Morgenausgabe Sonntag �™5r Wöch-ntNch SSPf.. monatNch ZFV M. Hfl I BM �Qh'iF' BhI 19■Hl«HI gWf � SfUStDÜffÖ 20 Bf lda»on s» Pf. monatlich für gustel-» M W W//WWW WW■�V�gFy �UÖlVUll»-iU lung ins Haus) im voraus zahlbar. JmS r-iOBK WM MW MI|flt\ WW HB WH WS MI f/ DB Postbezug 4.Z2 M. einschließlich Sl>Pf. �BSm IX— 86« iH IH' Wl MW HB HB BD WB y/ VI« einspalt. Nonparcillezeile so Ps. PoilzeitungS' und 72 Pf.Postbestellge»(SB/B Ifwät/ IH �H HB«B HH HH Hl BH HB" j WW HH I 2/ Rellamezeile s.— RM.„Kleine Tn. biihren. Auslandsabonnement s�—M. HMDHol I WW MW WB WB Hl BUS HB 168 HB HH Bi BH*■«Wlh» zeigen" das fettg-druitle Won 2-> Pf. pro Monat! fiir Länder mit ermäßig» �rBH I WW MW M»> MM WBX BH W>«B MW MB Bm&mMr! lzaläsilg zwei setigedruckte Worte), jedes tem Druckfachenporto S>— M. BH II Bi �B BBl. v BA\ SB 1 weitere Wort 12 Ps. Robott lt. To, is. BH I w» � 9| y/ H| Stellengesuche das erste Wort lb Ps.. * HB II HLV �1� BH\ Ae jn jedes weiter- Wort lllPs. Worte über MeL�/ � � M> �Jl � ääääi�ä! � IäII s�SSSB?� Jentealorgan der sozialdemokratisch«, Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 �entspr.: Dönhoff(A 7) 293—297. Telezramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Genf, lg. Sepleinbcr.(Tigcnberichi.) Zn der Sonnabcnd-Sihlmg des völkerbundsrales erklärte der japanische Delegierte Zoshizawa, er habe von seiner Regierung die Rtilleilung erhalten, dasj sich bei ZNukden Zwischcnsällc zwischen japanischen und chinesischen Truppen zugetragen hätten. Es werde alles getan, dah sich der lokale Dorsall nicht weiter ausbreite. Er erwarte weitere Rachrichten und werde dem Rat Rkitleilung darüber machen. Der chinesische Delegierte S z y erklärte, seine änsormasioncn besagten, daß der bedauerliche Zwischen- fall nicht durch chinesische Truppe» hcrvorgenzscn worden sei. Er werde den Rat ständig auf dem laufenden hallen. Zapan besetzt weitere Stützpunkte. Tokio. IS. September. sEigenbericht.) Der japanisch-chinesische Konflikt ist entgegen den gehegten Er» Wartungen am Sonnabend noch nicht beigelegt worden. Diel mehr besetzten die Japaner im Lause des Tages eine ganze Reihe militärischer Stützpunkte wie Mantung. Zinkow. Jushun u. a. Die chinesische Besatzung dieser Stutzpunkte wurde entwaffnet. Em schwerer Winter steht bevor. Rot und Kälte be- drohen Millionen unserer Bolksgenossen. Mitgefühl allein macht keinen hungernden satt, richtet keinen Verzweifelten auf. Tatkräftige Hilfe ist nötig. Die Solidarität der arbeitenden Massen, in schwersten Zeiten der Vergangenheit erprobt. mich sich seht von neuem erweisen. Die Zahl der arbeitslosen Volksgenossen steigt noch immer. Die Dauer der Arbeitslosig- keit führt zu zunehmender Verarmung ganzer Volksschichten. Wenn durch die Finanzlage von Staat und Gemeinden die Leistungen der öffentlichen Fürsorge immer ungenügender werden, dann müssen sich alle, die noch arbeilen, und alle, die noch über das Notwendige hinaus etwas besitzen, die Hände zu einer besonderen kameradschaftlichen Hilfsaktion reichen. Es geht um die Arbeitslosen und ihre Familien. Es geht um die Kinder, die Jugend, die Invaliden und die Alten. Es sind Klassengenossen. Hand- und Kopsarbeiter, die schuldlos ans dem Arbeitsprozeß ausgeschaltet sind. Die Arbeitcrwohl- fahrt ruft die Arbeiterschaft und ihre Freunde, alle diejenigen, die für große Gegenwartsnot Verständnis habxn, zu einer Hilfsaktion für unsere notleidenden Klassen- kameraden auf. Sie fordert dazu auf, zusammenzustehen und durch Giarhemberg wieder obenauf. putschende höhere Postbeamte. Wien, Ig. September(Eigenbenchlf. Der Putschist Starhcmberg gibt bekannt, dah er wieder die Vundessührung des gesamten Hcimal'chuhverbandes Oesterreichs übernommen hak. In Zudenburg wurde die Druckerei, in der die Pro- klamation psrimers gedruckt wurde, behördlich gesperrt. Zwei der Besitzer sind geflohen, einer wurde verhastet. Bei dem Ort Weih in Steiermark wurden in einem Versteck ZZ0 Gewehre vier Maschinengewehre und viel Munit'on gesunden und beschlagnahmt. Die Postgewerkschast protestiert in einem Aufruf an die Postangeftelllen dagegen, dah sich führende Post angestellte beim Heimwehrputsch hervorgetan haben. Zn dem Ausruf heißt es weiter, daß an die Spitze der Disziplinargerichte, d'e zur Zeil mit der llalersuchung des putjchistischen Derbrechens betraut seien, bekannte heimwehrteute. also Kameraden der versassungs- brecher. gestellt wurden. ..Vorwärts" und Zeilungsverbote. Die Berliner kommunistische Etandalpresse behauptet, daß das Verbot einiger tommunistischer Zettungen wegen des bekannten Mentereitolegromms noch London „die jubelnde Zustimmung des„Vorworts"" gefunden habe. Unsere Leser wissen, daß diese Behauptung— genau so wie sast alles andere. was die kommunistische Skandalxrege behauptet— erlogen ist. Vorwarts-Verlaa G. m. b. H. Schwere Verluste auch bei den Japanern. Tokio, 19. September. Die Verluste der japanischen Truppen bei der Einnahme von Nanking betrugen, wie hier mitgeteilt wird, Ig Tote und 89 Verwundete. Oiplomaiischer Protest Chinas. Nanking, 19. September. Der Minister des Auswärtigen hat heute bei dem japanischen Gesandten energische Vorstellungen wegen der Vorfälle in der' Mandschurei erhoben, sofortige E i n st c l l u n g der Feindseligkeiten durch die japanischen Streitkräfte und deren u m- gehenden Rückzug in ihre ursprünglichen Stellungen gefordert. Der Minister des Auswärtigen hat ferner den chinesischen Geschäftsträger in Tokio beaustragt, auch bei der japanischen Regie- rung gegen das Vorgehen der japanischen Truppen in der Mandschurei Protest einzulegen. kameradschaftliches Helfen zu beweisen, daß die Säiicksats- Verbundenheit der Arbeiterschaft lebendig ist und bleibt. Die miiunterzeichneten Verbände schließen sich dem an. Wir wissen, daß wir mit dieser Hilfe nicht die sozialen Schäden der kapitalisiischen Wirtschaft begeben können. Es geht uns darum, den Kampsesmul und die moralische Kraft der arbeitslosen klassengenossen zu erhalten. Die unterzeichneten Organisationen fordern deshalb alle, an die unser Ruf gerichtet ist. ans, den bei ihnen vorsprechen- den mit Ausweis versehenen Sammlern der Arbeiterwohl- fahrt, der die Durchführung des Solidaritäiswcrkes übertragen ist. einen Beitrag, sei es in Form von Geld oder Naturalien, zu geben. Jeder, auch der bescheidenste Betrag ist geeignet, zu helfen. Gebt für die Nolgcmeinschasl des arbeitenden Volkes! Haupiausfchuß für Arbeitsrwohlfahrt e. V. Tozialdcmokratifrhe Partei Deutschlands. HauPtvorftand der Soz. Arbeiterjugend Deutschlands. Jentralkommisjion für Arbeitersport und Körperpflege. Allgemeiner Deutscher GewerkschaftSbund. Allgemeiner freier Angestelltenbund. Allgemeiner Deutscher Beamtcnbund. Ziüstungsstittfiand? Oer Völkerbund soll ihn sofort beschließen. Genf, 19. September(Eigenbericht). Nachdem die 3. Kommission des Völkerbundes heute nachmittag beschlossen hatte, die Vollversammlung um Einladung aller Slaaten zu den Beratungen der Kommission zu bitten, die zur Abrüstungs- tonserenz eingeladen sind, hat heute abend das Büro der voll- Versammlung t-eschlossen, noch heule Nacht lelegraphisch folgende Staaten zu den Beratungen des skandinavischen Anirages über einen Rüstungsstillstand bis zum Beginn der Abrüstungskonferenz einzuladen: Rußland, ver- einigte Slaaten von Amerika, Türkei, Eosta Rica, Argentinien. Afghanistan, Brasilien, Aegypten und Ecuador. Rlan rechnet damit, daß die Beratung des Antrages erst am Mittwoch be- ginnen kann, wenn die einzelnen Vertreter in Genf eingetroffen sein werden. Mussolini besucht Berlin nicht. Nur Außenminister Grandi erwidert den Rom-Besuch. Rom. l9. September(Eigenbericht). Ver italienische Außenminister Grandi wird im Oktober den römischen Besuch der deutschen Minister in Berlin erwidern. Mussolini wird nicht nach Berka reisen. Postscheckkonto:BerlinZ7ö9k.— Bankkonto: Bankdcr Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B. u.Disc.-Gcl., Deposttcnk., Jerusalemer Str. KötKS. Ltnser Kampfprogramm. Bon der Bankenkontrolle zur Bolksherrschast über die Bolkswirtschast. Das Wirtschaftssystem von heute muß umgebaut werden — um des Lebens und Sterbens des Volkes willen. Seine Beherrschung muß aus den Händen der Monopolkapitalisten gerissen und in die Hände des Volkes gelegt werden— der Sozialismus ist das Problem unserer Zeit! Wir können nicht warten, daß in säkularem Preozesse die Um- gcstaltung sich automatisch vollzieht, wir müssen aktiv ein- greifen und selber handeln. Die Not treibt den Prozeß vorwärts. Der Glaube an die Uncrschütterlichkeit des kapitalistischen Systems ist zer- schlagen, nicht nur das Volk, sondern auch die Kapitalisten selbst erkennen die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. Die Kritik des Kapitalismus regt sich allenthalben, und mit der Kritik des Systems seine Verfluchung. Die Zeit i st reif für die Gedanken des grundsätzlichen Umbaus des Wirtschaftssystems! Der Richtungs- punkt, der für diesen Umbau unerschütterlich im Auge be- halten werden muß, wenn der Weg ins Freie führen soll, ist der Sozialismus. Der Gedanke des Sozialismus muß sich in der Not unserer Tage erheben als das leuchtende Zeichen, dem die auf Rettung hoffenden Massen nachfolgen. Es genügt nicht, den Kapitalismus zu verfluchen, es muß hinzutreten die Erkenntnis und der Wille zur Neuorganisie- rung der Wirtschaft für die Bedürfnisse des Volkes! Um diesen Willen zu wecken, um die Richtungspunkte des Neu- baues zu zeigen, hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ein Kampfprogramm beschlossen, dessen Sinn es ist, die ent- fcheidendm Wege zum Sozialismus in unserer Zeit zu be- treten. tu- i' An der Spitze dieses Programms. stand die Forde- rung der B a n k c n k o n t r o ll e., die Errichtung einer staatlichen Stelle, die entscheidend in die Kreditwirtschaft ein- greifen und die planmäßige Lenkung der Kapitalströme über- nehmen sollte. Diese Forderung ist eine grundsätzliche sozia- liftische Forderung. Die Reichsregierung hat eine Verordnung über die Bankenkon trolle erlassen. Diese Verord- nung genügt uns nicht. Sie ist eine Abschlagszahlung, ein Versprechen. Sie birgt Möglichkeiten für die Praxis in sich, sehr weitgehende Möglichkeiten. Die Bankenkontrollc, wie sie die Reichsregierung einführt, kann zu einem Jn- strument sozialistischer Wirtschaftspolitik werden— sie ist es noch nicht. Aber eines ist sie: sie ist e i n g r u n d s ä tz l i ch e r S i e g unserer Gedanken über die Grundsätze des Kapitalismus, sie ist im Grundsatz ein Erfolg, wie seinerzeit die Einführung des Zehnstundentags ein grundsätzlicher Erfolg war. Dieser Erfolg ist eingetreten in einer Zeit der tiefsten politischen Ver- wirrung, in der der Kampf gegen den Marxismus und die öffentliche Wirtschaft einen Höhepunkt erreicht hatte, in der die ideologische Verwirrung, die Stärkung der extremen Par- teien, di� parlamentarische Macht der Sozialdemokratie ge- schwächt hat. Die' übermächtige Wirkung des kapitalistischen Zusammen- bruchs hat diesen Eingriff in das kapitalistische System er- zwungen. Im Grundsatz ist ein Instrument geschaffen worden, das brauchbar sein kann. Jetzt gilt es, dafür Sorge zu tragen, daß es zum Wohle des Volkes angewandt wird. Es gilt, die politischen Kräfte zu schassen, die weiter vor- wärts drängen auf der Bahn, die die heutige Reichsregierung zögernd und zaghaft betreten hat! Das ist die Aufgabe der Sozialdemokratie, diesem Zwecke dient ihr Kampfprogramm. Es will die gefühlsmäßige Gegnerschaft gegen den Kapitalismus, die das Volk in seinen Tiefen aufwühlt, verwandeln in klare Kritik, und die Kritik in politischen Willen. Es zeigt die Zielpunkte, auf die der Kampf zusammen- gefaßt werden muß! Unsere Kritik setzt sich immer weiter durch. Die G e- dankengänge gegen den Monopolkapita Iis- mus, die die Sozialdemokratie unermüdlich vertreten hat, werden heute anerkannt von Kreisen, die politisch weit rechts stehen. Mit uns teilen heute weite Kreise des Bürgertums die Erkenntnis, daß die Industrieherzöge und T r u st m a g n a t c n nicht nur auf der deutschen Politik, sondern vor ollem auf der deutschen Volkswirtschaft wie ein Alpdruck lasten, daß sie die Schuld tragen an der Ver- schleppung der Sanierung. Im Organ des Ministers Trevi- Genf und Mukden. Erklärungen und Völkerbundrai. Aufruf zur Solidarität. ranus miri der folgende Angriff gegen den Alonopolkapita� lismus geführt: „Wir jedenfalls halten den zweiten Weg für den einzig mög- lichen und vcrantwortbaren und fordern, daß die Regierung, bei dce heute, man mag es begrüßen oder nicht, auch die wirtschaftliche Macht liegt, ihn einschlägt. Es ist der Weg der rücksichts- l o s e n E h r l i ch k e i t. Es ist der Weg, der die kapitalistische Krise lonsoqucnt abrollen läßt. Dieser Weg bedingt, daß, dem Sinne der kapitalistischen Krisen entsprechend, vernichtetes Kapital ehrlich abgeschrieben wird. Ein Teil der deutschen Wirt- schaft hat mit Zusammenlegungen, Aktienrückläufen und dergleichen bereits die ersten Schritte in dieser Richtung getan. In der Land- Virtschaft hat sich der Zwang der Verhältnisse noch stärker durch- gesetzt. Es liegt bei der Regierung, der Initiative der übrigen nach- zuhelfcn. Wir würden die Aufstellung neuer Goldbilanzen für ein geeignetes Mittel in diesem Sinne ansehen. Dazu gehört ferner, daß die Reichsbank alle ihr eingereichten Wechsel, und mögen sie von den angesehensten Kunden kommen, streng darauf prüft, ob ihnen wirklich ein Warengeschäft zugrunde liegt, und daß sie reine Finanzwechsel rücksichtslos von der Diskontierung aus- schließt. Dazu gehört schließlich die Ungleichung der Preise an die weit vorausgeeilten Roh st offpreise. Rur der Verzicht auf den aussichtslosen Versuch, im Rahmen von Trusts und Kartellen erledigte Betriebe weiterhin zu ve rz i n f e n, wird eine Verbilligung von Zins und Preisen und im Zusammenhang damit eine Kostenminderung auch auf der Lohnseite ermöglichend. � Das ist die volle Anerkennung unserer Kritik am Mo nopolkapitalismus, eine Aufdeckung der unheilvollen Rolle, die namentlich die vertrustete Schwerindustrie in der deutschen Volkswirtschaft spielt. Die Schlüsselindustrien in Deutschland bieten das beste Beispiel für die gewaltigste Fehlleitung der Kapital ströme im vergangenen Jahrzehnt. Die Macht der Jndustrieherzöge und der Bankfürsten hat hier einen Großteil der deutschen Kapitalbildung festgelegt, und eine sinnlose verkehrte staatliche Subventionspolitit hat diese Fehlleitung befördert und unterstützt. Der Weg zur Neu- ordnung der deutschen Volkswirtschaft geht über die ein- schneidende Sanierung der übennäßig aufgeblähten deutschen Schwerindustrie, über die Zurückführung ihrer Kapitalisierung auf ein Maß, das ihren wirklichen wirtschaftlichen Möglich- leiten entspricht. Es genügt nicht, diese Kritik zu üben und diese Forderung aufzustellen, diese notwendige Sanierung muß aktiv gefördert werden! 5)ier liegt eine große Aufgabe, und eine Volkswirt- schaftlich heilsame Wirkungsmöglichkeit für eine wohlverftan- dene Bankenkontrolle. Das Instrument ist gegeben, die Er- kenntnis, wo es anzusetzen wäre, ist allgemein— j e tzt m uß der politische Wille geweckt werden, der es sinnvoll in Bewegung setzt! Nie deutsche Kulturschande. Hakenkreuzstrolche wüten im Berliner Westen. Wenn die Kritik am Monopolkapitalismus fruchtbar fein soll, darf sie nicht an den Grenzen des kapitalistischen Systems stehen bleiben. Sie muß gewillt fein, die Mächte zu zerstören, die im Monopolkapitalismus einen Götzen geschaffen haben, der wirtschaftliche und politische Macht in sich vereinigend, dos Bölkum Krise und Not stürzt. Die deutschen Schlüsselindustrien herrschen heute in der Volkswirtschaft. Sie sind restlos kartelliert und vertrustet. Sie werden regiert von einer monopolkapitalisti- f 6) e n Oligarchie, die ihr eigenes Jnterefle dem Jnter- esse des Volkes entgegenstellt. Ihre Politik in der Krise ist es, ihre Macht zu behaupten um den Preis der Verschleppung der Krise, der Vergrößerung des Elends der Arbeitslosigkeit. Ihr Bankrott ist offenkundig, in ihrer Wirtschaft wie in der Idee— aber dennoch besteht ihre Macht weiter und wird aus- geübt zum Verderben des Volkes. Diese monopolkapitalistische Oligarchie ist die stärkste Macht, die sich dem Neubau der Volkswirtschaft unter dem Gesichts- punkt des Wohles des Volkes entgegenstellt. Sie i st das Zentrum der politischen und sozialen Rc- aktiom Der Weg der politischen und wirtschaftlichen Ge- sundung führt über die Zerstörung der Macht der Industrie- herzöge. Das ist die Konsequenz, auf die das sozialdemokratische Kampfprogramm hinzielt! Die wirksame Kontrolle der Kartell- und Tarifpolitik, die es fordert, ist ein erster Einbruch in die Allmacht der monopolkapitalistischen Selbstherrscher, der Kampf gegen ihren Machtmißbrauch wird nicht enden, bevor nicht ihre vollständige Entmachtung er- .folgt ist, und all ihrer Stelle der Staat die Kontrolle und die Lenkung der Schlüsselindustrien übernommen hat— der Staat unter Freisetzung und Teilnahme der demokratischen � Kräfte in ddr Wirtschaft. Di e Schlüsselindustrien gehören nicht in dieHandvonbankerottenIndustriemagnaten, sie gehören in die Hand des Volkes! » Unser Kampf um den Umbau des Wirtschaftssystems ist e i n K a m p f u m Macht. Unsere Forderungen zeigen den Sinn unseres Kampfes, sie lehren dem ganzen Volte, wo der Hebel angesetzt werden muß. Es sind große Forderungen von geschichtlickzer Tragweite— aber sie müssen dennoch in unseren Tagen verwirklicht werden, um des Lebens und Sterbens des Voltes willen. Es sind Forderungen zur Organisierung der Grundlagen eines menschenwürdigen Lebens, sie dienen dem Schutz gegen eine weitere Verelendung des Volkes durch den Monopolkapitalismus. Zuerst das. Leben! Wir erheben gleichzeitig mit dem Schrei nach dem Umbau des Wirtschaftssystems den Schrei nach der Notdurft des Lebens für die Nolleidenden, nach Schutz gegen Hunger und Kälte im Winter, nach organisierter staatlicher Hilfe über den Rahmen der Gelduntcrstützung hinaus für die Opfer der Krise, wir werden nicht müde werden, diese Forderungen unseres Kampfpro- gramms zu oertreten! Wir bleiben nicht stehen bei einem ersten grundsätzlichen Erfolg. Wir werden weiter drängen und kämpfen! Wir tragen unser Kawpfprogramm ins Boll, wir fordern Macht Zu dem Srawallprozeß wegen der Vorgänge auf dem Kurfürst endomm wurde gestern die Beweisaufnahme zu Ende geführt. * Die Nachmittagssitzung brachte noch weitere Darstellungen einiger Opfer vom Kurtür st endamm. Der Kaufmann Nickels,'ein noch ganz junger Mensch, befand sich aus dem Wege zum Kino. Ringsherum erschollen Rufe:„Deutschland erwache", „Juda verrecke". Der Kaufmann' Nickels fühlt sich außer jeder Ge- fahr. Er ist ja kein Jude. Aber während er sich noch diesen Ueber- legungen hingab, hatte er schon einen Schlag ins Gesicht! Der Schläger war der Angeklagte M e e d«: er hatte sich, wie er- innerlich, von dem„hypermodernen Anzug" des Zeugen provoziert gefühlt. Das genügte, um ihn feinen Gefühlen Luft zu machen. Der vollblütige Rheinländer Linde, der wahrlich nichts Jüdisches an sich hat, bemerkte von feinem Geschäft aus, wie ein Herr, der sich in Begleitung zweier Damen befand, nieder- geschlagen wurde. Cr eilte ihm zur Hilfe und bekam gleichfalls feine Prügel. Doch bevor er diese nationalsozialistische Lektion empfing, verfügte er noch über ausreichende Zeit, um feftzuftellen, daß die Banden besser organisiert waren als Mi- l i t ä r, wie er sagte, und daß die einzelnen Trupps sich bei ihren Aktionen untereinander verständigten. Der Zeuge Artur N. ist ein jüngerer Mensch und Jude. Er wollte an jenem Abend ein Lokal aufsuchen, ging den Kurfürsten dämm entlang, hörte„Deutschland erwache" und„Juda verrecke" rufen und hatte sich kaum umgesehen, als ein Bursche auf ihn mit den Worten zusprang:„Das ist ja auch so ein Iudenböngel" und ihm einen Schlag versetzte, daß er blutete.„Ich bin hier angefallen worden, obgleich die Leute sahen, daß ich Invalide b i n." Rechtsanwalt M ö h r i n g, ein reinrassiger Arier, wurde im Cafe Reimann in einer Weise blutig geschlagen, daß ihm hier ein Notverband angelegt werden mußte. Das Gericht war gezwungen, auf seine Aussage zu verzichten, da er noch immer nicht verHand- lungsfähig ist. Die Aussagen der polizeibeamlen. Der Polizeiwachtmeister Neri ich hat den Angeklagten Kuhn als einen der lautesten Schreier festgenommen: Polizeiwachtmeister Kammermath holte den Angeklagten Couvrier aus einer Gruppe heraus, die sich mit„Juda verrecke" und„Schlagt die Juden tot" überschrie. Wachtmeister Thomas nahm sich unter gleichen Umständen den Angeklagten M a tz d o r f vor und der Wachtmeister Z i l i n s k i den Angeklagten M i ch a l a k. Derselbe Wachtmeister hat sich den Führerschein des Stahlhelmmannes Brandt angesehen, als er von einem jungen Menschen darauf aufmerksam gemacht wurde. daß aus dem Auto dieses Stahlhelmmannes an verschieden« Trupps Befehle ausgegeben worden seien. Da der Zeuge das ober nicht selbst gesehen hatte, ließ der Beamte diesen Rädelsführer in Ruhe. Den wichtigsten Teil der Nachmittagssitzung bildete aber die Erörterung der Rädelssührerschaft der Gewehr, Brandt und Pohnke. Der Polizechaypttnann To? g er. nlar dm'. Sonnabend, dem 'fZ September, dm«Ztodiou eingesetzt, wo«in ReichswehrköTizert stattfand. Kurz vor 9 Uhr.erhielt er den Auftrag, sich schleunigst zum Kurfürstendamm zu begeben. Die Zusammenrottungen waren hier bereits im vollen Gange, an der Joochimsthaler Straße fiel ihm ein Auto auf, das verdächtig dicht an der Bordschwelle fuhr, auch die Kleidung der vier Insassen unterschied sich von dem in dieser Gegend üblichen, die blauen Mützen ließen den Verdacht aufsteigen, daß es sich um Nationalsozialisten handele. Poiizeimajor Wecke erkannte in einem der Insassen den Oberführer des Gaues Brandenburg, Graf H e l l d o r f: in dem Gedränge war es dem Polizeihauptmann unmöglich, an das Auto heranzukommen, er stellte nur seine Nummer fest. Pollzeihauptmann Tolger nahm ver- ichiedene Zwangsstellungen vor, bemühte sich um die Räumung der Straßen, er hotte den Eindruck, daß das Ganzeunter plan- mäßiger Leitung stehe und daß sich die Trupps immer wieder zusammenfanden. Auffchtußreicher sind die Bekundungen desPolizeimajors Wecke. Er hatte an diesem Tage die Leitung der Inspektion Eharlottenburg. Gegen 20.30 Uhr erhielt ex aus dem Stadion die Meldung, daß sich auf dem Kurfürstendamm etwa 1000 National- sozialisten angesammelt hätten, daß Lokale zertrümmert würden und dergleichen mehr. Er gab sofort Befohl, die ganzen Kräfte. 90 Be- amte, nach dem Kurfürstendamm zu entsenden und fuhr selbst voran. An der Knesebeckstraße wurde der Wagen von einem jungen Menschen angehalten, der. blutig geschlagen, um Schutz bat. An der Joachimsthaler Straße waren bevetts die Beamten mit der Räumung beschäftigt. Die Lage war unübersichtlich. Die Demon- stranten hatten sich unter das Publikum gemischt, das teilweise mit ihnen sympathisierte.„Ich stand gerode mit dem Polizeihauptmann Tolger", erzählt der Polizeünajor.„als ein Auto hielt. Es saßen darin vier gleichgekleidete Männer, unter denen ich den Grafen H e l l d o r f erkannte. Ich kenne ihn von dem verbotenen Sportfest der Nattonalsozialisten im Stadion her; er hott« damals dort die Leitung. Ich rief dem Grafen Helldorf zu:„Was machen Sie eigentlich hier?" Seine Antwort konnte ich in dem Geräusch nicht verstehen. Ich rief noch einmal:„Machen Sie, daß Sie weg- kommen vom Kurfürstendamm!" Vielleicht sagte ich auch etwas von „Schweinerei". Der Wagen fuhr weiter. Als ich später auf dem Polizeirevier war, wurden die vier Insassen des Autos ein- geliefert. Man hotte sie auf Veranlassung zweier Zivilleute Zwangs- gestellt.„Wir hoben beobachtet", sagten diese,„daß sie aus dem Wagen Anordnungen gegeben haben: auch hatte ein Palizeimajor— damit war wohl ich gemeint— ihnen gesogt, sie sollen vom Kurstirstendamm fortsahren: wir haben den Wagen ver- folgt, ihn eingeklemmt und die Leute feststellen lassen." Noch Fest- stellung der Personalien wurden die vier Zwangsgestellten ins Polizeipräsidium, Abteilung I A, eingeliefert. Der Angeklagte Gewehr, Letter der Wache beim Stab Brandenburg, einer der vier Insassen des Autos, behauptete trotz dieser eindeutigen Aussoge, daß Graf Helldorf ertlärt hätte, er wolle die Leute zerstreuen. Ein Märchen, das sofort durch die Aussag« vom Volke, damit unsere Forderungen verwirklicht werden können. Wir gehen vorwärts auf dem Wege, den geschicht- liche Notwendigkeit uns und dem Volte weist, wir zeigen die Wege und das Ziel: Mit uns für Schutz der Notleidenden gegen 5)unger und Kälte! Mit uns für Staatsherrschast Wer die Bantotratie, für Valtsherrschast übqr die Poltsmirtschasts_"_ der beiden Mäimer, die ihre Festnahme bewirkten, widerlegt wird. Es waren die beiden Brüder D e t e r d i n g. Der 24lährige Kauf- mann Friedrich Detcrding schilderte den Borsall folgender- maßen: Ich fuhr mit meinem Auto, von Halense« kommend, den Kursürstendamm entlang. Ueberall stieß ich auf große� Ansamm- lungen, hörte rufen„Deutschland erwache, Juda oerrecke". Er be- merkte auch ein Motorrad mit Beiwagen mtt drei Per- sonen als Insassen. Es stand in ständiger Verbindung mit Leuten aus den Trupps und vom Motorrad aus wurde auch der Befehl erteilt:„IetztaufzumBahnhofZoo!" Später fiel ihm ein Auto auf mit vier Insassen: unter diesen einer ganz be- sonders, ein hochgewachsener Herr mit steifer Kapitänsmütze. Es wurden aus dem Wagen verschiedene Zurufe an einzelne Per- sonen gemacht.. In der Nähe der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche kam sein Wagen fast in gleicher Höhe mtt dem Auto zu stehen; es kamen zwei Herren heran, der eine, der besonders elegant gekleidet war, stellte sich auf dos Trittbrett und wechselte Worte mtt dem Herrn mit der Kapttänsmütze. Der Zeuge hatte den Eindruck, daß Befehle gegeben und empfangen wurden. Gleich darauf erhiett der Chauffeur die Anweisung, zum Bahnhof zu fahren. Der Zeuge fuhr dem Wagen nach und ließ durch einen Beamten den Wagen feststellen. Der Bruder dieses Zeugen bestätigte die Aussagen. OaS Stahlhelm-Auto. Di« Autonummer des Wagens des Kameradschaftsführers der 3. Iungstahlhelm-Kamcradfchaft. Gau III, war bereits einmal von einem Zivilisten einem Schupowachtmeister mitgeteilt worden. Die Insassen des Wagens schienen verdächtig. Der Zeuge Kob erahnt bemerkt, wie aus dem Wagen Leuten, die ihm nachliefen, Z u- rufe gemacht wurden. Er hatte das für Kommandos gehalten und sich die Nummer des Wagens notiert. Auch ein anderer Zeuge hatte verdächtige Beobachtungen gemacht. So hörte er Zi B., wie aus dein Wagen gerufen wurde:„Los, sammeln Ge- dächtniskirche" oder:„Auch bei Kempinski einschlagen." Der Angeklagte Brandt widerspricht diese Aussagen. Er hat auch die Mitinsassen seines Wagens an jenem Mend als Zeugen gestellt: sie bekunden, daß es sich um eine harmlose Spazierfahrt gehandelt habe in der Absicht, sich anzusehen, was die Nationalsozialisten-am Kursürstendamm machen würden. Es folgen eine große Anzahl Zeugen, die gewissermaßen oas Alibi verschiedener Angeklagten nochweisen sollen. Die Aussagen sind bedeutungslos, mitunter lächerlich dumm. Auch der der Rädels- führerschast angeklagte Führer vom Sturm 43 hat kein Glück mit seinen Zeugen. Die Beweisaufnahme wurde geschlossen. Die Ver- teidigung stellt erneut Anträge aus Hastenllassung der Angeklagten. