Morgenausgabe Nr. 419 A 211 4S.Iahrgang Wöchentlich 85 Pf., monatlich 3,80 M. < davon 66 Pf. inonatlich für gustel- lung ins Hansf im voraus zablbar. Poitbezug �.32 M, einschließlich 60 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf.Postbeftcllae- bühren. Auslondsabonnement 6,— M. pro Monat: für Länder mit ermäßig» tem Druckfachenporta s,— M. Der„Vorwärts" erscheint wochentäg. Iich zweimal, Sonntags und Montag, einmal, die Abendausgabe für Berlnr und im Sandel mit dem Titel„Der Abend", Illustrierte Sonntagsbeilage .Voll und Zeit". berliner Voltsblatt Oienstag 8. Septembei- �9)1 Groß-Äerlin 1O Pf. Auswärts 15 p'f. Die einspalt. Nonpareillez«ile LS Jf. Neklamezeile 5,— RM.„Kletae Anzeigen" das fettgedruckte Wort Pf. (zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Dort 12 Pf. Rabatt lt. Tarif. Stellengesuche das erste Wort 13 Pf., jedes weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 00 Pf. Familienanzeigen Zeile 40 Pf. Anzeiaenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3. wachen- täglich von 8V* bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Jentealoegan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernfpr.: Dönhoff(A 7) 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berl«. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheiklonto:BerlinZ763e.— Bankkonto: BankderArbeiter.Sngestellten und Beamten, Lindenstr. Z, Dt. B.». Di»c.-Ges., Depositenk., Jerusalemer Str. KS/SS Besprechungen mit Brüning. Heuie Sitzung der sozialdemokratischen Reichsiagsfraktion. Die Altfang voriger Woche vertagten politifchenBe- sprechungen zwischen der Reich sregierung und der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion wurde am Montag unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning und in Anwesenheit des Reichsfinanzministers Dietrich und des Reichsarbeitsministers Dr. Stegerwald fort- gesetzt. Für die sozialdemokratische Fraktion waren an diesen Verhandlungen beteiligt die Abg. Wels, Dr. Hilferding, Dr. Hertz, Aufhäuscr und Roßmann. Die Ver- Handlungen galten im wesentlichen der Abänderung der Juni-Notverordnung. Die Reichsregierung hatte seinerzeit in Aussicht gestellt, daß vor Zusammentritt des Reichstags eine Reihe der schlimmsten Härten beseitigt werden sollte. Dabei handelt es sich im wesentlichen um Aenderungen hinsichtlich der Arbeitslosenhilfe, der Kriegsbeschädigten- fürsorge und um Wiederherstellung des Tarifrechts für die in öffentlichen Unternehmungen beschäftigten Arbeitnehmer. Das Ergebnis dieser Verhandlungen, in denen«ine Reihe vqn Fortschritten erzielt wuichen, beschäftigte am Montagnachmittag derVorstanddersozialdemo- kratischen Reichstagsfraktion. Er billigte die Haltung seiner Vertreter. Im übrigen diente die Sitzung der Vorbereitung der am Dienstag stattfindenden Sitzung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Sie wird nicht nur zu den Ergebnisten der sehr langwierigen Verhandlungen mit der Reichsregierung Stellung nehmen, sondern sich auch mit der künftigen Politik der Sozialdemokratie und den Aufgaben zur Ueberwindung der Wirtschaftskrise beschäftigen. Kleinsiedlung für Arbeitslofe? Gn plan der NeichSregierung. Da» Relchskabiaetl beschästigte sich am Montag u. a. mit einem plan zur Kleinsiedlung von etwa 100 000 Arbeit». losen. Die Veratungen werden zunächst zwischen den an der Durch» führung de, planes beteiligten Ressorts sortgeseht. Der plan soll dann nochmals dos Kabinett beschäftigen. Die Absicht geht dahin, vor allem in nächster Umgebung der Städte in verhältnismäßig kurzer Zeit Zehntausende von Arbeits- losen auf das Land zu bringen. In erster Linie kommen für das Siedlungswerk die Krisenunter st ützten und Wohlfahrt?- Erwerbslosen in Frage, also solch« Bevölterungsschichten, die bereits feit längerer Zeit aus dem Arbeitsprozeß ausgeschieden sind und nur schwer wieder in ihn eingegliedert werden können. Man will hauptsächlich Kleinsiedler st ellen in der Größe von 2 bis 4 Morgen schaffen, die mit Gemüse, Kartoffeln und Obst bebaut und zur Haltung von Hühnern, Gänsen, Schweinen und Ziegen eingerichtet werden sollen. Das Wohngebäude soll neben den notwendigen Stallungen höchstens 2 bis 3 Zimmer umfassen. Sämtlichen Siedlern soll die Möglichkeit zum käuslichen Erwerb der Siedlung gegeben werden. Allein in der Nähe von Berlin will man 30 IM Morgen sür Kleinsiedlungen verfügbar machen und so für 20 000 bis 25 000 Menschen Wohn- und Arbeitsgelegenheit schaffen. Der Plan der Kleinsiedlung soll unter Aufsicht eines Reichskommis- sars durchgeführt werden. Preußens Sparmaßnahmen. Es sollen 150 bis 200 Millionen eingespart werden. Das finanzielle Erträgnis der von der preußischen Staaisregicrung für Preußen und seine Gemeinden in Aussicht genommenen Sparmaßnahmen wird aus 1 S 0 b i s 2 0 0 M i i» iionen Mark bezisserl. Davon entfällt auf die Volksschulen bzw. ihre Lehrer durch Kürzung der Stellenzulagen ein Betrog von rund 40 Millionen Mark. Aufhebung der badischen Gesandtschast bei Preußen Karlsruhe, 7. September. Der badische Gesandte in Berlin, F. Honold, hat zum 1. Oktober dieses Jahres um seine E n t l a s su n g gebeten, die ihm vom Staats- Ministerium auch bewilligt wurde. Die Neuregelung der Ver- tretung Badens beim Reich bleibt einem künftigen Zeitpunkt vor- behalten. Unabhängig von dieser Entscheidung hat das badische Staatsministerium auf Anregung des preußischen Ministerpräsidenten zum 31. März 1932 die Aufhebung des badischen G«- sandtenpostens bei der preußischen Regierung beschlossen. Thüringen hebt das Wirtfchastsministerium auf. Weimar, 7. September. Wie zuverlästig verlautet, wird das thüringische Wirtschasts- minstterium auf Grund der dem Lande erteilten Notverordn-ungs- befugnis in absehbarer Zeit aufgehoben werden. Begründet wird die Mahnahme damit, daß in der gegenwärtigen Notzeit Zweck und Aufgabenbereich des Ministeriums durch die fortschreitende Reichsgesetzgebung so eingeschränkt seien, daß ein selbständiges Wirt- schaftsministerium für Thüringen sich kaum noch rechtfertigen laste. Die Abteilung Landwirtschast wird der Abteilung sür Domänen und Forsten im Finanzministerium angegliedert. Die übrigen Abterlun- gen sollen dem Jnnenminstterium zugeteilt werden. Kampsansage in Bristol. Eröffnung des britischen GewerkschastskongresseS. London, 7. September.(Eigenbericht.) Am Montag wurde in Bristol der 63. Kongreß der eng- tischen Gewerkschaften eröffnet. Der Ton der Diskussion zeigte bereits am ersten Tage jene Verschärfung, aus die man angesichts der jllMten Ereignisse in England gefaßt sein mußte. Di« Arbeiterklaste Englands fühlt sich bedroht und rüstet sich zum Kamps«. In den Reden, die der Vorsitzende Hayday und der Sekretär der Gewerkschaften C i t r i n e am Montag hielten, kam vor allem der unbeugsame Widerstand gegen jede Kürzung der Arbeitslosenunterstützung und gegen jeden Angriff «ruf die Löhne zum Ausdruck. Die Attion der Notregierung wird als eine Bedrohung des Lebens st andards der Arbeiter- klaste angesehen. Der G e g e n p l a n zur Beilegung der Finanzkrise, den die Gewerkschaften ausgearbeitet haben und der im großen und ganzen mit dem der Arbeiterpartei übereinstimmt, geht davon aus, daß die Krise in der Form, wie sie Macdonald darstelle, nicht existiere. Sie sei von ihm übertrieben worden, um die Ein- willigung seiner Partei und der Gewerkschaften in die Opfer der Arbeiterklasse zu erreichen, die nach Meinung der City und der aus- kändffchen Finanz notwendig feien:„Die Banken werden uns beherrschen, solange wir sie nicht beherrschen." Dieser Satz aus der Rede Haydays wirb den Ton für den ganzen Kongreß abgeben. Die Lobour-Abgeordneten. die an dem Kongreß teilnehmen, werden zur Eröffnung des Parlaments am Dienstag nach London zurückkehren und dann wieder nach Bristol fahren. Es hängt von dem Bcrlauf der parlamentarischen Arbeiten ad, wann der Führer per Opposmon. Henderja«, aus dem Kongreß sprechen wird. „Mit Dank zur Kenntnis." Senfer Hat zum Haager Spruch. Genf. 7. September.(Eigenbericht.) ver VSlkerbundsrol beschloh am Montag, angesichts der verzichterklärungen Deutschlands und Oesterreichs im Europa-Ausschuß auf die Zollunion, sich nicht mehr mit dem Gutachten des haagcr Gerichtshofes zu befassen. Er nahm lediglich mit Dank von der Entscheidung Kenntnis. Der Ratssitzung lag ferner ein Gesuch der ungarischen Regierung vor, die Finanzlage des Landes durch den Völker- bund prüfen zu lasten. Der Rat beauftragte das Finanz- k o m i t e e mit dieser Prüfung. Da Griechenland die durch frühere Abkommen geregelte Zah- lung sür die Auswandererfürsorge an Bulgarien wegen des Aus- falls der bulgarischen Reparationssumme infolge des Hoover-Iahrss eingestellt hat, besteht die bulgarische Regierung auf Weiterzahlung mit der Begründung, diese Zahlungen seien keine Verpflichtungen gegenüber der bulgarischen Regierung, sondern gegenüber den Flüchtlingen. V e n i z e l o s verlangte, daß der Rat sich nicht mit der Interpretation des bulgansch-gnechischen Flüchtlingsabkommens befaste. Griechenland sei trotz des Sieges durch die Invasion mehr geschlagen worden als Bulgarien. Nach mehrstündiger Debatte zwischen Venizelos und M a l i n o f s wurde auf Vorschlag Briands die Entscheidung vertagt, um in Verhandlungen eine befriedi- gende Lösung zu finden. Das Ende der Alottenmeuterel. Nach einer Meldung der Associated Preß aus Santiago de Chile wird jetzt offiziell bestätigt, daß die meuterische Flotte sich bedingungslos er- geben hat. Durch ein tragisches Mißverständnis sind in Maipo viele Tote und Verwundet« zu beklagen, da zwei Regimenter der chilentschen Regierungstruppen irrtümlicherweise auseiu- aubcr schösse«. Kredite vom Monde. Oer neueste Humbug der Hitler-Partei. Diese Zeit der Krise und der Rot hat Millionen von Menschen aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht. Je schlechter die Wirtschaftskonjunktur, desto glänzender die Konjunktur für politische Scharlatane. Das hat in einer der ersten Sitzungen des gegenwärtigen Reichs- tags, der in den nächsten Tagen seinen einjährigen Geburts- tag begeht, der Führer der Bayerischen Volkspartei-Fraktion, Prälat Leicht, mit treffenden Worten zum Ausdruck gebracht, als er den sich wild gebärdenden Nazi-Abgeordneten verächtlich zurief:„Unser Volk ist krank— denn wenn wir gesund wären, dann säßen Sie nicht hier!" Indessen, man sollte meinen, daß der politische Betrug eine Grenze findet, die er nicht überschreiten darf, um nicht allzu sichtbar entlarvt und sogar von denen als Schwindel erkannt zu werden, die ihm bisher aus gutgläubigem Fanatismus folgten. Aber die Führer der Nazi-Bewegung schätzen offenbar die Intelligenz ihrer Anhängerschaft so niedrig ein, daß sie sich um diese Grenze nicht kümmern. Anders ist es nicht zu erklären daß der Führer der Berliner Nationalsozia- listen Dr. Goebbels dieser Tage in einer Sportpalastkund- gebung sich folgende Sätze leisten durfte: „Es ist auch unwahr, zu behaupten, Deutschland bekomme keii»en Kredit, weil die Nationalsozialisten an die Macht wollen. Nein, es bekommt keinen Kredit, weil wir noch nicht an d e r Ma cht s i n d!" In einer Versammlung von Menschen mit einem Mindest- maß von politischem Verstand hätte der Vater dieses Aus- fpruches unter stürmischem Hohngelächter auf der Stelle ab- treten müssen. Statt dessen aber hat Goebbels auch diesmal den brausenden Beifall seiner SA.-Mamelucken geerntet. Die Wirtschaftskrise ist in Deutschland verschärft durch eine K r e d i t k r i s e von unerhörtem Ausmaße. Der Mangel an Krediten ist es, der zahlreiche Unternehmungen nötigt, ihre Betriebe einzuschränken oder sogar stillzulegen. Millionen von Menschen sind deshalb arbeitslos. Die maßgebenden Stellen schätzen den Abfluß fremder Kapitalien aus Deutsch- land seit einem Jahre auf vier Milliarden Mark. Die S t ill h a l t u n g s a k ti o n, die auf der Londoner Konferenz im Juli von den Regierungen empfohlen und kürz- lich in Basel von den Bankiers wenigstens für die nächsten sechs Monate beschlossen wurde, hat diese katastrophale Eni- Wicklung, zumindest vorläufig, aufgehalten, sonst wür- den zweifellos schon in den kommenden Wochen weitere Millionen von Arbeitern und Angestellten unweigerlich auf die Straße fliegen. Dieser Abfluß von Milliarden aus Deutschland hat— man kann es an der Hand der wöchentlichen Reichsbank- ausweise demonstrieren— geradezu auf den Tag eingesetzt, als der verrückte Wahlausgang vom 14. S e p- tem der 19 36 in der Welt bekannt wurde. Angesichts des ungeheuren Vormarsches der Nazis begann das Ausland an der politischen und wirtschaftlichen Gesundung Deutschlands zu zweifeln; man sah das Chaos unaufhaltsam nahen, den Bürgerkrieg, das Ueberhandnehmen der nationalistischen Revanchegelüste: und man sagte sich draußen, daß es unter solchen Ilmständen gefährlich sei, sein Geld, selbst unter noch so günstigen Zinssätzen, in Deutschland stehen zu lassen. Innerhalb sechs Wochen war bereits die enorme Summe von einer Milliarde zurückgezogen. Die zunächst un- klare Haltung des Bürgertums, das unwürdige Liebeswerben fast aller bürgerlichen Parteien um die Gunst Hitlers, hat diese Entwicklung beschleunigt. Der Ausspruch Hitlers in Leipzig von dem„K ö p f e r o l l e n" wurde leider im Aus- land nicht als eine bloße Prahlerei angesehen, sondern als die Ankündigung des Bürgerkrieges ernstgenommen: gerade in den Tagen nach de.r Hitlerschen Vorstellung in Leipzig er- reichten die Kündigungen von Krediten eine beträchtliche Höhe. Erst als zur Jahreswende der Reichskanzler Brüning sich endlich dazu aufraffte einen festeren Kurs gegen rechts zu steuern, trat eine Beruhigung auf dem internationalen Geldmarkt ein. Der Auszug der Nazis und Hugenberger aus dem Reichstag flößte der Welt neues Vertrauen in die Kredit- Würdigkeit Deutschlands ein. Da beging Dr. Curtius den katastrophalen Fehler des Zollunionsplanes, der nicht zuletzt dem Gedanken entsprang, man müsse den Nationalsozialisten durch eine große außenpolitische Tat das Wasser abgraben und den Rang ablaufen. Durch diese Konzession an die nationa- listische Ideologie würde das Mißtrauen gegen Deutschland überall wieder wach. Als gar noch der Krach der Oesterreichi- jcheu Kreditanstalt die Schwäche des wdltfchaftlichen Gefüges Neue Heimat. Preußen gründei jede Woche fünf Bauerndörfer/ Don Hermann Tempel, M. d.R. „Fünfundsiebzig Traber hat der junge Baron in seinen Stal- lungen gehabt", erklärt uns achselzuckend der Beamte der Siedlungs- gcsellschaft auf unsere Frage, warum der üppige alte Herrensitz hier im gesegneten Osten Mecklenburgs unter den Hammer gekommen sei.