SWendausaabe Tit. 452 & 226 48. Jahrgang Wöchentlich 85 Pf„ monatlich 8.60 M. (bonon 95 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus? im voraus zahlbar. Postbezug 4.S2 M. einschließlich SO Pf. Pmizeitungs- und 72 Pf. Postbestellge- bühren. Auslandsabonnement s.— M. pro Monat; fiir Länder mit ermäßig- tem Druckfachenporw 5.— M. Der.Vorwärts� erscheint wochentäg- lich zweimal. Sonntag» und Montags einmal, die Abendausgabe flir Berlm und im Kandel mit dem Titel.Der Abend", Illustrierte Sonntagsbeilage »Voll und Zeit". f. Berliner volksbla« Sonnabend 26. September 1931 Pfennig Die ein sp alt. Nonpareille� eile ü0 P>. Reklamezeile S.— RM.„Klciiw Dn- zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. (zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Tarif. Stellengesuche das erste Wort\5 Pf.. jedes wettere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Zeile SO Pf. Familien- anzeigen Zeile 40 Pf. 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In einigen kommunistischen Blättern war nun behauptet worden, daß unsere Mitteilungen erfunden seien. Davon ist keine Rede. Sie wurden den Berichten entnommen, die in den zahllosen Sekretariaten des Zentralkomitees und seiner Unterinstanzen em> standen sind. In den Berichten wird der Rückgang der Leserzahl begründet mit dem Einfluß der Krise, mit wiederholtem Berbot kommunistischer Zeitungen, mit der Passivität der Funktionäre, vor allem aber mit der Konkurrenz der Münzenberg-Blätter. Der kleine Hugenberg. Der Herr Reichstagsabgeordnete Willi Münzenberg ist von dem Ehrgeiz besessen, einen Pressekonzern nach dem Vorbilds des deutschnationalen Parteiführers Hugenberg aufzuziehen. Er hat es sters verstanden, Politik und Geschäft in das richtige Verhall- nis zueinander zu bringen. Mit der„Internationalen Ar- b e t t e r h i l f e", der IAH., fing es an. Es gelang ihm, einige gutgläubige Intellektuelle zu gewimien, die dem Unternehmen ein neutrales Gesicht zu geben hatten. Es wurden Gelder gesammelt und BeUelsuppen verteill-, inzwischen konnten kleinere Geschäfte mit Rußland gemacht und größere Geschäfte tn Deutschland eingelellet werden. Es sind häufig glänzende Berichte über- die Tätigkeit der IAH. veröffentlicht worden: eine wirkliche objektive Kontrolle hat es hier niemals gegeben. Was bei der IAH. scheinbar gelungen war: das Unternehmen mit dem Schleier parteiloser Wohltätigkeit zu bedecken, das übertrug Herr Münzenberg dann auf einen anderen Geschäftszweig, die Presse. Er ließ sich um ein Butterbrot ein„radikales" Wend- blall in die ijände spielen, steckte Geld hinein und wandelte das Blatt in«in inoffizielles Organ der Kommunistischen Partei um. Daran schloß sich die Gründung einer illustrierten Zeitung, eines Morgenblattcs und zuletzt auch einer Montagszeitung an. Zwischen- durch wurde ein Filmuntcrnehmen gegründet, ein verkrachtes russisches Filmgeschäft übernommen, es wurden Zeitschriften heraus- gegeben,„neutrale" Kongresse veranstaltet und„Kampfausschüsse" gebildet. Kurzum: aus Wohltätigkeit, Politik und Geschäft entstand ein Konzern, der seine Leute nährt. Parteiinstanzen werden beiseite geschoben. Ursprünglich war das Unternehmen des Herrn Münzenberg von der Parteileitung warm begrüßt worden. Man glaubte dadurch besser an die Schichten„an der Peripherie" herankommen zu können. Mit der Zeit aber stellte sich der Münzenberg-Konzern nicht mehr neben, sondern über die Parteiinstanzen. Die Leser der Münzenberg-Preste wurden nicht für die Kommunistische Partei ge- wonnen. sondern sie verfielen einem sich radikal gebärdenden In- differentismus. Unaufhörlich ist in dem Bericht an die Zen- trale über diesen Zustand geklagt worden, aber es konnte nichts Ernsthaftes gegen Herrn Münzenberg unternommen werden. Noch am 30. April d. I. schrieb die V e r l a g s z e n t r a l e A.- G. an die Geschäfts- und Finanzkommission der KPD.: „... Unseres Erachtens ist es ein unmöglicher Stand- punkt, daß bei Streitigkeiten, welche zwischen der AZ. und den Vereinigten Zeitungsverlagen bestehen, die 3AH. und nicht die Parkeiinslanzen zuständig sein sollen. Wir bitten, in diesem Punkte der AZ. aus keinen Fall nochzugeben. Ebenso halten wir die iior- dcrung der monatlichen Uebergabe einer wirklich realen Bilanz für unbedingt notwendig. Mit dem Standpunkt der RF.. daß dies auch aus juristischen Gründen nicht gut zu verlangen sei und wir uns mit der Bilanz, welche Herr Gohlke als Gesellschafter der AZ. erhält, begnügen müssen, sind wir aus keinen Fall einverstanden. Für uns ist das nicht eine Frage des Kuhhandels, sondern eine geschäftliche und parteiorganifatorische Selbstverständlichkeit, daß die Bilanz monatlich von der AZ. gegeben wird..." Ein Mick in die kommunistischen„Massenorganisationen". Außerordentlich stark ist der Einfluß der Münzenberg-Presse auf die sogenannten Massenorganisationen der Kommunistischen Partei. Wie es dort aussieht, ergibt sich aus folgendem: Am 7. Juli 1931 schreibt die V e r l a g s z e n t r a l e A.- G. in einem Bericht über deu Rückgang der Zeitungsauslagen: „Ein besonderes Kapitel ist in diesem Ausammenhang die Frage der Massenorganisationen, wie Freidenker, Sportler, Rote HUfe, IAH., RGO. usw. Zu diesen Kreisen sind die bürgerlichen ZeiiunMa i la Morgenpost noch sehr verbreitet." Hamburg, 26. September. Der Dampfer„91 e u m a r k" der Hamburg-Amerika- Linie wurde in der Nacht zum Sonnabend von einem Groktfener heimgesucht. Kurz vor Mitternacht bemerkte die Wache an Bord das Feuer, das sich schon einige Zeit unter Deck verbreitet haben mußte. Die Feuerwehr kam kurz nach dem Alarm mit den Feuerlöschbooten und fünf Zügen an und ging dem Brand mit acht Schlauch- leitnngen z« Leibe. Nach halbstündiger Arbeit konnte ein Uebergreife« auf bisher unbetroffene Teile des Schiffes verhindert werden. Der Dampfer„Neumark" ist ein Schiff von 7831 Brutto- registertonnen, 1930 erbaut. Es hat am Donnerstag gelöscht und war von einer Ostasienretse zurückgekehrt. Ueber die Brairdursache liegen offiziell« Berichte noch nicht vor, es steht jedoch fest, daß am Freitag im Laufe des Tages das Schiff zum Zwecke der Un- geziefervernichtung unter Blausäure stand. Inwieweit dieses Vergasen des Schiffes mit Blausäure mit dem Brand im Zu- sammenhang steht, kann natürlich noch nicht gesagt werden. Jeden» falls hat die Berwendung der Blausäure die Löscharbeiten ganz er- heblich erschwert, da es den Feuerlöschmannschaften vollkommen un- möglich war, in das Schiff vorzudringen. Der Schaden ist im Augenblick noch nicht zu übersehen, dürste aber sehr erheblich sein, da neben dem eigentlichen Brandschaden der Wasserschaden sehr groß ist. Die Flammen haben am meisten im Mittelteil des Schiffes gewütet und sich von hier aus mit großer Gewalt über die Aufbauten des Oberdecks ausgebrellet. Die Flammen fanden hier in den Holzteilen reiche Nahrung und konnten sich zu Heller Glut entwickeln, ehe die Feuerwehr eintraf. Aber schon nach halb- stündiger Löscharbeit war die größte Gefahr vorüber utid drei Züge konnten abrücken. Den übrigen Mannschaften gelang es. die Flammen immer mehr einzudämmen und schließlich gänzlich abzu. löschen. Der Schaden dürfte nicht unerheblich sein. Das nächtlich« Schauspiel hatte trotz der vorgerückten Stunde viele Menschen angelockt. Die Besatzung des Dampfers beteiligte sich gleichfalls an den Löfchorbeiten. Soweit bekannt, ist durch den Brand niemand oerletzt worden. Der Wähler:„Man fragt doch wenigstens! erst.. In einem Bericht aus Stuttgart heißt es: „Unser Berlag teilt uns aber mit, daß der internationale Bund, die Kampfgemeinschast für role Sporleinheit, die Znleressen- aemeinschasl für Arbeilerkullur, die Freidenker und der Erwerbs» lcsenausschuß sich bis heute noch passiv verhielten. Ebenso reagiert auch die RGO. noch ziemlich schwach. Diese Beobachtung. daß die Isiassenorganijationen bei den Werbekampagnen nicht reagieren, müssen wir sast überall machen. Dies« Passivität ist aber außerordentlich bedenklich, um so mehr, als in den Reihen der Mitglieder dieser Organisationen noch der große Teil bürgerliche Zeitungen liest. Unser Verlag in Stuttgart bittet uns deshalb mit Recht, an Sie mit der Bitte heranzutreten, an die vorerwähnten Organffaitoncn ein Schreiben zu richten, in dem ihre Passivität gerügt und von Ihnen energische Mit- arbeit an der von der Partei geführten Kampagne gefordert wird." Der schädliche Einfluß der Münzenbergpresse aus die Peripherie- schichten und die Massenorganisationen steigerte sich im Laufe der Zeit sogar noch zu direkter Feindseligkeit gegen die kommunistische Parteipresse. Am 16. Juni berichteten (Fortsetzung aus der 2. Seite.) Erklärung Lavals. Die deulfch-französifche Konferenz. Varls. 26. September.(Eigenbericht.) Minffterpräsident Lavol hat heute mittag den Pressevertretern folgende Erklärung abgegeben: „Die Berliner Reise, die der Außenminister Und ich zu unter- nehmen im Begriffe sind, darf nicht als eine einfache Höslichkeits- geste angesehen werden. Die neue Zusammenkuifft, die wir mit den deutschen Ministern haben rverden, muß zu einer Tat führen. Wenn die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland verbessert sind, wenn eine aktive Politik der Zusammenarbeit zwischen unseren beiden großen Böllern eingeleitet wird, bin ich sicher, daß es leichter sein wird, das Vertrauen wieder herzustellen. Dieser notwendigen Aufgabe müssen die beiden Regierungen ihre Tätigkeit widmen. Das Werk ist delikat und schwierig. Es darf nicht unmöglich sein, es zu verwirklichen. Unsere Unterhaltungen in Paris und London haben es schon erleichtert. Wenn es Probleme gibt, die wir unter den gegenwärtigen Umständen nicht besprechen können, so können andere Probleme im Geiste gegenseitigen Verslehens gelöst werden, wir müssen vor ollem eine Methode für die Regelung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern festlegen. Diese Zusammenarbeit, die von den beiden Regierungen organisiert, angetrieben und kontrolliert werden muß und die qualifizierten Vertreter der Hauptzweige einander gegenüberstellt, muß zu günstigen Ergebnissen führen und durch konkrete Verwirklichungen zum Ausdruck kommen. Sie wird auch einen wirksamen psychologischen Faktor dar- stellen. Wenn wir unsere öffentlichen Meinungen daran gewöhnen, diese Beharrlichkeit bei der Bemühung wirtschaftlicher Zu- sammenarbeit festzustellen, bereiten wir in einer, wie ich wünsche, nahen Zukunft die Atmosphäre der Ruhe und des Ver- trauens vor, ohne die die ernsten Probleme, welche die Welt bewegen, nicht gelöst werden können. Indem Briand und ich in diesem Geiste nach Berlin abreisen, sind wir sicher, dem tiefen Gefühl unseres Landes zu entsprechen." Nach Verlin Washington. Am morgigen Sonntag treffen Laoal und Briand in Berta: ein. Die nächste Station dieser Serie von Ministerbesuchen wird Washington fem. Die offiziell« Einladung dahin ist L a v a l überbracht worden. Der französische Ministerpräsident dürfte am 16. Oktober in der Bundeshauptstadt der USA. eintreffen. Gerüchte, daß auch Brüning nach Washington eingeladen sei, werden dort zwar dementiert, aber man fügt hinzu, daß sein Besuch äußerst willkommen fein würde. Das Geschäft über alles. (Fortsetzung von der 1. Seite.) die„Vereinigten Zeitungsoerlage" an die Verlogszentrale, daß der Verlag der„Roten Fahne" in Berlin den Versuch unternommen Iwtie,„Solidaritätskundgebungen" der IAH. zu einer Propaganda für sein Blatt auszunutzen. Leider sei aber die Solidarität bei den Veranstaltern nicht nur oermißt worden, ja, es habe das Gegenteil festgestellt werden müssen. In Stralau begab sich nach dem Bericht des Verlages solgendes: „In allen drei Veranstaltungen der IAH. in Stralau war lein Transparent für die, Rote Fahne" angebracht. Ein Werbe- stand war nur in dem Lokal Alte Taverne mit„Rots Fahne", , AIZ." usw. Das Umhergehen im Garten mit„Rote Fahnen" wurde nicht erlaubt mit dem Hinweis, daß dadurch die Tombola rcfchädigst werden würde. Im Lokal Schwanenberg wurde der Genosse Stahl, der mit der„Roten Fahne" und niit Broschüren tändelte, hinausgewiesen. Genauere Angaben wird der Genosse Stahl noch geben." Am 25. Juni mußte der Vclag der„Roten Fohm" den obersten Parteiinstanzen berichten: „Wir haben Euch in diesen Tagen verschieden« Abschristen übermittelt, in denen wir die Stellungnahme des Kosmosvsrlages wie der A.