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme fei nicht mehr mit hohen Strafen zu rechnen, also ein Fluchtverdacht ausgeschlossen: der Umstand, daß Graf Helldorf und der Stabsleitcr Ernst flüchtig seien, sei kein Grund, die Angeklagten in Hast zu behalten. Der Staatsanwatt widerspricht dem Antrag dcr�Hast- enllassung. Was die Flüchtigen Graf Helldorf und Stabs- führer Ernst betrifft, so könnte ja ein Beamter der Abt. lA über die Maßnahmen befragt werden, die zu deren Ergreifung unter- nmmnen worden sind. Das Gericht lehnt den Antrag cküf Hstft- enllassung ab. Die Berhandlung geht am Dienstag, 14 Uhr, wettsr. Em Zeuge, der nicht vernommen wurde. Ein besonders typischer Fall, mtt welcher Gewissenlosigkeit die Hockenkreuzbanditen ihre.Lulturmffston" am Kursürstendamm ver- richteten, zeigt die Behandlung des ägyptischen Studenten N a m a n n. Dieser war als Zeuge geladen. Auf seine Vernehmung wurde ober verzichtet, well das Gericht annahm, daß man nicht rhne Dolmetscher auskommen würde. Herr Ramaim aber schilderte unserem Berichterstatter außerhalb des Gerichtssaales in fließende!:: Deutsch seine Erlebnisse: Nichtsahnend trat der schmächtige kleine Aegypter aus der Tür eines vegetarischen Restaurants. Alsbald stürzt« ein Mann auf ihn und versetzte ihm worllos«inen Schlag ins Gesicht, so daß der Geschlagene zu Baden fiel. Ein Deutscher, der das foch, nahm sich seiner an und half ihm auf. Im selben Augenblick stürzten sich zwei andere Burschen auf den Hilfsbereite.: und schlugen auch ihn nieder. So wnrde dem Mann aus Aegypten Hakenkreuzkultur beigebracht! Nahrungsmittel für Arbettslofe. Verhandlungen über preisverbilligong. Anttlich wird mitgeteilt: In den beiden letzten Wochen haben in den Reichsmimstericn mtt den beteiligten Kreisen zahlreiche Besprechungen stattgefunden mtt dem Ziele, eine Verbilligung des notwendigen Lebensbedarfs der Arbeitslosen für den kommenden Winter zu erreichen. Bei Verhandlungen, die im Reichsarbeits- Ministerium mtt den Verbänden des Groß- und Einzelhandels, den Konsumgenossenschaften und dem Deuffchen Industrie- und Handelstag stattgefunden haben, haben sich bereits Handel und Konsumgenossenschaften grundsätzlich zur verbillig ten Liese- rung von Kartoffeln und Brennstoffen bereit ertlärt. Weiter haben sie zugesagt, auf ihre Mttglieder einzuwirken, damit sie sich zu örtlichen Verhandlungen mtt den Gemeinden über die Der- billiqung weiterer Lebensmittel bereit finden. Der Handel fordert, daß auch die Erzeuger zu dem Opfer bettragen. Verhand- lungen in dieser Richtung sind vom Reichsarbeitsministerium.mit dem Reichsoerbaud der Deutschen Industrie aufgenommen. Daneben laufen Verhandlungen mtt den K o h l e n s y n d i k a te n im Reichs- wirffchaftsministerium und mit dem Bäcker- und Fleischer- Handwerk, den Brotfabriken und der Fleisch waren- industrie im Reichsernährungsministerium, die noch auf weitere Erzeugerkreis« und Gewerbe ausgedehnt werden sollen. Die Zuführung der verbilligten Lebensmittel an die Arbeits- losen soll noch Möglichkeit über den Einzelhandel und die Verkaufs- stellen der Konsumgenossenschaften geschehen. Das Verfahren soll von den Fürsorgeträgern gemeinsam mtt den betelligten Wirtschasts- kreisen örtlich geregelt werden. Dabei wird auch zu entscheiden sein, inwieweit Borunterstützungen durch Sachleistungen abgelöst werden können. Die Reichsregierung hofft, auf diese Weise die Kaufkraft der Arbeitslose» stärken und kostspielige Sondereinrich- wngen zu ihrer Versorgung außerhalb des üblichen HanMswcges oermeiden zu können. Deshalb ist es erwünscht, daß auch die ein- zelnen Fürsorgeträger nicht selbständig Maßnahmen ergreifen, durch die da« Ergebnis der sich ihrem Abschluß nähernden Lorhandlungen beeinträchtigt«erde» könnte. ?!r. 444-» 4S. Zahrgang Sonntag, 20. September �93� �---i F. 7///.. '/> Wir ersticken in Vorräten. Doch so groß auf der einen Seite die Not, so unc�hcucr auf der anderen der Ueberfluß. Die Welt erstickt in ihren Vorroten, und die Menschen leiden Hunger. So lagerten Ende dieses Sommers an Waren auf den verschiedenen Märkten: Weizen. Zucker. Kaffee. Steinkohle 1927 4,9 Mill. Tonnen 4,3„ 0,5„„ 5,3„„ 1931 12,0 Mill. Tonnen 7,0„ 1,5 ,,„ 19,6„ Das ist der Kapitalismus, der als Triebfeder nur den Profit kennt. Es ist doch einem Kapitalisten gleich, ob er mit Zeitungen, mit Stiefelwichse oder mit Präzisionsapparaten handelt. Es hat deshalb auch keinen großen Sinn, eine Vorschau aus den Winter zu geben, ob wir zu essen und zu heizen haben werden. Natürlich ist das olles, nur ob wir es werden kaufen können, das ist die Frage. In de» deutschen Steinkohlenrevieren lagerten Ende Juni dieses Jahres 5,19 Millionen Tonnen Kohle und 5,95'Millionen Tonnen Kols. Rechnet map den Koks auf Steinkohle um, dann ergeben sich 12,9 Millionen Tonnen Steinkohle als nicht abgesetzte Halden- bestände. Und die Haldenbestände werden immer größer, lrohdem durch ilrbeiterentlossungcn und Feierschichten die Produktion bis zum äußersten gedrosselt wird. Der Hausfrau etwas näher steht die Braunkohle, die uns als Briketts in den Keller getragen wird. Da lagen nun Ende Juni allein im Bezirk des Mitteldeutschen Braunkohlensyndikats, wohlgemerkt ohne das Oftelbische, 154 Millionen Tonnen Briketts auf Stapel. Und die Szaldenbestände werden immer größer, trotzdem 1% Millionen eingelegter Feierschichten und trotzdem von 66 000 Grubenarbeitern 12 000 entlassen wurden. Sie stnd nicht abzusetzen, die Preßkohlen. Allein die Berliner Ar- beitsloscn machen mit Angehörigen über 1 Million Menschen aus, ir-d dos will etwas heißen, wenn 1 Million Menschen mit eincmmal keine Briketts mehr kaufen. Vor zwei Jahren, da war es»mge- kehrt, da war noch einigermaßen Geld da, aber die Kohlen kamen nicht heran. Aber heute? Der Jahresverbrauch der Berliner Be- völkerung an Braunkohle beträgt etwas über 2 Millionen Tonnen Briketts. Und anderthalb Millionen liegen allein in Mitteldeutsch- land auf Stapel. Wieder Kartoffelsegen. Oder nehmen wir die Kartoffel. Die Kartoffeln wachsen, blühen und gedeihen, daß es nur so eine Art Hot. 1928 wurden 41 Millionen Tonnen geerntet, 1929 40 Millionen Tonnen, 1930 gar 47 Millionen Tonnen, und in diesem Jahre werden es wieder 43 Millionen Tonnen sein. Ein wahrer Erntescgen. Man muß hierzu noch bedenken, daß davon für Spcisezwecke nur 12 bis 13 Millionen Tonnen benötigt werden und für die Viehsütterung 20 Millionen Tonnen. Trotzdem haben die Arbeitslosen keine Kar- tosscln. Selbst die Landwirtschast muß das zugeben, so stand in einem der letzten Berichte der Prcisbcnchtsstelle des Deutschen Land- wirtschastsratcs zu lesen:«Der Forderung nach einem höheren Preis steht die außerordentlich geringe Aufnahmefähigkeit der Verbraucher gegenüber, die sich bei der wirtschaftlichen Notlage auch beim Sartosselverzehr die ollergrößten Einschränkungen auferlegen." Das ist wohl mit einer anderen Absicht gesagt, als wir es meinen, aber deutlich genug. In diese Situation griff die s o z i a l d c m o- kratische Reichstagsfraktion ein. indem sie eine groß- zügige Aktion des Reichs an zusätzlicher Naturalhilfc für die not- leidende Bevölkerung forderte. Es kommt alles auf die Mobilisic- rung der toten Vorrälc an kohlen und Kartoffeln an. Fünf Mil- linnen Familien sollen je sechs Zentner Kartoffeln und 20 Zentner Das meiste im Leben muß zrocimal peredinet merden. Da sind grüne Bohnen und ein Stüde Hammelfleisch dazu oder ein Kopf Wirsingkohl und Rindfleisch dazu; das ganze Mittagessen soll eine Mark kosten, aber die Redmung stimmt nicht. Denn wenn man nur die Finger unter den Topf halten würde, davon wird kein Lssen gar. Man braucht audi Briketts, fünf Stück sogar und die kosten immerhin einen Groschen. Also macht das Mittagessen sdion 1,10 Mark. Her weiß, was da nodi alles vergessen wurde, es zu berechnen/ Jeder erlebt in diesen trüben Tagen das Anklopfen des fl inters. Die Mensdien frösteln und hüsteln und wollen sidi abends eine warme Stube, machen. Und als in diesem griesgrämigen Herbst die Frauen zum ersten Male Kohlen in den Ofen legten, da fiel das vielen auf, welcher Faktor die Kohle in der Hauswirtschaft ist. „Kein", seufzten arme Frauen,„wie die Kohlen bloß abnehmen. Aber man muß dodi kochen und heizen." In diesem Winter wird buchstäblich jede Kohle gezählt ; werden. Genau so die Kartoffeln, die Kohlköpfe, die Kohlrühen. Ulkig, wie das alles mit„K" anfängt, immer weiter: Kabljau, Kotelett, Konserven, Karotten, Käse... Kohle erhalten. Für die Finanzierung dieser Aktion sind ein- leuchtende und durchdachte Vorschläge gemacht worden. Uns er- wächst hierzu die Aufgabe, unermüdlich an der Popularisierung dieses Programms mitzuwirken, auf jedem Arbeitsnachweis und an jeder Zahlstelle für die Unterstützung es den Erwerbslosen zu sagen: Seht, das wollen wir. Und unsere klare Sprache wird etwas anderes sein als die Unkenrufe radikaler Scharlatane. In Deutschland wer- den anscheinend die guten Kartaffeln den Schweinen gegeben und die schlechten den Großstädtern. Wann werden einmal die Hausfrauen Berlins auf den Tisch schlagen und sagen: Dieses angefaulte Zeug wollen wir nicht mehr. Man setze sich doch nur einmal mit einem Bauern an den Tisch und esse mit, dann weiß man doch erst, was überhaupt Kartoffeln sind. Eine prächtige Sache, von der bcdauer- lichcrweise nur der Ausschuß in die Stadt kommt. Aber Konserven knapp. Damit Licht und Schatten gleichermaßen verteilt sind: an Kon- scrven isl kein Ilebersluß. Das Statistische Reichsaint ist gegenwärtig dabei, jür die-Konscrvenindüstric eine Produktionsaufnahme durch- zuführen. Zuerst hat man die noch vorhandenen Vorräte ermittelt. Das waren am Ii Mai d. J. 42 809 000 �/�-Büchfen Gemüsekonserven, davon allein die Hälfte Bohnen. Erst in weitem Abstand folgen Erbsen und Karotten. Zu diesen Gemüsekonserven kommen dann noch 4 040 000 Büchsen Obstkonserven. Das ist herzlich wenig. Und wenn man dazu nun die Berichte nimmt, die die Wirtschaftliche Vereinigung der Kanservenindustrie allmonatlich herausgibt, dann soll es mit der ganzen Einmocherei in diesem Jahre recht spärlich gewesen sein. Besonders Spargel ist nur wenig konserviert worden, den meisten hat man im Frühjahr frisch gegessen. Das soll richtig sein, kaum jemals ist soviel Spargel weggeputzt worden wie in diesem Jahr. Erbsen, sagen die Konserocnfabrikanten, hätten sie auch weniger als im Vorjahr eingemacht, ebenio Bohnen. Der Grund hierfür war einmal der Geldmangel und zum anderen eine nicht befriedigende Ernte an Erbsen und Bohnen. Diesem knappen Angebot steht nun aber eine recht rege Nachfrage des Handels gegen- über, besonders für Erbsen. Karotten und Leipziger Allerlei. Selbst liilM T' _.i-U Obstkonserven sind knapp. Und das Ende vom Licde werden stei- gcndc Preise sein. Der Konscrvenindustric verwandt sind die Mar- meladcnfabriken. Die Deutschen müssen noch vom Kriege her„die Nase voll haben" an Marmelade, Pflaumenmus und all dem Kram. Man ißt lieber eine Schmalzstulle als eine Musschrippe. Absolut gesehen mögen die Produktionsziffern an Marmelade, Obstmus und Gelee sehr hoch sein, aber auf den Kopf der Bevölkerung ist das nicht viel: die 0,8 Kilo pro Jahr. Dagegen beträgt der deutsche Butterverbrauch pro Kopf und Jahr 7,9 Kilo und dicht auf die Margarine mit 7,6 Kilo. Was hat man den Zwiebeln getan? Beim Obst und Gemüse will man den Verbraucher wieder ein- mal graulich machen. Das Rezept ist folgendes: Also zweifellos ist die Ernte gut, was ja jeder Mensch in Berlin selbst feststellen kann an den einigermaßen erschwinglichen Preisen. Jetzt kommen jedoch tausend„Wenn" und„Aber". Da Hot es geregnet, und dort schien die Sonne nicht, zur Llbwechslung hat es wieder einmal gar nicht geregnet, oder die Sonne hat zu sehr gebrannt, so daß man be- stimmt für die Spätpflaumen eine ausgesprochen schlechte Ernte erwartet. In Nordwcstdeutschland soll das nämlich nicht ganz-geklappt haben. In Schleswig-Holstein haperte es wieder mit dem Kohl, da hat es zuviel geregnet, und was mit den Zwiebeln, unserer geliebten„Bolle", in der Provinz Sachsen los sein soll, das ist nicht recht ersichtlich, aber es wird schon schief gehen. Jeden- falls ist die Ernte nur mittel, und das Ueberangebot an Zwiebel» wie im vorigen Jahr wird nicht eintreten. Zu guter Letzt haben auch noch die Tomaten und die Gurken etwas abgekriegt. So hätten wir glücklicherweife alles beisammen, und da die Kohl- plantagenbesitzer ja nicht zum Spaß feststellen, daß die Ernte schlecht ist, werden sie schon versuchen, uns im Winter den Brotkorb höher zu hängen. Einmachen im Haushalt. Noch ein Schlußwort zum Einmachen.„Ja, wenn der Zucker nicht so teuer wäre, dann gerne", sagen die Hausfrauen. Und es ist nicht nur der Zucker. Wer wirklich Obst kunstgerecht sterilisieren lSOv Hunde In den Messehallen. Die Zubiläums-NassehÄvd-Ausstclln.ng. die in den Ausstellungshallen am Saiserdomm vom deutschen kariell für Hundewesen veranstaltet wird, ist über alles Erwarten gut beschickt worden. In den F u n k t u r m- H a l l e n ist alles vortrefflich organi» stert, doch fehlen, wenn man vom U-Bahnhof Koiserdamm kommt, die Wegweiser nach den Hallen, was namentlich von den Fremden unangenehm empfunden wird. Es sind vom größten Bern- hardiner bis zum kleinsten Schoßhund alle Rassen vertreten und insgesamt stellen sich über 1600 Hunde zur Schau. Unter ihnen befindet sich auch der Dobermann, der einem ins Eis einge- brochenen Kinde, ohne jede Aufsorderung, also aus eigenem An- triebe, nachsprang und ihm das Leben rettete. Das Tier nahm es mit seiner Pflicht so genau, daß es, obwohl selbst erschöpft, noch den Schlitten und die Pantinen des Kindes holte. Damit wurde dieser Hund zum Ehrenretter seiner ganzen Rasse; denn ausgerechnet dem Dobermann hatten Freunde anderer Rassen in letzter Zeit Falsch- hcit nachgesagt. Neben diesem Lebensretter sind berühmte Polizei- Hunde ausgestellt. Etliche a» den Wänden angebrachte Bilder geben von der Arbeit der Schach- und Diensthunde Zciignis, während eine interessante Uebersichtstafel von der Verwendung des Hundes bei der Reichsbahn Auskunft gibt. Die Reichsbahndirektion Berlin Hot die meisten Hunde, 73 an der Zahl, in ihrem Dienst. 5ianiioocr besitzt 40 und Oldenburg die geringste Zahl, nämlich 4. Der Zoo- logische Garten Berlin hat eine sehenswerte Sondcrschau. Man sieht einen Mischling zwischen Wolf und 5) u n d, der für den 5iausgebrauch nicht ratsam ist, da sich bei ihm die Wildtriebe bemerkbar machen, einen Pharaonenwindhund, der auf den kanari- schen Inseln entdeckt und wieder neu eingeführt wurde, Dingos, die australischen Wildhunde, pommersche weiße Hütehunde, eine ur- alte norddeutsche Haushundform und Renntierspitze, die gleichfalls eine uralte 5zaushundforln sind. An Ehrenpreisen gibt es allerhand, so können die Besitzer von Bernhardinern beispielsweise Fahrräder und die Besitzer von Schäferhunden ein eingerahmtes Bild von Hindenburg gewinnen. Die Ausstellung ist heute, von 9-Uhr morgens bis 6 Uhr abends, geöffnet. jetzt? cm fluni Fertig* w.r.feedZ?!! Fe,1ise betten BettOnlette HaIbdaunen.3.öO Oberbetten 6.05 10.5a 13.65 Oberbetten 3.757.75 Schleißfedernlss Unterbetten 4.65 8.50II— Unterbetten 2.95 6.20 Daunen..... 5.30 Kissen... 2.053.20 4.20 Kissen...1.251. 95 Qratls-Sottfscioi'N-ksinisunL beim Einkauf 8actf«dara wird die enoprechende Lniattea oder Bettfederni x.ruwu (>rinxen:Stii ____ Ecke Sobastian-Strasse Wilmersdorferitr. Ecke Bismarck-Straße Bei mir gekaufte Wäsche wird gratis gestickt I Frankfurter Alles 3Q4- will, muß sich dazu erst eine ganze Apparatur anschössen, und dann muß auch noch alles klappen, sonst ist der Aerger größer als der Nutzen. Gewiß, früher hatte beinahe jeder chaushalt im Winter seinen Steintopf mit Kürbis. Aber zum Einmachen von Kürbis gehört Essig, und seitdem der Essig bei den Hausfrauen so klein geschrieben wird, macht man sich keine Essigtöpfe mehr. Etwas anderes kommt hinzu: mit der gestiegenen Gemüseeinsuhr Deutsch- lands sind wir doch gar nicht mehr in dem Matze wie früher auf die heimische Obst- und Gemüsesaison angewiesen. Wenn der deutsche Sohl zu Ende geht, macht Holland seine Sohlscheuneu aus und schickt UNS kohl. Oder die Tomaten. Wenn bei UNS die Felder mit Schnee bedeckt sind, reifen auf den Kanarischen Inseln die schönsten Tomaten, die nach Deutschland und nach England verfrachtet wer- den. Ebenso ist es mit den meisten anderen Dingen, warum also noch einmachen? Jetzt hebt einer den Finger hoch und sagt:„Trocknen Sie sich doch Ihr Obst!" Nun ja, wir sind doch in Berlin und nicht aus dem Lande. Wer da aus seinem Garten das Obst zentnerweise erntet, der kann es ja trocknen, aber der Berliner wird doch nicht drei Pfund Pflaumen im Backofen trocknen. Abgesehen davon, daß das mit dem Backofen auch so eine Sache ist. Zu Schwung gekommen ist allerdings das Pilzelrocknen. Die Arbeitslosen setzen sich aus ihr Fahrrad, holen sich einen Sack voll Semmel- oder Sandpilze aus dem Wald und trocknen sie. Dos kostet nichts, und Pilze sind eine feine Sache. Und wo die Hausfrauen vom Lande find oder Städter einen Laubengartcn haben, da wird noch immer die Stachelbcer- oder Blaubcerflasche angefertigt. Bei diesen Flaschen brauchen, ob mit oder ohne Zucker eingemacht, die Früchte nicht erst sterilisiert zu werden, das Konservierungsmittel ist ein einfacher Od- oder Paraffinverschluß. Ueber die Anwendung von Salizyl oder benzoe- saurem Natron zur Konservierung schweigen wir lieber. Dafür loben wir uns den Hering. In dem Wettrennen um den niedrigsten Stand der Heringspreise liegt um eine Nasenlänge zur Stunde die 5k o n s u m g c n o s s e n s ch a f t Berlin vorne: da gibt es 12 Heringe für 48 Pfennige! Wenn alles so wäre wie beim Hering, dann wäre es gar nicht mehr zum Aushalten. Die Affäre Glade-Giinnss. Zustizrat Löwenstein scheidet aus dem Vorstand der Anwaltskammer. Rechtsanwalt Dr. Alsberg hatte bekanntlich dem Iustizrot Dr. Siegfried Löwen st ein die Wahrnehmung seiner Interessen in der Angelegenheit Glade-Stinnes übertragen und durch ihn auch verschiedene Strafanträge im Zusammenhang mit dieser Affäre stellen lassen. Nachdem nunmehr die Anwaltskammcr beim Generalstaatsan- walt die Einleitung eines ehrengerichtlichen Ermitt» lungsverfahrens gegen die in diesem ganzen Fall genannten Anwälte, also auch gegen Alsberg, beantragt hat, ist Justizrat Löwen st ein, der dem Vorstand der Berliner Anwaltskainmer seit einer Reihe von Jahren angehört, zu dem Entschluß gekommen, dieses Amt niederzulegen, um nicht in die Gefahr einer Interessenkollision zu kommen. In einer Erklärung, die er mit seinem Gesuch um Entbindung vom Vorstandsamt an die Anwalts- kammer gerichtet hat, betont Iustizrot Löwenstein, daß er die Ver- tretung des Professors Dr. Alsberg übernommen habe, nachdem er auf G�und eingehender Prüfung des Sachverhalts die seste lieber« zeugung gewannen habe, daß Dr. Alsberg völlig zu Unrecht beschul- digt worden sei. die anwaltlichen Standcspfliästen verletzt zu haben. Im übrigen fei er, Löwenstein, nach Erledigung der Angelegenheit bereit, eine Wiederwahl in den Vorstand anzunehmen. Der Vor- stand der Anwaltskammer wird sich bereits in den nächsten Tagen mit diesem Gesuch beschäftigen, doch besteht nach Lage der Ding« lein Zweifel, daß das Ausscheiden Dr. Löwensteins genehmigt wird. lieber die Frage seiner Nachfolgerschaft mutz die Vollversammlung der Kammer cntsche'den. Stadtparlamcnt und städtische Gesellschaften. Die nächste Sitzung des S t a d t p a r la ine n t e s ist für Donnerstag, den 24. September 1931, angesetzt. Die Beratungen beginnen um 16?5 Uhr. An erster Stelle auf der Tages- vrdnung steht die Wahl von 17 Mitgliedern für einen Ausschuß, T audier in der Spree. Stunden unterm Wasserspiegel— ein gefährlicher Beruf. Seit einiger Zeit sammeln sich in den Vormittags- stunden am Kupfergrabcn in der Nähe des Schlosses Hunderte von Menschen, um ein Schauspiel anzusehen, dein man selten Gelegenheit hat, beizuwohnen— ein Taucher steigt in die Spree. An sich ist es schon sllr den Laien ein Erlebnis, einen Taucher in seiner Ausrüstung zu sehen. Aber täglich dieses geheinmisvolle Jnswafsergehen zu beobachten, das hält selbst der abgebrühteste Berliner nicht aus. So bilden sich schon Legenden um diese Männer mit den monströsen Helmen und Glotzaugen. Es Handelt sich aber weder um Tauchen nach versunkenen Goldschätzen, noch um die Suche nach dem Silberanker der spanischen Flotte. Maschinenmeister Ziegler, der technische Leiter der Schleuse, der sellist 8 Jahre lang den schweren Berus unter Wasser ausgeübt hatc lehrt hier das Tauchen. Die Berliner Stadtverwaltung verlangt neuerdings von ihren Bauführern die Beherrschung dieser Kunst. Ein- mal wird damit erreicht, daß die Untcrwasserarbciten eine wirklich fachmännische Beurteilung erfahren können, das andere Mal lernen die Bauführer auch die schwierigen Bedingungen kennen, unter denen die Taucher arbeiten müssen. Die Schüler gehen fast ohne Ausnahme gen, an die neue Ausgab« heran, die sie ja doch nur vorübergehend lösen müssen. Der Tauchcrberuf verfügt naturgegeben über einen außerordentlich kleinen Arbeitsnrarkt. In Berliner Privatunter- nehmen werden insgesamt sechs Taucher, Meister und Gesellen ein- gerechnet, beschäftigt. Der Beruf fordert Menschen, von athletischem Körperbau. Die allgemein bekannte Ausrüstung besteht aus einem Kupferhclm mit Durchsichtsgläscrn, einem Taucheranzug aus lnst- dichtem Stoff, gewaltigen Schuhen mit Blessohlen, RiesenHandschuHen und einem Dolch von M Meter Länge, der in hermetisch ab- ges6)loss«ner Scheide ruht. Alles ist ins Gigantische übersetzt. Das Gewicht der gesamten Ausrüstung macht mehrere Zentner aus und wird durch sogenannte Bleiherzen, die dem Taucher umgehängt werden, noch erhöht. Um gegen Druck und Kälte geschützt zu sein, muß der Taucher sich mit recht ivarmer Kleidung versehen. Dann erst wird er, in des Wortes wahrster Bedeutung, in den Anzug g e st c ck t, der ihm von drei Männern übergezogen werden muh. Dem Anzug wird Luft durch eine Luftpumpe über eine Schlauchleitung zugeführt. Diese atmosphärische Luft atmet der Taucher«in. Die verbrauchte Luft läßt er durch«in Ventil ab. Die Atemtechnik ist nun die schwierigste Aufgabe, da die Lungen unter den Schlägen der Pumpe sehr leiden. Schlechte Lustrcgelung bewirkt, daß Anfänger im Wasser schweben, anstatt gehen. Das Gewicht des Tauchers muß so groß sein, wie das der von ihm oerdrängten Wassermenge. Der Druck der Lustpumpe richtet sich nach der Tiefe, in der gearbeitet wird. In 10 Meter Wassertiese ist der Druck— 1 Atmosphäre, in 40 Meter Tiefe= 4 Atmosphären, der Druck der äußeren Luft— 1 Atmosphäre. Aus diesem Grunde nmtz beim Tauchen in 40 Meter Tiefe der Luftdruck iirr Körper, also im Tauchapparat, so verstärkt werden, daß er dein äußeren Druck auf das Wasser das Gleichgewicht halten kann. Das Manometer der Luftpumpe muh deshalb S Atmosphären zeigen. Das Tauchenlernen erfordert große Geduld und Energieent- saltung. Der Unterricht erfolgt in zwei Etappen: Das Gehen im Anzug, die Besteigung der Leiter und die Beherrschung der Appa- ratur, schließlich die Gewöhnung des Körpers an die Unterdrück- sctzung werden noch an Land gelehrt. Im Wasser wird damit bc- gönnen, die Lufttechnik praktisch auszuüben, das entsprechende Maß Frischluft zu nehmen, das Lausenlernen auf dein Grund, Suchen und Hochwinden von Gegenständen und zu allerletzt das Schweißen und Ausbessern. In den Berliner Gewässern ist in sechs Meter Tiefe der Sinkstoffe wegen schon nichts mehr zu sehen. Es herrscht eine undurchdringliche Dunkelheit. � Der Taucher ist nur auf seinen Tastsinn angewiesen, dersichmitderZeit wie bei den Blinden außerordentlich entwickelt. Das Tauchen bis auf IS Meter Tiefe kann ziemlich lange Zeit ausgedehnt werden. Signalleinen und Sprachrohre werden zur Bei- ständigung mit den Tauchern verwandt, die Arbeit unter Masser durch Beleuchtung mit elektrischen Lampen und Sehrohren, die bis zu 10 Meter Länge haben, erleichtert. Die Aufgaben der im Dienste der Wasserbauverwaltung stehenden Taucher sind: Reparaturen an Schleusenanlag-n und das Auffinden und Heben von Hindernissen in den schifsahrtsstroßen. Die Kriminalpolizei hat verschiedentlich Taucher zum Absuchen von Wasser- strecken eingesetzt, sowohl zum Aussinden von Leichen, als auch von Gegenständen. Di- körperlichen wie geistigen Aisstrenguugen der Taucher sind gewaltig, der Zuschlag von 4.S0 Mark pro Stunde zum Torfflohn der jeweils ausgeführten Arbcitskatcgorie deshalb mehr als berechtigt. Eine Minute Unachtsamkeit kann den schoxrsten Schaden in der Ge- sundheit bewirken. Der gefährlichste Feind der Untcrwasserarbciter. der L u n g c n s ch l a g. hat schon manchem Taucher den Tod au? dunklem Grund bereitet. in dem der sozialdemokratische Antrag, der umgehende Berkündunq des Ortsgesctzes über Rcichsheimftätten, Gartengobiete und Dauerkleingärten verlangt, bearbeitet werden soll. Aus dem Hau d>altsau-s chuß kommt die Vorlage über die st ä d t i s ch e n Gesellschaften und Gcsellschaftsbeteiliguugen zurück. Bericht- erstatter hierfür ist der sozialdemokratische Stadtverordnete Robinson. Die Ermordung der Polizeioffiziere. Eine Verhastuag in Saarbrücken. Saarbrücken, IS. September. Die Oandeskriminalpolizei hat einen angeblichen Heinrich D l ö s e r festgenommen, der sich seit drei Wochen im Saargebict unangemeldet avfgehalten hat. Vlöfer steht in dem Verdacht, an der Ermordung der beiden Berliner Polizeioffiziere im August aktiv beteiligt gewesen zu sein. Der Verhaftete, der Kommunist sein soll, wurde dem Amisrichter vorgeführt, der noch kurzer Veruehmung die Aufrcchterhaltung des Haftbefehl» angeordnet hak. Die B e r l i n e r P o l i z e i hat sich sofort mit den Saar- brllckener Behörden iir Berbindung gesetzt und um ausführlichen Bericht über die Person des Festgenommenen und feiner bisherigen Aussagen ersucht. Es kann bisher noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob Blöscr— vermutlich ist das ein fingierter Name— tatsächlich an dem Doppelmord on den Pdizernffiz'-ren beteiligt war oder sich vielleicht wegen anderer politischer Vergehen im Saargcbiet verborgen gehalten hat. Gestern ist Andreas Mirus nach kurzen, Krankenlager im S8. Lebensjahr oerschieden. Mit ihm hat die konsumgenasscu- schaftliche Bewegung einen der aktivsten und unermüdlichsten Mit- kämpfer verloren. Besonders in den Kreisen der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgebung wird man die gaiize Größe des Verlustes ermessen, da der Verstorbene von ISlll bis 1030, also fast zwölf Jahre. Ge j ch ä s i s f ü h r c r d e r K G V. gewesen ist. Die schweren Jahre der Nachkriegszeit, die Schreckens- zeit der Inflation, die das konsun»genossenschaftliche Werk auf die härteste Probe stellte, und der mühselige Wiederaufbau nach der Stabilisierung der Währung sind für die konsumgeiwssenschaftliche Bewegung in Berlin ans das engste mit dem Nomen Andreas Mirus verknüpft. In der stetigen Entwicklung der Konsumgenossenschaft Berlin seit 1924 sah Andreas Mirus ein Stück feiner Lebensarbeit. Erst vor einem Jahre verließ er seinen Berliner Wirkungskreis, um der Berufung zum Geschäftsführer der G r o ß- einkaufsgenoffenschaft Deutscher Konsumverein« in Ham- wmum Roama/ 3ö) l/CW «Ich verbitte mir diese Beieidigullgen." keucht James. Das wäre noch schöner, wenn ihm ein grüner Junge Vorwürfe machen dürfte. James ist der Chef.