Morgenausgabe Tit. 453 A 226 4S.Iahrg nungsfreiheit, durch die sich die Sozialdemokratie vor allen anderen Parteien auszeichnen müsse, sie bezeichnet den Beschluß des Parteiausschusses als„den Beginn eines Gesinnungsterrors und einer Meinungsdittatur innerhalb der Sozialdemokratischen Partei". Dieses Dokument haben am 23. September Oettinghaus und sieben sozialdemokratische Reichstagsabgeordnet« unterzeichnet. Am 26. September aber vollzog Oettinghaus seinen Uebertritt zur KPD. Damtt ist«in Reinigungsprozeß eingelettet, der unbedingt vollendet werden muß! Möge Oettinghaus die Memungsfreiheit der KPD. genießen. Die anderen müssen binnen kürzester Frist erklären, ob sie ohne Borbehall Sozialdemokraten sein und sich dem Beschluß der Partei fügen wollen. Ja oder nein! Kmanzminister pn'eio iriit zurück. Protest gegen Sozialreaktion. Madrid. 26. September. Der spanische Ftnaazmintster.der Saztalistprieto, hat seinen Rücktritt erklärt. Die Minister sind unmittelbar daraus zn einem Sabinettsrat zusammengetreten. Der Rücktritt des sozialistischen Finanzminister» wird aus die heftige Debatte zurückgeführt, die sich in der vergangenen Rächt bei Beratungen der spanische» Verfassung abgespielt hat, vor allem gelegentlich der Behandlung der Sozialfürsorge in der Berf�süng. Nr. 453* 48. Iahrgang 1. Beilage des Vorwärts Gonniag. 27. September 1931 Aus dem Garienior des stillen Fran- ziskanerklosters kommen zwei alte Männlein und wischen sidi den Bart. Dann knöpfen sie sich den Kock fester; es ist Herbst und die Raben schreien bald. „Na, hat es geschmeckt?" fragen wir. „Was soll an Brühreis schon schmecken", meinen sie und stecken die beiden langen Sdieiben Bauernbrot, die es dazu gibt, etwas tiefer in die Tasdxe. Diese Frage braucht nidü notwendigerweise vor dem Tor eines Franziskaner- oder Ursulinenklosiers gestellt zu werden. Das kann audi geschehen vor einem Quartier der Heilsarmee, vor einer Küche des Roten Kreuzes oder vor einem Eßsaal der Städtischen Volksspeisung. Nur die Antworten werden gleidi sein: was soll an Kohlrüben schon schmecken. Bisweilen setzen sidi Männer hin und schreiben Briefe. Diese Briefe beginnen mit dem Wort„Sdilangenfraß" und enden mit dem Wort ,£chweinefutter". Die U ntersdirift heißt dann oft, es könnte auch ein Stempel sein:„Einer von den 60 Millionen Unzufriedenen." Als oh ganz Deutsdrland mittags in die Volksküche geht. Demgegenüber sieht die W irklidikeit folgendermaßen aus: Linsen und Wellfleisch für 60 Pfennig. Ws vor einiger Zeit die Ersengießerei von Keyling u. Thomas ihre Pforten für immer schloß, übernahin die Heilsarme« den Bau und machke ein Zllünnerhdm ans der Eisengießerei. Man geht über den heute stillen Hof. ein Pfeil an der Mauer weist in den Keller. Dort ist der Speifesaal. Mit Stichlen, Tischen und Männern, die ihren Topf Kaffee trinken und die Stullen, die sie irgendwo her haben, verzehren. Nach hinten durch liegt das cigent- liche Restaurant. Gedeckt« Tisch«, spiegelblank gewichster Linoleumbelag am Boden und auf jedem Tisch zwei, drei rote oder blaue Astern. Ein nobler Eindruck. Da» Gedeck kostet 60 Pfennig. Zuerst bringt der junge Kellner einen Teller mit Linsensuppe. Ein» gewechte sagen vorher: den Teller nur halb voll. Wer zum ersten Mai« bei der Heilsarmee ißt, bekommt einen tiefen Teller voll Linsen, in denen der Löffel stecken bleibt. Wer kein Vielfraß ist, wird allem von den Linsen satt. MerlwÄdlgvrivesse sind- die L.msm tyit'Äopffleisch gelocht�. w s»,, �" Gleich danach kommt det Ober'mik eineiü Tablett und beginnt aufzubauen: einen Teller mit Wellfleisch, zwei große Stücke und nicht etwa dünn wie«ine Briefmarke, dazu ein gehäufter Berg Kartoffeln.