BERLIN SonneMag Iv. September 1931 10 Pf. 7!r. 43>- 4 B 212 48. Jahrgang Erscheint tSglich anßer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. BezugSprei« beide Ausgaben 8d Pf.»ro Woche, I,60M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW 68, Lindenstr.S Fernsprecher: Dönhoff CA 7) 293—297 Auzetgenpret«: Die einspaltige Nvnpareillezeil« 8o Pf., Reklameltile S M. Crmäßigunaen nach Taris. P« ft s-ch» ck k v n t o: Vorwarts-Verlag G. m. b.H.. Berkül Nr. 37 536.— Der Verlag behalt sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Ameigen vorl Vernichtung ganzer Städte ist das Ziel der Mächte im Krieg— sagt Lord Cecil in Genf Genf, 10. September.(Eigenbericht.) Ein Höhepunkt: Lord Cecil fordert Frankreich und Deutsch- land unter minutenlangem stürmischem Beifall der ganzen Bersamm- lung zur Annäherung in Taten auf; damit allein schon könnten 75 Proz. aller Schwierigkeiten der internationalen Lage de- hoben werden. Auch Cecil verlangt Schuldenausglcich und wirksame Abrüstung, wobei er besonders Grandis Vorschlag auf sofortigen Rllstungsstillstand unterstützt. Der Eindruck seiner mutigen Rede ist sehr stark. Zu Beginn gab der spanische Außenminister L e r r o u x eine Darstellung der Bemühungen seiner Regierung, zu neuen und besseren Berhältnissen zu gelangen. Er entwickelte warme Sympathie für den Völkerbund, der nur gut arbeilen könne, wenn hinter den Regierungen der demokratische Wille ihrer Völker zur Zusammenarbeit stehe. Er beantragte, zusammen mit den Presse organisationen Wege zur Verhinderung von Nachrichten zu suchen, die der Völkerverständi- gung schädlich sein könnten. Lord Cecil erklärte, es könnte nichts Schlimmeres getan werden, als die Autorität des Völkerbundes in dieser Zeit herabzusetzen. Er legte eine Entschließung vor, in der vorgesehen wird, ein Spezialkomitee einzusetzen, das die Methoden der Rat s w a h l studieren und der nächsten Voll- Versammlung Aenderungen vorschlagen soll. Das dringendste Ziel des Augenblicks sei, den Ausgleich zwischen Schuldnern und Gläubigern zu schaffen, damit die Kapitalien für die Produktion und die Arbeit erhalten bleiben könnten. Er gab an Hand des Baseler Layton-Berichts Beispiele dafür, wie Deutschland zu helfen sei, damit die Welt wieder ins Gleichgewicht komme. Alle Vorschläge der Europakonferenz müßten durchgeführt werden. Aber auf Grund des Hoooer-Jahres müsse die ausländische Kapital- anlage in Deutschland wieder ermöglicht werden durch langfristigen Ausgleich zwischen Schuldnern und Gläubigern. Auch von der Angst über die politische Lage rühre die Unsicherheit her. Da gäbe es Länder, die selbst zu guten Bedingungen anderen Staaten nicht Hilfe leisten wollten, sagte er mit deutlicher Sln- snielung auf Frankreich. Die Entwicklung werde ihnen aber viel Wasser in ihren Wein gießen. In der Welt sei eine Atmosphäre gegenseitigen Verdachtes, die zu beseitigen eine Spezialaufgabe des Völkerbundes sei. Keine Resolutionen und Kommuniques könnten hier helfen, sondern einzig Taten, und die wichtigste Tat se! die Verwirklichung der internationalen Abrüstung. Cecil las zur Bekräftigung einen eindrucksvollen Bericht über die Luft- manöver in England und anderen Ländern vor. Die Luftwaffe sei einzig eine Angriffswaffe. Diese Manöver hätten gezeigt, daß der Besitz einer Luftwaffe keinen Schutz darstelle gegen die Luftwaffe des anderen Landes. Aus dem Bericht der„Times" gehe die furchtbare Wirkung von Luftangriffen hervor, gegen die jede Luftverteidigung nutzlos sei. Ein Ziel der Wächte sei heute in der ganzen well, große Städte mit ihrer Bevölkerung zu vernichten. Dagegen gebe es keine verteidigungsmöglichkeit. Woher solle da das Sicherheits- gefühl kommen? Die Völker bereiteten sich vor, einander zu verwüsten. Deshalb begrüße er die Einberufung der Abrüstungskonferenz zum 2. Fe- bruar 1S32, und seine Regierung werde keine Verschiebung zulassen. Wenn gemäß dem Vorschlag Grandis die Rüstungen eingestellt werden bis zum Ergebnis der Konferenz, sei es die beste Vor- bereitung. Die Abrüstungskonferenz müsse in einer wesentlichen Verminderung der Rüstungen Erfolg haben. Die Völker müßten nicht sehen, wie wenig, sondern wie viel sie tun könnten. Aber inzwischen könnte noch anderes geschehen. Da seien zwei Staaten im Präsidium der Vollversammlung vertreten, deren alte Kultur sie o e r b i n d e n müsse, die aber immer noch einander gegenüber st ehe n. Beifall bei Reden und nationali st i- schen Demonstrationen seien leicht und billig zu erreichen. Es sei eine üble Lüge, daß England einer solchen Verständi- gung entgegenstehe. Er kenne keinen Engländer, der je so etwas gesagt habe. Keine britische Regierung würde jemals einen solchen Gedanken fassen. Englands Hauptziel sei, so schloß Cecil unter stärkstem Beifall der Versammlung, zur Befriedung der Welt beizutragen. Präsident T i t u l e s c u teille am Schluß der Sitzung mit. die deutsche Regierung habe den Antrag eingebracht, daß, wie im Vorjahr, der Teil des Berichts des Generalsekretärs, der sich aus die Behandlung der Minderheitenfragen bezieht, der Politischen Kommission zur eingehenden Behandlung uberwiesen werde. Auf diese Weise wolle die deutsche Regierung er- reichen, daß das Interesse der Völkerbundsversammlung an den Minderheitenfragen wachgehalten werde. Oer Llnflat „Mit vollem Magen schmeckt die Zigarette um so besser"(Deutsche Tageszeitung) „Mit vollem Magen schimpft sichS doch viel besser' Berlins Zinsendienst gesichert. tZrNärung zur Kassenlage der Stadt. Das Rachrichtenomt der Stadt Berlin teilt mit: Zm Anschluß an die Pressemilteilungen über die Finanz- und Kassenlage Berlins wird zur Vermeidung jeder Beunruhigung ausdrücklich festgestellt, daß die Stadt Berlin die zum t. Oktober fälligen Zinsbeträge ftir die Amerikaanleih« sowie die fünsprozentigen Goldschahanweisungen von tgZS und die achlprozentigen Goldschatzanweisungen von 1929/30 ordnungsmäßig und rechtzeitig bereitstellen wird. Die Besitzer von Berliner Znhaberanleihen können also in jeder Beziehung beruhigt sein. Die nächtliche Schießerei. Bisher 13 Verdächtige festgenommen. Die politische Polizei ist seit der vergangenen Rächt mit der Aus- klörung der Revolverschießerei in der G n e i s e n a u st r a ß e. bei der ein Rationalsoziali st getötet und drei erheblich verletzt wurden, beschäftigt. Bereits kurz nach der Schießerei wurden sechs Kommuni st en fe st genommen. Bei einer darauf folgenden Razzia in mehreren kommunistischen verkehrslokalen in der Umgebung der Gneisenauftraße wurden abermals sieben Personen verhastet, die im verdacht stehen, an der Schießerei teilgenommen zu haben. Ob sich unter den Festgenommenen, die sämtlich der Abteilung I A übergeben wurden, die Schützen befinden, scheint allerdings noch fraglich. Kriminalkommissar Kollatz hat sich bei-te vv. mittag nqch dem Urbankrankenhaus begeben, um die dort eingelieferten ver- letzten Hakenkreuzler zu vernehmen. Wie die weiteren Ermittlungen ergeben haben, standen die Nationalsozialisten T i e l s ch und S e e l i g vor dem Eingang ihres Verkehrslokals als Wache. Von der gegen- überliegenden Seite wurde auf die beiden plötzlich� geschossen. Tielsch brach auf der Straße zusammen, während sich Seelig noch in das Lokal hineinschleppen konnte. Es ertönten noch weitere Schüsse, von denen die Hakenkreuzler Abholz und Ihlenfeld getroffen wurden. Unweit des Lokals wurden eine Reche von Patronenhülsen gefunden. Mit weiteren Festnahmen ist in den nächsten Stunden zu rechnen. Nazis überfallen Reichsbanner. An der Ecke der S o l m s st r a ß e und Baruther Straße wurde ein Igjähriger Reichsbannermann von zwei Nazis überfallen. Die Burschen schlugen mit Knüppeln auf den jungen Mann ein. Polizeibeamte bewahrten den Uebersallenen vor dem Schlimmsten und nahmen die beiden Rohlinge fest. 2n der Hedemann st raße sielen gegen 2.30 Uhr nachts vier Nazis übe« einen Mann her, der an seinem Rock das Reichsbannerabzeichen trug. Polizeibeamte kamen dem Uebersallenen zu Hilfe und vere hasteten die vier Rowdys. Kommunisten als Toffchlager. Zuchthausurteile in Baden. Karlsruhe, 10. September. Bor dem Karlsruher Schwurgericht hatten sich fünf Mitglieder der Kommunistischen Partei zu verantworten, die am Pfingstmontag während eines nationalsozialistischen Umzuges in der Kaiserstrahe in Karlsruhe den Nationalsozialisten Billet aus Lahr vom Motor- rad gerissen und so schwer mit Stöcken geschlagen hatten, daß er noch am gleichen Tage im Städtischen Krankenhaus verstarb. Die! dreitägige Verhandlung, in der über 50 Zeugen vernommen wurden, endete mit folgendem Urteil: Der 26jährige Schuhmacher Albert Haas wird wegen schwerer Körperverletzung mit nachfolgendem Tod in Tateinheit Mit schwerem Landfriedcnsbruch zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust, der 25jährige Gärtner Adolf Linder wegen des gleichen Vergehens zu drei Jahren f e ch s Monaten Gefängnis, und der Zgjährige Steinhauer Theodor Schmalbach sowie der 26jährige Georg Eckstein ebenfalls wegen schwerer Körperverletzung mit nachfolgendem Tod und schwerem Landfriedensbruch zu je zwei Jahren Gefäng, n i s verurteilt. Ein Angeklagter wurde auf Kosten der Staatskasse freige- sprachen. Allen Angeklagten werden je zwei Monate Untersuchung!;- Haft angerechnet. Pfandbriefe weiter gebessert. I Anhaltend starke Nachfrage bei sehr geringem Angebot. Der gestern veröffentlichte Reichsbankausweis hat an der Heuligen Börse einen durchaus günstigen. Eindruck hinterlassen, so daß die s e st e Stimmung im wesentlichen anhielt. Bemerkenswert waren die weiteren Kurssteigerungen auf den Rentenmärkten besonders bei den achtprozeniigen Pfandbriefen, die bei sehr geringem Angebot stark gefragt wurden. Zm Durchschnitt konnten hier die Kurse weiterhiu um 11- bis 2 Proz. anziehen und erreichten damit 93 bis 94 Proz. Kommunalobligaliouen waren heute noch stärker begehrt als in den letzten Tagen, so daß sich auch aus diesem Gebiet gleichfalls durchweg Kurscrhöhungen durchsehten. Aus dem Aktienmarkt waren heute die Kursveränd« rungen verhältnismäßig geringfügig. Siemens wurde um 1 Proz. geringer mit 118, JG-Farben gleichfalls mit 1 Proz. Abschlag zu 108 gehandelt, Reichsbankanteile stellten sich auf 118/117 nach 119-3L. Eine größere Kurssteigerung trat bei Schultheiß ein, die sich von 93 auf 96% erhöhen konnten. Auf dem Markt der Montanwerke drückte ein stärkeres Angebot den Kurs der Harpener Bergwerksaktien von 44 bis