10 Pf. 7!r. 450 B 225 48. Jahrgang BERLIN Freitag 2S.September 1931 Erfch eint täglich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe de«.VorwSrtS'. Bejugsprei« beide Au§gaben8i, Pf. proWoche, 8,soM. pro Monae. Redaktion und Expedition: BerlinSWes.Lindengr.S Fernsprecher: Dönhoff(.A 7) 292—297 Sfialaubgaße xkl„l/bwwdl Anzetgeaprei«: Die einspaltige Nonpareillcjeil« S0 Pf., Reklamezeile s M. Crmäßigunaen nach Tari«. Poßscheckkonto: Worwckrtt-Verlag G. m. b. H.. Berlin Nr. S? ss«.— Der Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht aenebmer Anieiaen vor! Arbeiter fordern Arbeit! Gewerkschaftliche Kundgebung: Nicht Pessimismus, sondem Tatwitte! Der Allgemeine Deutsehe Gewerkschnftsbund und der AsA-Buud nerhmen heute vormittag in einer großen Kundgebung im ehemaligen Herrenhaus Stellung zu der katastrophalen Zuspitzung der Wirtschaftskrise. In der Kundgebung kam als einheitliche Fordevung der Spitzengewerkschaften und ihrer Verbände zum Ausdruck daS Verlangen an die verantwortlichen Stellen, sofort, mit der Bekämpfung des öden WirtschaftS» Pessimismus zu beginnen. Zur Arbeitslosigkeit und Arbeitsbeschaffung sprach als erster Redner Franz Spliedt vom Vorstand des ADGB. Spliedt wies einleitend auf den geradezu verheerenden Zustand hin. den die Arbeitslosigkeit bei den Gewerkschaften jetzt bereits vor dem Winter angenommen hat. Ende August waren nur noch 45 Proz. aller Gewerkschaftsmitglieder voll beschäftigt, 21 Proz. waren Kurzarbeiter und mehr als ein Drittel— 31,1 Proz.— voll arbeitslos. Die lange Dauer der Arbeitslosigkeit kommt darin zum Ausdruck, daß von den insgesamt 4,2 Millionen Menschen 1,1 Mit» lione» als Kr.isenunt er stützte über ein halbes Jahr er- beitslos und 1,4 Millionen als Wohlfohrtsunterstiitzte nuudeftens 1 bis 1� Jahr ohne Arbeit sind. Es gibt aber heute bereits Hundert- tausend«, die seit zwei Jahren von jeder Arbeit aus» geschlossen such. Di« Unterstützung der Arbeitslosen hat im Laufe des letzten Jahres ganz ungeheuerliche Verschlechterungen erfahren. Der versichert« Arbeitslose erhielt einschließlich des Krankenkasienbeitrages im Jahresdurchschnitt: 1923 monatlich.. 18,30 M. 1930„.. 75,11„ 1. Quartal 1931„.. 68,25„ noch der Juni-Verordnung 1931„.. 58,—„ Man muß der Regierung mit allem Ernst zurufen, daß es s o nicht weiter geht, wenn man nicht Gefahr laufen will, das werwollste Wirtschaftsgut, Millionen arbeitssreudigcr deutscher Menschen gänzlich kaputt gehen zu lassen. Die Gewerkschaften wissen, daß es kein Zaubermlttel und kein Wunder zur Ueberwindung der Weltkrise gibt. Um so eher müssen alle Möglichkeiten zur Arbeitsbeschaffung ausgenutzt werden. Seit langen Monaten liegen viele Arbeitsmöglichkeiten brach, weil die verantwortlichen Stellen nicht die Energie aufbringen, alles auf die eine Frage der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit einzu- stellen. Sparen kann weife fein. Ein« Sparpolitik aber, wie sie gegenwärtig betrieben wird, kann für den schon geschwächten Wirtschaftskörper tödliche Folgen haben. Von der Der- walwngsreform, die ganz erhebliche, Beträge einsparen würde, hört man nichts, und die wirtschaftlich längst überholte Vielftaaterei und Jnstanzenwirrnis bleiben weiter bestehen. Eine unerträglich« Verschwendung sind die direkten und indirekten Subven- tionen an die Landwirtschaft. Diese tosten zusammen mit dem übersteigerten Zollschutz jährlich rund 3 Milliarden Mark, also nicht mehr und nicht weniger als die Erhaltung des Millionen- Heeres der Erwerbslosen in schwerster Krise. Anstatt alle Mittel zur Erhaltung der Kauskrast einzusetzen, setzt eine unsinnige Lohn- Politik die Zerstörung der Kaufkraft des deutschen Arbeitnehmers immer weiter fort Die Gewerkschaften rufen der Regierung zu: Schluß mil dem Lohnabbau! keine weitere Senkung der Reallöhne! In der Kartellpolitik muß die Regierung sich endlich entschließen, den Standpunkt der einseitig orientierten Interessenpolitik preis- zugeben. Auch in der Frage der 40-Stunden-Woch« hat sich das Kabinett durch den Widerstand der Arbeitgeberverbände von einer rücksichtslosen Ausnutzung der in der Iuni-Rotverordnung gegebenen Möglichkeiten abschrecken lasten. Die Gewerkschaften sehen die Si- tuation sehr ernst an, sie wenden sich aber mit aller Energie gegen den z e r st ö r e r i s ch e n Pessimismus und fordern gegenüber dem tatenlosen Zuwarten Aktivität auf ollen wirtschaftlichen Gebieten. Danach ergriff Nikolaus Vernharsd, Borsitzender des Charbin wird nicht besetzt Zapanregierung für ieilweise Räumung Schanghai über Paris. 25. September. Die vier einflußreichsten japanischen Minister, näm» lich Katfnki. Shidehara. General Minami und Finanz- minister Jnouye, haben beschlossen, daß Japan seine Stellungnahme im mandschurischen Konflikt den Mächten in einer Note auseinandersetzen werde. Weiter wurde erwogen, die japanischen(Einwohner h Harbins nach Xschangtschun zn schaffen, falls sich die Lage in Charbin verschärfen sollte. Japan würde jedoch in diesem Falle die v st chinesische Eisenbahn nicht besetzen und. sudald die Ordnung wiederhergestellt fein werde. Kirin räumen. Oer lokalisierte Raubzug. Japans Antwort an den Völkerbund. Gens, 26. September.(Eigenbericht.) In der japanischen Antwort an den Völkerbund heißt es, daß Japan sofort nach dem Ausbruch des Konflikts entschlossen war, ihn zu lokalisieren. Japan widersetze sich nicht— einem Meinungsaustausch zwischen dem Völkerbund und den Der- tretern Japans und Chinas in Genf, aber es lege diese Besprechun- gen als ein Mittel aus, die beste Lösung zu finden, die die Zurück- ziehung der Truppen aus die von ihnen früher besetzten Stellungen erlaubt, ohne daß dadurch die Sicherheit der Japaner in der Mandschurei gefährdet wird. Außerdem dürsten sich die Bs- sprechungen nicht mit der diplomatischen Regelung der Angelegen- hcit beschäftigen, die Japan mit China allein vornehmen wolle. Da jedoch die japanischen Truppen im Begriffe seien, nach ihren früheren Posten zurückzukehren, sei die japanische Regierung fest davon überzeugt, daß der ganze Meinungsaustausch nutzlos sei. Die chinesische Antwort billigt die Vorschläge des Völler- bundes apf sofortige Zurückziehung der Truppen aus China und macht darauf aufmerksam, daß China niemals eine aggressive chal- tung eingenommen, noch andere als chinesische Gebiete besetzt habe. China spricht die Hoffnung aus, daß der Völkerbund seine Ler- mittlertätigkeit fortsetzen wird und erklärt sich bereit, die V e r- antwortung für den Schutz der Ausländer nach dem Rückzug der japanischen Truppen zu übernehmen. Deutschen Bougewerksbundes, das Wort. Die Krise hat, wie Bern- hard eingangs ausführte, auf dem Arbeitsmarkt der Bauarbeiter besonders starke Verheerungen angerichtet. Ende August waren s a st z w e i D r i t t e l der organi- sierten Bauorbeiter erwerbslos, und man muß fürchten, daß bis Dezember die Vollerwcrbslosigkeit allgemein auf 75 Prozent steigt und in einzelnen Bezirken ein völliges Absterben des Vau- arbeilermarkte» eintritt. Heute schon sind in Westfalen 82 Prozent und im Rheinland 74 Prozent brotlos. Allein in den letzten Wochen sind massenhaft.große öffentliche Bauten unl�wirtschostlich wertvolle Privatbauten eingestellt worden Völkerbund! « * Laß die nicht ans dem Dach herumtanzen! Einzelne Städte erklären, daß sie auf Jahre hinaus keinen Bau- auftrag vergeben können. Grundfalsch ist es, von einem nicht mehr bestehenden Wohnungswangel zu reden. Es fehlen mindestens noch 550 000 bis 600 000 Wohnungen und gerade bei den Klein- wohnungen hat die Ueberbelegung erschreckende Formen an» genoimnen. Wo bleiben die R e p a r a t u r a r b e i t e n des Haus» besitzcs, der zu diesem Zweck 1,25 Milliarden von der Reichs- regierung erhalten hat? Diese Subventionen haben die Hausbesitzer nicht dazu verwendet, um durch die Reparaturarbeiten 250 000 Bauarbeitern Brot zu geben, sondern zur Steigerung ihrer Lebenshaltung verbraucht. Hier muß die Regierung mit einer Notverordnung eingreifen. Hunderttausende seiern im Baugewerbe und aus der anderen Seile türmen sich die Vorräte an�Bauslosfen zu Bergen, versaull das Rüstzeug und verrosten die Maschinen. Die Verzweiflung bei der Bauarbeiterschaft hat Formen an- genommen, über die die Gewerkschaftsführer die Regierung nicht nn Unklaren lasten dürfen. Die Einstellung zum Staat und zur Ge- lellschaft ist auf ein Minimum herabgedrückt, und die Mast« der Erwerbslosen nähert sich bedenklich dem Standpunkt, daß sie nichts zu verlieren habe als ihre Ketten. Danach sprach Ministerialdirektor Meyer vom Prenßischen Wohlfahrtsministerium über die Beseitigung der.Hauszinssteuer. Wie der Redner darlegte, macht eine Beseitigung dieser Steuer eine erträglich« Wohnungswirtschaft unmöglich. Die Behauptungen, der Hausbcsitz sei infolg« der Hauszinssteuer am Zusammenbrechen, sind absolut falsch. Es werden über die Höhe der Hauszmssteuer bewußt unrichtige Angaben in der Oeffentlichkeit verbreitet. Die Steuer beträgt nicht 48 Prozent, sondern 16 bis 48 Prozent der Friedensmiete. Eine Reform der Hauszinssteuer wird auch von ihren Anhängern dringend befürwortet. Die beste Lösung stellt ein« ablösbare Rente dar, deren Ertrag sich auf der Höhe der bisherigen Steuereinkünfte halten müste. In den nächsten Jahren werde» Hauszinssteuermittel dringend benötigt. Der Wohnungsfehl- bedarf in Deutschland ist trotz des L-erstehens vieler Häuser nach wie vor groß. Soll der Fehlbedars und der laufend« Neubedars befriedigt werden, müßten in Preußen auf ein Jahrzehnt jöhrllch 180 000 Klein- und Kleinstwohnungen hergestellt werde». Als letzter Redner sprach Staatssekretär Krüger vom Preußi- scheu Landwirtschoftsministerium über die Möglichkeiten der Siedlung. Wie der Redner ausführt«, würde die deutsche Landunchchcht technisch in der Lage sein, den hohen Einsuhrüberschntz an Nahrung-- Zwickau wahrt Parteieinheit. Genosse Geydewih als Chefredakieuk suspendiert.— Aufmf zur parteitreue. Uni) Futtermitteln selbst zu erzeugen. Hier liegen also Möglichkeiten der Produktionssteigerung und einer Mefjrbeschüstigung von Menschen. In der Landwirtschaft sind allerdings einschneidende Be- triebsänderungeil zu erwarten. Ein Teil der östlichen Großbetriebe wird kleineren Stellen und der genossenschastlichen Besiedelung Platz machen müssen. Ein« Der- billigung des Siedlungsoevrfahrens gibt die Möglichkeit, daß in stärkerem Umfange Landarbeiter Siedlerstellen erwerben. So würden auch viele infolge der Rationalisierung erwerbslos ge- wordene Landarbeiter wieder produktiv in der Landwirtschaft tätig sein können. Besonderen Nachdruck müsse man darauf legen, daß verstärkte Siedlungstätigkcit der Industrie und dem Handwerk in allererster Linie dem Baugewerbe neu» Arbeit schafft und daß die dichtere Besiedlung auch das geschäftliche Leben in den kleinen Städten anregt. Das Regicrnngsprojekt der Ansiedlung von städtischen Erwerbslosen verdiene größte Aufmerksamkeit, allerdings bieten die Pläne den Hunderttausenden Erwerbslosen keine neue Existenz, sondern nur die Gelegenheit zur Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln. Es müßte also entweder weiter für eine Unterstützung oder weiter für Arbeitsgelegenheit in der Industrie gesorgt werden. Reuer Bankzusammenbruch. Schönberger&(Et», schließt die Schalter. Die Danksirmen S. Schönberger&(To., Berlin und Amsterdam, sind, wie WIV.-Handelrdienst meldet, in Zah. lungsschwierigkeilen geraten und muhten heule ihre Schalter schließen. Als Ursachen werden die allgemeine lvirlschaslskrise, die V e r- schlechter» ng der englischen Währung und die damit verbundenen Uerluste angegeben. Die deuisch-französische Besprechung. Ihr Programm einverständlich festgestellt. Paris. 