Morgenausgabe Nr. 403 A 203 4S.Iahrg-Millionen-Mark-Kredit abgeschlossen. pari«, 28. August.(Eigenbericht.) Die frauzösisch-englischen Verhandlungen über eine Kreditoperation zugunsten Englands sind heute abend mit dem Abschluß eines Abkommens beendet worden, auf Grund dessen eine Gruppe französischer Banken unter der Aus- ficht der französischen Regierung und der Bank von Frankreich der englischen Regierung und der Bank von Frankreich der englischen Regierung Zstillel bis zur Höhe vou 5 Milliarden Franteu(über 500 Millionen Mark. Red.) zur Verfügung sielll, und zwar teilweise in Form erner Krediteröfsnung, teilweise durch Ausgabe von Schatzbons mit einjähriger Laufzeit, die im Publikum untergebracht werden sollen. Die ursprünglich beabsichtigte gemeinsame Aktion der französischen und amert- konischen Banken ist nicht zustandegekommen, denn in der vom Finanzministerium ausgegebenen Verlautbarung heißt es ausdrücklich. daß die in New Port geführten Verhandlungen über die Eröffnung eines Kredites von 200 Millionen Dollar noch im Gange sind. Das Scheitern der gemeinsamen Aktion scheint darauf zurückzuführen zu sein, daß die französischen Banken, um die Krcditlasten nickst aus eigene Rechnung zu übernehmen, die Ausgabe von Schatzbons i m Publikum wünschen, was sie auch teilweise durchgesetzt haben, während die amerikanischen Banken einen reinen Kredit vor- ziehen. Der Leiter des englischen Schatzamtes, Sir Frederic L e i t h- Roß, sprach nach Abschluß der Verhandlungen dem Finanzminister F l a n d i n den Dank des Schahkanzlers Snowdcn für die gewährte Hilfe aus. Flandin äußerte seine Freude über den Erfolg der Berhaudlungen und erklärte, daß die Regierung und die französischen Finanzkreis« den Wunsch haben, aktiv an jedem Uutcrnchmen mitzuarbeiten, das dazu bestimmt ist, ein« normale Situationaufdem internationalen Devisenmarkt wieder herzustellen, was ein Beweis für das berechtigte Vertrauen sei, das der englische Kredit in der Well genießt. itnterhausftaktion gegen Macdonald.— Henderson zum Kührer gewählt. London. 28. Augnst.(Eigenbericht.) Die Unter hanssraklion der Labour parly schloß sich am Freitag den Beschlüssen der Gewerkschaften und der Leitung der Labour parly gegen die Regierung Macdonald an. henderson wurde gegen sechs Stimmen, die von Abgeordnelen der Unabhstngen Arbeiterpartei abgegeben wurden, an Stelle Macdonalds zum Vorsitzenden gewählt. Zu seinem Stellvertreter wurde E l y n e s bestimmt. An der Zraktionssihung nahm auch das Mitglied der Konzentrationsregierung, Lord S a n k e y, teil. Er er- klärte, daß sein Eintritt in die neue Regierung lediglich mit Rück- sichl auf die bevorstehende Zndicnkonferenz erfolgt sei. Als Vorsitzender des versassungsausschusses dieser Konferenz sei seine Mitwirkung an den Besprechungen mit den indischen Führern er- forderlich., Die konservative Parlamentsfraktion billigte am Frei- tag das Verhalten Baldwins und die Teilnahme mehrerer konser- vatioer Parlamentarier an der Regierung einstimmig. Die liberale Fraktion stimmte dem Verhalten ihrer Führer gegen zwei Stimmen zu. Pressevertretern gegenüber erklärte Henderson in Beant- wortung verschiedener Fragen, daß ek�zwar prinzipiell auch nach dem Sturz der Arbeiterregierung als Vorsitzender der nächstjährigen Abrüstungskonferenz fungieren könne. Aber ob er tatsächlich diese Aufgabe werde erfüllen können, hänge von dem Zeitpunkt der bevorstehenden Neuwahlen ab. Wenn die Wahlen nicht vor Ende des Jahres stortfinden würden, werde er kaum frei fein, um nach Genf zur Abrüstungskonferenz gehen zu können. Er gab abschließend der lleberzevgung Ausdruck, daß es der Arbeiter- Partei auch ein drittes Mal gelingen werde, die Rcgierungsgewall zu erobern. Wirtschast und Reichsfinanze«. Das Schicksal der Hauszinssteuer. Wir haben einen schweren, bitteren Winter zu erwarten. Der Reichskanzler selbst hat das Wort von den sieben Millionen Arbeitslosen ausgesprochen. Gewiß ist es mißlich zu prophezeien; aber untersucht man die gegen- wärtige Wirtschafts- und Kreditlage Deutschlands, fragt man weiter nach den Aussichten, wie diese Lage in den nächsten Monaten von innen oder außen her gebessert werden könnte, so wird man zu dem Ergebnis gelangen müssen, daß diese düstere Schätzung nicht völlig ohne Anhaltspunkte ist. Ist man aber, so müssen wir fragen, im Reichsfinanzministerium genau so auf den kommenden Winter gerüstet, wie man die Oeffentlichkeit darauf vorbereitet? Die Lage der R e i ch s f i n a n z e n ist augenblicklich noch sehr in Dunkel gehüllt. Die Steuereinnahmen im ersten Quartal des laufenden Rechnungsjahres waren nicht ermuti- gend. Im Juli standen sie ganz unter dem Zeichen der Zahlungsstockung, im August scheint allerdings dank der hohen Vetzugszinfen der katastrophale Rückschlag des Juli wieder wettgemacht zu fein. Zu übertriebenem Optimismus besteht aber sicher nicht der geringste Anlaß. Dasselbe gilt für die Kreditlage des Reichs. Die Inkraftsetzung des Hoover-Plans hat zwar das Reichsfinanzministerium in die Lage versetzt, den Bankentredit, den es im Juni zu drücken- den Zinsen aufnehmen mußte, vorzeitig zurückzuzahlen. Aber ob auch die seither eingetretene Hoover- Entlastung zu Schuldentilgungen verwendet werden konnte, ob und wie weit überhaupt die ursprüngliche Absicht der Regierung, die Reparationsentlastung zum Abbau der schwebenden Schulden zu verwenden, sich durchführen lassen wird, aus alle diese Fragen weiß heute die Oeffentlichkeit noch keine Antwort. Liegt die Zukunft der Reichsfinanzen im Dunkel, so haben die letzten Wochen auf das Schicksal der Länder- und Kommunalfinanzen ein grelles Licht geworfen. Länderdefizite, die zusammengenommen in die Hunderte von Millionen gehen, paaren sich mit Kommunaldefiziten, die in ihrer Gesamtheit vom Städtetag auf 806 Millionen geschätzt wurden. Dabei ist aber ein eventuelles Ansteigen der Arbeitslosigkeit auf die von Brüning genannte Ziffer weder bei den Reichs- noch bei den Kommunalfinanzen berücksichtigt. Wir wissen, daß alle Länder und Städte heute am Werk sind, gegen ihre Defizite durch drakonische Mahnahmen, die die unsozialsten und geradezu wirtschaftszer- störende Wirkungen haben müssen, anzukämpfen. So unerträglich und korrekturbedürftig diese Maßnahmen viel- fach auch sind, sie werden nicht zureichen, die Riesenlöcher der Defizite zu stopfen. Selbst der Städtetag, der diese Maß- nahmen anempfahl, mußte feststellen, daß es trotz allem ohne die Hilfe des Reichs nicht gehen wird. Man sollte denken, daß es angesichts dieser Situation keine andere Sorge geben kann als die Frage, wie die b e- stehenden und kommenden Defizite gedeckt werden sollen. Man mag dabei überlegen, ob und wie weit die Hoooer-Entlastung auch für diese Zwecke eingesetzt wer- den soll. Wir haben seit langem schon den Standpunkt ver- treten, daß das Reich nicht auf der einen Seite Schulden in Milliardenhöhe tilgen und auf der anderen Seite die Kam- munen verkommen lassen und die Erwerbslosen dem bittersten Elend preisgeben kann. Man wird weiter ernsthaft überlegen müssen, ob man nicht noch die eine oder andere neue Ein- nahmequelle für diese Zwecke erschließen muß. Denn daß es auch heute noch unerschlossene Einnahmequellen gibt, steht außer Frage. Mit Fragen dieser Art wird man sich s ch l e u n i g st bc- fassen müssen, und jeder Tag, an dem man in der Wilhelm- straße zögert, ist verloren. Aber völlig fassungslos steht man der Tatsache gegenüber, daß man sich in diesem Augenblick, in dem man, wie aufgezeigt, doch wirklich andere und dringlichere Sorgen haben müßte, ernsthaft mit der Frage zu beschäftigen scheint, ob man eine Steuer, die bis- her zu den weitaus ergiebigsten Einnahmequellen gehört, nämlich die Hauszins st euer, senken oder gar abbauen soll. Jnteressentenkämpfe und Jnteressenteneinflüsse gibt es natürlich in allen Ländern. Aber man kann sich nicht vor- stellen, daß es in irgendeinem Lande möglich wäre, daß man in einem Zeitpunkt schwerster Finanznot des Staates und radikalsten Drucks auf die arbeitende und arbeitslose Be- völkerung, daß man angesichts eines Milliardendefizits in Reich, Ländern und Gemeinden sich ernsthaft mit der Frage des Abbaues einer Milliarden st euer beschäftigt. Und aus welchem Grund wurde diese Frage plötzlich aktuell? Man findet beim ernsthaften Nachdenken keinen anderen Grund, als daß ein mächtiger und geschickt vorgehen- der Interessentenhaufen d ie allgemeine Ver- wirrungdieserTageausnutzt.umder Oeffentlich- kcit einzureden, gerade diese eine Steuer sei so unerträglich, daß sie sofort abgebaut werden muß. Merkwürdig nur, daß diese Steuer bis jetzt so gut getragen werden konnte. Denn der Hausbesitz ist trotz allen Geschreis viel weniger notleidend als sehr viele andere Wirtschaftszweige. Zusammenbrüche von Hausbesitzern beschränken sich fast ausschließlich auf sehr enge Gruppen, auf Großwohnungen und Geschäftshäuser bc- stimmter Art. Aber daß wieder Vermietstafeln an manchen Häusern in eng begrenzten Stadtvierteln zu sehen sind, genügte, um der Oeffentlichkeit einzureden, daß der ganze Haus- besitz notleidend geworden ist! Und auch die Kreditkrise und die Frage der Börseneröff- nung hat man geschickt für diese Jnteressentenpolitik aus- genutzt. Man hat es so hingestellt, als würde die Not des Hausbesitzes einen schweren Druck auf die Pfandbriefe ausübei� und man hat sich dabei so dumm gestellt, als wüßte man nicht, daß bei einem Reichsdiskont von 10 Proz. die Pfandbrieskurse niedriger sein müssen als bei einem Diskont von 5 Proz. Kein Student der Nationalökonomie ließe sich durch solche Argumente bluffen. In der ganzen bürgerlichen Presse aber erweckt man damit großen Eindruck. Daran kann man erkennen, welche nationalökonomische Weisheit bisweilen im Handelsteil bürgerlicher Zeitungen verborgen ist. Es muß in diesem Augenblick, da die Jnteressentenhaufen des Besitzes die Hauszinssteuer berennen, mit allem Nachdruck betont werden: Es wäre heller Wahnsinn, wenn die Hauszinssteuer aufgehoben oder auch nur gesenkt würde. Die Hauszinsstcuer ist nicht, wie die Hausbesitzer der Oeffent- lichkeit fortwährend einreden wollen, eine Sondersteuer auf den Hausbesitz. Sie ist eine reine Aufwertungssteuer, durch die lediglich verhindert werden sollte, daß die Hausbesitzer sich auf Kosten der inflationsgeschädigten Hypothekengläubiger zu Unrecht bereichern. Eine Aufhebung oder Senkung der Haus- zinssteuer zugunsten der Hausbesitzer— und sie würde ja selbst bei dem Schönheitspflaster einer Mietensenkung ausschließlich zugunsten der Hausbesitzer stattfinden, weil die Mietensenkung durch neue Massen st euern wieder wett- gemacht werden müßte— würde nichts anderes bedeuten, als daß sich die Hausbesitzer noch nachträglich auf Kosten der Inflationsgeschädigten bereichern. Damit wäre auch die Auf- wertungsfrage wieder aufgerollt. Dieser Unfug darf nicht geschehen. Es darf nicht in einem Augenblick schwerster Finanzkrisc des Gesamtstaats das deutsche Steuersystem über den Haufen g�- warfen werden, indem einer der wichtigsten Steine aus ihm herausgebrochen wird. Die Sozialdemokratie hat volles Verständnis dafür bewiesen, daß bei allen finanz- und sozialpolitischen Kämpfen die öffentlichen Finanzen in Ord- nung bleiben müssen. Aber ihr Verständnis müßte da a u f- hören, wo man die Sicherung der Finanzen überflüssig und leichtfertig aufs Spiel setzen würde, indem man sich einem mächtigen Jnteressentenklüngel willfährig erweist. Drewitz außer Verfolgung. Oer Staatsanwalt stellt dos Verfahren ein. Von der Pressestelle der Wirtschaftspartei wird mitgeteilt: Der General st aatsan malt beim Landgericht I zu Berlin hat am 25 August 1931 dem Reichstagsobgeordneten C o l o ff e r, der bekanntlich die Anzeige gegen den Parteioorsitzenden Drewitz eingereicht hatte, mitgeteilt, daß er das Verfahren gegen Drewitz endgültig eich gestellt hat. Wir geben nachstehend den Wortlaut des uns in Abschrift zugegangenen Einstellungsbeschlusses bekannt: Der Gcneralstaatsanwalt bei dem Landgericht I. 1.) pol. J. 103/31. Berlin, den 25. 8. 1931. Herrn Otto Colosser, Mitglied des Reichstags, Berlin-Friedenau. Auf Ihre Strafanzeigen vom 25. Januar 1931 und 5. Mai 1931 gegen das Mitglied des Reichstages Hermann Drewitz wegen Be- truges, Unterschlagung und Untreue. � Soweit Sie dem Beschuldigten zur Last legen, er habe zur Bezahlung privater Rechnungen Parteigeldcr .verwendet, ist ihm eine strafbare Handlung nicht nachzuweisen. Der Beschuldigte behauptet, er habe während seiner Tätigkeit als Vorsitzender der Partei Gelder seines Privatvermögens für Parteizwecke verbraucht und die ihm zustehenden Spesen und die monatliche Aufwandsentschädigung nicht in vollem Umfange erhoben. Er ist danach, wie ihm nicht zu widerlegen sein wird, davon aus- gegangen, daß er ein Guthaben bei der Partei gehabt habe. Wenn er"demnach Otto Dannenberg die Anweisung gegeben hat, private Rechnungen zu bezahlen, so konnte er der Ansicht sein, daß hierzu die ihm zustehenden Gelder verwendet wurden. Dabei ist zu berück- sichtigen, daß er sich im Hinblick auf seine umfangreiche Tätigkeit als Parteioorsitzender nicht in jedem Falle um die Einlösung seiner Rechnungen kümmern konnte. Im übrigen kommt noch in Betracht, daß über die Kasse allein Otto Dannenberg verfügen konnte. Dieser brauchte einer Anweisung des Parteioorsitzenden, wäre sie ergangen, nicht Folge zu leisten. Dannenberg hat aber, wie er selbst nicht in Abrede stellt, den Beschuldigten während der ganzen Zeit nicht darauf hingewiesen, daß ihm etwa ein Guthaben nicht mehr zustehe. Unter diesen Umständen konnte der Beschuldigte der Auffassung sein, zur Bezahlung seiner Rechnungen würden keine Parteimittel, sondern nur seine Guthaben benutzt. Die Tatsache, daß sich eine Reihe von Quittungen im Besitze Otto Dannenbergs befunden haben, svricht nicht gegen die Einlassung des Beschuldigten, da er sich um die Rückgabe dieser Quittungen nach erfolgter Bezahlung nicht gekümmert hat. ?m übrigen ist weder aus den Büchern der Partei, noch aus anderen linterlagen ersichtlich, daß der Beschuldigte Parteigeldcr zur Be- Zahlung privater Rechnungen verwendet hat. Hinsichtlich der Zahlungen an seine geschiedene Ehesrau behauptet der Beschuldigte unwidcrlegt, er habe das Geld jeweils der Sekretärin Schulz über- geben. Im Fall- Rueff weisen die Bücher nicht darüber aus, daß das Geld für dos Darlehen aus Parteimitteln stammt. Bei dieser Soch- läge ist dem Beschuldigten nicht nachzuweisen, daß er das Geld unbe- rrchtigterweise in Empfang genommen hat. zumal da er unwider- legt angibt, die Eintragung der Grundschuld sei auf seinen Namen erfolgt. Eine unrechtmäßige Verwendung von Wahlgeldern durch den Beschuldigten hat sich nicht feststellen lassen. Nach der Bekundung des Stadtverordneten Köhler sind die Wahlgelder ord- nungsmäßig verbucht und nur für Partcizweckc verbraucht worden. Auch der Prüfungsausschuß der Wirtschaftspartei hat Verfehlungen des Beschuldigten nicht feststellen können. Der Ankauf von Aktien der Wittelstandsbaick. der im Die Erdrosselung der Städte. Protestversammlung der Berliner Gemeindebeamien. Gester««bcnd nahm eine Delegiertendersammlung der Ortsgruppe Berlin der Reichsgcwerkschaft Deutscher Kommunalbeamten gegen die ge- Plante neue Kürzung der städtischen Beamtengehälter Stellung. Der Berliner Stadtkämmerer Bruno Asch sprach dabei ausführlich über die Finanzlage der Stadt Berlin. Die Städte, so führte Asch aus, leiden seit Jahren unter der Last ihrer kurzfristigen Verschuldung und dem Auseinanderklaffen ihrer Einnahmen und Ausgaben. In der letzten Zeit haben sich die Dinge in einer Weise zugespitzt, daß mit den bisherigen Mitteln und Maßnahmen nicht mehr auszukommen ist. Die Zahl der Wohl- sahrtserwerbslosen steigt immer weiter. Auf der anderen Seite schrumpfen die Steuereinnahmen mehr und mehr zusammen. Daneben besteht die völlige Unmöglichkeit, irgendwelche Kredite für die Gemeinden hereinzunehmen. Den öffentlichen Banken ist dies durch Notverordnung untersagt, was natürlich auf die p r i o a t en Banken für die Gewährung von Krediten nicht gerade anregend wirkt. Wenn nicht die Reichsregierung eine Kassenhilfe leistet, sind die Gemeinden nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge nicht in der Lage, ihre lassen- mäßigen Verpflichtungen zu erfüllen. Es wäre falsch, die Oeffent- lichkeit darüber auch nur einen Augenblick im unklaren zu lassen. Es geht nicht mehr an, die Hilfe für die W o h l s a h r t s e r- w c r b s l o s e n, die ein konjunkturpolitisches Problem ist und nur von der Gesamtheit gelöst werden kann, weiter als eine„lokale Angelegenheit" hinzustellen. Aber im Reich ist man sehr schwerhörig. Man hat nur eine Antwort:„Senkteure Beamtengehälterl" Daraus haben wir erwidert: Auch wenn wir unseren Veamlcn gar keine GehSlkcr mehr zahlen. brauchen wir trotzdem noch die Hilfe des Reiches. Ohne wirksame Reichshilfe können wir mit den Dingen nicht fertig werden. Wir wollen niir hoffen, daß wir nicht noch weitere Abstriche machen müssen, als durch den Deutschen Städtctag beabsichtigt ist: denn trotz aller Sparmaßnahmen droht immer noch die Gefahr, daß wir unter Umständen die öffentlichen Kassen werden schließen müssen. Vielleicht würden wir das alles noch ertragen, wenn wir sehen würden, daß die jetzigen Entbehrungen uns den Weg zum Wiederaufstieg ebnen, wenn wir eine klare Linie sähen, die uns aus der kreditpolitijchen Fesselung befreit. Leider ist dem nicht so; denn die jetzigen Kräfte, die den Kurs der