auf 39. Auch die übrigen Montanwerke lagen schwach. Zleichsgelder unterschlagen. Oie Verunsreuui.gen beim Neichsamt für Landesausnahme. Äas ist mit dein„schwarzen Fonds"? Um die Aufklärung der aufsehenerregenden Unterschlagung-! im Reichsamt für Landesaufnahme, die im Frühjahr dieses Jahres entdeckt wurden, bemüht sich jetzt das Schckfengericht vertin-Witte in einem wochenlangeu Prozeß. Angeklagt wegen Zmtsverbrechcns sind vier Reichsbeamte im Alter von 52 bis 58 Jmxen, und zwar der Nerwaltungsamtmann Ladislaw W o l s f, der llrgierungSinspektor Artur B l u h m, der Oberregierungssekretär Alsnd Mendt und der Oberregicrungz- sekretär Richard B a e r. Dei. Vorsitz der auf drei Wochen anbe- räumten Verhandlung führt Lardgerichtsdirektor Rosemanw.' Bei der Prüfung der letzten Jchresabrechnung beanstandeich ttuJ Ministerialbeamter ein« Abrechnung stir Feldarbeiten. Da.bereit-? vorher Unstimmigkeiten ausgefallen war«, sollten die ganzen Be- lege nachgeprüst werden. Nachdem dieser Beamte eine iSisfcrenz von 67 000 Mark festgestellt hatte, wurde Weydt�l�nk..In seiner Abwesenheit verschwanden alle beanstandeten Belege atus seinen Büroräumen. Bei der darauf folgenden genauen Revision ergab sich, daß seit dem Jahre 1924 von den Verrechnungsstellen des Reichsamt» Borschußanweisungen für Fsldvermessungsarbeiten ver- bucht waren, die den angeblichen Empfängern niemals zugestellt waren. J�b'lnnzt wurde eine Differenz von 3S0 000 Mark festgestellt 3n Beikacht gerieten nun die Angeklagten, die alle ver- verantwortliche Etellun�v-i jnne hatten. Baer war Kalkulator und hatte d-e Vorschuhzahlung»i anzuweisen, Mendt rechnete Feldver- messungsarbeiten ab, Wolff wu» der Leiter jener Gruppe der Zen- lralabreilung, der das ganze Abretinungswesen unterstand. Bluhm wr schließlich der Leiter der Zahst-llen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt« nun. daß von den Angetl,gten zumindest Wolff und Bluhm' n den letzten Jahren weit übe« jhve Einkommensverhält- niffe gelebt hatten. Bluhm hatte sich-in W o ch e n e n d h a u s und ein Motorboot angeschafft und jedes Ja>r weite Auslandsreisen unternommen. Wolff hatte sich im Jahre 1924 ein Haus gekauft und sich als„Direktor" im Grundbuch eintragen lasten. Die ersten Unterschlagungen von Reichsgeldern sind mn an jenen Daten festgestellt worden, an denen die Zahlungen für Tolffs Haus fällig waren. Außerdem war Wolff ein eifriger Besuther der Rennbahnen. Sämtliche Angeklagten bestritten von Anfang an das ihnen zur Last gelegte Verbrechen. Auch zu Beginn der Hauptver- Handlung gaben sie an, dag sie keinen Pfennig der Gellnr, die durch ihre Hände gegangen seien, veruntreut hätten. Die Fehlbeträge müßten sich aus Buchungsfehlern oder sonstigen Differenzen er- klären. Mendt meinte, daß zumindest ein Teil dieser Gelder wahr- scheinlich in den„schwarzen Fonds" geflossen fei, der in der Behörde bestanden habe. Die Mchier streiken... Wegen Gehaltskürzung meiden fle den Iuriflentag. Der Deutsche Richterbund und der Preußisch« Richteroerein haben beschlosten, keine Vertreter zum Deutschen Juristentag zu entsenden, mit der Begründung, daß infolge der bis- herigen G ehaltskürzungen und der zu erwartenden weiteren Einschränkungen der Gehälter der Richter und höheren Justiz- beamten die Beiträge zu den Verbänden gesenkt, und daß deshalb alle für die Aufrechterhaltung der Verbünde nicht lebensnotwendigen Ausgaben unbedingt zurückgestellt werden müßten. Schon in früheren Jahren sei es den meisten höheren Justiz- beamten infolge ihrer sehr beschränkten wirtschaftlichen Lage nicht möglich gewesen, an derartigen Tagungen teilzunehmen, soweit sie nicht am Orte ihres Wohnsitzes stattfanden. Die Verbände konnten allerdings Vertreter abordnen und haben das auch stets getan. Run sei aber die w i r t s ch a f t l i ch e L a g e der höheren Justizbeamten derart katastrophal geworden, daß sie auf eine Vertretung bei so wichtigen Beratungen, wie sie auf dem Deut» scheu Juristentage stattfinden, verzichten müßten. Kommunisten als Giraßenräuber. Lleberfall auf proletarische Zeitungsträger. Hamburg, 19. September.(Eigenbericht.) In den letzten Tagen haben kommunistische Banden versucht, die Zeitungsausträger sozialdemokratischer und bürger» licher Zeitungen zu überfallen und ihnen die Zeitungen zu entreißen. Es handelt sich hierbei um ein systematisches Vorgehen, das einge- leitet wurde aus Rache für das Verbot der„Hamburger Volks- zeitung". In einigen Fällen ist es den Banden auch gelungen, die Zeitungen zu stehlen. Die Polizei hat einen verstärkten vchutz für Zeitungsausträger organisiert. Trotzdem ereignete sich neuerdings in Wandsbek ein schwerer Ueberfall, bei dem dreißig Kommunisten über einen Austräger des..Hamburger Echo" herfielen, ihn schwer mißhandelten und ihm einkassierte Gelder und Quittungen sowie die Zeitungen raubten. Der Mißhandelte mußte in ein Krankenhaus überführt werden, aus dem er nach Anlegung von Notoerbänden wieder entlasten werden konnte. Die Polizei nahm sofort die Ver- folgung der kommunistischen Wegelagerer auf. Es gelang ihr, zwölf Personen festzunehmen, von denen vier dringend verdächtigt sind, an dem Ueberfall beteiligt zu sein. Lieber 20000 stellenlose Lehrer. Eine erschütternde Aufstellung in Preußen. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volks- bildunz hat dem Landtag eine Ueberficht über die Zahl der stelle„losen Schulamtsbewerber nach dem Stande vom 1ö. Mai 1931 übersandt. Danach waren zu diesem Zeitpunkt ?9 4lö stellenlose Bewerber vorhanden, wovon 12 49g vorübergehend beschäftigt waren, und zwar 6999 auftragsweife in freien Planstellen, 3395, vertretungsweise für erkrankte Lehrer und 3992 Lehr- kräfte als Hilss(Wander«)lehrer. Ohne jede Beschäftigung im Schuldienst waren 8919 Schulamts- bewerbcr, 2078 haben sich zurückstellen lassen. Die zurückgestellten Lehrkräfte sind bei den oben genannten Zahlen nicht berücksichtigt. Die Zusammenstellung ergibt, daß die Zahl der stellenlosen Schul- anrtsbcwerber fast ein Fünftel der überhaupt vorhan- d e n e n Lehrer-(innen-) stellen ausmacht, die auf 198 778 beziffert werden. Von den 20 416 stellenlosen Schulamtsbewerbern sind 19 716 evangelisch und 9799 katholisch. Minister i. V. Oer Ausweg in Braunschweig. Vraunschweig. 19. September. Das Staatsministerimn hat auf Grund des§ 2 der Verordnung vom 3. September über die Führung der Geschäfte des Staats- Ministeriums durch einen Minister den Ministerialrat Dr. Kiesel widerruflich zur vertrctungs weisen Führung der Gefchäste des Ministers bestellt. Ministerio.rat Kiesel zeichnet „in Vertretung"._ Beschuldigungen gegen polizeiosfizier. Disziplinarverfahren und Dienstenthebung. Gegen den Polizeiobcrleutnant 3 r i n k m a n n, der aus dem 133. licvier als Polizeiossizier tätig war, werden schwere Be- chjipldigungcn erhaben, B. ist wr längerer Zeit größere Schuld- Verbindlichkeiten eingegangen ohne an die Befriedigung seiner Glau- biger zu denken, Bifreii» im Mai der Jahres ist der Polizeioffizier von mehreren seiner gläubiger a»g-zeigl worden. Diese Anzeigen hatten die Ein- leiwng ä>on.{rchWiftlichen und disziplinarische» Ermittlungen gegen Brinkmann sotvie die Dienslaushebung zur Folge. In der Zwischenzeit ist jedoch der größte Teil der Verbindlichkeiten durch den Vater des Offiziers adgedeckt worden, so daß eine Schidigung der Gläubiger voraussichtlich nicht eintreten wird. Blüten am Wirtfchastsbaum Geschästlich« Ehrlichkeit ist Rarität geworden Hamburg, 19. September.(Eigenbericht.) In den letzten Tagen sind in Hamburg durch gerichtliche Ver- Handlungen und Untersuchungen zwei neue Wirtschafts- s k a n d a l e zur Kenntnis der Oeffentlichkeit gelangt. In dem einen Fall handelt es sich um die große H ä u t e f i r m a Aaguisa u. Gottlieb, die mit einer Unterbilanz von jZb Millionen Mark zusammen- gebrochen ist. Die Geschädigten sind deutsche, holländische und eng- tische Banken, bei denen die Firmeninhaber unter Vorlegung gefälschter Bilanzen hohe Kredite erschwindelten. Bei dem Zusammenbruch stellte sich heraus, daß für umfangreiche Waren- Wechsel kaum noch Deckung vorhanden war. Besonders kenn- zeichnend für diese„Wirtschaftsführer" war die an gleicher Stelle bekundete Tatsache, daß die beiden Chefs zu der Zeit, als sich die Firma schon in Zahlungsschwierigkeit befand, noch jährlich je 49999 bis 39 999 Mark für sich privat ver- brauchten, so daß dem Unternehmen in jedem Jahre weit über 199 999 Mark entzogen wurden. Der Staatsanwalt übte scharfe Kritik an diesem Verhalten, das das Ansehen der deutschen Wirt- schaft im Auslände schwer schädigen müsse. Er beantragte gegen die beiden Inhaber je zwei Jahre fünf Monate Gefängnis. Das Gericht ließ unverständlicherweis« große Milde walten und ver- urteilte die Inhaber zu je einem Jahre vier Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 6� Monaten Untersuchungshaft. Ein ähnlicher Skandal, der zwar nicht ganz so empfind- liche finanzielle Auswirkungen hatte, ereignete sich in dem unweit Hamburg gelegenen Orte Trittau. Dort hat der Vorsitzende der Trittaucr Sparkasse, ein rechtsbürgerlicher Ziegeleibesitzer namens Venn, sich aus eigener Machtvollkommenheit Blanko- kredite in Höhe von 271999 Mark bewilligt, für die nur sehr beschränkte Deckungen vorhanden sind. Die gesamte Leitung der Sparkasse befand sich in bürgerlichen Händen. Der Rendant, ebenfalls ein gut bürgerlicher Mann, hat dem Vorsitzen- den bei seinen Kreditverfehlungen geholfen. Die Aufsichtsinstanz mußte eingreifen, um einen Zusammenbruch der Sparkaste zu ver- hindern. Es wurde beschlosten. Verhandlungen über eine Zusammen- sassung der Trittauer Sparkasse mit der Sparkasse des Kreises ~tormarns einzuleiten. Oer Giadiverordnsie mii Gasuhren. Aufsehenerregende Verhaftung in Zwickau. Zwickau, 19. September.