2ä. September.(Eigenbericht.) . Laval und Briand werden nach Berlin ein Memorandum mitbringen, das noch mehrfachen Verhandlungen zwischen Berlin und Paris zustand« gekommen ist. D«r erste Entwurf stammt von izrancois Poncet und seinem Kabinettschef. Der Text ist in Berlin umgearbeitet worden, aber weniger nach der Natur der zu besprechenden Fragen als nach ihrer Reihenfolge. Nachdem das «Schriftstück mehrmals zwischen Berlin und Paris hin und her ge- wandert ist, soll der«nogültige Wortlaut am Montag abend von dem . deutschen Geschäftsträger in Paris zurückgebracht worden sein. Fusion- Konfusion! Wieder einmal die bürgerliche Mitte. )n der bürgerlichen Linkspresse wird wieder einmal von Be- strebungen geraunt, die..morsch gewordene Milte* des deutschen Parteilebens z» einem neuen Gebilde zusammenzuschließen. Während vs sich aber nach der„Voss. Ztg." nur um eine„lose Fühlungnahme" handelt, bei der an eine Parteioerschmelzung oder ähnliche Maßnahmen nicht gedacht werde, sieht das ,.B. T." bereits«ine neue Partei, die„R e i chs b ü r g e r pa r t e i", entstehen, die von der Staatspartei bis zu Westarp und Treoiranus reichen soll. Elegisch fragt das genannte Blatt, ob die Anhänger der Staatspartci zum zweiten Male innerhalb vierzehn Monaten vor eine vollendete Tatsache gestellt werden sollen als bloße Objekte Visses Neuesten parteipolitischen Gründungesiebers! polizeifkandal im Osten. Spionogeabwehr-Leiter gemeingefährlich Geisteskrank. Schneidemühl. 23. September. Im Zusammenhang mit der Untersuchung gegen die Kriminakrät« Philippe und Rossumek, die beschuldigt werden, Gelder aus dem staatlichen Fonds zur Verbrechen- bekämpfung für sich verwendet und Urkunden beseitigt zu haben, ist man aus schwere Aersehlungen des Kriminal» I o in m i s s a r s W a l tz, des Leiters der Spionageebwehr- st eile, gestoßen. Den Verfehlungen des Beamten ist man ganz zufällig auf die Spur gekommen. Im Verfahren gegen die beiden Kriminalrät- Philipp! und Rossumek sollte auch Kriminalkommissar Wqltz als Zeuge verhört werden. Dabei erlitt er einen Nerven- Zusammenbruch. Di« Staatsanwaltschaft, dadurch stutzig geworden, ließ daraufhin eine Haussuchung bei Waltz vornehmen und fand eine große Anzahl Originalakten und Abschristen von Dokumenten. Gegen Waltz wurde daraufhin Haftbefehl erlassen. Wie die Iuslizpressestelle jetzt mitteilt, wird dein bei der Staats- anwaltschaft in Schneidemühl gegen Waltz schwebenden Ermiltlungs- verfahren zunächst weiter« Fortsetzung nicht gegeben werden können, da Waltz heute auf Grund eines Attestes mehrerer Aerzte als g e m e! n g« s ä h r l i ch geisteskrank in eine Heil- und Pflegeanstalt übergeführt werden mußte. Starke Schneefälle in Böhmen. Prag, 25. September. Im Erzgebirge im Sebiel des Seilberges und des plesbergc» sind lh den beiden lehleu Tagen andauernd Schnee- sälle niedergegangen. An verschiedenen Stellen beträgt die Schnee- höhe lS Zentimeter. Auf der Straße Sarlsbad-weiperl mußte wegen Schneeverwehungen der Perkehr de» Poftaulo« ein- gestellt werden. In Mähren und Schlesien sind infolge der anhaltenden Regengüsse die Flüsse in rapidem Steigen begriffen. Die Oder er- reichte einen Wasserstand von 230 Zentimeter über normal. Da die Regengüsse fortdauern, werden lokale Ueberschmemmungen be- fürchtet.— In den ostelbischen Bergen wurden heute über 40 Zentimeter Schnee gemessen Sechs Kinder hilflos verbrannt. / New Port, 25. September. Belm Brand eines Gehöftes bei Hagean(Saskatcheoan) kamen von neun Kindern, die von den Eltern unbeaufsichtigt zurückgelassen worden waren, sechs in den Flammen um. Das Gehöft ist fast vollständig niedergebrannt. 25 Sajchmirleule wurden beim Glaubenskrieg der Hindu und Mohammedaner in diesem Hochland getötet, davon 19 durch die Regierungetnippen, die selbst 90 Verwundete haben. Zwickau. 25. September.(Eigenbericht.) Der Ehefredakleur des„Sächsischen volksblalles" in Zwickau. Bcichslagsobgeordneler ZNnx S e y d e w i h, ist heule morgen von der Geschäslsleilung und der Pressekommission bis zur Klärung der zwischen Seydcwih und der Partei bestehenden Differenzen von seinem Amte entbunden worden Zm„Sächsischen Volks- blatt* veröffentlicht der zweite Vorsitzende des Bezirks Zwickau- Plauen, der Parteigenosse Kurl Müller, einen Ausruf an die Mitglieder der Partei, in dem er darauf hinweist, daß er den Genossen Seydewitz nicht schützen könne, wenn er sich mit seinen organisatorischen Sonderbestrebungen und Gründungen aus die Lahn der Parteispaltung treiben läßt. Der Aufruf fordert die Genossen aus. die bereite zutage getretenen Spollungserscheinungen mit allen Mitteln zurückzuweisen und unter allen Umständen der Partei die Treue zu hallen. Das„Sächsische Volksblatt" verweist In diesem Zusammenhang auf die wiederholte Aeußerung de» ver- storbenen Abgeordneten des Bezirks Paul£ e v i. der gesagt hat: „Mein Bedarf an Spaltungen ist gedeckt." Im heutigen Leitartikel des„Sächsischen Volksblatles" wird erklärt, daß ni c m a n d im Zwickauer Bezirk daran denke, dem Genossen Seyde- wih zu folgen, wenn er sich durch die Weigerung, sich dem Beschluß des Partelausschusses zu fügen, von der Partei trenne. Seydewitz selbst gibt eine Erklärung ab, in der er sagt. daß er sich dem Beschluß des Parleiousschusses nicht fügen werde. wenn dieser Beschluß das Verbot der„Fackel" und der„Freien verlagsgesellschasl" bedeutet. Sonderorganisatorische Bestrebungen habe er nie mit der Herausgabe der„Fackel" verbunden. Wenu es ihm unmöglich gemacht würde. Innerhalb der Porlei weiter zu wirken, so werde er an anderer Stelle im Sinne seiner politischen Auffassungen weiter wirken. In der gestrigen Ausgabe des„Lolksblatte" nahm der politische Redakteur Genosse Bernhard Düwell scharf Stellung gegen Seydewitz und den Versuch, die Entschließung des Parteiausschufsez Äs Meinungsknebelung hinzustellen. Düwell sagt u. a.: In seinem gestrigen Kommentar versucht Genosse Seydewitz, die selbstverständliche organisatorische Konse- quenz, die der Parteiausschuß gegen sonderorganisotorische Ver- suche verlangt, als einen Angriff auf die Meinung»- f r e i h e i t in der Port?! darzustellen, unter reichlichem Miß- brauch der Autorität August Bebels. Gerade August Bebel Hot den schärfsten Kampf gegen Fraktionsbildungea in der Partei geführt. Ihre Verurteilung war eines seiner Hauptmotive für sein« schroffe Stellung besonders gegen die revisionistische Be- wegung der Vorkriegszeit. Auf vielen Parteitagen der Vorkriegs- zeit ist deutlich geworden, daß August Bebel jeden Versuch der Meinungsorganisation neben Und in der Partei abge- lehnt hat, be! ebenso selbstverständlicher Anerkennung der demo- kratischen Meinungsfreiheit als Grundlage unseres Parteileben». Es sind denn auch in der Tal nicht Meinungen, die durch den Beschluß des Partei- ousschusses getroffen werden sollen, sondern nur die vielfachen versuche einer sonderorgaoisalorischen Meinungsbildung, die vom Srelse der„Freien Verlagsgesellschast" ausgehen. Nicht die durch sie vertriebenen Bucher und Schriften werden auf den Index gesetzt und oerboten, wie es in Seydewitz' Artikel heißt: so etwas könnte nur der Papst in Nom für die Glieder der katho- lischen Kirche ausführen. Als parteischädigend erklärt«erden nur Versuche, unter Mißbrauch von Einrichtungen der Partei, besondere politische Zirkel zu organisieren, Zellen innerhalb der Partei, die die Anschauungen des Kreises der„Freien Verlags- gesellfchaft" verbreiten sollen. Wer innerhalb der Partei, unter Benutzung ihrer Einrichtungen und Organe, seine Meinung über Weg und Taktik der Partei ver- tritt, fällt überhaupt nicht unter den Beschluß des Parteiausschusses. Wer mit den Methoden des Spartakusbundes in der USP. wirtschaften will, die jetzt von den Inhabern der„Freien Der- lagsgesellschaft" neu belebt wurden, wer die SPD. sozusagen a l s das schützende Dach und Aushängeschild von Sonderbestre- bungen betrachten zu können glaubt, der sreilich soll den m o r a- lischen Mut aufbringen, dies offen zu bekennen. Nicht, wer stets von Einheit redet, leistet ihr den notwendigen Dienst. Sondern nur, wer in der jetzigen zugespitzten Situation der einzigen demokratisch-sozialistischen Massenpartei, die das Zentrum der Angriffe aller übrigen Parteisn Deutschlands einschließ- lich der Kommunisten ist, sich überwindet, dieser Partei, der einzigen ■. Mädchenmord aus Eifersucht. Die frühere Braut erschossen/ Flucht des Täters. Im Treppenflur des Hauses Rhein st raße 3 9a in Friedenau spielte sich in der vergangenen Rachl eine blutige Eiser- suchlstragödie ab. Der 2S Iahre alle Ehauffeur Adolf Wille war feiner früheren Braut, der 2l Iahre allen Elisabeth Rex. die sich von ihrer Arbeilsstelle, einem Restaurant in der Rheinstratze. ans dem Heimwege befand, heimlich gefolgt. Er drang mit einem Rachschlüssel in das Haus ein und erreichte das Mädchen gerade in dem Augenblick, als es die Wohnungstür ausschließen wallte. Der Mann gab aus das Mädchen drei Schüsse ab. von denen zwei in den Kops trafen und auf der Stelle tödlich wirkten. In der allgemeinen Verwirrung gelang es dem Täler zu entkommen. Witte hatte sich vor etwa 1)4 Jahren mit Elisabeth Rex verlobt. Das Verhältnis soll jedoch- durch Eifersüchteleien des Mannes bald getrübt worden sein, und vor drei Monaten entschloß sich das Mädchen, das Verlöbnis zu lös e n. Witte wollte davon nichts wissen und versuchte eine Aussöhnung herbeizuführen. Wiederholt stieß er Drohungen aus. ohne damit einen Gesinnungswechsel bei seiner früheren Vertobten zu erreichen. Den Mann brachte die ablehnend» Haltung des Mädchen« schließlich ganz aus dem Gleich- gcftjichf. Lange Zeit war er bei einem Droschkcnunternehmer be- schästigt und versah seinen Dienst stets ordentlich. Bor acht Tagen lieh er seinen Wagen einfach auf der Straße stehen und ging davon. Bald aller Mittel entblößt, versucht� er in der Wohnung seiner Wirtin in der Frobensttahe den Gasautomaten zu plündern. Hier- bei wurde er von der Freu überrascht und sofort aus der Wohnung gewiesen. Man nimmt an, daß Witte dann tagelang planlos umhergeirrt ist. ehe er den Plan faßte, seine frühere Verlobte umzubringen. Er wußte, wo das Mädchen beschäftigt war. und hielt sich gestern nacht in der Nähe des Restaurants verborgen. Gegen$i1 Uhr oerließ Elisabeth R. in Aeglcitung ihrer verheirateten Schwester, die in demselben Lokal tätig ist, ihre Arbeits- statte. Die beiden Frauen gingen zur Rheinstratze, wo Elisabeth R. Stütze und Hoffnung des proletarischen Klassenkampfes, feine volle Kraft zu widmen, ist in Wahrheit für die Einheit der sozialistischen Arbeiterbewegung. Schließlich kann nicht der einzelne dem Willen der obersten Parteikörperschaft als dem von der Gesanttparteimit- gliedschaft eingesetzten Vertretungsorgan zuwiderhandeln, wenn höchste Kampfbereitschaft und Geschlossenheit der Partei zur Abwehr des reaktionären Sturmes Voraussetzung für ihr Gelingen wird. Genosse Seydewitz hätte deshalb, anstatt über die bedroht- Meinungsfreiheit in der Partei zu debattieren, seinen Lesern lieber die Frage beantworten müssen, ob er sich dem Parteiausschuß-Beschlusse fügt oder nicht. Dos ist jetzt das Problem, und sonst nichts. Daß er keine Partsispaltung will. wird man ihm gern glauben. In dieser jetzigen angespannten Klassensituotion aber muß man jeden Zwcisel daran beseitigen können! KPD-Jubel über„Spaltung". Sensationen eines Skandalblattes. Das kommunistisch« Skandoltzlatt„»erbn am Morgen" hct vor Freude über die Erklärung der„Fackel"-■Genossen den letzten Rest von Verstand verloren. In riesengroßen Buchstaben verkündet es. daß die Spaltung der