der und mancher Unternehmer, der gewillt sei, die alten Arbeiter einBahnpostbeamter beurlaubt ist, täglich nach dem Nachtdienste, Handschuhmacher hier und in Eßlingen statt, welcher elf zustellen oder zu behalten, würde gezwungen, diese zu entlassen, welcher um 7 Uhr morgens endet, von 12 Uhr mittags bis Wochen dauerte und mit einem Siege der Arbeiter endete- traft weil, wie sie sich äußerten, die ihnen vorliegende Liste neben 1/29 Uhr abends anstrengenden Abfertigungsdienst verrichten. ihrer geschlossenen Organisation und gefüllten Rasse. Die Be- ihrem Namen zwei Sterne aufweise. Ausgesperrt feien augenblicklich Die nach dem Nachtdienste unbedingt nothwendige Ruhepause wegung im Bauhandwerkergewerbe wird vielleicht die Vereine noch 250 Personen, die nach dem Organ der Fabrikanten nie tommt fomit in Wegfall." Denn der dreistündige Schlaf( von darauf hinweisen, höhere Beiträge zu fordern, um ihre Kaffen in wieder eingestellt werden. Redner ersucht am Schluffe, sich mehr 8-11 Uhr) fann als solche nicht angesehen werden." Fehlt den Stand zu sehen, den Anforderungen bei ähnlichen Gelegen- als bisher zusammenzuschließen, um in späterer Zeit die erlittene nun gar ein Abfertigungs- oder Annahmebeamter, so wird der heiten beffer entsprechen zu können. Scharte wieder auszuwezen. Sämmtliche Redner, die sich an dreitägige Nachtdienstturnus in einen der Diskussion betheiligten, plädirten für nunmehrige Stärkung zweitägigen ver= wandelt und der Abfertigungsbeamte hat dann Der Streit der Prager Weißgerber bauert nun bereits der Organisationen, gleichgiltig in welcher Form. Nach langer dem Nachtdienst den Dienst 6 Wochen. Die Firma Mehlschmidt sucht überall nach Debatte, die zu keinem Resultate führte, beschloß die Versammdes fehlen Streifbrechern, was ihr aber bisher nur in geringem Maße ge- lung, die Lohnkommission zu beauftragen, in Bälde eine weitere den Beamten 8 u versehen. Während Zeit hat diefer lungen. Dagegen ist es ihr geglückt, in Zoti 3( Ungarn) eine Versammlung einzuberufen, in welcher gleichzeitig über die Unterder Abfertigungsbeamte täglich 11 Stunden Gerberei zu finden, deren Arbeiter die Arbeit Dienst. Es vermehrt sich nach dem Urlaubsplan die tägliche Streifenden übernommen haben. Dem Streit angeschlossen haben der stützung der noch Ausgesperrten zu beschließen ist. Dienstleistung der Abfertigungsbeamten um drei Stunden. Jeder sich noch die Arbeiter und Arbeiterinnen der Fellfärberei Die Zwischenmeister der Damen- und Kindermäntel Beamte wird 7 Tage zu je 8 Dienststunden beurlaubt, ihm werden also im ganzen 56 Dienststunden freigegeben. Dafür hat er für bisher schon Die arbeitenden Weißgerber Prags haben Konfektion hatten zum Donnerstag, den 18. Juni, eine öffent große Opfer für bie Streifenden ge- liche Versammlung nach Reller's Festsälen, Röpniderstraße, ein die Dauer von 7 Wochen, also während 49 Tagen, je 3 Stunden bracht. Sie sind aber allein faum mehr in der Lage, die Aus- berufen zwecks Stellungnahme zu der Ablehnung ihrer Rommehr zu arbeiten, was eine Mehrbelastung von ständigen über Wasser zu halten und wenden sich daher an ihre mission seitens der Vertretung der Kaufleute und Fünfer- Kom147 Stunden ergiebt. Kollegen in Deutschland mit der Bitte um Unterstügung. mission der Arbeiter. Die letzten beiden Kommissionen waren zu Sendungen sind zu richten an Franz Sedlat, Prag VII, dieser Versammlung schriftlich eingeladen. Dieser Einladung Moldaugaffe 453. Folge leistend, war die Fünferkommission der Arbeiter auch erschienen. Am Eingang des Saales wurde indeß den weiblichen Lohnbewegungen in der Schweiz. Aus Zürich wird Bertretern, Frau Noad und Frau Reimann bedeutet, daß sie als uns geschrieben: Die Nordostbahn, welche im Jahre 1895 einen Frauen keinen Zutritt hätten, weil der Wirth dies nicht bulbe. Reingewinn von 6 185 688 Fr. machte und eine Dividende von Timm gab darauf im Namen der übrigen Vertreter der Arbeiter 6,6 pCt. an die Aktionäre zahlt, hat die am 1. März den An- vor Eintritt in die Tagesordnung die Erklärung ab, daß sie sich eine Zum Berliner Hutmacherstreik. Im Verlaufe des Streits gestellten und Arbeitern gegebenen Versprechungen noch immer folche Behandlung nicht gefallen laffen könnten und es mit ihrer richteten die Unternehmer an die Wertführer wiederholt die An über 600 Personen besuchte Versammlung ab, in der Dr. Sour Nach Abgabe dieser Erklärung verließen die Arbeitervertreter nicht erfüllt. Am Sonnabend hielt der Kreisverein eine von Ehre als unvereinbar hielten, der Versammlung beizuwohnen. forderung, neue Leute anzulernen, um die so verhaßte Orga- bed referirte. Nach seinem Vorschlag wurde befchloffen, durch den Saal. Darauf hielt der Geschäftsführer der Genossenschaft nisation zu sprengen. Dieser Aufforderung konnten und wollten Nationalrath Curti, der als Vertreter des Bundes im Ver- der Damenmäntelschneider, Voltmann, das Referat, nun einige Mitglieder und auch andere nicht nachkommen. Die waltungsrath ist, die Direktion über die Nichterfüllung der ge- welches Folge davon war die sofortige Entlassung dieser Leute. machten Versprechungen interpelliren zu lassen. Eventuell werde sich eine sehr stürmische Debatte anschloß. Am 1. Juni traten dann sämmtliche Werkführer der betreffenden auf das Jahr 1897 eine neue Bewegung eingeleitet, um alles zu die sich gegenseitig befehdeten. In der Versammlung waren zwei Richtungen vertreten, Fabriken zu einer Besprechung in dieser Angelegenheit zusammen, erreichen. An den am 31. Juli in Konstanz stattfindenden treten durch Stolzmann machte den Meistern den Bor Die eine Strömung, vers in der alle Anwesenden die schriftliche Erklärung abgaben, wäh Verbandstag der Bodensee- Bahnen wird ein Vertreter entsandt. wurf, daß sie selbst die Schuld hätten, wenn die Kons rend der Dauer des Ausstandes teine Personen anzulernen und In einer Versammlung am Sonntag beschlossen die Arbeiter der auch keine anderen Arbeiten anzufertigen, außer die von ihnen Eisenbahn- Reparaturwerkstätte, von der Nordoftbahn Direktion folgende Resolution unter stürmischer Unruhe zur Annahme: fektionäre nichts nichts bewilligt hätten. Schließlich gelangte bisher ausgeführten. Sollte dieses den Fabrikanten nicht genehm zu fordern den Zehnstundentag, Minimallohn von 4,50 Fr. für Die heute hier bei Keller, Köpnickerstraße, tagende öffentliche folgende Resolution unter stürmischer Unruhe zur Annahme: fein, so wolle man lieber die Folgen der Entlassung über sich gelernte und 4 Fr. für ungelernte Arbeiter mit alljährlicher Schneidermeister- Versammlung für Damen- und Mädchenmäntel ergehen lassen, sich aber nicht zum Streitbrecher und Schmaroger Steigerung bis auf 6 refp. 5 Fr., Einsetzung einer Arbeiter Konfektion spricht der Kommission für Vertretung der Meisterschaft degradiren laffen. In der weiteren Diskussion wurde dann noch tommiffion, Fortzahlung des Lohnes während kurzer Militär- ibre volle Anerkennung aus und hofft, daß sie auch ferner die Interessen ein Antrag angenommen, der dahin ging, um den beiderseitig Dienstzeit und feine Entlassung mehr wegen des Militärdienstes. der Meisterschaft und der Arbeiterinnen wahrnehmen wird. Die Schädigenden Streit aus der Welt zu schaffen, ein Komitee In St. Gallen haben die Handlanger und Erd- Versammlung ist fest davon überzeugt, daß den jetzt bestehenden zu bestimmen, das das die Aufgabe hat, einen gütlichen arbeiter von der Gemeindeverwaltung und dem Gas- und großen Uebelständen nur durch einen feften Minimaltarif Bergleich zu stande zu bringen. Dieses Komitee wandte sich nun Wasserwert Lohnerhöhung verlangt.. In Biel haben die mit einem sehr höflichen Schreiben an den Fabrikantenring in Schreiner und Zimmerleute den Zehn an stelle des abgeholfen werden werden könne. Die Versammlung erklärt sich der Hoffnung, etwas Erfprießliches für beide Theile ausführen Elfitundentages bei gleichem Lohn errungen. damit einverstanden, daß die Meisterschaft im all. - In Bern zu tönnen. Am 16. Juni traten nun die Werkjührer wiederum ftreifen die Gypfer und Malergehilfen. gemeinen auch in Zukunft für die Zukunft für die beiden jegt be= zusammen, um den Bericht des Komitees entgegenzunehmen. Der stehenden Korporationen, Innung und Verein, eintreten Obmann des Komitees berichtete, daß er von den Herren Der Verein schweizerischer Eisenbahn- und Dampf: wird. Ferner spricht die Versammlung den beiden Rorporationen Fabrikanten bis heute teine Antwort erhalten schiffsangestellten hielt fürzlich in Biel feine Jahresversamm ihren Dank für die in Aussicht genommene Gründung eines habe und bedauert, daß er in seiner wohlmeinenden Absicht ge- lung ab, die von 48 Sektionen mit 96 Delegirten beschickt war. Allgemeinen deutschen Damenmäntel- Schneidermeister- Verbandes" täuscht sei. Die anwesenden Werkmeister erblickten hierin Der Verein zählt 62( 1894: 56) Kreise( Sektionen) und 7271 aus und hofft, daß dieser zum Segen des Handwerks gereichen einen Att höchst unanständiger Behandlung. Die in( 1894: 6193) Mitglieder. Das Vereinsvermögen beträgt wird. Endlich spricht die Versammlung den Herren Vertretern voriger Sizung nicht anwesenden, nunmehr erschienenen 12 509 Fr. gegen 15 224 Fr. Ende 1894; die Differenz von der Kaufleute in der Damenmäntel- Ronfettion ihre MißWerkführer aus der Fabrik von Rosenberg geben nunmehr eben- 2714 Fr. wird wohl die Kosten der großen Lohnbewegung dar billigung dafür aus, daß dieselben ohne jedwede Verfalls ihre schriftliche Ehrenerklärung ab, teine Leute anzulernen, stellen. Dr. Sourbed, der infolge der gegen ihn anlassung den Streit mit den Vertretern der Meisterauch keine anderen Arbeiten auszuführen. Gegen einige Meister gerichteten Angriffe wegen des nicht alle Eisenbahner befriedi- schaft provozirten und hofft, daß die Geschäftsinhaber wurde der Vorwurf erhoben, daß sie troß ihrer Ehrenerklärung genden Ausganges der Lohnbewegung als Generalsekretär de nun endlich nicht nur mit schönen Redensarten, sondern doch andere Arbeiten ausgeführt hätten, die sie nicht misfionirt hatte, wurde einstimmig wiedergewählt. Bundesrath auch mit Thaten die Meisterschaft unterstüßen, um der Nothmachen sollten; dieser Vorwurf wurde theilweise als 3 emp erhielt wegen seiner sympathischen Haltung gegenüber lage der Arbeiterinnen und den Uebelständen in der Damengrundlos zurückgewiesen. Das Verhalten des Wertführers der der Lohnbewegung der Eisenbahner ein Danfestele mäntel- Konfektion abzuhelfen, damit geregelte Zustände geschaffen Fabrik Nickel wurde abfällig kritisirt, weil der betreffende gramm. Dr. Sourbeck wurde sein Jahresgehalt als Gefretär werden." sein Versprechen nicht gehalten hat. Nachdem noch von einem Werkführer, der dem Gewerkverein angehört, erklärt wurde, daß auch dieser Verein sich der Angelegenheit angenommen hat und das Vorgehen der Fabrikanten verurtheilt, sprach man den Wunsch aus, derartige Zusammenkünfte zu wiederholen. Die Geschäftsleitung der freien Drganisation der deutschen Maurer hat für den 12. und 13. Juli eine Konferenz nach Magdeburg einberufen. Als provisorische Tagesordnung ist auf geftellt: 1. Bericht der Geschäftsleitung. 2. Auf welcher Grundlage ist die Einigung der deutschen Maurer wieder herzustellen. 3. Agitation und Organisation. 4. Das Fachorgan. 5. Anträge aus der Mitte der Versammlung. " = und Redakteur der Schweizer. Eisenbahnzeitung" von 5000 auf In welcher Weise die Zwischenmeister die Interessen der 8000 Fr. erhöht und dem Zentralkomitee außer der Gratifikation Arbeiterinnen wahrnehmen, haben die Mäntelnäherinnen bereits von 1500 Fr. noch eine Ehrengabe von 500 Fr. bewilligt. zur genüge erfahren. Denn gerade diese Herren sind Den Mitgliedern wird Rechtsschutz gewährt und die Schweiz. schuld daran, daß die Vereinbarungen vom 20. Februar Eisenbahn- 3tg." obglitarisch eingeführt bei Erhöhung des Jahres vielfach durchbrochen wurden, weil sie von Anfang an die für beitrages um 20 Cts. Die Delegirtenversammlung sprach sich die Arbeiterinnen vereinbarten Lohnfäge gefürzt und zum theil ferner für Annahme des Rechnungsgesetzes betreffend die Eisen- gar nicht bezahlt haben. bahnen aus, das den dividendenhungrigen Kapitalisten so schwer im Magen liegt. Versammlungen. Depeschen und lehte Nachrichten. Stettin, 19. Juni.( W. T. B.) In dem Prozeß betreffend " 1 Die Liga zur Herbeiführung des Achtuhr- Schluffes hielt die Explosion auf dem Panzerschiff Brandenburg" wurde hente Für die Lederarbeiter( Portefeuiller) findet am Mittwoch, am Montag, den 15. Juni, eine öffentliche Versammlung in den das Urtheil gefällt. Der Ingenieur" Nikolaus wurde wegen fahrden 23. Juni, bei Hente, Naunynstr. 27, eine Versammlung statt, Arminhallen ab. Das erste Referat hielt Herr Albert Kohn läffiger Tödtung zu einem Monat, der Ingenieur Schubart und in der Genoffe Timm über die Schäden der Hausindustrie über den„ Achtuhr- Schluß vor dem preußischen Abgeordneten der Kupferschmiedemeister Freiberg wurden zu je 3 Monaten sprechen wird und als weiterer Gegenstand der Bericht der Lohn- hause". Er ging die einzelnen Reden fritisch durch und kam Gefängniß verurtheilt. Der vierte Angeklagte Lehmann wurde tommission über die Vorbereitungen der Lohnbewegung auf der zu dem Ergebniß, daß von den Herren Berg, Landräthen u. f. w. freigesprochen. Tagesordnung steht. Bei der überaus wichtigen Tagesordnung in der denkbar oberflächlichsten Weise die Thätigkeit Brüffel, 19. Juni.( W. T. B.) Der vom Senate ab: ift eine recht rege Betheiligung zu wünschen und ersuchen wir der„ Reichskommission für Arbeiterstatistit" besprochen wurde gelehnte Artikel 50 des Budgets des Landwirthschafts- Ministeriums unsere Berufsgenossen, in ihren Kreisen fleißig für den Besuch und daß diese Sachverständigen" nicht berechtigt wären, betreffend die Festsetzung von Mindestlöhnen wird in der Kammer der Versammlung zu wirken. Die 2ohnkommission. die Verordnung als vom grünen Tisch erlassen, zu bezeichnen. noch einmal berathen. Das Kottbuser Gewerkschafts- Kartell veröffentlicht in Das zweite Referat hielt Herr Berthold Heymann über Die heutige Sigung war sehr erregt; den Sozialisten wurden der Märkischen Volksstimme" die Abrechnung über die für den den Verein Berliner Kaufleute und Industrieller als Vertreter zahlreiche Ordnungsrufe ertheilt. Nach längerer Berathung, dortigen Textilarbeiter Streit bei ihm eingegangenen der Ladeninhaber". Er zeigte die Haltlosigkeit der von diesem bei der die Regierung vorschlug, das Budget in der vom Gelder. Insgesammt haben dem Kartell 44 212,18 M. Unter- gegen den Achtuhr- Schluß erhobenen Einwände insbesondere au Senate festgestellten Fassung anzunehmen und einen Versuch stüßungsgelder zur Verfügung gestanden. Davon wurden zur Aeußerungen von wirklichen Ladeninhabern und lieferte den mit Mindestlöhnen zu machen, ohne dieselben in die staatlichen Unterstügung der Streifenden an das Streiffomitee abgeführt: Nachweis, daß der unsachlichen Beeinflussung der Deffent- Ausschreibungen aufzunehmen, nahm die Rammer mit 83 gegen 48 751 M. Unter der Einnahme befinden sich allein 24 027,50 M. lichteit durch befagten Verein eine energische Gegen 27 Stimmen eine Tagesordnung an, durch die der Regierung von der Berliner Gewerkschafts- Kommission. An den Samm- agitation entgegengesetzt werden müsse. In der Diskussion das Vertrauen des Hauses ausgedrückt wird. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Truck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. i Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, den LO. Inni 1896. 13. Jaljrg. Ztr. 142. Meiazskog. 109. Sitzung vom 19. Juni. 11 Uhr. Am Tische des Bundesrnlhs: v. Bötticher. Nieder- Nng. Planck. Küntzel. Mandry. Präsident v. Buol: Mir Rücksichr auf die in den letzten Sitzungen wiederholt sestgestelUe Beschlußunfähigkeit kann ich Urlaubsgesuche nicht mehr bewilligen, soweit sie nicht besonders dringende Gründe nachweisen. Ich bitte die Herren Mitglieder inständig, ihre persönlichen Angelegenheiten den dringenden Ge- schäsle» des Hauses unterzuordnen. Auf der Tagesordnung steht die zweite Berathung des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Zur Geschäftsordnung bemerkt Abg. Rintelen(Z): Alle diejenigen, denen daran liegt, daß das Bürgerliche Gesetzbuch ylait hinter einander erledigt wird, müssen alles mögliche thun, daß das Haus beschlußfähig ist; wir wünschen aber, daß die Ar- deile» der 11. Kommission betreffend die Novelle zur Straf- piozeß-Ordnung, welche 2 Jahre lang mit angestrengte- stein Fleiß gearbeitet hat. in dieser Session nicht ivieder verloren gehen, wenn der Reichstag nach Er- ledigung des Bürgerlichen Gesetzbuches geschlossen wird. Ich bitte den Herrn Reichskanzler oder einen seiner Ver- tretet, uns in dieser Beziehung eine beruhigende Erklärung zu geben. Staatssekretär v. Bötticher: Der Herr Reichskanzler hält im Verein mit den verbündeten Regierungen an der Hoffnung und dein Vertrauen fest, daß es gelingeu werde, noch in der gegen« wärtigen Tagung das Bürgerliche Gesetzbuch zur Verabschiedung zu dringen.(Beifall.) Wir werden in dieser Hoffnung nicht er- schütteri durch die Wahrnehmung, daß in den letzten Tagen die Be- schlußfähigkeit des Hauses allerdings zu wünschen übrig ließ, und wir hoffen, daß es nur des Ausspruches des dringenden Wunsches der verbündeten Regierungen, der sich auch deckt mit dem Wunsche eines großen Theiles der Mitglieder dieses Hauses, bedürfen wird, um diejenigen Mitglieder, die sich bisher von der Berathung ferngehalten haben, dazu zu führen, daß sie eifriger als bisher an den Bcrathungen des Hauses sich betheiligen. In der Voraussetzung, daß das Bürgerliche Gesetzbuch jetzt verabschiedet wird, wird der Herr Reichskanzler dem Kaiser vor- schlagen, daß der Reichstag demnächst vertagt werden möge, damit die Arbeiten der Kommission zur Vor- berathung der Strafprozeßordnungs-Novelle nicht verloren gehen. Ich kann also unter dieser Voraussetzung den Vorredner be- ruhigen.