(Eigenbericht.) Der Stadtverordnete der Deutschen Staats- partei in Zwickau, Richard M a r t h a u s, Inhaber der Firma Dietrich u Komp., sowie sein in seinem Geschäft tätiger Schwieger- söhn sind verhaftet und dem Zwickauer Amtegericht zugeführt worden, das den Schritt der Kriminalpolizei durch einen Haftbefehl bestätigt hat. Marthaus, ein im kommunalen Leben Zwickaus seit langem an- gesehener Mann, der mehrfach Vorstandsämter im Stadtverord- nctenkollegium bekleidete, betrieb eine Fabrik zur Herstellung und Reparatur von Gasuhren und war Großlieferant vieler Gasmerks in Sachsen Durch Denunziationen entlassener Angestellter' an den Tag gekommen, daß die Firma mit Bestechungen ar- bettete, um Auftrüge zu erhalten. Weiter spielten fingierte Rech- nungen, Betrug zum Schalen der Allgemeinheit, eine Rolle. Der Verlust, den die verschiedenen beteiligten Gaswerke erleiden, geht in die Tausende. Selbstmord am Hafenplah. Unbekannter Mann in den Landwehrkanal gestürzt. Passanten beobachteten heute mittag, wie ein älterer Mann unwelt des hasenplahes von der Treppe der Löschung in den tandwehrkanal stürzte. Die alarmierte Feuerwehr konnte den Mann schon nach kurzer Zeit bergen, doch blieben die Miederbelebungsversuche ohne Erfolg. Die Personalien des Mannes, der elwa 59 Jahre alt ist, sind noch nicht ermittelt worden. Ob es sich um einen Unglücksfall handelt, muh noch festgestellt werden, wahrschein- lich ist jedoch, dah der Mann freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Oie Offiziere von Brest-Liiowsk. Beförderung statt Strafe. Warschau, 10. September. tList-Expreh.) Einige von den Offizieren der Garnison Brest-Litowsk, die die Abgeordneten in der Festung Brest bewacht haben, > sind auf höhere Posten im Zivildienst ernannt worden. Major Dyszkiewicz ist stellvertretender Wojewode in Sfowogrodek geworden, und Hauptmann Rolewiez Starost eines der Kreise dieser Wojewodschaft im Nordosten. Der »amalige Kommandant von Brest-Litowsk, Oberst Kostek- Biernacki, der sogar in Offizierskreiseu besonders heftig angegriffen wurde, ist schon vor einiger Zeit zum Wojewoden von Nowogrodek ernannt worden. Verichterstaitung verboten. Gegen eine Bromberger rechtsoppositionelle polnische Zeitung schwebt ein Prozeß wegen ihrer Schilderung der bekannten Schand- taten der Büttel Pilsudskis gegen die Oppositionsführer. Dieser Prozeß ist noch nicht zu Ende, er ist o e r t a g t. da die Zeitung den Wahrheitsbeweis angeboten hat. Ueber die erste Berhond- lung, in der eben dieses Angebot erfolgte, hat die Kattowitzer „Polonia", das Blatt des ebenfalls in Brest-Litowsk gequälten Abg. Korfanty, unter t;m Titel„Die Brester Schande vor Gericht" berichtet. Pflichtgemäß waren in diesem Bericht auch die Beweisanträge des Angeklagten wiedergegeben und wohl auch unterstrichen. Obwohl nun der in Thorn geführte Prozeß noch nicht zur Beweisaufnahme und noch weniger zur Bcmeiswürdigung gediehen ist, hat man den Kattowitzer Redakteur nun auch schon in zweiter Instanz zu vier Wochen Gefängnis verurteitt, weil er die Staatsautorität und den Staat schädige, wenn er die Menschenschinder von Brest-Litowsk anprangere. Während Zdulturstaaten in solchen Fällen sich von den„unter- geordneten Organen, gegen die eine Untersuchung eingeleitet und deren Ahndung in Vorbereitung" sei, lossagen, schützt das heutige Pstsudsti-Polen die Henkersknechte von Brest als Repräsentanten einer Staatsautorität, deren Wesen und Wert hierdurch am besten zu«rkennen ist!_ Oer Mahaima auf dem Oach. Gandhis Wohnung in London. London, 19. September. Gandhi wird während seines Londoner Aufenthalts in K i n g s- lcy Hall Wohnung nehmen, einer sonderbaren Stiftung, die dem Andenken an den großen englischen Sozialrcformer und Theo- logen Charles Kingsley gewidmet ist. Die zehn ständigen Insassen des Hauses, die aus allen Gesellschaftsklassen Londons stammen, haben sich hier gesunden, um im Geiste der Freundschaft unter den Aermsten Whitechapels zu wirken. Sie leben nach festen Regeln: eine halbe Stunde täglich wird stiller Andacht gewidmet, dann haben ste soziale Arbeit im Ostend zu leisten. Sie erhalten fünf Schilling wöchentlich für Kleidung und zwei Schilling als Taschengeld. Die Arbeiten im Hause werden freiwillig ver- nchtetr Nachbarn kommen und pflegen den Garten, andere kochen das Esten und sorgen für Reinigung und Aufwartung. All das geschieht unentgeltlich. Jetzt hat man aus dem Dach des Gebäudes eine kleine Zelle für den Mahatma errichtet und mit einem Lett, einer Kommode und einem Lel- schcmel ausgestaltet, außerdem einem Bücherregal mit einigen Werken. Die Wände sind frisch mit gelbem Kalk gestrichen worden, und reicher Pflanzen- und Blumenschmuck auf dem Dach wird Gandhi den Aufenthalt verschönern. Mahatma Gandhi wird am Sonnabend nachmittag%4 Uhr auf der Victoria-Station eintreffen. Der Dampfer„Rajputana", auf dem er die Fahrt von Indien noch Europa unternommen hat, ist am Freitag 6 Uhr in Marseille fällig. Von hier fährt Gandhi über Paris, wo er am Sonnabend vormittag eintreffen soll, nach BoulcPne und von da über Folkestone nach London. Todesurteile gegen Inder. London, 19. September. Drei Inder, die im Dezember 1939 einen Anschlag auf den bri- tischen Gouverneur des Pandschab(Fünfstromland, Jndusdelta) unternommen haben, wurden wegen Beihilfe vom britisch-indischen Gerichtshof in Lahors zum Tode verurteilt. Der Haupttäter ist am 9. Juni d. I. hingerichtet worden. Der Gerichtshof in Puna verurteilte einen indischen Studenten, der am 22. Juli einen Reoolveranschlag gegen den stellvertretenden Gouverneur von Bombay verübt hat. zu acht Iahren Zucht- haus. Oer Zschenverband vsrieidigt sich. Oie Bergarbeiter Nagen ihn an! Essen, 19. September. Der Bergbauverein gibt über die Arbeitszeit- und Lohnverhan dlungen im Ruhrbergbau einen Bericht heraus, in dem es heißt: „In der Arbeitszeitfrage fordern die Gewerkschaften ein« Der- kürzung der jetzigen Achtstundenschichtdauer unter Tage sowie Ber- kürzung über Tage. Diese Forderungen, die, wie auch die Gewerk- schoften zugaben, höchstens eine Beschränkung der Zahl der Feier- Ichichlen und Entlassungen bringen, dagegen aber unzweifelhaft zu einer Erhöhung der Selb st kosten führen würden, mußten natürlich(!) vom Zechenvcrband abgelehnt werden, denn jede Erhöhung der Selbstkosten muß am Ende naturnotwendig zu weiteren Entlassungen und Feierschichten sichren. Wenn der Zechenverband angesichts dieser Selbstkostenlage«ine Lohnherabsehung von nur 12 proz. fordert, so zeigt diese Forde- rung, daß der Bergbau nur einen kleinen Teil der Krisenverluste auf die Schulter seiner Arbeiter legen will. Die Gewerkschaften lehnten jede Lohnherabsetzung rund ab." Das alte Märchen vom braven Zechenverband und den bösen Gewerkschaften. Vom Bergbauindustrievcrband wird erklärt: Die Aufrechtcrhaltung einer Schichtzeit von acht Stunden unter Tage sowie von neun undzehn Stunden über Tage ist in der gegenwärtigen Zeit ein unhaltbarer Zustand. Seit Ansang vorigen Jahres sind im Ruhrbergbau rund 135 009 Bergarbeiter entlasten worden. Da dieser Belegschaftsrückgang nicht nur mit dem wirt- schaftlichen Niedergang, sondern auch mit der fortgesetzten Leistungssteigerung im Ausammenhang steht, kann nur eine Beseitigung der Mehrarbeit die dringend notwendige Linderung der Arbeitslosennot bringen. Ferner betonen die Gewerkschaftsvertreter, daß durch«ine Arbeitszeitverkürzung im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau kürzlich etwa 3999 Arbeitslose wieder eingestellt wurden. Wenn die Unternehmer ineinen, nur eine Herabsetzung der Produktionskosten und«in gesteigerter Wettbewerb könne die not- wendigen Erleichterungen aus dem Arbeitsmarkt bringen, so ver- weisen die Gewerkschaftsvertreter auf den andauernden Rückgang des Lohnanteils, der im Vergleich zum Vor- jähre bereits eine Selbstkostenerleichtcriing gebracht hob«. Spanische Generale verhastet. Verantwortlich für die Diktatur. Madrid, 19. Septemder. Die parlamentarische Untersuchungskommission für die Verantwortlichen der Diktatur hat weiter den General H e r e d i a. der das Todesurteil gegen die Offiziere der Aufstandsbewcgung von Jacca unterzeichnet hat, iliid den General Barrera, ehemals Generalkapitän von Barcelona, verhaften lasten. Die Berufung Lederers. Zu unserem Bericht über die Berufung des Nationalökonomen Prof. Dr. L e d e r e r an die Berliner Uni- versität ist berichtigend zu bemerken, daß die Berufung trotz Wider- spruchs der philosophischen Fakultät(nicht der juristischen) erfolgt ist. Wetter für Berlin. Ruhiges, ziemlich beiteres Wetterl Tages- temperaturen etwas höher.— Für Deutschland. Im äußersten Nordosten noch etwas veränderlich, im übrigen Reiche beständig. Nachts weiterhin sehr kühl. Der Kampf um das Heilmittel. Wissenschastler aller Welt für Prof. Friedmann. hunderttausende gehen jährlich in der Welt an der„weißen Seuche" zugrunde. Die Wissenschaft arbeitet fieberhaft an wirk- samcn Tuberkuloscheilmitteln, um die Menschheit von dieser furcht- baren Geisel zu befreien. Vieles ist schon angewandt, vieles aber auch wegen seiner Unwirksamkeit oder gar Schädlichkeit verworfen worden. In furchtbarer Erinnerung ist noch das Kindermaffensterbe» >» Lübeck, wo bei den Säuglingen die Calmettefütterung angewandt wurde. Ein Verfahren, das den Widerspruch zahlreicher Autoritäten der medizinischen Wissenschaft hervorrief und die zugleich einen hcf- tiaen Kampf gegen das vielumstrittene Calmetteoerfahren einleiteten. Unter den deutschen Tuberkulosebekämpfern steht mit an erster Stelle der Forscher Professor Dr. F r i e d m a n n. Durch die Friedmannsche Vakzintherapie sind bedeutende Erfolge nicht nur im Inlands, son- dem auch jenseits der Grenzen bis hinüber nach Uebersee erzielt worden. Bedeutende Wissenschaftler und Aerzte treten mit großer Neberzeugung für die Friedmannsche Impfung ein, die schon so viel Hunderten, wenn nicht gar Tausenden Heilung von der„weißen Seuche" gebracht hat. Vom Pasteurin st itut in Paris, dessen Subdirektor E a l m e t t e ist, ist dieser Tage ein Bericht verfaßt worden, der Ohne Frühstück in die Scho.'e Harte Maßnahmen in dieser Aotzeit <£ti|o SSrentano, der berühmte Nationalökonom, ist am Mittwoch im 87. Lebens- jähre verstorben. gegen diese Impfmethode energisch Front macht. Es wird darin, wie bereits an dieser Stelle mitgeteilt, nicht mehr oder weniger behauptet. daß das Friedmannsche Tuberkuloseheilmittel keinerlei heilende Eigenschaften habe. Gegen diese«inseitige und völlig unwahre Fest- stcllung wird uns von medizinischer Seite mitgeteill, daß im Gegen- teil Professor Friedmann sehr bedeutende heil- erfolge mit seinem Präparat erzielt habe. Ja, es ist sogar häufig vorgekommen, daß Kinder, die mit Calmette ge- füttert wurden und danach schwer erkrankten, nur durch die sofortige Anwendung des Friedmannsche» Serums gerettet werden konnten. Darüber liegen Berichte von Chefärzten aus der Schweiz, Bulgarien und einigen Ueberfeeländern vor. In Brasilien ist die Calmette- Methode überhaupt verboten: nur das Friedmannsche System darf benutzt werden. Bei der heftigen Fehde, die offenbar zwischen Calmette und Professor Friedmann entbrannt ist, wird von Calmette, wie fran- zösische medizinische Wochen- und Monatsschriften schreiben, mit Verleumdungen gearbeitet. Französssche Mediziner und Wissen- schaftler erklären ssch glattweg für Professor Friedmann. In erster Linie steht der President de rA.ssociation pour la Prophylaxie de la Tuberculose Monsieur M. Reimbert Die Akademie der Medizin in Paris erklärte bereits 1929, daß Calmette Todesfälle verheimlicht oder ihre Veröffentlichungen verhindert habe. Gerade die Akademie trat sehr warm für die Friedmannsche Methode ein. Wie uns mitgeteilt wird, soll Calmette in Portugal versucht haben, gegen die Friedmannsche Impfung zu Felde zu ziehen. Er holte sich dort aber eine Abfuhr durch einen portugiesischen Chef- arzt, der die Wirksamkeit und die Heilerfolge in einer Gegenschrift verteidigte. Die ewige Grammophonnadel. Viele Erfinder haben sich schon mit dem Problein der Dauer- nadel befaßt. Aber jetzt scheint es gelungen zu sein!