SPD. vollzogen sei. Sie nennt die Erklärung ein„historisches Dokument" und erzählt, die„F a ck e l"- Gruppe habe Ansang dieser Woche in einer Be- sprechung beschlossen,„nicht zu kapitulieren", das heißt also, den Beschlüssen der Parteitage und des Parteiausschufsez die Beachtung zu verweigern. Ein Teil der Konjerenzteilnehmcr hab- den sofortigen Anschluß an die KPD. gewünscht, die Mehrheit habe dies jedoch abgelehnt und schließlich beschiossen, eine neue Partei unter dem Nennen„Sozialistische Arbeiterpart«:" zu biiden. „Eine historische Stunde bricht an*, schreibt das kommunistische Skondalblatt in Heller BerMung. Wohl werde, so meint es, eine neu« Pufserpartei zwischen Sozialdemokratie und KPD. zerrieben werden, aber den Nutzen werde schließlich doch die Kommunistisch« Partei haben. Die Genossen der..Fockel*-Gruppe hoben un, erklärt, daß sie eine Spaltung der Partei in keiner Weise beabsichtigen. Diese Erklärung steht in diametralem Gegensatz zu den Behauptungen des kommunistischen Skandalblolles. Wir können unmöglich an- nehmen, daß dieses Aalt über die Absichten der„Fackel". Genossen richtiger unterrichtet sein konnte als das Zentralorgan der eigenen Parte,. Dies wäre nur dann der Fall, wenn die „Fackel".G«noss«n die P a r t- i ö f f e n tl i ch k e it bewußt falsch informiert hättenll Aber wenn die„FackeT-Sruppe wirklich aus ihren, eigenen Laden bestünde, wäre es doch unsinnig, von einer Parteispaltung zu reden. Es würde sich um nichts anderes handeln als um die Selb ständig machung einer hoffnungslose.» Gruppe, die sich zwischen den Fronten aufgerieben und dabei— ob sie das will oder nicht— nur die Seschäfte der Kommunisten besorgen würde. Dos kommunistische Skandalblatt erwartet von»er „Fackel'-Gnippe eine Förderung der KPD. Di« s o z i a l d e m o- kratischen Arbeiter erwarten von den Genossen dieser Gruppe etwas ganz anderes, nämlich die Rückkehr zur Parteidisziplin'. Auch die Scharfmacher freuen sich. Die schwerindustrielle ,.D2lZ." sieht ihren Wunschtroum. eine Spattung der Sozialdemokratie wegen des Konfliktes mit Rosenfeld Seydewitz, bereits erfüllt und jubelt: Auch in der Sozialdemokratie scheint also eine wachsende Bewegung damit zu rechnen, daß es mit dieser Koalftionspolitik in kurzer Zeit zu Ende sein und daß die Sozialdemokrat,« bald in die Opposition gedrängt sein wird. Wenn diese sozialistische Opposition dann vielleicht in drei Teil« zerfällt, nämlich in Sozialdemokraten, Unabhängige und Kommunisten— umso besser. Dieses schwerindustrielle„um so besser* gibt der Arbefterschait den besten Fingerzeig für das notwendige Verhallen, für die Aufrechterbaltung der Einheit und Geschlossenheit der Sozialdemo- kratischen Partei! im zweiten Stockwerk de» Hauses Nr. 34a ein möbliertes Zimm" bewohnt. Witte verfolgte die Frauen, drang in das Hans ein und stürmte in wilden Sätzen die Treppe hloauf. Gr stieß die Schwester de« jungen Mädchens beiseile und feuerte drei Schüsse ab. die sämtlich trafen. Elisabeth R. brach tot zusammen. Während sich die Schwester um die Niedergeschossen« bemüht«, ergriff der Täter die Flucht und entkam. Di« 2. Reservemordkommisston unter Leitung d«s Kriminalkommissars Zapf« hat die Fahndung nach Wille aufgenommen. Es wird vermutet, daß er selbst Hand an sich gelegt hat. Das Dortmunder Verbrechen. Es handelt sich doch um einen Raubmord. Der bestialische Mord an dem Ehepaar Moser und der Witwe Opwis stellt sich nach den neuesten kriminalpolizeilichen Ermitl- lungen doch als ein gemeiner Raubmord heraus.«? Wie aus Dortmund gemeldet wird, fehlen zwar aus der wertvollen Briefmarkensammlung des ermordeten Kaufmanns Moser einig« wertvoll« Stücke, is kann aber sein, daß sie Moser gelegcnl- lich oeräußert hat: darüber gehen di« Nachforschungen noch weiter. Dagegen ist jegl einwandfrei festgestellt worden, daß fast die ge- samten Schmucksachen des Ehepaares»nd der bei ihnen wohnenden Schwiegermutter, der Witwe Opwis, fehlen. Es handelt sich um mehrere goldene Uhren, Brillontring«, goldene Ketten und ein goldenes Lorgnette. Auch bares Geld scheint den Tätern in die Hände gefallen zu sein. Don de» Mördern fehlt bisher noch immer jede Spur, obgleich die Polizei unter Leitung des Kommissars Braschwitz seit Tag«n sieberhast arbeitet, das schänd- lichc Verbrechen zu klärcu. Da der Bekanntenkreis der Ermordeten außerordentlich groß ist, stößt die Ermittlungsarbeit der Polizei naturgemäß auf erhebliche Schwierigkeiten. Mich von Wilamowih-Möllendorf Oer Altmeister klassischer Philologie gestorben. Pi-oscssor Ulrich von Wilamoroitz-Möllendors, der Altmeister der klassischen Philologie, ist heute mittag kurz von 12 Uhr in seiner Berliner Wohnung noch einem kurzen schweren Leiden im Alter von 83 Lohren verschieden. Die deutsche Wissenschaft verliert in dem Nestor der klassischen Philologie eine internationale Autorität, der— wohl als letzter— das Ganze seiner Wissenschaft beherrschte. Im Zeltalter des Epe, zialistentums wird es nicht leicht wieder einen so universell gerich- teten Kopf geben, der das griechische wie römische Altertum in gleichem Maße meisterte. Von der hohen Bedeutung, den die klassische Welt für die Entwicklung der deutschen Kultur gehabt hat, fiel auch ein Nimbus auf ihren letzten großen Jünger. Mit ihm schließt eine Epoche, die vorläufig vorbei ist. In den Nöten und Sorgen des deutschen Volkes ist der letzte Zusammenhang mit dem Jdealbilde, das die deutsche Humanität sich aus der Antike geschaffen hatte, verloren gegangen. Der„Dämon", der sich schon früh in ihm regte und den Gehalt seines ganzen Lebens bestimmt, war die Sehnsucht nach der klassi- schen Schönheit des Südens, die in Goethes„Mignon" den schönsten Ausdruck gefunden hat. Aus dieser„Mignon-Sehnsucht" heraus war es ihm vergönnt, in einem unendlich reichen Dasein unermüd- lichen Schaffens und tiefen Erlebens die ganze Welt dks klassischen Altertums zu durchdringen und in seinen Werken darzustellen. Zu der bewunderungswürdigen Gelehrsamkeit kam so das innere Er- lebnis, das alle seine Schriften durchstrahlt und ihnen Dauer ver- leiht. Wilamowitz wuchs auf dem Gut« seiner Eltern in der öst- lichen Grenzmark auf in Kujavien, einer Ecke des Regierungsbezirks Bromberg, wo er am 22. Dezember 1848 geboren wurde, und in dieser damals noch sehr primitiven Kultur konnte ihm kaum etwas vom Wesen des Griechentums entgegentreten, ober der dunkle Drang des Kindes klanunertc sich an alle Eindrücke, die ihm aus dieser fernen Welt aufleuchteten. Der B.such von Schulpforta, der klassischen Borbcreitungs- stättc der Wissenschaft von der Antike und der Universitäten Bonn und Berlin, gaben ihm die Richtung. Studienreisen in Giiechenland und Italien reisten ihn. 1878 ist er bereits Professor jn Greifs- wald, seit 1887 hat er alz Ordinarius für alte Philologie in Berlin gewirkt. Die Arbeiten von Wilamowitz sind zahlreich und vielseitig. Er hat mannigfache Ausgaben griechischer Literatur veranstaltet, besonders die griechischen Tragiker zogen ihn an, so daß er sie auch in neuer deutscher Ucbersetzung geben konnte. Da er Künstler genug Mr, sind seine Uebersetzungen, gleich gediegen in Form wie Treue (wenn auch nicht die letzte dichterische Offenbarung). Sein griechisches Lesebuch hat vielen Philologen als Führer gedient. Sein Buch über P i n d a r und sein großes Wert über P l a t o sind beide erschöpfend, dos letzte, was wissenschaftliche Kritik bieten konnte. Die ganze griechisch« Literatur von den Anfängen bis zur christlichen Epoche, hat er in einem Bande des„Kultur der Gegenwart" knapp und meisterhaft behandelt. Altgriechischcs Staatswesen hat er in den zwei Bänden„A r i st o t e l« s und Athen" erforscht. Zuletzt hat er noch— bis zuletzt frisch und arbeitsam— die„H e l l e n i st i- (che Dichtung" dargestellt. Von den Spezialarbeiten seien nur die über Papyri und Metrik erwähnt. Alle Ehrenauszeichnungen des Jn- und Auslandes hat Wila- mowitz genossen. Mit einer Tochter Mommsens verheiratet, einer preußischen Junkersamllie entstammend, hat er das Ideal des uni- versellen Gelehrten verwirklicht. Er suchte— konservativ in seinen Grundzügen— eine Brücke von der antiken Kultur zur Moderne zu schlagen. Persönlich gelang es ihm vollendet: in seiner ganzen Art, in seiner Beredsamkeit besonders war ein attischer Zug. Gemeinwohl und Wirtschast Bürgermeister Elsas über die Bedeutung der Kommunal- betriebe In der Generalversammlung der Schußgemeinschast der Großbelricbe hiel! heute vormilkaz Bürgermeister Dr. Elsas eine sehr beachtliche Rede über die kommunalen Wirtschafte- betriebe und ihre Bedeulunz für das Gemeinwohl. Elsas stellte fest, daß sich die wirtschaftliche Betätigung der Gemeinden je nach den örtlichen und sozialen Bcrhöltmsscn entwickelt habe und dafür i?ur schwer Grundsätze ousgeftelli werden können. So viel sei sicher, daß die Erhaltung der Versorgung»- betriebe im Znleresie der Gemeinden und der konsumcnlen liege. Di« Gesamtrichtung der Kommunalpolitik müsse dahin gehen, imr solche Aufgaben zu übernehmen und dauernd in kommunaler Bc- tätigung zu halten, in denen das öffentliche Interesse vorliege. Eine katologmäßigc Begrenzung der Ausgaben durch den Gesetzgeber müsse- ober mit aller Entschiedenheit abgelehnt werden. Die zur Zeit dem Hauehaltsa.usichuß der Stadtoerordnetenverfammlunz vorliegende Boriage über die Auflösung von Gesellschaften und Abstoßung von Gesellschaftsanteilen suche diese Erkenntnis zu er- süllen. Auch die Sparkassen und Stodtbonken hätten eine wirt- schaftspflegcrische Aufgabe zu erfüllen, da sie für den Hypothekar- kredit und für den gewerblichen Kredit des Mittelstandes unerläßlich feien. Jn diesem Sinne wandt« sich der Redner gegen die Bc- schränkungen, die die Notverordnung den Sparkassen auferlegt habe. Bon besonderer Bedeutung sei die T a r i f p o l i t i k der Ge- meindebetriebe. Je mehr die Gemeinden unter den Auswirkungen des Finanzausgleichs von ihren alten steuerlichen Einnahmen ab- gedrängt würden und je stärker die W o h l f a h r t s l a st e n an- gewachsen seien, desto mehr seien die wirtschaftlichen Kommunal- betrieb« zu mittelbaren und unmittelbaren Leistungen an die Ge- meinden gezwungen worden. Der Ausgleich zwischen dem ertrag-- wirtschaftlichen Gedanken und der Idee des Gemeinwohls werde dadurch erschwert, daß die Tarife, abgesehen von der Bürgerstcuer, der wichtigste beweglich« Einnahmefaktor der Kommunen ge- blieben seien. Wenn sich die Wirtschaft selbständig und frei bewegen wolle, so müsse sie auch dos Risiko wieder selbst tragen lernen, denn eine Sozialisierung des Risikos und der Schulden führe not- wendigerweise zur Soziolisierung überhaupt. Zum Schluß ging Bürgermeister Elsas auf die Probleme der nächsten Zeit ein und bezeichnet« es als die dringlichste Aufgabe des Winters, die öffenr- liche Haushaltsführung zu sichern und die Gelder für die Er- werbslosen und Unterstützungsbedürftigen herbeizuschaffen. Unter diesen Ismständen sei ein Verzicht auf die Hauszinssteuer undenkbar. Die Gemeinden stellten die Forderung auf, von den Wohlfahrtserwcrbslosenlasten befreit zu werden. Nach Ueber- Windung der gegenwärtigen Krise sei die Wiederherstellung eines kommunalen Steuersystems im Sinne vermehrter Eigcnverantwort- lichk-it unerläßlich, da nur so wirkliche Selbstverwaltung entfaltet werden könne. AaiionaZsozialistifcher Mörder verhastei. In einer Wirischast am Schlesischen Bahnhof. Wie berichtet, wurde auf einen Haftbefehl der Stettiner Be- Hörde wegen Teilnahme an einem Raubmord der 35 Jahre alte Mechaniker Karl Graf gesucht. Er hat gemeinsam mit seinem Freunde Robert P o m p i u n vor einer Woche in Stettin die 84 Jahre alte Witwe Maria Ladewig ermordet und beraubt. P o m p l u n ist bereits in Kiel verhaftet worden. Di« Kriminalbeamten der Berliner Fahndungsinspektion erhielten am Donnerstagabend die Lichtbilder des gesuchten Raub- mörders. Im Wartesaal des Lehrter Bahnhofes stießen sie auf einen Mann, der dem Verfolgten sehr ähnlich sah. Da«r keine Ausweispapiere bei* sich hatte, so wurde er dem Er- kennungsdienst im Polizeipräsidiuyi zugeführt. Hier wurde fest- gestellt, daß er mit dem gesuchten Graf nicht identisch war. Er ist ein harmloser Handwerksbursche, der gerade nach Verlin zugewandert war. Durch«ine ungewöhnlich- Aehnlichkeit war er den Beamten auszes allen. Aber auch der wirkliche Raubmörder konnte noch am Donnerstag dingfest gemacht werden. Eine Knminalgehilsin von der Inspektion H. suchte in den Schanklotalen in der Umgebung des Schlesischen Bahnhofes. Jn einer Wirtschaft, in der hauptsächlich Polen verkehren, sah sie den Gesuchten. Mit Hilfe eines Schnpobeamten ließ sie den Mann festnehmen. Dem Er- kennungsdienst vorgeführt, wurde er als Karl Graf fest- gestellt. Stettiner Kriminalbeamte werden den Verhafteten, der als Mitglied der N a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e n Partei stets mit dem Hakenkreuz spazieren ging, noch heute von Berlin ab- holen. Gras hat bereits zugegeben, daß er an dem Morde beteiligt war. Oefraudani flüchtig. 