Nr. 161. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monat lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschluß: Amt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Die Dienstag, den 14. Juli 1891. ob Expedition: Benth- Straße 3. Gesellschaft, und demnächst wird sich auch der Juristentag mit Vortrage des Dr. Heck herausgefühlt. Die Debatte, die sich der Frage der Abzahlungsgeschäfte befassen. Das Resultat an denselben schloß, verlief auch resultatlos; man zweifelte, Abzahlungsgeschäfte. all dieser Erörterungen läuft jedoch auf dasselbe hinaus, wie eine Befferung der Schäden, welche die Abzahlungsgeschäfte die Diskussion aller anderen sozialen Fragen, bei denen man mit sich führen, durch die Gesetzgebung erreicht werden könne. Einer doppelten Ausbeutung unterliegt in unserer privat es vermeidet, den Kern der Sache zu berühren, die Krank Man sieht hieraus schon die verkehrte Auffassungsweise, kapitalistischen Wirthschaft der Arbeiter. Als Produzent ist heit nicht an ihrer Wurzel anzufassen wagt, sondern nur an welche die Abzahlungsgeschäfte als Ursache statt als Folge er abhängig vom kapitalistischen Unternehmer, und in der den äußeren Erscheinungen herumdoktort. Die Stellung- gesellschaftlicher Schäden behandelt. Schließlich sah man anarchistischen Produktionsweise, die nicht das Gemein- nahme dieser Doktoren gegenüber den Abzahlungsgeschäften das ganze Heilmittel darin, daß den ärmeren Klassen die interesse, sondern den Profit der einzelnen Unternehmer im ist nun eine verschiedene. Die Zünftler möchten sie mit Möglichkeit gegeben würde, ihre Bedürfnisse, wo es sich um Auge hat, ist er fallen Wechselfällen, welche dieselbe hervor Haut und Haar vernichten, nicht aber aus Gemeininteresse größere nothwendige Sachen handle, durch solidere Handelsrust, preisgegeben. Scheint einmal für den Arbeiter die oder aus Fürsorge für die beschwindelten Käufer zu geschäfte zu beschaffen. Auch hier wurden wieder die abGelegenheit günstig, ein wenig seine Lage zu verbessern, so solchem Standpunkt erheben sich die Zünftler nicht mehr, gestandenen Schulze- Delitzsch'schen Heilmittel, die Bildung von genügt die geringste Geschäftsstockung, diese Verbesserung sie kennen nur das eigene persönliche Interesse, und sie Kreditgenossenschaften, empfohlen, an deren Wirksamkeit wieder rückgängig zu machen, und jede Krisis, wie sie in würden die Abzahlungsgeschäfte selbst dann oder gar noch freilich selbst Reiner recht glauben mochte. immer fürzeren Zeiträumen wiederkehrt, wirft Unzählige in mehr bekämpfen, wenn sie den Käufern die höchsten Vor- Das Beste, was zu Gunsten der Abzahlungsgeschäfte das größte Elend. Die Nothlage des Arbeiters macht theile böten, sie hassen in den Abzahlungsgeschäften nur den gesagt wird, läuft immer und immer auf das hinaus, was hn wiederum nach anderer Seite, in seiner Eigenschaft Konkurrenten. auch zu Gunsten des Wuchers gesagt wird. Es ist besser als Konsument, abhängig und der Ausbeutung preis- Die Nothwendigkeit der Abzahlungsgeschäfte oder doch die Geld auf hohe Zinsen, als gar nicht zu erhalten. Ohne segeben. Er fann nur in kleinen Quantitäten ein- Unmöglichkeit ihrer vollständigen Beseitigung wird sonst wohl Abzahlungsgeschäft könnte die arme Näherin gar keine Nähfaufen, er ist vielfach auf den Borg angewiesen allgemein von allen Richtungen der privatkapitalistischen Prin- maschine haben, so hat sie dieselbe wenigstens, wenn and durch diesen auch in der Wahl seiner Waaren- Bezugs- zipien anerkannt. Die Vertheidiger der Abzahlungsgeschäfte auch zu Wucherpreisen. Das ist eben der Fluch quellen gebunden. Je geringer der Verdienst, um so ver- heben die wirthschaftliche Wohlthätigkeit derselben hervor. Es unsrer privatkapitalistischen Produktion, daß die Möghältnißmäßig größer ist der Verlust, den der Arbeiter als wird mit Vorliebe auf die Nähmaschinen hingewiesen, lichkeit der Existenz von der großen Masse des Volkes Ronsument erleidet. welche ihre ungeheure Verbreitung nur dem Abzahlungs- mit Wucherpreisen gezahlt werden muß. Als Produzent ver Der Nothlage der Arbeiter verdankt eine Geschäftsart geschäft verdanken. Der armen Lehrerin wird das eigene fällt er dem Wucher, er hat dem Kapital Mehrwerth zu Der Neuzeit, die immer weitere Ausdehnung gewinnt, ihre Klavier, dem jungen Beamten die Gründung eines Haus- schaffen, er hat ihm zehnstündige Arbeit für den Lohn einer Entstehung. Es sind dieses die Abzahlungsgeschäfte. Ge- halts ermöglicht, die Sparsamkeit wird gefördert, der In- fünfstündigen oder noch geringeren Arbeitszeit zu leisten, brauchsgegenstände, deren Preis über den Tages- oder Wochen- duftrie größerer Absatz vermittelt, unerschöpflich ist die und als Konsument verfällt er nochmais dem Wucher, da ohn des Arbeiters hinausgehen, werden in denselben in der Fülle der Segnungen, welche das Abzahlungsgeschäft über die Noth ihn veranlaßt, für seine Bedürfnisse einen doppelten Weise verkauft, daß der Käufer den Preis ratenweise ab- das Publikum ergießt. Freilich ständen diesen Segnungen Preis zu zahlen. Die Abzahlungsgeschäfte folgen übrigens nur den Gejahlt. Zur Sicherung behält sich der Verkäufer das Eigen- auch Nachtheile gegenüber, die zu beseitigen seien. Die Abthumsrecht an der verkauften Waare vor, das an den Käufer zahlungsgeschäfte locken an zur Anschaffung von übersetzen, die überall im Handel und Wandel, auch im soliden, Das besondere Odium trifft nur ebenso wie man beschränke also die Ab- gelten. Das besondere Odium trifft rst nach Zahlung der letzten Rate übergeht. Der Käufer flüssigen Gegenständen ift dadurch in der Lage, manche Gegenstände, auf deren zahlungsgeschäfte auf einen bestimmten Waarenkreis. Wie allen anderen Kleinwucher, der umittelbar mit den NothErwerb er sonst verzichten müßte, zu kaufen, aber er dieser aber zu begrenzen, das bildet auch schon den Gegen- leidenden in Verbindung tritt, und der Großwucher liebt gat es um einen Wucherpreis zu thun. Die Nothlage des stand des Streits. Wird auf der einen Seite als Wohl- es nur den häßlichen Schein des Wuchers auf den KleinRäufers, der Geschäfts- und Zinsgewinn des Verkäufers, that des Abzahlungsgeschäftes die Ermöglichung eines Haus- wucher abzuwälzen, ganz so wie der brotvertheuernde der gesellschaftliche Makel, der auf dem Wucher im kleinen standes angeführt, so wird auf der anderen( konservativen) Agrarier die Bäckermeister vor dem Volke für das theuere Brot verantwortlich machen möchte. Maßstabe ruht, dieses und eine Anzahl anderer Momente Seite gerade diese Erleichterung als Uebelstand betrachtet. werden bei dieser Art Geschäfte in Anrechnung gebracht. Eine weitere Forderung zur Verhütung von BeAber der Käufer hat nicht nur besonders hohe Preise zu nachtheiligungen sind rein polizeilicher Natur; es wird eine ahlen, sondern er läuft auch noch Gefahr, dieselben um Kontrolle ähnlich wie bei den Pfandleihegeschäften verlangt. jonst gezahlt zu haben. Irgend ein besonderer Nothstand Diese Kontrolle würde höchstens eine Abwehr für Erzmacht es ihm unmöglich, eine Rate rechtzeitig zu bezahlen, gaunereien sein. so ist im Abzahlungsgeschäft für diesen Fall die Abmachung getroffen, daß der Käufer vollständig aus dem Kontrakt fällt und die Waare, mag noch so viel auf dieselbe gezahlt sein, gewähren, statt daß er gegenwärtig bei Unterlassung einer in den Besitz des Verkäufers zurückkehrt. Daß bei diesen einzelnen Zahlung jedes Anrechts verlustig geht. Aber was Konferenz der Bergarbeiter stattgefunden, welche sich namentlich Beschäften, wie bei allen, in denen die Nothlage des Käufers wird die Folge dieser und ähnlicher Rautelen( juristische mit der Frage internationaler Organisation beschäftigte und zur Die Grundlage bildet, noch allem möglichen Schwindel die Vorsichtsmaßregeln) sein? Die Inhaber der Abzahlungs- Aufgabe hatte, einen Organisationsentwurf für den nächstes Jahr geschäfte werden sich für jede Einschränkung durch Erhöhung in London zusammentretenden, internationalen BergarbeiterThüre geöffnet ist, liegt auf der Hand. Kongreß vorzubereitan. ihrer Preise schadlos halten. Der Hauptübelstand, der Kern Die englischen Bergarbeiter waren vertreten durch Mr. vielfach in der Prefse diskutirt, im vorigen Monate war des Uebels, der auf der Nothlage des Käufers beruhende T. Burt und Mr. B. Pickard, bekanntlich beide Mitglieder des englischen Parlaments. Frankreich entsandte Arthur Lamendin Wucher, wird also nicht berührt. Das wurde auch in der juristischen Gesellschaft beim aus Pas- de- Calais. Belgien: Mr. Defnet, Redakteur des Brüsseler Wie aber ist Abhilfe zu schaffen? Die Frage wird jetzt fie Gegenstand eines Vortrags des Gerichtsaffeffors und Privatdozenten Dr. Heck in der Berliner juristischen Feuilleton. Nachdrud verboten.] [ 109 Ernst zu nehmen sind nur die Vorschläge, welche den Käufern ein Anrecht auf Grund der bereits gezahlten Raten Zur internationalen Bergarbeiter- Bewegung. In Köln a. Rh. hat am 1. und 2. Juli eine internationale auf die Brust sinken. Aber- aber begann sie in die Arme gelaufen. Sie machte Kehrt. Der Führer der darauf wieder und brach ab, weil es ihr nicht gelang, sich kleinen Truppe, die aus sechs Mann bestand, war jedoch auf das zu befinnen, was sie sagen oder fragen wollte. flink auf den Füßen; denn eine so reizende Beute konnte Sie stand langsam auf und ging an die Hecke. Plötzlich sich der Franzose nicht entgehen lassen. Vor der kreischte sie, mit der Hand hinunterdeutend:" Soldaten! Hausthür ereilte er sie, indem er ihr in das Soldaten!" und floh in das Haus. flatterude Haar griff, und während sie vor Schmerz aufDie Falkner von St. Vigil. Sie hatte sich nicht getäuscht. Ueber die Brücke am schrie, umschlang er ihren Leib. In demselben AugenStern rückte eine Abtheilung Franzosen auf den Kirchen- blicke erhielt er einen Faustschlag mitten in das Gesicht, so Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tyrol plat, auf dem keine menschliche Seele mehr zu sehen war. daß ihm das Feuer aus den Augen fuhr und er unwillvon Robert Sa, weichel. Alle, die sich noch kurz zuvor auf dem Anger befunden, fürlich Stafi frei ließ. Zugleich rief David, denn er, der Bei dem Klosterhofe tobte unterdeffen der letzte Rampf. hatten sich in die Kirche geflüchtet. Und jetzt brangen auch seiner Nichte nachgeeilt, war der Angreifer:" Lauf" durch Die Wirthschaftsgebäude, deren Brand Ambros Deckung ge- an dem Landgericht vorüber die Soldaten auf den Platz. das Haus über den Hof!" und stellte sich breit vor vie boten hatte, waren in sich zusammengefunken, die Schüßen- Gegen das Spitzhörndl zu fielen noch immer einzelne Schüsse. Hausthür. Die Soldaten lachten laut über den Segen, den tette nach Monthan zu gesprengt und Ambros mußte sich nach unten schlugen die Trommeln und tönten die Hörner und der Kapuzinermönch ihrem Führer ertheilt hatte. Dieser er bei Seite taumelte und zu Boden fiel und sprang in der Spitzhörnblbrücke zurückziehen, wenn er nicht abgeschnitten die beiden Abtheilungen der Sieger begrüßten sich mit dem aber gab David mit seinem Gewehrkolben einen Stoß, daß und zum Gefangenen gemacht werden wollte. David sah die Geschrei:„ Es lebe der Kaiser!" D, Du mein Erlöser, Jesus Christus, warum hast Du das Haus. Die offene Thür auf der entgegengesetzten Seite Vertheidiger des Hoses, dessen Wohnhaus von dem Feuer verschont geblieben, über das Feld eilen, sah diesseits des Baches, mich das erleben lassen?" ächzte David und schwankte und des Flurganges zeigte ihm den Weg, welchen Stafi geder zu geschwollen und reißend war, um einen Ueberschlürfte in das Haus, wo er sich auf die Ofenbank ſetzte nommen hatte. Da flog sie über den kleinen Hof und jezt gang zu gestatten, von vereinzelten Schüssen kleine Rauch und trübselig seinen schweren Stopf wiegte. Stafi lag auf die steile Halde dahinter zum Lärchenwalde hinauf. Der wöllchen aufsteigen, sah bei der Brücke ein letztes Gewühl den Knieen und betete das Baterunser; allein die einzelnen Soldat folgte. Die Angst lich ihr Flügel. Plöglich rief und Getümmel und wandte sich mit einem schweren Seufzer Bitten verwirrten sich untereinander. D, mein Kopf, mein eine Stimme über ihr: „ Hierher, Stasi! Zu mir!" und von ihren Lippen armer Ropf," flagte sie und stand auf und preßte die Hände ab. Er ging zu Stafi. gegen die Stirn. Aus dem Dorfe schallte wüſtes Getöse tönte es, gebrochen durch ihren kenchenden Athem, wie en herauf und Stafi setzte sich zu David, an den sie sich ängst Jubel: diese aufspringend. Den Herrn Pfarrer befreit?" wiederholte David ihre lich auschmiegte. Frage, die er nicht verstand. Dann begann in ihm aufzudämmern, was sie meinen könnte und er versetzte: Ach, Stafi der hochwürdige Herr Moltenbecher ist ja schon lange todt." Saben sie ihn befreit, den Herrn Pfarrer?" fragte Er ist todt?" schrie sie auf und fiel auf die Bank zurüd. Alles, Alles todt," murmelte sie und ließ den Kopf " Mona rief zur Thür herein:„ Nettet Euch, die Soldaten kommen!" und lief fort, um sich zu verstecken. Stafi sprang auf und wollte ebenfalls fort. David hielt sie fest und suchte sie zu beruhigen. Stafi aber riß sich los und floh aus dem Hause. Fast wäre sie den Soldaten, die dem Hause schon nahe waren, " Ambros!" Gleich darauf hatte er sie umschlungen, aufgehoben und fortgetragen. Ihr Kopf saut auf seine Schulter und sie wußte von nichts mehr! ,, Halte- là!" schrie der Franzose hinter ihnen her und riß sein Gewehr an die Backe. In demselben Momente blitzte es am Saum des Lärchenvaldes auf, und als die Golpaten JB« Peuple", sowie Mr. Cavrot. Seitens der Deutschen waren vie bekannten Bergarbeiter Ludwig Schröder-Dortmund und Anton Struntz-Zwickau(Plauenscher Grund) anwesend. Beschlossen wurde, wie uns mitgetheilt wird, folgender Organisationsentwurf, welcher gegenwärtig auch in der gesammten Bergarbeiter-Presse zur Veröffentlichung gelangt: Or�anisations-Entwurf eines internationalen Bergarbeiter- Verband es. Der Verband soll aus Bergarbeitern jeglicher Nation, welche sich ihm anzuschließen wünschen, bestehen. Sein Zweck i st: l. DaZ Zusammenwirken aller Bergleute der Welt herbei- zuführen. 2. Die Arbeitszeit auf acht Stunden inkl. Ein- und Ausfahrt zu beschränken. 3. Eine wirksame Beaufsichtigung und Inspektion der Berg- werke dadurch zu erreichen, daß zu den bereits in der Bergwerks- Industrie thätigen Inspektoren und Aufsichtsbeamren Arbeiter- delegirte hinzutreten, welche von den Grubenarbeitern frei gewählt und vom Staate bezahlt werden sollen. 4. Internationales Handeln bei nöthigen Gelegenheiten zu ermöglichen. 5. Die Bergleute zu organisiren und alle ihre berechtigten Jntereffen zu wahren. 6. Alle gesetzlichen Rechte anzuwenden, um eine gerechte Durchführung aller Arbeitskontrakte zu erlangen, sowie alle sonstigen Rechte zu wahren und eine humane Behandlung der Kohlenindustrje-Arbeiter herbeizuführen. Organisation. Es soll ein Organisationskomitee gebildet werden, welches aus mindestens zwei Repräsentanten von jeder der vertretenen Nationalitäten zu bestehen hat. Es wird die Aufgabe dieses Komitees sein, alle den Verband betreffenden Angelegenheiten in Erwägung zu ziehen, dem internationalen Kongreß Bericht zu erstatten und ihm Vorschläge zu unterbreiten. Beamte. Die Beamten des Verbandes sollen zu gleicher Zeit Mit- alieder des Organifationskomitees sein. Sie setzen sich aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, dem Schatzmeister und dem Generalsekretär zusammen. Wahl des Organisationskomitee' s. Das Organisationskomitee wird von den Delegirten aller Nationen erwählt und vom Kongreß bestätigt. Wahl der Beamten. Die Wahl der Beamten wird vom Kongreß vollzogen. Jede Nation besitzt das Recht, zwei Kandidaten für jedes Amt vorzu- schlagen und hat mindestens vier Wochen vor dem Kongreß die- selben dem Generalsekretär namhaft zu machen. Jährlicher Kongreß. Alljährlich soll ein Kongreß an einem von dem Komitee be- stimmten Orte und zu einer von demselben festgesetzten Zeit statt- finden. Außerordentlicher Kongreß. Kein außerordentlicher Kongreß darf stattfinden, wenn nicht das Interesse einer ganzen Nation ihn infolge ernster Ereignisse bedingt. Der Generalsekretär beruft dann nach Rücksprache mit dem Präsidenten, wenn das Komitee ihn dazu berechtigt, bald thunlichst einen Kongreß ein. Vertretung. Jede Nation kann so viele Delegirte, wie es ihr beliebt, zu dem Kongreß entsenden. Abstimmung. Abgestimmt wird in den Komiteesitzungen nach Nationen, im Kongresse hingegen nach Köpfen. Alle Beamten und Personen ini Dienste des Komitee's und des Kongresses sollen von der Organisation, der sie angehören, bezahlt werden. Der Präsident und der Generalsekretär haben das Recht, wenn es ihnen nöthig erscheint, eine Komiteesitzung anzu- beraumen. Die Kosten des Kongresses und des Komitee's(Miethe für das Bureau«.) sind von den Kongreßmitgliedern zu bc- richtigen. »» Als Ort für den nächsten im Juli 1892 stattfindenden Kongreß ist, wie das„Bureau Herold" der„Deutschen Bergarbciter-Ztg." entnimmt, London bestimmt. Sollte ein außergewöhnlicher Kon- greß nothwendig erscheinen, so soll derselbe in Brüssel abgehalten werden. Ptrlififrfje Mobevflchk. Berlin, 13. Juli. „Die Sozialdemokratie will sich häuten. Wir wollen aber gleich vorausschicken, daß sie nach wie vor die alte, volksbetrügerische Partei sein wird, die sie von Anfang an war. Die Häutung selbst geschieht nur, um das Volk noch auf den Knall aus dem Hause stürzten, fanden sie ihren Führer mit durchschossener Brust am Boden liegen. Sie blickten nach dem Walde hinauf, wo nichts zu sehen war, und hielten es dann fürs Beste, den Sterbenden in das Haus zu tragen, zu dessen Durchsuchung sie ausgeschickt worden._ Sie hatten au diesem Tage bereits sattsam die fürchterlichen Bauernstutzen kennen gelernt. Den Schuß hatte Sampogna! abgegeben, der, nachdem jeder längere Widerstand gegen den Feind nutzlos geworden, mit Ambros und Anderen aus einem Umweg gegen das Spitzhörndl in den Lärchenwald geflüchtet war. Ambros hatte Stasi weiter in den Wald hineingetragen und sanft niedergelegt. Glücklicherweise fand sich in seiner Feldflasche noch ein Rest Kirschwasser und damit wusch er Stasi die Schläfen, indem er neben ihr kniete. Seine Hände zitterten vor Aufregung, wie das feine Laub der Lärchen über ihm im Winde. Stasi hatte ihn erkannt, ihn nicht mehr für den Bösen gehalten; ach, wenn es nur ein flüchtiges Ausblitzen gewesen war und sie aus ihrer Ohn- macht in der alten Umnachtung des Geistes erwachte? „Herr, mein Gott! Herr, mein Gott!" betete Ambros in seiner Angst und Hoffnung; das Uebrige blieb ihm im Herzen stecken. Jetzt überzog eine feine Röthe Stasi's Wangen, ihr Busen hob sich ein wenig und sie seufzte leise. Im nächsten Augenblick schlug sie langsam die Lider auf. Ihr erster, noch halb abwesender, halb be- fremdster Blick traf das von der späten Nachmittagssonne matt vergoldete Lärchengefieder über ihr. Jetzt wandte sie den Kops, jetzt sah sie Ambros— ein wonnescliges Lächeln ging über ihr liebliches Gesicht und ihre Arme um- schlangen Ambros Hals. Ein Krampf durchschüttelte seinen ganzen Körper. Sie drückte ihre weiche Wange zärtlich �egen die seinige und flüsterte: „Sei doch still. Du armer Brosi!" Da löste sich der Krampf und wie ein Schluchzen läm � über seine Lippen:„Stasi! Herzliebfte Stasi, mein Das Gamsmanndl, welches mit den drei oder vier Kameraden, die auf der Flucht beisammen geblieben waren, in einiger Entfernung von dem Paare und so, daß sie die mehr zu verwirren. Es handelt sich um ein neues Pro- g r a ni m. In ihrem Programm zählt jede Partei Das- jenige auf, was sie erreichen will und sagt, wie sie ihr Ziel erreichen will. Das Ziel der Sozialdemokratie ist der„Zukunftsstaat", und man sollte meinen, daß sie in ihrem neuen Programm Genaueres als im alten sagt, wie der„Zukunftsstaat" aussehen wird und wie man zu ihm kommen soll. Aber das G e g e n t h e i l ist der Fall. Im neuen Programm steht noch weniger von der versprochenen goldenen Zeit und von der Art, wie sie herbeigeführt werden soll, steht gar nichts drin".