— Wenigstens wird angegeben, daß die neue Nadel 1009 Musikstücke ohne Wechsel spielt. Es handelt sich dabei um folgende, geistreiche Neuerung: statt der Spitze einer an sich starken Stahlnadel wird eine stets gleich dick bleibende sehr dünne, aber ziemlich lange Nadel genommen. Die Dicke dieser Nadel ist so beschaffen, daß sie stets gerade in die Rillen paßt. Die bisherigen Nadeln wurden ja durch Gebrauch abgeschliffen. und dann kam der dicke Teil der Nadel aus die Rillen, die Wiedergabe wurde schlecht, die Platte verdorben. Die stets gleich dünn bleibende Nadel war schon manchem Er- finder als Ziel erschienen. Allein eine solche Nadel ist zu dünn, um mehr als wenige Millimeter aus der Fassung herausragen zu können. Dann muß man sie eben nachstellen, wie man früher etwa den Docht der Lampen schraubte. Nun kommt der Clou der Erfindung: mn die Nadel eine Läng« von mehreren Zentimetern herausragen lassen zu können, ist es nur nötig, den dünnen Stahlstift mit einer Graphithülle zu umgebe». Diese Graphithüllc liegt so um den seinen Stift, wie etwa das Holz eines sogenannten Bleistifts um die innere Graphitstange liegt. Es hat sich nun gezeigt, daß der weiche Graphit beim Ablaufen der Walze störungslos abgeschmiert wird, er wirkt wie eine Reibungs- Verringerung durch Schmierung. Der Erfolg ist erstaunlich, wenn man den vorliegenden Berichten glauben darf. Im Lesiing-Theatcr findet Tönning, Itfrr, eine einmalige Nachmittagsvorstellung von„B i c I L ä r m u m N i ch t s" statt. Sigrid Onegin singt in der Städtischen Oper zum ersten Male in dieser Spielzeit die„Dolila" ani Sonnabend. Die Not der Zeit tritt dort am schärfsten zutage, wo es sich um Sparmaßnahmen für die Jugend handelt. Leider sind diese Ein- schränkungen, die die geistige und körperliche Entwicklung der jungen Generation beeinflussen müssen, nicht ganz zu vermeiden. Auch bei der Iugendwohlfahrt nicht, deren wichtigste Aufgabe es ist, eine gesunde Entwicklung der Jugend aus den wirtschaftlich schwachen und schwächsten Kreisen sicherzustellen und zu fördern.- Die Zahl der Schulkinder in Berlin, die ohne Frühstück morgens in die Schule gehen müssen, ist nicht gering; sie wächst sprunghaft mit dem wirtschaftlichen Niedergang. Während des Krieges hat das menschenfreundliche Werk der Quäkerspeisung Tausenden von Berliner Schulkindern über die Notzeit hinwegge- Holsen, und die städtischen Körperschaften haben diese segenbringende Einrichtung in der Nachkriegszeit übernommen und durch das Ju- gsndwohlfahrtsamt zu einem wichtigen hilfsmittel der Iugendfür- sorge ausbauen lassen. Nun haben die städtischen Schulspeisungen selbst wieder Notzeit. Die ausgeworfenen Geldmittel der Stadt machen eine weitere Einschränkung notwendig. Reich und Staat haben ebenfalls schon-seit einigen Iahren die Zu- schüsse, die sie früher gaben, zurückgezogen und die private Wohl- fahrt wird heute von ernsten für den kommenden Winter bestürmt, so daß auf eine jurfchgreisende Unterstützung von dieser bewährten Seite nicht �'rechnen ist. So bleiben allein die Zu- Wendungen aus bf» Etatsmitteln, die von 1,8 Millionen auf 1,5 Millionen Mark— also glatt um ein Sechstel— für das laufende Haushaltsjahr gekürzt worden sind. Schon 1929 haben nie Abstriche im Etat der Schulspeisungen eingesetzt. Damals konnte aber noch an 43 990 Schulkinder, das sind 12,7 Prozent aller Ber- liner Schulkinder, ein tägliches Frühstück gegeben werden. 1989 waren es nur noch 9 Prozent, die bedacht werden konnten, und 1931 muh ihre Zahl noch weit mehr eingeschränkt werden. Bei den Allerbedürftigsten aber, die nebn dem Frühstück auch noch ein rtjyv.l- mäßiges Mittagbrot erhalte:, sank die Zahl der bedachten Kinder von 2,7 Prozent im Jahr- 1929 auf 1,9 Prozent im Jahre 1939. Auch hier wird eine merklche Verringerung der Essensportionen die Folge der jetzigen Etatsr-striche sein. Man darf nicht rcgessen, wie bitterernst die Rückwirkung dieser Einsparungen sein wird, die auf Kosten der törper- lichen Entwicklung der heranwachsenden Großstadtjugend gemacht werden müssen. Die städtischen Schulspeisungen kamen auch vor 1929, als sie n-cy im Stadium ihrer Weiterentwicklung standen, längst nicht allei Berliner Schulkindern zugute, die nach ärztlichem Befund« speismgsbedürftig waren. Ihre Zahl wird von den Schul- ärzten auf 3? Prozent angegeben. Das heißt aber, daß die städti- schen Schrlspeisungen nicht einmal aus die Hälfte der wirtlich speisungsbedürftigen Kinder ausgedehnt sind. daß rlso mindestens ebenfoviele Schulkinder nach wie vor mit leerem Magen dem Schulunterricht folgen müssen. Diese Kinder sind aber nicht allein in den Volksschulen anzutreffen. In Lerlin gibt es ohne die Berufs- und Fortbildungsschulen rund 359 g99 Schulkinder. Davon sind von den Schulärzten 39 Prozent, also 155 999 als speisungsbedürftig anerkannt. Von diesen können höchstens 59 999 durch die städtischen Schulspeisungen betreut wer- den, so daß in Berlin 55 999 Schulkinder vorhanden sind, die bei den einschneidenden Beschränkungen der Schulspeisungen unbedingt unterernährt bleiben. Diese Feststellung wird weder von Aerzten noch von Pädagogen bestritten. Es ist eine Tatsache, die uns mit furchtbarer Schärfe einen tiefen Einblick in die schlimmste Not unserer Zeit gibt und die uns in das trostlose Grau einer Kindheit führt, die schon mit Eni- behrungen und Nahrungssorgen belastet ist Heiterkeit im Gchiller-Theater. „Die Heirat" von Gogol. Als Theaterparole ist für diesen Winter ausgegeben worden: Vergeht die schweren Sorgen des Alltags und sucht Befreiung von ihnen durch die Kunst.-Das Schiller-Thcater, dos gestern seine Wintersaison eröffnete, wird diesem Verlangen durchaus gerecht. Gogols„Heirat" wird eine Quell« ausgelassener Heiterkeit. Sie pulvert die Leute mächtig auf, obwohl sie bald 199 Jahre alt ist und in einem Milieu spielt, das längst historisch geworden zu sein scheint. Dieser Schwank, der fünf Freier auf ein bürgerliches Mädchen hetzt und den letzten siegreichen im letzten Augenblick vor der drohenden Heirat flüchten läßt, gibt nicht nur die Komik der Situationen, sondern bosselt die einzelne» Typen zu ulkigen, skurrilen, ja, selbst phantastischen und merkwürdig bedeutsamen Charakteren. Der Dichter des„Revisors" ist ja nicht bloß ein Spaßmacher und auch nicht bloß ein Satiriker. Er fühlt den ganzen Jammer der russrjchen Menschheit von damals, die unter der Knute des Abfolutis- mu- und der Adelswirtschast in einem öden Dasein dahinvegetiert. Er hat tiefes Mitleid mit seinen Kreaturen, und selbst, wenn er so lustig scherzt wie hier in der„Heirat", deckt er doch zugleich Ab- gründe auf. Seine Gestalten erscheinen uns manchmal wie Fratzen. die ein gespenstisches Dasein führen. Dieser hofrat, der ewige Jung- geselle, möchte gern die Wonnen der Ehe erleben, aber er ist bereits so ausgelaugt von der Nichtigkeit feines Berufes, daß er vor sich selbst Angst bekommt und ausreißt. Die beiden Heiratsvermittler — Gogol hat diese in jeder Valk-liederliteratur populäre Figur in weiblicher und männlicher Ausgabe— scheinen auch«ine tiefere Bedeutung zu haben. Der Schluß vollends, der das ganze kunstvoll aufgeführte Gebäude wieder umwiift, mag manchen enttäuschen, der doch noch mit einem beppy end rechnete; aber er ist ein echter Gogol, melancholisch und traurig. Bor Jahr und Tag haben mir die„Heirat" in der Volksbühne gesehen. Jürgen Fehling hat auch diesmal wieder wie damals die Aufführung geleitet. Er hat die Darsteller prächtig am Bändel und peitscht sie zum wirbelnden Tanz auf; er gibt höchst ergötzliche Milieubilder und kommt der russischen Vorliebe für Detailmalerei weit entgegen, so daß zu guterletzt die Handlung etwas schleppt. Welch eine Fülle von scharsgesehenen Figuren stellt er aus die Bühne. Wie damals in der Volksbühne steht auch jetzt Lucie Mannheim an der Spitze; sie ist ein entzückendes Schnuckelchen, mächtig aufs heiraten versessen. Gdgol hat sich diese spießbürgerliche Gans viel- leicht anders vorgestellt, aber nx,s tut's. Sie weiß nicht nur die Freier, sondern auch die Zujchaüer mit ihrer hübschheit, ihren Launen und ihrer Dämlichkeit anzulocken. Der hofrat L e i b e l t s ist noch nicht gelöst genug, wenn er auch Ansätze hat, das Tragi- komische der Figur herauszustellen. Walter Werner als frei- williger Heiratsvermittler ist ganz Possenfigur. Ernst realistisch, eine echt gogolische Lebcnsgestaltung, ist Elsa Wagners Heirats- Vermittlerin. Sie allein ist aus dem Geist des Dichters, sie hat volles Maß— weit über das Schrankenmäßige hinaus. Charakteristisch sind auch die anderen Freier: hart als Spiegelei und Weber als Leutnantswrack. Aber die aufs heitere gerichtete Aufführung gibt uns nicht den ganzen Gogol, sie läßt manches Tiefere nur ahnen. IE H. D. Gonderausstellungen. Im Hause der Jurys r.eien am Platz der Republik ver- eint sich unter dieser Bezeichnung nun schon die siebente Folge ge- schsossener Schaffensdarbietungen meist jüngerer, um öffentliche Be- achtung erst werbender Künstler. Nicht alle, die hier auftreten.' können ihr Anrecht aus solche Beachtung bereits glaubhaft machen. Aber darum sind diese regelmäßig fortgesetzten Deranstallungen nicht minder dankenswert Die Aufmerksamkeit wird diesmal vor allem auf den Ober- schlesier Georg Kinzer gelenkt, der sich in die erbärmlich« Kleinstadt-Wirk.lichkeit seiner Heimat verbissen hat und mit realisti- schen