-Z.-Bertiebsstclle wegen eventueller Zustellung eines Werbeprospektes für die„Rote Fahne" rcsp. des„Roten Stern" an die Leser der„Welt am Abend" und„Berlin am Morgen" bekanntgegeben. Dieselbe geht dahin, daß man es ablehnt,' für die„Rote Fahne" bei den Lesern der„weit am Abend" und „Verlin am Morgen" Reklame zu machen... Wohl ist der Verlag bemüht, dem Abonncnlenschwund Einhalt zu gebieten, sei es durch forhvährcnde Konferenzen mit unseren Zeitungs- obleuten, den Zellenleitungen, Veranstaltung von Presseabenden, Herausgabe verschiedener Werbeschriften, wie durch Rücksprache und Rundschreiben an die B.-L. zwecks Anfeuerung der von der B.-L. selbst beschlossenen und verkündeten Werbekampagne für die„Rote Fahne". Rcnnenswerle Erfolge sind bis heute nirgends zu verzeichnen. Di« von uns gewünschten Unterstützungen werben höchst mangelhaft, meistens von keiner toeike gewährt." Dutzende von Briefen sind geschrieben worden, zahllose Be- schwerden wurden abgefaßt, nm die Münzenberg-Untcrnehmungen zu veranlassen, sich der schwindsüchtigen Parteipresse der KPD. besser anzunehmen. Hier eine klein« Blütenlese. Aus einem Schreiben vom 19. Juni des Kosmos-Vcrlags an den Verlag „Rote Fahne": „... Aber unter keinen Umständen sind wir damit einverstanden, daß insbesondere die Leser der„Welt am Abend" und „Berlin am Morgen" diese Prospekte zugestellt bekommen.. Sie werden selbst wohl nicht von uns verlangen, daß wir unsere Hand dazu reichen, daß bei unseren Lesern für die„Rote Fahne" Pro. paganda gemacht wird..." Aus einem Schreiben vom 19. Juni 1931 des Verlags „Rote F a h n e" an die Verlagszentrale: „Anbei übersenden wir die Antwort des.Losmos-Verlages aus unsere Anfrage. Wir bitten um Mitteilung, ob die zentralen Znstanzen sich dieser Stellungnahme des Kosmos-Berlages an- schließen, wenn nicht, ob von seilen der Gescha dementsprechend« Verhandlungen mit dem Genossen Münzenberg gepflogen werden." Aus einem Schreiben vom 22. Juni der V e rlagszentrale gn die Gsschäfts-»nd Finanzkommifsion der KPD. und das Sekretariat: „In der Anlage geben wir Ihnen Abschriften einer in dieser Frage zwischen den Pereinigten Zeitungsvcrlagen und der AZ. geführten Korrespondenz. Unseres Erachtens ist dieser Zustand unhaltbar. Wie wir schon anläßlich der Beilage von Prospekten für die Zeitungen„Welt am Abend" und„Berlin nm Morgen" an die Leser der„Roten Fahne" daraus hinwiesen, daß es nicht Aufgabe der AZ. sein kann, Abonnenten unter den Lesern der„Roten Fahne" zu gewinnen und so der„Roten Fahne" abspenstig zu machen. Wir vertreten die Auffassung, daß es umgekehrt sein müßte, ans dem Leserkreis der erwähnten beiden Zeitungen solche für die„Rate Fahne" zu gewinnen. Nunmehr tritt der f a st unglaubliche Zustand ein, daß der Apparat der AZ. sich. wenn auch versteckt, weigert, Prospekt« sür die„Rote Fahne" den Lesern der erwähnten Zeitungen zuzustellen. Wir bitten um Ihren Eingrisf in dieser Frage." Aus einem Schreiben der Verlagszentrale vom 17. Juni: „Der gegenwärtige Zustand, daß die„Welt am Abend" wie auch die„Berlin am Morgen" ans kosten der Partei resp. der „Roten Fuhne" erstarken, sich sanieren, muß unseres Erachtens unbedingt geändert werden. Alle Anstrengungen unsererseits für die„Rate Fahne" werden vergeblich sein, wenn nicht nur d'« Parteigenossen, sanüern auch die überparteilichen Leitungen eine Umstellung schnellstens vollziehen." So geht es in lieblichem Einerlei fort. Die„Einheitsfront", die diese kommunistische Vonzokratie der sozialdemokratischen Arbeiterschaft anHöngen möchte, ist in ihren eigenen Reihen zum Kindcrspott geworden. Ohne Kommentar zn genießen. „An das 9. März 193l. Sekretariat des ZK. Berlin. In der Anlage Abschrist eine» Briefes des Essener Verlages zu Eurer Kenntnisnahme. Bei der Ilnwesenheit des Genossen Budich in Essen ist von ver- schiedenen Akquisiteuren und Instrukteuren des Verlages ebenfalls wiederholt Klage geführt worden über das Auftreten der AZZ.")- Akquisiicure. Wir schlagen Euch vor, an die BL. ei» Schreiben mit der Auf- sordcrung zu richten, an alle Ortsgruppen ihres Bezirks eine An- Weisung zu geben, denAZZ.-Akquisiteuren keine wie immer geartete Anlerstühung von seilen der Organisationen mehr zu gewähren. Eine solche Anweisung der BL. an die Ortsgruppen des Ruhr- bczirks halten wir für notwendig, da uns sonst die unglaublichen Ricthoden der AUI.-Akquisileure weitere ernsthafte Verluste bringen werden.(Unterschrift.)" Cs ist nichts zu machen! Alle Bemühungen der kommunistischen Partciverlage, de» Ein- fluß der Münzenberg-Presse auf die Entwicklung der Kommunisti» schon Partei und ihrer Presse zu brechen, sind bisher ergebnislos geblieben. Die„Peripherie"blätter schimpfen zwar schänden- halber jedesmal, wenn kommunistische Blätter wegen ihrer un- flätigen Schreibereien verboten werden. Aber sie haben zugleich nichts Eiligeres zu tun, als in der Verbotszeit der kommunistischen Presse die Abonnenten abzujagen. Auch das wird unzählige Male in den Berichten klagend festgestellt. Warum tut die kommunistische Parteileitung nichts, um diese» Zustand zu beseitigen? Wir schließen uns nicht der von Partei- kommunisten geäußerten Ansicht an, daß die Zentralmitglieder durch *) Das illustrierte Münzenberg-Blakt. Oer Bankenkrach in Paris Die Großbanken garaniieren Paris, September.(Eigenbericht.) Tie Unterredung des Finanzministers Flandin mit den Leitern der Bank von Frankreich und de» Direktoren der großen Pariser Ueditinstitute über eine Stütmngs- aktion für die Banque Nationale de Credit dauerten bis 3 Uhr morgens; gegen 2 Uhr hatten der Finanzminister und der Gouverneur der Bank von Frankreich eine Bc- fprcchung mit dem Ministerpräsidenten Laval. Das Er» gebnis ist die Bildung eines Garantiekonfor- tiums durch die Bank von Frankreich und die übrigen Großbanken. Das bedrohte Bankhaus kann dadurch seinen Geschäftsbetrieb weiterführen und seinen Ber- pflichtungc» nachkommen. Die gestützte Bank steht unter den sechs großen französischen Depositenbanken ihrem Geschäftsumfong nach an vierter Stelle. Sie wurde 1913 gegründkt und unterhält allein in Paris 37 Filialen, dazu 513 Provinz- und 3 Auslandsfilialen. Die Bilanz voni 31. De- zernber 1930 weist an Einlagen 5,5 Milliarden Franken auf(über 900 Millionen Mark). Die eigenen Mittel— Aktienkapital und Reserven— werden mit 494 Millionen Franken(82 Millionen Mark) angegeben. Für das Geschästsjahr 1930 zahlte die Bank ihren Aktionären noch 14 Prozent Dividende. Wirtschastönot erzwingt Rüstungseinschräukung. Paris, 26. September.(Eigenbericht.) Unter dem Borsitz Lavals berieten die Minister der Finanzen, des Budgets, des Heeres, der Marine und der Luftflotte über die Herabsetzung der Ausgaben für die Landesverteidigung, die sich in- folge der Verschlechterung der Wirtschaftslage und der Steuereinnahmen als notwendig erweist. Das Pfund leicht erholt. Zu J?ew �tork Z,8() Dollar.- In Berlin 16 Mark. Die rapide Abwärtsbewegung des englischen Pfundes, das vom IS. bis 25. September in Berlin sich von 20,40 Mark bis aus 15,25 Mark entwertet halte, hat sich heute nicht fortgesetzt. Zm Gegenteil läßt sich heute eine leichte Befestigung des Pfundes an den weltböksen feststellen. 3n Berlin spricht man von einem Pfundkurs von 16 Mark, der ossiziest sestgesehtc Sur, steht noch uns—, mährend in Rem Jork gleichfalls eine Erholung von 3,77 aus 3,80 Dollar eintrat. Danach wird auch der Pariser Psundkurs, der gegenüber einer Goldparität von 124,4? Franken nm Freitag einen Tiefstand von 88,25 Franken erreicht halte(rund 29 Prozent Werlverlust), heute ein« Besserung ausweisen. Diese Befestigung des Pfundes kommt in diesen Togen nicht überraschend, da zum 1. Okiober als Quartalstermin umfangreiche Zinszahlungen für die im Auslande untergebrachten englischen Anleihen fällig werde«. Dementsprechend macht sich jetzt schon eine stärkere Rachfrage nach Pfunden bemerkbar, da die Ziusscheine sür diese Anleihen bereits in diesen Tagen eingelöst werden. Zn London hielt gm Freitag an der Wertpapierbörse die Flucht in die Sachwerte an. Besonders auffällig war der sorlgefehtc kaufandrang aus den Aktienmärkten, der scharfe Kurs- sprllnge auslöste, während andererseits englische Rentenpopierc in- folge der Flucht in die Aktien stark gedrückt waren. Die ungesunden Kurssteigerungen und Znflationsspekulalionen haben den Londoner Börsenvorskand veranlaßt, den T e r m i n h a n d c l in Wertpapieren zu verbieten. Es dürfen danach nur noch Kassageschäfte durchgeführt werden. ihre schriftstellerische Mitarbeit an den Münzenberg- Blättern in ihrer Energie gehemmt werden. Wir sehen die Er- klörung vielmehr darin, daß die kominunistischc Partei wie in ollen anderen Fragen so auch auf dem Gebiet der Presse nichts zu sogen, sondern nur zu gehorchen hat. Die Brandler, Ruth Fischer, Maßlow, Stoccker, die Rechten und die Linken, alle sind sie gekommen und wieder gegangen: auch der Transportorbeiter Thälmann und der Abenteurer Ncumann werden wieder verschwin- den; unerschütterlich aber bleibt die Stellung Willi Münzenbergs. Kapitalistischer Geschäftsgeist triumphiert über kommunistische Pkraseologie! Eujjcn Prager. Anwn Hueber Jahre. Der österreichische Legien. Der deutschösterrcichische Gewerkschaftskongreß in Wien hat soeben Anton Hueber zum Ehrenobinann des Bundes der freien Gewerkschaften ernannt, und am 20. ö. M. wird er 70 Jahre alt. Mit der modernen Gewerkfchaftsdewegung in der früheren Habsburger Monarchie ist Huebers Name un- auflöslich verbunden. An der Drehbank der Holzdrechsler aufgewachsen, wie so viele Vorkämpfer der Arbeiter- bewegung, hat er als Soldat in den Bergen Südflawiens gegen die Insurgenten kämpfen müssen; dann beteiligte er sich um so intensiver au der Arbeiterbewegung. 1890 Delegierter auf dem ersten Dreslerkangreß, gründete er 1891 den Fach- verein in Wien, 1892 ist er schon Gehilfenobmann in der Wiener Drechslergenossenschasr und ihrer Krankenkasse, 1894 wählt der Gewerlschastskongreß den unermüdlichen Agitator und Organisator zum Sekretär der Gcwerkschaftskommission. Sein Werk ist die Vereinigung der unzähligen Lokalvcreine M Landes- und Zentraloerbänden, mir dem organisatorischen Ziel großer Jndustriegruppenbünde. Zwischendurch leitet er die gewaltigen Streiks der Brünner Textilarbeiter und der gesamten Bergarbeiter Altöstereichs, der die Achtstundenschicht erreicht. Unausgesetzt ist Hueber auch in der politischen Bewegung tätig, vor allem in den Wahlrechtskampagnen, deren äußerstes Mittel, den Generalstreik, er 1905 in allem Ernst vorbereitet. Ein Abgcordnctenmandat lehnt er ab, da die Gewerkschaften seine günze Arbeitskraft brauchen. Im Krieg wird er zur Bearbeitung aller sozialpolitischen An- gelegenheiten ins Handelsministerium berufen und schützt da die Arbeiterschaft der militarisierten Betriebe vor Willkür- alten. 1917 ist er mit Viktor Adler in Stockholm bei dem sozialistischen Friedensversuch, bald darauf gelingt es ihm. in Bern die Fäden der gewerkschaftlichen Internationale wieder anzuknüpfen. In der Republik Oesterreich sieht er nach dem Krieg die Saat jahrzehntelanger Mühe aufgehen: 1922 hat das kleine Land eine Million freigewerkschaftlich Organi- sierter! Nun kann der alte Hueber auch ein Parlaments- mandat annehmen, nachdem er schon solange der ständige Berater der Fraktion in allen sozialpolitischen Fragen gewesen ist. Er wird in den Nationalrat gewählt. 