BERLIN Zreltag 18. September 1931 10 Pf. Ar. 43« B 219 48. Jahrgang Ersch eint täglich außerSonutag«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts'. BetugSxreiS beide Ausgaben 8i> Pf. pro Woche, s.soM. pro Monat. Redaktion und Txoedition: BerlinSWSS.Lindenßr.S Fernsprecher: Dönhoff CA 7) 292—297 A«»etgen»ret«: Die einspaltige Nonpareillejeile 80 Pf., Reklameieile S M. Crmäßigunaen nach Tarif. Postscheckkonto: VorwärtS-Verlag G. m. b. H.. Berlin Nr. s? S3K.— Der Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Ameigen vor! pogromisten vor Gericht Kurfürstendammkrakeeler unter Anklage wegen Landfriedensbruchs Die hoffnungsvollen leuischen Jünglinge, die am Sonnabend. dem 12. September, durch ihre heldentalen aus dem Kurfürsten- dämm den deutschen Hamen wieder einmal geschändet haben, stehen heule vor dem Schnellschöfsengericht Charloltenburg. 32 von den 34 Angeklagten befinden sich in hast. Sie sind in bester Stimmung, begrüßen auf Iaschistenarl ihre Freunde im Zuhörerraum, lachen einander freudig zu, als wäre nicht Gerichtstag, sondern Zeierlag. Die Verhandlung beginnt kurz nach 9 Uhr im Schwurgerichts- saal des neuen Kriminalgerichts. Auf der Turmstraße verstärkter Polizeischutz. Aber der Andrang ist nicht besonders groß. Die Pressetische sind dicht besetzt. Auch zahlreiche ausländische Bericht- erstattcr, darunter amerikanische, sjnd anwesend. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Schmitz. Die Anklage wird von den Staats- anwälten Dr. S t e n i g und Dr. Schade vertreten. Der Eröffnungsbeschluß lautet auf schweren Land- friedensbruch, Aufreizung zum K l a s s e n h a ß, Aufreizung zu Gewalttätigkeiten, Verstoß gegen die Notverordnung , dem Ausgangspunkt der zahlreichen Bluttaten der letzten Zeit— auch in diesem Prozeß spiell ja dieses Räubernest eine hervorragende Rolle—, fand eine Versammlung der SA.-L«ute statt. Man sah sich deshalb gezwungen, den Polizeischutz zu ver- stärken. Zur Stelle sind, wie immer, Richter, Staatsanwalt, Verteidiger und unter starker Bewachung die Angeklagten. Zuerst begibt man sich zum Postamt Ecke Knobelsdorf st raße, um hier fest- zustellen, ob die Beamten tatsächlich die für den Angeklagten Foyer äußerst belastenden Beobachtungen von: Balkon aus machen konnten. Sie wollten nämlich gesehen haben, wie Foyer auf Grünebcrg gc- schössen hat. Taffächlich haben sie es sehen können. Auch weitere Sictstv ersuche werden vorgenommen: sie fallen sämtlich positiv nus. Dann schreitet man zur Rekonstruktion der blutigen Ereignisse jenes Abends auf dem Platze, auf dem sich die Schloß- und Knobclsdorfftraßc schneiden. Des ermordeten Grüne- bergs Weggenossen zeigen, wie Grünebcrg dem bedrängten Riemen- schneider zu hilf« eilte und wie Foyer seinen tödlichen Schuß auf den hilfsbereiten jungen Arbeiter abfeuerte. Die Zeugen Steinrock, Bater und Sohn, nehmen Aufstellung, damit man sich davon über- zeugen kann, daß sie wirklich das Aufblitzen des Schusses haben sehen können. Der Lokaltermin bestätigt die von den Zeugen in der Verhandlung gemachten Aussagen. Es ist olles so gewesen, wie der Angeklagte Friede bei seinen Vernehmungen bei der Polizei»nd beim Untersuchungsrichter über feinen Mitangeklagten Foyer erzählt hat. Man hätte sich den Lokaltermin ersparen diSvm e n, st» eindentig waren die Auhagen der Zeugen. Der neueste Finanzskandai -12 Millionen verpulvert— Siaatsanwaltschast greift ein Schwere Beschuldigungen werden gegen die Eisengrohhandlung Schweiher& Oppler- Aktiengesellschaft in der Wilhelm- straße 71 in Berlin erhoben, wie wir erfahre», haben die Slaatsanwalkschaft und die Inspektion F. der Kriminalpolizei bereits in die Angelcgenheil eingegriffen und eine Untersuchung eingeleitet. Die Schwierigkeiten, mit denen die Firma zu kämpfen hat, begannen schon im Frühjahr dieses Jahres, während der jetzt als erwiesen geltende Berlnst von 12 Millionen Mark mehrere Jahre zurück- zullegen scheint. Die Aktiengesellschaft hat ihre Zentrale in der Wilhelm» st r a ß e 71, sie verfügt serner über einen Schrottbetrieb in der R it t e r g u t st r aß e und ein Neueisenlager in der Hertzbergstraße in Lichtenberg. Die Untersuchung wurde oiif Grund einer Anzeige eingeleitet, die gegen die Firma erstattet war- den war. Schon seit einiger Zeit gingen Gerüchte um, daß bei der Firma Unregelmäßigkeiten vorgekommen seien, die die Verwaltung der Aktiengesellschaft veranlaßt haben, den früheren Vorstand seines Amtes zu entheben. Dem Vorstand wird vorge- morsen, daß er Verlustgeschäfte getätigt habe, die auf seht- geschlagene Spekulationen im Ausland zurückgehen. Er hat damit seine Befugnisse überschritten, da Firmengelder zu diesen Spekulationen verwandt wurden, die als waghalsige Geschäfte an,;usehen sind. Die Vorwürfe gegen den früheren Vorstand lauten dahin, daß er die Kontrollorgane getäuscht habe. Er soll wider besseres Wissen die Bilanzen verschleiert und die Verlust- engagements verheimlicht haben, so daß der Jahresabschluß gün- stiger erschien, als er in Wirklichkeit sein konnte. Der f i n a n- zielte Schaden, der durch dies« Geschäfte des Vorstandes erwachsen ist, wird auf etwa 12 Millionen geschätzt. Die hauptaktionäre haben sich, nach dem der Status jetzt festgestellt worden ist, verpflichtet, der Aktiengesellschaft ein Betriebskapital von 2 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen. Man hofft, damit die Gesellschaft weiterführen und die auswärtigen Gläubiger befriedigen zu können. Unabhängig von dieser Sanierung läuft aber die Unter- suchung gegen den Vorstand. Wie weiter bekannt wird, hatten es die Direktoren Tag und Wohlgemuth vcrstnitden. Freunde und Verwandte in der Firma unterzubringen, und sie sollen sogar für diese Leute Finanztrans- aktionen vorgenommen haben. Außerordentlich bezeichnend ist es auch, daß man diesen Herren vorwirft, einen ungeheuren persön- lichen Aufwand getrieben zu hoben:»ran spricht davon, daß jeder von ihnen jährlich 206 000 Mark verbraucht hat. An den großen Krediten, die die Firma aufgenommen hat, sind fast olle Groß- danken beteiligt. Angesichts des Umstandes, daß dieser neue Skandal zu einer weiteren Schädigung des deuffchen Kredits führen kann, sind die Aktionäre bemüht, die entstandenen riesigen Verluste durch Selbsthilfe abzudecken. Die beirogenen Gläubigen. Zusammenbruch einer evangelischen Äaugenossenschast. Dortmund, 18. September.