15000 M. veruntreut.- Mit 7000 M. das Weite gesucht Wie soeben erst bekanak wird, ist seil etwa 14 Tagen der ZS Zahre alle Geschäslsführer Richard Müller verschwunden, der bei der kranken- und Slerdekasse für das Deutsche Reich in der Oranienburger Straße 67 angestellt war. Müller hat, wie sich herausstellte, Unterschlagungen in Höh« von 12 000 bis 15 000 Mark begangen. Seine Ehe war unglücklich. er lebte von seiner Frau getrennt in der Lauterbacher Straße 0 in Pankow und halle eine Freundin in Lichtenberg. Die Per- untreuungen bei der Kasse reichen schon einig« Zeit zurück. Müller, der jetzt eine Revision und Aufdeckung seiner Machenschaften be> fürchten nmßte, nahm zuletzt noch 7000 M. an sich und verschwand. An Bekannte hat er geschrieben, daß er sich das Leben nehmen wolle, doch steht die Kriminalpolizei dieser Erklärung skeptisch gegen- über._ Lteberfall auf Dahnhofsvorsteher aufgeklärt. Slutlgarl, 25 September. Der am 18. September im Bahnhofsgebäude von Korntbal bei Stuttgckrt gegen den diensthabenden Beamten ver- übte Raubmordversuch ist aufgeklärt. Als Täter wurde der ledige 24jährige Schiffer Ulrich Dürnhöfer aus Berlin ermittelt. Er konnte am 24. September vormittags auf dem Bahnhof in Kehl festgenommen werdend Der Täter hak«in umfassendes Geständnis abgelegt. Wetter für Verlin: Teils wollig, teils heiter und wieder etwas kühler, frische nördlich« Winde.— Zür. Deutschland: Jn West- und Mitteldeutschland meist trocken und etwas Abkühlung, im Nordosten veränderlich mit einzelnen Schauern und ebenfalls kühler: im Alpen- vorland Niederschläge. „Volk und Zeit", unsere illuffn-rte Wochenschrift, liegt iber heutigen Postauflage bei. Oer Herr Kiuanzdirekior. llT.-Kurfürfiendamm. Der Film hat lange gebraucht, bis er Max Adalbert ent- deckte. Run läßt er chn aber nicht mehr los und hetzt ihn von einer Posse zur anderen. Schon die Theaterslücke, in denen Adalbert die Berliner durch seine Berliner Eigenart erfreute, sind seiner schau- spielerischen Bedeutung nicht immer entsprechend. Aber die Film« sind es noch weniger. Auch dieses Volksstück, dos Jein Verfasser Fritz Friedmann-Frederich zum Film verarbeitet hat, ist nicht filmgerecht geworden. Der Tonfilm hat uns ja durch seine Operetten- und Posiensucht von den eigentlichen Ausgaben des Films weit wieder abgebracht. Immerhin, Max Adalbert steht durchaus im Mittelpunkt und die Nolle des Hauptkassierers im Finanzamt, der feine bürokratische Unterordnung durch Gift und Galle wettmacht und seine Schwäche durch vermehrtes Gsltungsbedürsn'Z ausgle'-cht, liegt ihm durchaus. Er kann hierin die ganze Skala feiner Fähig- leiten entfalten. Er druckst und muckst, er drangsaliert seine Unter- gebenen und wird dafür wieder von seiner Familie und seinem Freunde schlecht behandelt. Großartig ist sein schliehlicher Triumph, wenn er seinen Vorgesetzten der Unterschlagung überführt und min zu seinem Nachfolger aufrückt. Da strahlt er in seiner ganzen Glorie und kompensiert all« Demütigungen. Elga Brink als Gattin, Hermann Spcchmans und Kurt Lilien sind in Nebenrollen zu nknnen. r. „Purpur und Waschblau". MarmorhcmS. Bor x Jahren begeisterten sich unsere Eltern und Großeltern an der quicklebendigen resoluten Hansi Niese. Sie ist inzwischen eine behäbige Dame geworden, aber ihr großes Können hat st« nicht eingebüßt. Kein Wunder, daß man, um sie zu sehen, in den Film geht und ihretwegen einen Film dreht. Der hätte freilich bester ausfallen müssen. Nach dem Theyter- stück„Durchlaucht, die Wäscherin" erzählt das Drehbuch von einer regierenden Fürstin und einer Wäscherin, die denselben Vater haben. Als die Fürstin 25 Jahre schlampig regiert hat, droht die Revo- lution. Die Fürstin geht über die Grenze, und die derb-recht- schasfene Wäscherin, die der Fürstin verblüffend ähnlich sieht, ver- sieht sehr klug die Staatsgeschäste. Sie kann der Revolution nicht EinhaU bieten. Doch kommt ihr die Umwälzung nicht ungelegen: denn nun sind alle gleich, und der Erbprinz kann ihre Tochter heiraten. Max N e u f e l d führt eine bedenklich dilettantische Regie. Die Handlung ist ihm Nebensache, er baut den ganzen Film auf die Zwie- und Selbstgespräche der Nies« aus. Sobald er jung« Menschen spielen läßt, ist er bestrebt zu zeigen, daß ex genau so kitschig sein kann wie die Amerikaner. Bei den Liebesszenen wird einem Vald schlimm. Dorum läßt der Film unbefriedigt, obwohl die Niese in ihrer Doppelrolle sehr gut ist.«. d. Phantom Gold. Di« Engländer sagen: weil das Ausland kein Vertrauen mehr zu England hatte, darum hat es des englischen Gylde» an sich gezogen. Namentlich Frankreich und die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Aber die Franzosen und Amerikaner saßen: umze» kehrt ist es richtig: weil das Gold aus England floß, hat das Publi- kum das Vertrauen verloren und fein Geld aus London zurückge- zogen. Jetzt ist Zürich und Paris Trumpf. Und wie Deutschland, so gerät nun auch England in den Bann der unheimlichen Gold- zaubere!. Alles ist da. was die Menschen brauchen: Maschinen und Werkzeuge, Land und Verkehrsmittel, Wisten und Organisation, Kohle und Eisen. Nur has Gold fehlt. Aber das Gold braucht man doch nicht wirklich. Es ist nur Fetisch. Trotzdem— oder eben weil es Fetisch ist— macht das Fehlen des Goldes alles Vorhandene zunichte. Merkwürdiger Ge- danke. Dieses Gold muß untätig in den Kellern der Zentralbanken liegen, dann ist alles gut. Die Menschen fühlen sich im Schutz des Goldes sicher und stark. Und die anderen, die kein Gold haben, blicken mit Neid und Sorge auf jene, die es besitzen. Jetzt schaut alles nach Paris, Washington und New Port. Dort liegen zu- sammengenommen etwa 30 Milliarden Mark in Gold. Aus London find% des Goldes gewandert, aus Berlin etwa die Hälfte de» Goldes. London gibt den Goldwahn mutig auf. es erklärt fürs Inland die Verpflichtimg zur Einlösung von Noten in Sold für aus- gesetzt. Aber fürs Ausland wird die Verpflichtung beibehalten. Was für Schiebungen wird das geben! Der Goldwahn ist wie eine Religion. Würde heute olles Gold der Erde verschwinden, so hätten nur die Juweliere und Zahnärzte wirkliche, materiell begründet« Schwierigkeiten. Die Währungen der Völker aber würden sich wohl oder übel entweder auf ein an- dercs Metall umstellen, oder auf— nichts. Denn das Geld ist ja nur ein Tauschmittel, kein Ding an sich. Und solang« ein Volk über Waren verfügt, sind die Tauschmittel brauchbar. Darum ist diese Krisis in Deutschland und in England, ohne daß die Menschen sich darüber Rechenschaft geben würden, etwas Neues, nämlich eine Krisis des Währungsgrundsatzes, des Geldbegriffes, des Goldwahns. Soziale und technische Einrichtungen und das ganze gesellschaftliche Gefüge wanken, weil die hinter den Noten stehende Deckung, das Gold, fehlt. Und jeder weiß, daß das Fehlen des Goldes eigent- lich nichts ausmacht, während z. B. das Fehlen der Kohlengruben etwas Reole» ausmachen und bedeuten müßte. Kämen Marsbewohner mit durchdringenden Schauinftrumenten, durchflögen sie die Länder der Erde, die Fremdlings würden sich wundern, wie die Erd-Ameifen ihre Goldhausen bewachen und ver- ehren, wie im Bienenstaat die eierlegende Königin bewacht und be- schützt wird. Nur daß die Bienen richtig handeln, denn ihre Königin garantiert den Bestand der Nation— aber das Gold legt keine Eier, es ist gleich wie Gott— nur da. Das Gold wirkt als Illusion, im Schatten dieser Illusion gedeihen die Menschen des kapitalistischen Zeitalters. Milliarden menschlicher Leiber, menschlicher Seelen be- wohnen den Planeten. Wie gebannt starren sie auf die Goldhöhlen der beiden Völker, j Rundfunk und Opernhaus. In einem beachtenswerten Aufsatz fordert Bronislaw H u b« r mann vom Rundfunk aktive Unterstützung der in Not befindlichen Einrichtungen für Musik und Theater. Mit Recht erklärt Huber- mann, daß dem Rundfunk— vor allem in. Deutschland!— sehr große Mittel zur Verfügung stehen und daß diese Mittel auch zur Pflege der Kunst im Opernhaus, im Konzertsaal, im Schauspielhaus ausreichen. Hubermann meint, die Uebertragungen aus den vorhandenen Stätten der Kunst sollten die Regel bilden, und er fordert entsprechende Bezahlung für diese Uebertragungen. Der Rundfunk bietet für eine Uebertragung aus dem Opernhaus etwa ein Zehntel der Konzerteosten, obgleich doch die Vorführung vor Millionen statt vor einigen Hunderten stattfindet! Hubermann sagt: die europäischen Radiostotionen scheinen in ihrem Verhältnis zur Musik- nur eine Richtlinie zu befolgen: die Ausbeutung, und sie schrecken in ihrem Bestreben auch vor geistigem Raub nicht zurück. Denn w!