oil Red ba BERLIN Freitag 4.September 1931 Der Abend Erscheint tåglich außer Sonntags. Sugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW68, Lindenstr.3 Fernsprecher: Donhoff( A 7) 292-297 Spalausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Rr. 414 B 207 48. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tar. Postscheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H.. Berlin Nr. 37 536. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Verzweiflung der Kapitalisten Folge der gewaltigen Effektenverluste/ Keine Erholung an der Börse Weltuntergangsstimmung. Der ungeheure Verlust, den die Effektenbefizer am ersten Tage der Wiedereröffnung der Börse erlitten haben, hat in der kapitalistischen Presse eine Verzweiflungsstimmung hervorgerufen. Es hat wirklich erst noch dieses Stoßes bedurft, um den eingefleischtesten Anhängern des kapitalistischen Systems die Augen darüber zu öffnen, wie ernst die Krise des Rapitalismus ist. Die ,, Deutsche Allgemeine Zeitung", das Organ der Scharfmacher, ist heute von tiefstem Pessimismus erfüllt, so sehr, daß sie das grandiose Bersagen des kapitalistischen Systems eingesteht: Schriftsteller Strecker im Verhör Unter dem Verdacht der Brandstiftung/ Der Helfer wird gesucht Der gestern unter dem dringenden Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung und versuchten Versicherungsbetruges in das Potsdamer Amtsgerichtsgefängnis eingelieferte Schriftsteller Major a. D. Streder ist heute vormittag von Amtsgerichtsrat Edertsberg einem stundenlangen Verhör unterzogen worden. einem stundenlangen Berhör unterzogen worden. find von der Kriminalpolizei jedoch Feststellungen getroffen worden, Der Beschuldigte hat versucht, ein Alibi zu erbringen, dabei die im krassen Widerspruch zu den Angaben Streckers stehen. So ist ,, Das Problem der Neuordnung der chaotischen Verhältnisse, u. a. in Weimar, wo sich Strecker in einem Hotel aufgehalten hat, unter denen sich unser ökonomisches Leben abspielt oder richtiger von Hotelangestellten zufällig eine Tüte gesehen worden, die grünes gesagt abquält, ist zwar überaus schwer, aber keineswegs unlösbar Pulver enthielt. Es handelt sich um dasselbe Pulver, das an vergeworben. Wir haben unfern mit landwirtschaftlichen Kulturen ebe Brandherden in der Billa in Klein Machnow gefunden blühend bebauten Grund und Boden, den uns niemand wurde. Außerdem verwickelte sich Streder derart in Widersprüche, wegtragen fann. Wir haben pro Kopf der Bevölkerung mehr daß an seiner Täterschaft kaum noch Zweifel bestehen. Die Polizei Wohnraum, als wir je zuvor besaßen, ein ausgezeichnetes Ber- ist bemüht, den Helfershelfer Streckers ausfindig zu machen. Es tehrssystem, an das der letzte Winkel des Vaterlandes anges schlossen ist, wir haben eine prachtvolle Handelsflotte, haben Bergwerte und Fabriken, Lagerräume, Handels- und Banteinrichtungen, die nach den modernsten Grundsätzen betrieben werden, und dazu fleißige und ge= schulte Menschen für jede einzelne Funktion im Wirtschaftsleben. All dies ist da, und mun sollten wir als Nation nicht in der Lage sein, die Einzelteile dieses hervorragenden Organismus in Gang zu setzen und in Gang zu halten?" | handelt sich um einen etwa 30jährigen Mann, der das Pulver bet einer Feuerwerkskörperfirma in der Wallstraße und außerdem eine Flasche Benzin in einer Drogerie in Zehlendorf gekauft hat. Der Drogist erinnert sich des Käufers leider nicht mehr genau. Er weiß mur noch, daß auf der Flasche ein Etikett mit dem Namen eines gefahndet. Klein- Machnower Geschäftes flebte. Nach diesem Mann wird eifrig Haftbefehl gegen Strecker. Nach dreistündigem Verhör ist heute mittag gegen Major a. D. Strecker Haftbefehl erlassen worden. Die Untersuchungshaft wird u. a. mit Fluchtverdacht und Verdunkelungsgefahr begründet. Strecker befindet sich im Besitze eines Auslandspasses. 110 Nicht Grenze, sondern Brücke! Der Rhein das Band zwischen Deutschland und Frankreich Mainz, 4. September.( Eigenbericht.) stieß weit über die Kreise der Mainzer freigewerkschaftlichen Arbeiterschaft hinaus bei der Bevölkerung auf Verständnis und Anteilnahme. Die Verständigungskundgebung des GeIn der Tat: ein hervorragender Organismus, wenn wertschaftskongresses in Mainz war für die die Einzelfaktoren der deutschen Wirtschaft wirklich organi- freien Gewerkschaften ein voller Erfolg. Die Kundgebung siert werden würden. Die Nation wäre in der Lage, sie zu organisieren, organisierte Wirtschaft unter dem Gefichtspunkt des Gemeinwohls des Volkes aber ist Sozia lismus! Der Kapitalismus aber, dessen oberstes Prinzip die Verneinung der Organisierung der Wirtschaft durch die Nation ist, kann das Problem der Neuordnung der chaotischen Verhältnisse nicht lösen, sein Versagen ist die Ursache des Chaos von heute! Diese Einsicht ist so tief ins Bolk gedrungen, daß sich selbst die berufsmäßigen Verteidiger des kapitalistischen Systems ihr nicht mehr entziehen können. Ihre Weltuntergangsstimmung fommt in der folgenden Klage der Deutschen Allgemeinen Zeitung" zum Ausdruď: ,, Das Börsenunheil, der Trümmerhaufen aus dem was einst Effektenkapitalismus hieß, liegt vor uns und jammert einen an: Caßt endlich den kapitalismus sterben! Berkündet ihm sein Todesurteil! Oder aber stellt die Bedingungen wieder her, unter denen er leben und sich entfalten kann! Weil der Trustkapitalismus auf seiner höchsten Stufe nicht mehr ein und aus weiß, wollen seine Verfechter wieder von vorne anfangen und schwärmen von den feligen Zeiten des Manchesterkapitalismus. Das Bürgertum im Greisenalter träumt von seiner goldenen Jugend Aber innerlich ist es reif, um seine Sache verloren zu geben. Die„ Deutsche Allgemeine Zeitung" gesteht, daß das Volksurteil über den Kapitalismus bereits gesprochen ist: ,, Wenn man heute eine Bolts abstimmung darüber veranstalten würde, ob der letzte entscheidende Schritt in den Staatsfapitalismus hinein vollzogen oder der privatwirtschaftliche Charakter des deutschen Erwerbslebens wieder hergestellt werden solle, so würde vermutlich die Mehrzahl ihre Hoffnung auf die angebliche Allmacht des Staates fehen." Das Blatt der Scharfmacher gesteht, daß die Mehrheit des Volkes dem Kapitalismus das Todesurteil gesprochen hat, daß sie die Organisierung der Wirtschaft durch das Bolt für das Volk wünscht. Wenn die Kapitalisten in der Idee tapitulieren, ist es die Aufgabe des Bolles, sie in der Praxis zu entmachten! Der Andrang zur Stadthalle, in der die Kundgebung stattfand, war so groß, daß noch eine Parallelversammlung abgehalten werden mußte. Auch diese Versammlung, in der Eggert and aid soviel unter der Besetzung zu leiden hatte, ist ein deutliches Symptom dafür, daß die Verständigungspolitik der deutschen Arbeiterbewegung den Volksmassen aus der Seele spricht. ,, Der Rhein", so rief Jouhaug in Mainz den deutschen Arbeitern zu ,,, ist nicht Deutschlands Grenze gegen Frankreich, sondern Deutschlands Strom, und seine Brücken die Brücken Europas. Der Rhein ist das Band, das auf ewig Deutschland und Frankreich verbinden soll." vom ADGB. und Bernhard vom Baugewerksbund sprachen, Bestechung im Stinnes- Prozeß? war überfüllt. Der Schreinach Frieden und Berständigung, der in den Ansprachen der Gewerkschaftsführer zum Ausdruck kam, wird weit über die deutschen Grenzen hinausdringen. Jouhaurs Versprechen, er werde, sobald er nach Frankreich zurückgekehrt sei, mit allen Kräften sich bemühen, ein Dolmetsch zu sein für die Sehnsucht der deutschen Arbeiter nach Verständigung mit Frankreich, wurde mit einem Beifallssturm aufgenommen, der minutenlang den Saal durchbrauste. Die Begeisterung der Mainzer werktätigen Bevölkerung, die Rettung ist nicht beim privatkapitalistischen System, sondern nur bei dem entschlossenen Betreten des Weges zum Sozialismus! Rettung erfordert die Stärkung der Macht der Sozialdemokratie, die Unterstützung ihres ideellen und praftischen Angriffs auf den Kapitalismus, der das Chaos herbeigeführt hat! Börse bleibt nervös. * Die freien Matler drohen mit Auszug. Bon einem neuen Selbstbewußtsein der Kapitalisten war auf der heutigen Berliner Börse noch nicht viel zu merken. Die Aufregung war nach wie vor sehr groß. Kein Mensch weiß, was werden wird, zumal man auch von der Reichsregierung nichts über ihre wirtschaftspolitischen Absichten hört. Die Ungewißheit über die wirtschaftliche Zukunft wird verstärkt durch die Unsicherheit, wie man überhaupt auf der Börse disponieren soll. Niemand kann die mög U Ein seltsamer Zivilprozeß gegen Rechtsanwalt Alsberg. An zwei Berliner Landgerichten wird ein Zivilprozeß geführt, der im engsten Zusammenhang mit dem großen Kriegsanleihe Betrugsprozeß gegen Hugo Stinnes jun. steht. Die Frau eines Berliner Rechtsanwalts flagt gegen Hugo Stinnes jun. und die Rechtsanwälte Mar Alsberg und Kurt Gollnick auf Zahlung von 17 000 mt. Ihre Behauptung geht dahin, daß sie während der Dauer des großen Stinnes- Prozesses als Frau eines Gerichtsaffessors beim Schöffengericht Berlin- Mitte eine Reihe von gesellschaftlichen Zusammenfünften arrangiert habe, um die Mitglieder des Gerichts mit den Rechtsanwälten des Herrn | lichen Risiken berechnen und alles wird von der Sorge beherrscht, wie man die Differenzen glattstellen soll. Die Kursentwicklung auf dem Aktienmarkt ging trotz der gestrigen großen Kursstürze noch zurück, wenn auch nicht mehr in demselben Umfang. Einzelne Aktienwerte zeigten sogar Erhöhungen um 1 bis 2 Proz. Auf dem Markt der festverzinslichen Papiere haben sich, wie es scheint, die Rückgänge nicht mehr fortgesetzt. Bei Pfandbriefen ist das Angebot kleiner, und man erwartet im ganzen eine leichte Erhöhung der Kurse. Auch bei den übrigen festverzinslichen Papieren liegt ein kleineres Angebot vor. Ob ausländische Verkäufe stattfanden, ist ungewiß. Sicher aber ist, daß feine Auslandskäufe erfolgten. Die nervöse und aufgeregte Stimmung wurde dadurch nicht vers ringert, daß die freien Makler eine große Protestaktion unternahmen, weil sie am Börsenumsaz bisher noch nicht beteiligt worden sind. Die Aufregung erreichte ihren Höhepunkt, als die Makler mit dem demonstrativen Auszug aus der Börse drohten. Schluß in Frankfurt Die Wahlen des Bundesvorstandes Stinnes zusammenzubringen. Es sei vereinbart worden, daß sie für ihre Bemühungen ein Honorar von 32 000 Mark erhalten solle. mit dessen Hilfe ihrem Gatten eine Rechtsanwaltskanzlei eingerichtet werden sollte. Nach dem Freispruch v»n Hugo Stinnes habe sie 15 000 Mark erhalten. Sie klagt nun auf Zahlung der restlichen 17 000 Mark. Am 28. August fand Termin vor dem Landgericht II statt. Der Zivilrichter wies die Klage gegen Dr. Alsberg ob, weil das zu- gründe liegende Geschäft den guten Sitten widerspreche. Die Klage Otto Stauer der Führer der österreichischen Sozialdemokratie und Theoretiker der Internationole, wird morgen, 3. September, 30 Jahre alt. gegen Gollnick wird am 9. September vor dem Landgericht III noch- mals zur Verhandlung kommen. Die Klägerin behauptet nicht mehr und nicht weniger, als daß die Rechtsanwälte Alsberg und Gollnick es auf eine