(Eigenbericht.) In der Gläubigerverfammlung der in Konkurs geratenen Van- genossenschaft des deutschen evangelischen Volksbundcs erklärte der Konkursverwalter den Zusammenbruch als einen un- geheuren Skandal, der durch leichtsinnige Verschwendungssucht der Geschäftsführung herauf- beschworen worden sei. Die Geschädigten verteilten sich auf 45 rheinische und westfälische Städte. Vor allem seien Arbeiter um ihre Ersparnisse gebracht worden. Da sie Konkursschuldncr seien, würden sie mit einer Haftsumme von je 600 Mark heran- gezogen werden. Die Versammlung verlief äußerst stürmisch. Nächtliche Straßenschlacht. Drei Personen schwer verletzt. Eine wüste Schlägerei, be! der eine Anzahl Personen gefährlich verletzt wurde, entwickelte sich in der vergangeneu Nacht gegen 31� Uhr in der Pankstroße im Norden Berlins. Der Tumult nahm einen solchen Umfang an. daß Polizeibeamle eingreifen und die kämpfenden trennen mußten. Zwei Beteiligte wurden mit schweren Verletzungen nach dem virchow-Krankenhanse gebracht, ein Mann, der als der Haupttäler bezeichnet wird, wurde als Polizeigefangener in das Slaatskrankenhans eingeliefert. In einem Lokal in der Pankstraße hatten mehrere Männer bis zur Polizeistunde gezecht. Aus einem noch unbekannten Grunde ge- rieten sie, als Feierabend geboten wurde, miteinander in einen Streit, der auf der Straße alsbald in Tätlichkeiten ausortete. Wie es heißt, sollen die Streitenden Mitglieder eines Vereins ge- wesen sein. Durch Zuzug von anderen Personen, die sich an der Schlägerei beteiligten, wuchs die Zahl der Kämpfenden schließlich bis ürde für Herrn Dr. Franzen der Schmiobemeister Hans Kummerfeldt in den Reichs- tag«intreten. Da aber die Nazis dem Reichstag fernbleiben, wird die Niederlegung des Franzen-Mandats nur eine Adressenänderung für die Uebermittlung der Reichstagsoiäten bedeuten. Oer Beamte der Republik. Ein Veamtenorgan der Partei. Der neugebildete Beirat in Beamtenfragen beim sozialdomokratischen Parteioorstand hat seine Arbeit mit der heraus- gäbe einer Werbezeitschrist:„Der Beamte der Republik" begonnen. Er Hot damit der Partei ein Organ geschaffen, dos sicher geeignet ist, das Verständnis für die Ziele der Partei zu fördern und ihr neue Freund« in den Beanuenkreisen zu schaffen. Die vorliegende erst« Nummer umreißt im Leitartikel die Lag« und die Ausgaben der partcigenössischen Beamten,- seine Ergänzung jindet der Artikel durch die Wiedergabe des Arbeitsprogramms des Neuen Beamtenbeirats sowie des auf dem Berliner Parteitag be- fchiossenen B«a m t e>» p r og r a in m s der Sozialdemokratie. Sehr wertoolles polemisches Material bietet die Zeitschrift über das Verhältnis der Partei zu den Beamten. De» Themen„National- sozialistcn und Beamtenschaft" und„Dcutjchiiationaler Beamteneid" wird die sozialdemokratische Personolpolitik im Reich und in Preußen gegenübergestellt. Eine Blütensammlung über „Gesinnungssreiheit im alten Obrigkeitsstaat?" und zahlreiche weitere Beiträge über die Methoden unserer Arbeit usw. ergänzen und»er- vollständigen den Inhalt der Zeitschrift. „Der Beamte der Republik" wird in der Hand der sozialdemokratischen Beamten eine wertvolle Agitationswasse sein und auch den bisher Indifferenten ein unverzerrtes und überzeugendes Bild von dem Wirken der Sogfakdemokratie geben. Gehaliszahlung auf Gioiiern nicht mehr erlaubt. Im heute ausgegebenen Reichsgssetzblatt ist«ine zweite Durchführungsoerordnung zur Verordnung des Reichspräsidenten über die Auszahlung von Dien st bezögen vom 18. Juli 1931 ent- halten. Die Verordnung ist vom 14. September datiert und be- stimmt, daß der§ 6 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 18. Juki 1931 gestrichen wird. 8 6 der damaligen Verordnung des Reichspräsidenten lautete bekanntlich:„Bezüge für Dienstleistungen im Privat- d i e n st, die für einen Zeitraum von mindestens einen Monat gc- währt werden, können vorübergehend von den Zahlungspflichtigen an anderen als den bisherigen Ausznhlungstagen ausgezahlt wer- den. Jedoch mutz bei Monotsbezügen mindestens die hälft« des Monatsbezugs am bisherigen Fälligkeitstage, der Rest zehn Tage später ausgezahlt werden: bei Bezügen, die sür einen längeren Zeitraum als einen Monat gewährt werden, muß der aus einen Monat entfallende Teilbetrag mindestens je zur hälft« am 1. und 16. d. M. ausgezahlt werden." Mandaispoliiik des Völkerbundes. ErNärung des ReichSaußenminifiers. Genf, 18. September. Im Politischen Ausschuß gab Reichsaußenminister Dr. C u r t i u s heute vormittag eine Erklärung über die Mandats- frage ob: Der Völkerbundsrat habe heute Gelegenheit gehabt, eine Reihe Mandatsfragen zu prüfen. Als eine in letzter Zeit auf- getauchte wichtige Frage bezeichnete Dr. Eurtius die Zulassung fremder Aerzte in den Mandatsgebieten, woran auch Deutschland großes Interesse habe. Man müsse diese Frage positiv regeln, wie es in einem großen Mandatsgebiet bereits geschehen sei. Weiter sei es zwar notwendig, die Bedingungen für die Beendigung der Mandate festzulegen. Man dürfe dabei aber nicht zu weit gehen. Ein« 100prozentige Garantie werde man nie geben können. Es komme in erster Linie darauf an, daß die verantwortlichen Persönlichkeiten die not- wendigen Fähigkeiten und Erfahrungen besitzen, um die Ueberleitung in den neuen Zu st and möglichst zweck- mäßig vorzunehmen. Dr. Eurtius sprach in diesem Zusammenhang die Hoffnung aus, daß nach Beendigung des Mandatsverhältnisses und nach Regelung der damit zusammenhängenden Fragen, besonders auf wirtschaftlichem Gebiet, es möglich sein werde, den Irak in den Völkerbund auszunehmen. Künftagewoche machi Korschriiie. Zn den Vereinigten Staaten. Nach den letzten Mitteilungen des Arbeitsdepartemcnts in Washington arbeiten 44,3 Proz. der Arbeiter der Automobil« i n d u st r i e nur fünf Tage in der Woche. Von der Radio- Industrie haben 34,4 Proz. der Arbeiter, von der Färbe- und Reinigungsindustrie 27 Proz. und von der Lust- fahrtindustrie 24,9 Proz. ebenfalls die fünftägige Arbeits- wache. Großfeuer bei der IG.-Karbenfabrik. Uerdingen, IS. September. Bei der ZG.-Aarbenindustrie brach heute vormittag in der Filmpackabteilung ein Brand aus. mit dessen Bekämpfung die llerdinger Feuerwehr und die werksseuerwehr zur Zeit noch beschäftigt sind. Gefahr sür die übrigen Abteilungen scheint nicht zu bestehen, und auch die Feuerwehr des Stadtbezirks Krefeld brauchte bisher nicht in Akiton zu treten. Auf dem Wächtergang ertrunken. Seit Sonntag wurde, wie berichtet, der 53 Jahr« alte Wächter Erwin Schmidt aus der Stockholmer Straße 6, der den Packhos des hauptzollomtes in Alt-Moobit bewachte, vermißt. Man nahm an, daß der Wächter auf feinem gefahrvollen Dienstgang« in der Nacht ins Wasser gestürzt und ertrunken sei. Diese Annahme hat jetzt ihre Bestätigung gesunden. Schmidt wurde am Freitag sriih am holsteiuer User als Leiche aus der Spree gelandet. Die Leiche ist nach dem Schouhaufe gebracht worden. Verletzungen, die auf Gewallseinwirkung schließen lassen, sind an dem Toten nicht zu senden. Abstieg eines Buchverlages. Breitkopf© Härtel wird Aazi-Agentur. D«r Leipziger Verlag Breitkopf u. Härtel, bisher bekannt als Herausgeber kultureller, namentlich nmsikaler Verlags- werke, gibt jetzt eine Bildcrhctzschrift gegen d i e Republik, unter Aufwörmung her uröltesten Vcrleumd-ungen, unterstutzt Jiurch eine grotzenteils„gestellte" Bilderreportage. heraus. Was bie Schrift wert ist, sieht man zum Betspiel daraus, daß Genosie Eduard Bernstein(Seite 83) als gebürtiger Tscheche bezeichnet wird. Es wird gegen ihn der völlig aus der Luft gegriffene Bonvurf erhoben, an ausländische Blätter zum Nachteil Deutschlands wichtige Informationen verkauft zu hoben.