(Beifall.) Abg Richter(frs. Vp.): Ich beantrage, die Be- rathung des Bürgerlichen Gesetzbuchs von der Tagesordnung abzusetzen und werde event. den- selben Antrag in den nachfolgenden Sitzungen stellen. Ich halte es nicht für angemesse» für de» Reichstag und nicht entsprechend der Bedeutung des Bürgerlichen Gesetz- dlichs, in die Berathung»och in diesem Hochsommer einzutreleu. Die Gründe für meinen Antrag liegen in den äußeren Ver- Hältnissen, in der vorgeschrittenen Jahreszeit, in der Temperatur, welche die parlamentarischen Verhandlungen erheblich erschweren in der langen Sitzungsperiode. Wir sind jetzt in das zweite Hundert der Plenarsitzungen eingetreten und haben kaum einen sitzungsfreien Tag gehabt; wir haben die schwersten Gesetze gerade in dieser Session zu erledigen gehabt. Wir treten jetzt in die Jahreszeit. in der es auch bei bürgerlichen Familien herlömmlich ist, Erholung zu suchen. Wie schwer es ist, den Reichstag beschlußfähig zu erhalten, haben die letzten Tage dargethan, obgleich von den Parteien, welche das Zustandekommen des Gesetzbuches wünschen, notorisch alles ge- schehen ist, um ihre Freunde im Reichstage erscheinen zu lassen. Die Schwierigkeit der Situation erhellt auch aus de» Aeuße- rungen des Herrn Präsidenten über die Urlaubsgesuche und aus dem besonderen Appell des Ministers v. Aoetticher an die Mit- glieder. In einer solchen Situation befinden wir uns gegenüber der Berathung eines Gesetzes, welches über 2000 Paragraphen umfaßt, und darum ein ganzes Bündel von Materien, welche das Haus in einer Reihe von Sitzungen beschäftigen würden, so das Vereinsgesetz, der Dienstverlrag, der Wild- schadenersatz, die vermögensrechtliche Stellung der Frau, das Eherecht und das Ehescheidungsrechr der Frau. Wenn nun auch eine geschlossene Mehrheit im Hause vorhanden wäre, die das Gesetz zu stände bringen wollte, wie es in der Kommission beschloffen ist.— es ist dies aber nicht der Fall— so müßte doch der Minderheit Raum gegeben werden, entgegen- gesetzte Ansichten auszusprechen und in Form von Anträgen zur Abstimmung zu bringen. Das liegt auch im Interesse der All- gemeinheit, nicht blos der Minderheit. Es liegen bereits weil über 100 Abänderungsanträge vor. Je knapper sich»un die Präsenz herausstellt, um so zufälliger werden dadurch die Enl- sckeidungen da. wo die Ansichten auseinander gehen. Es wird sich mehr und mehr eine summarische Behandlung herausstellen. Es wird von der Arbeil, die bisher geleistet ist, nichts verloren gehen, denn die Session wird ja nicht geschlossen, sondern vertagt werden. Wenn wir sonst bis in den Juli tagten, so geschah es nur, wenn ein Interesse vorhanden ivar, daß ein Gesetz alsbald in kraft treten sollte. Ein solches liegt hier nicht vor. Das Gesetz soll ja erst 1900 in kraft treten, und da wird«ine Verzögerung von fünf Monaten i» der Berathung nichts ausmachen. Bis jetzt ist der Entwurf nur in engeren juristischen Kreisen, aber noch nicht hinreichend in der Oeffent- lichkeit behandelt. Es wird gemuntell, daß eine politische Situation eintreten könnte, welche das Gesetz gefährden könnte. Nachdem die Arbeit eininal so weit gediehen, kann ich mir keine politische Situation, keinen Ministerwechsel denken, der aus das Zustandekommen nachtheilig einwirken könnte. Wie das Gesetzbuch auch gestaltet wird, es wird manches ändern an hergebrachten Gewohnheiten und es wird manche Unzufrieden- heil anfangs hervorrufen, bis sich die Bevölkerung daran ge- wöhnt hat. Je mehr ohnehin die Einführung des Gesetzbuchs auf Schwierigkeiten stoßen wird, um so mehr sollte man alles vermeiden, was den Anschein erwecken könnte, als wenn das Gesetzbuch durch Ueberhastung zu stände gebracht worden ist. (Beifall links.) Abg. Lieber(Z.): Ganz im Gegensatz zum Vorredner schlageich vor, mit aller Ruhe und Besonnen- heit in die Berathung einzutreten. Meine politischen Freunde st e h e n e i n st i in in i g hinter diesem Vorschlage und zwar aus Rücksicht aus den baldigen Abschluß des große» nationalen Werkes mit allen seinen Folgeeinrichtungen vor dem Ablauf dieses Jahrhunderts und vor dem Erlöschen des Mandats dieses Reichstages. Wenn das Bürgerliche Gesetzbuch schon jetzt verabschiedet wird, kann im nächste» Winter das Handelsgesetz, das Gesetz über die Zwangs- Vollstreckung und über die Grundbuch-Ordnung erledigt werden. Für eine folgende Tagung würde die Zivilprozeß- und die Ronkursordnung und das Gesetz zum Schutze der Pfandbrief. Inhaber folgen. Ich will gar nicht erinnern an das Versicherungsgesetz und das Gesetz über das Verlagsrecht. Darüber werden wir doch wohl klar sein, daß es im Juteresse einer sachlichen kongruenten Erledigung dieser Dinge liegt, daß möglichst ein und derselbe Reichstag darüber befindet.(Sehr richtig! rechts.) Wenn die Dinge so liegen, so bleibt in der That kaum etwas anderes übrig, als mit Hintansetzung aller Sonder- rücksichien jetzt das Bürgerliche Gesetzbuch zu verabschieden und in den zwei Wintertagnngen, die uns noch vergönnt sein werden, die genannten Folgegeseye oder die wesenllichsten derselben zu er- ledigen. Diesem Reichstag ist dank der Enlwickelung der Dinge diese Aufgabe zugefallen, er steht vor der Frage, ob er im stände ist, sie seinerseits zu lösen.(Beifall im Zentrum und rechts.) Es ist ein öffentliches Geheimniß.und darf auch öffentlich ans- gesprochen werden: dank der Gewohnheit der Reichstagsmilglieder, die immer mehr um sich greift, werden die Beschlüsse nicht von einem beschlußfähigen Hause gefaßt. Die Auszählung der letzten Tage war eine Ouvertüre zur Oper, die heule aufgeführt wird (Heiterkeit). Es ist durch das Bureau festgestellt worden, daß unter dem Antrag auf namentliche Abstimmung eine ganze An- zahl von freisinnigen und sozialdemokratischen Abgeordnelen, deren Namen Redner verliest, gestanden haben, welche an der Abstimmung nicht theilgenommen habe»(Hwu� rechts und im Zentrum, Unruhe). Wer eine namentliche Abstiminnng unterstütz!, hat die Ehren- pflicht, daran theilzunehme» oder sich ausdrücklich der Abstimmung zu enthalten. Gegen solche Machenschaften die Beschlußfähigkeit des Reichstages herzustellen, das wird eine Kraftprobe sein für die dem Zustandekommen des Gesetzbuches freundlichen Parteien. Lassen Sie auszählen: ich hoffe, daß nach jeder Auszählung die Zahl der anwesenden Mitglieder sich vermehren wird.(Beifall im Zentrum.) Abg. v. Mantcnffel(k.): Ich stimme mit dem Vor- redner darin üderei», daß wir eine ehrenvolle Aufgabe haben mit der Berathung des Gesetzbuches. Aber ob diese Ehre dadurch verliert, daß wir das Gesetzbuch statt im Juni oder Juli im November oder Dezember berathen, das ist mir doch zweifelhaft. Der Reichstag erscheint mir dadurch nicht unfähig, daß er die Ausgabe nicht jetzt, sondern im Herbst löst. Aus den Ausführungen des Herrn v. Bötticher habe ich herausgehört, daß eine Vertagung nur eintritt, wenn wir artige Kinder sind. Schließt die Regierung die Session, dann trifft sie die Verantwortung, wenn die bisher geleisteten Arbeiten verloren gehen.(Sehr richtig! rechts.) Der größteTheil meinerFreunde wird dem Antrage des Herrn Richter auf Absetzung von der Tagesordnung Folge geben. Wir wollen die Aenderungen, die wir wünschen, nicht von Znsallsmajoritäten abhängig machen. Wir sind durchaus nicht gewillt, eine Obstruktionspolitik zu treiben und durch geflissentliches Fern- bleiben die Sitzung zu hintertreiben. Nach Wiöglichkeit werden wir zur Stelle sein. Ich habe aber die Besürchtung, daß es nichts nützen wird, daß wir hier sind, daß unsere Arbeit nichts nützen wird. Ader ich spreche die Hoffnung aus, daß zum Ende nicht der Schluß, sondern die Vertagung erfolgt. Warum das Bürgerliche Gesetzbuch nicht im Herbste zu stände kommen soll, ist mir ein Räthsel.(Beifall rechts.) Abg. v. Bennigsen(natl.): Als das Bürgerliche Gesetzbuch vorgelegt wurde, war die Meinung verbreitet, daß es unmöglich sein würde, ein solches Werk ebenso zu behandeln, wie gesetz- geberische Werke geringerer Art. Man meinte, wenn man es nicht eu bloc annehmen wolle, müsse man sich darauf be- schränke», nur die wichtigeren Bestimmungen einer Erörterung zu unterziehen. Wir haben ein Mehreres gethau. Wir haben eine Rom- miision mit der Durcharbeitung der Vorlage betraut, 4 Mouate hat diese Kommission mit Hingabe der Aufbabe sich gewidmet. Im wesentlichen ist das Werk aus der Kommission, unwesent- liche Abänderungen abgerechnet, so hervorgegangen, wie es dem Reichstag vorgelegt wurde. Herr Richter meint, die sorgfältige Prüfung solle jetzt erst beginnen! Sie hat seit 20 Jahre» statt- gefunden in ganz Deutschland, von allen irgendwie dazu be- ruienen Kreisen.(Sehr richtig! rechts, bei den Nationalliberalen und im Zentrum.) Das Urtheil der berufensten Männer ist das gewesen, daß das Ergebniß der zwanzigjährigen Arbeit wohl als Gesetz eingeführt werden könne. Wenn das Gesetz so be- handelt werden würde, wie Herr Richter es wünscht, dann würde ein schlechtes Urtheil zurückfallen auf die Volks- Vertretung. Ein großes Parlament würde bei einer solchen Thätigkeit, bei einer so wichtigen Aufgabe versagen. Solche großen Aufgabe» sind von anderen Staaten gelöst ivorde», zum theil freilich ohne Behinderung durch die Parka- m e n t e. In Sachsen und Baden hat man solche Aufgaben auch gelöst. Sollten jetzt nach einer Arbeit von 4 Monate» Schivierigkeiten erhöbe» werden, so lausen wir Gesahr, daß das Werk nicht beendet wird. Abg. Singer(Soz.): Meine Freunde und ich werden auS r ei n sachlichen Gründen für den Antrag Richter stimmen. D a s Z n st a n d e k o in ni e n d e s B ü r g e r l i ch e n Gesetzbuches zu hindern haben wir keineVeran- lassung, wir wollen auch keinerlei Obstruktion treiben. Aber wirhaben von vornherein dieMeinung gehabt, daß wir alle parlamentarischen Mittel anwenden müssen, um eine Ueberhastung zu verhindern. Wir werden uns nicht verhindern lassen, diejenigen Bestimmungen des Gesetzes, welche wir für wichtig halten, durch nament- liche Abstimmungen feststellen zu lassen. Die Verantwortung dafür, wenn dabei die Beschlußuufähigkeit sich herausstellt, fällt den Parteien zu, welche ihre Miiglieder nicht hier halten können. Daß namentliche A b st i m- in un gen beantragt sind auch von Mit- gliedern, die im Moment nicht anwesend sind, ist auch früher seitens anderer Parteien v o r g e k o in m e n. Die Fraktionen haben das Recht, geschlossen namentliche Abslimmunge» über wichtige Frage» zu beantragen. Die Bescheidenheit der Nationalliberaren ist ja bekannt. Für sie ist alles spruchreif, was vom Bundesraih kommt. Wenn es nach terrn v. Bennigsen ginge, hätte man der Kommission jede pezialberathung untersagt und das ganze Bürgerliche Gesetzbuch mit dreifachem Hurrah angenommen. Diese Auffassung haben wir nicht. Die verbündeten Regierungen scheinen nicht zu wissen, daß der Reichstag ein dem Bundesrath gleich. berechtigter Faktor ist. Wie hätte er sonst sagen können, es würde nur des Wunsches des Bundesraths bedürfen, um den Reichstag beschlußfähig zu machen. Umgekehrt, es wäre verständlicher, wenn man sagte: Es bedürfe nur des Wlinschis des vom Volke gewählten Reichstages, um den Bundesrath dem Beschlüsse des Reichstages geneigt zu machen. (Zustimmung links.) Sachliche Gründe sprechen für das Verlangen der verbündeten Regierungen nicht. Ebenso gut wie im Juni und Juli kann die Berathung im Oktober und November stattfinden. Haben die Juristen 20 Jahre zur Vorbereitung gebraucht, dann ist es unrichtig, dem Reichetage zuzllinuthen.dieSachein einigenWochen durchzupeitschen. Die Reichstags-Milglieder haben ihren Verpflichtungen voll ge- nügt, wenn sie acht Monate am Platze gewesen sind. Die Verpflichtung der Abgeordneten hat doch schließlich auch eine Grenze und die Ueberschreitung kann doch nur gefordert werden, wenn sonst ein Schaden entsteht. Ein solcher Schaden ist aber nicht möglich. Die Regierung hat ja die Möglichkeit, die Session schon zum Oktober einzuberufen, damit der Reichstag vor Weihnachten das Bürgerliche Gesetzbuch erledigen kann. Herr v.Bennigsen meint, daß alle Kreise bei der Vorberathung betheiligt gewesen sind. ES sind nur Juristen gewesen, die bis jetzt be- t heiligt waren.(Widerspruch bei den Nationalliberalen.) Es sind außerdem ein paar Mitglieder der In- dustrie und Hochfinanz zugezogen, aber die große Masse der Arbeiter war nicht vertreten. Aber was die Herren vermeiden wollen, die Ein- Mischung des Volkes, daswünschen wir dringend. Wir wollen, daß die Gesetzgebung, wenn auch nicht von der Zu- stimmung, so doch von dem Verständniß des Volkes getragen werden soll. Wir haben keine Eile, wenn das Gesetzbuch im Jahre 1900 in kraft treten soll. Wir haben nichts dagegen, daß dieser Reichstag die Sache erledigt; Herr Lieber betrachtet es wohl als eine besondere Ehre für das Zentrum, die Vorlage zustande gebracht zu haben. Aber wir werden ja die Herren auch im Herbst noch sehen. Ich stehe unter dem Eindruck, als ob es eine gewaltsame Anspannung ist unter Zuhilfenahme nationaler Redewendungen die Berathung durchzudrücken. Man sollte doch gegenüber dem Wunsche einer großen Minderheit des Hauses die Berathungen lieber vertagen. Von einer Ein- stimmigkeit war vor einigen Tagen im Zentrum noch keine Rede; die damals noch zweifelbaften Herren sind wohl beruhigt durch die Erklärung bezüglich der Justiznovelle. An den praktischen Gründen der nichlgenügenden Besetzung des Hauses werden wir scheitern mit der Berathung, und die Herren, die die Würde des Reichstages immer so hervorheben, sollten sich die Frage stellen, ob es der Würde des Reichstages entspricht, fort- gesetzt der Gefahr der Beschlußunfähigkeit ausgesetzt zu sein. Staatssekretär v. Boctticher: Ich habe meine ersten Be- merkungen angeknüpft an die Frage des Abg. Rintelen wegen der Justiznovelle. Ich habe der Wahrheit und den Erwägungen der Regierungen entsprechend mittheilen können, daß es in der Absicht des Reichskanzlers liegt, nach Zustandekommen des Bürgerlichen Gesetzbuchs dem Kaiser die Vertagung des Reichs- tages vorzuschlagen, daß es die Absicht der verbündeten Re- gierunge» sei, die Vorlage noch jetzt ohne Unterbrechung zu stände zu bringen. Ich habe durchaus keinen Zwang auf den Reichstag ausüben wollen. Ein solcher Zwang wird erschrecklich wenig ausmachen. Die Regierungen wünschen das Gksetz zu stände zu bringen und ich habe damit die Hoffnung verknüpft, daß dadurch auch die bisher säumigen Mitglieder sich zum Erscheinen veranlaßt sehen werden. Ist es denn eine so große Zu- mulhung an den Reichstag, jetzt noch weiter zu berathen? Ver- gessen denn die Herren, daß die Session später angejangen hat als sonst?(Zuruf: warum?) Das warum braucht nian heute nicht mehr zu untersuchen. Frühere Reichstagssessionen sind bis in den Juli hinein ausgedehnt worden und haben früher be- gönnen. Ich erinnere nur an die Session des Zolltarifs, wo wir bis Juli gesessen haben. Es handelt sich um eine Vorlage der verbündeten Regierungen, deren Berathung dem Reichstage obliegt. Will er sich dieser Verpflichtung entziehen, dann hat der Reichs- lag die Gründe anzugeben. Und wo sind die Gründe? Die Wärme! Ich glaube, es giebt kaum in Deutschland einen kühleren Raum als diesen Saal! zsGroße Heiterkeit.) Im Anschluß an die Kommissionsberathung ist es leichter, sachlich die Vorlage zu diskuliren, als wenn 5—6 Monate darüber hingehen. Die Be- völkerung soll noch gar nicht zum Wort gekommen sein! Die Beschlüsse der Kommission sind publizirt worden; jedermann hat Veranlassung und Gelegenheit gehabt, sich darüber klar zu werden.(Widerspruch links.) Es wäre viel leichter gewesen, die einzelnen Beschlüsse der Kritik zu unterziehen, als jetzt das ganze Gesetzbuch von mehreren tausend Paragraphen. Sachliche Gründe sind mir weiter nicht klar geworden als die Wärme, und da hat der Himmel heute auch schon ein Einsehen. (Heiterkeit.) Hoffentlich wird dadurch die Arbeitslust etwa? ge- fordert. Herrn v. Manteuffel bemerke ich, daß ich darüber gar nicht gesprochen habe, was eintreten wird, wenn das Bürgerliche Gesetzbuch nicht berathen wird. Darüber ist noch kein Beschluß gefaßt und es ist garnicht abzusehen, wie ein solcher Beschluß vom Kaiser ausgefaßt wird. Daß die Regierung genöthigt wäre. eine Vertagung eintreten zu lassen, kann ich nicht zugeben. Wenn das Bürgerliche Gesetzbuch iu der Form der Kommisstons- beschlüsse wieder vorgelegt werden würde in der nächsten Session, so könnte ja ohne Kommissionsberathung sofort die zweite Lesung vorgenommen werden, ich kann nur den Wunsch wiederholen, daß es deni Reichstag gefallen möge, das große nationale Werk zu stände zu bringen. Abg. v. Stumm(Rp.): Jede Partei, ich möchte sagen jedes Mitglied des Hauses weiß ganz genau, wie es sich zu dem Gesetzbuch stellt. Ich beschränke mich daher darauf, zu erklären, daß meine Freunde gewillt sind, das Gesetzbuch jetzt noch zu erledigen und nicht bis zum Herbst zu vertagen. Wir sind gewillt, das schwere Opfer zu bringen und bis in den Juli hier zusammen zu bleiben. Das Opfer ist kein kleines; denn die Hitze im Saale ist zwar keine große, aber unsere Arbeiten beschränken sich nicht blos auf den Saal. Aber wir wollen trotzdem die Vorlage möglichst schnell erledigen und werden gegen den Antrag Richter stimmen. Abg. Rickert(frs. Vg.): Ich habe schon bei der ersten Be- rathung mich im Auftrage meiner Freunde sür die un- unterbrochene Berathung des Bürgerlichen Gje setzbnches ausgesprochen. Alle Bevölkerungs- klaffen, alle Korporationen haben sich eingehend aus- gesprochen; die Sache ist durchaus spruchreif. Ist denn der Reichstag nicht ziemlich stark besetzt? Wenn man jeden Tag die Beschlußfähigkeit bezweifelt, ja, nennen Sie mir doch ein Parlament, welches immer beschlußfähig ist. In Paris tagen die Abgeordneten wegen der Zuckersleuer, würden Sie(nach rechts deutend) nicht solcher Liebesgabe wegen auch im Sommer hier bleiben?