strafbare Be- einflussung des Gerichts abgesehen hätten. Es ist bisher nichts da- von bekannt geworden, daß die Rechtsanwälte Alsberg und Gollnick gegen diese Behauptung auf dem Wege der Beleidigungs- klage vorgegangen wären. Es wird nötig sein, daß diese seltsame Affäre in vollster Oeffent- lichkeit gerichtlich geklärt wird. Sollten die Behauptungen der Klägerin richtig sein, so würde es sich um einen Skandal in der Justiz von größtem Ausmaße handeln. Rückkehr der Hakenkreuzler. Hitler will sie wieder in den Reichstag schicken. Die in Braunschweig gegen Dr. Franzen getroffene Entscheidung wurde auf ausdrücklichen Befehl der Nazireichsleitung gefällt. Hitler begründet nun im„Völkischen Beobachter" seine Anordnung, unter allen Umständen einen Naziminister in Braunschwcig zu stellen, mit folgenden Auslassungen: „Ich bin nicht gewillt, aus persönlichen Erwägungen einzelner eine Machtposition in dem Augenblick aufzugeben, in dem durch die jüngste Notverordnung den Regierungen der Länder unter Berusung auf den Artikel 48 eine geradezu diktatorische, von den gesetzgebenden Körperschaften vollkommen unabhängige Stellung und Machtfülle gegeben wurde. In diesem Augenblick sich selbst ausschalten, würde die Beteiligung an einer Neu- wohl in Zukunft als überflüssig erscheinen lassen. Nicht nur amtierende Parteigenossen hoben Pflichten, sondern ihr eWähler besitzen auch Rechte. Die Mil- lionen Menschen in der nationalsozialistischen Bewegung, die durch ihren Wahlsieg das Vertrauen ausdrücken, tun dies nicht, um in der schlimmsten Stunde ihr Schicksal ausschließlich fremden Par-' tcien ausgeliefert zu sehen." Diese Erklärung Hitlers ist grundsätzlicher Natur. Sie enthält zugleich mit der Verurteilung Franzens die grundsätzliche Berurtei- lung der Politik der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion, die den Reichstag verlassen hatte. Die Amtsniederlegung Franzens in Braunschwcig entspricht durchaus dem Sluszug der Nationalsozialisten im Reichstag. Die Erklärung Hitlers zeigt, daß er diese Politik nicht fortsetzen will. Man wird also bei dem kommenden Zusammentritt des Reichstags die Nationalsozialisten wieder in den Reichstag einwandern sehen. Seit ihrem Auszug haben sie manche Niederlage erlebt. Man darf gespannt sein, wie sie sich diesmal benehmen werden und ob sie einheitlich austreten werden. Die Konfusion von Vraunschweig. Vraunschweig. 4. September.(Eigenbericht.) Welch heillose Konsusion in den Köpfen der Nationalsozialisten herrscht, erkennt man wieder aus einer Erklärung, die der frühere Fraktionsführer der Nazis im Braunschweigischen Landtag, der Abgeordnete Groh, gegen die Reichsleiwng der NSD2lP. abgegeben hat. Groh erklärt: „Gegenüber der Erklärung der Pressestelle der Rcichsleitung der NSDAP, versage ich mir eine Wiederholung der bereits mehr- fach vor der Oeffentlichkeit erörterten Gründe meiner Haltung zur Ministcrfrage in Braunschweig. Ich muh nunmehr die Hoffnung endgültig aufgeben, die Rcichsleitung der NSDAP, und deren Beauftragte durch grundsätzliche Darlegungen überzeugen zu können. Es bleibt mir jetzt nichts mehr übrig, als dafür zu sorgen, daß die Richtigkeit meiner Auffassung bald und gründlich erbracht wird. Dies kann mir dadurch geschehen, daß auch ich in der Land- tagssitzung vom 13. September nachdrücklich für die Wahl eines zweiten nationalsozialistischen Ministers eintrete." Groh, der aus der Partei ausgeschieden ist, weil er zwei Minister in Braunschweig für untragbar hielt, wird nun einen zweiten Naziminifter wählen. Eine größere Konfusion ist schlechthin unmöglich! Preußen wehrt sich. Vorgehen' gegen Staatsfeinde in amtlichen Stellen Der preußische Innenminister hat die Leiter einer Anzahl von Polizeischulen versetzt, weil sich herausgestellt hat, daß ein erheblicher Teil der Polizeiofsiziere sich am Volksentscheid gegen an ihren Schulen ein erheblicher Teil der Polizeioffiziere sich am Volksentscheid gegen die preußische Regierung beteiligt hatten. Aus dem gleichen Grunde wird die preußische Regierung gegen drei Landräte vorgehen. Ein Sirchenfeind wurde ermordet in der Person de» Gottlosen- Pr-opagandtstsn Sergejew in Nischni-Nowgorod. ?. E. Frankfurt a. 7N„ 4. September.(Eigenbericht.) Heut« ist der letzte Tag des Gewerkschoftskongresses. Die vielen Wortmeldungen zu der weiteren Debatte über das Arbeitsrecht sind nicht etwa auf Widerspruch gegen die Ausführungen Nörpels zurück- zuführen, vielmehr auf das ganz besondere Interesse, das die Sach- bearbeiter der Gewerkschaftsmitglieder an der Praxis des Ar- beitsrechts bekunden. Ob jedoch alle Redner noch zu Wort kommen können, steht dahin. Der Kongreß hat noch die Anträge zu den Bundessatzungen zu erledigen und dieWahldesBundes- Vorstandes vorzunehmen. Bei Beginn der Sitzung wird der Vorschlag gebilligt, die W a h l eines Kassierers des ADGB. als Nachfolger für den in den Ruhestand tretenden Genossen K u b e dem Vorstand und Bundes- ausfchuß zu überlassen, da der für diesen Posten vorgesehene Genosse die Funktion in seinem Verbände behalten will. In der D i s- kufsion wird eine große Reihe von Beschwerden vorgebracht: über die Rechtsprechung beim Reichsarbeitsgericht. die Durchbrechung und Umgehung des unabdingbaren Tarifvertrages, die Anerkennung von Gelben als tariffähig, die Maßregelung von Betriebsräten, die Praxis der Verbindlichkeitserklä- r u n g e n, der Mißbrauch der Stillegungen und andere Klagen mehr. Ganz besonderen Beifall fand die Genossin Anna Z e l l- Magdeburg mit chrer Forderung, die Landarbeiter in der Sozialgesetz- gebung allen anderen Arbeitern gleichzustellen. In seinem Schlußwort fordert Nörpel, mehr noch als bisher alle Energie einzusetzen für eine Vereinheitlichung des Arbeitsrecht». Eine gewaltige Füll« neuer Ideen sei in der Aussprache hervorgetreten. Die Delegierten müßten nun neben dem Bundesvorstand dafür sorgen, dicse neuen Ideen in die Masse hineinzutragen. Genosse L« i p a r t dankt« namens der wioder- und neugewähl- Laubenland für Arbeitslose. Sine nachahmenswerte Tat der Stadt Leipzig. Leipzig, 4. September.(Eigenbericht.) Der Rat der Stadt Leipzig hat beschlossen, städtischen Grund und Roden in Parzellen aufzuteilen und an Arbeitslose zu vergeben zum pachtpreis von Z pf. pro Quadratmeter und Zahr. Die Größe der Parzellen soll Im Durchschnitt 200 Quadratmeter betragen. Die um Zuteilung Nachsuchenden müssen sich verpflichten. den Roden gärtnerisch zu bearbeiten. Es stehen zunächst 100 000 Quadratmeter, also 900 Parzellen zur Verfügung. Eine gleiche Fläche soll später zur Verfügung gestellt werden. Voß gegen Hohenzollern. Kranker Arbeiter wird auf einem Krongvt fristlos entlassen Aus dem Terminzettet de» Potsdamer Arbeitsgerichts steht: Daß gegen ZV. von hohenzollern. Der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Heynatz, laßt die Sache aufrufen mit den Worten: Voß gegen ltz. von hohenzollern und fügt bei Eintritt der Parteien hinzu, daß mit w. von hohenzollern. wie auf dem Terminzettet draußen steht, der ehemalige Kaiser, jetzt wohnhast in Doorn. gemeint ist. Als Kläger tritt der Arbeiter Franz Doß vom Krongut Bornstedt bei Potsdam auf, der Lohnforderungen in Höhe von 148,60 Mark geltend macht. W. von Hohenzollern ist vertreten durch den Hauptgeschäftsführer des Landbuirdes Osthavelland, Dr. Nie- find aus Nauen. Dem Kläger, dem ein Vertreter des Deutschen Landarbeiter-Vcrbandes zur Seit« fleht, wurde rechtmäßig am 15. August zum 30. September, also sechs Wochen vorher, gekündigt und zwar wegen Einschränkung des landwirtschaftlichen Betriebes auf dem Krongut. Am 20. August sollte der Kläger beim Dreschen noch ein« Ueberstunde machen. Er verweigerte dies mit der Begrün- dung, daß er wegen Augenschmerzen nicht länger in dem Dreschstaub und der Zugluft in der Scheune, in der die Dresch. Maschine stand, arbeiten könne. Darauf wurde voß fristlos eutlassen. und zwar mit der Rc- gründung wegen notorischer Arbeitsverweigerung. Ein Arzt in Dornstedt stellte am nächsten Tage eine schwere Bindehautentzündung bei dem Kläger fest, aber die frist- lose Entlassung wurde nicht aufgehoben. Infolgedessen Nagte Voß den Lohn vom 20. August bis 30. September beim Arbeitsgericht ein. Der Kläger macht« geltend, daß er schon am Morgen des fraglichen Tages dem Betriebsleiter über Kopfschmerzen geNagt und erklärt hatte, daß er nicht mehr weiter arbeiten könne. Mitten ii, der Ver- Handlung t«nmt es zu einer dramatischen Szene. Der Arbeiter springt erregt aus und ruft: Das ist der Dank de» vaterlande». Ich habe sieben Kinder zu ernähren, und nun muß mich der Kaiser aus die Straße setzen. Ich habe Zeugnisse erster Klasse, Herr Vorsitzender, lesen Sie sie bitte. Wir Arbeiter werden auf dem Krongut angeblich wegen Avbeitsmangel entlassen, Herr Vorsitzender, aber fast täglich werden liebe rftunden gemacht. Der Vorsitzende nimmt Einblick in die Zeug- ten Mitglieder des Bundesvorstandes für das ihnen vom Kongreß geschenkte Vertrauen. Auch in Zukunft werde der Bundesvorstand seine Pflicht tun. Der Genosse Alexander K n o l l und der Finanz- minister des Bundes, Genosse K u b e, find freiwillig aus dem Dienst ausgeschieden, weil sie das 6 3. Lebensjahr überschritten haben und jüngeren Kräften Platz machen wollen. Hermann Müller überschreitet zwar die Altersgrenze erst bis zum nächsten Kongreß. will jedoch jetzt schon einem jüngeren Kollegen im Vorstand Platz machen, dem Bunde ober trotzdem auch weiterhin seine Dienste auf dem Gebiete der Sozialversicherung zur Verfügung stellen. Nachdem noch der Vertreter der schweizerischen Gewerkschaften im Namen der ausländischen Gäste seinen Dank ausgesprochen hatte, schloß der Vorsitzende, Genosse B r a n d e s, mit einer kernigen Rede, in der er erneut die Verbundenheit zwischen Partei und Gewerk- schoflen betonte, den Kongreß. Unter dem Gesang des Sozialisten- morsches wurde der Kongreß um 12� Uhr beendet. Die Wahl öes Bundesvorstandes. In den Bundesvorstand wurden gewählt: Theodor L e i p a r t als Vorsitzender. Peter G r a ß m a nn und Wilhlem Eggert als stellvertretende Vorsitzende. Der Genosse Hermann Müller ist als stellvertretender Vorsitzender zurückgetreten, wird jedoch nach wie vor im ADGB. tätig sein. Als Sekretäre werden Hermann Schlimme und Franz S p 1 i e d t gewählt. Genosse K n o l l tritt ebenfalls in den R u h e st a n d. Zu Beisitzern werden gewählt: Otto Becker, Gesamtoer- band, Nikolaus Bernhard, Baugcwerksbund, Konrad Bruns, Fabrikarbeitervcrband, Alfred I a n s ch e k, Bcrgarbeitcrverband. Heinrich M a h l e r, Lederarbeiterverband, Georg Reichel. Metallarbeiterverband. Karl Schräder, Textilarbeitcrverband, und Fritz T a r n o w, Holzarbeiterverdand. nisse und sagt dann in vermittelndem Ton« zum Vertreter von W. von Hohenzollern: Es ist doch wohl besser, daß Sie nach dem was ich hier sehe, dem Kläger die Lohnsimme auszahlen. Dr. Nie sind erklärt: Dann muß ich erst mit meinem Mandanten in Doorn sprechen. Da eine Einigung nicht zustande kam, wurde ein neuer Termin vor dem Potsdamer Arbeitsgericht auf den 8. Septemb: sestgesetzt._ Die Genfer Kapiinlaiwn. Unterwerfung vor der Urteilsverkündung. Wien, 4. September. Die sozialdemokratische„Arbciter-Zeitung" überschreibt ihren Leitartikel mit„Die Kapitulation vollzogen" und sagt: Dem französischen Sieger ist es nicht genug, daß Deutschland und Oesterreich auf die Zollunion verzichteten. Es verlangte vielmehr ein« Erklärung in feierlicher Form vor dem Völkerbund, und zwar noch v o r der Bekanntgabe des Urteils des Haager Schiedsgerichts- Hofes. Schober und Curtius haben sich diesem Verlangen unter- warfen. Der französische Imperialismus ist heut« auf dem Höhe- punkt seiner Macht. Das weltbehcrrschende England Hot um fron- zösisch« Kredit« bitten müssen, um sein« Währung zu retten.