„Zehntausend Morgen bestes Land, komplettes Inventar, Wert vier Millionen: so hat er es, 21 Jahre alt, als Erbe übernommen. Nach drei Jahren war olles verpulvert. Fünfhundert Jahr ist dos Gut in der Familie gewesen. Wie gesagt: fünfundstebzig Traber, und was dann so daran hängt.. Wir verstehen und lassen den Blick über all die sauberen neuen Bauernstellen gleiten, die fast über Nacht auf dem schweren Boden, mitten in der menschenleeren Landschaft aufgebaut worden sind und in diesem deutschen Sibirien— oder ist die Kopfzahl pro Quadratkilometer hier noch geringer als dort?— ein junges Dorf bilden. „Unglaublich war das Ding heruntergewirtschaftet", fährt unser Führer fort, der aus seiner konservativen Grundstimmung gar kein Hehl macht.„Schon während der Zwischenwirtschaft, also zwischen Ankauf und Weitergab« an die Siedler, hat unsere Gesellschaft den Kornertrag von 13 MI Zentnern auf 40 000 steigern können. Jetzt, nachdem die Siedler ihre Stellen haben, wird die Geschichte noch ganz anders kommen. Dort drüben", er zeigt auf eine Turmspitze jenseits unermeßlicher Weizen- und Roggenschläge, deren reifes Gelb in der Sonne brennt,>chort drüben haben wir die Begüterung der Baronin von M. angekauft, die heute in einer Mansarde in Paris an die Unsummen denkt, die sie oerplempert hat. Davon habe ich übrigens ein« genaue Aufzeichnung hier." Er liest ab:„Auf dem Gute leben heute statt 4SS Einwohner 1103. Die Zahl der Pferds ist von 179 auf 314 gestiegen, der Rindviehbestand von 393 auf 1098, die Anzahl der Schweine von 330 auf 2660, der Hühner von 1000 auf 8000. Nur die Schafe, 1783 Stück, sind verschwunden." Stumm hören wir zu. Vor unfern Augen sehen wir di« grenzen- losen Weiten des deutschen Ostens. Und däneben die Elendsguartiere in Berlin und an der Ruhr. Gut bei Gut steht zum Verkauf. Auf jedem zweiten Schloß klebt das blaue Siegel. Da siegt langgestreckt Haus und Park des Junkers von O. Zwei Millionen in bar hat er in zwei wilden Jahren verspielt. Eine vor dem Kriege, eine nachher. Seine Tochter sitzt jetzt auf einer neuen Arbeiter- siedlung und schlägt sich tapser durch auf dem gleichen Boden, auf dem ihre Väter seit 300 Iahren Herren gespielt haben. Eben fährt unser Wagen an der Burg des Grafen Schl. vorbei. 33 000 Morgen allerbestes Land hat er 1924 schuldenfrei über- nommen. Heute leistet er den Offenbarungseid. Der Graf von Ba., der 10 000 Morgen Land eingegattert hat, um 300 Hirsche darin zu hallen, wird seiner Tochter nicht mehr erlauben, nach Paris zu fahren, damit sie sich dort den Bubikopf einwandfrei schneiden lassen kann. Der alte Herr ist restlos pleite. Der Freiherr von Th. neben ihm ebenso. Ein« runde Million hat sein Schloßbau gekostet. Für 80 000 Mark Perser wurden erstanden, als die alten Teppiche nicht mehr gefielen. Ein Marmorkamin für 30 000 Mark wird eingebaut. Kaum in Betrieb, reißt man ihn heraus, weil Dampf- Heizung bequemer ist. Wir staunen ungläubig und erbittert in eins. Die Beamten um uns, alles Männer, die kraft ihrer Stellung genau« Einficht haben, nicken bestätigend. Der Feudal-Adel im ganzen Osten gehl kaputt, wo er nicht umlernt. Sinnlose Vergeudung wie ehedem bedeutet heute unaus- weichlich das Ende.„Bis vor zwei Iahren hatten sie alle selber schuld, wenn sie oerkaufen mußten", entgegnen un» di« Fachleute der Siedlung auf unsere Fragen..Letzt allerdings ist es nicht mehr Schuld allein, sondern auch die Wirtschaftsform an sich, die nicht mehr zu halten ist." Das groß« Gütersterben hat begonnen. Herrenlaad muß wieder Bauern laad«erden. Altes Unrecht wird gesühnt. Die Gesetze der Wirtschaft vollziehen an diesem müden Adel, dessen Kultur sich von der Armut scheuer Tagelöhner nährte, ein Strafgericht. Nie hat deshalb der Osten eine solche Chance von wahrhaft historischer Größe gehabt wie heute, wo der Junker dem Dauern weichen muß. Werden wir sie nutzen können? *** 10 000 neu« Bauernhöf« pro Jahr, das war das Programm Serings, das dem verkalkten Wirtschaftskörper des agrarischen Osten junges Blut zuführen sollte. Das Programm, vor kurzem noch nichts als eine schillernde Utopie, ist in diesem Jahr in Preußen zum ersten Male erreicht, im ganzen Reichsgebiet sogar überschritten worden. 10 000 Höfe, das heißt 200 Dörfer zu je 40 Bauernstellen. Heißt pro Woche fünsjunge Dörferl Heißt neue Heimat für jährlich 3 000 Menschen. Heißt produktive Tätigkeit für Taufende von Bauarbeitern. Ein« Leistung der Republik, von der kaum je gesprochen wird. Ihrs Gegner schweigen sie tot. Trotzdem erst ein Ansang! Unheimlich reißend ist immer noch der Strom der Hunderttausende von Londflüchtigen, der aus den Dörfern in die Sammelbecken der Städte schwemmt und ihr soziales Fassungsvermögen bis zum Bersten anfüllt, während das platte Land wirtschaftlich ausdörrt. Wenn das Sterben der großen Güter in dem Tempo einsetzt, wie wir es heute befürchten müssen, dann erhebt sich zu allem anderen drohend das Gespenst der Versorgung von jährlich hunderttausend Landarbeitern, deren Existenz der Malstrom der Agrarkrise vernichtet. Die Landstädtchen in den weiten Ackergebieten verdorren. Und dabei flüchtet die Phantasie und der Instinkt des alten Bauernblutes Tausender von Großstadterwcrbs- losen bereits wieder zurück in das von den Vätern verlassene Dorf. Ganz große Aufgaben recken sich da empor. Nicht zuletzt vor der Sozialdemokratie! wir müsien die Siedlungsarbeit glatt verdoppeln. Verdoppeln, das bedeutet angesichts unserer Armut: doppell so billig wie bisher und dadurch doppelt so viel. Ist das siedlungs» technisch möglich? Jawohl! Die Not hat uns auch das Problem der Einfachsiedlung lösen gelernt. Im mecklenburgischen Amte Güstrow, auf dem gleichen Boden alfo, auf dem einst Fritz Reuter sein.Lein Hüsung", diese Tragödie des landlosen Dorfarmen, den Junkern anklagend ins Gewissen rief, liegt weitab vom Wege das Gut S. Dort hat man vielleicht den beherzten Versuch gemacht, mit vertriebenen Deutsch- russen und bodenstämmigen Landarbeitern, beide vom Leben gleichermaßen geschmiedet und erbarmungslos gehärtet, die Idee der Einfachsiedlung zu realisieren. Häßlich! Das ist das erste Wort, das einem entfährt, wenn man das neue Dorf bettitt. Nicht mehr die leuchtend roten Ziegel- dächer der jungen Vollbauernhöfe, die uns in den Siedlungen Preußens und Schlesiens entgegengrüßen. Hier in S. und im benachbarten Sch. hat man ganz einfach die vorhandenen Guts- gebäude umgebaut. Das Herrenhaus, die langegestreckten Stallungen, die Speicher, die Brennerei, die Gutsarbeiterwohnun- gen, die Schnitterkaserne, die Feldscheunen und sogar die Schweine- ställe. Dieser ganze große Komplex massiver Bauten ist Wohn- räum. Stallung und Scheune der neuen Bauern geworden. Von den 37 Siedlungen, in die das alte Gut aufgeteilt worden ist, konnten 30 in den vorhandenen Baulichkeiten untergebracht werden. Die Wohnräume sind nicht eben üppig, aber ausreichend. Die Stalleinrichtungen sind zum Teil in Eigenarbeit aus dürftigem Material zusammengeflickt worden. Aus Rundhölzern und Schilf hat man da und dort so gut es ging Geräteschuppen nachträglich zugebaut. Noch einmal: Häßlich! Aber: billig! Billig und durchaus genügend! Die Menschen werden sich in diesen Primittvgehöften ganz gewiß wohler fühlen als ihre Kollegen in den komfortablen Normalsicdlungen, deren Bauzinsen den Ertrag ihrer Arbett auffressen. Sie alle, so gut wie mittellos, haben tapfer mit Hand angelegt bei der Herrichtung ihrer neuen Heimat. Ihre Mitarbeit, das war ihr Anzahlungskapital. Materialtransporte, Holzbearbeitung, Abbrucharbeit, Brunnengraben..Steine herstellen: es gab Möglich- ketten genug für willige Fäuste. Die Deutfchrusien hoben ihre Neubauten aus Lehmbatzen aufgeführt, wie sie an der Wolga üblich waren. 11000- Lehmbatzen— soviel brauchte man für ein Gehöft— kosteten ganz« 68 Mark ön Bargeld! Das Haus sieht famos aus.„Dos steht länger als 100 Jahre." lächell überlegen der Bauer in seinem stark russisch gefärbtem Dialekt auf unsere Frage nach der Wetterbeständigkeit. Es ist gelungen, die Baukosten pro Dollbauernstelle von 16000 auf 6000 Mark im Durchschnitt zu verringern! Die Austeilung und der Neubau haben noch nicht drei Monate beansprucht, während man anderwärts die Zwifchenwirtschast auf zwei und drei Jahre verschleppte, und dabei belastet jeder Monat dieser Zwischen- zeit die Gesamtsiedlung mit 10000 Mark! Das Ergebnis ist: Senkung der Sofien pro Stelle auf die Hälfte des früheren Aufwandes und Senkung der Belafiuug pro Morgen von 24 auf 12 Mark, also ebenfalls auf die Hälfte. Hier werden die Leute sich halten, auch in den Wirbelstürmen der Weltagrarkrise. Man fordert vom deutschen Volk Osthilfe. Das Wort hat für die Nolleidenden der Städte einen gallenbitteren Geschmack. Oft- Hilfe im Sinn der Arbeit, wie sie oben angedeutet worden ist, wäre eine produktive und soziale Tat der Republik. Was für ungeheure Energien harter, arbeitshungriger Land- und Stadt- Proletarier ließen sich hier mobilisieren. Der Osten ruft nach Ver- jüngung. Eine historische Stunde! Wir wiederholen unsere Frage: Wird man sie nutzen wollen? Doppelt so intensiv wie bislang? in Zentraleuropa offenharte, trat m DewkschlanZi die Kaia- ftrophe ein. Frankreich, das allein gegenwärtig über die für eine große Stützungsaktion notwendigen Reserven ver- fügt, weigerte sich, einem Deutschland zu helfen, das durch Rüstungsausgaben, Zollunionspläne und Stahlhelmparaden den' Verdacht erzeugte, als steuere es einen aggressiven, natio- nalistischen Kurs und als hätte die Regierung Brüning nicht den Mut, der Hetze Hitlers und Hugenbergs die Stirn zu bieten. Das ist die einfache, u übe st reitbare Ge- schichtederdeutschenKreditkata ftrophe in den letzten Monaten. Und nun, stellt sich ein Goebbels hin und deklamiert:„Deutschland bekommt keinen Kredit, weil wir— die Nazis— noch nicht an der Macht sind."!! Bon wem erwartet denn dieser Demagoge jene Kredite, die er für den Tag verspricht, an dem er und seine Horden in Deutsch- land herrschen würden? Heraus mit der Sprache! Etwa von der internationalen Finanz? Nun: wir lesen ja täglich im„Völkischen Beobachter, daß die internationale Finanz total verjudet sei. Wenn das wahr ist, dann fragt man sich, ob denn die internationalen„Finanzjuden" ausgerechnet auf den Tag warten, an dem die deutschen Antisemiten am Ruder wären, um Deutschland Milliarden zu leihen? Die Nazipresse zetert täglich über die Golddiktawr, die Frankreich gegenwärtig in Europa ausübe, um feine poli- tischen Forderungen durchzusetzen. Auch uns gefällt die jetzige geldliche Uebennacht Frankreichs und ihre außenpolitische Aus- Nutzung ganz und gar nicht. Aber wer glaubt, daß die franzö- fischen Banken nichts eiligeres zu tun haben werden, als einer Regierung Hitler-Goebbels-Hugenberg Milliarden zu leihen? Kann der Demagoge Goebbels sie etwa zwingen, will er Frankreich etwa den Krieg erklären? Oder erwartet er Geld von Amerika, dessen Banken zum Teil von der franzosen- freundlichen Morgan-Gruppe beherrscht sind und zum anderen Teil von deutschfreundlichen, allerdings meist jüdischen Finanziers wie Warburg und Speyer? W�n aber nicht von Frankreich oder Amerika, von wem denn�sonft erwartet der Naziführer die Kredite, die er so selbstbewußt verspricht? Bon England, das jetzt selbst auf die Hilfe Amerikas und Frank- reichs angewiesen ist? Bon Italien, das selbst über und über verschuldet ist oder am Ende gar von der berühmten „Regierung des Mondes" der Ruch Fischer? ' In Wirklichkeit hat Goebbels wieder einmal einen bodenlosen Blödsinn oerzapft, nur weil der Satz so schön wuchtig klang und weil er sich an ihm berauschte. In normalen, gesunden Zeiten wäre ein Politiker, der sich mit einer solchen Phrasendrescherei als Scharlatan und Betrüger entlarven würde, endgültig erledigt. In verrückten Zeiten wie den heutigen gibt es aber Millionen Menschen, die ihm gläubig folgen: je toller, desto blinder. Nächsten Montag: Neue Welt! Die Kommunisten bleiben heute unter sich. .. Per sozialdemokratische Bezirksvorstand erhielt gestern nachmittag als Antwort auf das schon veröffentlichte Schreiben des Gen. K ü n st l e r folgenden Brief: Wir erhielten Ihr Schreiben vom 7. September, in dem Sie mitteilen, daß Herr Franz Künstler deshalb nicht in der Der- fammlung in der„Neuen Welt" sprechen will, weil Eintrittsgelder für Erwerbslose erhoben würden. Wir machen Sie darauf aufmerk- sam, daß das Eintrtttsgeld so festgesetzt ist, daß die Saalkosten zum Teil gedeckt werden.