(!!) Das Bildmaterial ist nach den Gesichtspunkten des national- sozialistischen Propagandabedürfnisses zusammengeholt, die Unter- schristen sind entsprechend. Wenn der Verlag in einem Vorwort- gestammel sein„Bildwerk" damit zu verteidigen sucht, daß Verfasser und Herausgeber,„fern von parteipolitischen Motiven", dem Dater- land durch objektive Darstellung von Tatsachen mit„heißem Bestreben" zu dienen bemüht gewesen sei, so entspricht das dem durchschnittlichen Mannesmut dieser Edelteutonen, die nicht wogen, sich offen zu ihrem eigenen Tun zu bekennen. Man wird den bisher geachteten Verlag nach dieser Leistung als etwas gänzlich anderes zu werten haben: nämlich als nationavsozialistische Sudelküche für niedrigst« Hetzereien! Todesurteile in Chile. Volksbewegung für Nichwollfireckung. Santiago de Chile über New Bork, 18. Sept. Sechs Anführer der chilenischen Matrosenrevolte sind von» Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden, zahl- reiche andere Haupt bei eil igte an der Meuterei erhielten brngjohirige Haftstrafe». Anläßlich des Urteils kam fä in der Hauptstadt zu großen Demonstrationen für die Begnadigung der zum Tode Verurteilten. Vor allem sind die sozialistischen Parteien um die Begnadigung der v er»»seilten Matrose» bemüht. Keine Bestrafung der englischen Matrosen. London. 18. September. Der erste Lord der Admiralität, Sir Austen Chamberlain, erklärt« ivährend der Debatte im Unterhaus, daß eine Bestrafung der Mannschaften, die den Dienst oerweigerten, nicht beabsich- tigt sei. Chamberlain betonte weiter, die Regierung könne es nicht zulasien. daß die von ihr beschlossenen Sparmaßnahmen wesent- lich abgeändert würden, sie sei jedoch bereit, allen Beschwerden auf den Grund zu gehen und besondere Härten bei der Sold- kürzung abzustellen. Weil die Heimwehr putschte foll der Schuhbund aufglöst werden. Wien, 18. September.(Eigenbericht.) Die Großdeutsche Dolkspartei fordert anläßlich des Heimwehr- putsche? die sofortige Auslösung aller Wehrverbände links und rechts, ferner ein« besondere Untersuchung darüber, inwieweit legitimistische Habsburger Kreise an der Vorbereitung des Heimwehrputsches mitgewirkt haben. Bei der Aburteilung der Schuldigen soll Zwischen den verantwortlichen Führern und gut- gläubigen Mitlö-rfern unterschieden werden(was nur dem Strafgesetz entsprechen würde). In Bruck a. d. Mur wurden der Geschäftsführer des ober- steirtschen Stahlmerksverbandes, Dr. Meitzer, und zwei andere Industrieführer verhaftet. Die Mehrzahl der leitenden Ingenieur« der obersteirischen Industrie ist wegen Vorbereitung des Putsche? und Beteiligung daran in Hast. Bedenken gegen Arbeiierrepublik. Oer spanische Staatsname wird geändert. Madrid, 18. September. Die vorgestern auf sozialistischen Antrag von der Kammer an- genommene Formel, Spanien in der Verfassung als eine demotratisch-liberole Arbeiterrepublik zu bezeichnen, ist wieder fallen gelassen worden. Die radikale Partei hat erklärt, daß man zugunsten der Sozialisten für eine Arbeiierrepublik gestimmt habe: die angenommene Fassung könnte aber im Auslande in gefährlicher Weise ausgelegt werden. Sie hätten deshalb mit anderen Abgeordneten gegen den Artikel 1 in der neuen Verfassung Stellung genommen. Ministerpräsident Zamora hat in einer Rede vorgeschlagen, Artikel 1 aufs neue an den Verfassungs- ausschuß zu verweisen. Die vorgestrige Abstimmung kann als noch nicht endgültig angesehen werden. Höchstwahrscheinlich werde man sich aus folgende neue Formel einigen:„Spanien ist eine liberale und demokratische Republik, deren Grundlage die Arbeit bildet." Blutige Unruhen. Madrid, 18. September. Blutige Zwischenfälle werden schon wieder aus zahlreichen Gegenden des Landes gemeldet. In einem kleinen Orte der Provinz Malaga wurde bei einem Zusammenstoß zwischen Arbeitern und Zioilgardc ein Arbeiter getötet, einer schwer verletzt. In Olivorez bei Sevilla griffen Einwohner«inen Posten der Zivilgarde an, die feuerte und mehrere Angreifer verletzte. Ueber die Pyrenäen soll ein großer Wasfenschmuggcl nach Spanien getrieben »Verden._ Zeppelins 2. Güdamerikasahrt. Hevte früh gestartet.- Vormittags über dem Mittelmeer. Jricdrichshafen. IS. September. Da» Luftschiss ist heute früh um US Uhr. unter Führung von SapitSn Lehman u. zu seiner zweiten diesjährigen Südamerikafahrt nach Vernambuco aufgestiegen. An Bord befinden sich nenn Vassagiere. Auf dem Werstgelände hatten sich trotz der vorgerückten Stunde viele Zuschauer eingefunden. Dr. Ecken«, der an dieser Fahrl nicht teilnimmt, mar b?>m Start anwesend. Dos Luftschiss nahm seinen Weg über dos südliche Frankreich »ad befand sich etwa um 11) Uhr unserer Zeit über Kap Formentor onader Rentwstecke der Insel ViaLlotca.______ Gowjetistisches Vauerndrama „Avantgarde" im Berliner Theater Zweimal wird in der dörflichen Sowjetkommune das Indivi» duum beseitigt, damit die Allgemeinheit ihre Rechte unversehrt erhält. Dos erstemal geht es ohne Blutvergießen, aber der Mann, den er trifft, ist der tüchtigste und ehrlichste im ganzen Dorf. Das zweitemal liegt das geschlagene Individuum aus der Strecke. Es geschieht während der Zeit des sowjetistischen Fünfjahresplanes, daß der Genosse Präsident der Kommune-Avantgarde in allzu persönliche Organisationsträume verfällt. Er will nicht die Hunderte von Bauern, die durch Ueberschwemmung ihres Besitzes von Haus und Hof gejagt wurden, in sein kleines Arbeitsparadits aufnehmen. Er fürchtet, daß feine sehr mühselig aufgebaute Kommune durch zu viele Mitesser und nicht immer bereitwillige Hände zu Schaden kommen könnte. Aber die Genossen in der Kommune haben das große Gemeinschastsherz. Ihr Hauptsprecher Majorow setzt es durch, daß der Präsident mit der organisatorischen Heldenpose ent- fernt wird. Außer dem moralischen Ansehen des Präsidenten geht auch noch dessen Ehe in die Brüche. Nun ist Majorow der Herr in der Avantgarde, allerdings ein Herr, der sich von der Masse beherrschen läßt. Je mehr die Masse wünscht, desto mehr verspricht er. Allen, die sich in seine Kommune drängen, oerspricht er, daß sie ihre Traktoren erhalten sollen. Schnell verspricht Majorow. Langsam arbeiten die Fabriken. So lange, bis der Masse die Geduld reißt. Einer von ihnen erschlägt meuch- lings