„Gehäufter Berg Kartoffeln" ist natürlich sprachlich ein Unfug, aber die Berliner sagen nun eimnol zu einem Batzen Esten, es wäre ein„gehäufter Berg". Dann weiß jeder, wieviel Kartoffeln gemeint sind. Di« Kartoffeln sind mit gewiegter Petersilie bestreut. Hierzu kommt noch ein zweiter Teller, der ist voll Kohlrüben. Das Wellfleisch wird vorher in den Kohlrüben gekocht und nachher mit ein paar Kellen Brühe eine Tunke gemocht, in der dann das Wellfleisch auf dem ersten Teller liegt. Nur fifl Pfennig sind reichlich viel Geld, aber die Heilsarmee nimmt ja auch schon an Schlafgeld 65 Pfennig. Weißkohl mit Rindfleisch 50 Pfennig. Dann auf zum Roten Kreuz. Da ist in der Bcsjelstraße. neben dem Arbeitsnachweis, eine der Roten-Kreuz-Küchen. Vorn im zweiten Stock. Eine ehemalige Großwohnung mit Parkettfußboden, auf den gedeckten Tischen stehen Wasserkaraffen. An der Wand hängen Bilder, auf denen die oerflostene Kaiscrfamilie zu sehen ist. Auch Sprüche zum Beten: Komm Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was Du uns bescheret hast. Das Rote Kreuz ist frömmer als die Heilsarmee. Di« hatten nichts an die Wand geschrieben. Aber abgesehen davon— e» soll jeder nach feiner Fasson selig werden— sitzt am Eingang eine betagte Dame, die verkauft jedem für Lg Pfennig eine rollackierte Blechmork«. Dann kommt ein Mädchen vnd baut auf: Messer, Gabel, großen Löffel, kleinen Löffel. Daraus fragt sie:„Schokoladen- oder Tomatensuppe?" Donnerwetter, denkt man und bittet um Tomatensuppe. Die ist mit Reis gekocht. Man löffelt sie aus, und schon kommt das Mädchen wieder um die Ecke. Mit einem Teller voll Weißkohl und Rindfleisch. Richtig« Hausmannskost, dick eingekocht und schmackhaft, das Fleisch ist in klein« Würfel geschnitten, man braucht sie nicht gerade zu suchen, es ist genügend drin, aber ein halbes Pstmd Rindfleisch kann natür- lich auch nicht auf dem Teller liegen. Nachher kommt noch ein Teller mit Apfelmus. Wer kein Suppenkasper ist und aus diese edle Speisenart verzichtet, bekommt für das Apfelmus einen Mittel- teller Pudding, der gut zubereitet ist, aber leider nicht mit Saft, sondern mit geschmorten Pflaumen Übergossen ist. Nun, das ist Geschmacksjache. Getrüftelten Rehrücken mit Gänseleberpastete und Sparg«lspitzen auf Artischockenböden kann selbstverständlich keiner für«inen Fünfziger verlangen. Am Tag« vorher gab es beim Roten Kreuz als Hauptgericht Königsberger Klops. Und wenn schon im ganzen gegen das Menü nichts mester einzuwenden ist, dann ist noch das besonders Angenehme dabei, daß derjenige, der noch Hunger hat, genau denselben Teller Weißkohl mit Rindfleisch noch einmal umsonst nacherhält. Buletten mit Rotkohl für 35 Pfennig. Steuerdings haben auch verschiedene große Arbeitsnachweise Kuchitt. Wiche tästn Grürchc- gMmvnert datzst' nicht sagen, denn da stehen auf dem großen M e ta llä r b« i t e r n a chw?i s in der Ehaussecstroße am Fenster entlang die Kochtöpfe und die Bratpfannen, und davor ist eil« Art Ladentisch, also ähnlich wie in einer Pufferbude, wo jeder zusehen kann, was gebraten wird. So auch hier, und das soll beileibe kein Manko sein. Im übrigen muß man sich ranhalten, wenn man schnell abgefertigt sein will, die Buletten nämlich für lS Pfennig gehen noch besser weg als die berühmten„warmen Semmeln". Und dann gibt es da für 35 Pfennig einen tiefen Teller voll Kohlrüben mit einem annehm- baren Stück Aleisch oder zu der Bulette kommt noch Rotkohl und Kartoffeln, wieder der„gehäufte Berg", das Ganze tostet ebenfalls 35 Pfennig, und niemand wird sagen können, daß die Bulette mir so groß ist wie eiu« Murmel. Mit der Portion frischer Wurst samt Sauerkohl und Kartoffeln ist es allerdings nicht so weit her. die Leberwurst ist etwas klein. Schließlich gibt es noch eine Tasse Fleischbrühe für 7 Pfennig, eine Tasse Kakao für 8 und eine Tasse Bohnenkaffee für 1l) Pfennig. Wie gesagt, die Küche kam, sich über mangelnde Frequenz nicht beklagen. Kartoffelsuppe mit Würstchen für 20 Pfennig. Nun hätten es allerdings die Arbeitslosen nicht nötig, für 35 Pfennig auf den Nachweisküchen zu esten, sie brauchten nur zu den Volksküchen zu geheil, ihre Karte vorzeigen und sich eine Eßkarte geben lasten. Dann hätten sie täglich 20 Pfennig zu zahlen und bekämen dafür ein Liter Essen. Am letzten Freitag gab es in der Neuköllner Volksküche Kartoffelsuppe mit einem Paar Würstchen für 20 Pfennig. Ein anstandiges Esten. Und ganz Mittel- lose erhalten ja. bekarnillich das ftädtisck« Essen völlig u m s o« st. Das Städtische Obdach gibt zum Beispiel solche Marken für- die Allerämiften qae:'.