(Der Saal tostet 800 M.). Der wahre Grund Ihrer Forderung ist jedoch nicht die Sorge um die Erwerbslosen, sondern dadurch soll es der SPD- mit Hilfe der Polizei ermöglicht werden, schon am Nachmittag den Saal zu besetzen. Wir wissen bereits, daß das Reichsbanner seine erwerbs- lofqji Mitglieder angewiesen hat, schon nachmittags um 3 Uhr nach der„Neuen Welt" zu kommen. Diese Anweisung zeigt, daß eine Vereinbarung mit der Polizei besteht, den Saal entgegen den An- Weisungen der Veranstalter schon ftühcr zu öffnen, damit das Reichsbanner den Saal besetzen kann. Das ist aber nach Meinung des Polizeipräsidiums nur möglich, wenn kein Eintrittsgeld erhoben wird. Weiter ist uns bekannt, daß der Leiter der„Aktion im Saal" ein Mitglied der technischen Leitung des Reichsbanners ist, und zwar Herr B r ü ch. Um Ihnen jede Möglichkeit zu nehmen, der Auseinandersetzung fernzubleiben, haben wir beschlossen, auf die Erhebung von Ein- trtttsgeld zu verzichten. Gleichzettig fordern wir Sie auf, Herrn Bruch, den technischen Leiter für die Aktion des Reichsbanners, in dos Präsidium zu entsenden. Wir machen aber darauf aufmerksam, daß der Saal erst um 18 Uhr geöffnet wird und die Versammlung pünkttich um 19 be- ginnt. Wir ersuchen Sie, Ihren Mitgliedern und dem Reichsbanner durch Veröffentlichung im„Abend"-Vorwärts und im„Vorwärts" am Dienstag mitzuteilen, daß es zwecklos ist, schon um 3 Uhr nach» mittags nach der„Neuen Welt" zu kommen. Kommunistische Partei Deutschlands, Bezirk Berlin-Brandenburg. W. Ulbricht. Auf dieses Schreiben erfolgte am gestrigen nachmittag die �Zlgende Antwort: Ihr Schreiben vom 7. September erhielten wir durch unser Brandenburger Parteisekretariat heute nachmittag zugestellt. Wir nehmen davon Kenntnis, daß Sie nach unserer Belehrung begriffen haben, daß polittsche Versammlungen nicht noch kapttali- stischer Art zu einer Einnahmequelle gemacht werden dürfen, und daß insbesondere erwerbslose Arbeiter nicht durch Erhebung eine« Eintrittsgeldes von der Teilnahme an einer polttischen Versamm- lung ausgeschlossen werden. Ihr hinterhältiges Verhalten, das lediglich auf schlotternde Angst vor einer politischen Auseinandersetzung über Ihre führende Teil- nähme am fchwarzweißroten Volksentscheid zurückzuführen ist, be- weist uns, daß Sie die mit uns getroffenen Vereinbarungen keines- wogs hakten werden. Ihre Phantasien, daß zwischen den arbeitslosen Reichsbanner- orbeitern und der Polizei«ine Vereinbarung zweck« frühzeittgen Einlasses getroffen ist, sind jedenfalls darauf zurückzuführen, daß Sie nach der Kampfgemeinschaft mit Herrn Goebbels beim Volks- entscheid weiße Mäuse sehen. Wir nehmen daher von unserem im„Abend" vom 7. September veröffentlichen Schreib«» nichts zurück. Wir stellen Ihnen anheim. einen Redner Ihrer Partei in die von uns angekündigte Ver- fammlung zu entsenden. Bezirksverband Berlin, SPD., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Franz Künstler. Carl Litt«. Wendt. Danach bleibt es dabei, daß die heutige Versammlung in der Neuen Welt eine rein kommunistische Veranstal- tung ist, in der Sozialdemokraten nichts zu tun haben. Gen. Künstler spricht an der gleichen Stelle am nächsten Montag. Justiz aus Lahuseu-Giadi. Gn krasses Fehlurteil in Bremen. Bremen. 7. September. Das Bremische Schnellgericht verurteilt« hcut« mittag vier Per- sonen, di« leichtfertigerweise unwahre Gerüchte über die Sparkasse in Bremen und eines ihrer Vorstandsmitglieder weiterverbreitet hatten, zu Gefängnis- bzw. Geld st rasen. und zwar den Kaufmann Becker und den Friseur Hotes zu s e ch s Wochen Gefängnis, den Angestellten Schröder zu einem Monat Gefängnis und die Lehrerin Meyer zu 200 Mark Geldstrafe. Am vergangenen Sonnabend war bekanntlich durch Gerüchte eine Art Run auf die Sparkasse herbeigeführt worden. Der Staatsanwall hatte Gefängnisstrafen von«in bis drei Monaten beantragt. In der Urteilsbegründung wird ausgeführt, die Ange- klagten hätten die Gerüchte zwar nicht aufgebracht, aber doch weiter- verbrettet. Sie müßten für die vielen anderen, di« nur ein Gleiches getan hätten, deren Namen aber üu einzelnen dem Gericht unbekannt seien, mitbüßen. Der unverantwortlichen Ge- rüchtemacherv müsse ein Riegel vorgeschoben«erde». Bewach« rungsfrist wurde den zu Freiheitsstrafen Verurteilten nicht zugebilligt. » Dies Urteil ist ein ausgesprochenes Fehl» urteil. Daß Bremen den günstigsten Boden für wildeste Gerüchte darstellt und daß in der Bremer Bevölkerung eine Nervosität herrscht, in der die dümmsten Gerüchte Glauben finden— das ist nicht die Schuld von Schwätzern, sondern von ganz anderen Leuten! Wo ein La Husen wirtschaftete und die Schröder-Bank in Konkurs ging, wo der Bremer Staat durch seine Engagements bei der Schräder- Bank erhebliche Verluste erlitt, ist Schwätzereien Tür und Tor geöfsinet. Die Rückwirkung der ungeheuerlichen Skandale auf die Bevölkerung wird nicht durch derartige Urteile aus der Welt geschafft, sondern durch Reinigung in Wirt- schaft und Verwaltung— wozu auch die Gerichts- behörden beitragen könnten! Daß von den Schuldigen noch niemand verurteilt ist, daß aber ein paar arme Schacher ins Gefängnis gesteckt werden, weil sie unter dem Eindruck der Skandale das Augenmaß verloren haben, ist eine schreiende Ungerechtigkeit! Juristisch ist ein Urteil völlig unhaltbar, das dem Ver- urteilten sagt, er müsse für die ganze Stadt büßen! Warum nicht gleich die ganze Stadt verdonnern? Die Verurteilung ist aus§§ 185 und 186 des Strafgesetzbuches erfolgt, wegen Beleidlgung des Sparkassendlrektors. Böswilligkeit ist den Verurtellten nicht nachgewiesen— und trotzdem diese harten Gefängnisstrafen und die Verweigerung der Bewäh- rungsfrist. Angst haben um Ersparnisse und auch noch Maulhalten" Das ist etwas zu viel verlangt! Die Bremer Justiz scheint völlig alle Besinnung verloren zu habeni 7!f. 419* 48. Jahrgang "1. Beilage des Vorwärts Dienstag, 8. September 1931 Der Palast der Millionen. Zur Wiedereröffnung der Börse in der Burgsiragc. Am Donn«rstag murbc die Börse wieder eröffnet. Wer in den letzten Wochen durch die Burgstrnßeat es mit sich gebracht, daß aus Platzmangel nur«ine geringe Anzahl von Telephonzellen in den Hallen untergebracht werden kann. In den Kellern der Börse ist man deshalb zu einem großzügigen Ausbau geschritten. Eine Stadt für sich ist mit der Zeit unter der Erde entstanden. Büros für die Banken, sogenannte Koien mit direkten Verbindungen zu den Zentralinstituten, ein Postamt, ein Restaurant und 507 Telephonzellen wurden errichtet. Das Postamt selbst hat un- mittelbare Verbindung mit den Börsen in Bremen, Breslau, Chemnitz, Dresden, Frankfurt a. M., Hamburg, Leipzig und direkte Leitungen mit den Telegraphenämtern in Köln, Düsseldorf, Magdeburg, München, Nürnberg und Emden. vierzig direkte Fernleitungen gehen vom Telegraphenamt Börse aus. Spezialfchalter nehmen nur bestimmte Aufträge an: Schalter 1 dient dem Verkehr mit Oesterreich, Ungarn, Tschechoslowakei, ein Schalter dem Dienst mit Polen und Danzig, ein anderer dem Ver- kehr mit Hamburg, Sachsen und Thüringen. Durch Zettel werden die Börsenbesucher davon benachrichtigt, daß sie auf einer Fern- lcitung gewünscht werden und sich in Zell« 368 zum Beispiel einzu- finden haben. Auch die presse ist selbstverständlich auf der Börse vertreten, um die Kurse an die Zeitungen weiterznleiten. Mehrere Nachrichtenbüros haben ihre ständigen Vertreter in der Burgstraße. * Wer mit Illusionen zur Börse geht, um irgendwelche großen Geheimnisse und großen Aufwand zu finden, der wird«ick täusch!. Der Luxus, die schweren Mercedeswagen und die Austria-Daimler bleiben vor den Toren der Burgstraße. Es ist fast ein Symbol. Auf der Börse ist noch niemand reich geworden. Dem Aufstieg folgte noch immer der rasend« Abstieg. Di« Zusammenbrüche der letzten Monate haben das wieder einmal gezeigt. Den Pluszeichen an den Maklertafeln folgen ebenso schnell und unverhofft die Minuszeichen. Was der Kapitalismus aufbaut, muß er auch wieder zer- stören. Dafür ist das tägliche Börsenspiel der sinnfälligste Ausdruck. 60000 Mark aus Cinschreibebriesen! Ein Betrug, an dem auch das Publikum schuld hat. Die Sriminalpolizci ist riesigen Veruntreuungen eines Postbeamten aus die Spur gekommen. Der 38 Jahre alte Richard H e n n i g, der mit seiner Frau in der Berliner Straße 167 in Niederschönhausen wohnt, war im Innendienst des Postamts W. 8 in der Französischen Straße beschäftigt. Er hatte hauptsächlich die Einschreibebriese zu be- arbeiten. Gerade in seiner Abteilung häuften sich die Klagen über abhanden gekommene Briefe und gaben Veranlassung zu einer genaueren Kontrolle. Weder Hennig noch seine Frau sielen durch be- sonderen Aufwand auf. Am Sonntag wurde in dem Amt und in .Acr.. Wohnung, eine Agrchsuä)ung vorgenommen, die den Schuldigen entlarvte. In der Wohnung wurde in allen möglichen Verstecken Bargeld in größeren Summen gefunden, das aus Einschreibe- briefen entwendet worden ist. Die Veruntreuungen, die Hennig sich zuschulden kommen ließ, belaufen sich auf m i n d e st e n s 56 066 M. Er wurde festgenommen. Seine Frau, die von den Unter- schlagungen gewußt hat, ist ebenfalls eingeliefert worden. Einen nicht unbeträchtlichen Teil der Schuld trifft aber auch dos Publikum. Wie wir erfahren, hatte ein Geschäftsmann in einen gewöhnlichen Einschreibebrief, für den die Post nicht ersatzpflichtig ist, nicht weniger als acht Tausend markscheine gelegt. Der Brief fiel als willkommene Beute dem Hennig in die Hände. Das beschlagnahmte Geld wird für die Geschädigten sichergestellt. In jenen sonnigen Tagen wußte er noch nicht, was dieses Stillstehen in einer verrückten Haltung, die eines Bieder- mannes unwürdig ist, bedeutet. Di« Muskeln schmerzen, und die Nerven drohen den Dienst zu kündigen. Am vernünf- tigsten, man würde das schwere Marmortintenfaß ergreifen und dem Köter damit auf dem Kopf einen Scheitel ziehen. Aber wenn man fehl greift oder nicht schnell genug bei der Hand ist, sitzt einem der Hund in den Hosen, oder was noch schlimmer ist, am Hals. Herr Ziege fühlt am Kragen ein unangenehmes Jucken, dazu steigt ihm ein Kribbeln in die Nase. Der Kopf schwindelt. Wenn ich jetzt niesen muß, bin ich verloren. Der Köter faßt es als ein persönliches Attentat auf feine Hundewürde auf. Dabei will ich ihm wohl, durch- aus wohl. Niemals führte ich gegen ihn Böses im Schilde. Autosuggestion! Darauf kommt es an! Ich brauche nicht zu niesen. Gott bewahre! Weshalb soll ich ausgerechnet in diesem kritischen Augenblick niesen? Ich niese nicht, wenn auch das Herz mir bricht. Ein ähnliches Lied existiert wirk- lich. Ein deutscher Mann hat da etwas vom Grollen gc- sungen. Niesen und Grollen, dazwischen liegt kein grund- legender Unterschied. Aber Herr Ziege weiß, daß er niesen muß, und dann ist die Katastrophe da. Ich niese nicht, wenn auch das Herz mir bricht. Nur ablenken! ablenken! Ob ein Neim auf Niesen existiert? Alles idiotisch! Nur stillstehen! Augen rechts! Parademarsch! Warum denke ich überhmipt an Niesen? Mich plagt doch kein Schnupfen! Und niemand kommt. Er ist hier einsamer als auf den Einsfeldern des Nordens. Das Kribbeln in der Nase ist nicht mehr auszu- halten. Still betet er:„Lieber Gott, laß mich nicht niesen, wenn du nichts dagegen hast!" Die Tür wird aufgerissen. '„Wo bleiben Sie so lange?" James ist ungeduldig ge- worden.„King!" schreit er. als er die Situation erkennt und greift in das Halsband der Dogge.„Was ist los?" Herr Ziege lehnt sich erschöpft an den Schreibtisch, doch mir einen Augenblick, dann 3:eißt er sich zusammen, so mit einem militärischen Ruck, und ein schwaches Lächeln huscht über das verzerrte Gesicht. „Entschuldigen Sie bitte, Herr Silvester, daß ich solange habe warten lassen." Die Stimme flackert.„Ich wollte den Block vom Schreibtisch nehmen, und da stellte mich der Hund. Ich Hab ihm nie etwas getan, ich begreife es nicht." Jetzt hat sich Herr Ziege wieder in der Gewalt. Merkwürdigerweise verspürt er nun keinen Niesreiz. James will antworten, als das Telephon klingelt. Herr Ziege sieht, wie sein Chef einen Federhalter, mit dem er gespielt hat, in der Mitte zerbricht. „Ich komme sofort zu Ihnen." James steht einen Augenblick da, ohne einen Gedanken fassen zu können. Er stiert vor sich hin, und diesen Anblick kann Herr Ziege nicht ertragen. Herr bleibt Herr! Er räuspert sich vorsichtig, um den Chef an seine Gegenwart zu «rinnern. „Ich danke Ihnen, Herr Ziege." James rafft sich auf „Sagen Sie bitte Herrn Christians, er möchte den Vertrag mit Endrukat in Ordnung bringen. Hier sind die Unterlagen. Ich gehe sofort zur Bank." Ohne Gruß verläßt er das Zimmer. Auf der Deda muß er warten. Herr Direktor Marx hat noch Konferenzen. Es ist scheinbar unerläßlich notwendig, daß Direktoren konferieren, wenn man sie dringend sprechen will. Das gehört zum Nimbus. James tut dasselbe, aber man vergißt so etwas schnell. Die Erinnerung daran er- wacht erst, wenn sich die Verhältnisse umgekehrt haben. Endlich ist Herr Direktor Marx frei. Das Zimmer, in dem er James empfängt, gleicht einem karg möblierten Saal. Vier große Fenster führen auf die Straße. Der Besucher muß die ganze Breite des Raumes durchqueren, bis er end- lich vor dem Schreibtisch steht, hinter dem Herr Marx etwas zu winzig thront. Wie bei Mussolini, denkt James, und ihm fällt ein Bild ans einer illustrierten Zeitung ein und ein längst vergessener Leitartikel. Herr Marx ist geschäftlich liebenswürdig. Ein verbind- liches Lächeln schüchtert über sein Gesicht, weicht dann aber sofort einem schönen Ernst. „Ja, Herr Siloester, ich habe Sie zu mir gebeten, um mit Ihnen persönlich die peinliche Angelegenheit zu besprechen." Eine eckige und abrupt vorschnellende Handbewegung weist auf den Ledersessel. Herr Marx entwickelt heute nicht den gewohnten, betulichen Eiser. Er dehnt die Worte und setzt überhaupt eine verschlossene Miene auf. Die Situation hat sich grundlegend geändert. Jetzt erteilt er Gefälligkeiten, aber solange er und das Institut keinen Schaden erleiden, darf er höflich und entgegenkommend sein, allerdings vorsichtig temperiert, doch immer noch höflich, und James Silvester ist trotz eines Fehlschlages eine seriöse und bedeutende Firma. Er kann unter Umständen noch gewinnen. Die Aktien- labyrinthc bleiben auch für einen Kenner unerforschlich.