den Chef. Die menschlichen Ueberbleibsel aus der zarischen Halunkenzeit sind eben noch nicht ganz ausgerottet. Wie das Schick- sah eigensinnig ist! Im Moment, da Marojow im Sande verröchelt, treffen auch die erlösenden Traktoren ein. Run müßte ein Klage- geheul über den großen, doch ermordeten Chef anheben. Rein, ange- stimmt wird das große, entschlossene Bekenntnis zur Gemeinschaft. Was will der einzelne I Er ist nichts. Die Kommune ist alles. Sie hat gor keine Zeit zum Klagen. Mit so energischer Moral schließt Valentin Katajews Stück. Es folgt nur noch eine Apotheose, die getaucht ist in lauter Sonnenlicht und Erntcsegen, eine Glücksidylle, bei der sich Männer und Frauen der Kommune die geernteten Getreidebündel im Tänzer- takt zuwerfen. Musik und Lachen überoll. Todesschotten dürfen nicht stören Das ist Tendenz in Reinkultur, ober auch reine Theaterkultur, in der Valentin Katojew. der staatliche Zweckdromatiker gesiebt und gesotten ist. Das heißt: Er kennt das Kulissenhandwerk des Volks- stücks. Er benutzt alle Requisiten, die Erfolg versprechen. Es treten auch auf ein paar Clowns, die das Sowjetpublikum zum Lachen bringen. Die Clowns hoben die Gestalt eines ewig zerstreuten Buch- Halters und Federfuchsers und eines lustigen Schusters, der sich als hitziger Liebhaber und genialer Erfinder entpuppt. Natürlich fehlt die Liebe auch nicht. Es ist die sentimentale, wenn zwei volle Herzen verzagen, und die fröhliche, wenn dos frische, sastige Mädel ihrem Schatz mit einem Jauchzer an den Hals springt. Dazwischen hält ein Dorfphilosoph, der zwanzig Jahre zaristische Katorga hinter sich hat, singenden Kindern unterm Apfelbaum seine von Sternen und Blumen schwärmende Laienpredigt. Kurz, Entsetzen und Entzücken sind von einem Kenner volkstümlicher Theaterwirkungen sehr geschickt vermengt. Darüber hinaus zeigt er beides: Gesinnung und Gerissenheit. Was peinlich bleibt und nicht zu verwischen ist, das ist die Blut- tat. Aber der Dichter, der sich sanft und dankbar vor der Rampe oerneigt und aus lautem Beifall eine außerordentliche Sympathie heraushört, scheint ein Mann, der solche Bedenken vergißt. Die„Gruppe junger Schauspieler" führt die „Avantgarde" auf. Die theatralische Avantgarde darf das Lob für sich in Anspruch nehmen, daß sie nicht dilettantischen Sturm läuft, sondern unter Leitung von Martin G i e n ernsthost arbeitet. Der Regisseur schleppt zwar, die Worte fallen oft erst nach Pausen, die dem Text gefährlich werden, doch die Einzeldarsteller, auch die unöe- kannten, sind ehrgeizige Künstler. Reinhold B e r n t, ein humoriger Schuster und entschlossener Kommunist. Werner K e p i ch, ein komischer Buchhalter und Pedant mit allen i-Tipfelchen. Friedrich Gnaß, weihhaariger Dorfphilosoph, der tüchtig in Rührung und Bauernweisheit arbeitet. Gerhard B i e n e r r und Gustav von Wangenheim, die beiden tragischen Figuren, die Kommu- nisten, die gestürzt werden, und ihre Rollen mit jener Männlichkeit spielen, die stets auf der Bühne gefällt. Dazu Walburga G m ü r und Hertha W e i ch e r t als Darstellerinnen der kommunistischen Frauen. Sie sind starte Talente mit vollen Tönen und Ausdrucks- Mitteln für Schwermut und Heiterkeit. Sie greisen durchaus an die Empfindung. Nina T o k u m b e t und Wolsgang Böttcher bauen die Bühne. Sie sind Stimmungskünstler ohne revolutionäre Absichten und konstruieren ihre Opernszenerien, wie gut ausgestattete Provinz- theater da? für„Freischütz" oder„Tiefland" zu zeigen pslegen, ober ihr Farbensinn ist beträchtlich. dlsx Hochdorf. Spuk in der Villa Giern. Holländer-Bevve im Tingel-Tangel. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und aus zwei oder drei gelungenen Nummern wird noch lange keine gut« Revue. Fried- rich Holländer hat auch diesmal Texte und Melodien aus oem Aermel geschüttelt: ach. zu leicht, zu locker, zu unbedenklich aus dem Aermel geschüttelt. So ist es mittelmäßiges Zeug geworden. Wenn es auch mit allen Wassern der Routin« gewaschen ist, eine Kleinigkeit fehlt ihm doch: der schöpferische Einfall. Darüber vermögen olle Hand- werklichen Vorzüge, wie feingesponnene Nach- und Zwischenspiele, meisterhaftsr Satz für zwei Klaviere, abwechslungsreicher vibrieren- der Rhythmus, nicht hinwegzutäuschen. Von der Personalunion des Dichters und des Komponisten ist hier wenig zu merken: die musi- kalisch ansprechenden Stücke müssen sich mit elenöen Texten behelfen, die textlich reizvollen sind langweilig komponiert— das Ineinander- aufgehen von Text und Musik(Holländers Stärke oft) ist hier. nirgends erreicht. Es lohnt nicht, von Handlung zu sprechen. Ein Kostümball in der Villa Stern bietet den revuenotwendigen Vorwand für kabarett- übliche Einzelnummern. Scherz, Satire, Ironie ermangeln durch- aus jeder tieferen Bedeutung und sind von allen guten Geistern des Geschmacks oft verlassen. Bedenklicher noch ist der starke Einschlag peinlicher Sentimentalität. Das Lied vom Trinkgels ist gar nicht anzuhören: und wenn„Münchhausen" eine Propagandastrophe gegen den Paragraph 218 singt, eine traurige Strophe natürlich, mitten in all dem unwahrscheinlichen Unsinn, die ernst genommen werden will, trotzdem sie kein Mensch ernst nehmen kann, dem Stil nach von Musik und Dichtung— so ist Oos einfach Kitsch, der von diesen Dingen besser fern bliebe. Bleibt die Ausführung. Auch da ist nicht viel zu rühmen. Ueber dem Durchschnitt Hedi S ch o v p, die als„Hyäne der Gesellschaft" ihr großes Talent für die Groteske voll zur Entfaltung bringen konnte, Annemarie i)ase, köstlich in oer gelungenen Carmenparodie „IVOO Worte Spanisch", die schön« und begabte Genia Riko- laieva sowie Kurt D a e h n. Premierenerfolg. A. W. „Die Aachi der Entscheidung." Ll.-T. Kurfürsiendamm. Das liebende Paar trifft sich in einem Blumengarten Holly- wooder Stils. Der General, der sich vorwitzig in den vordersten Schützengraben wagte und diese Torheit mit einer schweren Per- wundung büßte, küßt ergriffen die Hand der Auserkorenen. Um die im Glück Versunkenen baut der Regisseur Dimitri Bucha- w e tz k i ein liebliches amerikanisches Walhall auf, in dem er die verwundeten Helden zu schönen Gruppen vereinigt. Wenn die Amerikaner kitschig werden, dann tun sie es gründlich. Kaiserliche Russen werden in den Weltkrieg abgeschoben. Ein finsterer General mit goldenem Herzen und in kleidsamer Uniform verurteilt den Leutnant Sablin zum Tode. Ein Untergebener darf eben nicht den General für eine Beleidigung mjt der Peitsche be- drohen. Doch die Exekution fallt»US. Die Frau des Delinquenten ist aus den Gedanken versallen, den General mit ihren weiblichen Reizen zu umgarnen. Dies gelingt ihr auch unter der Maske einer Edelkokotte. Daß sie sich totsächlich in den General verlieben würde, hatte sie aber nicht in Rechnung