— Nach der Feststellung, daß das unzeitgemäße und ungeschickte Vorgehen der beiden Regierungen viel zu dieser Niederlage beigetragen hat, schließt der Artikel mit der Beweisführung, daß erst der Sturz der Uebermacht des Kapitals den Völkern die Frrfheit bringen wird. ♦ Pariser Linksblätter fordern, daß dem Verzicht Deutschland- Oesterreichs nun aber die ernstliche Förderung der a l l e u r o p ä- i s ch e n Zollunion folge. Die sonstige bürgerliche Presse sieht durch den Genfer Verzicht den Anschluß wieder einmal für einige Zeit erledigt... Im Hermsdorfer Waldsee ertränkt. Aus dem Hermsdorfer Waldsee wurde heute früh die Leiche eines älteren Mannes gelandet. Der Tote ist ein 70 Jahre alter Kaufmann I a k u b a w s k i aus der Gleditschstraße 39 in Berlin Nach den polizeilichen Ermittlungen liegt zweifellos Selbstmord vor. I.. dem es in letzter Zeit finanziell sehr schlecht ging, hatte sich am Mittwoch aus seiner Wohnung entfernt und war seitdem vermißt. Osfenbar aus Schwermut über seine Notlage ist der Greis dann nach Hermsdorf hinausgefahren, wo er sich im Waldsee er- tränkte. Neues Sisenbahnattentat? München, 4. September. Die Reichsbahndirektion München teilt mit: Am Abend des ?. September meldete ein Schrankenwärter, daß zwischen Neufahrn bei Freising und Pulling Steine und eine 5 Zentimeter starke Diele auf der Fahrbahn gelegen haben, von ihm aber bereits beseitigt worden seien. Ob es sich wirtlich um einen verbreche- rischen Anschlag handelt, ist Gegenstand der eingeleiteten Unter- suchung. Wohnungen ohne Mieter Weitere Lockerung der Wohnungszwangswirischast/ Wohnungen bis 600 M. frei Die allgemeine Jl o i macht es immer größer werdenden Mieterkreisen unmöglich, die hohen Mieten für ihre bisher innegehabten Wohnungen aufzubringen. Flucht in kleine und kleinste Lehaufungeu ist die Folge. Trotz Weiterbestehens eines ungeheuerlichen Wohnungselends stehen Taufende von Wohnungen teer, weil niemand die Mieten bezahlen kann. Zeht hat nun das Zentralwohnungsamt eine weitere Lockerung der Wohnungszwangswirtfchafl verfügt. Dom 15. September an können alle Wohnungen von einer Zahres- miete von 600 und mehr Mark frei vermietet werden. Nach der neuen Verfügung ist der Vermieter nach wie vor oerpflichtet, das Freiwerden solcher Wohnungen anzuzeigen, hat jedoch das Recht, innerhalb eines Monats nach Freimeldung diese an einen Wohnungsuchenden zu vermieten, der sich im Besitze einer von einem Berliner Wohnungsamt oder von dem Zentral- Wohnungsamt ausgestellten entsprechenden Bescheinigung befindet. Eine unbeschränkte Freigabe derartiger Wohnungen erfolgt also nicht. Insbesondere sei darauf hingewiesen, daß nach der Verord- nung des Preußischen Ministers für Dolkswohlfahrt vom 3». Juni 1925 auch solche Wohnungen vom Wohnungsamt beschlag- nahmt und einem Wohnungsuchenden zugewiesen werden, wenn für die Uebcrlassung derartiger Wohnungen Vermögensvortcile irgendwelcher Art neben der gesetzlichen Miete zugunsten des Ver- fügungsberechtigten oder eines anderen gefordert, vereinbart oder gewährt werden. Alle übrigen Wohnungen mit einer Jahresfriedensmiete unte 600 M. unterliegen nach wie vor der Inanspruchnahme des Woh nungsamtes. Nach den statistischen Ermittlungen sind das in Berlin immerhin noch 73 bis 80 Proz. aller AUwohnungen. Prof. Alfred Grotjahn gestorben\ Der Vater der modernen Sozialhygiene. Der hervorragende Sozialhygieniker der Berliner Universität, Genosse Professor Alfred Grotjahn, ist gestern, 61 Jahre alt, einer Gallenblasenerkrankung plötzlich erlegen. Unersetzlich ist der Verlust, den die Wissenschaft erleidet. Einer der originellsten Köpfe des deutschen Geisteslebens ist mit ihm dahin- gegangen, ein Lehrer und Forscher, der Medizin und Hygiene richtunggebend beeinflußte, ein universeller Denker, der auf die Sozialwissenschaften und das Schulwesen großen Einfluß ausübte. Alfred Grotjahn war der im In- und Ausland allgemein anerkannte und vielbewunderte Meister seines Faches, der Sozialhygiene, er war— der Bater der Sozialhygiene moderner Prägung. Groß ist die Zahl seiner Schüler, namentlich unter den Kommunalärzten. „Sozialhygiene und. Sozialismus sind Ge- s ch i st e r,"— das waren Grotjahns eigene Wort«. Dem Sozialis» mus treu ergeben, schon von seiner Studentenzeit her sozialistischen Ideen huldigend, gehörte Genosse Grotjahn seit vielen Jahren der Partei an. Bier Jahre lang<1920 bis 1924) war er sozialdemokra- tischer Reichstagsabgeordneter(auf der Reichsliste gewählt). Dem Rcichsgesundheitsrat, dem Preußischen Landesgesundheitsrat und verschiedenen Ausschüssen des Hygienekomitees des Völkerbundes ge- hörte Genosse Grotjahn als Mitglied an. Groß ist die Zahl der wissenschaftlichen Werte, die Grotjahn hinterlassen hat. Besonders bedeutend ist sein grundlegendes Buch „Soziale Pathologie", in dem die Beziehungen der Krank- heilen zur sozialen Lage systematisch dargestellt werden. Andere Werke behandeln u. a. die Bevölkerungspolitik, das Heilstätten- wesen, die Schulreform und den Alkoholismus. Die Arbeiterschaft verdankt Grotjahn die Durchsetzung vieler sozialen Reformen auf sozialhygienischem und� sozialpolitischem Gebiet. Trauernd stehen auch die sozialdemokratischen Aerzte, an deren Arbeit der Verstorbene stets regen Anteil nahm, an seiner Bahre. 3500 Opfer der Lynchjustiz. Nach Meldungen aus Washington hat sich die Kickersham-Kom- Mission, die jetzt ihre ausgedehnte Untersuchung über die Krimi- nalität und die Organisation de: amerikanischen Gcfängniswesens beendet hat, mit besonderer Schärfe über die Behandlung aus- gesprochen, die den Negern in den Vereinigten Staaten zuteil wird. „Unter den gegen die Neger verübten Missetaten," heißt es in dem erstatteten Bericht,„ist keine scheußlicher als die Verbrechen, die der Mob mit dem Namen Lynchjustiz zu beschönigen sucht. In den Jahren 1882 bis 1939 betrug die Zahl der Neger, die auf diese bestialische Weise ermordet wurden, genau 3333. Und diese Zahl hätte noch eine wesentliche Erhöhung erfahren, wenn sich seit dem Jahre 1919 die Proteste des amerikanischen Volkes gegen diese Barbarei nicht ständig verschärst hätten. Die Ueberzeugung der Amerikaner, daß vom Rassenstandpunkt aus betrachtet ihre Ueber- legenheit unbestritten sei, hat sie zu allen Arten von Praktiken ver- führt, die, wenn sie vielleicht auch nicht der ruhigen Ueberlegung entspringen, jedenfalls eine unbewußte Entartung des Rasseninstinkts darstellen. So ist es gekommen, daß die schwarzen Gefangenen als Sklaven behandelt wurden, die dazu verurteilt sind, kolonnenweise in den Betrieben Privater zu arbeiten, die ihre Arbeitskrast aus- beuten und sie obendrein unmenschlich behandeln." Zeder sein eigener Pholograph. Vielleicht werden in Zukunft die Porträtphotograph�n entbehrlich werden, wenn sich die Hosf- nungen erfüllen, die man auf einen in Amerika erfundenen Auto- maten setzt. Er stellt nicht etwa die bekannten kleinen automatischen Serienbilder her, sondern vollwertige Photographien in der Größe von 12,3: 17,5 Zentimeter. Die aufzunehmende Person setzt sich vor einen Schrank, in dem sich in Kopfhöhe fünf mit Spiegeln verdeckte Oeffnungen der genannten Größe nebeneinander befinden. Dabei sieht sich die Person in den rechts und links von der Mittel- linie liegende» Spiegeln so, wie sie spater auf der Photographie erscheinen wind. So ist es jedem möglich, die ihm am besten er» scheinende Stellung und Kopshaltung einzunehmen und dann durch einen Druck auf den Auslöser die Aufnahme zu vollziehen, wobei der Spiegel in der Mitte hinuntergleitet und die Oefsimngen für das Objektiv freigibt. Raben als Sunstflieger. Ueber Island werden neuerdings groß« Rabenschwärme beobachtet, die man, besonders zur Paarungszeit, in der Luft akrobatische Kunststücks vollführen und mehrere hundert Meter weit in Rückenlage fliegen sieht. Filmiracht an der Spree. Unter dem Protektorat de! Verbandet der ?silmdarsteller Deutschlands findet Sonnabend zugunsten des Wohlfahrt«. onds für notleidende Jilmdarfteller in den Treptower Garten-Etablisie- ment« Abtei, Sprecgarten und Zenncr eine DohltätigkeitSvcranftaltung statt. Sie beginnt um 4 Uhr nachmittags. 14. Abteilung. Am 1. September verstarb unser Genosse Otto Pauli, Ramlerstraße 21.— Beisetzung Sonnabend. 3. September, 13 Uhr, aus dem Städtischen Friedhof in Reinickendorf-West, Humboldtstraße. Wetter für Berlin: Wolkiges, im ganzen etwas kühleres Wetter, einzelne Reaenfälle, mähige, zeitweis« auffrischende südwestliche Winde.— Für Deutschland: Im Nordwesten unbeständig und ziemlich kühl, in Süd- und Mitteldeutschland vielfach regnerisch, im Osten zunächst noch ziemlich heiter und warm, später Gewitterneigung. Bürostadt am Funkturm IBA. feierlich eröffnet/ Acht Länder stellen aus/ Erfolgreiches Ausstellungsjahr Aus dem Ausstellungsgelände am staiserdamm wurde heule die Internationale 7. Büroaus st ellung 1931 durch einen Festakt im Parkett der halle II feierlich eröffnet. Annähernd 1309 Ehrengäste, unter denen zahlreiche Vertreter des Diplomatischen Corps, der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden, der Wirtschaft und der Wissenschast bemerkt wurden, hatteu sich pünktlich um 19 Uhr zur Teilnahme an der Feier eingefunden, die mit der Feslouvertüre von Leulner eingeleitet wurde. Im Auftrage der Stadt und ihres Ausstellungs-, Messe- und Fremdenoerkehrsamtes hieß Stadtrat Genosse C z e m i n s k i die Gäste willkommen und betonte, daß die Reichshauptstadt die IBA. in diesem Jahre mit besonderer Genugtuung wieder in ihren Mauern seh«, denn die Abhaltung dieser großen Fachausstellung der intcr- nationalen Bürotechnik beweise, daß der Fachausstellungsgedanke in der Bürowirtschaft und ihren Industrie- und Handelsorganisationen stark genug sei, um sich auch in dieser Krisenzeit durchzusetzen. Daß Berlin hierbei erneut zum Standort dieser nunmehr zum siebenten Male durchgeführten Fachschau von den maßgebenden Spitzen- organisationen des Faches gewählt worden sei, bedeute eine erneute sichtbare Anerkennung der Reichshauptstadt für die Durch- sührung nationaler und internationaler Fachausstellungen großen Stils. Staatsminister Dr. Dr. b. c. Schreiber hielt die Eröff- nungsansprache. Gerade die staatliche Verwaltung bringe, so führte der Minister aus, neben Industrie und Handel dieser einzigartigen Ausstellung, die heute