„Der Kurs der Westkohle ist beträchtlich zurückgegangen. Sie werden es aus den Notierungen ersehen haben, und wir er- hielten soeben von unserer Berliner Zentrale die telephonische Mitteilung, daß weitere starke Rückschläge zu erwarten sind." James zuckt zusammen, und Herr Marx unterbricht sofort seine sachlichen Auseinandersetzungen. „Ich bitte Sie, wie ist es möglich, daß ausgerechnet West- kohle unter so großen Kursdifferenzen leidet?" James glaubt, das Schicksal verfahre hier im höchsten Grade ungerecht und verteile ganz wahllos seine Gunstbezeugungen.„Ich stehe vor einem Rätsel. Voll belegt, gute Bilanzen und trotzdem diese scharfen Rückschläge?" So kann nur ein Dilettant sprechen, denkt Herr Marx und reibt die Fingerspitzen intensiv aneinander. Immerhin würde sich eine Lektion lohnen. „Herr Silvester, ich sehe darin auch nicht klar. Vielerlei Konstellationen sind möglich. An sich wirkt sich vielleicht die allgemeine Geschäftslage aus. Weil man andere Verbind- lichkeiten hat, müssen Aktienpakete abgestoßen werden. Das ist durchaus möglich, ober doch wohl nicht entscheidend. Irl) glaube, es wird augenblicklich dort im Westen ein anderes Spiel gespielt, denn einfache Spekulanten können wohl den Kurs vorübergehend beunruhigen, aber ihn nicht ständig fallen lassen." Er macht eine Pause und sieht James bedeut- sam an.„Es ist sehr gut möglich, daß der Trust selbst die Kurse durch Schemverkäuse drückt, um die anderen nervös zu machen und zum Abstoßen zu zwingen. Nachher kauft er die Pleite auf und ist plötzlich im Besitz der überwiegenden Aktienmajorität. Was ist Wahrheit, mein verehrter Herr Silvester?" Herr Marx legt ober einen Nachdruck auf die Pilatusfrage, daß jeder fühlen muß, der Herr Direktor weiß, wo man die Wahrheit findet. � James schweigt eine Weile. Also man hängt immer ab. Freiheit des Handelns, Selbstbestimmung und ähnliche hübsche Begriffe sind nichts weiter als Phrasenschwall und Wortgebimmel.(Fortsetzung folgt.) Weekend mit Soldatenspiel. Ans Sportlerkmsen wird uns geschri ben: Wir, die wir Bewohner der Zeltstadt zwischen Gatow und C l a d o w, der Badewiese am Sandbcrg, an der schönen Havel sind, möchten hiermit unserer Empörung Ausdruck ver» leihen über die unglaublichen Vorkommnisse, die sich hier nachts manchmal abspielen. Es war in der Nacht vom Sonnabend, dem 29. August zum 30. August um 1 Uhr in unserer Zeltstadt, alles hatte sich schon lange zur Ruhe begeben und ruhig hörte man das Plätschern der Havel. Da wurde ich plötzlich aus dem Schlase gestört, und ich hatte das Empfinden, als käme eine Horde wilder Pferde auf uns zu. Ich stand auf, um nachzusehen und sah zu meinem Er- staunen eine Formation Stahlhelmer, feldmarschmäßig ausgerüstet, 80 Mann..n der Zahl, vor mir. Es kam der Befehl: Abtreten. Nun wurden die Mannschastszelte errichtet. Rücksichtslos laut wurden die jheringe für die Zeltbefestigung«ingeschlagen und nach längerem Tumult und Radau war man endlich so weit, daß die Nachtruhe dürftig hergestellt war. Wer nun glaubt, daß wir länger« Zeit Ruhe gehabt hätten, der irrt sich bestimmt. Punkt 6 Uhr wurde zum Wecken ge- blasen und lange Trommelwirbel folgten. Statt, daß die Mannschaften munter wurdpn, waren es die Bewohner der Zelt- stadt. Alles kam zusammen, um die Volksentfcheidler und Erneuerer de» dritten Reiches zu bestaunen. Nachdem sie nun auch ihrerseits erwacht waren, denn die armen Kerle waren nacht» von Berlin zu Faß nach Gatow marschiert, was sicherlich auch noch mit einer Nachtübung verbunden war, zogen sie mit klingendem Spiel nach dem Privatbesitz ihres Schirmherrn, des Gutsbesitzers Pächthold, ab. Dieser Gutsbesitzer betreut die Stahlhelmleute rührend wie ein Vater, und stellt ihnen selbstverständlich seinen Grundbesitz zu militärischen Uebungen aus nationalem Gefühl zu Verfügung. Neu- gierig von meinen Sportkollegen gemacht, ich solle mir mal den Betrieb bei diesem Herrn ansehen, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, und sah mir den ganzen Rummel an. Don der modernen Schlachtmusik bis zum Feldtelephon war alles oertreten, um einen Angriff vorzutäuschen. Es wurden Schützengräben ausgeworfen, militärische Kommandos ertönten, Holzhandgranaten wurden geschleudert, zum hohen Stab wurde telephoniert: kurzum, man hatte das Gefühl, als ob der Angriff beinahe gelungen wäre. Dieses unergötzliche Schauspiel bietet sich fast jeden Sonntag den Wassersportlern und Fußwanderern, die an dem Grundbesitz dieses Herrn vorbeikommen; und dieses nach 13 Jahren deutscher Republik! Müssen wir uns als republikanische Bürger diesen unnötigen, rücksichtslosen Lärm des Nachts gefallen lassen? Sämtliche Sportkollegen sind sich hier draußen darüber einig, daß sich diese Vorkommnisse des öfteren wiederholen werden und diesem unwürdigen Verhalten der Stahlhclmer ein Ende bereitet werden muh. Schüsse aus den Kompagnon. Selbstmordversuch des Täters. Zu einer blutigen Auseinandersetzung kam e? gestern nachmittag zwischen den beiden Inhabern eine» Engeos. geschäsles in der köpenicker Straße. Im Verlaufe eines Streits, der sich um geschäftliche Dinge drehte, geriet der eine Geschäftsinhaber, Georg Flammerfeld, derart in Erregung, daß er eine Pistole hervorzog und auf seinen Kompagnon Johannes W i p p i ch mehrere Schüsse abfeuerte. Die Kugeln verfehlten sämtlich ihr Ziel. Unmittelbar darauf richtete Flammerfeld die Waffe gegen sich selbst und schoß sich zwei Kugeln in die Schläfe. In bedenklichem Zustande wurde er in das Bethanienkrankcnhaus gebracht. Anfall beim Orts?rankenkassen-7?eubau. Decke eingestürzt.— Fünf Arbeiter leicht verletzt. Aus dem Neubau der Ortskrankenkasse der Stadt Berlin im Südosten Berlins, in der Rungestrahe S, ereignete sich gestern ein bedauerlicher Unfall. Eine Decke stürzte ein, wobei fünf Arbeiter leichte Verletzungen erlitten. Drei Arbeiter konnten auf der Baustelle verbleiben, die beiden anderen mußten ihre Wohnungen aufsuchen. Der Unfall ist, entgegen den Mitteilungen eines Boulevard- blattcs, glücklicherweise ohne besonders ernste Folgen geblieben. Der Einsturz erfolgte in einem der oberen Stockwerke. Es ist seh? tvahrschcinlich, daß der Unfall durch das Unwetter am ver- gangcnen Sonnabend verursacht worden ist. Die starken Regen- mengen unterspülten ein« gerade fertiggestellte Decke und als am Montag die Handwerker bei ihrer Arbeit waren, stürzte sie unter der Belastung in einem Zliisniaß von etwa 15 Quadratmeter zuscmunen. Die genauen Ermittlungen über die Ursache sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Linter Erdmassen erstickt. Ein weiteres Einsturzunglück, das leider ein Todesopfer gefordert hat, trug sich auf dem S i e d l u n g s- gelände in Mahlsdorf- Nord, Lübecker Str. 5, zu. Dort war der ZOjährigc Willi W y s o ck i aus der Rheinstraße in Friedenau aiif dem Grundstück seines Vaters mit zwei Nachbarn mit Aus- schachtungsarbeiten beschäftigt. Plötzlich gab das Erdreich nach und Wiijocki wurde unter den zusammenstürzenden Erdmassen begraben Im Verein mit der alarmierten Feuerwehr wurde der Verunglückte schon nach kurzer Zeit aus seiner furchtbaren Lage befreit. Es war aber bereits zu spät; als W. geborgen wurde, war der Erstickungstod schon eingetreten. Auch dieses Unglück ist offenbar auf das Unwetter des Sonnabends zurückzuführen. Die Absteifungen waren vermutlich unterspült, was von den Männern unglücklicher- weise nicht bemerkt worden ist. Ltebersall auf Reichsbannermann. Nationalsozialisten als Landfriedensbrecher. In der Neuen F r i e d r i ch st r a ß e wurde gestern nach- mittag ein Reichebannermann von drei Nationalsozialisten über- sollen. Er wurde mißhandelt und inan riß ihm das Abzeichen von der Mütze ab. Die Täler flüchteten, doch konnte einer von ihnen später sestgenommen werden. Die deutschen Mongoleiflieger frei? Nach einer bei der L u f t h a n j a aus U r g a(äußere Mongolei) eingetrofsenen Melduno sollen die deutschen Flieger Pilot Rathje und Funkcrmaschinist Kälber, die am 2. Juli von mongolischen Truppen gesangen genommen worden waren, dank der von amt- licher Seite unternommenen Schritte jreigelassen worden sein. Die Stachricht an die Lufthansa stammt von der West-Osteuropäijchen Handelsgesellschaft«M. SrtlmOMf«««Vormi UfinHS. SrtrtwtAb.», M|l SM Sie Poliii» der e»alischen Ardeiter. Uhr.�adlabende in den bekannten Lokalen. il, Adt. 82., 83. Stadtbezirk: Rosarius, Adaldertkte. Ii. 37. Bezirk: Li er, Naunqnstr.». S8. Bezirk: Krause. Muskauer Str. 3Z, Referent Mar Aende. mann. M.. 300. Bezirk: Krause. Mariannenvlad 22. Referent Etadworord» neter Karl Hetzschold. 303. bis 300. Bezirk: Lebmann, üiiuelauet Strafe C(fe Zeusbofftraße. Referent Stadtrat Hermann schweilardt. 03. Adt. Zablabende in den bekannten Lokalen. 02. Adt. 20 Ubr bei Koffke, Kaiferin-Anaufta-Allee 83. Dr. Milkowoti: Wirt» sMaftobematratie oder soziale Revolution. 02,. Adt. Srvfjfiedlvna Annalernheide. Mitalioderversommlnng. Genosse Manne«: Das Lohnvroblem in der heutiqen Geldmirtfchaft. 03. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 00. Abt. Kruppen, abladende in den bekannten Räumen. 0«. Adt. 3. und 3. Gruppe: Lierfch, Koutfrr. 02. Vortraa: Die Wirtfckiafts- krife. 2. Kruppe: Aosfowioef, Koldendorffftr. 20. Sämtliche Kassierer und arbeitslosen Genosse» müssen erseheinen. 07. Adt. 3. Kruppe bei Arndt, Kantstr. Ol: Wirtschaft»nd Berkehr. Referent Genosse Woznianoki. 2. Kruppe bei Tbunaet, Wirlandstr. 3: Die sranzäss» fchen Machtverbältnisse. Referent Genosse Norbert Bachrach. 8. Kruppe im MommseN'Casino, Schlllterftr. 33 Seke Mommsenstraße: Briining, Wirtschaftspolitik und wir. 08. Adt. 20 Uhr. Ronkeftr. 4, Rankehaus, IT Te. Genosse Bayerling: Wirt» schaftskrise und Sozialpolitik. 08. Adt. 20 Uhr im Reuen Rat slellee. Dr. Räte ssrankenthal, M. d. L.: Die Sozialdeniokratie nach dem Volksentscheid. 80. Adt. Lokal Pichelsdorsera arten, Pichelsdorf, Dorfstrahe, Dr, Richard Loh- mann: Die Rot Berlins. Selbsthilse— Reichshilfe— Staatshilfe? 67. Adt. Wurzbachee Bahnhofsrestaurant Dr. Friedrich Hertneck: Weltwirt» schoft in der Krise. 08. Abt. Sandmann, Destsälische Str. 42. Stadtverordneter Siegfried Kzar- »»'in-ki- Da« Finanzelend der Gemeinden. 72. Abt. Ralenan. Laubacher Ktrahe Eike Barziner Strafe. Mar Brinitzer: Streif, ilae durch die Auhenpolilik. 73. Abt. 20 Uhr, Deutsches Haus, Breite Strahe. Paul Schaffer: Politik und W:rtschaft. �74. Adt. West. Mitaliedernersanunluiut erst am 30, September. <4b. Abt. Siid. Die Milaliederversnmniluna findet erst am 10. September statt. 70. Adt. 20 Uhr, Schilling, Königm-Luise-Etr. 42. Sdnard Facheri, M. b, L.: Kur politischen Loge. 77. Abt. Kohlobende mit Vorträgen in den bekannten Lokalen. 78. Abt. Kablabende in den bekannten Lokalen. 3. Bezirk im Lokal Ratho, Feurigstrahe Ecke Prinz-Keorg-Strahe. 78. Adt. Schönebeeg, Die Zablabende finden wie folgt ssatt: 3. Bezirk bei Arndt, Baachcncr Str. 30 Ecke Kroggärschenstraße. Referent Kenpsse Schinkler ttbee: Bank, und Koldwosen. 2. Bezirk bei«runow, Kehlerstr. 33. Referent Genosse Cbomse itbee: Der Kewerkschaftskongreh in Franksurl a. Main. 3, Bezirk bei Holl, Siegfriedstr. 8, Referent Genosse Mitsinsti über: Wirtschaft und 40»Stunben»Woche. 4. und 0. Bezirk: bei Reiman», Sedansse. 37. Referent Pelee Betroff über: Die Voraussetzung für den tultneellen Auf- stieg der deutschen Arbeilertlasse. l>. Bezirk bei Hänisch. Gotenstr. 60. Referent Genosse Adolf Alex über: Finanznot der lbemeinden, 7. Bezirk: Podszns. Sechsendamm 40. Genosse Moslg: Bedeutung des Geldwesens in der Gegenwart. 78,. Abt. Ledigenheim, Enthssr. Dr. Deutschkron: Deutschsand und Frankreich. 80. Abt. Zeichensaal, III. Stock des Helmhoktz-Gnmnassums, Rüben firahr. Robert Breuer: Finanz» und wirtschafispolitischer Rilck- und Ailsblick. 81. Abt. Zablabende in den detonnlen tbilalen. 82.«dt. Zablabende in den bekannten Lakaien. 83. Adt. Zahsabeitd für Welt: Rodde, Hindenburgdamm Ecke Rdonstrahe. Süd: Frissche, Berliner Sie. 123b. Ost: Bnbrick, Lorenzstr. 10. In allen Zahlabenden Borteag, 84. Abt. Lehmann, Kaiser-Wishelm-Str. 20 23. Herber! Kriedemann: Unsere Aussichten in der Politik. 86. Abt. 2. Bezirk: Lokal Kur Linde, Werderstr, 32 Ecke Feiedeichstrahe, 3. Bezirk Lokal Hrnnig. Manleuffel. Ecke Friedrich-Wilhelm-Strahe. Refe- rent Genosse Burgemeister: Eine Stunde Rechisfraaen, ö. Bezirk: Lokal Henning, Kaiser-Wilhelin-Str. 3. Referent Gencsse Hille. 6. Bezirk: Lokal Schäfer, Ringbahnstr. 32. 7. Bezirk Lokal Happelt, Goltlieb-Dunkel. Ecke Germaniastrahe. Kurt Grohmann: Die Krise der Gegenwart: Deutsch- land, Dauzig. Polen. 80. Abt. 20 Uhr Zahlabend, 1., 2., 7. Bezirk bei Renmeyer, Schöneberoer Strohe. 3. bi» 0. Bezirk bei Görlitz, Ehausseestr. 3». 8. bis 30. Bezirk bei Dohimu, Friedens»!. 6. 07. Abt. 20 Uhr bei Schuster, Kirchssr. 68. Genosse Germer: Die Partei» presse, und wie werben wir für dieselbe? 88. Abt. 20 Uhr Schule, Roonsteahe, Iahlabend. .88. Adt. gohladeide in den bekannte,! Lokalen. 80. Abt. Zahlabende für alle Bezirke in den bekannien Lokalen. 82.«dt.»Pünktlich 20 Uhr finden in den folgenden Lokalen Bezirksini:. qliederzusommenkünfte statt: Bezirk öl. 58, 60 im Iäaerheim.»Wilden- bruchstr. 83. Bell rag: Demokratie oder Diktatur?»Willi Kreßinemn. Bezirk 52, 39 und 57 bei Echikorra, Schandauer Str. 3. Aortrag: Abbau oder Reform der Hanszinsstener?»Roberl Lachs. Bezirk 54. 5» bei .Hauter, Harz:r ötr. 88. Vortrog:»Die Rot der Gemeinden. Kurt Einer. Bezirk 56 bei Fischer, Heidelberger Str. Zl. Dortrag: Die Rot der Gr» meinden. Gertrud»Barth.»Bezirk 58, 81, 82 bei Wolif, Kaisee-Friedrich. Strohe 173. Vortrag: Die»Wietschafts- und FInanztrise. Iürgensen. Bezirk 62, 63, 78 bei Simon,'Brllhelsdorst8<,Tt«,». �Bortrog?: Tia-Rat der Semeinden.'War Fechner., Bezirk 80. 