gestellt. Und nach einer ehelichen Auseinandersetzung naht das glückliche Ende im Hollywooder Blumcnparadics stürmischen Schritts. Das Ganze, das nach dem gleichnamigen Theaterstück eines 5)errn Ludwig ZUahy frei bearbeitet worden ist, schmeckt noch Saccharin. Es ist unerträglich, den Krieg immer wieder als Hinter- grund für Liebesepisoden zu behandeln. Unausdenkbar, wenn ein Regisseur mit krankhafter Neigung für Süßlieblichkeit das Ma- nuskript unter Tränen gesetzt hätte. Buchowetzki vermeidet wenig- stens das Herumschwimmen in Gefllhlsekstasen, er inszeniert un- pathetisch und entfernt die Darsteller vorsichtig vom Rande des Kitsches, aber er ist in seiner Regie zu breit, er läßt die Szenen zu eingehend ausspielen, und der Dialog Benno Pignys ist dieser Mühe nicht wert. V e üd t ist der General. S«hr beherrscht, mit knappen Gesten. Etwas Dämon, doch zart und unaufdringlich im Ausdruck weicherer Gefühle. Olga Tschechows gibt die Frau mit reifster Künstler- schaft, und Peter Paß spielt den Leutnant, der im Zioilberus Chemieprosessor ist, als blonden und zergrübelten Phantasten. Gut die Rebenrollen. ss. Leb. „Die schwebende Zungsrau." Atrium. Daß Szöke Szakall eine ulkige Rudel ist und durch die seltsam« Art, zu reden und die Worte zu überkugeln, den Leuten mancherlei Spaß bereitet, weiß man schon lange van den Kabaretts her. Auch im Film ist er schon sichtbar geworden, aber nun hat man ihm einen ganzen Film zur Verfügung gestellt, in öem er sein Wesen treiben kann(leider versteht man ihn hier noch weniger als auf der Bühne). Ein alter Schwank von Arnold und Bach„Die schwebende Jungfrau" hat daran glauben müssen. Das Problem, eine Theaterposse in einen Tonsilm zu verwandeln, hat Karl B o e s e freilich nicht lösen können, aber es sind eine Menge unterhaltliche und lustige Szenen herausgekommen. Man sieht ein Ballfest im Freien, man erlebt Hamburg bei Nacht und Tag. vor allem ein weltbekann- tes Hamburger Variete, in dem besagte Jungfrau wirklich zur Decke hinausschwebt und Szakall ihr aus Bcrsehen Konkurrenz macht. Er ist das Bindeglied der Handlung, der als guter alter Onkel die kleinen Eheirrungen seiner jüngeren Familie wieder ins Lot bringen will und dabei natürlich alles durchcinanderwürselt und das Unheil zunächst nur vermehrt. Seine Abenteuer in Hamburg mit und ohne Affen führen ihn in die merkwürdigsten Situationen und geben dem Publikum reichlichen Anlaß zum Lachen. Fritz Schulz als feiner Schwerenöter, Paul K e m p als Stückchen Unglück. Lijsi A r n a, Dina G r a l l a(die schwebende Jungfrau), Fee Malten bevölkern die anderen Quartiere der Posse mit Lust und Laune. r. Münchener Schatzkammer wieder eröffnet. Seit wenigen Tagen ist die berühmte Schatzkammer der Münchener Residenz, die seit der Revolution geschlossen war, dem öffentlichen Besuch wieder zugänglich. Damit ist München um eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges reicher geworden. Die Schätze waren in den unruhigen Zeiten nach dem Kriege jahrelang außer- halb Münchens verborgen. Nun haben sie nach dem Plan des unlängst verstorbenen Direktors des Rcsidenzmuseums, Dr. Hofmann, eine Neuausstellung gefunden. Biele Stücke sind damit zum ersten Male dem Publikum zugänglich gemacht worden. Die Sichatzkammer umfaßt Gold-, Silber-, Email- und Kristallarbeiten, neben Werken feinster Werkkunst, wie es die fürstlichen Sammler früherer Jahr- hunderte liebten, auch viele Kuriosa. Als Kunstwerke von Rang seien hervorgehoben: Die Kronen der heiligen Kunigunde und des Kaisers Heinrich II., die Trinkschale nach dem Entwurf Holbein des Jüngeren, das Schwert des Herzogs Christoph, die Trinkgcsäße des Meisters Reimar ans Schwerin, die Goldemailfigur des St. Georg aus der Spätrcnaissance, die einzigartige Kollektion der Bergkristall- gesöß«. Die Schatzkammer umfaßt im ganzen etwa 8CK) Gegenstände. Das Memeler Theater bleibt erhalten. Die Gefahr, daß dos Memeler Stadttheater bei Saisonbeginn sein« Vorstellungen nicht aufnehmen könnte, weil 14 Schauspielern durch den Gouverneur die Genehmigung zur Wiedereinreise versagt wurde, ist jetzt behoben worden. Die Einretsegenehmigung wurde erteilt, nachdem in Genf Derhandlungen gepflogen waren. Upkon Sinclair erkrankt. Der bekannte sozialistische Schrift- steller Upton Sinclair mußte, wie aus Washington gemeldet wird. ein Krankenhaus aufsuchen, da die Gefahr eines Nervenzusammenbruchs bestand. Ein« neue Oper von K»,t Weill. Die Lindenoper hat.Kurt Wcillz neue Oper„Die Bürgschaft" zur llraussührung angenommen. Tie Singakademie veranstaltet unter Leitung ihreZ Direktor? Georg Schumann im kommenden Winter drei Konzerte im Atonnement und letds Konzerte außer Abonnement. Nebe» den Backsäieu Werken kommen Handel? „Judas Maecgdäus", Brahms„Requiem".„SchiltjalSlied" und„Nänie und im Fedrugr zum 200. Geburtstag de? Meisters Haydns„JcchreSjeiten" zur Aufführung. Wo bleibt die 4O-Gur9"b Kant-Lichtspiele Kantsir. 54(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5, 7. 9 Uhr S. ab 3 Uhr Der Storch streikt mit Slegfr. Arno, Ursula Grablcy, Fritz Scholz Germania-Palast Charlottenburg. Wilmersdorfer Str. 53/54 Woch. 5, 7, 9 Uhr, Sonnt. 3, 5, 7. 9 Uhr Die gro�e AHraktton mit Richard Tauber, Marianne WlnkeUicrn jugendliche haben Zutritt Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 Sonnt. 3 U. Igd.-Vorst Der Zinker In ach E. Wallace) mit L. Arna, Hörbißrr, Szakail. Raip Mondscfacicsonaie mit Mlcky Maus W Wilmersdorf Atrium Bcba-Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße W. 7 u. 9.15 Uhr S. 5, 7. 9.15 Uhr Uraufführung! Tonlustspiel: Die schwebende Jungfrau mit Szfike Szakail, Fritz Schulz« Lissi Arna, Dina Gralta, Adele Sandrock Regie: Carl Bocsc— Tonfilmbeipr. W Schöneberg Titania Schonebg. �Ü." Hauptstraße 49 Sonntags 3, 5. 7. 9 Uhr Im Geheimdienst mit Brigitte Helm, Willy Fritsch— Tonbeiprogramm Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 Wochentags 7, 9 Uhr Sonnab., Stg. ab 5 Uhr Tonoperette: Nie wieder Liebe mit Lil. Harvey. Felix Brewart, Harry Licdike— Foxionwoche— Belpr. ■ St«g..t,■ Titania-Palast�.fÄ Steglitz. Schloßstr.5, Ecke Gutsmuthsstr. Kyritz-Pyritz(Die fidele Sängerfahrt) mit Max Adalbert, Hansi Arnslädt, Henry Bender— Tonfilmbeipr ogr. Montag: Der getreue Ekkehard g tehlendorF- Mitte A Beginn täglich A/CU 5. 7. 9 Uhr Potsdamer Str. 40 Stg. 3 Uhr: jugendv. Der Zinker(nach Wallace) mit Lissi Arna, Hörbiger— Beiprogramm Martendorf VWff A f w Mariendorfer Wochentg. i la' Lri Tonlichtspiele 6V2, 9 Uhr Chausseestr. 305 So. ab 5 U Tonoperette: Meine Kusine aus Warschau m. Liane Haid, Szöke Szakail. Tonbeiprogramm Tivoli Berliner Str. 97 Tägl. 5, 7, 9 U. Stgs. 3 Uhr: Jug.-Vorst 100 proz. Tonfilm: Im Geheimdienst mit Brigitte Helm, Willy Fritsch Tonbeiprogramm Kurfürst Täglich 5. 