Ingrimm ihre trübe Lebensluft, ihre verkümmerten oder ver- spießerten Menschen ms. Bild holt. Eine Drastik, die nichts be- schönigt, kehrt die triste Gewöhnlichkeit, das Dumpfe und Mick.ige der Existenzen hervor. Bon malerischer Verfeinerung, die die Trost, losigkeit verhüllen könnte, will Kinzers harte Prosa nicht» wissen. Nebenan noch ein Schlesier, Artur Nessel, dessen Malweise ebenso fältchengenau ins Einzelne geht, doch in weniger verbissener als getreulicher Art, die mit altdeutscher Gewissenhaftigkeit lieb- äugelt. Auch die bauernbunten Farben betonen eine Heimat- verbundene Schlichtheit, auch sie nicht ohne Koketterie. Man ver- steht, daß Resse! gefällt, besonders dort, wo das„Moderne" und die „internationale Asphaltkunst" scheel angeblickt wird, hinter seiner pedantischen Mtmeisterlichkeit steht dabei nicht einmal durchaus sauberes Handwerk. Nur ein Kuriosum die Arbeiten von Max Malpricht, der nicht müde wird, große Flächen mit buntglänzenden Papierschnipscln, Stanniolstückchen, Kitschobloten mtd allem möglichen Flitter vollzu- kleben und zu behaupten, daß diese sinnlos glitzernden Kindereien klassenkämpferische Gestaltungen zu Ehren Lenins und der Welt- revolution seien. Auch Köpfe zeigt er:„politisch-aktiv? Arbeiterin", „alte Proletarierin", wild verzerrte, fletschende Grimassen in Gips. Alles Orgien eines läppischen Fanotismus. * Im Rahmen einer größeren Ausstellung der Deutschen Kunstgemeinschaft im Schloß sällt ein Saal mit Radierungen Hellmuth Krommers auf, der unseren Lesern kein Unbekann- ter ist. Meist gibt er Brücken, Bauten, Straßenecken aus Berlin oder Paris, in unstarrer, lichter, das Architektonische belebender Strichsührung, die Charakter hat und lustig atmet. Im Drehwerk der AEG. in der Brunnenstraße hat Klammer gezeichnet, den Neu- bau de» Shellhaufes, dann aber auch draußen am Schlachtensce. Anmutvolle Aquarelle ergänzen dos Bild feines Könnens. W. W. ,/Kofe Bernd." Neueinstudierung im Rose-Theater. Lorausbemerlt, die Aufführung ist gut. Sie zeigt, mit welchem künstlerischen Ehrgeiz das Theater arbeitet, aber sie läßt noch die letzte Wirklichkeitsnähe vermissen. Dem Regisseur Paul Rose liegt daran, die dramatischen Höhepunkte mit aller Schärfe heraus- zumeißeln, er stellt sogar die Dekoration in diesen Dienst, aber er steigert auch die Schauspieler zu explosionsartigen Gefühlsausbrüchen, die manchmal ins Theatralische abbiegen. Die Erregungen bleiben eher an der Oberfläche, als daß sie aus dem Inneren hervorbrechen. Gerhart Hauptmanns Drama, dessen Aufbau man immer von neuem, ganz abgesehen von den künstlerischen und menschlichen Qualitäten, bewundern muß, verträgt diese Art der Behandlung, doch es leidet darunter die Echtheit der Figuren, ihr warmes Leben. Die tragischen Verwicklungen, in die Rose Bernd schuldig-unschuldig hingerissen wird, bis sie ihr Neugeborenes ermordet, erhalten da- durch fast einen volksstückhaften Charakter. Die Dichtung ist auch ein glänzend gemachtes Theaterstück, doch sie bleibt doch eine große Dichtung. Deshalb müßte Paul Rose den Dialog noch mehr schattie- ren und die Affekte dämpfen. Annemarie S t e i n s i e ck als Frau Flamm weist die Richtung. Sie spielt diese an ihren Kranken- stuhl gefesselte Frau mit absoluter Wahrheit, sie zeichnet sie mit weichen, aber charakteristischen Linien. Keine Uebersteigerung des Tons oder der Geste stört. Traute Rose ist die Rose Bernd. Sie entwirft sie zarter als die Lehmann oder höflich, sie ist offener, bereiter zu Tränen. verspielter. Die Dumpfheit löst sich in ihrer Darstellung, und sie findet im letzten Akt erschütternden Ausdruck des Schmerzes. Ferdi- nand A s p e r betont bei seinem Flamm mehr den ehemaligen Leut- nant als den Gutsbesitzer, Carl de Lvgts Strecktnann erscheint zu stark auf den Alkoholiker stilisiert, zu sehr zergrübelt. Willi Rose verleiht dem August Keil ein großes Maß von Energie, und der alte Bernd bleibt ohne persönliche Prägung. F. Sch. Reue Stern-Millionen sind zu entdecken! Ein neues Fernrohr, das für das amerikanische Marincamt gebaut wird, soll«ine Reich- weite von 1Vl> M i l l a r d e n Lichtjahren haben. Das ist die größte phorographisSe Kraft, über die bisher ein Instrument dieser Art verfüste, obwohl die Größe des neuen Fernrohrs nur die hälft« des T»lesko 3 der Mount-Wilson-Sternwarte ausmacht. Das neue 49-Zoll-Fernrohr wird nach einem Bericht des Marine- amtes Photographien aus Himmelswelten erzielen, deren Durchmesser das Sechsfache der Wete erreicht, die bisher den größten Fernrohren zugänglich waren. Insilgedsssen wird man mu diesem Fernrohr Millionen einzelner Steine in den ungeheuren Spiralnebeln ent- decken können, die sechs Mklionen Lichtjahre und mehr von der Erde entfernt sind, hunderttauserde dieser neuen Sterne werden auf den photogrqphischen Platten für das Auge unsichtbar sein, aber man wird durch ein. neue Methode sie so vergrößern, daß sie schärfer er- scheinen und genauer zu messen sind, als es bei der bisherigen himmelsphotographie möglich war. Gründung einer Raabe-Sliftung. Bei den Beranstallunaen zur Feier des 199. Geburtstages Wilhelm Rockes wurde mitgeteilt, daß zu einer Raabe-Stiftung durch Spenden der Grundstock gelegt sei. Die Stiftung will«Inen Ehrenpreis, den Rarfa Preis, an solche Dichter geben, die im Sinne Raabcs schaffen. Tr. Frietxr Weisw�nn, xr bis 1&26 als Kapellmeister an der Berliner StaatSoper und später als Dirigent auswärts tätig war, wurde ab Oktober als Dirigent des Berliner Sinfonie-Orchesters verpflichtet. '£BU£h (jcifliyes£ebvi in Spanien ' So erschien im„Neuen Breslauer Verlag"' als erster Band der Schriftenreihe„Völker von heute" aus der Feder des bekannten spanischen Prosessors I. F. Pastor, an-er Universität Heioelberg als' Lehrer tätig, die Schrift„W« l t a n s a,a u u n e, u n d g e i st i- ges Leben in Spanien". In klare« Linien erscheinen in diesem Buch die geistigen Strömimgen und ihr«. Vertreter Spaniens. Der Zerfall des einstmals blühenden Weltreiches im Mittelalter und das Versinken in ein nichts. Wie letzte Säuln ragen aus der Nieoergangsperiode am Ende des Mittelalters Meuchen wie Karl V., Ignatius von Loyola und Don Quichotte hervor. Der Traum einer universalen G rechtigkeit wird hoffnungslos eftickt von dem Katholizismus spanischer Prägung. Mit dem Ausschaben Karls V. scheidet auch Spanien als aktiv teilnehmendes Land an den Phasen der politischen und geistigen Entwicklung Europas aus. Der Ab- solutismus, Despotismus, die Aufklärungsarbeit, die bürgerlich- liberale Demokratie finden in Spanien nur«inen schwachen Wider- hall. Spanien war erstarrt, weil es die Ideen der Reformation, Gedankenfreiheit und moralische Freiheit des Individuums nicht an- genommen hatte." Jeder politische und wirtschaftliche Fortschritt wurde damit auf Jahrhundert« lahmgelegt. Die folgenden Kapitel des Buches zeigen ein ausgezeichnetes Profil des modernen geistigen Spaniens. Erst das 19. Jahrhundert brachte in die einst so blühende Nation Bewegung. Die Generation von 98, jene Menschen, die die furchtbaren Niederlagen Spaniens durch das fortschrittliche Amerika miterlebten und sich nicht nur zu der Erkenntnis:„Das alte Spanien ist tot", sondern auch zu der Forderung:„Wir müssen eine neue Nation schaffen", bekannten, ist die fordernve und formende Gesellschaft des neuen Spaniens ge- worden. War vorher noch die scharfe Kritik am Geist des alten Spaniens eine rein intellektuell« Angelegonheit, so wirkten die Ideen des europäischen wissenschaftlichen Sozialismus, die durch Kastilien tief in die Seelen des spanischen Volkes Eingang gefunden haben, anfeuernd. So kommt der Verfasser bereits nach den ersten Kapiteln zu der Folgerung:„Vielleicht aber wird Spanien«ine aktive Rolle spielen können bei der Durchführung der sozialistischen ökumenischen Bewegung, die die Schassung einer harmonischen Ge- sellschaft und die Bildung einer menschlichen Einheit anstrebt." Eigenes weltpolitisches Denken dieses seit Jahrhunderten von dem übrigen Europa getrennten Staates ist das neue und vorwärts- treibende an den Schöpfern der spanischen Republik, mit denen uns der Verfasser bekanntmacht. Eine Nation, die den Willen zum Anschluß und zur Zusammenarbeit der Völker neu geboren hat, spricht in diesem Buch. Mit einigen Bildern der geistigen Führer Spaniens ist dieses Buch bereichert und stellt mit seinem außerordentlich billigen Prei* (steif broschiert 1,50 M., Leinenband 2,40 M.) eine wertvolle Schrift dar, die trotz ihres tiefen wissenschaftlichen Fundamentes lesenswert für jeden Arbeiter ist und all denen empfohlen fei, die das neue Spanien kennenlernen wollen. 5ul. Dkdericli. Beianhoottl. für die Redaktion: S-rbcrt Lc»dr«, Berlin: Zlnzcig-n: Tk,. Stock«. Berlin. Verlaa: Vorwärts Verla« E. m. b. S.. Berlin. Druck: Borwärts Buch. druckrrci und Derlagsanslalt Paul Einacr& Co., Berlin E3B 68. Lindenstrabe S. Sierzu l Beilaa«. � ßefchäfis Jlnseiger �=> (Bezivfc Jiord.cn- Cfien maiernune Berlin«.m.b.H. VORMALS MALEREiBENOSSENSCHAFT GEGRONDET ISIS N018, LANDSBERGER ALLEE38-39 FERNSPR.; E 4 ALEXANDER 5628—30 ALLE MALERARBEITEN MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG Deckt euren Bedarf in Eisenwaren, Werkzeugen, Haus- u. 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Berkaer Str. 4 Wilmersdorf, Berliner Str. 39 Tögl. frische Fische- billigste Tagespreise Rttncherwaren und Fischkonserven vorwärtsn-Leser, kauft bei unseren Inserenten! (Beilage Donnerstag, 10. September 1931 StxAbuiXQaßv Je*[omyttrit- 'Wilhelm Gielgens: S�W&k Sf4ifil5lt4€> Bürgerliche Kulturpolitiker betonen immer wieder gern, unsere Auffassung von dem Bildungsprivileg des Besitzes fei falsch und nur c.us dem„gehässigen Gedanken des Klassenkampfes" geboren. Sie weisen darauf hin, daß jeder Befähigte auf den Hochschulen studieren kann und daß es öffentliche und private Stipendien gibt, die un- bemittelten Befähigten das Studium ermöglichen. Daß dennoch die Arbeiterschaft nur ganz minimal an den Hochschulen ver- treten ist(2,7 Proz.), ist nach ihrer Meinung nicht eine Folge der finanziellen, sondern der intellektuellen Leistungsunsähigkeit der Arbeiterschaft. Wir wollen dieser Auffassung hier nicht grundsätzlich nachgehen oder sie mit langen Erörterungen widerlegen. Statt dessen berichten p»vir von dem Studiengang dreier Studenten. Die Tat- fachen sprechen für sich. Zum Studium der Geographie gehört unbedingt vieles Reisen. Die mannigfaltigen Formen geographischer Erscheinungen können niemals rein theoretisch aus Büchern erlernt werden. Jeder Student der Geographie braucht eingehende Kenntnis dieser Objekte aus Karten, Bildern und der Natur. Aus diesem Grunde gehören zum Studium der Geographie Exkursionen, Reisen in die zur Be- Handlung stehenden Gebiete, um an Ort und Stelle lebendige Ein- drücke zu empfangen und die Kartendarstellungen mit der Natur zu vergleichen. Es liegt auf der Hand, daß bei annähernd gleicher Begabung für das Studium der Geographie der Student die besten Erfolge davontragen wird, der durch zahlreiche Exkursionen viele verschieden? Länder und Landschaften bereist und damit in weitem Maße die geographischen Objekte aus eigener Anschauung und unter fach- kundiger Führung kennengelernt hat. Das ist aber ausschließlich «ine Frage der finanziellen Leistungsfähigkeit. 