85 bei Schwabe. Rofegger Ecke Dilhelm-'Lüsch-Slrahe. Dortrag: Die Wirtschafti- und Finanzkrise. Hermann Schlimme,»Bezirk 87 und 88 bei Schneider, Rofenftr. 7. Bor. trag: Die»Rot der ibemeinde». Hans Turh. 83.«bt. Zahlabende wie folgl: Bezirk 83. 10S bei Schumann, Treptower Strohe 80 Genosse Mendelsohn: Fragen de» Tage». Bezirk 84, 80, 309 bei Damm, Hertzbeegstr.»22. Referent wird im Zahlabend bekanntgegeben. Bezirk 104. 113, 334 bei Stolz. Böhmische Str. 43 44. Genosse Krumm. schmidt: Krise und Organisation.»Bezirk 306, 307, 330 bei Einkopi, Kaiier-Friedrich-Ecke Mareichstrahe. Bezirk 108. 300 im Bärwinkel. Gr. noffe Hartog:»Politisch»Aktuelles, Bezirk 332, 333 bei Just. Riemetzsir. 33. Be irl 335 bei König, Canner Str. 14, Bezirk 33«. 317 bei Pritzkow. Richard. Ecke Sä>önweider Slroht. Genosse Dr. Surland. Thema wird noch bekanntgegeben. 84. Abt. Die Zablabende der Abteilnng finden nicht statt. Dafür Mittwach, 16, September, Adteilungsmitgliederversammlung, Lokal Sergschlahhöhe. Karlsgarienftr. 0—33, groher öaal. 80. Ad»,«rieger, Lesstngftr. 8. Stadtrat Karl»Werinnth: Wohin steuern wir? 80. Adt Bezirte 323. 322, 323. 32), 326, 327: Zillmer, Rogalstr. 50. Referent Stadtrat»Albeechl. Bezirke 118. 110:»Beandt, Thüringer Ecke»Wlppee- strahe. Josef»Meier: Der Kamps um Prenhen. Bezirke 303, 302, 320: Kirsch, Aonasftr. 3. Referent Genosse Schropp. 87, Adt.»Messels Feftsäle, Ionasste. 22.»Margarete Echenkalowsky: Zur poli- tischen Lage. 88. Adt.»Bezirkszahlabende. Bezirk 335. 344, 345 im Lokal Wonzlick. Tempel. hos, Oberlandstr. i Eck- Knefebeckstrahe, Thema: Wohin der Kurs»? Refe. rent Kurt Kietzmann,'Bezirk 3!,»6. 33», 340 im Letal Teich, Knefedelk. strahe 335. Tliema: Berschlehunq der weltpo3itisck>e» Lage in der Räch, lriegszeit, Referent Fritz fved«.»Bezirt 337, 338 im Lokal Rudolph, Kermannsteahe Ecke Knesebecksirahe, Thema: Sozialimnu» und Freidenker. tum. Referent Hans Altmann. Bezirk 341, l4»2, 343 int Lokal Roock, Aultusstr. 25. Thema: Drei Monate in England. Referent Erich Iumpe. »8.»dt.»Bezirk 150. 357, 358, 358: Tristram, Bllrgerstr. 48 48, Sein, Man,,: Die Krise des Kapitalismus und die Aufgaben der»Arbeiterschaft, 98». Abt. 20 Uhr Zahladendc, Kulturpolitik und Arbeiierschafl. Bezirk 349: Barackenschule. Reserenl Hans Kunstman», Bezirk 350. 303/302: Lokal »Wolf, Rudower Str. 30.»Referent Prof. Leo Kestendeeg. Bezirk 351: Georg Kaufmann. 300. Adt. Lokal Ruppert, Neuköllner Strohe. Max Gillmeister: Politische Umschau. 102. Adt. Altes Eierhäuschen, Treptow. Rechtsanwalt Günther Joachim: Strafrecht, Strafreckstsreform und Strafvollzug. 383. Abt. Zablabende in bcn bekannten Lokalen. Im Lokal Eistel spricht Studienassessor Walter Knilt. 384. Abt. Brllckeicklause, Brückenftr. 3S. Dr. Schlesinger: Der Fünfsahresplan der Sowjetunion. 300. Abt. Ratskeller, Bismarckstr. 58. Paul Iudrian: Partei und die wirt- schaftliche Lage. 100. Adt. Die Milgliedetversammlung findet erst am 10. September statt. 307. Abt. 30 Uhr im Gemeiuschaslslmns der(imrtensiadl Falkenberg. Hermann .Harnisch, M. d. L.: Volksenischeid und Prenhenwahlen. 308. Ad«. Die Iahlabende fallen ans. Dafür später»Mitgliedernersammlung. Arn 9. September ffunktianärsitzung im Lalal Hinz, Schönerlinder Slr, 5. 300».«bt. Kahlabende, Bezirk nördlich der Bahn: bei»lose,»Mahlsdoeiee Str. 3. Eladtoerordncter»Robert Rohde: Die Sparmahnahmen der Stadt I ansemewe kanlttloosrvertzammliias arn Oonnersisg.ulaula. Parloue. 320. Adt. Wiehes Eelessichastshaus, Wilhelmstr. 38. Karl Drcssel: Agitations- Methoden und politische»Aufklärung. 323. Adt. Kiibig, Am Bahnhof. Dr. Bronnthal: Kredit- und Finanznot. 322. Adt. 20 Uhr bei Poralh, Marzahner Str. 33. Dr. Siegsried Restriepkr: Sinter den Kulissen eine- moderne» Tbeaterbetriebes. 122-«dt. Lokal Köpenicker Str. 65/107. Riehard Betnareck: Unsere Polizei. 123. Adt. 20 Uhr Echützrnklanse, Hönower Str. 5. Albert Falkenberg: Rot- Verordnung und kein Ende, 324. Abt. Iahlabende für Mahlsdors-Höhe im Lokal Jakob, Lemkostrahe: für »Riahlsdorf-Ort im Lokal»Anders. Bahnhofstr. 37: für»Mahlsdorf-Siedlung, Teil I, im Lokal Nordstern, Hönower Strahe. Thema: Notverordnungen und Gemeinden, Referent Stadtverordneter Hermann»Amberg. Für Mohlsdorf, Siedlung Teil II, im Lokal Schmidt. Marenburger Strohe. Thema: Die Sowjetunion gestern und heute. Rekerent Daniel Broido. 324-. Adt. 28 Uhr hei Draber. Uhlandftr. 1«. Stachtichulrat Rndahl: Schul- abbau eine kulturelle Gefahr._„ 327. Adt. Berliner Hof. Berliner Sir. 03. Dr. Arthur Bergmann: Wirt- schaftskrise und Wirtschoslskonteolle, 328. Adt. 3. bis 4, Gruppe: Cängerheim, Flsraftr. 03. Reierent wird in der Berfonvinlung bekanntgegeben. 5. bis 8. Gruppe: Türkisches Zelt,»Breite Strohe. 9. Gruppe: Nenman», Mendelstrahe. Fritz König: Arbeiterschaft und Theater, 10, Gruppe: Mandel, Galenns- Ecke Reuinannstrahe. Otto Iiska: Wirtschaftskrise und Partei. 130.«bt. 20 Uhr Lokal Schulz. Tininsste. 60, Mitgliederveriammlung. 131. Abt. Sanslouei, Nordend, Kaiser-Wilhelm-Etrohe. Rektor Gustav Hädicke: Zur politischen Lage. 332. Abt. Lokal Klug, Dorfstr. 2. Erich Schmidt: Jugend»nd Partei. 133. Abt. Lokal Kähne, Berliner Sir, 39. Emil Barth: Geld und Währung. 134.«bt. Göpfert,»Am Bahnhof. Günther Scheele: Zur politisthen Lage. 330. Abt. Kahlabende in den bekannten Lokalen. Die»Bezirksführer haben ,U diekem'Abend einzuladen, 137. Abt.»20 Uhr Kohlabende für alle Bezirke iü den bekannten Lokalen. Vortrag: Kulturpolitik und Arbeiterschaft,— Dorstandssitzung am Dienstag fällt aus. 338. Adt. 20 Uhr»Altes Forichaus.»Augustes, ktoria-Str. M. Siadwerordneter Paul Robinson: Das Finarrzelend der Gemeinden. 338. Abt. Alter Krug, Hauptstr. 14.»Mathilde Wurm, M. d. R.: Zur polit',- Wen Lage. 140. Abt. Waitschach, Ernstste. 1. Ern-st Neumann: Kapitalistlschc Wirtschafts- anarch-ir unb Arbeiterksasse... 140,.«dt. 20 Uhr bei Heese. Berliner Str. 73. Emil Wiese: Wie konunen wir zii einer weltlichen Sch-ule? Miitgliedsbuchkoutrolle. Gäste können durch Parteigenassen eingeführt merden. 343. Adt. Lokal Hosfoiann, Edelweihstr. 3. Elvira Krüger: Sozialdemokratie und»3S4rl>chafl»zkrife. �_ 143. Adt.»20 Uhr bei Iorius. Fürst-Bismarck-Strahe. Mar Schenidtchouer: Die Organisation der«inderfre-unhe. Um 3914 Uhr e bei, dort B-rstandssitzung. Die Bezinkoführer laden et». Wildav. Iahlabend um 20 Uhr heim Genossen Scholz. Referent Genosse Keinig. Donnerstag. 10. September. 8.«dt. Ardntekreis junger Parteigenossen rm Jugendheim Senthiner Strohe 17. Rationale Selbsthilfe. Araneaver anstaliuug. 134. Abt. Die Helferinuensttzuna finidrt nicht am Dönnerstag, 111., fondarn Montag, 14. Septo Uhr zusammen. Turnkleidnng mitbringen, Freitag, 11. September, »20 Uhr, Heim Rosinensteahe, Helfersitzung, Gruppe Köpenick, Mittwoch, 8, September, 17—30 Uhr, kommen alle Jung- und'Roten Falken zur Volloersammlung zusammen, Krei, Krenzberg, Gruppe Vorwärts: Donnerstag, 18'? Uhr, Elternver» fammlung,»Daldemarstr, 77, Thema: Berichte von den Lagern. Pünktliches Erstcheineii ist»Pflicht. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 60.«bt. Unser Genosse August Zimmermann, Berliner Str. 5g. ist im»Aller v»n 40 Iahren oeestoeben. Ehre seinem Andenken! Einäscherung am Mittwoch, 9. September, 3314 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf. Wir bitten um rege Beteiligung. 13t. Abt. Nach langer Krankheit verstarb unser treuer Genosse Paul H e r z f e l d,«aiserweg 13. Ehre seinem»Andenken! Die Einäscherung ist bereits eesolgt. Die Beisetzung der Urne findet am Dienstag, 8. September, 35 Uhr, vom Friedchot Germanenstrahe statt.»Rege»Beteiligung erbeten. Vorträge, Vereine und Versammlungen Retchsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Gefchäktsstelt': Berlin 6. 34 Sebaftianstr. 87—38 Hot 2. Tr JAV» Prenzlauer Berg, Iungbanner: Durch Forlsall der»Pslichtveran- � staltung des Ortsvereins findet der Hetmaäend am Dienstag. September, statt. Letzte»Leftprechuna zum 33. September,»Anschiiehend Starten lesen.—»Reokälln. Ortsveeetn: Mitlwvch, 8, September,»20 Uhr. alle Komeeoden. die nicht am Gepäckmarsch zum 13. September teilnehmen, in Banneckklsshunq mit Knotbeuärk Tutmhallr Aariendorsrr Wag.— Krenzberg und Reakölln-Britz: Der Uebungsmarsch zum Gepäckmarsch der Schuf» findet am Donnerstag, 30. September,»20 Uhr, vom Rathaus Neukölln aus statt. geotroloerbond der AtbeiUInoaliden und Witwen Deutschland«. Dienstag, 8. Seotemder. Etiarloitenburg: Lokal Gräfe, Kantstr. 51, 38 Uhr. Referent: Sotlege Fischbach.— Tiergarten,»Arminius-Festsäle,»Bremer Str. 72, 35 Uhr. »Referenten, Kollegin Krause und Kollege Voigt.— Oberichöneweide: Vereins» ktauie. Frieschen» Ecke Lnisensteahe, 38 Uhr. Refeeenti», Skollegin Haas.— Weihensee: Schulaus«'Wilhelmsir. 42. 36 Uhr.»Referent: Kollege Steinbeih.— »Adlershos: Lokal Schniidlbauer, Bismarckstr. 74, 10 Uhr. Referent, Kollege 'Voigt.— Temvethos: Lokal Pinger, Dorfstr. 50, 38 Uhr,— Wilmersdorf: Lokal»Albert. Günzelstr. 37, Ecke Pfalzbnrger Strahe, 37 Uhr.— Lankwitz: Lehmanns Festsäle, Kaiser-Wilhelm-Str.»29—30, 18 Uhr.»Referent: Kollege »P int'S. Vereinigung ehemaliger Krleg�esangener. Berltn-Süde». Donnerstag, 30. September,»20 Uhr, bei Krüger, Grimmstrahe. Kurzschristnerrin zu Eharlottenburg, e. P. Jeden Dienstag und Freitag, 30'4 bis 21 14 Uhr,»Anfänger», Forbbtldungs-Rebeschriftlehrgänge, Uebertragung der Einheitskurzschrift aus das Englische. Siemens-Oberrealschnte, Schlohstr. 27. Rei>h«b»nd der»rieg-brschädigten, Kriegsteilnehmer»nd Kriegerhintrr» bliebrne», vrt«lrnppe Westen. Bezirksversamnrlnng im Schndeet-Eaal. Bfltow. strahe 104, 20 Uhr, Kam. Lorenz:„Zusatzrenteufrage und Etternversorgung N»iee Zugrundelegung der neuen ökotverordnung�. „Sturmvogel", Flugverbond der Werktätigen, e. B. Mitgliederversammlung der Bezirksgruppe Moabit am Mittwoch, 0. September,»20 Uhr, bei Schmidt,»Wielesstr. 17. Gäste millkonmten! Longfcllow Engtlsh Debating Club. Mittwoch 20 Uhr, Zahnärztehaus, Bülowstraße 104, Qutfmannsaal; Mr. N. Kaptie, M A.:„Three Less- Known Plays of Shakespeare." �iSoziallstischeArbetterjugendGroß-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugendsekretariat »Bertm ö»W 68, Linbenstrahe 3 Abteil» ag»leiter, reicht umgehend da»»Mvuoisprogramm für Oktober ein! SSG.-Leiter, holt die Flugblätter ab. heute. Dienstag. 19'/= Uhr. Arkonaplatz: Elisabethkirchftr, 30:„Die spanisch« Revolution".— Otanirn» bürget Tor, Tieckstr, IS, Milgliederversanunlung.— Roienthaler Borstattt: Elisabcthkirckstr. 18, Glahbrenner-Abend.— Brunnenplatz: Pank- Ecke»Wiesen» strahe,»Ardeitsgerichlssttzuiul:„Lehrlingsfeagen".— Gesundbrunnen X: Goten» bürge e Str. 2:„Bei den Sozialisten Frankreichs".— Humboldthain: Putbusser Strohe 3: Heimabend,— Leopvldplatz: Seeste. 84 s'Boeackenschlrle):„Tages« Politik".— Norden, Lortzing- Ecke Graunstrahe:„Wie lebt der Arbeiter in Sowjetruhlaird?"— Schillerpart: Schöningstr. 17: Bericht von Fvanksurt.— Wedding:»Willdenowstr. 5: Bericht von Frankfurt.— Wedding-Rord: See. Ecke Turiner Strahe:„Warum Freikörperkultur?"— Arnimplatz: Sonnenburger Strahe: Mitgliederversammlung.— Arnswalder Platz:.Hcima brich fällt aus.— PaUa»: Mandelftr. 2:„Eemcinsehaüserziehung", 2. Teil.— Helmholtzplatz: Danstger Str. 02, Baracke 3, Bericht von Fraickfirrt.— Kumannplatz: Gleim- strahe 33—35: lO-'Minuten-'Rekerate.— Nordosten I: Danziger Str. 62,»Baracke 3 rechts:„Reformismus und»Radikalismus in der S'PD."— Schönhaujer Bor- ftadt:»Aktuelle Abteilung bei Eolbfchmidt, Ewlpisck>e Str. 86.— Weihensee: »Paekstr. 36:„Die englische»Arbeiterbewegung".— Worther Platz: Kastanie»- >, aller 82:„Ait-Beeliner Humor".— Haseuheide, Wassertorstr. 9: Arbeits- gsmeinfchofi.— Reichende rger Viertel: Rcicheubctgcc Str. 66:„Tagespolitische Fragen".— Süden: Porckstr. 11:„Tagespolitische Fragen".— Südwesten: Linde nste. 4:-Bericht von Frankfurt.— SS®. Schöneberg: Hauptstr. 35, 17 Uhr: „Ausgaden der Schnlgemeinde".— Frirdenan: vfsenbacher Str. So: beim- abend.— Schönebeeg 33», Hauptstr. 3ö,„Das Kommunistische Manifest".— Eharlotteuburg, Jüngere,»Re>sinensn:. 4: Unsere Führer,„August»Bebel",-u Eharlottenburg-Noed, Kaiseein-'Augusto-'Allee 07a,,„Entstehuna und Erfchei» nungsformen des Kapitalismus".— Eharlotteuburg-Sud,»Wallstr, 76:„Der Kampf der Kirche gegen das Freidenkertum".— Nestend: Sportplatz Westend: „Kindersrenndebewegung".— Reu-Tempelhos: Dinsgcnstrahe,„Seruellv Fragen".— Britz: Ghonsseeftr, 48:„Jäie begegnet man politischen Gegnern?"— Neukölln I: Sander- Ecke.Hobrechtstrahe:„Das Programm der NSDAP."—< Reukölln TT: Strinmetzftr. 04:„Religion der europäischen Völker".— Neukölln IV: lO-Uiiuilcn,-Referate.— Neukölln V; Kaiser-Friedrich�Str. 4:„Sozialismus— Kommunisnrus".— Reukölln VI, Treptomer©tr. 96:„Was ist Religion?"— Neukölln VIT: KMS,:„Jugend>n der Gesetzgebung".— Ren- iölln 3 IN, Rütlischul«:„Grundstagen des Marxismus", 1. Teil.— Neukölln IX: Echierkestr. 44: 30-Min»ten»Ref«rate.— Neukölln X; Bergstrohe:„Sexuelle Fragen".— Neukölln X3, Flughafenstr, 68:„Programm der NSDAP."— Köpenick JI: Dakilwrtzer Sie. 15:„Unsere Stellung zum Zentrum".— Karl»horst: Treekawallee 44, Fahrtenbericht.— Keem»borf: Roonsteahe, Bericht von Frank- f»rt.— Niederschöuhauseu: Linbenstr. 47:„Das neue Spanten".— Pankow I und II: Görschstr. 14:„Soziale Gerichtshilfe".— SSG. Pankow: Kistingenstr, 48, Zimmer 5, 38 Uhr:„Das Kommunistische»Manifest".— Schöneberg M, Hauptstr. IS:.Hauptsir, 35:.Rarl Marx", »erb« bezirk Prenzlauer Berg: 20 Uhr»Rostenburger Etr. 1«: Sewerkschafts- sttzung, Werdebezirk Teltvwianal: W.-B.-Heimabend, Steglitz, Albrechtstr. 