Rcichsregierung bestimmen, lassen die notwendige klare wirtschafts- und finanzpolitische Linie vermissen. Wir sehen statt dessen Herrn Schiele an der Arbeit, und den Reichsverband der Deutschen Industrie. Nach dem Stadtkämmerer sprach Genosse Soldes eingehend über den inzwischen schon eingetretenen Personalabbau. Es ist bereits so weit, daß selbst die Stellen, die im Etat stehen, nicht mehr besetzt werden. Wir sehen überall einen verschleierten Abbau des B e r u f s b e a m t e n t u m s bei der Stadt Berlin. Durch eine einstiinmig gefaßte Entschließung kam die er- bittcrte Stimmung der Beamten deutlich zum Ausdruck. In ihr heißt es: „Die versammelten Delegierten der Rcichsgewcrkschaft Deutscher Kommunalbeamten, Ortsgruppe Berlin, protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die rigorose Drosselung der kommu- nalen Selbstverwaltung durch die Notverordnung der Reichsregierung. Die Opfer ihrer verfehlten, rein kapikalistifch orientierten Mrkschastspolitik, nämlich die Millionen Arbeitslose, werden der gemeindlichen Wohl- fahrtspflege zugewiesen, ohne den Gemeinden die hierzu notwen- digen Mittel zur Versügung zu stellen. Die dadurch hervor- geryfene Notlage der Gemeinden benutzt die Reichsregierung jetzt dazu, um die bisher garantierte Selbstverwaltung der Ge- meinden zu zerschlagen. Mit stärkstem Befremden stellen die Versammelten fest, daß auch der Deutsche Städtctag, anstatt diesen Absichten der Reichsregierung s ch ä r j st e n Kampf anzu- sagen, durch sein Sparprogramm den Mitgliedsstädten den Abbau lebenswichtiger Aufgaben empfiehlt. Es bedeutet eine unerträgliche Bevormundung, wenn die Zu- Weisung der Reichs- und Staatszuschüsse zur Entlastung der Wohl- fahrtsctats der Gemeinden davon abhängig gemacht wird, daß die Gehälter und Löhn« der Gemcindebediensteten nicht höher liegen dürfen als die der vergleichbaren Reichsbcamten,-Angestellten und -Arbeiter. Diese Politik der Nötigung hat dazu geführt, daß auch die Stadt Berlin gezwungen ist, die Gehälter ihrer Beamten und Angestellten herabzusetzen, ohne die Entscheidung des zur Nach- Prüfung der kommunalen Bcsoldungsordnungen eingesetzten Schieds- geeichtes abzuwarten. Die Versammelten erwarten von den gewerkschaftlichen Spitzen- organisationen der Arbeiter, Angestellten und Beamten und ihren politischen Vertretern in den Parlamenten, daß sie alle Mittel ein- setzen, um eine Aufhebung der gegen die Lebensinteressen der breiten Massen gerichteten Notverordnungen zu erwirken." übrigen im Einvernehmen mit Otto Dannenberg erfolgt ist, läßt eine» strafrechtlichen Tatbestand nicht erkennen. Dasselbe gilt hin- sichtlich der angeblich beabsichtigten Vordatierung des Üebereig- nungsvertrages durch den Kaufmann Erwin Dannenberg. soweit Sie sich zum Beweis dafür, daß der Beschuldigte wettere Straftaten begongen haben soll, aus den Zeugen Koeller berufen haben, besteht für mich zu einem strafrechtlichen Einschreiten keine Veranlassung, da dieser Zeuge erklärt Hot, er könne aus eigener Sache keine Angaben machen. Der Vorwurf der Wahlfälschung ist unbegründet. Ein Vergehen im Sinne des§ 108 StGB, liegt schon deshalb nicht vor, da es sich nicht um eine Wahl in einer öffentlichen Ange- legenheit gehandelt hat. Ich habe daher das Verfahren eingestellt. gez. Unterschrift. Da ist Herr Drewitz vom Staatsanwalt sehr höflich und ordentlich behandelt worden. Nachdem ober nun das Verfahren gegen ihn eingestellt ist, mag er gemeinsam mit seinen Gesinnungs- freunden einmal darüber nachdenken, welche Hetze wohl gerade aus seiner Partei heraus gegen den Leiter einer anderen Partei veranstaltet worden ryäre, gegen den nur ein Bruchteil der „nicht nachweislichen" Beschuldigungen hätte vorgebracht werden können. Er ist wirklich von allen Seiten sehr glimpflich behandelt worden. Aber seine politische Rolle dürste— trotz dem Gcneralstaatsanwalt— ausgespielt sein. Oer Hamburger Terrorakt. planmäßiger Lleberfall wie am Äulowplatz. Hamburg, 28. August, Der Anschlag aus den Polizeimeister Wilhelm Perske erweist sich als die Tal e i u e r radikolenTerrorgruppe. Die fünf Leute, die den Anschlag ausführten, wurden etwa 10 Minuten vor dem Attentat beobachtet. Sic lagerten mit ihren Rädern auf einer wiese, sprangen aber sofort aus, als Polizeiwachtmeister P. erschien. Obwohl das ganze viertel im Laufe der Rächt sorgfältig von Polizei- beamten abgesucht wurde, ist es bisher nicht gelungen, auch nur die geringste Spur der Täter zu ermitteln. Hamburg. 28. August. Wie die Hamburger Polizeibehörde zu dem heute Nacht auf den Polizeiwachtmeister P«rske verübten Anschlag mitteitt, ist eine Belohnung von 1000 Mk. für die Ergreifung der Täter oder für Hinweise, die zu ihrer Ermittlung führen, ausgesetzt worden. Für den verletzten Beamten besteht nach ärztlicher Auskunft vorerst keine Lebensgesahr. Ueber den Hergang der Tat selbst meldet die Polizei ergänzend, daß Perske beim Einbiegen vom Perchcs-Weg in die Chateauneuf- straße fünf oder sechs etwa 20jährige Burschen mip Fahrrädern bemerkt habe. Einer der Männer sei ihm sogleich gefolgt. Er habe den Verfolger, der wahrscheinlich Gummisohlen am Schuhzeug getragen habe, nicht gehört. Als er sich dänn umgedreht habe, sei er mit den Worten„Hände hoch!" angerufen worden. Unmittelbar daraus sei auf etwa 3 Meter Entfernung der Schuß abgegeben worden, unter dem Perske schwer verletzt zusammen- gebrochen sei. Veriierie Kommunisten. Neue„Kampfmethoden" gegen Sozialdemokraten. Görlitz, 28. August.(Eigenbericht.) Am Freitag wurden sozialdemokratische Flugblalloerteiler vor dem hiesigen Wohlfahrtsamt von Kommunisten wiederholt an- gepöbelt und tätlich angegriffen. Dabei sielen die Worte:„Won sollte die sozialdemokvalischen Flugblollvcrteiler mit venzin übergießen und anbrennen." Aufgemuntert durch diese Parole versuchte ein Trupp Kommu- nisten die Flugblätter eines Vertetters in Brand zu stecken. Die Rowdys überfielen von Hutten den sozialdemokratischen Funktionär und steckten einen Teil der über seinen Arm liegenden Flugblätter und den Aermel seiner Windjacke in Brand. Bei Eingreifen der Schupo ergriffen die Burschen die Flucht. KPD. bittet um Beileid. Sie„empfängt" die bürgerliche prefse und zeigt sich als artiges Kind. Aus bürgerlichen Blättern kann man entnehmen, daß die kommunisttsche Partettettung durch den Wg. Remmele einen söge- nannten„Presseempfang" veranstaltet Hot, bei den Remmele seine Partei als ganz brave Bürgersleute hinzustellen suchte, denen nichts ferner liege, als demnächst einen bewaffneten Aufstand zu veranstalten. Nach der„Voss. Ztg." hat Remmele den bürgerlichen Iourna- lssten als politische Weisheiten vorgetragen, daß die Kommunisten kein Wässerchen trüben könnten. Jedenfalls beabsichtige die Partei „für die nächsten Wochen und Monate" keinen bewaffneten Auf- stand. Der Rote Frontkämpferbund bestehe zwar trotz des Verbots weiter, aber weder er noch die KPD. selbst hätten mit deu Blut- taten der letzten Zeit irgendetwas zu tun. Man sieht: Dies Kind, kein Engel ist so rein! Die bürgerliche Presse mag es jetzt den„revolutionären Klassenkämpfern" bestätigen, die sich schon beim Stahlhelmentscheid so brav„national" aufgeführt haben, daß man ihre Stimmen nicht von denen der Goebbels-Leute unterscheiden konnte. Moskau ist unzufrieden. Die Moskauer Exekutive der kommunistischen Internationale ist entgegen den Schönfärbereien ihrer eigenen Presse, die über den „siegreichen B o r m a r s ch" der KPD. faselt, von der Ein- f l u ß l o s i g k e i t der KPD. und deren Zersetzung überzeugt. Welche Bedeutung man im Kreml den verworrenen Zuständen in der deutschen Kommunistischen Partei beimißt, mag daraus erhellen, daß an den letzten Sitzungen des Zentralkomitees nicht weniger als zwei offizielle Vertreter Stalins, außerdem aber besondere Delegierte der ausländischen Sektionen, teilgenommen haben. Der kommunistischen Opposition zufolge sind die Beauftragten der Exekuttve mit dem Eindruck fortgefahren, daß an der Spitze der heutigen KPD. Narren und Prahler stehen, die ihre eigene Unfähigkeit durch große Worte übertönen möchten. Die geheime Berichterstattung über die Zustände im ZK. der KPD. in Moskau soll für die Neumann-Remmele-Thälmann vernichtend gewesen sein. Es wird u. a. darauf verwiesen, daß Thälmann und Neu- mann gegeneinander Fraktionen und Gruppierungen aufziehen. Neumann wolle die absolute Kaltstellung Thälmanns erreichen. Dieser soll möglichst nach Hamburg abgeschoben und dem Einfluß auf das ZK. entzogen werden. Deshalb sei er auch zum Spitzenkandidat der KPD. in Hamburg zu den dortigen Brügerschaftswahlen befohlen worden.„Teddy" wachte jedoch eifersüchtig über die Schritte seines Nebenbuhlers, um nicht ganz aus der Gunst Stalins verdrängt zu werden. Die„Gage" wieder in Akiion. Kommunistenführer Timm aus der Partei ausgeschlossen. Reumünster. 28. August.(Eigenbericht.) Die kommunistische Bezirksleitung in Hamburg hat den bis- h«rigen Kommunistenfühver Timm, der während der vergangenen Jahre stets der Anführer bei den großen Krawallen gewesen ist, aus der Partei ausgeschlossen. Aus einem vertrau- lichen Rundschreiben der Bezirksleitung ergibt stch, daß Timm gegen die Personen der Bezirksleitung erhebliche Vorwürfe richtete und aus diesem Grunde besettigt wurde. Die Folge von seinem Aue- schluß ist ein völliges Durcheinander in der Neumünsteraner Gruppe. Die Bezirkslettung droht, jeden hinauszuwerfen, der sich mit dem Austritt von Timm nicht einverftauden erklären sollte. Tlr. 403* 48. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 29. August 4931 Fahrt ins Wochenende Eine Hochwaldwanderung: Mitten durch den Tegeler Forst Die Tegeler Forst gehört zu den schönsten Wäldern im Bereiche der Stadt Berlin. Trotz des großen Ausflüglerstroms hat der Wald in weiten Teilen sein« Unberührtheit bewahrt. Hier gibt es noch in den nächsten Nähe der Weltstavt hohes Gras, Unterholz und grüne Wege. Wir fahren mit der Eisenbahn oder mit den Straßenbahnlinien 27, 28, 29, 41, 128 bis Tegel. Wenn man die Linien 28 oder 128 benutzen kann, fährt man am besten bis zur Tegeler Waldfchänke. Wer bis Bahnhof Tegel fährt, geht durch die Bahnhofstraße zur Berliner Straße an der Haltestelle der in Tegel endenden Straßenbahnlinien vorüber durch die Schloßstraßc. Bald führt der Weg über das idyllisch« Tegeler Fließ, das eme er- hebliche Strömung hat. Es entspringt in der Gegens von Mühlenbeck und hat hier in Tegel lange Jahre ein Mühlrad getrieben. Heute arbeitet in der Humboldtmühle eine tausendpferdige Dampf- rnaschine. Die Schloßstraße setzt sich in der Karolinenstraße fort. Links begleitet uns der Tegeler Schloßpark. 5)art an der Straße liegt, noch im Park, ein alter Postobelifk, der als Erinne- kungszeichen an oie..gute alte Zeit" der Postkutsche aufragt. Kurz hinter der Waldfchänke tummeln sich viele Berliner Kinder, die der Bezirk Reinickendorf zur Erholung hierhergeschickt hat. Wir gehen nun über die Waldfchänke hinaus auf der ausge- zeichneten Chaussee in nördlicher Richtung. Kurz hinter der Ucber- fllhrung ocr nach Hennigsdorf und Velten führenden Bahn beginnt die eigentliche Waldivandcrung. Wir verlassen die Chaussee, biegen kurz vor dem Forsthaus Tcgelgrund links ab und wandern nun möglichst immer in nördlicher Richtung weiter. Das Gelände wird bügelig. Links bleiben die Apollobcrge liegen. Bald führt der Weg zu den Ehren Pforten bergen hinauf, in deren Bereich nwn seltsam geformte Buchen finden kann. Hin und wieder hat der Forstmann einen alte» Baum geschlagen. Hier im Tegeler Forst gibt es nur„Kahlschlag", vorbereitetes Siedclungsland. Bald werden Bretter angefahren, Steine uno Dachpappe und was sonst zum Bau eines Häuschens gehört. Art und Spaten tun das ihrige, und bald ivandelt Waldboden sich in Gartenland. So dehnt sich die „GartenstaSt" Frohnau immer weiter aus. Mitten über alte wohlbekannte Waldwege spannen sich urplötzlich Drahtzäune, und Tafeln zeigen an, daß das Betreten irgendeines brachliegenden Geländes„bei Strafe" verboten ist. Aber neben der Siedlung, wächst schon das dichte Gestrüpp Oer Himbeeren, und der ganze Wald- boden ist bedeckt mit Blaubcerbüschcn. Blindschleichen hufchen zu- iveile» durch das Gestrüpp, und wer Glück hat, kann Rehe beob- achten, die hier friedlich äsen. Nach einer Wegstrecke von etwa 5 Kilometer stehen wir vor dem weiten Ackcrlan» von Stolpe. Dieses Dorf, dessen Sicht zu- nächst noch einige Bodenwellen verhindern, liegt inmitten von Gc- treibe-, Kartoffel- und Lupinenfeldern. Wollte man die Feldmark von Stolpe umschrciten, so müßte man wohl mindestens 10 Kilo- meter weit wandern. Am Nordrano von Frohnau führt ein Weg in fast nördlicher Richtung nach Stolpe. Es ist jedoch, besonders an heißen Tagen, zu empfehlen, links um die Getreidefelder hemm- zugehen, man hat dann sehr oft Schatten, und auch landschaftlich vermag ocr Weg viel zu bieten. In einer kleinen Schlucht wachsen Laubbäume, vor allem Ahorn und Eichen. Der Waldcharakter der Tegeler Forst ist hier verändert: so ähnlich mögen die Wälder unserer Heimat vor Jahrtausenden ausgesehen haben, als die Pflanzen, vor allem die Bäume, noch nach ihren eigenen Gesetzen wuchsen. Nach etwa einer halben Stunde erreichen wir einen Weg, der am Walorand entlangführt und rechts von hohen, wundervollen Kastanien gesäumt wird. Nach etwa 5 Minuten führt in nordöst- lichcr Richtung ein Feldweg, auf dem links die Telegraphenstangen stehen, nach Stolpe. Es geht hllgclaufwärts, und bald enthüllt sich das Bild des Dorfes. Rechts eine moderne Scheune, groß genug, um den Erntesegen darin aufzunehmen. Breit ist der Dorfanger, und seine Hauptzierde sind hohe Bäume. Die Kirche, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, enthält Kopien nach Gemälden Leonardo da Vincis und Tizians. Am Ende des Dorfes liegt rechts der Gutshof. Zwei Straßen führen hier nach Niederneuendorf. Die Die Kirche in Stolpe linke ist eine herrliche Allee, die von hohen Laribbäumen begrenzt wird. Wer müde ist, kann nun zu der etwa 2 Kilometer entfernt liegenden Station Hohenneuendorf gehen und von hier die Heimfahrt antreten. Sonst aber wandern wir weiter. Von der Stolper Kirche führt in westlicher Richtung ein Weg auf die H a v e l zu. Nach etwa 21- Kilometer erreichen wir links die Stoiper Ziegelei und gleich daraus rechts das von der früheren Geinemde Pankow angelegt« Wasserwerk, Nun wandern wir in südlicher Richtung nach Reu brück, das gegenüber von Hennigsdorf liegt. EtÄa Stunde später überschreiten wir die nach Velten führende Eisenbahnlinie. Nach einer weiteren Wanderung von etwa 2 Kilo- meter, oie durch Siedlungsland führt, sind wir in Heiligensee und können nun mit der Straßenbahnlinie 128 die Heimfahrt an- treten. Gesamtweglänge etwa 17 Kilometer, Weglänge Tegel bis Hohnenneuendorf etwa 11 Kilometer. Drei Monate Gefängnis für geschenkten Fahrschein. Mit drei Monaten Gefängnis wurde vor dem Amts- gericht Bcrlin-Mitte ein arbeitsloser Maler bestraft, der mit einem geschenkten Fahrschein ein Verkehrsmittel benutzen wollte. Er war van einem Kontrolleur beobachtet worden, wie' er ain Dörchoffplatz von einem anderen Manne einen Fahrschein entgegennahm und dainit eine Bahn nach Steglitz bestieg. Der Kontrolleur folgte ihm und stellte ihn zur Rede. Da' der Maler das Fahrgeld und die ver- langte Strafe von einer Mark nicht bezahlen konnte, erstattete die BVG. Be t ru gs a n z e i g e. In der Verhandlung stellte es sich nun heraus, daß der Angeklagte im Jahre 1925 mit 30 Mark und im Jahre 1927 mit 50 Mark Geldstrafe wegen Betruges bestraft worden war. Da also Betrug im Rückfall vorlag, inußte der Richter auf die Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis für den Betrug mit dem Fahrschein erkennen. Für diese Strafe wurde dem Ange- klagten Bewährungsfrist zugebilligt. Rettet den Wohnungsbau! Der Irrsinn der Drosselungspolitik.— Ein Appell. Der Groß-Verliner Verein für Kleinwohnungswesen ver- anslaltele gestern in der Deutschen Gesellschaft in der Schadow- stratze eine Pressekonferenz, um unter Vorsitz von Architekt Diplomingenieur Leyser gegen die Drosselungder Bautätigkeit Stellung zu nehmen. Architekt Leyser betonte, daß sich in der Organisation Vertreter des Bau- und Wohnungswesens der verschiedensten politischen Par- teien befänden. Die in der Oeffentlichkeit gegenwärtig herrschende bau feindliche Stimmung hätte die Katastrophe des Bau- und Wohnungswesens beschleunigt. Die Notverordnung vom 30. November 1930, die 400 Millionen aus der Hauszinssteuer fort- genommen habe, habe zu einer Erwerbslosigkeit von 577 000 Bauarbeitern geführt und bei der Schlüsselstellung des Baugewerbes noch Z Millionen andere Berufstätige in Mitleidenschaft gezogen, so daß an Arbeitslosenbciträge mehr als 400 Millionen aufgebracht werden mühten. Auch die neuen Maßnahmen der Reichsregierung drohten die Beschaffung zweiter Hypotheken ohne Hauszinssteuer völlig unmöglich zu machen und die schon in den letzten Zügen liegende Wohnungswirtschaft zum Tode zu verurteilen. Stadtbaurat Dr. Wagner, der nicht als Magistratsoertrcter, sondern als Mitglied des Verwaltungsratcs sprach, wies gleichfalls auf die bedrohliche Lage des Berliner Arbeitsmarktes hin, wo heute bereits zwei Vollbeschäftigte einen Arbeitslosen ernähren müßten. Alle bisherigen Sparmaßnahmen des Reiches, der Länder und der Gemeinden hätten bisher nur die Wirkung gehabt, das Arbeitslosen- Heer zu vermehren. Wenn jetzt auch noch die Bautätigkeit völlig er- drosselt würde, würde es dahin komnreii, daß im Winter ein Voll- beschäftigter zwei Arbeitslose versorgen müsse. Der Redner schlug ein Bauprogramm vor, das die Umstellung vom Leihkapital auf das Eigen- und Sparkapital vorsieht und verlangte, daß die Haus- zinsstcuer unter allen Umständen in alter Höhe dein Laumarkt erhalten bleiben müsse. Regierungsbaumeister Knoblauch von der deutschnational beeinflußten Gagsah hielt gleichfalls die Erhaltung der Hauszins- steuer für eine unbedingte Notwendigkeit, und auch der Direktor der Bau- und Bodenbank, Regieruiigsrat Dr. W i l d e r m u t h, betonte in längeren Ausführungen, daß das Projekt der Aufhebung der Hauszinssteuer und der Senkung der Mieten schwere Bedenken her- vorrufe und zu einer Schädigung des Realkredits, eine der Hauptsäulen der Kreditwirtschast, sühren müsse. Genosse E l Ii n g e r vom Verband sozialer Bau- betriebe rechnete aus, daß die 800 bis 900 Millionen Mark, die von den ösfenllichen Kassen für Wohlfahrtsunterstühungen der Arbeitslosen des Baugewerbes und seiner Rebengewcrbe ausgebracht werden müssen, dazu ausreichten, 100 000 billige Kleinwohnungen herzuflellel!, wodurch sich die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe fast restlos beseitigen ließe. Dr. Heinrich von der Wohnungsfllrsorgc- gcsellschaft Berlin unterstrich diese Darlegungen, und Dr. Co m- b e ch c r wies schließlich noch auf die Denkschrift hin, die die Verbände der Bauwirtschast dieser Tage dem Reichskanzler überfandt haben und in der gleichfalls auf die schweren volkswirtschaftlichen Gefahren aufmerksam gemacht wird, die eine Drosselung der Bau- Wirtschaft zur Folge haben würden. 