«Du weißt nicht, wen du vor dir hast!" „Komme bitte nicht mit diesen Redereien. Du bist im Begriff, eine alte Firma zu ruinieren und hast sie vielleicht schon ruiniert. Ich glaubte, die Aktien waren lange verkauft. Aber du sagst mir ja nichts. Du vertraust nur deinem Schädel, und jetzt hoffst du wohl, den Verlust durch Lohnabbau einzu- bringen." James trinkt zur Beruhigung ein Glas Whisky. Ruin ist zu albern. Darüber kann mast sich nicht mehr aufregen. Warum Ruin? Roch ist nichts verloren. Die Aktien find gestützt. Harry redet weiter und begleitet die Worte mit einer wegwerfenden Geste: „Meinetwegen kann der ganze Laden auffliegen. Die Welt kommt ohne„Ed. Silvester u. Söhne" aus. Keine Stö- rung tritt ein. Der Getreidehandel läuft weiter. Wir find alle entbehrlich. Die Truste machen schon das Geschäft." Es lohnt nicht zu erwidern, aber immerhin könnte man Harrys Meinung hören. James entschließt sich zu einem überlegenen Gesicht. Wie gleichgültig übrigens der Beugel ist! „Alfa was würdest du an meiner Stelle tun?" Harry widerfährt jetzt die Gnade, dem bekannten und geschätzten Geschäftsmann einen Rat geben zu dürfen. James präpariert ein spöttisches Lächeln. „Mehr Geld besorgen. Das ist alles. Hoffentlich kannst du's auftreiben!" James reißt die Augen auf.„Warum mehr Geld?" „Am besten wäre es gewesen, du hättest bei der Nach- fordcrung der Bank die Aktien aufgegeben. Jetzt ist es aber zu spät. Du hast eine große Verpflichtung Eriksön gegenüber. Plätzen die Kurse, sitzt du fürchterlich in der Tinte. Unter allen Umständen mußt du die Papiere halten. Eine Hausse kommt immer wieder. Nur nicht den Kopf verlieren. Also beschaffe dir flüssiges Kapital und trainiere die Nerven!'" Man muß auf alles'vorbereitet fein. So ähnlich dekla- mierte auch gestern mittag Direktor Marr. Westkohle ver- fügt über große Werte, aber was find schön Werte in dieser Zeit? Die Aktien können ins Bodenlose fallen, genau so wie die Getreidepreise. Ein Traum ist wieder einmal ausge- träumt, sinniert James. Hat er diesen Schicksalsschlag ver- dient? Erst die Baisse und dann Vilma. Ein Unglück kommt nie ollein. Und wie wird Fränze dazu stehen? Das ist ganz unberechenbar. Ach, alles ist unberechenbar. Warum hat der eine Erfolg und der andere keinen? Es gibt eben geborene Schlemihle, und wieder ein anderer spielt immer die Rolle des Königs Midas, er mag anfassen, was er will. Man muß Herr seiner Nerven bleiben, man darf sich nicht einschüchtern lassen. Vielleicht liegt darin das Geheimnis des Erfolges. Durchhalten, mag kommen, was da will. Der Vorschlag Harrys, Geld zu besorgen, ist wirklich gut. Woher aber nehmen und nicht stehlen. James macht in schweigender Ein- samkeit ein paar Promenaden durch das Zimmer. Harry fitzt auf dem Schreibtisch und spielt mit seiner Uhr. «In den nächsten Togen erwarte ich größere Zahlungen von der Schlefischen". James spricht mehr zu sich als zu Harry. „Sstön, behalte sie auf alle Fälle ein. Vertröste andere Gläubiger. Everling in Chikago wird warten. Aber die Summe kann unter Umständen nicht reichen. Jetzt weiß ich etwas", Harry schnellt sich vom Schreibtisch.„Telegraphiere sofort an Mansted. Der verfügt über flüssiges Geld. Schlage ihm Geschäftsbeteiligung vor!" „Nein, nicht Manfred!" wehrt James entschieden ab. Wie würde er dastehen. Vor ein paar Tagen hat er großartig getan, sich auf das unfehlbare Geschäftsgenie- stilisiert, und jetzt muß er schnorren und feine Hilflosigkeit bekennen. Nein, das erträgt sein Stolz nicht, seine kaufmännische Ehre nicht. Nach Kanossa geht man nicht. Harry wird dringlich.„Manfred ist selbst Kaufmann. Er versteht deine Lage sofort, er fft reich und dein Ver- wandter. Telegraphiere an die Pariser Oper. Dort werden sie wissen, wo er sich in Schottland aufhält. Laß die Hinzel- mann heute noch die Depesche aufgeben." Manfred, der singende Spetulont, könnte helfen. Was ist denn Ehre, wenn für das Geschäft, für die Firma Gefahr besteht, und Gefahr ist vorhanden, Harry hat recht: wenn er doch unrecht hätte. Er hat leider, leider, leider recht, nur zu sehr recht. Die Augen klar holten! Der Kurs kann weiter rutschen. Vielleicht drückt der Trust selbst auf die Börse, wie Marx sagte. Niemand außer den großen Eingeweihten ist imstande, die verschlungenen Fäden zu entwirren. James läuft immer schneller im Zimmer auf und ab. Er schwebt schlafend über einem Abgrund. Und dazu sind die Zeiten politisch unsicher. Wenn plötzlich einmal den Arbeitslosen die Geduld reißt, oder die Mannen um Hitler irgendeinen Plan in die Wirtlichkeit umsetzen wollen, die Börse reagiert sofort mimosenhaft zart. Hamlet sagt: in Bereitschaft sein fft alles. Er, James Silvester, Großkaufmann in Getreide, ist nicht in Bereitschaft gewesen. Er hat gehandelt wie ein Anfänger, wie ein blutiger Dilettant. Er unterbricht seinen Lauf. „Ich werde mich mit Manfred in Verbindung setzen. Auf Wiedersehen! iting!" Dann schlägt er sich vor die Stirn. Er hat ja die Dogge im Geschäft gelassen. Er ist keine Spekulantennatur, und er kann sich nicht genügend konzentrieren. In ihm lebt zu viel Menschliches. Es reicht bei ihm für ein eingeführtes Geschäft, aber nicht für Dinge, die außerhalb liegen, die Fingerspitzengefühl bean- spruchen. Harry beschließt, die Whiskyflasche zu leeren. Da James den Potentverschluß demoliert hat, wird das edle Ge- tränk schal werden. Nur nichts umkommen lassen! Da könnte James ruhig dahinleben, anständig ausgefüllt mit dem Ge- schüft und mit den Sorgen um Fränze und Vilma, und da will er Knall und Fall unter die Spekulanten und scheitert selbstverständlich, muß seiner ganzen Veranlagung nach scheitern. Die Menschen können nie vernünftig sein. Er ist es auch nicht. Aha, die Nieren melden sich, machen auf ihre Existenz aufmerksam. Morgen wird er zum Arzt gehen und die Quälgeister einpacken lassen. Man soll seine Leiden liebe- voll behandeln. Vilma! Schau, schau, Vilma droht. Ob sie ihren Jan, es zum Ehegatten präparieren will? Möglich! Jeder Mensch möchte. mühelos auf der sozialen Stufenleiter emporklimmen. Frau Vilma Silvester klingt gar nicht schlecht. Und hübsch ist sie und klug auch. Das Kleinbürgertum in ihr scheint überwunden zu sein. Vielleicht bekomme ich wirklich eine neue Tante. Harry grinst vor sich hin. Aber James ist nicht der Mann für Entscheidungen. Herr Gott, muß ihn Vilma beherrschen, er wird schon halb verrückt, wenn er nur ein Bein von ihr sieht. Wie mag sich der schwere Mann in dieser Situation benehmen? Wahrscheinlich bringt ihm erst Vilma allmählich die richtigen Flötentöne bei und läßt ihn zu einem Virtuosen heranreifen. Auch nicht schlecht! Vilma fft vital und Fränze krank und macht zum Ueberfluß noch üi sSchövseistigteit.(Fortsetzung folgt.) Nr. 441- 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag, 20. September 1931 Oer Anfang einer Bankenkontrolle. Die Anerkennung des Prinzips.— Ein Apparat von zweifelhafiem Wert. Es ist der Regierung Brüning nicht gegeben, mit Kühnheit und Klarheit den Weg des Umbaues des Wirtschaftssystems einzu- schlagen, der die richtige Folgerung aus den Krisenerscheinungen dieses Sommers aus dem Versagen der privatkapitalistischen Organisation und ihrer Funktionäre sein mühte. Nicht mit der Zielklarheit und dem starken Willen, der die Führer aus der Not kennzeichnen sollte, werden von der Reichsregierung die Reform- wege beschritten. Vielmehr wird mit einem bescheidenen Maß von Erkenntnis der Unzulänglichkeit des Bestehenden, mit einem bescheidenen Maß an Willen zur Neu- gestaltung, hin- und hergezerrt von den verschiedensten Interessenten- einflüssen, mühselig der Weg zur Neugestaltung wirtschaftlicher Verhältnisse gesucht und zaghaft beschritten. Ein Dokument dieser Situation der Regierung, die natürlich nicht nur der Ausdruck persönlicher Unzulänglichkeften, sondern gleichzeitig ei« Ausdruck der verworrenen politischen Lage seit den Seplemberwahlen von 1930 ist, bildet auch die nunmehr nach langen Beratungen fertiggestellte Notverordnung über die Bantenaufsicht. Wir haben an dieser Stelle seit der Bankenkrise im Juli, die, weithin sichtbar für jedermann, die wahre Situation im Verhältnis von Bonken und Staat und von Banken und Gesamtwirtschaft entschleiert hat, nicht ausgehört aufzuzeigen, welche Folgerungen aus der Tatsache gezogen werden mühten, daß im entscheidenden Augenblick der Staat das Risiko der privaten Großbanken zu übernehmen ge- zwungen war und aus der Tatsache, daß unter der rein privat- wirtschaftlichen Bankenleitung die Lenkung des spärlich fließenden Kapilalstroms in der deutschen Wirtschaft nicht den gesamtwirtschost- lichsn Bedürfnissen entsprich. Wir haben aus dieser Erkenntnis als das sofort durchführbare Gebot der Stunde die Durchführung einer weitgehenden öffentlichen Kontrolle über das private Bankwesen abgeleitet und als das Ziel dieser Kontrolle nicht nur die Be- reinigung privatwirtschaftlicher Schwächen im deutschen Zkrcditwesen bezeichnet, sondern darüber hinaus die Anbahnung einer planmäßigen Lenkung des kapilalstroms im gefamtwirtschafklicheu Interesse gefordert. Wir haben wetter gefordert, daß die Organe für dies« dringliche volkswirtschaftliche Aufgabe nicht rein bürokratische sein sollen, fondern daß die notwendige beamtet« Leitung ihre Er- gänzung finden müßte durch eine demokratisch aufgebaute Mitwirkung von Vertretern aus allen Kreisen der Wirtschaft, wobei für uns natürlich die Mitwirkung der berufenen verkreker der Arbeiterschaft von entscheidender Vedutung wäre. Diese Forderungen führen, wie es bei allen Maßnahmen, die heute dazu dienen können, den Aus- weg aus der Krise zu weisen, zwangsläufig über das kapitalistische Wirtschaftssystem hinaus, sie tragen infofern den Charakter fozia- liistscher Lösungen, als sie zwar auch durch ihre Verwirklichung nicht den Sprung in den Sozialismus bedeuten würden, wohl aber einen Schritt vorwärts auf dem Wege des Ueberganges von der gescheiterten rein kapitalistischen Wirtschaft zu einer besseren plan- mäßigen Wirtschastslenkung. Wenn wir mit unseren Vorstellungen von dem, was not tut. die jetzt erlassene Notoerordnung über die Bankenoufsicht ver< gleichen, so können wir das Ergebnis etwa wie folgt formulieren: die Forderung, daß Bankgeschäft und kapllallentung nicht reine Privatsache bleiben darf, sondern der öffentlichen Kontrolle zu ualerwerseu ist, ist im Grundsatz durch die Notoerordnung anerkannt. Aber mit der Anerkennung der Forderung im Grundsatz ist die Erfüllung der Forderung nicht verbunden. Der Schuldner, der in diesem Falle der Gesetzgeber ist, leistet nach dein Muster weit verbreiteter Zahlungssitten nur eine bescheidene An- Zahlung. Die Lieferung der notwendigen Bankenkontrolle und Kapitallenkung wird„auf Stottern* in die Wege geleitet. Als erste für unseren Geschmack viel zu kleine Anzahlung auf unsere anerkannte Forderung sind wir bereit, die Notoerordnung anzunehmen. Der Wert dieser Anzahlung wird in letzter Linie davon abhängen, ob. manu und in welchem Maße die weiteren notwendigen Ratenzahlungen erfolgen werden. Unsere Aufgab« wird es sein, die Rolle des unerbittlich auf die Zahlung der weiteren Raten drängenden Gläubigers zu spielen. Wir werden dazu mit größter Aufmerksamkeit zu verfolgen haben, was mit dem als Abschlagszahlung gelieferten Instrun»ent praktisch geschieht. Die Eintreibung d«r nächsten Raten wird ent- scheidend abhängen nicht nur von unserer Achtsamkeit, sondern auch von den Möglichkeiten, die folgenden Raten einzutreiben, das heißt in letzter Linie von der politischen Macht der Sozialdemokratie. Di« Notverordnung legt die Bankenaufsicht in die Hand eines Reichskommifsars und eines Kuratoriums, das die Richtlinien für die Tätigkeit des Bankenkommissars auszustellen hat und darüber entscheiden soll, ob und inwieweit für die Geschäfts- führung der Banken allgemein« Grundsätze aufzustellen sind. Die so zusammengesetzte Vankenaufiicht soll sich und die Reichsregierung fortlaufend über die Lage und den geschäftlichen Stand der deutschen Kreditwirtschaft unterrichten, und sie soll, was uns das Entscheidende erscheint, die allgemeine Bankpolitik vom Stand- punkt der deutschen G e s a m t wi r t s cha f t beein- flussen. Jeder Beeinflussung muß die Unterrichtung voraus- gehen, und deshalb erhält der Konmüssar weitgehende Rechte auf Auskunft durch die kontrollierenden Banken. Er soll das Recht haben, sich über alle Vorgänge im Bankgeschäft zu unterrichten, die Bücher einzusehen, Nachprüfungen zu veranstalten, an den Sitzungen des Vorstandes und Aufsichtsrates von Banken teilzunehmen, die Einberufung derartiger Sitzungen und nötigenfalls auch die Ein- berufung einer Generalversammlung zu verlangen. Der Kommissar kann seine Befugnisse teilweise auf andere Stellen übertragen, d. h. also: sich vertreten lassen, er hat über den engeren Bankenkreis hinaus auch das Recht, von Privat- Personen, die nicht Bankiers sind, Auskunft über ihre Aus- landsverpflichtungen und Auslandsforderungen zu verlangen. Der Kommissar berichtet über seine Feststellungen an das Kuratorium und an die Reichsregierung. Das Kuratorium hat seinerseits darüber zu entscheiden, ob es für die Gofchäftssührung der Banken allgemeine Grundsätze festlegen will. Es hat also ohne Zweifel das Recht, solch« Richtlinien auszustellen und nur in Zweifelsfällen, insbesondere dann, wenn innerhalb des Kuratoriums, dem der Bänke nkommisfor angehört, Meinungsverschiedenheiten aus- treten, ist die letzte Entscheidung der Reichsregierung vorbehalten. Wenn durch die vorstehend erwähnten Bestimmungen an sich der Ansatzpunkt für eine wertvolle Ausgestaltung der Banken- kontrolle auch inst dem Ziele volkswirtschaftlicher Kapitallenkung gegeben wäre, sö nruß doch die Zusammensetzung des entscheideichen Bankenkuratoriums als sehr' unbefriedigend bezeichnet werden. Es besteht nämlich aus fünf Mitgliedern: dem Reichsbank- Präsidenten als Vorsitzenden, einem zweiten Vertreter der Reichsbank, dem Staatssekretär des Reichswirtschaftsministeriums, dem Staatssekretär des Reichssinanzministeriums und dem Bankenkommissar selbst. Wenn wir auch selbst immer betont haben, daß eine zentrale Lenkung der Bankenpokitik stets mit der Reichsbank eng zusammen- arbeiten müßte, so scheint uns doch bei der Zusammensetzung des Kuratoriums der unmittelbare Einfluß der Reichsbank, deren Prä- sident den Vorsitz führen wird, viel zu stark. Die Bedenken gegen den überbetonten Einfluß der Reichsbank müssen natürlich solange um so stärker sein, als Reichsbankprösident und Reichsbankdirektorium in dem Maße, wie es nach dem bisher geltenden Recht der Fall ist, von dem Generalrat, d. h. also praktisch wiederum von den Vertretern der privaten Bankinkeressen beeinflußt und » abhängig sind. Wir glauben deshalb, daß diese Gestaltung der Bankenaussicht die Forderungen nach Umgestaltung der Verwaltungs- Organisation de r Reichsbank nur noch, dringlicher macht, als sie bisher schon waren. Ob sich die Staatssekretäre der Reichs- Ministerien als hemmende oder als vorwärts treibende Kräfte für eine wirksame Ausgestaltung der Bankenaussicht erweisen werden, ist natürlich nicht nur eine Personenfrage— von den beiden der- zeitigen Staatssekretären dürste jedenfalls sehr viel vorwärts treibende Kraft kaum ausgehen—, sondern wiederum eine Frage der politischen Machtgestaltung. Bleibt schließlich die Person des Bankenkommissars selbst, von de? wir hosten müssen, daß sie, vor eine große Ausgabe gestellt, nicht den Wunsch haben wird, eine Attrappe zu bleiben, sondern eine wirkliche Leistung für die deutsche Gesamtwirtschaft zu vollbringen. auch dann, wenn sie mit großen Widerständen auf der Seite der privaten Interessen zu kämpfen haben wird. Auch eine Bankenkontrolle, die wirksamer wäre als die jetzt in die Wege geleitete, würde niemals die Banken im einzelnen von der vollen Verantwortung für ihre Geschäftsfichrung ent- lasten. Ebenso wird auch in Zukunft die Sicherheit der Banken- gläubiger keineswegs unter eine allgemeine Staatsgarantie gestellt. Es ist vielleicht notwendig, diese Tatsachen besonders hervorzuheben, weil es zum Teil gerade die Gegner einer wirksamen Bankenkontrolle sind, die schon den bescheidenen Schritt dieser Notverordnung in der Richttrng einer Bankenausticht so darzustellen belieben, als ob eine entscheidende Maßimhive gegen den privatwirstchaftlichen Ausbau des Bankwesens und gegen die volle Verantwortlichkeit seiner Leiter getroffen wäre. Wir wissen genau, daß mit einer bescheidenen Abschlagszahlung das große Ziel einer volkswirtschaftlichen Neugestaltung, das wir einer auf planmäßige Kapitallenkung eingestellten Bankenkontrolle setzen, nicht erreicht werden kann. Solange man zaghast bei den Anfängen stehen bleibt, kann man deshalb eine Wirkungslosig- keit der Maßnahmen auch nicht als einen Beweis gegen die Zweck- Mäßigkeit der von uns geforderten Einrichtungen ausspielen. Aber man muß nicht stehen bleiben. Die Notverordnung kann einen Start, wenn auch vielleicht keinen sehr glücklichen, bedeuten, uni» unsere Aufgabe wird es sein, daraus zu drängen, daß das Rennen nicht abgebrochen wird, fondern bis zum Ziel fortzusetzen ist. Je krasser die Schäden der kapitalistischen Wirtschaft zutage treten, je mehr sich die Erkenntnis von der Unfähigkeit privater Wirtschaftsführung, im besonderen in Deutschland, ausbreitet, desto größer wird der Zwang. Schritt um Schritt um den Um- bauderWirtschaftzuringen. die öffentliche Kontrolle und Führung der Anarchie der privaten wirstchafl gegenüberzustellen. Zn diesem Kampfe, der gleichzeitig ein Kampf gegen die Krise und ein Kamps für die Verwirklichung des Sozialismus ist, kann die Einführung der staallichen Aufficht über die Banken eine wichtige Etappe bedeuten. Sie kann es, wenn wir die politische Macht haben, auch die nächsten Raten einzutreiben. Fritz Naphtali. Gerüchte um Lokomotivfabrik Henschel. Keine Stillegung de« Kasseler Werkes. Seit einiger Zeit sind Gerüchte im Umlauf, daß die Verwaltung der Henschel u. Sohn A.-G. in Kassel, der größten deutschen Lokomotiofabrik,«ine gänzliche Stillegung des Werkes be- absichtige. Bei der ausschlaggebenden Bedeutung, die trotz der seit Iahren ständig verringerten Belegschaft die Henschel- Betriebe für Kassel und Umgebung besitzen, haben diese Gerüchte unter der Ar- beitnehmerschaft große Unruhe hervorgerufen. Jetzt wird von der Verwaltung des Unternehmens dieses Ge» rücht strikt dementiert. Zugleich wird erklärt, daß die im Zusammenhang mit der Stillegung aufgetauchte Behauptung, daß die Lokomotivquote der Henschel A.-G. mit 36 Prozent an die AEG. verkauft würde, völlig aus der Luft gegriffen sei. Die er- folgten Kündigungen und Betriebseinschränkungen seien im Gegen- teil ein Beweis, daß die Leitung des Unternehmens gewillt sei, unter Anpassung der Betriebstätigkeit an den jetzigen Auftragsbestand das Werk aufrechtzuerhalten. Auch in USA. schlechte Kapitalrenten. In ihrem letzten! Monatsbericht stellt die New-Porker Bundes-Reserve- dank fest, daß bei 436 Gesellschaften der Reingewinn im ersten Halbjahr 1931 um 61 Proz. gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres und sogar um 66 Proz. gegenüber 1929 gesunken ist. In der Schwerindustrie bettägt der Gewinnrückgang gegenüber 1930 rund 86 Proz. In der Petroleum-, Kupfer» und Gummiindustrie haben die ehemals so hohen Dividenden über« wiegend Vertu st en Platz gemacht. IS/J �/FA/A/ZO" Azer z/GA/i£rr£NFA bq/k. g.m.b.h fambufg . M m M, Tartrieb: TI.ABAT M. B. H. Zweigniederlassung Die neue Notverordnung. Akiienrechi— Rankenauffichi— Gteueramnestie— Z�eichsbahnanleihe. Die neue Notverordnung der Rcichsregicrung, die wir bereits gestern abond angekündigt hoben, ist jetzt vcrössentlicht worden. Die Verordnung umsaht die Reform des Aktienrechts, die Bankenaufsicht und in einem dritten Teil Vorschriften über die S t e u c r a m n e st i e in Verbindung mit einer Anleihe für die Deutsche Reichsbahn. Die Aktienrcchtsresorm beschränkt sich auf die Gebiete, die am allcrdringcndsten reformbedürftig sind. Die wichtigsten Bestimmungen sind eine Verschärfung der Publizitätspslichten der Unternehmungen sin Geschäftsberichten und Bilanzen), sowie die Einführung der Pflichtprüfung. Die ins einzelne gehenden Vorschriften über die Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie den Geschäftsbericht macht endlich dem unhaltbaren Zustand ein Ende, dah die Aktien- gcsellschaften in Deutschland, an der Spitze die Grohkonzcrne, bei ihren Jahresabschlüssen mit der Oeffcntlichkeit Versteck spielen. Damit ist auch eine Älarlegung der durch die K o n z e r n v e r f l c ch- t u n g c n bedingten unübersichtlichen Verhältnisse geschaffen. Die Pslichtprllfungen sind durch unabhängige Wirtschaftsprüfer vorzunehmen. Die Regierung miht dieser Einrichtung grohe Be- deutung bei und rechnet damit, dah bereits im gerbst ein Stab von 200 öffentlichen Wirtschaftsprüfern für die Durchführung der Pflicht- revision vorhanden ist. Die Regierung wird durch die vorliegende Verordnung ermächtigt, diese Prüfungen jeweils nach ihrem Er- messen vorzunehmen. Auch die Einrichtung der Direktoren und Aussichtsräte. deren Versagen bei den massenhaften Wirtschaftsskandalen der letzten Jahre größte Empörung in der Oefscntlichkeit hervorgerufen Hot, wird von der Notverordnung berührt. Der Vorstand, also die Direk- lorcn von Unternehmungen, werden gezwungen, durch schärfere B c r i ch t s p f l i ch t das Prüfungsmaterial für den Aufsichtsrat zu erweitern. An Vorstandsdirektorcn dürfen Kredite der Gesellschaft nicht mehr gegeben werden, um einer Jnteressenvcrsilzung vorzn- beugen. Die Verantwortlichkeit des Aufsichtsrats wird gleichfalls infolge der skandalösen Vorgänge in der Privatwirtschaft wesentlich verschärft. Die Satzungen über die Zusammensetzung des Aufsichlsrals, feine Bestellung und feine Vergütungen treten nach der Verordnung mit dem Ablauf der nächsten General- Versammlung a u h e r K r a f t. Es muh ein neuer Beschluß in der nächsten Generalversammlung über diese Satzungen gesaßt werden: es erlöschen also damit auch sämtliche Mandate zum Aufsichts- rat. Die Höchst zahl der Aufsichtsratsmitglieder wird auf dreißig festgesetzt, und in einer Person dürfen in Zukunft nur zwanzig Mandate vereinigt werden. Ausnahmen find nicht zugelassen.— Die Verordnung.sieht fernerhin eine Erleichterung der Geltendmachung von Regrchan sprächen(Schadenersatz) gegen Vorstand und Auf- sichtsrat vor und erweiterte M i n d e r h e i t s r e ch t e für die Geltendmachung von Regrchansprüchen. In Fällen der Bilanzverschleierung und des Handelns gegen die Interessen der Gesellschaft werden Z u ch t h a u s st r a f e n bis zu fünf Jahren festgesetzt.— Der Erwerb eigener Aktien kann nach der Verordnung nur unter bestimmten Voraussetzungen und nur in der Gesamthöhe von 10 Proz. des Grundkapitals erfolgen. Er ist nur zulässig zur Abwendung eines schweren Schadens der Gesellschaft. Während der Notverordnung, der die Form einer Novelle zum .Handelsgesetzbuch gegeben ist, behält der restliche Entwurf der Aktienrechtsresorm, der noch veröffentlicht wird, die Gestalt eines selbständigen Gesetzes. In diesem Entwurf werden die Fragen der Stimmrechts- und Vorratsaktien, das Auskunftsrecht der Aktionäre und die Finanzierungs-, Gründungs- und Fufionsfrogcn behandelt. Die Bestimmungen über die Bankenaufsicht werden bc- reits in dcn> obigen Artikel wiedergegeben. Der Anlaß zu dem dritten Teil der Notverordnung, der Steucramneftie, ist die Ueberzeugung der Reichsregierung gewesen, daß bei weitem noch nicht alle Kreise der Bevölkerung den ernstlichen Willen gehobt haben, ihren steuerlichen Pflichten nachzukommen und die bisher verschwiegenen Vermögenswerte der Besteuerung wieder zuzuführen. Die Verlängerung der Steueramnestiesrist bis zum 15. Oktober wird von der Regierung damit begründet, daß sie entschlossen sei, in den Kampf gegen die Steuerflucht ihren Willen mit allen zu Gebote stehenden Mitteln durchzusetzen. Neben der Selbstanzeige hat die Regierung jetzt noch einen neuen Weg zur Erlangung der Steucramnestic gewählt, nämlich den Erwerb einer noch aufzulegenden steuerfreien Reichsbahnanleihe in Höhe der bis- her nicht angegebenen Werte. Dafür soll aber gegen alle diejenigen, die von dieser nochmaligen Gelegenheit, wieder steucrehrlich zu werden, keinen Gebrauch machen, mit den schwersten Strafen vorgegangen werden. Wer nunmehr sein Vermögen weiterhin vorsätzlich nicht richtig deklariert odkr das bisher schon angegebene Vermögen nicht entsprechend berichtigt oder auf Befragen unrichtige Auskünfte gibt, wird auf jeden Fall mit Gefängnis nicht unter drei Bionoten, in schweren Fällen mit Zuchthaus bis zu 10 Tahren bestraft. Außerdem sollen in verstärktem Umfange eidesstattliche Versicherungen darüber eingefordert werden, daß anderes als das angegebene Vermögen nicht vorhanden ist, insbesondere daß im Auslände keine weiteren Vermögensgegenständc liegen. Endlich wird sich die Reichsregierung mit ausländischen Regierungen zwecks gegenseitiger Erfassung der im Auslände befindlichen Vermögen in Verbindung fetzen. Zur Steucramneftie speziell wird folgendes bemerkt: Steucramnestic soll nach der neuen Verordnung nicht nur ein- treten, wenn der Steuerpflichtige die bisher vorgesehene Anzeige gegenüber der Steuerbehörde mit entsprechenden Nachzahlungen für 1931 und 1930 macht, sondern auch dann, wenn er, ohne daß er zur Anzeige, die von manchen gescheut wird, verpflichtet sein soll, die von der Reichsbahn jetzt angegebene steuerfreie Anleihe im Nennwert des bisher verschwiegenen Vermögens per 1. Januar 1931 und wenn hinterzogenes Einkommen, Erbschaften und Umsätze usw. vorliegen, Anleihe in Höhe dieses Betrages erwirbt. Wer diesen Weg der Amnestie wählt, muß die Anleihe fünf Jahre un- unterbrochen im Besitz behalten. Sonst geht er der Vorteile der Amnestie mit rückwirkender Kraft verlustig. Die Anleihx soll außerdem steuerfrei sein. Um aber dem Steuerpflichtigen für die Zukunft keine ungerecht- fertigten Vorteile zuzuwenden, ist der Zinssatz niedrig, d. h. auf VA Proz. bemessen. Darin liegt gleichsam ein vorweggenommener Abzug der in Frage kommenden Steuern vom Einkommen und Vermögen. Natürlich kann die Anleihe der Reichsbahn, die zu Arbeits- beschaffungszwecken dienen soll, auch von anderen Personen als von Steuerflüchtlingen gezeichnet werden. Um dem Publikum einen gewissen Zlnrciz zu bieten, ist die Anleihe steuerfrei gehalten. Es bleibt natürlich bei den vielfachen Enttäuschungen, die auf dem Gebiete der Steuer- und Kapitalflucht«ingetreten sind, noch sehr abzuwarten, ob der Weg, den die Regierung mit dieser Ver- knüpfung von Steueramnestie und Reichsbahnanlcihe beschritten Hot, zum Erfolg« führen wird. Weitere Verschlechterung im Bergbau. Auch die Braunkohlenförderung stark gesunken. Die Förderzisfern des deutschen Bergbaues zeigen im August eine weitere. Verschlechterung. Im Ruhrgebiet wurden 6,9 Mill. Tonnen Steinkohle(arbeitstäglich 265(XX) Tonnen) gefördert, während es im Juli noch 7,3 Millionen(arbeitstäglich 269 566) Tonnen waren. Gegenüber August vorigen Jahres(8,5 Mill. Tonnen) beträgt der Rückgang etwa 26 Proz. Die Ko kscrzeugung des Ruhrreviers ist von 1,63 Mill. Tonnen im Juli auf 1,55 Mill. Tonnen im August zurückgegangen. Hier macht der Rückgang gegenüber August vorigen Jahres <2,28 Mill. Tonnen) fast 36 Proz. aus. Auch bei der Brikett- Herstellung(6,25 Mill. Tonnen) ist ein weiterer Rückgang zu verzeichnen. Die Haldenbestände an Kohle, Koks und Briketts haben sich mit 16,23 Mill. Tonnen nur wenig ermäßigt. Mit den Vor- räten des Kohlcnsyndikats(1,4 Mill. Tonnen) betragen die unver- käuflichen Bestände des Ruhrgebiets also 11,6 Mill. Tonnen Kohle. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter ist weiter gesunken: von 248 366 Ende Juli auf 242 766 Ende August: im August vorigen Jahres waren noch 318 466 Mann tätig. Aber auch diese geringe Zahl von Arbeitern war nicht voll beschäftigt. Die Zahl der Feierschichten hat sich auf 969 666 erhöht, das find je einen beschäftigten Arbeiter 3,75 Feierschichten. Auch im Braunkohlenbergbau, der bisher ziemlich günstige Ziffern im Vergleich zum Vorjahr aufzuweisen hatte, ist im August ein fühlbarer Rückschlag eingetreten. Die Förderung ist von 11,8 Mill. Tonnen im Juli auf 16,7 Mill. Tonnen im August zurückgegangen: im August vorigen Jahres wurden 11,2 Mill. Tonnen gefördert. Der Rückgang beschränkt sich aber fast ausschließ- lich auf Mitteldeutschland(7,3 gegen 8,3 Mill. Tonnen), während die Förderung des Rheinlands sich auf der Höhe des Vor- monats hielt. Die Förderziffern der N e b e n z w e i g e des deutschen Bergbaues— Eisenerzbergbau im Siegerland und im Lahn-Dill-Gebiet, Metallerzbergbau im Mansfelder Gebiet, im Harz und in Ober- fchlesien— find ebenfalls im August gesunken. Oer Ltmsah im Gchuhhanöel. 1,11 Milliarden im vergangenen Lahr. Der deutsche Schuheinzelhandel setzte im Jahre 1936 rund 1,11 Milliarden um. In diesen Verkäufen sind die handwerksmäßig hergestellten Schuhe, deren Anteil im Lause des letzten Jahrzehnts allerdings auf einen winzigen Bruchteil zurückgegangen ist, nicht enthalten.'Auf den wertmäßigen Gesamtumsatz entfielen nach den Feststellungen der Forschungsstelle für den Handel 3 9 Proz. auf Damenlederschuhe, auf Herrenledcrschuhe dagegen nur 25 Proz. und auf Stoffschuhc etwa 15 Proz. Zum größten Teil setzten sich die Schuhhandelsbetriebe aus kleinsten Unternehmen zusammen. Rund 86 Prozent der Betriebe beschäftigen nach der Betriebszählung von 1925 nicht mehr als drei Personen. Wöhrend seit 1925 die Umsätze bei den Einzelhändlern sich kaum verändert haben, sind bei den Großbetrieben, besonders den Warenhäusern, die Schuhumsätze kräftig gestiegen. Ins- gesamt hat sich der Anteil der Warenhäuser am gesamten Schuh- umsatz von 4,1 Proz. im Jahre 1926 bis auf 5,4 Pnaz. im letzten Jahr gesteigert. Die rund 15 Filialunternehmungen in Deutschland mit etwa 566 Filialbetrieben vereinigen etwa 14,4 Proz., das sind 166 Millionen Mark, des gesamten Handelsumsatzes an Schuhen, auf ihre Betriebe. Rund 25 Proz. des Gesamtumsatzes ging im letzten Jahr über die Großbetriebsformen des Einzel- Handels, die Warenhäuser, Filialbetriebe und Konsumvereine. Den größten Anteil behaupteten mit rund 76 Proz. die selbständigen i-chuhspezialgcschäfte. Aus der Partei. Erwerbslosenschulung. Je höher die Not der Erwerbslosen steigt, desto dringender wir? für Partei und Gewerkschaften die Ausgabe, sich der erwerbslosen Genassen nicht nur in materieller, sondern auch in geistig-seelischcr Hinsicht anzunehmen. Praktische Borschläge für diese Aktion bringt das soeben erschienene Septemberheft der„S o z i a l i st i s ch c n B i l d u n g". In zwei Aussätzen von 5). F r! st e r und P. Bern- st c i n werden an Hand der praktischen Erfahrungen in Thüringen und in Berlin Mittel und Wege gewiesen, um der Aufgabe der geistig-seelischcn Betreuung der Erwerbslosen gerecht zu werden. In demselben Heft gibt H. Schulz anläßlich der Anfang Oktober stattfindenden Jubiläumstagung des Reichsausschusses einen Rückblick auf die letzten 25 Jahre der Partcibildungsarbeit. Jnter- cssantes geschichtliches Material liefert der Aufsatz pon Kar! Kautskl,„Vierzig Jahre Erfurter Programm", der gleichzeitig einen Querschnitt durch die Entwicklung der deutschen Sozialdemo- kratic seit dem Fall des Sozialistengesetzes bis in die Gegenwart Zieht.__ Allgemeine Wetterlage. �3Sopt. 4934, abds. % ' ow Owollanlos.O heiter,(J halb bedeckt 9wolldg.0bedeckt*RqeaÄGratipeln Schee e.=Heb«l,'KGewiftee©WinLonkwig). 20 Uhr Mitglieberner. Kimmluno in Ochmanns gestfälen. Lantwitz, 5taiscr.Wilhelm,Str. 20— A. Bor- siihrung'»er Filme:„Schufoappell" UN»«Sport im Reichsbanner", und Bor- trag de, Nameraden R-gierungsrot Dr. Muhle:«Räch dem Voll»entscheid". Reulila Brig. 1. Aug(Junaba). 20 Uhr Mitgi ieberversanrmluna bei Sauer. Bernau. 14 Uhr Antreten ,m Dercinslotal zur Beerdigung unteres AUers. lameraden Paul Barg. Anzug: Bannerklcidung mit langer dunkler Hofe.— Dienztag, 22. September. Prenzlauer Berg lAungba). 20 Uhr Jugendheim. Pro- gramnt- und Fahrtenauiftellung. Wimpel Kameradschaft«gatke". Steglif, fDrts- verein fllr Etechig, Lichterfelde und Lankwig). ISZi Uhr Antreten Part» rcstaurvnt Siidende zum Saalfchug.— Mittwoch. 23. September. WUmeraborf fSrtsoercinl. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Biktoria-cSartrn, Wilhelms- auo 114— US. Referent: Kamerad Stelling. Boofigender des Gaues Berlin- Brandenburg.— Krevzberq ivrtsuereinl. Ab 2. Oktober findet jeden Freitag unser Baden de nd von 20 bis 22 Uhr statt. Die sich beteiiigeuden Kameraden und deren Angehörige melden sich unverzüglich bei ihren gugleitern. Arbeiter- Radi». Bund Deutschland««. Bezirtogtnppe Berlin. Anschrift: H. Graul, SM. 10, Gneiilenausir. 41(Freide nie ichaus). Telephon: F fi Buer. mal» 3311. Zentrale Bastei, UN» AuÄunftsabende jeden Montag und Frei. tag ob 18 Uhr Rcichenderger Str. 30, Hof II rechts. Freitag. 23. September. Friedrichsfelde I Lokal Tempel. Gudrunstr. 7. Bauaden». 20 Uhr.— Friedrichs. Hai»: Lokal Wcrtalla, Hohenloheftr. 3. Bau eines Dreiröhrengerats. Leitung: Genosse Briifch. 20 Uhr.— Gesundbrunnen: Lokal Mitnzbcrg. Stettiner Str. 32. Was will der Arbeitcr-Rodio-Bund? Referent: Eenosie Wcner. 20 Uhr.— Kreuzberg-Tempelhoi: Lokal Thiele, Fürbringerftr. 0. Der Arbeiter als Rund» funk-Komument. Referent: Genosse Scgall. 20 Uhr.— Lichtenberg: Lokal Hämmerlein, Rigocr Str. 30—31. Einleitung zum Umbau unseres Kraftocr- ftärkcrs auf 30 Watt, Ausgangsleitung. Leitung: Genosse Lehmann. 20 Uhr.— Dienstag, 22, September. Prenzlauer Berg: Lokal Klug, Danziger Str. 71. Selbstbau von Lautsprechern. Referent: Genosse Schmidt. 20 Uhr.— Achtung! Donnerstag, A. September, Mitgliederversammlung der Bezirksgrupp« Berlin im Eewerkschaft-haus, Engelufcr 24—23, Saal 5, 19 Uhr. Pflicht besuch für alle Mitglieder., Freie Spieltruppe Berlin. Montag, 21. September, 20 Uhr. Jugendheim Lortzing. Ecke Graunstragc, Seneraiprobe. Sämtliche Mitwirkende, auch Statisten, müssen erscheinen. Gästr wiMvmmen. €xlra/ltigebote m Gardinen Morationsstollen Boucß-Teppiciie. Prima reines Haaroorn i S 78.- 1158"£39/ Wollplusth-Teppithe reine Wolle "149.-£109.-£73/ Halbstere-Meterware aparte Muster p.Hir. 12'° 9W 8" 3" 2 EUCHEIUWOIFF Spandauer StraBe 10. Ecke Kaiser-Wllhelm-StraBe Dekorationsstoffe 3� 1M 1" ea. 120 cm br. 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M.. ■Öecfc, r» 1 • 10. S sz.- rcn / r Der Llt>imernt c e r»»»ch«« �*brlin Inirg zu folgen, wo jetzt der Tod seinem Wirken allzusciih ein Ende bereitet hat. Andreas Mirus wurde im Jahre 1873 in Burghasloch in Boyern geboren. Er erlernte das Schnciderha'.rdwcrk und war von 1899 bis zum Jahre 1S07 zuerst als Sekretär und später als Gau- leiter im Schnciderverband tätig. 1912 trat er als Sekretär in die Konsumgenosscnschast Berlin ein, der er bis zum vergangenen Jahre, also 18 Jahre, sein« beste Kraft gewidmet hat. Der ewigs Tausender. Selbst Postbeamter das Opfer einer Betrügerin Einer rassinierlen Schwindlerin ist dieser Tage ein Post. bcamter ins Garn gegangen. Auf dem Zweigpostamt T e m p e l h o f II am Hohen.;ollern- korso erschien nachmittags geg«n 2% Uhr eine gutgekleidete Frau und verlangte an einem Schalter für 29 Pfennige Brief- marken. Als Bezahlung überreichte sie einen Tausend- m a r k s ch e i n. Der Schaltcrbeamte sah den Schein zunächst nicht näher an, sondern gab 999, S9 Mark heraus. Die Kundin steckte das Geld und die Marken ein und verließ das Postamt. Gleich nach ihr traten zwei Männer an denselben Schalter heran und fragten den Beamten, ob die Neubauten nebenan auch zur Post gehörten. Die Männer entfernten sich, ohne etwas gekauft zu haben. Erst als eine weitere Kundin erschien und Marken forderte, sah sich der Postbeamte den Tausendmarkschcin genauer an und stellte nun mit Schrecken fest, daß es ein„Rotgcstempel- ter" war, der lange nicht mehr gültig ist. Man vsr- mutet, daß es sich um eine Bande von Schwindlern handelt, die absichtlich die Scheine zusammengefaltet überreichen, uin eine so- fortige Prüfung zu verhindern. Die beiden Männer haben die Ausgabe, die Aufmerksamkeit des Beamten solange abzulenken, bis die Frau aus dem Gebäude verschwunden ist. Die Betrügerin war etwa 39— 35 Jahr« alt, 1,69 Meter groß, hatte ein frisches, blühen- des Gesicht, blondes Haar und trug ein graues Kostüm. Bon ihren männlichen Helfershelfern kann nur gesagt werden, daß sie etwa 49 und 45 Jahre alt sein mochten und dunkle Ucberziehcr anhatten. Der gleiche Fall hat sich übrigens bereits vor vier Jahren ereignet. Am 19. Februar 1927 erschien in einem Postamt in Wilmersdorf ebenfalls eine Frau, die einige Marken kauft« und mit einem alten Tausender bezahlte. Auch ihr gelang es, den Rest- betrag in kursfähigem Gelde herauszubekommen. Für die Auf- klärung des Betrug«? wäre es wünschenswert, wenn sich Personen, die zur gleichen Zeit, nachmittags um Uhr, im Postamt in Tempelhof waren und vielleicht gesehen haben, wohin die Frau ging, bei der Kriminalpostdicuststclle in der Dernbiirgstraße 15 in Chorlottenburg im Zimmer 857 melden wütden. Der Beamte ist für den entstandenen Schaden ersatzpflichtig. Ab heute erhöhter Taxizuschlag. Der Polizeipräsident hat den dringenden Vorstellungen der Organisation der Kraftdroschkenbesitz«r. die angesichts der Erhöhung des Bcnzinzolles die Heraufsstzung des Zuschlages auf 2 9 Pf. verlangt hatten, nunmehr nachgegeben und mit sofortiger Wirkung die Wiedereinführung des 29-Pf.-Zuschlages verfügt. Mit der heutigen Veröffentlichung im Amtsblatt hat dies« Berteuerunz der Droschkenfahrtcn schon von heute ab Gültigkeit. Wer 15 Jahre treu gedient..• Im Aüershesm der Hausangestellten. Vor Jahrzehnten gab es ein Gesetz, wonack) jede Hausangestellte bei Stellungswechsel 59 Pfennige in den sogenannten Gesinde- Be- lohnungsfonds zu entrichten hatte? aus diesem Fonds erwuchsen dann die Mittel zum Bau eines Altersheimes für Hausgehilfinnen. Das ist die kurze Entstehungsgeschichte des Hauses Koppen- st r a ß e 4 3. Für heutige Begriffe ist das Haus zwischen den alten Bäumen eines kleinen Gartens kaum komfortabel zu nennen, es be- sitzt leine Badeeinrichtung und statt der Gemeinschaftsküche brodelt die Mittagssuppe im sogenannten K o ch k a m i n, das sind kleine in die Flurwände eingebaute Kochnischen, unten das Feuerloch, oben die winzige Herdplatte, auf der gerade ein, höchstens zwei Töpfchen Platz finden. Aber das lukullische Mahl läßt sich auch hier mit einiger Routine ganz gut bereiten, denn allzu üppig läßt es sich von 39 Mark Rente ja ohnedies nicht leben? es gibt ober in diesem Hause noch romantischere Küchengeheimnisse, das ist die Küche in der Asche des Zimmerofens. Der Ofen knurrt wohl und rächt sich durch schlechte Wärmeabgabe. Aber wenn man alt ist. hat man warten gelernt und die Geduld gepachtet. So sitzt die Köchin stundenlang als sorgsame Wächterin vor ihrem Ofenloch und be- trcut das Feuerlein, dieweil die Mahlzeiten langsam aber sicher ihrer Reife entgegenschmurgeit. Die Belegschaft zählt 82 Insassinnen, die Aufnahmebc- dingungcn sehen eine 15jährige Winde st dien st zeit auf ein und derselben Stelle, die Erreichung des 6 5. Lebens- jahres, Arbeitsunfähigkeit und Rentenanspruch vor. Zumeist sind es alte Mädchen, die über dem häuslichen All- tagstrott bei fremden Leuten ihr eigenes Ich ganz in den Hinter- grimd gestellt hatten und meist mutterseelenallein durchs Leben gingen: es kommt aber auch mal vor, wenn eine oder die andere ihre müden Glieder endlich zur ewigen Ruhe streckt, daß sich ein leiblicher Nachkomme für den kärglichen Nachlaß meldet. Zu zweit sind die Alten in den Zimmern untergebracht, viel- fach haben sie ihre eigenen Möbel, das Heim stellt Licht, Heizung, Bettwäsche und den Arzt. Jede Bewohnerin kriegt ihren 5)aus- schlüssel. Nicht olle gehen mit den Hühnern schlafen? wer geistig regsam ist. geht auch noch ins Theater oder macht Besuche bei Ver- wandten und Bekannten. Auch an den Ereignissen des Tages wird noch reger Anteil genommen? viele lesen mit Interesse die Zeitung und diskutieren oft recht lebhaft über dies und jenes. Eine ganz Eifrige hantiert eben im Schweiße ihres Angesichtes in der Waschküche, sie bleibt bei dein Grundsatz, daß man sich die Wäsche am schönsten alloine wäscht?„bloß die ollen Beine streiken egal, da piekt es hier und bohrt es da und immer muß ich mich von Zeit zu Zeit schnell mal hinsetzen", meint sie. Aber sie schrubbt und nibbelt drauflos, daß es so seine Art hat. An einem blumen- überladenen Fenster betreut eine Blumenfreundin ihre blühenden Schützlinge.„Alles packen sie mir her, ich soll's pflegen", meint sie, „macht mir aber Spaß, ob es mir gehört oder nicht, Hauptsache es gedeiht." Der Tag geht den guten Alten so still und beschaulich dahin. ?lufftehen kann jede, wann sie Lust hat? dann wird das Zimmer gesäubert, das Essen eingeholt, die Dauerkochmaschine in Betrieb ge- setzt? wer keine Neigung dazu verspürt, der ißt auswärts, wenn es sich machen läßt bei Verwandten oder Bekannten. Ab und zu— leider nur allzu selten— gibt es auch einen Untrrhaltungsabend in einem dafür vorgesehenen Raum? da sind die Alten so dankbar, wenn sie einmal von Herzen lachen können, sie haben alle nicht viel Frohsinn in ihrem langen Leben genossen. Manchmal ist es gar nicht so einfach, die richtigen Partner zur Wohngemeinschaft zusammenzufinden? da wird eben so oft ausge- wechselt, bis die Harmonie hergestellt ist. Im allgemeinen herrscht aber ein herzliches Verhältnis unter den Heiminsassinnen. Die Lei- tcrin ist eine freundliche, lebensfrohe Frau, die aufmunternd und be- lebend auf ihre Pfleglinge wirkt, für alle ihren kleinen Wünsche und Sorgen ein williges Ohr hat und hilft, wo sie nur halbwegs helfen kann. Im Sommer sitzt man im kleinen Garten und freut sich der Sonne, im Winter kröche alles am liebsten in den Ofen hinein, auf jeden Fall ist der Ofenplatz der Lieblingsaufenthalt. Wöchentlich einmal kommt der Arzt, da ist allgemeine Untersuchung, im großen und ganzen fühlen sich die Alten, bis auf die unausbleiblichen Altcrserscheinungen, aber recht wohl. Ruhig, einförmig, aber be- schaulich fließen ihre Tage dahin, bis dann plötzlich ein Bett leqr wird.... Mißlungener Raubversuch. Auiofchaffner als Opfer eines Bubenstreiches. Ein bösartiger Bubenstreich wurde in Spandau verübt. Das Opfer war der Schaffner eines Autobusses. Ein Autobus der Linie 31A. fuhr langsam um die Ecke der Charlotten- und Breitestraße in Spandau. Der Schaffner des Wagens, Ernst W e s e l m e i c r, stand am Rand der Plattform. Nicht weit von ihm standen mehrere junge Burschen auf den Bürgep- steig. Einer dieser Burschen faßte, als der Autobus herangekommen war, nach dem Riemen der Geldtasche, die der Schaffner umgehängt hatte und zog kräftig daran. Glücklicherweise gelang es dem Schaffner, sich vor einem Sturz zu bewahren? er gab sofort das Notsignal und der Wagen hielt. Wefelmeicr sprang ab und wollte den Burschen, der ihm die Tasche hatte entreißen wollen, fassen. Der junge Mensch setzte sich mit B b x h i e b c n zur Wehr, schlug dem Schaffner zwei Zähne aus. Einige andere Zähne wurden gelockert. Dann flüchtete der Töter ebenso wie seine „tapferen" Freunde. Der angefallene Schaffner erstattete bei der Polizei Anzeige. Eine Stunde später etwa erschien der gesuchte Bursche selbst auf dem Revier. Es ist ein 22 Jahre alter Walter K. aus Spandau. Er gibt an, daß einer seiner Freunde gerade darüber gesprochen habe, daß er kein Geld besitze, um ins Kino zu gehen. In diesem Augenblick sei der Autobus herangekommen und er, K., habe gesagt:„Hier ist ja Geld" und habe nach der Schaffner- tasche gegriffen. Es soll, wie er behauptet, nur ein„Spaß" gewesen sein. Der Vorfall erinnert auffällig an ein Vorkommnis, das sich vor etwa vier Wochen in Friedenau ereignet hat. Dort wurde belanritlich nach einem Schaffner des Autobus 29 in der Nacht«in Lasso geworfen, das ihn vom Wogen herunterreißen sollte. Zum Glück schlug auch dieser Streich sehl. 2. Bezirk des Deutschen Arbeiter- Sänger-Bundes. Gau Berlin, hält am heutigen Sonntag, dem 20. September, vormittag, im Lokal„K y f f h ä u s c r" in N i e d e r s ch ö n c w c i d c, Berliner Straße, eine zwanglose„M o r g c n f c i e r" ab, um den Vereinen Gelegenheit zu geben, gegenseitig Lieder auszutauschen und den Volksgenossen als Gäste einige frohe Stunden zu bereiten. Alle Vcr- eine des Bezirks nehmen daran mit Einzeldarbietungen teil. Der Bezirkschor eröffnet und beschließt die Feier. Außerdem werden Klaviervorträge zu vier Händen von den Dirigenten S. Günther und L. Belitzer zu Gehör gebracht.— Eintritt frei. Beginn 9le, Uhr. Protest der Gewerbelehrer. Gegen die Gehaltslörzung der preußischen Notverordnung. Die preußische Notverordnung hat die Gewerbe- und Handels- lchrer besonders hart getroffen. Sie(und auch die Mittelschul- lchrer) müssen im Gegensatz zu allen andern vergleichbaren Gruppen mit einer empfindlichen Kürzung ihrer Gehälter rechnen, die bei den Anwärtern ein Sechstel des Grundgehaltes über- Haupt ausmacht. Eine Protestkundgebung der Berliner Gewerbe- und Handelslehrer am 18. September wandte sich in einer einstimmig angenommenen Entschließung gegen diese Ausnahmebehandlung. Das neue Programm im Zirkus Busch weist wieder eine ganze Reihe außerordentlich guter artistischer Leistungen auf. Aus dem Eröffnungsprogramm ist einiges übernommen worden. So die 3 E a v a l l i n i s, die neue Späß« und Entrees bringen, der elegante Schulrciter Vascouccllo und die 3 Carotis, die waghalsigsten Leute zu Pferde, die man sich vorstellen kann. Athleten von bc- fondercr Klaise sind die 3 F l e m m i n g s, die ihre schönen, sportlich durchtrainierten Körper ins rechte Licht zu setzen wissen und dabei spielerisch leicht die größten Kraftleistungen vollbringen. Vcrrachia hält 4 Mann mit seinen Zähnen und auch sein« Partnerin verfügt über ein so beneidenswertes Gebiß. Es folgen dann wieder rein zirfenstsche Nummern. Zwergcscl und Kamele, vor- geführt von Joses H a a ck, lausen und drehen sich wie die best geschultesten Pferde und eine große Pferdes 6, au, von Fred Petolelli dressiert, setzen alle Pferdeliebhaber in Entzücken. Sehr lustig sind die Leute von der Sam-Linficld- Truppe: ihre exzentrischen Spähe sind weniger zart als originell. Tie 6 Großmanns fliegen wie Gummibälle durch die Luft und Josef Haocks 6 Elefanten sind graziöse Tänzer. WERTHEIM Leipziger Sir. Königsfr. Rosenttialer Sir. Horifzplafz In dieser Woche: Mode-A uss feilung Besondere Angebote: Damenhut neuartig« CTtasseurform Tso Dreispitz Filz, mit Phantasie* gesteck 525 Damen-Fdzhut Dreis pitzfcna Damenhut •leganie Form, handgearbeitet Herbstmanlei neuere Dessins ganz gefüttert Damenmantel Elegantes Kleid Nachmittagskleid eleg. Ausführung mit grossem Sitke- Opoesum kragen reinwoll. Afghalaine aparte Machart Woll-Veloulino neuartige Garnilur reinwoll. Epingl6, Seidenripskragen, Lackgürtel 19.75 Andr<6 Kran�ois-Poncet. Frankreichs neuer Aotschafier. An dieser Stolle haben wir gestern von dem scheidenden französischen Botschafter de Margerie Abschied genommen. Heute begrüßen wir seinen Nachfolger Andrö F r a n y o i s Poncet, der Montag früh in Berlin eintrifft. Unmittel- bar noch Poncets Ernennung sind hier seine Persönlichkeit und seine Laufbahn eingehend gewürdigt worden. Im Gegen- satz zu Margerie, der ein Berufsdipl'omat war, ist Poncet bisher vor allen Dingen Politiker gewesen. Er gehört der jüngeren Generation von"Persönlichkeiten an, die sich im Parlament durch gewandtes und sicheres Auftreten eine gewisse Autorität verschafft haben. Seine engen Be- ziehungen zu führenden Wirtschaftskreisen, vor ollem zur ch w e r i n d u st r i e, sind seinem schnellen politischen Auf- stieg zweifellos zugute gekommen. Unmittelbar nach seiner Ernennung ist allgemein ver- sichert worden, daß Poncet frei von jeder Boreingenommen- heit an seine neuen Aufgaben herantrete und daß er zu den: Versuch bereit sei, die deutsch-französische Verständigung auch mit solchen Kreisen zu erstreben, die diesem Ziel bisher ab- lehnend gegenüberstanden. Anscheinend nicht ohne sein Zu- tun haben gerade rechtsgerichtete deutsch« Blätter diese Version sehr eifrig verbreitet. Einige haben dabei jene Plumpheit und jenen Mangel an Würde an den Tag gelegt, der diese Kreise immer auszeichnet, wenn sie sich, anstatt in der berufsüblichen Völkerverhetzung, in den ihnen sonst un- gewohnten Gefilden der Verständigungspolitik bewegen. Franxois Poncet bringt nach Berlin neben seiner rühri- gen und selbstbewußten Gewandtheit auch eine Menge von praktischen Erfahrungen und persönlichen Verbindungen mit. Es ist zweifellos seine Absicht, diese Erfahrungen und Verbindungen im Interesse der deutsch- französischen Verständigung zu verwerten. Ueber die von ihm erstrebte wirtschaftliche Verständigung durch den Ausbau der industriellen Jnteressengemeinschaften hofft er anscheinend, eine politische Annäherung auch mit solchen Kreisen zu er- reichen, die für die Idee der deutsch-französischen Verständi- gung bisher nicht viel übrig hatten. Unsere besten Wünsche begleiten ihn bei diesem lobens- werten Vorhaben. Die Pflicht zur Aufrichtigkeit gebietet uns jedoch, schon jetzt zu sagen, daß wir dem Erfolg solcher Bemühungen ziemlich skeptisch gegenüberstehen. Eine wirkliche und dauerhafte deutsch-französische Ver- ftändigung wird nur zwischen den Völkern erfolgen können und nicht zwischen den Interessenten. Sie muß getragen sein vom Willen der breiten Masse zum Frieden und zur Freundschaft, vom Haß gegen den Nationa- lismus und gegen den Krieg. Die Sozialisten beider Länder sind gegenwärtig die stärksten und'wohl auch die einzigen zuverlässigen Träger dieser Idee. Auch die Arbeiterklasse Deutschlands und Frankreichs erkennt den hohen Wert der wirtschaftlichen Verständigung, sofern sie zum Nutzen der Bevölkerung und des Staates erfolgt und nicht zur Errichtung einer politisch-wirtschaftlichen Vorherrschaft großkapitalistischer Cliquen. Eine oberflächliche Verständigung zwischen der F i n an z- und Jndustrieplutokratie beider Länder würde sehr bald die Arbeiterschaft in eine Kampfftelluug drängen, die für das hohe Ziel der deutsch-französischen Freundschaft verhängniSvoü.. wäre. Dem neuen Botschafter Frankreichs wünschen wir Äs aufrichtige Freunde seines Volles ein er- solareiches Wirken. Wir fügen den Wunsch hinzu, daß er sich balb zu der grundsätzlichen Erkenntnis bekehre: die deutsch- sranzöstsche Annäherung wird das Werk der fortschrittlichen demokratischen und pazifistischen Massen sein— oder sie wird nicht sein!_ Gondergerichte angekündigt! Gegen politische Gewalttäter und wirtschaftliche Schädlinge. In einer offiziösen Verlautbarung teilt die Reichsregie- rung den Inhalt der soeben erlassenen Notverordnung mit, die sich mit der Reform des Aktienrechts, der Baniencufsicht, der Steueramnestis und der neuen steuerfreien Reichsanloihe befaßt. Im Anhang hierzu wird folgende Ankündigung er- lassen: Es ist in letzter Zeil eine so weitgehende Mißachtung der Gesehe und ein so erschreckender Mangel an gesundem Gemelnschoftsgesiihl und staatsbürgerlicher Gesinnung hervorgetreten, daß durchgreifende Abwehrmaßnohmen unerläßlich sind. Die Reichsregierung hat sich daher entschlossen, zum Schutze der östeutlichen Sicherheit und zur Rejaerhalkung der deutschen Wirtschaft und der öffentlichen Steuer- moral dem Herrn Reichspräsidenten den Erlaß einer Notverordnung über die Errichtung von Sondcrgarichtea vorzuschlagen. Die Sondergerichte sollen in eioem aus das äußerste beschleunigten Verfahren zur Aburteilung von gröblichen Terrorakten und Gewalttätigkeit sowie von schweren Fällen verbrecherischer gefchöffllcher Mißwirtschast oder Steuer- und Devisenhinterziehnug berufen sein. Nach Artikel 105 der Reichsverfassung sind Ausnahme- g e r i ch t e unstatthaft. Niemand darf seinem gesetzlichen Richter entzogen werden. Die gesetzlichen Bestimmungen über Kriegs- und Standgerichte werden hiervon nicht berührt. Diesen Artikel kann auch der Reichspräsident nicht außer Kraft setzen. Daß dagegen„Sonderge- richte" zulässig sind, ist theoretisch und praktisch anerkannt. Es gibt zahlreiche„Sondergerichte", so Wuchergerichte, Jugendgerichte u. a. Was ein„Ausnahmegericht" ist, darüber sind die Kom- mentatoren nicht ganz einig. Nach A n s ch ü tz ist darunter nur ein Gericht zu verstehen, das für einen bestimmten ein- zelnen Fall eingesetzt wird. Nach P o e tz s ch- H e f f t e r ist unter Ansnahmegericht nur ein„nicht gesetzliches Gericht" zu verstehen. Mit der Frage, ob der Reichspräsident zur Einsetzung von Sondergerichten berechtigt ist, hat sich das Reichsgericht schon einmal beschäftigt. Es hält solche Sondergerichte als„Kriegs- und Standgerichte" nach Art 105 der Reichsverfassung für zulässig. Damit ist schon gesagt, daß Sondergerichte von Art der angekündigten eine außerordentliche nur für außerordentliche Zeiten bestimmte und zweischneidige Waffe sind. Daß das Verfahren durch sie beschleunigt wird, ist natürlich kein Nach- teil, sonder» nur ei« Aus der ander«. Seit« begeht j Es war einmal ein treuer Gendarm. »Alte,- gib die Heimwehrmontur, heut geht der putsch an! L bin dabei!" »Voos- die Regierung geht net mit?