— So steht es geschrieben in einem Waschzettel, der durch die kapitalistische Presse geht und deren Weisheit zum Ausdrucke bringt. Zum Schluß heißt es in besagtem Waschzettel: „Sehr gut nimmt sich in dem sozialdemokratischen Pro- gramm die Stelle über den Mittelstand aus. Die Sozialdemokraten beklagen den„R u i n d e r K l e i n b ü r g e r u n d Kleinbauer n". Für wie dumm müssen sie den deutschen Bauer und Handwerker halten, wenn sie glauben, daß er das für baare Münze nimmt! Die Sozialdemokraten haben es unzählige Mal in Schriften und Versammlungen gesagt, daß sie den Ruin des Mittel st an des wollen, daß der Bauer und Kleinbürger zu Grunde gerichtet sein muß, ehe man zur sozialdemokratischen Umwälzung, d. h. zur Revo- l u t i o n schreiten kann. Der Sozialdemokrat begünstigt den Wucher, begünstigt die ausländische Konkurrenz, welche am Ruin der Kleinbauern arbeiten, der Sozialdemokrat sagt offen, es sei gut, daß die Großindustrie das Handwerk auffrißt— und von solchen Leuten soll der Bauer und Hand- werker etwas hoffen! Da irren sich die Herren doch, wenn sie glauben, man werde den Fuchs bitten, er möge gefälligst den Schutz des Hühnerstalles übernehmen." Also die Sozialdemokraten„wollen den Ruin des Mittelstandes!" Diese freche und verletimderische Ver- drehung der Thatsachen ist bezeichnend für unsere Gegner. Die Sozialdemokratie stellt fest, daß der Mittelstand ruinirt wird— und zwar ruinirt durch den Ka- p i t a l i s m u s, d. h. durch dasjenige Wirthschafts- und Produktions- System, welches wir Sozialdemokraten seiner G e m e i n s ch ä d l i ch k e i t wegen bekämpfen und welches wir mit Stumpf und Stiel beseitigen wollen. Und da haben die Organe jenes Systems, welches den Mittelstand ruinirt, die Unverschämtheit, zu sagen: „Die Sozialdemokraten wollen den Ruin des Mittel- standes!" So sind diese Preßkosacken des Kapitalismus! Wie der Herr, so der Knecht. Uebrigens ist obige„Kritik" des neuen sozialdcmokra- tischen Programm-Entwurfs noch— vernünftiger, als das Meiste, was in der Kapitalifteupresse über denselben ge- schrieben wird.— Ueber die Wirkungen des Kornzolls ist schon so viel gesagt worden, und die Thatsache, daß der Korn- und Brotpreis durch den Zoll erhöht wird, ist für jeden Menschen mit gesunden Sinnen so vollständig über jeden Zweifel erhaben, daß wir die Frage, die keine Frage mehr ist, gar nicht weiter behandeln können. Wir wollen aber folgende, sehr instruktive Notiz der„Frankfurter Zeitung" mittheilen: „Einen zuverlässigen Beitrag zur Beantwortung der Frage, wer ven Getreidezoll zahlt, liefert eine Vcrgleichung der Wcizen- pretse von Paris, Berlin und Antwerpen am 10. April und am 10. Juli dieses Jahres. Nach den Wolff'schen Telegrammen notirte an beiden Tagen der Weizen: 10. April 1891 10. Juli 1891 Paris 29.00 Frks. 27,10 Frks. Antwerpen 231/4, 22 ff*, Berlin L23Vs 232Va Zur richtigen Beurtheilnng dieser Ziffern sei Folgendes bemerkt: Der Antwerpener Preis schließt keinerlei Gctretdezoll ein, repräsentirt also den Weltmarktspreis. Derselbe ist seit drei Monaten um 1 Frks.— 80 Pfg. zurückgegangen. In Paris mußte am 10. April Weizen noch mit ö Frks. verzollt werden; vom gestrigen Tage an beträgt der Zoll jedoch nur 3 Frks. Diese Zollherabsetzung kann natürlich am ersten Tage nicht zur vollen Wirkung kommen, da alles bis dahin eingeführte Getreide noch mit 5 Frks. verzollt worden ist. Dennoch be- trägt der Rückgang des Preises seit dein 10. April schon 2,50 Frks., also mehr als das Doppelte des Rückganges am Weltmarkte. In Berlin dagegen, wo keine Veränderung des Zollsatzes stattgefunden hat, finden wir den Preis sogar etwas höher als vor 3 Monaten. Vergleicht man allein die Preise von Paris und Berlin, so findet man, daß Paris um 2,50 Frks. zurückgegangen ist, Berlin dagegen nicht nur stehen geblieben, Vorgänge in St. Vigil beobachten konnten, auf dem feuchten Boden sich gelagert hatte, benachrichtete jetzt Ambros, daß die Franzosen mit ihren verwundeten oder todten Kameraden zu Thal gezogen wären und erinnerte daran, daß es auch für sie Zeit wäre, auszubrechen. Stasi schmiegte sich bei Erwähnung der Franzosen ängstlich an Ambros an. Er beruhigte sie; sie wiirde sich doch nicht fürchten, wenn er bei ihr wäre, und sie lächelte. Sampogna schlug vor, über den Seekofl nach Prags am See hinunterzusteigen. Anibros war anderer Meinung. Der Gang über den Seekofl und der Abstieg waren zu gefährlich, um sie in der Dunkelheit unternehmen zu können. Dagegen boten die Sennhütten von Taniers im Bannwalde für die Nacht nach seiner Anficht ein völlig sicheres Versteck; denn daß die Franzosen fetzt, wo der Abend bereits zu dämmern begann, eine Streife in die drei Stunden lange Bruscia wagen würden, �war schwerlich vorauszusetzen. Der Vorschlag war kühn, ja tollkühn, aber eben aus diesem Grunde verfiel der Feind wahrscheinlich zuletzt darauf, die Flüchtlinge in der Bruscia zu suchen, die er in dem Lärchenwalde verborgen wußte. Sie brachen sofort auf und zogen im Schutz des Waldes deni Piz Peres zu, wo sie, begünstigt durch den inzwischen eingebrochenen Abend, die Mur hinabstiegen. Das weiße Gestein leuchtete ihnen. Das Gamsmanndl ging als Vorhut eine gute Strecke voraus. Sie erreichten glücklich den Bannwild. Und wieder wanderte Ambros als Flüchtling durch die dunkle Bruscia, doch wie anders als jenes erste Mal, wo das böse Gewissen ihn jagte! Jauchzen hätte er mögen. Er führte ja Stasi mit sich und sie war wieder hergestellt. Aus dumpfer Verzweiflung über den Sieg des Feindes fühlte er sich plötzlich zum Himmel erhoben. Hand iu Hand gingen sie durch den Wald, wortkarg wie ein Liebes- paar, dessen Herzen sich nur eben gefunden hatten, er die Brust voll stürmischen wogenden Glückes, sie, wie auS einem Traume erwachend und die Wirklichkeit noch nicht voll- kommen verstehend. Ueber ihnen brauste der Westwind in den Tannenwipfeln nnd ans die Lichtungen siel der hellste Sternenschein. sondern sogar eine Kleinigkeit höher notirt. Die Zollermäßigung ist demnach, wie Frankreich beweist, durchaus nicht in rne Taschen der Amerikaner oder der Zwischenhändler geflossen, sondern ist den Konsumenten z u G u t e g e k o m m e n. Weizen, welcher am 10. April in Paris, nach Mark gerechnet, die 100 Kilogr. 23,03 Mk. kostete, also um 78 Pf. theurer war als in Berlin, gilt am 10. Juli in Paris 21,03 Mk.. ist also um 1,57 Mk. billiger als in der deutschen Hauptstadt. Das macht im Ganzen eine Preisdifferenz zwischen April und Juli von 2,33 Mk. zu Gunsten von Paris. Die Frage, wer den Zoll zahlt, ist hier in einer für Jedermann verständlichen, von allem Beiwerk entkleideten Form beantwortet." Natürlich werden die Herren Brotvertheuerer das Lügen doch nicht lassen. Am Volk aber ist es, ihnen endlich ein- mal durch eine kräftige Agitation das Handwerk zu legen. Die Brotvertheuerer spotten, daß die Bewegung gegen die Kornzölle resultatlos geblieben sei. Gut— die Regierung hat noch nicht nachgegeben; insofern war die Bewegung bis jetzt resultatlos. Allein das war sie nur, weil sie nicht kräftig genug war, das Volk muß noch d c u t- l i ch e r und dringender sprechen. Es hat es in der Macht, die Regierung zum Nachgeben zu bringen!— Die Preßorgane des Herrn Baare haben die Nachricht verbreitet, die„Untersuchung wegen der aus dem Bochumer Verein vorgekommenen Unregelmäßigkeiten— „Unregelmäßigkeiten" geben sie jetzt zu!— gegen den Vorstand, sondern nur gegen ei Werks". Wie die„Westfälische Volks-Zeit das gelogen, und richtet die Untersuch» gegen den Vorstand, und folglich ai Generalsekretär Baare und den D i e f f e n b a ch. Wir nehmen einstweilen Akt hiervon, Weitere ab.— Die Nachricht, daß der Elsass theilweise aufgehoben sei, wird von Berlin e r k l ä r t. Nun, wir müssen das glauben statiren, daß auch nicht einmal in diese Frage ein„neuer Kurs" eingeschlagen word Hänger des herrschenden Systems müssen d und was uns angeht, so werden wir km artige Nachricht mehr für glaubhaft halten, noch so„guter Quelle" entstammt. Das„on dum" des alten Theologen(„ich glaube nunftwidrig ist") heißt für uns moderne dürfen keine gute Nachricht glauben, weil Von einem rituellen Mord in Xante fabelt das Stöcker'sche„Volk". Ein vierjäl soll dort ermordet worden sein; der Kops wo der Körper völlig blutleer. Der Thäter sol wescn sein.— Vermuthlich ist die ganze Ges- Zum Schauplatz solcher Fabeln eignet sick Ungarn, oder Kleinasien besser, als der Nu „Volk" wird mit seinen Versuchen, Mittelalter hier wieder lebendig zu machen, wenig Glück Bill Bismarck will den Staatsdienst „Kölnische Zeitung" bereitet in alter Freuu „Familie" das deutsche Volk schonend auf Verlust vor. Der Vater(fort, der talei hinüber und nun auch Bill abgegangen— 8 Dein Haupt!— Die Gefahr einer russlsch-französi sei durch den sogenannten Dreibund abgewandl haupten die Anwälte des alten und des m denn in diesem Punkte stimmt der legendär auch formell mit dem thatsächlichen alten m ein. Wahrheit ist, daß die russisch-sranz für welche' die Annexion von Elsaß-Lothrinc lichkeits-Boden schuf, so lange nicht blos schwebte sondern eine greifbare Gefahr war, le zösische Republik sich noch nicht hinlänglich gel um gegen monarchistische Verschwörungen streiche gesichert zu sein. Je mehr die Ideen sich in Frankreich ausbreitetei- die Republik würde, je mehr die Ho Monarchisten zusammenschrumpften— in Ferne rückte das Schreckbild der französisch-rns Kein ehrlicher und verständiger Republikaner An dem grünen See unter der Eisengab pogua die Uebrigen vorausgehen, doch sollter so still wie möglich verhalten. Er Hütt ohne Abendessen schlafen zu gehen, erklärte c> auch nicht lauge, so trug der Wind jenen de Büchse zu. Doch erst kurz vor den Sennhüt.. pogna wieder bei den Andern ein, beladen> das er gleich an Ort und Stelle ausgewaid� einem Reste Brennholz, der noch vom H Hause lag, loderte bald ein helles Fe niedrigen Herde und das Gamsmanndl mach Stücke Rehfleisch bei demselben zu rösten, seines eisernen Ladestockcs als Bratsp Sie Alle hatten seit dem Morgen ni und so mundete ihnen das Mahl vor� gleich das Fleisch theils angebrannt war und ohne Salz und Brot genösse? Ein Schlückchen aus den Feldflaschen wür verspürte keinen Hunger. Ter Raum, nackt, erinnerte sie an die Fastnacht, a das alles nur geträumt haben? Ambros, ihr ließ, errieth, was sie bewegte. Er erovi Wache zu übernehmen und während die' Nähe des Feuers auf dem Fußboden sich aus er Stasi vor die Thür. Sie setzten sich auf d hier, bei dem Funkeln der Sterne, dem Rausche Wettertanneil im Winde, der ihre phantastisc hin und her bewegte, schüttete Ambros sein ge. bekannte er seine Verirrung, seine Reue, erzählt» Flucht, seinen Schmerzen, seiner Liebe. Nicht schäumend wie ein Gießbach nach seiner sonstige sich sein Herz Luft; es kam wie ein Gluthst Tiefe seiner Brust. Stasi zog weinend seinen Kopf an ihren es waren glückliche Thränen, die aus ihren A: Er liebte sie ja iind es wiirde still in ihr. Schatten der Vergangenheit, die in ihr neuerwc leben hereinfielen, und sie vorhin in der Stu hatten, verzogen sich. Er liebte sie! Sie kann Weile nicht Worte flndcn; endlich flüsterte sie tann den Revanchekrieg wollen. Und wenn einzelne Befürnicht! " So sind wir mißverstanden worden. Pfui! Unter der Spitzmarke Sozialdemo= tratisches" schreibt die Freifinnige Zeitung": " " Wegen Unterschlagung von Streifgelbern find nach dem Berliner Tageblatt" am Mittwoch in einer Schöffengerichtsfißung zu Potsdam nicht weniger als drei sozialdemokratische Agitatoren Gegenstand ber Verhandlung gewesen. Ein Tischlergeselle wurde wegen Unterschlagung zu einer Woche Gefängniß verurtheilt. Gleich darauf wurde er in einer anderen Unterschlagungsfache als Zeuge vernommen, die aber nicht zum Abschluß gebracht werden konnte, weil ein anderer Zeuge, der wegen Unterschlagung von Krankenkassengeldern steckbrieflich verfolgt wird, nicht zur Stelle war." Wünscht Herr Eugen Richter etwa, daß wir die Lumpereien, Unterschlagungen, Schwindeleien, Spizbübereien, Lüderlichkeiten u. s. w. jedes Individuums, das der Fortschrittliches aufzählen? Die Liste würde lang werden. ichrittspartei sich zurechnet, unter dem Titel: FortKorrespondenzen nud Parteinachrichten. mit der Polizei, noch durch theilweise Waffenerhebungen morter deffelben auch sehr demokratisch thun, so ist das doch herbeigeführt werden." bloß Heuchelei und Schauspielerei wie z. B. bei dem„ Das ist wohl klar genug gesprochen. Wenn ich also Lumpazius Boulanger, der sich von den Reaktionären zum persönlichen Handeln action personelle gerathen aller Ronfeffionen und Nationen bezahlen ließ, dabei aber hätte, würde man sagen können: Lafargue lügt. Und geden eifrigen Republikaner zur Schau trug. Mit dem Tode logen habe ich bisher noch nie. Gambetta's- das heißt vor fast 10 Jahren- ver- Was das Insektenpulver betrifft, das ich gegen die lor die Revanche- Idee ihren letzten ernsthaften Vertreter. Unternehmer empfohlen haben soll, so existirt es nur in der Und Revanchetrieg und französisch russisches Phantasie desjenigen, der den Bericht über meine Rede verfaßt Bündniß hängt organisch zusammen. Wenn seit hat. Ich habe kein Wort davon gesprochen. Und ich finde im dem noch Versuche zur Annäherung Frankreichs an Gegentheil in der Anklageschrift selbst den Beweis, daß ich gar Rußland gemacht worden sind, so ist einzig und allein die nicht gesagt haben kann, man müsse die Unternehmer tödten, provokatorische Kaltwasserstrahl- Politik des Fürsten Bismarck denn ich habe nach ihr ja erklärt: Man braucht sie nicht daran schuld, welche die Franzosen systematisch erbitterte zu tödten; ihre Haut wäre zu schlecht, um auch nur Hand und reizte( Schnäbele- Fall, Spionageprozesse, Preßschimpfe- schuhe aus ihr zu schneiden. reien 2c.) und ihnen methodisch den Glauben beibrachte, Frankreich solle von Deutschland überfallen werden. Und weiter als wir in den neuen Ideen! Während nicht ein " Man läßt mich auch sagen, die Engländer feien viel gerade der Dreibund, der von Fürst Bismarck in seiner mal Darwin Gott aus der Schöpfung zu vertreiben wagt! bekannten geräuschvoll- aufreizenden Weise inszenirt und ausgespielt wurde, trug ganz wesentlich dazu bei, diesen Glauben Ich habe vielleicht gesagt, die Engländer verſtänden die noch zu verstärken. Ohne den Dreibund und überhaupt die Kunst der Organisation besser, als wir. Aber mehr doch Bismarck'sche Provokations- Politik wäre Boulanger nie möglich gewesen. Und wenn jetzt noch in Frankreich viele " Was die Flintengeschichte anlangt, so habe ich von Leute an die Nothwendigkeit einer Allianz mit Rußland dem Logischen Unsinn gesprochen, den die heutige Gesellschaft glauben, so ist der Grund dazu in dem Dreibund zu suchen, begeht, wenn sie den Proletariern Waffen in die Hand giebt, behördlich Strafmandat." So tönnten wir bald ausrufen. Gs Ser also in puncto der russisch- französischen Allianz genau Es das Gegentheil dessen bewirkt hat, was seine Lobredner und während sie ihnen die Mittel zum Leben verweigert. Früher würde zu weit führen, alle die einzelnen Fälle, die im Laufe von waren Waffen ein habe nur darauf hingewiesen, wie sonderbar es vom Stand: sechs Monaten vorgekommen, aufzuführen. Nur einige wollen punkt der herrschenden Klasse aus sei, den Enterbten Waffen in die Hände zu legen. Die schließliche Umwandlung wird umgegend feierte am 5. Oktober v. J. im Schröder'schen Lokal entweder gesetzlich oder gewaltsam sein: gesetzlich, wenn sie aus Anlaß des begrabenen Sozialistengesetzes ein Vergnügen, beDem Pariser Temp3" entnehmen wir einige durch das allgemeine Stimmrecht bewirkt wird; gewaltsam, stehend in Konzert, Vorträgen und Tanz. Die Anmeldung war Einzelheiten über die Prozeßverhandlungen gegen wenn man zur Flinte greifen muß. Und wenn ich diese geschehen, aber der Mensch denkt und der Herr Amtsvorsteher Culine und Lafargue, die am 4. und 5. d. M. vor den Theorie entwickelte, so habe ich mich damit nur zum Echo Tentt; er fand es für nöthig, das Fest nur bis 12 Uhr zu gestatten, Bourgeois Geschworenen in Douai stattfanden und deren der Befürchtungen gemacht, mit denen Bismard und Herr eine Erlaubniß, um welche wir ihn gar nicht ersucht hatten, denn nach unserm schwachen Verstande haben wir das nicht nöthig. Ausgang unsern Lesern bekannt ist. Die Anklage lautete von Caprivi das deutsche Parlament unterhalten haben. Von dieser Erlaubniß wurde nun kein Gebrauch gemacht, sondern Darauf auf Aufreizung zum Widerstand gegen die bewaffnete Macht. Ich habe mich damit sogar zum Echo der päpstlichen wir feierten das Fest, so lange es uns gefiel. Vorsitzender des Gerichtshofes war der Nath Bibert, die Encyklika gemacht, welche die soziale Umgestaltung der Ge- wurde der Vorstand bestehend aus 5 Mann mit je 15 M. und Anklagebehörde vertrat der Oberstaatsanwalt Mauleon, der sellschaft gleichfalls vorher sagt und hinzufügt, daß sie der Wirth mit 10 M. Geldstrafe belegt." 