116 � Draußen kämpft das Licht der Straßenlampen gegen die Dämmerung. Die Straße liegt ruhig da. Sie ist erst vor ein paar Jahren erbaut worden. Früher war hier ein großer Park, der für das Publikum ein verbotenes Paradies be- deutete. Er gehörte einer altadligen Familie, die damals schon verzweifelt mit dem wirtschaftlichen Ruin rang und schließlich unterlag. Manchmal überkletterte Manfred den schlechten Staketenzaun. Im Park war nichts zu sehen als alte Bäume. Der Rasen wuchs, wie er wollte. Es fehlte jede sorgende Hand. Ein Arm legt sich auf seine Schulter. Fränze ist ein- getreten. Sie trägt ein Abendkleid aus braunem Crepe Georgette, das Arme und Hals frei läßt. „Bist du schon lange zurück?" Ihre Stimme klingt heute voll und tönend, aber die Bewegungen bleiben behutsam, bei- nahe angstvoll vorsichtig.„Soll ich das Licht einschalten?" Manfred wehrt ab. Er liebt die Dämmerung, die den Gegenständen Schärfe und Häßlichkeit nimmt. Eine Weile schweigen sie. Dann erzählt Manfred von seinem Wiedersehen mit Casparis.„Ich werde morgen in Berlin meinen Agenten mobilisieren. Es kann nicht schwer sein, für Max ein Enga- gement zu finden. Der Mann ist nur unfähig, selbst irgend- welche Schritte zu unternehmen. Er fürchtet immer, die Welt könnte ihn verwunden und beleidigen. „Das verstehe ich sehr gut", nickte Fränze.„Es muß für einen sensiblen Menschen furchtbar sein, vergebliche Bittgänge zu tun. Ich könnte es nicht." „Glaub' ich gern, du hast es nicht nötig. Du sitzt wohl- behütet und brauchst das Leben nicht zu kennen. James sorgt für dich." Er bricht plötzlich ab und steht verärgert auf. Fränze sieht ihn an. Warum erregt sich Manfred? Was hat sie gesagt? Was denkt er von ihr? Glaubt er, sie führt ein paradiesisches Dasein? Sie kennt keine Leiden? Fühlt er nicht, was um ihn vorgeht? Kann er nicht hinter die unge- trübte Oberfläche sehen? Sie schluchzt aus.„Manfred", die Stimme ist wieder tonlos heiser wie am gestrigen Abend. „Was ist dir?" Manfred umfaßt sie.„Du weinst? Um Gottes Willen, ich wollte dich nicht kränken." Fränze umklammert seine Hand.„Manfred, es ist schreck- lich! Nicht mehr zum Aushalten!" Jede Haltung hat sie ver- loren. Sie preßt ihren Kopf fest an den Bruder und weint wie ein kleines Mädchen, dem die Puppe zerbrochen ist.„Ich bin doch nichts mehr nach dieser Operation, die auf Tod und Leben ging. Wär' ich nur damals gestorben. Was kann ich James noch bieten? Und ich liebe ihn doch, und er ist so gut zu mir. Er ist viel besser, als du glauben kannst." Manfred zuckt nervös zusammen. Ist sein Schwager wirklich so gut? Ist er nicht vielmehr ein Schwächling, dem zu Entscheidungen der Mut fehlt? Wie hilflos stand er heute da ohne jede Ueberlegenheit! Ein schwankender Mensch, der nach einem Halt tastet. Ein Wunder, daß ihm große Geschäfte ge- lingen. Vielleicht wird ihm aber auch Unrecht getan. Schließ- lich ist Manfred der Schwager, und es bleibt peinlich, dem Bruder der Frau die Geliebte vorzustellen, auch wenn dieser Bruder die Schwierigkeiten der ganzen Lage erkennt. „Weine nur nicht", Manfred kost zärtlich Fränzes schmales Gesicht.„Es kann doch noch alles gut werden." Er weiß, daß er lügt und daß Fränze die Schwäche dieses Trostes fühlt. „Nein, nein, niemals!"' Fränze schüttelt verzweifelt den Kopf und kaut an ihrem Taschentuch.„Was soll noch gut werden? Ich vertrage nichts mehr. Andere können tanzen, schwimmen oder in den Bergen klettern. Ich muß zu Hause bleiben und zusehen." Ich kann hier nicht trösten, denkt Manfred. Ihm erscheint jeder Trost als eine Anmaßung, als eine Ueberlegenheit, die verletzen muß. Was soll er, der starke, gesunde Mann sagen? Fränze richtet sich auf. Sie hat sich gehen lassen, andere mit ihren Sorgen belästigt, aber Manfred ist doch ihr Bruder, ihr einziger Bruder. „Hast, du sie eigentlich gesehen?" Sie will jetzt wieder ganz ruhig erscheinen, beherrscht und überlegen, wie es sich für eine Dame ziemt, doch in ihrer Stimme klingt die Angst mit, am Ende alles zu verlieren und achtlos an die Wand gedrückt zu werden. Manfred schwankt einen Augenblick. „Ja, ich habe sie heute kennengelernt." Fränze erschrickt. Also so weit ist es schon, daß James die Geliebte offiziell vorstellt. Sie möchte am liebsten wissen: wann, wo, wie? Aber nein, denkt sie, dazu bin ich zu stolz. „Ist sie nicht schön? Ich sah selten eine wirklich so schöne Frau!" Es ist wie eine Erklärung und Entschuldigung: James gibt sich nicht mit irgend jemand ab. Vilma muß wie eine Göttin sein, und man opsert vor Götterbildern. „Sicherlich ganz nett. Aber ich Hab' sie mir nicht genau angesehen," und Manfred spricht diesmal die Wahrheit. Er bringt wenig Interesse für die Freundin seines Schwagers auf. „Ich möchte sie wie eine Schwester lieben!" Fränze akzentuiert zu stark, ein falscher Ton schwingt mit. Manfred erwidert nichts. Fränze spielt Komödie, rettet sich in Pathos hinein und möchte Goethes„Stella" in die Wirklichkeit umsetzen. Hoffentlich findet sie dabei wenigstens die Ahnung eines Glücks. Er schaltet das Licht ein. „Ich werde mich umziehen, und du muht dir dein Gesicht in Ordnung bringen." Er umarmt die Schwester mit großer Herzlichkeit. Wie dünn und zerbrechlich ist sie geworden. In seinem Zimmer hängen die frisch gebügelten Frack- hosen. Manfred betrachtet sie kritisch. Im Osten verstehen die Leute nicht, Hosen zu bügeln. Man soll Dienstmädchen nie- mals diese kostbaren Kleidungsstücke anvertrauen. Manfred kokettiert mit seinem Spiegelbild in dem großen, altertüm- lichen Trumeau, das man in diesem Gästezimmer unter- gebracht hat. Müssen Gästezimmer immer Möbel entbalten, die der sachliche Sinn der Gegenwart längst überholte? Waruni diese mytologischen Götter auf dem Sims? Eine anständige Bügelfalte hat messerschars zu verlaufen und nicht in lyrischer, gebauschter Rundung. Das kommt von der brüderlichen Nach- ficht. Hätte er Fränze klipp und klar erklärt, Hosen jeder Art und besonders Frackhosen verlangen auch beim Bügeln die Behandlung durch einen seriösen Schneider, dann hätte sie ein beleidigtes Gesicht gezogen, die Hosen würden aber sitzen Rücksicht nehmen auf allerlei Gefühle. Das hat man davon. wenn man in der Heimat auftaucht. Man sollte sich diesen Luxus versagen. Ob man die alten Kirchtürme wiedersieht oder nicht. „Heimat, Familie", singt Manfred in den Spiegel hin- ein und setzt ein schmerzzerfetztes, sehnsuchtskrankes Gesicht auf, um das ihn jeder Rigoletto beneiden könnte.„Heimat, Familie". Die Stimme schwingt sich in wolkenlose Regionen und dröhnt in dem verhältnismäßig kleinen Raum. Manfred singt eine Terz zu hoch. Er hat es nicht nötig, sich in den tieferen Lagen anzusiedeln, er ist Tenor, und ihn geht der Rigoletto nichts an, der für Bariton komponiert worden ist. (Fortsetzung jolgt.) Wohnung im Pferdestall. Martyrium des zahlungsschwachen Mieters. Aller Groll, den die Herren Hauswirte im Busen hegen, ergießt sich auf jene 5iausbewohner, die durch die Ungunst der Verhältnisse ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können. Was sich in der Millionenstadt da täglich, stundlich an kleinen Tragödien ab- spielt, wie Menschen, die unverschuldet ins Elend gerieten, noch nicht einmal in ihren armseligen vier Wänden Ruhe finden, damit liehen sich Bände füllen. Ein solches Opfer der Zeit ist auch der Schneider W., der in Köpenick mit seiner Frau«in kleines, sinfteres Loch, einen ehe- maligen P s e r d c st a l l, ohne Licht, ohne Wasserleitung und Ofen bewohnt und dafür die Kleinigkeit von 26 Mark berappen muh. Der Mann, der vor einigen Iahren seine polnische Heimat verließ, um in der G r o ß st a d t das große Los zu ziehen, muhte gleich vielen seiner Leidcnsgenosjen schwer Lehrgeld bezahlen. Er oerdient samt seiner Frau, die schwere Fabrikarbeit macht, noch nicht einmal soviel, um das„Luxusappartement" bezahlen zu können: vor allem muhte er ja, um ein halbwegs menschenwürdiges Dasein zu führen, Licht, Wasser und Heizgclegenheit anschaffen, dann zog er sich eine Wand, um in einem geschützten Winkel Schlafgelegenheit zu finden. Als die Mieteschuld ein paar Monate alt war, sahen sich Mieter und Vermieter auf dem Amtsgericht und mit dem häuslichen Frieden war es vorbei. Der 5dauswirt, ein etwas rabiater 5?err, b c- schimpft den säumigen Schuldner auf ofsencr Strohe in der übelsten Weise, er reiht ihm seine Geschäststasel von der Hauswand und fügt ihm so auch noch materiellen Schaden zu, bezichtigt ihn anonymer Drohbriefe und hetzt ihm die Kriminalpolizei auf den Hals. Dazu sitzt Frau Sorge ständig am Tisch, es ist weder Brot»och Kartoffel im Hause, die Frau muh bei ihrer schweren Arbeit, wo sie infolge Akkord-Kurzarbeit nur li> Mark die Woche verdient, mit zwei winzigen Stullen den ganzen Tag reichen, und der Mann sitzt zu Hause und wartet, dah ihm einer Arbeit bringt. „Hätte heute nicht eine Frau ihren Mantel zum Ausbessern ge- bracht, dann hätte meine Frau morgen ganz ohne Essen zur Arbeit gehen müssen", meint er, und wenn man die zarte und abgerackerte Frau betrachtet, dann weih man, daß alles Wahrheit ist. Zu all diesem Elend auch»och eine ewige Kette von Deniütigungen und •ujjjiujjßajß Kriminalasfistent als Angeber. Zur Hebung der Sittlichkeit. Vor dem Einzelrichter steht eine junee, schlanke Dame, die Anhlagc erhebt gegen sie den Vorwurf, dah st« an einer Ecke der Friedrichstrahe verschiedenen Männern zu nächtlicher Stunve ihre Reiz« angeboten hat. Der fünfte Mann war gerade dabei, die näheren Bedingungen mit ihr zu erörtern, als ein Kriminal- b c a m t e r, der das Treiben der Dame mißbilligend beobachtet hatte, einschritt. Der erwartungsfrohe Kavalier zog. es daraufhin vor. sich zu entfernen. Die Dance aber, die verheiratet ist und Mutter eines Töchterchens, sollte sich nun vor dem Richter recht- iertigen, wieso und warum. Sie tat die«, indem sie in Flüstertönen ihre Unschuld beteuerte. Aber der sittenstrenge Kriminalassistent beschwor prompt das Gegenteil ihrer Aussag«n. Ihr mondänes Aussehen und ein Bericht des Pflegeamtes bestärkten zwar die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen, liehen aber sein Verhalten des» wegen nicht weniger unsympathisch erscheinen. Eine Woche Ge- sängnis bei Strafaussetzung war das Ergebnis seiner Anzeige. Er schien nicht recht befriedigt zu sein von dem Resultat. Kleingartenbauausstellung in Köpenick. Die vorzügliche Anlage der Dauerkolonie„W i e s e n g r u n d* in Friedrichshagen, die inmitten von Wald gelegene„Kämmerci- Heide" mit ihren schmucken Häuschen und Gärten sollte jeder einmal besuchen. Die Kleingartenkolonie an der„Grünauer Straße" hat sich durch die in den letzten Jahren entstandenen Lauben, durch ihre Vlumcnpracht an der Straßenfront und durch ihre Kindergärten zu einer sehenswerten Anlage entwickelt. Ob wir ferner die Kolonien „Klondyke" in der Glienicker Straße oder„Waldfrieden" und „Sorgenfrei" hinter der Mahlsdorfer Straße nehmen, überall drückt die Liebe des Grohstadtbewohners zur Ratur den Kleingärten ihren Stempel auf. Alle diese Kleingartenkolonien des Köpenicker Bezirks haben sich zur Durchführung der ihnen von der Stadt gestellten Auf- gaben in bezug aus schönheitliche Ausgestaltung und zur Vertretung der ihnen aus der Kleingarten- und Kleinpachtlandordnung zustehen- den Rechte zum Bezirksoerband Köpenick e. V. im Provinziaiverband Groß Berlin e. B. des Reichsverbandes der Kleingartenvereine Deutschlands zusammengeschlossen. Wie uns mitgeteilt wird, umfaßt der Bezirksverband Köpenick 1000 Mitglieder, während die zuständige Eroh-Berliner Organisation, der Provinziaiverband, etwa 67 066 Mitglieder zählt. Schon aus diesen wenigen Zahlen kann man sich einen Begriff über die Bedeutung des Kleingartenwesens machen. Um der großen Oeffentlichkeit einen Einblick in Zwecke und Ziele der Kleingartenbewegung zu geben, um einmal zu zeigen, welche ungeheuren Werte in den Klein- gärten geschafft werden und welchen Kulturfaktor namentlich in der heutigen wirtschaftlichen Krise der Kleingarten sowohl für den ein- zelnen als auch für unser Volksganzes darstellt, veranstaltet der Bezirksverband Köpenick e. V. am 30, und 31. August d. I. im Restaurant„Reu-Heringsdorf" eine Kleingartenschau. Diese Ausstellung zeigt neben einer Plan- und Bildschau des Bezirksver- bandes vor allein die Erzeugnisse der einzelnen Klcingartenvereine an Blumen. Obst. Gemüse und Konserven: sie ist geöffnet am Sonn- tag von 13 bis 20 Uhr, am Montag von 9 bis 20 Uhr. Abschiedskonzert im Zoologischen Garten. Die sommerlichen volkstümlichen Sinfoniekonzerte im Zoo- Ggifchen Garet» unter Leitung von Dr. Helmuth Thierfelder fanden mit einem romantischen Abend ihren Abschluß. Im Kaiser- Saal brachte da- Orchester den Gästen eine bunte musikalische Aus- lese der Romantiker. Webers„Euryanthe" leitete das Konzert ein, dann folgte„Kikimora" eine Legende für Orchester von Liadow, deren aparte Musikalität in einer Heroorragenden Wiedergabe viel Beifall fand. Bizets oft und gern gehörter„L'arlesienne" bleibt immer wieder ihr Publikumserfolg treu, ein farbenprächtiger Melo- dienstrauh, der speziell den Geigern Gelegenheit gibt, ihr technisch vollendetes, empfindungsrciches Spiel zu zeigen. Den ersten Teil des Programms beschloh Kreutzers Ouvertüre zu„Nachtlager van Granada": dann sang Else Schulz-Dornbnrg das„Ave Maria" van Berich: in der Arie aus„Glöckchen des Eremiten" offenbarte die Küirsilcrm in nach gesteigertem Maße ihr reichhaltiges stimmliches Register. Das Orchester brachte dann noch das„Capriccio" von Ksrklakow, Tschoikowskis„Romeo und Julia" und Werke der Alt- meister Liszt und Johann Strauß. -schwerer Verkehrsunfall im Berliner Norden. (T-.'stcni nachmittag kam es vor der Wörther Strohe 39 zu einem Zusammenstoß zwischen einem Lastkraftwagen und einem Motorrai». Zwei Verletzte wurden dem Krankenhaus zu- geführt. Dunkel um den Mädchenmord Die Tote noch immer anbekannt vor genau einer Dache wurde, wie ausführlich berichlek, aus einem Abzugsgraben hinter dem Gelände der Dcnlschen Dcrke in Spandau ein in Zcilungspapier eingehüllter Frouenkops ge- sunden. Da man zunächst vermutete, daß weitere Leichenteile noch in jener Gegend von dem Täter beseitigt worden seien, so ist das Ge- wässer und auch die Spree vom Reichswasserschuh immer von neuem abgefischt worden. Da man nichts mehr gefunden hat, ist am Frei- tagnachmitlag die Suche eingestellt worden. Alle Spuren, die vielversprechend erschienen, haben sich als irrig erwiesen. Als vermißt gemeldet find etwa 40 junge Mädchen, die nach Alter und Zeitspanne besonders berücksichtigt werden mußten. Von diesen 40 sind 8 Mädchen bereits wieder auf- gegriffen worden, von 12 weiteren steht oer polizeilich beAaub'gte Aufenthalt fest. Nach den übrigen20 wird noch geforscyt. Bei den Angehaltenen handelt es sich durchweg um jugendi'che Abenteurerinnen, die aus Sehnsucht nach irgendeinem Erleben oder aus Langeweile von zu Hause oder von oer Arbeitsstelle ausgerückt sind. Das trifft nicht nur für die Berlinerinnen, sondern auch für die Mädchen aus der Provinz zu. Außer den oermißten Mädchen sind noch etwa 80 Spuren vorhanden, oenen noch nachgegangen wird. Von einigen weiß man schon jetzt, daß sie erfolglas bleiben werden. In früheren Berichten ist schon darauf hingewiesen worden, daß das Gebiß der Ermordeten besondere Kennzeichen aufweist. Jedem, der mit dem Mädchen gesprochen l>at, muß die Z a h n m i ß- b i l d u n g sofort aufeeiallen sein. Für Mitteilungen aus dem Publikum, die zur Feststellung der Ermordeten und zur Ermitllung des Täter« führen können, ist jetzt eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt worden. Ist die Ermordete Berlinerin? Ob die Ermordete aus Berlin oder aus der Provinz stammt, weiß man vorläufig nicht. Es ist wohl möglich, daß sie von außerhalb z u g e r e i st ist und sich erst kurz« Zeit hier auf- gehalten hat. Eine männliche Bekanntschaft mag. dem unerfahrenen Mädchen zum Verhängnis geworden