eröffnet werde, ein starkes lebendiges Interesse entgegen. In der Weltwirtschaft werde niemand bestehen können, dessen Bürorüstung hinter der seiner Mitbewerber zurückbleibe. Ebenbürtig den anderen großen Berliner Fachausstellungen gäbe auch die 7. Büroausstellung ein schönes Beispiel der Entwicklung des modernen Ausstellungsgedankens. Sie verbände Materielles und Ideelles und ziele in ihrem letzten Zwecke auch auf den Dienst der Allgemeinheit ab. Für all die Millionen Menschen, deren Leben und Arbeit mit der Arbeitsstätte Büro ver- Kunden sei, für den Chef und für den Angestellten, für den Beamten und für den Staatsbürger werbe diese Ausstellung. Acht Länder haben sich vereint. Beim Betreten des Chrenhofes der großen Ausstellungshalle I grüßen die farbenftohen Flaggen der acht Länder, von denen die Internationale 7. Büro-Ausstellung Berlin 1931(IBA.) be- schickt ist. Die Farben aller Nationen, soweit sie eine nennenswerte Büroindustrie aufzuweisen haben, sind vertreten: so neben Deutschland, dem in Europa führenden Lande der Büro- und Büromaschinen-Jndustrie, Amerika, England, Frank- reich, Italien, Oesterreich, Schweden und die Schweiz. Während man sonst bei Ausstellungen sich schon durch einen flüchtigen Rundgang einen allgemeinen Ueberblick oerschaffen kann, scheint es bei dieser Ausstellung, daß tatsächlich nur ein ge- naueres Studium der kleinsten, auch unwesentlich erscheinenden Aus- stellungsobjekte kritische Beurteilung ermöglicht. Eine solche Vielheit von Kabinettstücken der Feinmechanik, so viele Meisterstücke der Präzision und Zuverlässigkeit werden wohl auf keiner technischen oder sonstigen Ausstellung anderer Art geboten. Dabei sieht alles, jeder Handgriff, jede Bedienung, jede Funktion in der Endaus- Wirkung so lächerlich einfach aus, und die Lösungen, die gefunden wurden, um geisttötende und menschliche Arbeit zu erleichtern und zuverlässige exakte Leistungen sicherzustellen, sind einfach und klar. Berlin— Deutschlands Ausstellungsstadt. Mit der Internationalen 7. Büro-Ausstellung wird die Reihe der Kroß-Ausstellungen, die seit Ende Januar ununterbrochen in den Hallen rings um den Funkturm gefolgt sind, zum Abschluß gebracht, wenn auch noch eine Reihe kleinerer Beranstalltungen bis Mitte November am Kaiserdamm zur Durchführung gelangen. Uebersieht man jetzt das Ergebnis des Berliner Ausstellungsjahres, so kann man mit Freude feststellen, daß der Reichshauptstadt sowohl wie der Gcsamtwi rischast wertvolle Dienste geleistet worden sind. Das Aus- stellungs- und Messeamt der Stadt Berlin— verantwortlicher Dezer- nent ist der sozioldemokratische Stadtrat C z e m i n s k i, Leiter des Amtes Direktor Dr. Schick— kann auf die in schwerster Zeit geleistete erfolgreiche Arbeit st o l z sein. Das Berliner Ausstellungs- jähr hat insgesamt über 4lXX> Aussteller und rund 22 Millionen Besucher in 132 Ausstellungstagen aus das Ge- lände rund um den Funkturm geführt. Dabei wxrden 28 Hallen mit einer bedeckten Hollen-Bodcnfläche von über 299 999 Quadratmeter und Frcigelände-Ausstellungen von rund 75 999 Quadratmeter von den sechs Groß.Ausstellungen in Anspruch genommen, mit denen 262 nationale und internationale Kongresse und Tagungen und 191 Gesellschaftsfahrten und Sonderzüge ver- bunden waren. Der durch die allgemeine Wirtschaftskrise in Berlin wie überoll unvermeidbare Rückgang des Fremdenverkehrs ist durch die Zahl von schätzungsweise über 299 999 Ausstellungs- Fremden der diesjährigen Ausstellungsperivde wesentlich gemildert worden. Nolph Samson:„Lunge Liebe." Lessing-Theater. Ein Spiel um die Liebe Zwanzigjähriger, eine Konstruktion, die grobe Finger angefertigt haben. Ein Thema, das vielleicht fesseln würde, wenn Arthur Schnitzler es formte. Das Girl möchte sich selbst und den Geliebten erproben aus allerdings merkwürdige Art. Beide sollen mit anderen schlafen, um zu erfahren, ob sie sich nachher noch lieben. Daraus entstehen Komplikationen, besonders da der Mann den Vertrag nicht eingehalten hat. Man windet sich bis zur glücklichen Wiedervereinigung durch ein Labyrinth der Dialektik. Ein amüsanter Lustspielstoff für den Bühnenmathematiker Ver- neuil wird von dem Amerikaner Ralph Samson psychologisch vertieft, aber es ist die Psychologie angelsächsischer Magazine, die die tieferen Regionen des Seelenlebens meidet. Der Gedanke der kleinen Fay erscheint als verschrobene Romanidee, als Spleen, während hier noch andere Momente mitspielen, die Samson im ersten Akt nur andeutet. Es ist das Schwanken zwischen zwei Männern, die Skepsis gegenüber großen Worten und den eigenen Gefühlen, die Angst vor der Vergänglichkeit einer Liebe und vor dem Versinken in Banalität. Diese Zwischentöne beherrscht Samson nicht. Sein weitschweifiger Dialog findet nicht die sprachliche Eleganz und Treff- sicherheit. Hin und wieder ringt er sich zu einem Witz hindurch, doch diese Witze leuchten kaum. So kommt es, daß die Figuren trotz aller psychologischen Versuche schließlich auf ihrem Leitmotiv erstarren und einschrumpfen. Der innere Antrieb ist zu schwach. Samson will mehr geben als Unterhaltung und Amüsement, aber es reicht bei ihm nicht zur groß geformten Komödie, und durch diesen Bruch fühlt man. wie abseitig das Thema ist. Der höchst individuelle Fall interessiert in dieser Zeit, die ganz andere Spannungen kennt, nicht mehr, er wird belanglos und zu einem Spiel persönlicher Verrücktheit, da die künstlerische Form fehlt, die ihn ins Symbolische steigert. Es besteht keine Notwendigkeit, diese amerikanischen Sorgen in Deutschland vorzutragen. Vier Schauspieler spielen mit dem Stück. Hans B r a h m s Regie findet keinen Generalnenner. Sie pendelt zwischen natura- lislischer Breite und komödiantischer Ueberspitzung, die im letzten Akt den Sieg gewinnt. Grete Mosheims Fay setzt prachtvoll eni. Das herbe, selbständige Girl chit der romantischen Sehnsucht und dem von Romanphrasen verwirrten Kops verfällt schließlich einer übertrieben starren Haltung, und Hans Brausewetter als amerikanischer Boy mit dem beschränkten Horizont explodiert am Schluß so leidenschaftlich wie ein Jüngling von Schillers Gnaden. Es bleiben Käthe H a a k s blonde Ehefrau in der Nähe des gcsähr- lichen Alters, die ihre Freude in einem Flirt bis zur Grenze findet und H o m o l k a. der den Gemahl mit tapsiger Biederkeit ausstattet. Das auf mondän stilisierte Publikum applaudierte nachhaltig. Es applaudierte einem Spiel, das als Ausdruck einer snobistischen Gesellschaft gewertet werden kann, einem Spiel, das dem ausge- klügelten Problem eines müßigen Gehirns dient und das mit den Fragen der Gegenwart nichts zu tun hat. Sek. Krauenbildnisse unserer Zeit. Ein erprobtes und dankbares Ausstellungsthema. Eben darum aber sollte man es einmal etwas anspruchsvoller zu erfüllen trachten. als es jetzt wieder der Verein Berliner Künstler mit einer etwas leichthin zujammengelesenen Reih« weiblicher Porträt» von mancherlei Art und Wert macht. Es käme darauf an, zu gruppieren und im einzelnen darzu- stellen, wie die Kunst der Gegenwart beispielsweise da» junge Mädchen neuen Schlages, die Werktätig«, die Alternde erkennt. Wie sie die problematisch gewordene Erscheinung der Dame kritischem Blick unterzieht, die Züge weiblicher Persönlichkeit begreift. Statt besten in der Bellevuestraße eine unter keinem höheren Gesichts- punkt geordnete bunte Reihe bester oder schlechter gemalter und modellierter Bildnisse in großer Toilette und schlichter Kleidung, eine Zufallsfolge von Köpfen hochmütiger, ernster, gezierter, simpler Frauen, flache, hübsche, menschlich überzeugende und nichtssagende Gesichter: ohne daß diesem Vielerlei ein Sinn gewiesen wäre oder gar hingewirkt wäre auf einen neuen Frauentypus. Der Kreis der vertretenen Künstler, auf Berlin begrenzt, greift immerhin über den Vereinsbezirk aus zu den sogenannten Sezessio- nisten und etlichen jüngeren Leuten. Auch Liebermann ist nicht ausgelassen. Doch zu den für die Kunst der Gegenwart irgend entscheidenden Gestaltern hat man sich leider nicht vorgewagt. So ist auch in dieser Hinsicht der Ausstellungsgedanke nur recht unoer- kindlich durchgeführt. Es wäre nicht gerecht, die durch Blick und inneres Gewicht für sich zeugenden Bildniste der Purrmann, Hcrbig, Fritsch, Karsch, Leo v. König zu übersehen oder den herben Kollwitz-Kopf von Tina Haim-Wentscher. Auch wird man gerade im Vergleich mit manchem glatten, auf eine schon vorgestrige Salon-Eleganz gegründeten Stück(auch mit dem Prunkportröt der Katharina v. Oheimb in Perlen- und Ordensstaat und breiter Purpurschärpe von A. o. Z i tz e w i tz oder dem ge- schniegelten Reiterinbildnis Monzels oder dem von cham- pagnergelber Seide und girrendem Boudoirlicht umschäumten Luxusweibchen S ch e u r i ch s) die angenehm prickelnde Art von Margarete Stock, den kecken Zug der Annot reizvoll finden. Die Beiläufigteit des Ganzen aber wird durch ein paar ansprechende Einzellcistungen nicht behoben. Willi Wolkrackt. „Lenny Lind" im Tonfilm. Marmorhaus. Die hervorragendste Sängerin und Darstellerin jener Zell, in der die italienische Oper mit der entwickeltsten Gesangskunst ihren Höhe- punkt erlebte, die schwedische Nachtigall Jenny Lind, in den Mittel- punkt eines Tonfilms zu stellen, ist gewiß ein guter Einfall. Und wenn ein Star der New-Dorker Oper wie Grace Moore, die stimmlich alle Voraussetzungen der Roll« mitbringt, die Jenny Lind entzückend und klug verkörpert, so wird gewiß das musikalische Ziel erreicht. Sie singt zwei Arien von Bellini und Donizetti im vollen- detsten Koloraturstil. Der filmische Teil kommt weniger gut weg, die Regie Sidney Franklins geht gebahnte Wege und leistet nur in der Besetzung einiger volkstümlicher Typen und des smarten Reklamemanns Bornum etwas Besonderes. Die obligate Liebesgeschichte sängt sehr nett an. Der Verehrer der großen Künstlerin, selber Komponist, führt sich auf imponierende Art ein. aber nachher wird die Geschichte reichlich sentimental und amerikanisch. Er erblindet und verweigert eine Ehe mit Jenny Lind. Erst nach Iahren entdeckt sie ihn wieder in New Pork nach ihrem glanzvollen Konzert und befreit ihn aus seinem Elend. Die ganze Handlung ist romantisch und romanhaft zugleich und hat mit dem wirklichen Leben dieser sympathischen Frau nichts zu tun. Kultur- historisch interessant sind immerhin einige Episoden aus dem Theater- leben um 1839. Reginald D e n n y sucht die Kitschrolle des Lieb- Habers mit Würde und Takt zu vermenschlichen. r. Franz Schalk gestorben. Am Donnerstag ist im Sanatorium Edlach der frühere Direktor der Wiener Staatsooer, Franz Schalk, im Alter von 68 Iahren gestorben. Seit einer schweren Gripp« im letzten Winter konnte er� sich nicht mehr erholen. Bis zu seinem letzten Augenblick war Schalt voll Arbeitssreudigkeit. Ähalk war von Gustav Mahler aus Graz nach Wien gebracht worden, wo er später sein Nachfolger wurde. Der jetzig« Direktor der Staatsoper Clemens Krauß, der aus Frankfurt nach Wien berufen wurde, war Schalks Schüler. Abonnemeuls-Organisalion für den Film. Vom Schlesischen Rundsunk-Derband