47:,»Die politisch« Lage". >-4' Oos Korsett ist wieder da? Alles kommt einmal wieder. Die wiederauferstandenS Pleureuse weckte gleichzeitig das Korsett aus langem Dorn- rösckienschlas. Beide sind Attribute einer weiblich betonteren modischen Linie: man trägt wieder kokette chiitchen mit wippender Feder, dazu Taille und Hüften nebst allen übrigen ficht- baren semininen Merkmalen. Damit aber all die neuentdeckten Reize nicht gleich allzu üppig werden, wirst man ihnen gleich von vorn- hcrnin die Zwangsjacke über. Das Korsett 1931, unterscheidet sich von seiner älteren Schwester allerdings durch eine wesentliche Locke- rung der Folterungsmaßnahmen, Die quälenden Fischbeinstangen, die so schön in die Weichteile picken, treten nur ganz vereinzelt in Ersäkeinuiig: sd)on der veränderte Name— ans dem Korsett lourde ein Korselett— deutet auf Milderung. Jin übrigen sind die neuen Fignrcnvcrschönerungsapparate aus rosafarbener Kunstseide oder Batist gearbeitet, die Form ist lang, und reidst weit über die Hüs- ten. lieber dem Korsett wird ein Büstenhalter getragen, der so verarbeitet ist, als wäre das Ganze aus einem Stück genäht. Der Verschluß ist vorn oder seitlich, zum Einhaken oder Durchtnöpfen: eingeaibeitete Gummiteile sorgen für strammen Sitz. Wie die Mode-Conferenciere betonte, kann man heilte einfach nicht mehr ohne Korselett auskommen: die Modebeslissenen werden ihrem Rate folgen und die Fabrikanten es ihr zu danken nüssen. Von einer gesundheitlichen Schädigung des Körpers kann man allerdings bei der heutigen Korsettmode kaum sprechen, Zeit ist Geld,»«NN Zeit spart Geld. Dieses Wort ist schon alt. Aber wie viele Leute opfern Zeit wie Gelb unnötigen Dlnaen, bei denen sie beides ganz olbebllch spaten könnten. Ich möchte nur«in Beispiel herausgreifen: Fleisch. brühe. Deren Heestellnng ans frischem, gutein Fleisch erfoedert stundenlanges Kochen nnd ist nicht dillig. Wie spielend leicht aber kann man stch den Genuh einer appetitanregenden»nd belebenden Bouillon vefschaffen. Man löst einfach t+nen»Moggi-Fleischbrtchwüesel in 84 Liter kochendem Wasser aus, und eine gute Fleischbrühe ist fertig zum Gebrauch al» Trinkbouilldn, zum Kochen neu »lemüse», zur Bereitung von Suppen und Soßen. Maggie Fleischbrüihwllrfcl sollte» in jedem Haushalt stet« vorrätig sein, denn sie sind gut, praktisch und billig. Ein« freudige Uebeeraschung für Haussraueu und Kinder ist das große Sanella.'Margarine-Preisausschreiben. 50 000 Mark und 40 000 Sochpreiste ge» Inngen zur»Perlellura!»Bei dieser Fülle vo» Preisen bietet stch als» jedem, der sich mit der»Peeisausgade beschäftigt, eine große Gewinnmösilichseii. Die Preis» aufgäbe selbst erscheint aus„Glückstüten", die in jedem einschlägigen Geschäft kostenlos evhältlich sind. K'O'NIG IN VON Xteed)* GAR B AT Y ohne Sturm über Textilindustrie. Die Llnternehmer blasen zum Angriff. ~,le Tcxtilindustricllcn haben, wie bereits mitgeteilt, die Tarife für 31i)0l>0 Textilarbeiter und-arbeite- rinnen giekündigt. Zu welchem Zweck die Kündigungen er- folgten, wurde nicht angegeben. Ebensowenig waren Forderungen den Kündigungsschreiben beigegeben. Die„Tcxtil-Zcitung" Nr. 2Wi vom 2. September bringt nun Licht in dieses Dunkel. Dort werden eine Reihe von Forderungen, die zum Teil politischer, zum Teil wirtschaftlicher Art sind, von den Textilindustriellen Sachsens— ausgerechnet aus Sachsen, wo lebcns- unwürdige Löhne gezahlt werden— aufgestellt, von denen wir aus- zugsweise einig« folgen lassen: Beseitigung slaatiichcr Zwangssysteme. Abkehr von der Zwangs- bewirlschastung der Löhne, Abstellung der Lohnhöhe aus die Leistung des einzelnen und die Leistungsfähigkeit der Werke, Prüfung der Notwendigkeit des bisherigen Ausmaßes statistischer und verwaltungslechnischer Arbeiten. Auf euit Deutsch fordern die sächsischen Textilindustriellen eine ab e r m a l i g e Se n k u n g der Löhne, dazu die B e s e i t i- gung der Schlichtungsverordnung sowie aller staat- lichen Schlichtungsorgane, darüber hinaus die Aufhebung und Abschaffung sämtlicher Tarifverträge, ferner das Recht, der Arbeiterschaft individuell nach Belieben Löhne auf- oktroyieren zu dürfen. Schließlich den Abbau des Sta- tistischen Reichsnmts, dessen Lohnerhebungen amtlich feststellten, daß die Lebenshaltung der deutschen Textilarbeiterschaft auf Grund ihrer Einkommen eine völlig menschenunwürdige ist. Diese Forderungen sind so überspitzt, daß sie kaum noch ernst- Haft diskutiert werden können. Sie scheinen oas Produtt eines geistig nicht ganz normalen Syndikus zu sein, der die Notlage der Tertilarbciterschaft dazu benutzt, um sich wichtig, zu machen. Hat so etwas noch mit Wirtschaftsführung zu tun? Das ist die Phraseologie wirtschaftlich unproduktiver Scharlatane und Gernegroße. ' Seit einiger Zeit veröffentlicht die kommunistische Presse Sensationsmeldungen über 2Nassene»tlassungcn in der Metallindustrie in Verlin. besonders über Massenenl- lassungen im Siemens-Konzern. Gestern haben nun die Betriebs-, Angestellten- und Arbeiterratsvorsitzenden sämtlicher Werke des Siemens-Konzerns zu diesen und zu anderen Sensationsmeldungen über angeblich grauenhafte Zustände in einzelnen Werken des Siemens-Konzerns Stellung genommen. Es wurde festgestellt, daß nicht, wie die„Rote Fahne" behauptet, IZOOll Arbeiter und Angestellte entlassen wurden oder entlassen werden sollen. Einschließlich der Pensionierung sind Ende August genau gerechnet 1,25 Proz. der Angestellten ge kündigt worden und nicht 30 Proz., wie das kotnNlunistifchc Organ behauptet hat. Es�würte weiter festgestellt, daß ein Rundschreiben über bevoir- stehende Massenentlassungen nicht existiert und daß die Still- legnng des Kleinbauwertes nicht in Frage kommt. Es wurde weiter festgestellt, daß in den großen Werken nicht nur keine Massenentlassungen der Arbeiter vorgenommen wurden, sondern daß zum Teil von der Kurzarbeit zur Voll- arbeit übergegangen worden ist. Diese Feststellungen er- folgten e i n st i m m i g. Was nun die Artikel„Das Grauen in der Siemensstadt" und „Siemens mordet Kinder im Mutterleibe" der„Roten Fahne" bc- trifft, in denen die unglaublichsten Behauptungen aufgestellt wurden, ist eine genaue Untersuchung in Gemeinschaft mit der Gewerbeaussicht. dem Medizinalrat Dr. Mann. Kreisarzt von Spandau, und dem Chefarzt des Saiserin-Auguste-Vikloria-Krankenhauses. Dr. Bader, angestellt worden. Die Gewerbeaufsicht hat festgestellt, daß die fach- ärztliche und amtliche Besichtigung ergeben hat, daß die in der „Roten Fahne" aufgestellten Behauptungen völlig unbegrün- d e t sind. Von den im angeführten R c p e l i t b a u beschäftigten Arbeiterinnen ist nach ärztlicher Feststellung nur ein Kind im Jahre 2918 und ein Kind im Jahre 2939 geboren worden. Beide Kinder leben und sind gesund. Fehlgeburten konnten überhaupt nicht er- mittelt werden und sind auch nicht zur Kenntnis der Krankenkasse gekommen. Mit den Behauptungen der kommunistischen Presse sind auch die Mitglieder der Unfallkommission, die noch der K o m m u- nistischen Partei angehören, blohgestellt worden. Es ist weiter festgestellt worden, daß die Erkrankungen in den angeführten Abteilungen unter dem Durchschnitt der Krankenziffern in anderen Abteilungen liegen. Die Arbeiter und Arbeiterinnen in den angeführten Abteilungen werden in kurzen Abständen ärztlich untersucht und es ist ihnen freigestellt, sich jederzeit in andere Ab- teilungen oersetzen zu lassen. Von dieser Möglichkeit ist noch nie- m als Gebrauch gemacht word-en. Es wurde weiter ein- mutig festgestellt, daß gerade in der Frage der Unfallverhütung die Betriebsräte jede Möglichkeit zur Arbeit haben, so daß die Betriebsräte wünschen, sie hätten diese Recht« auch in anderen Fragen. Es wurde weiter festgestellt, daß A b ä n d e- rungsvorschlägc zur Verhütung von Unfällen stets berück- s i ch t i g t worden sind. Gegen sie muß endlich mit aller Rücksichtslosigkeit Front gemacht werden. Ihre Politik war es, die die deutsche Wirtschaft in ein Irren- Haus verwandelte. Ihre Politik war es, die das deutsche Boll an den Rand des Abgrundes brachte. Ihre Politik ist es, die mit solchen Forderungen im gcrenwärtigen Zeitpunkt offen zum Chaos drängt. Sie sind es aber auch, die aus Furcht vor der eigenen Schills den„Marxismus" für den von ihnen verschuldeten Zu- sammenbruch ihres vielgepriesenen Wirtschaftssystems vcrantwort- lich machen möchten. Mit der Lohnabbauaktion, die man zu Beginn dieses Jahres einleitete, weil man aus eigener Kraft und infolge Armut an schöpferischen Gedanken nicht in der Lage war, den verfahrenen Mrtschaftskarren in Gang zu bringen, hatte man den Gipfel der Unfähigkeit erklommen. Der„Erfolg" dieser Aktion ist vernichtend. Taufende von stilliegenden Betrieben, Millionen Arbeitsloser, finanzielle Zusammenbrüche selbst größter Banken kennzeichnen das Trümmerfeld dieser„Wirtschaftspolitik". Dieser Lohnabbau machte selbst vor den kümmerlichen Löhnen der Tcrti!- arbeiterschaft nicht halt, obwohl gerade hier, mehr als in eineni anderen Industriezweige, die Berdienste schon auf kaltem Wege un- geheuerlich gekürzt worden waren und darüber hinaus jedem Ar- heiter ohne Mehrbezahlunr. Mehrarbeit aufgezwungen wurde, wie dies in der Geschichte beispiellos dastehen dürfte. Festgestellt werden muß, daß der hungerschrci der Textilarbeiterschost Ende 2939 sowohl beim Reichspräsidenten wie auch bei oer Reichs- regierung ungehöpt verhallt ist. Ermutigt durch diesen Umstand, wagt sich die sogenannte„Führerschicht" wieder mit F o r- d e r u n g e n an die Oeffentlichkeit, die eine Herausforde- r u n g sind. Jede Belastunosprobe hat ihre Grenze. Diese Grenze ist bei den Textilarbeitern schon überschritten. Die neuen Forde- rungen der Textilfabrikanten beschwören den Sturm herauf. Zu einer ähnlichen Lügenmeldung im„Siemens-Lautsprecher", der kommunistischen Betriebszeitung, Hot der Gesamtbetriebsansschuß des Siemens-Konzerns einstimmig, also auch mit der Zustim- mung des kommunistischen Vertreters, eine Berichtigung verlangt. Diese Berichtigung ist nicht erschienen. Diese Feststellungen der Vorsitzenden der Betriebs-, Angestellten- und Arbeiterräte des gesamten Siemens-Konzerns erfolgten ein- st i m m i g. Nur ein kommunistischer Arbcitcrratsvorsitzender war der Meinung, daß man solche Lügenmeldungen verbreiten dürfe— um die Arbeiterschaft zu„mobilisieren"! Alle anderen Betriebs-, Arbeiter- und Angestelltenratsvorsitzende waren jedoch der Meinung, daß man mit solchen LUgcnmcldungen die Arbeiterschaft nicht mobilisiere, sondern Irf am i er e. Im übrigen haben diese bewußt erlogenen Meldungen das Gute, daß sie den kommunistischen Einfluß in der Siemens-Belegschaft völlig untergraben. Katastrophe im Bergbau. Bergarbeiter gegen kapitalistische Mißwirtschaft. Bochum, 7. September.(Eigenbericht.) Auf der hier am Sonntag eröffneten Reichskonferenz des Ver- bandcs der Bergbauindustriearbeitcr Deutschlands führte der Ver- bandsvorsitzende H u s e m a n n u. a. aus, daß im letzten Jahrzehnt die Gesamtzahl der deutschen Bergarbeiter von 1,2 Millionen bis Mitte dieses Jahres auf rund 599 999 Mann zurückgegangen sei. Zur Zeit seien im Ruhrbergbau bei einer Gesamtbelegschaft von 249 999 Mann trotz Feierschichten noch 94 524 Arbeiter voll arbeitslos. Auch sie könnten kaum darauf rechnen, jemals wieder im Bergbau Beschäftigung zn finden. Wohl in keiner anderen Industrie sei das Problem der langfristigen Arbeitslosen so dringend wie gerade im Kohlenbergbau. Ohne eine baldige systematische Verkürzung der Schichtzeit würden die entfesselten Maschinenkräfte im Bergbau nicht mehr zu bändigen sein. Die Verpflichtung des Rcichswirtschastsministeriums, mangels einer Einigung der ZccheNbesitzcr ein Z w a n g s s y n d i k a t zu bilden, sei durch Notverordnung in eine Kannbestimmung umgewandelt worden. Es sei zweckmäßiger gewesen, wenn der Reichswirtschaftsminister eine langfristige Syndikatsvcrlän- g e r u n g von sich aus verordnet hätte, wobei gemeinwirtschaftliche Gesichtspunkte in höherem Maße hätten berücksichtigt werden können, als das nunmehr der Fall sei. Die hohen internationalen F r a ch t k o st e n, die im letzten Jahre im Bergbau mehr als ein Viertel der gesamten Lohnsumme verschlungen hätten, machten eine internationale Kohlenverständigung zur dring- lichsten Ausgabe. Huscmann wies zum Schluß darauf hin, daß sich in Anbetracht des katastrophal gesunkenen Beschäftigungsgrades eine weitvcrbreilelc Verzweislungsslimmung zeige. Die Verheißungen, mit denen die Brüning-Regicrung die Juni-Vcrordnung zur Sicherung von Wirtschast und Finanzen begründet habe, ständen in krassem Gegensatz zu einer gerechten Lastenverteilung und einer wirksamen Linderung der ungeheure» Masfennot. Mehr denn je werde es die Aufgabe des Verbandes sein, alle Kräfte anzuspannen, um die gewerkschaftliche Schlagkraft zu erhalten. A u g u st Schmidt, der zweite Vorsitzende, referierte über lohn- und tarifpolitische Fragen. Die fortgesetzte Steigerung des Schichtförderanteils im Bergbau habe trotz der Krise zu einem dauernden Sinkendes Lohnanteils am Arbeitsprodukt geführt. Eine wirksame S e n- kung der Selbstkosten könne nur durch eine Senkung der durch Jehlleitung von Kapitalien übermäßig gesteigerten Kapital- k o st e n erreicht werden. Von 2939 bis 2932 habe sich die Lohnsumme im preußischen Bergbau von 334,9 auf 242,5 Willionen Wark verringert. Durch diesen Rückgang der Lohnsumme müsse natürlich die Kauf- kraft der Bergarbeiterbeoölkerung gewaltig zurückgehen. Die Not in den Bergbaurevieren sei daher sehr groß. Es sei selbstverständ- lich, daß sich der Verband mit allen verfügbaren Kräften einem weiteren Lahnobbau widersetzen werde. Zur Knappfchaftssrage führte Borgschulze aus: Die Verhältnisse in der Knappschaft haben sich in den letzten Monaten sehr