3ur gerichtlichen Entzu den Verhandlungen besonders erschienen war. Lafargue friedlich vollzogen werden muß, wenn sie nicht auf scheidung fand deshalb am 26. Juni der dritte Termin vor dem Schöffengericht in Spandau statt; es sollte auf alle Fälle nachsoll nach der Anklage am 11. April in Wiguehies in einer andere Weise vor sich gehen soll." Versammlung aufreizend gesprochen haben. Besonders wird Lafargue vertheidigte sich vor tauben Ohren. Die bürger- gewiesen werden, daß das Vergnügen ein öffentliches gewesen, wo auch andere als Vereinsmitglieder gegen Entree Zutritt ihm folgende Stelle in seiner Rede zur Last gelegt: lichen Geschworenen glaubten dem blutrünstigen Blödsinn hatten. Anderntheils sollte erreicht werden, den Verein unter die Niemals seht Ihr Euere Anwender; es ist schon viel, des Polizeiberichts mehr, als der überzeugenden Logit Botmäßigkeit der Polizei zu zwingen. Der Gerichtshof sprach wenn Ihr sie überhaupt kennt. Alles geht ohne sie vor sich. unseres Genossen und seines Vertheidigers, des bekannten jedoch sämmtliche Angeklagte fostenlos frei, weil Vereine an Seine Verurtheilung Polizeistunden nicht gebunden seien, auch wenn sie anderen PerNichtsthuer find es. Sie faullenzen den einen Tag wie den Pariser Rechtsanwalts Milleraud. andern und schlemmen. Ja, sie schlemmen, Kameraden! war beschlossen, und unsere Leser wissen, wie hart sie fonen gegen Entgelt Butritt gewähren. Unnüz sind sie und taugen zu nichts. Was aber macht ausfiel. man mit unnügen Thieren? Man tödtet sie. Fähigkeit hat, objektiv zu urtheilen, und sich in die Lage der Franzosen zu verseßen, wird die Richtigkeit dieser unserer Ausführung bestreiten. " " „ Gegen das Ungeziefer, gegen Flöhe und Läuse, hat man, wie Ihr wißt, das Insektenpulver erfunden. Wohlan, zu dem Ungeziefer gehören auch die Unternehmer, und wenn man ordentlich sucht, wird man auch das richtige Insektenpulver finden, das uns von ihnen befreit. Sie sind verfault. Man brauchte sie gar nicht zu tödten. Nicht einmal Handschuhe könnte man sich aus ihrem Fell schneiden. Die Engländer find ganz andere Kerle, wie wir: sie sind viel weiter in der Bewegung, in der Agitation für die neuen Gedanken. Aber etwas fehlt ihnen: sie kennen den Gebrauch der Flinte nicht. Ihr kennt ihn, Ihr seid alle Soldat gewesen, und an dem Tage, wo wir bereit sind und Euch rufen, werdet Ihr Waffen zu finden und zu gebrauchen wissen. und Ihr, Ihr armen Jünglinge, die Ihr unter den Fahnen steht, vergeßt nicht an jenem Tage die Flinten umzukehren und Euch mit uns zum Kampf gegen die Unterbrücker zu vereinigen." Lafargue fiel es nicht schwer, diesen schönen Kranz der Polizei- Berichterstattung zu zerpflücken. Er sagte in seiner Vertheidigungsrede: " Jeder, der unsere Lehren kennt, kann diese Worte nicht ernsthaft nehmen. Hier habe ich eine Broschüre, die mein Freund Guesde und ich verfaßt haben. Sie enthält das Programm der Arbeiterpartei. Da heißt es: " Diese unvermeidliche Revolution wird weder durch Dynamit- Deflamationen, noch durch die heroischen Narrenthaten einiger Schwärmer, weder durch örtliche Prügeleien Ach, Brosi, unser todtes Bübl hat Fürbitt' für uns gethan im Himmel, daß die Heiligen Dein Herz wieder zu mir gewendet haben und die Mutter mir vergeben hat." Da drückte Ambros sie start an sich und füßte sie wieder und wieder. Als Sampogna bei dem ersten Morgengrauen erwachte, saßen Beide in der Stube auf der Wandbank und schliefen. Ambros hatte Stafi mit dem rechten Arm umfaßt und ihr Ropf ruhte an seiner Brust. Unter dem grauen Schnurr bart des Alten dämmerte ein Lächeln. So geräuschlos wie möglich zündete er das erloschene Feuer wieder au; Sie löste fich sanft dennoch erwachte Stafi darüber. aus dem Arm ihres Mannes, nickte dem Gamsund manndl freundlich zu begann statt seiner das Fleisch zum Frühmahl zu braten. Er zündete sich seine Pfeife an und schaute ihr mit stillem Behagen zu. War es das Feuer, oder das Glüd, welches ihr hübsches Gesicht so rosig machte? Doch das Gamsmanndi dachte darüber wohl nicht nach. Nun erwachten auch die übrigen Schläfer und während des Effens, das ungleich besser als Für Culine's Familie ist unter unseren französischen Genossen gegenwärtig eine Sammlung im Gange, die hoffentlich soviel ergeben wird, daß die Frau und die vier kleinen Kinder des wackeren Mannes während der sechs Jahre, die er im Kerker zubringen muß, nicht Hunger zu leiden brauchen. Der französischen Kammer- Verhandlung über das Denkmal Danton's erwähnten wir schon.„ Die Debatte", schreibt die" Frankfurter Zeitung": Welten. Das Wahrzeichen uns'rer guten Stadt, das ist ein wir herausgreifen. Mr. I. Der sozialdemokratische Wahlverein für Belten und Nr. II. Am selbigen Tage und vor selbigem Gericht wurde gegen Genossen J. Mühler, der den Gendarm Ahrens beleidigt Noch schlimmer erging es Culin e. Er wurde ver- haben soll, verhandelt; er follte in einer Bersammlung gesagt urtheilt, weil ein Beamter von ihm die Aeußerung gehört haben, der 2. hätte gelogen, weil er im Prozeß I. gesagt, die Mitzu haben beschwor: Wir müssen die Gefangenen befreien. glieder waren von den Nichtmitgliedern dadurch kenntlich, daß Zahlreiche Entlastungszeugen bestätigten ihm dagegen, daß fie rothe und die andern gelbe Schleifen hatten. Obgleich A. er beständig zur Ruhe gerathen hatte und alles versucht zugestand, dieses gefagt zu haben, fonnte der Gerichtshof zu hatte, um die aufgeregten Volksmassen zu beruhigen. Sein teinem Urtheil gelangen, die Sache wurde vertagt und von beiden Nr. III. Am selben Tage standen 12 Genoffen aus Hennigswirkliches Verbrechen bestand darin, daß er die Arbeiter Seiten Beugenladung beantragt. von Fourmies und Umgegend mit Erfolg dorf unter der Anklage( Roch und Genossen) im Februar d. J. organisirt hatte. Das verdiente Strafe. Abends 8 Uhr, groben Unfug" verübt zu haben, indem sie gesungen und ein buntes Taschentuch, an einen Spazierstock geauf der Landstraße von Hennigsdorf nach Die Betreffenden wohnen bunden, Belten vorangetragen hätten. dorf, sie sind des Abends nach Hause gegangen und haben in Velten und arbeiten zum größten Theil in Hennigshierbei burch obiges Verbrechen das Deutsche Reich zum Wanken gebracht, hierfür erhielten sie je ein Strafmandat von 10 M. Die Beweisaufnahme ergab allerdings die Gefährlichkeit dieses Treibens, es war nur noch nicht festzustellen, ob die rothe Fahne ein Stullentuch, d. h. ein Taschentuch, worin die Frühstückstufen gewickelt werden, war, oder ob sie eine rothe Gardine gewesen, die Debatte war in mehr als einer Beziehung interessant. welche die Angeklagten dem Wirth, Herrn Brose, entwendet Herr Wallon suchte auf Grund der bekannten amtlichen Schrift haben sollen. Der Vertheidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt stücke und Zeugenverhöre zu beweisen, daß Danton als Justiz A. Stadthagen, legte in treffender Weise die Schuldlosigkeit der minister bie Septembermeßeleien gewollt, wenn nicht gar ver- Angeklagten dar. Man könne Niemand verwehrem auf offener anlaßt habe. Allerdings sei Danton ein Patriot gewesen, Landstraße zu singen, wenn es ihm beliebt, und man habe noch nie dennoch" habe er die des Royalismus Verdächtigen erwürgen gehört, daß deswegen schon Jemand bestraft fei; was die rothe faffen. Seine Person sei von den Septembermorden nicht zu Fahne betrifft, so sei das Tragen von rothen Tuschentüchern bis trennen und wenn man ihm, weil er ein Patriot war, eine jetzt ebensowenig verboten und müsse man sich gerechter Weise Statue fetze, so verherrliche man gleichzeitig den Urheber der wundern über derartige Anklagen. Der Gerichtshof war hier Septembernekeleien. Der Redner frug den Minister, ob anderer Meinung, er beschloß den Gastwirth Brose, den er dem Gemeinderath die Ermächtigung zur Errichtung Direttor Sander und den Gemeindevorsteher Schulze zu laden. der Statue ertheilt habe, und ob er sich bei der Ent- Ersterer soll bezeugen, ob die Fahne ein Taschentuch oder die er genannte Gardine sei, Sander, daß die Angeklagten gesagt, sie hüllungsfeier vertreten lassen werde. Pastor Dide widerte, das Leben eines Mannes sei ein Ganzes. Wenn feien schuldig, und Schulze, daß sie gesagt, es wäre ihnen nur man Wallon's Theorie gelten lasse, so würde es wenig Sta- das Strafmaß zu hoch. Nr. IV. Genossin Frau E. Ihrer hatte am 25. Januar d. J. tuen in Frankreich geben. Man errichte Corneille eine Statue, obgleich er den Agesilas" geschrieben; Ludwig XI., welcher in einer Versammlung hierselbst beantragt, eine Tellersammlung den Kardinal de La Ballue ins Gefängniß geworfen, Ludwig für eine arme Frau, deren Mann sie verlassen, zu veran= Die Sammlung wurde vom überwachenden BeXIV., welcher das Edikt von Nantes aufgehoben habe. Der ftalten. Redner suchte aus geschichtlichen Quellen nachzuweisen, daß amten verboten, darauf beschloß nun die Versammlung, daß es am Bureautisch niederlegen Danton an den Septembermorden unschuldig gewesen sei und wer etwas geben wolle, sie nicht habe hindern können, und legte unter stürmischem solle, was auch geschah. Hierfür erhielt Frau Ihrer, als VorBeifall des ganzen Hauses die ruhmreiche Rolle Danton's fizende der Versammlung, ein Strafmandat von 6 Mart, dasdem Feinde gegenüber dar. Während Paris ein Sühnedenkmal felbe war ihr jedoch erst am 26. April, also einen Tag zu spät, Desjenigen befize, der den Feind ins Land gerufen habe, markte zugestellt worden und somit verjährt. Das Urtheil lautete auf man um eine Statue für Den, welcher das Land gerettet habe. Freisprechung. Vom Vertheidiger A. Stadthagen wurde beantragt, Falls ein Vertreter der Regierung bei der Einweihung der der Angeklagten ihre Auslagen zu erstatten, dieses vom AmtsStatue spreche, fönnten seine Worte in Hinsicht der Verdienste richter jedoch abgelehnt, indem derselbe erklärte, daß nach dem Danton's nicht herzlich dankbar und erhaben genug sein. Bildungsgrade der Angeklagten zu urtheilen, sie nicht nöthig hätte, Hierauf ergriff der Minister des Innern, Constans, das Wort sich einen Anwalt zu bestellen. und vertheidigte das Recht der Republikaner, Danton als eine geschichtliche Persönlichkeit und als großen Vaterlandsfreund zu feiern; indem man dies thue, rechtfertige man keineswegs Dieser Auffassung trat denn alle Handlungen Danton's. auch der Senat bei, indem er die einfache Tagesordnung annahm." Bei der Nach wahl in Schoterland- Holland ist Nieuwenhuis unterlegen. Von seinen beiden " In Summa 20 Angeklagte und 7 Zeugen, zwei kostenlose Freisprechungen und zwei weitere Termine. Gensdarm Ahrens trat in allen vier Terminen als Zeuge auf. V Hamburg, 9. Juli. Eine imposante Volksversammlung wählte Reichstags Abgeordneten Megger einstimmig zum Delesirten nach Brüssel. " Zeit, 6. Juli. Heute fand vor dem hiesigen Schöffengericht am Abend vorher gerathen war, wurde erwogen, wohin man Gegenkandidaten erhielt der Liberale 800, der Anti- die Verhandlung gegen den Redakteur des Volksboten", Genossen daß die Andern ihr Schießzeug in den Sennhütteu gut ver- die Ursachen dieses Mißerfolges, den zu vertuschen oder zu Keydel statt. Der Gerichtshof erkannte auf 50 M. Geldstrafe stecken und sich zurück in ihre Häuser und auf ihre Höfe beschönigen uns nicht einfällt und der unzweifelhaft großen- event. 10 Tage Saft. schleichen sollten. Die erste Wuth der Franzosen wäre in- theils auf begangene Fehler zurückzuführen ist, wird ein zwischen wohl verraucht und sie hätten nichts mehr zu be- authentischer Bericht, der uns zugesagt ist, unseren Lesern Aufklärung geben. fürchten. Der Streit im Und Du?" frage Einer von ihnen. Briefkaffen der Redaktion. E. D. 1. Es kommt darauf an, ob sie selbständiger Ges nicht. 2. Sie müssen Ihr Kind impfen lassen, auch ohne daß belgischen Kohlenbassin von " Ich kann freilich nicht heim," versette Ambros." The Charleroi ist beendigt der Ausschuß der Arbeiter( eines werbetreibender sind, der mal für dieses, mal für jenes Haus habt" ja gesehen, daß der der fest Arbeit Aber ich weiß schon, wo ich einen Unterschlupf auf ein belgischen Zweiges der amerikanischen Arbeitsritter") be- Bestellungen ausführt, oder ob Sie bei einem bestimmten Zigarrenpaar Tage finde; denn länger wird's halt nicht noththun." Arbeit, und dem Beschluß wurde von den Bergleuten auch n letzterem Falle sind Sie altersversicherungspflichtig, im ersteren Er war fest davon überzeugt, daß in zwei, höchstens einmüthig Folge geleistet. Die Nachricht ging uns schon spezielle Aufforderung seitens der Polizei an Sie ergeht. vorgestern durch die gewöhnlichen Telegraphenbureaus zu, brei Tagen infolge von Hofers Aufruf die Pusterthaler sich erheben und das ganze Land würde. In dieser Ueberzeugung gab er auch Stafi's Bitten allein bei der notorischen Unzuverlässigkeit aller auf Ar- worten, da Sie nicht angegeben haben, wofür die Kirchhofsnach, die sich nicht von ihm trennen wollte. Wo er sich in beiterverhältnisse bezüglichen Depeschen wollten wir erst die Verwaltung die 2 m. verlangt, ob sie nicht vielleicht Fundamen Bestätigung nun als sie von einander schieden. belgischen Genossen erfolgt. Grabdenkmal liefert. 7. D. Der Lehrling hat nach Ablauf der kontraktlichen Zeit, also am 21. Juni ausgelernt und braucht auch für etwaige Krankheitswochen nicht nachzulernen. ( Fortsetzung folgt.) Theater. Dienstag, den 14. Juli. Leffing- Theater. Cavalleria rusticana. Vorher: Der Barbier von Bagdad. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Orpheus in der Unterwelt. Bellealliance- Theater. Tricode für und Cacolet. Oftend Theater. Don Carlos. Adolph Ernst- Theater. Gigerln von Wien. Die im Kaufmann's Variété. Große Spe zialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Achtung! Große öffentliche Versammlung des Wahlvereins [ Vereinigung d. Schmiede Deutschlands ( Zahlstelle Berlin). Große Versammlung mit Frauen am Dienstag, den 14. Juli, Abends 8 Uhr, Bin ,, Scheffer's Salon", Insel- Strasse No. 10. Tages- Ordnung: den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis am Donnerstag, den 16. Juli, Abds. 8½ Uhr, Feen- Palast, Burg- und Wolfgangstraßen- Ecke. nehmerverbände". 2. Kaffenbericht vom 2. Quartal 1891. 3. Verschiedenes Tages Ordnung: = 1. Vortrag des Herrn Wilhelm Werner über:„ Arbeiter- und Unter 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Aug. Bebel über:„ Der und Fragekasten. Nichtmitglieder und deren Frauen haben ungehindert Programm- Entwurf des Partei- Vorstandes". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 279/19 Zutritt. Wir ersuchen um zahlreiches Erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Die Ortsverwaltung. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. 343/6 Sozialdemokratischer Wahlverein Kollegen! Am Sonnabend, den 18. Juli ds. Js. findet das diesjährige für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. gr. Sommer- Fest General- Versammlung Großer Frühstücks- und Mittagstisch. am Mittwoch, den 15. Juli, Abends 8 Uhr, bei W. Gründel, Dresdenerstr. 116. Spezial- Ausschant von Pazenhofer 641 Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. Tages- Ordnung: 1. Bortrag. Referent Genosse Bruns. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 2. Quartal. 4. Verschiedenes.-Mitgliedsbuch legitimirt. Recht zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Passage- Panopticum. 88/12 Unter den Linden 22/23. Knabe Sozialdemokratischer Wahlverein mit 2 Köpfen. für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Indier General- Versammlung I I mit 4 Armen, am Dienstag, den 14. Juli 1891, Abends 8 Uhr, im Vereinshause 4 Beinen. Bartdame. Vitreo ift Coacs, Glas, alte Stiefel etc. etc. Spezialitäten- Theater v. 6-10 Uhr. Geöffnet von Morgens 10 Uhr. Castan's Panopticum. Süd- Ost", Waldemar- Straße Nr. 75. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Jüthe über:" Die Verbrechen und ihre Urim Elysium, Landsberger Allee 39-41, statt, verbunden mit grohjem Konzert, ausgeführt von der Kapelle der Zivil- Berufsmusiker. Kapellmeister Schonert, und unter Mitwirkung der Gesangvereine Liedesfreiheit, Maiglöckchen und Berliner Schmiede( Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes). Der Ueberschuß ist für den s. 3. verunglückten Kollegen Hegermann bestimmt. Von 9 Uhr ab BALL. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Volksbeluftigungen jeder Art. Den geehrten Damen ist die Kaffeeküche von 3 Uhr ab geöffnet... Programms zum Konzert im Vorverkauf 20, an der Kaffe 25 Pfg. Dieselben sind in obiger Versammlung und in den mit Plakaten belegten Lokalen zu haben. Des Zwecks wegen bitten wir um recht zahlreiche Theilnahme an diesem Feste. Das Komitee. fachen." 2. Distuffton. 3. Abrechnung vom 2. Quartal und der Maifeier. Verband aller in der Metall- Industrie beschäftigten Arbeiter 4. Berichterstattung des Vorstandes. 5. Wahl des gesammten Vorstandes. 6. Verschiedenes und Fragekasten. Nene Mitglieder werden aufgenommen. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Berlins und Umgegend 339/14 Gruppe Gas-, Wasser- u. Dampfarmaturen- Arb., Gürtler u. Drücker. Versammlung Mittwoch, den 15. Juli, präz. 82 Uhr, bei Norbert, Beuthstr. 20, Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl der Beisitzer und Fachkommission. Jetzt: Friedrichstr. 165, des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. 4. Verschiebenes. J. Ecks Befreiusirase.- General- Berſammlung des Neu: Hamilton- Theater Dienstag, den 14. Juli, Ab. 8 Uhr, im Weddingpark, Müllerstr. 178. Freie Vereinigung d. i. VergolderOriginell! Ueberraschend! Tagesordnung:; Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. über den Programm- Entwurf und unsere Gegner. 3. Diskussion. 4. Ber: 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Vortrag des Gen. Dr. Lütgenan schiedenes und Fragekasten. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Moabiter Gesellschaftshaus Alt- Moabit 80-81. Artistische Leitung Wilhelm Fröbel. Dienstag, den 14. Juli 1891 Fröbel- Benefiz. Sensations- Vorstellung. Concert und Ball. Großer Künstler- Wettkampf des engagirten vorzüglichen KünstlerPersonals. Einmaliges Gastspiel bedeutender Kunst- Spezialitäten. Neues großartiges Programm. Die Räuber, Sensations- Pantomime. Boffsbelustigungen aller Art. Kaffeeküche ist geöffnet. Anfang 4 Uhr. 341/20 Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Zimmerleute! Oeffentl. Bezirks- Versammlung für den Norden und Nordosten am Mittwoch, den 15. d. Mts., Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Kuhlmey, Schönhauser Allee 28. Tages Ordnung: 1. Die Bedeutung des Beschlusses der Generalversammlung der Zimmerer Berlins am 21. Juni. 2. Wahl eines Bezirks- Vertrauensmannes. Für den Norden und Gesundbrunnen findet die Versammlung am Sonntag, den 19. Juli im Eiskeller statt. Das Erscheinen aller Zimmerleute des Bezirks erwartet Die Lohnkommission. 