wie auch aus der mitteldeutschen Rundfunkhörer- schaft werden jetzt Pläne bekannt, Abonnementsorganisationen zu schaffen für den Filmbesuch. „SchLlerarbeitcn im Zoo." Im Einvernehmen mit den obersten Schul- behörden veranstaltet der Berliner Zoo von Mitte Sevtcmber ab im Innen- räum de« Antilopenhausc««ine Ausstellung„Schülerarbeilen im Zoo'. Die Ausstellung soll umfasien: Tierzcichnuugeu,-bildet und-Plastiken jeder Art, die von Schülern oder Schülerinnen gelegentlich von Zoo-Bcsuchen her- gestellt worden sind. Der Zoo wird die besten Arbeiten prämiieren. Di« Ausstellung soll frei zugänglich sein. Das neile Buch Schätze unterm Schult*) Ein sehr angenehmes Buch, um sich über die Ausgrabungsergebnisse in der alten Welt zu unterrichten. Der Zweck ist der, diese einem | Hauptstätten Hans Härlin und die Kaiserschiffe Caligulas im| Nemisee Prof. W. Bombe- alle in der Art, daß man die mühfelige und kunstvolle Arbeit der gelehrten Maulwürfe lieben lerni und von ihren erstaunlichen Resultaten eine gute Borstellung erhält. Was ich ungern vermisse, sind die Ausgrabungen Baron Oppen heims im subaräischen Tell- Halaf, deren gewaltige Kunstwerte Berlin im Tell- Halaf- Museum der Franklinstraße birgt. Paul F. Schmidt. ſonſt der archäologischen Wiſſenſchaft vorbehaltenen Dinge eit, Belegschaftsabbau bei Krupp. großen Publikum bekanntzumachen; er wird ausgezeichnet erreicht, wissenschaftlich einwandfrei und doch mit der notwendigen Allgemeinverständlichheit der Darstellung. Es ist ein höchst erfreuliches Zeichen für die deutsche Wissenschaft, daß sie ein an sich trocken scheinendes Gebiet auf gefällige und im besten Sinn volkstümliche Weise zu behandeln versteht wie hier, und daß nur die wirklich intereffanten Dinge gegeben werden, so aber, daß auch der wissenschaftlich Eingeweihte das Buch mit Vergnügen liest. Die Illustrationen tun ein übriges, um das Bild längst entschwundener großer Kulturen anschaulich vor uns wiedererstehen zu lassen. Prof. Hans Lamer schreibt einleitend über die Wissenschaft des Spatens" und mit welchem Erfolg man an antiken Stätten ausgräbt. Die ältesten Gebiete der vorderasiatischen Kultur in Mesopotamien behandelt Prof. Eck hard Unger, das ägyptische Altertum Dr. Benzmer, Griechenland Prof. La mer, die römischen *) Ausgrabungen in Mesopotamien, Aegypten, Griechenland und Rom. Stuttgart, Frandscher Verlag, III. Auflage. 1931. Winter- Mäntel an 1000 Mann„ vorsorglich" gekündigt. Effen, 4. September. Infolge der verschärften Absatzkrise will die Friedr. Krupp A.-G. für die Effener Betriebe eine Herabsehung der Belegschaft um fast 1000 Arbeiter und Angestellte vorsorglich beantragen. Die Entlassungen sollen in vier Wochen zur Ausführung kommen, falls nicht Aufträge eingehen, die eine Weiterbeschäftigung ermöglichen. Bon den Entlassungen werden in der Hauptsache die Feuer und zugehörigen Hilfsbetriebe betroffen. Berantwortl. für die Redaktion: Serbert gepere, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts Buch. bruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Pantow. Bon heute ab bringen wir wieder das Programm der Tivoli. Lichtspiele, Berliner Str. 27, in unserer Rino tafel Dienstags und Freitags. fesche Form, reine Wolle.. 19. Städt. Oper Komische Oper 8%, Uhr CASINO- THEATER 8%, Ukr Frauen- Mäntel größte Weiten 49.- 39.-. 29.Charlottenburg Bismarckstraße 34. In allen Weiten 39.- 29.-. 17.5 Loden Mäntel Maßanfertigung besonders 81/2 Uhr Thron zu 50 Freitag, 4. Septemb. vergeben für stärkere Damen Damenmäntel- Fabrikation und Handlung Paul Linka. Kais.- Fried.- Str. Reuterstr. 63 GEMEINWIRTSCHAFTL. GROSS BAUUNTERNEHMEN Staats Theater Staatsoper Unter den Linden. Freitag, den 4. September 20 Uhr. Ende 22 Uhr. Lothringer Straße 37. Das große Eröffnungs- Programm: Operette v.Neidhart Genia& Vittorio: 2 Blessings Ernst Walter. Turnus II Anfang 19 Uhr Musik v. Witmann. Carmen Leux, Elster, Lilien, Hendrik, Fels Ende gegen 23 Uhr Preise: 0,50-7,- M. Deutsches Theater 8 Uhr Kat Schauspiel nach Ernest Hemingway Theater desWestens Tägl. 5 u. 8% Viktoria Deutsche Bühnenbearbeitung und ihr Husar v. Carl Zuckmayer und Heinz Hilpert. Regie: Heinz Hilpert Schwanda der Dudelsackpfelfer Metropol- Theater Staatl.Schauspielhaus Gendarmenmarkt. Anfang 20 Uhr Das Nürnbergisch Ei Schiller- Theater Charlottenburg. Anfang 20 Uhr Der Richter von Zalamea Täglich 8 Uhr dle neue Paul- AbrahamOperette Die Blume Operette von P. Abraham. Billigster Pl. 0,50 M. Teuerster Pl. 2.90 M.| Theater im Admiralspalast Täglich 8% Uhr Rotter- Gastspiel von Hawai Die Dubarry unter persönl. Ltg des Komponisten mit Gitta Alpar Pr. der Pl.: 1.- bis 14.50 Preise: 0,50 bis 12,50| Direktor HANS BERG konferiert. Dazu: Nur kurze Zeit: Das Parfüm meiner Frau Gutschein 1-4 Pers. Rang Mitte 1 M.. Fauteuil 1,25 M.. Sessel 1,50 M. Parkett 75 Pf., Rang Seite 60 Pf. HAUS VATERLAND Das P KURFÜRST 7460 ergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI Rundfunk am Abend. Freitag, 4. September. Berlin. 16.05 Erich Schultze: Schwimmsportlicher Rückblick. 16.30 Erinnerung an Wilhelm Raabe: 1. Aus der Wilhelm- Raabe- Musik für Klavier. 2. Graener: Trio. für Klavier, Violine und Cello.( Grete Eweler, Violine; Hans Kraus, Cello; Dr. Felix Günther, Flügel.) 17.00 Dr. Ueberall erzählt. 17.20 Unterhaltungsmusik. 17.50 Das neue Buch.( Am Mikrophon: Dr. Helene Simon- Eckhardt.). 18.00 Walter Bloem u. Pohl: Musik im Schauspiel. 18.30 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.35 Interview der Woche. 19.00 Räuscher: Politische Zeitungsschau. 19.15 Tanzabend. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Wilhelm Raabe: Querschnitt von Netty Sutro; Leitung: Edlief Köppen. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30 Abendunterhaltung. Königswusterhausen. 16.00 Dr. Arnold Littmann: Die Auslandsarbeiten des Zentralinstituts und die pädagogische Auslandsstelle. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Franz de Paula Rost: Ernste Balladen. 18.00 Prof. Dr. Ph. Stein: Staatsaufsicht über die Banken? 18.30 Reichenbach: Entwicklung des geometrischen Denkens. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19.30 Dr. Karl Würzburger: Organisation( Bericht vom Kongreß des ADGB.). 19.55 Wetter für die Landwirtschaft. 20.00 Hamburg: Konzert im Dreivierteltakt( ab Nr. 4). 21.00 Hamburg: ,, Der zerbrochene Krug." zu Stoffe, Fabrikabfälle für Leib- und Bettwäsche gen Preisen! Verkaufszeit 8-5 Uhr, Sonnabends 8-2 Uhr Kleider und Seidenstoffe aller Art Berlin- Adlershof, Adlergestell 265 Mechanische Feinweberei Adlershof A.-G. Gegenüber Stadtbahn. 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September 1931 Stribli Der Abend Shalausgabe des Vorwärt Mensch- Lärm- Maschine Großstadteindrücke der Ohren/ Von Heinrich Hemmer einschreiten auch gegen Tagist and knatterer( neulich entzog ein Kriminalkommissar einem Motorradfahrer den Fahrschein, der rein aus der lärmgeschaffenen Freude die Aufmerksamkeit zu erregen, sich durch Krach zu dokumentieren und die Schalldämpfer zu entfernen pflegte)... nein, man ist auch rein technisch weit genug vorgeschritten, Lärm abstellen, die Explosionen lautlos verpuffen lassen zu können. Das moderne Auto( Taxi sogar) fährt geräuschlos, arbeiten können, Halleluja; man wird wieder den Rhein und das ehemals stille Ampezzotal genießen können! Selbstmordkandidaten in Verkehrs- Frontwohnungen werden: wir werden unser Es ist nicht wahr, daß Berlin die lauteste Stadt der Welt ist:| Note besitzt( das Korrekte, das Ostentative), so der Lärm: er tritt oh ihr Götter. Man wird wieder des Nachts schlafen und bei Tag es gibt noch lärmendere. es gibt Städte, in denen es sinnlos wäre, mit der Berechtigung der Tüchtigkeit auf. gegen den Lärm ein Wort oder eine Verordnung zu verlieren. Das ohrenbetäubende Getöse von Rio zum Beispiel muß man als ein unabänderliches organisches Greuel, als Fatum hinnehmen = Neger, Brasilportugiesen und alles, was dazwischen liegt, empfinden ganz einfach leben lärmen. Der Lärm der Temperamente vereinigt sich mit dem der Technik zu einer infernalischen, nimmer endenden Sinfonie. Der Süden, der Orient... Dann ist der Süden... der Orient..., auf dem Fischmarkt von Kairo oder auf der Börse von Bombay( die auf offener Straße in herz- und ohrenzerreißender Weise tagt) steigt die Geräuschinderziffer sicherlich hoch über das von den Aerzten oder von Gott gewollte Maß hinaus: Orientalen und Südländer haben anders geartete, anders erzogene Nerven als Mittel- und Westeuropäer. Seit altersher hat der chinesische Schupo mit der Peitsche auf die fich in Verkehrsadern stauenden kreischenden Menschenknäuel eingeschlagen, niemals hat man auf einem richtiggehenden vrientalischen Basar sein eigenes Wort verstehen können. Und ein ganz analoges Zetergefchrei, das ich in einem neapolitanischen Gäulenhof vernahm, bedeutete nur eben, daß eine Insassin unter Einmischung der übrigen Hausgenoffinnen mit einem Straßenhändler um einen Fisch feilschte... Und auch am Lido( Hafenseite) hat die Morgenfiunde kein Gold, aber einen Höllenlärm im Munde... das ft so gute alte Sitte und Hausbrauch. Die Auseinandersehungen von Mensch zu Mensch wickeln sich in diesen pittoresken Gegenden in geräuschvoller, von Temperamentsausbrüchen durchseßter Weise ab. Niemand nimmt Anstoß daran, es ist für die( die Krämpfe deutscher Bildungstouristen mit innerlicher Genugtuung belächelnden) Eingeborenen fast ein Naturgeräusch, etwas in der Ferne unbewußt Bermißtes, eine akustische, mit dem Bild der Geliebten gemeinsam auftauchende Heimatsreminiszenz... aber! Bor vielen italienischen Städten sieht man die Einfahrtsstraßen mit breiten Leinwandstreifen überspannt, darauf in Riefenlettern die Aufforde= rung ergeht, den Auspuff zu schließen... hörst du's, Berliner Autofahrer? England, Amerita... Den Autofahrern ins Ohr geschrien. Nun gibt es zweierlei Lärm: Einen öffentlichen, technischen, notwendigen" Lärm, der läßt sich, wenn nicht vermeiden, so doch sehr vermindern, und einen privaten, den Hauskrach, den Wirtshausfrach, den Krach, wo immer Deutscher mit Deutschem zusammenprallt, den ,, unnötigen" Krach, der ist unvermeid= lich. Man kann einzelne Jungens verhauen, aber eine Anzahl Menschen kann sich einen 3wang auferlegen, aber den Volks. harakter ändern kann man nicht. Der Pariser Polizeipräsident machte, die zweckmäßigkeit der Berliner Verkehrsampeln anerkennend, die psychologisch sehr richtige Ein wendung, daß sie nicht dem Pariser Volkscharakter" entsprächen. Der Pariser Fußgänger lebt nämlich immer noch in dem glücklichen Wahn, daß der Boulevard ihm gehört( nicht den Töftöfs). Tatsächlich schlängeln sich die Pariser nicht nur ungescheut zwischen den Autos durch, diese beschreiben auch ( o Triumph!) um den Fußgänger einen Kreis..., im schematischen Berlin fühlt der nach Ampelsignal blind losfahrende Chauffeur es schon beinahe als seine Pflicht, den unachtsamen Fußgänger zu überfahren. Lärm: das heißt, seit der Motorisierung der Welt Auto lärm. Nachdem wir die fatale Gewohnheit angenommen haben, uns