Morgenausgabe Mittwoch Jfr. 445 � � v 23. September 1931 A 224######di-M®ro�ernn 10 pf- ■ LI MM wi/TS 9 N m m VM�M Auswärts � pf. lung ins Hans) im voraus zahlbar. IM[' iW Lix EH HH DM HH A/ BB>saS.*•"7'' Postbezuz 4 ZZ M. rinilbließlich soPf. WD DW WD �W HB WD WM r Di- tlnlpalt. Ronpariillozoil« bi) PI. PoitzeitUngs. und 72 Pf. Postbeitella''- WWW PF�W H|W M H WD WH M|W H wl DD WD A»i.N-m-z.il- b.— RZ».„Zileine»n- buhr-n. Auslandsabonnemint s>— M. WWW I DW M WD kW WW Ag HB H Wz BH—' Smj«M i.zfisk. z-iaen" das I-ttg«druckt- Wort 23 PI. pro Monat; fUr Länder mit ermägiz- I|BB Bl DM MW> l WW MB iMH BW ijulösiig zw«i s-tia«druckte Wort«), iedr» tcm DrucksachanPorto S,— M. WW I MI H HM HHLV W|��WBk�WH\ �KDX.BWLV BMI BB �WMnBU/ m-it-r« Wort l2 Ps.«odan lt. Tanf. MD l DM � MB'j/ WD Et-II-ng-iuch« da- etil« Wart lä Ps.. WD I\ A' EBB I jedes weiter» Wort IbPj. Wort» über — VeMtSOV VPWSMM» sSNW� Jetttvawrsan der Gozialdemskrattschen Partei DeutfGtandS tBBPB I» BBN> I»''?S«U,.�U.�WWW-�A.iWWWMWWBWWWWWWWWWI IIIW» B>WWW«»II.I �RB ,�T.U4«UU�'LB,.-,! BB>I II I BH1IIHBBB.IBU........ Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 gernspr.: Tvichosf(K 7) 202—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. London. 22. September.(Eigenbericht.) Der Börsenvorstand hat für Mittwoch die Wiedercröff- nung der Londoner und der englischen Provinzbörjen beschlossen. Dieser Beschluß kommt überraschend, da man noch am Dicnstagvormittag damit gerechnet hatte, daß die Börsen die ganze Woche über geschlossen bleiben würden. Ebenso überraschend ist die Maßnahme des Schaßamt?, die den Ankauf von De- visen außer zu den üblichen chandelszwccken verbietet. Man hatte gehofft, sich derartige Zwangsmaßnahmen sparen zu können. wenn sich auch die Regierung die Bollmacht zu ihnen hatte geben lassen. Es hat sich jedoch gezeigt, was offiziell nicht zugegeben wird, daß die Kapitalflucht bereits eingesetzt hat. Man muß auch damit rechnen, daß die Regierung Maß- nahmen gegen die Preistreiberei wird ergreifen müssen. Die englischen Eiscnbahngesellschaften, di« Linien nach dem Kontinent betreiben, kündigen bereits für Mittwoch eine Preissteigerung an. die teilweise bis zu 20 Proz. geht. Begründet wird dieses Vorgehen, das man zumindest als überstürzt bezeichnen muß, mit den Schwankungen des Psnndkurses. Da die Eisenbahn- gcsellschaften ein geradezu vorbildliches Ansehen in England genießen, muß man befürchten, daß ihr schlechtes Beispiel auf olle Zweige des Handels wirken wird, die in mehr oder minder be- rechtigter Weise auf ihre Abhängigkeit vom Auslande hinweisen können. Das zeigt, daß die Aufhebung des Goldstandards doch nicht soruhig und freudig hingenomnrcn rpird, wie man es erwartet hatte. Auch in bezug auf die innenpolitische Lage ist nicht die Entspannung eingetreten, die man erhofft hatte. Die Konscr- v a t i v e n stellen keineswegs ihre Propaganda sär sofortige Wahlen ein. vielmehr verstärken sie sie neuerdings noch. Die Ablehnung boldiger Wahlen durch die Liberale», wenigstens soweit diese noch Freihändler sind, ist dagegen stärker geworden. Sie sehen ein, daß die importcinschränkcnde und erportanrcgendc Wirkung der Psundontwcrtung einen Zolltarif überflüssig macht. Die Ar- beiterpartei ist nach wie vor gegen sofortige Wahlen. Bon den Meinungsverschiedenheiten über den Wahl- termin ist auch die Regierung ersaßt. Die Konservativen haben di« Regierung inzwischen offiziell um die baldige Zluflösung des Par- laments ersucht. Eine Antwort haben sie bisher nicht erhalten. Macdonald hat jedoch erst kürzlich einen konservativen Antrag auf Abkürzung der gesetzlichen dreiwöchigen Frist für die Wahl- kampagne abgelehnt. Am Dienstag hat sich der ZNiniflerpräsident auf ärztlichen Rat aufs Land begeben und wird in der Zwischen- zeit durch B e l d w i n vertreten sein. Bon feiten der Wahlgegner wird neuerdings die E r w e i t c- r u n y der jetzigen Regierung durch Eintritt von Führern der Arbeiterpartei propagiert. Man will auf diese Weise ohne Wahlen eine nationale Regierung zustande bringen. Tatsächlich haben zwischen der Regierung und Hendcrson darüber B e r- Empfang am pariser plah. Botschafter Kran�ois-Poncet begrüßt die presse. Der neu« französische Botschafter Fran<:ois-Poncet empfing am Dienstagnachmittäg, also wenige Stunden nach seinem offiziellen Amtsantritt, die Vertreter der deutschen und ausländischen Presse. Er begrüßte die Erschienenen mir einer wohl abgewogenen und geschickten Anlprache, in der er unter anderem ausführte: „Obwohl Frankreich bisher von der Wirtjchasiskrisc weniger betroffen wurde als anders Länder, so wünscht es doch keineswegs sich von der übrigen Welt abzuschließen. Selbst- verständlich möchte ez seine, eigenen Interessen walzren, bleibt aber dabei nicht dem Schicksal der benachbarten Völker gegenüber gleichgültig. Im Gagenteil fühlt Frankreich, daß eine immer enger geknüpft« Solidarität� die Nationen miteinander verbindet, und daß mir eine ehrlich gemeinte Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe Europa und die Welt instand setzen werden, eine besonders schwierige Zeitspanne ohne übermäßige Leiden zu überwinden. Soweit es in ihrer Macht steht, wird die Regierung der französischen Republik alles versuchen, um mit Deutschland zu beständigen Beziehungen und einer wirksamen Zu- sammenarbeit zu gelangen. Dies entspricht dem Wunsch aller vernünftigdenkenden und wohlgesinnten Leute der beiden Länder. Möge der Besuch, den die französischen Minister in einigen Tagen der Reichsregierung in Berlin abstatten werden, die Erfüllung diolez Wunsches beschleunigen!" • SsdaU» betonte der Botschafter, daß er Deutschland g u t k e n n e »Bd luimcnüich in Berlin studiert habe. Siilercjfant. ist, daß er Vorwarts-Verlag G. m. b. H. Handlungen stattgefunden. H e n d e r s o n hat am Montag im Unterhaus auf den Appell S n o w d c n s zur nationalen Einigkeit feine Mitarbeit von der Zurückziehung des Sparprogramms. die die Kürzung der Arbeitslosenunterstützung enthält, abhängig gemacht, eine Bedingung, die von der Regierung natürlich nicht angenommen wurde. Trotzdem sind die Bemühungen um seine Mit- arbeit in der Regierung fortgeführt worden. Die Kreise, die Hcnderson gewinnen wollen, setzen ihre Hoffnung darauf, daß der Führer der Arbeiterpartei von den Mitgliedern der JLP. in den letzten Tagen stark angegriffen worden ist. Am Dienstagnachmittag wiederholten sich diese Angriffe im Rahmen einer Versammlung der Parlamentsfraktion der Labour-Porty. Znuerhalb der Arbeilerparlei spielt sich gegenwärtig ein scharfer Kampf zwischen dem rechten und dem linken Flügel ab. Es wäre jedoch übertrieben, den Verhandlungen zwischen der Regierung und Henderson eine große Bedeutung beizumessen. Die Schwierigkeiten, die einem Ein- tritt Hcndersons in die jetzige Regierung entgegenstehen, sind zu groß. Auf jeden Fall muß die Regierung sich bald entschci- den, ob sie das Parlament auflösen will oder nicht. Panik an der Riviera. Paris, 22. September. Die englische Währungskrise hat unter den zahlreichen dauernd oder vorübergehend in Paris weilenden Engländern geradezu panikartig gewirkt. Iii den großen Hotels gab es eine wahre britische Auswanderung. Biel« Engländer zogen es vor, schleunigst die Heimreise anzutreten. Die Züge nach Calais waren infolgedessen überfüllt.— Noch alarmierender wirkte die Krise an der Riviera. Die Banken wurden dort! gestern nachmittag von Hunderten von englischen Reisenden belagert. Die Revicra-Banken zahlten für das englische Pfund nur 8S Franken(statt 123! Red.), wechselten auch nur 10 Pfund auf einmal um. Rur die efroßen Hotels zahlten ihren Kunden entgegenkommenderweise(!) 00 Franken für das Pfund. Gandhi protestiert. London, 22. September. Auf der heutigen Sitzung des Ausschusses für bundesstaallichen Ausbau der englischen Rundtischkonferenz protestierte Gandhi gegen das Vorgehen der indischen Regierung bei der Aufhebung des Goldstandards, wobei die Meinung Indiens nicht ein- geholt wurde. Er müsse hiergegen im Namen des Kongresses protc- stieren und sei unfähig, die von dem Staatssekretär geforderten Maßnahmen zu unterstützen. Der Gouverneur der Bank von Indien, der als Delegierter der Konferenz beiwohnte, be- tonte, daß die Maßnahmen, die der Vizekönig und der Finanz- minister im Interesse Indiens ergriffen hätten, die durch die Ver- Hältnisse gegebene einzige Möglichkeit darstellten. offensichtlich von gewissen Versionen abrückte, die in der Presse über seine Absichten als Botschafter erschienen sind. Er schloß mit einem Appell an das Verständnis der Presse, denn, wie er mit Recht betonte,„das Problem des Friedens ist ja in weitem Muße e i n Problem der Presse". Der Empfang hinterließ bei den Teilnehmern einen günstigen Eindruck. Der neue französische Botschafter hat jedenfalls bewiesen. daß es bei ihm an Initiative und Aktivität nicht fehlen wird. Er hat unverzüglich Fühlung mit den Vertretern der öffent- lichen Mciminz gesucht, während meistens Diplomaten noch immer den Kontakt mit der Presse zu scheuen scheinen. Man wird nun gespannt sein, inwieweit das in der Ansprache des Botschafters enthaltene Bekenntnis zur internationalen Solidaritätspflicht der Böller durch Taten seiner Regierung bekräftigt wird. Dreitägiger Ministerbesuch. Paris, 22- September. Wie aus der Umgebung des Ministerpräsidenten Lavol verlautet, werden Lavol und Außenminister Briand am kammenden Sonnabend nm 16.20 Uhr mit dem Nord-Expreß aus Paris abreisen und am Sonntaar um 8.37 Uhr in Berlin eintreffen. Sie werden Berlin am Dm» stag verlassen. Der Vorsitzende der Zenlrumefraktion des Preußischen Landtags. Abgeordneter Heß, mußte sich in der vergangenen Woche einer Amputation des rechten Beines hinterziehen. Das Bein wurde oberhalb des Knies entfernt. Wie es heißt, befindet sich der Patient auf dem Wege zur Besserung. von Ztalienern hingerichtet wurde der Führer der ausständischen Senuffi. Omar El Muftar. Er Hai nach einer Meldung der Agentur' Etesani das gegen ihn vorliegende schwere Anklagematerial über Lerrat und bewaffnete Auflehnung bestätigt. Postscheckkonto: TerlinZ? SZG.— Bankkonto: Bankder Arbei ter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. ll.Dt.B.u. Disc.