1. Der Student A ist Kind wohlhabender Eltern. Sein Monatswechsel ist so hoch bemessen, daß er sich keine Beschränkungen auferlegen braucht. Für Wohnung, Kleidung und größere Aus- gaben steht außerdem der Vater jederzeit ein. Darum sind diesem Studenten wirtschaftliche Sorgen und Unruhen unbekannt. Er kann sich alle zu seinem Studium irgendwie wertvollen Bücher und Materialien kaufen. Er kann ausschließlich seinem Studium leben. Dieser Student kann zu jeder Zeit im Wissenschaft- lichen Institut sein, er ist über die geographischen Neuerscheinungen und Vorgänge durch eigene Zeitschriften bestens unterrichtet, ist bei ollen Beranstaltungen des Instituts dabei. Selbstverständlich erlangt er bald das Wohlwollen seiner Hochschullehrer. Es bedarf keiner besonderen Betonung, daß dieser Student an ( jeder Exkursion des Instituts teilnimmt, wohlausgerüstet mit einem V erMässkssen Photoapparat(220 M.) sllr eigene Ausnahmen, die mit der Zeit zu einem wertvollen Anschauungsmaterial werden. Er besitzt alle notwendigen Karten der zu bereisenden Gebiete und eigene kleinere Instrumente für die Arbeit im Gelände. Im letzten Jahr nahm er an folgenden größeren Exkursionen teil: Ungarn...... 12 Tage— IM M. Schweden..,». 15 Tage— 230 M. Ostsee...........= 50 M. Nicsengebirge........— 50 M. Oderbruch..... 5 Tage— 35 M. Ostpreußen..... 10 Tage— 120 M. Die vielen kleinen Exkursionen, die für ein oder zwei Tage in die nähere Umgebung führen und fast wöchentlich stattfinden, brauchen nicht aufgezählt zu werden. Selbstverständlich wird der junge Mann sein Studium mit guten Erfolgen abschließen. 2. Der Student 8 ist Arbeiterstudent, ohne Eltern. Er gehört zu den wenigen Glücklichen, die in den Semestermonaten ein Stipendium von 135 bis 145 M. erhalten, er kann also den Verhältnisse entsprechend gut leben. Die Studiengebühren werden � ihm als Mitglied dieser Stiftung stets erlassen und für größere Ausgaben, etwa Anzug oder Mantel, wird auf besonderen Antrag auch jedes Jahr einmal eine Summe bei nachweisbarer Notwendig- kcit bewilligt. Die Ferien(5 Monate im Jahr) sind allerdings meist unversorgt. Dann muß er mit irgendeiner Arbeit fein Brot ver- dienen. Ferienunterstützung gibt es nur in Ausnahmefällen. Bietet sich nicht eine Arbeitsgelegenheit, so schleppt er sich die Ferien»üih- selig durch, von vertiefender Durcharbeit des Scmesterstoffes oder gar von Erholung kann keine Rede sein. Dennoch ist der Student 8 sllr sein Studium leidlich ausgerüstet. Zwar verfügt er nur über eine relativ kleine eigen« Bücherei, aber er kann das zeitraubende Warten in den Bibliotheken in Kauf nehmen, weil er wenigstens in den Semestermonaten nur seinem Studium leben kann. So ist er bei anstrengender Arbeit, und die wird von ihm als Stipendiumsempfänger als selbstverständlich vor- ausgesetzt— ebenfalls wissenschaftlich auf der Höhe und bei seinen Lehrern gern gesehen. Größere Exkursionen sind allerdings für ihn ein Festgeschenk, müssen doch die Mittel besonders bewilligt werden. So ist seine Kenntnis anderer Landschäften beschränkt. Das verflossene Jahr führte ihn ins Erzgebirge, 8 Tage— 40 M., ins Riesengcbirg«, 8 Tag«— 50 M. Aber er kann sich bei sparsamer Wirtschast an vielen kleineren Exkursionen in die nähere Umgebung beteiligen. Desgleichen kann er sich die wichtigsten Karten zulegen und von photographierenden Studenten Aufnahmen beschaffen, die brauch- bares Anschauungsmaterial der verschiedensten Landschaststypen er- geben. So bat auch er noch die Voraussetzungen für gute Examina, die er bei zähem Fleiß ablegen wird. 3. Student C ist ebenfalls Arbeiterkind. Ihm wurde aber nicht das große Glück zuteil, durch Studienbeihilfen gesichert zu sein. So muß er sich seinen Lebensunterhalt und die Studien- gebühren selbst verdienen, durch Nachhilfestunden. Büro- arbeit. Postaushilfe. Wagenwaschen bei der BVG., Zeitungs- und Salzstangenverkauf oder was dergleichen Studentenarbeiten mehr find. Immer steht im Vordergrund seines Bewußtseins die Sorge für den nächsten Tag. Nie kann er sich dem Studium un- besorgt hingeben. In der Familie herrscht Arbeitslosigkeit, also auch von hier keine Hilfe möglich. Sein Leben ist ein fortgesetzter Kampf um das Existenzminimum, jahraus jahrein, während des Semesters und während der„Ferien". Und über diesem Ringen steht immer die Ungewißheit, ob trotz aller Energie das Studium durchgeführt werden kann. Daß dieser Student kein Geld für eigene Lehr- b ü ch e r hat, versteht sich. Aber er hat auch meist keine Zeit für langwieriges Bibliotheksstudium. Es tritt zu all seinen Wirtschaft- lichen Sorgen noch die Jagd nach dem Lehrstoff. Auch in den Seminaren und Instituten ist er ein unregelmäßiger s,.,. seine Hochschullehrer kennen ihn kaum. Er hat im letzten Jahr zwei Tagesexkursionen in die nächste Umgebung Berlins mitmachen können, für weitere Reisen hatte er kein Geld. Karten- und Bild- Material kann er sich auch nicht anschaffen. Wenn er dennoch nach vielen Iahren schweren Ringens mit ausreichendem Erfolg die Examina ablegen wird, so ist es ausschließlich seiner Energie und der Ueberzeugung zu danken, daß die Arbeiterschaft auch aus eigenen Kräften in akademisch« Berufe eindringen muß. Diese Beispiele aus der Praxis des Geographiestudiums tonn,.. sür jedes Fach wiedcrhost werden. Die Neusprachler haben eine wesentliche Siudiumserleichterung durch Aufenthalt in dem Lande, dessen Srtache sie studieren, die Germanisten und Historiker brauchen ein ungeheures Buchwissen, die Naturwissenschaftler, M e d i■ n c r und Techniker können ..iu;;t ab' tichev"SnUrr.iten und Materialien erfolgreich arbeiten, uns die Juristen id auf das Studium der verstreut erscheinenden Gerichtsentscheide und auf die kostspieligen Repititoren angewiesen. Ueberall ist das Studium neben den allgemeinen Kosten mit einer Fülle von Nebenausgaben belastet. Wer sie aufbringt, hat sichtbaren Erfolg in seinem Studium, wer sie sich versagen muh, muß durch erhöhte geistige und körperliche Anstrengungen und großen Zeitverlust die sich auftürmenden Hemmnisse überwinden. gerienleben im Südafrika „ffiäderu-9leifen, Jagdfahrten und Jiampings/ Ton 3>. Skawran In Deutschland gibt es wohl zwei Typen von Ferienmachern: den Spießer und— sagen wir— den Jugendbewegten. Der Spießer verlebt seine Ferien im Hotel oder in der Pension; er geht in ein Bad mit möglichst wohlklingendem Namen oder reist mit „Coole and Son" in drei Tagen um die Welt. Der Jugend- bewegte wandert. Zu Fuß, zu Rad, per Canoe, per Auto. Wenns draußen zu kalt oder zu naß oder wenn er für die Jugend- Herberge schon zu alt ist, nimmt er wohl auch mit dem Hotel für- lieb. Aber er haßt es. Er will die Natur erleben. Der Spießer will etwas für sein Geld haben. In Südafrika gibt es— von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen— nur den jugendbewegten Typ. Obgleich die Afrikaner mit einer Jugendbewegung nie etwas zu tun hatten. Das Wandern steckt ihnen noch von ihren Vorvätern, den„Vor- treckern", im Blut. Und auch das Eins- und Einsamsein in und mit der Natur. Man erzählt sich von einem alten Buren, der weit draußen im wilden Buschveld wohnte, daß er eines Tages, von der Spitze eines kleinen Hügels aus, der hinter dem Farmhaus lag und von dem man viele, viele Meilen weit sehen konnte, Ausschau hielt. Da sah er ganz fern im Süden am Horizont, kaum wahrnehmbar, eine Rauchsäule aussteigen. Verstimmt kam er nach Hause und erklärte: es würde ihm hier zu eng. Packte feine Siebensachen und trekkte weiter nach Norden in die unbekannte Wildnis. Immer noch ist der Norden, das Buschveld südlich des Lim- popo und auch wohl schon Nyassaland oder Nord- r h o d e s i e n, der stärkst« Anziehungspunkt für den Buren, beson- ders im Winter. Zwar hat der Süden, das Kapland, der Freistaat und Natal viele schöne und auch noch recht wilde Szenerien, aber irgendwie hat es dem Buren der Norden angetan. Und selbst die Art des Trcckens ist vielfach noch dieselbe. Be- sonders unter den Farmern. Man begegnet hie und da— wenn der Winter beginnt— noch den Ochsenkarren alten Stils auf den Landstraßen. Von 10 bis 20 Ochsen gezogen. Mit vielen Hü und Hott und Peitjchengeknall schwanken die mächtigen Karren mit dem hohen Aufbau zum Schutz gegen die Sanne dahin. Aller nötiger Hausrat ist aufgeladen. Hühner gackern in ihren Käfigen und voran— oft schon tagelang— ziehen die Rinder- und Schaf- Herden. Das sind Farmer, die eine„W i n t e r f a r m" im Busch- veld haben, auf der sie nur für die kurzen Wintcrmonate(Juni bis August) leben. Im Sommer ist die Farm— der Malaria wegen— unbewohnt, und Wild aller Art, Antilopen, Gnus, Löwen und Zebras sind die Herren. Aber auä) verarmte Farmer(„Arme Weiße")— sofern sie noch einen Wagen und ein paar Ochsen haben, ziehen so herum. Lassen ihr Vieh weiden, wo sie's für gut finden und es ihnen niemand wehrt und ziehen von„Ausspann" zu„Ausspann", bis sie sich schließlich irgendwo als„Bywoner"(Farmarbeiter oder Farmverwalter) niederlassen. Früher, als die warmen Heilquellen Afrikas itoch nicht von Gesellschaften ausgebeutet wurden, zogen die Farmer, wenn sie Kranke in der Familie hatten, auch so mit Kind und Kegel, Zelt und Vieh und Negern in's„Bad". V Wir verließen„Carolina" früh am Morgen. Es hieß: Etwa 50 Kilometer östlich, da wo das„hohe Veld" unvermittelt in nie- driges Küstenland übergeht, läge noch so eine Heilquelle, die nicht kapitalistisch ausgebeutet sei. Wir hatten die 50 Kilometer per Auto auf schlechten Wegen zurückzulegen. Carolina ist der nächste Ort. Unterwegs wurde uns von einer naheliegenden Farm Milch. Gemüse und Hühner