1930 lehnt er wegen seines Alters und seines empfindlich gewordenen Herzens ab, wird aber noch in den Bundesrat entsendet. Dem alten Kämpfer, dem Freund unseres Carl Legion. wünschen wir im Namen der Million Freigewerkschaster im Deutschen Reich ein unbeschwertes Alter. Möge Hueber in seinem Lande noch den endlichen Triumph des Proletariats ein bis II�Iahr one Arbeit sind. Es gibt aber heute breits Hundert- über den drohenden Faschismus erleben! Konsumpleiie mit Krawall. Die Mißwirffchast der KPD. im hatteschen Konsumverein. halle, 26. September. Zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei»nd Kommunisten kam es am Freitagabend vor dem Gebäude des Allgemeinen Konsumvereins Halle. Der Allgemeine Konsum- verein, der sich seil langem ausschließlich in kommunistischen Händen besindet, ist durch Mißwirtschast an den Rand des Ruins gekommen. Ein Teil seines Grundbesitzes mußte bereits versteigert werden. Die Schulden gehen in die hunderttausende. Reben rund 25 000 Mark Sozialbeiträgen. die der Orlskrankenkasse vorenthalten werden, sind auch die Gas- und Wasserrechnungen seit langem nicht gezahlt worden. Die Städtischen Werke haben eine Forderung von mindestens 50 000 Mark, die Stadt an Stenern usw. mindestens 250 000 Mark. Am Freilagabend sollten im Hauptverwaltungsgebäude des Allgemeinen Konsumvereins die Gas- und Wasserschlüsse abgeschnitten werden. Als die vollzugsbeamtcn mit polizeilicher Begleitung in der Landsberger Straße, in der sich das Hauptverwaltungsgebäude des Allgemeinen Konsumvereins befindet, ankamen, wurden sie von mehreren hundert Kommunisten mit einem Bombardement von Steinen, Bierslaschen, holzknüppeln usw. empfangen. Die Polizei ging mit Gummiknüppeln und Schreckschüssen vor. Mehrere Beamte wurden verletzt. Zm Hof des Allgemeinen Konsumvereins kam es zu einem Handgemenge. Ein Kraftfahrer des Allgemeinen Konsumvereins griff mit seinem Lastwagen die Beamten an und versuchte, sie mil dem wogen an die wand zn drücken. Ein Polizist sprang im letzien Augenblick auf dos Anio. setzte dem Führer dlcPistoleanden Kops und konnte so ein halten des Wagens erzwingen. Das inzwischen herbeigerufene Ueberfallkommando verhastete zablreiche Personen, die aber von ihren Genossen befreit wurden. Die Beamten muhten schließlich das Feld räumen, da sie gegen die Aebermachi in viel zu geringer Zahl eingeseht waren. Schönes Sonntagswetter. Kühl— aber heiter und trocken. Die wetteroussichien für de« morgig«,, Sonnlag lauten in Anbetracht der Zahrcszeit außerordentlich günstig. Bei abflauenden nördlichen winden ist mit heiterem und trockenem Wetter bei allerdings kühlen Temperaturen zu rechnen. Ein großer Teil Mitteleuropas liegt zur Zeit zroischon einem kräftigen Hochdruckgebiet im Nordwesten, das seinen Kern über England und Irland hat, und einer über ganz Rußland verbreiteten Depression. Durch diese Druckverteilung herrscht über Mitteleuropa ein von West nach Ost gerichtetes Druckgesälle, das naturgemäß überall nördliche Winde zur Folge hat. Gestern abend und im Lause der Nacht ist durch das Herfluten eines kühlen Luft- körpers, das polaren Ursprung hat, erheblicho Abkühlung und der Regen verursacht worden. Seit Sonnabend früh ist jedoch innerhalb dieses kühlen Lustkörpers Aufheiterung und erheb- lücher Druckanstieg zu verzeichnen. proteflversammlung der Nerliner Lehrerschaft. Nach der letzten preußischen Notverordnung sollen in den preußischen Volksschulen nicht weniger als siebentausend Stellen eingezogen werden. Unter dem Eindruck dieser Tatsache stand die vom Berliner Lehrerverein ins Lehreroercins- Haus einberufene überaus stark besuchte Protestoersammlung, die sich gegen die Zertrümmerung der Volksschule wandte. Der erste Vorsitzende Erich Fröhlich nannte �ie preußische Notverordnung einen schweren Schlag gegen die preußische Lehrerschaft, die durch sie unter ein Ausnahmegesetz gestellt würde. Kein anderer Teil der Berwalkungsbeamtenschaft werde von der Notverordnnng so hart betroffen, wie gerade die Lehrer. Neu-Holland steigt aus den Fluten Die erste Etappe vollendet Holland, dessen jahrhundertealte Tradition Kampf gegen die Meeresfluten heißt, erficht gegenwärtig seinen größten und un- blutigsten Sieg über diesen Gegner: die Umgestaltung des Z u i d e r- Sees zu einer blühenden Provinz� Von Tausenden von chektar ist das Meer durch menschliche Kraft vertrieben, und dort, wo noch in diesem Frühjahr die Wogen brandeten und Fische schwa)nmen, ist jetzt die erste Ernte heimgebracht worden. Freilich, was heute erreicht ist, bedeutet nur einen Abschnitt in dem giganti- schon Plan, dessen volle Ausführung auf wenigstens 20 Jahre gs- schätzt wird. Jene Halbinsel Hollands, die losgelöst wie ein Zeige- finger ins Meer hinousweist, soll mit dem Festland zusammen- wachsen, indem die dazwischen wogenden Fluten des Zuider-Sees fruchtbarem Ackerland weichen. Nichts soll von der riesigen Wasser- fläche übrigbleiben als in ihrer Mitte ein kleiner Süßwasser oder Brackwasser bergender See. Das übrige Gebiet wird sich in die Provinz Neu-Holland verwandeln. Diese gewaltige Land- schöpfung soll sich in vier Etappen vollziehen, von denen die erste, die Wasserableitung des nordwestlichen Teiles bei der Spitze der Halbinsel, soeben vollendet ist. 50000 Hektar Ackerboden, die noch im Vorjahr unter Wasser lagen, sind der menschlichen Be- siedlung erschlossen. Im Februar begannen hier fünf Pumpen einen Generalangriff mit solcher Sturmesgewalt, wie ihn die'bedrängte See noch niemals erlebt hatte. In jedqr Minute raubten st« dem Gegner 31 500 Hektoliter Wasser. In sechs Monaten war die Um- Wandlung des Meeres, in Land vollzogen, das sogleich mit Deichen umgeben wurde. Der kürzere von ihnen verbindet die Insel Wie- ringen mit dem Festland. Der längere Deich führt von dem Ost- ende von Wieringen südwärts und trennt die Insel von dem Haupt- teil des Zuider-Sees. Der kühnste Teil des kühnen Unternehmens ist fast vollendet: die Errichtung des H a u p t d a m m e s, der den Zuider-See von der Nordsee scheidet, von Den Oever in Wieringen zu einem Punkt« an der Küste von Friesland. Dieser Abschnitt dürfte spätestens im nächsten Sommer vollendet sein. Der Damm weist zwei große Gruppen von Schleusen für die Schiffahrt auf. Der seltsamste Raa- fahrerweg der Welt wird über den Deich führen, zu beiden Seiten werden Schienenstränge für die Bahn und eine Automobilstraße angelegt. Die Ingenieure hoffen, daß diese Straßen spätestens'm Jahre 1933 dem Verkehr übergeben werden können. Dos dem Meere abgerungene Land erinnert nur noch durch das Aufragen der alten Küstenlinie mit Baumgruppen und Kirchtürmen, durch hier und dort modernde Wracks von lange versunkenen Schiffen an seinen ursprünglichen Charakter. Emsige Maschinen, darunter wahre �Wunderwerke der Technik, sind überall am Werk. Eme� von ihnen, die einen Kanal von etwa 3sp Meter Breite in den jungfräulichen Boden reißt, schleudert beständig Riesenschollen, aus ihrem sich in den Boden, einfressenden Rad, und der Graben wächst so ichnell, wie wenn Kinder einen Kanal für eine Sandburg bauen. Die Aussaat auf dem gewonnenen Boden ist abhängig von der� erfolgten Entwässerung und der Befreiung des Bodens"vom Salz- gehalt. Hier ist der Regen, der das Salz auswäscht, ein guier Helfer. Am weitesten vorgeschritten ist die Anpflanzung in der Nähe von Wieringen, wo bereits 300 Hektar mit Getreide bestellt sind. Drechundert Schafe weiden in einiger Entfernung. Die erste Aus- saat erfolgte im vorigen Oktober in einer Versuchsfarm und m diesem Sommer tonnte der erste Brotlaib aus dem„inr'Meer gewachsenen Korn" der Königin Wilhelmina überreicht worden. Nicht weit von der Farm erhebt sich das erste Dorf der neuen Provinz: zwölf Häuser und ein Postamt, dessen Beamter, ganz stilecht, ein fricherer Seemann ist.„Wieringermeer", so besagt der Stempel der hier aufgegebenen Briefe. Ein frischer Wind weht über dem neuen Land. Die Fischer des berühmten Hafens von Bolen- dam und anderer ehemaliger Kllstenorte des Zuider-Sees sind frei- lich die Leidtragenden: denn mit der Vollendung des Dammes nach Friesland wird es mit dem in ihren Familien seit Jahrhunderten erblichen Beruf vorbei sein. Ihre kleinen Boote sind nicht geeignet. den Kampf mit der Nordsee aufzunehmen. Für die alten Fischer will die Regierung durch eine Pensionierung sorgen, während die jungen einen neuen Beruf ergreifen sollen. Einstweilen streifen sie in chren weiten Beinkleidern in diesem malerischsten aller Häfen Nordeuropas planlos umher. dl. D. Llm die Parteidisziplin. Seydewih und enfeld zur Störung aufgefordert. Den Genossen Max Seydewitzand Dr. Kurt Rosenfeld. den beiden Gesellschastern der.Freien Verlagsgesellschost" ist -olgendes Schreiben de? Parteivorstandes zugestellt worden: Werter Genosse! Unter Hinweis aüi den Beschluß des Parteiousschusies in der Sü-ung vM 2. September 1931 jabe ich an Sie als Gesellschafter der Freien Verlagsge- ischaft Frage zu richten, ob Sie bereit jind� sich dem Beschuß des P a rt e i a u s f chu s s e s zu iü-xen. Wir haben'""k verzichtet, diese schriftlich« Frage un- mittelbar nach dem Zattfinden der Parteiäusschußsigung an Sie zu richten, wen wi.«nibten, das Erscheinen der nächsten Nummer der„Fackel" adn.-ren zu sollen. Wir waren der Auffassung, daß die dadurch guxcde-'e Frist ausgereicht hätte, um in Nummer 4 der ..Fackel" eiru entsprechende Erklärung zu veröffentlichen. Das ist leider»ich, che: Fall gewesen. Deshalb richten wir heut« die ein- leitend cestellte Frage an Sie und ersuchen, uns bis Montag, den 28. September, Ihre Antwort zuzustellen. Mit Parteigruß! Der Parteioorstand. I. A.: O. Wels. Gegen den Genossen Oettinghaus ist vom Bezirksvorstand und Beirat des Bezirkes Westliches Westfalen beim Parteivorstand Äusschlußantrag gestellt worden. Münzenberg-Meihode. Er schafft die neue LlSP. und schlägt sie tot. Arn Freitag verkündete die Münzenbergsche Sensationspresse, daß eine neue USPD. im Entstehen sei und von einem „Kreise um Hilferding" in ihrer Bildung begünstigt merde. Am Sonnabend meldet dieselbe Sensationspresse in ebenso knallizer Aufm hung, daß die Arbeiter gegen die neue U S v D. seien und daß diese daher keinerlei Aussicht habe. : ii Sonntag wird Münzenberg der Welt mitteilen, daß er es fei, der die Bildung der neuen USPD. verhindert habe. Das ist die einfache Methode: man sauge sich eine Sensation aus d i Fingern, schlage sie am nächsten Tage tot, und stelle sich am ur r nächsten Tage als triumphierender Sieger vor! Auch Hugenberg triumphiert. Alles fein Werk... Zum Parteikonflikt gibt der„Lokal-Anzeiger", Hugenbergs Leib- organ, folgende Töne von sich: Die Linke der SPD. hält aus Angst vor der tommunrftifchen Konkurrenz die ständige Unterstützung der Regierung Brüning für unerträglich und beginnt jetzt entsprechend zu handeln. Das ist ein außerordentlicher Erfolg der Hugenbergfchen Taktik. Durch die grundsätzliche Oppositionspolitik der Redsten wurde dos Ausbrechen der Sozialdemokraten aus der Verantwortung unmöglich gemacht. Sie hat bisher immer für Brüning stimmen müssen— und jetzt zeigt sich, wie richtig Hugenbergs Rechnung war: Ztachdem die Mitte längst in völligem Zerfall geraten ist, beginnt jetzt auch der Zerfall der Sozialdemokratie. Fazit: Wer die Partei spaltet, handelt im Geiste Hugen- bergs. Das ist wenigstens eindeutig. «- Heraus aus der Friedeusgefellschofk. Reichstagsabgenrdneter Genosse Ritzel erklärt/ daß er feinen Austritt aus der Deutschen Friedensgesellschast schon vor dem Beschluß des Porteiousschusses beabsichtigt und nun vollzogen hat. Der„Rul" gestürmt. Dandalen in den Räumen der antibolschewistischen Zeitun.g Die Geschäfts- und Druckereiräume der iu Berliu erscheinenden russischen ankibolschewiskischcn Zeitung„Kul" sind in den gestrigen Abendstunden, wie erst jetzt bekanot wird, von einer Gruppe junger Burschen völlig verwüstet worden. 