verschlechtert. Innerhalb des zweiten Quartals 2931 sind die B e i t r a g s z a h l e r um 12 759 zurückgegangen, die Leistungsempfängcr aber um 3Z39 gestiegen. Die Zahl der Invaliden allein stieg täglich um 34, die Zahl der Witwen täglich um rund 6. Wir müssen verlangen, daß man schon jetzt ge- eignete Mittel zur endgültigen Sanierung der bergmännischen Be- rufsvcrsicherung ergreift. Diese können unter keinen Umständen in einem weiteren Abbau der Leistungen gefunden werden. Zum Schluß der Konferenz wurde folgende Entschließung ein- stimmig angenommen:„Die bevorstehenden Tariscrneuerungen im Bergbau geben der Rcichskonferenz des Verbandes der Bergbau- industrieabeiter Deutschlands Veranlassung, noch einmal mit aller Eindringlichkeit vor den verhängnisvollen Folgen zu warnen, die von einer weiteren Verschlechterung der Lebensbedingungen der Bergarbeiter zu befürchten sind. Dem bei längerer Dauer nicht wieder gutzumachenden Raubbau an den Lebenskräften der Berg- arbeiterschaft muß Einhalt geboten werden. Dazu ist in erster Lin-e eine Verkürzung der bergbaulichen Schichtzeit unumgänglich. Die Vcrbandsführung wird beauftragt, auf diese Forderung den größten Nachdruck zu legen." Gewerkschastsfest am nächsten Sonntag Wegen schlechten Wetters vertagt. Die ungünstige Witterung am Sonntag vcranlaßtc den Orts- ausschuß des ADGB., in letzter Stunde das Gewerkschaftsfest in Treptow abzusagen. Nach all den Vorbereitungen, die ein Gewerkschaftsfest erfordert, ist dem Ortsausschuh dieser Beschluß nicht leicht gefallen. Erst als am Sonntagvormittag die Auskunst zur Gewißheit wurde, daß die am Sonntagvormittag die Wetteraussichten trostlos blieben, ließ der Ortsausschuß durch den Rundfunk mitteilten, daß dos Gswerkfchafts- fest auf den kommenden Sonntag verlegt ist. Bei einer Wärme von nur 19 Grad war der Aufenthalt in den Gärten fast unmöglich. Das Feuerwerk hätte ausfallen müssen. Die Auffahrt der zwanzig Propaganda-Motorboote, die ihre Werbcfahrt vom Bootshaus„Fraternitas" in Köpenick beginnen sollten, ließ der Sturm nicht zu. Er hätte den Aufbau von den Booten weggerissen. So hätten schließlich auch die 299 Musiker mit ihrem Konzert das Fest nicht retten können. Leider hat der Rundfunk»och nicht solche Verbreitung, in den Arbeitersämilien, daß alle Gemerkschaftsgenvssen die Nachricht von der Verlegung des Festes empfangen konnten. Viele machten sich vergeblich auf den Weg nach Treptow. Der Ortsausschuß des ADGB. bedauert dies sehr, hofft aber, daß am nächsten Sonntag besseres Wetter ist und daß dann das Gewerkschaftsfest gut verlaufen kann. Organisationsfeindlicher Gastwirt. In Bcrlin-Mariendorf, Großbeerenftraße, betreibt der Gast- wirt Tiepelmann eine Großdcstillation. Er empfindet es zwar nicht unangenehm, wenn organisierte Arbciler als Gäste in seinem Betriebe verkehren, weigert sich aber, den Tariflohn zu zahlen. Nach seiner Ansicht geht das die Organisation überhaupt nichts an. Der Betrieb ist für unsere Mitglieder gesperrt. Zentralvcrband der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Angcstellten, Zweigvcrein Berlin. fftreie Gewerkschafts-Iugend Berlin iicule, IHN IS', Uhr, tag«» dl« Gruppen: Ai>l-r»i»os: Gruppcnheim Ädlcr-Hos. Pi-marastr. I. Li-i>-rabcnh.— Tchöueiwid«! Iugcndhr-.ni Ricdcrlcdö.icV-idc.?rrl>»cr Str. 31. Krimbesprechui'«.—-?-»«»»> i Iugcndhcini«isnnqcnstr. 43. Ziinmcr.->. IZiihrrr der Arcxitcrbkweguug: , Wchclm und.larl LiedineiNtc-.— Ger-crlschast-h-u»! Eiigclilfrr 24— 2S, Saal II.„Aarsrntrach, Tanirciertagc und ihr« Einrnirkungen auf die Wirt- sckaft."— Wcdding: Jugendheim Willdenorrstr. 5, 2 Treppen, Zimmer>l.„Die ireien Grwcrks-to'tcn und d.c gegenmärtige politische Sage."— Zieu-Lichteudeegi Jugendheim Gunlrrftr. 44.„Wie steht die Arbeiterhanl tu den Staat-, und Privatbanken?"—?ra»kfnrter Alle« i Stadt. Jugendheim Litonee Str. Id. „Gewerrrchaften und W-Nwirtfclaitskrise."— Lichtenberg! Jugendheim Dosse. ftvafie 22...Bcrufalronkhcite» i nd ihre Gefahren" fLichtbilbervorieagf.— Cftenie: Ingendhrmi Naeiaharst. Treekowallec 44 laamschule). schon ob 10 Uhr. „Sewcrkschaflen und ZSirtschaflskrife."— Treptow! Schule Wilde. ibruci,. strahe 33—34 lLarlglmmeri, Zugang Krpegstraße.„Berlin, wie«s weint und lacht."— Arnawaldtr PI ah: Gruppeirheim Pasteurftr. 44—4«..Unser« Poliati." - Steglitz: Jugendheim Zicnuningstr. 14».„Aufbau und Ziele der 3GI."— Zngeuligruppe de, Zentraloeebandea der Schuhmacher! Im Jugendheim des Ostens, Große Frankfurter Str. I«, Zintmer 3, Bunter Abend. Iuaendc-ruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Dienstag, finden folgende Beranstaltungen stall: Lichtenberg: Jugendheim Gnnterstr. 4l. Gruppenmitgliederverfatumlun«.— Roth- west: Jugendheim Lehrter Str. Norirag:„Der Weltkrieg 1014 bis 1013". Bcfcrent: Bernstein.— Der Sprech, und Beweguugschar Übt ah 30 Uhr in der Turnhalle Barnther Str. 30.— Meldet euch für die Boitsbilhncnabteilung fiir die arbeitende Jugend im Iugeudsetretariat. Beraniwortiich kür Politik: Birtar Schill: Wirtschaft! G. tNiugeldöser: Erwersschaftsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: Dr. Jahn Schitewski: Lokales und Sonstige-: Feitz tkarstadi: Anzeigen: Th. Glosse: sämtlich in Berlin. Berlaa: Borwäris-Berloa G.m.b.H.. Berlin. Druck: Borwärls-Buchbruckerel und Verlaasanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW«3. Lindenstrotie 3. Hier,« 2 Beilage». Vernichtende Antwort der Arbeiter Gegen die Sensaiionslügen der kommunistischen presse. Jfjiw! MAGGI* Rheinische Su MAGGI* Cegierte Suppe"/Gemüse TLurei neue Sorten, die auch Ihnen gut schmecken werden Oer Zeichner als Prophet. Diese Zeichnung brachte der„BorwSri«" am 2S. Hai d. 2. Sie ist heute so aktuell, daß wir fie wiederholen. �Stoßen wir ihn voran! Wenn er runterfältt, um so besser!" Internationale Freidenker-Llnion. Oie Einigung vollzogen.— Schluß des Kreidenker-Kongresies. Der Internationale Freidenker-Songreh hielt gestern im Plenarsaal des früheren Herrenhauses unter dem Vorsitz voi� Sievers-Deutschlavd seine Schlußsitzung ab. Die Vereinigung der ..Vrüsieler Internationale" und der„Internationale proletarischer Freidenker" zur„Internationalen Freldenker-llnion" wurde offiziell verkündet und mit Begeisterung aufgenommen. Die Sitzung begann um 14 Uhr mit einem Referat von hoving-holland über„Wkssenschaft. Technik und Metaphysik", hoving legte dar, wie die Wissenschaft den Glauben, der in Wahrheit Aberglauben sei, in seinen Widersprüchen aufgedeckt habe und erläuterte den Anteil, den hieran die Technik genommen hat. Die Metaphysik kennzeichnete er als kaum zu ent- schuldigende Kraftvergeudung. Als Inhalt modernen Freidenker- tums nannte er das vernünftig sittliche Bewußtsein, das auf Wissen- schaft und Erfährung beruhe und so zu internationaler Einheit der sittlichen Auffassungen führen müsse. Der Berichterstatter über die Einigungsverhandlun» gen Ronzaal-Deutfchö st erreich führte aus, daß der un- bedingte Wille zum gemeinsamen Kampfe gegen Faschismus und kirchliche Reaktion die Einigung von der ersten Stunde der Ber- Handlungen an sichergestellt hätte. Am t. Zavuar 1SZZ wird die Internationale Freidenker-Union in Täkigkeit treten. Nach Bekanntgabe des vorläufigen Statuts verlas Ronzaal eine Resolution, deren wichtigste Sätze lauten: „Die Freidenkerbewcgung muß sich unmittelbar im Zu» sammenhang mit den politischen Tatsachen in die kulturelle Kampf» front der Gegenwart einreihen. Die Freidenkerbewegung ist an keine politische Partei gebunden, noch an eine Partei ange» schlössen, aber ihr Leitgedanke ist der Sozialismus, ihr Ziel ist eine Gesellschaftsordnung der politischen, ökonomischen und kulturellen Freiheit. Denn nur eine sozialistische Gesellschaft ge- währlcistet die ungehemmte Entwicklung des freien Gedankens. In diesem Sinne hat die Freidenkerbewegung die Aufgabe, die sozialistischen Parteien in ihrem Kampfe gegen den Faschismus zu unterstützen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, ist es notwendig, in allen Ländern eine freidenkerische Massenbewegung zu ent- fachen." Die Resolution wurde einmütig angenommen. Noch- dem Teroagne- Belgien und K r e n n- Schweiz den deutschen Freunden Dank und Abschiedsgrüße ausgesprochen hatten, nahm der Vorsitzende S i c v e r s- Deutschland das Wort zu seiner Schluß- anspräche. Noch einmal unterstrich er die Bedeutung für die internationale Freidenkerbewegung und betonte dann, daß nicht unsere Gäste den Deutschen, sondern wir Deutsch« den ausländischen Freunden für ihren Besuch zu danken hätten. An die ausländischen Delegierten gewendet, fuhr er fort: „Wenn Sie in Ihre Heimat zurückgekehrt sind, dann werden Sie in Ihren Zeitungen manches über dos deutsche Volt und die deutsche Arbeiterschaft lesen, was nicht der Wahrheit entspricht- Dann erinnern Sie sich bitte der Kundgebung in der Neuen Welt. in der Sie die wahre deutsche Jugend sahen, jene Jugend, die mit Begeisterung für die Ziele des Sozialismus und den Frieden zwischen den Völkern eintritt. Dann erinnern Sie sich auch jener Tausende von Berliner Arbeitern, die zum Teil weit unter dem Existenzminimum leben und es sich doch nicht nehmen laffen, dabei zu sein, wenn es heißt, dem Ausland zu zeigen, daß das Deutschland von heute den Sozialismus, die politische, ötono- mische und geistige Freiheit und vor allem den Friede«, den Frieden und wieder den Frieden will."(Stürmischer longanhaitender Beifall.) Sievers schloß:„Es wird der Tag kommen, da die Grenzen und Zollmauern gefallen sind und der Sozialismus verwirklicht wird. In der festen Ueberzeugung, daß Sie, ausländische Genossen, in diesem Sinne mich im Rohmen der Freidenkerbewegung arbeiten werden, schließe ich den Kongreß." Ein Hoch auf die Internationale Frcidcnter-llnion und den Völkerfrieden folgte. Mit dem gemeinsamen Gesang der Inter» nationale, die vom Freidenkerquartett intoniert wurde, fand die Tagung ihr Ende. Oer Kall Kenner Brockway. Eine Zuschrift an deu„Vorwärts". Wir haben, gezwungen durch die Behauptungen Ernst Tollers in einer Versammlung der Liga für Menschen» rechte, die Gründe dargelegt, warum der Berliner Bezirks» vorstand es nicht für ratsam hielt, den Genossen Fenner Brock- way, den Vorsitzenden der Unabhängigen Arbeiterpartei Eng- lands, in einer öffentlichen Versammlung der Sozialistischen Arbeiterjugend, also in einer offiziellen Partciveranstaltung, sprechen zu lassen. In einer Zuschrift an den„Vorwärts" wendet sich Fenner Brockway gegen die Behauptung, daß seine Partei, die JLP.. Disziplinbrüche begangen habe und sagt dazu: „Die JLP. steht nicht in Opposition zur Labour Party, sondern sie vertritt heute wie schon mimer eine entschiedenere sozialistische Politik. Sie tat dies, als Macdonald und Snowdcn ihre Führer waren und hat damals wie heute ihre von der Labour Party ab- weichende Meinung im Parlament durch Reden und Abstimmungen zum Ausdruck gebracht." Wir können nicht finden, daß der Vorwurf des Disziplin- bruchs damit widerlegt ist. Auf die Bemerkung, die JLP. bilde eine Art Ersatz für die kommunistische Bewegung, antwortet Fenner Brockway: „Die JLP. steht in schärfstem Gegensatz zu Anschauung, Pro- gramm und Taktik der kommunistischen Partei. Die englischen Kom- munisten greifen die JLP. weit schärfer an als irgendeine andere Sektion der englischen Arbeiterbewegung.. Der politische Einfluß der JLP. ist in diesem Augenblick weit größer als in irgendeinem Zeit- punkt ihrer Geschichte. Sie hat ihre Macdonalds und Snowdens verloren, aber größere Masten der Arbeiterschaft hinter sich als je zuvor." Fenner Brockway scheint vergessen zu haben, daß die JLP. gerade in den Tagen der schamlosen Prozeßkomödie gegen die sogenannten Menschewiki-Schädlinge ein Glück- wunschtelegramm zu den Erfolgen des Fünfjahresplans nach Moskau gerichtet hat. Im„Vorwärts" war ferner gesagt, Fenner Brockway habe an verschiedenen verkappt-kommunistischen Kongressen teilgenommen. Dazu schreibt Fenner Brockway: „In den ersten Monaten chres Bestehens war ich der Auffastung, daß Sozialisten sich an der Arbeit der Liga gegen den Jmperialis- mus beteiligen könnten. Ich nahm an einer ihrer Konferenzen und an einer Kommissionssitzung teil. Sofort als die Exekutiv« der Sozialistischen Arbeiter-Jnternational« sich gegen die Liga erNärte, bin ich ausgetreten und habe seit über zwei Jahren keinerlei Ber- bindung mehr mit ihr. Das führt der Berliner Bezirksvorstand als Grund an, heute ein Redeverbot über mich zu verhängen." Richtig ist, daß Feimer Brockway nur an einem Münzen- berg-Kongreß im Februar 1927 in Brüsiel teilgenommen hat, wo er wönigftens nach dem Bericht der„Roten Fahne" die englische Arbeiterpartei scharf angriff. Sein Kollege in der Parteiführung, M a x t o n, hat aber auch später noch an solchen Kongressen teilgenommen, bis er von den Kommu- nisten selbst herausgesetzt wurde. Wir hatten bemerkt, die Regeln der internationalen Zu- sammenarbest verlangten, daß die deutsche Partei sich nicht ausländische Referenten einlade, von denen zu befürchten sei, daß sie ein« ausländische Bruderpartei herunterreißen würden. Dazu bemerkt Fenner Brockway: „Es ist eine schwere Beleidigung, die der Berliner Bezirks- vorstand der englischen Arbeiterpartei zufügt, wenn er ihr unter- stellt, daß fie von«iniw kindischen Empfindlichkeit ist, wenn. Met- nungsvtrschiedenheiten offen ousgesprochen werden." Das ist ein ganz vergeblicher Versuch, ein sehr ernsthaftes Argument durch einen Witz zu entkräften. Würde man nach Fenner Brockways Rezept beispielsweise in London Deutsche sprechen lassen, die über die deutsche Sozialdemokratie nur Schlechtes zu erzählen haben, ober würde man in Berlin Franzosen reden lassen, die an der französischen Sozialisten- parte: kein gutes Haar lassen, so würde die Internationale bald in die Lust fliegen. Die Einigkeit der Sozialistischen Arbester-Jnternationale ist aber nach unserer Meinung ein viel zu wertvolleres Gut. als daß sse durch derartige Experi- mente aufs Spiel gesetzt werden dürfte. Genosse Fenner Brockway versichert zum Schluß, ihm sei nicht bekannt gewesen, daß der Brief des zweiten Vorsitzenden der SAJ.. den er veröffentlicht hatte, vertraulich gewesen sei. Wir zweifeln nicht an der Richtigkeit der Bekundung, doch geht aus ihr hervor, daß der bisherige zweite Vorsitzende der SAJ., Kreßmann, die Unwahrheit gesagt hat. Oer Kall Klade-Alsberg wird untersucht Sine Erklärung des ZostiMinisteriums.