mittels Explosionen fortzubewegen, sinkt gegen das hirnzerrüttende Motorgefnatter jedes andere Geräusch zur Bedeutungslosigkeit her ab..., wirkt jeder andere Lärm sympathisch, human, Itebenswürdig fast. Und wenn man dann erfährt, daß diese Schrecken, diese Strafen, diese Torturen( so sagt man mir) ganz unnötig, vollständig überflüssig sind, hält man sich da nicht vor entrüstetem Staunen am Stuhlbein fest? Wir brauchen gar nicht so zu leiden! Nicht nur ist diese ganze Auto- Wichtigtuerei und-Tuterei ( Serrenfahrer influfive) etwas, das schließlich einer besseren Einsicht weichen muß; nicht nur schreitet die Polizei bereits gegen berüchtigte Lautfahrer ein und wird mehr und strenger( bitte, bitte!) Gift wegstecken... toi toi, ich will lieber nicht zuviel darüber reden. Was bleiben wird. Bleiben aber wird der nationaldeutsche Lärm... die für uns typischen Geräuschformern werden rumoren, solange wir leben. Der Junge am Spielplatz, der seinem neben ihm stehenden Kameraden zu brüllt statt zuwinft, worauf sie beide wild auftreischend ziellos rennen: das ist deutsche Lebenslust, wie so manches Krakeelen, Krähen, Johlen, Grölen, Poltern, Brummen, Donnern in Weinund Bierkneipen, in Haus und Hof. Wir haben die laute Begeisterung und die laute Unzufriedenheit, den lauten Gesinnungszusammenflang und, wie gesagt, den Lärm der Tüchtigkeit auch dort, wo sie selber fehlt. Auch ferne, hoffentlich nicht allzu ferne Zeitalter, die sich in leiſen Autos fortbewegen, werden das Wort Haushalt mit Geräusch assoziieren, wir führen nun einmal lärmend Haus, sind aber im Café still, wo die Italiener laut sind, sind im Weinlokal laut. wo die Italiener und Franzosen still sind. Für und für werden die es die Olle wäre, die sie kloppten, für alle ihre Schikanen, und wenn zwei Deutsche am Nordpol finden, daß sie derselben Ansicht sind über die Welt im allgemeinen und den Nordpol insbesondere, so werden fie hoch und Hurra brüllen, daß die Eisbären Purzelbäume schlagen. Für und für wird die Stille des Hofes, welches die Stille des Landes ist, durch schrille Rufe von Fenster zu Fenster schrecklich unterbrochen werden, wird die herzinnige, aber keineswegs diskrete deutsche Lache erschallen, wir werden uns laut niedersetzen in einem stillen Lokal und nach dem Ober plärren. Das ist, das bleibt deutscher Lärm an an der Lust, deutsche Lust am Lärm in alle Ewigkeit, Amen. hübschen deutschen Hausmädchen auf den Teppich losdreschen, als ob PS. Könnte man nicht mittlerweile an Berliner Hausfronten in Erwartung stilleren Hauslebens die Jalousien reparieren lassen? Untheatralisches über Theater Ein Querschritt von Heinrich Heining Am stillsten ist die englische Stadt: da spricht man am leisesten, da tuten die Autos am seltensten nicht einmal die Straßenjungen schreien gewohnheitsmäßig. Dies Wunder ist die Folge eines Zusammenwirkens von a) Phlegma, b) guter Kinderstube oder Schulstube, wo sanfte Lehrerinnen an den gentle" man- Sinn( wörtlich: den 3art"-Sinn) der wilden Jugend appellieren, c) einer allgemeinen, traditionellen, schon als Bolts charakter auftretenden inneren Disziplin, die zur Ueberzeugung führt, daß der einzelne am besten fährt, wenn er sich einpaßt, fein Schärfchen dazu beiträgt, daß sich der Verkehr möglichst reibungs Störung artet in vielen Fällen zu offener Feindschaft zwischen Die Begriffsverbindung Theater- Geschäft ist gestört. Diese los abspielt und eventuell zurücktritt, statt recht behalten zu wollen. künstlerischer und ökonomischer Produktivität Wenn wir auf dieser Insel der Seligen( Ruhe) bei großen Fußball- Selbst ausgesprochene Geschäftstheater sind oft feine Theater matches oder anderen nationalen Anlässen dennoch gelegentlich einen wahren Weltuntergangstrach vernehmen, so ist das für sport: begeisterte Ohren nur Balsam. Prinzipiell ist man jedenfalls auf Ruhe und nicht auf Betrieb" eingestellt. Daß der Engländer ohne unser Zutun in den Amerikaner ausgeartet sein soll, scheint mir unfaßlich; andererseits ist ein charakterologischer Unterschied zwischen deutschem und amerikanischem Lärm unverkennbar. Auch der Amerikaner spricht leise in Hotelhalle und Restaurant, auch er besigt ein natürliches, kein Kommando erheischendes Sicheinordnungsgefühl aber: was immer der Fetisch business( eventuell Fortschritt genannt) verlangt, dafür verkauft der Jad, wie seine Seele, so auch seine Nervenruhe. Geschäft ist das Primäre, Mensch das Sekundäre. Jede Art Krach, die dazu angetan ist, jemandem einen Geschäftsvorteil zu bringen, gilt als etwas selbstverständlich hinzunehmendes in einer amerikanischen Stadt, auch wenn der Himmel darüber einstürzt. Aber: wenn man drüben mehr Lärm macht: es wird nie so ein unnötiger Krach sein wie bei uns. Und wir! Wir lärmen aus harmlosen, naiven, ärgerlicheren Motiven: vor allem aus falschem Ehrgeiz. Ruhe erscheint uns Deutschen provinzlerisch, fleinstädtisch: zurückgeblieben. Wenn wir auch teine großen Geschäfte machen, wollen wir doch glauben machen, daß etwas los fei, Betrieb" martieren. Es ist ein unseren Geschäftseifer, unseren Fleiß, unsere Tüchtigkeit markierender Lärm, den wir vom Direktionschef bis zur Reinmachefrau zu machen beslissen sind ein Lärm, der( andere) hauptsächlich durch seine Ueberflüssigkeit irritiert( denn er ist fein temperamentgeborener). Ruhe? Welche Blasphemie für Berlin! Ruhe: das ist etwas für olle Knacker und neurasthenische Feuilletonisten. Wir Deutsche verwechseln Ruhe mit Schlafmüßigkeit und Radau mit Konjunktur. Wohl ist der Sinn für Ruhe bei uns Deutschen ausgeprägter als bei West- und Südländern: niemand vermag so andächtig stille zu fizen wie wir( im Sinfoniekonzert, in den Bibliotheken, im Theater, eventuell auch bei allerhand Mumpit). Die heilige Ruhe verstehen wir: die Ruhe des Lebens fomforts geht uns als Begriff ab, unsere Begeisterung und das Maeterlingtsche Schweigen genießen wir nur in der Literatur. Unsere Begeisterung nimmt( im Gegensatz zur englischen) an dauernd lärmende Formen an. Angesichts der stillen Würde der Natur brechen wir Gemanen mit Vorliebe in einen nicht wohltönenden Gesang aus, der z. B. den armen, vielangejohlten Bierwaldstätter See vollständig paralysiert. Für das deutsche öffentliche Leben ist die Devise Ruhe" nicht ausgegeben worden, wie die Devise öflichkeit", die Devise„ Eleganz". Noch glauben wir( Unseligen) uns durch Ruhe etwas zu vergeben. Wir huldigen dem Snobismus des Lärms. Der Berliner will durch Lärm amerikanisch erscheinen, der Engländer will durch Ruhe unauffällig sein und very comfortable indeed". Der Amerikaner will verdienen, wir müßten unseren Ehrgeiz anders einstellen: wenn wir Ruhe als das Neuefte", als etwas Hochmodernes, Fortgeschrittenes ansehen würden... dann wären wir ruhig. Mittlerweile sind wir ( auf unsere Weise) laut. Wie die Berliner Eleganz ihre spezifische | Es ist in der Regel so: Wenn das Theater ein schlechtes Geschäft ist, ist das Geschäft ein gutes Theater. Freilich ist diese Regel Theaterwirtschaft, ist immer ein Irrtum. tein Gejeg. Dekonomische Gesetzmäßigkeit, un den Bezirken der geschäfte. aus. Optimismus oder Unkenntnis, das Theater als künstlerische AusWer in theaterdirektorialen Kreisen, sei es aus Mut, gabestelle zu dem Theater als finanzieller Einnahmestelle in eine harmonische Beziehung setzt, gilt schlechthin als Wigbold oder Idiot. Die Existenz des Theaters ist, wie jeder Wurstladen, an einen freundlichen Ausgleich der Aktiva und Passiva gebunden. Das Geschäft als Theater entbehrt jedoch, weil das Theater als Geschäft der Interessenten entbehrt, der Aktiva und kommt in den Passiven um. Aus diesem Tatbestand formt sich das Gesicht der den, deren eine privat ist, deren andere sich an Garantien bindet, Bilanz. Der Weg zur Bilanz bahnt sich nach zwei Metho= die Staat oder Stadt bieten. Privatbühnen haben ihr privates Schicksal. Es gibt tapfere Führer, die sich diesem Schicksal freiwillig verwoben. Viele ließen ihr Geld, manche ließen ihre Eristenz, einige ließen ihr Leben. Es sind die Idealisten. Die anderen sind die Spekulanten. Sie spekulieren auf Breitenwirkung. Ihr Spielplan baut sich auf Konjunktur. Die Szene wird zum Tribunal. Es sind die Börsianer des Theaters, denen die Wahl eines Stückes nichts als die instinktive Witterung einer Hausse bedeutet. Manchmal gibt es freilich eine Baisse. Das nennt man dann Pleite. Die staatlichen und städtischen Bühnen haben in ihrem Etat einen goldenen Tragbalten: die Subvention. Unter dem Segen dieses Zauberwortes fristen diese Theater ihre Eristenz. Sie ist in ihren Lebensfunktionen sehr differenziert und zieht ihre fünftlerische Fruchtbarkeit einzig und allein aus dem Boden des Spielplanes. Der Spielplan ist, neben dem Gelde, die Seele des Theaters. Den Idealtypus eines Theaterleiters stellt der Künstler dar, der zu sehr Kaufmann ist, um in der restlosen Erfüllung seines tünstlerischen Verlangens sein Ziel suchen zu wollen. Den Kaufmann also, der zu sehr Künstler ist, um sich in der Verfolgung ge= schäftlicher Spekulationen wohlfühlen zu können, braucht das Theater. Da ein Künstler selten ein Kaufmann und ein Kaufmann falten ein Künstler ist, nähern sich dem also stizzierten Idealtypus nicht gerade Scharen geeigneter Repräsentanten, in deren Brust zwei Seelen wohnen und ein Gedante, nämlich der an die Bilanz. | Oper, Schauspiel und Operette sind die Ware. Das Publikum. ist Konsument. Oper und Schauspiel sind weniger, Operette ist mehr gefragt. Das liegt, rein äußerlich, an der musikalischen und tertlichen Substanz. Aus dieser äußerlichen Voraussetzung flärt sich nicht die Abneigung des Publikums gegen das fünstlerische Moment des Theaters. Es ist auch abwegig, die Intereffenmängel aus einer Veränderung der geistigen Situation allein deuten zu wollen. Ganz irrtümlich aber ist der hundertfach eingeleitete Versuch, die Feind schaft gegen opern- und dramenliterarische Werke im lauten Tone des Allmachtswortes von der Wirtschaftstrise mitflingen zu lassen. Bugegeben: Geisteskrise und Wirtschaftsbankrott find zwei Faftoren, die den Zustand mitbestimmen. Die Entscheidung liegt auf anderer Ebene. Die Entscheidung liegt in der Tatsache, daß es ein Publikum in des Mortes umfassendem Sinne nie gegeben hat. Wie vor fünfzig Jahren bedeutet heute breiten Voltsschichten der Begriff „ Opernhaus" eine sagenhafte Borstellung von Ballrobe, Frack und nebenbei Musit, die aber nebenbei und langweilig ist dazu. Das Theater als pädagogisches Institut hat täglich versagt. Man glaubte sich jahrzehntelang im Besitz eines PubliAbonnentenkolonnen formierten sich aus zahlkräftigen Bürgern, die fums und übersah, daß man nur seinen winzigen Bruchteil besaß. Rausche einer Premiere weniger dem Kunstsinn als dem Gesellschaftsallabendlich Ränge und Parkett bevölkerten und, recht oft, im in den kaufmännischen Theaterbüros, auf granitenem Boden und finn huldigten. Der Zustand wurde Gewohnheit. Man wähnte sich, fühlte ihn plötzlich schwanken, als die Zahlkraft schwand. Was tun? Man entdeckte die Reklame und versuchte sich eines neuen Publikums zu vergewissern. Dieser Versuch mußte scheitern. Das Volk in seiner breitesten Schicht konnte nicht reagieren, weil es ja niemals in wurzelhafter Beziehung zur Schaubühne gestanden hatte. Zwischen der breiten Boltsschicht und dem Theater liegt, unabhängig von der herrlichen Teilarbeit der Volksbühne“, ein heute. Auch ein noch so erfahrener Psycholog und Propagandachef Vakuum, das man zu überbrücken vergaß. Diese Brücke fehlt wird sie nicht von heute auf morgen bauen können. Es wird systemvoller und zäher Arbeit bedürfen. Ist einmal der weite Abstand, den man heute noch Gegensatz nennen kann, überbrückt, werden über diese Brücke, als neu erschlossene geldliche und geistige Quelle, die Millionen derer in die Theater marschieren, die das Theater braucht und die das Theater brauchen. In der Doppelzüngigkeit dieser Tatsache klingen Notwendigkeit und Forderung. Aus welchen Bausteinen die Brücke zu bauen ist, soll hier nicht erörtert werden. Spielplan als literarische Funktion, Schule als grundlegende Funktion und Reklame als wegweisende Funktion werden die Pfeiler sein.