3n den Büros und werk- stalten ist kaum ein Stück ganz gebliebe«. Zweifellos sind die Täter, die In unglaublich kurzer Zeit so gründliche Arbeil lieserteu. in kam- munisiischen Kreisen zu suchen. Die Zeitung befindet sich in dem Geschästsgebäude Friedrichs jtroße 1b, das unter der Bezeichnung„Handelsstätte Belle Alliance" bekannt ist. Schon vor drei Jahren war derselbe Verlag einmal das Ziel zerstörungswütiger Burschen. Als gestern abend gegen 2l Uhr eine Reinemochesrau die Arbeitsräume säuberte, wurde plötzlich die unoerschlossene Tür des Büros aufgerissen, und es stürmten l0 b:s 12 meist jüngere Burschen herein. Di« Frau wurde zunächst ein- geschüchtert, und dann begannen die Leute ihr Zerstörmigswerk. Sämtliche Schränke wurden zertrümmert. Die Telephone wurden abgerissen und auf den Boden geschleudert, alle Schreibmaschinen wurden so demoliert, daß sie nicht mehr verweiidungssähig sind, und zum Schluß wurden Akten, Korrespondenzmoterial»nd Drucksachen vernichtet. Der ganze Vernichtungsfeldzug spielte sich in so kurzer Zeit ab, daß die o l i z e i, die reichlich spät gerufen wurde, bei ihrem Eintrefser. nnen der Täter mehr vorfand. Das Neberfallkommr-ldo naym die Suche nach den Bandalen auf, konnte jedoch keine Spur mehr von ihnen entdecken. Die weiteren Nachforsch r igen weiden von der Politischen Polizei des Polizeipräsidiums geleitet. Saalschlacht in Weißensee. In der Porkstraße in Weißensee hielten die Nationalsozia- listen gestern abend eine öffentliche Versammli'ng ob, in der die Kommunisten außerordentlich zahlreich vertreten-oaren. Die Kund- gebung nahm einen sehr erregten Veriauf, ohne daß es zunächst zu Tätlichteiten kam. Gegen 24 llhr artete die Versammlung aber in eine allgemeine Schlägerei aus. Der Saal wurde völlig demoliert, Stühle und Tische zerbrochen. Als die Polizei eingreifen wollte, um die Prügelnden zu trennen, erlosch plötzlich das Licht, so daß is den Rädelsführern möglich war, zu entkommen. Mehrere an der Schlä- gerei Beteiligt« hatten Kopfverletzungen erlitten und mußten zur Rettungsstelle gebrocht werden. Hochwasser verwüstet Weichselgebiet. Warschau, 26. September. sEigenbericht.) 3m Krakauer und Tescheaer Gebiet führt die Weichsel seit Zretlag Hochwasser, das bereits größeren Schaden angerichtet hat. Bisher wurden 700 Häuser unter Wasser gesetzt, so daß zahl- reiche Personen obdachlos wurden. Es ist damit zu rechnen, twß das Wasser weller ansteigt. Zuck« für polnische Arbeitslose. Der polnisch« yeneralausschrih für Erwerbslofenfürsorge hat von der Zuckerindustrie 1 Million Kilogramm Zucker �ur Verteilung an die Arbeitslosen erhalten. Donald Ogden Stewart:„Rückkehr". Komödie.' Stewarts Komödie„Rückkehr" gestattet einen Einblick in das englische Familienleben per besseren Kreise. Wir haben den Bor- zug, Ohren- und Augenzeugen interner Vorgänge in einer kultivier- t«n Gesellschaft zu werden, die ihr höchst aufredend erscheinen und uns— Hand aufs Herz— völlig kalt lassen. Die 28jährige Fleur soll endlich unter di« Haube, die Mutter wünscht es. Sie liebt Iohnnie und heiratet Bill, der seinerseits in Evie verknallt ist. Zwar liebt ihn Evie wieder, aber auch üie heiratet einen anderen. Diese durch Liebe über Kreirz herbeigeführten Komplikationen könn- ten zum Anlaß für dramatische Höhepunkte werden. Der Verfasser verzichtet aber auf Spannung, stellt uns vor vollendete Tatsache!: und überfätigt uns mit Lebensweisheiten über Liebe und Ehe, die ein« halbe Stunde anregen, aber auf die Dauer ermüden. Auh-diejer belanglosen und etwas verworrenen Angelegenheff rnachtivicr Regisseur Gustav Gründgens einen interessanten Theaterabend. Man merkt nichts von der künstlichen Konstruktion der Komödie, die Borgänge wickeln sich mit seltener Natürlichkeit und Frische ab. Es gelingt ihm eine Milieuschilderung mit ent- zückenden Nuancen. Aus dem Mosaik hervorragender Einzel- leistungen leuchtet di« Kunst der Kät« Dorsch beglückend hervor Im ersten Akt fegt sie wi««in lustiger Wirbelwind über die Bühne, ist streitlustig, dabei liebenswert, zeigt bei aller Resignation ein heiteres Gesicht und erhebt sich dann als verheiratete und enttäuschte Frau zu ganz großem Format. Wenn si« in Angst um ihren Mann zittert, wenn sie kleinmütig um Liebe bettelt und endlich zu sich zurückfindet, sind wir in ihren Bann gezogen: Es gibt keine zweite Schauspielerin, die soviel Anmut und Temperament mit Tragik vereint und sie damit wohltuend dämpft.- Bon der Reih« ihrer hervorragenden Gegenspieler sind an erster Stell« zu nennen Paul H ö r b i g e r und Paul Otto, Johannes R i e m a n n, Hans T h i m i g, Dagny S e r o a c s. Viele Hervorrufe für alle Darsteller._ Ernst Degner. „Er und sein Diener." Llniversum. Ein bejahrtes Thema. Der ungarische Schriftsteller Zagon, Berfasser vieler Sketche und Lustspiele, schreibt auch die Geschichte von der reichen Familie, der ein Diener aus vornehmen Häusern die notwendigen Allüren beibringen muß. Das haben schon Vater L'Aronge und nach chm Generationen von Volksstückfabrikanten mit mehr oder minder Talent behandelt. Genau so wie im alten Volksstück siegt hier die bürgerliche Wohlanständigkeit. über den feudalen Luftikus, und wieder ist es das Töchterchen, das seinen Kopf gegenüber den Rosinen der Mama durchsetzt. Der brave Geschäftsführer fchlrngt sich schließlich das Goldkind um den Hals und der Papa erklärt dem Diener, er möge anderen Leuten mit seiner Würde und Steifheit imponieren. Der Regisseur Stefan S z 6 k e l y entfaltet diesen Stoff im Film mit breiter Behaglichkeit. Es macht chm Freude, das Familien- leben, dos vurch den hochherrschaftlichen Diener revolutioniert wird, in allen Einzelheiten liebevoll auszuführen, und«r hat auch szenische Einfälle, baut lustige Situationen aus und arbeitet delikat und kul- tiviert. Aber das Ganze steht trotz aller künstlerischen Vorzüge ab- seits unserer Zeit. Es ist eine verstaubt« Handlung, aus der der Refrain klingt, wie schön und ruhig war es früher.. Paul Henckels spielt den Diener Hyppolit. Er gibt eine überragende Leistung. Muster weltmännischer Beherrschung, in die Dieneratmosphäre herabgcdrückt. läßt er nur die Andeutung eines sarkastischen Lächelns noch von einem erlöschenden Eigenleben künden. Oscar S a b o findet in dem Reigen der Raffkes neue Ausdrucksmöglichkeiten. Im Vorprogramm tritt di« chinefssche Artistengruppe Lai F o u n auf, die«in Wunder akrobatischer Geschicklichkeit darstellt. E. Sch., Rundfunkkonzert in der Singakademie. In dem Concerto Grosso für zwei Orchester von Heinrich K a- Minsks, mit dem Hermann S'ch e r ch e n das erste Konzert des Berliner Funkorchesters tn dieser Saison eröffnet, ist vom konzertan» ten Spiel des 17. und 18. Jahrhunderts, den uns der Titel zu ver» sprechen scheint, wenig zu merken. Die meisterhaste Polyphon»« dieses Werks wurzelt durchaus nicht im Spieltriebhaften, Nur- Musikantischen, sie will den Ausdruck, das feierliche Pathos, sie ge- horcht der Logik der romantischen Harmonik und hüllt füll in ein Prunkgewand vielfarbigen Orchesterklangs, der alle Schattierungs- Möglichkeiten ausnützt, die sich aus der Gegenüberstellung zweier Eoncertinos und der Tutti ergeben. Ein(stilistisch) unzeitgemäßes Werk voll Eigenheit und Tiefe, dessen Gestaltung Scherchen restlos glückte. Alice Ehlers spielt den Soloport des Konzerts für Cembalo rnd Orchester von Hugo Herrmann, das hier feine Urauiführung erlebte. Für dieses Instrument hatte man sich zunächst aus hifto- rifche» Gründen wieder zu interessieren begonnen,— um die Werke der alten Meister stilgetreu wiedergeben zu können,— nun nehmen sich die modernen Komponisten seiner an, auf die es eine eigentüm- liche Anziehungskraft ausübt: wohl seiner Klarheit, der zeichnerischen Wirkung wegen, weil es mit dem Streicherklong ganz anders eins wird als unsere Flügel, und nicht zuletzt, weil es im Rundfunk ausgezeichnet klingt— was vom Klavier leider nicht behauptet werden kann. Im Substanziellen, in der Erfindung, ist Herrmanns Konzert, das in eine Anzahl kleiner Sätzchen zerfällt, nicht sehr stark: jedes Ueberfpieltwerden des Solisten durch das Orchester ist giikklich vermieden, unvermifcht(oft scheint es: zu unvewnifcht) stehen die alternierenden Klanggruppen nebeneinander: das ganze von reiz- voller Wirkung. Zum Schluß die Eroika. Wenn dos Orchester auch mancher Intention des Dirigenten keine Folge leistete, wenn die Bläser sich auch in fast ollen Sätzen durch Mangel an Präzision unliebsam be- merkbar machten, gelang es Scherchen dennoch, diese immer aufs neue herrliche Sinfonie in Pracht und Glanz erstehen zu lassen. A. W. Die neuen Satzungen der preußischen Akademie der Künste. Die Zahl der ordentlichen Mitglieder ist für bildende Künstler auf achtzig, für Musiker und Dichter auf je vierzig begrenzt worden. Während die bildenden Künstler vollzählig sind, fehlen für die Musiker neun und bei den Dichtern sogar vierzehn ordentliche Mit- glieder. Was die Verfassung des Senats anlangt, der nach den Aufgaben der Akademie in drei Abteilungen gegliedert wird, so soll auf einen Wechsel der Präsidentschaft unter den drei Abteilungen möglichst Bedacht genommen werden, so daß in Zukunft auch ein Musiker oder ein Dichter als Präsident der Akademie gewählt werden kann. In der Dichtersektion ist insofern eine Erweiterung in den Satzungen zu verzeichnen, daß künftighin.auch solche Schriftsteller ihr angehören können, deren Wescnsousdruck dichterisch ist, ohne daß er sich in den gewohnten Schulsarmen bewegt. Künftighin wird auch ein Dichter oder Musiker, der nicht wie bisher beschlossen war, seinen Wohnsitz in Berlin hat, zum Senator gewählt werden können. Ein neues Haustier. 2luf der Insel Nunivat im Beringmecr hoben jahrelang fortgesetzte Kreuzungen zwischen dem Renntier und den» mit ihm verwandten amerikanischen Karib» eine neue Tier- form, das„Kari-Tier", hervorgebracht. Man wollte auf diese Weise ein Tier züchten, das sich besser als das Rennticr zum Haustier eignet, auch größer ist und schmackhafteres Fleisch liefert al? Renn- tier und Karidu. Nach der Mitteilung in„Das Tier und Wir" fiiid aus den Kreuzungen bereits mehrere hundert Kari-Tiere hervor- gegangen, von denen alljährlich 50 Stück nach den Vereinigten Staaten gebracht werden. Nachdem das Kari-Tier um volle 50 Pfund schwerer Ist als das Renntier und auch einen viel höheren leischwert aufweist, dürfte es sich also wirklich als brauchbares austier verwenden lassen. Neues aus den Berliner Museen. Sonntag wird in der Ost- asiatischen Kunstsammlung des Völkerkundemujeun» II in der Prinz- Albrecht-Straße die bedeutende chinesische K e r a m i k s a m m- l u n g von I. und I. Bärwald(Berlin) ausgestellt werden.— Die winterlichen Führungsvorträgc beginnen wieder am 7. Ok- tober.