351/20 Rheinländiger Tunnel. Arbeiter- Bildungsschule Concert- Salon u. Restaurant. Berlin N., Elsasserstrasse 73, gegenüber der Bergstraße. Der Gambrinus- Salon und das Photographische Atelier find neu eingerichtet. Jeder Gaft, Sauch wenn derselbe für nur 10 Pf. verzehrt, wird gratis photographirt! Höchst scherzhaft. Großer Jubel! Vorzügliches Lagerbier, à Seidel 10 Pf. H. Schultze( mit'n 3). Geschäftseröffnung Moabit. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich Stephanstr. 61/62 eine Restauration eröffnet habe. Vereinszimmer und Räume 3. Zahlstelle stehen zur Verfügung. 989L Max Scheps, Dreher. Wo gehen wir heute hin? Markgrafenstraße 87 bei Weigt. Da ist ein schöner Garten und vor zügl. Weißbier. Vorwärts" liegt aus. " Irdbeer- Bowle, Flasche 75 Pf., Glas 15 Pf.; Himbeersaft, 2tr. 1,50 M.; Med. Ungarwein, Fl. 1,50 u. 2 M.) Rothwein, Fl. 1,50 M.( Orig.- Abz.; Franz Beyer,[ 954L Prinzessinnenstr. 15. Schmöckwit. Vereinen zur Nachricht, daß Sonntag, d. 26. Juli und Sonntag, den 2., 23. u. 30. Auguft zu Landpartien noch frei sind. Karl Kurras, Gastwirth 3. Palme. Es wird hierdurch bekannt gemacht, daß im Monat August ds. Js. Ferien eintreten, d. h. vom 1. bis 31. August fein Unterricht ertheilt wird. Für diesen Monat ist zwar die Zahlung des Mitgliedsbeitrages aber nicht des Schulgeldes erforderlich. Die Schul- und Lesezimmer stehen den Mitgliedern auch während der Ferien bis 10 Uhr Abends offen, und wird daselbst künftig eine größere Zahl hiesiger und auswärtiger Zeitungen, Gewerkschaftsorgane u. f. w. ausliegen! Der Vorstand. 400/9 Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Im Verfolg der Beschlüsse des Halle'schen Parteitages, die Organisation der Landagitation betreffend, erschien soeben unter dem Titel: Zur Landagitation " " in unserem Verlage eine Broschüre, die in gedrängter Kürze zunächst bestimmt ist, die Parteigenossen über die Verhältnisse des ländlichen Proletariats aufzuklären und damit die Grundlage für eine erfolgreiche Agitation zu schaffen. Die Darstellung zerfällt in folgende Abschnitte: Die sozialen Gegenfäße auf dem Lande.". Die Klagen der Großgrundbefizer". Wie die Herren Rittergutsbesizer leben". Wie der Landarbeiter leben muß". Die Rechtlosigkeit des Landarbeiters". " Landarbeit und Gesinde Ordnung".„ Das glückliche Alter des Landarbeiters".-Schlußbetrachtungen". Daran schließen sich Vorschläge zur Landagitation, die allseitig die Zustimmung der Genossen finden dürften. Der Einzelpreis der Broschüre ist 10 Pf. In Parthien liefern wir wie folgt: 25 Exempl. für 1,20 m., 50 Exempl. für 2 M., 100 Exempl. für 3 M. Im Interesse der Sache bitten wir die Parteigenoffen um aus gedehntefte Verbreitung des Schriftchens. Bücher, Lexika, tauft AH: Fehlerhafte Teppiche, Das grösste Brot A. Hanneymann, 56, 1. Läufer, Portieren, Tireen Dr. Hoesch, homöopath. Arzt unter Rottenpreis. Fabrik Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Hille, Simmerstraße 86, Hof part. für 50 Pf. liefert 513L Albrecht's Bäckerei, Wrangelstr. 8 und Langestr. 26. Mittwoch, 15. Juli, Abends 8½ Uhr: gewerk beschäft. Arbeiterinnen Berlins, Versammlung in Scheffer's Salon, Inselstraße Nr. 10. Tagesordnung: " Der Vorstand. Central- Kranken- u. Begräbnißkasse der Buchbinder und verw. Geschäftszweige.( E. H.) Verwaltungsstelle Berlin. Sonnabend, 18. Juli, Abds. 81/2 Uhrs 1. Bortrag des Herrn R. Baginski: Hauptversammlung Das Recht der Frauen." 2. Diskussion. Straße 21. Tagesordnung: 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes. in Norbert's Festsälen, BeuthGäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Besonders die Kolleginnen und Kollegen von August Werkmeister sind speziell eingeladen. Um zahlreiche Betheiligung bittet 329/4 Der Vorstand. 1. Rassen- u. Geschäftsbericht. 2. Ersatz wahl zweier Beisther. 3. Verschiedenes. 118/19 Die Ortsverwaltung. NB. Die neuen Aerzte- Legitimationen find zum Preise von 5 Pf. pro Stück im Rassenlokal, sowie in sämmtlichen Vereinigung der Maler Bahlftellen zu haben. und verw. Berufsgenossen. Filiale V( Norden). Warnung! 533 b Mittwoch, 15. Juli, Abends 81/2 Uhr: mund von halbverwaisten Knaben, sowie Alle Eltern von Knaben, jeden Vors General- Versammlung bei Gnadt, Brunnenstraße 38. Tagesordnung: 1. Vierteljährlicher Kassenbericht. mittlung des Zentral- Arbeitsnachweises. 2. Diskussion über die Adressenver3. Filialangelegenheiten. Vorstände von Waisenhäusern mache ich darauf aufmerksam, die unschuldigen Kinder nicht das Braugewerbe erlernen zu lassen, damit diese nicht bei den jetzt entgegen gehen. Auskunft ertheilt gern bestehenden Verhältnissen in den BraueAdressenver- reien Deutschlands einem frühen Tode Arthur Otto, Braubursche, Weberstraße 22. Zu sprechen bis 9 Uhr Vorm. Empfehle mein Geschäft in friscaen. Blumen und Kränzen. 533 L 4. Verschiedenes und Fragekasten. Erscheinen ersuchen Um recht zahlreiches und pünktliches 530 b Die Bevollmächtigten. Freunde und Genossen! Liefere nach wie vor das größte und wohlschmeckendste Landbrot von be fannter Größe. Schrot- u. Schwarzbrot. Bringe, da ich Fuhrwerk habe, nach allen Stadtvierteln frei ins Haus. A. Krüger, Bäckermeister, Willibald Aleris- Straße Nr. 43. Markthalle II, Lindenstr., Stand 280. Vorwärts" ist in beiden Geschäften einzusehen. 536 b A. Goldschmidt, Rohtabat Spandauerbrüde 6, am hiesigen Plaze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt ficher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. 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Der fiebenzigfte Geburtstag des durch sein Talent, persön liche Liebenswürdigkeit und Selbstlosigkeit seines ehrenrserthen Der Arbeitsnachweis ist für die moderne gewerkschaftliche Charakters gleich ausgezeichneten Schriftstellers Robert Schweichel wurde von dem Verein Berliner Presse", von dem„ dritschen Organisation in der Arbeiterbewegung ein ungemein bedeutungsSchriftstellerverband" und den zahlreichen Freunden und Vervolles Machtmittel und es ist begreiflich, daß um diese Ein- Ausbeutung der geistigen Arbeit. Am schwarzen Brett" ehrern des Dichters in würdigster Weise, festlich begangen. Die richtung bei fast allen Gewerken ein mehr oder minder heftiger der hiesigen Universität befindet sich seit mehreren Tagen folgende für den 11. Juli, Sonnabend, zur Vorfeier beabsichtigte Waffer= Kampf zwischen Arbeitern und Unternehmern entbrannt ist. Wo Annonce:„ Mehrere Herren zu leichteren literarischen Arbeiten partie auf dem Dampfboot mußte wegen des ungünstigen Wetters bei dieser Einrichtung die Innungen in Betracht kommen, haben gesucht. Näheres Frankfurter- Allee 169 11." Trogdem Schreiber in eine Landpartie mit der Eisenbahn nach Wannsee umgediese mit dem Arbeitsnachweis auch noch das durch die modernen Dieser Zeilen gegen derartige allgemein gehaltene Ankündigungen wandelt werden. Hier versammelten sich über hundert Damen Verhältnisse fast überall, jedenfalls aber in den größeren Städten auf Grund langjähriger Erfahrungen von vornherein etwas miß- und Herren zu einem gemeinschaftlichen Abendessen. Nachdem entbehrlich gewordene Herbergswesen zu fonserviren gesucht. trauisch ist, scheute er doch den weiten Weg bis nach Friedrichs- der Jubilar mit seiner Gattin den Ehrenplay eingenommen hatte, Wie es nun in einer solchen Gesellenherberge in Berlin berg- denn das betreffende Haus liegt hinter dem städtischen feierte der Vorsitzende des Vereins Berliner Presse", Herr Flammerzugeht, das schildert uns ein Leser unseres Blattes in folgender Viehhof- nicht, um sich zu vergewissern, was eigentlich hinter gerichtsrath Ernst Wichert in längerer Ansprache Schweichel, dessen Zuſchrift: dieser Annonce stecke. Das Resultat übertraf seine kühnsten Er- Verdienste als Dichter, Journalist und langjähriger Leiter des Vor einigen Tagen hatte ich Gelegenheit, der Arbeitsausgabe wartungen. Ein praktischer Arzt, Dr. Birnbaum, sucht näm- deutschen Schriftstellerverbandes er eingehend hervorhob und aus in einer hiesigen Innungsherberge im Norden der Stadt, wo lich, wie sich bald herausstellte, eine ganze Anzahl von gebildeten dessen freiem Bildungsgang und den Verhältnissen in dem gelernten Gisenarbeitern Beschäftigung nachgewiesen wird, beizu- Herren behufs Anfertigung von Inhaltsübersichten moderner liberalen Königsberg, seiner Geburtsstadt, entwickelte. Schweichel wohnen. In dem Gärtchen und in dem im Hochparterre gelegenen Bramen. Für jede derartige Arbeit, mag sie nun Guzkow, erwiderte in einer trefflichen, zündenden Rede, daß er in allen, Lokal fitzen etwa 40-50 Personen. Verhältnißmäßig nur wenige Freytag, Strindberg, Björnsen, Bauernfeld oder sonst einen hervor selbst den schwierigsten Lagen seines bewegten Lebens stets den zeigen die kräftige Körperkonstitution, welche die Bearbeitung des ragenden dramatischen Schriftsteller der Neuzeit zum Gegenstande Glauben an das Fortschreiten der Menschheit festgehalten habe. Eisens erfordert und bei genügender Ernährung auch erzeugt. haben, zahlt er sage und schreibe volle fünfzig Pfennige. Bugleich forderte er seine Zuhörer, besonders die Mitglieder der Der Blick begegnet vielen schmächtigen Gestalten, aus deren Berechnet man nun, daß der Betreffende das Stück, dessen Inhalts Presse auf, diesen seinen Glauben zu theilen, worauf er das Wohl ernsten Gesichtern die Entbehrung die Folge der Arbeitsangabe er anfertigen soll, falls er es nicht zufälliger Weise besitzt, der Versammlung ausbrachte. In einem sinnigen Toast ließ Tosigkeit- blickt. Dazwischen bewegt sich der Herbergs- ,, Vater", sich selbst anschaffen muß, was billigst bei Reclam 20 Pf. foftet, Herr Dr. Ludwig Ziemssen die treue Gattin Schweichel's, die dessen stattlicher Leib und frisches Gesicht sich auffällig von dem daß ferner das Durchlesen eines solchen Stückes mindestens drei liebevolle Gefährtin seiner Freuden und Leiden hoch leken. der umherfigenden Proletarier abhebt. Stunden und die Arbeit selbst zwei Stunden in Anspruch nimmt, heitere angeregte Stimmung äußerte sich nach aufgehobener Tafel so kommen pro Stunde noch nicht einmal zehn Pfennige als in einem Tänzchen, das der jugendliche Jubilar mit seiner Honorar für die Leistung heraus. Ja, die Bezahlung sinkt noch Gattin durch Anführung der großen Polonaise eröffrete. Am unter fünf Pfennige pro Stunde, wenn man die Kosten für nächsten Morgen, dem 12. Juli, fand die eigentliche GeburtstagsPapier von Dinte und Schreibfedern ganz abgesehen und feier statt; zunächst erschien eine Deputation der Berliner Presse Porto, das nach Friedrichsberg mindestens zehn Pfennige beträgt, und des deutschen Schriftstellerverbandes in der mit reichen in Betracht zieht. Allerdings, meinte der Herr Doktor, für eine Blumenspenden geschmückten Wohnung des Jubilars, um ihm eine derartige Arbeit dürfe der materielle Ertrag nicht allein ins Adresse und die durch eine allgemeine Sammlung ermöglichten Gewicht fallen. Worin aber das ideale Aequivalent bestehen soll, Ehrengaben zu überreichen. Diese bestehen in einer Lebensrente darüber vermochte sich der Herr nicht zu äußern. Wahrscheinlich für Schweichel und seine Gattin, die Beiden ein zwar bescheidenes, in dem erhebenden Bewußtsein, dazu beigetragen zu haben, daß aber sorgenfreies After sichern soll, und in dem Ankauf seiner Herr Dr. Birnbaum als Verfasser einer Modernen Literatur- bei dem Buchhändler Herrn Habel erschienenen„ Schweizer geschichte" sich mit fremden Federn schmücken kann. Denn leider Novellen", über die der Verfasser frei zu verfügen wünschte und konnte der Herr bereits auf eine ganz stattliche Anzahl von von denen nächstens eine neue Ausgabe veranstaltet werden wird. Inhaltsübersichten hinweisen, die ihm bereits geliefert worden von anderen zahlreichen Geschenken machte sich noch das ges waren. Zum Nutzen und Frommen aller Derer aber, welche ihre lungene, wohlgetroffene Bild des Jubilars bemerkbar, von Fräul. Arbeitskraft höher anschlagen, als daß sie mit einer Bezahlung Steinthal, einer jungen talentvollen Künstlerin, gemalt. Die von noch nicht fünf Pfennigen pro Stunde zufrieden sein könnten, Feier Harmonirte vollkommen mit dem bescheidenen, liebensund zugleich noch zur Warnung für Diejenigen, die event. auch würdigen Charakter des Jubilars und gereichte ihm und der durch oben erwähnte Ankündigung sich verleiten lassen könnten, gesammten Presse zur Ehre, da die Ehrengabe nur als die Abden weiten Weg nach Friedrichsberg anzutreten, und denen als- tragung einer alten Schuld, als der Lohn der uneigennützigen dann die verlorene Zeit und auch das umsonst für die Pferde- Dienste des Gefeierten erschien. Möge er", wie die ihm überbahn verausgabte Geld leid thun würde, sei hiermit dieser reichte Adresse wünscht, noch lange die Früchte seines segens eklatante Fall von Ausbeutung geistiger Arbeit gebührend an reichen Lebens und Wirkens in ungebrochener Körperkraft und den Pranger gestellt. geistiger Frische genießen und möge es auch uns vergönnt sein, in ihm noch lange ein leuchtendes Vorbild unseres Standes und eine feste Stütze unserer Vereine zu verehren." Zwei Opfer der Blitzkatastrophe bei Tempelhof, am Bald nach 1/29 Uhr Vormittags beginnt die Arbeitsausgabe, zu welcher das Zeichen durch mehrinaliges Aufschlagen mit einem Stock gegeben wird. Langsam sammeln sich die Anwesenden um das Büffet, hinter welchem der Herbergsvater mit seinem Hausdiener als Adjutanten steht. " Jemand einzuschreiben!" ertönt der Ruf. Einige treten an das Büffet vor, und das ist für den Adjutanten das Zeichen, soviel Weißen" und" halbe Pfunde" einzuschenken, als Gesellen eingeschrieben werden. Man nennt diese bis zu einem gewissen Grade unfreiwillige Entnahme von Getränken, Einstand". Ohne diesen, der mindestens 40 Pf. kosten muß, ist es unmöglich, eingeschrieben zu werden und Arbeit dort zu erhalten. Wer also gänzlich mittellos ist, für den existirt der Arbeitsnachweis dieser Innung nicht. Nun folgt die Arbeitsausgabe: Der Herbergsvater verliest die Adresse des Meisters, dazu das Spezialfach, für welches die Gesellen verlangt werden. Dann lehnt er sich an den Büffetschrank zurück, um Meldungen abzuwarten. Nach einiger Zeit drängt sich aus der hintersten Reihe Jemand an das Büffet hervor, um sich für die verlesene Stelle zu melden. Die wenigen Angenblicke, welche seit dem Verlesen verstrichen sind, geben für den gestrengen Herbergsvater den Grund ab, den Gesellen zurückzuweisen, da er doch keine Lust zum Arbeiten zu haben scheine, sonst würde er schneller" da" sein. Nachdem dieser Art der erste abgethan, tritt ein zweiter nicht mehr hervor. Eine neue Adresse wird Im Vergleich zu anderen Vororten geht in Tempel verlesen. Diesmal steht sofort einer am Buffet. Nach den üblichen Fähigkeitsproben wird ein entsprechendes Formular aus- hof das" Berlinisiren" nur langsam vor sich. Während für gefüllt und von dem Gesellen unterschrieben und nun hat der Rixdorf die Bezeichnung„ Dorf" einfach lächerlich ist, paßt sie Glückliche Arbeit. Allerdings hat die Sache noch einen Haken, für Tempelhof noch ganz gut, trok pferdebahn und Anschlag 9. Juni dieses Jahres, welche die auf der Schäzelberg- Höhe mit es muß erst der„ A u 3 st and" entrichtet werden. Wer kein tafeln. Was an Häusern Berliner Stils in letzter Zeit gebaut dem Spaten übende erste Kompagnie vom Kaiser Franz- GardeGeld hat, ber kann darauf gefaßt sein, anstatt des Arbeitszettels ist, kann sich durchaus nicht eines besonders lebhaften Zuspruchs Grenadier- Regiment so schwer heimgesucht hat, mußten dieser etwas mit dem Stock zu bekommen. So geht die Sache fort, an Miethern erfreuen, wie denn Wohnungsnoth in Tempelhof Tage, nachdem sie bereits vor Wochen aus dem Tempelhofer bis die 5-6 vorhandenen Stellen in etwa 12 Stunden aus überall nicht zu konstatiren ist. Die Hauptstraße von Tempelhof Lazareth als geheilt zur Kompagnie zurückgekehrt waren, von gegeben sind. Während dieser Zeit ist man hauptsächlich am die Berliner Straße, ist zu einem großen Theil noch gar nicht Schänktisch in Thätigkeit gewesen, wo Nordhäuser und Weißbier regelrecht bebaut und stoßen theils Ackerſtücke und große Gärten, neuem in ärztliche Behandlung nach dem Lazareth geschickt verabreicht werden. Endlich schließt diese Tortur, denn so kann theils ausgedehnte Baumschulen und endlich der sogenannte werden, weil sich bei ihnen Rückfälle der Blitzschlagfolgen einBoers, befindet sich noch immer leidend im Lazareth. anan das Verfahren wohl nennen, bei dem einige hundert" Park" an dieselbe heran. Wie manches Haus kann da nicht gestellt haben. Der am schwersten getroffene Gefreite, Hornist Menschen in der Gluthiße des Lokals eingepfercht und in respet- noch stehen! Und worin hat dieses gewisse Zurückbleiben gegen die anderen Abermals ein Opfer der Wahrsagekunst. Bei der in voller Ruhe figen müſſen, weil sonst der Stock des Herbergsvaters Bororte seinen Grund? Dazu tragen verschiedene Momente bei. der Gubenerstraße wohnenden Wittwe H. wohnte seit einiger mich aber am meisten empörte, war die Lautlosigkeit, mit welcher Da ist erſtens der große Gyerzierplay, das sog. Tempelhofer Feld, Zeit die unverehelichte Anna Kalm aus Rhinow. Das junge die Leute die Brutalität ihres Beinigers hinnahmen, der es verstand, ein Hinderungsgrund, auf absehbare Zeit mit Berlin Fühlung 18 jährige Mädchen, welches mit den Großstadt- Verhältnissen Zum Anderen trägt die schlechte Ver- wenig oder gar nicht vertraut ist, hatte in voriger Woche bei auf die raffinirteste Weise sich auf Kosten seiner Opfer zu bereichern. gewinnen zu fönnen. Wer sich an einen Tisch oder Stuhl lehnt, oder wer sein Bier bindung mit der Eisenbahn( nur alle volle Stunde geht nach einer Landpartie einen jungen Mann kennen gelernt, an dem es ausgetrunken hat und sein Glas nicht umlegt, oder wer gar die jeder Richtung ein Zug) auch nicht gerade dazu bei, die in wegen seines guten Auftretens Gefallen fand und in den es sich Hände in den Hosentaschen hat, bezahlt dem Herbergsvater eine Berlin oder sonstwo außerhalb Beschäftigten in Tempelhof gern verliebte. Am Freitag erhielt das junge Mädchen von seinem die Fahrt mit der Pferdebahn ist immer Bräutigam" einen Brief, in welchem dieser seiner Braut" mitund endlich gehört der bei weitem größte theilte, daß er sie auf einige Zeit verlassen müsse, da er auf unWeiße oder ein Seidel, denn Zucht und Ordnung muß sein, so wohnen zu lassen will's die Zunft. Während sonst die Preise in den Herbergen noch zu theuer unbarmherzig auf die Köpfe der Umstehenden niederfaust. " Am Sonntag Vormöglichst niedrige sind, ist dies hier nicht der Fall. Gegen diese Theil der unbebauten Fläche dem dortigen Dominium, welche Eng- bestimmte Zeit von Berlin abwesend sein würde. Eine gute Zustände und diese menschenunwürdige Behandlung giebt es für länder in Besitz