-Ges., Depositenk., Jerusolcmer Str. SZ/SG. Einheit tut not! Oer Beschluß des Parteiausschusses. Der Partciausschuß hat gestern eine Entschließung angenommen, die zur Wahrung der Parteieinheit ent- schieden? Maßnahmen fordert. Die Zugehörigkeit zur Deut- schen Fnedensgesellschast— die zu einem Herd parteifeind- licher Treibereien geworden ist— und die Teilnahme an gewissen � Sonder bündeleien wird als unvereinbar mit der Zugehörigkeit zur Partei bezeichnet. Der Beschluß zielt insbesondere gegen die sogenannte„Freie Verlagsgesell- schaft", deren Gesellschafter die Genossen S e y d e w i tz und Kurt Rosenfeld sind. Diese„Freie Verlagsgesellschaft" wird nicht wegen des Schriftenvertriebs angegriffen, den sie sich zur Aufgabe gemacht hat, und nicht wegen der Meinungen, die sie vertritt, sondern vielmehr deshalb, weil sie der Deckmantel für sonderbündlerische Bestre- bungen mnerhalb der Partei ist. Es ließ sich nicht ver- meiden, daß einige Genossen vor die Frage gestellt wurde», was ihnen als wertvoller erscheint: die„Freie Verlagsgesell- schaft"— oder die Sozialdemokratische Partei! Die im Parteiausschuß vereinten verantwortlichen Orga- nisationsleiter aus allen Teilen Deutschlands haben mit fel- tener Einmütigkeit diesen Beschluß gefaßt, der ja auch ihrer Initiativ« entsprungen ist. Der Parteivorstand verhielt sich eher abwartend. Die Organisationsleiterckin Lande waren es, die nach einer Entscheidung drängten. Sie empfanden die Zustände, wie sie sich unter der Einwirkung der Sonder- bündler in der Partei entwickelten, als unerträglich und forderten Abhilfe. Im Parteiausschuß hat sich gestern niemand gegen die Opposition als solche ausgesprochen. Niemand hat verlangt, daß irgendwelche Meinung verboten werden soll. Geklagt wurde nur— und zwar wieder so gut wie einstimmig— über die unkameradschastlich g e h ä s s i g c F o r m, in die nur zu oft die Kritik an der Partei gekleidet wurde und, wie schon, gesagt, über das sonderbündlerische Borgehen, das eine Partei in der Partei schaffen will. Darum denkt auch niemand daran, von den Genossen der Opposition nach Moskauer Art einen bußfertigen Widerruf zu verlangen. Man denkt nicht daran, ihrer Meinungsfreiheit zu nahe zu treten. Selbstkritik zu üben gehört zu den besten Traditionen der Partei. Keiner will sie verlassen. Was von der Opposition verlangt wird, ist weiter nichts als der Berzicht auf ein Verhallen, das zu einer Gruppenabspaltung zu führen droht. Diesen Verzicht zu leisten, sollte keinem Genossen schwer fallen! Bei der Abstimmung über den letzten Absatz der Eni- schließung war die Einstimmigkeit, zu der auch sonst wenig fehlte, sogar vollständig hergestellt. Einstimmig beschloß der Partciausschuß die Aufforderung an den Parteivorstand,„alle zur Erhaltung der Parteieinheit und zur Bekämpfung der Sonderbestrebungen notwendigen Schritte ungesäumt vor- zunehmen". Dieses einstimmige Bekenntnis zur Einheit und diese ebenso einstimmige Anerkennung der Tatsache, daß es bekämpfenswerte Sondcrbestrebungen gibt, verdienen fest- geHallen zu werden. Wem es Ernst ist um die Sache des Sozialismus, der muß es als ein ungeheures Unglück empfinden, daß es zu dieser Zeit der schwersten Krise des Kapitalismus eine einige Arbeiterklasse nicht gibt. Die Einigkeit der Arbeiterklasse zer- schlagen zu haben, ist das Verbrechen des Komm u- n i s m u s. Ob die Demokratie und der Weltfrieden erfolg- reich verteidigt werden können, ob es gelingt, sozialpolitische Errungenschaften zu halten und sozialistische Forde- r u n g c n zu verwirklichen, das hängt so gut wie ausschließ- lich von der Kampfkraft ab, die die Sozialdemokratie zu entwickeln imstande ist. Gewillt, den Kampf gegcij rechts zu führen— gegen den Kapitalismus auf ökonomischem, gegen den Faschismus auf politischem Gebiet— sieht sich die Sozialdemokratie doch immer wieder gezwungen, sich im Rücken gegen einen gehässigen Feind zu verteidigen, der es auf ihre Vernichtung abgesehen hat. Der Kommunismus kennt in seinen Methoden keine Ge- böte der Sitte— jedes Mittel der Lüge und der Verstellung ist ihm recht—, er scheut sogar davor nicht zurück, Spitzel sn die Sozialdemokratische Partei zu entsenden, damit sie hier Zersetzungsarbeit leisten sollen. Wenn die Partei, vor solche Aufgaben gestellt und in solche Kämpfe verwickelt, von allen ihren Mitgliedern ein ge- wisses Maß von Disziplin verlangt, so sollte man eigentlich bei allen Genossen das vollste Verständnis für diese Forderung erwarten dürfen. Wir hegen den lebhaften Wunsch, daß sich dieses Verständnis auch wirklich bei allen noch rechtzeitig ein- Zuspitzung in England. Verschärfung der innerpolitischen(Segensähe. Henderson wird umworben. stellen möge, im Interesse der Partei wie auch im Interesse derer, die es zunächst angeht. Denn über diejenigen, die ab- solut nicht verstehen können, was der furchtbare Ernst der Zeit und die Not der Arbeiterklasse von ihnen verlangt, w i r d d i e Entwicklung hinwegschreiten! Entschließung des Parteiausschusses. Der Parteiausschuß beschäftigte sich in seiner Sitzung am 22. September mit den in der Partei hervortretenden o r g a- nisatorischen Sonderbestrebungen. Seine Auf- fassung darüber kam in folgender Erklärung und E n t- s ch l i e ß u n g zum Ausdruck: Der Parteiausschuß erklart: Die propagandistischen und orgainsatorischen Arbeiten der Parle! erfolgen unter Verantwortung und durch die von der ge- samten Mitgliedschaft gewählten Körperschaften in den einzelnen Orteil und Bezirken. Deshalb beschlaß der Parteitag zu Heidelberg in dem Antrage Nr. SS, der vtm der Zwickauer Bezirkeorganisation gestellt war: „Der Parteitag wolle beschließen: Sonderkonferenzen, Sonder- Veranstaltungen, wie sie von den 23 sächsischen Landtagsabgeord- i»eten wiederholt ab gehalten worden sind, sind verboten." In Konsequenz dieses Beschlusses beschloß der Parteiausschuß in seiner Sitzung vom 14. Juli 1931, in welcher er sich mit dem bekannten„Mahnruf" in Nr. 13 des„Klassenkampf" befaßte, daß die Einheit und Geschlossenheit der Partei in der gegenwärtigen Sturmzeit mehr denn je eine unbedingte Notwendig- keit sei. Er stellte fest, daß auf der Grundloge der„Marxistischen Büchergcmeinde" Ansätze von Organisationen geschaffen feien, die in der Partei ein organisatorisches Sonderlcben nach eigenen Gesetzen führten. Er beschloß deshalb, im Sinne des Izeidel berget Parteitagsbeschlusses, daß j ed« Betätigung für diese sonderorganisatorischen Bestrebungen unvereinbar mit den Interessen der Partei sei und als parteischädigende Handlung angesehen werden müsse. Er forderte die Einstellung aller Sonderaktionen nnd Bestrebungen zur Errichtung selbständiger Organisationsgebilde in und neben der Portdi. Gegen diesen Beschluß erhob sich nur die Stiimne eines an den verurteilten Bestrebungen beteiligten Parteiausschußmitglicdes. Die von dein Parteiausschuß ausgesprochene Warnung fand leider nicht die im Interesse der Parteieinheit so dringend notwendige Beachtung. Die„Marxistische Büchergemeinde" setzte ihr« Arbeiten Hilter dem Namen„Freie Berlagsgesellschast m. b. H." fort. Hier n>ar schon früher die Zentrale der vom Parieiausschuß getadelten sonderorganisatorischen Einrichtungen. Diese Derlagsgescllschast ließ am 4. September 1931 eine Wochenzeitschrift„Die Fackel" erscheinen, die in einer„Geburtsanzeige" ausdrücklich als ge g e n d ie e i p- ziger Demokratie" gerichtet bezeichnet wurde. Damit ist der Kampscharakter dieses außerhalb der Partei stehenden Blattes gegen den Leipziger Parteitag, feine Beschlüsse und die Sozialdemo- kratische Partei Deutschlands offen zugegeben. Für die Verbreitung dieser Zeitschrift und zur Schassung eines Vertrauensmännerlörpers beschaffte man stch von Angestellten der Partei durch Verleitung zur Untreue das«rsocderliche Adressenmaterial im Reiche. Man»ersuchte, durch im Dienst der Parteipresse beschäftigte Werber den Vertrieb der„Fackel" und der Roten Bücher der„Marxistischen Bllchergemeinde" in die Wege zu leiten. Ohne Kenntnis der Parteiinftanzen sollte der Organisationsapparat oder die Mitgliedschaft in den Dienst dieser Sonderaktion gestellt werden. Alle diese fzandlungen snid«in schwerer Verstoß gegen den Beschluß des H e i d.e l der g e r Parteitages und «in bewußtes Zuwiderhandeln gegen den als letzte Mahnung ge- faßten Beschluß des Parteiausschusses vom 14. Juli 1931. Jede meiterc Duldung etiles solchen zur Partei spaltung süh- renden Treibens würde alle verantwortlichen Parteiinstonzen mitschuldig machen. Dazu kommt die durch führende Personen der Deutschen Friedensgesellschast durch Aufrisse und Unters chriftc nfamm lun g ge- förderte Gründimg einer„Lmkssozialistischen Arbeitsgemeinfchast". die sich offen gegen die Sozialdemokratische Partei wendet und zur Schaffung einer„neuen Gemeinschaft" aufruft. Auch hier wendet man sich an Funktionäre der Partei und versucht, Der- trauensmänner und Mitglieder zu werben. So bestätigt sich, was der Parieiausschuß in seiner Erklärung vom 14. Juli sagte, daß— gewollt eher ungewollt— jene parteizerstörerischen Tendenzen ihre eigenen E ntwicklungsgesetze haben. Für Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei, die gleichzeitig der Deutschen Friedensgesellschaft angehören, darf«s nach jenem Auf- ruf der„Arbeitsgemeinschaft für Unkssozialistische Politik" vom 12. September 1931 keine Frage sein, daß sie aus der Deusschen Friedeiisgesellschaft auszuscheiden haben. Der Parteiausschuß beschließt, daß iüe Zugehörigkeitzur Deutschen F r ie de n s g e s e l l scha f t und die Mitarbeit an der Zeitschrift„Das ander« Deutschland" unvereinbar ist mit der Zugehörigkeit zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Er beschließt-dasselbe für alle diejenigen, welche entgegen dem Heidelberger Beschluß sich an Sonderbestrebungen beteiligen, wie sie durch die Gründung und Unterftützung der„Freien Verlagsgesell- schaft" zum Ausdruck kommen. Der Parteiausschuß fordert de» Parteioorstond auf, alle zur Erhaltung der Parteieinheit und zur Bekämpfung der Sorrderbestrebcmgen notwendigen Schritte ungesäumt vorzunehmen. Mandschurei vor dem Kai. China rust den Völkerbund um Hilfe.— passive Vesistenz Japans.— Vorläufiger Beschluß des Vats. Hiiler und seine Aichte. München, 22. September. Die„Münchener Post" hatte im Zusammenhang mit dem Selbst- mord der Nichte Adolf Hitlers, namens Raubal, behauptet, daß Hitler vor der Tat mit ihr eine heftige Auseinander. fetzung halte und dagegen gewesen sei, daß st« nach Wien reise, sowie, daß Hitler gegen ihre angebliche Verlobung gewesen sei. Hitler hat der„Münchener Post" eine Berichtigung zugchen lassen, in der er diese Angaben in allen Punkten als unwahr bezeichnet. Der„Völkische Beobachter" fügt hinzu: es sei amtsärztlich fest- gestellt, daß entgegen den Behauptungen der„Münchener Post" das Nasenbein der Verunglückten nicht verletzt war und daß die Leiche keine über die Schuh'olgen Hinausreichenden Verletzungen irgendwelcher Art aufwies. Genf, 22. September. fEigenberichl.) Der völkerbundsrak hat am Dicnskag in zwei ousgedchnien Sitzungen auf Anrufung der chinesischen Regierung vorläusig mit dem Appell an Japan und China zur Einstellung der Feind- feligkeiien in der Mandschurei geaniworiei. Jnzwisckfen soll die Zurückziehung der Truppen aus der Mandschurei vorbereitet werden. Die außerordentliche Ratssitzung begann mit der Begründung der Anrufung auf Grund des Artikels 11 des Bölkerbundspaktes (drohende Kriegsgefahr) durch Chinas Vertreter Sze. Er verlas zwei Telegramme aus Nanking, aus denen die völlige Besetzung des Riesengebietes, die Besitzergreifung der chinesischen Eisenbahnlinien, die Vertreibung chinesischer Beamter und ihrer Ersetzung durch Japaner hervorgeht. Die Situation habe sich seit Montag erheblich verschärft. Es sei daher die Frage, ob außer Artikel 11 des Völker- bundspaltes noch andere Artikel angewandt werden müßten. Der Rat müsse eine direkte Aktion bei Japan zur Friedenssicherung unternehmen. �oshizawa-Lapan suchte Zeit zu gewinnen mit der Erklärung, er habe keine In- struktionen seiner Regierung. In der Mandschurei habe Japan ungeheure Interessen. Es könne keine lieberfälle anerkennen. Die Ereignisse seien hervorgerufen worden durch Zerstörung von Eisen- bahnlinien seitens chinesischer Truppen. Der Einmarsch sei nötig gewesen zum Schutze der japanischen Bahnen, sowie des Lebens und Eigentums der Japaner. Seit Jahren seien diese Interessen durch China bedroht. Reparationsforderungen seien für Japan unan- nchmbar, weil China der Urheber der Ereignisse sei. Seine Regie- rung habe nicht die Absicht, die Lage zu verschärfen. Die Truppen seien angewiesen, den Fall zu lokalisieren. Er habe Nachricht, daß ein hoher Beamter Chinas jetzt Verhandlungen angeboten habe. Er verlange deshalb Vertagung bis zur nächsten Sitzung, da nur durch solche Verhandlungen der Konflikt beigelegt werden könne. Sze-China betonte nochmals die Bereisschaft Chinas, die Entscheidung einer Sonderkommission des Völkerbundes anzuvertrauen. Der Rat habe durch den Völkerbundspakt die Pflicht zum Eingreiscn. Keine Nation habe das Recht. Präventivmaßnahmen durchzuführen. Wie sollte China zu direkten Verhandlungen kommen, wenn das Land vcn japanischen Truppen besetzt sei und die andere Partei Gewalt anwende. Solche Verhandlungen seien nur möglich, wenn die Bc- setzung aufgehoben