— Als- dann glei's Dienfigewandl her!" «paßt's auf,£eut, jetzt kimm i!J 1 Ka&w l „Im Namen des Gesetzes— Sie sind verhastet!" Hugenbergs Programm. 3« Zöealkonkurrenz mii Goiifried Keder.— Eröffnung des ON.-Parieiiages. Gestern ist in Stettin der Deutschnational« Partei- t a g mit einer Proqrammrede Hugenbergs eröffnet worden. Die Deutschnationale Volisportei hat bekundet, daß sie noch der Macht greifen will. Alan durfte deshalb von diesem Parteitag und vor ollem von der Prograinnrrsd« des deutschnotionalen Führers Hugen- bcrz ein wirkliches Programm erwarten. Statt dessen war di« Rebe Hilgenbergs eine sorgfältige Sammlung alles dessen, was an reaktionären Hirngespinsten in der letzten Zeit aufgetaucht ist. Der Gedanke der Autarkie stand im Vorder- gnrnd der Hugenbergschen Ausführungen. Er predigte di«„natio- nal« Selbsthilfe" der grohen Völker, die Loslösung von der Welt- Wirtschaft. Für ihn ist die Weltwirtschaft wie das Finanzkapital «in« marxistische Erfindung. Er trug di« folgenden «itz-.M: jMM** „Die mgenamiie W eltax rtschaftstuch-" ist tmv/' de? marxistischen Aseorie vom interna ticmaken Großkapital sich gegongen unter leidenschafllicher Förderung durch die deutsche Sozialdemokratie. Den nationalen Kapitalismus half bei uns der Marxismus nach Kräften zerstören, er schrie dagegen nach aus- ländischen Krediten, das heißt noch internationalem Kapitalismus." Das ist die Wiederholung des lächerlichen Taschenspielerkunst- stückchens, dos die marxistische Kritik an der kapitalistischen Entwick- lung mit den Ergebnissen der kapitalistischen Entwicklung gleichsetzt, um auf dieser Grundlage die Hetze gegen die Sozialdemokratie zu betreiben. Immerhin klang die Trompete gegen den Marxismus diesmal ziemlich eingerostet! Die volkswirtschaftlichen Weisheiten hugenbergs in seiner Pro- grammrede standen in Jdealkdnkurrenz mit den notionalökouomischen Weisheiten des Nationalsozialisten Gottfried Feder, und seine politischen Programmpunkte hätten ebensogut die Lersammlungsred« eines jeden nailonalfozialistischen Agitotionsredners zieren können. Er will die Autokratie, basiert auf der Landwirtschast, geschützt, durch Ein- und Ausfuhrverbote, dazu eine eigene vom internationalen Kreditverkchr unabhängige Binnenwährung. Di« Sehnsucht iopqjen Fraktion im Landtag. r sMd t ,' hielt dann«in�Volks- der bankerotten Schwerindustrie nach Rettung ihrer Macht durch eine neue Inflation hat hier einen würdigen Vertreter gefunden. Dazu läßt er seine famose Reparationsabgabe wieder aus- tauchen. Gekrönt wird dies Programm von den folgenden Förde- rungen: „Eiv deutsches K o l o n io l r eich in Afrika, von dem ouz es in diesem ganzen neuen Kontinent große Arbeiten und Anlagen ausführt, die sonsten unterbleiben werden, und Siedlungsraum im Osten." Auf welchem Weg diese Forderungen verwirklicht werden sollen, darüber schwieg Herr hugenberg sich aus. Dafür sprach weiterhin der Pfarrer Traub aus München über„die Notwendigkeit des Kampfes um das sittliche Recht des der AbgeorMm J* vovM, uteri..... entfcheidsrechtsrede gegen die' preußische Regierung und rnrch ihm verkündet« Herr Oberfohren den deutschnationalen Willen zur Macht. Di« nationale Recht«, so führte er aus, ist zur Erlangung der Macht durchaus nicht auf den parloinenta irischen Weg onge- wiesen. Seine Rede erklomm einen Höhepunkt mit folgenden Sätzen: „Wir sind auch heute, fünf Minuten nach zwölf, noch bereit, die Verantwortung in Deutschland zu übernehmen. Wie wir es allerdings l92S uiid 1927 gemocht haben, als wir uns absorbieren ließen, werden wir es nicht wieder machen. Wenn man uns oft sagt, legt eure Rezepte auf den Tisch, dann antworte ich, das h a b en wir nicht nötig, denn wir haben die Männer, die die Träger solcher Rezepte sind." Dos ist die ziemlich genaue Kopie der berühmten hitlerschen Schublade, in der bekanntlich die geheimen Pläne für die Rettung Deutschlands fix und fertig liegen, so daß sie bei einem Putsch nur herausgezogen zu werden brauchen. Eine Partei, di« nach der Macht greifen will und dabei erklärt, daß sie es nicht nötig habe. dem Volke ihre Ziele und Wege aufzuzeigen, macht sich nur lächerlich! die Gefahr, daß sie zu übertriebener Härte neigen— ob sie das wirklich tun oder nicht, hängt von ihrer Zusammensetzung ab. Die Sondergerrchte sollen sich zum Teil mit S ch ä d- l i n g e n der Wirtschaft, zum Teil mit politischen Uebeltätern beschäftigen, und zwar mir mit solchen, die gröbliche Terror- akte und Gewalttätigkeiten auf dem Gewissen haben. Eine Ausdehnung der Sondergerichtsbarkeit darüber hinaus auf Meinungsdelikte irgendwelcher Art scheint nicht be- absichtigt: sie wäre auch ganz unerträglich, vor chr muß auf das entschiedenste gewarnt werden. Interessant ist, daß die Sondergerichtc sich ganz beson- ders auch mit„schweren Fällen verbrecherischer geschäftlicher Mißwirtschaft" beschäftigen sollen. Die Reichsregierung be- stätigt damit, daß es solche Fälle gibt. Im übrigen zeigen die soeben erlassenen sowie die an- gebündigten Notverordnungen, daß kein Buchstabe der be- stehenden Reichsverfassung geändert zu werden braucht, um eine sehr weitgehende' Diktatur des Staates über die Wirtschaft aufzurichten. Freilich wird man mit Strafbestimmungen wenig erreichen, wenn nicht mit ihnen eine großzügige Reform der Wirtschaft in sozialistischem Geiste Hand in Hand geht. Sie im Rahmen der bestehenden Verfassung durchzu- siihrcn, ist vollkommen möglich— nur auf die Machtvcrhält- nisse kommt es an! Der Inhalt der neuen Notverordnungen wird im Wirt- schaftsteil dieses Blattes ausführlich gewürdigt. Liebenswürdigkeiten für Brüning. Deuischnaiionaie schwingen dos Kriegsbeil. Sleltin, 19. September. Am Freitagabend fand, anläßlich des deutschnationalen Reichs- Parteitages eine„Beamtennotkundgebung" statt, be� der Reichstagsabgeordneter Berndt und preußischer Landtogsabgeordneter Ebers- bäch über„Berussheamten in Not" sprachen. Bürgermeister Berndt nannte das Kabinett Brüning das beamten- seindlichste| eist B e stehen der Republik. Die finan- ziellen Opfer würden den Beamten zugemutet zur Fortsetzung der uferlosen Erfüllungspölitik. Abgeordneter Ebersbach erklärte, die völlig falsche Regierungspolitik der letzten Jahre habe auch für die Beamtenschaft die allerernstesten F dl gen gezeitigt. Brüning und Vievstagsgesellschast. Der„Tag" hat kürzlich von einer Dienstagsgesellschaft erzählt, in dar sich im Jahre 1928 Brü- ning mit einigen damals deutschnatianalen Abgeordneten gefunden habe mit dem Ziel, die preußische Regierung zu stürzen. Offiziös wird dazu mitgeteilt, daß der Rcichslonzler niemals dieser Gefell- schaft angehört und niemals an ihren Veranstaltungen teil- genommen hat. Verfammlungsierror unterm Hakenkreuz Die Hitlergarde als Landplage. Frankfurt a. IN-, 19. September.(Eigenbericht.) In einer sozialdemokratischen Versammlung in dem Dorf« Ober- stedten b«i Bad Hamburg provozierten die zahlreich anwesenden Nationalsozialisten ein« S a a l s ch l a ch t. Sie hatten sich Biergläser. die sie in sozialdemokratisch« Flugblätter eingewickelt trugen, mst- gebracht und begann, ein Bombordoment gegen den R e d n e r, den preußischen Landtagsabgeordneten Prof. N ö l t i n g, und gegen die anwesenden Sozialdemokraten. Bei der sich ent- spinnenden Prügelei wurden vier Nationalsozialisten so schwer ver- letzt, daß sie ins Krankenhaus Homburg eingeliefert werden mubten. Die Gendarmerie räumt« den Saal. Die spanische Sammer nahm den Artikel 6 der Verfassung in folgendem Wortlaut an:„Spanien verzichtet auf den Krieg als Instrument nationaler Politik." Marxismus 1931. prO�icttlC/ Von Arthur Crispicn. L Marxistische Arbeitskreise sind nützlich, wenn sie sich vor allem die Aufgabe stellen, das„Kapital" von Karl Marx zu studieren. Das kann nicht genug studiert werden. Marxistische Studien sind gut. Sind sogar dringend nötig. Nun gibt es leider„marxistische Arbeitsgemein- schaften", die sich oft noch„l i n k s s o z i a l i st i s ch" nennen, die ganz und gar nicht bestrebt sind, marxistisches Wissen zu fördern, die sich hauptsächlich mit parteitattischen Fragen beschäftigen, die jeder politischen Handlung, jeder taktischen Maßnahme der Sozial- demokratischen Partei unentwegt die einfache und bequeme Parole vom„revolutionären Klassenkampf" entgegenstellen. Damit kein Mißverständnis aufkommt: Jeder kann so„links- sozialistisch" sein, wie es ihm sein Intellekt erlaubt. Jeder kann jeden taktischen Schritt der Sozialdemokratie kritisieren. Jeder kann in legaler Weise bemüht sein, die Mehrheit der Sozialdemo- krotic für seine Meinung zu gewinnen. Niemand aber darf inner- halb der Partei eine„oppositionelle" oder„linkssozialistische" oder sonst irgendwie benannte Organisation bilden. Solche Hand- lungen sind parteischädigend, sind partcizerstörend, sie können und dürfen nicht geduldet werden. Vielleicht stellt sich mancher, der nichts von koalieren, tolerieren, prüfen und abwägen hören mag und der sich deshalb als„links- sozialistisch- marxistisch" orientiert bezeichnet, als„wahrer Marxist", einen Karl Marx vor, der Zeit seines Lebens auf der Barrikade ge> standen hat: im linken Arm sein Werk, das„Kapital", in der er- habencn Rechten das Schwert. Einen Marx, dem in allen Situa- tioncn nur die Potentformel vom„revolutionären Klassenkampf" geläufig war. Womit nichts gegen den revolutionären Klassenkampf gesagt werden soll, sondern nur gegen seine Entseelung. Es gibt Zeiten, wo der Klassenkampf direkt revolutionäre Formen annimmt. 1318 gegen das kaiserliche Deutschland, l92. lSloSe: sämtlich in Berlin. Verlad: Dorwärts-Berlaa S. m. b. K., Berlin. Druck: Vorwarts-Buchdruckercl und Vcrlaasanltalt Paul Einaer u. Co., Berlin SW KL. Lindenstra&e 3. Hierzu 4 Beilagen. GkSCHlOSSfN BERUM CS• SPAN DAUER STRASSE» K 0 MI G STRASSE Nr. 44�-» 4S. Jahrgang Sonntage 20. September �931 Hinter dem Monde. Wie sich die Textilindustriellen die Volkswirffchast vorstellen. MTB meldet aus Greiz, daß die Unternehmer die Lohntarife für die sächsisch-thüringischen Webereien gekündigt Hütten und fügt hinzu, daß auch in Westdeutschland die Lohntarife in der Textilindustrie gekündigt worden seien. Dieser den Ercig- nisscn nachhinkende Meldung wird folgender Kommentar angehängt: „Wie verlautet, sind diese Tarifkllndigungen darauf zurück- zuführen, daß sich die Wirtschaftskrise immer weiter verschärft hat, und daß eine Ungleichung der Löhne an die völlig veränderte Marktlage sowie an die Produktions- und Lohnvcrhält- nisse des konkurrierenden Auslandes nicht weiter zu umgehen ist. Man erwartet, daß eine Neuregelung der Tarife die einheimische Textilindustrie in die Lage versetzen wird, ihren Auslands- umsatz zu erhöhen und den Arbeitsloscnmarkt stärker als bisher zu entlasten." Zunächst eine Vorbemerkung: Wenn sich das offiziöse Wolfs- Büro schon oerpflichtet fühlt, die Tendenzmeldungen der Unternehmer zu oerbreiten, so wäre es wohl angebracht, diese Tendenzmeldungen als solche zu kennzeichnen. Also die Textilindustriellen unternehmen einen Generalangrisf auf die Hungerlöhne der Textilproleten, um„den Arbeislosenmarkt stärker als bisher zu entlasten". Den Arbeitslosenmarkt? Den Markt mit Arbeitslosen? Wie die Textilindustriellen den Arbeitsmarkt bisher„entlastet" haben, geht aus der Statistik der Gewerkschaften hervor. Nahezu zwei Drittel der Textilarbeiter waren Ende August arbeitslos oder Kurzarbeiter. Das ist die Entlastung. Die TcxtUindustriellen sogen zwar in ihrer Verlautbarung nicht, was sie unter der„Ungleichung der Löhne" verstehen und a n welche Löhne des„konkurrierenden Auslandes" die Löhne der deutschen Textilarbeiter angeglichen werden sollen. Etwa an die Löhne der indischen Parias? Im übrigen ist eine derartige Ungleichung ein böswilliger Un- sinn. Es kommt nicht auf die nominale Höhe des Stundenlohns an, sondern auf die L e i st u n g. Wollen die deutschen Textil- industriellen auch diese Leistungen angleichen?— Dann müßten sie zunächst ihre Betriebe nach rückwärts„rationalisieren". Bezeichnend ist es, daß die Textilindustriellen mit keinem Wort von der Erhöhung des I n l a n d s u m s a tz e s reden. Nur der Auslandsumsatz soll erhöht werden. Ihre verrückte These, daß der Absatz steigt, wenn die Löhne sinken, haben die Unternehmer also bereits wesentlich eingeschränkt. Sic lautet jetzt: Im Inland Hunger und Arbeitslosigkeit, im Ausland Steigerung des Ver- brauchs. Natürlich ist auch diese These ein volkswirtschaftlicher Unsinn. Daß das Ausland nur in dem Maße von uns kaufen kann, in dem wir selbst Käufer sind, ist eine Wahrheit, die auch die Mächte jetzt einsehen, die bisher hohe Kriegsentschädigungen von uns gefordert hoben. Die Textilindustriellen beweisen mit dieser These nur aufs neue, daß sie volkswirtschaftlich hinter dem Monde leben. Nach dem wirtschaftlichen Bankrott der geistige. Ein Gozialisierungsversuch. Ratingen. 13. September. Eine Notgemeinschaft, die den Zweck hat, die alte R a t i n g e r Spinnerei auf genossenschaftlicher Grundlage wieder in Betrieb zu setzen, wurde hier gegründet. Die Notgcmein- schast hat das Werk gepachtet und wird am 1. Oktober zunächst mit 200 Arbeitern den Betrieb erösfnen. Die Finanzierung geht in der Weise vor sich, daß alle Werksangehörigen«in Viertel ihres Einkommens zur Kapitalbildung zur Verfügung stellen. Stadt und Bevölkerung find an dem neuartigen Unternehmen sehr iMeressiert. In der ersten Generalversammlung der neuen Gesellschaft wurde der Ratinger Bürgermeister zum Vorsitzenden des Aussichtsrats gc- wählt, der sich aus Vertretern der Belegschaft und der B ü r- gcrschast zusammensetzt. Die nächste Ausgabe der Gemeinschaft wird sein, genügend Absatzmöglichkeiten zu sinden. Die alte Stempelet. Sie muß endlich eingeschränkt werden. Der„Vorwärts" hat wiederholt auf die unnütze Stempel»«- pstichtung der unterstützten Arbeitslosen hingewiesen. Manche Arbeitslose, die infolge der Massenarbeitslosigkeit in ihrem Berufe überhaupt keine Aussicht haben, in absehbarer Zeit vermittelt zu werden, müssen drei- und viermal wöchentlich zum Arbeitsnachweis, weil es nun einmal so üblich ist. Das Geld für die überflüssige Fahrt zum Arbeitsnachweis könnte in der Familie nötiger verwendet werden. Besonders unnütz ist die Bestimmung, daß s o g a r d i e„A s ü- a r b e i t e r" gezwungen sind, ihre arbeitsfreien Tage sich ab- stempeln zu lassen, Die„A f ü a r b e i t e r" sind jene Arbeiter, die vom Wohlfahrts- aint nach langer Arbeitslosigkeit und dementsprechend besonders schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen mit Arbeitsfürsorge durch Arbeit an vier Tagen in der Woche betreut werden. Durch Zuteilung dieser Arbeit erreicht das Wohlfahrtsamt, daß der aus- gesteuerte Arbeitslose, der bei der Wohlfahrtsunterstützung angelangt ist, in absehbarer Zeit wieder in den Genuß der versicherungs- mäßigen Arbeitslosenunterstützung kommt. Zu Zeiten guter Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt war die Stempelpflicht an einem der arbeitsfreien Wochentage eine Selbst- Verständlichkeit, weil der Arbeitslose infolge der Afiiarbcit nicht etwa eine Stelle auf dem freien Arbeitsmarkt verlieren sollte. Jetzt aber besteht für 99 von 109 Afüarbeitern trotz vier- und fünfmaliger Meldung im Monat keine Aussicht auf Arbeitsvermittlung. Der „Afüarbeiter", der durchschnittlich 26 bis 39 Mark die Woche ver- dient, muß trotzdem noch S9 bis 69 Pfennig Fahrgeld aufwenden, um einer stüher angebrachten Bestimmung zu genügen, die zur reinen Formalität geworden ist. Wollte man die Melde- pslicht damit begründen, daß der Arbeitslose durch die Meldung sein Eintragedatum nicht verlieren soll, das für die Reihenfolge der Vermittlungen maßgebend ist, so ist das hinfällig. Dazu genügt die einmalige Meldung am Monatsende, durch die der Streichung aus der Bewerberliste vorgebeugt wird. Die Reichsanstalt sollte die Stempelpflicht der Afüarbeiter in den Großstädten nur einmalig im Monat verlangen. Einmal die Woche stempeln müsien, heißt für viele Familien auf ein Brot die Woche verzichten. Die Rcichsanstalt sollte endlich ihre Stcmpelvorschriften auf das notwendigste Maß. beschränken, die Afüarbcitcr aber nur einmal gegen Ende jeden Monats zum Stempeln kommen lassen. Sic ver- liert dabei nichts, der Afüarbeiter kann sich jeden Monat drei Brote mehr kaufen. Wackere Handwerksmeister. Wie sie„ungerechtfertigte Angriffe" abwehren. Die„Handwerks-Zeitung", das Amtsblatt der Berliner Hand- wertskammer, beklagt sich in einem Artikel vom II. September über „llngcrechlsertigle Angriffe ans die Preisbildung im Handwerk". Die Preisbildung der Handwerksmeister in verschiedenen Berufen ist ein Kapitel für sich, auf das wir augenblicklich nicht näher eingehen wollen. Uns interessiert hier mehr die Art, wie die Handwerksmeister sich gegen die Vorwürfe über ihre Preisbildung zu wehren suchen: „Die Handwerker sind an den Tarif gebunden und müsien den Gesellen den tarifmäßigen Lohn geben, auch wenn der Arbeitsuchende weniger verlangt. Wehe dem Meister, der nicht den tarifmäßigen Lohn zahlt. Er kann gewärtig sein, daß er beim Arbeitsgericht ver- klagt wird, sobald der Geselle entlassen wird. Dann muß er dem Gesellen jeden zu wenig gezahlten Lohn und alle Unkosten auf Heller und Pfennig nachzahlen, ob er kann oder nicht." „Bei der Ermittlung der Unkosten für die metallverarbeitenden Handwerker tst man zu einem 5 ah von 190 bis 105 Prozent ge- kommen, der auf den geltenden Tariflohn aufgeschlagen werden muß. damit der Meister in der Lage ist, seinen Verpflichtungen nach- zukommen." Selbst wenn man diesen„oft von Gerichten anerkannten Un- kasterizutchfag" ohne weiteres gelten lassen wollte, so wird er doch Adituna. Eisenbahner! Montag, 19 Uhr, In Drancl. Fntstlcn, Berlin, Holiro.rkiitr, 72 Tagesordnung: Partei nnd Gcverkichaft, Referent: Genosse Karl Dreuel vorn Bezirksvorstand Es ist Pflicht jedes Genossen, zu erscheinen und rege Propaganda hieffür zu entfalten. Partei- und Mitgliedsbuch legitimieren Der WcrbeanMdiiii der SPD.-Elaenbahner bei Arbeiten, die von den zahlreichen Lehrlingen in den metall- verarbeitenden Handwerken ausgeführt werden, nicht auf den Lehr- lingslohn, sondern aus, de n G c s e lle n l o h n a u.s g c s ch l a g e n. Zum Schluß kommt nochmals das klagclled von. den hohen Tariflöhnen: „Wir Handwerker haben sehr zu kämpfen und sind nicht auf Rosen gebettet und der Satz van 2,50 bis 2,79 Mark für die Stunde (für die Tätigkeit von selbständigen Schlosiern, Klempnern, Rohr- legern und Installateuren) ist nicht zu hoch, wenn 1,35 bis 1,65 Mark Lohn für die Stunde gezahlt wird. Man sorge, daß die Lohntarise abgebaut werden, dann kann auch der Handwerksmeister billiger sein." Die Herren Handwerksmeister haben die Tariflöhne von Organisation zu Organisation mit ihren Gesellen vereinbart, sie als angemessen anerkannt. Wenn sie nun ihre Preise mit 199 bis 195 Prozent Aufschlag nicht besser zu begründen wissen als durch den Hinweis auf die inzwischen abgebauten Ge- s c l l e n l ö h n e. dann ist es mit ihrer Argumentation recht schwach bestellt. In all den Fällen, in denen in diesen Gewerben überhaupt keine Gesellen, sondern nur Lehrlinge beschäftigt werden oder doch eine im Verhältnis zur Zahl der beschäftigten Gesellen ganz unverhältnismäßig große Zahl von Lehrlingen, ist sie von vornherein hinfällig. Die Keuerwehrbeamien wehren sich. Tagung der Neichsleitung im Gesomtverband. Der Gcsamtverband hatte die erweiterte Rcichsleitung seiner Rcichsfachgruppc„Verband Deutscher Berussfeucr- w e h r m ä n n c r am 18. und 19. September zu einer Sitzung nach dem Berliner Gewcrkschaftshaus berufen. Die Tagung befaßte sich insbesondere mit der Notverordnung des Reiches vom 24. August und der preußischen Notvcrodnung vom 14. September 1931. Zu der preußischen Notverordnung wurde festgestellt, daß sie einen empörenden Einbruch in die Beamtenrechte und eine kaum noch erträgliche Verschlechterung der Lebenshaltung der Beamten bringe. Es wurde ober auch anerkannt, daß die Schuld für diese Notverordnung nicht bei der Preußenrcgierung, sondern bei der Reichsregicrung und der politischen Kräfte- Verteilung im Reichstag liegt. Solange sich die deutschen Arbeit- nchmer nicht aus dem Boden der Rcichsverfassung zur Wahrung ihrer Interessen zusammenfinden, werden die Gewerk- schasten auch einseitige Belastungen der gesamten Arbcitnehmerschast nicht vollständig abwehren können., Die vom Verbandsoorstand und vom Allgemeinen Deutschen Beamtenbund getroffenen Gegenmaßnahmen wurden ei n st immig gebilligt und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es gelingen möge, die schlimmen Folgen der Krisen bald auf diejenigen Schultern abzuwälzen, die sie in erster Linie verschuldet haben und auch am leichtesten tragen können. Zu der Reichsnotverordnung.wurde seftgeftellt, daß sie nicht nur die Preuhenvcrordnung verursacht habe, sondern von den Ländern auch nach zur Verlängerung der Arbeitszeit mißbraucht wird. So habe der Bremer Senat durch Notverordnung vom 5. September festgelegt, daß die wachdienstzeil der Feuerwehrleute von bisher Z< Stunden, abwechselnd mit 24 Stunden Freizeit auf 36 Stunden, abwechselnd mit 24 Stunden Freizeit verlängert wird. Diese Verlängerung der Arbeitszeit wurde angeordnet, ohne daß dabei Einsparungen gemacht werden. Der Vvr stand des Deutsche» Städtetag»« habe wiederholt beschlossen, daß er seinen Mitglicdsstädtcn eine verlänge- rung der Arbeitszeit der Feuerwehrleute nicht empfehlen könne. Ein Gutachten, dos der Arbcitsphysiologe Prof. Dr. A tz l e r für den Deutschen Städtetag zur Frage der Wachdicnstzcit der Feuer- wehrleute ausgearbeitet habe, stelle fest, daß der Wachtdicnst von 24 Stunden abwechselnd mit 24stündigcr Freischicht nicht nur aus kulturellen, sozialen und hizgiknischen Gründen geboten, sondern auch ökonomisch begründet sei. Dieser Dienst Hot außerdem im Jahre 1914 bereits bei mehreren Berufsfcuerwehren bestanden. Es müsse als unerträglich bezeichnet werden, wenn die Zlrbcitszcit der Feuerwehrleute um 25 Proz. verlängert und Gesund- heit und Arbeitsfreude des Feucrwehrpersonals zerstört werden, während die Aktionäre der Feucrversicherungsgesellschaften 25 Proz. und mehr Dividende beziehen. Der Vertreter des Verbandsvorstandes erklärte, daß der Ver« band der Reichsfachgruppe Feuerwehr jede Unterstützung gewähren wird, um alle zur Anwendung dieser Dicnstvcrschlcchlcrung not- wendigen Mittel anzuwenden. Aeuer Sieg der RGO. „Massenversammlung" bei der Knorr-Bremse. Vor den Toren der Knorr- Bremse in Lichtenberg wurden drei Tage lang Flugblätter verteilt. Die RGO. lud zu einer Ver- fammlung am Donnerstag die Arbeiter der Knorr-Bremsc ein. Die Tagesordnung lautete: 1. Bericht des„roten Arbeiterrats". Ueber die Sttllegung des Betriebes. 2. Warum erhalten die Arbeiter in Sowjetrußland mehr Lohn als die Arbeiter in Deutschland? Re- fercnt Genosse Becker, M. d. L. 3. Wahl eines Delegierten noch Sowjetrußland. 4. Filmvorführung. Was sah die sünste Arbeiter- dclcgation in Somjetrußland? Es war also für ein reichhaltiges Programm gesorgt. Der Berliner sagt: Wenn das nicht zieht, zieht gar nichts mehr. Es zog aber nicht. In der Knorr-Breinse sind etwa 2999 Arbeiter beschäftigt: in der Versammlung waren 38 Personen anwesend, davon waren 12 Betriebsfremde. Ein schlagender Beweis dafür, wie sehr die RGO. abgewirtschaftet hat. Am Donnerstag findet im Lokal zum„Treffpunkt", Boxhagcncr- Ecke Neue Bahnhofstraße eine SPD.-Fraktionsversammlung mit Sympathisierenden statt, in der Genosse B u ch m a n n über das Thema„Gebt uns die Macht" sprechen wird. Auch der Bericht des Arbeiterrats wird zur Debatte stehen. Unsere Genossen werden da- für sorgen, daß diese Versammlung sich glänzend abhobt von der Pleite der RGO. Stillegung in Hörde abgewehrt! Wozu erst die ilnruhestiftung? Dortmund, 19. September. Die Vereinigten Stahlwerke A.-G. haben sich entschlossen, den Härder Verein nicht stillzulegen. Es soll nur die Radsatzabtcilung außer Bettieb gesetzt werden. Die Produktion in Grobblechen, die bisher in der Vulkan-Hütte in Duisburg erfolgte, soll nach Hörde verlegt werden. Der Betrieb der Hütte Vulkan wird geschlossen. Die Belegschaft des Phönix in Hörde bleibt in alter Stärke aufrechterhalten. Wie in diesem Falle sollte man auch bei weiteren Ausbrüchen des hervorragenden Stillegungscisers der Vereinigten Stahlwerke A.-G. den Herren etwas schärfer auf die Finger sehen. Und nicht nur den Stillegern in dieser Gesellschaft, auch in allen übrigen Kon- zernen der rheinisch-westfälischen Industrie. Louhaux einstimmig wiedergewählt. Als Führer der französischen Gewerkschaften. Paris, 19. September. Der Kongreß des französischen Gewerkschaftsbundes hat den bisherigen Generalsekretär Jouhaux wiedergewählt. Das Komitee hat beschlossen, eine besondere Aktion zugunsten der A b r ü st u n g noch vor der Genfer allgemeinen Abrüstungskonferenz zu unternehmen. Die Zunahme der Arbeitslosenzahl in England betrug 38 412 in der Zeit vom 31. August bis 7. September. Am 7. September wurden 2 899 999 Arbeitslose gezählt, 661 969 mehr als zu derselben Zeit im Jahre 1939. 3n Wien ist ein Rückgang der Arbeitslosigkeit in der ersten Septemberhälste um 3879 auf 82 431 zu verzeichnen. Das sind 12 689 Arbeitslose mehr als Mitte September 1939. SPD.-Fraktion im Gesamtverbaad. Dicitataa, l»'i Uhr, in den»ammerfälcn(großer Seal), Teltower Strohe 1—4, Zlolloersomtnlnng der«ctricboräle de»©efomtoctbOBbc». tttHnng nur©irtfiftoftslogc und{tu den durch sie bestiimwien Auf» goden. To» Erscheinen oller dem Gesonrtocrdoad ougehSreuden Partei» genossen, die Peirieb-rot, Angestelltenrot, Arbeiterrot ober«etrieb». obmann sind, ist unter allen Umständen erforderlich und unbedingte Pslicht. SPD.