haben. Dieselben lassen zwar Baustellen verkaufen, Nachbarin", welche die Sache anders auffaßte, rieth dem den Einzelnen kein Mittel. Mehrere der Anwesenden haben schon der oder die mit der Verwaltung des Dominiums beauftragten leichtgläubigen Mädchen, sich über die angebliche Reise bei einer ihrer Meinung unverhohlen Ausdruck gegeben. Die Zugereisten Beamten haben aber durchaus keine Gile, ihre Waare an den Wahrsagerin Gewißheit zu verschaffen. durchschauen auch bald das Spiel und reisen ab, ohne sich auf- Mann zu bringen- denn wenn alles Land verkauft ist, wozu mittag begab sich die K. zu einer in der Memelerstraße wohnenist dann noch ein Verwaltungsbeamter nöthig? Bon den Arbeit zugewiesen nach außerhalb, Arbeitszeit von 5 bis 8 Uhr ist aber ist gar keine Baustelle zu krieg rithie geute haben es in der Nachbarschaft einen gewissen Ruf besikt. Nach Ansicht warten, in der wohl richtigen Voraussetzung, der Nachbarinnen trifft fast immer Alles ein, was die fluge Frau oder noch länger bei 15-18 M. Wochenlohn. Sollte denn der nicht nöthig und Ausschuß der Innung von diesen Zuständen keine Kenntniß daß ihr and mit der Zeit nicht nur nicht an Bauwerth verliert, prophezeit. Als das junge Mädchen nach Hause bie tuge Frau außer sich, wies alle Vorstellungen der Wirthin zurück und beSo liegen die Sachen in Tempelhof und die seligen Tempel- deutete ihr, daß sie sich das Leben nehmen werde. Leider sollte haben? Warum wird nicht Wandel geschaffen? Ist das die sondern ins Ungeheuerliche gewinnen wird. Art, wie die Innungen die ihnen verliehenen Vorrechte auszunußen? Freilich von der Innung ist Nichts zu erwarten. Diese herren würden sich wundern, wenn sie sähen, daß heute immer zum Erstaunen der Wirthin die Prophezeihung des jungen MädMißwirthschaft ist ein ernster Mahnruf an die Arbeiter der be- noch die vollbepackten Dungwagen über das holperige Pflaster chens nur zu bald in Erfüllung gehen. Als am heutigen Montag treffenden Branche, sich zu ermuntern und die Förderung ihrer raffeln, und würden die Nasen rümpfen, wenn sie den Duft auf- früh die Wirthin ihrer Einwohnerin den Kaffee nach dem Zimmer Interen nicht länger von der Innung zu erwarten, sondern selbst saugen könnten, der mitunter den Senkgruben entströmt. Hand anzulegen. Das Ländlich sittlich! Und wann wird's anders? Besonders ländlich ist's in Tempelhof bei Regenwetter; Und es wallet und siedet und brauset und zischt!" bis endlich Zur Frage der geschäftlichen Sonntagsruhe. polizeiliche Verbot betr. das Feilhalten und den Verkauf von nach langen bangen Stunden die Wasser all im Parktümpel sich Waaren an Sonn- und Feiertagen während der Kirchenzeit er- wiedergefunden haben. Lotterie Projekte tauchen jetzt an allen Ecken und Enden fährt neuerdings seitens der Polizeiorgane eine Ausdehnung, welche nicht nur bei den hiervon direkt betroffenen Handelsleuten befremden erregt. Bei den stattfindenden Volks- und größeren auf. Das Beispiel von oben findet Nachahmung. Wenn die Arbeiterversammlungen pflegen fich auch weithin fliegende Regierung Lotterien gutheißt, so halten die„ gut“ und„ patriotisch" Händler", Inhaber vollgiltiger Gewerbescheine, einzustellen und Gesinnten natürlich das Veranstalten von Lotterien ebenfalls für schäft zu schließen", d. h. während dieser Zeit den Verkauf einMitgliedern hilft. Ein Lotterie Projekt, das ganz besonders brachte, fand sie dieselbe halb angekleidet auf dem Bett liegen. Die heftigen Zuckungen, in denen sich der Körper bewegte, und der Schaum vor dem Munde ließen auf Selbstmord schließen. Ein neben dem Mädchen liegendes Fläschchen verrieth, daß es sich mittelst Blausäure vergiftet hatte. Ein sofort hinzugerufener Arzt ordnete, der großen Lebensgefahr wegen, in welcher das Mädchen schwebte, die sofortige Ueberführung derselben nach der Charitee an, woselbst es aber nach Verlauf von einer Stunde Selbstmord. Vorgestern Nachmittag feuerte mittels Revolvers Revolver umschloß, blutüberströmt und in Zeitungen, Broschüren, Galanteriewaaren 2c. im Versammlungs- löblich, oder wenigstens erwarten sie, daß, was Anderen recht sei, auf dem im Hofe des Hauses Möckernstraße 126 belegenen Abort verkaufen. In neuerer Zeit ist es nun mehrfach gelegentlich an noch so weit kommen, daß, wer Geld braucht, sich mit anderen, in die rechte Schläfe eindrang und den W. schwer verletzte. Die en in der gleichen Lage Befindlichen zu einem Verein zusammenthut durch den Schuß aufmerksam gewordenen Hausbewohner eilten gekommen, daß derartige Händler, Kolporteure 2c. polizeilicher- und daß der Verein nun um die Erlaubniß einkommt, eine große nach der Stelle, erbrachen die von innen verriegelte Thür und seits aufgefordert wurden, in der Zeit von 10-12 Uhr ihr Ge- Geld- Lotterie zu veranstalten, die dem Verein, d. h. allen seinen fanden den 23., dessen Hand noch krampfhaft den rauchenden und nur noch immengefundener Aufforderung wurde auch bereitwilligst Folge gegeben, wenn- und fofort angenommen. Das„ Gasthaus" berichtet erst jetzt( in zeichen von sich gab, wurde, nachdem der Reviervorstand davon gleich auch die betreffenden Händler der Meinung waren, daß seiner vorlegten Nummer) darüber. Man hofft für 500 000 m.(!) in Kenntniß gesetzt war, durch einen Schußmann in die Charitee ein derartiges Verbot in einem geschlossenen Versammlungs- Looſe abzusehen, da jeder Gastwirth bei seinen Gästen überführt, wo er kurz nach seiner Einlieferung verstarb. ZerAmt verflossenen Sonntage, wohl ein Duhend oder einige Duizend anbringen fönne; ber rüttete Vermögensverhältnisse sollen den Mann in den Lodges Iotale nicht am Platze sei. an dem Vormittags im Saale der Aktienbrauerei Friedrichs- Gewinn soll in die" Theodor- Müller- Stiftung" fließen. Gine trieben haben. Von einem überaus tragischen Geschick ist die Familie hain eine Arbeiterversammlung stattfand, wurde mum aber einem ernste Diskussion hat über den Vorschlag nicht einmal statt im Versammlungsfaale stationirten Sändler von dem die Ver- gefunden und werde über das moralisch Bedenkliche, noch In einem sammlung überwachenden Polizeilieutenant auch das Feilhalten über die Fraglichkeit der Erlaubnißertheilung scheint man sich des Schmieds Heidorn, Cuvrystr. 11 wohnhaft, betroffen worden. und der Verkauf von Waaren nach 12 Uhr verboten unter Hin- Gedanken gemacht zu haben. Der Antrag ist so nebenbei, da Vor einiger Zeit hatte der Stiefsohn desselben, Wilhelm Mahnke, weiß darauf, daß es eine öffentliche Versammlung, ein öffent- man gerade noch etwas Zeit habe", vorgebracht, empfohlen und Natronlange eingeholt, um dieselbe zum Streichen eines Zimmers liches Lokal und der Verkauf von Waaren von 10 Uhr Morgens flugs angenommen worden. Die Genehmigung scheint man für zu verwenden. Er hatte dazu eine von den Flaschen benutzt, in lers halfen nichts, er wurde notirt" und mit Sistirung bedroht, Erwartung ausdrücklich und bestimmt aus. Hierbei wurde der Augenblick, wo der junge Mensch sich abgewandt hatte, griff sein sodaß er nothgedrungen den ferneren Verkauf einstellen mußte. Derselbe Ruf v. Buttfamer" laut; was der Rufer damit gemeint hat, 51/2 Jahre altes Stiefschwesterchen nach der Flasche, in welcher hatte vorschriftsmäßig von 10-12 Uhr Vormittags sein„ Geschäft blieb sein Geheimniß. Der unterbrochene Redner hat den Sinn es Bier vermuthete und trant daraus. Das Kind mußte sofort Als die Versammlungstheilnehmer nach des Rufes auch wohl nicht verstanden und bemerkte zu dem nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden und verstarb Schluß der Versammlung gegen 2 Uhr Nachmittags das Ver selben:" Ich habe nicht die Bekanntschaft des Herrn v. Putt- daselbst an den Folgen des Genusses der Lauge. Seitdem fand sammlungslokal verließen, wurden ihnen auf der Straße von famer gemacht, der mir nie sympathisch war." Wir meinen, daß Mahnke keine Ruhe mehr, indem er sich für den Mörder der ambulanten Blumenhändlern ungehindert rothe Nelfen und dieses Lotterie Projekt denn doch wohl schwerlich die Ge- Kleinen anfah. Vor einigen Tagen suchte er den Tod nahe dem Blumensträuße zum Verkauf angeboten. Auf der Straße war nehmigung erlangen wird. geschlossen" gehabt. Schlesischen Thor im Wasser.. Herr Tischler Paul Lorenz, Staligerstraße 59 b wohn haft, ersucht uns um die Mittheilung, daß er mit der wegen Straßenraubes verurtheilten Persönlichkeit gleichen Namens nicht identisch ist. Die Lohnkommission: C. Gefrois, Adalbertstr. 4, H. I, H. Goede, Triftstr. 4, Seitenflügel III, 6. Obst, Blumenthalstr. 8. H. III, H. Bardeleben, Rügenerstr. 31, Quergeb. 1. Aufg. III, G. Pfizner, Kastanien- Allee 89, Quergeb. III, bei Conrad, W. Roehr, Schulzendorferstr. 16, S. II, C. Jänsch, Grenzstr. 6. Gesammtübersicht Einen gefunden Schlaf scheint der Stuckateur D. zu be- lassen. Auf dem Schöneicher Plan bei Mittenwalde liegt eine| straße 79 I; für den Süden und Südwesten Kamerad G. Thiele, fiten, der am vergangenen Sonnabend Abend buchstäblich bis große der Firma 2. Krause u. Ko. gehörige Ziegelei, deren Be- Dieffenbachstr. 33; für den Westen Kamerad E. Leissener, arfs Hemd" gefleddert wurde. D. hatte am Abend ein Schank- trieb Wurl übernommen hatte. Die Arbeiter besorgen fihre Ein- Kahlerstr. 7, H.IV., als Bezirks- Bertrauensleute, bei denen Karten und Total in der Frankfurter Allee besucht und verließ dasselbe in fäufe an Lebensmitteln, Bier und Spirituosen in einer auf dem Marken zu haben sind. Sobald die Vertrauensleute sämmtlich vorgerückter Nachtſtunde. Auf der Straße, wenige Schritte vom Terrain der Ziegelei befindlichen Kantine. Die Verwaltung der gewählt sind, werden wir die Namen, sowie die Verkehrslokale Lokal entfernt, wurde der Stuckateur von Müdigkeit überfallen, Kantine hatte ebenfalls Wurl übernommen. Die Arbeiter können derselben veröffentlichen, und erwarten jetzt schon, daß alle fetzie sich auf einen Mauervorsprung des betreffenden Gebäudes feinen hohen Verdienst gehabt haben, denn schon am Dienstag, Kameraden hinter der Lohnkommission stehen und ihrer Pflicht und schlief ein; als er etwa eine halbe Stunde darauf erwachte, ja oft schon am Montag kamen sie nach Vorschuß, der ihnen auch zum Wohle der Zimmerer Berlins im Sinne der Einigkeit aller fand er sich in einem eigenartigen Kostüm wieder. Hut, Rock, bereitwilligst gewährt wurde, jedoch nicht„ baar und in Reichs- Kameraden nachkommen werden. Weste, Hose, Stiefel, furz Alles, was er auf dem Körper gehabt währung", wie es die Gewerbe- Ordnung verlangt, sondern in hatte, war ihm gestohlen und nur einen defekten Strumpf hatten Blechmarken, die nur in der Kantine in Zahlung ge Die Beichenfledderer, denn solche müssen es wohl gewesen sein, nominen wurden. Dadurch waren die Arbeiter ge= dem Schlafenden gelassen. D. mußte nun in dem Adamskostüm zwungen, ihren Bedarf an Lebensmitteln, sowie Schnaps das erwähnte Gasthaus wieder aufsuchen, um sich von dem und Bier in der Kantine zu kaufen. Ein Ver Wirth mit Kleidung versehen zu lassen und die an ihm be dienst an dem Schnaps fonnte dem Wurl nicht nachgangene Leichenfledderei der Polizei zu melden. gewiesen werden, wohl aber ein beträchtlicher Gewinn am Bier. Vor der zweiten Straftammer des Landgerichts II, welche die Anklage gegen Wurl wegen der beschriebenen Vergehen verhandelte, entschuldigte Wurl das Ausgeben der Blechmarken damit, daß er die Leute annehmen müsse, wie sie tominen, gleich viel ob sie eine ehrliche Vergangenheit hätten oder nicht, er sei Aus Nigdorf schreibt man uns: Am Sonntag, den daher nie sicher gewesen, daß nicht Jemand mit dem Vorschuß 12. Juli, Nachmittags 4/2 Uhr, wurde unser Genosse Friß durchgehe, wenn derselbe in baarem Gelde gewährt würde; auch Krüger nach Verbüßung einer sechsmonatlichen Gefängnißstrafe, zuwälzen, da er nur für Rechnung derselben arbeite. Beide Einversucht es Wurl, die Verantwortung auf die Firma Krause abwelche fich derselbe durch eine Wahlrede zugezogen hatte, entwände werden ihm widerlegt. Der Vorschuß wird nur in Höhe des laffen. keine Rede sein; die Verantwortung hat er zu tragen, weil er bereits Berdienten gegeben, es fann also von einem„ Durchgehen" Gewerbetreibender im Sinne der Gewerbeordnung ist. Nicht auch für ihn die Verpflichtung, die Schanktonzession für Brannt nachgewiesen ist der Gewinn an den Spirituosen, mithin bestand wein nachzusuchen und den erweiterten Gewerbebetrieb anzumelden. Gewerbe- Ordnung zu 50 M. Geldbuße. Hätte das Gericht aber Es erfolgt seine Verurtheilung wegen Vergehen gegen§ 115 der auch wirklich, dem Antrage des Staatsanwalts gemäß, ihn zu 300 M. Strafe verurtheilt, so wäre auch hier, wie in so vielen derartigen Fällen, Deckung durch den vorher erzielten Nußen vom Bierverkauf vorhanden. Weit über 500 Personen hatten sich zum Empfange des Genossen Krüger nach Plößensee begeben, um getreu einem vorher gemachten Abkommen, denselben hier zu empfangen. Unfer Genosse wurde jedoch nicht in Plößensee, sondern vom Molten markt aus entlassen. Hier waren zahlreiche Schuhleute aufgestellt. Warum? Zwei Herren ohne Uniform waren so gütig, unfern Genoffen bis zum Hermannplatz in Rixdorf zu begleiten. Punkt 7 Uhr traf dann der Genofje Krüger in Plößensee ein. Der Gefang: verein Grüne Eiche" stimmte das Lied:" Ein Sohn des Volkes will ich sein" an, und nach glücklich verlebten Stunden wurde per Eisenbahn der Heimweg nach Rigdorf angetreten. 17 der Statistik der Musikinstrumenten- Arbeiter Berlins. 106 Klavierfabriken beschäftigen 2886 Arbeiter, das von sind Lehrlinge 60, gelernte Instrumentenarbeiter respektive nicht gelernte Tischler 471. = beiter, davon nicht gelernte Tischler 419, gelernte Tischler 55, 12 Piano Mechanikfabriken beschäftigen 671 Arweibliche Arbeiter 197. gelernte Tischler 221, nicht gelernte Tischler 25. 13 Rlaviaturfabriken beschäftigen 246 Arbeiter, 4 mechanische Fabriken beschäftigen auf Drehorgel, Tischler 57, jugendliche Arbeiter( Burschen u. s. w.) 103. Harmonika, Attordeons u. f. w. 465 Arbeiter, gelernte Gesammtza hI sämmtlicher Musit- Instrumentenarbeiter Lehrburschen 60, Summa der nicht gelernten Tischler 1073. und-Arbeiterinnen 4268, davon weibliche 197, jugendliche 103, Die Arbeitszeit betrug bei: Klavier fabriken: in 5 Fabriken 8 Stunden, in 6 Fabriken 81/2 Stunden, in 19 Fabriken 9 Stunden, in 72 Fabriken 91/2 Stunden, in 3 Fabriten 10 Stunden. Ueberarbeit hat stattgefunden: gearbeitet in 27 Fabriken 1-2 Stunden, sämmtliche Arbeiter In 44 Klavier fabriken, ein Theil der Arbeiter hat überhaben übergearbeitet in 7 Fabriten 1-2 Stunden, ein Theil der Arbeiter hat Sonntags gearbeitet in 7 Fabriken, sämmtliche ArIn Mechanik fabriken: ein Theil der Arbeiter arbeitete in Piano Mechanik fabriken: in 2 Fabriken 9 Stunden, Polizeibericht. Am 11. d. Mt3. Morgens wurde der In Betreff der den Untersuchungs Gefangenen zu gein 9 Fabriken 10 Stunden, in 1 Fabrik 1012 Stunden. Handelsmann Wagner, als er an einem in der Markthalle VI währenden Schreiberlaubniß hat das Kammergericht eine be Klaviatur fabriten: in 1 Fabrik 9 Stunden, in 12 Fa in der Ackerstraße 28-26 stehenden Wagen vorbeiging, von dem merkenswerthe Entscheidung gefällt. Der ehemalige Schuhmann briken 91/2 Stunden. Pferde deffelben geschlagen und erlitt hierbei einen Knöchelbruch feines früheren Vorgesetzten, des Polizei- Lieutenants H. von der D. war wegen wissentlich falscher Anschuldigung und Beleidigung am linken Fuße. Der Betleyte wurde nach Anlegung eines Noth- weiten Straffammer des Landgerichts I verurtheilt und wegen verbandes mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht. Zu der Höhe der Strafe sofort in Saft genommen worden. Er er derfelben Zeit wurde eine Frau beim Ueberschreiten des Fahrklärte, Revision einlegen zu wollen und blieb somit bis erfolgter vor Rechtstraft des Urtheils überfahren und anscheinend am linken Bein so schwer verlegt, langte mit seinem für die Revision bestellten Vertheidiger, beiter desgleichen in 3 Fabriken. Ein vierjähriges Mädchen war zu derselben Zeit unbemerkt unter R.-U. Stadthagen, in schriftlichen Verkehr zu treten, der Vor 5 Fabriken 1-2 Stunden länger, sämmtliche Arbeiter in 1 Fabrik einen vor dem Hause Friedrichsbergerstraße 16 mit Obstfiende der zweiten Straffammer, Landgerichts- Direttor Brause 2 Stunden, Sonntags wurde gearbeitet in 4 Fabriken. haltenden Wagen gekrochen, um um von demselben herab- wetter, erklärte indessen, daß hierzu jedesmal die richterliche ErIn Klaviatur fabriken: ein Theil der Arbeiter hat übergefallene Kirschen aufzuheben. Als der Wagen weiterrückte, auch der Durchsicht der Gefängnißbeamten unterliegen. Hier gearbeitet in 10, sämmtliche Arbeiter in 2 Fabriken. wurde es überfahren und erlitt hierbei einen Bruch des rechten Oberarms, sowie eine Quetschung des Rückens. gegen erhob R.-A. Stadthagen beim Kammergericht Be Lindow i. d. Mark. Hier haben 28 Töpfer wegen Nachmittags wurde im Louisenstädtischen Kanal, an der Louisen- fchwerde. Die höhere Justang hat hierauf folgenden Beschluß Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Buzug ist strengstens brücke, die Leiche eines unbekannten, etwa 35-88 Jahre alten gefaßt: Nach§ 148 der Straf- Prozeß- Ordnung ist dem ver- fern zu halten. Mannes angefchwemmt und nach dem Schauhause gebracht. hafteten Beschuldigten schriftlicher Verkehr mit dem Vertheidiger gestattet, und nur so lange, als das Hauptverfahren nicht Stralsund. Ueber die gegenwärtige wirthschaftliche Vor dem Hause Stralauerstr. 42 wurde am 12. d. M. Vormittags eröffnet ist, kann der Richter schriftliche Mittheilungen desselben Krisis schreibt der Stettiner Boltsbote":" Die gegenwärtige ein Mädchen von einer Rutsche überfahren und am Kopf und an der Brust bedeutend verlegt. Nachmittags versuchte ein an den Vertheidiger zurückweifen, falls deren Einsicht ihm nicht wirthschaftliche Krisis macht sich in Stralsund recht fühlbar. Es Tischler in seiner Wohnung, in der Reichenbergerstraße, sich gestattet wird. Gegen einen Untersuchungsgefangenen, gegen den vergeht kaum ein Tag, an welchem nicht der eine oder andere mittels Cyantali zu vergiften. Er wurde noch lebend nach der das Hauptverfahren eröffnet ist, greifen die im Absatz 2 des Konkurs beim Amtsgericht angemeldet wird. Bum größten Charitee gebracht. In einem Kloset auf dem Hofe des Grund- 148, beziehentlich die im§ 78 des Gefängniß- Neglements ent- Theil sind Diejenigen, die pleite gemacht haben, Raufleute, stücks Möckernstr. 