— Abendführungen sollen im Pergamonmuseum statt- finden mit wechselnden Themen von Kustos Dr. von Massow je- weils am ersten Mittwoch des Monats von 8 bis 9?L Uhr. Cc Eorbusier bauF den Moskauer Äowjetpoiast. Die Bau- leitung des Moskauer Sowjetpaloftss hat den berühmten Architekten Le Eorbusier mit der Ausarbeitung des Bauplans beauftragt. Gleichzeitg werden Berhandlungen mit anderen führenden Architekten über deren Beteiligung geführt. Tat Ttudi« der Schauspieler der BollSdühnc beabiichtiat Drama ,.D'- Bluttat von(8 e r m e r S l? e i m" austufichv» Da» Walluer-Theater wird unter der lunUextfch« Leitung von Mdert Probeck Vi« Wüiterspiclzet« ter- Schwank von Ftan, Effner »Schwindelmeier u. C o. am l. Wucher eröffnen. Der Weg zum Volksstaat Oie geschichtliche Bedeutung der Gewerkschasten im politischen Kampf Heber JDie Bedeutung der Gewerkschaften für Volk und Staat* >urach gestern abend im Programm der Deutschen Welle Peter G r a ß m o n n. Klar und plastisch zeichnete er die geschichtliche Bedeutung der Geweitschasten. Der Gedanke gewerkschaftlichen Zusammenschlusses sei natur- notwendig aus der Entwicklung des Arbeitsprozesses hervorgegangen. Der einzelne stand den Auswirkungen des technischen Fortschrittes HUflos gegenüber, die für sein Dasein nicht Gewinn, sondern schwere Bedrohung wurden. Die Mehrzahl der Arbeiter ergab sich zwar anfangs stumm und fatalistisch in ihr Schicksal. Aber kleine Swh- trupps fanden sich zusammen und wurden die Keimzellen des Ge- werkfchaftsgedankens. Maßregelungen, politischer und polizeilicher Druck und Ausnahmegesetze wurden gegen sie eingesetzt. Der gewerkschaftlich organisierte Arbeiter galt als Feind des Staates und wurde von dem Vorkriegsstaat unerbittlich bekämpft Der Gewerkschaftsgedanke ist aus wirtschaftlichen Notwendig- ketten erwachsen. Er muhte sich erfolgreich auch im Kleinkampf der Tagesarbeit bewähren, wenn er die Masien überzeugen wollte. Daß dies gelang, beweisen heute die machtvollen Gewerkschaftsorganisa- tionen, die der Arbeitermasse in allen Fragen der Wirtschafts-, Sozial- und Kulturpolitik Einfluß sichern, nicht nur im innenpoli- tischen Leben, sondern auch, was gerade in der gegenwärtigen Welt- Wirtschaftskrise von so großer Bedeutung ist, bei internationalen Problemen. Aber, betonte der Vortragende trotzdem repräsentiert jede Ge- werkschaft in erster Linie die Arbeiterschaft ihres Voltes und ver- tritt deren spezielle Forderungen. Das ist nicht nur darum not- wendig, well der Kampf um Arbeitsform und Lebensgestaltung in jedem Land« andere Loraussetzungen antrifft, sondern well die in den Gewerkschaften zusammengeschlossene Arbeiterschaft den wesentlichsten Teil der geistigen und realen Volksgemeinschaft darstellt, also ausschlaggebender poli- tischer Machtfaktor ist. Die deutschen Gewerkschaften haben sich als solcher oft bewährt; im Kampf gegen die Separatistenbewegung und gegen die Ruhrbesctzung. in den kritischen Zeiten in Ober- schlesien sind die Gewerkschaften an erster Stelle Verteidiger des demokratischen deutschen Volksstaates geworden. ver Gewerkschaflsgedauke. der auf der Unterordnung des Einzelwillens unter den Sesamtwillea basiert, ist die sicherste Stühe dieses Staates. Die Errichtung einer Diktatur würde von der gewerkschaftlich geschulten Masse als so unerträglich empfunden werden, daß sie nicht ruhen würde, bis sie diesen wesensfremden Zwang abge- schüttelt hätte. Die Verteidigung der durch die Weimarer Verfasiung gefchasse- nen Staatsform ist die naturnoiwendige Folge des gewerkschaftlichen Bekenntnisses zum Geist der Demokratie. Daher ist es aber auch selbstverständlich, daß die Gewerkschaften unbedingte Anerkennung der Verpflichtungen de» Staates auf volkswirtschafllichem, sozial- und kulturpolitischem Gebiet gegenüber der Volksmasse fordern. Das heißt heut« vor allem Umgestaltung der individualisti- schen Jnteressenwirtschaft zur kollektlven Be- darfswirtschaft, maßgebender Einfluß des Staates in Be- trieben, die mit staallichen Mitteln unterstützt werden, und Auf- lösung von Monopolstellungen, die sich der Allgemeinheit gegenüber als schädlich erweisen. In den Tod gehetzt. Schandvolles Verbrechen der KPD. In unserer Abendausgabe vom letzten Montag berichteten wir von der Hetze, die die sqaenannte, Revolutionäre Gewerifchafts- Opposition" gegen eine Anzahl Metallarbeiter der Firma L. Feigen- bäum in Berlin-Dorsigwalide veranstaltet«. Nach einem der üb- lichen Streiks, der sieben Wochen dauert« und der. wie alle von der KPD. angezettelten Streiks, elend zusammenbrach, wodurch 17 Ar- beller auf der Strecke blieben, hatte der Deutsch« Metallarbeller- Verband auf Veranlassung seiner Mitglieder, die dort nur eine klein« Minderzahl bildeten, sich bemüht, den verfahrenen Karren einiger- maßen wieder aus dem Dreck zu ziehen. Der kommunistische„Eirchellsverband", dem überdies die Mll» glieder davonliefen, veranstaltete nunmehr eine infame Hetze gegen die Arbeller der Firma L. Feigenbaum. Einer der Gehetzten, der Metallarbeiter Karl Rückert, nahm sich die niederträchtigen Der- solgunzen und Verleumdungen fa-zu Herzen, daß er in den Tod ging. Der sell Mittwoch, dem 16. September, aus seiner Wohnung Verschwundene ist nunmehr als Leiche aus dem Tegeler See geborgen worden. Rückert ist«in Opfer einer beispiellosen, weil systematisch gepflegten politischen und geistigen Verwilderung. Es ist das große Derbrechen der Kommunistischen Partei, die Arbeiter, statt zu erziehen, systematisch zu verrohen und ihnen den Geist von Rowdys und Landsknechten einzuimpfen. Rückert ist ein Opfer dieser insamen Methoden der KPD Sv.vo kkoaeert. 21.00 Tlses- nml SportnichrlAteo. 21.10 Josef Plaul spricht. 22.10 Wetter-, Tages- und Sporttaehrichteu. AnscfalieSend bis 0.30; Tanzmusik. Könles%asterj,la5> Schiller-Thcatcr: 27., 29.. 2., 8., 4-, 5. Die Heirat. 28., L Der Richter von tzalamea. 80. Emilia Galotti. Städtisch, Oper Charloitcnburg: 27. Alba. 28- Rigoletto. 29. gar unh Zimmermann. 30. Das Spitzcntuch der Königin. L Macbeth. 2., 5. Fidelis. 3. Die Hochzeit des Figaro. 4. Hoffmaniro Erzählungen. Darische» Theater; äaUt: lich« 80 Pf., für Erwachsen« 40 Ps. wurden, sind ein« halbe Stund« vor Treffpunkt der Gruppen: Freiheit und hos Schönhauser Allee.— Köpenick. Ab lIVs— 10>,? Uhr, Sungsalken 13Vs— ITVj Die Fcriensohrt nach Saalfeld findet n ffa>» rteu, die an die Gruppen ausgegeben ".... iStuxtfflnen. Uhr Bahn. ttwoch, 80. September, Rot« �.cht, Jugendheim nicht statt.— Grnp Kartei Bcgi; td Se h Mit Uhr, Jugendheim Dahlwitzer Strohe. " t Bechens«:~' fahrt Ten; PNI M______________.._________. Uhr.......___. hrt an der Chaussee. Eck- Saiserstrass«. Geld ist nicht initzubringen.— moelhaf. Rote Falke». Sonntag, 27. September, Fahrt noch Grünau. Treff. mit 8 Vi Uhr Bahnhof Tempclhos. Rundfunk am Abend» . am Amtsgericht, Sonntagabend.— Treffen zur Drachen. LouutädeuÄ, 26. September. Berlin. 15.10 GcneralinaJor». D. Rocbu» Schmidt: Ctrl Peters. 16.30 BlasorchMler-Konrart 18.15 Eise Viertelstunde für die Ltubenkolonlsten. 18.30 Die Errählung der Woche. 19.00 Vlolin-vorträee. 19.30„Zweimal StraBenraana". Theater mit festem Spielplan: Thea!« am Surfürstendamm: Die schöne Helena.—___,.... Kabale unh Liebe.— Die Komödie: Rückkehr:— Theot« am Bolirndorfp Der beschleunigte Personenzug.— Komödicnhans: Ab L Liebling, Adieu!—. Grosses Schaufpielbans: Em Meissen RSss'L— Komische Oper: Thron zu per. geben.— Deutsches KünftlertHeater: Die Rosenbraut.— Lesfing.Zheafer: Bunge Liebe.— Theater in der Behrenstrasse: Di» 50. Hut ab per Onkel Ebdie. L geschlossen. Ab 2. Da» verfl.... Gelds— Wrfxopal-Theater: Die Blume con Hawat.— Rosc-Theater: Dar Talisman.— Castno-Theater: Dodo, das öffentlich« Aergernt».— Tiieatee In der Klasterstrasse: Katdarina Knie.— Theater im Admirsirpalast: Die Dubarrn.— Siutcrgartcu, Plaza, Skala: Znternationalcs Variete.— Aeichshallrn-Thsater: Stettin« Sänger. Nachmittagsveromstalkungen: WalksbShne. Theater am Düluwpfassr 27. küebeneiuanb««.— Th-et« arr Rollendorfplass: 27.. 4. Dar beschleuniätr Parsouenzug.— Kamische Oper: 27., 4. Thron zu vergeben.— L-sswg. Theater: 27. Junge Liebe.— Metropal. Theater: 27., 4. Die Blum« von HcnnoL— Rofe.Zcheater: 27.. 30., 3., 4. 18 Uhr Der Talisman. 4. 15 Uhr. Da» tapfer« Schneiderlein.— Theater in dc- Klafterst-asse: 27., 4. 15 Uhr. 80., 3. 15 Uhr. Rotkäppchen. 27.. 4 17 Uhr. Düchs« der Pandora. 28., 2«. 1.1H Uhr. Wilhelm Teil.— Wintergarten: 27., S'l'nnrHonaliis Varielö.— Plaza. Skala: International«, Variete.— Rcichshallen oheater: 27., 4. Stettiner Sänger. Erstaufführungen der Woche: Dienstag. Volksbühne: Kampf um Kitsch.— Donnrrstaa. ® t ä b t i f d) c Over: Macbeth.— KomSdienhaus: Liebling, adieu! — a ll r. e r-T he a t« r: Schwind elmeier u. Co.— Freitag. Oper Theater in der Behren. — WUIUHJUJIUI Jintet den Linden: Oheron.— strass«: Da, verfl... Gold! Weiler für Verlia: Trocken und ziemlich Heiter, aber kühl ob- flauende närdliche Wind«.— Für Deulfchland: Im äußersten Nord. osten noch veränderlich, sonst allgemein trocken, aber kühl, strichweise Nachtfröste. Verantworll. kllr die Ncdakiion: Mich, vernstei». Berlin: Anzeigen: Th. Glocke «erlin. Verlag: Vorwarf» Verlag G. m. h. 6.. Berlin Druck: Vorwärl» Buch. druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co Berlin 633 68 Lindenllrasse 8 Hier,» 1 Vellage. Staats Theater StailsoDBr Unter den Linden, Sonnabend, den 26 Sepiembei 19«b Uhr Ende 21*« Uhr. Cfoatvplel Maria Je rite» T o s c a StHthSdiiaspitta üaedanBinmarh. 15 Uhr CiMe-MIdwüiI OlePrütimgen des Hloo 20 Lhr Bas Hürritulsifi Ei Sdil.Ier-Tbeater Qnriottwburi- Anfang 20 Uhi Oer Rldiler von Zalame.i Oeaiidies meaiei 8 Uhr von Schiller tijji: Hu EtlBhardt B esonders • irksam sind die KLEINEN ANtEIGEN im „V orwßrts' und trotzdem t! bHUgn Winfei- smartem L15 Ulli Flo» 343) Rudis n erlaubt Die Sc di« von der Staoiseper. CortlnU Doilarsc en. Salerno. 12 5r«.anos. fthoeorad'Scns uv. SoBDaieni und Sonntag ja 2 ImlaltmigM ♦ und 814 Uhr. s Uhr kleine Pr. GRONES TÄ.G LJ'CH •SCHAUSPIEIH. TAÖLCCM 8 UHR .............. TolHsbütine Tbiater am Bälowjlali 8 Uhr Nebeneinander folkuttck i» i Uta re» Ohi; Um Rrti»: L B. Mirttr. .chliler-Thcater 8 Uhr Oer Richter von Zaiamea Sfadi.oper Chtrloltcnburg aismarckstaaße 34 Sonnabend, d. 26 9 Turnus I Anfang 20 hi Der Frelsdifltz Ende gegen 23 Uhr Theater amN Hendorfplab Täglich 8«« Uhr Sonilag ndna. 4 Dir Max Adalbert In; Oer beschleunigte Personenzug Suilijs«ad>«. hafte Pnite von 0J3 M. an lening-Tueaiei Dir. Dr. Roberl Klein Td.: leldnfinn 0848 «>/« Uhr Liebe. M»sli»iin, 3raui(watt«r, Hasek, Henmlke, Junge Die Komödie Hb Uhr RDcHKehr HoigiiilitT.Oiuiald Stewart Sigia: Gostal ürüodjem. üuriarstcndamni- Theater Bismarck 448/49 8V. Uhr Die schöne Helena «mi la ranos cnenhidi Bagle; Uax Bdahanii. Koiniscne eper ftt/j Uhi T5sron zu vergeben Operette v.Neldhar: Musik v Witmann Leus, Elster, Lilien Preise; 0,50-7,- M [Franz Mitzut; konz. Suchmecher Centrale C25, iUexandersfr.5l/52 Telephon E 2, Kupfergraben 0802/03< i itl6tr0|a0i*TI}63l6r Nebenstellen:][ Täglich 8Va Uhr Dertln, Alexanderitr. 99/40(Passage) i i Sonntags 4 u 8>. U m Koppen» trabe 1|[ Iis csiie Panl-Slirahani- m Dircksenstr. 20 27 Ouanttl » Boxhajener Str. 152 t i Die Bdume � Oberschftnewelde, WUbelminenhofstr. 22 J| von Hawai O««OSS»S«HS««««»«»eeOOOO SSS099O fnia«ra L— d. an. Städtisches Beerdigungsinstitut e-MHNM Roedern-Allee 189 Erd- und Feuarbestattungen Kostenlose Erledigung aller Formalitlten Theater Im idmiratsoolosi Täglich 8«/. Uhr Die Dubarry MI« Gitta Gipar Preise v. o,so M an Theater desWestens Sonnab u Sonntag HVl Uhi s SSsdiiadsgaslspisls Richard Tauber in«.Da« Land des Lächelns*4 ----------------- lDis einzige Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist d i e r, KranScen- uitd Sderbehasse flir das Deuds«lae ReMh wm jaatar« cea»4. ESetSrtfindegi Eraaackaüaaass«) wmmmmmmmmmmmmmmm fem 2«a fear«: COS* tfctfrUndoe die Versicherungspflichtigen und Nichtversicherungspflichtigen ausreichenden Krankenverstcherungsschutz bietet ■assulsMvssrwaltfunä: BcrIUt» M s.». Oranienburger Stfr. O? und 300 Verwaltungsstellen Im Reich (Beilage Sonnabend, 26. September 1931 SprÄbi�id ShaJa*xLaaßp dsfi Gerhart Hermann Mostar/ Die Geschichte der Woche: „HumpeljameS" der Millionär-Veiiler Einem jungen Reporter in Chikogo gelang eS. dem seltjamen Vedeimius eines allen Bettlers auf die Spur zu kommen. Am Tage, ab er grau ist oder sonnig— am Tage ist die Straße nichts als eben eine Straße, ein Gemisch aus Stein, Stahl und Fleisch, ein wirres Gelärm aus Menschenrufen, Räderknirschen, chupengrölen, ein schlecht komponiertes Bild aus chäuserwänden, Asphaltslächen, Schienenpsaden. Am Abend aber, ob er klar ist oder voll kriechendem Nebel— am Abend ist die Straße eine ver- wünschen« Landschaft. Darin sind die chausfronten die Felswände, die Lichtreklamen seltsame, exotische Blüten, die oben wehen in einem unbekannten Sturm. Aus dem feucht schimmernden Asphaltmoor wachsen die bunten Schaufenster als bescheidenere Blumen des Grundes, Menschen summen daran wie Käfer, verweilen kurz und summen weiter. Unter ihnen ist ldumpeljamcs, und er ist der Häßlichste von ihnen, der Graueste, der Dürftigste. Das Schicksal, das, ein un- achtsamer Riese, durch diese Landschaft stampft, hat irgendwann versehentlich seinen rechten Fuß zertreten. Nun ist Humpeljames ganzer sonstiger Körper verzerrt, weil er nur noch dazu da ist, diesen Stumpf mitzuschleppen, nachzuziehen. Aber 5)umpeljamss hat sich solcher Lebensbedingung angepaßt und lebt, scheints, von diesem Stumpf. Seine eine Hand weist mitlcidheischend auf Ihn, während die andere sich zum Betteln ausstreckt. Er bekommt eine ganze Meng«: man kennt ihn hier; man würdigt ihn oft einer Anrede: „Na, Humpeljames, wie gehts?