-Froktion der orbritalosen grophischeu Kilfoorbeiter. Morgen, Moulog. 1»«. Uhr, Sofas Loudahn, Suifeuufer 52, Bersommlung. Vor. Iran:„Arbeiterdichtung". Sympothisierende können durch Genossen ein- geftlhrt werden.®en Partei. Vortrag des Genossen Del Lohmann:„Das Endo der Selbswerwallung?" Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitglieds- buche». Gäste können cingcsiihrt werden. SPD..«etrieb«Iraltion beim Preußischen Stattstrscheu Londesamt. Moegen. Montag. 31 Uhr, im Dresdener Garten. Dresdener Str. 45, lsraitionsoersammlung. V che rat E. Neumann:„Der Aopitalismus m der Ärlfe". SPD.-Zroktion der erwerbslosen Puchdeurter. Voranzeige. Donners. Mg, 24. September, 12 Uhr, im Geweikschaftshaus. Saal 1. wichtige ftusamminknnft der auf dem Baden der Amsterdamer Gewerkschafts- tichtung stehenden Kollegen. ®Iuqendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Morgen, Montag, finden folgende Veranstaltungen statt: Weddiug: Jugendheim Turiner Ecke Seestraße. Arbrilsgemchnschaft: Tagespolitische RuntZchau. Leiter: Löwi.— Weißense«: Jugendheim Pistoriusstr. 24. Wir lesen ans Jack Londons Werken.— Vriß: Städtisches Jugendheim(Rathaus). «uezrcherate.— Urban: Jugendheim Hobrecht. Ecke Sanderstraße. Bortrag: „Die Schlichtungsmaschinerie". Referent: Derkow.— Nordost U; Jugendheim Rastenbnrger Str. 16, Zimmer 3. Die Ausgestaltung des Abends wird in der Gruppe besprochen.— Um 20 Uhr Sißunq des Ardeitsavdschusses: Bildung und Zetern im Verband-jhaus.— Achtung! Am Sonnlag. dem 2?. Sept«mb»r. de» teiligen sich oll« Zugendmitglieder am Herbittechfen in Zossen.— Meldet euch fstr dl- BolksbMitenabtnluna tut dte otbcUtÄdc Zusend« Zugendsekretartat. ei«fenfttregea fjt diese Shtbrtt find »« t X l tt CS«, Lwdeo strah« 3, parteinachrichien für Groß-Berlm stet» da» B«ztrk«seketariat 2. Hof, 2 Treppe» recht», zu richte» spegian aller Veranstaltungen Ift1� Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeik Berlin. Der Lehrplon«ab da» Werbcmatcrial für die Srbcit«rbildv»g»schule ist a« DUnrtag mm vrrserem Büro obzuholen. Heute, Sonntag. 20. September: 11. jtrri». Der Arbeitersportoerein Echörrterg. Friedenau»7 begeht heute die Einweihung seine» neuerrichteten Eporiplaheo, hinter der NathanelXirche, »erbunden nrit einem Spieltest. Beginn der Beranstaltung 1Z Uhr. Di« Parteigenolsen welchen gebeten, die Veranstaltung zu besuchen. Eintritt frei. lt.«dt. Die Genossinnen und Genossen treffen sich heute zum Abschiedosest jitr unseren Genossen Berger und seiner Dattin. 117.«dt. Die bestellten Harten für die Motorbootsfahrt am 4. Oktober können bei den Genossen Alose und Selchow abgeholt werden. Fahrpreis hin und zurück 0,80 M. Morgen, Montag. 21. September: ä. ftrei». Veranstaltung für erwerbslose Frauen und für die Frauen unserer erwerbslosen Genossen im Keim Tilsiter Str. 15, pünktlich U'/t Uhr. S«, noffin Mathilde Wurm. W. d. R., spricht über:»Die Mekong der Erwerb». lostgkett ans die A-milic*. Genossin Slsriede Wollmann briugt Rezitationen. Geuospanea kommt und helft weiter arbeiten. ü.»rat». 1»>4 Uhr kurze Besprechung mit allen«bteilunpsleiteru Zforckstr. 1», Zimmer 2».— vrduerdieust Arenzberg. Orbacr-Bolloersammlung bei Arepp, PlQ»ufer 76. 7. Arei, Eharlottenbnrg. Ausierordtl. Siüung berBezirlsvrrordneicnsraktion mit sämtlichen Bllrgerdcputierien 18'/- Uhr pünktlich Rathaus Eharlottenburg, Sitzungszimmer l. Ii. Arei, Renkölln. Sitzung der Be,irk»»er,rd»et«».Frattio» mit Bürgerdtpu. tierteu Rathau», Zimmer 137. 1». Arei». 18'/- Uhr Rathau», Zimmer 118, Fraktio»»fitzuvg mit de» Bürger. d»uti«rtl«. «dt. 20 Uhr Funktionörsstzung bei Rechenberg. 2«.. mm m____________________ i_____ 2>.«dt.«b 1» Uhr Abrechnung der Bezirtsführer bei A. Aitschmann, Prenz. lauer«llec 18g. Anschliessend Funktionärversammlung. 31.«dt. 20 Uhr hei Goltschmidt, Etolpische Str. 38, Funktiovörsitzung. 33. Abt. Mitalicdcrnersammlung im Hochbahnrestaurant, Warschauer Platz 12. Wilhelm Floerke:»Die englisch« Arbeiterbewegung und die letzten Er. «iflnisse*. 3».«dt. 1# Uhr bei Topp, Alt« Iakobstr. 1, Funktionärsitzung, wichtig! Ab. rechnuna der Bezirktfllhrer. 4«. Adt. Mitgliederversammlung 2» Uhr bei Förster, Dreibundftr. 11. Dr. Norbert Marx:»Winteraufgaben der Sozialdemokratie". 43.«bt. Di« ffunktionärversammluna fällt aus. Dafür Lokalkommission bei Zonekeit, Reichcnberger Str. 73. Abrechnung der Bezirksführer bestimmt bis 8«. 13». Freitag, 25. September. «bt. 20 llbr bei Görlitz, Ebausseestr. lg, Funktionärsitzung. «tt, 20 Uhr findet bei Aiehne, Residenzstrasse, eine Borstandssitzung ..W____„ Wi W»._______ WM mit der geitungskommission und dem Zeitungsspediteur statt. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Dienstag. 22. September: 3. Ami». Areiomitglieberversammlung im Patzcnhoscr, Ehansscestr.»4. Frau, Aüuftler, R. d. R.:.Unser Aamps gegen die Berelcndung der«rbeiter. 3. Äe!». Ermerbolosenznfammenkuust im Hei«, Tilsiter Str. 4/5, von 13 bis 18 Uhr. Thema:.Eine Stuade bei de» Freibeukern, ihre uatiouale» und interuotioualen«usgaben*. Referent Genosse Mehlhol«. Musikalisch« Ilm* rahmuog.— Aundgedung der jungen Parteigenossen im Frauksurter Hof, Fraulsurter Alle« 313. Dr. Theodor Kaubach:„Die Organisationen der«r- beiterschaft Im Aamps". Junge Genossen, nnch au» den Gewerkschaften und dem Reichibanner, an» Anltne. und Sportorganisationen, erscheint in Massen. Eingeführte«äste baden Zntpitt. 3. Arei». 2» Uhr Areiimitgliedrroersommlunq im Lokal„Zum Pfetdemnrkt", Schönstrasse. Mathilde Warm, M. d. R.:„Der internationale Aoagress in >, 20 Uhr b«i Stein, Holstcincr Ufer 14. Fr Mitgliederoersannniung bei Arüger, Hussi trat Walter Rreck:„Relse«ine» Sozialiste >«.«bt. 20 Uhr bei Stein, 13.«dt." Stadtrat________.. 47,«bt. Abteilungsvorswndssstzung bei Holstcincr Ufer 14, Funktionärsstzung. itenstr, 34, Ecke Scheringstrassc. Sozialisten durch Frankreich". , m,. mdssitzung bei Linke. Waldemarstr. 85. 28.«bt. Gruppe l»»ger Parreigeuosse». 20�Uhr�bei Liersch, jftentsir. 62, �ori. ....,.Meinschaft" setzuna der Arbrttsgeweinsch Genosse «lt. über Demokratie und Diktatur. Leitung 57.«bt. 20 Uhr Sitzung de, Abteilungsnorstandes mit den Gruppenleitern im Zugendheim, Rossnenstr. 4. 33.«bt. All- Genossen beteiligen sich an der öffentlichen Aundgcbung im Park- Schreiber, Flughafenstr. 7. Walter «staurant Südcnde. »1.«bt.«rbeit»krei» junger«euosseu. Alodt:.Aampf um Preußen". 108. und 108«.«bt. Zunge Sazialbemokiateu. Wie beieisigen uns geschlossen an dem Aursus des Genossen Surland tu der Gchwssstr. 27(Parteiheim), 20 Uhr. Mitgliederversammlungen und Zahlabende Mittwoch, 23. Sepkember. in nachflehenden Lokalen: 6.«bt. Schwedter�Festläle, Schwedter Str. 28, Rektor Walter Fischer:»Der Weg aus dem Wirrsal der Zeit" 7.«bt. Lokal Gartenstr. 8. 37 gliedsbüchsr sind vorzuzeigen. g. und 13. Bbt.«rmi»iu«sale. Bremer Str. UttV 1�4-343**' t L!■| IX 3 Ui�L. 3» Lokal Gartenstr. 8. Max Hegdemann: �ur politischen Lage". Mit- Z. Polizeipräsident«lbert «r,«si»»ki:„Polizei»ad Wirtschaft". Nitglied»b»ch legitimiert. 14.«bt. Swinemünder Gesellschaftshaus, SGinemünder Str. 42. Hanns Alt» mann:„Politische Umschau". Oefffentliche Kundgebungen am Dianstag, dam 22. September 1931 108. und 108 a Abt.« Cttpanick. 20 Uhr im Stadttheater. Am Marktplatz.— Raichstagsabgeordnefer Philipp Scheideinann spricht über:„Die polltische und wirtschaftliche Situation". Ferner wird der Film gezeigt: Der Parteitag in Leipzig. 12. Kreis. Stegllts.Lan|(Wlts>Uchterfelde. 20 Uhr im Parkrestaurant SOdend».— Ernst Hetlmann. M. d. L. und Dr. Fritz Karsen sprechen über:„Sozialer Abbau— Kultureller Abbau oder Sozialismus. Alle Einwohner von Steglitz, Lankwitz und Lichterfelde sind eingeladen. 15. 17. 10. 1*. 20. 21. 22. 25. 28. 30. 31. 32. 35. 3». 37. 37. 3». 41. 43. 45. 4». 47. 48. 51. 53. 54. 5». 57. «bt. Lokal Müsch. Brunneirstr. 140. Dr. Piitnitzko:.Wirtsschaftsfraaen". «bt. Aula der«atholtschen Schule, Mttllerstrasse, Ecke Tristftrasse. Ernst Neumann:„Wirtsihaftspolitik". «bt Löwenbrauerei. Hochsir. 2. Dr. Theodor Tichauer:„Wirtschaftsdemo. kratie". Die Bezirksfllhrer laden ein. «bt. Rote Schule. Gotenburger Strasse. Stadtrat Balter Rieck:»Reise eine, «�!°Äbber��chus?r�<�Rudolf»arstrn:„Unser Aampf um die Sozial- Versicherung". «bt. Schraderbaus. Malpaquetstr. 14/18. Bortrag de» Genossen Otto giska. Die Bezirksführer laden ein. «bt. Sochschulbrauerei, Seestrasse, Eck««mrumcr Strasse. Otto Meier, M. d. L.:„Die politische Lage". Bbt. 20 Uhr im kleinen Saal de, Saalbau Friedrichshain. Dr. Deutschkron: »Dir deutsch-französssch« Verständigung". «bt. Schwedter Festsäle. Schwedter Str, 23. Willy Roggc:»Die wirtschast. liche Lag« der Arbeiterklasse. «bt. Easino-Fesffäle, Pappelallec 15. Paul Ao,ke:„Arbeitsnot— Wirt. fdkiftsnot". «bt. Schulaus-, Schönffiesser Str. 7. Aurt Heinig, M. d. R.:»Zur politl. schen Lage". «bt. Schmidts Desellschaftshau», Feuchtste. 38«. Georg«laussner, M. d. L.: „Wir stoßen vor".__._ «bt. Frankfurter Hof, Frankfurter Allee 313. Max Fechner, M. d. L.:»Zur Abt. �Cchulauw, Petersburger Strasse, Eche Warschauer Strasse. Dr. Fritz Schloss:„Die Wirtschaftspolitische Lage". Abt. Schönhauser Festsöle, Schönhaui'er Allee 129. Max Gillmeister:„Po- mische Umschau". Abt. Schultheiss-Patzenhofee, Landsberger Aller 24—27, Elvira Arüger: „Mann und Frau im heutigen Wirtschaftsleben." Abt. Baugewerisbunt. Grossbeeren str. 08, Mitgliederversammlung. Refe» rent und Thema werden noch bekanntgegeben. Abt. Friesenichlösschen. Friesenstr. 14, Emil Barth: Kritik an der Bank- und Währungspolitik." Abt. 20 Uhr R-ab-s Festsäle. Fichteste. 2S, Dr. Richard Lohmann, M. d.L.: „Gegenwartsaufgaben der Partei." Bbt. Achtung! Um>0 Uhr Schulaula Reichenberger Ecke Forster Strasse, Aätbe Amt:„Die politischen und wirtschaftlichen Aräfte der Gegenwart." Abt. Schulaula Görlitzer Str. 51, Gottlieb Reese:„flreditkrise." Abt. Saal 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Stadtrat Bilhelm Reimann: Politische Umschau." Abt. Dresdencr Garten, Dresdener Str. 45, Hans Plrttner:„Sur politischen Lage." Abt. Wahlfahrtesaal. Aönigin-Elisabeth-Str. 8, Stadtrat Dr. Heuer:„Wirt- sd>aft»krise und die Stadt Berlin."— Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Die Genossen anderer Abteilungen ssnd emgeladen. Abt. Lokal Last. Strasse 12 am Berbindungskanal, Susio» Hädick«:„Deutsch- land und England." Abt. WriffdK« gelt. Beritner Strasse 55. Albert Falbenberg: „Partei und Notverordnungen." Abt. 20 Uhr Funktionärsstzung bei Liersch, Aantstr. 82. «bt. 20 Uhr Mitgliederversammlung. Wobl de» Schriftführer». Hermann Harnisch. M. d. L.:„Wohin geht der Weg?" Säfte haben keinen Zu- tritt! Mitgliodobuch ist vorzuzeigen! 55.«bt. Distussionsabenb kür die jungen Genossen des FsoonMf, SckBft»ai& - ftrasse 5. Hans Seigetpaffcr:„Die politische Lage."-—- 81.«U. Gesellschaftszimmer des Ratskellers. Lauterplatz. Dr. B. Pohl:.Si« internationale Politik im Schotten des Finanzkapitals/ �_ 88.«bt. Gohlkes F-Nsälc, Ehausseestr. 43, Dr. Herbert Betchmouu: P-SSschO Notwendigkeiten." �._.. 110.«bt. 10 Uhr Aula des Realgymnasimn-, An der Parkauc,«rtnr Erm»», W. d. R.:„Die wirtschaftliche und politische Lage." 124.«bt. Anders. Bohnhofftr. 34. Dr. Aurt Löwenstein. R.d. ZL:.Di« S»«> maßnahmen der Stadt Berlin.".„,._„„. 135.«bt. Lokal Zum Pankgrafcn. Pankgrafenstr. 3. Edua-d Zachent, PL d.L� „Finanzen und Weltwirtschaft."....„ 138.«bt. 20 Uhr im Schützenhau-. Residrnzsir. 1, Parteworsstzeader San» Dogel, M. d. R.:„Die pokitisch« Lage."........ 137.«bt. 20 Uhr Z-lkshau», Scharnweberstr. 20. gusamnrenkunft der TÜngeren Parteimitglieder. 130. Mt. Tegelort. Lokal Zum Schwan. Scharfenbcrger Strasse, Piktor Arüger: „Wirtschaftsfragcn von heutc." Donnersiag. 24. September: 5. Arei». Politische« Tchuln»g»k»rsn» im Seim Tilfitrr Str. 4/5. Gen. Dr. Ernst Bock:.Probleme der«uss-ap-litik. Die deutsch- franzöische«uuäheruug." 25.«bt Achtung! 18 bi, 22 Uhr Bezirksführor, Re-ib-rrn. Borüand an de- kannter Stelle.._ 139.«iL Alle jungen Parteigenossen treffen ssch im Jugendheim Schone- berger Strasse. Dora Fabian:»Wir und die Frau im Erwerbsleben." Freitag. 2S. September: 5. Arei».«br . 14 bi» 10 uor aoenv»..„._.. 7. ftrei». B-Uehaus. Rossnenstr. 4. Untr-haltnng»-ben» für erwerkslese Parte, Mitglieder. Parteibuch nah Stempelkarte mitbringe»! Sonnabend. 2ö. September: 5. Arei». jsorisetzung»useree Führungen für Erwerbslose. Treffpunkt UM 14 Uhr vor de» Keim Tilfitrr Str. 48. der Breschüre» bei Z-bizyaskj. Memeler Str. 13. ao» »eud». Frauenveranstaltungen. der Poru>Srt»-Spedittou 3. Arei«. Montag. 21. September. 11 Vi Uhr, Besichtigung de» Milchwirtschaft». betriebe» Weissensee, Eiersstr. 1, für die Funktionärinnen. 5. Arei». Montag, 21. September, Fraue»�krwerb»l-sentrefsen«ou 20 bi» 22 Uhr in der Tilsiter Str. 4/5. Bortrag: Die Wirkung der Enwerbslossa- keit auf das Familirnleben." Referentin Mathilde Wurm, M. d. R- Rezita- tionen: Elfriede Wollmann. Die Frauen der erwerb»Iosen Parteigenossen sind herzlich eingeladen.— Donnerstag, 24. Sevtember. von 12Vi bt» 14 Uhr Besichtigung des Milchwirtschaftsdetriebes Weissensee. Giersstr. 1. 0. Arei». Freitag. 25. September, lOVi Uhr. brt Arüger. Srunmstr. 1. Funktiongrinnensitzung. 15. Arei». Freitag, 25. September, lOVi Uhr, in Treptow, Graetzstr. 50, Funktionärinnensitzung. Montag. 21. September: 8.«bt. bei Debrohlaw, Swinemllnder Str. 11:„Die Sozialistische«rboitev» Internationale." Referentin Gertrud Hanna, M. d. L. 7.«bt. 20 Uhr bei Petram. Schlegeiftr. 0:„Die arbeitende Frau m R«8» land." Referentin Judith Griinfeld. 13.«bt. bei Röstel. Puttitzlir. 10-.Russische Probleme." Refcrentm Margaret» Schenkalowski. 23.«bt. Heintze, Baofus. Ecke Gl-Sgower Strasse:„Politische Satire". Bov, tragende Friedel Hall. 2». Abt. bei ftlug. Danziger Str. 71:„Politische Satire." Bortrag epder Hau» 31. Abt�2t?"!lhr bei Goldschnridt. Swlpische Str. 38: �lavitzzlistitzchr Anarchie oder- sozialistischer Aufbau?" Referent Max Heydemann. 45. Abt. 20 Uhr bei Winczier. Reichenberger Str. 104:„Wege der«usseu» Politik." Referent Dr. Ernst Bock. 70.«bt. Pünktlich 15 Uhr Besichtigung und Führung durch da» Owkar.Helene. Heim, Dahlem, ftronprinzcnallee 171. Treffpunkt vor dem Heim. Fahr- Verbindung: U-Bahn bis Oskar-Helene-Heim. 103. AbL lOVi Uhr bei Trömper, Frifchenftrasse. Referat über unser« Anusmn» bewegung. 124. Abt. Der Frauenabend am 21. fällt aus und findet erst am 28. September statt. Nähere Mitteilung folgt noch. Dienstag. 22. September: 28. Abt. 20 Uhr bei Aaufmann. Schönhauser Allee 151:„Die Aranlenversichcrung." Referent Walter Hamacher. 04.»bt. lO'i Uhr bei Auhfeld. Selchower Str. 20:.Wirtschuslstuse und hntilch, französische Verständigung." Referent Dr. Sans Eohn. 00»«lt. lOVi Uhr in der Schule Barchimer Alle« Lichtbildervorreog:„Bakksurck und Bolksgesundheit." Referent Statwrzt Dr. Georg Löwenstei». 102.«bt. 19Vi Uhr bei Hass. Baumsdiulcnstr. 72:„Der Internationale Avunnej in Wien." Referentin Elfrieche Roneck. M. b. L. 107.«bt. 20 Uhr bei Zobian, Grünauer Ecke Friedrichsirasse:»Die SbeSeng des Frau in Vergangenheit und Gegenwart." Reserentin Ella Aay. 123»«bt. 20 Uhr im Iägerheim Fvauenabend. V- iHÄlckchM'tV — A rrrs' r.'iv-poi "srn? Uichißt uaxL schnßllßr! Ich nehme einige Handvoll Sil und gebe sie- kalt aufgelöst- dem ersten heißen Spülwasser bei. Das Spülen geht dann viel leichter, die Wäsche erhält schnell einen besonders klaren Ton und duftet frisch und angenehm. Ich möchte Sil beim Spülen nicht mehr missen! Sil spült und bleicht— ganz unerreicht I spült und bleicht- ganz unerreicht! 7!r. 441* 48. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Sonntag, 20. September 1931 Walser Oaldert: „Bitte, setzen Sie sich!" sagte Studicnrat Morgenstern und lval mit zwei Schritten auf dem Katheder. Die Augen der Obersekunda hinge» crtuartungsvoll an seinen Lippen. Geöffnete Aufsatzheste leuchteten weiß vo» den Pulten, schreibfcrtigc Füllfederhalter zit- tcrtcn leicht in den Händen ihrer Besitzer. Studienrat Morgenstern lächelte ein wenig ironisch.„Unser Lehrplan", sagte er,„sieht zwei Klassenaufsatze im Morwt vor. Daran muß ich mich halten. Ich gedenke, einen davon heute schreiben zu lassen. Sie scheinen das ja übrigens schon geahnt zu haben. Nun zum Thema:„Das Heldentum in 5)omers Ilios" oder „Was lehrt uns Goethes Clavigo?"..." Ucbelkeit stieg aus 24 Sekundanermagen empor. Die Federn fingen an zu kratze». Studienrat Morgenstern lächelte sehr ironisch und klopfte mit seinem Trauring auf den Kathedertisch. ,�alt! Mein Satz ist noch nicht zu Ende.„Das Heldentum in Homers Jlias" oder„Was lehrt uns Goethes Clavigo?"— könnte ich sagen. Es wäre nichts Ungewöhnliches in diesen Wänden. Wer ich will es nicht." 24 Sekundanermagcn fühlten sich plötzlich wieder wohl.„Ich will heute", fuhr der Studienrat fort,„Ihre geistige Beweglichkeit und Kombinationsgabe auf die Probe stellen. Bitte, schreiben Sie: Wanderlust, Schwefelsäure, Eipsfigur, Sauerkohl, Morgenstern." Die Schüler notierten eiligst die fünf Worte und sahen Studien- rat Morgenstern ratlos fragend an. „Ja, das ist das Thema", sagte er.„Ihre Ausgabe wird es sein, um diese fünf Worte herum eine kleine Geschichte zu erfinden, in denen sie der Reihe nach im Zusanrmenhang vorkommen. Ich habe die ersten vier Worte ohne Hintergedanken aus einem«in- bändigen Lexikon ausgelost. Ich hoffe, mindestens ein Dutzend Arbeiten mit„gut" bezeichnen zu können. Bitte, machen Sie sich ans Werk; Sie wissen, die Uhr ist unerbittlich." Studienrat Morgenstern nahm eine Zeitung aus der Tasche und fing an zu lesen. 24 Obersckundaner stützten il)re Häupter in beide Hände und saßen nachdenklich da wie zwei Dutzend mecklenbur- gisch« Wappen. Georg Flatou war der erste, der den Federhalter ergriff und mutig daraus los schrieb: „Wanderlust ergriff mich. Ich nahm mir eine Untergrundbahnfahrkarte und fuhr in den Grmiewald. In ll> Minuten war ich da am Ufer eines Sees. Fröhliche Menschen badeten, die Vögel zwit- scherten munter, die Bäume rauschten im Winde, und die Sonne lächelte freundlich vom Himmel herab. Ich ging den schattigen Userweg entlang und atmete tief die würzige Waldluft. Ab und zu blieb ich stehen, um«ine Blume zu pflücken oder dem fleißigen Treiben eines Ameffenvolkes zuzusehen. Nur wenig« Leute begeg- netcn mir. Ich dachte an die Schule und war nicht gerade traurig, daß iu der nächsten Woche die Ferien beginnen, und dachte auch an meine, Zukunft und an meine Berufspläne. Ein Som-nerlokal am Seeufer verriet sich schon von weitem durch Geschirrklappern und Stinnncngewirr. Ms ich näherkam, sah ich an einem Tisch vier Damen reiferen Mters sitzen� sie tranken Kaffee, aßen Kuchen und sprachen alle zugleich. Aber eine übertönte mit ihrem kräftigen Organ doch noch die drei anderen.„Ja, Frau Löwenzahn", sagte sie und rührte eifrig in ihrer Tasse,„wenn Sie Ihre Badewonne nicht sauber kriegen, dann müssen sie verdünnte Schwefelsäure nehmen. Die bekommen Sie in jeder Drogeric." Ich stutzte. D i c Stimme kam mir doch bekannt mar! Wem gehörte sie doch? Richtig! Die Dam« war meine Tante Mari«. Ehe ich mich drücken konnte, hatte sie mich schon erspäht., Hallo, Georg!" rief sie,„komm doch ein bißchen an unseren Tisch. Wir rücken zusammen, hier ist Platz für dich! Sehen Sie, meine Damen", sagte sie weiter, .das ist mein lieber Neffe Georg, der Sohn meines ältesten Bruders. Ein hochbegabter Mensch. Er bekommt jedes Jahr eine Schulprämie. Er will später einmal Dichter werden. Mein Bruder möchte ihn ja lieber etwas Praktisches werden lassen, aber der Junge wird seinen Kopf schon durchsetzen. Warum soll er auch nicht? Dann kann er Theaterstücke schreiben und wird berühint, wie Goethe und die Courts-Mahler. Hier hast du«in Stück Kuchen, Georg; es fft Bienenstich, den ißt du ja so gern. Mein Neffe ist ein kleiner Gelehrter, er weiß alles. Sie können ihn fragen, was Sie wollen; er wird nie mn eine Antwort oerlegen sein." Ich wurde rot bei dieser Lobrode und verschluckte mich beinahe an dem Kuchen.„Ach, jimger Mann", wandte sich Frau Löwenzahn mit flötender Stimme an mich,„wenn Sie so gebildet sind, dann können Sie mir vielleicht eine Auskunft geben. Mein Mann hat nämlich auf seinem Schreib- tisch so eine Gipsfigur, und er weiß nicht genau, ivas sie darstellen soll. Sein Freund Kümmelmann behauptet, es ist Sokrates, aber mein Mann glaubt das nicht. Der Händler hat ihm damals gesagt, es ist Caesar." Frau Löwenzahn beschrieb mir sehr unfftändlich die Plastik, und ich konnte ihr sagen, daß es weder Sokrates noch Caesar war, sondern Zeus. Nach dem Kaffee schleppten die Damen mich noch auf einem Spaziergang durch den Wald mit. Sie fragten mich aus wie vier Untersuchungsrichter. Endlich gelang es mir, mich mit einer Ausrede frei zu machen, und ich ging zum nächsten UMergrundbahnhof, um in die Stadt zurückzufahren. Mein Magen knurrte möchtig. Ich ging in ein Restaurant am Wittenbergplatz und bestellte mir eine Portion Eisbein mit Sauerkohl, um bestimmt satt zu werden. Noch dem Essen machte ich einen kleinen Bummel auf der Tauentzienstraße und traf zufällig die Schwester meines Freundes Petersen. Wir bummelten zuerst gemeinsam die Straße auf und ab, und später lud ich sie in eine Konditorei ein. Sie verzehrie mehrere Sahnenbaisers und zwei Portionen Eis, so daß mir angst und bange um die Rechnung wurde. Nach einem kleinen Likör ver- traute sie mir an, daß ich ihr schon immer gefallen hätte. Sie v«r- sprach, in meinen Paddlervercin einzutreten und mit mir Wasser- fahrten zu machen. Schließlich ivagte ich es, ihr einen Kuß aufs Ohrläppchen zu geben. Plötzlich fühlte ich, wie ein strenger Blick auf meinem Nocken brannte und wandte mich um. Zu meinem Eni- setzen erkannte ich meinen Lehrer, Studienrat ZNorgenslern. Ich wurde ganz rat und grüßte ihn verlegen. Ich hoffe, er wird mir keme Schwierigkeiten machen wegen des einen kleinen Küßchcns in Ehren. Die Dame, um die e r seinen Arm geschlungen hatte, war blond. Seine Frau Gemahlin ist schwarz. Aber ich möchte nicht indiskret werden und die Erzählung hier schließen." Studicnrat Morgenstern amüsierte sich köstlich, als er den Auf- satz des Obersekundaners Flatau los, und bezeichnete ihn als„sehr gut". Aber er sorgte dafll, daß er nicht unter die Hefte rerict, die nach jeder Arbeit als Probe der Klasienleistungcn dem Direktor vorgelegt wurden. Denn der Direktor war ein gestrenger Herr mit großem Vollbart. mMeiien:£iiglavi(i am Abgrund 3)ie große SloUenmeuierei im Jahre 1797 Die ungeheure Entwicklung Großbritanniens im 19. Jahr- hundert, das gegenwärtig, wie auch Deutschland, eine gewaltige Krise durchmacht, ist nur durch die glücklichen Seekriege mit der französischen Republik und dem Kaiserreich(1793 bis 18115) möglich gewesen. Und dennoch drohte dem Inselreich, abgesehen von den französischen Landungsversuchen, eine riesige Gefahr, die beinahe seinen Untergang herbeigeführt hätte: die große Meuterei auf der englischen Flotte im Jahre 1797. Sie war nicht etwa durch den schweren Dienst zur See, sondern durch schlechte Behandlung. Verpflegung und Besoldung der Ma- trosc.r veranlaßt worden. Bereits im Jahre 1794 war ein Aufstand auf einem Schlachtschiff ausgebrochen, der aber auf brutale Weife niedergeschlagen wurde: fünf Matrosen wurden an den Rahen auf- geknüpft. Viel wichtiger war die Meuterei drei Jahre später, die auf ver- schicdenen Flotten ausbrach und England tatsächlich an den Rand des Abgrunds brachte, denn sie war weitaus gefährlicher als der Angriff einer französischen Flotte auf die englischen Küsten. Ende Februar taten sich die Mannschaften einiger Schlachtschiffe des vor Portsmouth liegenden Geschwaders zusammen und überreichten Lord Howe eine Bittschrift mit ihren Beschwerden. Der Admiral ignorierte sie aber. Als am IS. April Admiral Lord Bridport Be- fehle erteilte, die Fahrzeuge zu einer Kreuzerfahrt seeklar zu machen, verweigerte deshalb die Besatzung des Schlachtschiffs„Queen Char- lotte" den Gehorsam, ein bisher unerhörter Vorgang in der bri- tischen Marine. Sogleich wurden aus jedem Schiff— denn die gesamte Flotte hatte sich diesem Beispiel angeschlossen— zwei Abgeordnete gewählt. Jeder schwur, die gerechte und gute Sache zu ver- treten. Die den Matrosen unliebsamen Offiziere mußten die Schiffe verlassen, jedoch wurden keinerlei Ausschreitungen begangen. Die Wmiralität war aufs äußerste bestürzt, als sie von der Meuterei erfuhr, denn nicht weniger als siebzehn Schlachtschiffe hatten sich der Bewegung angeschlossen. Es war nicht abzusehen, was geschehen wäre, wenn die Franzosen gerade jetzt«inen Angriff auf Englands Küsten gemacht hätten. Alle Versuche, die Meuterer zu ihrem Dienst zurückzurufen, mißlangen. Schließlich begaben sich einige Wmiralc selbst auf die„Queen Charlotte", wo sich das Haupt- quartier der Meuterer befand, um mit ihnen zu verhandeln. Als man ihnen sehr richtig entgegenetc, daß man in kein Arrangement einwilligen könnte, das nicht vom Parlament oder vom König be- stätigt worden sei, wurde Admiral Gardener so erregt, daß er drohte, die Rädelsführer und jeden fünften Mann der Wannschaft hängen zu lassen. Nur mit Mühe konnte verhindert werden, daß der Admiral, der in seiner Wut einen Matrosen an den Kragen ge- nommen hatte, nicht gelyncht wurde. In der Tat waren die Forde- rungen sehr gemäßigt. Wegen der Verteuerung der Lebensmittel verlangte man höheren Sold, besseres Essen— vor allen Dingen mehr Gemüse— und anständigere Behandlung der.Kranken. Die Beschwerden waren nicht nur berechtigt, sondern auch- in durchaus gemäßigter Weise vorgebracht worden. Die von der Ad- miralität gesandte Kämmission versprach Gewährung der Wünsche und völlige Verzeihung für die Schiffsmannschaft, falls sie sofolt den Dienst wieder aufnehmen würde. Die Matrosen erklärten sich mit diesen Wmachungcn einverstanden, doch wollten sie die Anker nicht früher lichten, als bis auch der König das ihnen gegebene Ver» sprechen bestätigt hätte. Als nun Lord Bridport am 7. Mai in See stechen wollte, verweigerte die Schiffsmannschaft den Gehorsam. Auf verschiedenen Schiffen brach offene Meuterei aus, und die Ma- trafen setzten weitere Offiziere und die ihnen feindlich gesinnten Marinesoldatcn an Land. Beinahe hätte man den Ersten Leutnant des Schlachtschiffes„London" gehängt, da er den Marinesoldaten befohlen hatte, auf die Schiffsmannschaft zu schießen. Erst als der alte und beliebte Lord Howe am 14. Mai mit Vollmachten von der Admiralität erschien und den Matrosen völlige Verzechung ver- sprach, wenn sie ihren Pflichten nachkommen würden, konnte cnd- lich am 16. die Kanalflotte auslaufen. Dos Unheil schien vorüber. England atmete auf. Da brach einige Tage darauf ein Aufstand auf der Flotte vor Sherneß und der Nordsee aus, der eine viel größere Zlusdehnung annahm. Ein früherer Midfhipinan, der wegen Ungehorsam bestraft worden war und nun als einfacher Matrose diente, namens Richard Parker, war zum Haupt der Verschwörung ernannt worden. Parker war etwa 39 Jahre alt, groß und wettergebräunt, und wird als ein sympathi- scher ruhiger Mann geschildert. Am 20. Mai überbrachten die AB- geordneten der Matrösen dem'Admiral Buchner chre Wünsche. Auch sie forderten nichts Unbilliges: Urlaub, wenn die Schiffe im Hafen logen, bessere Verteilung der Prisen, Milderung der Kriegsartikel und Bezahlung des rückständigen Soldes. Barsch wies der Admiral die Abgeordneten zurück und hieß sie augenblicklich zu ihrer Pflicht zurückkehren. Die Meuterer dacksten aber nicht daran, ohne weiteres auf ihr« Ansprüche zu verzichten, und am 23. Mai hißte das Schlachtschiff „Sandwich", auf dem Parker sein 5iauptquartier aufgeschlagen hatte, die rote Flagge, und die übrigen Schiffe des Geschwaders folgten seinem Beispiel. Obgleich die Admiralität am nächsten Morgen ein« teilweise Begnadigung aussprach, konnte Parker sich nicht damit zu- frieden geben. Mittlerweile waren auch auf der Flotte des Admirals Duncan, der am 26. Mai nach der holländischen Küste segeln wollte, Unruhen ausgebrochen und einige seiner Schiffe schloffen sich den Wfftändigen an, so daß diese am 6. Juni über 16 Schlachtschiffe und zahlreiche andere Fahrzeuge verfügen konnten. Dieser Tag bedeutete einen wichtigen Wendepunkt in der Entwicklung des Aufruhrs. Da es nicht möglich war, die Matrosen, die ihren Unterhalt durch Requi- sitionen auf dem Festland bestritten, zur Rückkehr zur Pflicht zu zwingen, wurde im Parlament beschlossen, die Meuterer einfach zu kaufen und einen Angriff zu Wasser und zu Lande auf sie zu machen. Das half. Die Matrosen suchten jetzt zu unterhandeln, ober davon wollte die Admiralität nichts wissen. Ein Schiff nach dem anderen siel von Parker ad. Als das zuletzt isoliert« Schlachtschiff „Sandwich", auf dem sich Parker und die übrigen Führer des Auf- standes befanden, sich dem Ufer näherte, wurde es von den Batterien von Shernes beschossen. Darauf sandte Admiral Buchner eine starke Abteilung Seesaldaten auf das meuternde Schiff und es gelang ihnen, sich Parkers und seiner Umgebung zu bemächtigen. Der Unglückliche wurd« mn 22. vor«in Kriegsgericht gestellt, zum Tode verurteilt und am 29. nebst vielen anderen aufgeknüpft. Andere wurden gepeitscht oder ins Gefängnis geworfen. Bereits im Keime erstickte Admiral Jervis die Aufruhrverfuche auf seiner, in den spanischen Gewässern befindlichen Flotte, und ohne Erbarmen strafte er mit fürchterlicher Strenge, so daß die Hinrichtungen auf seinen Schiffen kein Ende nehmen wollten. Wenn auch Englands Zukunft auf dem Spiele stand, so mar die außerordentliche Strenge der englischen Marinebehörden nicht am Platze. Viel richtiger wäre es gewesen, die unwürdige Behand- lung der Matrosen beizeiten abzustellen. 