7. 9 Uhr Sonnt. 3, 5. 7. 9 Uhr Dorfstraße 22, Ecke Berliner Straße Eräflnung Sonnabend(6 u. 9 Uhr) Trara um Liebe mit Felix Bressart, Martha Eggerth— Tonbeiprogramm W NeuHdllw 1 Mercedes- Palast Hermannjtr. 212. Woch. 6%, 9, Stg. ab 3 lOOproz. Tonfilm: Um eine Nasenlänge mit Siegfried Arno— Bühne: Int. Variete— Jugendl. haben Zutritt Primus-Palast sonmabsa Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/76 Elisabeth von Oesterreich(Der Leidensweg einer Frau) mit LUDagover Bühne: Hollaendcr-Trio Kukuk Wochent. 6.45, 9 U. Sonnt. 3, 5. 7, 9 U. Kottbusser Damm 92 Im Geheimdienst mit Brigitte Helm, Willy Fritsch Tonbeiprogramm Pir#�1ftior Wochent. 6.45, 9 U JCrXCCiSlOr sonnt. 3, 5. 7, 9 U. Kaiser-Friedrich-Straße 191 Tonfilm: Im Geheimdienst mit Brigitte Helm, Willy Fritsch Tonbeiprogramm Stern, Hermanmtralje 49 Wochent. 6,45, 9 Uhr. Sonnt. 5, 7. 9 Uhr lOOproz. Tonoperette: Der kleine Seitensprung mit Renate Mfiiler, Herrn. Thimig— Tonbeiprogramm D Südwesten Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12 W. So. ab 5 Uhr Militär-Tonschwank: Der Tanzhusar mit Grctl Theimcr, Oskar Karlwcis Beiprogramm— Tonwoche Film-Paiasi Kammersäle Teltower Str. i W. 5.30, Stg. ab 3 30 U lOOproz Tonfilm! Douaumont(Die Hölle von Verdun) Gro�stadtpflanzen mit Cl. Bow Süden Th. am Moritzplatz Beg. Wo. S. 7, 9, Stgs. ab 4.30 Uhr Tonfilm: Eliaabelh tob OaterrcUb mit LH OagOTer, Paul Otto Gr. Beiprogramm Luisen-Theater Reichenberger Str. 34 Nie wieder Liebe m. Bressart, Lilian Harvey, Licdtke Die dritte Eskadron m. S. Arno, Ralph A. Roberts Stella-Palast Köpenicker Straße 12—14 Wochtgs. ab öVa U.t Sonntags ab 3 U. Großtonfilm: Im Geheimdienst mit Willy Fritsch, Brigitte Helm Auf der Bühne: Gastspiel der berühmten Burlckoff- Truppc vom Berliner Wintergarten Neue Philharmonie Köpenicker Str 96.' Tonlustspiel: Drei Tage Mlttelarrest mit Felix Bressart Beiprogramm— BQhnenschau Filmeck Wochent ab 6Vs U. Sonntags ab 3 Uhr. Am Görlitzer Bahnhof Tonlustspiel: Der kleine Seitensprung m. Renate Mfiiler, Hermann Thimig Drei Bühncnaitraktioncn Baumschulenweg 3 Lichtspielhaus s'vÄ'ü." Baumschulenstr. 78 Sonnt. 2U: J.-V. Tonoperette: Nie wieder Liebe mit Lilian Harvey, Bressart Tonbeiprogramm T repto w- Sternwarte Sonnabend 8 Uhr, Sonntag 4, 6. 8 Uhr Die ZeppeÜB-PoIarexpediiion 1931 Lichlbildvorlrag von Dr Grotewahl � i' 1——»JCtLtan g Nordosten „Elysium" �Äer Wo. 5.15, 7.00, 9.15. So. 3.15, 5, 7.15, 9.15 U. Trara um Liebe mit Felix Bressart Foxionwoche Gr. Bühncnschau Flora-Liditsp. W. 691. 9 U., Stg. ab 4 U. Trara am Liebe mit Felix Breuari, Georg Alexander, Maria Pandler Tonwocbe— Beiprogramm ■ 0>teW» Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Woch. 6.30, Sonnab. 5, Sonnt ab 3 Uhr Um eine Nasenlänge mit Siegfried Arno, Lacie Englisch Tönendes Beiprogramm Bühne: Fredy Rolfs Jazzrevae Musik- Tanz- Verwandlungskunst Jugendliche haben Zutritt Luna=Palasts�°�ab53um Große Frankfurter Str. 121 Torifilm: Nochmals: Tonfilm: Im Geheimdienst mit Brigitte Helm, W. Fritsch Bühne: H. Bienenstein n. Ensemble Schwarzer Adler Xii«99 Woch. 5, 7. ca. 9, Stg. 3, 5. 7, 9 U Tonfilm: Rango(Aus d Dschungeln Sumatras)— Volldampf Charlie lugendliche haben Zutritt V.T.Lichtspiclc(Viktoria) Frankfurter Allee 48 W. 5. So. 3 Uhr Die Frau, von der man spricht mit Mady Christians, H. Stflwe Beiprogramm � Zentrum Babylon, am Bülowplalz Wochentags 5, 7, 9.10, Sonntags 3 Uhr lOOproz. Tonfilm: Trara am Liebe mit Felix BreMari, Maria Paadler Grob«' Varicitprogramm Kosmos-Lichtspiele Lückstraße 70 Tägl. 5, 7. 9 Uhr Zwei Tonfilme: Elisabeth von Oesterreich(Der Leidensweg einer Frau) mit LH Dagovcr— Der Stumme von Porti ei mit S. Arno— Tonbeipr. > WelOenaea"g Hartnonie Wochent 7 u 9U. nurmuuic sonm 5. 7u.9u Langhansstr. 23 Orchesterkonzert Walzerparadies ruft Gretl Thcimer, Szöke Szakail— Beiprogramm BOhnenschau Schloßpark Füm- Bühne Berliner Allee 206—214 Tonlustspiel: Der mit Siegfried Arno Gates Beiprogramm 6,30, 9 Uhr streikt FriedrichsFelde Täglich Beginns, 7. 9 Uhr Kino Busch täll-Friedrichsfelde 3 Tonfilm: Da» Ekel mit Max Adalbert 1. KabarettoBÜlm mit Slegfr. Arno Beiprogramm— Jugendliche Zutritt ■ Nor<1*n* Alhambra EctoÄLe36, Wochent 5. 7. 9 U.. Sonnt. 3. 5, 7, 9 UL Der Storch streikt mit Siegfried Arno, Fritz Scholz Tonbeiprogramm Pharus-Lichtspiclc Müllerstr. 142 W.5.7.9U.. Stg. 3,5,7,911 GroBtonfilm: Im Gehelmdien.i mit Brigitte Heim, Willy Frltsdi Tonbeiprogramm Panko ZZ3 Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 7 u. 9. Stg. 5. 7. 9 U. lOOproz. Tonfilm: Der kleine Seitensprung mit Renate Müller, Hermann Thimig Tonbeiprogramm Tivoli Wochent. 7, 9 Uhr, Sonnt 5, 7, 9 Uhr. Berliner Straße 27 lOOproz. Tonfilm:... and da» Ui die Hanpisadie mit Harry Licdtke Tonbclprogramm— BOhnensdraa Tegel Filmpalast Tegel swaSef" Wochent. 6. Sonnt ilU U. Tonfilm; Die grohe Attraktion mit Richard Tauber, Siegfried Arno Beiprogramm ���JJennigsdori��p Filmpalast s,B. ei' a Berliner Straße 59 lOOproz. Tonfilm: Zwischen Nacht und Morgen mit A. Egcde Nissen, Homolka Beiprogramm' (Beilage Freitag, 18. September 1931 SivÄbttid Stinlnulgaße-Ja lifwafA Hintep den Kulissen des Allings Eine Spatfommeilagf- Revue/ Von Heinrich Hemmer Nein: es sollte nicht schwer halten, aus dem Reichtum eines gewöhnlichen Berliner Wochentags, wie des heutigen etwa, an dem ich doch, objektiv betrachtet, gar nichts Besonderes erlebt habe, Stoff für sämtliche Dichtungsgattungen zu schöpfen. Schon am Vormittag, wo ich nur schnell zwei Zigaretten kaufen ging, wurde mir eigent- lich noch gratis das Material für ein hochmodernes Lustspiel mit hinzugegeben, eine Komödie, mit der ich Berlin erobern könnte, wenn: ja wenn ich sie bloß fertig brächte... Die Tcheidungs-Hoclpzeit. Daß zwei Leutchen heiraten, um voneinander loszukommen, � das ist, bei allen merkwürdigen modernen Ehemotioen, neu, das ist revolutionär, das ist sogar kon�radiktionär... andererseits aber durchaus natürlich, eventuell notwendig, und obendrein typisch für unsere Zeit: passen Sie nur auf. Beim Zigarrenhändler unterm Haustor stand eine meiner vielen ehemaligen Zimmerwirtinnen mit einem Brief von einer ehemaligen Zimmernachbarin gegen Minerva Bezirk(Normannia): Eiche 2 gegen Lichtenberg Bezirk(auslosen): Lichtenberg II gegen Eiche Bezirk in der Normannenstraße um 12.30 Uhr(Lichtenberg I): Südost gegen Frohe Stunde(Minerva).— 2. Bezirk: Zehdcnick gegen Freie Scholle: Blankenburg gegen Adler 08 Bezirk: Wansdorf gegen Saxonia: Hansa 31 gegen Weißensee in den Rehbergen: Vorwärts- Wedding gegen Eintracht-Bezirk.— 3. Bezirk: Nowawes gegen Eintracht-Spandau: Cladow gegen Briselang: Ketzin gegen Potsdam: Werder gegen Caputh: Elstal gegen Spandau-Bezirk.