sein. Die Erfahrung hat ge- lehrt, daß das Verschwinden von Mädchen mitunter erst nach Wochen, ja sogar Monaten, bei der Kriminalpolizei angezeigt wird. Sie wechseln ihr« Stellung mehrmals, verabsäumen- aber, nach Hause Bescheid davon zu«eben und versetzen ihre Angehörigen in Sorge und Unruhe. Wenn die Vermißten aufgefunden werden, so zeigt es sich häufig, daß sie in ganz anderen Verhältnissen leben, als sie ihren Angehörigen vorgespiegelt haben. Ueber den Tatort, an dem die Zerstückelung der Leiche vor- genommen wurde, tappt man noch ganz im Dunkeln. Der Fund des Kopses in Spandau läßt nicht ohne weiteres darauf schließen, daß das Verbrechen in dieser Gegend verübt sein muß. In früheren ähnlichen Fällen hat sich gezeigt, daß der Täter andere Körperteile in der entgegengesetzten Richtung der Stadt beseitigt hat. Unter Hinweis auf die oben erwähnte Belohnung werden alle Personen, die ein junges Mädchen mit- schlechtem Gebiß gekannt haben oder die Beobachtungen, mögen sie noch so unwichtig er- scheinen, gemacht haben, gebeten, sich bei der Mordkommission Bunge-Litzcnberg im Polizeipräsidium zu melden. Tragödie im Hause des Kommissars. Selbstmordversuch der Zrau und des Sohnes Dubrals. Die von ihrem Dann seil längerer Zeil gelrennl lebende Gattin des wegen zahlreicher Dersehlitngcn festgenommenen Kriminalkommissars O u b r a l hat gestern nachmittag gemeinsam mit einem ISjährigen Sohn aus Verzweiflung über die Eal- hüllungen über ihren Mann den Versuch gemacht, durch ver-. gistung mit Leuchtgas ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Beide konnten jedoch noch rechtzeitig an der Dnrchsührung ihres Vorhabens gehindert werden. Di- 42jährige Frau Erna Dubral wohnt mit ihrem ISjährigen Sohn Oskar, der noch die Schule besucht, in der Ber» l i n e r S t r. 1 ö in Tempelhof. während zwei Töchter in Berlin verheiratet sind. Die finanziellen Verhältnisse der Frau sollen sich, wie Nachbnrslcutc erzählen, in der letzten Zeit sehr verschlechtert hoben, und zu der Not kain nun der Schreck über die Entlarouug ihres Mannes, über das Doppelleben, das dieser Äriinjnalkommissor geführt hat. In Verzweiflung über dieses Unglück, das über sie hereingebrochen war, überredete die Frau ihren Sohn, mit ihr g e- meinsam aus dem Leben zu scheiden. Der Junge willigte auch ein, unö beide gingen nun eestcrn nachmittag daran, ihr Vorhaben zu verwirklichen. Sie öffneten alle Gashähne und warteten dann auf den Tod, die Frau im Vorderzimmer, der Sohn in der Küche. Da sie aber die Verbindungstüren offengelassen hatten. verteilte sich das ausströmende Gas in den Räumen so stark, daß es nicht sofort wirksam wurde. Als einige Zeit vergangen war, bekam der Fünfzehnjährige es mit der Angst zu tun und fing an, laut um Hilfe zu schreien. In den Nachbarwohnungen des Hauses wurden die Rufe gehört, sie eilten an die Tür der Dubralschen Wohnung und hörten hier, wie der Junge rief, man solle schleunigst einen Arzt holen, es sei ein Unglück passiert. Als man mit einem in der Nähe wohnenden Arzt in die Wohnung eindrang, waren die beides Lebensmüden zwar in großer seelischer Erregung, aber die Der» gistung hatte sich glücklicherweise noch nicht körperlich ausgewirkt Der Vorsicht halber wurden beide dem St.-Josef-Krankenhaus vr Tcmpelhof zugeführt. Dubral, der nach wie vor die ihm zur Last gelegten ver» fehlungcn, insbesondere den Meineid, bestreitet, wird heute dem Vernehmungsrichter im Polizeipräsidium zur Entscheidung über den Erlaß eines Hastbefehls vorgeführt. An seiner Verhaftung ist kaum zu zweifeln. Die lieben Verwandten 25 Jahre ohne Barentschädigung gearbeitet a Bedauernswert diejenigen, die auf die Gnade ihrer Mitmenschen angewiesen sind, bedauernswerter aber die, die auf die Gnade ihrer Verwandten angewiesen sind! Der jetzt ZOjährige Kläger, der da vor dem Arbeitsgericht gegen einen Onkel und einen Vetter klagte, kann ein Lied davon singen, wenn ihm nicht die Luft zum Singen vergangen ist. Und dos kam so: er wurde als fünfjähriges mittel- lofesWaisenkind von dem vor etwa zwei Iahren verstorbenen Ehemann seiner Tante, einem Landwirte, in dessen Haus aufge- nommen und ist dort groß geworden. Sein Vormund war ein in Todesurteil in prenzlau. Gegen den Mörder des Zustizwachtmeisters. prenzlau. 28. August. Im Prozeß gegen die Mörder des Justizwachtmeisters Neu- b a u e r in Prenzlau, den Schlächter P i l g r a m und den polnischen Schnitter Anton P o t o ck i, wurde Freitagvormittag die Beweis- aufnähme geschlossen. Die medizinischen Sachverständigen halten die Angeklagten für voll verantwortlich für ihre Tat. Oberstaatsanwalt Hardt beantragte in seinem Plädoyer gegen beide Angeklagte die Todesstrafe. Die Tat sei besonders abscheulich, weil Justizwachtmeister Neubauer ein außerordentlich gutmütiger Mensch gewesen sei, der den Angeklagten nur Gutes erwiesen habe. Nach fast zweistündiger Beratung verkündete das Gericht das Urleil. Es werden oerurleilt: Der Schüttler Anlon p o t o ck i wegen Mordes in Taleinhcit mit schwerer ZNeulerei zum Tode. Der Schlächter p i l g r a m wegen Totschlags in Tateinheit mit schwerer Meuterei, sowie leichten und schweren Diebstahl» und unbefugten wassenbesihes zu zehneinhalb Zahre» Zuchthaus, zehn Zahm» Ehrverlust unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft. Leibsch(Kreis Veeskow-Storkow) wohnender Gastwirt. Schon früh- zeitig hatte der Kläger, wie es nun einmal auf dem Lande üblich ist, in der Wirtschaft seiner Pflegeeltern mithelfen müssen. Auch nach seiner Schulentlassung anno 1914 blieb er dort, selber ein Stück Gutsinventar, uno leistete landwirtschaftliche Arbeiten, ohne jedoch außer Lerpflegung. Kleidung und Unterkunft ein Barentgett zu erhalten. Vom Juni bis zum Dezember 1918 war er Soldat. Hier bekam er außer Verpflegung, Kleidung und Unterkunft auch nach Barentgelt. Dieses abwechslungsreiche Leben wurde dadurch noch abwechslungsreicher, daß der Kläeer nach seiner— nicht zu bezweifelnden— Behauptung auch nach der Milttärzeit bis zum Jahre 1926 ununterbrochen als Knecht bei seinem Onkel arbeitete. Hier» für soll der Onkel seinem Neffen an Stelle eines Barlohnes wieder- holt mnüdlich eine acht Morgen große Wiese ain Köthener See bei Leibsch zugesagt haben. Leider vergaß der Onkel, dieses Versprechen testainentarisch sestzulegen. Daher beansprucht der Kläger nunmehr von den Erben seiner Pflegeeltern Ersatz des ihm in den Iahren 1914 bis 1926« u t g a s gieirsÄ B a r l o h n e s mit der Begründung, der Nachlaß sei um diese» ihm nicht gezahlten Lohn bereichert, und er, der Kläger, sei geschädigt worden, weil er im Vertrauen auf das Versprechen des Erblassers bei diesem solange ohne Lohn gearbeitet habe, anstatt rechtzeitig ein Handwerk zu erlernen, das ihm ein höheres Einkommen gesichert haben würde, als er es jetzt als ungelernter Arbeiter habe. Dep Kläger war bescheiden genug. Erst forderte er mit seiner Klage 4320 M., dann ermäßigte er diese Forderung noch auf 1200 Mark. Gleichwohl waren die„lieben Verwandten", Onkel und Vetter aufs höchste entrüstet, als ihnen diese Forderung unterbreitet wurde, „Kühl bis ins Lyerz hinein" baten sie um Klageruckweisung� mit der Begründung, der„mißratene" Neffe und Vetter habe seit 1918 nur vorübergehend bei dem Erblasser gearbeitet und sich auch weiter nicht angestrengt. Hierfür sei er— ein ganz besonderes Ve» dienst des Erblassers— inderJnflationszeit durch Lebens-. mittel vollauf entschädigt worden. Diese Lebensmittel habe er in so reichem Maße erhalten, daß er davon habe verkaufen können. Außerdem habe der Erblasser von 191S bis 1920 auf ein auf den Namen des Klägers lautendes Sparkassenbuch insgesamt 554 M. eingezahlt, die er sich anrechnen lassen müsse. Für die Entwertung des Geldes kämen sie nicht auf. Das angebliche Versprechen des Erblassers, dem Kläger eine Wiese zu oermachen, bestreiten die Be- klagten. Waruin auch nicht? Die Beweisaufnahme ergab, daß tat- sächlich von dem Erblasser ein Sparkassenbuch in der angegebenen Höhe angelegt worden war. Das Gericht kam zu einer Entscheidung im Sinne des Klägers. Der Vorsitzende führte u. a. aus: Da der Kläger nur ein Pflegekind des Verstorbenen gewesen sek, stehe außer Zweifel, daß zwischen beiden ein Arbeitsverhältnis bestanden habe. Durch die Errichtung des Sparkontos habe der Erblasser zu verstehen ge- geben, daß ihm die Arbeitsleistungen des Klägers soviel wert ge- wesen seien, daß neben den Sachleistungen auch Barlohn zu zahlen war. Daß die Einzahlungen auf das Sparkonto etwa nur aus ver- ivandtschafllicher Zuneigung erfolgt seien, sei nicht anzunehmen. Die Ansicht der Beklagten, die Dienstleistungen des Klägers seien durch die Spareinlagen getilgt, sei abzuweisen. Hierin sei vielmehr nur ein Erfüllungsversuch des Verstorbenen zu erblicken. Jin übrigen glaubt das Gericht dem Kläger, daß er noch iniudcstens soviel Lohn zu bekommen habe, wie er mit der Klage fordert. Es sei durch Zeugenaussagen erwiesen, dah der Erblasser dein Kläger die Wiese vermachen wollte. Der Anspruch dos Klägers erscheine nicht nur als reine Lohnforderung begründet, sondern rechtfertige sich auch au? dem Gesichtspunkte der ungerechtfertigten Bereicherung. Denn es könne keinem Zweisei unterliegen, daß der Erblasser durch die nicht entlohnte Beschäftigung des Klägers ohne rechtlichen Grund die Kosten für eine fremde Arbeitskraft erspart habe. Die Beklagten dürften sich nicht darauf berufen, daß etwa die Forderung des Klägers verjährt sei: täten sie dies, so würde ihr Verhalten als arglistig zu bezeichnen sein, da der Kläger es nur in der Hoffnung auf das Versprechen des Erblassers unterlassen habe� seinen Anspruch rechtzeitig geltend zu machen. Das Gericht sprach dem Kläger die 1200 Mark j.», Ar. 403* 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 29. August 4931 Kongreß für Wirtfchastsplanung. WissenschastlichesparlamentinAmsterdam/Wendungmderrussischenplanpoliiik? 2ln,sterdam, 27. August.(Eigenbericht.) Ausgebend vom Rationalisierungsproblem der Betriebe kam die INI.(International Industrial Relations Association— Sil; .vmag) zu den Problemen der Markt- und Wirtschasls- liationalisierung. Zur Wning dieser Bestrebungen wurde ein Kongreß nach Amsterdam einberusen, der die Frage behandelt. weshalb in einer Welt vermehrter ökonomischer.fjilfsmittel die Be- schastigung unsicherer, die Lebenschaltung der Massen nicht im Ber- hältnis zum Wachstum der Produktionsnwglichkeit verbessert oder auch nur aufrecht erhalten wird. Die-ÄRI. vertritt die N o t w c n- d ig feit internationaler Planung und hält die Auf- k'ärunz icher die weltwirtschaftlichen Zufmnmcnhange, auch im Sinne eines umfassenden Pazifismus, für eine wichtige Pflicht. Neben Sozialpolitikern aller Richtungen, Industriellen, aber auch offiziellen Vertretern der Sowjetunion nehmen Funktionär« der freien und der christlichen Gewerkschaften, Betriebsingenieure und Vertreter sozialer tLehliahrtsorganisationen, also Mitglieder oller Klassen und Gruppen, Sc sich mit planwirtschastlichen Fragen beschäftigen, am Kongreß teil. Im Vorstand befindet sich auch Erich Lübbe, der Vorsitzende des Gesamtbetricbsrates des Siemens-Konzerns. Der Kongreß wurde am 24. August 1931 von dem sozial- l'emekratsschen Stadtrat Amsterdams, Dr. Wibaut, begrüßt. Der Kongreß beschäftigt sich vor allem damit, die Wirklichkeit zu anali;- siercn. So gab Dr. Lazard, Paris, einen ausführlichen lieber- Miel über den Stand der Weltarbeitslosigkeit. Seinem Bericht lagen Spezialberichte vcrjchiedener Länder zugrunde. Besonders ausfuhr- ich war die Arbeit des Hernn Professor W i l b r a n d t. Dresden. Dito Neurath, Wien, gab einen Ueberblick über die Produktion und die Produktionsmöglichkeiten der Weltwirtschaft. Er erläuterte die konkrete Wirtfchaftssituation und die Möglichkeiten eines Welt- wirtschaftsplanes an chand von Bildstatistiken des Gefellschafts- und Wirrfchaftsmuscums in Wien. lieber konkrete Erfahrungen plan- nräßiger Wirtschaft berichteten die Vertreter der Sowjetunion, unter Führung Ossinskys, dem Leiter der IISSR.-Delegation ach der Weltwirts choftskonferenz 1927. Sie erklärten, wie zu erwarten war, ftbcn Versuch für aussichtslos, durch organisatorische Teilmaßnahmen �ie kapitalistische Ordnung in eine sozialistische umwandeln zn können. Der Hauplteil der Referate und Diskussion beschäftige sich mit dem Problem, die Grundsätze der planmäßigen Velriebsorganisaiio» für die Gesamtwirlschchl nutzbar zu machen. Vertreter wissenschaftlicher Betriebsführung und der Prajris kamen m Worte, unter ihnen: Person, Lorwin(USA.), Urwill,.ftaan lGech), Meyer zu Schwaledissen(Deutschland). Alle traten mehr oder minder entschieden für weitgehende planmäßige Ein- grif.se öffentlicher Gewalten ein, wobei die internatio- nnle Verflechtung immer � wieder stark betont wurde. Bisher hak der Lvngreß zwei wichtig� Gr g n I ssf r ffezeiliat: Es wird auch von bürgerlicher Seite zugegeben, daß der Lebens- standard der Massen nur durch planmäßige Wirt- jchaften stetig erhöht werden kann. Die Not der Zeit zwingt auch die bürgerlichen Vertreter dazu, zu erkennen, daß p l a n w i r t- schaftliche Maßnahmen sofort durchgeführt werden müßten. Wir werden über den Kongreß noch zbufammenfassend berichten. Von besonderem Interesse waren die Aeferaie der sowjeirussischen Vertrete� die längst vor dem Kongreß bereits gedruckt waren.(„Die volkswirt- ichajiliche Planung in der UdSSR."— Wien 1931) und die als die jüngste Selbstdarstellung der Sowjetrcgierung iiber ihre Ziele und Methoden Aufmerksamkeit verdienen. Es sieht so aus, als ob in der Fünfjahresplan Politik sich eine Wendung vor- bereitet. Ofsinski entwarf das Bild eines sozialistischen Wirtschaft?- Plans, der mit der russischen Wirklichkeit nur entfernt zu tun hat. Daß die Menschen in der Sowjetunion schlecht gekleidet, schlecht beschuht, elend behaust sind, ist nicht etwa die Folge einer rücksichtslosen Drosselung des Konsums zum Zweck größtmöglicher Akkumulation, sondern Ossinski erkennt in„dem Ueberwiegcn der Nachfrage über das Angebot" einen charakteristischen Zug jeder plan- müßigen sozialistischen Produktion. Was der Fünfjahrplan alles vorsieht, setzt Ossinski lehrreich auseinander, wer aber den Plan ssst- setzt, diese entscheidende Frage wird nicht behandelt. Das Wort Räte kommt in den vier Referaten der russischen Rätevertreter gerade einmal vor. Daß es in der kapitalistischen Orgie der Anarchie irgendwo einen Plan gibt, daß geplant wird, erscheint schon wie ein Wunder und eine Erlösung, was geplant wird und wer plant, ist schon nicht mehr ganz so wichtig. Dach wäre es töricht, die sozial- stischen Ansätze in Sowjetrußland leugnen zu wollen. In Ossinskis Rede ist davon noch etwas zu spüren, aber nichts mehr in dem Referat, das K r a v a l gehalten hat. Kravals Referat war viel- s ach b c w u ß t u n w a h r h a s t i g. Die Behauptung, daß sich der Lohn des russischen Ar- b c i t e r s in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt hat, konnte Kraval nicht init gutem Gewissen ausstellen. Er weiß sehr gut, daß Lohnkurven ohne Preiskurven nichts besagen. Seine Kritik kam zu Resultaten, die die Heiterkeit des Kongresses erregten. So teilte er als Ergebnis seiner„Farschnngen" init, daß sich der durchschnittliche W v ch c n l v h n des deutschen A r b c i- t c r s von 1930 bis Februar 1931 von 51,15 Mk. auf 30,25 Mk. gesenlt hat. Angeblich wird die russische Sozialgeseß- g e b u n g ununterbrochen verbessert. In Wirklichkeit wird sie ab- gebaut. Erst kürzlich verringerte ein Erlaß die Krankengebühren um 25 bis 30 Proz. für einen sehr beträchtlichen Teil der Arbeiter- schaft. Bei den statistischen Angaben widersprachen die Re- fcrentcn einander ziemlich oft. Gab Rani n, der dritte Vertreter, die Zahl der Arbeiter in der Großindustrie für 1923/24 mit l 335 000 an, so nennt Kraval 1 794 000: Ronin zählt jetzt 10,3 Millionen Arbeiter und Angestellte ahne jene in der Landwirtschaft, Kraval behauptet, es seien so viele, wenn man die landwirtschaftlichen 2lr- bcitcr m i t rechnet. Wendung im Plan? Es dürfte das erstemal sein, daß im Ausland iiber den Fünf- jahresplan gesprochen, aber nicht gejagt wurde, was der Plan für die nächsten Jahre vorsieht. Es ist bemerkenswert, daß mit keine in Wort von den Ergebnissen des ersten Halbjahrs 1931 die Rede ist, des„entscheidenden Jahres". Noch vor zwei Monaten schwirrten über den n ä ch st e n Fünfjahrplan ungeheure Zahlen hemm. Man nannte schon die Stahlprodultion für 1938. Jetzt— kein Wort mehr dnvon. Dafür ei» wirklich neues Thema: Berbcssc- rung der Lebenslage der Bevölkerung! Mit einemmal wird der Ernährung höchste Aufmerksamkeit zu- gewandt. Man spricht ungeheuer viel von der Notwendigkeit, die W ohnvcrhältnisse radikal zu verbessern. Man entdeckt, daß die Kominiinalwirftchast, die Straßenbahnen� Kanalisation, das Strafsttiftflastezc. �gUsqga'Udi'e: Textiffichrißen: Kilfe, Kopital, Neu- investitiomm brauchen. Mit anderen Worten:-man hat eindeckt und gibt so zu, daß etwas in dem Plan nicht stimmt. Die absolut unzu- reichende Erfüllung des Plans in den entscheidenden Zweigen der Industrie, im Bergbau, in der Metallindustrie, in der Erzeugung von Baumaterialien, die Stalin selbst aufdeckte, nachdenr wir es hier fest- gestellt hatten, scheinen eine II m st c l l u n g z u c r z w i n g e n. Es zeigt sich, daß Stoßbrigaden,„sozialistischer Wettbewerb", Ordeps- Verleihungen, alle„ideellen" Mittel zur Erfüllung des Plans ver- sagen, wenn nicht die Lebensverhältnisse der Massen verbessert werden. Es hat den Anschein, als ob das Planen weiterer Industriegiganten abgelost würde durch Pläne, die gigantische Rot der Massen etwas zu mildern. Ganz alte, längst ausgelassene Textilsabriken werden wieder iisstand gesetzt. Man spricht sogar von einer Ein- schränlung der Lcbensmittelexporte zugunsten einer verbesserten Versorgung des Inlands. Jedenfalls, daß vier prominente russische Wirtschaftler nach Amsterdam fahren und dort nicht erzählen, wieviel Eisen, Naphtha, Manganerz sie im Jahr« 19 3 4 erzeugen werden, ist ein solches Abweichen von der bisherigen Hebung, daß man vor- muten muß, es kündigt sich auch damit, wie mit vielen anderen Anzeichen, eine WenduiVs' an, die im Interesse des russischen Pro- letariats ernsthaft zu begrüßen wäre. Die Welierzeugung von Gisen und Stahl Zm 4. Halbjahr 4934 Rückgang um nochmals 30 Prozent. Die Erzeugung an Eisen und Stahl hat nach Mitteilung in Heft 15 vrn„Wirtschaft und Statistik" im ersten Halbjahr 1931 in den i> c be n w i ch t i g st e n Produktionsländern der Welt insgesamt 74,6 Millionen Tonnen Roheisen und 30,3 Millionen Tonnen 7 o h st a b l betrogen. Der Rückgang gegenüber der gleichen Zeit trs Vorjahres macht bei Roheisen nicht weniger als 12,8 Millionen Tannen odifr 34 Proz., bei Rohftahl 13,6 Millionen Tonnen' oder 31 Proz. ans. In allen Ländern war in der Berichtszeit ein Rückgang fest- zustellen; im einzelnen bestehen aber große Unterschiede. Im ersten Halbjahr 1931 wurde weniger erzeugt als in der gleichen Zeit 1930: in Deutschland... an Roheisen 40 Proz, an Rohstahl 30 Proz „ Großbritannien.