'Zigcuuerhunde Die Zigeunerhuird« sind keine Rasse, aber in chren Eigentümlich- ketten doch sehr von allen anderen Hunden verschieden. Schlau und listig sind sie olle, halten unter allen Umständen immer treu zu den Zigeunern und sind sehr auf deren Vorteil bedacht. Da die Zigeuner unier sich ausschließlich in ihrer eigenen Sprache reden, verstehen auch die von ihnen aufgezogenen Hunde nur die Zigeunersprach« und hören auf keine andere. Was den Zigeunern gehört, rühren die Hunde nickst an und unterdrücken am Lagerplatz jedes Diebesgelüste. Ein Zigeunerhund muß vor allem ein guter Jgelhund fein und wird in seinein Wert danach eingeschätzt, wie er sich auf Igelfang versteht. Es gibt Hunde, die in dieser Beziehung ganz Großartiges leisten, deshalb weit und breit unter den Zigeunern berühmt sind und auch nach ihrem Tode noch in deren Gesprächen fortleben. Schon in frühester Jugend werden sie zum Jgelsang abgerichtet und sind auch schon durch Vererbung von vornherein gut dazu veranlagt. Für gewohnlich halten die Zigeunerhunde treu zusammen, aber dies ändert sich im Nu, wenn die Zigeuner untereinander selbst in Streit geraten. Dann bilden auch die Hunde sofort zwei Parteien, gehen grimmig mffeinander los und zerkratzen und zerbeißen sich gegenseitig tüchtig. Der Baum, der.Vsche fängt. In den fast unzugänglichen Ur- wälden, Boliviens wächst ein in Europa unbekannter Baum, von dem der Schweizer Walter Burkart in einem demnächst bei Brock- haus erscheinenden Buch:„Der Reiherjäger von Gran Chaco" er- zählt. Der Stamm dieses Baumes ist bis auf den Boden hinunter mit dicken Stacheln bedeckt. Die Indianer nennen ihn Ochoho, in anderen Gegenden Seibo. Durch einen Einschnitt mit der Axt kann man diesem Baum einen ganzen Eimer voll trüben Saft ab.zapfen. der zum Fischsang verwendet wird. Wird nämlich dieser Saft ins Wffser geleert, so kommen nach einigen Minuten in großem Um- kreise alle Lebewesen betäubt an die Oberfläche und können bequem abgeschöpft werden. Man kann die auf diese Weise gefangenen Fische ohne nachteilige Folgen essen. Beim Einschlagen der Bäum« muß nian sich allerdings sehr in acht nehmen. Wenn der meter- weit l>crausspritzende Saft unglücklicherweise in die Augen gerät, so entsteht eine bösartige Entzündung, die gänzliche Erblindung im Gefolge haben kann. Warum„böse Sieben"? Eine zänkisch« Frau wird vom Volks- mund mit dem Ausdruck„böse Sieben" delegt. �Das verleitet zu der Annahn, e, daß diese Bezeichnung mit der Zahl Sieben in Zusammen- hang stehe. Das ist aber nicht der Fall, dieser Ausdruck hat seinen Ursprung vielmehr in der aligermanischen Mythologie. Die Bewohner der mecklenburgischen Ostfeeküste oerehrten eine Göttin „Silva", die sie sich als Frau mit flatternden Haaren vorstellten. In der Zeit der Kämpfe zwischen Christen und Heiden opferten letztere der Göttin die getöteten Christen. Aus diesem Grunde hielten die Christen diese Göttin sür so verabscheuungswürdvg, daß sie nach ihr «in-.lanttppe„Siwa" nannten, aus welchcr Bezeichnung sich später der Ausdruck„böse Sieben" entwickelte. Zweimal um die Erde in zwei Stunden. Ein amerikanisches Telegraphenbüro hat versucht, festzustellen, wie schnell ein Tele- gramm bestellt werden kann. Es sandte daher ein Telegramm mit drei Worten von New Park über London, Madrid, Paris, Genf. Rom, Stambul. Wien, Berlin, Moskau, Peking, Schanghai, Tokio, Manila, Honolulu, San Franziska, Mexiko, City, Havanna. Buenos Aires, Rio de Janeiro, Kapstadt, Kairo, Bombay, Mel- bourne, Vancouver, Montreal nach New Dork zurück. Für diesen Weg, einmal rund um die nördliche und einmal rund um die südliche Erdhalbrunde, gebrauchte das Telegramm zwei Stunden und fünf Minuten. Dasselbe durchlief 2Z Telegraphennetze und Kabel: der größte Abstand über Land, Moskau— Peking, wurde in vier Minuten zurückgelegt, der größte Abstand über ein Seekabel, Melbourne— Nancouver, erforderte eine Minute. Holz erzeugt etwa ein Viertel der Wärmemenge, die das gleich« Quantum Steinkohle gibt. Holzkohle dagegen gibt fast die gleiche Wärme wie Steinkohle. _„Allraum-Oandin«" g�gejchT1 _________(•rtan Daum Q»e»qnef yuntUgroornituPcn PE�STAN-TEPPICHE Iqes.qescfr reine Wolle m.Hondfmn�,qe»re«eC<»ien �£nu�,l&ert)*ionQ/«wl«r�n(rflH«q«3äiierli«hcinq,f«mlrJ7, j �32 r Oandinenstoffe , Baumwolle, Indanthren iveflruckt, nervorroqende * Qualität, callO cm. trL Ufr [von Perser-Teopichen , 200 310 Daunendecken �SUfnurSpanda vuniheid, Oomott.- Kz 49" ca 63.' � � 74rlss�A8:J Haibsroposl Meterware Ailtertell mEintoti 4 u. frontet] jte Quaüt.| caJJOan.hoeh.»* Steppdeckenl 1 Kunsneide.Sotin. ßüciceite onlWMOOl1 iPERilSTAN-TEPPICH E| Qcscn. reine Wolle m. Handfponse/ getreu# Cooien von Pener-Tepoichen ' 18?- 198- 1119 yilarccUa d'Jlrle: der SBeUHadi Es ist viel von diesem Zeltlager geschrieben worden, dos seit neun Jahren olljährlich stattfindet und in mancher Beziehung etwas Eigenartiges ist. Nur wenige Orte der Welt dürften dem Beobachter eine derartige Fülle und Verschiedenheit der Menschen und Sitten bieten. Hi«r haben sich Leute aus 34 verschiedenen Ländern zu- sammengefunden, hier hört man alle Sprachen, sieht Gesichter aller Farben vom nordischen Rosig zum afrikanischen Schwarz, Gewänder aller Zonen: japanische Kimonos und die kurzen chosen der bayerischen Berge, die auch Frauen tragen, die Nationaltrachten Islands und Persiens, Indiens. und chollands, Kopfbedeckungen aller Art, vom Turban bis zum Pariser Modellhütchen. Hier gibt es Füße, die in Sandalen stecken— Sandalen von hundert verschiedenen Formen und Farben— in ciscnbeschlagcnen Bergschuhcn und in türkischen Pantösfelchen: vor allem aber Füße, die jeder Dcschuhung bar auf der bloßen Erde laufen. Aber diesem fröhlichen, lärmenden, immer neuen Schauspiel ziehen viele die Einsamkeit vor und schweifen durch den Wald, in dem man stundenlang gehen kami, ohne andere Begegnungen zu haben als mit chasen, Eichhörnchen oder hie und da mit Wildenten am Ufer kleiner Teiche. Umgeben von der schwarzen Rcglosigleit der großen Tannen sind diese Teiche mit ihrer Decke blasser See- rosen auf dem toten Wasser gleichzeitig melancholisch und anmutig, und gerade der graue oder ganz schüchtern blaue nördliche Himmel paßt zu ihnen. Wie diese unsere Zeltstadt, die sich ohne Ordnung unter den Riesentanncn ausstreckt, zur Landschaft paßt. Da gibt es Zelts aller Formen und Größen, für eine Person bestimmt, für zwanzig, für fünfzig. Die Spcisczelte haben Raum für mehr als hundert Men- sehen, und das„lecture tent", das Vortragszelt, faßt ihrer vier- taufend. In ihm spricht Krishnanmrti jeden Tag um elf Uhr, und das warme, lustige, laute Lagerleben wird jeden Tag reglos und still, um ihm zu lauschen. Mit einem Schlag scheint sich das Lager in eine Einöde zu verwandeln: die Küchen sind leer, das Kranken- Haus und die Läden, das Kaffeehaus und der Wald. Langsam und ruhig ertönen Krushnamurtis Worte in einem großen Schweigen. Und es ist etwas Erstaunliches um diese instinktive Disziplin einer Menge, unter der sich zahlreiche Kinder verschiedenen Alters befin- den und von der nur eine geringe Zahl die auf englisch gesprochenen Worte Krishnamurtis versteht. Wenn es nicht wie ein geschmack- loser Spott klänge, würde ich sagen, daß es das wunderbarste hier ist, dieses große Schweigen, das Tag für Tag die ruhige Stimme Krishnamurtis aufnimmt, dieses tiefe instinktive Verstummen. Und es gibt noch vielerlei, was einem hier Eindruck macht. Es ruht eine eigenartige Lust über dieser Zeltstadt, die in mondhellen Nächten an ein afrikanisches Dorf erinnert, wie es in den Kinder- büchern abgebildet ist. Etwas wie eine Atmosphäre allseitiger Sympathie und des Zutrauens. Leute aus verschiedenen Ländern, Menschen verschiedenen Alters duzen einander, ganz von selbst, nachdem sie sich zum erstenmal die Hand gedrückt hoben. Keiner kümmert sich um die Vergangenheit des andern, um sein Leben von gestern, das er morgen wieder aufnehmen wird. Die soziale und wirtschaftliche Stellung der Menschen spielt hier keine Rolle, ebenso- wenig, wie es eine Rolle spielt, was der einzelne hier für eine Arbeit verrichtet. Viele haben nicht Geld genug, um den zehn- tägigen Aufenthalt hier zu bezahlen, und so bietet man ihnen die Möglichkeit, dies durch ihre Arbeit zu tun. Sie verbringen so einen Teil des Tages in den Küchen, in dem Krankenzelt, auf dem Post- amt oder als Kellner im Kaffeehaus. In der heutigen Welt pflegt sich der Gepäckträger nicht neben den Millionär zu setzen» mit ihm gemeinsam zu essen und ihn zu duzen: in Ammen geschieht dies immer und wird als etwas Selbstverständliches empfunden, vom Gepäckträger wie vom Millionär und von denen, die sie zusammen sehen. Ob etwa der Gepäckträger in seinem normalen Leben ein tlniversitätsstudent ist oder ein Kellner, das hat keinerlei Bedeutung, und keinem kommt es in den Sinn, danach zu fragen. Er ist eben einer, der mit seiner Arbeit bezahlt, anstatt mit Geld. Wenn man einige Tage in dieser Atmosphäre gelebt hat, drängt sich einem die Frage auf, ob Krishnamurti nicht einen grö- ßeren Wirkungskreis haben könnte, denn er ist es, der dies alles vollbringt, fast ohne es zu bemerken und zu wollen. Könnte dieses Lager, auf anderem, fruchtbarcrem Boden, sich nicht zu einer Stadt erweitern, in der jeder sein Leben lebte und seine Arbeit tüte, wo auch KrishnamWti selbst arbeitete, nicht nur geistig, sondern auch körperlich, wia VU anderen alle? Und' wo er nicht mehr Reden hielte, oder doch nur selten, etwa einmal im Monat, und nicht als eine Art seelischen Auskunftbüros jedem zur Verfügung stünde, der ihm seine Zweifel oder fixen Ideen auseinanderzusetzen Lust hat? „Das ist mein Handwerk", sagte er selbst mir vor ein paar Tagen. Und ich habe ihm geantwortet und wiederhole es hier, daß es ein häßliches Handwerk ist, seiner nicht würdig, daß er end- lich anfangen sollte, seine Theorien in die Praxis umzusetzen, daß er genug geredet hat, alles gesagt, was zu sagen war, daß jetzt der Augenblick gekommen ist zu handeln, etwas zu schaffen. Er kann es, dieses Lager ist ein Beweis dafür. Hat eck nicht jahrelang gegen den Fetischismus gekämpft, der ihm gleich einem Gott Verehrung entgegenbrachte? Zu den Zeiten der Besant konnte er nicht durch den Wald gehen, ohne daß sich Frauen vor ihm auf die Knie warfen und oersuchten, den Saum seines Gewandes zu küssen. Das hat er jetzt ausgerottet. D«» Publikum, das sich heute im Lager zu- sammenfindet, benimmt sich durchaus normal. Aber das genügt nicht. Dies» periodischen Zeltlager sind von Anfang an mit einem Fehler behaftet. 5)ier kommen tausend oder zweitausend Menschen zusammen, die zehn Tag« lang nichts, aber auch absolut nichts zu tun haben, als Krishnamurtis Worten zu lauschen, und Krishnamurti hat nichts anderes zu tun, als zu diese» Leuten zu reden. Wenn dann das Lager vorüber ist, reist er ob, um vor einem anderen Publikum zu sprechen— und spricht hier— nebenbei gesagt— schlecht, weil er schüchtern ist und leicht van einer feindselig ein- gestellten Zuhörerschaft deprimiert wird. Wo immer man ihn ober auch reden hört, hier im Feldlager oder im Saale eines beliebigen Theaters, wird man sich stets fragen müssen, welchen praktischen Wert denn all dieses habe, was bei diesem Streben nach einem Glück ohne Freude und Schmerz denn erreicht werde, ob es sich hier um ein wünschenswertes Ziel handle oder um den Traum eines Exaltierten. Ich persönlich glaube, daß Krishnamurti wirklich den Zustand der Loslösung von ollem erreicht hat, über aller Selbstsucht und allen Wünschen, und daß er es vermag, um sich herum eine Atmosphäre der Selbstlosigkeit und Liebe zu erwecken, nicht durch seine Worte, sondern nur durch seine Gegenwart. Davon ist dieses Lager ein bewundernswerter Beweis, aber ein unfruchtbarer. Un- sruchtbar, weil all diese Menschen, sobald sie aus diesem Kreise her- austreten, um in ihr Haus, in ihre Stadt zurückzukehren, nur einen winzigen Teil des hier Erlebten mit sich nehmen und auch dieses Wenige schnell vom grausamen, mühseligen, bitteren Alltag zerstört wird. Unfruchtbar, selbst wenn einige oder auch viele für sich allein weiterkämpfen, um ihr Ich zu vernichten, zu vergessen, zu über- winden. „Seit vielen Jahren zeige ich in allen Ländern den Weg, den man gehen soll, und doch ist es noch niemand gelungen, zu mir zu gelangen", hat Krishnamurti uns gesagt. Aber es kann gar nicht anders sein, denn die Art und Weise, die er gewählt hat, um seine Wahrheit zu lehren, ist nicht die richtige, ist ungesund in ihrem Kern, führt dazu, ihn mit Menschen zu umgeben, die ihrem Wesen noch zum Götzendienst neigen und sich an etwas anklammern müsien. nicht mit solchen, die ihn verstehen können, die imstande sind, zu kämpfen, zu arbeiten, an sich selbst zu glauben, die mit dem Bewußtsein ihres Ichs die Fähigkeit haben, auf dieses Ich zu ver- zichten. Dieses Zeltlager ist interessant und sympathisch und hat vielleicht einmal seine Daseinsberechtigung gehabt: heute ist es un- nötig, vielleicht sogar dem Zwecke schädlich, dem es dienen soll, denn es ist etwas Künstliches und Unechtes in dieser zusammengeströmten Menge, die im besten Falle, nämlich wenn sie es aufrichtig meint, «r gekommen ist, um Krffhnamurtis Worte zu hör« und sich an ihnen zu berauschen. Nehmen wir aber an, daß Krishnamurll morgen sagte:„Ich spreche seit Jahren zu euch. Ich habe alles gesagt, was ich zu sagen hatte. Man hat meine Worte aufgeschrieben und veröffentlicht. Lest sie, denkt darüber nach und wenn ihr etwas Wahres darin findet, so folgt mir nach. Ich gehe nach Kalifornien, um den Boden zu bebauen. Wer an meiner Seite leben will, der muß feine Selbstsucht abtun, nicht mit Worten, sondern mit Taten, denn die Zeit der Worte ist vorbei und hat schon zu lange gedauert." Wer sich ihm dann amschließen wollte, ohne innerlich dazu geschaffen zu sein, der würde nach einem Monat oder nach einem Jahre der Arbeit und Entsagung sich von ihm abkehren, und nur die innerlich Berufenen würden bleiben. Ich weiß sehr wohl, daß die Theorien Krishnamurtis mehr Pflichten gegen sich selbst als gegen die anderen vorschreiben, mehr individualistisch als sozial sind. Aber es ist ja eine Pflicht, die man gegen sich selbst erfüllt, wenn man gemäß der eigene» Ucberzeugung lebt. Und»er hofft und glaubt, sich eines Tages von den Banden der eigenen Selbstsucht, des eigenen gierigen und grausamen Ichs zu befreien, muß diesen, seinen Glauben gemäß leben, ihm jenen Teil seines Ichs opfern, der aus Gier und Raffsucht besteht, muß sein äußeres Leben umgestalten, che er sein inneres weiter umformt. Aber man rede mir nicht von Leuten, die in einem Schlosse wohnen und um die Befreiung von ihrem Ich ringen. Sie sollen sich zunächst von dem Schloß befreien. Und wenn sie das nicht fertig bringen und ihre Straße weiter gehen wollen, dann mögen sie die Leere ihres Lebens mit einer anderen psychologischen Spieleret, nicht mit dem Kultus Krishnamurtis ausfüllen. Das wird besser für die Leute sein, besser für die anderen und besser für dos Wahre und Lebendige, das eines Tages vielleicht aus dieser Lehre werden könnte, wenn sie nicht mehr ausschließlich von Krishnamurti gelebt und erlebt wird. ffioli Qusiat Staebler: c&ehn Slumden ffielgmä Es ist mit den Städten wie mit den Menschen: man kann in einer Stadt jahrelang leben, ohne sie zu kennen, und auj der anderen Seite gibt es Städte, cne man in ein paar Äunden durchschaut. Ich weiß nicht, ob ich hier richtig urteile, aber Belgrad scheint mir so eine Stadt zu sein. Sei dem aber auch, wie ihm sein mag, man soll die Tatsachen sprechen lassen, und je zufälliger sie sind, um so wahrer sind sie. Wir kommen also von N i s ch her, in einem Schnellzuge, der an jeder Station schnell hält, daher wohl der Name. Es geht in großen Kurven abwärts: zuweilen sieht man einen Sol- datcn mit aufgepflanztem Bajonett die Strecke bewachen, und man merkt, daß hier das Militär seine Diktatur errichtet hat. E» ist schon Abend, als wir in den Hauptbahnhof einfahren. Ein Es- päckträger nimmt uns freundlich in Empfang. Ein deutsch Sprechen- der gibt mir den guten Rat, den Preis vorher auszunwchen und tüchtig zu handeln. Nachher freilich merke ich, daß ich doch noch viel zu viel bezahlt habe, und vermutlich hat der Mann mit dem guten Rot mitverdient. Aber die Sache mit dem Paß muß ich noch erzählen. Man hat uns im Zuge die Pässe abgenommen. Wir würden sie im Paßbüro wiederbekommen. Noch einigem Suchen um den Bahnhof herum finden wir das Büro. Die Haustür steht offen, die Bürotllr steht offen, die Gänge stehen offen, alles steht offen, und auf einem Tische, richtig, da liegen unsere Pässe, sosort greifbar— aber kein Mensch Ist zn sehen. Wir warten. � Niemand kommt. Ich räuspere mich. Einmal, zweimal. Endlich kommt jemand in einer jener bunten Uniformen, die das Straßenbild Belgrads beleben. Ich deute aus meinen Paß: er stempelt etwas hinein in jener Schrift, die kein Mensch lesen kann, schaut aber weiter nicht nach und gibt mir den Paß. Es wird schon der richtige sein, denkt er. Ich denke mir auch einiges, und wenn ich mal einen falschen Paß brauche. dann fahre ich nach Belgrad zur Paßstelle am Bahnhof, dort liegen Pässe zur Auswahl bereit, alles echte, tadellos« Ware. Als wir wieder ans Bahnhofsportal kommen, sehe ich zwei blaue Blusen mit roten Halstüchern in der Menge aufleuchten. Darüber wehen zwei mächtige blonde Schöpfe. Sollte das...? Ich schaue nach den Abzeichen: jawohl, zwei Genossen von der SAI.!„Freundschaft!" riefe ich.„Na. was macht Ihr denn hier?" Sie waren mit dem Paddelboot die Donau herabgeschwom- men, aber nun gab es Schwierigkeiten, Zollrücklagen und so weiter. Geld haben sie nicht und außer il/rem Sächsisch sprechen sie auch weiter keine Kultursprache. Aber es geht offenbar auch so.„Wir werden schon durchkommen," lachen sie vergnügt. Sie wollen nach Konstantinopel runterpaddeln und dann rüber nach Griechenland. Etwa so, wie wenn einer die Plciße hinüberfährt, klingt das. Ich schenke ihnen etliche Dinare: damit sind sie für die nächsten Tage versorgt. Am anderen Morgen geht es los. Die breite, moderne Zufahrts- straße auswärts. Große pompöse Neubauten, Regierungs- Häuser, Staatsgebäude mit mächtigen symbolischen Figuren. Ein repräsentativer Bauwille strebt da empor. Zwar ist er im Stil etwas zu prunkvoll; man denkt an die schlimm« Architektonik unter Wilhelm dem Letzten. Aber man spürt: hier ringt sich so etwas wie Selbstbewußtsein empor. Das neue Serbien: das Land, das große Kriegsgcwin»« gemacht hat, das Boden und Menschen— Teile des alten Oesterreich, von Bosnien, Herzegowina, Ungarn, Bulgarien, von der Türkei— annektieren konnte. Ein Land, in dem heute vielerlei Völker wohnen, nicht nur Serben lind Kroaten, auch Albaner, Ungarn, Italiener. Deutsche. Die einzige Großstadt, die Hauptstadt, die Zentrale, das ist Belgrad. Das stärkt das Selbstbewußtsein. Das treibt zu repräsentativen Bauten. Noch immer sino Bauten Symbole der Macht gewesen, von den Pyra> miden über die Dome des Mittelalters und die Schlösser des Barock bis zu den Bankpalästen der Gegenwart. Das Schloß der serbi- schen Könige liegt eigenllich recht unbeachtet, durch einen großen Garten von der Straße getrennt, liegt es mitten in der Stadt: ein Haus, In dem so manche üble Kabale und Intrige serbi- schen und europäischen Charakters gesponnen worden ist. Aber trotz Asphalt und elektrischer Straßenbahn, trotz europäischer Kaufläden nierkt man doch, daß hier die Grenze zwischen Europa uns dem Orient läuft. Ein stark bäuerlicher Einschlag in der Masse, allerlei Trachten, vielsach zerlumpt und überaus ärmlich und noch dreckiger: ländliche Gefährte stehen herum: nach dem Hafen und der Dona» zu enge, holprige Gossen, verwahrloste Straßen, armselige Häuser: Straßenhändler, Kleinhandwerker vor den Häusern; Knoblouchdust und Gestank des Orients— all das ist auch da, dicht neben den schönen, breiten Geschäftsstraßen und den Villen des modern auf- gemachten Stadtinnern. Uno was noch auffällt— und heiter stimmt, das sind die mannigfachen Herren Offiziere, die da sehr selbstbewußt hcrumspazicren. Da glänzt es in Gold, in Knall- rot und blendendem Weiß, in Blau und Grün, mit engen 5)osen, mit weiten Hosen, mit abenteuerlichen Blusen, auf Taille gearbeitet und mit vielen schönen Orden geschmückt. Da rasseln die Säbel, wenn sie auch noch so rostig sind, übers Pflaster; da grüßen weiß- behandschuhte Finger mit Grazie und Schneid. Da kommt ein alter Herr— dem Barte nach ist es bestimmt ein russischer Grotz- sürst: Orden schmücken seine Feldbluse— und begrüßt eine alte Dame. Auch ihre schwarzseiden umhüllte Brust ist mit Orden uns farbigen Bändchen verziert. Der alte Herr begrüßt sie mit jener altmodischen, steifen Feierlichkeit und mit Handkuß, wie«s sonst nur »och in Operetten vorkommt: es ist ein Bild aus einer vergangeneu und ein wenig lächerlichen Zeit. Aber diese Zeit scheint nun auch in Belgrad abzuklingen. Dar kurzem hat der Körng die militärisch unterbaute Diktatur aufgehoben, und es soll nun demokratisch und parlamentarisch regiert werden. Irgendwo in einer kleinen Seitenstraße ist die deutsche Schule und ein deutscher Buchladen mit einem Lutherbild und einigen evangelischen Schriften. Ein Konzert evangelischer deutscher Kirchenchörc ist angesagt. Es gibt m Jugoslawien heute eine Minderheit von etwa 600 000 Deutschen, uns die deutsche Schul- frage ist sicherlich in diesem Lande der bunten Nationalitäten und Religionen«ine nicht einfache Sache. Ilebrigcns muß auch die Ab- Haltung von Schulunterricht m Südslawien eine anstrengende Sack)« sein: die Kinder müssen wegen der komplizierten Schreibweise vier Alphabete lernen: Gotisch, Lateinisch-Deutsch, Lateimsch-Kroo- tisch und Cyrillisch. Dafür gibt es allerdings andere Ding« in Ser- dien, die für Kinder, aber nicht nur für Kinder, höchst angenehm sind: nämlich Süßigkeiten von wunderbarem Geschmack, dar- unter ein« teigartige Masse, die aus Zucker, Zwetschgen, Honig, Man- deln. Nüssen und etwas Schnaps besteht und an der man sich stunden- lang erfreuen kann. Aber nun wurde Zeit, wieder zur Bahn zu gehen. Ich kaufe noch einige der ausgezeichneten und billigen serbischen Zigaretten— und dann liegt„Stadt und Festung Belgrad" hinter uns, diese bös« Ecke, an der sich der große Sturm der Katastrophe Euro- pas entfacht«.__ Die Flöhe sterben ans! Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Menschen heute viel weniger von Flöhen geplagt sind, als es in früheren Jahrhunderten der Fall war. Nun hat sich auch die Wissen- schaft des Falls angenommen. Nach den Untersuchungen kann man damit rechnen, daß die Flöhe, seit einiger Zeit durch große Epidemien rasend dezimiert, bald gänzlich ausgestorben sein werden. Diese„Flohepidemien" bezichen sich nur auf den Menschen- floh. Die anderen Arten blieben bisher noch davon verschont. Neuer Nutzwert der Apselscholen. Amerikanischen Chemikern ist es gelungen, den Apselscholen einen Stoff zu entziehen, der die Eigenschaft besitzt, wasserundurchlässig zu sein, und sich daher vor- züglich als Zusatz von wasserdichtem Lack und dergleichen eignet. Die wusierfeste Substanz, die in Form eines gelben Pulvers per- wendet wird, ist in der wachsariigen Schicht enthalten, die die Apfelschalen überzieht. Beim Uederschrdten der Dalumgrenzc(130, Längengrad) von Westen nach Osten wird der Tag zweimal gezählt, umgekehrt ein Tag überschlagen. Zesus wurde wahrscheinlich im Jahre sechs vor unserer Zeit- rechnung geboren. Zog wwkonmt! am 16. Juli tchlotz der GutLdeütter K.& eine Feucrverücherung bei UNS ab. Kit war noch nicht einen Monat in Nrakt, SIS in der Kachl vom 10. jura u. Äuguü ein grotzer Teil keines Äntvekens durch ein Feuer in Äkche gelegt wurde. Bereits 22 Tage kpäter, am 2. September,?ahlten wir vorkchuftweile 10000 M. und nach weiteren 2 Tagen die z�eltenttchadtgung von 25 000 M., allo tnsgelamk 65000 M. Sie an uns gesahlte Prämie kür die Feuerverücherung hatte 250 M. betragen. 