— 4. Bezirk: Schöneberg gegen Brück: Friedenau gegen Bolkssport- Neukölln; Wilmersdorf gegen Tempelhof: Dahme gegen Kloster Zinna, Luckenwalde 1 Bezirk gegen Ruhlsdors: Niemegk gegen Jüterbog. Zweite Mannschaften: Normannia gegen Britz 88: Herzfelde gegen ASV.-Neukölln: Storkow gegen Oberspree: Osten gegen Hoppegarten: Südost gegen BSB. 31: Südost 3 gegen Frohe Stunde: Zehdenick gegen Freie Scholle: Blankenburg gegen Adler 08: Pankow gegen Templin: Hansa gegen Mildenburg: Nowawes gegen Eintracht-Spandau: Ketzin gegen Potsdam: Friedenau gegen Bolls- spart Neukölln: Friedenau 3 gegen Wilmersdorf: Schöneberg 3 gegen Teltow: Woltersdorf gegen Luckenwalde III; Luckenwalde I gegen Ruhlsdorf: Hertha gegen Klckdsdorf: Löwendorf gegen Trebbin; Luckenwalde V gegen Jänickendorf: Luckenwalde III gegen Lucken- walde II. Iugendmannschaften: Luckenwalde III gegen Lucken- walde I; Staaken gegen ASB.-Neukölln; Eintracht-Reinickendorf gegen Lichtenberg 1; Wilmersdorf gegen Saxonia: Werder gegen Lichtenberg II: Normannia gegen Drewitz: Brandenburg gegen Nowawes: Brandenburg 2 gegen Nowawes 2.— Schülermann- fcho ften: Nowawes gegen Eiche-Köpenick: Pankow gegen Minerva: Drewitz gegen Caputh: Fricdersdors gegen Storkow; Dolgcnbrodt gegen Selchow. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften 16 Uhr. Vorher spielen auf allen Plätzen die zweiten und dritten Mannschasten. Vor- mittags finden Spiele der Jugend- und Schülcrmannschaften statt. �5C.«Voran" bleibt bundestreu Seit langem haben die kommunistischen Spalter versucht, den Athletiksportklub„Bora n"-Pankow. in ihre Sportbewegung einzureihen, aber cs ist ihnen nicht geglückt. Der Verein bc- steht trotz der Spaltung weiter, denn die Mehrheit der Mitglieder blse Schefers von der Freien Turnertdiaft GroH-BerHc, die Siegerin im Kunslinrnen auf der Wiener Olympiade, bei der «ehr«cd vierigen„Lnitrolle" am Barren Vom amerihaiiisdien Klnghamp! Der amerihanf sdic Slii.— lim Londos und seine Gegner Der Ringkampf erfreut sich in den Vereinigten Staaten nach wie vor stärksten Zuspruchs: es ist m vielen Städten soweit gekom- wen, daß das Publikum lieber zu Ringkämpfen als zu Boxkämpfen geht. In den großen Städten sind Zuschauerzahlen zwischen 20 000 bis 30 000 die Regel, zum Beispiel in New Uork, Boston, Chikogo, Philadelphia. Einer der Gtünde, daß das Publikum die Ringkämpfe bevor- zugt, ist, daß es dabei sehr hart und aufregend zugeht, die Kämpfe bedeutend vielseitiger und spannender sind als die oft ziemlich mono- tonen Boxkämpfe. Es hat sich da im Lause der letzten Jahre eine Art„amerikanischer Stil" herausgebildet, eine Mischung von griechisch-römisch, Freistil, Jiu-Jitsu und— Boxen. Es ist nämlich erlaubt, den Gegner mit einem Genickschlag zu Boden zu bringen, der mit dem— beim Boxen verbotenen— sogenannten„rabbit punch" große Aehnlichkeit hat. Ob man diese rauhe Kampfart zur Nachahmung empfehlen soll, ist allerdings eine andere Frage. Anerkannter Weltmeister in dieser Stilart ist augenblicklich der Grieche Jim L o n d o s, ein würdiger Nachfolger der Cygancewicz, Joe Stecher, Lewis. Der Meister ist 35 Jahre alt und hat schon zehn kampfreiche Jahre auf der Matte hinter sich: er wiegt 204 Pfund. Londos hat es nicht leicht gehabt, sich durchzusetzen. Der herkulisch gebaute, enorm starte Grieche kam aber schließlich doch auf den Platz, der ihm gebührte. Londos ist ein Champion, der aktiv in der Bewegung steht, nicht nur kämpft, wenn ein gutes Ge- schüft in Aussicht steht, wie es die Boxmeistcr machen, sondern seinen Titel gegen jeden aufs Spiel setzt, manchmal zweimal in einem Monat. Der Grieche entthronte bekanntlich den Deutschen Schickat, der nach einer glänzenden Erfolgserie den Titel gewann und zwar gegen Hans Steinte, dem starken Stettiner, der drüben auch stets einer der Ersten war. Vor kurzem ist auch der Sieger der Arbeiter- Olympiade, Kämpfer- Dresden, nach den Staaten gefahren. Als voraussichtlicher Nachfolger von Jim Londos gilt Jim Mc Millen- Illinois, ein ehemaliges Mitglieder der Universitäts- Fußballmannschaft.(Man darf das amerikanische Fußballspiel nicht mit dem unsrigen oergleichen, das dagegen eine harmlose Angelegen- heit ist.) Er wurde von einem Manager, der seine besondere Eig- nung sofort erkannte, entdeckt, ausgebildet und spielte bald eine große Rolle in seinem neuen Beruf. Mc Millen ist 1,88 Meter groß bei einem Gewicht von 96 Kilogramm und das Prachtexemplar eines Athleten. Auch der ehemalige Olympiasieger D e g l a n e- Frankreich zählt mit zu den Oberen: er konnte kürzlich den Deutsch-Amerikaner Gus Sonnenberg besiegen und soll nun auf Jim Londos treffen, vorausgesetzt, daß er Mc Millen wirft. Wie dieser mit Londos kämpfte, davon ein paar kleine Proben: Nach den üblichen ersten Versuchen, bei denen der Ring in allen Fugen krachte, brachte Londos den Herausforderer zu Boden, der entwand sich aber den eisernen Griffen ohne Anstrengung und legte dem Meister eine Kopfschere an, so daß er groggy wurde. Nur mit größter Anstrengung konnte Londos sich von diesem Griff frei- machen, er war noch nie einer Niederlage so nahe, wie in diesen kritischen Augenblicken. Er war, in den Stand zurückgekehrt, so geschwächt, daß er nichts zum Erfolg durchführen konnte. Bei einem Beingriff schlug er Mc Millen mit aller Wucht, mit dem Kopf zu- erst, auf den Boden, dieser stand auf, als wenn nichts gewesen wäre und setzte seine scharfen, gefährlichen Angriffe fort. Bei einem Fall kam Londos, mit etwas Glück, in die Oberlage, er faßte seinen be- kannten Zehengrisf und zwang den Gegner zur Aufgabe. Dieser Kampf, der so recht nach dem Geschmack des omeri- konischen Publikums war, in Deutschland aber seiner Schärfe wegen nie geduldet würde, fand 30 000 Zuschauer: er hatte rund 50 Mi- nuten gedauert, und bisher hat noch keiner Londos so schwer zu- gesetzt wie Mc Millen, der Stürmer der Illinois- Fußballer. denkt nickst daran, die Mitgliedschaft km Bund aufzugeben. Alle Kräfte sind dabei, den Sportbetrieb wieder neu aufzubauen, damit schon in den nächsten Tagen die bundcstreuen Sportler mit der Weiterarbeit beginnen können. Der Verein pflegt in erster Linie den Jiu-Jitsu-Sport und das Handballspiel. Schon in Kurze wird aber auch den Hebern und Ringern Gelegenheit zum Training ge- geben werden. Dem Verein ist es gelungen, den Genossen Paege- l o w, der lange in Homburg wohnte, wieder in seine Reihen zu bc- kommen, der auch die Leitung übernimmt. P. konnte bekanntlich auf der Olympiade in Wien als erster Jiu-Jitsu-Sieger hervorgehen. Alle Parteigenossen, Gewcrkschastlcr und Sportler, die sich an dem Kursus im Jiu-Jitsu beteiligen wollen, werden gebeten, ihre Adresse an Georg Paegelow, Pankow, Florastr. 