126 brachte fich zu derselben Zeit ein Bier- haltenen algemeinen Bestimmungen nicht mehr Platz und bedarf welche auf die Arbeiter wegen deren Genußsucht" schimpfen. verleger mittels Revolvers einen Schuß in die Schläfe bei und daher der Untersuchungsgefangene in diesem Stadium des Unter- Der Lohn der Arbeiter ist bekanntlich so gering, daß dieselben verlegte sich dadurch so schwer, daß er bald darauf in der fuchungsverfahrens einer besonderen Erlaubniß des Richters, um sich nicht viel kaufen können und vielleicht noch mehr Kaufleute Charitee verstarb. 3n derselben Zeit sprang ein Tischler nahe an den Bertheidiger zu schreiben, nicht mehr. Ebenso wenig unterliegt alle" werden." der Waldemarbrücke in den Louisenstädtischen Kanal, wurde einer Kontrolle. Die Beschwerde war aus diesen Gründen für ein Schreiben des Untersuchungsgefangenen an den Vertheidiger Die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschjedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach dem gerechtfertigt zu erachten und die Verfügung des Vorsitzenden der lands veröffentlicht folgenden Situationsgericht. Krankenhause am Urban gebracht. zweiten Straffammer aufzuheben und der Vorsitzende anzuweisen, Der Streit der Heizer und Kohlenzieher in Bremerhaven ist Vorsorge dahin zu treffen, daß ungehinderter und unkontrollirter beendet. Den Arbeitern sind einzelne Forderungen bewilligt Briefverkehr dem Gefangenen mit seinem Vertheidiger gewähr- worden. Unter Anderem, daß sie nach jeder Reise abmustern leistet werden. Inzwischen ist auch die eingelegte Revision in tönnen. Betreff des Urtheils gegen D. vom Reichsgericht für begründet erachtet und die Sache in die erste Instanz zurückgewiesen worden. Gerichts- Beitung. Arbeiterbewegung. " Die Verpflichtung der Seemannstasse erlischt erft 4 Wochen nach der Abmusterung. Ferner eine größere Rechtssicherheit bei Strafen und eine präzisere Regelung der Ueberzeitarbeit. Diese Ein eigenartiger Sachverhalt lag der Anklage wegen Errungenschaften sind für die Seeleute nicht ohne weitgehende Urkundenfälschung zu Grunde, die gestern vor der vierten StrafBedeutung, so daß sie mit diesem in ungünstiger Zeit erruntammer des Landgerichts I gegen den Bäcker Lühow verhandelt genen Erfolge zufrieden sein können. Außerdem haben sie wurde. Die Ehefrau des Angeklagten besaß ein Sparkassenbuch, Siefem Erfolge eine wesentliche Stärkung ihrer Organisation, von welchem der Lettere heimlich größere Beträge abgehoben wie auch die Anregung anderer auf dem Lloyd beschäf hatte, als zwischen den Eheleuten vereinbart worden war. Um Das Gesammtresultat der Urabstimmung über die tigter noch nicht organisirter Arbeiter zu danken. In seiner Ehefrau dies zu verheimlichen, riß der Angeklagte das Abänderung des allgemeinen beutschen Buch- Barmstedt, Aschersleben und Bernburg sind die Ver erste Blatt des Buches heraus, schrieb auf das nächste Blatt eine bruder Tarifs stellt sich wie folgt: Gingegangene Stimm- hältnisse nur daß die unverhei Einzahlung von 80 M. und ahmte die Unterschriften der Be- zettel 15 815, für Abänderung 13 971, gegen Abänderung 1882. ratheten Ausstehenden sämmtlich abgereift sind, so daß eine amten ziemlich täuschend nach. Nach längerer Zeit wollte die Außerdem waren 5 Stimmzettel weiß, 7 ungiltig. Die Gehilfen- wesentliche Erleichterung hierdurch eingetreten ist. In allen drei Ehefrau hinter dem Rücken ihres Mannes eine Einzahlung schaft des Buchdruckgewerbes hat damit eine Einigkeit bewiesen, Orten erklären die Arbeiter, des Sieges sicher zu sein, sofern der machen. Als sie das Buch den Kassenbeamten vorlegte, entdeckten Die alles bisher in ihrer Geschichte Dagewesene hinter sich läßt. Buzug ferngehalten wird. diese sofort die begangene Fälschung und erstatteten Anzeige. Im Gar nicht ins Gewicht fallen die wenigen gegnerischen Stimmen, Der Ausstand der Klempner in Göppingen ist am 22. Juni Verhandlungs- Termin war der Angeklagte geständig und führte denn an der Abstimmung nahmen nicht nur Gehilfen, sondern für beendet erklärt worden. Der Streit ist resultatlos verlaufen. nur zu seiner Entschuldigung an, daß er durch die That einen auch Fattore u. s. w. Theil, deren Haltung bekanntlich im großen Die Generalkommission. rechtswidrigen Vermögensvortheil nicht habe erlangen wollen Ganzen nach der anderen Seite neigt. oder können. Dies glaubte ihm der Staatsanwalt, da sonst die Zweck der Tarifabänderung ist die Einführung des Neun- Quittung über die bei der Generalkommission der Anklage nicht wegen einfacher, sondern wegen schwerer Urfunden- stundentags. Die deutsche Arbeiterschaft kann diese Bewegung Gewerkschaften Deutschlands in der Zeit vom 2. bis 8. Juli fälschung erhoben worden wäre. Der Gerichtshof faßte den Fall der Buchdrucker schon ohne eigentliche Opfer unterstüßen insofern, eingegangene Gelder: ebenfalls sehr milde auf und verurtheilte den Angeklagten nur zu als sie ihren ganz bedeutenden Bedarf an Druck- Bon Jakob Remstedt, Hamburg M. 60,-, Borgfelder einer Gefängnißstrafe von zwei Tagen. sachen jeder Art fünftig nur durch solche Offizinen decken Männer- Gesangverein, Hamburg 40,-. Von den Schmieden Für die Bedienung". Eine Dame aus den gebildeten" läßt, welche die Gehilfenforderungen bewil- Rigdorfs 7,30. Durch 23. Gode, Hamburg 12,75. Werft- und Ständen, die Kaufmannsivittwe Bertha Wedel, stand heute ligten, Metallarbeiter- Kommission zur Bekämpfung des Arbeitsnachweises, unter der Anklage der Unterschlagung vor der 93. Abtheilung Stubbenhut, Hamburg 385,-. Von d. Maurern an Scherniß' Bau, Erfurt. Die hiesige Freie Bereinigung der Lübeckerstr. 105, Hamburg 20,-. Amerit. Auktion einer Genossendes Schöffengerichts. Im vorigen Sommer wohnte bei der An- maurer hat sich zwecks Anschlusses an den Zentralvorstand schaftszigarre der Drechsler und Klempner Harburgs, durch geklagten ein junger Bankbeamter als Chambregarnist. Derselbe aufgelöst. erhielt Besuch von einem Freunde, welcher auch mehrfach bei Deußing 7,90. Durch Liste G. G., Neuß( Rhein) 4,80. Ortsverein ihm nächtigte, nachdem die Angeklagte noch ein Bett in das Paris, 12. Juli. In einer heute stattgehabten, von etwa der Weißgerber, Karlsruhe Mühlburg 20,-. Von den WeißZimmer ihres Miethers hatte schaffen lassen. Bei der Abreise 4000 Mitgliedern der Arbeitersyndikate, sowie Bediensteten der gerbern Oranienburgs 25,-. Expedition der„ Volksstimme", des Besuchers händigte dieser der Vermietherin ein Fünfmarkstück Eisenbahnen besuchten Versammlung wurde beschlossen, daß, Magdeburg 81,75. mit den Worten Für die Bedienung" ein, wobei er von der wenn bis zum Dienstag, den 14. d. M., Abends, die Forderungen Voraussetzung ausging, daß dieselbe das Trinkgeld ihrem Dienst der Streifenden nicht bewilligt würden, alle Bediensteten der mädchen einhändigen würde. Dieser Ansicht war auch der fünf großen französischen Eisenbahn- Gesell Miether. Als die Wirthin aber am Schlusse des Monats dem fchaften von Mittwoch 1 Uhr Nachts ab sich der Arbeit Bankbeamten die Rechnung übergab, auf welcher das Logis des enthalten würden. Freundes in einer Weise berechnet war, die nach der Ansicht des Ersteren dem Preise eines Mittel- Hotels gleichkam und als er ferner von dem Dienstmädchen erfuhr, daß die Herrin das Fünfmarkstück nicht abgeliefert, sondern für sich behalten hatte, erstattete er Anzeige wegen Unterschagung. Im Termine behauptete die Angeklagte, sie habe die Worte Für die Bedienung" so aufgefaßt, als solle das dabei verabreichte Geld ein Ausgleich für die Umstände sein, den der Besuch des Kameraden! Auf Grund des Beschlusses vom 21. Juni d. I. Freundes ihr persönlich gemacht. Außerdem habe sie aber eine stehen wir jetzt mitten in den Wahlen der Bezirks- Vertrauens Gegenrechnung gegen das Mädchen, welches ihr mancherlei ger männer, welch letztere dafür Gorge zu tragen haben, daß auf schlagen und ihr auch sonst durch Nachlässigkeit Schaden zu allen Plätzen und Bauten Deputirte gewählt werden, mit denen gefügt habe. Der Staatsanwalt hielt es für ausgeschlossen, daß sie sich in Verbindung sehen müssen und die für die freiwilligen Die Angeklagte eine andere Auffassung von dem Zwecke des Sammlungen zum Generalfonds Sorge tragen. Prag, 12. Juli. Unter dem Einfluße der deutschen Kons Trinkgeldes gehabt, wie der Spender und dessen Freund, schon Kameraden! Da die freiwilligen Beiträge schon vom 5. Juli turrenz sah sich das Kartell österreichischer Schrau der Bildungsgrad der Angeklagten spreche gegen diese Annahme. ab erhoben werden und die Vertrauensleute vor dem 22. d. M. ben- und Nietenfabriken zu einer Preisreduktion Die Handlungsweise derselben sei um so verwerflicher, da ein nicht alle gewählt sein können, so richten wir das Ersuchen an genöthigt, indem es die Rabatte um vier bis fünf Prozent erarmes Dienstmädchen die Geschädigte sei. Er beantragte eine Euch, schon jetzt so schnell wie möglich die Wahl der Deputirten höhte. Geldstrafe von 20 M. Trotz der Bemühungen des Vertheidigers auf den Pläßen und Bauten vorzunehmen, damit, wenn die Vererlangte der Gerichtshof ebenfalls die Ueberzeugung, daß die trauensleute gewählt sind, auch schon die Deputirten mit den Paris, 11. Juli.( W. T.-B.) Die Direktion der Orleanss Angeklagte wider besseres Wissen gehandelt, die Strafe wurde selben in Verbindung treten können. Um eine Verzögerung des Bahn giebt bekannt, fie erkenne eine Anzahl der Forderungen aber nur auf 5 M. bemessen. Sammelns zu vermeiden, ersuchen wir die etwa schon der Streifenben als prüfenswerth an, die Streikenden mögen gewählten Deputirten, sich an die ihnen am nächsten jedoch unverweilt die Arbeit aufnehmen, da die übermorgen AusZur Erhöhung seines Entbehrungsfohnes hat sich der wohnenden Mitglieder der Lohnkommission, sowie an die schon ge- bleibenden anderweitig ersetzt werden sollen. 51 Frachtkutscher Ziegelmeister Gottlieb Wurl einen Verstoß gegen Truck wählten Vertrauensmänner zu wenden. Gewählt find bis jetzt haben die Arbeit wieder aufgenommen. Der Gemeinderath von paragraphen( 115) der Gewerbe- Ordnung zu Schulden kommen für den Osten und Südosten Kamerad Seefeldt, Wrangel- Paris bewilligte den Streifenden 6000 Franken. Soziale Uebersicht. An die Zimmerer Berlins! Für den Maifonds find weitere Beträge eingegangen: Vorige Quittung 68 229,75 M. Berlin, Glacé-, Karton- und Papier- Arbeiter und-Arbeiterinnen 74,10. Bernburg 6,-. Apolda, von den Fachvereinen 59,-. Rottbus 162,-. Minden i. W. 131,05. Wurzen, durch R. Musico, Gerber 1,05. Pinneberg, Zimmerer und Alt- und andere Gewerkschaften 45, Neugersdorf, zielbewußte Arbeiter 45,-. Berlin, Tabakarbeiter, 2. R., 11,45. Altona, Bezirk 34, 8,-. Dresden, Buchdrucker, 2. R., 1,75. Quakenbrüd 3,-. Hannover, Verb. der Tischler 33,- Görliß, Metallarbeiter 19,65. Eisenach 59,- Mirow( Mecklenb.) 20,-. Botschappel, Arbeiter des Plauenschen Grund 302,-. Memmingen 21,10. In Summa für den Maifonds 69 431,90 M. A. Dammann, Kassirer. Hamburg, 3ollvereins- Niederlage, Wilhelmstraße 13, 1. Etage. Versammlungen. = Genna, 11. Juli. Wie die Blätter melden, wurden die Statistik den besten Beweis liefere. Thatsache sei ja auch, daß eine Hobelbank und halbfertige Arbeit entzwei geschlagen wurden. Stahlwerte von Tardy und Benech vorläufig gänz speziell die Maler und Anstreicher nur ein Durchschnittsalter von Es wäre nicht das erste Mal, daß solches dort vorgekommen. lich geschlossen und sämmtliche Arbeiten vollständig ein- 32 Jahren erreichten. Redner erwähnte des unentgeltlichen Die Versammlung drückte ihre Entrüftung aus über die leichtgestellt. Montag soll der rückständige halbe Monatslohn zur Rechtsschutzes, welchen die Vereinigung ihren Mitgliedern ge- sinnige Gefährdung von Leben und Gesundheit in jener WerkAuszahlung gelangen. Man hofft, daß die am nächsten Dienstag währt und der ein sehr wichtiges Mittel zur Erlangung des statt, welche wegen ihres nur 9 Mann zählenden Personals nicht stattfindende Gläubigerversammlung die Wiederaufnahme des Be Rechts für die Kollegen bedeute, und hob dann den idealen unter dem Unfall- Versicherungsgesetz stehe. Die Versammlung triebes beschließen wird. Zweck der Vereinigung hervor, Kollegen auf der Wanderschaft drückt weiter ihre Verwunderung darüber aus, daß die Behörde materiell zu unterstützen. Zur Frage des Lehrlingswesens über- nicht schärfer recherchire und Gerüste von der bezeichneten gehend, meinte Redner, man solle die Lehrlinge schon beim Be- Mangelhaftigkeit nicht verbiete. Der Vorstand des Vereins wird ginn der Lehre als Kollegen betrachten, denn gerade sie seien aufgefordert, ein wachsames Auge auf derartige mangelhafte und am meisten der Ausbeutung ausgefeßt; er erwähnte ferner gefährliche Hängen zu haben, und überall da, wo folche existiren, der Vereins- Zeitung, welche jedem Mitgliede unentgeltlich ge- energisch gegen den Fabrikanten vorzugehen. Kollege Sparfeld macht noch bekannt, daß Karten und Der Zentralverein der Haus- und Geschäftsdiener liefert wird und ermahnte die Kollegen, welche der Vereinigung Berlins hielt am 7. Juli seine ordentliche General- Versammlung noch nicht angehören, allen Indifferentismus und alle persön Marken zum Agitationsfonds ausgegeben werden, und ersucht um ab. Der Vorsitzende, Kollege Bendig, theilte zunächst mit, daß liche Nörgelet als unnüzen Ballast über Bord zu werfen und Unterstützung bei den Sammlungen. der Kollege Robert Rörnig am 27. Juni gestorben und sprach sich der Organisation anzuschließen, um mitzukämpfen für das In der Delegirtenversammlung des Bundes der ge sein Bedauern über die leider zu späte Meldung des Todesfalles Wohl der gesammten Arbeiterschaft. Die Versammlung dankt aus, infolge deren eine Deputation seitens der Kollegenschaft zur dem Kollegen W. Schweizer für den wirkungsvollen Vortrag. selligen Arbeit ervereine Berlins und Umgegend" am Unter Ver 5. Juli wurde unterm ersten Punkt der Tagesordnung die Wahl Beerdigung nicht hätte entfendet werden können. Die Versam- Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. melten gaben dem Dahingeschiedenen durch Erheben von den schiedenem stellte Kollege Weutker den Antrag, das heutige des Herrn Ständer zum zweiten Kassirer und der Herren Heine, Plätzen die letzte Ehre. Hierauf erstattete der Kassirer Kollege Bureau zu beauftragen, gegen den Entscheid der hiesigen Polizei, Kaufmann, Osburg und Pokrzurusti zu Kontroll- KommissionsHannemann den Kaffenbericht über das letzte Vierteljahr; danach wonach ein festes Entree für öffentliche Versammlungen nicht er- Mitgliedern vollzogen. Der zweite Punkt sand durch Annahme ergab sich ein Kassenbestand von von 85,63 Mark. Nachdem hoben werden darf, beim Oberpräsidenten der Provinz Branden des Vorstandsantrages( Anschaffung von Delegirtenkarten) rasche die Revisoren die Richtigkeit des Berichtes bestätigt burg Beschwerde zu führen und bei Nichtberücksichtigung der Be- Erledigung. Dritter Punkt: Wahl der Kassenrevisoren. Gewählt hatten, wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Aus dem Bericht schwerde dieselbe direkt an das Ministerium zu richten. Der wurden die Herren Schneider und Lieske. Unter BundesKollege Minklei Angelegenheiten, die auf die Tagesordnung erst nicht gesetzt waren, über den Stellennachweis war zu ersehen, daß von 97 gemeldeten Antrag wurde einstimmig angenommen. Stellen 57 durch Vereinsmitglieder besetzt werden konnten, wo- sprach sodann über verschiedene Bestimmungen des Inva- gelangte der Antrag Reinhardt zur Annahme, wonach stellvervon 40 fest und 17 zur Aushilfe. Der Bericht über das am liditätsversicherungs- Gesetzes. Ferner machte der genannte tretende Delegirte, wenn sie ein Amt annehmen, es nur für den 22. Februar stattgefundene Familienfest, erstattet vom Kollegen Kollege auf unseren Zentral- Arbeitsnachweis, Dresdenerstr. 116, Delegirten annehmen können, und sich dieserhalb vorher mit diesem im Einverständniß sehen müssen. Hierauf erstattete Herr Bendig, ergab einen Ueberschuß von 115,90 m.; außerdem stehen aufmerksam. noch 14 Billets aus. Dem Kollegen wurde auf Antrag der Kollege Düfer dankte den Kollegen aus Berlin, Friedenau Forsberg als Referent des Vergnügungsfomitee's( SommerRevisoren Decharge ertheilt. Neu aufgenommen wurden in den und Spandau für ihren Besuch. Gleichzeitig gab derselbe den fest am 27. Juli in der„ Neuen Welt", siehe InVerein 12 Kollegen. Nachdem verschiedene Vereinsangelegenheiten Anwesenden die Versicherung, daß es auch in Charlottenburg fer a tentheil Bericht über die letzten beiden Sigungen. Der erledigt waren wurde die Versammlung geschlossen. Die nächste tüchtige Rollgen gebe, welche keine Mühe scheuen, um der hie- Verein" Fidele Brüder" wurde, nachdem dem Delegirten diefes Versammlung findet Dienstag, den 4. August, statt. figen Filiale zum Gedeihen zu helfen. Der Kampf sei aber ein Vereins das Revisorenamt abgenommen worden, wegen UnregelDer Bericht der öffentliche Versammlung in Charlottenburg einberufen würde, enthält einige Fehler, welche hiermit berichtigt werden; es heißt sehr schwerer; deshalb ersuche er die Kollegen, wenn wieder eine mäßigkeiten aus dem Bunde ausgeschlossen. letzten Bundesversammlung, verfaßt vom zweiten Schriftführer, uns im gleichen Maße wie bei der jeßigen Versammlung zu enthält einige Fehler, welche hiermit berichtigt werden; es heißt unterstützen. Zum Schluß sprach der Vorsitzende, Kollege Lutter, in dem Bericht: 57 Vereine gehörten dem Bunde an, während die Hoffnung aus, daß die Vereinigung der deutschen Maler, es nur 40 sind; ferner ist in der Sizung nicht gesagt worden, Laciver, Anstreicher und verwandten Berufsgenossen, speziell daß der Arbeiter- Sängerbund sich zum Anschluß genöthigt sehe. Die Versammlung ersucht deshalb den ersten Schriftführer, mit unsere Filiale blühen und gedeihen möge. der Weisung, nur richtige objektive Berichte zu liefern, für später die Berichterstattung für den Vorwärts" zu übernehmen. Nächste Bundesversammlung: Sonntag, den 19. Juli cr., Vormittags 10 Uhr, in den Arminhallen. trag über obiges Thema hielt. Der stürmische Beifall der imposanten Versammlung bewies, wie sehr die Rede des Referenten angesprochen hatte. Nachstehende Resolution, welche mit noch einigen anderen eingebracht und die weitgehendste war einstimmig angenommen: - wurde Die öffentliche Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend, welche unter Leitung des Kollegen Weiße am 9. d. M. in Sanssouci tagte, hatte in Betreff des Besuchs unter dem Umstande sehr zu leiden, daß gleichzeitig die VolksversammLung im Feenpalast stattfand. Trotzdem wurde befchloffen, in die Tagesordnung einzutreten, deren erster Punkt lautete:" Die Refultate der jetzigen Lohnbewegung der Maurer Berlins und das Verhalten der Arbeitgeber dem gegenüber." Der Vorsitzende er- Der Verein der Militärschneider hielt am 8. d. M. eine Täuterte zunächst in längeren Ausführungen nochmals die Ur- Mitgliederversammlung ab. Der erste Punkt betraf die Prüfung fachen, welche die Maurer veranlaßt haben, in eine Lohnbewegung der Fachschüler; dieselbe fiel zur Zufriedenheit aller Anwesenden in diesem Jahre einzutreten und konnte fonstatiren, daß das bis aus. Unter Berschiedenem gelangte zur Kenntniß, daß bei der Adlershof, 8. Juli. Heute tagte hier eine öffentliche Voltsherige Vorgehen auf den Bauten nicht ohne Erfolg geblieben sei, Firma Sachs, Taubenstr. 