'kwttiie sLtAsfCütcA, ein*. 6t* ü*,}/ ALLIANZ UND STUTTGARTER VEREIN � R N C C S_fc_L l S C» I 7a»hi T»«JOe®*t* WO 000 ttusmgfk, UJ, Mtn**, Tat 0*4 Wul»<• BMld«! Qua an rt*t* Schwen. I-U Mu, FimiH, tot Wi uns tttMchtn. Wraru A*« cx o vtuttc akt F.a /«»/»« fir»Ix» drti Millisrdt» Ok—f—fnehnmtn Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 20. Septrmbcr: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 8: Für den Land\rirt. 8.M: Morgenfeier. Anschließend; Glockengeläut des Berliner Doms. 10.08; WcttcrvorheraaKc. 10.30: Aus Kufstein: Konzert auf der Hcldenortrcl. 11: riternstunde, 11.30: Aus Leipzig: Bsch-Konzert. 12: Ulrich Franz Krolop erzählt Heiter«. 13.30: MitUcskonzcrt. 14.10: Jugendstunde. 14,40: Lieder. 18: Aus Alt-Ruppin: Einweihung der Jugendherberge. 18.20: Zum Jubilätrm der Genossenschaft Deutscher BQhnenangchörigcr. 15.30; Gastspiel der Funkgemcin- schalt engagcmentsloser Schauspieler der Bühncngcnossenschaft.„Die Soldaten." Komödie von J. M. R. Lenz. 16.30: Nachmiltagskonrert 18.36: Erlebnisse eines Tropenjournalisten. 18.10: Hans Reimann mit Büchern und Schallplatten. 19.45; Sportnachrichten. 20; Ans Wien:„Bruder Straubinger", Operette von Eysler. 22.18; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. MontajS, 21. September: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 18.20: Das Schicksal der Frau in der Gegenwart. 15.40: Schachstunde. 16.05; Wille und Arbeil. 16.30: Volkslieder aus dem Tassin. 16.50: Violine und Klavier. 17.30: Jugendstunde. 17.56; Der deutsche Anteil an der Entwicklung Amerikas. 18.10; Erwachen des technischen Denkens. 18.38: Programm der Aktuellca Abteilung. 19.08; Orchesterkonzcrt. 19.55; Mitteilungen des Arbeitsamtes, 26: Konzert. 20.30; Aus Franl.iurt a. M.: Jubiläumsfeier der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger. 21,18: Tagesund Sportaachrichten. 21.25: Kabarett der Schauspieler. Danach: Tangmusik. Dienslag, 22. September: 6.30; runkgymnastik. Anschließend: frfihkonzert. 12.36; Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: SchaUplattenkonzcrt. 15.05: Aus München: Stunde der Hausfrau. 15.46; Universale Genies. 16.05; Liebe tu wilden Tieren. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17; Jugendstunde. 17.20: Bücherstunde. 17.56: Russische Volkslieder. 18.65; Vom Handwerker zum Großindustriellen. 18.36: Heinrich Cduard Jacob liest eigene Dichtungen. 19; Programm der Aktuellen Abteilung. 19.36: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.35; Alte und neue Tänze. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.16; Der Seemann. MiltwoA, 23. September; 6.3*: Pnnltjymnsslik. Anschlktend: PrübkonrerL*: Von der BeottcheB \Vclle; Schullunlt. 12.it): WcltermclduiiEen fOr den L»n(iwirt. 14; Scb»Ilplatten- komert. ISJti Rflckkehr rum Ich. 11.4»; KiiHsMer und LindschafL 14.05: Pro. E'ramm der Aktuelleii Abteilnntc. 16.30; Unterhaltnntsmusik. 17.30; Jueendstunde. 17.50: Reform de» Alltacs. 18.10: Rechtsfrasen des Tai«. 18.30: Allred Hein liest eiiene Novellen. 15.50; Lieder. 10.20: Von der Deutschen Weile: Gedanken jnr Zeit. 20:..Ueberau herum aus der Welt,. Von Robert Seite. 21; Taies. und Sportnachrichten. 21.10: Aus der Arbeit des Stadtthcaters Stettin. Danach; Tanzmusik. Donnerstag, 24. September: 6.36: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.36: Die Viertelstunde kür den Landwirt. 14: Lehallplattenkonzert. 18.20: Wie koche ich billig und gut? 15.40: Bildende Künstler als Dichter. 16.05: Jugendstunde. 16.30; Lehrer großer Meister. 17.36; Auch Schallplattcn haben ihre Geschichte. 18: Die neue Musik-Saison. 19: Interview der Woche. 19.25; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.30: Unterhaltungsmusik. 29.25: Tages- und Sportnachrichten. 21: Aus Köln: „Straßenmann". Hörspiel von Kesser. Danach: Tanzmusik. Freitag, 23. September: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 9; Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Nachwuchsfragen im Frauenberuf. 15.40; Unsere Fernkabel, eine Betrachtung über den Fernsprecher-Weltverkehr. 16.65: Internationaler Leichtathletik-Rundblick 1931. 16.30; Klaviervorträge. 17: Alfred Schmid Nocrr.(Neue Dichtungen.) 17,25; Jugendstunde. 17.45: Das neue Buch. 17.55: Cuba und die Weltwirtschaftskrise. 18.15; Möglichkeiten einer deutsch-französischen Verständigung. 18.40; Unterhaltungsmusik. 19; Aus Rathenow: Chorgesänge. 19.36: Wovon man spricht. 20; Sinfonie-Konzert, 22: Politische Zcitungsschau. 22.26: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Abendunterhaltung. Sonnabend, 26. September: 6.30: Funkgymnastik. Ansehließend: Frühkonzert. 12.36: Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.50: Medizinisch-hygienische Plauderei, 16.10;..Carl Peters". Zum 75. Geburtstag. 16.30: Dlasorchestcr-Konzert. 18.15: Eine Viertelstunde für die Laubenkolonisten. 18.30: Die Erzählung der Woche. 19; Violinvorträge. 19.30:„Zweimal Straßenmann'*, Gegenüberstellung der Aufführungen Köln und Berlin. 26; Abendkonzert. 21; Tages- und Sportnachrichten. 21.10; Josef Plaut spricht. Danach: Tanzmusik, Königswusterhausen Sonnlag. 20. September: Ab MO: Uebertragung aus Berlin. 12; Dichterstunde. IS: Die Oiadiol«. 18 30: Dichtcrstundc. 18,55; Stunde des Landes. 19.26; Opern, die übertrageu werden. Anschließend; Uebertragung aus Berlin. Montag, 21. September: 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nachmlltagskonzert. 17.30: Die Arp'Schrtftzor-Orge! in Schloß Chart ottenhorg. 18; Berühmte ÖSrten. 18.36; Oaerschnitt durch deutsche Zeitschriften. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Anfänger. 19,25: Stunde des Landwirts. Anschließend: Viertelstunde Funktechnik. Danach: Uebertragung ans Berlin. Dienstag, 22. September: 16; Künstlerische Handarbeiten. 16.25; Wetter- und Börsenberichte. 16.36: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30; Holländische Art und Volksmusik. IS: Gegenwartsfragen der Kunst. 18.30: Bleibende Werte der deutschen Dichtung. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Französisch für Anfänger. 19.30: Weltpolitische Stunde. 20: Bilder vom heutigen Rußland. Deutschland- sender; 20.30: Aus Genf: ,,Doh Juan". Oper von Mozart. Mittwodl, 23. Seplembcr: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Persische Musik, 18.10; Aus Berlin: Rechtsfragen des Tages. 18.30: Sozialismus als Weltanschauung. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stunde des Beamten. 19.20; Uebertragung aus Berlin. Dcutschlandsender; 20: Uebertragung aus Berlin. 21; Aus Leipzig:„Zweierlei Maß". Ein Lustspiel von Shakespeare. 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach; Aa»# Budapest: Zigeuncrmusjk. Donnerstag, 24. September: 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17,30: Deutsche Volksbräuche. 18: Analyse einer Bewerbungslaufbahn. 18.30: Mitteleuropa als Problem. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Fortgeschrittene. 19.28: Stunde des Landwirts. 19.45: Die Mondfinsternis. Dcutschlandsender: 20: Ans Hamburg: Konzert. 22: Politische Zeitungsschau. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 25. September: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzort. 17.30: Heilmittel, die der Körper selbst erzeugt. 18; Volkswirtschaftshmk. 18.30: Entwicklung des geometrischen Denkens. 18 55: Wetterbericht für di« Landwirtschaft. 19; Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 19.36: Die Welt des Arbeiters. 20: Uebertragung aus Berlin. Deutschland sender: 21.10; Aus Breslau: Ursendung:„Ein Leben in Versen". Eine Dichtung für Musik von Scbnack. Anschließend: Uebertragung ans Berlin. Sonnabend, 26. September: 16: Pädagogischer Pank. 16.30; Aus Hamburg: Nadnnittagskoiizert. f7J0; Viertelstunde für die Gesundheit. 18: Französisch für Fortgeschrittene. 18.30: Der arabische Mensch und die Moderne. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stätten der Tragik. 19.36: Stille Stande. Deatschlaadseuder: 20: Aus Köln: Lustiger Abend. 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrlditcii. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Statt Karten! Nach kurzem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden wurde uns mein treuer Lebenskamerad, meines Sohnes treusorgender Vater Andreas Mirus im 58. Lebensjahr entrissen. In tiefer Trauer VM Hamburg, H«mmer Landstraße 14. Henriehe Mirus Karl Miras und Frau und sein einzigstes Enkelkind Ja«*. Einäscherung: Dienstag, den 22. September 1931, vormittags 10 Uhr, im Krematorium zu Hamburg-Ohlsdorf. BeHaonfinadiang bi�relfend Abwiddang der Devwentcrmni|fe»Hi5f4e and ErfüHuig der DeviscntenninverpHiditangcn gegenüber«nsländiscben Banken nnd Bankiers anf Grnnd des SUllhaUeabkommcns. t Diejenigen deutsdven Banken und B-ank- firmen, welche vor dem 3t. Juli 1931 untereinander Devwentcrnvingcschafte gegen Rcidis- mark getätigt haben, werden hierdurch aufgefordert, diese Gcsdiöfte— sowohl diejenigen. welche bereits fällig geworden sind, als auch diejenigen, welche iin Laufe dieses Jahres fällig werden— durch Znriidchandeln bis zum 3. Oktober 1931 einsdilieniidi zur Abwicklung zu bringen. Audi die mit der Kuadsdiaft vor dem 31. Juli 1931 abgeschlossenen Devisen- terrningesdiaftc sind im Rahmen des Möglichen glaftzusteUen. Das Reichswirtschafts- ministernun wird die Devisenbewjrtschaftungs- slcllen anweisen, den betreffenden Firmen die gesetzlich erforderlichen Genehmigungen zu erteilen. Die Bestimmnng§ 2 Abs. 1 der Verordnung des Reichspräsidenten über die Devisenbewirt- sdiaftung vom t. 8. 31(RGBl. S. 421) gilt nicht für diese Geschäfte. II. Soweit dem Auslände gegenüber, insbesondere den an dein Stillhalteabkommen beteiligten ausländischen Banken und Bankiers Devisen aus Terrainpeschuften geliefert werden müssen, erklären wir uns bereit, die Devisen herzugeben, und zwar sowohl per Kasse als auch per Termin— in letzterem Falle unter /ugruudclegung des Berliner Mittelkurses vom Tage des Göscbaftsabsdilusses mit der Reichsbank und unter Berücksiditigung eines Reports von lU% p.a. zugunsten der Reichsmark. Die zur Erfüllung der Devisenterminxeschäfte benötigten Devisen wird die Reidisbank jedoch nur bis zum 1. Oktober a. e. einschließlich gegen Vorlage der entsprechenden Unterlagen abgeben. Später eingehende Anträge werden keine Berücksichtigung mehr findem. Wir behalten uns vor, denjenigen Kreditinstituten, welche der vorstehenden Aufforde- ning zur Glattstellung der Devisenterminge- schafte nicht entsprechen, die Devisenhandels. erlaubnis zu entziehen(vgl. Bekanntmachung vom 18, 7. 31 Rejcbsanzeiger Nr. 166). Berlin, den 18. September 193t. Reichsbank-Direktorium. Luther. Dreysc. Qegr0nd#t 1790 SOCcf Morgsi El« Großbetrieb für Gartenkultur BerUn-UoumKhuIßnweg PrcteMia»l yC Erfurter BlumonkohlzOchtor•. Q,«JxJ-L, Original Erfurter Blumenkohl zart und wohlschmeckend j aromatisch einwandfrei nahrhaft das Erzeugnis heimischer Arbeitl durch KBlnS NOChOhmUilß erreichtl DanUsagung Da«s uns nicht möglich ist, fßr di« Dberaus groSe Beteiligung und herzliche Anteilnahme sowie für die reichen Biumenspenden bei der Einäscherung unseres lieben Vaters Adolf Rickert jedem einzelnen zu danken, sagen«ir auf diesem Wege allen Versandton. Freunden und Bekannten, insbesondere dem Reichsbanner Schwan-Rot-Gold, der SPD-, der Freien Turnerschaft, dem Radfahrer- verein-Solidarität", dem Sparverein„Hoflnung- West". den Oastwine-Organisationen, der.Liedertafel-West", dem Musikverein Schöneberg und den Mietern des Hauses Stelnmeiistr. 36 a unseren tiefgefühlten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Elsbath ßlckcr) Nach futjtnn ober frhr schwerem{2 Peibrn crläite ein fonf.et gab am 17. September, abends 9 Übt, unseren «ellebten(Sotten nnb treusargenden Satw, bin Schneid. emerfter Emil Hoppe i« Sl. Lebenslahre urb feste(einem arbeltsteiCbet; Leben ein ZteL Die« zeigen in tleffler Iraner tm Ann» Hoppe geb. Hempe) KAthc Koppe Berlin, ben 18. oeptembet J9SL SR 24,«rttaerieftc. 2. ®te Sinöscherungsseier Endet am Dienstag, dem 22 Septemder. nach. mittag, 4 Uttr, im Rcemaiarium ®erid)tftto8e statt. Dr.HerflialadBmann Aerzttn N 6f, Sperr vir.«I Tel. 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Mr die vieienBewetse herzlicher Teil. nähme bei der Einäscherung meine» Neben Manne» und guten Vater» Karl Altenkirch fegen wir«Ben Bekannten, in». besondere bet SireMou bet«iktaria, müht* sowie beten Belegichast. dem Serbanb unb ben»enoflen der 82 Abi. bet SPD. sowie ben Mietern De» Sanse» Frnchtftr. 70. unseren auirichngflea Danf. Ww. A. AUcBkirdb. Von der ReiM»oröeit Dr. OHo Rosenberg FrasMorfer Allee 8» Sprncbsiuadto: 9— nr SdibinBO Jahre all und fühle midi nach Gebrauch von 2 Fla* sehen Heller' s eeh' lern Knoblaudisafl sehr frisch nnd weh' Blutdruck ist hedeu tend herah�emin» dert, auch der Druck im Kopf ist voli ständig beseitigt. A. Schröder Waldegk Heller's echter bmU g arischer Knob* laudxsaft(a. besten bulgarischen Ano5» laachzwiebeln �her» gestellt) vorzüglich bewährt bei: HärBorrholdea, Oallealeideo. �erreoleiäca, fierxbesebwer- den* Rbeumatis' ruas u. Arterie tf rertolkau? FUithe /l 3.— In vielen Apothe* ken und Droge* rien zu direkt» Dr. Z/at.er drCo. TS. S. m.b.H. 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Abt. 20 Ubr Bei Sandmann, Westfälische Str. 42:„Die politischen und sohlen Auswirkungen der Wirtschaftskrise." Referent Dr. Hans Cohn. IZSa Abt. 20 Uchr im Jugendheim Hermsdorfer Straße:„Propaganda für den Jfrtedensgedanken." Referentin Trnde Röhler. 141. Abt. 20 Uhr bei Hoffmann, Edclweißstr. 5:„Unsere Konsumbewegung." Referenlm Carmen Holz. Freitag, 25. September: 24.«bt. ttob 3.«nb 4.(Smooc. Ib'i übt Seiterct JTrauciiabenb im Alters. beim Dan�izer Str. 62. Ansprache: Klara Bobm-Schnch, M. b. R. Rezita» lionen: San« ssubrrnann. Lieber tur Laute: Agnes Rubb. Kaffee gratis. Reichhaltiges Kuchenbüfett Eintritt 50 Pf. Karten sind bei den ssunktio- närwneit und an der Kasse zu baden. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlsahrt. I. Keei» Wedding.!?achgruvpe Iugenbwoblfabrt. Montag, 21. September, Besichtigung de» Mvdchenhetm» Wiesendlick. Treff Punkt unr 16% Uhr om Bechnhof Biesdorf. 4 Kreis Prenzlauer Berg. Freitag. 29. September, 19% übt, Situng der Arbeitermodlfabrt im Bezirksamt Prenzlauer Berg, Donziger Str. 64. Zimmer beim Portier erfragen. Vortrag des Genossen Schellbommer über:»Ber- sicherungsivesen.* 20, Kreis. Reinickendorf. Die Besschtiaung des Oskor-Selene-Seims in Dahlem findet nicht Dienstag, 32., fottdern Donnerstag, 24. September, piiakt. lich 15 Übt, ftott Treffpunkt vor dem Seim. Zahrverbindung: U-Bahn Richtung Krtunme Lanke. Station Lslar-Selene-Seim. Arbeiter-Dildungsschule. 16. Kreis Köpenick. Vortragsreihe von ie 3 Abenden des Genossen Dr. Ar. kadij Gurland:»Das Proletariat in der gegentoärligen Wirtschaftskrise*. 3. Abend: Die Krise und ihre Ursachen. 2. Abend: Ende de» Kapitalisin»»? 3. Abend: Aufgaben und Mbgliehkeiien proletarischer Politik. Beginn für Köpenick: Dienstag, 22. Septeenber, 20 Uhr, in der Schloßsir. 27, 1 Treppe.— ?ar Friedrichshagen, Rahnsdorf und Wilhelm shagen: Jugendheim Friedrichs- bogen. Friedrichsir, 87. Donnrrswg, 21. September.— Für Bechnsdorf: Beginn Wittmoch, 23. September, Lokal Paul Hevmann, Waltersdorfer Sit. 100. Sozialistische Studentenschaft. Sprechstunde» de» Vorstande,: Dienstag nnd Freitag von 14% bis 16% Uhr »m Bund, Berlin RW. 6, Albrechtstr. lg(Ob II), Sonnlag, 20. September, Fahrt nach Finkenkrug. Wir treffen uns um 6% Uhr am Siadtbahichos Fried- richstrahe iGingang gegenüber Afchinger) nnd Bahnhof Spanbau-Wesi auf dem Bahnsteig nach Fnrkenfrug. Donnerstag, 24. September, Ausspracheabend über »Nation und Internationale". Referent: Genossin Ruth Galemski s Sektion H. f. P). 20 Uhr im Bund. Die Rote Spielschar übt am Dienstag, dem 22. September, um 10 Uhr pünktlich im Heim der SAZ., vindenstr. 3. Bezirksmieterausschuß. Die Mieterfprechstnnden bei dem Genossen Rubrn finden wieder regelmüßig Montag» und Donnerstag» von 16 bis 17 Uhr, Sasenplaß 5, o. 1 Trp, statt. Parteigenossen erhalten gegen Vorzeigung de» Mitgliedsbuches dort unentgelt- lich Auskunft in Mietsachen. Bei schriftlichen Anfragen wird um Beifügung von Porto gebeten. Arbeitegemeinschaft der kinderfreunde Graß-Berlin. Helfersißnog Groß. Berlin Donnerstag, 24. September, 19% Uhr, Bezirks- omt Porckftr. 11. Srlferan»weife! Tagesordnung: Vorbereitung zur Reichs- führertogung, kinderfreunde und SAI.. Ferienlager 1W1/32. Restsalkenhelfer! Aussprache über dos Reflfalkenloger— am 1. Ottober, 19% Uhr, Ort wird noch bekanntgegeben. Mitte, Iungfalken A und?. Montag, 21. September. Wir sprechen, über Arbeiterführer. Rote Folken Dienstag, 22. September. Referat:»Die spanische Revolution. Nestfalken Dienstag. 22. September, Basteln. wedding. Elternverfammlun» Dienstag. 22. September, 19% Uhr, in der Roten Schule. Gotenbiirger Straße. Donnerstag, 24. September, 19% Uhr: im Jugendheim Willbenowstr. 5, Zimmer S. Berichte von den Ferienveionftaltunge» imit Lichtbildern). Korten zum Filmabend am Sonnabend, 26. September, sind bei den Selfern»n haben.— Gruppe Schilerpark: Gruppenabende sind folgende: Dienstags Iungfalken. Mittwochs Restfallen, Donnerstags Rote Fol» ken. im Jugendheim See Ecke Turiner Straße von 17% bis 19% Uhr, Freitags gemeinsamer Turnabenb in bei Turnhalle Llltticher Str. 4.— Gruppe Brunnen- vln«: Gruppenabende Dienstags im Jugendheim Schiinftebtsir. 1. Freitags in der Turnhalle Ruhevlabstraße.— Gruppe Leopoldplast: Dienstag» im Jugend- beim Willbenowstr. 5. Donnerstag« in der Turnhalle unechter Str. 31/32. Prenzlauer Berg. Sonnabend, 26. September, um 16 und um 13 Uhr in der Kultiivabteilung de» DMB.. Linien str. 197, Filmveranstaltung. Bor- fübrung her Filme„Die Republik der Kinder* und..Brüder*: Unkosten: Kinder 20 Pf., Jugendliche 30 Pf., Erwachsene 40 Pf. Die Berliner Gruppen wenden um rege Teilnahme gebeten. Karten erhaltlich in den Gruppen, in der Zentrale nnd an der Abendkasse.— Bezirk Schönhauser Vorstadt: Dienstags gemeinsorne« Turnen in der Kalle Sonnend nrger Str. 20. Sonnabend, 26. September. 15 Uhr. Vhf. Schönhauser Allee Treffen zur Filmveranstaltung.— Gruppe Freiheil: Montag. 14. September, für Rote Falken Aussprache:»Wie arbeile ich einen Bortrag aus?* Iungfalken Fragebogenabeub(Bleistift und Papier mitbringen!). Mittwoch, 23. September, Rote Falken Weftfvielobenb. Donnerstag. 24. September, Iungfalken Aussprache über den Weltkrieg.— Gruppe Keriuaun Müller. Dienstaa, 22. September, Turnen. Freitag. 25. Sep- i'mbei. Aussprache:.Unsere Bastelarbeit.— Sruppe Viktor Adler: Rote Fat. k.-n Dienstag, 22. September. Singen— Tanzen. Freitag, 25. September. Berlefnngen.— Kreis: Dienstag, 22. September. Donziger Str. 62, Helfer- atbeilsobenb:„Die bürgerlichen Parteien.* DorHer wichtige Besprechungen. Beginn pünktlich 19% Uhr. Friedrichshain. Dienstag, 22. Sevirmber. 20 Uhr. kreishelfersistung im Keim Diestelmeoerftr. 5/6.— Gruppe Landsberger Plast: Montag. LI. Septem- der, 19% Uhr. Druppenhelfersistung im Heim. Mittwoch, 23. September, 18 Uhr, Lichtbildervortrag. Kreuzberg. Gruppe Bergmonustraße Montag. 21. September, Lichtbildervortrag im Heim Porckstr. 11. 17 die 19 Uhr. Herbstfahrt noch Reei-Dehlefan, vom 5. bis 8. Oktober; Unkosten 6,50 M. Anzahlung schnellstens an Hedwig Christoph, Rostißstr, 27. Iungfalkenvolloersanunlung Donnerstag, 24. Seprcmher, 13 Uhr, Wassertorftr. 9. Alle Falken müssest bestimmt erscheinen. Ehartoiienburg. Montag, 21. September, Elternversammlung für Iung- und Rote Folken. Bericht vom Zeltlager. Erscheinen aller ist notwendig aus vbdagogischen Gründen. Dienstag, 22. September, 20 Uhr, Helfersistung. Beide Beranstaiwngen im Heim Rosinenstr. 4. Es turnen Dienstag, die Restfalten, Donnerstags die Jung, und Roten Folken Schule Spreestr. 15/16, 18 bis 20 Uhr. Wilmersdorf. Mittwoch, 23, Seplrmber, 17 bis 19 Uhr, Kasperletheater und Lichtbilder von Mar und Morist im Frhr.-p.-Slein-Lnzeum, Weimarifche Ecke Mainzer Straße: Eintritt 20 Pf, Steglist. Gruppe Steglist. Iungfalken Dienstag, 22. September, 16% Uhr, Besprechung der Nachtfahrt.— Gruppe Lichteefelde: Donnerstag. 24. Septem- der, 20% Uhr, bei Quandt, Hindenburgdomm Elke Moilkestraße, Elternverfamm- lung. Thema:»Warum Kinberfreunbe?" Freitag, 25. September, Südfront Spielen. Reuköln. Grnppe Lichttämpier: Rote Folken 8 Uhr Ringbahnhof Neukölln in Folientracht: Wimpel und 30 Pf. mitbringen!— Heute(Sanntwg) ist Le«rk5au5sckuß kür ArbeiterwohlfahrL Adttnngl Für»orger(innen). KreUIeüer der ArbeiterwohUabrik Die Anmeldungen für den Wochendkursus am 26. und 27. September im Naturfreundehaus Uedersee werden noch bis zum Montag, dem 21. September, in der Geschäftsstelle der Arbeiterwohlfahrt, Lindcnstr. 3. 3. Hof, 2 Treppen, oder telephonisch unter Dönhoff 5085-5088 entgegengenommen. Arbeitsstunde in der Baracke Ganghoferftraße ab 18 Uhr. Wir bitten alle Gruppenführer, zu einer kurzen Besprechung zu erscheinen.— Unser Singekreis übt regelmäßig Mittwochs ob 17 Übt in der Schule Donau str. 128: anschließend ist Turnen unter guter Leitung(Turnzeug mitbringenl). Freitag, 25. Septem- der. Bollversammlung um 17% Uhr im Heim Ziethenstr. 58, Hof 3 Tr., für Junge und Rote Folken. Gruppe Treptow: Sonntag. 20. September, Treffpunkt 15 Uhr, Elsen- Ecke Plesserstvaße, zum gemeinsamen Spaziergang und Spielen. Köpenick. Treffen aller Gruppen in Falkenberg. Gemeinschaftshait«. 15 Uhr. Treffpunkt: Friedrilhshagen 13 Uhr(Tunnel), Köpenick 13% Uhr Dahlwitzer Straße. Bohnsdorf 14 Uhr Wochtelftrckße. 8- Der Eiter». Chor der weltliche» Schule, Danziger Str. 123. veranstaltet am Freitag, dem 25. September, 20 Uhr, in der Aula der Hemrich-Schliamann» Schule,©leimftr. 49, einen Musttalxmd. Eintritt 50 Pf, Billett» sind bei Frau Dierle, Iablonskistr. 27, und an der Abendkasse zu haben. 118. Abt. Unserem Genossen Otto Stein, Lichtenberg, Wagnerstr, 13, zu seinem 60. Geburtstage om Montag, dem 21. September, recht herzliche Glückwünsche. Genosse Stein ist 40 Jahre Mitglied der Partei, Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 31. Abt. Unser Genosse Walter Mtschle, Schönfließer Str. 16, ist am 14. September im Sanatorium in Stargard in Pommern verstorben. Ehre feinem Andenken.. Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. W SozialistischeArbetterjugendGroß'VerNn Einsendungen für diese Rubrik nur an da« Iugendsekrttariat Berlin SW 68, Lindenftraße 3 Borfitzenden-Konfeee«, morgen, Montag, 19% Uhr, im Preußischen Land- tag, Pvinz-MbrechtnZ trage.. Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch kein gutritt. heute Roter-Aalkeu-Appell in Kaulsdorf-Süd! Eröffnung 10 Uhr. Besprechung der Gruppenfichter 10% Uhr. Wettkömpfe 10% bis 18 Uhr. Mossenspiele. Turnspiele, Unterhaltung 13 bis 14 Uhr. Ge- liindefpiel 15 bis 16% Uhr. Schlußperanstaltmm 16% Uhr. Alle Sportgeräte mitbringen. Falkentracht.— Treffpunkte der Gruppen: Neukölln IV und(X 8 Uhr Dahnhof Neukölln.— Neukölln Vit 8 Uhr Bahnhof Kaiser-Friedrich. Straße.— Wevbebezirk Wedding 7% Uhr Bahnhof Wedding.— Schönhauser Borftadt 7% Uhr Schönhauser Aller. 50 Pf. 19% Uhr Heimabend Schönfließer Straße 7. * Brist: 19 Uhr Heimabend Chaussee str. 48.— vramenburger Tor: 19 Uhr Heirnalbend Tieckstr. 18. Morgen, Montag. 21. September, 19� Uhr: Hansa: Bochmner Str. 8b. Wie betrachten wir Geschichte?, l. Teil.— Meoim t: Waldensevstr. S». Heimabend.— Moabit U; Lehrter Str. 18—19. HeinnNw ist».— Hochplast: Schön stedtstr. 1. Der Weiße und der Farbige.— Ge- danken zur Kolonialausstellnng.— Falkplast I: Sonnenburger Sit. 20. Zwei Stunden Technik.— Fatlplast II: Sonnenburger Str. 20. Rund um Berlin.— Nordoste» II: Donziger Str. 02. Das Proietariot Südamerikas.- Prenzlauer Dorstadt: Gleimftr. 36—35. Tagespolitik.— Anbrcasptost(R.-F.): Bronunvstr. 1. Berufsschulen.— Treptow: Wildenbruchstraße. Sexuelle Fragen.— Friedrichshaw: Diesteimeyerftr. 5—6. Ita kienreife. We'-----—------ ratung Wcibe bezirk Neukölln: Enwerdslosenzufammenkunft Ii Uhr Bergstr. 29. Be- in« des Arbeitsprogramms. Zu der Kochschule de» Berlioer Haussrauen-Berei», e. P.(Lina Morgen- stet»), S. 2, Breite Str. 4, Telephon:«upiergraben 2933, beginnen jetzt wieder sämtliche Kurse. In 4-, 6-, 8- und 12-wöchentlichen Kursen vormittags, und abend, werden die Schülerinnen in einfacher und feiner Küche, Servieren und Tischdecken, Plätten, Schneidern unterrichtet. Die zukünftige HrNtsfran erhalt hier die ihr so notwendige gründliche Ausbildumt und auch die Hausangestellten können ihre Kenntnisse erweitern und auf jedem Gebiet vervollkommnen. Die Spätkurse, die um 10% Uhr beginnen, geben auch den bis 19 Uhr beschäftigten ------------- i-:'.....-*-*-------~- Der schweren Wirt. . herabgesetzt. An- Uhr. 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Spieiplan: THEATER AM BÜLOWPLATZ: Kaiser, Nebeneinander(mit Peter Lorre); Stemmle, Kampf um Kitsch; Anzengruber, Das 4. Gebot(mit Rudolf Forster, Oskar Sima, Hansi Niese); Shaw, Androclus und der Löwe; Offenbach, Die Herzogin von Gerolstein(mit Käthe Dorsch); Goethe, Egmont; Hauptmann, Fuhrmann Henschel(mit Emil Jannings); Shakespeare-Bruckner, Timon von Athen(mit Fritz Kortner); Nestroy, Freiheit in Krähwinkel(mit Rud. Forster); ferner Uraufführungen neuer Werke. SCHILLER-THEATER; Gogol, Die Heirat; Rostand, Cyrano von Bergerac; Hirschfeld, Agnes Jordan; Raimund, Alpenkönig und Menschenfeind; Schiller, Die Räuber; Kyser, Schicksal um Yorck; eine Altbcrliner Posse. OPER UNTER DEN LINDEN: Verdi, Der Troubadour; Verdi, Der Maskenball; Wagner, Tannhäuser; Puccini, Boheme; Mozart, Die Entführung; Weinberger, Schwanda, der Dudelsackpfeifer; Weber, Oberon; Strauß, Eine Nacht in Venedig usw. 'jR.e&isseure und. �Darsteller: THEATER AM BÜLOWPLATZ; Karl Heinz Martin, Hans Albers, Emil Jannings, Fritz Kortner, Rudolf Forster, Peter Lorre, Oskar Sima, Leonh. Steckel, Käthe Dorsch, Hansi Niese, Gisela Werbezirk, Hilde Körber, Maly Delschaft, Bertha Drews usw.— SCHILLER-THEATER: Leopold Jeßner, Jürgen Fehling, Werner Krauß, Heinrich George, Paul Bildt, Lucie Mannheim, Maria Koppenhöfer. — OPER UNTER DEN LINDEN: Erich Kleiber, Bruno Walter, Otto Klemperer, Leo Blech, Heinrich Schlusnus, Fritz Soot, W. Domgraf- Faßbänder, Fritz Krenn, Frida Leider, Lotte Schöne, Käthe Heidersbach usw. Musfiihrliche'Prcspehte u. Sinmeldunaen in 200 Zahlstellen, u. a. bei sämtlichen Theaterkassen der Firma HERMANN TIETZ sowie in der Haupt- Geschäftsstelle der VOLKSBÜHNE E. V., C 25, Linienstraße 227(Theater am Bülawplatz).— Fernsprecher: Norden(Dl) 2944.— Postscheckkonto BERLIN 4777.