* Heut« abend stimmt etwas nicht: Humpeljames hat es wohl bemerkt. Ein junger Mann, den er gar nicht kennt, hält sich auffällig in seiner Nähe. Der Alle ist nicht ängstlich, sein stummes Delleln ist fordernd, nicht bittend: er gibt keinem das Recht, ihm auf den Fersen zu sein wie einem Dieb. Und als der Fremde sich von wütenden Blicken nicht vertreiben läßt, hinkt Humpeljames auf ihn zu:„Wollen Sie was von mir, hö...7" Der junge Mann zieht höflich den Hut. Aber er sagt nicht: „Oh nein. Humpcljames." Sondern er flüstert mit überlegenem Lächeln: „Nur eine kleine Auskunft,— Mister Williams Da geht ein« jähe Veränderung mit dem Alten vor. Sein Trotz bricht zusammen, er wird blaß, er macht sich ganz klein.„Woher — woher wissen Sie meinen Nämen...?* „Es ist mein Beruf, das herauszubekommen. Ich bin Reporter." Humpeljames scheint noch tiefer zu erschrecken.„Wisien Sie— wissen Sie noch mehr...?" „3ch weiß, Mr. Williams, daß Sie, der Sie hier betteln, einige Millionen s-dwer sind. Daß Sie der Sohn des alten Industriekänigs Williams sind und sein ganzes Vermögen geerbt haben. Und daß Sie eben trotzdem den Bettler spielen."' � Auf Humpeljames Stirn tritt der Schweiß. Er sagt wie ein Schulkind, das vom Lehrer ertappt ist und sich«�schuldigt:„Ich spiele nicht..." Dann zieht er den Reporter in eine Sellenstraße. „Wissen außer Ihnen noch ander«...?" „Bis jetzt nicht. Aber morgen wird es ganz Chitago wissen. Ich werde das veröffentlichen. Es siegt in Ihrem Interesse, daß ich die Wahrhell schreiben kann, nicht rnif auf Vermutungen angewiesen bin. Wollen Sie mir also Auskunft geben.. „Nicht",.lallt, stollert Humpeljames,„nicht oeröffentlichen... nicht mich unglücklich machen... ich bin ein alter Mann, Sie sind jung und werden andere Ehancsn finden, um herauszukommen... ich will Ihnen helfen, mit Geld, mit viel Geld... aber nicht ver- öffentlichen...". � Der Reporter zuckt die Achseln.„Tut mir leid, Mr. Williams. Aerufspflicht. Bringe ichs nicht, wirds ein anderer herausbringen." Humpeljames schweigt lange. Dann sagt er leise, fast klagend: „Ich will Ihnen erzählen, warum ich bettele. Dann werden«oie Mitleid haben und mich oerschonen..." Der Reporter schweigt diplomatisch. Humpeljames sieht ihn flehend an— dann erzählt er, mutz er erzählen, auch ohne Antwort, auch ohne Gewißheit. „Sie wissen also, daß ich der zweite Sohn von Tom Williams bin... daß ich mein Erbtest, das ich mit sechzehn Jahren in die Finger bekam, schon mit achtzehn verspielt habe, verspielt bis aus den letzten Rest... Nun ja, da kam ich herunter. So schnell, wie nur ein ganz Reicher herunterkommen kann. Arbeiten hatte ich nicht gelernt. Ich machte den Tramp, bis ein Zug, aus den ich aus- springen wollte, mir den Fuß ruinierte. Don da an wurde ich Dettler. Bettler in Chitago; wurde ich Humpeljames." Er wie» mit einer fahrigen Armbewegung auf die große Straße. von der zwischen der engen Schlucht der Seitengasse ein gleißender Ausschnitt zu sehen war.„Ich war«» nicht gern, Herr. Ich tonnte das Leben von vorher, das reiche, das schöne Leben nicht vergessen. Ich war mehrmals nahe daran, Schluß zu machen. Könnens mw glauben, Herr.. Bekam ja auch nicht viel damals. Muhte hungern, entsetzlich hungern. War am End« mit meinem bißchen Kraft, da _ bitte, nicht mitschreiben. Herr. Sie sollen, Sie dürfen ja nichts veröffentlichen— da kam das Wunder. Ein Stück Zeitungspapier, in das ein erbetteltes Brot eingewickelt war. enthielt die Aufforde- rung der Anwälte an die Erben meines Bruders, sich zu melden. Mein Bruder halle nicht gespielt, hatte sein Vermögen mehr als verdoppelt. Ich meldete mich, konnte meine Identität nachweisen und war Millionär." Der Reporter sah Humpeljame- scharf an.„Waren es? Wollen Sie behaupten, auch diese Millionen durchtzebracht zu haben? Hat keinen Zweck, Mr. Williams. Ich weiß, daß Sie sie noch besitzen." „Jawohl. Ich habe nichts davon angerührt— oder es ist doch das. was ich im ersten Jubel verbrauchte, längst wieder dazu- gekommen. Aber besitzen— besitzen tu« ich diese Millionen nicht. Ich will sie nicht besinn. Herr... Das verstehen Sie nicht? Nein. das können Sie wohl auch nicht verstehen... Sehn Sie. als ich das Geld bekam, als ich zum zweitenmal Millionär wurd�... da war ich inzwischen dreißig Jahr« lang Belller gewesen. Dreißig Jahr«, Herr..! Da hatte ich mich dreißig Jahre lang, aus Not und Hunger und Zerlumpthest heraus, nach neuem Reichsein gesehnt. Vollkommen aussichtslos gesehnt, wie ich annehmen mußte. Und nun war es da, das Reichsein, wie ein Wunder da. Nun Halle ich Villa und Dienerschaft und Autos. Nun fuhr ich im Roll» Royce an den Straßenecken vorüber, an denen ich gestanden Halle und ge- bellet. Abend für Abend. Die Straßenecken machten mich traurig, sie schienen mir leer ohne mich, sie sehnten sich nach mir. Können Sie das verstehen...?" Der Reporter lächelle enttäuscht.„Und da stehn Sie nun hier und belleln. Schade, Mr. Williams. Eine Enttäuschung. Ich Halle mehr erwartet als den Spleen eines Millionärs. Schon hundertmal dagewesen, das. Sind Sie nicht, Hand aus Herz, auch ein bißchen — ein bißchen sparsam, Mr. Williams?" Jetzt lächelte Humpeljame».„Geiz? Nein, nein! Da« wars ja eben, daß ich an den Dollars nicht hängen konnte. Es war vielleicht zu spät gekommen, das Reichsein, ich halle mir zu viel davon ver- sprachen, nun konnte es das gar nicht halten, was ich davon er- wartete... aber nein, das war es auch nicht. Sondern es war so, daß mir nicht nur die Straßenecken leer schienen, sondern alles ... meine prunkvollen Räume, meine Autos, die Herzen meiner neuen, reichen Bekannten, das ganze Leben... Dreißig Jahre lang die Mühe und Tag für Tag die zitternde Angst: wirst du genug ge- schenkllzbekommen, um etwas essen, um heute nacht wo anders als im Rinnstein schlafen zu können— ich hatte das zu hassen geglaubt, die Mühe und die Angst und den Hunger... Aber nun, wo es weg war, merkte ich, daß ich es liedgewonnen hatte... Es war meine Heimat geworden, sozusagen... Gewiß, ich habe versucht, dem neuen, kampflosen Leben Jnhall zu geben: wohlzutun zum Beispiel. Aber, mein Gott, sollte ich Arme reich machen, ich, dem der Reichtum so schal schien? Lieber hätte ich»loch Reiche arm ge- macht. Aber ich bin keine Bestie, Herr..." „Nun— und...?" fragte der Reporter ungeduldig. „Und ich habe zuerst ein Doppelleben geführt. Habe mich mor- gens aus meiner Villa geschlichen und in einem Absteigezimmer meine allen Lumpen angezogen und ein paar Stunden lang gebettelt. Und am Abend habe ich im Smoking den Club aufgesucht. Aber es ging nicht. Der Erfolg blieb aus. Es war ja Theater. Es war ja Blödsinn. Es war ja lächerlich, armsssig, gsmein. Es half alles nichts, ich mußte wieder Bettler werden, um reich, wieder ein Un- glücklicher werden, um glücklich zu sein. Der Mensch ist eine schwie- rige und sonderbar« Sache, Herr... Nun bellte ich also wieder. Habe keine Villa, kein« Diener, mein Geld liegt llgendwo und wächst von Millionen zu Milliarden... manchmal tue ich Gutes, aber dann sehe ich immer wieder, daß es nicht das Gute ist, daß man mit Geld überhaupt nichts Gutes tun kann. Das Gut« hat keinen Platz in der Welt, wie sie jetzt ist. und es ist nicht das Geld, das ihm Platz darin schaffen kann." Der Reporter gähnte.„Gut. Ich werde das bringen." „ijerr— bringen Sie nichts. Ich flehe Sie an. Schweigen Sie. bitte, bitte, schweigen Sie! Wer wird mir noch geben, wenn man weiß, wer ich bin? Sie morVen mich... Ich hänge an diesem Leben, ich kann nur dieh eine Leben leben, dies Leben an den Straßenecken... ich werde den Menschen mll Zinsen zurückgeben. was sie mir hier schenken, wenn ich nur erst den richtigen Weg dazu weiß! Aber lassen Sie mich arm sein, haben Sie Mitleid, Herr..." Der junge Mann sah auf das flirrende Licht der breiten Straße. Sah die Menschen vorüberhasten, hundertfach, tausendfach, lauter Jäger nach dem seltenen Wild Reichtum. Hinter ihren glatten, beherrschten Gesichtern grinste das Scheusal Armut, drohend, widerlich. Und hier war einer, ein Reicher, dem lächelte dies Scheusal, mll einem guten, müllerlichen Lächeln. Es war ekelhaft und sinnlos und traurig... wer? dieser Alle? diese Menschen alle? Das Leben?—. alles! Aber er schüttelle die sentimentale Regung ab, grüßte kurz und ging in seine Redaktion. Am andern Morgen erschien sein Artikel in großer Aufmachung. Ganz Chikago suchte in den folgenden Tagen und Wochen nach Humpeljames. Aber Humpeljames ist seither verschollen... Die tämöliche Pfleyestelle Von Minna Toöenhagen Der Großstädter ist leicht geneigt, die ländliche Pflegestelle als? Erztehungsstätte für das Großstadtkind mll bedenklichen Vorbehalten i zu beurteilen. Er setzt stets ohne weiteres die Rückkehr des Kindes; in die Großstadt nach Abschluß der Schulzell als selbstverständlich voraus und sieht dann Schwierigkellen für den Jugendlichen, weil er bei ihm Mangel an Anpassungsfähigkeit an die Großstadtoerhält- nisse befürchtet. Di« schwersten Bedenken stützen sich aber aus Er- fahrungen, die man mll der.Linderarbell" auf dem Lande gemacht hat. Abgesehen davon, daß die jugendamlliche Aufsicht in dieser Hinsicht auch aus dem Lande Besserung geschaffen hat. sind die Fäll«, in denen Kinder aus traurigen Großstadtverhällnissen ein« neue Heimat auf dem Lande finden, gar nicht so selten, wie allgemein angenommen wird. Ein ISjähriger Junge, der durch die Fürsorge- ErziefyingebehLrd« in eine ländliche Pflegestelle gegeben war und nach der Schulentlassung von den Eltern nach Berlin zurück und in die Lehre gegeben wurde, bringt fem Heimweh nach der Pflegestelle in folgender Niederschrift zum Ausdruck: *„Ich kam als gleines Kind in ein Heim. Von da kam ich auf dem Land ein Bauer kam hin und wollte einen gleinen Knaben haben ich wollte gleich mll aber es wurde ausgesucht zuletzt kam ich doch hin. Unterwegs konnte ich nicht aufhören zu fragen. Es war«in sehr guter Mann er kaufte mir einen Affen, der an der Schnur klettert« und ein paar Tafeln Schokolade. Am anderen Tage hütete ich Kühe. Es waren noch zwei Knaben dabei. Am Abend wurde ich nur schreiben gelehrt. Ich konnte nicht einen Strich machen. Rechnen, Lesen und Schreiben konnte ich nicht. Ich konnte weiter nichts als gut spielen und nicht vergessen hauen konnte ich auch gut, laufen konnte ich auch gut, wenn sie mir wieder hauen wollten. 