(Zustimmung im Zentrum.) Wir haben durchaus nicht die Neigung, die Vorlage durch- zupeilschen und die Minderheit zu vergewaltigen. Abg. v. Dzicmbotvski erklärt namens der Polen, daß sie gegen den Antrag Richter stimmen würden, weil sie nicht in den Verdacht kommen wollen, dem Bürgerlichen Gesetzbuch Schwierig- keilen zu bereiten und weil sie verhindern wollen, daß durch die Vertagung des Bürgerlichen Gesetzbuches die Justiznovelle in den Hintergrund gedrängt wird. Abg. v. Hodenbcrg erklärt namens der Welsen die Zu- stimmung zum Antrage Richter. Abg. Spahn(Z.): Meine Freunde haben durchaus keine Neigung, irgend jemandem das Wort abzuschneiden. Ich muß be- streiten, daß Mitglieder meiner Partei namentliche Abstimmung beantragt haben, ohne anwesend zu sein. Die Sozialdemokrale» sind mit ihren Anträgen vollständig fertig; es liegt also für sie gar kein Grund vor, die Berathung hinauszuschieben. Wenn wir nicht jetzt, sondern erst im Herbst das Bürgerliche Gesetzbuch erledigen, dann wird auch erst im Herbst die Grundlage ge- schaffen für die Zievision des Handelsgesetzbuches und diese kam» in der nächsten Session nicht mehr vorgelegt werden. Abg. Viclhabe»(Reform-P.): Meine persönliche Stellung habe ich dargelegt, als ich aus der Kommission ausschied. Meine Freunde theilen meine Gründe durchaus. Diejenigen, welche für die schleunige Durchberalhung gesprochen haben, haben immer nur die Resignation betont, die sie geübt haben. Aber diese ist klein gegenüber der Resignation, die sich das deutsche Volk auserlegen muß, indem es sich dem neuen Gesetzbuch anoequemen muß. Wenn die Vorlage durch- gedrückt wird, dann wird sie vom Volke mit Mißmulh au'genommen werden. Herr Lieber hat den Parteien eine Strafpredigt gehalten über die Nichtanwesenheit von Mit- gliedern, die aber an eine falsche Adresse gerichtet war. Ich sehe sie haben felbst dieses Werk als das größte des Jahrhunderts| gelehnt; ebenso werden alle übrigen Anträge verworfen und ble im Zentrum jetzt Herren, die ich garnicht kenne, die während bezeichnet und können es nicht an diesem Punkte scheitern lassen. Beschlüsse der Kommission unverändert angenommen. Desgleichen der ganzen Seffion noch nicht hier gewesen find.( Große Heiter- Das Zentrum ist von seinen früheren freiheitlichen Anschauungen der zweite Abschnitt( SS8 86-99) Sachen" und der dritte Abteit.) Das Zentrum kommt mit ganz neuen Kräften.( Heiterfeit.) zurückgekommen; es hätte hier darauf bestehen können, das Vereins- schnitt(§§ 100-111) Rechtsgeschäfte", nachdem ein Antrag der Viermal hat der Reichstag gezeigt, daß er über die ganze fleine recht richtig zu gestalten, denn die verbündeten Regierungen haben Sozialdemokraten zu§ 109 abgelehnt ist, wonach die Ergänzung Vorlage zur Gewerbe- Ordnung nicht abstimmen kann, und diesem nicht erklärt, daß das Gesetzbuch daran scheitern wird.( Wider- der Ermächtigung des gefeßlichen Vertreters von Minderjährigen Reichstag traut man die Kraft zu, noch jetzt das Bürgerliche spruch im Zentrum.) Wenn solche Worte gefallen sind, dann statt durch das Vormundschaftsgericht durch die Gemeindebehörde Gesetzbuch durchzubringen! find das nur subjektive Anschauungen des einen oder anderen bewirkt werden soll. Abg. Haußmann( südd. Vp.): Auch ich halte es für eine Regierungsvertreters gewesen. Zum zweiten Titel: Willenserklärungen"( SS 112-140) den Antrag Richter stimmen. ehrenvolle Aufgabe, das Bürgerliche Gesetzbuch fertigzustellen. Abg. Gröber( 3.): Die Erklärung, daß wegen der Ge- liegt zum§ 122 ein Antrag der Polen vor, wonach Personen, Aber ich glaube nicht, daß das jetzt möglich sein wird.( Buruf: ftaltung des Vereinsrechts das ganze Gesetzbuch scheitern würde, welche zur Zeit der Unterzeichnung einer Urkunde nicht imftande wo sind denn Ihre Freunde?) Der Streitpunkte giebt es eine ist fategorisch abgegeben worden, sonst hätten wir uns niemals sind, sich ohne Beihilfe eines anderen Kenntniß von ihrem Inso große Bahl, daß man mindestens drei Wochen zur Durch bereitfinden lassen, von den Beschlüssen der ersten Lesung ab halt zu verschaffen, nur insoweit verpflichtet sein sollen, als berathung brauchen wird. Wir lehnen die Verantwortung dafür zuweichen, obgleich diese Beschlüsse vielfach überschätzt werden; ihnen nachgewiesen werden kann, daß der Inhalt des Schriftab, daß Ünzuträglichkeiten infolge der schleunigen Berathung in denn eine Vereinsfreiheit würde dadurch nicht geschaffen; stücks dem Gewollten entsprochen hat. An das Gesetzbuch hineinkommen und werden einstimmig für denn das Gesetzbuch beschränkt sich nur auf die privat Abg. v. Dziembowski tritt für den Antrag ein, dessen Abrechtliche Regelung der Vereine. Was nügt einem lehnung Abg. Bachem empfiehlt. Abg. v. Cuny( natl.): Wer sind denn die wir?( Große Verein die Rechtsfähigkeit, der durch die Verwaltung Der Titel wird unverändert genehmigt; ebenso der dritte Heiterkeit und Zustimmung.) Herr Haußmann ist ja ganz allein in jedem Augenblicke aufgelöst werden kann? Durch die Anträge Tittel: Bertrag", der vierte Titel: Bedingungen und Beit von seinen Freunden anwesend( Lebhafte Bustimmung), und seine der Freifinnigen wird auch keine Vereinsfreiheit geschaffen, denn bestimmungen, Friften, Termine", und der fünfte Abschnitt: Bei letzterem werden zwei von dem Abg. Freunde waren überhaupt in der letzten Beit gar nicht hier. fie stehen auch auf dem Boden der Normativbestimmungen und Verjährung". Hat Herr Haußmann denn die letzten 20 Jahre nicht miterlebt? enthalten feine grundsätzlichen Abweichungen. Da es möglich ist, roh me vertheidigte sozialdemokratische Anträge und ein Es ist kein einziger Antrag gestellt, der nicht schon bei den durch Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Antrag des Abg. Bassermann( nail.) nach kurzer Debatte früheren Vorberathungen gestellt und erwogen worden wäre. Haftung Vermögensrechte für eine Mehrzahl von Personen abgelehnt. ( Sehr richtig!) Um dieses Wert, nach welchem die Nation ver- zu erwerben, so haben die vermögensrechtlichen Bestimmungen des Angenommen wurde noch ohne Debatte der sechie Abschnitt langt, zu fördern, haben wir die Verpflichtung, alles zu thun, Bürgerlichen Gesetzbuches überhaupt teine große Bedeutung mehr. Selbstvertheidigung und Selbsthilfe" und der siebente Abschnitt was in unseren Kräften steht. Den Polen erkläre ich, daß wir Für gemeinnüßige Vereine ist die Eintragung in das Register er" Sicherheitsleistungen". in keiner Weise der Berathung von Anträgen uns entgegenstellen leichtert worden; es find nur für politische, soziale und religiöse Damit ist das erste Buch unverändert nach den Kommissionswollen. Vereine Ausnahmebestimmungen getroffen; aber auch in bezug beschlüssen angenommen. darauf sind Abweichungen von der Regierungsvorlage vorgesehen, Gegen 5 Uhr wird die weitere Berathung auf Sonns indem nicht die Verwaltungsbehörden, sondern die Verwaltungs- a bend 11 Uhr vertagt. gerichte zur Entscheidung bestimmt sind, wie das züglich der Krankenfaffen u. f. w. schon früher geschehen ist. Die Vorwürfe gegen das Zentrum find also unberechtigt, denn wir haben nur das bestehende Recht weiter gebildet. Wir können also getrost dem Urtheil der Zukunft entAbg. v. Buchka( t.): Die Erklärungen der verbündeten Regierungen haben ergeben, daß mit einem Vereinsrecht nach dem Wunsche des Herrn Lenzmann das Bürgerliche Gefeßbuch nicht zu stande kommt. Abg. Haußmann: In einem Augenblicke, wo man nicht weiß, ob überhaupt weiter berathen wird, ist es nicht nothwendig, daß alle Mitglieder anwesend sind. Es sind nur Juriften hier; wenn mein Kollege Payer fehlt, so liegt das daran, daß er wieder schwer erkrankt ist. Zu wichtigen Berathungen und Abstimmungen werden sich meine Freunde einfinden. Solche persönlichen Dinge sollte man nicht hineinziehen.( Lebhafter Widerspruch.) Damit alle meine Freunde anwesend sein können, unterstüße gegensehen. ich den Antrag Richter, die Berathung bis zum Herbst zu vertagen. Damit schließt die Debatte. Gegen die Stimmen der Sozial demokraten, der Freisinnigen und der Süddeutschen Volkspartei, der Deutschen Reformpartei, der Welfen und der Mehrheit der Konservativen wird der Antrag Richter abgelehnt. " be= Tokales. gegen = Majestäts. Kunert Gefängniß gegangen, um die drei Monate abzubißen, die eine Unser Kollege Fritz Kunert ist am geftrigen Tage ins hiesige Straffammer ihn wegen beleidigung erkannt hat, nachdem eine andere Strafkammer an demselben Landgericht in der inkriminirten Notiz nichts Strafbares batte entdecken fönnen. Bezeichnend für den Stand unserer Justizpflege ist sowohl dieser Verlauf des Prozesses, als Abg. Stadthagen( Soz.): Ich wundere mich, daß die auch die Umstände, welche dem Vollzug der Strafe vorangingen. Freifinnigen unserem Antrag widersprechen, da unser Antrag Kunert, der bekanntlich in dem einer Nachwahl unterliegenden Darauf wird in die Spezialberathung eingetreten. Die der einzig fonsequente und den realen Verhältnissen des Wahlkreise Halle als sozialdemokratischer Reichstags= §§ 1-5 werden ohne Debatte angenommen. Zu§ 6, wonach Lebens, der Gerechtigkeit, Billigkeit und Nothwendigkeit allein kandidat aufgestellt ist, hatte an den Staatsanwalt ein entmündigt werden kann u. a.: Wer infolge von Truntfucht entspricht. Ob der Antrag der Kommission oder der des Ab- Gesuch um kurzen Strafaufschub gerichtet, damit er nicht in der feine Angelegenheiten nicht zu besorgen vermag oder seine Familie geordneten Lenzmann und seiner Freunde angenommen oder ab- Wahrnehmung seines passiven Wahlrechts gehindert werde. Dies der Gefahr des Nothstandes aussetzt oder die Sicherheit anderer gelehnt wird, kann der Arbeiterklasse gleichgiltig sein, denn ein Gesuch hat der Staatsanwalt abgelehnt und gefährdet", beantragen die Sozialdemokraten, diese Bestimmung prinzipieller weittragender Unterschieb existirt zwischen diesen mußte 14 Tage vor dem Wahltermin ins Gefängniß wandern. au ftreichen. beiden Anträgen nicht: beide find werthlos und einer politisch Nach allen bisherigen Erfahrungen sind derartige Aeußerungen Abg. Lenzmann( frs. Wp.): Nachdem beschlossen ist, in die reifen Bevölkerung unwürdig. Auch der Antrag Lenzmann giebt unserer Strafjustiz nur geeignet, im arbeitenden Volt die ShinSpezialberathung einzutreten, werden meine Freunde sich an der dem Staatsanwalt die Bollmacht, einen Verein unter Umständen pathien für einen Reichstags- Kandidaten zu stärken, und so hoffen Berathung betheiligen; sie beabsichtigen nicht, Obfofort zu erbroffeln. Bei der intellektuellen Abhängigkeit des wir, daß es dem Gifer und dem agitatorischen Geschick struktion zu treiben. Redner spricht sich gegen den Richters werden trotz des Mangels an Intelligenz, welcher viele unserer Parteigenossen im Halleschen Wahlkreise gelingen möge, Antrag der Sozialdemokraten aus. Staatsanwälte auszeichnet, die Richter dem Verlangen unserm Kunert am Tage der Nachwahl eine frohe Botschaft Abg. Frohme( Soz.) befürwortet den Antrag, weil derfelbe des Staatsanwalts faft ftets nachgeben. Unser An ins Gefängniß zu senden! burchaus tein geeignetes Mittel sei, die Trunksucht zu bekämpfen. trag will daffelbe, was Professor Sohm für selbstverständlich Abg. Bachem( 3.): Ein solches Mittel soll die Bestimmung erachtet hat. Lediglich die Furcht vor der Sozial- Zum Volksfest in Weißensee, das bekanntlich morgen, nicht sein; es soll den Trunksüchtigen nur unschädlich machen. Demokratie und vor der Arbeiterklasse hat dahin geführt, Sonntag, stattfindet, geben wir den Genossen nochmals die Lokale Namentlich für viele Arbeiterfamilien würde das von Vortheil sein. daß unsere Forderungen nicht erfüllt werden. Ich persönlich bekannt, welche uns zu Versammlungen zur Verfügung stehen: Abg. Stadthagen( Soz.) beantragt, wenigstens die Worte gebe ja für die Praxis feinen Pfifferling auf die Unterlassung, Arthur Hähling, Langhansstr. 106. Schüßen. Café oder sich oder seine Familie der Gefahr des Nothstandes aus die nach dieser Richtung hin das Gefeß sich zu schulden kommen Garten, Heinersdorferweg, Generalstraßen Ecke. fett", zu streichen, da diese Bestimmung für ganz Deutschland läßt. Eine Partei, die durch Jahrzehnte trotz des Ausnahme- Rettig, Berlinerstr. Schmied's Ballsalon, Heinersneues Recht schaffen würde. Die Bestimmung würde ein gefeßes und trotz aller Polizeis und Staatsanwalts- Chitanen fich dorferfir. 3. Schloß Weißenfee( Sternecker) Inh. Schent. Klaffengeses sein, denn die Reichen würden nicht dazu und ihre Vereine aufrecht erhalten hat, wird auch papierne Bor- Abel's Bereinshaus, Charlottenburgerstr. 150. De wein, tommen, ihre Familien in Nothstand zu versetzen. Die Be- schriften nicht zu fürchten brauchen, die andere Bereine, wenn Gesellschaftshaus, Rönig- Chauffee 96. ftimmung würde dazu führen, Zu empfehlen: Pfeifen Müller, König- Chauffee 38. aus politischen und sie königlich preußische Genehmigung erhalten, mit RechtsSonstigen Gründen Arbeiter wegen Trunksucht zu ent fähigkeit betleiden. Bieber gar keine gefeßlich an- rent( Sängerheim), König- Chauffee 41. Brennert( Bur mündigen. Wie soll denn die Trunksucht definirt werden? er tannte Rechtsfähigkeit, als eine von kaiserlich deutscher Leuchtkugel), König- Chauffee 46. Spetmann, König- Chauffee 55. Emil Ist die Sucht zu trinken, der Durst nicht etwas ganz Natürliches? oder föniglich preußischer Verwaltungsgnade abhängige. orrer, Straßburgerftr. 56. Sühne, Rölfeftr. 20. ( Heiterkeit.) Selbst wenn Sie unsern Antrag annähmen und damit der Ge- Kessel, Charlottenburgerstr. 151. Da mbed, Lederstr. 15. Abg. v. Cuny( natt.) spricht sich gegen die Anträge auf rechtigkeit auf dem Papier genügen, würde man versuchen, Wir bitten die Genossen, besonders auf diese Liste achten zu Streichung aus und bestreitet, daß die Bestimmung eine Aus- gegen uns ein anderes Maß anzuwenden nach dem schönen wollen und nur dort ihre Einkäufe vorzunehmen, wo Volksfest Die Lokal Kommission. nahmemaßregel für die Arbeiter sei. Wort des preußischen Justizminifters: wenn zwei dasselbe thun, Plakate aushängen. Abg. Bebel( Soz): Das hat eigentlich Herr Bachem au- ist es nicht dasselbe. Das Gesetz hat lediglich einfach dem wirth- Der Ausschuß der Stadtverordneten- Bersammlung zur Vor gegeben durch seine letzte Aeußerung. Unser ganzes Entmündigungs- fchaftlichen und politischen Bedürfniß zu folgen und die Verberathung der Magistratsvorlage wegen Ankaufs eines Theiles verfahren leidet an schweren Mängeln, ohne daß es möglich ist, einigung von 2, 3 und 10 Personen zu einem gemeinsamen 3weck des Grundstückes Oberbergerstraße 57/59 zum Zwecke der Ereine Verbesserung herbeizuführen. als Verein anzuerkennen. Es müßte in dem Gefeße nicht stehen: richtung einer Voltsbadeanstalt hat unter dem Vorsitz des Staatssekretär Nieberding: In dieser Beziehung kann ich jeder Verein, der die und die Zwecke verfolgt, kann die Stadtverordneten Kalisch und in Anwesenheit des Stadtraths den Vorredner und das Haus beruhigen. In den Kreis der Be Rechtsfähigkeit erlangen, sondern: jeder Verein, jebe Borchardt beschlossen, der Versammlung zu empfehlen, sich im stimmungen der Zivilprozeßordnung, welche einer Aenderung Körperschaft ist rechtsfähig eo ipso. Thatfächlich wird Prinzip mit der Erbauung einer Badeanstalt auf dem genannten unterzogen werden sollen, gehören auch die Bestimmungen über dies auch in der Praxis anerkannt; einem Verein, dem Gelder Grundstück einverstanden zu erklären, jedoch den Antrag des die Entmündigung. Je schneller mir das Bürgerliche Gesetzbuch unterschlagen werden, müßte sonst die Befizfähigkeit Magistrats auf Erwerb eines Theil es dieses Grundstücks fertigstellen, desto eher wird auch die Revision dieser Vorschriften abgesprochen werden. Warum gießt man nicht, was wirthschaft abzulehnen und denselben zu ersuchen, schleunigst eine Vorlage vorgenommen werden können und es werden dabei auch für die lich, politisch und im Interesse von Treu und Glauben erforder über Ankauf des ganzen Grundstücks der Versammlung zugehen Entmündigung infolge von Trunksucht die nöthigen Rautelen lich ist, in Gesetzesform? Man fürchtet die sozial zu lassen. geschaffen werden. demokratischen Vereine, deren Stärke ja in dem SoliAus dem Rathhause. daritätsbewußtsein, in der Uebereinstimmung der einzelnen MitDie Diskussion wird geschlossen. Es ist in Anregung gebracht glieder bezüglich der Ziele und in der Richtigkeit ihrer Biele worden, einzelne Gebäude der Gewerbe- Ausstellung in Treptow liegt. Man glaubt, ihnen durch solche Vorschriften den Garaus dauernd zu erhalten. Das Magiftratskollegium bat beschlossen, machen zu tönnen. Solcher Köhlerglauben ist aber vollständig eine fiebengliedrige Kommission aus seiner Mitte zur Vors verkehrt. Sie können uns nicht im mindesten schaden, daß Sie berathung dieser Frage einzufezen. In ihrer geheimen Sigung unseren Bereinen teine Rechtsfähigkeit" geben wollen, Sie geben hat die Stadtverordneten- Versammlung den Antrag des Magistrats, § 6 wird unter Ablehnung der sozialdemo- uns damit nur die Möglichkeit, immer wieder der Arbeiterklasse den Herrn Dr. Kallmann auf weitere sechs Jahre mit seinem tratischen Anträge nach den Beschlüssen der Kom- zu zeigen, wie fie schlechter als andere Bürger behandelt werde. gegenwärtigen Einkommen als städtischer Elektrotechnifer anzumiffion angenommen; ebenso ohne Debatte die§§ 7 bis 20. Fragen Sie die Arbeiterklasse, ob sie lieber feine privat- ftellen, genehmigt, jedoch den Magiftrat gleichzeitig ersucht, Herrn Der zweite Titel,§§ 21 bis 85, betrifft die juristische rechtliche Rechtsfähigkeit haben will, oder so, wie Sie es Dr. Kallmann definitiv anzustellen. Person. hier vorschlagen, eine von Polizeignaden, so würde Katzenjammer. Ein beträchtliches Defizit hat der Feftzug die einstimmige Antwort aller flaffenbewußten Arbeiter der Künstler vom 9. Mai im Gefolge gehabt. Ein vom Ausschuß sein: lieber feine als solche Rechtsfähigkeit, die abhängig sein der Akademiker an den Magistrat gerichtetes Gesuch, den Dalles soll von der Genehmigung der Staatsanwälte u. f. w. Es wäre durch einen Geldzuschuß aus städtischen Mitteln zu lindern, ist in in der That beffer, diefe ganze Bestimmung über die Vereine der gestrigen Magistratsfizung abgelehnt worden. aus dem Gesetz zu streichen. Nur Rauch, Rauf- und Saufvereine sollen rechtsfähig sein, Vereine aber, die sich mit ernsten, fulturellen Dingen beschäftigen, nicht. Wollen Sie Bestimmungen derart-nun gut. Ich danke für solche. Ich wünsche Ihren Raffeeklatschvereinen von Herzen, daß sie gezwungen werden, nur Kaffee zu trinken und niemals versuchen, ein verständiges Wort über politische Dinge zu sprechen. Sie sprechen damit dem deutschen Wir aber