werde. Japans Vertreter habe auch die Be- rechtigung des Rates zum Eingreifen angezweifelt. Selbst weniger schwere Fälle seien vom Rat entschieden worden. Es mühten sofortige Schritte unternommen werden. Nach zweimal verfochten beide Delegierte ihre Anträge, dann gab Oord Cecit die Grundlage für die Entscheidung. Der Rat sei nicht im Besitz der notwendigen Informationen für eine solche Entscheidung. Borlönsige Maßnahmen aber seien möglich. Das sei nicht der erste Fall dieser Art. daher Hobe der Rot eine Art fester Prozedur zum handeln. Beide Parteien müßten ihre Bereitschaft zu Verhandlungen geben. Es müsse ferner ein ernster Appell an die Truppen beider Parteien gerichtet werden, sich aus dem Gebiet der anderen Macht zurückzuziehen. Der Ratspräsident könne mit den Parteien die Form dieses Appells festsetzen. Man müsse den Vereinigten Staaten von Nordamerika die ganzen Vorgänge mitteilen, da sie an der Einhaltung des Kcllogg- Paktcs als eine der Garantiemächte stark interessiert seien. In der Nachmiltagssitzung erklärte Bojhizawa, er stimme mit Lord Cecil überein. Japan werde den Kellogg-Pakt stets achten. Er wolle die Bedingungen in der Mandschurei' näher darlegen. Die Investierungen Japans in diesem Land be- trügen über zwei Milliarden Den(4,1 Milliarden Mark). Leider beständen Hunderte von strittigen Fragen zwischen Japan und China. Seit Beginn dieses Jahres habe sich das Verhältnis zwischen den japanischen Behörden und der lokalen Bevölkerung sehr zugespitzt. Japan habe stets oersucht, die strittigen Fragen zu regeln. Der Zwischenfall müsse danach beurteilt werden. Sze- China betonte, die Situation habe sich nach den Telegrammen, die er seit der Morgensitzung erhallen habe, von Minute zu Minute verschlechtert. Die Zell sei das kostbarste bei dieser Zlngclegenheit. 5)undert�von Chinesen würden getötet, einschließlich Frauen und Kinder, wze rief mit dieser Er- klärung stärkste Bewegung beim Völkerbundsrat hervor. China fe: gern bereit, alle Fragen durch Verhandlungen zu lösen. Die Grund- frage sei die Invasion in chinesisches Gebiet. Andere Fragen könnten hier gar nicht zur Debatte stehen. Wenn die Autorität des Rates wirkungsvoll gewahrt werden solle, müßte sofort gehandelt, die immer rascher erfolgende Besetzung gestoppt und die japanischen Truppen zurückgenommen werden. Der spanische Außenminister und gegenwärtige Rakspräsi- denl Lerroux nahm für den Rat Kenntnis von dem japanischen Wunsch, die Frage bis zur nächsten Sitzung zu vertagen. Er wurde dann vom Rat zu folgenden Handlungen ermächtigt: 1. wird eine dringende Aufforderung an beide Regierungen ge- richtet, sich jeder Handlung zu enthalten, die eine Verschlechterung der Lage herbeiführen oder die friedliche Regelung der Frage präjudizieren könnte, 2. soll zusammen mit dem chinesischen und dem japanischen Vertreter nach geeigneten Mitteln gesucht werden, die den beiden Ländern erlauben, sofort ihre Truppen zurückzuziehen. ohne daß die Sicherheit des Lebens ihrer Landsteute und der Schuh ihres Eigentums gefährdet wird. Z. werden zu 3,:for- mationszwecken die Verhandlungsberichle der Ratssitzungen und die Dokumente der Streitfragen der Regierung der vereinigten Staaten mitgeteilt. Der deutsche Neichsaußenminister Dr. Curtius erklärte dazu kurz, die Entscheidung könne vorläufig angenommen werden Es seien jedoch nur erste Schritte. Der Rat müsse alsbald weitere Maßnahmen ergreifen. Massigli-Frankreich unterstrich diesen„sehr glücklichen' Standpunkt des deusschen Vertreters und bestand auf raschestem Handeln. Das verlangte auch Braotland- Norwegen, Grondi-Jtalien und Sokal-Polen. Schließlich beantragte Sze für Mittwoch eine neue Ratssitzung. Dem hielt D o s h i- z a w a entgegen, er wisse nicht, ob er dann schon die nötigen In- struktionen habe. Lord Eecil und der Ratspräsidcnt forderten ihn auf, für die Beschaffung dieser Informationen so rasch wie möglich Sorge zu tragen. Der Rat ging auseinander mit dem Beschluß, daß diese neu Ratstagung sobald wie möglich einberufen wird. Japan widerseht sich. Genf. 22. September.(Eigenbericht s In den Verhandlungen zwischen den Parteien und dem Rot wegen des Konflikts in der Mandschurei leistete Japan entschiedenen Widerstand gegen den vierten Punkt, den der Not in seiner Entscheidung verkünden wollte, nämlich die Eni- sendung einer aus den Militärattaches der fremden Mächte in Peking und Tokio bestehenden Militärkommission in das besetzte Gebiet. Japan fühlt sich schon durch die drei anderen Punkte sehr stark berührt und betrachtet die Reden von Eecil, Curtius und den anderen Ratsmitgliedcrn bereits als offene Stellungnahme gegen seine Aktion. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der vierte Punkt auch gegen Japans Widerstand»och angenommen wird, wenn sich die Besetzung in den nächsten 24 Stunden weiter ausdehnen sollte. Der Grad der Wirksamkeit der Ratsentschcidung hängt auch sehr stark von der Haltung Amerikas ob, das man in dieser schwierigen Frage unter Berufung auf den Kellogg- Pakt absichtlich hereingezogen hat. Irick droht Brüning! Mit dem Sturz oder mit dem Umlegen? Wie die Reichspressestelle der NSDAP, mitteilt, hat die nationalsozialistische Reichstagsfraktion an den Reichs- kanzler folgendes Telegramm gesandt: „Reichskanzler Brüning, Berlin. Mordtaten bewaffneter Marxisten gegen wehrlose Natioiralsozialisten häufen sich erschreckend. Sühne erfolgt regelmäßig nicht. In» Rechtsstaat trägt Regierung letzte Verantwortung für Sicherheit der Volksgenossen. Wir erklären daher, daß wir für ungenügenden Schuh unserer Parteigenossen die Mitglieder der gegenwärtigen Regierung vcraulworlsich machen und gegebenenfalls zur Verantwortung ziehen werden. Nationalsozialistische Reichstagsfraktion, gez. Frick." Reichspräsident o. Hindenburg wurde telegraphisch von diesem Telegramm an den Reichskanzler in Kenntnis gesetzt. Für die politischen Totschlägereien, die ein Unglück und eine Schande sind, gibt es zwei Hauptverantwortliche: die Kommunistische Partei und die Nationalsozialistische Partei. SA. ist nicht um ein Haar besser als Rotfront, und blutige Opfer gibt es auf beiden Seiten. Die Polizei tut, was sie kann, ist aber leider manchmal auch nicht einmal imstande, die Mörder ihrer eigenen Kameraden festzustellen. Daß die Behörden den Nationalsozialisten den Schutz, auf den sie als Staatsbürger Anspruch haben, böswilliger- oder fahr- lässigerweise versagen, behauptet selbst Frick nicht. "Der gegenwärtigen Reichsregierung kann man vcr- schiedene schwere Sünden vorwerfen— aber sie für die Schlägereien einer verrohten Jugend und ihren leider oft tödlichen Ausgang verantwortlich zu machen, ist geradezu grotesk. Auch Herr Frick muß als ehemalige? tliüringischcr Polizeiminister genug gelernt haben, um zu wissen, daß diese Konstruktion ganz unmöglich ist. So bleibt nur eine politische Aktion gegen die Reichsregierung übrig, die um so mehr Aufmerksamkeit beansprucht, als dts Sprache, deren sich die' Akteure bedienen, offenbar gewollt zwei- deutig ist. Herr Frick wird sich natürliss) mit gut gespielter Eni- rüstung gegen den Verdacht wehren, er habe mit dem„Ver- antwortlich machen" etwas anderes als die parlamentarische Verantwortung gemeint. Aber sicherlich hat er diese Sprache, die den Geruch der Erzberger- und Rathenau- Zeit mit sich trägt, nicht ganz ohne Absicht gewählt. 5)at doch auch der nationalsozialistische Führer Hugenberg neulich in Stettin ausgesprochen, im Falle einer Katastrophe sollten nur Person und Eigentum derer ge- schützt werden,„die sich zu uns bekannt haben". Deutscher Bürger, kaufe dir rechtzeitig ein deutsch- nationales Parteibuch, wenn du nicht gebrandschatzt und ge- killt werden willst! Das ist die Sprache und Art unserer„nationalen Oppo- sition". Sie wird Deutschland zu neuer Größe emporführen. Aber bestimmt! Mi gesälschiem Hiiler-Paß. Mörder Hauschke in Innsbruck als Fälscher verurteilt. München, 22. September.(Eigenbericht.) Das Jnnsbrucker Landgericht verurteilte den steckbrieflich vor- folgten Hakenkreuzler Max H a u s ch k e, der als Rädelsführer bei der Ermordung der zwei Berliner Reichsbanner- leute in der Silve st ernacht festgestellt wurde, wegen Paß- fälschung zu 2 Monaten schweren Kerkers. Haufchke wurde aus der llnterstlchlingsl)ast vorgeführt. Die Grenze bcc Kissstem hatte er am 14. Juli mit dem Paß eines Münchener Dtazimannes überschritten, den er mit seiner Photographie und einem falschen Polizei st empel versehen hatte. Die Fälschung wurde später bei einer polizeilichen Kontrolle in Innsbruck erkannt. Basti darauf gelang die Verhaftung des Münchener Hitler-Faschisten, der inzwischen wegen Beihilfe zur Paß- fälschung abgeurteilt wurde. Trotz dieses Tatbestandes leugnete Haufchke. Es half ihm aber nichts. Das Gericht verurteilte ihn. Die Strafe gilt jedoch durch die lange Untersuchungshaft als vcr- büßt. Haufchke bleibt aber weiter im Innsbrucker llntersuchui'gs- gesängnis, bis über seine Auslieferung»ach Deutsch- land ensschieden ist. Zeitungsverbote. Wegen des bekannten Telegramms„an die meuternden Ma- trofen der englischen Flotte" sind außer der Berliner„Roten Fahne" noch folgende lommunistische Blätter verboten worden:„Klaffen- kämpf" in Lzalle,„Arbeiterzeitung" in Frankfurt a. M.,„Schlesische Arbeiterzeitung" in Breslau,„Volkswacht für Pommern",„Die Tribüne" in Magdeburg, das„Echo des Ostens" in Köniosberg und das ,,Ruhr4 Uhr„Rot- Ecke".— Panlom. R. F.: Aisstngcnstr. 48:„Sexuelle Fragen". Wcrbebczirk Tieraarten: Wir beteilige» Uns geschlossen an der Pariewer- 'änunlnng IN den Arminiushallen. Bremer Str. 72, 18 Uhr.„Polizei und Wirischast." Werbcbczirf Webbiag: Sprcchchorprobe 20 Uhr. Seeltr. 84. Werbebezirk Krcuzberg: Frantfurt-Fahrer 18 Uhr Britzcr Str. 36. Inter. cssscrte Genossen sind eingeladen. Werbebezirk Neukölln: Zusammenkunft der Abteilungsleiter i» der(Sang. hoserstratze. Sprechstundc von 18—19'-) Uhr, Ganghoferstratzc.— lieben der Spieltruppc Äanner Strotze.__ Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner..Scywarz-Rol-Gold' Getchäftsstelte: Berlin S 14 Sebaltianstr 37—28 Hot 2.?r v/d ivv Donnerstag, 24. September- Ritte(Ortsvereinl: Angermiindc. »♦«b Fahrer llutssrn sich bis spätestens 24 Scplembcr bei dein Kamerad- sckalisstlhrcr melde». 6. Kameradlchast: 29 Uhr gusanonenkunft der Anger» miindc-Fahrcr bei Arndt, Schröderstr. 2. Eharlottcnburg sOrtsoercin): 26 Uhr Treffen aller Aktiven im Edcnpalast. Arteiter-Abstinenten-Bund, Bezirlsgruppc Schillerpark. Freitag. 25. September. 26 Uhr, Gastitätlc Malplaguctstr. 26. Borlrag des Genossen Hartwig Uber„Die Flirsorgepslichlvcrordnung, d:e Fllisorgceinrichtunge» der Stadt Berlin und die Ausgabe» der Arbeiierwohlsahrt". Sozialistischer E>peranto.P»ad. Beginn»euer Cchncllkurse in Reinickendorf und Wcdding Donnerslag, 2l. September, im Jugendheim Lindauer Elr. 2 (leolzbarackcj. von 20—22 Uhr.— Osten: Donnerstag. 24. September, im Jugend. de m Am Ostbahnhof 17, Zimmer 1, von 29—22 Uhr.— Zentrum: Freitag, 25. September, im Metallarbeitcrverbondshaus, Elsässcr Str. 88 silber den Hof), von 18".— 21 Uhr.— Rcuköll»: Meldet euch beim Genossen Thimm. Eaalestr. 