20 b, zu senden. kUurutbcUV Spiele am Wochenende Der letzte Sonntag vor den Serienspielen wird von den Mann- schaften noch eifrig zu Gesellschaftsspielen benutzt. Am Sonnabend spielen um 18 Uhr im Volkspark Rchberge Volks- sport-Wedding 4. Männermannschaft gegen Kanu-Union 1 und die 2. Frauen gegen Bohnsdorf. FTGB.-Rosenthal wartet am S o n n t a g in Rosenthal, Haupt- straße mit einem Blitztournier auf. Der Beginn ist auf 14 Uhr festgesetzt, beteiligt sind Moabit. Pankow, Marwitz, Bernau und Rosenthal. Anschließend spielen die Frauen gegen Stralau. In Mahlsdorf, Hönower Straße, spielt um 15 Uhr Mahlsdorf 2 gegen Kleingärtner-Charlottcnburg und die 1. Männer gegen Baum- schulenwcg um 16 Uhr. Wildau hat Bohnsdorf als Gegner; cs spielen die Jugendmannschaften um 13 Uhr, die Frauen um 14 Uhr und die Männer um 15 Uhr. ASV. Wcdding 1. Männer spielt im Volkspark Rehbcrge um 10 Uhr gegen Volkssport-Neukölln 1 und um 17 Uhr gegen Süden. Die Frauen haben um 16 Uhr Hennigs- darf als Gegner. Nowawes hat Berlin 12 zu Besuch. Es spielen die Iugendmannschaften um 13� Uhr. die Frauen um 15,55 und die 1. Männermannschaften um 16?1 Uhr. Im Volkspark Neukölln stehen sich Volkssport-Neukölln 3. Männermannschaft gegen Char- lottenburg-Schwimmer 1. um 11 Uhr und die 1. Männermannschaft gegen FTGB.-Obersprcc 1 um 16 Uhr gegenüber. Ferner spielen noch bei den Männermannschaften: Kaulsdorf gegen Wilmersdorf, Fußballklub Oberspree gegen Nordost, Fürsten- walde gegen Siemensstadt, Hennigsdorf 1 gegen Wedding 4, Fried- richsthal gegen Reinickendorf, Falkenfce 1 gegen Spandau 2, Spandau gegen Schönwald?, Friedenau gegen Teltow, Ruhlsdors 2 gegen Schwimm-Union 1, Ruhlsdors 1 gegen Fichte 1. Frauen: Fichte gegen Nordost, Köpenick gegen Osten, Kaulsdorf gegen Wilmersdorf. Jugend: Köpenick gegen Stralau, Friedenau gegen Teltow, Fichte gegen Nordost und Süden gegen Wedding. Der Fußballverein Normannia(Mitglied des ATSB.) ladet alle für Turnen und Turnspiele Interessierten, auch Jugendliche, zur Gründung einer neuen Abteilung. Besprechung Montag, 21. Sep- tember, 19'A Uhr, bei Wegner, Frankfurter Allee 236. Neuer Rekordslug Sronfelds. Der Wiener Segelflieger Kronfeld hat am Donnerstagnachmittag bei Cherbourg einen Segelslug unter- nommen, der 4 Stunden und 45 Minuten dauerte. Während fünf- viertel Stunden flog er in dichtem Nebel. Der Einbruch der Nckcht zwang ihn zur Landung. Obwohl nur eine leichte Brise herrschte, hat sich das Segelflugzeug auf ungefähr 150 Meter Höhe erheben können. « rbcitcr.?>chtbild-»»nd, Arbeit�emeivlchaft Eonnsbend. 19. September, 16 Ufct, vor dem öflororrt, Tanzigcr Sttafct, Vesichltgrinq des Werkes. Photooimrabmen nur nach Vercinbarnna mit den Srnvpen möfllich. Bezirkskartcll Friedrichshain. Freitag, 18. September, 19 Uhr, Besprechung über Spartplotzsragen bei Gaul, Boxhagener Str. 11t. FTSV. Eintrittskarten jum heiteren jtiinstlerabend Freitag, g. Oktober, im Saalban Friedrichshain, sind siofort von der Geschäftsstelle abzuholen.— Bezirk Nordast: Mitgliederversammlung Eonnabend, 19. September, M Uhr, bei W-nzte, Cannen-EnIva�-tr. 51. Änschliesten» gemütliches Beisammensein. Frei« ktanu. Union Groh.Bcrlin, e. B..«dt. Saacl. Sonntag. A. Septem- der, Beteiligung an der Siegatta des Rudervereins Eollegia. Treffpunkt 10 Uhr im Bootshaus Fiesscher. Geschlossen« Hin» und Rückfahrt. Freie Turnerschast Wilmersdorf. Hoelevspielcr und Interessenten liinnen sich am Donnerstag bei Paul, Halensee, Westfälische Str. 82, melden. Bassersportoerei» Fraternitas. Geschäftsstelle: Frist Funke» SO. 86, Reichen- berger Str. IM. Für Erkner: Heinrich Knaus. Erkner, Buchhvrster Str. 29. Sitzung heute. Freitag, 18. September, im.Falienfteiner", Oberbaunrbrückc. Mitglieder werden noch aufgenonrmen. Touristenvercin.Die Roturfreunde', zentrale Wie». Freitag. 18. Septem. der, 20 Uhr. Abt. Charlotte ndurg: Spreestr..90:„Ueber das Bereinsrechü'.— Faltbootabt.: Ioliannisstr. 15: Aussprache über Basteleien.— Abt. Britz: Cbaussecstr. 48: Scrmann.Li>ns.Abend.— Iugendgruppe Sumboldtbain: Schön- stedtftr. l: Diskufstonsabcnd. lAb 1. Oktober Pank. Ecke Wiefensrratzc.l— Abt. Treptow: EI st n st r. 9:„Amerika".— Abt. Lichtenrade: 19 Uhr bei Dehlam, Bahnhof. Ecke Goltzstrasse.— Abt. Bin etaplatz: Lorching, Ecke Graun. straste:„Bon der Tier, und Pfianzenwrlt unserer Hcinici".— Abt. Südost: Boitzer Str. 27: Splelabcnd.(Ab 1. Oktvber Wrangelstr. 128.)— Photo Osten: Frankfurter Allee 997. Sonntag, 19.120. September Peetzer Hinterser. Treffpunkt Bhf. Schöneweidc am 19. September um llsh Uhr, RUckfahrlart« Grotz.Besten. — Photo Neukölln: Bergstr. 29.— Montag, 2t. September, 20 Uhr. Photo. gemeinfämft: Iohannisstr. 15: Etwas über BUdaitfmachung.— Malgemein. fcheft: Wrangelstr. 128.— Abt. Tiergarten: Fahrt am Sonnabend, 19.®0. Ee». tember, Dubrow. Abfahrt 18 Uhr Schönewelde. Freie Sportnereinigung Tegel 1899,«. B. Eonnobend, 19. September, 2g Uhr, Nercinsperfammlunq bei Tornow, Tegel, Schlieperstr. 64. Freie Sport, und Rnsit.Pcreinignng Berlin, Abteilung Spicllentr. Frei- tag, 18. September 20 Uhr, Uebungsswnde, dann Abteilungsversammlung, Sporthaus, Dircksenstr. l. �.■»■i XUealer. Lidtispiele usw. Staats Theater Iteaboper ümer Den Linden. Freitag, den 18. September 1/. letzte VonleHmgen Viktoria und ihr Husar Preise von M. 0.50 an Ab Dienstag 6 IbsdiieilsvarstelluDgeii Richard Tauber in nl>ss I.nnd des IiAebetaM" Winter- Mäntel fesche Form, reine Wolle.. Frauen-Mäntel gröBte Welten«»-— 38.—. laden- Mantel In allen Welten 39.— 29.—. Maßanfertigung besonders fDr stärkere Damen DamsnmSntal- Fabrikation und Handlung Reuterstr. 63 a. Kais.-Friad.-Str. 19.- 29.- 17." Paul Link ■•smasssa« folKsbOlue Tbeater am BOlovplatz 8 Uhr Nebeneinander VoibstOd in 5 Akten von Oaorg Kaiser Regie: K. R. Martin. WMMWWMWWWW Stadl. Oper Charlottcnburg BismarckstraBe 34 Freitag, den 14. 9 Turnus IV Anfang 19 Uhr Die Walküre ■Ende nach 25 Uhr KDrlflrsfenflaram- Theater Bismarck 448/49 8'/« Uhr Heute zum 100. Male Die schöne Helena von lacqnns Olicnbatt Beule: Uu Betnbardi. metropoi-ibeater Täglich 8V» Uhr Sonntags 4 u.8'/» U fia oma Paal-Ilmbam- Ojerafts Die Blume von Hawal Met in 1.— La.< I SioSfe, Faftrihablällc Mir leib- nnd Beflwäsdie VerkauFszelt 8—5 Uhr, Sonnabends 8—2 Uhr teaaBgrardegtlia btlllBea Preisen! Kleider und Seldenstetre aller Art Mechanische Feinweberei Adlershof A.-G. Theatar im AdmiralsDalasi Täglich B'U Uhr Der Sensationserfolg! Die Dnbarry mit Gitta Aipar Preise v. 0,50 M an I KiiBB-flieatei Dlr.Dr.Robert Klein TeL;««dndimn 08«. 8>/. Uhr Junge Liebe. Mosheim, Brausewetter, Hasek, Homolka. Berliner QlkTriO N e 9 k 5 1 1 O. w Lahnetr. 74/76J Betten-FQrst Bertln- NenkOlln Hermannstraße 33 venia Tempelbol Berliner Qegründct 1908 Straße 132 Telephon: F3 NenkUla 1434 Und m Dein Urlaub nodi fo klein» Im Caia Sdtöncbcrg rnnftl Pn dewefen fein! 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