7, ein Lohnabzug im Betrage von versammlung mit der Tagesordnung:„ Die Sozialdemokratie und d. h. daß die Löhne auf verschiedenen Bauten eine kleine Auf- 50 Pf. vorgekommen, was bei jener Firma nichts Neues sein versammlung mit der Tagesordnung:„ Die Sozialdemokratie und ihre Ziele". Das Lokal von Wiedemann und Manowsky war befferung erfahren haben. Eine Ausnahme machen, dem Re- soll. In der guten Zeit lege dieselbe zu, in der schlechten ziehe bis auf den letzten Platz gefüllt; ca. 1000 Personen, darunter ferenten zufolge, noch immer die Kommunalbauten, trotzdem die sie ab! Ferner wurde mitgetheilt, daß jenem Arbeiter, welcher viele Frauen auch aus den umliegenden Ortschaften Köpenick, Maurer in Bezug auf ihr Einkommen ganz unverhältnißmäßig in einer Versammlung den Vorsiz geführt hatte, und dem darauf Glienicke, Johannisthal u. s. w. waren erschienen und lauschten hoch eingeschäßt seien. An vorerwähntem Uebelstand sei das die Arbeit weggenommen und schlechtere Arbeit gegeben worden Submissionsunivefen schuld, welches unbedingt beseitigt werden war, jeht gesagt worden sei, er fönne die gute Arbeit wieder be- mit vollster Aufmerksamkeit den trefflichen Worten des Genossen müsse im Sinne der bekannten Petition der Maurer. Von den halten, die Strafe" sei vollendet. Der Vorsitzende ersuchte noch Regierungsbaumeisters G. Keßler aus Berlin, welcher einen Vorausgegebenen Fragebogen waren nur 9 eingegangen. Diese alle Anwesenden um zahlreiche Betheiligung an dem Vergnügen, wiesen folgende Lohnfäße auf: 571/2, 60, 50-55, 55, 50-55, 55, welches Montag den 27. Juli in der Unionsbrauerei stattfindet, 55, 55-60 und 55 Pf. pro Stunde. Dies Resultat wurde von und gab bekannt, daß der neue Kursus der Fachschüler am verschiedenen Kollegen theilweise erläutert, theilweise ergänzt; 1. September beginnt. die nächste Versammlung, die im Anfange der nächsten Woche einberufen werden soll, wird sich nochmals eingehender mit dieser Materie befassen und soll bis dahin noch mehr Material beschafft werden. Aus diesem Grunde wurde auch von jedweder Beschlußfaffung Abstand genommen. Gerügt wurde mehrfach die mangelhafte Ausfüllung der Fragebogen, indem nicht ersichtlich sei, ob eine Lohnzulage gewährt worden ist, und wenn das der Fall ob sie auf Grund des Vorgehens der Kollegen eintrat. Auch wurde Den Kollegen die Organisation, der Anschluß an die Freie Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend und die regste Betheiligung an den Sammlungen zum Generalfonds der Maurer Berlins dringend ans Herz gelegt. Die Wahl der Delegirten zur Konferenz, welche den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete, wurde gleichfalls ausgesetzt. Kollege Weiße beschränkte sich vielmehr darauf, die Zwecke der Konferenz darzulegen. Die selbe ist einberufen vom Kollegen Blaurock und findet am 19. Juli statt. Auf derselben werden diejenigen Städte, welche Anhänger der Lokalorganisation sind und sich dem Zentralverbande der Maurer Deutschlands nicht angeschlossen haben, durch Delegirte vertreten sein, um eine Zentralisation durch Vertrauensmänner herbeizuführen. Auch diese Angelegenheit wird in der nächsten öffentlichen Versammlung zum Austrag gebracht werden. Da zum letzten Punkte der Tagesordnung„ Gewerkschaftliches" nichts vorlag, wurde hierauf die Versammlung geschlossen. " Der Verein deutscher Schuhmacher, Zahlstelle Berlin, hielt am 6. Juli eine Versammlung ab, in welcher Kollege Fleischer einen Vortrag hielt über Thorheiten". Redner unterzog die Thorheiten einer Keritif, welche in den Gewerkschaften be gangen werden, dabei hauptsächlich der Streiks erwähnend, welche oft leichtsinnig, unüberlegt in Szene gesetzt würden, ohne daß man im voraus einigermaßen sicher wäre, ob etwas erreicht werden könne. Redner empfahl starte Zentralverbände, welche dem Arbeiter wenigstens fleine Vortheile ermöglichen, und ist nicht der Ansicht vieler Lokalvereine, gewerkschaftlich sei überhaupt nichts zu erreichen, sondern nur politisch. Kollege Fleischer ist der Meinung, daß seit längerer Zeit in den öffentlichen SchuhmacherVersammlungen Themas erörtert werden, welche mit der Gewerkschaft, am allerwenigsten aber mit den Uebelständen in unserm Gewerbe etwas gemein haben; Redner ist hiermit nicht einverstanden. Die Diskussion war sehr lebhaft. Kollege Germann wandte sich hauptsächlich gegen die letzten öffentlichen Versammlungen und wundert sich garnicht über das, was sich daselbst zugetragen hat. Man habe uns in der öffentlichen Versammlung auch schon mit Harmoniedusler" und dergleichen Schmeicheleien bezeichnet, was früher unbekannt war. Es sei den betreffenden Kollegen zur zweiten Natur geworden, in jeder Versammlung Jemandem das Prinzip abzusprechen, während sie womöglich selber feins haben. Mit uns sich zu beschäftigen, wurde ihnen bald zu alt, infolgeDie Filiale III.( Ost) der Maler, Lackiver, An- dessen müßten jetzt andere herhalten. Die Betreffenden repräsenstreicher ze. hielt am 7. Juli ihre Generalversammlung ab. tirten aber nicht die Berliner Schuhmacher, sondern eine gewisse Nachdem der Revisor Kollege Schlay den Kaffenbericht und der Gruppe. Kassirer das Mitgliedsverzeichniß verlesen, hielt Kollege Riefop Kollege Roch fühlte sich hierdurch besonders beleidigt; er einen interessanten Vortrag über die fortschreitende Technik und empfahl, daß wir unsere Wünsche in den öffentlichen Versamm die daraus zu Ungunsten der Arbeiter hervorgehenden Krisen. Lungen vorbringen sollten. Kollege Lau erwiderte hierauf, so Dann empfahl Kollege Hirschberg die Plakate und Billets zu lange man drüben nur mit Unwahrheiten hervortrete, habe er unserm Sommerfeste den Kollegen zur möglichsten Verbreitung. feine Lust zur Diskussion. Kollege Flieger erklärte, als er in der Kollege Wentker proteſtirte dagegen, daß die Ueberschrift der ersten öffentlichen Schuhmacherversammlung war, habe er nicht Plakate nur„ Sommerfest der Maler" lautet. Er beantragte, die- gewußt, ob er verrathen oder verkauft sei. Alle Redner befelbe dahin umzuändern, daß es heißt: Vereinigung der Maler, dauerten die Streitigkeiten. Das Stiftungsfest findet am Lackirer, Anstreicher 2c., und verlangt eine Rüge gegen den 8. August in der Königsbank, Große Frankfurterstr. 117, statt. Kollegen, welcher die Plakate in jener Weise bestellt hat. Der Antrag wurde angenommen. Der Kassirer machte dann bekannt, Der Verein der Kurbelstepperinnen, Stepper 2c. hielt daß noch verschiedene Kollegen schon seit einem ganzen Jahre am 1. Juli seine Mitgliederversammlung ab. In derselben sprach Streifmarken schulden; man beschloß, dieselben im Vereins- Herr R. Baginsky unter Beifall der Versammlung über die Ent anzeiger bekannt zu machen. Der Vorstand theilte noch mit, daß wickelungsgesetze des Weltalls. An der Diskussion über den Vordie Liedertafel der Maler 2c. fich der Vereinigung wieder ganz trag betheiligten sich die Herren Heideck, Burisch und Schießt. angeschlossen hat und nur noch solche Kollegen aufnehmen wird, Der Rest des Abends wurde durch eine Diskussion über den Bum welche Mitglieder der Filialen sind; er ersuchte die stimmbegabten gedruckten Fragebogen der Lohnkommission ausgefüllt. Kollegen, jenem Gefangverein beizutreten. Schluß machte der Vorsitzende bekannt, daß die nächste Bersamm lung am 22. Juli stattfindet. " Die heutige Voltsversammlung zu Adlershof erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und verspricht sich eine Verbesserung ihrer sozialen Lage nur durch die Verwirklichung der sozialdemokratischen Biele." In der Diskussion wurden die Gegner unter Zusicherung vollster Redefreiheit vergeblich aufgefordert, sich zum Wort zu melden. Unter Verschiedenem ermahnte Genosse Gräbert namentlich die Bauhandwerker, auf die Zeitschrift„ Der Bauhandwerker" zu abonniven, welche die Intereffen derselben voll vertrete. Genosse Rose brachte den Antrag ein, einen Arbeiter- Bildungsverein zu gründen; der Vorschlag sand bei den Adlershofer Genossen großen Beifall und wurde im Anschluß hieran eine fünfgliedrige Kommission zur Ausarbeitung der Statuten 2c. gewählt. Zum Schluß brachten die Anwesenden ein dreifaches Hoch auf die internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie aus und konnte man die Beobachtung machen, daß ein Jeder voll befriedigt den Heimweg antrat. NB. Die Gründung des Arbeiter- Bildungsvereins betreffend, sei hier noch bemerkt, daß inzwischen die Statuten ausgearbeitet worden sind. Die nächste Versammlung findet Donnerstag, den 16. Juli, Abends 81/2 Uhr, bei Wiedemann und Manowski statt. Tagesordnung: Wahl des Vorstandes. Endgiltige Berathung der Statuten und Aufnahme von Mitgliedern. tationale kaufmännische Kranken- und Sterbekasse.( G. S. 71.) Bureau: Südwest, Hollmannstr. 6. Dienstag, den 14. Jult, Abends 8% uhr, im Restaurant Norbert( früher May), Beuthstr. 21. Vorstandssitung. Aufnahme neuer Mitglieder. Vereinigung der Maler etc. Filiale 7, Südwest. Generalversammlung am Mittwoch, den 15. Jult, Abends 8% Uhr, im Restaurant Burkhardt, Nostiz straße 50. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Vortrag: NationalReferent: Kollege Echweizer. 3. Diskussion. Reichthum und-Armuth. 4. Verschiedenes. Gäste willkommen. Achtung, Charlotterburg! Dienstag, den 14. Juli, Abends 8 Uhr, auf TagesBismarckshöhe: Bersammlung der freien Diffidenten- Gemeinde. ordnung: Wahl eines Delegirten zur 14. Bundes- Versammlung; endgiltiger Beschluß betreffs der Diffidenten- Stinder und der Schule und wie stellt sich bie Gemeinde gegenüber den Mitgliedern, welche noch nicht Diffidenten oder aus ihrer Konfession ausgetreten find? Es ist Pflicht der Mitglieder zahlreich zu erscheinen. wierteljahresbericht, Verschiedenes. Maler, Filiale 1,( Süden). Dienstag, den 14. Juli, Abends 8% Uhr, bei Gründel, Dresdenerstr. 116. Bersammlung. Tagesordnung: Vortrag, Gau- Verein Berliner Bildhaner. Dienstag, den 14. Juli, Abends 8% Uhr, bet Reßner, Annenfir. 16. General- Versammlung. Tagesordnung: Grund des Zentral- Stellenvermittelungs- Reglements. Verschiedenes. Rechenschaftsberichte. Abänderung des Stellenvermittelungs- Reglements auf Lese- und Diskutieklubs. Dienstag. Herwegh", Abends 8% Uhr, im zotale von Otto Linke, Forsterstr 45. Gäste willkommen. Proletarier", ( Pantow), bei Borchardt, Schulzenstraße 28. Safenelever", Abends Gäste willkommen. 8% uhr, im Restaurant Scholz, Kastanien Allee 35, Agitationsverein" assalle", bei Drügemüller, Wienerstr. 31. Spinoza", Abends 8% Uhr, bei Brandstahl, Oppelnerstr. 29. Gäste haben Butritt. Lese- und Disfutir- Klub für Männer und Frauen, Johannes wedde", Abends 9 Uhr, im Lokale von E. Lange, Manteuffelstraße 60. 9 Gesangverein Freund Gefangverein Waldtapelle", Friedrichshagen, bei Blant. Gesangverein bergerſtr. 3 bet Virk. straße 3 b. Birf. " Gesangverein, Allegro", Gefangverein Ihn'scher Gefangverein Humor", StraußbergerGesangverein ,, unverzagt2", Moabit, Wilsnackerstr. 63 bei Jlges. Gefangverein Hoffnung 2", Wilmersdorf, bei Gräb. Arbeiter- Maibun d", Nowawes, bei Gärtner, Wallstraße. Gefang verein" Borwärts 3", Friedrichsfelde, bet Momber. Fretes Lied 2", Friedrichsberg, Frankfurter Chaussee u. Dorfstraßen- Ecle Gesangverein„ Sänger- Freiheit", Naunynfir. 43 b. Fröhlich.- Gefangverein" Sänger hain", Admiralftr. 39. Gräfeftr. 84 b. Fiebig. Die Maler und Anstreicher Charlottenburgs und Um gegend hielten am 5. Juli eine öffentliche Versammlung ab. Musikinstrumenten Arbeiter. Am 4. Juli fand eine Der erste Punkt der Tagesordnung brachte ein Referat des Kollegen Generalversammlung des Fachvereins dieser Branche statt. Der Männer und Frauen als Gäfte willkommen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Dienstag, Abends W. Schweitzer über Zweck und Ziele der Vereinigung. Der Redner Kassirer Kollege Paul gab die Abrechnung vom 2. Quartal. Uhr, uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.- Gefangverein der Böttcher erörterte in fer verständlicher Weise die gegenwärtig so üble Bilanz: Einnahme 975,40 W., Ausgabe 1089,15 M., Defizit Stein et che", Lichtenbergerftr. 21 bet Helſe. Die fchaft", bei Oswald Berliner, Brunnenstraße 114. Gesangverein Har wirthschaftliche Lage und die damit m Verbindung stehend en 113,75 M.; Gesammtvermögen des Vereins 2262,99. monia", Flottwellstr. 5 bei Bartels. Arbeiter- Gesangverein DIympia", unbefriedigenden Lohnverhältnisse, unterzog den Wucher, welcher Ursache des Defizits ist darin zu finden, daß in diesem Quartal Adalbertsir. 8 bei Schneider. Männerchor, Süd- Ost" 1, Köpniderstr. 191 mit den hauptsächlichsten Lebensmitteln des Arbeiters getrieben eine große Summe für gemaßregelte Kollegen( 481 M.) gezahlt bei foge. Schildhorn", Usedomstraße Nr. 83 bei Mieke. wird, der gebührenden Kritik und kam dann auf die hiesigen Ver- wurde. Die Revisoren bestätigen die Richtigkeit der Abrechnung Gefangverein„, 23 ieder hall", Wrangelfir. 141 b. Schmidt. Gesangverein hältnisse zu sprechen. Charlottenburg sei gewissermaßen ein Vor- und darauf ertheilt die Versammlung dem Kassirer Decharge." Fibelitas", Ackerstraße 18 bet Kummer. Gesangverein ,, Myrthenblätter". posten Berlins, infolgedessen auch schwer von Berlin zu trennen, Kollege Art rechnet über den zweiten Maskenball im Böhmischen Marianneuftr. 31-32, Industriehallen. Gefangverein Bruderherz", Straußdaraus refultire unfere Aufgabe, dafür zu sorgen, daß die Orga- Brauhaus ab: Einnahme 311 M., Ausgabe 233,20 M., Ueber- Belforterſtraße 15 bet Schneider. nisation in Charlottenburg eine fräftige werde. Zu bedauern schuß 77,80 m. Die Revisoren beantragen dem Kassirer sei der verhältnißmäßig schwache Besuch. Derselbe beweist, wie Decharge zu ertheilen. Dem kommt die Versammlung nach. Gesangverein, ,, Waldkapelle 2", Berliner Bockbrauerei. Gesangverein. sehr die Charlottenburger Kollegen noch unter der Zuchtruthe der Kollege Bloszis berichtet noch über die Thätigkeit der WerkMeister ständen. Redner ermahnte die Kollegen, welche der Ver- statt Kontrollkommission. Alle Anfragen und Weittheilungen in einigung der deutschen Maler, Anstreicher und Lackirer und Werkstattangelegenheiten sind von jest ab an die Adresse des verwandten Berufsgenossen angehören, mit unerschütterlicher des Kollegen Emil Dasse, Naunynstr. 5 Hof part., zu richten. Spannkraft für die Organisation zu agitiren und für das ge- Es wird nunmehr in die Statutenberathung eingetreten. Der sammte Wohlergehen aller Arbeiter zu wirken, damit die Berein führt von jetzt an den Namen„ Fachverein der Musikspätere Generation uns nicht vorwerfen fönne, wir instrumenten- Arbeiter." Alsdann werden die§§ 1, 2, 3, 4, 5 feien im Egoismus und Unverstand Ein Jeder sollte sich als Pionier für den Gesellschaftsbau der Statut wird alsdann angenommen. versumpft gewesen. und 11 abgeändert und ein neuer§ 16 geschaffen. Das neue Bukunft betrachten. Roll. Köppen bringt die von der Kontroll Rommission er Die Streits besprechend, widerlegte Redner in verständlicher hobene Statistik unserer Brauche zur Kenntniß( siehe Soziale Weise die Beschuldigung der Arbeitgeber, wonach der Arbeiter Uebersicht"). Die Statistik ergiebt das Recht der Musikinstruaus Uebermuth mehr Lohn fordern und aus Hang zum Nichts- menten- Arbeiter zur selbständigen Organisation. thun die Verkürzung der Arbeitszeit erstreben soll. Wenn der Der Vorsitzende theilt der Versammlung mit, in der PianoArbeiter 80 pCt. der Arbeitskraft in den Dienst des Kapitals fabrit von Gude, Rüstrinerplay 9, sei das Hängegerüst wegen stellen müsse, jedoch dem Körper nur für 50 bis 70 pet. der mangelhafter Konstruktion eingestürzt; zwei Kollegen wären dadurch, Kraft, den erforderlichen Nahrungsstoff zuzuführen vermöge, jo glüdlicherweise nicht schwer, verlegt worden. Mit welcher Gewalt sei vorzeitiger Tod des Arbeiters die Folge davon; wofür die die Last der Hänge heruntergestürzt sei, gehe daraus hervor, daß b. Neusch. Gefangverein Rothe elfe", Schöneberg, Grunewaldstr. 110. Gesangverein ,, Sängertette", Musit- und Gesangverein Firmitas", AdalbertStraße 8 bet Schneider. Gefangverein, reuzberg", Sichterfelderstr. 7-8 bei Winter. Gefangverein Gyboly", Urbanftr. 88, bei Vollandt. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mujitverein ,, Edelweiß" 9 Uhr im Restaurant Müller, Mariannenstraße 46. Gäste willkommen. Gefangverein Anafreon", Abends von 9-11 Uhr, bei Keßner, Annen" Quartett- Berein ,, Wedding Gerth. Theater= und Vergnügungsverein Bulcania", in Meißner's Restaurant, Gartenstr. 162. Gäste, Damen Theaterklub Helmerding", Abends 9 Uhrin Hanf's Restaurant, Tempelhofer Ufer 13, Ecke der Großbeerenstraße. straße 16. Gesangverein udwig'scher Männerchor, Abends 9 Uhr, in Reſtaurant poppe, Lindenstraße 106. Männer Gefangverein Olympia" bet Stunte, certiraße 123. Prinzenstraße 106. " und Herren, willkommen. Brivat- Theaterverein„ Georgina", Abends 9 Uhr, bet Meißner, Gartentraße 162. Gäste willtommen. – Bergnügungs- und Theaterverein„ No m eo", bends or, bet Säger, Grüner Weg 29. Gäfte willkommen.- BergnügungsNeue Mitglieder werden aufgenommen. Bergnügungs- Verein„ Fidele Berein Nordlicht", Abends 8%-11 Uhr, bei S. Sperling, Görligerstr. 37. Ece. Nr. 33. Gäste sind willkommen. rant Blant, Schönleinstraße 1. Gäste willkommen. bergerstraße 13, im Vittoria- Salon. Gäste willkommen. Geselliger VergnügungsBrüder", Abends 9 Uhr bet Berndt, Berlebergerstr. 17. Gäfte willfommen. Igung gewährt werde. Der Verlust an Vermögen, wenn man den tommiffion eine Person nicht befände, welche die in der Tags Geselliger Verein Brüderfchaft", Abends 9½ Uhr, Wilsnackerstr. 63. Brandschaden selbst, die Kosten der Vertheidigung, den buchmäßig schneiderei vorhandenen Mißstände kenne. Verein ehmaliger 37 er, Abends 9 Uhr, im Königstadt- Kafino, Holzmarktstraße 72. Dilettantenverein ,, Nord", Uebungsstunde Dienstag festzustellenden Verkauf des Anwesens, die enormen Kosten des Er weist entschieden den Vorwurf zurück, in der Berliner Abend 8%-10% Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Rauchtlub, Rosen Kontursverfahrens an die 900 Gulden bei einem Erlöse von Schneiderbewegung einen Zwist hervorrufen zu wollen, wenn blätter" Abends 8% Uhr, bet Leopoldt, Port- und Mannfteinstraßen: 1458 Gulden Gäste willkommen. Rauchflub humoristische Pfeifen= ( Hört! Hört!) die Uneinbringlichkeit der seine Meinung hinsichtlich der Konfektionsbranche eine abweichende brüder". Abends 8% Uhr, Kleine Martusstraße 10. Gäfte, durch Mitglieder an die anderen Abbrändler geleisteten Ersätze in Anschlag sei und er im Einklang mit den Hamburger und Braunschweiger eingeführt, willkommen. Rauchtlub Borfig", Borsigstr. 