6, vorn I T: linis. Kursus kostet 4 M., Jugendliche 3 M. Erwerbslose zahlen 19 Pf. Gcschäflsstcllc: Adolf Sproeck. N. 58, Ehoriner Str. 45.» booeienav Enpilsn Debating Club. Mittwoch 20 Uhr. Zahnärztehaus, Bü'owstraße 104, auitrnann-Saal: Mr. W. P. Jones:„Safety first" Gardinen-Ausstellung„Dein Heim— Deine Welt". Das Kaufhau» R Z s r a c l hat mit großer Sorgfalt und vielem Sc'chmack Einzelzimmer zusammengestellt, um einen allgcmeingilltigen Ueberblick zu schaffen, wie mit geringen Mitteln und kultiviertem Geschmack der Innc». räum eingerichtet fein kann. Um den SO verschiedenen Kojen eine besonder« Lebend'gkeit ,u vlrjchassen sind die Zugänge der Ausftelluiig zu dem Ein- und Ausgang ein«, Hauses umgestalte! worden mit einem von M. Spaeth gelchniack. voll zujammengkst-llten Blumengarten. Hunderte von neuartigen Borhängen. Sardinen und Dekorationen grden den Querschnitt der nenesten oerarbeltete» Slosfe, Formen und Farben. Man sieht auch neu konstruierte Stangen sttr querbehanglof- Fensterbelleidungen. �Zom Sitz«,»atz»ma Liege»" ist der Titel einer Ausstellung, dt» in den Räumen»an Frledmann n. Weber um Witte Oktober eröffnet wirb vier soll die Entwicklung des Sitz, und Siegemöoc!» vom Altertum bis zur Gegenwart t» Ausgewählten Ortginalmädeln und Abbildungen zur Anschauung g«h rocht N ZUM ERSTEN MAL nach über 10 Jahren bringt HausNeuerburg eine neue Zigarette auf den Markt: SIE passt i n die heutige Zeit. SIE kostet nur 4 Pfennig. SIE hat eine echte Haus Neuerburg- Qualität undheisst- ojesfahi; AZ6 ZKom Während Friedrich so da saß, und der Lärm, der Dunst regen- ..ger Kleider, die Schankstubenatmosphäre von Bier und Tabak, die aus diesem Saal nie ganz zu bannen war, um ihn strömte und seine von der kühlen, reinen Schönheit des Herbsttages noch ganz erfüllten Sinne betäubte, fiel ihm plötzlich ein, daß er den Ko- mödianten bereits begegnet war, gestern, als sie am Wegrand hockten und sich eine Mahlzeit bereiteten, während der elende Wagen mit dem dürren Gaul tief im Schmutz steckte Auf«ine unerklärliche Weise nahmen in seiner Erinnerung die Gesichter der über die auf- gewickelten Brotpakete Gebeugten seine eigenen Züge an und ihn durchflutete, aus den Wurzeln der Seele aufsteigend, eine furchtbare und ewige Kälte. Da bewegte sich der Vorhang. Das Scharren und Klopfen da- hinter verstummte. Durch die Löcher in dem alten, zerfetzten Samt schauten gierige, gespannte Augen. Im Saal hob sich ein Kichern. Friedrich kroch in sich zusammen, schamvoll und erbittert, als be- rechnete e r durch das Loch im Vorhang die Einnahme des Abends und die Möglichkeit eines warmen Abendessens. Plötzlich fühlte er sich hier sitzen, um eine elende und niedrige Neugier an der Posse des Elends zu belustigen. Ein unnennbares Gefühl wollte ihn mit eisernen Fäusten zum Saal hinaustreiben. Da hob sich ein dünner, kläglicher Ton, suchte mühsam seinen Weg durch den Saal und zog eine Reihe anderer Töne nach sich, alle ebenso dünn, ebenso kläglich. Am klapprigen Flügel saß ein altes Männchen mit dünnem, schlohweißem Haar und tiefgcfurchtem Gesicht, schaute stumpf vor sich hin und schlug auf die Tasten, daß sie einen zerrissenen, jammervollen Laut von sich gaben. Das war das Orchester. Wieder kicherten die Leute. Friedrich zitterte. Starr sah er auf den Alten, dessen 5iände in dem kotigen Gassenhauer wühlten, um ein paar Pfennige daraus aufzusammeln. Eine ungeheure Welle von Empfindung hob ihn auf und trug ihn mit sich in weite, trostlose Einsamkeiten. Dann begann das Spiel. In fadenscheinigen Lappen stolzierte der Theaterfürst aus die Bühne. Seine Tochter trat zu ihm mit geflicktem Schleier und ausgetretenen Schuhen, deren schiefe Absätze bei jedem Schritt umknickten, was sie durch einen krampfhaft stelzen- den Gang zu verbergen suchte. Sie sang mit ihrem lächerlich auf- geputzten Bräutigam ein leichtfertiges Lied. Welch widerliche Qual! Der Fürst hatte seine Rolle vergessen, stotterte und blieb hilflos stecken, ein fleckiges Rot unter der Schminke seines verkommenen Gesichts. Stumpf und unentwegt klapperte der Alte Gassenhauer um Gassenhauer herunter. Das Publikum murrte, einige lachten. Friedrich schauerte. Welche Purzelbäume um einen Löffel warmer Suppe, um doch einmal am Wege zu verrecken— er biß die Zähne zusammen und schaute starr auf die Bühne, wo das Spiel immer verzerrter und hilfloser wurde. Sie taumelten hin und her, versprachen sich, lachten grell und zur Unzeit und schienen völlig teilnahmslos, bis auf das Mädchen, das im verwüsteten Gesicht einen eigentümlich angstvollen Zug hatte. Man begann zu zischen, zu pfeifen, dazwischenzurufen. Jedes- mal, wenn die Fürstentochter mit dem geflickten Schleier in ihren schiefen Schuhen umknickte, ging ein Gelächter durch den Saal. Die Komödianten bewegten sich wie in glühenden Gewändern. Ein sinnloser Zorn packte Friedrich über diese Dumpfen und Satten, zu denen e r sich, trotz seines guten Anzugs und seiner ge- füllten Börse, plötzlich nicht mehr gehörig fühlte. Ihm war, als schlich er wieder in den Anlagen umher, gehetzt und ausgestoßen ob seines auseinanderfallenden Rockes und seiner ausgefransten Hosen, und lauere auf die Brotrinden, die die Kinder fortwarfen. Als stünde er wieder mit seinem Manuskript vor der Post und würgte an den Tränen, weil ihm das Porto fehlte, es abzuschicken. Wieder suchte er nach Mut und Worten, jemand um die paar Pfennige anzubetteln, und brachte es nicht fertig. Das Klavierspiel verstummte plötzlich. Friedrich, auffahrend, sah den Alten den Flügel verlassen und die Bühne hinaufwanken, um seine Rolle zu übernehmen. Das Stichwort war lange gefallen. Er aber tastete noch immer an der Wand herum. Er war blind. Während neben Friedrich alles in ein ungeheures Nichts ver- sank, gellte ein Psiff durch den Saal. Gelächter folgte, Geschrei und Getrampel. Gegenstände flogen auf die Bühne. Die Hölle war losgelassen., Die Komödianten, zuerst halb betäubt, versuchten, das Publi- kum zu beschwichtigen. Der Fürst wollte mit seinem Pathos, das in seiner gespreizten Hilflosigkeit Friedrichs Zähne zusammenschlagen machte, eine Rede halten. Man schrie ihn nieder. Der Prinzessin mit den schiefen Absätzen, die etwas sagen wollte, rief man unflätige Witze zu. Den Bräutigam erschlug ein wieherndes Gelächter. Einzig der blinde Alte stand stumm und ohne Regung, als sei er das längst gewohnt. Als gehöre das mit zum Programm. Er rührte sich auch nicht, als die Menge auf die Bühne dran� und ihr Eintrittsgeld zurückverlangte, blind, berauscht von dem Skandal, der Sensation, die das kleine Städtchen nicht oft erlebte. Eine gute Vorführung wäre ihnen nicht halb so lieb gewesen. Hunde, dachte Friedrich, die ihr Wild gestellt haben, und redete, aufspringend, auf sie ein. Er erstickte fast an seinem Ekel, aber ihm war, als hinge seine Seligkeit davon ab, daß er die Menge zurückhalte. Als er seinen Namen nannte— einen Namen, dem er in Hunger und Arbeit Geltung verschafft hatte— kannte ihn hin und wieder einer, und es wurde stiller. Man hörte ihm zu. „Seht", sagte er atemlos und glühend,„seht, es sind arme Lumpen, elende Schlucker! Was liegt euch schon an den paar Pfennigen? Ihr braucht sie nicht. Ihr seid ja alle reiche, gutgestellte, satte Leute—" die Stimme versagte ihm sekundenlang—„aber die hier müssen ja am Weg krepieren, wenn ihr ihnen das nehmt, wovon sie morgen ihr Leben fristen wollen!" Er stockte, der Schweiß trat ihm auf die Stirn, er fürchtete umzusinken. Aber sein Zweck war erreicht. Die Menge, beruhigt, schlug vor, eine Sammlung zu veranstalten.„Ja", rief Friedrich, „sammeln wir für die Armen! Helfen wir den Komödianten, so wird Gott uns helfen! Jeder Pfennig wird hundertfachen Zins tragen—." Anstatt die Leute anzuspeien und ihnen seinen glühen- den Haß ins Gesicht zu schreien, sagte er:„Wer kennt nicht den opferwilligen Sinn dieser Stadt?" Was den Bürgern schmeichelte. Mit der gesammelten hübschen Summe ging Friedrich wankend in die Garderobe. Der Fürst machte Miene, ihm pathetisch zu Füßen zu fallen. „Steh aus", sagte Friedrich mit schwerer Zunge,„nehmt und geht—" er riß, mit zusammengebissenen Zahnen, noch Ringe von seinen Fingern und Geld aus seiner Tasche und stürzte hinaus, von der entsetzlichen Flamme hilflosen Mitleidens mit dem Elend der Welt verfolgt. Tfhfor ftakofi: Hausherr undWohnpariei Hausherr und Wohnpartpien können sich gegenseitig memals verstehen. Hausherr und Wohnparteien sind aufeinander schon von Natur aus feindselig eingestellt, wie Hund und Katze. Das rührt aber daher, daß Hausherr und Inwohner sich gegenseitig immer nur von den schlechten Setten zeigen. Schon der Umstand an und für sich, daß«in Hausherr das Recht hat, von uns viermal im Jahr einen bestimmten Betrag zu fordern, macht ihn verhaßt. Denn die Menschen haften die Wohnung für eine ebenso natürliche Sache, wie z. B. die Luft: und wir gelangen allmählich zu der Ueberzeugung, daß auch die Wohnung ein Geschenk der Natur sei, es also die größte Ungerechtigkeit ist. dafür eine Miete zu verlangen. Mein Arzt oerordnete mir einmal Gebirgsluft zur Herstellung meiner Gesundheit. Als armer Mensch konnte ich nichts anderes tun, als,ins vierte Stockwerk zu übersiedeln, und wenn ich durchs Fenster schaute, schien es mir, als wäre ich in gleicher Höhe mit dem Blocks- berg gewesen. Diese Gebirgswohnüng gehört der Frau Sziporka, die nicht mußte, daß ich mir durch das bei ihr gemietete Zimmer einen Aufent- halt am Semmering ersparte und sie verlangte daher bloß dreißig Kronen monatlich. Als Untermieter hatte ich mit dem Hausherrn natürlich nicht das geringste zu tun, und wenn ich das Stiegengeländer zerbrach oder meine Zigarre vor der Tür des Hausherrn wegwarf, tat ich das in dem ruhigen Bewußtsein, daß die daraus erwachsenden Streitigkeiten Frau Witwe Sziporka erledigen werde. Für dreißig Kronen monatlich. Und ich kam darauf, daß der Untermieter eize�ich die Hilfs- truppe der Mietpartei im Kampfe gegen den Hausherrn ist. Jene Parteien, die sich Untermieter halten, sind dem Hausherrn am meisten verhaßt, was leicht erklärlich ist. Frau Sziporka zahlte vierhundert- vierzig Kronen Miete, nahm aber von ihren Untermietern sechs- hundertzwanzig ein. Sie wohnte also nicht nur umsonst, sondern die Wohnung trug ihr auch noch obendrein hundertachtzig Kronen rein ein. Das konnte der Hausherr nicht verschmerzen. Ich konnte aber diesen angenehmen Zustand nicht lange genießen. da sich mein Gesundheitszustand wieder verschlechterte. Ich ging zum Arzt. „Wissen Sie, was Ihnen fehlt?" sprach er.„Sie steigen zuviel Stiegen." Er untersuchte meine Lunge, mein Herz und empfahl mir, eine Wohnung im Parterre zu nehmen. Von da an wurde ich eine selbständige Wohnpartei. Ich über- siedelte in das Haus meines Onkels, in eine Wohnung, welche infolge der dort herrschenden Feuchtigkeit immer nur von Verwandten be- wohnt wurde. Mein Onkel war ein sehr gebildeter Mensch, aber durch den Tod seines Vaters wurde er frühzeitig ein Hausherr. Das änderte sowohl an seinen Manieren, wie auch an seiner Bildung sehr viel, denn die Mieter verbitterten ihm das Leben, er aber wurde schließlich ein grober Mensch. Ich hörte ihn oft sagen, daß ihm die Mieter dreißig Jahre seines Lebens geraubt hätten. Da der Alte sechzig Jahre zählte, konnte ich leicht ausrechnen, daß er— wenn er momentan sterben würde— volle neunzig Jahre gelebt hätte. Ich erwähnte ihm auch einmal zaghaft, sein Leben sei unserer Familie sehr teuer und ich wolle ihm deshalb sehr gerne die(dreistöckige) Last von den Schultern nehmen, damit die Wohnparteien von nun an mit einer beliebigen Anzahl von Iahren mein Leben verkürzen mögen. Die Antwort auf diesen Vorschlag war, daß mich mein Onkel hinauswarf, aber nur aus seiner Wohnung und nicht aus dem Haus. Das kränkte mich aber nicht besonders. Viel mehr schmerzte mich das Mißtrauen der Inwohner. Die Wohnparteien betrachten nämlich einen Verwandten des Hausherrn einfach für einen Spitzel, der sich unter der Maske einer ehrlichen Wohnpartei ins Haus schleicht, um ihre Geheimnisse zu erlauschen. Um nun diesen Zustand ein Ende zu setzen, verbreitete ich geschickt die Nachricht, daß mich der Hausherr hinausgeworfen habe. „Und was sagten die Leute darauf?" „Was muß das für ein Mensch sein, den sogar ein Hausherr hinauswirft!" Meine Lage gestaltete sich mit der Zeit sehr unerträglich und ich übersiedelte beim nächsten Quartal kurzerhand in ein fremdes Haus, und jetzt kann auch ich schon mit offener Stirne gegen die Haus- Herren ankämpfen. iAuwriiicrt« Uebersetzung aus dem Ungarrschcn mm Grete Ncufeld.) Jteinrich Illinden:'J)U* 3llChsbO& Der Dichter Karl Wakusch hatte in einem seiner Romane ein- mal geschrieben:„Ein Gegenstand, der zehn Mark wert ist, ist für drei Mark immer noch teuer, es sei oenn, daß man ihn wirklich braucht." Dies war auch im Leben sein Standpunkt, obwohl er sonst eben nicht viel von Gelddingen veistand, sich in der Regel kaum darum kümmerte. Seine Frau Ella aber dachte anders. Seit- dem sie ein paarmal das Glück gehabt hatte, Kleidungsstücke für em Drittel des eigentlichen Preises zu ergattern, galt sie in ihren Kreisen als Kaufgenie. Und diesen Ruhm wollt« sie sich wahren: koste es, was-s wolle. Manchmal wunderte sich Wakusch, woher die vielen Blusen, Röcke, Hüte und Sonnenschirme eigentlich kamen. So glänzend waren doch seine Einnahmen schließlich nicht, wenn es ihm auch ganz leidlich erging und der Mangel bisher vor seiner Tür noch immer kehrt gemacht hatte. Gelegentlich erkundigte er sich sogar, hörte mit halbem Ohr die Pappenstielpreise, verwies auf seine Romanstelle und beruhigte sich wieder. Mißtrauischer wurden die Freundinnen.