( Im übrigen müßte man sich die psychologischen, pädagogischen, künstlerischen und kaufmännischen Erkenntnisse der Gebrüder Rose dienstbar machen.) Eines noch: zieht der allgemeine Reklameweg seine bisherige Bahn, hat man das unangenehme Gefühl, daß das Theater seine Schäflein, die sich in der Sahara verlaufen haben, in Grönland sucht. Zwei Zahlen sollen den Beweis erbringen, daß Bublikum, wenn auch nicht für das Theater, wirklich existiert. Jährlich fließen 470 millionen Mart in Kinolassen. Knapp ein Fünftel dieser Summe würde genügen, um alle deutschen Staatsund Stadttheater ohne jeden Zuschuß lebensfähig zu machen. Das ist eine erstaunliche, aber offenbare Wahrheit. Das Allmachtswort von der Wirtschaftskrise, bezüglich auf das Theater, verliert Gewicht und Kang. Das Theater ist fonkurrenzlos. Es besitzt, wie Kino, Varieté und Rundfunk, seine privaten Lebens- und Wirkungselemente. Würde es, so wie das Kino aus seiner Existenz und seiner Wirkung seine ihm eigentümliche Pädagogik schmiedete, gemäß dieser Lebens- und Wirkungsform offen geçen offen Herz und Gehirn der überwiegenden Mehrheit des Volkes zu gewinnen trachten, würde selbst das unfruchtbare und unsinnige Lied von der fonkurrierenden Leinwand bald und endgültig verstummen. Starwesen, Ensembleungeist, Geistestrise, Gesellschaftswande!, 3irkus, Kino, Geld, Gefühls- und Zeitstückmangel: diese Worte, wenn man sie wörtlich nimmt, bergen in ihrem Kern eine Wahrheit, genügen aber nicht, in ihrer finnlichen Umkehrung als Bilanzbürgschaft und somit als alleinige Hoffnung zu dienen. Die Hoffnung gründet sich auf die Erziehung zur Kunst. Wer dem einfachen Menschen, sei es durch Schule, Presse oder durch das Theater selbst, einen natürlichen Weg in die Welt Mozarts und Hebbels zu bahnen sich bemüht, erschließt seinem Volke das Theater und das Theater seinem Volke. Auf diesem Boden mäch die fünstlerische und ökonomische Rettung der deutschen Schaubühne. Herbstwettfahrten der Freien Segler 335 Boote am Start/ 6., 13. und 19. September Nur eine furze Zeit ist seit den Jubiläumswettfahrten des| 10- Quadratmeter- Rennjollentlasse. Aeußerst gut befchickt ist auch die sreien Segler Verbandes vergangen und schon wieder 10- Quadratmeter- Wanderjollenklasse, das kleinste Boot diefer Gattung, rüstet die Schar der Freien Segler zu der letzten großen sportlichen mit 14 Booten in der A- und 3 Booten in der B- Klasse. Gefallen Veranstaltung dieses Jahres, den Herbstwettfahrten beider scheinen die Mitglieder der Gruppe Ost an der kleinen 20- QuadratGruppen im Kreise Berlin. Wie groß das Interesse der Mitglieder meter- Rielboottlasse gefunden zu haben, da allein 16 Boote dieser für die sportlichen Veranstaltungen ist wenn der Verband Ausschrei- Klasse sich den Startern stellen werden. Von den größeren Kielbootbungen erläßt, zeigt die Zahl von 335 gemeldeten Booten. flassen werden 6 Boote der 30- Quadratmeter- Rennjachtenklasse und Eine Refordzahl, die bisher noch nicht erreicht worden ist, die aber 3 Boote der 35- Quadratmeter- nat.- Kreuzerklasse an den Start gehen. beweist, wie tief der Propagandagebante bei den Mitgliedern Wurzel Gutes Material bergen auch die 75 Ausgleichsjollen, oft verlappte geschlagen hat. Denn nur bei Wettfahrten ist es möglich, die Macht Rennjollen, in 8 Klassen eingeteilt. Im gleichen Verhältnis steht der Arbeitersegler zu zeigen, wenn das Gros der Boote im friedlichen das Meldeergebnis der Gruppe West Wettkampf beieinander liegt. Die Gruppe Ost im Kreise Berlin hat durch die Mehrzahl der Vereine gegenüber der Gruppe West eine Meldezahl von 218 Booten aufzuweisen; die Gruppe West eine solche von 117 Booten. Dem Wunsche der Mitglieder Rechnung tragend, finden die Wettfahrten Wunsche der Mitglieder Rechnung tragend, finden die Wettfahrten der Gruppe Dst diesmal auf dem Müggelse e, dem einwandfreisten Wettfahrgebiet, am Sonntag, 6. und 13. September statt. Die Startund Ziellinie befindet sich bei dem Restaurant Müggelschlößchen und beginnen die Wettfahrten an beiden Tagen um 11 Uhr. Der Tegeler See ist das Wettfahrtgebiet für die Gruppe West am Sonntag, 13. und 19. September. Beginn der Wettfahrten ebenfalls um 11 Uhr mit der Start- und Ziellinie vor dem Bootsplatz der Tourensegler- Bereinigung Tegel. Vereinigung Tegel der führende Verein in der Abgabe von Melmit 10 beteiligten Vereinen. Auch hier ist wieder die Tourensegler bungen mit 35 Booten, darunter allein 26 Klassenfahrzeugen, folgend Verein Stößensee rangiert an dritter Stelle mit 15 gemeldeten der Wassersport- Verein Nordstern" mit 17 Meldungen. Der SeglerBooten. Wieder gut gemeldet haben auch die Freien Segler Jörsfelde mit 14 Booten, dann folgt der Verein Spandauer Jollensegler, Verein ,, Waldkater" mit 9, die Freien Segler Wannsee mit 6, der der nur das Kernmaterial gemeldet hat, mit 10, der WassersportSegel- Club Weinmeisterhorn mit 4, die Freien Segler Saatwinkel mit 3 und die Wandersegler Pichelswerder mit 2 Meldungen. Auch die Einzelmitglieder beteiligen sich mit 3 Meldungen in beiden Gruppen, jedoch könnte hier das Ergebnis besser ausfallen. Der Einteilung nach entfallen die 117 gemeldeten Boote der Gruppe Weſt in 72 Klassenfahrzeugen, 32 Ausgleichsjollen, 9 Ausgleichsjollenkreuzern und 4 Ausgleichskreuzern. Bitte, nun feinen Regen für die Wettfahrttage, Safür eine frische Brise und dann kommt ihr Wassersportler, die ihr noch abseits steht! Geht zu den sportlichen Kämpfen eurer Genossen und füllt die Reihen, zum Wohle der Freien Segler und Motorboots fahrerbewegung, zum Wohle der Arbeitersportbewegung. W. T. ARBEITER FUSSBALL = Die Spiele am Sonntag Der fommende Sonntag sieht wieder einige interessante Kämpfe vor. So werden sich in Pantom, Sportplay Kissingenstraße, Eina Die tracht Reinickendorf und Pankow gegenüberstehen. Reinickendorfer haben erst am legten Sonntag nur knapp gegen Spandau gewinnen können. Ob es ihnen gelingen wird, gegen die äußerst flinken Bantower ebenfalls einen Sieg zu landen, bleibt sehr fraglich. Eine weiteren wichtigen Kampf gibt es im Neuköllner gegenüber. Wenn die Neuköllner auch in den letzten Spielen nicht Stadion, Platz 6. Hier stehen sich Minerva 28 und Adler 08 mehr das gezeigt haben, was man von ihnen erhofft hatte, so zählen schaften. Spandau sollte sich von Luckenwalde III sicher die fie auf eigenem Platz doch immer noch zu den gefürchtetsten MannPunkte holen, das heißt aber nur, wenn sie mit alter Mannschaft antreten. Sonst fann es zu einer sehr unliebsamen Ueberraschung führen. Den schwersten Gang haben die Weißenseer vor sich. In Trebbin hat so leicht noch keine Mannschaft gewonnen. Hertha 11 und Luckenwalde II werden sich in der Hegheide einen harten Kampf liefern. Weitere Spiele: Hansa 31 gegen Eintracht- Bezirksmannschaft in den Rehbergen. Vorwärts- Wedding gegen Weißensee- Bezirksmannschaft ebenfalls in den Rehbergen. Zehdenid gegen Adler 08- Bezirksmannschaft. Blankenburg gegen Sagonia. Wansdorf gegen Freie Scholle. Lychen gegen Templin. Cladow gegen Rathenow- Süd. Freiheit- Rathenow gegen Potsdam. Brandenburg gegen Eintracht- Spandau. Kegin gegen Brieselang. Werder gegen Charlottenburg. Alt Staaten gegen Elstal. Drewiß gegen Caputh. Fohrde gegen Trechwig. bensdorf gegen Lehnin. Kirchmöser gegen Jeserich. Grebs gegen Neegen. Witt stod gegen Perleberg. Prizwalt gegen Anrig. Wilmersdorf gegen Brüd. Friedenau gegen Teltow. Jüterbog gegen Dahme. Woltersdorf gegen Lucena walde I- Bezirksmannschaft. Niemegt gegen Kloster Zinna. Lichtenberg IC spielt in Pantow, Kissingenstraße, gegen Pankow III. Von den 17 beteiligten Vereinen der Gruppe Off steht wieder die Freie Vereinigung der Tourensegler Grünau mit 36 abgegebenen Bootsmeldungen an der Spitze. Auch der SeglerUeberraschend ist die Tatsache, daß die stärkste Klasse hier die Berein Rahnsdorf hat alles verfügbare Bootsmaterial durch 22 ge- 20- Quadratmeter- Rennjollenklasse, mit einigen Neubauten meldete Boote eingesetzt; bringen doch die Herbstwettfahrten das diesjähriger Saison, bei einer Beteiligung von 20 Booten Schlußergebnis für dieses Jahr um den heißumstrittenen Wander ist. Mit 16 Booten folgt die 15- Quadratmeter- Wanderjollenklasse, preis für die Klassenfahrzeuge. Mit je 20 gemeldeten mit den alten Rivalen ,, Ronchi" und Freiheit", die mit keinem Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften 16 Uhr; Booten tritt der Segel- Club Fraternitas und der Wassersport- Verein Sommer- Neubau zu rechnen brauchen. Zehn Boote stellt die zweite Männermannschaften 14.15 Uhr; Jugendmannschaften 10 Uhr. 1921 an. Gut ist auch das Ergebnis des Segel- Clubs 1898 mit 15- Quadratmeter- Rennjollenklasse und 4 Boote die kleinere 10- Qua17 Meldungen. Der Segel- Club 1919- Stralau mird 16 Boote dratmeter- Rennjollenklasse. Die Jollen mit dem Dach über dem Kopf, Den Auftakt zur kommenden Hockey- Serie wird die Fr. Sp.