zugetragen. Im„Bad" kann man natürlich nichts kaufen. Das Auto segelte wie eine Jacht vorm Wind. Nur nicht ganz so sanft. Wir machten verschiedentlich schmerzhaste Bekannt- schast mit den Versteifungen des Autodaches und manchmal flogen unsere P u m p k i n s(eine Art Kürbis) und selbst die Milchkanne über Bord. Wir überholten Ochsenkarren, die bescheiden abseits des Weges warteten, bis wir vorüber waren. Es ist gut, daß das Land so offen ist, und daß man so eine» Ochsenkarren lange vorher sieht, ehe man ihn erreicht. Mit kühnem Schwung fuhren wir schließlich in die Zelt- stadt ein. Sie zählte an die hundert Zelte und versügte sogar über eine Kirche. Das„Tabernakel" oder die„Synagoge" sagten die Buren und lächelten. Es war eigentlich nur eine große, schils- gedeckte Halle. Die Zelte waren mit großer Sorgfalt aufgebaut. Der Boden, auf dem sie standen, war von den Negern aus Schlamm her- g e st e l l t. der in der Wintersonne so hart wie Zementt wird. Oft standen zwei bis drei Zelte zusammen. Man hatte. Wohn- und Schlafzelte. Um die Zeltgruppen zog sich ein S ch i l f z a u n. Er war mannshoch und bildete einen kleinen Hof vor den Zelten. Die Neger schlafen auch im Kamp nicht im selben Wohnkomplex mit den Europäern. Etwas abseits jedes einzelnen Kampf war daher ein kleiner, runder Wall aus Schilfmatten errichtet, in dem sie untergebracht waren. Die Quelle war sauber mit Feldsteinen eingefaßt und sehr heiß. Auch eine kalte Dusche und primitive Umkleideräume waren vorhanden. Man badete nach Geschlechtern getrennt. Wenn die Frauen im Bad waren, wehte eine rote Flagge. Auf Badedreß verzichtete man größtenteils, während sonst in südafrikanischen Bädern in dieser Beziehung besonders strenge Vorschriften herrschen. Während die Frauen badeten, warfen die Männer mit schweren Eisenringen nach in die Erde eingeschlagenen Pflöcken; oder sie schössen sich ein paar Perlhühner, fischten im nahen Fluß oder kletterten die romantisch schönen Schluchten aufwärts, die die Neben- flüsse in die nahen Berge eingefresscn haben, bis zu den Urwäldern, die sich— große, dunkle Flecke— in die Mulden der Berge ein- gebettet haben, und suchten seltene Farne. Von morgens bis abends hörte man Lachen und Scherzen und Grammophonmusik. * Der städtische Afrikaner aber geht am liebsten jagen. In seinem Auto hat er genügend Proviant, Zelt und alles, was er braucht. Meist geht eine ganze Gesellschaft zusammen, da es im Norden im Fall einer Panne oder eines Unglücksfalls wenig Hilfe gibt. Irgendwo im Buschveld werden die Zelte aufgeschlagen, der Neger sorgt für das Essen, macht die Feldbetten, wäscht ab und unterhält das Feuer. Der Europäer nimmt seine Flinte und ver- sucht sein Glück. Nach den Ferien werden dann die Jagderlebnisse ausgetauscht. Jener hat das Lager verloren und die Nacht auf einem Baum zu- gebracht. Dieser hat ein C l a n d geschossen, ein anderer ein K u d u. Der Held des Tages ist allemal der L ö w e n t ö t e r— bis zu den nächsten Ferien. Da das Großwild bei so viel Schießerei selbst in Afrika selten wird, entwickelt sich allmählich der Brauch, die großen Wildreservate zu besuchen, in denen Löwen, Giraffen, Elefanten und alle möglichen anderen Tiere noch ungestört beieinander leben.— Hier gilt's dann, das schönste Photo heimzubringen. Jj: Auf nahezu allen dieser Fahrten wird g e k a m p t. Ist man noch auf der Reise, so werden am Abend die Autos zusammen- gefahren, ein großes Segel wird darüber geworfen und oertaut. Dann schlägt man die Feldbetten auf, oder wickelt sich in die Decken ein. Aber selbst an der K ü st e, dicht neben den großen Hotels, steht Zelt an Zelt. Die Hotels selbst haben sich der Vorliebe der Afrikaner für Zelte angepaßt und sie vermieten Zelte, wie man bei uns Zimmer oermietet. Eine Stadt wie z. B. Lourenxo Marques, hat für die Kamper am Strand breitschattende Bäume gepflanzt und Wasserleitungen gelegt. *■/ Der südafrikanische Spießer aber geht nach Muizenberg, dem einzigen Wstenplatz in Südafrika, an dem nicht entweder Strömung, Haifische, Brandung oder Kälte das Baden ungemütlich machen. Hier gibt er sein Geld aus und bekommt dafür reichlich, was er auch in jedem europäischen Küstcnort bekommt. Musik, Strandpromenade,„Surfing", Segel- oder Motorbootfahrten und auch ein ideales Bad. Klctterpartien auf den nahen Tafelberg und Autofahrten auf Straßen, die selbst Italiens und Siziliens schönste Küstenstraßen in den Schatten stellen. San Franziska I/eß in alten Tagen Perba Buena. Im Jahre 1850 hatte die Stadt, die zur Zeit des kalifornischen Gold- fiebers Ihren heutigen Namen bekam, erst 34 000 Einwohner, und zwar war es zum Teil der größte Ausschuß der Welt, der sich hier zusammengefunden hatte. Schließlich wurden die Verhältnisse so unerträglich, daß die Bürger sich zusammentaten und jeden Ver- brecher henkten oder erschossen. In früheren Zeit war ein Fünftel der Stadt Chinesen, die in einem elenden Viertel mit vielen Schlupf- löchern und unterirdischen Gängen wohnten. Das furchtbare Erd- beben im Jahr« 190b zerstörte fast die ganze Stadt, es kamexf 500 Menschen um, der angerichtete Schaden wurde auf 2 Milliarde bewertet. Aber nach drei Jahren war die Stadt schöner und größer wieder aufgebaut. Das aanre frühere Chinrlenviertel mar zerjsört worden. Unrer den 500 000 Einwohnern sind jetzt nur 8000 Chinesen. Da in den Vereinigten Staaten keine neuen Etzinesen mehr ein- wandern dürfen, und die alten entweder in ihre Heimat zurückkehren oder aussterben, so verschwindet die gelbe Bevölkerung in Amerika allmählich, ; Arbeitersportliches am Sonntag Herbstsportfest am Wedding i)er Bezirk Webling des Kartells für Arbeitersport und Körper- ge ladet alle Anwohner des Stadtteils zu seinem am Sonntag in? Stadion Volkspark Rehberge stattfindenden Herbst- sp ortfest ehr. Das reichhaltige Festprogramm sieht neben dem Fahneneinmarsch und der allgemeinen Gymnastik aller Teilnehmer sehr interessante leichtathletische Wettkämpfe, Stafetten und Sonder- Vorführungen vor und wird umrahmt von Fuß- und Handball- spielen der besten Berliner Mannschaften. Bei den Sonderbar- bietungen aller Sparten werden die Boxvorführungen des Sport- klubs Alt-Wedding 83, das Turnen an Geräten und vor allein die Massenvorführung der Frauen von„Volkssport Wedding" mit 130 Teilnehmerinnen besondere Beachtung finden. Ein sportlicher Genuß wird ollen Anhängern des Fußballspiels durch das Treffen des früheren Bundesmeisters Adler 08 gegen Vorwärts-Wedding geboten, während sich im Handball die ersten Mannschaften von Volkssport Wedding und FSV. Rei- nickendorf gegenüberstehen. Zahlreiche Hockey-, Fußball-, Faust- und Puschballspiele werden auf der großen Spielwiese von allen Alters- klassen beiderlei Geschlechts ausgetragen und auf sämtlichen Tennis- Plätzen wird ein kreisoffenes Tennisturnier Anhänger für den weißen Sport werben. Auf dem Wassersportplatz Plötzer, see treffen sich die Arbeiterschwimmer des Bezirks zu ihrer Kartellschwimm- Veranstaltung. Die Schlußkundgebung um 18� Uhr im Stabion» Jnnenraum zeigt einen Sprech- und Bewegungschor des Touristen- Vereins„Die Naturfreunde", der dem Fest einen würdigen Abschluß geben wird. Die zum Eintritt gültigen Programme von 10 Pfennig sind bei allen Kartellvereinen und an der Tageskasse zu haben. Friedrichshain und Neukölln Am kommenden Sonntag veranstaltet der Bezirk Osten der Freien Turnerschaft Groß-Berlin auf dem Sportplatz im Friedrichshain einen Spiel- und Sporttag mit einem äußerst reichhaltigen Programm. An auswärtigen Mann- schaften sind Frankfurt a. d. Oder, Torgau und Roßlau verpflichtet. Bereits am Vormittag um 11 Uhr gehen die ersten Handball- und Hockeyspiele vonstatten, denen sich um 14 Uhr die Spiele der oberen Mannschaften anschließen. Es spielen bei den Frauen: Osten 1. Mann- schaft gegen Frankfurt a. d. Oder 1. Mannschaft. Bei den Männem im Handball: Osten 2. Mannschaft gegen Torgau 1. Mannschaft und anschließend um 16.40 Uhr: Osten I. Mannschaft gegen Rohlau I. Mannschaft. Die Spielpausen werden durch gute turnerische Vor- führungcn wie Bodengymnastik Flachturnen, Barrenturnen und Pferdspringen ausgefüllt. Der Sportveranstaltung geht am Sonn- abend 21 Uhr in der Brauerei„Patzenhofer", Landsberger Allee, ein Begrllßungsabend, verbunden mit Tanz, voraus. •}- Alle Abtellungen des Vereins„Voltssport Neukölln- Britz" werden am Sonntag zu einem volkstümlichen Werbefest auf- marschieren. Die Jugendlichen und Iungmädchen, die Männer und Altersriegcnturner treffen sich zu leichtathletischen Wettkämpfen vor- mittags 0 Uhr aus dem Sportplatz Treseburger Ufer(am Teltow- tanal in Britz). Neben Kugelswßen, Speerwerfen, Schleuderball- werfen und Hochsprung wird das Hauptinteresse den Läufen über 100, 800, 1300 und 3000 Meter gelten Frauen und Kinder werden Proben ihrer leichtathletischen Tätigkeit nachmittags auf dem Sonnenplatz in der Sonnenallee(Neukölln, 3 Minuten vom Bahn- Hof Kaiscr-Friedrich-Straße) ablegen. Die Kinder beginnen bereits um 14 Uhr, während zur allgemeinen Gymnastik um 13 Uhr auf- marschiert wird. Zur gleichen Zeit beginnt auch das Konzert der „Freien Spielleute Neukölln", so daß für Unterhaltung jeder Art gesorgt ist. Außerdem ergänzen Geräteturnen, Staffetten und Spiele das Nachmittagsprogramm auf dem Sonnc«platz. Eintritt frei. Die Kantine ist geöffnet. IHockcy Die kurze Zeit vor dem Scrienbetrieb nutzen viele Vereins, um die Mannschaften durch Freundschaftstreffen einspielen zu lasten. Am Sonnabend, 16.30 Uhr, wird die neugebildete Mannschaft des ASV. Schöneberg-Friedenau 07 auf eigenem Platz in der Rubens- flraße gegen die Freie Turnerschaft Groh-Berlin-Tempelhos 2 ein Spiel austragen. Schiedsrichter Pankow-Schönhausen. Am Sonn- t a g fährt Volkssport Neukölln-Britz nach Leipzig-Paunsdorf. Die Freie Turnerschaft Leipzig-Paunsdorf war im Frühjahr Gast der Neuköllner, sie tonnten das Spiel unentschieden 2: 2 gestalten. Auf dem Sportplatz im Friedrichshain hält der Bezirk Osten der Freien Turnerschaft Groß-Berlin am Sonntag einen Spielerwerbetag ab, es spielen im Hockey um 12.13 Uhr Freie Turnerschast Groß-Berlin- Osten 1 gegen den Freien Hockeyklub Spandau 2. In Berlin, Sport- platz Rehberge, finden anläßlich des Kartellsportfsstes zwei imer- estante Wettkämpfe im Hockey statt. Athletiksportklub 2 gegen SV. Pankow-Schönhausen 2 um 14 Uhr, um 13.30 Uhr treten zum Haupt- kämpf des Tages die Freie Turnerschaft Tempelhof 1 gegen SV. Pankow-Schönhausen 1 an. Ringen, Heben, Boxen Arbeiier-Athleien rüsten zu den Scricnkampfen Wieder stehen die bundestreuen Arbeiter- Athletenoereine des 4. Kreises vor dem Beginn der alljährlichen Serienmann- schaftstämpfe im Boxen, Ringen und Gewicht- h e b e n um die Kreismeisterschaft. Außerordentlich stark ist auch in diesem Jahr wieder das Meldeergebnis. Neben den Vereinen, die bereits im Kreis bestehen, werden wohl auch die inzwischen neu gegründeten Arbeiter-Krastsportver- eine aus Teltow, Hennigsdorf und Pankow an den Serienkämpfen teilnehmen und versuchen, recht ehrenvoll abzuschneiden. Alle Vereine des 4. Kreises sind dabei für diese schweren Kämpfe ihr« besten Kräfte zu sammeln. Die Siegespalme schon setzt zu vergeben, wäre zwecklos bei der Gleichwertigkeit und Kampfstärke der einzelnen Vereine. Der Titel eines Kreismeisters im Ringen der.