„So etwas möchle ich auch haben," erklärte die eine oder die andere,„führe mich doch mal hin!" Aber niemals klappte es. Stets gab es eine Abhaltung oder ein Hindernis. Bald war es das letzte Stück gewesen: dem Ge- schäftsinhaber war Verschwiegenheit zugesicheit worden, oder ein erwartekfr telephonischer Anruf hinderte am Ausgehen. So tuschelte man allerhand, nieinte, der Ehrgeiz, in den sich Frau Ella gesteigen hatte, habe sie„meschugge" gemacht. Entweder verheimliche sie die wirklichen Preise und nehme mehr vom Wirtschastsgeld oder sie erwerbe tadellos erhaltenes Zeug äus zweiter Hand. Vielleicht mache sie auch einfach Schulden. Eines Abends kam sie mit einer geradezu wundervollen Fuchs- boa nach Hause.„Sieben Mark," rief sie triumphierend schon unter der Tür. Das war jedoch selbst dem gutgläubigen Gatten zu bunt. Es folgten erregte Auseinandersetzungen, freilich ergebnislos. Manchmal inoes haben die Wände Ohren oder die Fenster Augen. Bereits die Morgenstunden des nächsten Tages brachten die Entscheidung. Anscheinend hatte eine Bekannte den Erwerb der Boa an der Quelle beobachtet. Jedenfalls übereichte der verdutzte Postbote Frau Ella eine offene Karte mit den vielsagenden Worten: „Gans, du hast den Fuchs gestohlen." %ernnL: Sos.ialiUtfches aus WSA. Abraham Cahan ersählt Vor vierzig Jahren wanderte aus dem südrussischen Ansiedlungs- rayon, d. h. dem Gebiet des Zarenreiches, in dem allein Juden wohnen durften— wenn sie nicht Kausleut« erster Gilde oder akademisch Graduierte waren—, Abraham Cahan nach Amerika aus. Dort hat er später die New-Aorker Tageszeitung „Vorwärts" gegründet, die in jüdischer Sprache und in hebräischen Schriftzeichen erscheint, und von jeher den Standpunkt der euro- päischen, besonders der deutschen Sozialdemokratie vertreten hat. Noch heule leitet Cahan-diese sehr lebendige Zeitung, die gegen- wärtig eine Auflage von 130 000 Exemplaren hat. Man sieht dem weißhaarigen aber lebhaften Mann die mehr als 71 Jahre nicht an, die er schon zählt. Oftmals hat er Europa besucht, auch eben jetzt wieder. Von ihm kann man vieles aus der Geschichte der modernen Arbeiterbewegung hören. Er erzählte mir u. a., daß er schon die internationalen Kongresse in Brüssel 1831 und in Zürich 1833 als amerikanischer Delegierter mitgemacht hat. Gelegentlich des Züricher Kongresses verhandelte der deutsche Parteivorstand eine Beschuldigung, die gegen den baltischen Emigranten Sergej S ch e w i t s ch erhoben worden war. Schewitsch hatte sich in Amerika, auch in Deutschland, in der Partei betätigt, aber es war gegen ihn die Anklage erhoben worden, mit der Geheimpolizei in Verbindung zu stehen. August Bebel schlug in: Parteivorstand vor, da dieser doch weder die Verhältnisse in Rußland noch in Amerika genau kenne, den anwesenden Cahan zu hören, der über die Bewegung und ihre Führer sowohl in Rußland wie Amerika genau unterichtet wäre. Wilhelm Liebknecht, dem"die Anklage gegen Schewitsch begründet schien— der Alt« hatte ja lange genug als politischer Flüchtling iin Auslande gelebt, um auch der typischen Spitzelangst der politischen Emigration jener Zeit zu unterliegen— wollte von diesem Gutachter zunächst nichts wissen, während Richard Fischer als Sekretär des Parteivorstandes Bebel zustimmte, dessen Meinung dann auch siegreich blieb. Die Verhandlung endete mit der vollständigen Freisprechung und Rehabilitierung Schewitsch'. Aus die Bitte, dieses Ergebnis im Zentralorgan, dem Berliner„Vorwärts", zu veröffentlichen, meinte Bebel, damit würde die Sache nur wieder aufgerollt werden. Aber man gab dem Freigesprochenen eine schristliche Bescheinigung seiner Unschuld, ein zweites Exemplar erhielt Cahan für die Genossen in Amerika. Schewitsch lebte nachher in München mit seiner Frau, die keine andere war als Helene von Rakowitza, geborene Doenniges, eben die Frau, für die Ferdinand Lassalle n>nd- vierzig Jahre vorher in das tödliche Duell gegangen war. Unter den ersten Führern der sozialistischen Bewegung in Amerika, die von Deutschen ins Leben gerufen worden ist, nennt Cahan u. a. Alexander Jonas und D o u a i, dessen Name auch älteren deutschen Parteigenossen aus der Literatur noch gekannt sein wird. Auch Schewitsch gehörte zu den tätigsten Genossen. Hermann Schlüter kam erst später hinüber. Die sozialistische Bewegung in USA. ist bekanntlich auch heute, besonders unter den echten Amerikanern, noch ziemlich schwach. Die große Masse der freigewerkschaftlich Organisierten steht sozialistischen Gedanken noch fern. Anders in der Einwanderung besonders aus Völkern, die schon stark sozialistisch beeinflußt sind, also ziemlich in der ganzen europäischen Emigration. Dem verdankt ja auch der jüdische„Vorwärts" seine beträchtliche Verbreitung, während die deutsche Parteipresie und schon gar die englische, weit dahinter zurckbleibt. Der New-Uorker„Vorwärts" geht so gut, daß er die ganzen Ausgaben der jüdisch-sozialistischcn Partei deckt. Infolge der schweren Wirtschaftskrise sind aller- dings die Einnahmen aus Inseraten außerordentlich stark zurück- gegangen. Eigenartig ist es doch wohl, hören zu müssen, daß seit Jahren nur«ine englisches ozialistische Tageszeitung in USA. erscheint und zwar in Milwaukee, wo unsere deutschen Landsleute den „Vorwärts" herausgeben. Der New-Porker„Vorwärts" hat auch eine englische Wochencmsgabe. Di« genaue Zahl des Arbeitslosenheeres im Dollarlawde ist nicht bekannt, da ein« amtliche Statistik darüber ebensowenig besteht, wie eine öffentliche Fürsorge oder Unterstützung. Cahan erzählt, daß er bei seinem vierzigjährigen Aufenthalt zum ersten Male in der jetzigen Krise den erschütternden Anblick der„hrsadlines" (Brotlinien) gehabt hat: Lange Polonäsen von Hungern- den, die in größter Hitze oder schärfster Kälte auf die Tasse Kaffee, das Brötchen und die fünf Cents warten, die private Wohltätigkeit ihnen schenkt. Allerdings wird die Not gemildert auch durch die vielen„A r b e i t e r r i n g e", proletarische Versicherungsgesellschaften auf Gegenseitigkeit, sowie durch Unterstützung der Verwandten, so man solche hat und sie selbst nicht hungern. Die gesetzliche Ein- fllhrung einer Arbeitsiosenfürsorge wird wohl nicht zu umgehen sein. Trotz dieses Massenelends hat die kommunistische Agitation in den Massen sehr geringen Erfolg. Dagegen ist in der Intelligenz und besonders im ruinierten Bürgertum ziemlich viel Schwärmerei für Bolschewismus und Sowjetruhland verbreitet. Ein bekannter Charatterzug des amerikanischen Lebens ist die ungeheuerliche Korruption, auch in der Polizei. Präsident Hoover hat eine eigene Untersuchungskommission dafür eingesetzt, nach ihrem Vorsitzenden„Vickersham-Kommission" genannt. Sie hat in ihrem Bericht fast in allen Städten der Union schwere Korruption der Polizei festgestellt— mit einer einzigen Ausnahme: Milwaukee! Und diese stark deutsche Stadt ist bekanntlich auch die am meisten sozialistische, steht unter sozialisttscher Leitung und hat mehrmals den leider schon verstorbenen Siebenbürger Viktor L. Berger ins Repräsentantenhaus nach Washington entsandt. Allerdings hat es die sozialistische Partei noch niemals über einen einzigen Vertteter im Kongreß gebracht. Das war entweder Berger oder Mayer-London. Zur Zeit ist das Vundesparlament vollkommen soziaiistensrei. Die kiefste Mine der Well. Die Morro-Velho-Goldmine in Brasilien, geschaffen durch Heroorragende englische Bergwerks- ingenieure, hält mit 2,4 Kilometer Tiefe den Weltrekord aller Schachtanlagen. Der Abstieg kann nur auf verschiedenen Etappen— Drahtseilbahnen, Fahrstühle usw— erfolgen. Der ganze Weg nimmt nicht weniger als vier volle Stunden in Anspruch. Eine riesige Lüftungsanlage bemüht sich, die geradezu entsetzliche Hitze auf der Sohle abzuschwächen. In der Minute werden 30 000 Kubikmeter Lust in die Erde gepumpt. Zuchthausanträge gegen die pogromisten. Die Rädelsführer Graf Helldorf und Ernst als Zeugen. Der lehkc verhandlungstog im Prozeh der Ztczipogromislen brachte ganz unerwartet die Vernehmung des„Oberführers� Graf Helldorf und feines Skabsleiters Ernst als Zeugen, nicht etwa als Angeklagte. Sie halten sich in München bei Hitler die erforderlichen Znftruktionen geholt, konnten also gestern vor Gericht unbeirrt ihr Sprüchlein hersagen. -i- Aus Antrag der Parteien wurde noch einmal in die Beweis- aufnähme eingetreten. Neben einigen unwichtigen Zeugen sollten der Führer der Berliner SA., Graf Helldorf, und der „Stabsleitcr" Ernst, die nach ihrer Rückkehr aus München sich der Polizei gestellt hatten, vernommen werden. Als erster kam der Zeuge Ernst an die Reihe. Oer 23 jährige ,Stab6leiter*. Der Borsitzcnde macht den ZZjährigen Zeugen darauf auf- merksam, daß er unter Umständen auch vereidigt werden könne, daß er aber in bezug auf Tatsachen, durch deren Bekundung er sich s e l b st st r a f b a r machen würde, das Recht zur Zeugnis- Verweigerung hat. Er fordert ihn danach auf, zu erzählen, welche Beobachtungen er auf dem Kurfürstendamm gemacht habe. Zeuge: Wir fuhren im Opelwagen mit Graf Helldorf und dem„Leiter der Wache des Stabes", Gewehr, den Kurfürstendamm entlang. An der Meincckestraße hörten wir rufen: Brot. Hunger. Ecke Joachims- thaler Straße stiegen wir aus dem Wagen und gingen zur Ge- dächtniskirche und weiter am Romanischen Cafe vorbei zur Tauentzienstraße. hier trafen wir einen Sturmführer, der mit Helldorf einige Worte wechselte. Aus der Richtung von Michels hörte ich wieder rufen. Ich sah etwa 13 junge Leute, die vor einigen Beamten flüchteten. In der Ranke- straße bestiegen wir wieder unseren Wogen. Ecke Ioachimsthaler Straße kam ein Major aus unser Auto zu und forderte uns auf, wegzufahren. Später trafen wir noch einen anderen Sturm- fuhrer. Er sagte zum Grasen Helldorf, er sei hierhergekommen. weil er vom Klimbim gehört habe. Graf Helldorf befahl ihm, dafür zu sorgen, daß die Leute vom Kurfürstendamm verschwinden. Er habe bereits deswegen mit der Polizei gesprochen. In der Nähe des Bahnhofs Zoo wurden wir von einem anderen Auto angehalten. Die Insassen riefen uns etwas zu. Ich rief zu ihnen hinüber:„Macht. daß ihr weiter kommt, ihr verdammten Panschjuden." Dann wurden wir von Polizeibeamten zur Wache gebracht und später zur Ab- teilung I A. Vors.: Weshalb haben Sie die Fahrt überhaupt unter- nommen? Zeuge: Um Parteilokale zu besichtigen. Wir fuhren zuerst zum Afrika-Kasino in der Lüßowstraße, wir fanden da aber nur sehr wenige SA.-Leute. Dann besichtigten wir den Sturm tü in der Steinmetzstraße, hier trafen wir etwa 50 bis 60 Mann an. Graf Helldorf sagte zu den SA.