27 bei Jentsch. bringt, dürfte sich für Pabst allein auf 3000 Gulden be- Kollegen behauptet, daß die Berliner Schneiderbewegung nur Rauchtlub Dämmerwolfe" Dienstag Abend 9½ Uhr Urbanstraße laufen, wobei der Verlust, den seine Frau ganz schuldlos durch einen guten Arbeitsnachweis, wie ihn Hamburg zur Blüthe Geselliger Verein limbim" Abends 9 Uhr bei George, Großgörschenstraße 16. Herren als Gäfte durch den zwangsweisen Verkauf an ihrem Eigenthum erlitten, gebracht hat, gedeihen kann. willkommen. Bergnügungsverein Glück auf" Abends 8% Uhr im Restau- sowie der unersetzliche Schaden an Gesundheit ganz außer Rech- Gegen die geplante Konferenz sei er, weil dieselbe zwecklog verein Amicitia", Abends 9 Uhr, im Lokal von Marowski, Barnimstr. 47. nung bleibt. Der Petitions- Ausschuß hat nach Prüfung dieses wäre und den Kollegen daher nur unnöthige Koften aufbürde. Vergnügungsverein Reichstrone", Sigung Abends 9 Uhr, Perle- Vorfalls den Antrag stellen zu sollen geglaubt: Das Haus Unter Bezugnahme auf den Versammlungsbericht in Nr. 145 Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. schädigung aus Staatsmitteln wegen schuldlofer Verurtheilung für undemokratisch. wolle beschließen: Die Petition des Peter Pabst um Ent- erklärt er das Abschneiden der Diskussion und des Schlußworts Dienstag: Geselliger Verein ,, Iimbim", bei George, Gr. Görschenstr. 16. Theaterverein Eichentranz", Waldemarstraße 17. Tambourverein zu zwölfjährigem schweren Kerker, wovon er bereits 134 Jahre Zu Nr. 157 behauptet er, daß Herr Timm in der betr. Bera ,, Deutsche Eich e", Fürbringerstr. 7, Uebungsstunde. Bergnügungsverein abgebüßt hat, sowie wegen seiner durch den konkursmäßigen sammlung gar nicht zugegen gewesen sei, und erklärt, die Fraktion Fidelto". Reichsgarten, Oranienstr. 108. Verkauf seines Anwesens in Gusen gänzlich zerrütteten Ver- noch niemals angegriffen zu haben, vielmehr an deren Taktik mögensverhältnisse wird der t. t. Regierung zur eingehendsten festzuhalten. Bezüglich der Maifeier im Vorjahre habe er nur Würdigung und völligen Schadloshaltung des Petenten zugewiesen." gemeint, dieselbe würde besser ausgefallen sein, wenn der bezüg ( Beifall und Bewegung im Hause.)- Abg. Dr. Roser: Dieser fiche Beschluß der Fraktion nicht zu spät gekommen wäre. Die Fall ist einer der schrecklichsten in der Geschichte der un- Behauptung des Herrn Timm, Herr Wiesemann habe in einer schuldig Verurtheilten. Der Mann ist heute ganz geknickt, Versammlung der Tagschneider und Schneiderinnen die Feier des er hat sein Vermögen verloren und leidet an einer unheilbaren 1. Mai für überflüssig hingestellt, sei unwahr. Er habe nur der Krankheit. Es handelt sich also nicht blos um ihn selbst, sonderu Meinung Ausdruck gegeben, daß bei den ungünstigen Geschäftsauch um seine Familie. Sie sehen, wie wichtig es wäre, das verhältnissen eine Feier am 1. Mai diesmal unmöglich sein würde; Gesetz zur Entschädigung unschuldig Verurtheilter zu erledigen. fei dagegen der Ansicht, daß, wenn irgend möglich, die Feier in Seit 1882 schwebt dieser Gegenstand und kommt nicht zur Ber- Zukunft immer am 1. Mai vor sich gehen solle. handlung. Wenn dieser Geistestranke genau untersucht worden wäre, so hätte das nicht vorkommen können, denn bei Epilepsie Herr Täterom sagt in feiner Sprechsaal- Erklärung vom tommt Pyromanie häufig vor. Redner würde daher wünschen, 12. Juli cr., daß ich etwas als unwahr bezeichnet hätte, was er. daß die Regierung binnen Kurzem dem Hause Bericht erstatte, garnicht gesprochen habe. was sie in Erledigung dieser Petition gethan habe.( Beifall.)- Laut dem Bericht des Vorwärts" vom 7. Juli cr. hat Herr Abg. Pernerstorfer stellte den formellen Antrag, daß die Regie- Täterow in der Boltsversammlung im Feenpalast in Bezug auf rung aufgefordert werde, über die Erledigung dieser Petition dem mich geäußert, daß ich früher der freisinnigen Partei angehört Hause Mittheilung zu machen. Abg. Dr. Roser wünschte eine und stets gegen die Sozialdemokratie gesprochen habe. Dieſe Erweiterung dieses Antrages dahin, daß diese Mittheilung noch Aeußerung des Herrn Täterow habe ich in meiner Erklärung vor Schluß des gegenwärtigen Seffionsabschnittes zu erfolgen vom 9. Juli cr. als unwahr bezeichnet und halte dies auch habe. Der Antrag wurde in diesem Sinne angenommen. aufrecht. Vermischtes. Braunschweig, 13. Juli. Die feierliche Enthüllung des Bon der deutschen und deutsch- amerikanischen Sängerschaft errichteten Denkmals für Franz Abt fand heute Vormittag statt. Stadtrath Retemeyer übernahm das Denkmal Namens der Stadt Braunschweig. Zum Schluß wurden mehrere Abt'sche Lieder gefungen. Von den zahlreichen Vertretern der Gesangvereine aus allen Theilen Deutschlands wurden Kränze an dem Denkmal niedergelegt. Leipzig, 10 Juli. Unter der Anklage der Beleidigung hatte sich gestern der hiesige Kaufmann Julius Gattel zu verantworten. Wegen Gefährdung der Sittlichkeit wurde die Deffentlichkeit für die Dauer der Verhandlung ausgeschlossen. Auf Grund der Beweisaufnahme wurde Gattel der Beleidigung in zwei Fällen für schuldig befunden und zu fieben Monaten Gefängniß verurtheilt. In den Gründen heißt es unter anderem: Bei der Strafausmessung ist strafschärfend berücksichtigt worden die Gemeinheit der Gesinnung, die sich durch seine Christiansund, 13. Juli. Der englische Postdampfer ( Gattel's) That zum Ausdruck bringt. Menschen, die gezwungen, Chimborazzo Chimborazzo" lief im Toftfunde( Norwegen) auf den find, sich bei anderen Leuten Geld zu verdienen, sind noch lange Strand. Die Passagiere, 100 an der Bahl, mußten gelandet teine Stlaven. Das Verlangen, das Gatter an die zu werden. Nach einiger Zeit gelang es, das Schiff wieder flott engagirenden Verkäuferinnen gestellt hat, ist eine bodenlose zu machen und die Passagiere wurden wieder eingeschifft. VerHerabwürdigung der Mädchen, gleichviel, ob die Mädchen sich luste an Menschenleben sind nicht zu beklagen; auch das Schiff unter dem Drucke, eine Stellung zu erlangen, zur Erfüllung der hat nur geringen Schaden gelitten. felben haben verleiten lassen oder nicht. Der Gerichtshof hat unter diefen Umständen für die erste der M. zugefügten Beleidi- Paris, 13. Juli. In der vergangenen Nacht gegen 12 Uhr gung eine Strafe von 5 Monaten, für die zweite eine solche von stieß der von Boulogne kommende Expreßzug auf dem 4 Monaten ausgeworfen und insgesammt auf 7 Monate Ge- Nordbahnhofe hierselbst mit dem von Lille kommenden Expreß fängniß erfannt. Der Leipziger Tages- Anzeiger" bemerkt dazu: zuge zusammen. Der Zusammenstoß erfolgte dadurch, daß Soviel wir in Erfahrung bringen konnten, handelt es sich der von Lille kommende Zug das Haltefignal erhalten hatte und in diesem Falle darum, daß Gattel, ein vorbestrafter auf dem Geleise des von Boulogne kommenden Zuges stand, der Bankerotteur, Inhaber zweier glänzender Geschäfte, in denen die gleichzeitig eintraf. Der Güterwagen des Liller Zuges wurde Leipziger Damenwelt vielfach Eintäufe macht, an die bei ihm durch den Zusammenstoß auf die beiden letzten Personenwagen eintretenden Verkäuferinnen die infame Forderung stellte geschoben. Nach den neuesten Mittheilungen sollen bei dem Unund zu stellen gewohnt war, daß sie sich vor ihm gänzlich falle 3 Personen schwer und etwa 15 leicht verwundet worden entblößten wie er behauptet, um zu sehen, ob sie rein- sein. lich" seien. Wenn Herr Täterom jetzt neuerdings in seiner Erklärung angiebt, ich hätte f. 3. in einer Wahlverein- Versammlung von mir selbst behauptet, ich gehöre einer anderen Partei an, so hat Herr Täterow auch hier wieder sich einer Unwahrheit schuldig gemacht. Wenn angeführt wird, daß ich erst furze Zeit der Partei angehöre, so bemerke, daß ich erst vor 11/2 Jahren aus Amerita ,. wo ich auch die Interessen unserer Partei energisch vertrat, zurückgefehrt bin. Zum Schluß bemerke, daß dies meine lehte Erklärung in dieser Sache ist und daß ich durchaus nicht geneigt bin, mich länger mit Herrn Täterow zu beschäftigen. Konrad Goldberg, Ackerstr. 145, Depeschen. Meh, 12. Juli.( Privattelegramm.) Genosse Rechtsanwalt Vou den durch den Eisenbahnunfall auf dem hiesigen Nord- Heyder wurde mit 590 Stimmen in den Gemeinderath gewählt. eine Dame gestorben. Der Unfall ereignete sich durch die Unaufbahnhofe zu Schaden gekommenen Personen ist heute Vormittag merksamkeit eines Beamten, der das Haltesignal dem von Boulogne kommenden Zuge zu geben verabsäumte. Dresden. Erschossen wurde am Mittwoch in Dresden ein Soldat des Schüßenregiments, Namens Köhler. Der felbe hatte bereits vor längerer Zeit einmal zu desertiren versucht, war jedoch ergriffen und zu zwei Jahren Strafkompagnie verurtheilt worden. Da er sich als Straffoldat gut führte, Neapel, 11. Juli. Der Lavastrom des Vesuv3 setzt den wurde er zu Gartenarbeiten verwendet. Hierbei unternahm er Lauf in der Richtung auf das Observatorium fort. In den einen Fluchtversuch und wurde, da er auf Anruf nicht stehen alten abgestürzten Waffen des Berges Posilippo find neue blieb, von dem verfolgenden Gefreiten niedergeschossen. Riffe entstanden. Die Behörden haben Vorsichtsmaßregeln an geordnet. Würzburg. Wegen Soldatenmißhandlung ist von dem Militär Bezirksgericht ein Unteroffizier vom 2. Ulanenregiment in Ansbach zu einem Jahre und drei Monaten Gefängniß und Degradation verurtheilt worden. an seinen Nachbar, dessen Haus er in Brand gesteckt haben Literarisches. allem, wie Briefkaffen der Redaktion. Antwort wird nicht ertheilt. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Briefich militärischen Uebung müssen sowohl die Krankenkassen als auch Sp. 3. 88. 1. Während der Dauer einer 10-12tägigen die Alterversicherungs- Beiträge weiterbezahlt werden. 2. Die alte Gewerbe- Ordnung enthält über die Arbeitszeit jugendlicher Ar beiter, inkl. der Lehrlinge nur Vorschriften für eigentliche Fabriken. In einer Werkstatt zur Herstellung von Defen kann der Lehrling unbestimmt lange beschäftigt werden. Nur wenn durch überlange Arbeitszeit die Gesundheit des Lehrlings bedroht wird, so kann der Bater oder Vormund deshalb auf Aufhebung des Lehrvertrages flagen. haben. W. B. Sie müssen sich im nächsten Jahre bei der Militärbehörde des Ortes melden, an dem Sie in Arbeit stehen. Erkundigen Sie sich daselbst rechtzeitig, wann der Stellungstermin ist. Ob Sie zum Militär genommen werden, fönnen wir un möglich prophezeien. Wrangelftr. 110. Wir sind zu mündlicher Auskunft gern Bahnbehörden mit. bereit. Bringen Sie aber dann die abweisenden Beweise der Wien. Ein entseglicher Fall von der Verurtheilung eines Unschuldigen tam am Dienstag im österreichischen Abgeordneten- Bei den Elenden. Allen Reichen und Sorglosen gewidmet hause zur Sprache. Es wurde der mündliche Bericht des von Curt Abel, Freiburg i. Br. 1891. Der Verfasser, be C. G., Tiekstraße. Sie können auf Herausgabe Ihres Betitionsausschusses über die Petition des Peter Pabst in Gusen tannt durch seine Enthüllungen der Soldatenmißhandlungen, be- Instruments beim Amtsgericht flagen. Der Wirth ist nicht be ( Oberösterreich) um Erwirkung einer entsprechenden Entschädigung handelt in der kleinen Schrift, die hinsichtlich der Arbeiter rechtigt, dasselbe wegen Miethe zu retiniren, da es nicht dem aus Staatsmitteln für seine unschuldige Verurtheilung zu zwölf wohnungen von ihm in feiner Stellung als Unter- Assistent der Miether gehört, sondern dieser es sich von Ihnen geborgt hat. Jahren Kerferstrafe auf die Tagesordnung gesetzt. Berichterstatter Universitäts- Poliklinik in Zürich gesammelten Erfahrungen. Er Zehdenickerstraße 2. K. 101. Der Dienstherr Ihrer Dr. Graf Kaunis referirte über die vom Abg. Grafen Kuenberg giebt eine Schilderung von 50 speziellen Wohnungen nebst den Tochter hat zwar wenig human, aber doch nicht ungefeßlich ge überreichte Petition des Peter Pabst. Der Fall klinge wie eine Arbeits- und Lebensverhältnissen der Einwohner. Hat der Ver- handelt. Gerichtliche oder sonstige Schritte würden keinen Erfolg eindringlich von der Unvollkommenheit menschlicher Institutionen, entnommen, so sind sie doch von allgemeinem Interesse, da sie, von den Frrthümern der Menschheit, der Geschworenen und der und vielfach schlimmerer Art, überall in den modernen Richter, von der Grausamkeit, mit welcher das formale Recht oft Industrie- Zentren vorherrschen. Jeder einzelne Fall, der ganze Existenzen vernichte. Peter Pabst, Hausbesitzer in Gusen, in der kleinen Schrift dargestellt wird, führt uns ein er zeigt vor wurde des Fafandiebstahls und der Brandlegung beschuldigt und ganzes soziales Bild vor; auf die einzige Zeugenaussage des Karl Bratwieser in Wien am leicht auch der besser gestellte Arbeiter bei Krankheit und Arbeits22. September 1888 mit 11 Stimmen gegen 1 des Verbrechens losigkeit, zumal bei größerer Familie in die tiefste Noth sinkt; des Diebstahls und 9 gegen 3 Stimmen des Verbrechens der wie schwer, ja fast unmöglich es wird, sich aus dem Elend Brandlegung schuldig erkannt und zu 12 Jahren schweren Kerfers herauszuarbeiten; wie besonders drückend die Wohnungsfrage auf verurtheilt.( Hört! Hört!) Ferner wurde er zum Schadenersatz werden. Die Schrift ist in hohen Grade interessant; freilich die Strafbefeht. dem Arbeiter lastet und die Wohnungen selbst zu einem Bestherd R. J., Paukstr. Erheben Sie Widerspruch gegen den sollte, verurtheilt, und da sein Vermögen hierzu nicht ausreichte, Hoffnung, die der Verfasser hegt, daß die Vermögenden, wenn sie Miethen ein jährlicher Preis verabredet ist. Ist dies der Fall, so B. J., Neu- Weißensee. Es kommt darauf an, ob beim wurde sein Anwesen im Wege des Konkursverfahrens verkauft nur eine Ahnung von den von ihm geschilderten Zuständen gilt, wenn auch die Miethe] in Monatsraten gezahlt wird, die und der Erlös von 1458 Gulden, wovon natürlich die Kosten hätten, Abhilfe schaffen würden, halten wir für zu naiv; selbst Wohnung als auf ein Jahr gemiethet. hatten, an die Abbrändler aufgetheilt. Erst im August 1890 geglaubt haben, es stände alles wunderschön und die Unzu digung zu beansprüchen, auch wenn das Geschäft, in dem sie ar= des Konkursverfahrens den weitaus größten Theil verschlungen die zweite Hoffnung des Verfassers, daß diejenigen, welche bisher Arbeiter sei ein Verbrechen, und transitorischer Geistesstörung leide, in welchem Zustande er der Armen und Elenden um ein würdiges Dasein milder be- Arbeitgeber etwas zu holen ist. 2. Wenn ausgemacht ist, Sie eingebildete Verbrechen oder auch solche, die er selbst begangen urtheilen werden, dürfte sich nur an Wenigen erfüllen." habe, anderen Leuten zuschiebe. Bei Wiederaufnahme der Erhebungen gestand Bratwieser, daß Peter Pabst unschuldig sei und er selbst die That begangen habe.( Hört! Hört!) Auf Grund dieses Geständnisses wurde vom Landgerichte in Linz das Verfahren gegen Peter Pabst wieder aufgenommen und derselbe aus Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzuder Haft entlassen. Der geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Mann war also völlig unschuldig vom 14. Mai 1888 Intereffes zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem bis Januar 1889 in Untersuchungshaft, von da bis 26. Oftober 1890 Inhalt deffelben identifiziert zu werden. in Kerkerhaft. Er war vor Antritt der Strafe ein baumstarker Von Herrn Wiesemann, Schneider, Kurstr. 24, geht uns und gesunder Mann, heute steht er als gebrochener Greis von ein längeres Schreiben zu, dem wir folgendes Thatsächliche ent54 Jahren da( Bewegung), der in seiner Kerkerhaft sich den Keim nehmen: eines unheilbaren Siechthums geholt habe. Er appellirt an die Herr Wiesemann erklärt bezüglich der im Sprechfaal in Gerechtigkeit des Hauses, dasselbe möge auf die Regierung ein- Nr. 142 des Vorwärts" veröffentlichten Notiz der Agitationswirken, damit ihm aus den Mitteln des Staates eine seinem tommission, zur Einberufung der Tagschneider- Versammlung habe daß die Zeit, während der ein Lehrling zum Arzt gehen muß, F. G. 1. Wir haben Ihre Frage bereits dahin beantwortet, Verluste an Gesundheit und Vermögen entsprechende Entschädi- die Nothwendigkeit geführt insofern, als sich unter der Agitations- ihm nicht abgezogen werden darf. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Wahlvereins des 4. Berliner ReichstagsWahlkreises zur Nachricht, daß das Mitglied, Genosse Adolf Lange, Manteuffelstraße 86, im Alter von 30 Jahren mitten in seinem Beruf in Sonnendorf bei Staffenhagen bei Aufstellung von Blizableitern am Montag, den 5. Juli, durch Absturz verunglückte. Nach Amputation beider Arme verstarb derselbe am Sonnabend, den 11. Juli. Er hinterläßt eine Wittwe mit 3 Kindern im Alter von 2-5 Jahren. Die Ueberführung der Leiche resp. Beerdigung findet am Dienstag Nachmittag 6 Uhr auf dem Emmaus Kirchhof statt.- Ehre dem so plöglich in seinem Beruf verstorbenen Genossen. Ein bleibendes( Andenken ist ihm bei Allen, die ihn kannten, sicher. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 339/14 Sprechlaal: W. O., Havelbergerstr. 1. Arbeiter haben 14 Tage Küns fönnen zahlen, wie sie wollen, so find wöchentlich 3 M. durchaus angemessen. 100. Die Thüren von Geschäften müssen während des ganzen Sonntags auch außerhalb der Hauptkirchenstunden eingetlinkt bleiben. E. K., Rigdorf. Wegen Alimente für uneheliche Kinder ist Lohnarrest nicht zulässig. Wenn das Kind das vierte Lebensjahr zurückgelegt hat, so können Sie dessen Herausgabe verlangen. Wird Ihnen solche verweigert, so brauchen Sie für die Zukunft teine Alimente mehr zu zahlen. A. B. C. 91. 1. Das Vermögen eines gerichtlich aufgelösten Vereins kann mit Beschlag belegt und eingezogen werden, 2. Sehen Sie gefl. im Adreßkalender nach. Teppiche, Gardinen, Portièren, Steppdecken und Tischdecken, ferner Neste a SophaBezügen verkaufen wir nach beendeter Inventur zu bedeutend herabgefehten Preisen. su J. Adler Söhne, Spandauerstraße 30, gegenüber dem Rathhaus. Den Parteigenossen empfehle mich Garderobe. Otto Beckurts, -245M Sorten. 1. Stimmbegabte Herren find. noch Aufn. im Gesangverein( Arbeiter- Sängerbund) Dienstags v. 9-11 b. Lülow, Admiralstraße 38. 515b Rechts- Bureau des tönigl. preuß. Amtsrichters a. D., Alte Jakobstr. 102, II. Gewissenh. Rath, Hilfe in all. Angelegenh. Unbemittelten unentgeltlich. 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