« kann man es anders nennen, wenn staatliche Anstalten Schallplatten ohne Entgelt und ohne Ermächtigung übertragen?" * Der Plan, die K r o l l o p e r zu einem Funktheater auszuge- stallen, wird jetzt insofern zur Verwirklichung kommen, als bestimmte Aufführungen der Staatsaper im Krollcheater, für die besonderen Bedürfnisse der drahtlosen Uebertragung regietcchnisch bearbeitet zur Sendung durch die Funkstunde gelangen werden. Zwischen dem Generalintendanten Tiedtjen und dem Letter der Funk-Opernabtei- lung Bronsgeest ist eine enge Zusammenarbeit vereinbart worden. als deren erstes Resultat eine Uebertragung der Oper„Buttersly" im Anfang Oktober stattfinden wird. Man rechnet damit, daß auch die Funtstunde in der Krolloper eigene musikalische Sendespiele inszenieren wird, für die von der Staatsoper Künstler und Orchester zur Verfügung gestellt werden. Ein Pariser Kostüm-Museum. Paris, die Modestadt, erhält jetzt endlich C'n Kostüm-Museum, das demnächst in der Vorstadt Fantenay-cux-Roses eröffnet werden wird. Seit 23 Jahren sucht die Gesellschaft für Kostllmkunäe«ine geeignete Unterkunft für die großartigen Sammlungen von Trachten aller Zeiten, die in den Pariser Museen vorhanden sind. Nun hat man endlich in dem Schloß von Saint« Barbe in der hübschen Vorstadt das geeignete Museum gefunden. Das neue Museum beschäjtigt sich aber nicht nur mit der Vergangenheit, sondern es erhält dadurch seine be- sondere Note, daß es beständig durch die neuesten Poriser Moden ergänzt wird. ß Da» Schicksal der Schack-Gallerie. Mit der Aushebung der Preußischen Gesandtschaft in München stand auch das Schicksal der Schack-Gallerie in Frag«. Jetzt hat die Verwaltung der Staat- lichen Schlösser und Gärten Preußens auch die Fürsorge für die Schack-Gallerie. Da die Gesandtschaft auszieht, kann Zum 1. Oktober die ganze bisherige Repräsentationsetage des Hauses mit den Schock- schen Sammlungen besetzt werden, und man wird da auch wichtige Kunstwerke zeigen können, die bisher deponiert waren. Haus Albere spielt in der Bolksbühne am Sonnabend, deni 3.. und Sonntag, dem 4. Oktober, wieder„Liliom" in der Inszenierung von Start Heinz Martin. Carl Crede hat ein neues Schauspiel..Die weiße P c st" voll- ende!, in wclckcni er- den Kampf eine« modernen medizinischen Torschers argen Ueberlieierung. Bonzen tum und persönliche Interessen schildert. Ti« lllausfuhrunz findet im November in Berlin statt. Der Sport im faschistischen Staat In Italien ist's so wie in Jugoslawien Sie bürgerliche„M itteldeutsche Sportzeitung" uesert in ihren Betrachtungen über die Sportoerbände in Italien ungewollt einen Hinweis auf die Verhältnisse, die in Preußen invg- lich geworden wären, wenn der von den faschistischen Verbänden unter tatkräftiger Mitwirkung der Kommunistischen Partei und des kommunistischen Sportoerbandes durchgeführte„Volksentscheid" den erwarteten Erfolg gehabt hätte. Das Ziel des Volksentscheides war die Ablösung der gegenwärtigen Preußenregierung durch eine faschistische Herrschaft. Die Kommunisten erhofsen unter faschistischer Herrschaft bessere Werbemöglichkeiten für ihre Pläne, deshalb unter- stützten sie den faschistischen Volksentscheid, unbekümmert darum, daß eine faschistische Diktatur— und wäre sie nur von kurzer Dauer — die Arbeitertultur- und Sportorganisation und Errungenschaften schwer schädigen würde. Die„Mitteldeutsche Sportzeitung" schreibt:„Dem italienischen Faschismus, der alle Jugendbewegungen a priori bekämpfen muß, die sich seinem Zugriff, seiner Kontrolle entziehen, und der deshalb heute den katholischen Jugendbünden den Fehdehandschuh hinwirst, sind die Sportoerbände seines Landes zu rein politi- schen Faktoren geworden, mit beben man dem Auslande gegenüber italienisches Prestige genau so wahren kann, wie mit dem Fkug eines ganzen Geschwaders nach Südamerika, einem Minister- besuch oder einer Gastspielreise des Mailänder Stala-Ensembles.— Hätten sich die italienischen Sportsührer seinerzeit geweigert, dem Fascio zu folgen und ihren Sport zu verkaufen(jawohl: zu„ver- kaufen!"), so hätte der Duce sofort die„pazisistische" Sportbewegung aufs schärfste bekämpft und eine rein faschistische Organisation an chre Stelle gesetzt, oder aber ihre Führer als Verräter an der Nation gebrandmarkt und entsprechend abgeurteilt." Seit fast zwei Jahren sind die Turnsektionen des Arbeiter- kulturverbandes„Swoboda" in Jugoslawien von Staats wegen aufgelöst. Diese WillkürmaßnaHme monarchistischer.Diktatur ist durch kein Gesetz gerechtfertigt. Aus diesem Grunde ist die vom „Swoboda" sosort eingelegte Beschwerde bis jetzt noch nicht zur Ber- Handlung gekommen. Es findet sich keine Behörde, die, gestützt aus Recht und Gesetz, die erstinstanzliche Äuslösungsverordnung be, stätigen kann. Bon der Auflösung verschont blieben lediglich. die Arbeitersportvereine, die sich mit dem Fußballspiel beschäftigen. Durch die vor kurzem stattgesundene Bersassunggebung durch den König hat sich die politische Lage in Jugoslawien nicht geändert. Die Diktatur besteht wbiter, die Beschwerde des„Swo- böda" gegen die Auflösung seiner Turnsektionen liegt immer noch unerledigt in den Akten des Ministeriums. Dagegen wird die staatliche U n t e r st ü tz u n g des n a t i o n a l s oz i a l i st i schen Tur n Verbandes unv er- mindert w e i t e r b e t r i e be n. Alle Lehrer wurden öffentlich ausgesordert, für den Sokol zu wirken, während die Schulinspektorcn beaustragt sind, die Tätigkeit der Lehrerschaft im„Sokol" zu über- wachen und vierteljährlich den maßgebenden. Stellen.Bericht zu er- statten. Die Schulinspettion beschränkt sich heute nicht bloß daraus, die Befähigung des Lehrers für. den Unterricht festzustellen, sondern es gilt derjenige als. der beste Lehrer, der sich für den„Sokol" am meisten verdient macht. Wer nicht mittut, muh darauf gefaßt sein, daß er über kurz oder lang„versetzt" wird. Bon der Sököl-TZer- anstaltung in Beograd vorigen Jahres wird behauptet, daß sich die Regierung dieselbe 80 Millionen Dinar hat kosten lassen/ Ueber- Haupt muß' der staatliche„Sokol"-hübsche Millionen jährlich ver- schlingen.. Aber' was tut man nicht alles, um im Falle einer Ab- rustung ein Heer Wehrturnformatiolten zu besitzen bzw. einen Turn- verband in der Hand, zu haben, in dem man die militärische Aus- bildung weiterbetreiben und si« aus die Kinder und die heran- wachsende Jugend ausdehnen kann. Wo man- auch nach Ländern blickt, die diktatorisch beherrscht werden, überall zeigt sich das gleich« Bild. Eine wirklich freie Entwicklung der Arbeitersporwereine- ist oben nur-in der Dem o■ krati e möglich. Abschied von der Aschenbahn Letzte Lcichtathletlkkämpfc der Arbcitersportlcr Am Sonnabendabend um 16.30 Uhr treffen sich die Vereine Volkssport Neukölln-Britz und ASV. Neukölln-Britz auf Platz 2 im Sportpark Neukölln zu einem kurzen Abendsportfest. Obwohl beide Vereine bereits ihre Winterquartiere bezogen haben— Volkssport trainiert Dienstags in der Halle am Hertzbergplatz, und ASV. Neukölln ist jeden Mittwoch in der Halle Weisestr. 20—, nehmeti die Vereine nochmals Gelegenheit, um im Bezirk Neukölln für die Leichtathletik zu werben. Im Programm sind folgende Konkurrenzen vorgesehen: 100- Meter-Lauf, 3000-Meter-Lauf und 60-Meter-Hürdenlausen, serner Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen und Diskuswerfen, 4 mal 100 Meter, Schwedenstafette und fünfmal eine Runde. An den Wettkämpfen sind Sportler aus der Jugend- und Männerklasse sowie aus der Klasse der Aelteren beteiligt. Auf dem Fest wird serner die SAJ Neukölln ihre Werbetätigkeit durch aktive Mitwirkung entfalten. Die Arbeiterschaft Neuköllns hat also nochmals' Gelegen- hest, Einblick in die bundestreue Sportbewegung zu nehmen. Ein« trittsgeld wird nicht erhoben. Die Veranstaltung dauert- von 16.30 bis 18 Uhr. Für Sonntag, 27. September, ist als Abschluß ein Treffen aller Faustballmannschasten auf dem Sonnenplotz vor- gesehen. Vereinsheim und Kantine stehen den ganzen Tag Mit- gliedern und Gästen beider Dereine zur Verfügung. Partei- und Gewerkschaftsmitglieder sind gern gesehene Gäste. -i° Am Schluß der Sommersaison ruft der größte Bundesverein des Stadtteils Wedding.„V o l k s f p o r t W e d d i n g", alle Freunde und Anhänger noch einmal zum Sonntag, 27. September, ins Stadion Rehberge. Mit Handballspielen der ersten Ver- einsmannschaften gegen spielstarke Gegner aus Bernburg und Magdeburg und gegen beste Kreismonnschosten wird insbesondere für den Handballsport geworben. Daneben werden die Frauen des Vereins mit ihrer Massendarbietung„Tanz und Gymnastik" aufwarten, während die„ältere Jugend" interessante Faustballspiele austragen wird. Mehr als 200 Kinder werden neue Volkstänze und Bewegungsspiele und die Geräteturner Vorführungen am Hoch- reck und Darren zeigen. Das Hauptprogramm beginnt um 13- Uhr. Der Besuch des Werbefestes wird der Bevölkerung des Weddings bestens empfohlen. Eintritt 20 Pf. Erwerbslose gegen Aus- weis 10 Ps. . Arbeiter-Hockey Die ersten Spiele Die Arbeiter-Hockeyspieler haben ihren Serienspiel- beginn auf den 11. Oktober festgesetzt. In den beiden Spitzengruppen sind, ungefähr spielstarkgleich, folgende Mannschaften gruppiert: Gruppe A: Freie Sportvereinigung Niederschönhausen-Pan- tow 1, Sportverein Moabit 1; Freier Hockey-Club Spandau 1, Tennis-Rot Groß-Berlin 1, Verein für Leibesübungen Ostring 2 und Arbeitersporwerein Rot-Weiß l. Gruppe B: Verein für Leibesübungen Ostring 1, Freie Turnerschast Groß-Berlin-Tempelhvs 1, Achletlk-Sport««r.SchSH»»b»,d. Sonn lag. 77. eevtember, 9 Uhr. All-«MrUangrn in SririridisfcTb«, UppftoDn-rg.>u dm 0.amncift«rs»nfts.«u--rchridiing-iUimvZrn. «rheiterschtthentamh. Sonnlag. 27. Scplombrr, 9 Uhr,(Soufthichm tu Rlrin» falihrr, So(Ku_ und Lufldllchsr. Rrick-hanncrsportplah. iZncdnchpfrid-, tipp- September, 20 Uhr. ftallweg. Techniker 8>4 Uhr. gTSB.,»e,irf Reiniaeudprl-vst. Sonnabend. 2ß. bohnhot 9'- Uhr. Säfte willtammen. 1. Stei«, Ten»!». Zier Lehrgang gm 2h. und ZS. September im Volrspari Rechderge sollt aus.._ Teaaia Rat Sraß-Berli». Borftandasiftpng Dienstag, 21. September, ppr der lfunktionarnerlammlung. innerstag« um 20 Uhr in Reutdlln ZSeisestr, 20. Sonntag, Absporteln Sicheptab SSpenick um 10 Uhr. Freitag, 2. Oktober. 20 Uhr, Seneralbersammlizna bei Lahntok, Mthlenftrahe Ecke Brpmmybrftlie. Bolkospart Webbing. Der Dadebetrieb beginnt Sonnabend. 2fi. September, 20'o Uhr, in der kleinen Schwimmhalle im Stadlbad Wedding Nach dem Derbefcft am Sonntag»eselligeo Beisammensein hei Dornbusch. Eintritt 40 Pf. 2' Oktober Lehrstunde fllt Uebungoleiier, 20 Uhr Lesfinghalle. 5. Oktober Dum» naftikgruppe. Lesfinghalle. lonriftrnpmtn.Die SUturfrtnnd?", Abt. Prenzlauer Berg. Hirschbrunst- sahrt. Treispunkt Sonnabend, 20. September, Z0i- Uhr. Stettiner Fernbahnhos. Canntagakorten läsen bis Ioachimsthal. Arbeiter. Photo-Kilbe. Sonntag. 27. September, Fahrt nach Sittiershorf in» lialkbergwrrk. Treffpunkt si Uhr Sitasgu-Nummrlshurg. Bahnfteig E sMittr). ■ie d4iei#a*®, Das große Ereignis... ... die neueröffnete Abteilung der Leineweber- Damen- Ulster und Damen-Mäntel! Sie haben ja von je eine wohlbcrcditigtc Vorliebe für die Arbeit der Herrenschneider. Darum bringen wir Ihnen letzt den fertigen Damen-Ulster und den fertigen Damen-Herbst- und Wintermantel! Mit allen Eigenschaften, die Sie am Leine- weber-Hcrrcnmantel so schätzen: Exaktheit, Scfanittigskeit, Klarheit der Linie! In den Qualitäten und Preisen, die den Ruf unserer Herren-Fertigmäotel begründen! Damen-Winter-Mäntel reinw., weiter Frauenmantel m.br. Überschlag, feiner Velour in schwarz, marine und braun, ganz gcf. Einführungspreis M. 29- Danjen- Winter-Mäntel marine, tchwirz, braun und grün, mit langem �eal- Schalkragen, sehr fesch, ganz abgefüttert EinfQhrungspreis f. 49- Damen-Winter-Ulster aparterDiagonal-Cheviot in allen modernen Farben, sehr fescher Mantel? 7� Einführungspreis.- M. � f" Damen-Winter-Ulster mod. 