-Leuten: „Ich komme zu euch noch zurück. Zungens', und gab den Befehl, zum Kurfürstendamm ZU fahren. Vors.: Wer hatte das Auto gemietet? Zeuge: Ich glaube, ich selbst. Vors.: Weshalb fuhren Sie zum Kurfürstendawm? Zeuge: weil uns im Afrika-Kasino gesagt wurde, daß die SA.- Leute dahin ge- gangen seien. Vors.: Wozu fuhren S i e denn dahin? Zeuge: Um uns die Sache anzusehen. Vors.: Und was haben Sie da gesehen? Zeuge: Das, was ich bereits geschildert haben. Vors.: Das war sehr wenig. Zeuge(patzig): Ich habe eben niemand erkannt. Der Vorsitzende rügt den Ton, den der Zeug« anschlägt. Trotz wiederholten Borhaltens bleibt der„Stabsleiter" Ernst dabei, daß er fast gar keine SA.-Leulc gesehen hätte, auch keine Ausschreitungen oder sonst irgend etwas besonders Verdächtiges. Vors.: Wie lange hielten Sie sich am Kurfürstendamm aus? Zeuge: Insgesamt 30 Minuten. Vors.: Und weshalb stiegen Sie aus? Der Zeuge gibt eine vollkommen unbefriedigende Antwort. Der Vorsitzende fragt, ob nicht eine inoffizielle Parole aus- gegeben worden fei. Zeuge: Nicht von mir. Vors.: Ich krage ja nicht, ob von Ihnen, sondern ob-ine solche ausgegeben worden war. Zeuge: Meines Wissens überhaupt nicht. Die Vernehmung des Zeugen ist beendet. Er bleibt wegen Verdachts der Mittäterschaft unvereidigt. Der Graf als Oberführer. Als nächster Zeuge wird aus der Untersuchungshaft Graf Hell- d o r f vorgeführt. Im Gegensatz zu seinem nur 23jährigen„Stabs- leiicr" zählt er 35 Jahre und stellt sich als früherer Offizier und Landwirt vor. Vors.: Es handelt sich um Ihre Autofahrt auf dem Kurfürsten- dämm. Zeuge: Zu meinen Dienstobliegenheiten gehören Kontrollfahrten zu den SA.-Lokalen und Besichtigungen der Partei- Heime. Solch eine Fahrt fand am Sonnabend statt. Wir fuhren zuerst zur Lützowstraße, dann zur Steinmetzstraße. In dem SA.- Lokal Lützowstraße erhielt ich trotz scharfer Vorhaltungen von den wenigen anwesenden SA.-Leuten nur unklare Erklärungen darüber, wo die anderen SA.-Leute sind. Auf dem Kurfürstendamm sah'.ch einig: Gruppen von Leuten, Hörle auch gewisse Rufe in Sprechchören, wurde auch von mehreren Leuten erkannt und mit kzcilrusen begrüßt. An der Ioachimsthaler Straße stiegen wir aus, später fuhren wir wieder weiter. Polizeimajor Wecke kam auf unseren Wagen zu und stellte mich scharf zur Rede:„Was fällt Ihnen ein, hier herum- zufahren. Was ist das für eine Schweinerei?" Ich erwiderte, ich hätte nichts damit zu tun, es sei gar keine Schweinerei. Major Wecke erklärte in barschem Tone:„Scheren Sie sich fort." Als ich später einen SA.-Führer traf, bat ich ihn, dafür zu sorgen, daß die Leute fortgingen. Schon früher, als ich meinen Wagen ver- lassen hatte, hatte ich das getan, um die SA.-Leute zu veranlassen, sich zu entfernen. Vors.: War Ihnen bekannt, daß eine Art Parole, ein Finger- zeig, gewissar maßen ein i n o f f i z i e l l e r B e f e h l für diesen Abend ausgegeben worden war? Zeuge: Daß ein«. Parole vorgelegen haben muß. nehme ich an. Bon welcher Seite aber, darin bin ich mir nicht im klaren. Vielleicht war das'oon einer dritten Stelle geschehen, um die SA. zu belasten. Ich möchte hierzu folgende Erklärung abgeben: Die Verliner SA. besteht zu achtzig Proz. ans Handwerkern. sechzig Proz. sind erwerbslos, davon viele ausgesteuert. Die Berliner SA. lebt unter den schwierigsten Verhältnissen!, sie hat auch außerordentlich unter den kommunistischen Drangjalierungen zu leiden. Uebersälle sind etwas Alltägliches. Das Tragen von Waffen ist aber von Hitler streng verboten. Wir find gezwungen, jeden, der mit Waffen angetroffen wird, auszuschließen. Die SA.-Leute sind deshalb wehrlos und können sich höchstens mit Stühlen verteidigen. Daß es unter solchen Umständen zuweilen zu Explosionen kommt, ist begreiflich. Sie werden geradezu künstlich herbeigeführt, da den SA.-Leuten jede Möglichkeit genommen ist, sich auszutoben; Märsche und sportliche Ausbildung sind verboten. In den Sturnllokalen herrscht eine außerordenlliche Gereiztheit. Wenn nun Gerüchte in die Well gesetzt werden, so kann es nur allzu leicht angesichts der Verzweiflung der SA.-Leute zu Ausschreitungen kommen. Vors.: Sie reden um einen Punkt herum. wie kommt es, daß, wenn sechzig Prozent ihrer Leute erwerbs- los sind, sie dos Fahrgeld aufgewandi haben, um aus den ver- fchiedenea Teilen von Verlin nach dem kurfürstendamm zu fahren? Zeuge: Sie haben sich das Geld wahrscheinlich aus der Sturmkaffe als Darlehen genommen, vorf.: Mir fällt aber auf, daß ganze Stürme Spesen gemacht haben. Zeuge: Dazu kann ich nichts sagen. Vors.: Ich will Sie nicht im Zweifel lassen, es waren Mitglieder von zwölf Stürmen anwesend. Sie konnten nur aus ein« gewisse Parole nach dem Kurfürstendamm zusammengeströmt sein. Man kann ja einen inoffiziellen Befehl ge- geben haben und das nach außen hin nicht zugeben. Zeuge: Wenn das der Fall gewesen wäre, dann wäre ich nicht in Uniform und im offenen Auto herumgefahren. Die Parolenausgabe könnte von irgendeiner feindlichen Seite erfolgt fein. Wir haben ja in unseren Stürmen eine ganze Anzahl Spitzel; kommunistische Spitzel, solche vom Reichsbanner und von den Behörden. Sie sind äußerst rege. Als SA.-Männer verkleidete Spitzel verkehren in unseren Lokalen. Sie können auch die Parole ausgegeben haben. Vors.: Erscheint Ihnen diese Erzählung nicht clwos abenteuerlich? Zeuge: Weshalb? Wenn die Parole in sieben bis acht Stürmen ausgegeben worden wäre, einen besseren Dienst hätten sie sich nicht leisten können. Vors.: Könnte irgendeiner der Zwangsge- stellten als Spitzel in Frage kommen? Zeuge: Nein. Vors.: Was haben Sie am Sonntag, dem 13.. über die Ereig- nisse des Vortages erfahren? Was ist Ihnen darüber berichtet worden? Zeuge: Nur, daß einige im Polizeipräsidium festgehalten sind. Vors.: Standen denn die schweren Ausschreitungen nicht im Widerspruch zur militärischen Disziplin, die bei Ihnen herrscht? Zeuge: Ich habe die gerichtlichen Fest- stellungen abwarten wollen. Vors.: Das verstehe ich nicht. Es herrscht doch sonst bei den SA.-Leuten ein strafscr militärischer Ton. Ich begreife nicht, daß Sie zum Beispiel sich nicht ins Afrika-Kasino begaben, sich dort irgendeinen SA.-Monn vorgenommen und ihm gesagt haben:„Junge, jetzt sagst du, wie du aus den Kurfürstendamm gekommen bist." Es war Ihnen ja bereits bekannt, daß Demo- l i« r u n g e n und schwere Ausschreitungen stattgefunden haben. Zeuge: Ich mußte schleunigst nach München zu einer Gruppenführerbcsprechung. Es gibt in Deutschland im gan- zen elf Gruppenführer. Solche Besprechungen sind von größter Wichtigkeit. Mit der Untersuchung hätte es noch enige Tage Zeit gehabt. Staalsanwall: Wie erklären Sie sich das, daß Sie auf dem kurzen Räume um die Gedächtniskirchc Horum drei SA.- Führern begegnet sind? Der Zeuge bleibt die Antwort schuldig. Staatsanwall: Halten Sie es für möglich, daß auch die Sturm- führer aus Anordnung von Spitzeln aus dem Kurfürstendamm ge- wesen sind? Zeuge: Nein. Vors.: Was würden Sie aber dazu sagen, wenn Sie hier von Angeklagten hören würden, daß sie aus Anordnung von SA.-Zührerü nach dem Kurfürstendamm gekommen sind? Zeuge: Das ist mir völlig unverständlich. Auch der Zeug« H e l l d o r f bleibt unvereidigt. Gegen r;i6 Uhr erhält Staatsanwalt Stehnig das Wort zum Plädoyer. Er schildert die Ereignisse am Sonnabend, dem 12. September, auf dem Kurfürstendamm und stellt fest, daß unge- fähr 15 bis 20 Personen schwere Verletzungen davongetragen haben müssen. Die Staatsanwaltschast habe in dieser Verhandlung davon abgesehen, sämtliche Verletzten als Zeugen zu laden. Die Aus- schreitungen, sagt weiter der Staatsanwalt, hatten eine ausgc- sprachen antisemitischeTendenz. Die von den National- sozialisten gestellten Zeugen bestreiten aber, daß antisemitische Aus- rufe gefallen sind. Dieses Leugnen zeigt nur, wie die Aussagen dieser Zeugen zu bewerten sind, wie leichtsinnig heutzutage junge Leute mit der Wahrheit umspringen. Sodann beschäftigte sich Staatsanwaltschaftsrat Dr. Schade eingehend mit der Täterschaft der einzelnen Angeklagten. Der Staatsanwalt stellt gegen die Angeklagten folgende Skrasanlräge: Gegen die Minderjährigen Schuster Bonin, Schulz, Pawlik, Rehfeld. Cornelsen. Chavier, Couvreux, Schefsler, Meyer-Michlhaus, Heckendorf wegen einfachen Landfriedensbruches in Tateinheit mit Anreizung zum Klassenhaß je ein Jahr Gefängnis: gegen die volljährigen Angeklagten Merker. Friste, Bartz, Soy, Fedtke, Kuhn, Matzdorf, Dziemian, Michalak. Koch. Milde- brach und Hecke wegen einfachen Landfriedcnsbruchcs in Tateinheit mit Anreizung zum Klafsenhaß ein Jahr drei Monate Gefängnis: gegen die Angeklagten Meede und. Riedel, die Gewalttätigkeiten ver- übt haben, wegen schweren Landfriedensbruches in Tateinheit mit Anreizung zum Klassenhaß ein Hahr neun Monate Gefängnis: gegen Schubert, der eine Waffe bei sich gehabt hat. ein Dohr fünf Mcnale Gefängnis: gegen Utpvtt ein Jahr ein Monat Gefängnis: gegen Fischer, der sich der Anstiftung zum einfachen Landsriedcnsbruch schuldig gemacht hat, zwei Jahre sechs Monate Gefängnis: gegen die Rädelsführer Sturmführcr Ponte und den Autobesitzer Kühn wegen schweren Landfriedensbruches zwei Jahre Gefängnis(der letztere hat sich der BeihUfe schuldig gemacht): gegen den„Leiter der Stobswache" Gewehr und gegen den Stahl Helmführer Brandt je zwei Jahre Zuchthaus und Ehr- vertust auf die Dauer von drei Jahreo. außerdem ist auf Einziehung der beiden Kraftwagen zu erkennen. Nach einer kurzen Pause ergriff der erste her drei Ver- t e i d i g e r das Wort. Er wie seine Mitoerteidiger bemühten sich, darzulegen, daß den einzelnen Angeklagten eine strafbare Handlung nicht nachgewiesen sei. Sie kommen deshalb zu dem Antrag, samt- liche Angeklagten von der Anklage des Landfriedensbruches sreizu- sprechen. Die Ausführungen des Rechtsanwalts H a r n a ck veronlaßten den Vorsitzenden Landgcrichtsdirektor Schmitz zu einer scharfen Abfuhr. Er erklärte:„Sie sprechen hier vom Sonderschutz einer Rasse, während das Gericht hier nur bemüht ist, die U n- oerletzlichkeit der Person und des Eigentums zu schützen. Ich sage es Ihnen gleich: Durch Ihre Ausführungen erreichen Sie nur, daß das Gericht zu härteren Strafen kommt, als es vielleicht sonst der Fall gewesen wäre. Sie vernichten den erzieherischen Einfluß der Gerichtsoerhandlung auf die Angeklagten, die zum größten Teile noch ganz junge Leute sipd." Die Staatsanwälte verzichten auf«ine Erwiderung. Sämtliche Angeklagten, die vorschriftsmäßig das letzte Wort erhalten, schließen sich den Anträgen der Verteidigung an. Neuerlich gestellten 5iaftentlassungsanträgen widerspricht die Staatsanwaltschaft. Um Mitternacht zieht sich das Gericht zur Beratung zurück. Das Urteil ist erst in den frühen Morgenstunden zu erwarten. Lanötagseinberusung abgelehnt. Vertteinewng des Gtaaksrats. Der Aeltestenrat des Landtags lehnte am Dienstag den komnw- nistischen Antrag auf vorzeitige Landtagseinbcrufung ab. Dem Staatsrat ist«in Entwurf vorgelegt worden, wonach der Staatsrot verkleinert wird. In Zukunft soll statt auf 500 000 Ein- ivohner erst aus 750 000 ein Vertreter entfallen. Das Weltbild von „Wir bleiben stabil, solange der(Gold-) Vorrat reicht!" Bergarbeiteriragödie Die Opfer einer kostspieligen„�aiionalisierung". Es gibt kaum einen Beruf, in dem sich der Fluch kapitalistischer Wirtschaftsführung und kapitalistischer Wirtschastsanarchie derart kraß auswirkt wie im Bergbau. Millionen von Tonnen Kohle liegen auf den Halden. Man weiß nicht wohin damit. An. dererseits feiern Zehntausende von Bergleuten, ohne die Hoffnung hegen zu können, jemals wieder in ihrem Beruf unterzukommen. So sieht die andere Seit« der Produttionsdrosselung aus. Aber schon ehe das Drosseln der Produttion im Kohlenbergbau einsetzte, hoben die Bergarbeiter ungemein harte Opfer bringen müssen. Vom 1. Jamiar 1930 bis zum 30. Juni 1931 wurden allein über die Belegschaft des Ruhrbcrgbaus 14,34 ITCilliuncn Feierschichten verhängt, um die Förderung einzuschränken. Dadurch entstand ein Lohnausfall von weit über 129 Millionen Mark. Reben dem Feierschichten wurden dann Zehntauscnde von Arbeitern entlassen. Man sehe sich nachstehende Tabelle genau an. Die bergmännische Belegschaft— das find die ausschließlich der Nebcnbetriebe beschäftigten Arbeiter— hat betragen: SRnljmuict Oberschles. Nicderschlcs. Sachsen zusammen Januar 1930 301 859 00 402 27 090 22 091 472 048 Juni 1931. 