Bolte die Mündigkeit in politischen Dingen ab. b) Die Bereinsmitgliedschaft ist unveräußerlich. Die Aus- werden unsere Ziele erreichen troß und neben dem Gesetze, das übung der einzelnen Mitgliedsrechte ist unübertragbar." aus Furcht vor uns hinter jedem verständigen Verlangen hinten Abg. Lenzmann( frf. Vg.): Da3 Bürgerliche Geseh nach bleibt. Redner empfiehlt den Antrag seiner Fraktion zur Annahme. buch wird nicht zur Rechtseinheit in Deutsch= land führen, denn überall heißt es: unberührt Abg. v. Stumm( Rp.): An sich hat mir die Regierungsbleibt die und die Bestimmung. Wer einen vorlage schon nicht gefallen, weil sie an die Stelle der Einräumung Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch schreiben will, wird eines Privilegs nur ein Einspruchsrecht gesezt hat. Die Kommission zugleich einen Kommentar zu allen Partikulargefeßen schreiben ist noch weiter gegangen und hat die Entscheidung dem Veranüffen; es wird keine Rechtseinheit, sondern eine völlige waltungsgericht anstatt der Verwaltungsbehörde übertragen. Die Rechtstonfusion herrschen. Redner spricht sich für die Auf- Buftimmung zu diesem Kompromiß wird mir sehr schwer; aber stellung von Normativbestimmungen für die Vereine aus und im Interesse des Zustandekommens wollen wir dafür stimmen, bekämpft die Beschlüsse der Kommission. Man darf in der Be- aber ich sage: Bis hierher und nicht weiter! Nachdem in der schränkung der Vereine nicht zu weit gehen. Bedenklich fet es, Rommiffion eine große Mehrheit sich vereinigt hat auf eine bedaß z. B. das Reichs- Justizamt die Erörterung von Vereinen stimmte Faffung, ist es bedenklich mit kleinen Modifikationen im der Impfgegner, der Atheisten, ja solcher Personen, Plenum vorzugehen. welche Abg. v. Strombeck( 3.) beantragt, den§ 21 folgendermaßen ben Austritt aus der Landeskirche wünschen, in das Register verbieten will. Man müsse au faffen: Bereine zu gemeinnüßigen, wohlthätigen, geselligen, Die Entnahme von Nahrungsmitteln zum Zwecke der UnterEin wissenschaftlichen, fünstlerischen oder andere nicht auf einen wirth- fuchung erfolgt nicht durch uniformirte Beamte, sondern um die den politischen Vereinen die tragung in bas Register gewähren, denn schaftlichen Geschäftsbetrieb gerichteten Zwecken erlangen Rechts- Gewerbetreibenden vor unnöthiger Bloßstellung zu schüßen, schon Behörde werde das Aufsichtsrecht der werde dadurch nicht fähigkeit durch Eintragung in das Vereinsregister." Der Antrag feit Jahren durch Beamte in Zivil. Von den Beamten der beseitigt. Die Entscheidung über die Eintragung der ist ein lediglich redaktioneller. Redner erklärt sich dagegen, daß Nahrungsmittel- Polizei trägt überhaupt nur einer Uniform, und Vereine und über die Entziehung der Rechts- nach einem Antrage Lenzmann in seinen Antrag auch die Berufs auch diesem ist das Tragen von Zivilkleidern gestattet. fähigkeit muß ben ordentlichen Gerichten vereine eingeschaltet werden. Die Gewerbetreibenden, bei denen Waarenproben zum Zwecke Abg. v. Dziembowski Pomian erklärt sich namens der behördlicher Untersuchung angekauft werden, haben gefezlich das übertragen werden und nicht den politischen Behörden. Wenn die Bestimmungen über das Vereinsrecht Polen für die Beschlüsse der Kommission erster Lesung. Recht, fich eine amtlich verschlossene Gegenprobe zurückzubehalten. nach unseren Wünschen angenommen werden, so werden die ver- Damit schließt die Debatte. Der Antrag der Sozialdemos Sie auf dieses Recht in jedem Falle noch besonders aufbündeten Regierungen daran das Gesetzbuch nicht scheitern laffen; traten wird gegen die Stimmen dieser und der Antisemiten ab- I merksam machen zu lassen, dazu liegt um so weniger ein Abg. Jskraut( Reform- B.) zur Geschäftsordnung: Jch be zweifle die Beschlußfähigkeit des Hauses.( Große Unruhe. Wehr fache Rufe: Bfui!) Präsident von Buol: Das Bureau ist einstimmig der Anficht, daß das Haus beschlußfähig ist.( Lebhafter Beifall.) Die Sozialdemokraten beantragen, an die Stelle diefes ganzen Abschnittes folgende Bestimmungen zu sehen: a) Die Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie alle Vereine mit körperschaftlicher Verfassung sind als solche ver mögensfähig. Ein Verein besitzt eine törperschaftliche Verfassung, wenn die Verwaltung der gemeinsamen Angelegenheiten einem Vorstand mit fagungsmäßiger Vollmacht übertragen ist. Die Saßung muß fchriftlich abgefaßt sein. Die reichsgefeglich bereits geregelten Rörperschaften, Genoffenschaften und sonstigen Vereine bleiben bei dem bisherigen Rechte. auch 0 1 ,, Die Geheimnisse des Zeremonienmeisters", jener vor furzem hinlänglich von uns gekennzeichnete Hofroman", ist, wie Cäsar uns die Buchhandlung von Cafar Schmidt in Zürich meldet, in Preußen, Sachsen, Württemberg, den Reichslanden und im Großherzogthum Baden verboten worden. Weiter theilt uns die Buchhandlung mit, daß sie, wie ja nach den bekannten Beispielen vorauszusehen war, bereits 4000 Exemplare von dem Buche abgesetzt habe. Unser Urtheil über dies öde Opus brauchen wir nicht zu wiederholen, doch veranlaßt uns eine fürzlich anscheinend offiziös verbreitete Notiz, der Annahme entgegen zu treten, daß der Roman Unsittliches enthalte. Von Unfittlichkeit ist selbst nach prüder Auffassung teine Spur in dem Werte, und die neueste Aufwärmung der efelhaften Affäre Roge würde wahrscheinlich selbst bei dem fenfationslüfternen Theil des Publikums nicht verfangen, wenn nicht aus dem Ding eine große Haupt- und Staatsaktion gemacht worden wäre. Die Handhabung der Nahrungsmittel: Kontrolle bes treffend, wird offiziös folgendes berichtet: Ueber die Handhabung der Nahrungsmittel- Kontrolle durch die hiesige Polizei sind in Streifen betheiligter Staufleute und Industrieller Klagen erhoben worden, die, nachdem sie zum theil ihren Weg in die Presse ge funden haben, einer Widerlegung bedürfen, weil sie geeignet sind, die öffentliche Meinung zu beirren. Grund vor, als ohne dies regelmäßig vom Polizeipräsidium eine schweren Rarbunkeloperation dicke Erbfen! Beide haben nichts holt Nacken und Hals an der Wasserleitung. Bon 12-1 Uhr derartige Gegenprobe aufbewahrt wird, eine Nachuntersuchung davon genoffen. Schwertranke werden oft genug tagelang gar hörte er im Auditorium 35 ein Kolleg bei Profeffor Grome über also jederzeit möglich ist. nichts zu sich nehmen, sodaß man ihnen in Zeiten der Krisis ge- den Entwurf zum Bürgerlichen Gesetzbuch. Am Schluß der VorAußer den gerichtlichen Chemikern werden kaufmännische troft träftige Bouillon und Wein verabreichen möge, auch wenn lesung sprang er pößlich aus dem offenen Fenster heraus und Bezw. gewerbliche Sachverständige schon überall da zur Unter die Mittel ihnen den Aufenthalt nur in der dritten Klasse ge- fiel von dem 8 Meter hohen ersten Stockiert auf den Rasen nieber; blos mit dem Kopf prallte er gegen die Mauer. Er zersuchung mit herangezogen und in denjenigen Fällen, wo von statten. ihnen ein schnelles und sicheres Urtheil erwartet werden kann Eine neue Omnibuslinie zur Ausstellung hat die Neue schlug sich Stirn und Mund, so daß die Zähne herausflogen. oder wo das Urtheil der wissenschaftlich gebildeten Sach- Omnibus- Gesellschaft in Betrieb gesetzt. Die Linie geht von Dem Student wurde in der Charitee ein Verband angelegt; fo= verständigen( Aerzte, Botaniker, Chemiter, Apotheker, Thier- Schöneberg( Golgstraße) durch die Potsdamer- und Leipzigerstraße dann kehrte er in einer Droschte nach seiner Wohnung zurück. ärzte u. a. m.) nicht ausreicht. Eine regelmäßige Buziehung über den Spittelmarkt bis Treptow und ist die längste aller Innere Verlegungen scheint er nicht erlitten zu haben. von Sachverständigen aus den Kreisen der Gewerbetreibenden Omnibuslinien, da sie eine Ausdehnung von faft 11.000 Meter Anf offener Straße wurde Donnerstag Nachmittag ein un würde das Verfahren nur unnöthig kompliziren und in den hat. Der Preis beträgt für die ganze Tour innerhalb des Wagens bekannter Mann in Potsdam vom Blitz erschlagen. meisten Fällen zwecklos sein. 20 Pf., auf dem Verdeck 10 Pf. Die Ermäßigung der Fahrpreise zwischen Schöneberg und dem Grunewald von jetzt 20 Pf. in dritter und 30 Bf. in zweiter Klasse, welche der Schöneberger Haus- und Grundbesitzer Berein bei der Eisenbahn Direktion Berlin beantragt hatte, ist von letterer wieder abgelehnt worden. Außerdem werden in allen zweifelhaften Fällen vor Stellung des Strafantrages zwei Sachverständige gehört. Deffentliche Warnungen vor gesundheitschädigenden oder die Ausbeutung des kaufenden Publikums bezweckenden Manipulationen der Ge werbetreibenden erst nach gerichtlicherseits gefälltem und rechts: fräftig gewordenem Urtheil zu erlassen, würde die Absicht des Gesezes vereiteln und das Publikum in allen denjenigen Fällen ungeschützt lassen, wo die Gesetzgebung zu einem strafrechtlichen Einschreiten keine Handhabe bietet. Der bekannte preußisch- deutsche Amtsbrauch, Arbeiter vergnügungen dadurch zu hindern, daß man sie als Versammlung politischer Vereine betrachtet, wird in nächster Nähe Berlins wacker weiter geübt. Der Sozialdemokratische Agitationsklub für den Osten Berlins hatte zu heute, Sonnabend Abend, auf Treptower Gebiet eine Festlichkeit veranstaltet. Dies Vergnügen darf jedoch nicht stattfinden, wie der Amtsvorsteher von Treptow in folgendem, an unseren Parteigenossen F. List in der Rüdersdorferstr. an unseren Parteigenossen F. List in der Rüdersdorferstr. 43 gerichteten Schreiben mittheilt: Hierdurch erhalten Sie die Mittheilung, daß die Erlaubniß aur bhaltung eines Sommernachts Balles mit Konzert am J. 20. Juni d. 3. versagt wird, da nach§ 8 der Verordnung vom 11. März 1850 Frauenspersonen an den Versammlungen politischer Vereine nicht theilnehmen dürfen. = Der Amtsvorsteher. Hoffmann. Unser Parteigenosse will Beschwerde erheben. Der Amtsvorsteher von Treptow scheint nicht zu wissen, daß auch ohne fein Verbot Material zur Verurtheilung des Vereinsgefeges und feiner Anwendung gegen Sozialdemokraten in geradezu erbrückender Fülle aufgehäuft ist. " Gegen den Urheber des Extrablattes, betreffend Bu fammenstoß zweier Wagen der elektrischen Rundbahn in der Aus stellung, ist Strafantrag wegen groben Unfugs, der vermuthlich noch auf Betrug erweitert wird, gestellt worden. Bei dem Gewitter am Donnerstag Nachmittage schlug der Blig in den Schornstein der auf dem Grundstücke Schönhauser Allee 72 befindlichen Maschinenfabrik von Gossen, riß einen Theil desselben herab, zerstörte das Dach an mehreren Stellen und fuhr durch den Arbeitsraum ins Freie, ohne einen Menschen zu verlegen. Aus dem Polizeibericht. In der Nacht zum 18. b. M. vergiftete sich in ihrer im Hause Cuvryftr. 35 gelegenen Schlafstelle die 17jährige Näherin Anna Müller, anscheinend aus Liebesgram. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Die Wahlen zum Direktorinm der akademischen Lese- Gestern Morgen wurde im Luisenstädtischen Ranal, an der halle, welche in der vergangenen Woche für ungiltig erklärt Luisenbrücke, die Leiche einer etwa 30jährigen Frau anIn seiner worden waren, wurden gestern von neuem begonnen. Die geschwemmt und nach dem Schauhause gebracht. deutsch nationale Studentenschaft" sette alsbald mit einem Wohnung in der Roßstraße versuchte vormittags der an großen Vorsprung ein und verhalf zweien ihrer Kandidaten, den einem Rückenmarksleiden schwer erkrankte Hotelier Ernst Bl. Herren Bäcker und Knoch, zu einem schnellen Siege. Als Ver- sich durch einen Schuß in den Kopf zu tödten. treter des Reform- Komitees wurde Herr Lewinstein gewählt. wurde noch lebend nach der Universitätsklinik gebracht. Dagegen gelang es dem sog. Wahlausschuß gestern noch nicht. Beim Angeln fiel der 15 jährige Sohn des Urbeiters Thomas auf ihren ersten Kandidaten die erforderlichen 100 Stimmen zu am Reichstags- Ufer in die Spree und ertrant. Die Leiche ift vereinigen. " W Er noch nicht aufgefunden worden. Abends wurde der auf einem Zweirade sigende 13 jährige Sohn des Fabrikanten P. in der Fuß bedeutend verlegt. Köpenickerstraße durch einen Pferdebahnwagen überfahren und am Witterungsübersicht vom 19. Juni 1896. Im Dienste gestorben ist in der vergangenen Nacht der Gepäckträger Wilhelm Bildebrandt aus der Stirchbach ftraße 8. Hildebrandt wurde auf dem Potsdamer Bahnhofe, wo er seine Beschäftigung hatte, gegen Mitternacht von Unwohlsein befallen und erkrankte schließlich so schwer, daß man ihn nach der Unfallstation I in der Wilhelmstraße bringen mußte. Raum hier angekommen, war der Mann auch schon eine Leiche. Auf der Mache des 91. Polizeireviers in der Pasewalterstraße starb Stationen. Donnerstag Abend der 27jährige Arbeiter Wilh. Kernchen, der sich obdachlos in Berlin aufhielt. Den 37 Jahre alten Droschfenfutscher May v. Prodczinsty aus der Zorn dorferstr. 12 fand man Donnerstag in früher Morgenstunde auf Swinemünde dem Hofe seines Fuhrherrn in der Rüdersdorferstr. 21 betrunken Hamburg liegen und legte ihn zum Schlafen in seine Droschke. Als man Berlin einige Stunden später nach ihm sah, war er todt. " • Barometertand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke (-) BLBLB422211 Wetter Temperatur ( 50.= 4° R.)]]] nach Celsius 765 NNW 3 wolfig 19 B 768 M heiter 17 766 NW 3 wolkig 20 768 N wolfig 18 770 NW 3 bedeckt 18 765 WNW halb bedeckt 20 756 GO wolfenlos 19 762 WSW wolkenlos 19 767 DSD halb bedeckt 15 763 SW 766 NND • • . Unter dem Namen Malzbier oder Malzegtrakt- Gesund heitsbier werden zur Zeit zu theuren Preisen Biere in den Handel gebracht und gegen allerlei Leiden der Athmungsorgane Wiesbaden und Schwächezustände als Heilmittel angepriesen, die nicht einmal den Gehalt gewöhnlicher obergähriger Biere besitzen und Auf der Unterhavet zwischen Pichelsdorf, Schildhorn, München Wien. zum theil durch ihren Gehalt an Glycerin oder dergleichen direkt Gator und Weinmeisterhorn verkehrt seit furzem ein Passagiergesundheitsschädlich sind. Der Polizeipräsident macht deshalb dampfer Beeskow", dessen Eigenschaften, wie die Volts. Haparanda. darauf aufmerksam, daß unter der Bezeichnung Malzbier" Beitung" schreibt, verdienen, im Intereffe der Sicherheit des Petersburg. nur mäßig vergohrene obergährige Biere feilgeboten werden Bublitums in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Das alte Cork. tönnen, beren Gehalt nicht unter 120 Bq. Stamm- Schiff gehörte der Firma Motard u. Ko. und war wegen Un- Aberdeen. würze heruntergeht und deren Alkoholgehalt 3 Gewichtsprozent brauchbarkeit ausrangirt worden. Da faufte es für 2000 m. Paris. nicht übersteigt; ferner daß als„ Malzertratt Gefundheitsbiere" ein ehemaliger Rohlenhändler, der eine geringe Summe nur Erzeugnisse bezeichnet werden können, die aus einer Stammi- anzahlte. Er ließ das Fahrzeug repariren und befördert nun würze von nicht unter 150 Bq. Grytrattgehalt hergestellt wurden Ausflügler. Alle Augenblicke versagt die Maschine; dann eilt und einen Alkoholgehalt aufweisen, der 4 Gewichtsprozent nicht der Eigenthümer nach unten und rüttelt an dem alten Mechaübersteigt. Malzbiere, die mit Surrogaten, besonders Glycerin nismus, bis derfelbe sich wieder bewegt; die Baffagiere stehen und Kräuteressenzen hergestellt sind, werden nach wie vor bean- natürlich eine unbeschreibliche Angst aus und sind immer frob. standet werden. wenn das Ufer erreicht ist. Neulich lief das altersschwache Schiff auf den Strand und konnte erst nach geraumer Zeit flott gemacht werden. Ein Wunder ist es, daß mit diesem Schiff" nicht schon größeres Unglück passirt ist. Was sagt denn die Aufsichtsbehörde zu diesem Skandal? Die Frage der Viehmarktstage in Berlin tann jetzt als endgiltig abgeschlossen betrachtet werden. Wie die D. FleischerBeitung" meldet, ist dem Vorstand der Berliner Schlächter innung, der von neuem um Wiederherstellung des Montags als Haupt- Viehmarktstag vorstellig geworden war, präsidenten unter Zustimmung des Ministers für Handel und Gewerbe mitgetheilt worden, daß keine Gründe vorliegen, diesem Gesuch nachzukommen, und daß die jetzigen Mittwochs und Sonnabendmärkte unverändert fortbestehen müßten. vom Ober• halb bedeckt 14 woltig 16 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 20. Juni 1896. Ziemlich heiteres, ein wenig wärmeres Wetter mit schwachen füdwestlichen Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. " Berliner Wetterbureau. Gewerbe- Ausfellung 1896. Die Lage der Kellnerinnen in Alt Berlin bildet nach der Bolts- Zeitung" fortgesetzt den Gegenstand lebhafter Erörte= rung in Fachkreisen. Die in der Zahl von etwa 150 in der genannten Sonderausstellung beschäftigten Mädchen erhalten nicht nur teinen Pfennig Lohn, sondern müssen auch 50 Pf., in einem Falle sogar 70- P." Softümgeld" an die Wirthe bezahlen. Mit sie schon auskommen, wenn sie nicht gezwungen wären, zwei Tage den zur Zeit ziemlich reichlich fließenden Trinkgeldern könnten in der Woche auszusehen und sonderbarerweise auch für diese Beit ihren Beitrag zu entrichten. Auch die Agentengelber verschlingen einen Theil ihrer Einnahmen, so daß die Uebertretung des auch für das Ausstellungsgebiet geltenden Animirverbots an der Tagesordnung ist. Was es mit dem Wirken der sogenannten Wohl thätigkeitsvereine zuweilen auf sich hat, lehrt uns ein Fall, von dem wir dieser Tage aus unserem Leferkreise Kenntniß erhalten haben. In einem hiesigen Lokalblatte stand vor kurzem ein längerer Sermon über das segensreiche Wirken des Lissaer Hilfsvereins zu Berlin, welcher die Unterstüßung hilfs bedürftiger, aus der Stadt Lissa in Posen stammender Personen bezweckt. Ein hiesiger Kleiner Geschäftsmann, der das Glück hatte, as diefem schönen Städtchen zu stammen, wandte sich, als er diese Lobeshymne gelesen hatte, an den Verein um ein Darlehen, also nicht um ein Geschenk, deffen er in der befcheidenen Höhe von hundert Mart bedurfte. Das Gesuch tam mit dem Bemerken wieder an den Absender zurück, daß es nur dann in Erwägung gezogen werden könne, wenn ein sicherer Ueber das Familiendrama des Restaurateurs Baumbach Bürge zu beschaffen sei, welcher wechselmäßige Garantie für wird uns mitgetheilt, daß die Frau sich auf dem Wege der Mit Beginn der nächsten Woche werden auch die Preispünktliche Rückzahlung des Darlehens übernehme; ferner