-B. entfenden. Dann folgen ebenfalls mit guten Ergebnissen und auch die Jollenkreuzer, scheinen in der Gruppe West besonders viele An- Niederschönhausen, Abt. Pankow, mit ihren Männer- und Frauenguten Booten die Freien Segler Müggelsee mit 14 und die Segler: hänger gefunden zu haben; starten doch allein in der 20- Quadrat- mannschaften im Freundschaftstreffen gegen Moabit und Volkssport Bereinigung Niederschöneweide und der Verein Berliner Jollensegler meter- Klasse 8 und in der 15- Quadratmeter- Klasse 5 Boote, während Neukölln- Frauen auf dem Kissingensportplay in Bankow geben. mit je 13 Booten. Der Wassersport- Verein Krossinsee wird mit die Gruppe Oft fein einziges Boot dieser Klassen bei den Wettfahrten Spielbeginn: 2. Mannschafein 9 Uhr, Frauen 10% Uhr, 1. Mann9 Booten an den Start gehen, folgend der Wassersport- Verein Welle aufzuweisen hat. Dafür weist die 10- Quadratmeter- Wanderjollen- fchaften 12½ Uhr. mit 8 Booten und der in diesem Jahre neu hinzugefommene Segelflaffe gegenüber der Gruppe Oft nur 4 Boote auf. Auch die FlossenClub„ Hansa" mit 7 Booten, dahinter die Tourensegler Zeuthen mit fieler sind weniger vertreten, da nur 3 Boote der 30- Quadratmeter6 Booten. Fünf Fahrzeuge stellt der Segel- Berein Freiheit". Je Rennjachtenklasse an den Start gehen werden. Alle sieggewohnten 4 Fahrzeuge der Segel- Club Aeolus und die Waffersport- Bereinigung Schnelläufermannschaften" sind wieder bei den 32 Ausgleichsjollen, 1929. Den Schluß macht der Segel- Club Wendenschloß mit drei die in 5 Klaffen starten, vertreten, forgend für einen guten Sport gemeldeten Booten. auch in diesen Klassen. Unter den 218 gemeldeten Booten befinden sich 128 Klassenfahrzeuge, während der Rest auf 75 Ausgleichsjollen, 4 Ausgleichsjollenfreuzern und 11 Ausgleichsfreuzern entfällt. Die stärkste klasse im Felde Und wer nun glaubt, daß es nur Freie Segler gibt, der wird sich belehren lassen müssen, daß auch Freie Motorbootler in großer Anzahl unter der Verbandsnationale versammelt find. Mit dem Zeitschuß für die Wettfahrten, eine Viertelstunde vor 11 Uhr, werden sich an den ersten Wettfahrttagen in beiden Gruppen die Motorboote des FSB. in Kiellinie durch die Startlinie begeben, ist in der Gruppe Ost die 15- Quadratmeter- Wanderjollenklasse mit 30 Booten in der A- und B- Klasse. Trozz Wirtschaftskrise werden in dieser Klasse drei Neubauten an den Start gehen. Zurüdgegangen in der Beteiligung ist die 20- Quadratmeter- Rennjollenflasse mit 15 Booten in der A- und B- Klasse, die jedoch gutes um die Wettfahrtbahn abzufahren, als Propaganda dafür, daß der Material in sich birgt, während die 15- Quadratmeter- Rennjollenflaffe Freie Segler- Verband auch die Stelle ist, wo der Arbeiter- Motor22 Boote mit einem guten Neubau aufweist. Neun Boote stellt die bootfahrer hingehört. PROGRAMM für die Zeit vom 4. bis 7. September BTL Potsdamer Straße 38 W. 5, 7, 9. S. 3, 5, 7, 9 Uhr Die große Attraktion mit Richard Tauber Für Jugendliche freigegeben Rheinstraße 14( An der Kais.- Eiche) W. 5, 7, 9, S. 3. 5, 7, 9 Uhr Die Frau, von der man spricht mit Mady Christians Anfängerturnier Tennis- Rot Am 5. und 6. September kommt der jüngste Nachwuchs, Spieler und Spielerinnen, die nicht länger als ein Jahr den„ weißen" Sport betreiben, zu frohem Wettbewerb zusammen. Nahezu 60 Teilnehmer aus allen Abteilungen sind für die Einzelkonkurrenzen gemeldet. Spielstärke fann als ziemlich ausgeglichen bezeichnet werden. Die Spiele werden auf den Vereinsplägen im Boltspark Jungfernheide ausgetragen. Beginn der Vorrunden am Sonnabend um 15 Uhr. Die Treffen werden dann am Sonntag ab 8 Uhr bis zu den Schlußrunden durchgeführt. Zu derselben Zeit folgen einige Mitglieder einer Einladung von Tennis Rot Chemnih, dort anläßlich einer Kartellveranstaltung Werbespiele vorzuführen. M um Tennis- Rot Groß- Berlin, e. V. Zum Anfängerturnier am Connabend haben die Teilnehmer soweit fie von der Arbeit abkommen- um 15 Uhr anzutreten. Dagegen müffen am Conntag alle Teilnehmer pünktlich um 8 Uhr auf den Plähen sein. Wer beim Aufruf fehlt, wird von der Turnierliste ge strichen. Fahrtverbindung: Schnellbahn bis Bernerwerk. KINO- TAFEL Moabit Artushof Film u. W. ab 6.30 U. Mariendorf C Süden Bühne Sonnt, ab 5 U. Ma- Li onille Uhr Th. am Moritzplatz Perleberger Str. 29 Tonlichtspiele 62, 9 Tonlustspiel Chausseestr. 305 So. ab 5 U Das Geheimnis der roten Katze mit 100 proz. Tonfilme: Nie wieder Liebe Siegfried Arno, Rosa Valetti mit Lilian Harvey. Bressart, Liedtke Beiprogr. Woche- Bühnenschau In Jena sind die Mädchen so blond mit Baumann Welt- Kino W. 6.45 u. 9.00 U Alt- Moabit 99 Sonnt ab 4.45 U. Jugendliche Zutritt Der Schrecken der Garnison mit Felix Bressart, Lucie Englisch Tonbeiprogramm Charlottenburg Odeon, Potsdamer Str.75 Kant- Lichtspiele W. 5, 7, 9, S. 3, 5, 7, 9 Uhr Kantstr. 54( an der Wilmersdorfer Str.) Der Schrecken der Garnison mit W. 5, 7, 9 Uhr Felix Bressart Für Jugendliche freigegeben Turmstraße 12 W. 579U. S. 3,5,7,9 U. S. ab 3 Uhr Nie wieder Liebe mit Lilian Harvey, Felix Bressart, Harry Liedtke Wilmersdorf Die Frau, von der man spricht mit Atrium Beba- Palast Mady Christians Alexanderstr. 39-40 ( Passage) Den ganzen Tag geöffnet. Sonntags ab 3 Uhr Der Schrecken der Garnison mit Felix Bressart Für Jugendliche freigegeben Unter den Linden Die Kamera Unter den Linden 14 ( A 1) 2943 Jäger 3. 5, 7, 9 Uhr Die wunderbare Lüge der Vina Kaiserallee, Ecke Berliner Straße W. 7 u. 9.15 Uhr S. 5, 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Trara um Liebe mit Tempelhof Tivoli Berliner Str. 97 Tägl. 5, 7, 9 U. Stgs. 3 Uhr: Jug.- Vorst. Lichter der Großstadt m. Ch. Chaplin Schmeling- Stribling Jugendliche haben Zutritt Neukölln Mercedes- Palast Hermannstr. 212. Woch. 612, 9, Stg. ab 3 100 proz. Tonfilm: D. große Attraktion mit Richard Tauber Bühne: Fredy Rolfs Jazzrevue Jugendliche haben Zutritt Primus- Palast Woch. 6.30 U. Sonnt. ab 3 U. Felix Bressart, Georg Alexander, Am Hermannplatz, Urbanstr. 12/76 Regie: Richard Eichberg Tonfilmbeiprogramm Schöneberg Kriminaltonfilmerfolg: Der Zinker Bühne: Eisballett Klamek Beiprogramm Kukuk Wchtg. 79 Titania Schönebg. Kottbusser Damm 92 Hauptstraße 49 Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr 100 proz. Tonfilm: Meine Cousine aus Warschau mit Liane Haid, Fritz Schulz Tonbeiprogramm Friedenau Petrowna mit Brigitte Helm, Fr. Kronen- Lichtspiele Lederer, Warwick Ward Beiprogramm Westen Primus- Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Rheinstr. 65 Wochentags 7, 9 Uhr Sonntags 5, 7, 9 Uhr Pat und Patachon auf Freiersfüßen Gutes Tonbelprogramm- Jgdi, Zutr. Steglitz Wochentags 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Titania- Palast W. 6.30, 9 U. Stg.4,6.30,9 U Sonntags 3.15, 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Uraufführung: Uraufführung: Wochent. 6.45, 9 U. Sonnt. 3, 5. 7, 9 U. Tonbeipr. Tonfilm: Lichter der Großstadt mit Charlie Chaplin Jugendliche haben Zutritt Excelsior Wochent. 6.45, 9 U. Sonnt. 3, 5, 7, 9 U. Kaiser- Friedrich- Straße 191 Tonfilm: Rango, ein filmisches Tierepos aus den Dschungeln Sumatras Beiprogramm- Jugendliche Zutritt Stern, Hermannstraße 49 Wochent. 6,45, 9 Uhr. Sonnt. 5, 7, 9 Uhr 100 proz. Tonfilm: Die Frau, von der man spricht m. Mady Christians Tonbeiprogramm Südwesten Lustspielschlager: Um eine Nasen- Tonlustspiel: Um eine Nasenlänge Lichtspiele Südwest länge mit Siegfried Arno, Lucie Englisch, Julius Falkenstein Friedrichstadt mit Siegfried Arno, Lucie Englisch Blücherstr. 12 W. 7. So. ab 5 Uhr Tonfilmbeiprogramm Franziskaner Tageskino ab Zeli 11 Uhr vorm. Zehlendorf- Mitte 5, 7, 9 Uhr 100 proz. Tonfilm: Gassenhauer ( Marie und ihre fünf Freier) Beiprogramm Tonwoche Beg. Wo. 5. 7, 9, Stgs, ab 4.30 Uhr Tonfilm: Stürme über d. Montblanc mit Leni Riefenstahl, Sepp Risp Verzeih' mir m. Schulz, Betty Bird Südosten Luisen- Theater W. ab 6.30 Stg. ab 3 U. Reichenberger Str. 34 Der Wallace- Kriminal- Tonfilm: Der Zinker Dazu: Räuber der Unterwelt Stella- Palast Köpenicker Straße 11-14 Wochtgs. ab 6% U., Sonntags ab 3 U. Charlie Chaplin in seinem bisher größten Film: Lichter der Großstadt Auf der Bühne: 40 Minuten Varieté Jugendliche haben Zutritt Neue Philharmonie Köpenicker Str 96. Tonfilmoperette Beiprogramm Monte Carlo m. Jeanette MacDonald ( Regie Lubitsch) Bühnenschau Flora- Lichtsp. Landsberger Allee 40/41 W. 62, 9 U., Stg. ab 4 U. Rango, der herrliche Urwaldfilm Volldampf mit George Bancroft Charlie Tonwoche Jugdl. Zutritt Osten Germania- Palast Frankfurter Allee 314 Woch. 6.30, Sonnab. 5, Sonnt ab 3 Uhr Kassenöffnung 1/2 Stunde vorher PROGRAMM für die Zeit vom 4. bis 7. September Weißensee Harmonie Langhansstr. 23 Wochent. 7 u 9U. Sonnt. 5, 7 u. 9 U. Tonfilm: Das Ekel m. Max Adalberi Gr. Orchesterkonzert Bühnensch. Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 206-216 6,30, 9 Uhr Der Drachenföfer mit Harold Lloyd Seine Freundin Annette m. Lissi Arna Friedrichsfelde Tonfilm: Elisabeth von Oesterreich Kino Busch Woch. 6.15 u. 9 U. ( Der Leidensweg einer Frau) mit Lil Dagover, Paul Olto Beiprogramm Bühne: Die berühmte Zigeunerkapelle Gracianescu Argo Mira von der Volksoper Wien Luna- Palast Woch. 5 Uhr Sonnt.ab 3 Uhr Große Frankfurter Str. 121 Elisabeth von Oesterreich mit Lil Dagover Alt- Friedrichsfelde 3 Stg. 5, 7, 9 Uhr. 100 proz. Tonfilm:, Greta Garbo spricht Deutsch in Anna Christie Lustiges Beiprogramm Woche Norden Tonfilm Alhambra Müllerstraße 136, Bühne: Marion Guido, Jazz- Künstl. und illustrierte West- Schau Ecke Seestraße Wochent. 5, 7, 9 U., Sonnt. 3, 5, 7, 9 U Die große Attraktion mit R. Tauber Jugendliche haben Zutritt Schwarzer Adler Allee 99 Müllerstr. 142 W. 5,7,9 U Stg. 3,5,7,9U. Frankf Pharus- Lichtspiele Woch. 5, 7, ca. 9, Stg. 3, 5, 7, 9 U. Der Schrecken der Garnison Tonlustspiel: Das Ekel mit Max Adalbert Erstes Tonkabarett mit Siegfried Arno, Otto Wallburg Jugendliche haben Zutritt mit Felix Bressart Reichhaltiges Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Pankow Filmeck Wochent ab 6% U. V. T. Lichtspiele vaher Palast- Theater Sonntags ab 3 Uhr, Am Görlitzer Bahnhof. Elisabeth von Oesterreich mit Lil Dagover Große Bühnenschau Baumschulenweg Viktoria Frankfurter Allee 48 W.5, So. 3 Uhr Breite Straße 21 a W. 7 u. 9, Stg. 5, 7, 9 U Tonoperette: Nie wieder Liebe Das große Tonfilmlustspiel: mit Bressart, Lilian Harvey, Liedike Tonbelprogramm Nie wieder Liebe mit Felix Bressart, Lilian Harvey, Harry Liedtke Großes Beiprogramm Zentrum Lichtspielhaus W6309U S 4,6 U. Baumschulenstr. 78 Sonnt. 2U: J- V. Babylon, am Bülowplatz Fritz Lang's Kriminaltonfilm:„ M" mit Peter Lorre, Gründgens- Beipr. Wochentags 5, 7, 9.10, Sonntags 3 Uhr 100 proz. Tonfilm: Sternwarte- Treptow Meine Kusine aus Warschau Sonnabend 8. Sonntag 4, 6, 8 Uhr: Inschallah. Mit Auto und Kamera im Reiche des Kalifen( Film) Nordosten Prenzlauer Beginn täglich Film- Palast Kammersäle„ Elysium" Allee 56 Stg. 3 Uhr: Jugendv. Teltower Str. 1 W. 5.30, Stg. ab 3 30 U. Wo. 5.15, 7.00, 9.15. So. 3.15, 5, 7.15. 9.15 U. Der Schrecken der Garnison mit 100 proz. Tonfilm: Der Schrecken der Felix Bressart Garnison mit Felix Bressert Jugendliche haben Zutritt Beiprogramm- Jugendliche Zutritt Georgenstraße( Ecke Friedrichstraße) Potsdamer Str. 40 Elisabeth von Oesterreich mit Lil Dagover Der falsche Ehemann mit Maria Pandler, Joh. Riemann Belprogramm Meine Cousine aus Warschau mit Liane Haid Bü.: Willi Rosen Foxtonwoche mit Liane Haid Bühne: 34 Std. Varieté Neu- Lichtenberg Kosmos- Lichtspiele Lückstr. 70 Wochent. 5, 7, 9 Uhr Sonntags 5, 7. 9 U. 100 proz. Tonfilm: Voruntersuchung mit Bassermann, Gustav Fröhlich Beipr. Bil.: Die 5 Uebermütigen Tivoli Berliner Straße 27 Wochent. 7, 9 Uhr, Sonnt. 5, 7, 9 Uhr. 100 proz. Tonlustspiel: Nie wieder Liebe mit Felix Bressart, Lilian Harvey, Harry Liedtke Woche Tonbeipr. Tegel Bühnensch. Filmpalast Tegel BahnhofWochent. 6, Sonnt, 4% U. 100 proz. Tonfilm: Zwischen Nacht und Morgen ( Dirnentragödie) mit A. Egede Nissen, O. Homolka Bü.: 10 Akkordeons Hennigsdorf Filmpalast St 4, 61/2, 8% UBerliner Straße 59 2 mal Hochzeit Beg. W. 6, 8.30 100 proz. Tonfilm: mit Liane Haid, Ralph A. Roberts Bühne: Busterda- Ballett