230 752 42 808 19 469 16 553 315 582 In IIb Jahren wurde die bergmännische Belegschaft in den zc- nannten Steinkohlenrevieren durch Entlassungen um 156 466 Mann oder 33,14 Proz. vermindert. Unermeßliche Not steckt hinter diesen Zahlen Arbeitslosigkeit und Feierschichten mußten aber nicht nur der Krise, sondern auch der„Rationmisierung" und Mechanisierung zum Opfer gebracht werden. In der Förderleistung je Mann und Schicht findet diese Tatsache ihren beredten Ausdruck. Förderleistung je Mann und Schicht in leg Ruhrreoicr Oberschl. Niederschl. Aachen 945 1153 059 709 Iahresdurchschnit 1925 1929 1030 Juni 1931 1275 1352 1475 1377 1.434 1573 849 860 887 951 983 996 Der Fördereffekt des letzten vollen Lorkricgsjahrcs 1913 war ebenso hoch wie derjenige von 1925. Seitdem steigt die Förderleistung unaufhaltsam aufwärts. Im Ruhrbergbau stieg der Förderest'ekt je Mann und Schicht von 1925 bis Juni 1931 um 530 Kilogramm oder 56,4 Proz., mit anderen Warten: nicht ganz zwei Bergarbeiter waren im Juni 1931 erforderlich, um dieselbe Fördermenge zutage zu bringen, die 1925 von drei Bergarbeitern erzielt wurde. In den anderen Revieren ist der Ausstieg ebenfalls sehr beachtlich, wenn auch nicht ganz so groß wie im Ruhrbergbau. Die Zunahme beträgt von 1925 bis Juni 1931: Oberschlesien 420 Kilogramm oder 36,4 Proz., Niederschlcsien 228 Kilogramm oder 34,6 Proz. und Aachen 289 Kilogramm oder 40,7 Proz. Die Erhöhung des Förder- esfetts wurde erzielt durch gesteigerte Arbeitsintensität, Rationali- sierung und Mechanisierung der Kohlengewinnung und Förderung. Die Rationalisierung zerfällt in zwei Zlrten, in die positive und ncga- tive. Die letztere besteht im Stillegen von Bergwerken und Nichtabbauen von weniger mächtigen bzw. ergiebigen Kohlen- flözen. Für die Volkswirtschast im ganzen genommen, entstehen durch diese Rationalisierung nicht wieder zu ersetzende Verluste. lieber die maschinelle Kohlengewinnung berichten das preußische Handelsministernim und das Oberbergamt in Frei- berg. Danach wurden 1926 von der Gesamtsteinkohlenförderung Deutschlands 58,1 Proz. auf maschinellem Wege gewonnen; 1930 bereits 82,5 Proz. Im Ruhrbcrgbau war die maschinelle Köhlensörderung bereits auf 93,8 Proz. im Jahr« 1930 angestiegen. Ob durch diese Art der Kohlengewinnung die G e st e h u n g s k o st e n g e s e n k t werden konnten, ist nicht erwiesen. Sicher aber haben viele Tausende von Bergarbeitern der genommenen Entwicklung ihre Existenz zum Opfer bringen müssen. Ileinridr LöfTler. Die Schlichtuagsverhandlungen für den rheinisch. westfälischen Kichlenbergbau sind bis auf weiteres vertagt worden. Schafft Bauarbeit! Ein Aoisthrei der arbeitslosen Berliner Bauarbeiter. In keinem Jahr der Nachkriegszeit ist die Bauarbeiterschaft so stark von der Arbeitslosigkeit gegeißelt worden, wie in dicsesir Jahr. Noch nie hat es eine Zeit gegeben, wo im September über 70 Pro- zent der Bauarbeiter arbeitslos sind, sie die Hände unfreiwillig in den Schoß legen muhten. Es war daher durchaus begreiflich, daß in der außerordentlichen Generalversammlung der Berliner Bauarbeiter am Montag in Kliems Festsälen eine sehr scharfe Sprache geführt wurde über das heutige Wirtschaftssystem, das nicht imstande ist, sich selbst aus der Umklammerung der Krise zu befreien. Das Bild, das der Vorsitzende der Baugewertschast Berlin, Gc- nosse E b e r t, von der Lage auf dem Berliner Baumarkt entwarf, war mehr als trostlos. Im vorigen Jahr wurden in Berlin 43 667 Wohnungen fertiggestellt, davon 40 625 mit Hilfe von Haus- zinssteuermitteln. Zu Anfang dieses Jahres waren nur noch etwa 20 000 Wohnungen in Arbeit, von denen bis zum 31. August bereits 17 715 fertiggestellt waren. In wenigen Wochen wird im Berliner Wohnungsbau nicht mehr ein einziger Ziegelstein vermauert werden, die Berliner Bauarbeiterschaft restlos zum Feiern verurteilt sein. 228 000 Wohnungssuchende werden weiter vergeblich aus die Zu- welsnng einer Wohnung warten, während die Bauarbeiter ihre Hände in die Taschen stecken müssen. Die Finanznot der Stadt Berlin vergrößert noch das Elend der Bauarbeiterschaft. Im Jahre 1927 hatte die Stadt Verlin noch 40!-- Millionen Mark für den städtischen Hochbau in ihren Etat eingestellt, 1930 waren es immerhin n o ch f a st 2 7 M i l- lionen Mark, in diesem Jahre jedoch nur noch 2,3 Mit- 1 i o n e n Mark, die außerdem noch gesperrt sind. Für laufende Reparaturen an städtischen Gebäuden standen im Etat der Stadt Berlin des Jahres 1928 nach fast 16 Millionen Mark zur Vcr- fügung, im vorigen Jahr nur noch 11 Millionen Mark, in diesem Jahr dagegen kaum 5 Millionen Mark. Der Tiefbau ist dabei noch gar nicht in Rechnung gestellt. Wohin man auch blickt, nirgends zeigt sich auf dem Baumarkt ein Lichtschimmer. Angesichts der Verzweiflungsstimmung in der Bau- arbeiterschaft richtet die Organisation an alle maßgebenden stellen die Warnung, schnellstens Arbeitsmöglichkciten für den Baumarkt zu erschließen. Nach einer regen Aussprache, in der d i e k o m m u n i st i s ch e n Berwirrungsmethoden auf das schärfste verur- teilt wurden, nahm die von etwa 300 Funktionären besuchte Versammlung einstimmig eine Entschließung an, in der vom Hauptvorstand des Baugewerksbnndes und vom ADGB. gefordert wird, bei der Neichsregicrung noch energischer als bisher wegen der Arbeitsbeschaffung für das Baugewerbe vorstellig zu werden. In der Entschließung heißt es weiter: »Die Bauorbeiter fordern die Aufrechterhaltung der Hauszins- stcuer und die Bereitstellung derselben für die gesamte Bauwirt- schast, sowie die Abänderung der Notoerordnung vom 1. Dezember 1930 mit ihren einschränkenden Bestimmungen, die zur„freien", heute aber ganz unmöglichen Bauwirtschaft führen soll. Mehr als 50 Prozent der Berliner Bauarbeiter konirten in diesem Jahr noch nicht einen einzigen Tag arbeiten; der größte Prozentsatz von ihnen ist schon länger als ein Jahr arbeitslos und muß mit ungerecht verkürzter Arbeitslosenunterstützung und als Wohlfahrtscmpfänger ein kümmerliches Dasein fristen. Diese notleidenden Bauarbeiter erinnern an den seinerzeit staatsrettcndcn Gedanken:„Nur Arbeit kann uns retten" und rufen deshalb allen Verantwortlichen zu: Schafft B a u a r b c i t!" Arbeitszeitskandal bei Nordwest Verhandlungen vertagt.- Man wartet auf die Regierung. In Essen begannen am Dienstag die Verhandlungen in der Arbeitszeilfragc für die Gruppe Nordwest. Die Gewerkschaften forderten ein« Arbeitszeitverkürzung aus wöchentlich 48 Stunden für die hülleninduslrie und auf 40 Stunden für die weikerverarbeitende Industrie. Nach Z'2stündiger Dauer wurden die Verhandlungen abgebrochen und auf den 28. September vcrlagl, weil man die Entwicklung der wirkschafllichen Lag« und die Maßnahmen der Reichsregierung abwarten will.(Und die Reichsregierung wartet auf das Ergebnis der Verhandlungen.) Die Bcrgbou-A.-G. Lothringen entläßt auf der Zeche Präsident in Bochum 300 Arbeiter. Die klöckner-werke entlassen aus der Zeche Zkern I/II 350 Arbeiter und 15 Angestellte. 40-Giundenwoche in GpN.-Beirieben. Ein Beispiel für andere. Seit längerer Zeit sind Verhandlungen im Gange, um in den Druckereien, dm der Sozialdemokratischen Partei gehören, d i e 40-Stllndenwoche durchzuführen. Bis jetzt ist es ge- lungen, in 30 Partcidruckercien die 40-Stundenwoche, in einer die 4l-Stundenwoche, in neun die 42-Stundcnwache durchzuführen. In den anderen Druckereien der Partei schweben die Verhandlungen noch; es ist zu hoffen, daß es auch hier bald zur Durchführung der 40-Stundcnwoche kommt. Bereits durchgeführt ist die 40-Stiindenwochc in den Druckereien der Partei in folgenden Städten: Aschaffenburg. Bergedorf, Bernburg, Bochum. Coburg. Cottbus, Darmstadt, Dessau, Düsseldorf, Essen, Gelsentirchen, Halle, Hameln, Hamm, Hildesheim, Hindenburg, Hof, Jena, Kassel, Landsbcrg, Liegnitz, Löbau, Lübeck, Magdeburg, Mannheim, Oberstein, Plauen, Suhl, Trier, Waldenburg. Die 41-Stundenwoche besteht in Breslau. 42 Stunden wird gearbeitet in Altenburg, Brandenburg a. d. H., Elbing, Frankfurt (Oder), Freiburg, Hannover, Mainz, Rostock, Zwickau. Durch diese Arbeitszeitverkürzung ist es gelungen, sonst unner- ineidliche Entlassungen zu verhindern und darüber hinaus Neuein st cllungen vorzunehmen. Wann werden sich die privatkapitalistischen Unternehmungen zu einer derartigen Rege- lung aufschwingen, statt rücksichtslos Entlassungen vorzunehmen. Von den k o m in u n i st i s ch e n Druckereien wollen wir schon gar nicht reden. Dort denkt man so wenig an eine Verkürzung der Arbeitszeit, daß sogar wöchentlich 6 U e bc r st u n d e n gemacht werden, und zwar werden die 6 Ueberstundcn ohne jede Be- Zahlung geleistet. Von den anderen verlangt die KPD. die 40>Stundenwoche m i t vollem Lohnausgleich. Im eigenen Laden diktiert sie Ueberstundcn ohne jede Bezahlung. Wie lange wer- den sich die kommunistischen Arbeiter diese brutale Verhöhnung noch gefallen lassen? Beigelegter Tariskonfiitt. Schiedsspruch für die MagistraiSangestellken angenommen. Mit dem Schiedsspruch im Tarifkonflikt der Angestellten der Stadt Berlin beschäftigte sich gestern in den Sophien- sälen eine vom ZdA. einberufene Dolloersaminlung der Berliner Mogsstrotsangestellten. Der Konflikt ist, wie von uns bereits berichtet, dadurch ciN- standen, daß der kommunale Arbeitgsberverband Berlin den van ihm zmn 30. September gekündigten Angestelltentarif viel mehr verschlechtern wollte, als der Stadt Berlin durch die Not- Verordnung vom 5. Juni und die Beanstandung der Berliner Beaintcnbcsotdung zwingend vorgeschrieben worden ist. So forderte die Stadt Berlin eine weitgehende Verschlechterung der Tarifbestim- mungen über die Anrechnung der Dicnstjahr« der Magistratsange- stellten vor ihrer Tätigkeit bei der Stadt Berlin, ivas einem neuen Gehaltsabbau um 1V bis 60 M. pro Monat gleichgekommen wäre. Weiter sollten die kurzfristig beschäftigten Angestellten, hie bei der Aufstellung von Wahllisten, bei Volksentscheiden usw. eingestellt werden müssen, erheblich geringer bezahlt werden als bisher. Hinzu kamen noch eine Unmenge anderer Vcrschlechterungsanträge. Die Bcrhandlungen mit dem Kmmnunalen Arbcitgcbervcrbond Berlin führten zu keiner Verständigung, so daß sie vor dem Schlich- tungsausfchuß sortgcsetzt werden mußten. Der Schlichtung sausschich fällte am Freitag voriger Woche einen einstimmigen Schiedsspruch, der im wesentlichen folgendes besagt: Die vom Kommunalen Arbeit- geberoerband Berlin beantragten Berschlechtemngen treten nur für die Angestellten in Kraft, die nach dem 1. Oktober dieses Jahres von der Stadt Berlin angestellt werden. Für alle zur Zeit bcjchäft tigten Angestellten bleibt es bei den bisherigen Gehalts- und Tarifbestimmungen. Die alten Gehalts- und Tarisbestimimmgen sollen auch für die Angestellten gelten, die jetzt bei der Stadt Berlin beschäftigt sind, in der nächsten Zeit entlassen, innerhalb ooi» sechs Monaten nach ihrer Entlassung von der Stadt Berlin aber wieder eingestellt weiden. Da dieser Schiedsspruch zwar kein voller, aber inunechin ein ansehnlicher Erfolg der Verhandwngstaktik der Unterhändler des ZdA. ist, empfahl Genosse Zeitz vom ZdA. der Bollversamn'.lung, den Schiedsspruch anzunehmen. JDie Versammlung stimmte dieser Empfehlung auch gegen vier Stimmen zu. Da auch der Kommunale Arbeitgeberverband Berlin den Schiedsspruch des Schlichtungsausschusies angenommen hat, ist der Tarsskonflikt nun- mehr endgültig beigelegt. Der neu« Tarifvertrag gilt bis zum 31. März 1932._ Erfolg des Textilarbeiterverbandes. Niederlage der RGO., Selbe» vnd Ehristlichen. Der Deutsche Textilarbciterverband erzielte bei der Betriebsratswahl in der zum Nordwollekonzern gehörenden Kammgarnspinnerei Delmenhorst, die die Lohusen als gelbe Hochburg auszubauen sich bemühten, einen starken Erfolg. Gelbe, Christen und die kommunistische RGO. kämpften gemeinsam gegen die freien Gewerkschaften. Der Erfolg ist ausgeblieben. Bon den 14 Sitzen im Arbeiter- rot erhielt der Deutsche Textilarbeiterverband 11 Sitze. Auf die Gelben, Christen und Kommunisten entfiel je ein Sitz. Im Betriebsrat wird der Deutsche Textilarbeiter- verband mit 10 Mandaten vertreten sein. Christen, Gelbe und Koirmmnisten stellen je einen Vertreter. Auf den Deutschen Textilarbciterverband entfielen 878 Stimmen, auf die Gelben 114, die Christen 192 und auf die Kommunisten 88 Stimmen. Hätte die REO. keine Liste eingereicht, dann wären nur Vertreter des Deutschen Tcxtilarbciterocrbandcs gewählt worden. Es fehlten dem Deutschen Textilarbeiteroerband nur drei Stimmen— und die Kommunisten wären leer ausgegangen. SPD.