— Landgerichtsdirektor Arndt in Berlin. Das preußische Justizmimsterium teilt mit, daß der im Zu- sammenhang mit dem Stinnes-Prozeß beschuldigte Land- gerichtsdirettor Arndt am Montag nach Berlin zurück- gekehrt und bereits von dem Kammergerichtspräsidenten gehört worden ist. Der Kammergerichtspräsident hat die zu der Aufklärung des Sachoerhalts weiter noch erforderlichen Maßnahmen getroffen und einen Senatspräsideuten mit der Untersuchung beaustragt. Rechtsagitation in der Reichswehr. Göttinger Studenten wegen Hochverrats verhastet. Am Freitagmorgen sindinGSttingendreiMitglieder des Bundes der Eidgenossen, unter ihnen ein camt. zur. Arno Deutelmoser, verhaftet worden, weil sie in dem Ber- dacht stehen, weitgehende Versuche zur Z e rs e tz u n g d e r R« i ch s- wehr unternommen zu haben. Der Auftrag zur Verhaftung ist vom Oberreichscmwalt ausgegangen. Der Bund der Eidgenossen" ist eine Gruppe in der rechts- radikalen Freischar Schill. Zur Freischar Schill von Werner Laß gehören nur junge Leute unter A) Jahren, und diejenigen, die durch ihr zunehmendes Aller aus der Freischar herausgewachsen sind, haben sich im Bund der Eidgenossen zusammen- geschlossen. Diesem Bunde der Eidgenosten trat kürzlich auch der Führer der nationalsozialistischen Göllingcr.Studenten, Beikel, bei, nachdem er Hitler den Vorwurf gemacht hatte, die sozialistischen Ten- denzen verraten zu haben. Deutelmoser ist der Führer der Göllinger Eidgenossen. Di« Namen der beiden Verhasteten sind nicht bekannt. Sie werden nur für Mitläufer gehallen._ Aus einer Konferenz der skandlnavlfchc« ZNinisterprösidenlen in Ha war(Norwegen), deren Eröffnungsreden durch Funk über- tragen wurden, sprach sich der Norweger Kolstad für Schlichtung des dänffch-novlvegischen GrSnlmchkvnfliktes durch den Hanger Gerichtshof am. Ernte und Volksversorgung. Schieles Getreidepolitik muß revidiert werden. Die soeben veröffentlichte Ernteschätzung des Deutschen Landwirtschaftsrats, die bereits weit- gehend auf Druschergebnissen der Berichterstatter beruht, be- ftätigt die in den letzten Wochen bereits vielfach geäußerte An- ficht, daß die diesjährig« Ernte durch das anhaltende Regenwetter läng st nicht so gut ausgefallen ist, wie man es anfangs erwartete. Der Reichsland wirtschaftsminister Schiele war bei der Ankündigung feiner Maßnahmen, durch die die Getreidepreise hoch gehallen werden sollen, davon ausgegangen, daß wir eine Weizenernte von 4,5 Mill. Tonnen und eine Roggen- ernte von 7,2 Mill. Tonnen zu erwarten hätten. Di« Reichs- regierung hat infolgedessen, den protektionifttfchen Wünschen Schieles folgend, eine Weizenvermahlungsquote von 97 Proz. und die bekannten Zinssubventionen beschlossen, um jeden Preisdruck auf den Getreidemarkt zu verhindern. Jetzt kommt aber heraus, daß die Weizen ernte nur etwa 4 Mill. Tonnen, die Roggenernte6,7 Mill. Tonnen be- tragen wird; außerdem dürfte die Qualität der Ernte verhältnismäßig schlecht aus fallen, so daß große Mengen gar nicht zur Bermahlung geeignet find, sondern in den Futtertrog wandern müssen. Die Getreidebörse Hot auch sofort auf die schlechten Erntenachrichten reagiert, der Weizenpreis ist von 206 auf 217 Mark, der Roggenpreis von 170 auf 177 Mark je Tonne gestiegen. Die Grundlagen der Getreidepolitst für dieses Wirtfchasts- fahr sind durch die jetzt richtiggestellten Ernteergebnisse absolut verändert. Damit muß unbedingt eine Aenderung der Getreidepolitik eintreten. Ein 97prozentiger Weizen- vermahlungszwang ist jetzt mehr denn je unhaltbar. Der Weizenbedarf beträgt rund 4,8 Mill. Tonnen, es müssen also unbedingt, da mindestens eine halbe Million Tmmen nicht vermählen werden kann, mehr als eine Million Tonnen Weizen eingeführt werden. Soll also der Weizenpreis nicht derartig hoch getrieben werden, daß sich überhaupt kein Ar- bester mehr eine Schrippe oder ein Stück Kuchen leisten kann, so muß unbedingt eine Herabsetzung des Weizen- Vermahlungszwangs erfolgen, damit eine dem Be- darf entsprechende Menge Weizen aus dem Ausland einge- führt werden kann und zwar zu Preisen, die dem ge- schrumpften Einkommen der breiten Massen entsprechen. Der Zollsatz muß also bedeutend herabgesetzt werden. Infolge der geringeren Roggenernte, die gerade aus- reicht, den Brotgetreidebedarf zu decken, muß durch eine Er- leichterung der Futtergetreideeinfuhr dafür gesorgt werden, daß kein Roggen zusätzlich verfüttert wird. Sonst erleben wir eine Steigerung der Roggenpreise, die selbst- verständlich sofort eine Brotpreissteigerung zur Folge hat._ GächsistherLandiagsollzusammenireten Ein Schrei nach Rothilfe durch das Reich. Dresden, 7. September. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion Hot heute einen Briej an den Landtagsprästdenten gerichtet, in dem beantragt wird, den Sächsischen Landtag zu einer Zwischentagung ein- zuberufen und auf die Tagesordnung der ersten Sitzung die Be- ratung eines gleichzeitig von der Fraktion eingebrachten Antrages über die Behebung der Notstände zu setzen. Nach diesem Antrag soll die Regierung erneut bei der R e i ch s r e g i e r u n g vorstellig werden, um eine besondere Nothilse für Sachsen durch- zusetzen, damit die Zahlung der Unterstützungen durch die Ge- meinden gesichert und' die Lahmlegung des Baumorktes verhindert werden. Naeh Artikel 3 der sächsischen Verfassung ist der Landtag einzubcrusen. wenn mindestens»in Drittel der 96 Abgeordneten es beantragen. Da allein die sozialdemokratische Fraktion 32 Abge- ordnete umfaßt, ist mit der Einberufung des im laufen- den Monat zs rechnen. IN ALLENLSTADTrEILEN BERLINS VoIHsfilrsortle Gcwcrkscfcaftlich-/2 Uhr Thron zu vergeben Operette v.Neidhart Musik v. Witmann Leux, Elster, Lilien. Hendrik, Fels Preise; 0,50—7,- M fnfecote im Vorwärts üichern Erfolg! ROSE.-THBATBR Nur noch bis 8. Septb. Haddien z. Heiraten Sonntag 2 x, S" u. 9 U. Montag, Dienstag 8'8U Ab 9. Septemben „H o 8 e B e r n d" Traute Rose Ii ilcr Titilrellr. Mittwoch, Sonnabend u. Sonntag 6 u. 9 Uhr. «n illn aodiro Thii i18 Uhr. Preise: 0.50—3.00 Nur noch bis 8. Sepib. unwlderruflichl Großer Varietdteil und .laktigen Voiksslück „Das GlOdumSdel" Nehmen Sic die letzten Tage wahr! Preise. 0.00-2.00 Oroße Frankfurter Straße 132 1 Vorverkauf: Täglich 11— I und 3—9 U. E 7, 34?2. 1 Deatsdies Tbeater 8 Uhr Kat Schauspiel nach Ernest Hemingway Deotsdie Bühnenbesrbflitang v. Carl Zuckmayer und Heinz Hilpert Regio; Heinz Hilpert RurIQrsfen flamm Theater Bismarck 448/49 BV. Uhr Die schöne Helena von lacqoes ORenbadi Segle: Uoz Belahtrdi Theater im AdmiralsDalast Täglich 8'/. Uhr Der Sensttinnserfolg! Die Dubarry mit citta Aipar Preise v. 0,50 M an nietropoi-Theaier Täglich SV. Uhr die neue Paul-Abraluni- Operette Die Blume wen Hawai unter persönl. Ltg des Komponisten Preise von 1.— N. an. wegen Geldnot, ab Fabrik la Anzug- sioff blau W o 1 1- kammgarnm 6.80 u. 9 80, Pfeffer u. Salz grau m 10,80. Erga, C�cra 167 Gewinnauszug 5. Rlofle Z7. Preubisch-Süddeulsche Sfaats-Lofferie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Ans jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar fe einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 25. Jiehnagsfag«• rk■ 7. September 1931 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen. e s«wfm>« M 10000 M. 211 SS g57B0 281 S01 S Sevinne ,u 5000 Al. 9105 169917 239518 328302 32 aetoinn* m 3000 W. 37743 52822 109195 112237 150888 156679 218752 233853 234471 266951 317810 336607 355472 361991 378351 383121 38»«mmt« m 2000 9E. 29067 36943 44934 65810 69927 72435 98590 104106 160803 163399 185097 186255 236270 245270 303819 335281 344778 379407 399026._______ 1 1 2»«-wn« p. 1 000 M. 13439 15636 16253 20096 25632 32246 32678 43561 47077 50762 57214 69525 69123 72138 78530 87746 88709 100731 112947 118468 133486 140111 148682 156285 195310 201903 206798 208777 210320 210711 212417 225323 233266 235180 236776 242964 250876 262093 283198 296880 297263 299872 307226 311006 313577 324480 325951 326251 331976 336207 341933 377814 381716 381805 391609 394264 186».Winne n 500 ffll. 8606 13866 22264 24419 24804 30434 31243 34127 35645 47590 52278 55965 65103 66543 66993 70739 87193 92711 95808 109827 112814 116652 118119 118681 125090 128636 134095 138758 139674 141852 143799 148561 154619 155528156984 166260 167217 169713 169980 173813 174754 176751 177608 178856 194472 197824 201536 208390 210155 213367 217882 228318 232596 244490 250486 255245 257415 259807 2S6466 267068 271093 272167 272822 273252 278046 280086 281020 281452 282764 286754 291822 295171 304122 306999 307098 309607 310616 312913 314954 31 6624 318878 320624 320633 324737 339735 342617 344320 348612 363579 373115 375243 380176 384611 In der heutigen Nachmittagszichung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 6»«Winne Itt 10000 M. 85484 235053 336104 336968 2»«Winne ju 5000 91t. 220279 8»ewinn. ,u 3000 M. 16866 275143 328643 330365„„„„„ 54»ewinn« in 2000®t. 8692 1 8480 30708 431 52 52702 68786 73736 84666 104903 107203 161140 162349 1742SI 166600 214112 272442 277848 230268 289352 291732 293350 317087 318657 356479 361004aete9i?�f?u31909000371L 17628 50833 51177 52371 58303 60373 62631 67164 69680 80508 89761 93206 93331 107304 I I7o77 12vo 9 143014 145959 148323 149 178 156260 157333 167235 163790172811 173194 174734 183196 195245 201647 202455 203364 206327212693 223504 226743 233717 234663 243804 271492 284891 292987 296671 316165 326800 336748 337057 352764 380484 386706 138«-Winne ,n 500 M. 5453 14386 17269 19714 20788 23738 23796 29919 39888 40909 41230 42040 64423 73659 76542 82291 95220 96148 101945 113834 116553 117981 120151 123512 131861 166032 138331 148235 148597 155817 164689 165274 169084 1 66766 1 8491 5 202233 209735 224579 234295 241003 244787 249538 25760S 260894 263481 270947 276120 286424 293192 297375 29LI86 881401 301971 304111 307089 3I525S 319000 323971 339923 340062 345909 351629 ' 359126 333583 365972 366644 369929 383719 391793 Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500100, 2 Geioinne zu je 200000, 2 zu je 50000, 10 zu je 25000. 23 zu je 10001. öS zu je 5000, 148 zu je 3000, 376 zu je 2000, 704 zu je 1000, 1200 zu je 500, 3532 zu je 400 Marl. Am Sonntag, dem 6. September, früh 5 Uhr. entschlief sanft nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden, meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute.trcusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Tante und Schwägerin Marie Appelt,geb.Hoyer im vollendeten 66. Lebensjahr. In tiefem Schmerz im Namen derHinterbliebenen Gustav Appell nebst Kindern Erlaner Strafte 10 Die Einäscherung findet statt am Mittwoch, dem 4. September um 19 Uhr im Krematorium Gericht- straße 37-38. RttDrsn. Fllle Ersatzlelie Prtiilisfe gratis WM»[0. Pumpenfabrik BERLIK H 65. Reiiiidiendiiifer Str. 35 JUERGENS Alexanderplatz Neue Königstr.43 jeder Art liefert preiswerf Paul Golletz vormals Robert Meyer MarSannenstr. 3 F8, Oberbaum 1303 Deotsdier Metallarbeiter-Vertiaiiii Verwaltoiigsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitzliedern ttit Nachricht, daß unfee Kollege, der Werkzeugmacher Paul Nittmann am 2. September im Alter von Zt Zahren infolge eines Betriebs. Unfalls gefforben ist. Die Beerdigung findet am Diens- tag. 8. Seufember, ISVa Uhr. von der Leichenhalle des Friedhofs in Baum- Ichulenweg, Aiefholzstraße, aus statt. Am 8. September starb unser Kol- fege, der Gießer Hermann Thiel geb. 10. Februar 1860. Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 8. September. 17 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Am 4. September starb unser Kol- lege, der Arbeiter Josef Haubrich geb. 28 Mai 1882. Die Einäscherung findet am Mi»- wach, dem 8. September, 16 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Am 26. August starb unser Kollege, der Heiser WIheim Hoffmann Die Einäscherung hat bereits statt- gesunden. Ehre ihrem Andenken! vfe Ortivrrwaltamg. KLEINE ANZEIGEN iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimii Preis«: üborschrlftswort 25 Pf., Toxtwort 12 Pf. Wiederholungsrabatt: 10 mal 5 Proz., 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Proz., 2000 Worte 15 Proz., 4000 Worte 20 Proz. � Stellengesuche: uberschrifts- wort 15 Pf., Textwort 10 Pf./ Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 4'., Uhr nachm. im Verlag, Lindenstr. 3, oder auch in sämtlichen Vorwärts-Filialen und-Ausgabestellen abgegeben sein I uerHüme| Linoleum Szillat, Kolonie straße 9._ Bücher, Bücherbrett, Wand sichrLnkchen, Knfin. derbüro. Barthef, Reichende racrstr. 2S. Kleiflungssülciu, wasche usw. Wenla aetraa«»« Kavafieroarderobe von Millionären. Aeriten, Anwäften. fabelhaft billige Preise. Emvfcbie TailleumänteLVaie- tofs. Krads. Cmo- kings, Gehrockan- «Ige. Hofen. Sport-, Dehpel,e. Gefeacn. hcitskäufe in neuer Earberobe. Weite» fter Weg lohnend. Lothrinacrstrafie S6, I. Treppe. Rasen. thafer Bfah.' | Fanrrafler mooei Diplomat 80 160. Dunkefkieser. 40,—. Schmidt, Wifsuockerstlafie 20. Patentm-Iragen .Primisfima". Me. tallbetten. Auflege» matrahen. 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