6 Jahre war ich da. zu mein Unglück kamen mir mein« Ellern wieder in die Quere, solange konnte keiner hinkommen, weiter konnten sie nichts tun als mich in Unglück zu werfen. Ich wollte nicht mit. später habe ich das bereut, aber sie haben mir soviel vor- geredet, daß ich mit wollte. Ich war kaum vier Wochen in der Lehr« da wollte ich wieder auf Land, wle mir gesagt wurde, aber o Schreck, ich durste nicht mehr. Zum Frisör habe ich niemals Lust gehabt und Hab heute noch nicht. Mit Unlust gehe ich an die Arbell und mll schlechte Lust und Mut vollbringe ich meine Arbeit. Ich kann nicht den Tag erwarten, wo ich die Lehre zu Ende Hab« und zu meinen Pflegeeltern komme. Niemals wußte ich, daß die Well so schlecht ist, daß es solch« keiftrige und verführerische Menschen gibt. Meine Eltern haben sich niemals vertragen ein Schimpfwort nach den andern. Unsauber und Unreine kein« Ordnung und alle sind faul was zu machen, bis spät in der Nacht zanken und hauen, die Worte alle so gemein und vor die Kinder und keiner arbell richtig. Wann wird das anders? ich bin sehr krank. Ich wollt« nicht Frisör werden, ich dachte nicht daran ich wollte nur in mein Heimatland weilen. Durch Porreden allerhand wollte ich versuchen aber alles war nicht wahr. was mir gesagt wurde. So dringt die Krankheit bei mir«in und sie wurde immer schlimmer so daß mir alles sehr weh tut. Ich wollte nichts sagen da ich ober märge daß die Krankheit so schlimm wird, so muß ichs bald sagen aber ich kann es nicht so sagen wie ich es will. Sollte Herr F. dieses Buch in der Hand bekommen so sollte er wohl ireine Krankheit wissen und Unschuld. Er kann' mir helfen mir wieder zu mein Heimatland hinbringen denn hier kann ich es nicht aushalten ich werde hier noch verrückt ich bin schon bald verrückt ich bin so matt und so schlapp aeworden daß ich kaum stehen kann und in mein Kopf gehen die Gedanken nur zu mein Heimatland ich muß bald zu mein Heimatland zurück, i Ich war unschuldig von meine Heimat weggenommen worden! so will ich auch bald zurück. Unschuldig mußt« ich weg und un- schuldig ich hier lernen Frisör, unschuldig muß ich hierbleiben und hier mir alles alles lassen machen. Unschuldig muß ich hier mein Leben lassen denn meine Jugend ist ja hin ja mein Leben ist mir unschuldig genommen worden mein leben ist ja dahin. Nur jetzt kann mir noch mein Leben gerettet werden, wenn ich bald zu nieiner Heimat komme. Herr F. Sie können mir noch retten, dem: sie sehen daß ich Unschuldig bin so retten sie mir. Mit unsicherer Hand schreibe ich diese Zeilen daß sie wissen daß ich an alles und alleg,. unschuldig bin. Heimalland Du bleibst mir Treu und Lieb niemals werde ich dein vergessen und haben sie mir von dir weggenommen und mein Leben und Jugend ja Jugend genommen den Sinn können sie mir doch niemals nehmen. Offendlich erbarm sich doch mal einer der es einsteht das ich wieder zurückkommen muß. Lieb Heirnallaitd. Hier lacht mir kein Sonnenstrahl hier sing kein Vögelchen hier sing keine Lerche so schön hier strahlt kein Mond so hell hier ist mein Herz ja nur so schwer hier seh ich nur den Tod hingehen." Der Lehrer diese» Jugendlichen sagte von ihm. er sei fleißig und anstellig bei der Arbeit gewesen. Die Abneigung gegenüber der Lehre war also nicht auf persönlich« Nichteignung des Jungen zurückzuführen. Aus den häuslichen Verhältnissen war er bereits herausgenommen und in ein gut geleitetes Lehrltngsheim unter- gebracht worden. Es quälte ihn lediglich Heimweh nach dem Land- leben, in dem er Wurzel geschlagen hatte und in das er zurück muhte Don dort aus wird er sich später als Landarbeiter für die Gesellschaft nützlich machen. Nicht darauf kommt es an. was ein Mensch tut, sondern wie er es tut, ob es ihm Freude macht und ob es für die Mitwelt dienlich ist. Man sollte sich nicht schlecht- hin nur nach dem Gesichtspunkt der Berufswahl zur ländlichen Pflegestelle einstellen. Gewiß, nicht alle auf's Land verpflanzten Kinder verwurzeln so stark wie dieser Junge. Di« Jugendämter nehmen darum in ländlichen Pflegestellen untergebrachte Kinder ganz allgemein nach der Schulenllassung in die Berliner Ver- teilungsstellen für Pflegekinder(meistenteils„Haus Kinderschutz" in Zehlendorf) zurück. Dm sie dem Berufsamt zur Eignungsprüfung zuzuführen, damit über ihr Berufsschicksal entschieden werden kann. Es wäre in vielen Fällen wohl vorteilhafter, die Jungen und Mäd- chen kämen aus Klein- oder Mittelstädten, deren Lebensform besser auf die Großstadt vorbereiten als das Dorf. In den Klein- und Mittelstädten wird es manche für den Eltern-„Beruf" geeignet« Menschen geben. Man mühte abkommen von den Pflegesätzen dl« nur den Lebensbedarf des Kindes decken und sich besonders bei schwierigen Kindern entschließen, für die Erziehungsmühen besonderes Entgelt zu leisten. Das geschieht heute schon in Einzelfällen. Ein systematisches Vorgehen ist wünsch, ns- wert. Viele unserer Kinder sind lediglich gefährdet durch die groß- städtische Mohnungsnot und das Straßenlsben. Ihnen ist viel geholfen, wenn st« Raum um sich haben und ganz geholfen, wenn sie, wie unser Junge, gute Pflegeltern finden. Alle in Pflegestellen untergebrachten Kinder werden durch frei- willige Fürsorger an Ort und Stelle überwacht Die Fürsorger sind den zuständigen Jugendämter» für das Wohlergehen der Kinder verantwortlich. In bestimmten Zeitabständev werden die Berliner Kinder auch von den beamteten Fürsorgern der Jugend- ämter besucht. Man kann wohl von einer lückenlosen gewissen- haften Aufsicht sprechen. Bedauerlich Ist es nur daß«» draußen kaum Fürsorger aus der Arbeiterschaft gibt. In diese; Ehrenamt teilen sich auf dem Lande fast ausschließlich Pfarrer und Lehrer. Es gibt sogar ftreisjugendämter, die für diese« Amt nur Pfarrer für geeignet halten. Für die Stellimg d.-s-rwachsenen Proletariers im Leben und zum Leben ist die geistig« Führung, dieser als Ktnd hat, von großer Bedeutung. Die Arbeiterwohliahrt er- würbe sich ein Aerdienst. wenn sie dem großstädtischen Pflegekind« die Klein- und Mittelstadt mehr erschlösse und wen» sie'hm allerorts den proletarischen Führer im besten Sinne des Wortes geben könnt«. Spori am Sonntag Oer grötzle Bundesvereia im Norden Berlins. Volksspork Dedding, lädt seine Freunde noch einmal zum morgigen Sonntag in das Stadion auf den Rehbergen. Handballspiele der ersten Veremsmannschaften gegen spielstarke Gegner aus Bernburg und Magdeburg, Massendarbietungen„Tanz und Gymnastik" und inter- essante Faustballspiele der„älteren Jugend" bilden das Programm, das durch die Volkstänze der 200 Kinder und die Vorführungen der Geräteturner noch besonders belebt wird. Beginn 13 Uhr, Eintritt 20 Pf., Erwerbslose gegen Ausweis 10 Pf. Die Vereine Volkssgork Neukölln-Vritz und der Arbeitersport- verein Neukölln-Britz treffen sich heute Sonnabend um 16.30 Uhr auf Platz 2 im Sportpark Neukölln zu einem kurzen Abendsportfest. Zu der Veranstaltung, die noch vor Einbruch der Dunkelheit beendet sein wird, sind Partei- und Gewerkschaftsgenossen herzlichst ein- geladen. Am Sonntag ist. als Abschluß ein Tressen aller Faust- ballmannschaften auf dem Sonnevplatz hinter dem Bahnhof Kaiser- Friedrich-Straße vorgesehen. Bei schönem Wetter wird der Platz mit seinen mustergültigen Verpflegungsmöglichkeiten einen an- genehmen Aufenthalt bieten. Frauenlreffen der FTGL. in Hermsdorf. Zum Abschluß des Sammerbetriebes vereinigen sich die Frauenabteilungen der Freien Turnerschaft Groß-Bsrlin zu einer Treffahrt, deren Ziel Hermsdorf ist. Frohe Wanderungen führen auf den Sportplatz am Waldsee in der Schildower Straße. Gymnastische Uebungen, Spiele. Tänze nach den Klänge-n des Musikkq�ps der Freien Turner- schaft Groh-Berlin und mehrere Hyndballspiele der Frauen- Mannschaften werden noch einmal ein lebendiges Bild von der Sporttüchtigkeit der Frauen bieten. Um 13 Uhr bewegt sich ein Werbeumzug unter Vorantritt der Vereinskapelle zum Lokal Bath in Glienicke, Wilhlemstraße, wo in b unter Folge Ernstes und Heiteres geboten wird. Der Athletiksporkklub bringt morgen Sonntag sein Absporteln in Form großer Mehrkämpfe. Für Männer wird ein Achttampf für die �-Klasse und ein Fünfkampf für die L-Klasse ausgetragen? die Jugend und die Frauen bestreiten einen Siebenkampf. Die Ver- anstaltung findet auf dem Platz des Turnvereins Eiche-in Köpenick statt. Die Freie Sportvereinigung Tegel ISgg veranstaltet heute Sonnabend im„Alten Krug", Tegel, Hauptstr. 14, den ersten Ringkampsabend im Winterhalbjahr. Es kämpfen an diesem Abend die beiden Jugendmannschaften Tegel— Alt-Wedding, ferner die 2. Männermannschaft von Tegel gegen Hennigsdorf und im Haupt- kämpf die beiden 1. Mannschaften von Alt-Wedding und Tegel. Der Unkostenbeitrag beträgt 30 Pf. für Männer, Frauen 15 Pf. Beginn der Kämpfe 20 Uhr. Die Arbeiter-Wasserballserie. Im Lunabad werden sich heute Sonnabend. 211� Uhr. und Sonntag um 20% Uhr die ersten Spiels der neuen Serie abwickeln. Berlin Xll und. Neukölln sind die Gegner am Sonnabend, und Lichtenberg-Union heißt das Spiel des Sonntags. Der Ausgang der'Spiele ist als offen zu bezeichnen, da gerade bei diesen Mannschaften viel von der Neuaufstellung abhängt. Folgende Teams werden außer den oben genannten an den Fiämpfen der �.-Klasse teilnehmen: Chorlottenburg, Hellas, Neptun, Möwe, Freiheit und Spandau. Die Tellnahm« der beiden letzt- genannten, die bekanntlich aus der S-Klasse aufstiegen, bedarf noch der Bestätigung des Kreiswasserballspielausschusses. Die Arbeiterhockeyspiele finden zu folgenden Zeiten aus dem Sportplatz Ost statt: 8 bis 0.30 Uhr Tennis-Rot 3 gegen Pankow 2, 0.30 bis 10.30 Uhr Tennis-Rot Frauen 1 gegen Pankow Frauen, 10.30 bis �2 Uhr Tennis-Rot 2 gegen Moabit 3, 12 bis 13.30 Uhr Tennis-Rot 1 gegen Pankow 1, 13.30 bis 15 Uhr Osten 1 gegen Moabit 2. Beim Charlottenburger Bezirk des Kartells für Arbeitersport- und Körperpflege läuft heute, Sonnabend im Wohlfahrtssaal, Königin-Elisabeth-Straße 6b, um 18 und 21 Uhr der Film von der Arbeiterolympiadc in Wien. Nebenher wird der Film der Partei „Des Geistes Schwert" vorgeführt. Eintritt 50 P., Arbeitslose zahlen in der ersten Vorstellung die Hälfte. Die Abteilung Oberschöncweide de» Arbeiter-Rad- und Kraft- fahrerbundes„Solidarität" begeht am heutigen Sonnabend ihr 30jähriges Stiftungsfest im Bürgerpark, Ostendstraße. Zu guten Säalradsportvorführungen ist die Mitwirkung der Freien Turner- schaft Groß-Berlin gesichert. Die Gruppe Neukölln der Freien Schwimmer Groß-Berlin schließt morgen ihre diesjährige Badesaison im eigenen Sommerbad an der Grenzallee-Vrücke mit einer schlichten Feier. Die Bevölke- rung Neuköllns ist herzlichst eingeladen. Der Eintritt ist frei, Beginn 15 Uhr. Die bundestreucn Arbeiterfchühen führen morgen ab 9 Uhr auf dem Sportplatz Fricdrichsfclde, Uppstallwsg, ihre dicsjährigey�Gau- Meisterschaften durch. Trotz der Wirtschaftskrise und der Massen- arbeitslosigkeit sind die Meldungen sehr zahlreich eingelaufen, so daß nicht nur guter Sport, sondern auch spannende, scharfe Kämpfe und sehr knappe Ergebnisse zu erwarten sind. Einige technische Neuerungen ermöglichen eine abwechslungsreiche und trotzdem schnelle Abwicklung der Wettkämpse. Der Nachmittag und Abend wird die Teilnehmer in gewohnter Weise vereinigt sehen. Da an- schließend an die Wettkämpfe ein Gästsschießen stattfindet, sind alle Freunde des Schießsports herzlichst eingeladen! Rült-Rennen verboten! Walter Rütt wollte am Sonntag auf der Aschenbahn im Polizeistadion sein„Kehraus" veranstalten. Wie wir vom Sportausschuß des Bundes Deutscher. Radfahrer er- fahren, ist diese Veranstaltung, da sie nicht den üblichen Bestimmun- gen gemäß ausgeschrieben war, vom Sportausschuß verboten worden. Die bereits verpflichteten Fohrer sind in diesem Sinne benach- richtigt. kunstslügc im Schemwerferlicht. Auf dem Flughasen Tempel- Hof werden Gerd Achgclis und Gras Schaumburg, die beiden Erst- placierten aus der diesjährigen Kunstslugmeisterschaft, am Sonntag ihre Kunst im Licht von vier Großschcinwerfern zeigen. Die Ländermanuschaften Deutschlands un8 Dänemarks der bür- gerlichen Fußballbewegung stehen sich morgen in Hannover zum scchstenmal gegenüber. 