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Gehestet 3 M., in Ganzleinen 9,56 M.) betitelt, bringt die abenteuerliche Karriere des kühnen Gelehrten, der seine Laufbahn mit dem Scheuern der Fußböden im Amerikanischen Museum für Natur- geschichte in New Jork begonnen hat. Man kann dieses Buch das Werk eines„rasenden" Forschungsreisenden nennen. Es haftet dem Werk noch die ganze Unmittelbarkeit des Erlebnisses an. Wir entnehmen dem Buch mit Erlaubnis des Berlages nach- stehende Zeilen. Präsident Henry Fairfield Osborn, selbst Naturforscher von. Weltruf, hat seine ganze Lebensarbeit und einen großen Teil seines persönlichen Vermögens in den Dienst der Wissenschaft gestellt. Die Entwicklung des Museums für Naturgeschichte in New Dort ruht hauptsächlich in seiner Hand. Neue Gebäude, Verhandlungen mit Stadt und Staat, Fühlungnahme mit ausländischen Stellen und Geldfragen nehmen ihm viel kostbare Zeit weg, die er viel lieber auf reinwissenschastliche Untersuchungen verwenden möchte. In den Händen von Direktor George H. Sherwood liegt die Verwaltung des Museums. Nur ein Mann von umfassenden wisien- schaftlichen Kenntnissen, unendlicher Geduld. Feingefühl und allge- meiner Geschäftstüchtigkeit kann den Direktorposten ausfüllen. Er ist der Kapitän des Museumsschiffes, er hat dafür zu sorgen, daß alle Abteilungen des Museums reibungslos und Hand in Hand arbeiten. Er zieht die Drähte, die die Räder laufen lassen. Er beseitigt Schwierigkeiten persönlicher Natur, zieht unfern Karren aus dem Dreck und leistet so viel Kleinarbeit, daß eine volle Aufzählung einer Woche seiner Tätigkeit ein Dutzend Abschnitte in einem Buche füllen würde. Ein Unternehmen, das jährlich über anderthalb Millionen Dollar umsetzt, kann sich schon neben den größten Handelshäusern sehen lassen. In der Verrechnungsabteilung allein, sieht es etwa so aus wie in der eines großen Warenhauses. Zwar sind unsere Waren Dinosaurierknochen, Schlangen, Fische, Vögel und Säugetiere, aber die Buchführung und die Bestandausnahme unterscheiden sich nicht allzusehr. Sie sind sogar noch schwieriger als in einem Kaufhaus, weil das Maseum ein Gesellschoftsunternehmen darstellt. Die Stadt New Pork ist Eigentümerin von Grundstück und Gebäude und gibt uns einen jährlichen Zuschuß von 452 374 Dollar für die Unterhaltung: die Saminlungen und das Stiftungsvermögen von 12162 549 Dollar gehören dem eingetragenen Aufsichtsrat. Bis jetzt hat das Gebäude 8 399 599 Dollar gekostet: aber es ist noch nicht halb fertig: das geplante Museum dürste schätzungsweise 24 394 343 Dollar kosten. Die Männer, die di« Geschick« der S�adt. Ney? Park in Händen. haben, sind kein« Dummköpfe;«s sind sogar sehr gewiegte Großkaus- leute. Solche gewaltigen Ausgaben würden bestimmt nicht gefördert werden, wenn die Stadt und das Land nicht für jeden Dollar einen Gegenwert bekämen. Dieser aber ist der Airschauungsunterricht, den auch nach chrer Ueberzeugung ein großes neuzeitliches Museum besser als sonst etwas bieten kann. 1927 wurden zehn Millionen Schulkinder New Dorks und de? Nachbarstädte vom Museumsdienst ersaßt: beinahe zweieinhalb Mil- lionen Besucher wurden gezählt. Jeden Tag verlassen Kraftwagen dos Museum und bringen Leihsammiungen von Vögeln, Säuge- tieren, Gesteinen und ähnlichen Dingen in verschiedene Schulen der Stadt. Dort bleiben sie gerauine Zeit und werden dann durch andere ersetzt. 1927 wurden diese Sammlungen über anderthalb Millionen Kindern erklärt. Klassen und>ganze Schulen machen in regelmäßigen Abständen Lehrausflüge ins Museum, um Schaustellungen anzusehen, die einen bestimmten Teil des Lehrplans erläutern. Hunderttausende Glasbilder und Lausbildstreifen werden an die Schulen ausgeliehen. Der Lehrer braucht sich nur an den Leiter unserer Volksbildungs- stelle zu wenden, der ihm einen Lichtbildervortrag über fast alle Gebiete der Naturwissenschaften entweder im Museum oder in der Schule selber besorgt. Wir haben sogar besondere Sammlungen und Arbeitsräume für die Blinden. 1926 hat die Stadt ein eigenes Schuldienstgebäude für 883 899 Dollar fertiggestellt. Wie Professor Osborn sagte:„Der Hauptzweck dieses schönen Baus ist der, die Arbeit aller Abteilungen dieses großen Museums der Jugend unserer Schulen zu verdeutlichen und nahezubringen. Er stellt so eine Art Bindeglied zwischen dem Ameri- konischen Museum und unserem weitverzweigten Schulwesen dar." Die Oesfentlichkeit liest viel von den Expeditionen, die aus der Polgegend oder der Wüste oder dem tropischen Urwald heimkehren. Die Meldungen besagen, soundso viele Tausende Säugetiere und Vögel und soundso viele Kisten mit versteinerten Kirchen seien beisammengebracht. Aber nur wenige sehen oder wissen, was aus diesen umfangreichen Sammlungen wird, nachdem sie das Museum erreicht haben und ehe sie zur Schau gestellt werden. Romantik und Spannung gibt es da genau so wie beim Zusammentragen im Gelände. Nehmen wir beispielsweise die Geschichte der Dinosauriereier. Wir arbeiteten in einer großen Ablagerung von Dinosaurierknochen an einem Ort, der den Namen„Flammende Klippen" trug, mitten im Herzen der Wüste Gobi. Eines Tages kam George Olsen, einer unserer Sammler, ins Lager und sagte, er habe einige merkwürdige versteinerte Eier gesunden. Wir lachten ziemlich darüber, denn wir meinten, seine„Eier" würden sich als Sandsteinverhärtungen ent- puppen. Aber wir waren doch etwas neugierig und gingen hin, um uns die Dinger selber anzusehen. Sehr bald war uns klar, daß wir aus die ersten Dinosauriercier schauten, die menschliche Augen jemals zu Gesicht bekamen. Drei waren aus einem Sandsteingesims heraus- gebrochen, das rasch zerbröckelte. Schalenstückchcn blieben noch im Fels: es war wahrscheinlich, daß das Gesims noch mehr Eier enthielt. Wir hatten weder di« Zeit noch die Geräte, sie herauszuklauben. wenn sie da waren. Schließlich kam Walter Granger, der oberste Vorwellkundler, auf den Gedanken, ein großes Stück der Felsleiste ans Museum zu schicken. Es ist keine Kleinigkeit, einen Felsbrocken. der hunderte Pfund wiegt, aus der Mitte der Wüste Gobi nach New Bork zu verfrachten, und die Museumsleute hätten schön ihren Spaß mit uns gehabt, wenn nichts darin gewesen wäre: zudem wäre es ein recht teurer Spaß gewesen! Aber der Fels ging ab und erreichte glücklich das Museum. Nun begann die spannende Arbeit, ein 95 Millionen Jahre altes Paket auszupacken! Niemand wußte, was man finden würde, oder auch nur, ob man überhaupt etwas finden würde. Die Präparatoren begannen ihre Tätigkeit auf dem oberen Teil des Blocks. Mit winzigen Stahlmeißeln und -schobern gingen sie dem Felsblock zu Leibe und stießen fast sogleich auf einen Knochen. Zu unserem Erstaunen legten sie das Gerippe eines kleinen Dinosauriers frei, der dicht unter der Oberfläche lag. Cs'war ein nur 1,29 Meter langes Kerlchen, von einer der Wissenschaft neuen Gattung. Professor Osborn ist überzeugt, daß das Tier sich von den Eiern anderer Dinosaurier ernährte, daß es also ein Eierräuber war. Wahrscheinlich war es gerade dabei, sich in dies Nest hineinzubuddeln, als es ein heftiger Sandsturm erstickte und mit den Eiern, die es stiebitzen wollte, begrub. Als man das Gerippe entfernt hatte, waren noch zwei Drittel des Blocks un- berührt. Ob wohl noch sonst etwas darin war? Stück für Stück trugen die Präparatoren den Stein ab. Mitten in dem Brocken lagen dreizehn fast unversehrte Eier in einem doppelten Kreis. Sie lagen noch genau so da, wie sie das alte Dinosaurierweibchen vor 95 Milüonen Jahren zurückgelassen hatte, als sie es zum letzten Male zudeckÄind fortging, um nie wiederzukehren. Aber das Präparieren war nicht in ein paar Stunden oder Tagen getan. Wochen sorg- fältigster Arbeit waren nötig, um den Fels Stückchen um Stückchen abzutragen und die Eier freizulegen. Der Schädel des riesigen Belutschistantiers, des größten Säuge- tiers, das je auf Erden lebte, kann eine andere Geschichte erzählen. Zufällig hatten wir eines Abends in einer wilden Felsschlucht 1599 Kilometer draußen in der Gobi seinen Kiefer und andere Knochen entdeckt. Granger hatte geglaubt� er hätte nun alles beisammen, was von dem Tier übriggeblieben war: aber am anderen Morgen ging ich noch einmal mit Shackelsord, unserem Lichtbildner, an die Stelle. Am Grunde einer anderen Rinne sah ich den Riesenschädel teilweise im Sande vergraben. Er war aus dem Berghang heraus- gebrochen, als der Fels unter dem Einfluß der Verwitterung zer- bröckelte, und auf den Boden der Schlucht gerollt. Vier Tage lang arbeitete Granger mit zwei Mann daran, den Schädel in einen Verband zu wickeln und fortzuschaffen. Unterdessen suchten andere von uns die umliegenden Hänge und Schluchten nach heraus- gebrochenen Teilen ab. Einige fanden sich drei- oder vierhundert Meter weiter, wohin sie das fließende Wasser geführt hatte. Es war eine schwierige Aufgabe, den Schädel dort in der Wüste in eine Kiste zu packen, da wir nur Bretter von Benzinkisten zur Verfügung hatten. Dann reiste er 1599 Kilometer in der Wüste auf den Rücken von Kamelen durch die Schneestürme des frühen Winters. In Kalgan verluden wir ihn in den Zug nach Peking, wo er sorgsältig neu verpackt wurde. Dann ging er nach Tientsin, weiter über den Stillen Ozean und endlich nach New Bork. 29 999 Kilometer legte der Schädel zurück, che er das Museum erreichte. Fast unverzüglich machten sich die Präparatoren an die Arbeit, um ihn wiederherzu- stellen. Es waren 642 Stücke, teils nur winzige Splitter. Niemand wußte, wie das Tier ausgesehen hatte, weil es der erste Schädel der Art war, der entdeckt wurde. Vogel und Flugzeug Von DIpL-lng.Dr.A.Xlamm Als vor 125 Jahren der unglückliche und trotzdem berühmte Schneider von Ulm seine Flugoersuche begann, die so schnell in der Donau endigten, da ahnte er nichts von einer der Grund- bedingungen alles Fliegens, deren Nichteinhaltung allein seinen Versuchen ein Ende bereiten mußte: dem Verhältnis von Mo- torenleistungzu Gewicht. Der menschliche Körper als Flug- motor betrachtet, ist geradezu lächerlich schwer, denn während sein Gc- wicht etwa im Mittel 75 Kilo betragen mag, erreicht seine Leistungs- fähigkcit kaum'/,»?Z. Wohingegen der erste aller Flugmotoren, die nach unseren Begriffen ganz primitive Maschine, mit der die G e- b rüder W rp sth t die Lust eroberten, kaum 2- Kilo je wog! Und eine sotchr>.Waschine w« damals in ganz Amerika nicht zu finden, sie mußten sie selbst konstruieren und in eigener Werkstatt bauen. Jedoch hatten sie keine Kenntnis davon, daß schon zehn Jahre früher der Erfinder des Maschinengewehrs, Sir Hiram Maxim, auch zu Flugzwecken eine Dampfmaschine konstruiert und gebaut hotte, die einschließlich Kessel und Kondensator noch etwas weniger wog als ihr Motor, sonst hätten sie sie vielleicht verwendet. Zum Fliegen war sie nie gekommen und dos war wohl gut so, es wäre doch ein Abweg gewesen, die Zukunft— von damals aus gesehen— hätte ja doch dem Benzinmotor gehören müssen, der so viel Möglich- leiten des Leichterwerdens in sich barg. Schon der erste Flugmotor, der nach dem der Gebrüder Wright gebaut wurde, l£r bekannte französische Gnöme-Motor, wog nur noch 1,3 Kilo je?.8, er wurde später noch übertrosfen durch den Gnöme-Monosoupape-Motor, dessen Einheitsgewicht unter 1 Kilo je PL lag. Dieser Gnömc-Motor war eine höchst gewagte Konstruktion, die, was in der Technik hin und wieder einmal vorkommt, allen Erfahrungen und Voraussetzungen ins Gesicht schlug und sich doch bewährte./ Bei ihm war um die Achse, die feststand, ein Stern von sechs Zylindern angeordnet, die sich drehten und so die Bewegung der Luftschraube herbeiführten. Für kurze Zeit lief er durchaus zuverlässig, und das war alles, was man damals verlangte. An Dauerslüge dachte man noch nicht, dafür wäre er kaum geeignet gewesen, die sehr gewagte Konstruktion des Triebwerkes hat seine Lebensdauer auch immer stark eingeschränkt, obwohl er noch bis in die ersten Jahre des Krieges stark verwendet wurde. Es ist interessant, mit diesen Zahlen einmal die Leistungen unserer gut s l i e g e n d e n Vögel zu vergleichen. Scheinbar liegen sie— es gibt verständlicherweise keine unbedingt zuverlässigen Zahlen darüber— viel tiefer, aber nur scheinbar. Nach verschiedenen Untersuchungen leistet die Taube je Kilo ihres Gewichtes'/-» bis PZ. Das bedeutet aber nicht, daß ihr Motor je PS etwa 39 oder 37 Kilo wiegt, denn damit könnte sie in der Tat nicht fliegen. Vielmehr wiegt ihr ganzes Flugzeug je PS soviel, und das ist erstaunlich wenig. Im Vergleich dazu wiegt ein Leichtflugzeug wie Udets„Kolibri" je PS nur 13,9 Kilo, und andere Kleinslugzeugs wie„Sausewind I" oder II kommen nur auf 8,6 bis 9,2 Kilo je PS. Große Flugzeuge, wie sie für den gewöhnlichen Luftverkehr ver- wendet werden, bringen es gar nur auf 6 bis 7 Kilo je PS, soweit ist also die Tragsähigkeit des Vogels größer. Man erkennt die Unterschiede vielleicht am besten aus der Flächenbelastung, das heißt dem Gewicht, das das Quadratmeter tragender Fläche zu tragen hat. Bei Hausschwalbe und Mauersegler beträgt diese Zahl 1,5 bis 2 Kilo, bei einem Flugzeuge