-V«tricb«l>»l0»n beim ?om>erstaa, A Uhr, Loknl Will. Versammlung,-llcfcrcnt Ecrwsse Ernst uiti-iO-Stirn!k n-Wv che". »Freie Gewerkschafts-Zugend Berlin t! Seilte nitt 19' j Uhr tagen die Gruppen: Baumschul-nweg: Jugendheim Baumschnlenweg. Ernststr. IS. Unt-rhaltungsabend.— Wethens«: Gruppe nheim Weißcirsce, Partstr. 3«. Lichtbildervortrag:»Die Bvur- geoisie in der Karikatur.— Nordring: Schule Eonnendurgcr Str. 20.„FGJ. und ADGB."— Tegel: Jugendheim Tegel, SchSneberger Str. 4 serst tun 30 Uhr). Wir lesen aus dem Buch»Bub und Mädel" von Dr. Mar Sodann.— Siidmeste»: Jugendheim Aorchstr. 11 sgabrikgebinide). LSns»Ad«ich.— Zlua- Hafen: Gruppenheim sftnghasenstr.«j iU-Bahnhaf Boddinsirahe). Wir machen halbechalbe: Links die Burschen— rechts die Madchen.— Neukölln: ZugenS- heim Neukölln. Bergstr. 29«inen weiteren Verlust von 0,2 Millionen Mark gebracht, so daß sich der G e sa in t v« r lu st auf 0,4ä Millionen Mark erhöht hat. Das Aktienkapital von 4 Millionen Mark ist bis- her nur zu SO Proz. eingezahlt. Die Schulden(einschließlich der an die Pariser Muttergcsellschaft) haben sich von g,Z auf 10,2 Millionen Mark erhöht: aber auch die Forderungen und flüssigen Wittel sind gestiegen, von 3,7 auf 4,4 Millionen Mark. Entsprechend dem schlechten Absatz erhöhte sich der Wert des Warenlagers von 4,3 auf 4,6 Millionen Mark. Gleichwohl ist die Verwaltung ziemlich zu- versichtlich: der Absatz habe sich im laufenden Jahre ungefähr ge- halten, und durch die Ausnahme der Lastwagenproduktion seien neu« Absatzmöglichkeiten geschossen worden. wird die Waggonfabrik Uerdingen stillgelegt? Die Waggon- fabrik A.-G., Uerdingen(Niedcrrhcin), wollte zum f. Oktober stillegen. Noch im vorigen Geschästssahr, das am 30. September 1930 endete, wurde bei einem Kapital von 3,6 Mill. Mark ein Umsatz von 11,76 Mill. Mark erzielt, so daß 10 Prvz. Dividende verteilt werden konnten. Da eine Stillegung die Stadt Uerdingen stark belasten würde, hat die Stadtverwaltung mit dem Reichsverkehrsministerium und mit der Reichsbahn Ber- Handlungen geführt. Man Ist der Hoffnung, daß die Reichsbahn an die Waggonindustrie bald einen größeren Austrag erteilen wird. Man glaubt daher, daß die Entlassung der Belegschaft nur vorübergehend sein wird, wenn auch eine Bctricbseinschränkung nicht zu vermeiden sei. Etwas Sparsameres als D gibt es wirklich nicht! Schon ein Teelöffel voll genügt für eine normale Aufwasch- und Spülschüssel! 0 ist im Gebrauch über die Maßen hillig! N * für Geschirr und alles erat> a�/sioi Staats Thealer Staalsoper Unter den Unden. Mittwoch, den 23. September 19'/» Uhr. Ende gegen 23 Uhr. Carmen SfaaiLSdmispidliaus CmUmnoirkt Anfang 20 Uhr Die natarllche T oditer Sdiiller-Uieater Curlntlnburj. Anfang 20 Uhr MC üeiral Barbaroua 6256 Tigl. 6 u. 81/2 U. THE 22 INCENUES HUDSON- WONDER8 um) da» grast Sapt-Programm Theater am Nollendorfplatz Täglich Uhr Soinrtig nadim.( Ohr Max Adalbert in: Der beschleunigte Personenzug SotdIin csdim. bilbt Pnisi von u.25 M. an 8.15 Ubr Flora 3434 budioa eilaubt Die Sechs von der Siaalaepcr. Cortlnis Dollartegen. Salerno. 12 Bratanoa. Rboenrad-Sens tsr., sv, uhr CASINÖ-THEA lER»1/, vh. Lothringer Strafe 37. nnminiininiiuiiiiimimiimiiniiiiuiiiiiiniiiiiiiiiiiimmiiiiiiii Sie lachen Tranen H*ltl über die tolle Posse Dodo, das bttentliche Aergernis LICHT Berlin• Gesundbrunnen Ali D'nostog. 2t Soot. bit Moitig. 21. Sept. Dtriso: Latbei nrlrtibl alle Sergej! bOhne» iHchlburg-Orchcsttr u. Ltg. v. P.Hensel Oer Variel&cU bringt 4 Welt- Attraktionen Tribollo& Smiles Klsmet Sisters& Oscar Will T. Karr Barnhard Bernhardi Hnnioriat FILMTEIL Der neneate Erfolg! Deutschlands besteKomiker vereint in einem Tonfilm i Max Adalbert, Henry Bender, Paul HSrbUer, P. Wesuriuder, Eugen Rex, Paul Heidemann, Hansl Arnstadt, Herrn. Plcba, Oustl Stark- tistettenbauer Die fidele SSnoerfahrt Regie: Carl Heina Wolff Ferner: Beiprogramm. Foztbnende Wochenschau Beginn der Voratelkwgen i Wochentags 4, SVi u. SV, Uhr, Sonntag 3, S'fc, SV, Uhr. Preise der Plätae. Im Parkatt und Rang 0.80 bis IJ50 M. Balkon und Logen 2,00 M, 2J0 M. Sonntag 3 Uhr Einheitspreis. Parkett u Bang 80 Pf, Balkon u Loge 1,20 M. Vorverkauf ablt Uhr ununterbrochen f. 7Tage voraus. Tele Humboldt 1036-37 RENNEN HOPPEGARTpN Heute 23b Sfipta 3 Uhr Palestro-Rennen. Dazu das neue bunte Progr.! Gutschein 1-4 Personen. Parkett nur 50 Pf. Fauteull 1— Mark. Sessel ILO Mark . G KeskMj Berlins Theator desWestens ab heulaSV, Uhr bis inklusive Sonnt 5 IbubiBlniinttllDDgeo Richard Tauber in„Dsb I,and des liÄchelns" Komiscna oper SV» Uhr Thron zu vergeben Operette v.Neidhan Musik v. Witmann Leux, Elster, Lilien. Preise: 0,50-7.- M Inserate tm Qß Vorwärts sichern Lrfolgi 8iSlU.vper LharloNenburg gismarcksitaSe 34 Mittwoch, den 23. 9 Turnus I Anfang 19V» Uhr Die Hochzeit des Hdaro Ende 22,it3 Uhr voiKsbflhiie IbulH an BUiowplalz 8 Uhr Kebeneinander VolkulU Ii 5 Aidu m Ceotg Isiser Unit: 1. 1. Barlm. ineiropoi-Tiieaier Täglich SV. Uhr Sonntags 4 u. SV, U dit neue Püil-IUmbam Opertlte Die Blume von Hawai Preise m 1.— K. jil Theater im AdmlralsDalast Täglich SV« Uhr Die Dnbarry mit Gitta Aipar Preise v. 0.50 M an I wliiü-T&tatei Dir. Dr. Robert Klein Tri.: Viideuiuiti MiS. SV« Uhr Junge Liebs. Mosheim, Brausewstter, Haack, Homolka. Am Sonnabtnb, bera 19. Stpteraber; 11 V, Uhr, emfdiltef plötzlich und un- «raartet nach kurzem Äranfenlagct ber Ttichlermetster, Genofle Meksrd NsIMer im SO. Lcbens|ahre. Im Namen ber trauernden Hinter- bliebenen Berlin O 34, Sricbenftr. 69. Klara Halluer, geb. KrGger. Die Trauerfeicr findet am Freitag, dem 25. September, 13 V, Uhr. im Ztreinaiorium Banmschuienweg stau. lltiikiliss»eliillZkdeises'lMvll VervaltongHoieNe Berlin KseKriir Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unsere Kollegin, die Ardeiiertu Ltsa Deliga geb. 4. Oktober 1889, am 12. September gestorben ist. Ehre ihre« Andenken! Die Beerdigung hat bereits stalt- gesunden. Die OrtsvcrwalhmsJ. Refchshallen-Theoter Und; 8 Uhr. Sonntag oadumltig 3*/, Ito B p i 1 1 o n SO Jahno Stettiner Sänger Nachmittags halbe Preise. Areitag. den 26. September, notchra. ä'/j Ahr, Im Lokal oon Schutz, StoHschreiberstrasje 5 Versammlung aller Graveor- and Zlselear- leürllnfie Tagesordnung: L Boitrag des Kollegen H. tz e 1 1 w i g! stder.Biirgerkunde-'. 2. Brancheuangeiezenheltcti. Vollzähliges Erscheinen erwarte! Die OrlsverwaUtiDg. Wir sind von einem schweren Verlust betroffen. Am Sonntag, dem 20. September, abends TU Uhr, verschied nach kurzem, schwerem Leiden, an den Folgen einer Blind- darmoperation, unser Prokurist, Herr Curt Laaser im Alter von 33 Jahren. Wir verlieren in Herrn Laaser einen ungemein tüchtigen, weit über seine Jahre hinaus reifen Mitarbeiter. Er erfreute sich nicht nur bei seiner Kollegenschaft im Werk, sondern vor allem auch im Reich durch sein immer freundliches, ausgleichendes Wesen ungewöhnlicher Beliebtheit Mit uns werden viele seiner Freunde um ihn trauern. Lindcar-Fahrradwerke Aktiengesellschaft Berlin-Lichtenrade Die Gcschäftsleiiung, Angestellten- u. Arbeitsreehaft Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 23. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Lichtenrader Friedhofes, Kaiserstraße, aus statt. Fahrgelegenheit ab Potsdamer Ringbahnhof bis Bhf. Lichtenrade, oder Straßenbahn-Linie 99 bis Lichtenrade, Kaiserstraße. Deatsdiet Theater 8 Uhr von Schiller Regie; Mn ReinM i st»«« ivoehc: 91 Rose Bernd Traute Rose in der Titelrolle Miftwoch. Sonnabend». Sonntag 6 und 9 Uhr An allen andern Tagen 8» Uhr. Preise; O.SO-H.OO <4reBe Frankfurter Straße 1 ZZ Vorverkauf Täglich 11—1 und 3-9 U. E 7, 3422. I Karlörstenfiarcm Thealcr Bismarck 448749 SV, Uhr Die schöne Helena «on lo cques affsniMdi Hegte; Müx Reinhard!. Charloltenstr. 90-92. Dönh. 625-626. Gruppe.juuicer SrliHnaplcicr Heute SV« Uhr tod Valentin Ratajew. Preise 0.50 bis 4.— Garderobe, Piogramm o.xo M. Volksbühne E.V. 1. Tanzmatinee 1931/32 Sonntag, den 27. September, vorm. IlVa Uhr, im Theater am BUlowplatz Harald Rreutzberg- Yvonne Georgi Am Flügel: Friedrich Wilckens Pl.Ukartan(»geh fflr Nlchtmitglieder dar VolkSbOhn») zum 1.90 M, 2.— M. und a- M. bei TluU, Wurthulm. Botu titeine Anzeigest wirkungsvoll und billig. J UbsrsehfMuwort 15 PI., Texturert 1Z H./ W icdc rhe lu n gtro b ot t: 10 mal 5*. 20 mal odar 1000 Wort» Abs«hlun 10«, 2QOO Wort« 15«, 4000 Wertu 20H ---- l'SFtwTugrwort IQ M. Br.nol.fna dureh daw Varfag, Uwdawilr. 3(■»9 bis 5 Uhr), und aömtlUh« Vorwtm Vlltalun u. Au»9®baUWIer4 r uerKSuie 3 ginkwaschzob», Ünfwaunen, sehr alllg. Scmmlcr u. Bl«nberS mw Sinbcnfttagc 71—72. Schrckb. tische!t0,—, Ststhle 3,—, Nrgalc 10.— an, im.Hofspeicher. Gleilee. Aieronderulaft. Mödeltatalog Nr. 33 atatis SKlcnaoinitu», neu. fünfteilig, per kauft Obst. Neu koll», Emserstr. 93. ngtzmszetzlaea INUS!»- laalkiimenla Scrrcnfimmee 200,—, Klubtische 16j0. Riesenaus» wahl. TeUzablung Kmnerling. Kassa. nienallee 56. Patentmalragen .ftStimirfima*, Me. tallbctlen Sutleae. Matratzen. Cbaile. lonaues Waller Stargarderstrafie achtzebn. KeinLaden Vlutu. Wurthulm. aowiu un der Thuaturfcuuuu Preise von und Beck t���ado�drwQiQdeidOdQdOdQdaiodQdCdtw�caoaMoW Retallbeitstellen, Patentmatratzen. fl Auflegematratzen, Fabrikpreise. Me. tallbettstellcnfabrik SulAmoeklitr. 53. «»schchtsschiuft > 5 Uhr. Linkpiano,. Mietpia nos Über. aus preiswert. Vianokabrik Link. Brunnenstrafte 35' Riesenlager. Bechsteinpiano, MiUbnerpiano. Ibachpiano. Lchwechtenpianos. Blesepiano. Dun- scnpiano. Salon- uianos 173.—. 275,- an. Markepflügel 490.— an. gebrauch- te. Abendrolh.Bats. damcrstrafte 74» Kaffakanser. Kunstspierpiauos. StutzsNgcl. fast neu. billig zu ver- kaufen. Graft» aranksurtericrafteöo, Hol Patten*. Gebrauchte Nii f> Maschine», fümtlid)» Snftem«. Wochen rate 1 M. Neue 2 M- Liefe rung sosart. Post forte genügt, sslan ter, Nähmaschinen. geschZst, Nichihölcn. strafte 24. König stobt 7792, | Fanrraiigr J Gebrauchte Kadrräber. 15,—, 20,- 25.— 30,—. Machnow Weinmeistcrstr. 14 Uabriknen« Rabr. räber. 38�—, 39.— 45- Machnow. Wcin- meisterftrafte 14 Ballonräber wegen porgeächritie. ner Saison piel bil. liger. Ballonräber jetzt 45.-. 5.5,— 85,—, Ballonräber Marke Brennador. 7»,—, Ballonräber. Marke Stern. 75.—. Sä�-. Original Ar. «ma• Ballonräber jetzt ftö,—. iUv-, 127,—. Machnow Wcintnelflerstr. 14.• Zeitnngistanb. möglichst Scusflut. sofort geswcht. Offerten unter