müßte Befferung befindet. Die Kinder, bei denen sich nur Erbrechen richter ihres Amtes zu walten haben. Wie wir hören, soll vom bie Rückzahlung innerhalb eines Jahres erfolgen. Ein solcher eingestellt hatte, befinden sich seit dem ersten Tage wohl und Montag ab mit der Besichtigung der einzelnen Gruppen durch Bürge wurde auch gestellt, worauf von seiten des Vereins weiter haben nicht die geringste Beschädigung ihrer Gesundheit erlitten. das Preisrichter- Kollegium begonnen werden. recherchirt und das Wort fallen gelaffen wurde, daß wohl keine während die beiden jüngsten, ein Mädchen von 4, ein Knabe von hundert Mart, aber doch vielleicht sechzig Mark unter den ver- 3 Jahren, ganz fröhlich und harmlos spielen, ohne von dem Orientirung für das Publikum in den Wegen der Ausstellung Den größten Theil der Wegweiser, welche zur langten Bedingungen geliehen werden fönnten. Bei dieser Vorgefallenen ein besonderes Bewußtsein zu haben, fann aufgestellt waren, hat der Arbeitsausschuß beseitigen laffen. So Recherche schon flußig gemacht, wies der Gesuchfteller etwas sich das älteste Mädchen von 8 Jahren genau aller sind in diesen Tagen die sämmtlichen Wegweiser für„ Altverwundert darauf hin, daß doch schon ein Theil seines Borgänge in jener schrecklichen Nacht entfinnen. Mobiliars als Deckung für das Darlehen genügen tönnte. Sicherheit anzunehmen, daß B. mit seiner Schwägerin im Ein Boltsernährung u. a. m. entfernt worden. Danach ist mit Berlin", Vergnügungspart, Spreewald, Münchener Bürgerbräu, Was die Verans Nun vergingen mehrere Wochen und der Geschäftsmann vernehmen gehandelt hat und mittels vergiftetem Wassers auch lassung zu dieser Maßnahme des Arbeitsausschusses gewesen, ist wartete Tag für Tag auf die sechzig oder hundert Mart, die Kinder zu tödten suchte; die Kleinen spien den Trant aus und um mit Hilfe dieser fleinen Summe im stande zu sein, sich dem älteren hat es nichts geschadet. Es scheint nunmehr ereinige Werkzeugftücke, deren er in seinem Laden bedurfte, auzu wiefen zu sein, daß Frau Baumbach völlig unschuldig an der Das Gerücht von einer Keffelerplosion war Donnerstag Legen. Endlich erfüllte sich die Beit und es traf am 9. Juni bei schauerlichen That ist. Die Kinder werden voraussichtlich ins: Abend in der Gewerbe- Ausstellung verbreitet. Es handelt sich dem Bittsteller folgende Antwort ein:" Der Vorstand des Liffaer gesammt von einer wohlhabenden Familie in Charlottenburg auf- um einen Bruch eines Siederobres im Maschinenhause. Als Hilfsvereins zu Berlin hat ihr Gesuch vom 15. April der forg- genommen werden. abends um 53/4 Uhr der Arbeiter M. die Stoffbüchse am Siederohr fältigsten Erwägung unterzogen und in deren Folge beschlossen: Thr Gesuch abzulehnen, da der vorgeschlagene Bürge nicht eines in Thätigkeit befindlichen Kessels trog strengen Verbotes anziehen wollte, platte das Rohr und durch den ausströmenden genügt." Vielleicht dient dieser Fall anderen hoffnungsfreudigen Dampf erlitt M. am Oberkörper so schwere Brandwunden, daß hause am Friedrichshain begeben mußte. Leuten zur Warnung. Das unbekannt. " er nach Anlegung eines Nothverbandes sich nach dem StrankenVermischtes. Tochter des Gastwirths vom Kaiserbad in Treptow. Erschoffen hat sich Freitag Vormittag die sechzehnjährige junge Mädchen hatte gegen 10 Uhr morgens, wie alltäglich, ein Bad genommen und begab sich von dort nach ihrem Zimmer. Revision der Alters- und Invaliditätskarten. In einem als es gegen seine Gewohnheit gegen 10 Uhr nicht im hiefigen Blatte, das auf Zuverlässigkeit allerdings wenig An Restaurant erschien, begab man sich nach ihrem Zimmer und spruch machen tann, lesen wir: Eine außerordentliche Revision fand dort die Unglückliche mit einer Schußwunde im rechten der Alters- und Invalidenfarten findet, wie wir zuverlässig Auge besinnungslos vor. Auf Veranlassung des sofort hinzus erfahren, in allernächster Zeit statt. Anlaß zu dieser Maßregel gerufenen Arztes der Unfallstation in der Gewerbe- Ausstellung Unsere künftigen Herren. In bürgerlichen Blättern findet hat die Wahrnehmung gegeben, daß in den letzten Monaten der wurde das Mädchen fierbend nach dem Krankenhause Friedrichs- sich nachstehende Notiz: Verkauf von Versicherungsmarken erheblich zurückgegangen ist hain überführt. Die Veranlassung zu der That ist unbekannt. Ausschreitungen von Rorpsstudenten. In und in keinem Verhältniß zur augenblicklichen wirthschaftlichen Lage sowie den jetzigen Erwerbsverhältnissen steht. Den Ver Von einem Wagen der elektrischen Bahn wurde am berg, Tübingen und Straßburg bilden die skandalösen Von einem Wagen der elektrischen Bahn wurde am den akademischen Kreisen der Universitätsstädte Freiburg, Heidel. sicherungsanstalten erwachsen durch das verspätete Eintleben Donnerstag Abend 714 Uhr der 12jährige Sohn des Tischlers Vorgänge, die sich Pfingsten bei den von Korpsstudenten der fälliger Beitragsmarken ganz erhebliche Zinsverlufte, weshalb die und Pförtners Lauermann aus der Hollmannstr. 41 gefaßt und Revisionsmaßregel angeordnet ist. Wer sich also vor Strafe ein Stück Weges mitgeschleift. Mit schweren Verlegungen wurde genannten Universitäten veranstalteten Kommersen in Allerheiligen schüßen will, bringe die Quittungstarten baldigst in Ordnung, der Verunglückte nach der Unfallstation I in der Wilhelmstr. 10 bei Baden- Baden und im Hotel auf dem Feldberg abspielten, da der Revision möglicherweise eine zeitweise Sperrung des und, nachdem er hier einen Nothverband erhalten hatte, in das das Tagesgespräch, auch sind sowohl von den Polizeibehörden zu Martenverkaufs vorausgehen dürfte. Es ist eine gemüthvolle, städtische Krankenhaus am Urban gebracht. Den Wagenführer Freiburg wie von den genannten Universitäten gerichtliche und aber vom Polizeistandpunkt nicht immer praftifable Einrichtung, foll feine Schuld an dem Unglücksfall treffen. Donnerstag Nach disziplinarische Untersuchungen eingeleitet. Unbestritten steht nach bevorstehende Revisionen durch die Blätter anzeigen zu laffen. mittag fand am Kottbuser Ufer ein Zufammenstoß zwischen der Frankfurter 3tg." schon jetzt die Thatsache fest, daß in der Nacht zum Pfingstmontag die Gäste, die sich zur Erholung nach Ueber die Behandlung Operirter in verschiedenen Geschäftswagen statt, wobei der Führer des letzteren von seinem burch Exaesse belästigt und beunruhigt worden sind, die bisher Wagen der elektrischen Straßenbahn und einem dem herrlich gelegenen Feldbergerhof auf dem Feldberge begaben, Berliner Rrantenhäusern schreibt man der D. L.- 3tg." Size herabgeschleudert und überfahren wurde. Er erlitt einen bei Angehörigen der gebildeten Stände für unmöglich schienen In den großen Krantenhäusern finden fast täglich Operationen Bruch des Unterschenkels und wurde nach dem Krankenhause unter Anwendung der Narkose statt. Als ein Uebelstand will Am Urban gebracht. Nach Aussage der Zeugen scheint die und die sich in keiner Weise mehr unter die Stubrik des jugendmir da erscheinen, daß der soeben Operirte nicht Schuld an dem Unfalle den Führer des Straßenbahnwagens zu lichen Uebermuthes unterbringen lassen. Es steht fest, daß zu besonders gebettet, sondern wieder in einen Saal zurück- treffen, da er wohl das Glockenzeichen gegeben, den Wagen aber Bimmern, in denen Gäste, auch Damen, wohnten, von Korpsgebracht wird, den er mit einem Dutzend oder mehr Leidens nicht rechtzeitig zum Halten gebracht hat. Infolge der durch studenten die Thüren mit den Füßen eingetreten genoffen theilen muß. Die Nachwirkungen der Narkose sind das Gewitter bewirkten stärkeren Stromzuführung gerieth in der bas Bimmer, bas er mit feiner Frau bewohnte, mit dem worden sind; es steht fest, daß ein Freiburger Privatdozent berartige, daß der Kranke größte Ruhe nöthig hat. Rann aber Schlesischen Straße ein Wagen der elektrischen Straßenbahn in Revolver in der Hand gegen die offenbar von solcher Ruhe die Rede sein, wenn den Krankenfaal zur Be- Brand. Die zufällig vorüberfahrende Feuerwehr löschte das finnlos betrunkenen Ergebenten vertheidigte; fuchszeit, also vielleicht wenige Stunden nach der Operation, 40 bis 50 fremde Personen, darunter zahlreiche Kinder, betreten? Feuer in kurzer Zeit. es steht fest, daß in einer Anzahl von Zimmern So sehnlichst der Kranke sonst auf Besuch wartet, an solchem Das Thiergarten- fer von der Charlottenburger Chaussee die tollste Verwüstung angerichtet wurde, daß eines der Zage wird ihm die Besuchszeit zur Tortur. Es sollte demnach bis zur Lichtenstein- Allee ist wegen Neubeschüttung der Chauffee- Bimmer in einer nicht zu schildernden Weise vers ausführbar sein, daß Krante, an denen eine schwere Operation decke bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt unreinigt wurde. Die Ausschreitungen, die sich in der vollzogen worden ist, wenigstens die ersten Tage nach derselben worden. gleichen Nacht Heidelberger Korpsstudenten im Hotel Allers beiligen bei Baden- Baden leisteten, sollen mit den Exzessen des Feldbergerhofes nach Mittheilung der betroffenen Gäste nicht zu vergleichen sein; sie stellen sich aber gleichfalls als eine schwere Beläftigung der nicht studentischen Gäste dar. es einem in einem Raume untergebracht werden, wo sie der Unruhe ent Aus einem Fenster des Universitätsgebäudes stürzte cückt sind. In Verbindung hiermit muß auch die Art der Ver- sich ein aus Bayern gebürtiger Studiofus v. P. Der junge pflegung Operirter als mangelhaft bezeichnet werden. Hier nur Mann hatte sich morgens von seiner Wohnung in Charlotten vei Fälle aus jüngster Zeit. Ein vormittags 10 Uhr in Narkose burg auf dem Dreirad nach der Universität begeben und dort Operirter erhielt zwei Stunden später Quetschkartoffeln mit Borlesungen gehört. Er flagte schon den ganzen Vormittag über Hammelfleisch und ein anderer Kranter am Tage nach einer Unwohlfein infolge der tropischen Hige und fühlte sich wieder Dies die Notiz. Die Korps find bekanntermaßen die Pflanzftätten für unsere Richter, Staatsanwälte, Landräthe und Minister. Schöne Aussichten. Und was fagt Herr Bachem zu Schleswing, Cohen, Frau und Fräulein Kunzler, Herr, Frau und Kula zurückgebracht. Von einer Dekoration der glorreichen diesem Zukunftsstaat"? Fräulein Brofstein; von Las Palmas tommend Pastor Sandbach Kämpfer wird noch nichts berichtet. Die Cholera ist in Kairo und Alexandrien im raschen Der Fall, daß ein Sicherheitsbeamter dafür bestraft und Frau. Die beiden geretteten Matrosen, Charles Wood wurde, daß er sich einem Straßenpassanten gegenüber unziemlich und James Godbold erzählen: In der Nacht vom 16. zum Erlöschen, in den übrigen Theilen Egyptens nimmt aber die benommen hatte, ist in Marienwerder( Westpreußen) eingetreten. 17. Juni war das Meer völlig ruhig, aber es lag ein leichter Sterblichkeit zu. Daß es so tam, wird man begreiflich finden, wenn man die Nebel, auf dem Wasser. Kapitän Pearce war auf Aus Tunis wird vom Donnerstag berichtet. Die kürzlich folgende Mittheilung liest: Zwei Tage im Militärarreft hat der der Kommandobrücke, Lieutenant Brown vorn auf der gebrachte Nachricht von der Ermordung des Forschungsstädtische Polizeisergeant Hildebrandt in Marienwerder zubringen Wache. Alle erwachsenen Passagiere waren noch auf Deck, reisenden Marquis Morès bestätigt sich. Morès hatte am müssen. Er hatte das Unglück, beim Heruntertreten vom Bürger- nur die Kinder schliefen schon in den Kajüten. Plötzlich hörte 8. d. M. das nördlich von Ghadanies belegene tripolitanische steig einen vorübergehenden Offizier ein wenig anzustoßen. Seine man am Boden des Schiffes andauerndes Knistern. Großes Dorf Eluatia mit einem Dolmetscher und sieben tunesischen fofort gestammelte Entschuldigung soll im Getöse des Wochen- Schweigen entstand auf Deck, dann begann das Schiff sich Dienern sowie mit einer Eskorte von Tuaregs und Chambaas, marktes nicht gehört worden sein. Hildebrandt begab sich mehr vornüber zu beugen. Der Kapitän gab Ordre, die Rettungs die er am Tage vorher nach mehrtägigen Verhandlungen mals nach der Wohnung des Offiziers, wurde aber nicht vor- boote herabzulassen. Aber man hatte nicht mehr Zeit dazu. engagirt hatte, Die Esførte war im voraus verlassen. gelaffen. Nach acht Tagen erstattete der Offizier beim Bürger- Das Vortheil des Schiffes sant rapid, dann stieß es ins bezahlt und mit Karabinern bewaffnet worden. Drei Kilometer meister Würtz Anzeige und erbat Bestrafung, worauf der Meer und das Schiff verschwand. Godbold und Wood von Eluatia griffen drei Tuaregs Morès, der mit drei Dienern Bürgermeister dem Polizeisergeanten wegen ungebührlichen Be- flammerten sich an schwimmende Planken. Sie hörten noch eine vor der Eskorte marschirte, mit dem Säbel an. Morés zog den tragens auf der Straße" eine 48 stündige Arreststrafe auferlegte Weile das Herzzerreißende Geschrei der Versinkenden, bis Revolver, tödtete einen der Angreifer und trieb die beiden und ihn zur Verbüßung derselben durch einen Schuhmann nach alles still ward. Die beiden trieben 9 Stunden auf Schiffs anderen in die Flucht. Die Eskorte theilte sich hierauf in der Unteroffizierschule bringen ließ. Der Vorfall wird lebhaft trümmern im Meer, bis sie von Fischern aufgenommen wurden. zwei Gruppen, deren eine sich der vier Diener bemächtigte, besprochen. Bei Molène find weitere 25 Leichen angeschwemmt worden. welche den Zug begleiteten, während die andere Morès und die Ein Lehrer als Sittlichkeitsverbrecher. Nach einer 18 Leichen von Schiffbrüchigen des„ Drummont Castle" find am Leute, welche mit ihm in der Vorhut marschirten, mit dem Meldung der Posener Zeitung" aus Jarotschin erregt dort die Donnerstag auf der Insel Molène bestattet worden. Karabiner angriff. Die vier gefangenen Diener konnten am Verhaftung des Leiters der höheren Knabenschule, Dähne, großes Eisenbahnunglück in Spanien. Ein Personenzug ent- nächsten Tage nach verschiedenen Richtungen entfliehen. Einer Aufsehen. Derselbe soll seit längerer Zeit mit seinen Schülern gleifte Donnerstag bei Bilbao. Zehn Personen wurden schwer tam an den Ort zurück, wo der Kampf stattgefunden hatte, unzüchtige Handlungen vorgenommen haben. Die Schule wurde verwundet. und fand die fünf mit Wunden bedeckten und ihrer Kleider durch den Kreisschulinspektor geschlossen. Bulgarischer Krieg im Frieden. Wie die Agence beraubten Leichen; Morès lag auf dem Leib, die Arme nach Vom Untergang des Drummond- Castle. Die volle Balcanique" meldet, find Die volle Balcanique" meldet, sind aus dem Gefängnisse in Kula voru gestreckt. Passagierliste des untergegangenen Passagierdampfers, Drummond.( Departement Widdin) 7 Sträflinge entflohen. Die zur Ver- Aus Yokohama wird vom Freitag berichtet: Die Zahl der Castle" ist jetzt veröffentlicht. Verunglückt find folgende Per- folgung derselben entsandte Truppe erreichte sie an der serbischen bei der jüngsten Hochfluth ertrunkenen Personen wird auf sonen mit deutsch flingenden Namen: Von der Delagoa Grenze. Auf die Weigerung der Flüchtlinge, sich zu ergeben, 10 000 geschätzt. Die Fluthwelle überschwemmte die Nordostküste bay tommend Scharnschein; von Kapstadt tommend gab die Truppe Feuer, wodurch 3 Sträflinge getödtet wurden in einer Ausdehnung von 70 englischen Meilen. 3ahlreiche Lieutenant von Giese und Diener, Jacoby, Sago, und einer Verwundungen erlitt; die übrigen 3 wurden nach Städte wurden zerstört. Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 20. Juni. Opernhaus. Die Meistersinger von Nürnberg. = Nenes Opern Theater.( Kroll.) Cavalleria rusticana. Der Barbier von Sevilla. Schauspielhaus. Die Räuber. Die Weber. Deutsches Theater. Leffing Theater. Waldmeister. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend ermässigten Preisen. Der Glöckner von Notre- Dame. Schauspiel in 5 Atten von Ch. Birch- Pfeiffer. Regie: Fritz Schäfer. Morgen: Die Waise von Lowood. National- Theatergarten. Heute: Großer Ringkampf. Vorher: Großes Konzert. Theaterstücke. Spezialitäten ersten Ranges. Berliner Theater. Soldatenbergen. Castan's Panopticum. Der Schlagbaum. Neues Theater. Das Damenduell. Vorher: Das Frauenbataillon. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Erlauben Sie Madame! Theater Unter den Linden. Das Sonntagskind. Schiller- Theater. Vergnügte Flitter wochen. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Das 165 Friedrichstrasse 165. Bärenweib phänomenales Naturspiel aus den Felsenbergen New- Mexico's! Illusionen Kasperle- Theater Irrgarten. Damen- Kapelle " Urania. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung von 10 Uhr vorm. geöffnet. täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. KAIRO von 7 Uhr abends ohne Gewerbeausstellungs- Billet zugänglich. Taubenstr. 48/49. KAIRO KAIRO KAIRO KAIRO KAIRO KAIRO KAIRO 1. Eingang: Ausst.- Bahnh, II. Eing.: Köpnick. Landstr. Eintritt 50 Pf. Waffensamml. d. Chediwe; Wissenschaftl. Theater Samml. d. egypt. Behörden, Schwert des Mehomet- Ali. Salon bedeutender Orientmaler. Riesen- Arena mit MonstreAufführungen v. 500 Pers. m. Pferd., Dromedaren etc. Leibkapelle d. Chediwe 60 Mann in Uniform, 3 Hauskapellen, Arena: Beduinenkämpfe und Reiter- Fantasias um 5 und 812 Uhr nachm. Cheops- Pyramide mit Königsgräbern. Belle- Alliance- Theater. Der Fall Viktoria- Brauerei KAIRO Entree 50 Pf. National Theater. Der Glöckner von Notre- Dame. Friedrich- Wilhelmstädt. Konzertpark. Spezialitäten- Borstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Raufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Vergnügte Flitterwochen. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Journalisten.( Adelheid Runeck: Frau Klara Meyer a. G.) Theater Alt- Berlin. Abends 7 Uhr: Fiddicke und Sohn. Posse in 3 Atten von Julius Keller und Louis Hermann. Alt- Berlin. Bei günftiger Witterung nachmittags 4 Uhr und 6 Uhr: Aufzug zum Ringelstechen. 3wei Musikkorps. M Süddeutsches Doppel Quartett Alemania" in schwarzwälder Volkstracht. Hoffänger Sr. königl. Hoheit des Großherzogs von Baden. Eintritt: 25 Pig. Donnerstag bis 6 Uhr später 25 Pf. 50 Pf., Passepartouts à 4 Mk. Adolph Ernst- Theater. Anfang 8 Uhr. Charley's Tante. Schwant in 3 Aften von Brandon Thomas. Repertoirestück des GlobeTheaters in London. Vorher( Anfang 71/2 Uhr): Die Bajazzi. Parodistische Bosse mit Gesang in 1 Akt von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Mufit von F. Roth. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Passage- Panopticum. Lützowstrasse 111/112 0 ( nahe Potsdamer Play). Täglich( außer Sonnabends): Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader). Grösstes Schaustück der Welt. Ca. 1000 Mitwirkende. KAIRO Elitetag( Dienstag) 1 Mk. Dauerkarten: Erwachsene 15 Mark, Kinder 8 Mark, im Bureau Kairo und bei C. Stangen, Mohrenstrasse 10. Ausschank! abends 8 Uhr. Invalidenstr. 57/62, Lehrt. Stadtbahnh. Sternwarte täglich geöffnet v. 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Reichshallen Im prachtvollen Garten, Leipzigerstraße, am Dönhoffsplay. Täglich. Norddeutsche Sänger Heute, Sonnabend, 20. Juni: Zum 50. Male Alle fünf Barrisons dazu das vorzügl. Programm u. La puce( Der Floh). Anfang 8 Uhr.- Entree 30 Pf. Reservirter Platz 50 Pf. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Nach der Soiree im Saal: Tanzkränzchen. Apollo- Theater und Konzert- Garten Berl.Gewerbe- Ausstellung 1896 Friedrichstraße 218. Kosthalle Berliner Großdeftillateure. Abtheilung Nr. 12: Julius Abraham empfiehlt seine bekannten[ 5209L* Spirituosen und Spezialliköre. Sensationellster Erfolg der Saison. 2 Vorstellung en täglich Bolossy Kiralfy's„ Orient" im Olympia Riesentheater. Alexanderstr., Ecke Magazinstr. Nachmittags 5-7 Uhr, Abends 9-11 Uhr. Uebertrifft alles bisher Dagewesene. Mal im Unterbrechung gegeben. Olympia- Theater zu London ohne 500 Von Publikum u. Presse einstimmig anerkannt. Schweizer Garten 42 Am Königsthor. Täglich: Am Friedrichshain. Dir. J. Glück. Die Spree- Amazone Bosse mit Gesang und Tanz in 1 Aft v. A. Sennfeld. Musik v. Paul Limete. Anton Emil Pummel Henry Bender. Elfe Linda. Wanda Kiesel. Carl Schwemmte. Tidi. . . Feldschlößchen 142 Müllerstraße 142. Telephon: Amt Moabit 1213. Täglich: Theater. Konzert, Spezialitäten Borstellung. Robert u. Bertram. Posse m. Gesang. Sonntags: Großer Ball. Mittwochs: Tanzkränzchen. Theodor Boltz, Defonom. Mähr's Variété Oranienstr. 24. Eröffnung des vollständig renovirten Gartens. Die Vorstellungen finden auf der neu erbauten Sommerbühne statt. Täglich: Große Spezialitäten- und Theater- Vorstellung von Künstlern 1. Ranges. Die Kaffeeküche ist den geehrten Damen von 2 Uhr ab geöffnet. Die Direktioni Julius Wernau's Festsäle und Garten Schwedterstraße 23/24. Jeden Montag u. Mittwoch Große Spezialitäten- Vorstellung bei freiem Entree. Vereinszimmer u. Regelbahn zu vergeb. Johannisthal, Friedrichstr. 70, Schaller's Restaurant, Fedor Markow. herrl. Garten, Regelbahnen, Kaffeeküche. Clara Antonie. Gr. Saal m. Bühne 1000 Pers. fassend. Robert Steidl. Empf. sich Vereinen u. Gesellsch.[ 53932* Hedw. Döring. Clemens Stempel Guido Sturm Hellmuth Wirbillini. Josef Armin. Zum Schluß: Johannisthal, Kaiser Wilhelmstr 6, Ladner's Kurhaus, Große Ausstellungs- Apotheose. Empf. meinen gr. schatt. Garten, Saal, Ferner Auftreten von 20 Kunstkräften 1. 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Erkläre hiermit, daß mein Bruder, Otto Schmidtte, Perlebergerstraße 28, durch Denunziation an meiner Ausweisung nicht schuldig ist. Friz Schmidtke. 2263b Hiermit nehme ich die Beleidigung vom 3. Juni gegen Herrn Köppen zurück. H. Ko piste, Strelitzerst. 36. Einem Theil unserer heutigen rin Auflage liegt Prospekt des Manufaktur- und Modewaaren Verkaufshauses M. Grünberg Uchflgr., Inhaber Adolf Jacob, Müllerstr. 181, bei. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 142. Abgeordnetenhaus. 84. Sigung vom 19. Juni. 11 Uhr. Eingegangen ist beim Hause die Einladung zur gemein Tamen Schluß Sigung beider Häuser des Landtages vom Staatsministerium auf morgen( Sonnabend) 3 Uhr nach mittags. Eine größere Anzahl von Petitionen, welche Gehalts-, Pensions- und Anstellungsverhältnisse von Justiz- Subaltern- und Unterbeamten, Eisenbahn- und anderen Beamten betreffen, werden debattelos nach den Kommissions- Anträgen erledigt. Eine Anzahl von Petitionen wird von der Tagesordnung Nach Erledigung der Tagesordnung giebt der Präsident die übliche Geschäftsübersicht. Abg. Frhr. v. Huene( 3.) spricht dem Präsidenten den Dant des Hauses aus für seine umsichtige und seit Jahren als unDer Präsident bezieht diesen Dank auf die übrigen Mitglieder des Präsidiums und Bureaus und schließt die Sigung. Schluß 13/4 Uhr. abgesetzt. Evangelisch- Soziales Wünschen und Entlagen. " Das Buch des Pfarrers Paul Göhre Die evangelischfoziale Bewegung"( Leipzig, Grunow) will eine Geschichte dieser Bewegung geben. Es wird da in 8 Kapiteln von Wichern und der inneren Mission, Vittor Aimé Huber, Todt und dem Zentralverein, Stöcker und seinen Christlich- Sozialen, den Evangelischen Arbeitervereinen, dem Evangelisch sozialen Kongreß gehandelt, endlich was uns allein hier angeht, von der gegenwärtigen Lage und zum Schluß von der Zukunft. Es iſt Böhre bezpflichten, wenn er die Thatsache Spaltung und Zerfahrenheit der Evangelisch Sozialen feststellt, ferner wenn er erklärt, hier haben wir statt einer Richtung ( nicht Partei!) wie früher, jegt zwei Richtungen vor uns eine politisch evangelisch- soziale und eine firchlich evangelisch: Soziale. Sonnabend, den 20. Juni 1896. Versammlungen. 13. Jahrg. erläuterte Pfeiffer die Wichtigkeit der Wahlen zu dem Gewerbegericht und forderte die Versammelten auf, für dieselben rege zu agitiren. Nachdem noch auf die Flugblattvertheilung hingewiesen wurde, erfolgte Schluß der Versammlung. Acht Gewerkschaftsversammlungen, von der Berliner Gewerkschaftskommission einberufen, tagten vorgestern in den verschiedensten Stadtgegenden. Die Tagesordnung war in allen Im Kolberger Salou, woselbst ein start besuchte Versammlungen die gleiche. Es handelt sich um eine weitgehende Versammlung tagte, hatte Hutmacher Schneider das ein Propaganda unter allen Arbeitern Berlins für den Hutmacherleitende Referat übernommen. Derselbe gab nach einem geschichtstreit, den Boykott der Privatpost und die Gewerbegerichts- lichen Rückblick auf die Entwickelung und früheren Kämpfe der Wahlen. Die Hutarbeiter befinden sich seit dem Donnerstag vor Hutmacherorganisation einen eingehenden Bericht über den gegenPfingsten im Ausstand, der ihnen von den Fabrikanten ihrer wärtigen Kampf, dessen Ursache und Verlauf. Redner kommt in Branche aufgezwungen wurde. Die Organisation der Hut feinen Ausführungen zu dem Schluß, daß dieser Kampf ein arbeiter, die es sich mit gutem Erfolg angelegen sein ließ, die Kampf um das Koalitionsrecht, ein Klassenkampf ist, und richtet Interessen ihrer Berufsgenossen energisch zu wahren, ist den an alle Gewerkschaften den dringenden Appell um moralische und Unternehmern ein Dorn im Auge. Diese glaubten nun die Zeit materielle Unterstützung, indem er die Annahme der Resolution befürs gekommen, um einen wirksamen Schlag gegen die Arbeiter- wortet. In der Diskussion sprachen sämmtliche Redner in gleichenz organisation führen zu können und dieselbe zu zertrümmern. Sinne und wurde sodann die Resolution einstimmig angenommer. Die Hutmacher, welche die Kosten ihrer Lohnkämpfe bisher Zum Boykott der Privatpost schildert Straub in eingehender immer aus eigenen Mitteln gedeckt haben, sind diesmal Weise die Ursachen, welche den Streik der Privatpost- Angestellten dazu nicht in der Lage, weil ihre Kaffe durch voraufgegangene Gesellschaft den Boykott zu verhängen als Antwort auf die in verursacht haben. Redner bittet, auch über die PacketfahrtStreits erschöpft ist. Sie wenden sich deshalb an die Arbeiter aller Gewerkschaften und glauben dies mit größtem Recht thun neuester Zeit getroffenen Maßnahmen derselben. Letzterem Unzu können, da es sich bei ihrem Streit um einen Kampf für die trage wurde in der Diskussion von einigen Rednern widersprochen, Erhaltung der Organisation handelt, da es gilt einen Schlag da man erst abwarten müsse, welche Stellung die Angestellten gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter abzuwehren, und die der Gesellschaft und die Gewerkschaftskommission einnehmen werden. Unterstützung eines solchen Kampfes selbstverständliche Pflicht In der Abstimmung wurde der Boykott über die Privatpoſt einstimmig, der über die Packetfahrt gegen vereinzelte Stimmen bealler klassenbewußten Arbeiter ist. Arbeiter erhöht werde. 0 Die Angestellten der Privatpost waren auch, wie bekannt, schlossen. Nach einem Hinweis der Genossen Lehmann und Hinze in einen Streit für die Aufbesserung ihrer wahrhaft elenden auf die bevorstehenden Gewerbegerichts Wahlen wurde die Verohn- und Arbeitsverhältnisse eingetreten. Da bier fast aus- fammlung mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung geschlossen. schließlich bisher unorganisirte ungelernte Arbeiter in Frage straße war von ca. 700 Personen besucht. Zum ersten Bunft Die Versammlung in der Swinemünder kommen, so ging der Streik verloren, denn es gelang der Privat- Der Tagesordnung referirte Genosse Gözte und gelangte die poft, in kurzer Zeit Ersatz für die Ausständigen 3" oben erwähnte Resolution einstimmig zur Annahme. Ueber bekommen, so daß diese keine Aussicht haben, in dem Betriebe wieder beschäftigt zu werden. Die Opfer dieses Punkt 2 der Tagesordnung referirte Rhein, indem er in leider verlorenen Kampfes heischen gleichfalls Unterstüßung, vor beredter Weise den Verlauf des Streits der Angestellten bei der allem aber wünschen sie, daß die Arbeiter Berlins die Privat- Privatpost, das Verhalten der Direktion und die eifrige Unterpoft nicht zur Beförderung von Briefen, Drucksachen und Gütern stüßung, die ihr von seiten der Polizeibehörde zu theil wurde, benutzen, damit der durch die weitgehendste Ausbeutung des Per- den Anwesenden darlegte. Wegen der Ausführung des über die sonals erzielte Profit der Gesellschaft nicht durch Aufträge der Privatpoff verhängten Boykotts entspann sich eine längere DisDarin aber ist er arg auf dem Holzwege, wenn er der Endlich wurde in den Versammlungen tussion, an der sich Aubert, Luther, Kiesel, Warmey daß ein evangelisch- sozialen Bewegung den Beruf zuspricht zu einer auf die Vortheile hingewiesen, die den Arbeitern bei Streitig- und Schwarz betheiligten, die damit endete, durchaus glücklichen Entwickelung zu einer großen ruhmvollen keiten mit den Unternehmern durch Inanspruchnahme der Ge- 3ufazantrag Schwarz: auch diejenigen Geschäftsleute, zu boykottiren, a b= Zukunft." Natürlich als politische Partei. Göhre will das werbegerichte erwachsen. Die Versammelten wurden aufgefordert, welche Verkaufsstellen innehaben, Dagegen ein Antrag Koopmann: jenen Joch der Konservativen und Antisemiten, an welche Ehren- Stöcker sich rege an den im September stattfindenden Wahlen zu bethei- gelehnt, die Bewegung verhandelt hatte, abgeworfen wissen. Er sieht ein, ligen, und, um das zu können, für Eintragung ihres Namens in Geschäftsleuten die Aufgabe des Verkaufs der Werthzeichen und daß eine politische soziale Partei, die durchgreifende soziale Re- die Wählerliften, die bis zum 29. d. M. bewirkt sein muß, Sorge Briefkasten zu empfehlen, mit der allgemeinen Resolution einstimmig angenommen wurde. Zum dritten Punkt der Tagesordnung formen durchsetzen will, selbständig, nicht Anhängsel einer zu tragen. anderen ihrem Wesen nach gegnerischen Partei und WirthschaftsWir lassen hier kurze Berichte über den Verlauf der ein- referirte Dietrich, indem er auf die Bedeutung der Gewerbegerichtswahlen hinwies. In der Diskussion wurde von Kiesel intereffengruppe sein kann. Darum soll seine ersehnte Partei nur zelnen Veriammlungen folgen: auch die Hirsch= ,, alle kleinen Leute" umfassen. darauf hingewiesen, daß diesmal möge also beffer auf der Hut sein als bei den Stadtverordneten Dunder'schen eigene Kandidaten aufstellen wollen. Man wahlen und sich nicht wieder überrumpeln lassen. Nun, um diesen Zweck zu erreichen, sind die Evangelisch Sozialen ein Menschenalter zu spät aufgestanden. Was ist eine Partei ohne Volt? Was ein Volt ohne Arbeiter? Im Keller'schen Saal in der Koppenstraße waren unter lebhaftem Beifall über den Hutmacherstreit. Nachdem sich etwa 900 Personen versammelt. Hutmacher Lausch te referirte drei Diskussionsredner zustimmend geäußert hatten, fand folgende Resolution einstimmige Annahme: Im Lokal Königshof, Bülowstraße, referirte Vatte Es wäre höchst interessant, das Ergebniß zu ſehen von einer arbeiter und Arbeiterinnen als einen Klaffentampf an und er ſammenhalt der in Mitleidenschaft gezogenen Arbeiter und Die Versammlung erkennt den Ausstand der Berliner Huts über den Ausstand der Hutmacher. Reder hob den festen Zuwirklich und wahrhaftig vollkommen freien Wahl zum blickt in dem rigorosen Vorgehen der Unternehmer gegen die Arbeiterinnen hervor; indessen betonte er auch, daß bei dem deutschen Reichstage, bei der keine Partei auch nur eine Stimme durch irgend welchen Zwang, sei dieser gesellschaftlicher, Arbeiterorganisation eine Gefährdung des den Arbeitern gewähr. Charakter des Kampfes, in dem Organisation gegen Organisation behördlicher oder sonst welcher Art, zu ergattern hoffen dürfte. leisteten Koalitionsrechts. Die Versammelten erachten es als stehe, die Unterstützung der allgemeinen Arbeiterschaft durchaus Klar würde sich zeigen, daß die sozialdemokratische Partei die ihre Pflicht, den Streit der Hutmacher moralisch und materiell von Röthen sei. Seinen beifällig aufgenommenen Ausführungen Arbeiterpartei schlechthin schon heute ist. zu unterſtüßen, und dadurch die von den Unternehmern beab- schloß sich H. Faber unter Zustimmung der Versammelten an, worauf die vorgeschlagene Hesolution zur Annahme gelangte. Aber darauf brauchen wir gar nicht zu warten, auch jetzt sichtigte Zerstörung der Organisation zu vereiteln. schon arbeiten die Thatsachen der Sozialdemokratie in die Hände. Ueber den Boykott der Privatpost referirte der Handels- Ucber den Streit der Privatpost- Angestellten berichtete Pohli, Die Zahl der kleinen Leute", welche nicht in Lohnsklaverei hilfsarbeiter Schumann. Er erläuterte den bekannten Ver- der nach Lage der Dinge einen Boykott der Gesellschaft zu müssen müssen glaubte. In längerer Debatte schmachten, schmilzt immer mehr zusammen und zwingt sie, ihre lauf des Ausstandes der Privatpoſt- Angestellten und empfahl empfehlen demnächst die Frage nach der Zweckmäßigkeit Lage als proletarisch zu erkennen oder ihr demnächstiges Versinken folgende Resolution, die einstimmig angenommen wurde:" In wurde ins Proletariat vorauszusehen. Es dämmert diesen kleinen Leuten Erwägung, daß die Direktion der Privatpost die minimalen und eines solchen erörtert. Die Meinungen der verschiedenen Hedner immer mehr die Erkenntniß auf, daß die Sozialdemokratie sie mehr als berechtigten Forderungen ihrer Angestellten in schroffer gingen zum theil auseinander. Eine ziemlich starke Kritik erfuhr nicht fressen will, sondern daß Militarismus und Kapitalismus Weise zurückgewiesen hat, beschließt die Versammlung: die im Laufe der Diskussion die in letzter Zeit vielbesprochene Besie aushöhlen und lähmen, daß die Sozialdemokratie diese Un- Arbeiterschaft Berlins überträgt der Berliner Privatpost handlung der Angestellten der Privatpoft durch die Leiter der geheuer bekämpft und die einzige Partei ist, die dies grundsäg- fo lange teinerlei Briefs, Drucksachen oder Güterbestellungen, bis felben, ebenso wie das Verhalten der Polizei gegenüber den Auslich und konsequent thut, daß sie allein das Wohl aller ins dieselbe sich herbeiläßt, in ihrem Betriebe menschenwürdige ständigen, das als eine Verletzung des Koalitionsrechtes der Arbeitsverhältnisse einzuführen.. Arbeiter gekennzeichnet wurde. Schließlich nahm die VersammAuge faßt. Da phantafirt sich nun Göhre eine evangelisch- soziale Partei Ueberblick über die Thätigkeit des Gewerbegerichts. Danach find in Hermann Faber sprach hierauf über die Bedeutung der Bum3. Punkt der Tagesordnung gab Genosse Millarg einen lung die vom Referenten vorgeschlagene Resolution an. der durchgreifenden großen sozialen Reformen zurecht, welche der Zeit vom 1. April 1894 bis dahin 1895 12 376 Klagen anhängig bevorstehenden Gewerbegerichts- Wahlen. Er legte es den Anzwischen der großen einen reaktionären Masse" und der anderen " großen revolutionären Masse" eine große reformerische Masse" gemacht worden, gegen 12 947 des Vorjahres. Von Arbeitnehmern wesenden ans Herz, in jeder Beziehung auf dem Posten zu sein, barstellen soll", in ihr allein ist das Heil! Sie also muß ge- und Mädchen, während von Arbeitgebern 216 Klagen anhängig reich wirken könne. Mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung wurden 12 160 Klagen eingereicht darunter 2701 von Frauen da das Gewerbegericht bei geeigneter Befezung sehr wohl segensschaffen werden!" Schafft sich was! Woher nehmen und nicht stehlen? Die gemacht wurden. 