„ 46„ 39 „ denVerein.Staalen„» 39„„„ 35„ ,. Frankreich...». 14„, 14„ „ Belgien......„ 16„„ 19„ „ Luxemburg....„ 22„„„ 15„ im«aargebiet....„ 20„„„ 19„ Die Zahl der in Betrieb befindlichen Hochöfen ist dement- sprechend gesunken. Ende Juni waren in Deutschland von 160 Hochöfen nur 61 im Feuer, 41 gingen gedämpft und 58 waren außer Betrieb. In Großbritannien waren Ende Juni nur 76 von 361 Hochösen in Betrieb, in den V: einigten Staaten n u r 9 1 von 310. Stärker also als in Deutschland ist die Erzeugung von Eisen und Stahl noch in Großbritannien zurückgegangen. Dabei ist beachtlich, daß der Außenhandel Großbritanniens in Eisen- und Stahlerzeugnissen im ersten Halbjahr 1931 einen Einfuhrüber- fchuß von 282 000 Tonnen aufwies, während im ersten Halbjahr 1930 noch ein Ausfuhrüberschuß von 269 000 Tonnen fest- zustellen war. Die Aoheisengewinnung der Bereinigten Staaten ist so stark wie die deutsche, die Rohstahlgcwinnung nicht unerheblich stärker als die deutsche gesunken. Die amerikanischen Stahlwerke waren Ende Juni nur zu 3 8 P r o z. ihrer Leistungs- sähigkcii beschäftigt. Die Konsumvereine im Juli. Ier Msrd on der Massenlaufkrast wirkt sich aus. Der durchschnittliche Wochenumsatz im Zentral- verband deutscher Konsumvereine wird für den Monat Juli 1931 mit 7,07 M. angegeben(Juni 1931— 7,17 M., Juli 1930— 8,76 M.). Im Juniumsatz wirkten sich ohne Zweifel die Zucker- oorratskäuse der Verbraucher günstig aus. Im Juli ist eine mehr oder weniger umfangreiche Versorgung der konsumgenossenschaft- lichen Mitglieder mit Textilien, Schuhen und Hausrat erfolgt; jedoch hat der Umsatz durch Jnoenturverkäufe und durch die Mitte des Monats in Erscheinung getretene„Flucht in die Sachwerte" nur einen kleinen Auftrieb erfahre». Der Umsatzrückgang im Juli 1931 stellt sich gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres auf 19,3 Prozent. Von diesem Verhältnissatz ist, nach Darlegung des Zcntralverbandes, die durch Preissenkung lxervorgerufene Umsatz- Minderung mit wenigstens 10 Proz. einzusetzen. Im Durchschnitt der e r st c n s i e b e n Monate des Jahres 1931 betrug der Rückgang des Wochenumsatzes je Mitglied gegen- über der gleichen Zeit des Vorjahres 17,7 Proz. Unter Berück- sichtigung der gegenüber dem Vorjahr eingetretenen Preissenkung ist in den Konsumgenossenschaften des Zentraloerbandes, hervorgerufen durch die Einkommensschwächung der Verbraucher, ein reiner Umsatzvcrlust von etwa 8 Proz. einge- treten. Diese Feststellung zeigt, daß die vom Einzelhandel ver- breitete Behauptung über die angebliche„Abwanderung" der Kon- sumgenojsenschaftsmitglieder zu den Einzelhändlern eine arge Selbst- täuschung darstellt. An der Entwicklung des Umsatzes gemessen, dürfte vielmehr nach wie vor eine„Abwanderung" der Einzel- handelskundcn zu den Konsumgenossenschaften zu vermuten sein. Die„Toga" deckt alles! Auch die Blößen des Herrn Lahusen. Was sich in der Generalversammlung der Toga, Ber- einigte Webereien A.- G., ereignete, ist wohl in der an Er- cigmssen aller'Art nicht gerade armen Geschichte des Aktienwejens nach nicht dagewesen. Da führt man nun seit Jahren einen er- bittcrten Kampf um die N e u g« st a t t u n g des Aktienrechts, um die Beschncldung der Willkünnacht der Großaktionäre— aber hier, wo es sich sogar um kriminelle Machenschaflen der Auf- sichtsräte und Großaktionäre handelt, hier ließen die Minderhcits- aktionäre alles über sich ergchen, und die Vertretung der Ge- schädigten widersetzte sich sogar jeder gegen die Schuldigen zu ergreifenden Maßnahme. Aber berichten wir erst die Tatsachen: Die Toga umfaßt die bedeutendsten verarbeitende» Werke der Nordwolle. Bei einem Kapital von 15 Will. Mark belauft sich der für Ende 1930 ausgewiesene Verlust auf 9,7 Mill. Mark. Er wird sich noch er- h c b l i ch erhöhen, so daß nicht nur das ganze Kapital, sondern ein Teil der erheblichen Kredite(22,3 Mill. Mark) verloren ist. Das Warenlager zeigt noch einen Bestand von 8.4 Mill. Mark, die Forde- runge» eine Höhe von 9,5 Mill. Mark, die Anlagen einen Wert von ll Mill. Mark— alles Ziffern, die nur a u f de m Papier stehen. Schuld an dieser Katastrophenbilanz sind c i n z i g u n d a l l e i n die Herren L a h u sc», wie alle Welt weiß und wie der jetzige Vorstand und Aussichtsrat betonten. Als die E n t l a st u n g für den früheren Vorstand und den früheren Aufsichtsrat zur Debatte stand, verstand eine geschickte Versaminlungsleitung, darüber sehr schnell hinwegzugehen, so daß die Entlastung erteilt rvar. Erst später kam einigen Aktionären zmr Bewußtsein, daß man damit auch den Iherren Lahusen Entlastung für ihre„erfolgreiche" Tätigkeit gegeben hatte— sie protestierten; aber der Vertreter des Konkursverwallers, der über die Stimmen von l4 INillianen Mark Kapital versügle. sprach den Herren Lahusen doch die Entlastung aus! Was sich der „junge Mann" des 5ionkursvcrwaltcrs dabei dachte, weiß man nicht; warum die Kleinaktionäre keinen Protest einlegten, ist rätselhaft. Jedenfalls: die Toga-Aktionäre habön sich des Rechts, die Herren Lahusen mit ihrem Vermöge» zur Verantwortung zu ziehen, begeben. Die Togn(toga war das Houptbekleidnngsftück der alten Römer!) hat alles mit dem Mantel der Nächstenliebe zu- gedeckt.— lieber das weitere Schicksal der Toga-Betriebc wurde mitgeteilt, dos; die Werke in M ü n ch c n- G l a d b a ch und in Gera fortgeführt würde»; die Entscheidung über die Aachener Betriebe steht»och ans. In einem Bericht der W a r c n t r c u ha n d A.-G. wurde festgestellt, daß die Werte an sich rentabel seien; der V o r w u r f des Verkaufs zu Schleuderpreisen wurde zurückgewiesen. Beim Garncinkauf hat die Toga von der Nordwolle keine Sonder- preise zugebilligt erhalten. Auch aus diesem Bericht ergibt sich, daß die Hetze der Konkurrenten der Toga gegen eine Fort- sührung der Betriebe unbegründet ist. Katastrophe der Bauwirffchast. Die Bau„tätigkeit" im Luli. Vom' Bundesvorstand des Deutschen B a u g c w e r k s- b un des wird uns geschrieben; Die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe nimmt immer be« ängstigendere Formen an. Entgegen der jaisonmäßigcn Tendenz ist die Beschäftigung schon im Juli zurückgegangen. Während Ende Juni ctwn sünfnwl soviel Bauarbeiter ohne Beschäftigung waren wie im Durchschnitt der letzten Jahre, hat sich dieses Verhält- nis bis Ende Juli ans dos Sicbcnfnchc gesteigert. Die weitere Verschärsnng des Bcrichtsmonats beruht im wesent- lichen ans der völligen Unterbrechung der Finanzicrungstätigkcit und der weiteren Zuspitzung der öffentlichen Finanzen. Es ist bereits soweit gekommen, doß einzelne Landesregierungen den Kommnnalverwaltungen Bau verböte auserlcgt haben, die nicht nur die ösfentliche Bautätigkeit, sondern nuch den Wohnungsbau betreffen, soweit seine Finafizicrung sich auf Hauszinssteuermittel stützt. In einzelnen Stödten wurden die für den Wohnungsbau be- stimmten Hnuszinssieuermittel für nllgsmcinc Verwaltungszwecke verwandt. Es ist Nicht abzusehen, wohin die Entwicklung führen wird, wenn die Regierung sich nicht endlich zu entscheidenden Schritten aufrafft. Da die Stillegung i» Gang befindlicher Bauten immer mehr um sich greift und neue Projekte allgemein zurückgestellt werden, ist zu befürchten, daß binnen kurzer Zeit nur noch die not- wendigsten Reparalurarbeilen erledigt werden. Der Bestand an Krastfahrzeugen. Am l. Juli 1931 wurden in Deutschland 1507 000 Krastfahr- zeuge gezählt. Dos sind etwa 6 P r o z. mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres: im Jahre 1929/30 betrug die Zunahme noch 17 Proz., im Jahre 1928/29 sogar 30 Proz. Die Zahl der Krafträder bat sich um 8 Proz. auf 792 000 erhöht: darunter weisen die Kleinkrafträder allein eine Zunahme um 2t Proz. auf 375 000 auf. Die Zahl der Personenkraft- wagen stieg nur um 4 Proz. auf 523 000, die der Last kraft- wagen um 2 Proz. aus 161 000. �eichsrnifsicht über die privaten Bausparkassen. Nach der im„Reichsanzeiger" veröffentlichten Bekanntmachung des Reichsaufsichtsamts für Privatoersicherung beginnt am 1. Oktober 1931 die Beaufsichtigung der privaten Bausparkassen durch das Reichsaufsichtsamt für Privatvcrsicherung in Berlin aus Grund des Gesetzes über die Beaufsichtigung der privaten Persicherungsunter- nehmungen und Bausparkassen vom 6. Juni 1931. Der amerikanische Außenhandel schrumpft zusammen. Die Ber- «inigten Staate» haben in den ersten 7 Monaten des Jahres 1931 nur noch für l,50 Milliarden Dollar Waren ausgeführt gegen- iiber 2,34 Milliarde» in den ersten 7 Monaten des Jahres 1930. Die Einfuhr ist ebenfalls stark zurückgegangen, nämlich von 1.96 aus 1,28 Milliarden Dollar. Der Aussul)rüderschuh. der im vei- pangenen Jahr in dem angegebenen Zeitraum etwa 1.6 Milllarlen Mark bet.apcn hatte, ist In den ersten 7 Monaten des Jahres 1931 auf rund 900 Millionen Mark zurückgegangen. Gleichzeitig hat sich der Zufluß von Gold nach de» Vereinigten Staaten, ein Merkmal der Verarmung der übrigen Länder, kort- gesetzt. In den ersten 7 Monate» haben die Amerikaner nur für 1,8 Millionen Dollar Gold ausgeführt, während die Einfuhr der Vereinigten Staaten 254 Millionen Dollar, d. h. weit über eine Milliarde Mark, betragen hat. X Sßia.ns Friedrich tBltmck:•/Illfld'C Die beiden Landstreicher winken dem Mädchen von der Garten- piorte zu: Wer hier denn wohne, wollen sie wissen und ob sie Holz sägen könnten. Da hebe ich mich vor ihnen wie ein Gespenst aus dem Dornbusch hoch: der eine der beiden legt betrofsen den Finger an die Mütze, der andere tut. als sähe er mich nicht und will lieber auskundschaften, an welches Werk ich mich halte. „Nun, Arbeit könnten Sie haben," sage ich.„Wenn Sie meinen Obstbäumen je einige Eimer Wasser schleppen wollen, soll es mir auf das Mittagessen und einige Groschen nicht ankommen." Die beiden Landstreicher treten zögernd ein— oh, ich weih, wo der Hausherr selbst mitarbeitet, ist es nie ganz geheuer für ihresgleichen. Es sind kräftige Menschen: der eine, graustoppelig ums Kinn, ist dick und ku�z er hat bei der Hitze nichts als Hofe und ein durchlöchertes Hemd am Leib: der s?ut ist riesengroß wie der eines Zimmermanns. Er heißt Korel, wie ich beim Anweisen der Obstreihen so nebenbei höre. Für den anderen, der noch jünger ist— ein baumlanger Mensch und prächtig � gewachsen, schleppt das Mädchen vier Wassereimer zusammen und erklärt ihm, warum die Pumpe mitunter hakt und wie er den Schwengel halten muh. Der Mann hat das Zeug der Erdarbeiter an, eine graue, verfilzte Hose und ein gelbes offenes Hemd; sein knochiges etwas hochfahrendes Gesicht ist entstellt von tiefhängenden Augsäcken und dem groben Zeichen des Trunkes um den vorgeschobenen Mund. „Dann können wir ja anfangen," sagt der dicke Aeltere.„Ich hab's leicht aus der Brust, Jan Blunck kann ja pumpen." „Wie heißt er?" Soso, Jan Blunck! Ich bücke mich plötzlich, wie um zu sehen, ob die Eimer taugen.„Woher kommen Sic denn?" frage ich schließlich. „Er kommt von Hogenholm rrlnter," erklärt der Aeltere, der sich Mühe gibt, auch weiterhin die Verhandlungen zu führen. Ich sehe Jon Blunck voll an. unsere Augen treffen sich böse.„Geht niemand an, woher ich komme," will der Blick sagen. Aber mich geht's an! Ein Großvater kam von Hogenholm—' allerdings gab es schon damals viele des Namens im Dorf. Soll ich weiterfragsn? Unsinn! Die beiden Landstreicher sollen mir die Obstbäume begießen, das ist alles. Und weil ich den Hunde- draht im Knick fertig habe, gehe ich zur Kammer hinauf, in der meine Handschriften liegen Ich habe meinen Tisch in dieser Sommerglut an ein Fenster nach Norden umgerückt. Ob ich nicht noch einmal umstelle? Ich muß wieder und wieder zu Jan Blunck hinunterblinzeln, ich— verwünscht, ich beginne irgendwoher Bergleiche zu ziehen. Ich höre, wie die beiden sich etwas zurufen und horche auf ihr Lackzen, ich verwandle das Geficht des Landstreichers, ich hebe die Verwüstung des Trunks von ihm ab und sehe Aehnlichkeit mit diesem oder jenem— Herrgott, alle Menschen der Landschaft sehen einander ähnlich! Und dabei muh ich nachdenken, von welcher Seite er stammen könnte— Einbildung, schon vor siebzig Jahren gab es sieben Höfe des Namens im Dorf. Ich will mich also ernstlich ans Werk mache». Aber es plagt doch. Nicht etwa aus erbarmungsstligem Mitleid: dieser Mann würde mir grob kommen, wenn ich ihm Arbeit oder Ratschläge geben wollte. Am meisten quält mich ein« fremde Aehnlichkeit in der Stimme, quält mich dies heisere halblaute Singen bei der Arbeit, zu dem eine Kumpanei von Landsknechten gehört, quält mich diese raubtier- starke Gestalt, die immer wieder in unserem Blut auftaucht und Meist irgendwo in einer Ferne verschollen geht. Ich komme von den Vergleichen nicht los, sie bedrängen mich. Was tat ich selbst, daß das Leben mir besser gelang? Haben nicht alle unseres Namens diesen schweijenden Drang ins Ungebändigte, der sich erst mühsam einordnet? Was Hab ich vor diesem Mann voraus, der nicht nachgab und das Land abstreunt und einmal König der Straße sein wird? Was ist's, daß ich dichte und Obstkerne pflanze— und etwas wie Neid vor diesem Riesen empfinde, den's nicht zurückhielt, weil er um einiges, vielleicht nur um einiges ungezähmter das mitbekam, was in allen unseres Namens brennt? Denn die schlimmen Leiden- schaften sind den vielgelobten zu nah, als daß ich mich überheben darf: der böse Geist lebt in unser aller Brust und vorm Ende soll keiner sich seines Lebens rühmen.— Das Mädchen kommt aus der Küc�e, ein hübsches Ding und wie oft die Bauerntöchter bei uns von krausem gelben Haar und dunklen Augbrauen. Sie geht in den Schuppen, um das Rad zu holen, gewiß soll sie ins Dorf zum Krämer. Die beiden Männer haben augenblicklich zu arbeiten aufgehört. „Du, Jan!" fragt der kleine Dicke und setzt ktappernd zwei leere Eimer nieder. „Was denn?" „Ich meine, wo wir uns nun zu Mittag vollschlagen können—" Jan Blunck sagt nichts, er hängt die Mütze über d>e Pumpe, sein gelbes Haar ist auf dem Schädel gelichtet. „Du hast doch noch die drei Groschen— ob die uns was holt?" Der Lange antwortet nicht, er pumpt wieder, daß mir um das ' Schwengelgclenk bange wird. „Ist nämlich verwünscht heiße Arbeit, man müht sich mal stärken" Der Dicke holt die helle Flasche aus dem Rock und läßt sie verführerisch auf dem kleinen Finger tanzen." Llbcr ich glaube, die ist zu fein, he?" Der andere antwortet nicht. Da kommt das Mädchen und führt ihr blitzsauberes Rad im Bogen an den beiden vorbei. „Du, sag mal," fährt Jan Blunck sie an; er hat eine Stimme, daß sie ängstlich sltbcn bleiben muß.„Du, wie heißen die hier eigentlich?" Er weist zum Dornbusch, aus dem ich auftauchte: seine Stirn ist verzogen, er hebt ungeduldig noch einmal den riesigen Arm hinüber. „Wie das Haus heißt?" „Wie die Leute heißen, srag ich." „Daß du das nicht weißt, du kommst hier wohl nicht oft vorbei," kratzt das Mädchen und dattii nennt sie meinen Namen. „Halloh, was sagst du?" Der kleine Dicke ist bei dem Dort in Pruschen ausgebrochen, er stellt die Eimer hin und schlägt sich vor Vergnügen auf die Schenkel. Aber der Lange schiebt den Kopf einmal zu ihm hinüber, daß ihm das Grinsen vergeht. Dos Mädchen schwingMich vor der klingelnden Pforte auss Rad. Ich erhebe mich vom �Schreibtisch und warte, was jetzt kommt, bereit zu antworten, vielleicht bereit zu Helsen. Die beiden sind an der Brunnenpumpc stehen geblieben.„Jan," sagt der Dicke nach einiger Zeit und�blickt unsicher in die Runde,„das könntest du viel- leicht auch haben, wenn du zu Haus geblieben wärst," und noch einer andern Weile fast mitleidig:„Möchtest es nicht haben, Jan Blunck?" Der seufzt.„Immer auf demselben Placken sitzen?" fragt er und blickt aus den dicken rötlichen Brauen unschlüssig um sich. „Nun, so» hübsches Deern in der Küche und immer was für den Schnabel! Aber drr ist das zpohl zu klein, du müßtest gleich ein Rittergut haben, was?" Der Dicke hebt die beiden Eimer und wackelt von bannen, wie um dem Freund Zeit zur Wahl zu geben. Nach einer Weile kommt er wieder, er ist nicht weit gewesen. „Nanu," fragt er, weil kein Eimer gefüllt ist.