'ARBBTEH TUSSBALL Das Spiel mii Stettin Schneller als gedacht, hat die Berliner Städtemannschaft eine Umänderung erfahren. Man hat sich doch die Mitwirkung des langjährigen repräsentativen Mittelläufers Israel- Eiche gesichert. An Stelle des Luckenwalder Spielers übernimmt der Pan- kower Stark diesen Posten, während I ä h n i ck e- Hertha halbrechts spielt. So hat Sarck also die Seiten vollkommen gewechselt. Die Mannschaften spielen nun in folgender Aufstellung: Berlin: WenHlant» «Luckenwalde) Handle Aösi« «Adler 08)< Minerva) Pa-nnrerehn Israel Knchenbeckcr «Adler 08)(Eiche)«Adlei 08) ötarck Iöhnick« Eckardt Wridauer Nollmann «Adler 08)«Hertha)«Adler 08)«Lichtenderg I«Ronnannia) Staegr Richert Steiler Streele Roat, '!7rei. Stettin)«Eoilnaw)«Podojuch)(Frei) Drodow Rploff Reindol» «Borwärts)«Pommercn-Sorf)«Ballspieml-lud) Bierhalg Schwenk «Tnrner-Stemn)«Alemannia) Kerstan, Stettin:«Scheune) Das Spiel, das am Sonntag um 16 Uhr beginnt, findet auf dem städtischen Sportplatz in der Kynaststraße(Stralau- Rummelsburg) statt. Ab 13 Uhr spielen die beiden Jugendmann- schaften von Lichtenberg I und Nowawes. Um 15 Uhr werden dann die Kleinen von Eiche-Köpenick und Nowawes zeigen, daß auch die Schüler in den Kreisen der Arbeiterfußbalwewegung Spielmög- lichkeit haben. Da innerhalb Groß-Berlins ab 12 Uhr Spielberbot besteht, finden Serienspiele nur in der Provinz statt. Das einzige Treffen in der Kreisklasse ist die Begegnung von Lucken- walde V und Luckenwalde III. Hier sollten die Fünfer das Nach- sehen haben. Potsdam spielt auf eigenem Platz gegen Nowawes, Brieselang gegen Rathenow-Süd. Brandenburg spielt gegen Ketzin, Brück gegen Friedenau, Woltersdorf gegeck Treuenbrietzen, Jüterbog gegen Luckenwalde l Bezirk. Ruhlsdorf gegen Kloster Zinna. Lichtenberg 11 spielt in der Normannenstraße um 10,30 Uhr gegen Adler 08(3. Mannschaft). Beginn dieser Spiele 16 Uhr. Voryer spielen die zweiten Mannschaften, während vormittags auf allen Plätzen Jugend- und Schülerspiele stattfinden Schwerathletik im Herbst Diesmal war es her bundestreue Arbeiter-Athletenverein„Alt- Wedding 1883", der die Veranstaltungen der Wintersaison mit einem gelungenen Werbeabend für Ringer, Gewichtheber und mit einer Jiu-Jitsu-Vorführung eröffnete. Der Olympiasieger im Leicht- gewicht Paegelow erntet« für die mit seiner Frau gezeigte Jiu- Jitsu-Demonstration stärksten Beifall. Die exakte und saubere Ein- sührüng in die sanfte Kunst, die sich die„wehrhafte Frau" betitelle, wurde mit starkem Interesse verfolgt. Welch gute Waffe diese Kunst auch für die schwächer« Frau ist, zeigten recht deutlich die Erfolge der knappen Paraden der Parteien, die ohne große Krastanstrengung deii Angreiser(mit und ohne Waffe) zur Ausgabe zwang. Für den am Donnerotag beginnenden Kursus werden noch Teilnehmer an- genommen. Auf zwei großen Matten trugen die Ringer gleichzeitig ihre Freundschaftskämpfe aus. Anfänger und alt« Ringfüchse reichten sich die Hände und der Besiegte macht e« das nächst« Mal sicher besser! Die durchweg interessanten Begegnungen gaben so recht«inen Ein- blick in das hohe Niveau der Arbeiterfchwerachletik. In der anderen Ecke der großen Halle warteten die starken Männer mit achtbaren Leistungen an der Scheibenstange auf. Die Athleten stehen zwar erst am Beginn des diesjährigen Hallentrainings, ober schon die ersten Leistungen lassest erkennen, daß ihnen die Sommerpause nicht sonder- lich geschadet hat und daß sie bald zur alten Form auslaufen norden. Alles in allem ein gelungener Werbeabend, der seinen Zweck nicht verfehlt hat. &4JS\dJ00JlSi> Die ersten Sericnspiele Der morgige Sonntag bringt die ersten Spiele um die Punkte. In der 1. Klasse spielen in der Abteilung.-� Vellen gegen Nordost um 16.10 Uhr in Velten. Volkssport Wedding 3. gegen Nowawes 1. um 13 Uhr im Volkspart Rehberge und Osten gegen Hennigsdorf um 16 Uhr in der Bödickerstrahe. In der Abtellung B spielen Nordring gegen Schöneberg um 16.50 Uhr auf dem Platz an der Schönhauser Allee, Volkssport Wedding 2. gegen �FTGB.-Ober- spree 1. um 11 Uhr im Volkspark Rehberge und Luckenwalde gegen Mahlsdorf um 16sz Uhr in Luckenwalde. Die voraussichtlichen Sieger werden Velten, Wedding 3., Hennigsdorf, Nordring, Mahls- dorf und Wedding 2. sein. Volkssport Wedding hat im Bolkspark Rehberge einen Spiel- tag: neben den Ssrienspielen spielen die Frauen gegen Wagde- bürg- Sudenbcrg um 14sz Uhr, die 1. Männermannschaft gegen Vorwärts- Bernburg um 15?� Uhr und die Jugend' gegen Brandenburg um 17 Uhr. In der 2..alasse spielen: Reinickendorf gegen Ztesenthal«16 Uhr): Schwonte gegen Norden 3(14 Uhr): ASD. gegen Wedding(Ii Uhr): Nord. ring 2 gegen Tegel 1«14 Ii- Uhr): Schöne lierg 2 gegen Wilmersdorf 1(12 Uhr): Eperenbcrg 1 gegen Neukölln 2.«15 Uhr): Rllhlsdorf 1 gegen Berlin 12 (15 Uhr).— Frauen: Betten gegen ASB. Wedding«IZUHr): Bolksfport Wedding 2 Reinickendorf I«10 Uhr): gedlendorf gegen Echöneberg«14 Uhr). ALB. Wedding: Zehlendorf gegen öperrnderg: Ficht« gegen Neukölln.— Kc. frvschaftsfpiele, Männer: Südost 1 gegen Studenten: Lichtenberg gegen Volks. fport Neukölln: Wilhelmshagen gegen Schwimmer.Union; Werl)«« gegen Reh. fclde; Erkner gegen Charlottcnburg»Sck)mimmer: Spandau gegen Kaulsdorf: Schenkend»!! gegen Neukölln 2; Lankwitz gegen Mitte.— Frauen: Nord. ring gegen Osten; Baumfchulenwcg gegen Kaulsdorf und Südost gegen -Schwimmer.Union._ Die Fontane-Herberöe Die Fontane-Jugendherberge, die in dieser wirtschaftlichen Not- zeit von der Stadt Alt-Ruppin erbaut wurde, wird der wander- lustigen Jugend ein guter Stützpunkt bei Wanderungen in die Ruppiner Schweiz sein. Die Stadt mußte tief in den Geldbeutel greifen, um den Bau durchsichrcn zu können: dankenswerterweise sind die Provinz Brandenburg, die Londesversichenmgsanstalt, der Kreis Ruppin und der Herbergsverbond dem kleinen Londstädtchen durch Bewilligung von GeldbeihUfen zur Seite gestanden. Ein« Samendarre, die die Stadt Alt-Ruppin vor einigen Jahren von der Staatsforswerwälwng. erworben hatte, ist nach den Entwürfen des Architekten Westphal-Gildensall umgebaut worden. Für 68 Wan« derer stehen Betten in vier Schlofräumen zur Aerfiigung, im Doch- geschoß find zur Aushilfe Massenlager. Ein schöner, zweiteiliger Tagesraum, zwei Waschräume und die Küche harren ebenfalls der Benutzung. Für eine bessere Zukunft bilden das Dach und«in Speicher Ausbaumöglichkeiten. Z3Z Meldungen zur«Avus" Das größte Berliner Motorradrennen 140, 150, ja an di« 160 Stundenkilometer wurden gestern beim Training zum Aousrennen der Motorräder erzielt. Es dürsten daher am Sonntag wieder Geschwindigkeiten gefahren wer- den, die die bisher erreichten sicher übertreffen werden..Im Vorjahr brachte es jedenfalls der Sieger Huth(BMW.) schon auf einen Gesamtdurchschnitt von 141,2 Kilometerstunden. Gestern wurden selbst in der 250er Klasse einzelne Troiningsrunden inoffiziell mit 145 Kilometerswndcn gestoppt. Erzielt von Geiß aus der neuen 250«un DKW. mft 1�-Zylinder. Diese„Mühle" ist also außerordent- lich schnell. Mit dem 500 ccm II-Zylinder ist man bei DKW. noch nicht so weit. Deshalb startet Bauhofer auf dem bisherigen Modell. Er fuhr gestern ganz ouszezeichuetc Runden, doch scheint e? nicht ganz zu langen, um an die N«il. von Bullus, Rüttchen und Runffch heranzukommen.?lusgezeichnet gefiel auch Wiese aus BMW., der mit großen Chancen in das Rennen gehen dürste. Nicht ohne Aus- sichten ist auch Soemus. Seins Maschine nennt sich Jmperio, bis auf den Tank stammt so ziemlich alles von Sunbeam, ein Beitrag zum Thema„Deuffchs, kaWt deutsche Kraftfahrzeuge!" Ein Beispiel für viele! 232 Meldungen hat der Deutsche Motorfahrcr-Dervond für sein Rennen zusammenbetoimuen, das wohl das größte werden dürste, das die Avus je gesehen hat. Wer längst nicht alle waren beim Training, vielleicht ein Drittel. Unbedingt ein« falsche Taktik von schr vielen Fahrern, dem Training nicht die notwendige Auf- merksamkeft zu schenken. Nickst wenige tun es gezwungenermaßen, weil sie mit jedem Tropfen Brennstoff rechnen müssen. Am schlimm- sten sind da die Ausweisfahrer, der Nachwuchs, dran, die fast durch- weg nicht aus Fabrikunterstützung rechnen können. Unter ihnen de- findet sich aber so mancher, der das Zeug in sich hat, ein tüchtiger Rennfahrer zu werden. Beispielsweise Willy Müller-Mühlenbeck, der schon beim Bäderrennen zu Misdroy ausgezeichnet abgeschnitten Hot. Auch von den Beiwazemnaschincn war eine Anzahl beim Träi- ning. Möritz(Viktoria), augenblicklich unser erfolgreichster Seiten- wagenfahrer, hat auch hier wieder große Chancen, serner Weyres (Harley), Schott)(BMW.), Kürten(Tornox). ebenfalls als tüchtige Leute bekannt. Das Rennen der Seftenwagenmaschinen wird am Sonntag die Einleitung bilden, über 98,69 bzw. 79,1 Kilometer gehend. Die Aus- wcisfahrer haben daaegen alle nur 79,1 Kilometer zu absolvieren. Das Hauptinteresse dürfte sich aber begreiflicherweise in erster Linie auf das Rennen der Lizenzfahrer konzentrieren. 235,7 und 196,5 Kilometer lautet hier die Distanz. Und diese Strecke stellt unerhörte Ansorderungen an die Maschinen. Die langen Geraden nehmen die Motore tüchtig mit. eine Zerreickprobe erster Ordnung. Die Rennen beginnen morgen Sonntag um 121: Uhr. Lritz Wittekind. Kleiner Sport von überall Konkursantrag gegen..Auslria"-Mcn. Die Wiener Professional- Fußballverein« sind wahrlich nicht auf Rosen gebettet. Ihre schwie- »rige finanzielle Lage ist seit langem bekannt und wird jetzt durch ein neues Beispiel illustriert. Die Wiener Austria schuldet dem Direktor eines Wiener Reisebüros, der gleichzeitig ihr Obmann ist, die hübsche Summe von etwa 100 000 Schilling(60 000 Mark). Wegen dieser Summe hat das Reisebüro jetzt Konkursantrag gegen Austria cr- hoben, der vom Ecrickst aber wegen Mangels an Masse obgewieien Mpde. Für den I. Oktyber wurden die Verantwortlichen des Vex- eins nun zur Ablegung des Ofsenbarungseides geladen. Schönrath boxk nicht. Die Vorbereitungen zu dem am 6. Oktob.e? im Sportpalast geplanten Boxkampfabend nehmen keinen sehr günstigen Verlauf. Die Veranstalter wollen die Akteure nur aui prozentualer Basis engagieren, aber keine festen Summen goran- tieren. Als Hauptkampf war bereits die Begegnung zwischen den Schwergewichtlern Walter Neusei und Hans Schönrath angekündigt worden, doch sind die Verhandlungen an den Ga rantief orderungen Schönraths gescheitert. Aus dem gleichen Grunde will auch der Düsscldoricr Schwergewichtler W. Müller nicht antreten. Als einzig« Paarung für den 8. Oktober steht bisher das Treffen zwischen den beiden Examateuren Riethdors und Dalchow fest. Sollten etwa die Garantiesorderungen der Boxer dnraiff zurückzuführen sein, daß beim legten Kampftag im Poststadion so widersprechend« Meldungen über die Anzahl der Besucher— und damit über die Einnahmen— in die Oeffentlichkeit lanciert wurden? Die Zahlen der Veranstalter waren die kleinsten! Der Zweite Sampsobend im Spichernring am 2. Oktober steht im Zeichen der Halbschwergewichte. Für den Hauptkamps ist Helmut Hartkopp-Berlin verpslichtet. Nachdem Hartkopp lange pausiert hatte, konnte er letztens den Bremer Hülsebus in der 5. Runde ko. schlagen. Da er nach seinem Kampf um die deutsche Meisterschaft mit Pistulla gegen Koska noch Punkten verlor, hat er Koska als Gegner erhalten. Der Polizei- Sporl-Verein veranstaltet am 1. Oktober im Krieger- vereinshaus einen Jiu-Jitsu-Älubkamps gegen den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Da die Titelhalter beider Vereine auf- geboten sind, darf man auf den Ausgang des Kampfes gespannt sein. Serliaer Bewegungschor im Arbeiter-Turn- und-Sportbund. Interessenten, die eine gute gymnastische Schulung wünjchen, seien auf die Ilebungsobcnde hingewiesen, die an jedem Freitag unter guter pädagogischer Leitung in Neukölln, Mariendorser Weg 73, Nähe Hermannsiraße, stattfinden. hauplhürdenrennen zu Sarlshorsi. Ein weiteres bedeutendes sportliches Ereignis kommt am Sonnabend, 26. September, in Karls- Horst im Haupt-Hürdcnrenncn zur Enffcheiditzng. Die Rennen be- ginnen um UV; ffhr. An die Vereinsvorständc! Wir haben Veranlassung, die Bercinsvorslände, Schriftführer und presseberichlerstatler zu bitten, Berichte von Sonntagsveranstal- tnngen unbedingt bis Bl o n t a g früh 10 Uhr ans der Sport- redaktion abzuliefern. Für Berössenllichung später einlaufender Berichte kann keiiK Gewähr übernommen werden. Die Sportredaktion. Frei« Sport- uut, Tchützenverciaizuuz Srotz-Serli», Abt. Picuzlauer Beetz. Seute bei Reiche. Metzcr Sir. 26. 20 Übt, Kleintaliber.Eüsteschietzen.— rupp« Friedrichshai».'Montag, IS!) Uhr, im Lokal Mctzer Ltr. 26 Schieß. obend. Söge herjüch willkomnien. Freie Schwimmer Sroh-Berliu, Srsppr Nrulilln. Uebungsabcndc im Stadt. bsd Reukölln.: Kinderabtellun.gcn Montags ab IS Uhr, ermachscne Mltglieber biiberlei Geschlechts Dienstags ab 20 Uhr. Turnabcnd« für alle Slblcttongen jede» Freitag ad 18 phr Richordstratze. Jeden Eonnwg ab S Uhr findet Er» ganuingbsport auf dem Eoortplatz Grcnzalle« statt. Fwitt Karperkulturkreis Keeuberg. Sonntag, 27. September, Fahrt nach Köpenick— Krumme Luke. Treffpunkt iZ» Uhr Utbaufiraße Ecke Hermaunptatz tEtrahenbahn Linie Sä). Siuzelfahrer, 1. Kreis. 20 Uhr S-tzung 8. Oktober Elfäfser Str. 86—88. 27.«eptember Abpaddeln nach Alte Löcknitz, Wiesen. Trefipunkt dorr 101*. Ißjr. Hav-ltnitgli-ber Sonntag, 27. Septcmbex. 15 Uhr. bei den.Freien Wasser. sohrcrn vufmärts". Bootsbaus Tegel. Bernauer Straße. Nichrlchrnunmer nrüfi«- «üt Sitzung erscheinen-der.ihre Adresse au E. Schul», Berltu-Lichlcuberg. 13, m recht-, abgeben.