�.-Klasse wurde in der abgelaufenen Saison von der prächtigen Mannschaft des Achletenoereins.Lichtenberg- Friedrichsfelde 04" nach Berlin ge- bracht: in der L-Klaste verteidigte der bekannteste Berliner Sport- klub„Alt-Wedding 1883" mit Erfolg den Titel. Im Gewichtheben wurde die erste Hebermannschaft von„Lichtenberg-Friedrichsfelde 04" zum siebenten Male Kreismeister. Diese Mannschaft, die jahrelang auch den Bundesmeister stellte, hat in diesem Jahre wieder alle Aus- sichten, den Titel, den der Sportklub Speyer vor einem Jahre er- rang— nachdem die Lichtenberger wegen der Verletzung eines Hebers aus dem Rennen fielen— wieder zu erlangen. Der mehr- fache Kreismeister im Boxen, der Sportklub Luckenwalde, hat dies- mal in der jungen, aber schon kampferprobten Boxstaffel von „Lichtenberg-Friedrichsfelde 04" einen schweren Gegner und wird sich gewaltig strecken müssen, um gegen diesen Konkurrenten erfolg- reich zu bestehen. Bis zum April müssen die Serienkämpfe erledigt sein und die neuen oder alten Meister für die dann folgenden Be- gegnungen um die Gruppen- und Bundesmeisterschaft bereit sein. -» Der ostdeutsche Gruppenmeister des Arbeiter-Athleten-Bundes „Stolzenhagen 23", der kürzlich den mitteldeutschen Gruppenmeister „Felscnfest"-Halle in der Vorrunde um die Bundesmeisterschaft mit 14)4: 13)4 Punkten knapp schlagen konnte, traf am Sonntag in der fälligen Zwischenrunde auf die stärkste Mannschaft des nord- deutschen Meisters„Kraftsporttlub"-Wilhelmshaven. Für die Ost- deutschen war der Kampf gegen die mitteldeutschen Ringer die härteste Prüfung ihres Könnens, nachdem sie diesen schweren Gegner knapp schlagen konnten, galten sie für dieses Treffen als die Favoriten. Die kampferprobte Mannschast„Stolzenhagen" ging trotzdem auch in Wilhelmshaven an den Start und honnte auch hier wieder einen neuen Erfolg verzeichnen: die Stolzenhager siegten mit 161-: 11)4 Punkten. Berliner Boxer in Dänemark Einer Einladung des dänischen Arbeitersportver- bandes folgend, startete die Boxstaffel des Berliner Arbeiter- athletenvereins„Lichtenberg-Friedrichsfelde" in Es- b j e r g. Im Bantamgewicht besiegte der Berliner Henneberg seinen schnellen Gegner Christensen nach Punkten. Der Federgewichtler Berndt-Berlin gewann durch technischen k. o. in der ersten Runde: Grönig-Berlin schlug den Leichtgewichtler H. Nielsen überlegen nach Punkten, der dänische Meister C. Petersen schlug den Berliner Weltergewichtler Malinski bereits in der ersten Runde für die Zeit nieder. Der schwere Sandberg-Berlin konnte gegen den„dänischen Carnera" Bech, der 2,08 Meter groß ist, nie etwas bestellen und ver- lor ebenfalls durch einen Niederschlag. Die Aufnahme der Ber- liner war überaus herzlich. Die Kämpfe, die über drei Runden gingen, endeten mit einem Punktsieg von 10: 6 für Berlin. Aus der Rückreise starteten die Berliner noch in Flensburg und unterlagen hier mit 9:3 Punkten. Kleiner Sport von überall Einen ersolglosen Versuch, den Aermelkanal zu durchqueren. unternahm der deutsche Schwimmer Fritz Fischer. Die niedrige Wassertemperatur zwang ihn nach zehnstündigem Kämpf zur Auf- gäbe. Bis dahin hatte Fischer von der französischen Küste aus noch nicht die Hälfte des Weges zurückgelegt. Eine hervorragende Leistung im Dauerrudern vollbrachten drei Mitglieder eines Potsdamer Ruderklubs, die in 23 Stunden und 50 Minuten«ine Strecke von 204 Kilometern im Doppelzweier mit Steuermann zurücklegten. Die Fahrt ging von Potsdam über Brandenburg nach Rathenow, von wo nach 40 Minuten Rast wieder die Rückfahrt angetreten wurde. Nach 1,34 sogar IL? Meter im Hochsprung. Die zur Zeit auf einer Wettkampfreise durch Südafrika befindlichen amerikanischen Leichtathleten warteten erneut mit zahlreichen guten Leistungen auf. Der bekannte Hochspringer Martys, der es kürzlich in Port Elizabeth schon auf 1,94 Meter brachte, übersprang bei einer Veranstaltung in Pretoria die stattliche Höhe von 1,97 Meter. Speerwurs von 69,54 Meter. Ein ganz hervorragender Speer- wurs wird von dem estnischen Meister Sule gemeldet. Bei einer Veranstaltung in Dorpat verbesierte er den Landesrekord auf 69,34 Meter und vollbrachte mit diesem Wurf eine Leistung, die in dieser Saison noch von keinem Achteten erzielt worden ist. Der Turn- und Sportverein„Eiche"-Köpenick 1836 gründet jetzt auch in Bohnsdorf eine Fußballabteilung. G-ündungsversammlung Freitag, 11. September, 20 Uhr. im Jugendheim, Bohnsdorf. Wachtelftr. 1. Der Bezirk Osieu der FTGB. sucht noch Hockeyspieler. Aus- kunst und Aufnahme jeden Freitag von 20 bis 22 Uhr Turnhalle Petersburger Str. 4, oder bei Kurt Bock, Tilsiter Str. 69. Jm-Iitsu bei Lichtenberg- Zriedrichsselde. Für den am Dienstag begonnenen Kursus im Jiu-Jitsu können sich noch Interessenten aus der Turnhalle Pfarrstratze. Nähe Stadtbahnhof Frankfurter Allee, melden. Uebungsabende sind Dienstags und Freitags. 20 Uhr. Der Arbeitersport wirbt. Der deutsch-tschechische Arbeiter-Turn. und Sportverband. Sitz Aussig, hat vom Staat die Erlaubnis er. hallen, ein Wanderkino einzurichten. Mit diesem wird die Verbands. leitung in den Herbst- und Wintermonaten in den Vereinen und Ortschaften mittels Film für die Verankerung und Verbreitung des Arbeitersports werben. Die Rennen in Mariendorf beginnen am Freitag, 11. Septem- ber, um 17)4 Uhr. Die ADAE.-herbstregatta für Motorboote findet am 20. Sep- tember auf der bekannten Regattastrecke auf dem Templiner See bei Potsdam statt._ .Solidarität-'. Tauren der Tadfahrer am Sonntaa, dem lz. SeptvMlber. Orts. arupa.'nausfahrt Nack) Herzseide. Abteilungen starten: 1. Abt.: S Uhr bei«roll. SiUmrste. SS.— 2. Abt.: 7 Uhr bei Rohde, Dieffeirbachgr ZL.— 6. Abt.: 6% Ubr im Zelt, Kopenhagener©tr. 17.— 9. Abt.: 6 Uhr bei Schreiber n.rlft- strafi- 63.— Abt. ssricdrichshain: lgcnrischte) Nabfahrer» Uhr, Kraftsahrcr z Uhr.-maend nicht gcm-id-t: alle Petersburger Platz.—«bt. Lichtenberg: 8 Uhr bei Henkel. Ob-rstr. l».— Abt. Weiß-nsee: Radfahrer 7 Uhr,«raftsahrer 8 Uhr Antanplatz.— Abt. Neukölln: 6 Uhr Hohenzollcrni-Iatz.— Abt. Treptotv- Raumschitlenioeg- 8 Uhr Dahrchof BauitrsHulenmeg.— Achtung. Abt-llungsletter! Die Mr Montag, lck. Scvtenrber, angesetzte Vcnoaltungssitzung ist auf Dienstag, IS. Eeptcinber,-erlegt. Grund: Parteiveranstaltung. FT SB. Ruberbezirt. Alles deteil'gt stch beim Arbeitsdienst in ttilpenick, Grünauer Str.«3. nitr Erraerbslose Unkosteiiveigütung. ASC. Rcpwn.ZSeibensee. Morgen, Freitag, letzt« Uebungsstunde im Seebad. Tennis-Rot Grotz-Berlin«. B.,«bt. Nenlölln. Heute, Donnerstag, 20H Uhr, Safe Reinhardt, Hasenheide 57, Mitgliederversammlung. «olkssport Reukolln-Britz. Steiermarkfahrer. Freitag, 11. September, 20 Uhr, bei Becker, Chaussccstr. 97. Abrechnung. Photos Mitbringen. Freie stanu-Union»rotz-Berlin c. B. Photogruppe. Sitzung Freitag. U- September, 20 Uhr, Nreiggeschastsstell«, Slsaster Str. 22, Bortrag:„S-lbstbau eines Bergrbßerungsapparates". voonerstaz, 10. Leptemder. t3 e r Ii a. 16.05 Dr. Arno Schirokauer: Elend der Wunderkinder. 16.30 Ensdische Klaviermusik. I. I. Delius; Zwei Preludes. 2. Bax: Lullabr. 3. Ireland: Equinox. 4. Oralneer: Shepherds Hey.(Folk Dance.)(Hetty Bolton, Elüiel.) II Alte Musik. 1. Marcello: Sonate E-Moll: Adagio— Allegro— Largo— Allegretto.(Hildegard Heinitz, Viola und Max Nahrath. Klavier.) 2. Lieder.(Anita Qreve. Alt. Emgel; Max Nahrath.) III. Neue Musik. 1. Lieder.(Anita Qreve.) 2. Hindemith: Sonate E-Moll. op. U.(Hildegard Heinitz und Max Nahrath.) 17.30 Volkshochschulheim Tempelhof.(Eine Reportage.) 17.50 Dr. Sieglried Scharfe: Deutsche und amerikanische Jugendbewegung. 18.15 Dr. med. Ernst Rothe; Das Gesetz der Serie. 18.40 Unterhaltungsmusik. 19.05 Mitteilungen des Arbeitsamts. 19.10 Bernhard Zcbrowski: Heimkehr ins Leben. 19.35 Aktuelle Abteilung. 20.00 Alt-Berliner Tanzabend. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15 Zeitberichte.„Ungarns AuBen- und Innenpolitik vor dem Rflcktrilt Bethlens." 22.50 Abendunterhaltung. Dir.: Clemens Schmalstich. Königswusterhausen. 16.00 Oberschulral Hans Schlemmer; Die Krisis der heutigen Mädchenbildung. 17.30 Dr. Böhm: Deutsche Volksbräuche. 18.00 Dr. Otto Everling: Werf und Bewertung der geistigen Arbeit. 18.30 Dr. Borries: Mittel-Europa als Problem. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Englisch für Fortgeschrittene. 19.30 Dipl.-Landwirt Bohne: Saatgutbeschaffung für Herbstbestellung trotz Geldmangels. 20.50 München:„Doppelselbstmord". Maats ItaBtufer Unter den Linden. Donnerstag, den 10. September �20 Uhr. Ende gegen 22Vi Uhr. 'Madame Butterfly StaatLSdunsiiielliaDS Gigdinnoniiriil. Anfang 20 Uhr Das NQrnbergisch Ei Miiller-Theater Charlotteoburg. Anfang 20 Uhr Der Richter von Zalamea HAUSjTERiÄND BETRIEB r-A KEMPlMSKI�i.3 LLER scmecENi SCHLOF-HEÄREN- U-SPEISE-ZIMMER- ■•iu" v KOCflEN i-omci l EINZEL-u.tCtziNMÖBEl| EHOEEaia UiitllwferW »0» itrfßBRIk'SEBäuM Kein ksden. RucS PIÖNOS wfcblh»»'i«�rbar.S«ra* 7caf 50000 ki»rge»»«W. FABRIK: J-SCHOLBt 8ERUH-C54 iQSiXTHÄiER-STÜÖSMf fitnir: 91 Hinla 75« Barbarotta 8256 Tigl. Bu. 8I/2 U. THE 22 INCENUES HUDSON- WONDERS und das gross *« t-Prcgramm PLAZA TlgLnachmBUhr 8onnlag9u.BUIir lEVid• OPERETTE FRIEDERIKE Tlgl. Sisuhratdi. VABIETt *5H.bi.a-M »auf. oper Charlottenburg BismarckstraBe 34 Donnerstag. 10. Sept. Turnus III Anfang 20 Uhr Angelina. Ende nach 22 Uhr ifietropoi-iheater Täglich 8'/. Uhr Sonntags 4 u. S'k U die neue Piul-Ibraiiain- Operette Die Blume von Hawal Piebe von 1.— M. m. Berliner ipk-TriO N«■ k B 1 1■• Lahn str. 74/75.1 Relchshallen-Theater tbinds B Dbr. 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