„Los, pump doch!" Er blickt sich mit bösem Gewissen um, ob jemand die Lässigkeit gesehen hat. „Keine Lust mehr," sagt Jan Blunck, schiebt mit dem Fuß die Eimer zur Seite, daß sie klirrend stürzen und hakt sich die Mütze von der Pumpe. „Keine Lust, was soll dos heißen," schnattert der Freund.„Wo wir's schon halb verdient haben?" Der Dicke kann sich'? nicht er- llären.„Ist dir wohl nicht geheuer hier?" „Nee, nicht geheuer. Ich geh!" Der lange Kerl lacht, spuckt verächtlich auf den Hof, wirft die Jacke über die Schulter und stapft mit langsam großen Schritten zur Pforte. Der andere läuft murrend hinterdrein und versucht ihn zurückzuziehen, ich kann nicht mehr ver» stehen, was er sagt. Aber Jan Blunck scheint es kaum zu spüren, daß man ihn zurückhält, er setzt mit einer Flanke über die Pforte, mustert noch einmal aus verkniffenen Brauen Haus und Garten, tippt an die Mütze, zuckt mit der Schulter und geht. Ich laufe die Treppe hinab: den halben Lohn, den sie sich ver» dient haben, sollen die beiden doch haben! Aber an der Pforte ärgert's mich, hinterherzurennen, sie sind auch schon um die Busch- ecke, wer weiß, welchen der drei Wege sie gehen. Gerade wie ich so warte, kommt der Landjäger auf dem Rad vorbei: er springt ab, als er mich an der Pforte sieht und weist die Straße entlang:„Haben die beiden gebettelt?" fragt er. „Nein, ehrlich gearbeitet" „Haben Sie Papiere gesehen?" fragt er zögernd. Ich schüttele seufzend den Kopf:„Lassen wie die zwei man laufen. Kommen Sie lieber herein, Wachtmeister, und erklären mir mal die Geschichte mit der neuen Gemeindesteuer." Johannes JCndbech 9n dem Sabinerhergen Allein schon um dieses eines Bildes wegen wäre ich gern, gäbe es nicht tausend überraschende Blicke, den ganzen Tag in den Sa- bmerbergen herumgefahren, dort, wohin die Fremden und auch die Römer fast nie kommen Denn hinter Tivoli scheinen für sie die befahrbaren Straßen aufzuhören, also gerade dort, wo erst wirkliche Schönheit und Ursprünolichkeit beginnt. Allein um dieses eimn Bildes willen, das wie eine Vision tief in der Seele hasten bleibt: der abendliche Heimgang von Bauern und Bäuerinnen auf Eseln. Hinter S u b i a c o war es, der Stätte des ältesten Mönchordens im Abendlande, dem Mutterkloster de? Benediktinerordens, der mit seinen reichen Abteien und Bibliotheken, seinem großen Bildungs- gute an Europas Zioilisationsgong einen wichtigen Anteil gewann. Wilde Berghänge, enge Schluchten, zerrissen wie in Oualen der Geburt, erschaffen wie zu Gottes und der Heiligen Einsamkeit Von den Tälern weht der Silberschleier der Olivenwälder, und dunkelgrün breiten sich hier und dort nach unten hin die Wälder von Edelkastanien, von Nußbäumen und Buchen bis zu den lila Dünsten die im Abend aus der weiten Campazna steigen. Erschütternde Vielfalt der Farben, feinster, ineinander gleitender, sich neu ver- mischender und mit der Feder gar nicht zu schildernder Farben zwischen Blaßviolett, Gelb und brennendem Rot liegt in dem milden Abendschein nach kurzem Gewitter. Unter solchem Himmel, in solcher Landschaft nun, wie ein ver irrter Pilgerzug, der aus Ewigkeit kommt und in Ewigkeit geht, taucht jäh an einer Wegbiegung die Vision der reitenden Bauern auf. An die hundert mögen es sein, Frauen und Männer und Kinder, auf etwa fünfzig Eseln. Zu zweit und sogar(init Kind) zu dritt sitzen sie auf dem lieben, langsam dahertrottenden Eselein. Was schmückt so bunt die Köpfe der Esel, was leuchtet so hell von fern schon an diesen Menschen auf? Trägt gar jeder sein Taber- nakel leuchtend vor sich hin? Von sonntäglicher Prozession? Ist jeder in diesem Gebiete des Sankt Benedikt ein Heiliger geworden in der Heiligkeit dieses Abends und wandert mit heiliger Familie in ein fernes Morgenland? Denn biblisch ist dies Bild in seiner Reinheit und wie aus Verfchollenheit entstanden. Frauen und Burschen und Eselein und Kinder tragen Blumen in grellen Farben. Es sind nicht die Blumen der Eampagna, die überall griffnahe blühen. Es mußte etwas„Besseres" sein, roh aus Buntpapier geschnitten. Das scheint stolzerer Schmuck für sonntägliche Andacht. Ach, sie sind alle so arm, diese Wein- und Olioenbauern der Sabinerberge, diese halb noch leibeigenen Ko- lonen der Großgrundbesitzer, daß ihnen das reich dünkt und allein würdig der gnadenreichen Madonna. Mitten in ihrem Zug halt- ich das Auto an, um ein Weilchen mit ihnen zu Fuß zu wandern, mit teilzuhaben an ihrem abendlichen Heimgang, mitzuschwingen im Gleichmaß dieses Rhythmus zwischen Landschaft und Mensch." Auch ihr Festgewand ist armselig und zerschlissen. Und nur manche jung- Frauen und Mädchen sind so ursprünglich schön, mit dem oliven- braunen, gemmenhaft geschnittenen Oval des Gesichts, den großen schwarzen Augen, der reinen schmalen Statuenstirn, daß sie wie antike Hirtenköniginnen auf ihrem Eselein sitzen, daß Glanz über die armen Fetzen kommt und man nicht der Füße in verwaschenen Halbsocken achtet, nicht der abgetretenen Pantoffeln. Arm, wie sie sind, bieten sie gleich, nach schöner Landessitte, dem Freniden von ihrem Wein und ihrem Brot, haben dazu schon die Satteltaschen geöffnet, denn sie glauben, es fei darum, daß der Fremde mit ihnen geht, weil ihn dürstet. Ihn dürstet nur nach eurem unvergeßlichen Bild und eurer unfahlich sanften Bescheidung in Armut und Mühsal des Lebens. Sie erzählen, daß sie zur Prozession in dem Felsenneite Su- biaco waren, dessen Bergsilhouette mit dem drohenden Kastell noch hier und da auftaucht, und daß sie auch weiter hinaus im Kloster des heiligen Benedikt waren, vor seiner Felsenhöhle knieten, damit er, der Schutzherr dieses Landstrichs, der Heimat gute Ernte gebe an fetten Oliven und süßem Wein. Ja. ich habe sie gesehen, wie sie in ihren armseligen Festtagskleidcrn(die nicht der letzte Bauern- knccht in Deutschland trüge) und ihren bunten Papierblumen durch die engen, winkeligen Gassen dahersangen. Und ich habe sie auch oben in dem reichen Kloster Sankt Benedikts und seiner Schwester, der Sankta Scholastica, gesehen. Da lagerten sie, sehr arm und, oh, sehr malerisch, in dem langen Gange de? Klosterhoses mit Weib und Kind und Eseln. Heu fraßen die Esel, an offenstehender Mutterbrust sog der Säugling schwatzend seine Milch, Frauen und Burschen aßen das harte Bauernbrol mit Ziegenkäse und mit jungen Zwiebeln und Oliven(nirgends ein Stückchen Fleisch) und tranken von dem süßen, sclbstgebauten Wein Oleoanos. Andere schliefen müde auf dem Steinboden der Gänge. So lagerten sie nach der Mühsal longer Wandervng und langen Betens inmitten ihrer Tiere. Aber dem heiligen Benedikt, der da oben in schier unzugäng- lichem Fclsengebirge in einer nackten Grotte, dem„Sacra Speco", viele Jahre hindurch einsam gelegen und um Gott gerungen hatte, waren sie in ihrer Armut und Einfalt vielleicht näher als die feinen, weltgewandten und hochkultivierten Mönch« der Abtei, die jähr- hundertelang über sie herrschten und noch immer als das Abbild der Herrschuft Gostes über ihnen stehen. Zwei von diesen Mönchen führten uns mit guten Worten, seinen Sitten, großer Bildung, well- bedeutendem Gespräch durch ihre abgeschlossene Welt sehr erträg- licher, sehr beneidenswerter Ernfamkeit— durch diese zauberischen Höfe und Krcuzgänge aus drei Bauperiodsn, wie sie das weite Master der Sankta Scholastica bilden, durch diese reichen Kapellen und Bogengänge, wie sie weiter hinauf um Benedikt? nackte Felsen- grottc gebaut sind. Ich beneide den französischen Priester aus Paris, der sich uns beiden angeschlossen hat, um sich die Erklärungen von mir übersetzen zu lassen und zwischendurch auf einer Gartenbank, mit dem Blick in die wilden Berghänge, manch wellläufiges Gespräch zu führen. Ich beneide ihn, weil er In der„Forest eria", den Gasträuinen des. Klosters, eine ganze Woche in. dieser begnadeten Bergeinsamkeit leben kann. Denn hier muh es leicht fein, den Frieden der Seele zu gewinnen. Es ist ein eleganter, geradezu graziöser Weltpriester voll Geist und großstädtischer Munterkeit und sehr«rschieden von den Mönchen, die still und fein und sanft mit uns herumgehen. Er ist so weltläufig, aber er glaubt dabei fest daran� daß die Therese von Konnersreuth eine kleine Heilige sei uno in u.rance aramäisch gesprochen habe. Dagegen für die Sabinerbauern hat er nur einen schnellen, säst verächtlichen Seitenblick und ein mitleidiges Achsel- zucken ob ihrer Armul, die im reichen Bauernstande Frankreichs unfaßbar wäre. Aber warum sind die so arm? Weil aller Reichtum aus ihrer Hände Arbeit, gewiß nicht im Geiste des armen Stifters. in diese vielen Klöster gegangen ist und zu den großen Herren, die unter dem Schutze von Aebten und Päpsten standen. Mit den Armen, wie es sich für mich gebührt, kehre ich in den Abend hcim. Biblisch ist, wie je vor Jahrtausenden, ihr Bild noch und ihr Leben. Immer zogen sie gleich einem oerirrten Pilgerzuge dahin, der aus Ewigkeit kommt und in Ewigkeit geht. Mit Weib und Kind und Eselein versinken sie im Abend, in die zeitlose Ewig- keit dieser Landschaft aus Gottes lächelndem Schöpfungsschmerz. 3€ans Smotih: Sielrogen lieber dem Schutzgitter des Kunsthändlerschaufensters lehnte Rademacher. Lehnte schon stundenlang und starrte unverwandt aus einen idealisierten weiblichen Akt in Gelb. In schwülem aufreizenden Gelb. Versunken war die breite Straße, mit allem, was über sie hastete, raste, hupte, klingelte. Nur dieses Bild war. War greifbar nahe. War herausgewachsen aus ttefverschüüeter Wunschwelt. War zum anschaulichen Objekt geworden. Rademacher, der Hilfsarbeiter, der gekrümmte Sechziger, dem das Leben, sein Proletendasem, nichts von allen Wundern und Schönheiten dieser Welt gegeben hatte, lehnte und starrte und dachte und erlebte. Sowas also gibt es!? Solch Weib! Und ihm erstand eine andere Frau: Eins Frau mtt aufgetriebenem Leibe, mtt harttnochigew. eckigejn Gesicht, von Furchen umrissen, mtt trostlos lächelnden Augen. Rademacher. das war dein Weib! Zur Fruchtbarkeit verdammt! Zum Kindermord verdammt! Zur Häßlichkeit verdammt! Rademachcr, was weißt du von einem Weibe? Dein Weib war abgehetzt, sank zerschlagen ins Bett. Kosen schien albern. Scherzen zerbrach vergällter'Mund. Was war euch Lust? Traurige Betäu- bung, letzte Erschöpfung, verzagtes Bäumen ausgemergelter zer- räderter Körper. Rademacher, sie haben dich um das Weib betrogen! Sie haben die zarte bleiche Blume deiner Sehnsucht in den Dreck getreten. Sie haben dir nur gelassen, was jedes Tier ahnt, was jedes Tier schöner hat! Und du selbst hast alle deine Träume ver- gessen. In der Monotonie deiner Arbeit, in der Stumpfstnnigkeit deines Lebens, hast du vergessen, was du als junger Kerl geträumt hast. Nun ist es wieder da! Nun schreit dir dieses Bild alles in Erinnerung! Dir arbeitslosem, vegetierendem, zermürbtem Opfer kalter Zweck- Mäßigkeit, dir abgewirtschaftetem Wrack, dir altem Krüppel. Nicht einmal zur Wut, zur Empörung reicht heute deine Kraft. Zu keinem Fluche ringst du dich aus deiner Trostlosigkeit. Zentnerschwer wuchtet es auf deinen alten müden Schultern: Du bist betrogen worden! Du hast nicht gelebt! Du hast nichts für die quälenden Stunden bis zum Verrecken! Du bist leer, müde, ausgebrannt! Geh heim, Rademachcr, was willst du hier noch lange stehen. Und schaue nicht um dich, damit du nicht die blitzenden Autos, die eleganten Fratzen, die herrlichen Villen, damit du nicht die siehst, die dich um alles gebracht haben. Damit du nicht die siehst, die für einen vollen Tisch, für geile Weiber, für lächerliche Schcinwerte, für Tand und Kram, für ihren Machtkitzel noch heute Tausende, Hunderttausende, Millionen wie dich entwürdigen und betrügen! Erfalszleildienfl im dunkelften Afrika Eine Gruppe von Krastfahrern. die sich auf einer Tour durch den dunkelsten Tcll des schwarzen Erdteils befand, wurde infolge Motorschodens bei Dschuba, mitten in Zentralafrika, festgelegt. Sie kabelten wegen Ersatzteilen nach England. IS Stunden nach Eingang des Telegramms hatte die Fabrik diese Teile bereits im Flughafen Eroydon bei London angeliefert, wo sie das nächste flugplanmäßige Flugzeug der Imperial Airways mitnahm. Sieben Tage nach Ab. gang des Kabclgromms sahen sich dessen Absender in Dschuba de- reits im Besitz der Ersatzteile. Es gelang also, in dieser kurzen Zeit eine Strecke von 8000 Kilometer zu überbrücken, was unter Be- Nutzung anderer Vcrlehrsmittel ebenso viele Wochen, vor nicht langer Zeit mehr als ebenso viele Monate gedauert hätte. Man denkt dabei gerne daran, wie vor einiger Zeit Junkersslugzeuge in wenigen Tagen Serum nach seuchenbedrohten Gegenden Perstens schafften und amerikanische Flugzeuge nordkanadischen Siedlern über Eis- wüsten hinweg Hilfe brachten. Selbst in den Einöden der Erde ist der Mensch heute nicht mehr von seinesgleichen und der Hilfe ab geschlossen. Flugzeug und Radio haben die Entfernung überbrückt. Die größie Auslage oller Zeitungen der Welt hat der französische„Petit Parisien" mit über 2 Millionen. Die größte Auflaac unter den englischen Blättern hat„Daily Mail", das Blatt North- cliffs, mit über einer Million. Lynchjustiz. In Amerika kommen auf zwei ocsetzlut, Hingerichtete drei Opfer der Lyizchiustiz. Unglückliche Mädchen. Fraucnschicksale vor Gericht.— Die Geifjel der Menschheit. Ein zwanzigjähriges Mädchen stand vor Gericht. Sie hotte vierzehn Tage Gefängnis und 20 M. Geldstrafe erhalten, allerdings auch Bewährungsfrist. Sie war bei einem alten Junggesellen, der mit seiner Wirtschafterin zusammen lebte, in Stellung, wurde zum Geschlechtsverkehr verführt und infiziert. Sie verbreitete die Krankheit weiter. Die Eltern dieses Mädchens, ordentliche Leute, leben in Berlin und nehmen sich nun der Tochter an. Es gelingt auch dem letzten Arbeitgeber zu veranlassen, das Mädchen wieder in Arbeit zu nehmen. Aus ganz anderem cholze geschnitzt war eine andere Zwanzig- jährige. Der Vater, ein Trinker, hatte mehr als einmal versucht, sich an der Tochter zu vergehen. Auch die Mutter besuchte gern Kneipen. Die Kinder waren sich selbst überlassen, und Käthe hatte schon seit ihrem zwölften Lebensjahr Geschlechtsverkehr. Sie bekam früh ein uneheliches Kind, und als von Gerichts wegen geprüft werden mußte, wer Vater ihres Kindes sei, fand man a ch t Zeugen, die den gleichen Anspruch auf die Vaterschaft haben konnten. Die Kleine war trotz ihres jugendlichen Alters mehrfach geschlechtskrank und wurde dos lctztemal vom Richter zu einem Monat Gefängnis unter Zubilligung einer Bewährungsfrist verurteilt.„Mir hätte er ruhig ein Jahr Gefängnis geben können", sagt sie. Sic denkt gar nicht daran zu arbeiten.„Was soll ich abends zu chause, etwa mein Kind hüten? Dazu habe ich keine Lust: dann türme ich lieber." Man brachte sie vom Jugendamt aus unter, sie ließ sich nicht halten und trieb sich nach wie vor umher. Als sie mit Ablauf des 2l. Lebensjahres neu eingekleidet wurde, suchte sie sofort wieder die Münz- und Mulackstrahe auf... Die Sucht nach der Straße. Vom Straßenleben ließ sich auch die zwanzigjährige N. nicht abbringen. Als sie Jahre alt war, kam sie aus einer 5llcinstadt nach Berlin. Auf ihrer ersten Stelle hielt sie es aber nicht länger als drei Wochen aus, dann ging sie auf die Straße. Immer wieder gerät sie mit den Kriminalbeamten in Konflikt. Das Pflcgcamt kennt sie nur zu gut. Während der Zeit, da sie dort untergebracht war, benahm sie sich stets sehr freundlich, wollte aber von Arbeit nichts hören. Zweiundzwanzigmal wurde sie in Untersuchungshaft eingeliefert. Jetzt ist sie zwanzig Jahre alt: das lctztemal wurde sie festgenommen, weil sie einen älteren Mann an- gesteckt haben sollte. Sehr schwer war auch die sechzehnjährige S. zu behandeln. Aus der Fürsorgeerziehung entwichen, trieb sie sich in der Münzstraß« herum. In Oranienburg, in der Nähe von Berlin, lernte sie«inen Jungen kennen, der in der R ü ck e r t k l a u s e verkehrte, dem be> rüchtigsten Aufenthalt für junge Leute, die unter die Räder ge- kommen sind. Seinen Namen kannte sie nicht, wußte ihn aber so genau zu beschreiben, daß er festgestellt werden konnte: er sollt« si« infiziert haben. Sie wieder hatte einen Mann angesteckt und wurde eben deshalb von der Polizei festgenommen. Ihre Papiere er- wiesen sich als falsch: sie wollte sie von dem Jungen aus der Rückcrtklause erholten haben. Der Mann, der sie angezeigt, hatte ober anscheinend allen Grund, nicht gefunden zu werden, denn auch er hatte eine falsche Adresse angegeben. Traurig war auch Kindheit und Jugend der jetzt dreißig- jährigen K. Der Vater Trinker, die Mutter schwindsüchtig,. die Kinder kamen in Fürsorgeerziehung, die K. selbst von ihrem zweiten Lebensjahre an in verschiedene Pflegcstellen. Ihr Freund hatte sie angezeigt, weil sie, obgleich in Behandlung eines Arztes für Ge- fchlechtskrankheiten, doch mit ihm weiter Geschlechtsverkehr ausübte. Als sie nun einen auf zwei Wochen lautenden Strasbefehl erhält, erstattet sie G e g e n a n z e i g e: sie habe nur mit ihrem Allgemeine Wetterlage. 