575 Prozesse betrafen ein Objekt von über 100. trennten sich die Versammelten. Im Feenpala si referirte Adolf Hoffmann unter lebhafter Erde ist vertheilt und der Poet Paul Göhre kommt zu spät, er jahr 20 413 M. Auch die Thätigkeit des Ausschusses, sowie des Zustimmung der Versammlung über den ersten Punkt der Tagesmuß von den beiden Massen" rechts und links Buzüge erwarten und veranlassen. Will er sozial wirken, so sind die aus dem Einigungsamtes wurde vom Redner einer eingehenden Würdi- ordnung. In der Diskussion wurden die internen Verhältnisse Heerlager der reaktionären Masse nicht zu erwarten. Und gung unterzogen, und im Hinblick auf das Interesse, welches die der Hutmacher Organisation eingehend besprochen und sodann aus den Reihen der„ revolutionären Masse", die teine gesammte Arbeiterschaft an der Wirksamkeit des Gewerbegerichts die Eingangs erwähnte Resolution einstimmig angenommen. religiös konfeffionellen Testeide und hat, forderte Redner zu einer allseitigen Betheiligung an den Den Boykott über die Privatpost begründete Genosse Kaßler Glaubensproben ver eingehend, indem er das Verhalten der Direktion ihren langt, auch nicht. Bleiben schließlich von der wirth. bevorstehenden Wahlen auf. Angestellten gegenüber einer scharfen Kritik unterzog. fchaftlich- proletarischen Bevölkerung, den, tleinen Leuten" Deutsch- Die Versammlung bei Hente in der Naunynstraße Bon einem Redner in der Diskussion wurde hierauf lands nur noch die übrig, welche man mit dem Wörtlein war gut besucht. Das Referat über den ersten Punkt der Tages- empfohlen, auch der Empfänger solle die ankommenden Revolution" und„ revolutionär" gruselig machen kann, deren ordnung hielt Sutmacher Völkel, worauf die von ihm Sendungen jener Gesellschaft abweisen. Die Versammlung beZahl glücklicherweise auch im steten Rückgang begriffen ist, trot empfohlene Resolution angenommen wurde. Ueber den Boykott Sendungen jener Gesellschaft abweisen. Die Versammlung beschloß, diesem Vorschlage gemäß der allgemeinen Resolution aller fläglich geringfügigen Resultate der offiziellen Ver- der Privatpost referirte Buziger. Bei dieser Gelegenheit folgenden Zusatz zu geben:" Alle durch die Privatpost zugestellten anstaltungen zur Voltserziehung und Voltsaufklärung und aller brachte Wiese die Differenzen bei der Packetfahrt- Gesellschaft Sendungen sind zu verweigern, ferner ist mit allen gesetzlich zutothen Gespenster." zur Sprache. Zu der Resolution, die den Boykott über die lässigen Mitteln solange für Verschwinden der Annahmestellen Nun fordert Göhre auch noch, daß die neue Zukunftspartei Privatpost ausspricht, war ein Antrag eingegangen, der auch den Sorge zu tragen, bis die Privatpost- Gesellschaft sich mit ihren durch und durch christlich sein muß." Natürlich, da noch das Boykott über diejenigen Geschäftsleute verhängen will, welche Angestellten geeinigt hat."" Zum Schluß wurde zur regen BeHirngespinst vom christlichen Staat" in der Luft flattert, fann eine Annahmestelle der Privatpost haben. einer, der daran glaubt, auch meinen, daß eine politische Partei Redner die Undurchführbarkeit eines derartigen Boykotts ftlar- theiligung an den Gewerbegerichtswahlen ermahnt. chriftlich sein und den entchriftlichten Staat wieder christianisiren gelegt hatten, wurde der Antrag zurückgezogen und die Reso Deutscher Holzarbeiterverband. Eine zahlreich besuchte Dazu soll diese" chriftliche" Partei nach Göhre auch lution angenommen. Former Rörsten referirte darauf über Versammlung der Werkstatt- Vertrauensmänner, die am 17. b. M. nicht firchenpolitisch auftreten. Wie sie das machen wird oder die Gewerbegerichtswahlen und forderte zur Eintragung in die tagte, erörterte die Frage der ferneren Agitation für die Organi machen soll, das möchten wir gern wissen. Charakteristisch ist Listen auf. Eine Diskussion über diesen Punkt fand nicht statt. fation und die Aufgaben der Vertrauensmänner. Der Vorsißende es, daß Göhre selbst diese seine Betrachtungen abbrechend schließt des zu schwachen Besuches halber nicht statt. Bei Merten's, Friedrichstr. 236, fand die Versammlung Glocke, der das einleitende Referat übernommen hatte, führte ( S. 187): Damit ist es genug der Zukunftsmufit." aus, daß es Aufgabe der Mitglieder, insbesondere der Vertrauenstönnte. " " # Nachdem mehrere Doch was soll man sagen, wenn nach allen feinen kühnen In Ahrens Brauerei erörterte August in die männer sei, durch ruhige Agitation für Anschluß an den VerProphezeiungen und Aufforderungen an die Christlich- Sozialen Ursachen des Ausstandes der Hutarbeiter, betonend, daß die band und Verbreitung der Ziele und Bestrebungen der Organi zu gewaltigen politischen Thaten, der christlich soziale ganzen Vorkommnisse den Klassentampf zwischen Arbeit und sation zu wirken. Die bedauerliche Thatsache, daß nur bei einem Pfarrer Paul Göhre schließlich den kirchlichen Be Kapital kennzeichnen. In der Diskussion sprachen sich sämmt- Streit die Massen bewogen werden tönuen, einer Organisation hörden sich löblich unterwirft mit dem Zugeständniß, liche Redner für die finanzielle und moralische Unterstützung der sich anzuschließen und die seit Bestehen der deutschen Gewerks daß die Geistlichen keinen aktiven Antheil am politischen Leben Ausständigen aus. Eine dementsprechende Resolution wurde schaftsbewegung sich immer wieder zeige, müsse endlich der Aufnehmien dürfen, sondern vorher den Priestertalar ablegen müssen. einstimmig angenommen. Die Maßregelung der Berliner Privat- faffung Plaß machen, daß die Gewerkschaftsorganisation nicht Die ganze evangelisch- soziale Bewegung ist entgegen diesem post gegenüber ihren Angestellten beleuchtete Streitner, der nur dazu da sei, in Zeiten günstiger Geschäftskonjunktur irgend Grundsaz fünstlich gemacht worden durch evangelische Geistliche. eingangs seiner Ausführungen bedauerte, daß nicht gleichzeitig welche Vortheile durch Streits zu erringen, sondern daß sie auch Ziehen sich die letzteren von der Bewegung zurück, so wird sie um so über die Packetfahrt Gesellschaft der Boykott verhängt werden in der Zeit der Krise die gewonnenen Vortheile gegen alle Ueberschneller verkümmern. Nur wenige dieser Leute sind ja in der Lage, tönne, die in derselben Weise mit ihren Arbeitern verfahren ist, griffe der Unternehmer zu vertheidigen hat, um nicht bei Ein" den Talar ausziehen" zu können. Das ist's aber gerade, was der wie die Berliner Privatpoft. Der Redner schildert sodann die treten günstiger Geschäftsverhältnisse die Sisyphusarbeit der Auftonservative Interessenflüngel wünscht. Und deshalb hat denn gepflogenen Verhandlungen, das rigorose Vorgehen der Direktion, rüttelung der trägen Masse der Gewerkskollegen von neuen zu auch Herr Göhre feinen Lohn vorweg für sein Rückzugssignal. das Verhalten der Polizeibehörde den Streifenden gegenüber und beginnen. Aber auch von eminenter Bedeutung seisdie Aufgabe Die" Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat seiner staats- ersucht die Anwesenden, den Beschluß der Gewerkschafts- Kom- der Gewerkschaft, die Gewerkskollegen zu bilden, auf ein höheres männischen Einsicht hohes Lob ausgestellt. Mögen nun die mission zu dem ihrigen zu machen und für die allgemeine Durch geistiges Niveau zu bringen; denn es sei nicht zu verhehlen, daß wunderbaren Wege Göhre's von der evangelisch- sozialen Be- führung zu wirken. Verschiedene Redner wünschten gleichfalls fast in auen Arbeitskategorien, auch bei den Holzarbeitern sei es wegung eingefchlagen werden oder nicht, über turz oder lang den Boykott über die Packetfahrtgesellschaft. Ein Beschluß in der Fall, ein beträchtlicher Theil der Gewerkskollegen geistig ziemlich wird sicher eintreten, was er befürchtet: fie wird nur noch zer dieser Sache wurde, nachdem Pfeiffer und Schnorr aus tief ständen; daran habe allerdings die heutige Gesellschaft Schuld. fahrener, zersplitterter, unschlüssiger werden als bisher, immer taktischen Gründen dagegen gesprochen, vorläufig nicht ge- Das Klaffenbewußtsein müsse erst bei jedem geweckt werden mehr nur eine große Kraftvergeudung und schließlich nichts als faßt, hingegen die Resolution, in welcher der Boykott durch zeitgemäße Unterhaltung oder Lektüre in den Werkstellen einzige Diskreditirung evangelischen Chriften über die Brivatpost mit durchgeführt und bei den Zufammenkünften. Der Ernst und die Bedeutung thums". werden soll, einstimmig angenommen. Zum Schlusse der Arbeiterbewegung, mit der ja die Gewerkschaftsbewegung eine des allen Mitteln Der Verein der Einseher beschloß am 7. Juni, in diesem Dentisch sei, müsse jedem llar gemacht werden. Dadurch würden ermahnt, ihrer Pflicht gegen die streikenden Former zu genügen. die Charaktere gestählt für den täglich sich abspielenden Klassen- Nachdem durch Aufrufen konstatirt wurde, daß nicht alle acht Jahre ein Sommerfest nnd einen Maskenball zu arrangiren. Tampf und würde verhütet, daß während der verschiedenen eingeladenen Firmen vertreten waren, erfolgte Stellungnahme zu Die Mitglieder sind verpflichtet ein Billet abzunehmen, damit Streits so viel Streitbrecher fich finden und die Kämpfe und dem von den Vertrauensleuten ausgearbeiteten Lohntarif, welcher ein Defizit verhindert wird. Wie mitgetheilt wurde, haben sich Anstrengungen der überzeugten organisirten Arbeiter illusorisch im wesentlichen eine Anlehnung an den bis 1889 giltigen Tarif die Einseher bei der Firma Mittag verpflichtet, teine Parquetmachen und somit nicht nur gegen das Interesse der Streifenden, bedeutet. Die darin enthaltenen Forderungen sind: 9stündige böden unter den aufgestellten Bedingungen zu legen. Für die sondern auch gegen ihr eigenes Interesse sich verfündigen. Es Arbeitszeit; für Rohrleger 50 Pf. Minimallohn; Vermeidung Klavierarbeiter bewilligte die Versammlung 30 M. N " Vergolder. In der am 15. d. M. stattgefundenen Monats versammlung der Bergolder hielt Herr Dr. Weyl einen inters effanten Vortrag über: Die Ursachen der Berufskrankheiten". Demfelben schloß sich eine furze Diskussion an. Bei Besprechung der Wertstellenverhältnisse wurden die Zustände der Kristan'schen Werkstatt einer Kritik unterzogen. Unter Verschiedenem wurde den streifenden Webern des Eulengebirges 40 M. aus der Filialtasse bewilligt und der Antrag, betr. Beschaffung eines Frage tastens, angenommen. Schöneberg. Der hiesige Verein der Bauarbeiter vollzog am 14. b. M. in seiner Mitgliederversammlung die Wahl des Vorstandes, die folgendes Resultat hatte: Band erſter, Werbach zweiter Bevollmächtigter; Stolt erster, Schröder zweiter Kassirer; ttmann, Schriftführer; Block, Grönning und Bordak Revisoren. Beschlossen wurde, in Zukunft den Mitgliedern das Verbandsorgan per Post zuzuschicken. Schmargendorf. Am 16. Juni er. hielt der Arbeiter: Bildungsverein feine regelmäßige 14tägige Mitgliederversamm Bildungsverein feine regelmäßige 14tägige Mitgliederversammlung ab. Der Vorsitzende machte auf das am 20. Juni er. im Wirthshaus Schmargendorf stattfindende 5. Stiftungsfest des Vereins aufmerksam und lud alle Genossen und Freunde des Vereins dazu ein. muß den widerspenstigen Kollegen immer vor Augen geführt aller Ueberstunden sowie Nacht- und Sonntagsarbeit, außer in Eine Vereinsversammlung des Vereins zur Wahrung der werden, daß die Arbeitgeber viel inniger fefter zusammen allerdringendsten Fällen. In diesem Falle wird vor 8 Uhr die Interessen der Maurer tagte am 14. Juni bei Hoffmann, stehen, als bis jetzt die Arbeiter und nur um die Ueberstunde um 25 pet. höher, nach 8 Uhr um 50 pet. und Arbeiter in Schach zu halten. Die Vertrauensmänner haben Sonntagsarbeit um 100 pet. höher berechnet. Der Minimal- Alexanderftr. 27. Auf der Tagesordnung ftand: Was lehrt uns daher zu wirken, daß größere Verständigung, ein organisches Stundenlohn der Helfer beträgt 35 Pf. mit denselben prozentualen unsere Lohnbewegung? Der Referent Kollege Kater legte einBufammenwirten mit der Leitung des Verbandes erzielt werde. Lohnzuschlägen. Für Arbeit nach Außerhalb erhält der Rohr- gehend dar, welche Ausgaben die Organisation zu erfüllen hat, Bei Differenzen ift sofort vom Vertrauensmann an die Werkstatt leger sowie der Helfer täglich 3 M. Landzulage. Weitere Ent- nun das Errungene festzuhalten. Vor allen Dingen sei es nothKontrollkommission oder in sehr dringenden Fällen nach dem fernungen werden gegenseitig vereinbart. Nach den Vororten hat wendig, das jetzt bestehende Sammelwefen beizubehalten. Redner Arbeitsnachweis, Annenstr. 39, zu berichten, und nach gegen der Arbeitgeber das Fahrgeld zu zahlen, die Fahrzeit wird empfiehlt, eine Organisation zu schaffen, wie sie die Steinarbeiter seitiger Aussprache oder eventueller Beschlußfassung durch die in die Arbeitszeit eingerechnet. Altordarbeit ist ausgeschlossen, Knoeppen und Pfeil im Sinne bes Referenten. Dabei wurde die haben. In der Diskussion sprachen Megke, Hanisch, Karpe, Ortsverwaltung werden die weiteren Schritte eingeleitet. Ferner und wo solche noch besteht, zu beseitigen. Pünktliche Lohnaft von den Vertrauensleuten dafür Sorge zu tragen, daß die auszahlung: des Sonnabends 1 Stunde, an den Vorabenden der Ansicht ausgesprochen, daß der Verein sich auflösen würde, wenn Beschlüsse der Gesammtheit zur Durchführung kommen und die Feiertage 2 Stunden früher, ohne jeden Lohnabzug. Die Ver- man die Garantie hätte, daß die Filiale II des Verbandes das Beiträge für den Verband und zum Streitfonds regelmäßig ge- fammlung atzeptirte den Tarif, behielt dagegen die endgiltige gleiche thun würde. Sämmtliche Redner find für eine Zentrale zahlt werden, denn ohne Geld kann nichts unternommen werden. Beschlußfassung einer späteren Versammlung vor, Um den unter der Bedingung, daß die nöthige Bestimmung und EllenWenn jedes Mitglied feine Schuldigkeit auch in Zukunft thue, weitesten Kreifen der Berufskollegen davon Kenntniß zu geben, bogenfreiheit gewahrt wird. müffe die Organisation ein Fattor sein zum Schuße der Mit- follen auf Vorschlag Näther's die aufgestellten Forderungen mit glieber und zum Truhe der Unternehmer. An der sich auf die Laufzettel zu den nächsten Versammlungen gedruckt anschließenden Diskussion betheiligten sich Kretschmann, Streich- werden. hahn, Wiedemann u. a. Alle Redner waren von dem Gedanken Eine öffentliche Versammlung der Metallschleifer, die befeelt, daß die Gewerkschaft ausgebaut und der Sammelpunkt am Mittwoch im Louisenstädtischen Konzerthaus", Alte Jakobfämmtlicher Gewerksgenoffen werden muß. Hieran schloß sich straße 47, tagte, beschäftigte sich mit der Frage: Was gedenken eine Debatte über den bisher üblichen Beitrag von 30 Pf. zum die Metallschleifer zur Verbesserung ihrer Lohn- und ArbeitsStreitfonds. Da in Lauterberg, München und anderen Städten bedingungen zu thun?" Das einleitende Referat hatte der Bernod) eine größere Anzahl Kollegen im Ausstand stehen und trauensmann der Berliner Metallarbeiter D. Nätber über zu unterstützen sind, die Berliner jedoch durch den Klavierarbeiternommen, der auf die bisherigen schlechten Organisationsverhält streik verhindert waren, nennenswerthe Unterstützung für die niffe hinwies, welche die verhältnißmäßig niedrigen Löbne in Kollegen im Lande zu leisten, wurde beschlossen, den 80- Pfennig- diefer Branche, die hygienischen Mißstände, die schlechte BehandBeitrag noch 4 Wochen beizubehalten. Es wurde sodann noch lung, ja jogar Lobnreduzirungen tros der gegenwärtigen Prospeder Estreit bei Virgens in Rigdorf fowie die Verhältnisse bei rität, ermöglichten. Der Redner meinte, es sei daher an der Zeit, Knorr, Blumenthalstraße und der Maschinenbau- Fabrit für daß die Metallschleifer all die früheren Vorkommnisse und MißbelligMühlenbau Kapler einer Besprechung unterzogen. Die Angelegen- teiten endlich einmal vergessen und hoffe er, daß die Bersammlung heit bei den letzten beiden Firmen wurde zur weiteren Erledigung der Ausgangspunkt zur Einigkeit sein werde, wozu der Wille, der Ortsverwaltung überwiesen. Die nächste Versammlung findet wie es die Besprechung der Vertrauensmänner gezeigt hat, vor Mittwoch, den 15. Juli, ftatt und wird in dieser Stellung zur handen zu sein scheint. Es sei dann aber der Zusammenschluß Lohnbewegung der Drechsler genommen werden. in der Organisation, ein geregeltes Vertrauensmännersystem und Die Rohrleger und Gehilfen waren zu der am 16. Juni intensive Werkstätten organisation nothwendig, damit die Metallim Louisenstädtischen Konzerthaufe, Alte Jakobftraße 37, statt- schleifer in der Lage sind, die günstige Periode auszunuzen und gehabten öffentlichen Versammlung recht zahlreich erschienen. womöglich gemeinsam mit der Armaturen und Lampenbranche in Arbeiter- Bildungsschule. Connabend Abend von 8-9% Uhr: Süd= Den einleitenden Vortrag über den Neunstundentag und die die Bewegung zur Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeits- oft schule, Waldemarfir. 14: Redeübung.( Die wichtigsten Gefeße für die Den mit Beifall aufgenommenen Kunst des öffentlichen Redens, Lehre vom Aufbau eines Vortrages) Serr gewerkschaftlichen und wirthschaftlichen Verhältniffe in der bedingungen einzutreten. der sich Heinrich Schulz. Nordschule, Müllerstr. 179a; National- Dekonomie. Brauche der Rohrleger hatte der Vertrauensmann Methner Ausführungen folgte eine rege Diskussion, in der übernommen. Von allgemeinen Gesichtspunkten über Verkürzung sämmtliche Redner im Sinne des Referats aussprachen Allgemeine Nationalökonomie. Wefen der gesellschaftlichen Arbeit. Die verschiedenen Produktionsformen. Das charatteristische der tapitalistischen Broder Arbeitszeit ging Redner dazu über, die Nothwendigkeit und von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Metall, duktionsform. Theorien zur Erklärung des Kapitalismus, die tlaffische einer solchen Forderung für den eigenen Beruf barzulegen. Schleifer" bekannt gegeben wurde, daß sie gewillt find, Nationalötonomie. Mary' Fortführung und Kritit: Werth, Mehrwerth, Zunächst fei der Neunstundentag anzuftreben. Dies Zu sich in der Gesammtheit den„ Berliner Metallarbeiter- Verband" Bitulation des Kapitals, Profit, Handelsgewinn, Grundrente. tlaffe. Die ökonomische Theorie von Mary in ihrem Berhältniß zur Herr Dr. Konrad Schmidt. erreichen, feien die Verhältniffe in der Branche durchaus günftig, anzuschließen. Auch von ihnen wurde gewünscht, daß die per- tendenzen der freien Konkurrenz und der Gmanzipationskampf der ArbeiterHierauf gelangte materialiitischen Geschichtsauffaffung) Um die Verhältnisse der Berufskollegen ftatistisch festzulegen, seien fönlichen Gehäffigkeiten beseitigt werden. Die Versamm Schulräume find zur Benugung der Bibliothek und des reichhaltigen Beitfeinerzeit 2000 Fragebogen ausgegeben, hiervon feien 89 aus folgende Resolution einstimmig zur Annahme: Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borfigender Ad. Neu 35 Werkstätten, von 55 Rohrlegern und 34 Helfern beantwortet, lung verpflichtet jeden Metallschleifer, dem Berliner Metallarbeiter- schriftenmaterials schon von 8 Uhr an geöffnet. wieder eingegangen. Das Facit der Erhebung war: Gleiche Verband beizutreten, um mit Hilfe einer festen Organisation den mann, Basewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu richten Arbeiter Raucherbund Berlius und Umgegend. Menderungen Arbeitszeit im Sommer und Winter war in 17 Werkstätten Mißständen in unserem Gewerbe entgegentreten zu fönnen, In an Friedrich fortum, Manteuffelite. 49, v. 2 Tr. zu verzeichnen, und zwar in 11 Werkstätten je 10 Stunden, in allen Werkstätten haben die Kollegen Werkstätten- Bertrauensleute im Bereinstalender sind zu richten an Otto Schulz. Kottbuserdamm 72. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. 4 Werkstätteri je 9 Stunden, in 2 Werkstätten je 91/2 Stunden. Im zu ernennen, welche in Gemeinschaft mit dem Vertrauensmann Hermann Sommer 10, im Winter 9 Stunden wurde in 10, im Sommer 10, im die Agitation zu betreiben haben." Zum Vertrauensmann wurde Alle zuschriften, den Bund betreffend find zu richten an: Jabu, Schönhauser Allee 177 c Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter.( E.S. 29, Winter 8 Stunden in 8 Wertstätten gearbeitet. Der Stundenlohn für F. Piur, Falckensteinftr. 17, gewählt. Gewünscht wurde noch, Heute, Sonnabend, ben 20. Junt, abends Rohrleger betrug: in 2 Werkstätten 52, Bf., in 5 Werkstätten daß Erhebungen über die Zustände in den einzelnen Werkstätten Sambura.) Filiale Berlin 3. 8% Uhr, Manteuffelstr. 46: Mitgliederversammlung. Näheres stehe Inferat 50 Bf., in 6 Berkstätten 471/2 Pf., in 20 Werkstätten 45 Pf., in vorgenommen werden. im geftrigen Vorwärts". Filiale 4, Heute, Sonnabend, abends 8% Uhr, bei Joël, Andresstr. 21: In der öffentlichen Versammlung der Lederarbeiter 3 Werkstätten 40 Bf., in 18 Wertstätten 571/2 f., in 2 Wertstätten 35 Pf. in 2 Werkstätten 321 Pf., in 1 Werkstatt 31 Pf.( Lob- und Weißgerber, Färber 2c.) am vergangenen Dienstag, in Ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung ftebe nferat vom Freitag. Filiale 5. Heute, Sonnabend, abends 9 Uhr, bei Diete, Lothringerstr. 67: Das macht für Robrleger einen Durchschnitts Stundenlohn von der es sich namentlich um die Wahl von Delegirten zur inter Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Naffenbericht, 2. Bericht der 41 Pf. Der Selferlohn betrug in 4 Werkstätten 321/2 Pf., in nationalen Konferenz handelte, wurde der 3. Punkt der Tages Delegirten von der Generalversammlung. 3. Wahl der Ortsverwaltung, 28 Werkstätten 30 31 in 2 Werkstätten 271/2 Bf., in 4 Wert- ordnung: Bericht des Delegirten bei der Gewerkschafts stätten 25 Pf. pro Stunde; macht im Durchschnitt für Selfer 291/2 Pf. Kommiffion, bis zur nächsten öffentlichen Versammlung In 5 Werkstätten murden Atfordlöhne gezahlt. In keiner Wert- vertagt. Hierauf empfahl Brinkmann in längeren statt waren bei schlechtem Geschäftsgange Lohnreduktionen zu Ausführungen die Entfendung von zwei Delegirten für Berlin verzeichnen. Ueberstunden tamen in 10 Wertstätten teine, in 25 sur internationalen Arbeiterkonferenz aller Lederarbeiter, während nur in dringenden Fällen vor. Sonntagsarbeit wurde in 12, Heinicke auch die Färber vertreten wissen will, also 3 Delegirte Nachtarbeit in 23 Fällen geleistet. In Schöneberg ist den Parteigenoffen von gegnerischer Seite Lobnzuschlag für wünscht. Dieser Antrag zeitigte eine längere Diskussion, dahina Sonntags und Machtarbeit gablte man in 23 erfstätten, gehend, daß man niemanden von den Spezialarbeitern zurück der Borwurf gemacht worden, daß sie ihre Bergnügungen in während in 12 feine Bergütigung gewährt wurde. Arbeits- sehen, sondern auf die Tüchtigkeit der Delegirten fehen foll, Lokalen abhalten, welcher der Arbeiterschaft zu Versammlungen feßen, Ios waren 51 Perfonen, 26 Rohrleger und 25 Helfer. worauf dann zwei Delegirte, Brinkmann und Arndt ge nicht zu Verfügung stehen. Diesem Vorwurf gegenüber erklären wurden. Der Bericht des Vertrauensmannes wir, daß nur Bereine, welche nicht auf dem Boden der modernen Für die Rohrleger beläuft sich die Zahl der arbeitslofen Wochen wählt ergab für die vergangene Lohnbewegung auf 293 oder durchschnittlich 111/4 Woche für jeden Arbeitstofen. Arndt eine Arbeiterbewegung stehen, sich dieser Handlungsweise haben zu Daß nur eine Stimme Für Helfer ergeben sich insgesammt 337 Wochen oder für den Einnahme von 2794,07 M., Ausgabe 2405,08 m., o fchulden kommen laffen, und einzelnen Arbeitslosen durchschnittlich 13 Woche. Organtfirt daß ein Bestand von 338,99 m. verbleibt. Nachdem die darüber herrscht, daß die betreffenden Lokale balb für die erwähnten Vereine waren 39 Rohrleger und 22 Helfer; unorganisirt 16 Rohrleger Revisoren die Richtigkeit bestätigt, wurde Arndt auf's neue zum uns geöffnet sein würden, wenn Vertrauensmann gewählt und ihm als Gutschädigung, Bezahlung anders handelten, Bemerkt sei, daß der Beerdigungsverein der und 12 Helfer. In der Diskussion wurde von Puschte getabelt, daß nur der versäumten Beit zugebilligt. Bur Gewerkschaftskommission Bimmerer von Schöneberg regelmäßig in dem zu sozialdemokra von 35 Werkstätten die Fragebogen eingegangen feien, während wurden Arndt als Delegirter, Busse als Stellvertreter gefchen Bersammlungen nicht hergegebenen Lokal von Wendt, es in Berlin über 1000 Betriebe gäbe. Er richtete deshalb einen wählt. Ueber die Thätigkeit der Agitationskommission wird Hauptstraße 16, tagt und dort auch am heutigen Sonnabend sein lebhaften Appell an die Rohrleger, die sich aus den Helfern Kraft in der nächsten Versammlung berichten. Stiftungsfest abhält. Außer Wendt weigern sich die Wirthe herausgebildet haben, auch für Rohrlegerlohn und nicht für die Im Allgemeinen Tapezirer- Verein sprach am 10. Juni Jmm und Arloff in der Hauptstraße, Cornelsen in der Kolonnens ihnen widerfahrene Ghre zu arbeiten; im übrigen trat er für das Mitglied Aubert über Hecht und Rechtsprechung. Sodann traße und Möhring in der Sponnholzstraße, uns ihre Lokale zur Anschluß an den Metallarbeiter Verband ein. In gleichem wies Pönite auf die Gewerbegerichtswahlen hin und ersucht um Verfügung zu stellen. Namens der Lokalkommission von Schönes Siune äußert sich Fitius, während Mäther die Anwesenden rege Betheiligung bei den Ginzeichnungen in die Wählerlisten. berg: Heinrich Seißt, Würzburgstr. 20. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW., Beuth- Straße 2. Soeben ist erschienen: Die Währungsfrage und die Sozialdemokratie. Eine gemeinverständliche Darstellung der währungspolitischen Zustände und Kämpfe. Bon May Schipper. Agitations- Ausgabe( ur Maffen- Verbreitung) Mark-, 30. Porto 5 Pfennig. Buchhandel- Ausgabe Mark 1,-. Diefe Schrift, welche bie Währungsfrage zum ersten Mal unter sosialistischem Gesichtspuntte behandelt, ist für jeden denkenden Genoffen unentbehrlich und von der Parteipreffe bereits eingehend und rühmend besprochen. Die Beipziger Bolts Beitung" urtheilt: Ster ist endlich ein zuverlässiger Bettfaden für unsere Agitation, hier tann der Arbeiter sich gut und schnell unterrichten" und der Borwärts" schreibt: ,, desto erfreulicher ist es, daß diese von unserer Partei ausgehende Darstellung als eine sehr ernfte und gründliche Arbeit auf's wärmste empfohlen werden kann." " Achtung! Kein Laden. Nur eigene Fabritation, 25 Bigarren 1 Mart. Garantie rein amerikanische Zabate. Rippentabat 2 pfo. 60 Bfg. G. F. Dinalage, Rottbuferstr. 4, Hof part. 5028 L* " Arbeitsmarkt. Achtung! Achtung! Holzarbeiter: In der Bautischlerei von Knorr, Blumenthalstr. 5, haben die Kollegen wegen Lohndifferenzen die Arbeit eingestellt. 291/14 Bujug fernhalten. Die Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes. Achtung! Klavier-, Klaviatur- und PianoT Sprechlaal. Die Die Die Redaktion fiellt die Benugung des Sprechfaals, fowelt ber Raum dafür abzugeben ist, dem Publitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung: fie verwahrt fich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Verband der Möbelpolirer. Nächsten Montag, abends 8 Uhr, Admiralstr. 18 c: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Gewerkschafts- Organisation und wie nühen die Arbeiter ihr 2. Der Streit bei Just, Roalitionsrecht aus. Referent: Rollege R. Weber. Blumenftr. 30 und wie ist Just seiner Verpflichtung gegen das Krankenkassensowie Invaliditätsgefeh nachgekommen? 3. Wertstellen Angelegenheiten. Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen, speziell von 290/7 Mester, Manteuffelstraße und Müller, Blücherstraße. Die Dampferpartie findet am 9. August statt. Um rege Be theiligung bittet Der Vorstand. Fachverein der Stellmacher Bertins und Umgegend. mechanikarbeit.Berlins. Sonntag, den 21. Juni, vormittage 9 Uhr, im Lokale ves Herrn Der Streit ist am 5. d. M. als beendigt erklärt worden, doch find 5-600 Arbeiter nicht wieder eingestellt, somit als gemaßregelt zu betrachten. Wir ersuchen die Kollegen von außerhalb, sowie die Tischler Berlins, den Zuzug nach obigen Fabriken fernzuhalten. 286/ 12* Die Lohnkommission. Karton- Arbeiterinnen verl. off 2234b Neue Friedrichstr. 48. Geübte Kartonarbeiterinnen verf. Greiffenhagen, Babiel, Rofenthalerstraße 57: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiebenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorpand. W. Noack's Feltfäle und Garten, Brunnenstraße 16. Sonnabend, den 27. Juni 1896: Grosser Sommernachts- Ball asrangirt vom Dresdenerstr. 76. Fachverein der Stellmacher Berlins und Umgegend Gefunde Wohnungen im 50., Elsenstraße, 5 Minuten vom Bahnhof Treptow, an der Pianofabrit, im neu erbauten Eckhause per Oftober ev. auch früher preiswerth su vermiethen. Tüchtige Mechaniker auf bessere Näheres dafelbft auch Sonntage von Arbeiten sofort verlangt 22165 9 bis 11 Uhr vorm. Besichtigung. Aktiengesellschaft Mig u. Genest. Stucateure für Bauarbeit fucht Flottes Geschäft, Milch, Vorkost, tauft man in der Norddeutschen Schuh Badwaaren, bringt die Miethe, vers. Schugt, Plauen bei Dresden, fabrit von W. Hitschke, gegründet 1879, bunden mit Holz und Kohlen, viele Gartenstr. 4. Staligerftr. 13, Ede Nomiralstraße, Austragefunden, frankheitsh. bill. 8. vt. am Kottbuser Thor. 50152* Mäh. Brunnenstr. 168 im Restaurant. Reell und billig * Schuhmacher auf Playstelle verlangt Ziesenhenne, Schulstr. 74, im Laden. verbunden mit Spezialiäten- Vorstellung unter Mitwirkung des Gefangvereins Maieuzweig, Liedertafel der Stellmacher, Mitgl. des A.-S.-B. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung Uhr. Entree 30 f Billets find im Verkehrslokal Glasserstr. 9 zu haben. 163/3 Gine möbl. Schlaff. a. Hrn. z. vrin. Der Vorstand. billig verkaufen, Kraute 2258b Maunynstr. 91, 2 Tr. b. Ww. Gilmann: Hochrad praße 16, a 2. fe Achtung! 4. Wahlkreis Achtung! Deutscher Holzarbeiter- Berband. und Niederbarnimer Kreis. Sonntag, den 21. Juni, im„ Schloß Weißensee": Grosses Volksfest ( Zahlstelle Berlin.) opo Montag, den 22. Juni 1896, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Rautenhaus, Oranienstraße 180: Versammlung für den Bezirk Südosten. 91 Tages Ordnung: 1. Fortsetzung des Vortrages über das Vereinsgefeß. Referent: Genosse Ewald. 2. Diskussion. 3. Ergänzung der Werkstatt Kontrollkommission. 4. Verbandsangelegenheiten. arrangert von den Parteigenossen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises und des Montag, den 22. Juni 1896, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Niederbarnimer Wahlkreises unter Mitwirkung von Mitgliedern der Arbeiter- Bildungs- Schule und des Arbeiter- Sängerbundes. Vokal- und Instrumental- Konzert Musik von Mitgliedern der Fr. Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker. Massengesänge. Bücher- u. Bilder- Verloosung. Volksspiele. Großes Schauturnen. Kinder- Belustigungen. Politisch- fatirisches Kasperle- Theater. BrillantDie Kaffeeküche ist den ganzen Tag geöffnet. Im Bal champêtre von 4 Uhr ab: TANZ. Serren, welche daran theilnehmen, Anfang vormittags 8 Uhr. zahlen 50 Pf. nach. Feuerwerk. Billets im Vorverkauf 20 Pf., am Eingang 25 Pf. Billets sind in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. 216/4 IV. Wahlkreis Nieder- Barnim! Alexanderstraße 270: Vertrauensmänner- Versammlung der Drechsler. Tagesordnung: Welche Forderungen gedenken wir zu stellen Zur Beachtung! Es ist unbedingt nothwendig, daß jede Werkstatt vertreten ist. Mitgliedsbuch und Vertrauensmännerkarte legitimirt, eventuell kann beides in der Versammlung ausgestellt werden. Bezirksversammlungen: Osten am Montag, den 22. d. M., abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Thiel, Fruchtstr. 36a( oberer Saal). Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Paul Jahn über: Die deutschen Gewerkschaften und das Koalitionsrecht. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- und Verbands Angelegenheiten. Zu dieser Versammlung sind die Kollegen folgender Werkstätten besonders eingeladen: Seelig, Langeftr. 56. Neumann, Königsbergerstr. 28. Abel, Markusftraße 34. Reichow, Straußbergerstraße 12. Fahnig, Langestraße 91. Böhm, Weberstr. 52. Ulrich, Langestr. 70. Um zahlreiches Erscheinen der Kollegen wird ersucht. Wedding und Gesundbrunnen. Montag, den 22. Juni 1896, abends 7, Uhr, in Bernhard Raabe's Salon, Kolbergerstr. 23. Tages Ordnung: 291/27 1. Vortrag des Herrn Aubert über: Recht und Rechtsprechung. 2. Dig Allg. Kranken- u. Sterbekasse tuffton. 3. Bertitatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes, Zu dieser Versammlung sind die Kollegen folgender Werkstellen be= eingeladen: Zum Volksfest im Schloß Weißensee der Metallarbeiter. ondern errichten dort am Sonntag den 21. Juni 1896 W. Arndt& Th. Dochow einen ( E. H. Nr. 29). 2257b Hamburg- Berlin Filiale 4. Ordentl. Generalversammlung Kraft& Petzoldt, Wildenowftr. 4; Kapler, Prinzen- Allee 75/76; Haak, Müllerstr. 39; Königsdörfer, Müllerstr. 3; Springborn, Liebenwalderstr. 81; Keup, Nene Hochstr. 24; Kurt, Neue Hochstr. 8; Meier, Schulzendorferstr. 28; Die Ortsverwaltung. Artas, Wildenowftr. 4. jowie alle Drechsler dieser Bezirke.- Die Versammam Sonnabend, 20. Juni, ab. 81/2 Uhr, lung wird pünktlich eröffnet, Tages Ordnung: Wurst-, Brot-, Butter- und Fleischwaaren- Verkauf bei Joël( ob. Saal), Andreasftr. 21. zu Berliner Markthallen- Preisen. 2252b Der Bedeutung des Festes Rechnung tragend, ist für eine reiche Auswahl aller Waaren in bekannter Güte gesorgt; das unbequeme Mitnehmen von Belag und Butterbroten bleibt somit den Festtheilnehmern erspart. Wir bitten die Genossinnen und Genossen, unser Unternehmen wie bisher gütigst zu unterstützen. Verein der graphischen Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin. Großes Sommerfest am Sonnabend, den 20. Juni cr., in Weimann's Volksgarten, Badstr. 57 unter Mitwirkung des Gesangvereins ,, Senefelder", verbunden mit 1. Kassenbericht. 2. Wahl der Drtsverwaltung. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiche Betheiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Orts- Krankenkasse der Strumpfwirker. Montag, den 29. Juli, abends 812 Uhr, in Feind's Salon, Wein- Straße 11: Ausserordentliche Generalversammlung Tage 3 Drdnung: 1. Abänderung der§§ 23, 25 und 26 und Zusag zu§ 23. 2. Wahl des Schriftführers. 3. Wahl von 8 Delegirten. 266/1 Metallarbeiter! Montag, den 22. Juni, abends 8½ Uhr, im Feen- Palast, Burg- und Wolfgangstraßen- Ecke: Oeffentliche Versammlung. Lages Ordnung: 1. Stellungnahme zum internationalen Arbeiter- Kongres in London und Wahl von Delegieten. 2. Der gegenwärtige Stand des Kampfes infolge der Maifeier und unsere weiteren Maßnahmen. 300/5 Zahlreiches Erscheinen ist nothwendig. Kollegen, vergeßt die Ausgesperrten nicht! Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Marther, N., Antlamerstraße 44. Verband der in Buchbindereien, Die Delegirten werden um pünkt der Papier- u. Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäftigt. 102/15 liches Erscheinen ersucht Spezialitäten- Vorstellung und Sommernachts- Ball. Kinderbeluftigungen. Billets 25 Pf., an der Kasse 30 f. Es ladet ergebenst ein Die Kommission. Allen Arbeitern ganz besonders zu empfehlen. Grünau. Allen Arbeitern ganz Der Vorstand. Richard Thate Dresdenerstraße 110. Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, den 22. Juni, abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Th. Boltz, Alte Jakobtraße 75: besonders zu empfehlen. Weiß- Bairischbier- Lokal Mitgliedschafts- Versammlung. u. Friedrich- empfiehlt sich den Parteigenossen. Gastwirthschaft G. Lindenhayn, rake 2. Restaurant„ Zum Eichbush". Garten Kegelbahn Kleiner Saal mit Piano Verkehrslokal des Arbeiter- Bildungs- und Gesangvereins. Speisen und Getränke in bekannter Güte. Gr. Weisse 20 Pf. 4/10 Bötzow Versand 15 Pf. Georg Schuimeistret. Treptow, Neue Krug- Allee 4. 3 Minuten hinter dem Paradies- Garten. Tages Urdnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Joël über: Die Erhaltung der Kraft. 2. Abrechnung vom Stiftungsfest. 3. Mitgliedschaftsangelegenheiten. Die Mitglieder werden dringend ersucht, die noch ausstehenden Mailisten abzurechnen. 26/1 Der Vorstand. Gr. fchattiger Garten, Raffectuüche Achtung! Banarbeiter. Achtung! Hanckel's Ablage, Käppel's Restaurant.ter 60 Vf. Zwei Regelbahnen. Wald, Wasser und dicht an der Station gelegen, empfiehlt sich zu Ausflügen zc. Vorzüglich helles Bier : Garten und Saal. Kaffeeküche. Gute Speisen und Getränke. Ausspannung. Strand- Restaurant am Müggelsee ( zwischen Müggelschloß und Aussichtsthurm), idyllisch und einzig herrlich am Müggelsee, von schönen Laub- und Nadelwaldungen umgeben, bietet größeren Gesellschaften zu 2-3000 Personen einen angenehmen Aufenthalt. Bin gern bereit, meinen großen Saal für Vereine, Fabriken, auch Versammlungen zu überlassen. Vorherige Anmeldung erwünscht. 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Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. Bairisch Bier Seidel 10 Pf., Berliner Weiße 20 Pf., Ruderboote 1 bis 3 gesammten Vorstandes. 3. Bericht des Kameraden Stehr betr. Vereinigung Perfonen Stunde 50 Pf. 21262* beider Organisationen. 4. Verschiedenes. Kameraden! In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es nothMart. Berndt's Würstelstube wendig, daß Ihr Mann für Mann in der Versammlung erscheint. Ferner 255/2 werden die Mitglieder ersucht, sämmtliche aus der Bibliothek entnommenen empfiehlt nach wie vor allen Freunden Bücher mitzubringen. Der Vorstand. und Bekannten ihren vorzüglichen Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch. Jeden Sonnabend von 6 Uhr ab: ff. Eisbeine. Für gute Biere ist selbstverständlich bestens Sorge getragen. Um Achtung! Manrer. Achtung! Sonntag, den 21. Juni, vormittags 10% 1hr, Deanien- u. Aleranorinenstraßen Ecke in M. 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