normaler Bauart dagegen etwa 29 Kilo, bei Kleinflugzeugen sogar 39 bis 4(j> Kilo. Aus nichts geht die geradezu verschwenderische und das Fliegen so außerordentlich begünstigende Bauart der Vögel so deutlich hervor wie aus solchen Zahlen. Freilich zu einer zu ungünstigen Beurteilung unserer Flug- zeuge darf auch das nicht führen, sie haben ihre Vorzüge auf der anderen Seite, nämlich was die Zuladung, also die Tragsyhig- k e i t anbelangt. Wieviel ein Vogel an Zuladung ohne Be- einträchtigung seiner Flugfähigkeit zusätzlich tragen kann, ist noch sehr wenig bdannt, einige Versuche lassen aus 19 bis 12,5 Proz. des Eigengewichtes schließen. Es kommt wohl auch vor, daß ein Wander- falle von 1199 Gramm Gewicht eine Wildente.von 1999 Gramm Gewicht schlägt und mit ihr in die Luft steigt, dann ober wird seine Flugfähigkeit doch erheblich beeinträchtigt. Unsere Flugzeuge tragen dagegen eine viel größere Zuladung, schon bei Kleinflugzeugen beträgt sie etwa 69 Proz. des Eigengewichtes, bei Verkehrsflugzeugen noch mehr. Andererseits ist bekannt, daß manche Zugvögel vor Beginn des Zuges einen Fettansatz ausweisen, der bis zu 39 Proz. ihres Normalgcwichtes beträgt und während des Fluges als Energiequelle dient. Diese Frage bedars also notwendig noch weiterer Klärung. Nun zurück zum Flugmotor, dem Geschöpf menschlichen Denkens. und Schaffens. Der Gnöme-Motor war ein luftgekühlter Motor, begreiflicherweise, der rasend umlaufende Zylinderstern erzeugte ja eine derartig energische Luftkühlung, daß jede andere unnötig war. Als man ihn aber verließ, entstand sofort die Frage, oblsUmn bei Luftkühlung bleiben oder zur Wa s s e r k ü h lu n'g übergehen sollte. Die ganze Entwicklung dieser Frage hier., zu schildern, wWde viel zu weit führen, entschieden ist sie ja schließlich selbst heutzutage noch nicht. Man baut heute im wesentlichen zwei Arten von Flugmotoren: eine, die äußerlich dem Gnöme-Motor ähnlich sieht, den sogenannten Sternmotor, bei dem die Achse von einem Zylinderstern umgeben ist,, der aber im Gegensatz zum Gnöme-Motor still steht und eine, bei der über der Achse V-förmig angeordnet zwei Reihen von Cylindern stehen. Der Stern- motor wird nur für kleinere Leistungen, aber dann ausschließlich luftgekühlt gebaut, der V-Motor dient zur Erzeugung größerer Leistungen und wird wassergekühlt. Daß man den Sternmotor nur für kleinere Leistungen baut, liegt daran, daß er bei seiner sowieso sehr großen Fläche einen erheblichen Luftwiderstand erzeugt. Ver- größert man die Leistung, wachsen natürlich auch die Abmessungen und damit der Luftwiderstand noch mehr, man kommt dann schließlich an den Punkt, wo die erhöhte Leistung durch den wachsenden Luft- widerstand wieder ausgezehrt wird. Unterhalb dieser Grenze muß man sich natürlich halten und diesen Punkt hat man im wesentlichen erreicht. Andererseits hat der wassergekühlte Motor seine Nachteile, die vor allem in der Verletzlichkeit des Wassermantels bestehen, die namentlich für Kriegsflugzeuge eine große Rolle spielt. Eine Schuß- Verletzung, sei es auch nur durch einen Maschinengewehrtresjer an sonst nebensächlicher Stelle, setzt den ganzen Motor außer Gefecht. Dazu kommt die Gefahr des Einfrierens, der man allerdings dadurch zu begegnen sucht, daß man hochsiedende und schwer einfrierende Kühlmittel an Stelle reinen Wassers gebraucht. Immerhin gibt es trotzdem Fälle, wo der llistgekühlte Motor unbedingl am Platze ist. Um die Leistung des Motors zu steigern, worauf es bei der heutigen Tendenz sehr große und schnell fliegende Flugzeuge zu bauen, sehr ankommt, ist es indessen nicht die wichtigste Frage, wie man die erzeugte Wärme abführt, sondern vielmehr, wie man auf gleichem Raum möglichst viel Wärme erzeugt, das heißt möglichst große Brennstoffmengen verbrennt. Das hängt nun gar nicht vom Brennstoff ab, sondern vielmehr von der Luftmenge, die der Motor aufnehmen und zur Verbrennung verwenden kann, und die wird bekanntlich in größeren Höhen durch die dünner werdende Luft stark herabgesetzt. Deswegen hat sich heute die aus dem Automobilbau als Kompressor bekannte Maschine allgemein eingeführt, ein Gebläse, das die Zylinder mit Luft füllt, deren Druck man so regeln kann, daß immer die gleiche Sauerstoffmenge zur Verfügung steht. Damit ist die Motorleistung praktisch von der Flughöhe ganz un- abhängig geworden. Der Vergrößerung der Motorleistung stehen somit kaum noch Hindernisse entgegen. Ein anderes, gewissermaßen selbst geschaffenes Hindernis war die Tendenz, als Fliegerbenzin nur das spezifisch leichteste Benzin zu verwenden. Bald lernte man eine Erscheinung kennen, die eben- falls aus dem Automobilbetrieb sattsam bekannt ist, das sogenannte Klopfen. Nun ergab aber die wissenschaftliche Untersuchung, daß das Klopsen durch Zusatz sogenannter aromatischer Kohlenwasser- stosfe zum Benzin beseitigt werden kann, wodurch freilich das Benzin schwerer wird(diese aromatischen Kohlenwasserstoffe' haben sämtlich höhere spezifische Gewichte als die Parafsine oder Naphtene). Und es ergab sich, daß das Benzin der Oelbrunnen von Borneo von Natur so reich an solchen aromatischen Kohlenwasserstoffen ist, daß es vollkommen klopffest ist. Bis vor kurzem war dafür, wegen seines hohen Gewichtes, kein Absatz zu erreichen, und es mußte weit weg von den Oelcfuellen in die Wälder geleitet und dort ver- brannt werden! Heute ist es das begehrteste Fliegerbenzin. ) 1 f Die Reichsbahn spart. Auf Kosten der Sicherheit. Der Einheitsverband der Eisenbahner protestiert gegen die unheilvollen Auswirkungen der Sparmaßnahmen der Reichsbahnhauptoerwaltung. So beabsichtigt die Verwaltung, im Zugbegleitdienst noch weiteres Personal abzubauen, Güter- züge bis zu 60 Achsen sollen nur noch mit einem Zugbegleitbeamteii gefahren und den Personenzügen in Zukunft 30 luftgcbremste Güterachsen ohne besonderen Zugbegleiter angehängt werden Durch diese Sparmaßnahme wird ohne Zweifel die Betriebssicher- heit aufs Spiel gesetzt. Abgesehen davon sinken die Aus- sichten der Zugführeranwärter, jemals zum Zugführer befördert zu werden, immer weiter. Seit Jahren warten schon 7000 Anwärter vergeblich auf eine Beförderung zum Zugführer, Oer amerikanische Lohnabbau. Was sagsu die Gewerkschaften dazu. Washington. 25. September. William Green, der Präsident des amerikanischen Gewcrk» schaftsbundes, schätzt die Zahl der Arbeitslosen auf zehn Millionen. Trotz der Einsicht führender Industrieller, daß durch Lohnkürzungen die Kaufkraft geschwächt und die Wirtschaft geschädigt wird, geht das Unternehmertum mehr und mehr dazu über, die Löhne herunter- zudrücken. Die großen Stahlgefellschaften haben die Löhne bereits um 10 Proz. gekürzt. Die Gewerkschaften erblicken darin den Versuch, den Lebens- hallungsskandard der amerikanischen Arbeiterschaft auf das Niveau der europäischen Arbeiter zu bringen. William Green bezeichnete die Lohnkürzung als moralisch falsch und wirtschaftlich ungesund und oerlangte, daß der Stahlindustrie der Zollfchuh entzogen werde. Bisher find nach den Berechnungen der Gewerkschaften etwa. 300 000 Arbeiter von der Lohnkürzung betroffen worden. Es sei jedoch damit zu rechnen, daß in Kürz« über eine Million Arbeiter in Mit- leidenschaft gezogen würden. Allein in der Stahlindustrie machten die Lohnkürzungen mehr als 40 Millionen Dollar aus, wovon die United States Steel Corporation allein 30 Millionen schluckt, -100000 neue Miiglieder gewonnen. Erfolg des niederländischen Gewertschastsbvndes. Durch eine intensive Organisationskampagne ist es dem Nieder- ländischen Gewerkschaftsbund gelungen, seine Mitgliedcrzahl in den Jahren 1927 bis 1931 von 200 000 auf 300 000 zu erhöhen. In einem besonderen Aufruf an alle Mitglieder die zu diesem glänzen- den Resultat beigetragen haben, spricht der Vorstand der holländi- schen Landeszentrale seinen Dank für das erzielte Resultat aus. � EiJ£Ä Heinrich(Cunoto; Allgemeine Wirtschaftsgeschichte. Vierter Band: Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft in Deutschland, Frankreich, England und den Vereinigten Staaten von Amerika. I. H. W. Dietz Nachs., G. m. b. H., Berlin 1931. Mit einer gedrängten Darstellung der kapitalistischen Wirtschaft der großen Staaten schließt h. Eunow seine Allgemeine Wirtschasts» gefchichte, die sich über einen gewaltigen Zeitabschnitt von der primi- tiven Sammclwirtschaft bis zum hochkapitolismus erstreckt. Wenn man dos dickleibige Wert Werner Sombarts über den modernen Kopitalismus überschaut, das allein dem Hochkapitolismus zwei starke Bände widmet, so erkennt man die ganze Schwere der Auf- gäbe Eunows, der die Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft Deutschlands, Frankreichs, Englands, Rußlands, der Vereinigten Staaten in einem Bande meistern muhte. Und diese Aufgabe ist ihm wohlgelungen. Gerade die tiefgreifenden Unterschiede in dem Werden der kapitalistischen Wirtschaft der Großstaaten treten bei ihm plastisch hervor. Wer heute an dem Aufbau eines neuen wirt» schaftlichen und sozialen Europa mitarbeiten will, der muß sich in den Entwicklungsgang der führenden europäischen Staaten, in ihre wirtschaftliche und soziale Struktur eingelebt haben. Man kann sich schnell und gründlich in der Eunowschen Wirt- schaftsgeschichte über die mehr oder weniger gewaltsame Umwälzung des Feudalismus in den Kapitalismus in den einzelnen Groß- staatcn, über die„Bauernbefreiung", über die Ausdehnung und die Bedeutung der Bauernschaft in diesen Staaten unterrichten. An- schauliche Bilder der einzelnen Entwicklungsstufen der sozialen Klasien werden gezeichnet. Wir verweisen hier nur auf feine Schilde- rungen de» Elends der preußischen Bauern um 1774, der Hunger- leidcrcxistenz der Handwerker, der Meister und Gesellen im Vor- märz und der grauenvollen Lage der englischen Lohnarbeiter in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Die erschütternde Tragödie der arbeitenden Klassen in dem Werdeprozeß des Kapita- lismus bestätigt immer wieder das Wort von Karl Marx, daß dos Kopital„von Kopf bis Zeh, aus allen Poren blut- und schmutz- triefend zur Welt gekommen ist". In dieser Hinsicht ist gerade die Wirtschaftsgeschichte der Vereinigten Staaten von Amerika mit ihrer Versklavung der Schwarzen, mit ihren skandalösen, direkt an Raub und Diebstahl erinnernden Vermögenscrwerbungen besonders lehr- reich, In seinen„Schlußbetrachtungen" läßt uns Eunow nochmals die Hauptresultate seiner wirtschaftsgeschichtlichen Forschungen über- schauen, die uns zur Berichtigung mancher unklaren Vorstellungen über den Urkommunismus, über die Bedeutung des primitiven Handels, über die Entstehung der Viehzucht und des Ackerbaues geführt haben. Die Eunowsch« Wirtschaftsgeschichte prägt uns die Lehre ein, daß sich die ökonomische Entwicklung bei den heutigen Kulturvölkern nicht in genau derselben Stufen- und Rechenfolge vollzogen hat, und daß wir uns auch in der Zukunft auf manche unterschiedliche Gestaltung ihres ökonomischen und sozialen Lebens vorzubereiten haben. Paul Karnpffmeyer. Rundfunk am Abend. Freitag, 25. September. Berlin. 16.05 Walter friedlinder; Internationaler Leichtathletik-Rundblick 1931. 16.30 KlavlervortrJee. 17.00 Alfred Schmid Noerr, Nene Dicbtonaen. 17.25 Jugendstnode. 17.45 Das neue Buch. 17.55 Alfons Qoldschraidt: Cut» and die Weltwirtschaftskrise 16.15 Dr. Marhefka: MäglicHkeiten einer deutsch-franaäaiscben Verständignn*. 16.40 Aus dem Hotel Kaiserhof: Unterbalhnusmusik. 19.00 Aus dem Apello-Theatcr, Rathenow; Chorgesinee. 19.30 Wovon man spricht.» 20.00 Aus der Singakademie: Sinfonie-Koniert. Dir.: Oeneralmnsikdireklor Dr. h. c. Hermann Scherchen. Wihrend der Pause(21.00): Tages- und Sportnachrichten. 