2aaig.4931abds. Wider Erwarten hat sich das gestern über Westrußland befind- liche Tief westwärts ausgebreitet. Warme, von, Schwarzen Meer stammende Luftmassen haben es auf seiner Ost- und Nordseitc um- slosien, hoben Ostpreußen erreicht und gleiten jetzt von Nordosten der aus die in Deutschland liegenden Kaltluftmassen aus. So ent- stand ein ausgedehntes Regengebiet östlich der Oder, das sich ebenso wie das Tief selbst nach Süden oder Südwesten zu bewegen sch«int. Dadurch wird auch der Teil unseres Bezirkes westlich der Oder zu- mindest zeitweise in das Schlechtwetteraebiet kommen. Zudem scheint sich auch das nordwestliche Hochdruckgebiet weiter nach Nord- westen zu entfernen, was man aus den augenblicklich vor sich gehenden Druckänderungen schließen kann. Welteraussichten für Berlin: Meist stark bewölkt und zeitweise leichter Regen: Temperaturen wenig verändert: nördliche bis nord- östliche Winde.— Für Deutschland: In Westdeutschland noch zeit- weise heiter. Regcnsällcn. In Ost- und Mitteldeutschland vielfach bewölkt mit Freund Verkehr gehabt, könne sich also nur von diesem angesteckt hoben. Das Mädchen wird freigesprochen. Erst später stellt sich heraus, daß die Dinge in Wirklichkeit ganz anders lagen. Do X Z in Gpezia geZandei. Vom Bodensee zum Mittelmeer in kaum drei Stunden. Das Dornier-Flugschisf I)o X 2 ist nach Ueberqucrung der Alpen glatt in dem italienischen Flughafen Spezia gelandet. Vom Bodensee bis zu dem italienischen Mittelmeerhofen am Südcnde des Golfs von Genua hat die 1 2 m o t o r i g e Riesen- Maschine knapp drei Stunden benötigt. Zeitweise hatte das Flug- schiff, wie es durch Funkspruch von Bord meldete, eine Stunden- geschwindigkeit von 190 Kilometer. Die Fiat-.V22-Motoren, mit denen die Maschine ausgerüstet ist, sind die gleichen, die bei dem italienischen Geschwadcrflug über den Südatlantik benutzt wurden. Spiel- und Sporttag im Friedrichshain. Die Kinderfreunde, Bezirk Friedrichshain, veranstalten am Sonntag, dem 3 0. A u g u st, gemeinsam mit den Kinder- gruppcn der FTGB. auf dem Sportplatz Friedrichs- Hain einen Spiel- und Sporttag. Eine Wcrbedcmonftration zum Sportplatz Friedrichshain leitet die Veranstaltung ein. Abmarsch 13 Uhr Küstriner Platz. Auf dem Platz selbst kommt folgendes Programm zur Durchführung: Zirkus, Zeltlager. Kasperle-Theoter, Sprcchchor, Volkstanz, Theaterstück und Sport. An sportlichen Ver- anstaltungen finden statt 8XSv-Meter-Stafettc(getrennte Mannschaften), chandballweitwerfen, Weitsprung und Völkerball (10 Mann). Als Abschluß gibt es eine offene Singcstunde. Die Ansprache hält Genosse Hans Weinberger. Die Wirtschaftskrise hat die Schiffahrt auf dem Rhein schwer heimgesucht. Am 18. August lagen aus der Rheinreede bei Duisburg 738 Kähne mit 008 000 Tonnen. Das Schifsslagcr auf der Rhein- rccde ist vom Volksmund„Schiffssriedhaf" getaust worden. Die Schiffe liegen auf der Rheinrcede, um die K/ascngclder zu sparen. Siasesdvugen fiir diese Rubrik sind Berlin<5W 68, Lindenstraße 3, G Groß-Berlin stet» an da, B«,Irk«s-rr«tari-t 2. Hof, 2 Treppen recht», ,u richten Achtung, Siadiverordneienftaktion? Dienstag, i. September. 17 Uhr. außerordentliche Fraktlons- sitzung an bekannter Stelle. � Beginn aller Veranstaltungen Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! Heule, Sonnabend, den 29. August: 4«. Abt. 30 Ußr ccmcitcttc Porstandssißuna mit den Bczirksfichrrrn im Lokal von Chmilkowski, Wrangrlstr. 66. Sonnlag. den 30. August: 5. fltei». Sic«rdcits«cmc!nschast der»iaderfreuade«roß. Berlin. Bezirk Aricdrich»h>>.in, veranstaltet mit den Zkindergrnppen der AT«B. einen Spiel- und Sporttag ans dem Sportplaß siriedrich»hain. AI» Anstalt sindet eine Werbcdemonstratian zum Sportplaß statt. Abmarsch ,3 llbr Küstriner Plaß. Programm ans dem Sportplaß: Zirkn», Kasperle-Tbcater, Zeltlager, Sprechchor, Sport usir. Starke Beteiligung nnserer Mitglieder wird er- ivartet. l3. Stei». lOVe Uhr vc ran staktet der Volkschor Tempekhof.Mariendorf«in Platzkonzert' im ssrancke-Park. Die Genossinnen und Genossen werden ge- beten, dort zu erscheinen. 20.»rei«. 136., 137., 138., 13»., 139a., 140.. I40a., 141., 143. Adt.«rrt«- soaunersest um 14H Uhr im Seeschloß in Hermadors. Alle Genossinnen und»cnosscn find mit Freunden und Sympathisierenden dazu sreundlichst eingeladen. Trcsspunkt für alle Adteiluugca 14 Uhr am Bhf. Hlrm»dors. 96. Abt. Arbeit-geineinschaft jiingerer Parteigenossen: Fahrt nach Bernau. Treffpunkt 7 Uhr Phs. Neukölln. Fahrgeld 1,30 M. 140. Abt. Die Mitglieder beiciligen sich zahlreich am Kreissoonnerfest in Kerms» darf. Treffpunkt 12 Uhr Lokal Wortschach. Sozialistische Studentenschaft Verlin. Im September beginne» wieder die Veranstaltungen der Sozialistischen Etiedmtenschoft. Während der Fericmnonote werden rcgelmüßig politisch« und andere Ausspracheabende und Fahrten stattfinden. Erster Ausspracheabend: Donnerstag. 3. September:.Die Aufgaben der jungen Generation in der sozio- listischrn Bewegung". Referent Genosse W. Ecislcr(Sektion HkP.). 26 Uhr im Bund. Bezirksausschuß für Arbeilerwohlfahrt. 2. strei, Tiergarten. Montag, A. August, IgZH Uhr, wichtig« Funktionär- sitzung bei Stein, Solsteiner Ufer 14. 12. ttrei, Steglitz. Für die„Balbur". Fahrt, 6 Tag« nach Magdeburg, in der Zeit nom 7. bis 12. September, lönnen sich noch Teilnehmer beim Genossen Schoenwcttcr, Berlin-Lichlerfeldc, Hindrnburgdamm 71, melden. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Groß-Lerlin. Von der Liga sür Menschenrechte findet heute, lOsd Uhr, ein Irrternaiionalez Freundschafiotreffcn anläßlich der Anwesenheit von Austanschschiilern alle« Mas sagt öer Bär? V Jn den Seilen unier sirahlender Lichi fülle die Besten der Boxerwelt mit dem Ringrichter* Vor den Seilen eine lausen dköpfige Menge-und mit ihr die gute Cigarelte„welche seil Jahrzehnten alle Raucher für sich gewannt di&setti«ItKizo Berlins m ei stgera uchte Cigarette 0/m. 6 Siück 2 0$ STiatiotwn im Kaiscrgarlrn am Slvßensae statt. Unfctc Hclfcr stnd iaw eingeladen. Eiutrittsplakctlc»: Iuncndliche 2Sj Vf.. erwack>sene 75 Pf. fitcis Schöneberg! Alle galten, die ein Rat» I>abcn. sind IS Uhr Siedlung Lindenhof ,ur Vorbereitung des gallenlages am Sonntag. »reis Wilmersdorf! Alle galten beteiligen sich Sonntag, ZV. August, am galtentreffen in Schönebcrg-Lindenhof. Treffen IZ Uhr Berliner Ecke Branden» burgifstie Etrasic.— Montag, 31. August, 30 Uhr, Elternnersammlung der Nest- fallen, Zugendheinl Wilhelmsaue 133. Dienstag, 1. Scptenibcr, beginnt der Flötenunterricht. Leitung: Iris Runge. Gruppe Treptow: Sonntag, 30. August, Fahrt nach Brieselang. Treffe» 7 Uhr Bhf. Treptow. 70 Pf. Fahrgeld. Kreis Treptow: Montag, 31. August, 20 Uhr, Krcishelfersijjwnz im Jugend. . heim Oberschöneweide, Laufencr Str. 2. Gruppe Köpenick: Alle Falken beteiligen sich morgen am Spiel, und Spart- tag des Kreises Fricdrichsliain. Treffen 12 Uhr Bhf. Köpenick. Zö Pf. mit- bringen. Gruppe Lichterfclde: Sonntag, 30. August, Fahrt nackt Rangsdorf. Fahr- gelb 00 Pf., Restfalkcn 30 Pf. Treffen 7lb Uhr Bhf, Lichterfelde-Oft. Kreis Pankow: Zur Motorbootfahrt nach Mt-Buchhorst find sämtliche Karten vergriffen. Krei» Reinickendorf: Wir beteiligen uns alle am Sonntag am Sommer fest der Partei in Hermsdorf, Seefchloh. Kreis Friedrichshain: Sonntag, 30. August, findet auf dem Sportplatz Fricdrichshain ein Spiel- und Sporttag gemcinBam mit den Gruppen der FTGB. statt. Beginn 14 Uhr. Aus dem Programm: Zirkus, Vollstanz- Zelt- tagcrfpiel, Kasperle, sportliche Veranstaltungen und Ansprache des Genossen Weinbcrger. Ende gegen A Uhr. Vorausgeht ein llmmarfch. Treffen des Kreises bereits 12i£ Uhr, nicht 13 Uhr. Abmarsch pünktlich 13 Uhr. Kreis Tcmpelhof-Mariendorf: Alle Gruppen treffen sich am Sonntag, 30. August, 13 Uhr, tn Tempcthof, Manteuffel. Ecke Kaifcrin-Augusta-Strahc, zur Tcilnohinc am Schöncbcrgcr Falkentag in der Siedlung Lindenhof. Eltern können mit- oder nachkommen.— Gruppe Tempelhof: Wir treffen uns in Zu- Imift nicht mehr auf dem Sportplatz, sondern im Kinderheim, Germaniastratze, Eingang Götzftratze, und zwar Ncstsallcn jedcu Dienstag von 15—17 Uhr und Rote und Iungfalkcn jeden Dienstag von 17—10 Uhr. R SozialistischeArbetterjugendGroß-Berlin Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugendfckrctariat Berlin EW OS, Lindenstratze 3 Intrruotioualcs Freundschaftstreffen anläßlich der Anwesenheit van Aus- tauschschiileru aller Ratiaucn heute, 10>4 Uhr, im Kaifergarten am Stösiciuec. Eintrittsplakctten für Jugendliche 25 Pf. Fahrvcrbindungen: Stadtbahn bis Pichclsbcrgc. tlt Minuten Futzwcg durch den Wald: Etraßenbahulinien 75, od, Haltestelle Stößcnloebrückc, oder U-Bahu bis Rcichskanzlcrplatz, umsteigen in die 75 oder 58. Streichorchester Groß-Bcrlin: Wochenendkursus. Treffpunkte heute 17 Uhr Schlesischer Bnhwl�f, Haupteingang. Teilnehmergebühr 55 Pf. Schlafsack mit- bringen. Inieressierte Genossen sind herzlich eingeladen. „Gegen Völkcrhaß und Volkervcrh«Hung, für Verständigung mit Frank- reich und der Well": Kundgebung Mittwoch, 2. September, 19% Uhr, im großen Saal der Kammersäle, SW., Teltowcr Strasse(U-Bahn Belle-Alliance-Straßc). Fahnen mitbringen. Alle anderen Verairstaltungen fallen an diesem Abend aus. Abteilungsleiter, rechnet sofort, soweit noch nicht geschehen, die Sympathie- Plaketten ab! heule. Sonnabend: Arnimplatz: Fahrt nach Birkenwcrdrr. 20', h Uhr Bhf. Grsundbrunnrn. Löffrl mitbringen.— Hnmannplatz: 18 Uhr Bhf. Prenzlauer Allee: Fuuktionär- konfercnz in Rüdersdorf.— Elldwefteii: Morgen Fahrt. 0 Uhr Belle-Alliancc- Platz. Fahrpreis 00 Pf. Montag. 19 Uhr, Liiidenstr. 4: Funkfionärfitzung.— Reutölln III: Ziethenstr. 58: 19>H Uhr Heiniabcnd. Margen Fahrt. 7 Uhr Bhf. Neukölln.— Pankow, R. F.: Spiel und Tanz Schönholzer Heide 17 Uhr. 20 Uhr Treffpunkt zur Funktionärversammlung. Riorgen Fahrt. 7>/. Uhr Pankow, Nordbahnhof. Unkosten 50 Pf. Werbebezirk Reukölln: 19 Uhr Bildtmgsausfchußsttzung im Parteibüro, Fuldastraße. Alle Gruppen ltiüsscu vcrlrcten sein. Voriräge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin E. 14. Scbastianstr. 37—38. Hof 2. Tr. Ganvorstan». Sonntag, 30. August, ab 13 Uhr, findet die intern- Regatta der Wasscrilportadteilung des Reichsbanners Natt. Ziel: Bootshaus Wendcnschlaß, Wendeufchloßstr. 122. Eintritt wird Nicht erhoben. Beteiligung der Kameraden erwünscht.— Sonntag, 30. August. Kreis Norden: Lastkraftwageufahrt. girni Treffen des Kreises 8 treten die Ortsvcreinc wie folgt air Reinickendorf 0 Uhr auf dem Sammelplatz der Kameradschaften, Rciirickendorf-West 5", Uhr, Wedding 0 Uhr See. Eje MalplaguctsUaße und Binetaplatz, Prenzlauer Berg O'o Uhr Danziger Str. 02. Pankow 0?� Uhr Marktplatz. Weißensce 0'/. Ahr Prenzlauer Allee Ecke Wisbycr Straße. Kreis Osten, Technische Kameradschaft: 9 Uhr Antreten Bhf. Ausstellung in Bundes- klcidung. Kreis Westen: Kreisjugend 10 Uhr auf dem Pfcrdemarlt. Gepäck- Mannschaft 9 Uhr zum Training Sportplatz an der Amis(Eingang am Anfang der Avus in Witzlcben). Wedding(Ortsvcrein): Autofahrt naä> Groß-Säiöne. bcck 0 Uhr. 1., 2. und 3. Block Binetplatz, 4., 5. und 7. Block bei Stenzel, Echwedeiistr. 13, die übrigen bei Rcußner, Seestraße. Friedrichshan,(Ortsver- cin)' 8'i: Uhr Pflichtantrcten in Bunde skleidunq Bhf.?tusstellung. Schufo und Iungba. Lichtenberg(Ortsvercin): Treffpunkt 8 Uhr Bhf. Rummelsburg, Bah,,- steig kl, der Teilnehmer am Ucdungsmarfch der Schuf« und des Iungba sowie an der Marfchkameradschafi. Dachzügler 9 Uhr Bhf. Ausstellung. Wassersport- abteilung: Die Regatta ist Pflichtveranstaltung. Fahrtensperre für alle Züge. Arbeiter-Abstinenten-Bunb. Sonnabend. 29. August. Buirisgruppe Prenzlauer Berg: Alkoholfreie Gaststätte, Immanuelkirchstr. 9, 20 Uhr, Gruppen. abend.— Bczirlsqruppa Norden: AUo holfreie Gasfftätte, Malplaguetstr. 28, 20 Uhr, Mitgliedcrocrsammlnng. Referent Genosse Hoheisel. Freireligiöse S-meiube. Sonntag, 11 Uhr, Pap pclalle- 15, Bortrag de- Hcrrn W. Richter:„Das Weltbild im Wandel der Wissenschaften". � Slaals Staatsopor Unter den Linden. Manon Lescaut Anfang 20 Uhr Staatl.SdiiuspislliaDs Gsndamnarkt. Beginn d. neuen Spielzeit Heo ainstudiert Die nat&rllche T oditer Anfang 20 Uhr Sdiiller-Iheater Chartottenburg Beginn d, neuen Spielzeit Die Mitsdiuldigcn, 33 Minuten in Grünebetg Anfang 20 Uhr Raudien erlaubt änger-Sextett, Franskyusw. 2 Vorstellungen kleine Fr. $!ädl.0Der Charlottenburg Bisrnarckstralle 34 Turnus I Anfang 20 Uhr Zar und Zimmermann Barbarossa 0256 Tigl. 5 u. 81/2 U. Die Presse schreibt: ...Glanznammem Inder „Scala"(Voss. Ztg.) ... Eines der besten Programme des Jahres! (Berliner Tagebl.) vlAza Täglich 5 und 815 Sonnt. 2, 5 u. 816 „ Um 9 Uhr muß Ich in die Kaserne!" mit Fritz Servos MÖNNA. TYMQA DRESSLER&ERA i. das große Programm Kurtörstenflamm- Tbeater Bismarck 448/49 SVs Uhr Die schöne Helena vor lacques onsadaai Beole: Max Reinnardi I Komiscne oper Friedricbstr. 104 Heute 73/4 Uhr Uraufführung Thron zu vergeben Operette v.Neidhart Musik v. Witmann metropoi-meater Heute Sonnab. 734 Promiero der neuen Paul-Abraham- Operette Die Blume von Hawai unter persönl. Ltg des Komponisten Pr. der PL: 1.- bis 14.50 Thealer im Admlralsoalast Täglich 8-/4 Uhr Rotter-ßasfspiet Die Dnbarry mit Gina Aipar Preise: 0,50 bis 12,50 Theater desWestens Tägl. 5 u. SV, Volksvorstellungen Viktoria und ihr Husar Billigster Pi. 0.50 M. Teucrsttr PI. 2.50 M. Oeuisdies Theater Dienstag, 1. Sept. 8 Uhr Utaufführung Kaft Schauspiel nach Ernest Hemingway / Carl Zuckmayei und Heinz Hilpert. Regie: Heinz Hilpert Reichshallen-Theater „Alles verrückt!6' 8 Uhr: Am 1. Sept.; Britton-Jubiiaum SO Jahre Stettiner Sänger. BETRIEB AK KEMPIHSKlU Heute II1* Uhr Esls» Irio-Rex- Pallsdürmscssaäegi 3 Rlenscheii stürzen a. d. Kappel. -_ und weitere-„ liß. Circus- u. Varleta ItÄ ■"* Attraktionen SoiHitags 3 Verst. 5, Ultr lvi Z\ 30 Pf zWoT 8)4 Uhr:-.00.. Heute nun Kinderfest im lli�i� Alle Kinder freien Eintritt. Von 3-4 Uhr alle Attraktionen frei. Preisspiele I Fackelzug zum Mond. Feuerwerk Noch einmal: Der boxends Bfir. Sonntag Ein Fest am Rhein. ftindieüi rrris \ Jtrnssenbalm hl. 57, 88,119 Vcnitbchn Sdianh.-Peinickendf »v.uhr CASlNO-THEATERs'/.uh. Lothringer Strafe 37. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIII IIIIII II IIIIIIIII llllllllllllllllllllllllfllHIItltllllllll Täglich SV, Uhr Das Parfüm meiner Frau dazu ein erstklassiger bunter Teil. Für die Leser: CatadieiD 1-4 Per«. Rang Mitte I M., Fauteuil u. Balk. 1,23 M. Sessel 1,50 M. Sonstige Preise: Parkett 75 Pf.. Rang 60 PI. CÄROW 'S Lachbühne Weinbergsweg so Eröffnet heute den 29. August mit einem sensationellen Lachprogramm! Erich Carow Beginn der Vorstellung 7 Uhr fflindien! Empf. pa. Zimmer, a.Bhf ,Bettpr.2.50M m. Frühst. Anmeld erw. Frau Sterl. Ansnetueet. 16 1 Treppe. Berliner VISk-Trio Neukölln. Lahns tr. 74/76J GRUNEWALD HEUTE a30 UHR Flach-u.H indernisrennen Nach schwerem Leiden verschied am 26.August meine liebe Schwiegertod)ter Astiiillik keMäfdt geb. Wcntzlaft Zugleich namens der Verwandten: Ww. Anna Federhardt Alte Iakobstr. 65 Die Einäscherung findet Montag, 3t August. IN/, Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Mdm Metallarbeiter-VeM Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern jmc Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Wilb. Schwarz geb. 10. Februar 188t, am 27. August gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag. dem 31. August, nachmittags'M Uhr. von der Leichenhalle des Kirchhofes in Britz. Triftftraße, statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Netkruk Am 9. August starb unser Kollege, der Schlosser ftrsnz Annus geb. 5. Mai 1901. Die Beerdigung hat bereits statt- gefunden. Am 24. August starb unser Kollege, der Schlosser Albert Piatau geb. 25. September 1877. Die Einäscherung hat bereits statt- gefunden. Ehre ihrem Andenken! via Ortsverwaltung. Bekanntmachung. Der frühere Wandcrredner, jetzige land wirtfchofiliche Eleve Helmut Richter, zuletzt in Bllrgewitz bei Ducherow wohnhmt, ge- boren am 24. VMI 1900 in Chemnitz, ist durch Urteil des Schöffengerichts in Etetti» oom II. Juni 1931 wegen öffentlicher Sc- teidtauiig des' Herrn Potizeipräsidemeu Grzestnski in Berti», verübt am 23. X. tS30 in Rügenwalde i. Poni., zu einem Monat Gelängiils, ferner verübt am 29. X. 1930 i» Laucildurg zu einem Monat Gefängiiis und endlich verübt am 13. XU. 1930 in Groß Sabow, Kreis Raugard, zu sechs Wochen Gefängnis oerurteilt. Stettin, dcn25. August>931. Oer Ober,taat»anwaIt. Wochentag, 8" Sonnlag« 5 30 n, 9 Uhr midchen zum Heiraten Lustsp. mit Annemarie Enderle, Traute Rose, Carl de Vogt u. a. 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August 1931 In der heutigen Vvrmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Vewiitne zu 250O0 M. 1 09475 4 Gewinne zu 10000 M. 21 1630 343153 12 s-wniii- zu 5000 W. 298B2 84549 123690 165717 214075 276654 6 Gewinn« zu 3000 9H. 115343 239915 397933 46 E-winn- ,u 2000 W. 1027 22003 67211 71259 7354B 100743 152182 152219 161253 176643 193556 204339 209177 216283 293291 298516 329861 334922 364673 369986 379893 397513 399134 120©«Winne zn 1000 M. 6210 9963 20175 22405 22688 34581 47104 50761 51471 54723 59212 65562 76067 79530 79948 96561 110186 113733 120148 120485 132218 139539 142530 149643 164164 165418 170831 182550 187044 191356 213097 213504 218077 219080 221173 222971 224170 224350 228466 230105 234540 236726 244847 251269 261401 275231 295220 300373 304794 306899 308435 314001 316923 324094 376877 377604 387116 395603 395603 397644 186©«Winne ,u 500 M. 9026 9156 16552 18051 22647 27800 33853 42677 50877 53521 63905 54036 56043 56342 57352 58274 59735 61680 69643 89898 70142 73359 74137 90165 94541 109886 115972 121604 126126 127560 127640 132947 134159 136389 154081 157524 157830 161265 167005 181120 183132 187150 197293 198765 200001 200035 206249 215598 217938 221762 224022 224460 225533 228764 230559 233550 234489 236587 241240 241639 242001 284780 265538 269349 288360 289445 300796 304709 320523 322737 326034 328699 330916 338023 338501 343051 343985 345500 346222 348466 352507 354563 355874 356250 361238 366368 372175 382008 383579 385954 392916 397912 399375 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 4M M. gezogen 6©ewinn« ,» 10000 M. 86900 129251 225161 12©«Winne zu 5000 M. 34493 37183 140903 283932 362429 368066 26©-Winne ,u 3000 M. 10575 18206 69095 62360 181083 220750 255005 260529 272737 2301 79 291004 303553 370500 40©ctsinn« zn 2000 QU. 36282 41938 59102 83159 92188 108472 123652 128146 172247 218408 221138 223746 226132 285856291907 318492 357126 368118 379210 397198 i 112©eBimie»n lOOflOT. 14489 16336 17031 20359 26408 53851 65135 72458 74181 89907 93071 93464 103456 104020 104305 110321 120157 130124 140382 156512 169327 170060 175495 176801 185117 194764 197814 197930 207327 213805 217620 228895 229728 235453 240429 245426 254281 256705 259166 269088 274820 273899 237786 304584 326616 342877 346048 347133 352002 361559 363331 363815 378612 386892 387772 398334 126©-Winne zu 500 M. 27957 34743 36004 46994 49550 55654 71301 72912 77197 77548 80124 85867 92176 93106 113352 128722 136541 136829 137038 151566 153686 155020 157168 171429 176256 188955 191211 202570 205706 206216 210831 215355 228107 255138 256490 266483 272234 275345 282943 286354 287515 294344 296209 296882 302282 312931 314681 317188 328880 330219 330632 338171 343459 353423 359173 362125 365495 366599 375246 376992 386069 387088 387957 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je oOOOOO, 2 Gewinne zu je 500000. 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 60000, 14 zu je 25000, 86 zu je 10000, 200 zu je 6000, 412 zu je 3000, 1222 zu je 2000, 23S2 zu je 1000, 3834 zu. je 600, 11610 zu je 4M Mark. 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August verwies, der sich mit dieser Angelegenheit befaßt hatte, wurde die Geschäfts- leitung nervös und drohte, die Verhandlung abzubrechen. Ent- sprechend den festgestellten Ueberstundcn müßten bei dem Fahr- personal noch 12 Mann neu eingestellt werden. So denkt sich also diese Brauerei die 40-Stunden'woche. Schon vor der Einführung der 40-Stunden-Woche war es mit der Innehaltung der 48stündigen Arbeitszeit in dieser Brauerei eine ganz besondere Sache. Aber heute, bei dem großen Heer der Erwerbs- losen kann es nicht geduldet werden, daß noch Ueberstunden in einem Betrieb in so unerhörtem Maße gemacht werden und daß zu alledem statt Neueinstellungen noch Arbeiter entlassen werden sollen. » Anmerkung der Redaktion: Selbstverständlich machen sich die Fahrer, die derartig Ueberstunden schinden, einer groben Pflichtverletzung schuldig, wenn ihnen vielleicht auch der mildernde Umstand zugebilligt werden kann, daß sie unter dem Druck einer Geschäftsleitung handeln, die jedes Gefühl und jedes Maß für das menschlich und sozial Mögliche verloren oder nie besessen hat. Aber ganz abgesehen davon, daß die Gewerkschaft zur Abwehr schreitet, auch die Gewerbeaufsichtsbehörden haben hier «ine Pflicht zu erfüllen. Daneben oder darüber steht auch die P f l i ch t d c s Publikums. Erzeugnisse, die einfach unentbehrlich sind, gibt es nicht. Auch die Erzeugnisse der Brauerei Groterjan sind es nicht. Wir erwarten von dieser Finna die notwendige Korrektur. Wir verlangen nicht, daß sie Gefühle heuchelt, die ihr fremd sind. Sie möge aber der Worte ihres Betriebsleiters eingedenk sein: „Zuerst kommt das Geschäft!"— Vertrauen zum Gesamtverband. Geschlossenheit oberste psticht.— Schärfster Kampf jedem weiteren Lohnabbau. Mit der Beendigung des Lohnkonflikts der Ge- meindearbeiter beschäftigte sich gestern abend in den Kammer- sälen eine von über 2900 Funktionären besuchte Versammlung der Berliner Kämmereiarbeiter, der Arbeiter der Städtischen Werke, der BVG. und der Reichs- und Staatsbetriebe. Die Versammlung ver- lief in mustergültiger Disziplin. Genosse Schaum schilderte kurz die Vorgeschichte des Lohn konflikts, dessen Ausgangspunkt bekanntlich die Notoerord n u n g vom 5. Juni mit der Zwangsbestimmung über die An- gleichung der Gemeindearbeiterlöhne an die Löhne der Reichsarbeiter war. Er zeigte insbesondere die Schwierigkeiten auf, die sich aus der Tatsache ergaben, daß der Gesamtverband gegen eine Gesetzesbestimmung anzukämpfen hatte, die die Notverordnung nun einmal ist, während bisher die Aufhebung oder Abänderung von Gesetzen eine Aufgabe der politischen P a r t e i e n ,war. Die fesselnde Schilderung der einzelnen Phasen der Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium durch Genossen Schaum, zwang auch die Funktionäre kommunistischer Couleur in den Bann. Genosse Schaum erklärte unumwunden, daß das Endergebnis der schwierigen Verhandlungen für die Ge- meindearbeiter immer noch schmerzlich genug ist. Bei objektiver Würdigung aller Begleitumstände muh jedoch jeder Einsichttge erkennen, daß der Gesamtoerband, ohne das letzte ge- werkschaftliche Kampfmittel anzuwenden, nicht nur den Reichsarbeit- geberoerband der kommunalen und anderen öffentlichen Unter- nehmungen gezwungen hat, sein Lohnabbaudiktat zurückzuziehen, Zandern auch die Reichsregierung zu bewegen, die für die Gemeindearbeiter einschneidenden Bestimmun- gen der Notverordnung fallen zu lassen. Der Haupterfolg ist jedoch die Abwehr des Angriffs auf dos Tarifrecht. Mit besonderer Genugtuung müsse auch nach diesem schweren Kampf wieder festgestellt werden, daß die sozialdemokratische Presse in anerkennenswerter Weise den Kampf unter st ützt hat, während die Hetze der bürgerlichen Presse gegen die Gemeindearbeitcr, sowie die der k o m m u n i st i s ch e n Presse gegen die Führer des Gesamtverbandes in diesem Kampfe keine Grenzen kannte. Wenn auch in dem Konflikt die Entscheidung ge- fallen ist, so stehe noch der 1. November bevor. Auch in diesem noch bevorstehenden Abwehrkampf wird es vielleicht wieder sehr kritische Situationen geben. Der Gesamtverband ist aber auch für diesen Kampf gerüstet. Notwendig ist es ober, gerade angesichts der noch bevorstehenden Auseinandersetzungen weiterhin gewerkschaftlich g«. schlössen zu bleiben. In der Diskussion wurde allgemein die Haltung der verantwort- lichcn Funktionäre des Gesamtverbandes während der ganzen Be- wegung gebilligt. Ein kommunistischer Funktionär, der schon in der letzten Generalversammlung des Gcsamtverbandes mit seinen Tiradcn kläglich abgelaufen war, stieß mit seinem Kampsgeschwasel und seiner Wanderresolution auf den schärfsten Protest der Funktio- wäre. Folgende Entschließung wurde mit allen gegen nur S Stinmien angenoinmen. „Die allgemeine Funktionärvcrsammlung der Bezirks- und Orts- Verwaltung Berlin des Gesamtoerbandes am 28. August 1931 in den Kammersälcn billigt die Dkaßnahmen des Gesamtverbandes zur Abwehr der durch die Notverordnung vom 5. Juni d. I. vor- genommenen Eingriffe in das Taristecht und der vorgesehenen rigorosen Kürzungen der Löhne der Gemeindearbeiter. In der Er- kenntnis, daß mit Rücksicht auf die derzeitigen Umstände und wirt- schaftlichen Verhältnisse ein besseres Ergebnis nicht zu erzielen war, stimmt sie den getroffenen Vereinbarungen zu, bringt jedoch schon jetzt zum Ausdruck, daß eine etwa beabsichtigte weitere Kürzung der Löhne völlig untragbar ist. Die Funktionärversammlung weist die sich bei jeder Bewegung wiederholenden Versuche der KPD. und der RGO.. die Bewegungen der freien Gewerkschaften zu stören, und deren Funktionäre zu verleumden, aufdas entschiedenste zurück. Die Funktion«:« verxslichten sich, alles zu tun, um auch zum nächsten Kampf um die Erhaltung der Existenz der Arbeiter in den öffent- lichen Betrieben gerüstet zu sein und den letzten Beschäftigten dem Gesamtverbande zuzuführen." Kampf den Spaltern und jedem Lohnabbau! Die zum 27. August nach dem Gewerkschaftshause in Berlin zusammenberufenen Funktionäre des Gesamtverbandes für die Ge- meindearbeiter in den Provinzen Brandenburg und Grenzmark Pofen-Westpreußen nahmen zu der durch die Notverordnung und die Vereinbarungen zwischen Reichsarbeitgeberverband und Gesamt- verband geschaffenen Lage Stellung. Nach einem Referat des Ge- nossen S ch m e tz e r wurde die nachstehende Entschließung an- genommen: „Die am 27. August im Gcwerkschaftshause in Berlin tagende Bezirkskonferenz des Bezirks S des Gesamwerbandes ist sich bewußt, daß die durch die Notverordnung geschasfene Lage für die Gemeinde- arbeiter in ihrer Auswirkung als ein verhängnisvoller Ein- g r i f f in die Lebenshaltung der Gomeindearbeiter bezeichnet werden muß, zumal von der Reichsregierung nichts getan worden ist, die hohen Gehälter und Pensionen abzubauen. Sie erkennt an, daß die Abwehr von Erfolg war, und erwartet, daß weitere Ver- schlechterungen mit derselben Energie abgewehrt werden, da sonst der s ch ä r f st e Kampf angesagt werden muh. Die Einstellung der bürgerlichen Presse zwingt dazu, die Aufforderung ergehen zu lassen, die bürgerlich« Presse jeder Par- teischattierung aus dem Arbeiterhaushalt zu verbannen. Wenn nicht alles erreicht wurde, liegt das nicht zuletzt an der Uneinigkeit der Arbeiterschaft sechst Daher sollen durch Aufklärung der Arbeiterschaft alle Hebel in Bewegung gefetzt werden, die Einigkeit zu fördern. Dies kann nur geschehen, wenn den p o l i- tischen Abenteurern und berufsmäßigen Spal- tern der schärfste Kampf angesagt wird." Auch in Bayern Vertrauen. Die Versuche der RGO., aus der Vereinbarung zur Beilegung des Lohnkonflikts mit den Gemeinden einen Sturmbock zur Er- fchlltterung des Gesamwerbandes zu machen, sind aussichtslos. Die Bezirkskonferenzen des Gesamtoerbandes stellen sich hinter die Ge- werkschaftsführung. So hat dieser Tage auch eine Bayern- konferenz des Gesamtverbandes in Regensburg zur Lohnvereinbarung Stellung genommen und in einer e i n st i m m i g angenommenen Entschließung die Haltung der Unterhändler des Verbandes und der Tarifkommission gebilligt. Köln pwvozieri einen Streik. Hilfsstellung für die KPD. In Köln hat die Stadtverwaltung verfügt, daß die Stunden- löhne der Fürsorgearbeiter vom 27. Aagust ab von 89 auf 77 Pfennige gesenkt werden. Während die sozialdemokratische Stadtvcrordnetenfraktion und die Gewerkschaften Schritte unternommen haben, diese Lohnsenkung abzuwenden, hat die KPD. von den 897 Arbeitern des Fuhrparks 338 und 30 Ar- beiter der Gartenbauverwaltung zur Niederlegung der Arbeit ver- anlaßt. Die Hauptschuld fällt jedoch auf die Stadt Köln, deren Oberbürgermeister wohl dos weitaus höchste Einkommen unter seinen Kollegen hat, die es aber gleichzeitig fertig bringt, statt 4 Proz. 13 MI Proz. den Arbeitern vom Lohn abzyziehen, die im übrigen nur 33 Stunden die Woche beschäftigt werden. Zechenbefiher melden sich wieder. Sie kündigen das Lohnabkommen. Bochum, 28. August.(Eigenbericht.) Der Z e ch e n v e r b a n d hat die durch Schiedsspruch vom 20. Juni mit Wirkung vom 1. Juli unverändert wieder in Kraft gesetzte Lohnordnung zum 20. September gekündigt. Der Verband der Bergbauindustriearbciter Deutschlands hat zum 7. und 8. September eine Reichskonferenz nach Bochum einberufen. Die Tagung wird sich insbesondere mit der ungeheuren sozialen Not der Ruhrbergleute beschäftigen. ' Kurzarbeit im VBMI. 10 proz. Gehaltsabzug bei 40-Stunden-Woche als Ziegel Von den AfA-Verbänden wird uns geschrieben: Am Donnerstag fanden nochmals Verhandlungen zwischen den Angestelltengewerkschaften und dem Verband Berliner Metall- industrieller zwecks Beibehaltung des M a x i m a l a b z u g e s von 10 Proz. bei Kurzarbeit statt, die zu keiner kollektiven Regelung führten. Wie schon in der ersten Verhandlung, behauptete der VBMI., daß seine Mitgliedsbetriebe nur in den Fällen von der tarif- lichcn Bestimmung— 15 Proz. Abzug ab 1. August 1931 bei Kurz- mbeit— Gebrauch machen, wo betriebliche Notwendigkeiten zur Vermeidung von Entlassungen vorliegen. Aus diesem Grunde hätten ja zahlreiche Firmen, wie Siemens usw., betrieb- liche Vereinbarungen im Sinne der Forderungen der AfA-Verbände mit den Angestelltenvertretungen vereinbart. Wie wir soeben erfahren, hat auch der AEG.- Konzern beschlossen, für den Monat September es bei dem zehn- proz entigen Abzug zu belassen. Auch der O s r a m- K o n z e r n führt ab 1. September Kurz- arbeit ein, jedoch kann eine Gehaltsminderung auf Grund der tarif- lichen Ankündigungsfristen in diesem Falle er st ab 1. Oktober vorgenommen werden. Der Arbeitgeberverband sagte zu, allen Mitglieds- firmen auf Grund der gestrigen Verhandlungen ein Rund- schreiben zuzustellen, daß auch in Zukunft nur dort ein höherer Abzug als 10 Proz. vorgenommen werden soll, wo betriebliche Notwendigkeiten andere Maßnahmen zur Vermeidung von Entlassungen nicht ermöglichen. Die übrigen Firmen könnten sich dann, soweit noch nicht erfolgt, dem Vorgehen der Großbetriebe anschließen. Die AfA.-Verbände werden in Kürze eine Erhebung ver- öffentlichen, wieviel Angestellte der VBMI.-Betriebe von dem zehn- oder dem fünfzehnprozentigen Abzug infolge Kurzarbeit betroffen werden und wieviel voll arbeiten. Auf die von keinerlei Sachkenntnis getrübten Veröffentlichungen der„Welt am Abend" vom 27. August:„Das Kurzarbeitszeitab- kommen muß fallen... Sonst nimmt der Abbau und die Arbeits- Zeitverlängerung noch schärfere Formen an!" näher einzugehen, lehnen wir ab. Die Unternehmer werden ober dem„klaffen- bewußten" Blatt für die zum Schaden der Ange st eilten- s ch a f t erhaltene Aufklärung in dieser Notiz sicherlich sehr dankbar sein. Eine lehrreiche Wahl. Leverkusen, 28. August. Am Dienstag und Mittwoch fanden die neuangesetzten B e- triebsratswahlen bei der JG.-Farben statt, da be- kanntlich die Wahl im März dieses Jahres von der NSDAP, er- folgreich angefochten und für ungültig erklärt worden war. Wahlberechtigt wärest ungefähr 8000 Arbeiter, von denen 5209, also nur etwa 70 Proz. ihr Wahlrecht ausübten. Im März wurden 5435 Stimmen, also 77,9 Proz. abgegeben. Es erhielten: Freie Gewerk- schaften 1714(1931), RGO. 1695(2020), Christliche Gewerkschaften 1048(1144), Nationalsozialisten 685(156). Der Rückgang der Stimmen der freien Gewerkschaften und auch der Christlichen erklärt sich im wesentlichen aus dem auffallenden Rückgang der W a h l b e t e i l i g u n g. Ob bei der Agitation etwas versäumt wurde, läßt sich von hier nicht entscheiden. Wie aber erklärt es sich, daß die Kommunisten über 16 Pro z. oder 325 Stimmen verloren haben, während gleich- zeitig die Nazis 529 Stimmen gewannen? Haben so viele von den Nazis, deren Liste im März für ungültig erklärt worden war, damals für die KPD. gestimmt? Oder sind so viele von den Kommunisten, nachdem sie schon beim Volksentscheid für den Faschismus gestimmt hatten, direkt zu diesen abgewandert? Jedenfalls scheint von der KPD. zur NSDAP, nur ein kleiner Schritt zu sein, den viele ohne besondere Hemmung machen. Mal herhören! Hitlers Armeebefehl gegen die Gewerkschasten. Die Hitlerpartei hat für die Spitzelarbeit der Nazis innerhalb der Gewerkschaften neue Richtlinien herausgegeben. Es heißt darin unter anderem: .Leder Arbeiter und Angestellte kann und soll in seiner Gewerkschaft bleiben, auch in den sreigewerkschastlichen, soweit er überhaupt organisiert ist Er bleibt wirtschaftlich in der Gewerk- schaft, politisch jedoch muß er den Weg zur NSDAP, finden. Keine Gewerkschaft darf ihn, weil er Nationalsozialsst ist, hinauswerfen. denn die Mitgliedschaft bei den Gewerkschaften und der NSDAP. schließen sich nicht aus. Die NSDAP, sieht in den nunmehr an- gestrebtcn Betriebszellenorganisationen die Grundlage, von der aus zu gegebener Zeit die Schaffung eigener n a t i o n a l f o z i a- listischer Berufsgcwcrkschaften in Angriff genommen werden kann." Di« Betriebsrätewahlen haben gezeigt, daß die Nazis bei der organisierten Arbeiterschaft keinen Anklang finden. Hitler wird sich also bis zur Schaffung eigener nationalsozialistischer Berufs- gewerkschasten noch etwas gedulden müssen. Gewerkschaftsarbeit ist nicht so ganz einfach, und von ihren Lehrmeistern, den Kom- munisten, können die Nazis in diesem Punkt nichts lernen, wie die RGO.-Pleiten beweisen. Abgesehen davon, werden die Gewerk- schaften überall da, wo sich Nazis mausig machen, mit Aus- schlössen antworten. Das ivar bisher schon so und das wird in Zukunft nach dem neuesten Ukas des Münchener Parteipapstes erst recht so sein. Immer noch Lohnabbau. Die Verhandlungen zur Lohnfrage in der Charterfahrt für die Hochseefischerei, die vor dem Hamburger Schlickster stattgefunden haben, wurden erst in später Nachtstunde beendet. Der Schiedsspruch sieht eine Lohnkürzung um 5 Proz. sowie eine Senkung der Pauschalbezüge um 11 Mark vor. .Freie Gewerkschafts-Iugenö Berlin Aul u>m Jugendtreffen i» Laud»b«rg an der Warthe! Treffen der Fahrtteilnebmer heute, Sannabend: ssahrtgruppc I um wlh Uhr. Fahrt- gruppe ll um ISlh Ahr am Bahnhof Alcxanderplatz, Eingang Dontard- straf!«. RUiSehr Sonntag, 2S.37 Uhr, Schlesischtr Bahnhof. ®Illgendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Spiele im Freien ab 19 Uhr Sportplah Sumboldthain und im Schiller. park.— Meldet euch für die Bolisbühnenabteiluug für dir arbeitend« Jugend im Iugendfekretariot. Verantwortlich für Politik: Bletor Schiff: Wirtschaft: S.«liugelbSIer: Gewerkschaftsbewegung: I. Steiuer; Feuilleton: Dr. John Schilowoli: Lokales und Sonstiges: Feil, garflädt: Änzeigen: Tb. Glocke: fiimtlich in Berlin. Jerlag: Borwärts-Berlaa®. m. b. Berlin. Druck: Borwörts-Buchdruckerci und Berlallsanstalt Pgul Singer u. Co.. Berlin SW 68. Lindenswoße S. Hier,» t Beilage».