22.00 Dr. Josef Rluscher: Politische Zeitongsschau. 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. AnschlleOend: Abendunterhaltung. Kasleswnsterhsasea. 16.00 Pädagogischer Punk. 16.30 Von Leipzig: Konzert. 17.30 Dr. Venrmer: Heilmittel, die der Körper selbst e mengt. 13.00 Volkswirtschaftsfunk. 13.30 Prof. Dr. Hans Reichenbach: Entwicklung des geometrischen Denkens(IV.), 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 19.30 Die Welt des Arbeiters. Peter GraDraann: Die Bedeutung der Gewerkschaften für Volk und Staat. 19.55 Wetter(Wiederholung). 21.10 Von Breslau:„Ein Leben in Versen". ■Bcronttnocil.(Ilt hie Olchoriion; Aich, djetnftetn, Betlitt; Anäetnrn: TH.«lade. Berlin.!!erlo->: Vorwörta jtrrlng®. m. b. v.. Berlin. Druck: üormnrte Bit». hruckerei und Berlnooanitolt Poul Sinaec& 60.. Brrli»£8 68. L'mbenlirahe 3. _ Sieriu 1 Beilage-__ Der Herrenmäßig gearbeitete Damenmaatel: exakt, schnittig. klar in der Linie— das ist die neue Leineweber-Attraktion! Die Damenmäntelabteilung des Hauses am Köllnischen Fischmarkt wurde soeben eröffnet. Unverbindliche Besichtigung und Anprobe wird jeder Dame eine interessante Halb- Stund- bereiten. Sie findet den für ihre Figur passenden Schneidermantel in reicher Mannig- faltigkeit moderner Schnitt- und Farben fertig vor— und dos zu Fertigkleidungspreisen!— Alle anderen Abteilungen des Hauses stehen— wie seit vierzig Jahren— ganz im Dienste der Herren- welt. Di« solide, elegante und zeitgemäße billige Leineweber- Winterkleidung zu tragen, wird auch in diesem Winter ein wirkliches Vergnügen sein! Staats Tüeater Staatsoper Unter den Linden. Freitag, den 25. September 20 Uhr- Ende 22'- Uhr. Der PFelfertag Staatliduuspieltuin DiailanuofflutiL Anfang 20 Uhr Die natfirlldie Tochter Sdiiller-Tlieater Ckntottaiigri. Anfang 20 Uhr Die Helral Winter- MUntol IQ ü? fesche Form, roine Wolle Frauan-Käntel 9Q— gröBte Welten 49.— 39—«■«»• laden-Mäntel 17 50 in allen Weiten S9a— 29.—."■ MaSanfertigung besonders iflr stärkere Damen Daintnmantel- Fabrikstlon und Handluoi Paul xomtsene oper «>.- Uhr Thron zu vergeben Operette v.Ncidhan Musik v, Witmann Lcux, Elster, Lilien, Preis«; 0,50—7,- M ßsDiscöss meaiEr 8 Uhr von Schiller Rtgii: Mai Reinbardt Lichterfelder Festsäle Zehlendorfer Straße 5 OeKonom Otto sctiüiing Teiaphon: Lichtarteida 03 1448 Festsäle für 1508 Personen BodueüssSie:: Terelniainimerltlr 20-300 Personen CroSer siattiger lahirgtrteii für Wl> PtiuieB mit Tierpari and tiBdirspielplltzan Theater am Nnllendorkplata Täglich 8>, Uhr Sonntag nadun. 4 übr Max Adalbert in: Der beschleunigte Personenzug Sooatw Duhm, bilb« Pniu von 0.25 M- an VotusbUhne Tbea'nr an Bülowplatz 8 Uhr Nebeneinander Volhitld in! Uten nn Cttig bis» Rhu; fLU. lutii. jchiiler-Thcater 8 Uhr Die Heirat Betten-PflrsC Berlin- Neukölln Hermann- straße 33 Berlin- Tempeibo! Berliner Gegründet 1908 StraOe 132 Telephon: F» Neukfilln 141«. PROGRAMM fOr die Zeit vom 25. bis 24. September INO-TAFEL üaHSEJ Potsdamer Strafe 35 W. S. 7, 9, S. 3, 5, 7, 9 Uhr _, 4 lustige Tage! D«r storch»trrlkl mit Slegfr. Arno, UrtoU Grabley— Jugcndl. Zutritt! Rhcmstraije 14 kMci.., W. Li, 7. 9. S- 3 5. 7. Q Uhr Mein Her» sehnt sich nach Urbc, Lustspiel, m. M. Adalbert. Marianne WinkcUtcrn. Jobannes Riemann Odeon. Potsdamer Str. 75 W. 5. 7. 9, S. 8. S, 7. 9 Uhr In GcbelmdUnst mit Willy Frtlicb, Brigitte Helm Turm strafe 12 b's.Vt.Su Im Geheimdienst mit Willy Frltdb, Brigitte Helm Alcxonderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet, Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr Um«Ine NaaenlSnge, Lustspiel, mit sleglr. Arno, Lacle EnglUth, Jnlliu F.lfccnslein- Jugendliche Zuttilt! H_ Unter den Unoen fc Unter den Linden H (Bis Sonntag) Die Kamera Tflglich 3. 5. 7. 9 Uhr Oer Qolem mit Panl Wegcncr Noiierefa. Regie; F. W, Marnau Westan PrimuS'Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretensir. Wochentags 5.15, 7.15. 9.15 Uhr Sonntags 3.15, 5.15, 7.15. 9.15 Uhi Uraufführung; Der ongelrenc Ekke- hart m. Ralph Arthur Robert«, Lud Arn«, LbcIc EaglUdi FriedriciiTtSdV' Franziskaner??g�kr,nv0o?m. OeorgensiraBe(Ecke Friednchstraüe) 2 Tonfilme: Die Fran von der man sprisbl mit Mady ChrUtian« ZwUchcn Nacht und Morgen (Dirnen tragödle) G Moabit B Artushof Bahne s�ntaVSu Perleberger Str. 29 Tonlustspiel; Oer Schrecken der Garnison m Felix Breuori— Tonbclpc.— BObncnuhoa We-U-Kinr» w-"■ 15 00 U- W Cll-lVlnO Sonnt, ab 4.45 U. Mi-Moabit 99 Tonfilmoperettc; Wenn die Soldaten mit Cbarlolle Ander, Vcrebcs Tonbeiprogramm— Tonwoche f"charrpttenbura M Kant-Lichtspiclc Kamstr 54(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5. 7, 9 Uhr S. ab 3 Uhr Der kiel- e Seilentprong mit Renate Möller, Herrn. Relmlg— Belprogr. Germania-Palast Charlottenburc. Wümersdorfer Str. 53154 Woch. 5, 7, 9 Uhr, Sonnt. J, 5. 7, 9 Uhr Die Schlacht von BademOnde, Lustspiel. mit Max Adalbert Schlüter-Thcatcr Schiüterstr 17 Sonnt 3 U. Igd.-Vorst Nie wieder Liebe, Tonlustspiel, mit Breuari. Harvcy, Lledtke— Beipr. c Wilmersdorf Atrium Bcbä-Palast Raiserallee. Ecke Berliner Straße W 7 u. 9.15 Uhr S. 5. 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Tonlustspiel: Die schwebende lungfrau mit SsOke Irakall, Fritz Sdnuz. Llssi Arn«, Dina Gratia, Adele Sandrock Regie; Carl Boese— Tontilmbelpr. SenSmberg Titania Schonebg. Hauptstraße 49 Sonntags 3. 5. 7. 9 Uhr Der Storch streikt, Tonlustspiel, mit Siegfried Arno— Tonheiprogramm jugendliche haben Zutritt! Kroncn-Lichtspielc Rheinsir. 65 Wochentags 7, 9 ehr Sonnab., Stg. ab 5 Uhr Mensdbcn hinter Gittern, Krimina'. tonfllm, mit Heinrich George, Dlta Parlo, A. Polnlner, Morgan Beiprogramm O'sta'ai'i'Vii' B Titania-Paiest sij.Ä'gü Steglitz. Schloßstr.5. Ecke Outsmutnsstr Uraufführung; Der angetreno Ekkehard, Tonlustspiel, m Ralph Artbnr Roberts, Llssi Arn«, Lacle Englisch, Fritz Schulz, Paul Henkels, Marg. Kopfer— Tortfl mbclprogramm U itta�'fc Beginn titheh " 7. 9 Uhr Zell Potsdamer Str. 40 Stg. 3 Uhr: Jugendv Lichter der Crogstadt mit Charly Chaplin— Beiprogramm jugendliche haben Zutritt! MsrfwndorF Mm I i Martendorter Woehentg. ria~ L>1 Tonllchtsplele 6>h. 9 Uhr Chausseestr. 305 So ab 5 U. Tonfilm: OoDanmoni, Die Hölle von Verdun— Rango, Aus den Urwäldern Sumatras— Jugendliche haben Zun Itt Tivoli Berliner Str. 97 Tägl. 5. 7, 9 U. Stgs. 3. 5. 7, 9 Uhr Tonlustspiel: Die Schlacht von Bado münde mit Max Adalbert Tonbeiprogramm Täglich 5, 7. 9 Uhr Kurfürst DorfstraBe 22, Ecke Berliner Str. Der kleine Sellensprnog m. Renale Müller, Herrn. Tblmlg— Tonbefpr. Sonnt,3U; Jugd.-V, itrafe Naukölin Mercedes- Palast Hermännstr.212. Woch. 6>h. 9, Stg. ab 3 lüüproz. Tonfilm: Menschen hinter Slttem mit Heinrich George— Bühne; Belcantislea Primus-Palast sÄÄ Am Hermannplau, Urbansir /2/76 Tonschwank: vm eine Nasenlänge m Siegfried Arno— Bühne: Intern. Varleiö— lugendliche haben Zutritt Siegfried Arno Freitag zur 1 Vorstellung persünlicb anwesend I Wochen t. 6.45, 9 U. Sonnt 3, 5. 7, 9 U. Kottbusser Damm 92 Der keine Seitensprung mit Renale Kukuk ottbusser C Der keine Seitensprung mit Kennte Müller, Herrn. Thlmig— Tonbelpr. )P vs-aklairvT* Wochcnt. 6.45, 9 U. E-XCCISIOr sonnt. 3, 5. 7, 9 U. Kalser-Friedrich-StraBe 191 Tonfilm; Die Schlacht von Bade münde mit Max Adalbert— Zier Kabarettonfllm Stern« Hermannstra�e 49 Wochent. 6,45. 9 Uhr. Sonnt 5 7, 9 Uhr 100 proz Tonfilm: EUsobc'h von Or.sterrelds m. Lil Degover, Panl Otto— ToBbeiprogramm j SOdweat'en B Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12 W. ab 5. So. ab3Uhr lOupioz. Tonopperette; Die Blumen- f an von Lindenau mit Renate Müller— Tonbelpr,— Tonwodbc Film-Palast Kammersäle Teltower Str. I W. 5�0. Stg. ab 3 30 U lOOproz Tonfilm: Im Geheimdienst mit-------"------" ___ r.„...Hilm:>m Geheimdienst mit Brigitte Helm, Willy Frlbch- Tonheiprogramir SUcien Th. am Moritzplatz Beg. Wo. 5. 7, 9, Stgs ab 4J0 Uhr Ich heirate meinen Mann m. Trade Berliner, Sz. Ssakali, Ige Syra— Mit Byrd zum Südpol ■ tüdpstan m Luisen-Theater Reichenberger Str. 34\ Im Geheimdienst m Brigitte Helm, Willy Frilsth- Der Kampf mit dem Drachen mit Felix Bressart Stella-Palast Köpenicker Straße 12-14 Wochtgs. ab 6>.b U., Sonntags ab 3 U. Tonfilm Lustspiel; Trara um Liebe mit Felix Bressart, Maria Paadicr, Georg Alexander Auf der Bühne: Martha Weslems, Folie» Girls und Lichiilluslonen Neue Philharmonie Köpenicker Str 96. Ii 0 proz Tonlustspiel: Das Ekel mit Max Adalbert- Beiprogramm— Bahnen schau Wochent ab öu? U r XUnClH Sonntags ab 3 Uhr, Am Görlitzer Bahnhol Tonlustspiel: Um eine Nascnlingc mit Siegfried Arno Internationales VarieM Jugendliche haben Zutritt U BnumschulenwaB'� Lichtspielhaus Baumschulenstr. 78 Sonnt 2U: J.-V. Im Geheimdienst mit Willy Fr lisch, Brigitte Helm— Beiprogramm Treptow- Sternwarte Sonnabend 8, Sonntag 4, 6, 8 Uhr: In den Alpen, Filn* v. d. gewaltig- Schönheit des Hochgebirges „Elysium" mITT' Wo. 5.15, 7.00. 9.15. So. 3.15, 5. 7.15, 9.15 U. Der Storch streikt m. Siegfried Arno Bühne: Lotte Werkmeister Foztoowocbc Landsberger 40, Hl Flora-Liditsp. Anee W. 6', 5. 9 U-, Stg. ab 4 U. Tonwoche Im Geheimdienst mit Willy Pritsch, Brigitte Keim- Belprogr, ostnn Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Woch. 6-30, Sonnab. 5, Sonnt ab 3 Uhr Der große Tonfilmerfolg: Menschen hinter Gittern mit Heinrich George Auf der Böhne: Das Professor-Holllnder-Trlo LunasPalastsWoch sTJfir Sonnt.ab 3Uhr Große Frankfurter Str. 121 Tonfilm: Der Horch streikt m. Siegfried Arno, Fritz Schulz— Varieldschaa Schwarzer Adler Xiteew Woch. 5. 7. ca. 9, Stg. 3, 9, 7, 9 U Tonfilm: Die Frau, von der man spricht m.Mady Christians, H. Stüwc Bühne: Berliner Humor. Georg B. Schmidt V.T.Liditspicle(Viktoria) Frankfurter Xflee 48 W. 5, Sa 3 Uhr Wegen Riesenerfolges verlängert; Das Gebe mnis der roten Katze mit Siegfried Arno- Tonheiprogramm >»antrum h Babylon� am Bülowplatz Wochentags 5, 7, 9.10, Sonntags 3 Uhr 100 proz. Tonfilm: Der Storch«treibt, Tonlustspiel, mit Siegfried Arno Bühne: Martha Hühner, varod istin lugendliche haben Zutritt!' W Wau-Llchtenbera"h Kosmos-Liddspiele LUckstraSc 70 W. 5. 7, y S 3, 5, 7 9 U Die grobe Attraktion mit Richard Tauber— Tonfllmhclprogramm Bühne: Grogci Roxy-Revne-Acv siaiinngs-Balleit 0�� Wcl' cn-.<:«■ Harmonie so0ncnhtens.? ü. S ü Langhan sst-, 23 Zwei Tonfilme: Der Bergführer von Zakopane mit Domenleo Gamhino Zimmer 107 mit Fritz Schul* Bühnenschau- Orchester PROGRAMM für die Zeit vom 25. bis 25. September Schloßpark Film. Bahne Berliner Allee 206—216 6.30. 9 Uhr Tonfilm: Menschen hinter Oiticm m. Heinrich George, Dlta Parlo Beiprogramm tg FrT�clricttsfaldQ�_ N Kino Busdl Beginn-"� Uhr AH-Friedrichsfelde• 100 proz. Tonfilm. Der Schrecken der Garnison mit Felix Breisart, Lucie Englisch— Beiprogramm— Woche Jugendliche haben Zutritt! ■ Word an M Alhambra Wochent. 5. 7, 9 U., Sonnt. 3. 5, 7, 9 U Mein Herz sehnt sich nach Liebe (Der Hellseher) mit Max Adalbert Pharus-Lichtspicle Müllersfr.142 W.S,7,9U, Stg. 3.5.7.9U. Der Storch streikt mit Siegfried Arno. Ursula Grabley— Tcnbel- prograinm—* Jugendliche Zutritt Dankow Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 7 u. 9. Stg. 5, 7.< U- Tonfilm: Lldjter der Gro�tl«dt m.t Chanie Chaplin Tonfllmhclprogramm .y,., Wochent 7, 9 Uhr. 1 1 voll Sonnt 5, 7. 9 Uhr. Berliner Straüc 27 Tlvoll-Orthetter Tonfilmoperettc: Der kleine Seifen- sprnne mit Renale Müller. Herrn. Thlmig— Wothen-ronheiprogr.— Bühnenschau C,, l?..**!—* Fiimpalast Tegel Äf Wochent. b. Sonnt 4>,c U. 106 pror. Tonfilm: Trara um Liebe m. Felix Breuari, Marie Paudlcr- Tonwoche— Beiprogramm Filmpaiast Sts. Berliner StraSe 59 100 proz." Der Zinker(nach Edgar I m. Lis»| Arn«, Hörbiger, IL Beiprogramm