■" C■ CT r Ein Wochenspeifezettel bei der Städtischen Volksspeifimg sieht folgendermaßen aus: Montag: Erbsbrei, Sauerkohl, Specktunke. Dienstag: Wirsingkohl mit Rindfleisch. Mittwoch: Lungenhaschee und Salzkartoffeln. Donnerstag: Grüne Bohnen mit Rindsleich. Freitag: Saure Heringe, Gurken, Salzkartoffeln. Sonnabend: Schoten, Mohrrüben, Schweineflestch. Sonntag: Pichelsteiner Fleisch mit Salzkartoffeln. Das kann sich für 20 Pfennig jeder holen, der irgendein« unserer Unterstützungsarten erhält, um es ganz einfach auszudrücken. Früher Mondfinsternis unter Wolkenschleiem Das von den Astronomen angesagte Schauspiel der totalen Verfinsterung des Mondes trat gestern abend, wie Immer. mit selbstverständlicher Pünktlichkeit ein. doch das Wetter war der Beobachtung nicht ganz so günstig wie vor einem halben Jahr. Am südöstlichen Himmel verdeckten Wolken zeitweise den Mond sehr stark, minutenweise sogar gänzlich, aber wenige Minuten vor 19 Uhr trat er in voller Klarheit hervor, so daß der Beginn der Finsternis recht deutlich beobachtet werden tonnte. Sechs Minuten vor 19 Uhr zeigte sich die erste leichte, vom Erd- schatten hervorgerufene Einkerbung an der hellen Vollmondscheibe links oberhalb der Mitte, die rasch an Größe zu- nahm Immer nur aus wenige Minuten verdeckten Wolken die Mondscheibe ganz, und so oft nur ein leichter Wolkenschleier über ihr lag, konnte man deutlich den weiter und wester vorge, schobenen kreisrunden Rand des Erdschattens sehen und sein Fort- schreiten verfolgen. Als der Mond fast völlig bedeckt war, war auch deutlich die rotbraune Farbe des Erdschattens zu erkennen. Die Totalität sollte sechs Minuten nach 20 Uhr eintreten, aber dauernd zogen Wolkenschleier über den Mond, so daß der Zeitpunkt nicht gut zu beobachten war. Wenn dann der Mond zwischen den Wolkenschleiern einmal deutlich hervortrat, war außer der rotbraunen Scheibe noch ein gelblicher Rand zu beob- achten, so daß in dem zum 5)immel blickenden Publikum mehrfach geäußert wurde, die Totalität sei ja noch gar nicht eingetreten, die Astronomen müßten sich in der Zestangabe geirrt haben. Auch als der Schatten vom Monde zu weichen begann, um 2VA Uhr, dauerte das Vorüberziehen der Wolken noch an. Ganz beendet war die Erscheinung um 22.42 Uhr. Stand vetten Oberbett gnurot Inlett, mit gnuen Federn, 1 Oberbett, 1 Unter- yg Reklame gnurot IG» feYnfarbtees Keperinlett, fold, Indanthren u.(«der- dicht, m. chinealach. 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[Wilmersdorfer- Stc Ecke Bismorck-Str. | Franhfurter-AUee _ 321_ Stall 200 zeninern nur 171 zeniner Wiegebetrug bei Kekslieferung vor Gericht hotte man öc« freihändige» Verkauf. Da war die Sache nun so, dafz an Äc»/ Fletschtogen, wo es Spitzbeine,-Würstchen oder Bul«kten gab, alles lmgerannt kam und gleich Portionen noch für den nächsten Tag mitnahm. Wenn es dann wieder Kohl- oder sonst etwas für Rüben gab, kam kein Mensch. Zudem wurden früher auch die Eßkarten von den Wohlfahrtsvorstehern ausgegeben. Die Zlusgabe war damit weitest gehend dezentralisiert, und es war für betrügerische Elemente kein allzu großes Kunststück, sich zwei oder gar drei.Eßkarten zu holen, von denen man eine für sich brauchte ' und die anderen eben verschacherte. Zehl hat jede Küche ihre Kartei, in der jeder Essenholer registriert ist. Man hat auch die Eßrämn« so nett ausgestattet, wie es die Umstände zulassen, hat die Tische gedeckt, und so essen jetzt von denen, die zu den Volksküchen kommen, ungefähr 80 pro;., gleich an Ort und Stelle, und nur rund 20 Proz. nehmen sich das Essen mit nach Hause. Es sind dies meist ältere Leute, die nicht viel essen, sondern sich eine knappe halbe Portion für dag Abendbrot ausheben. Die Städtischen Volksküchen läsen übrigens auch die Essenmarken ein, die der katholische Caritas- Verband an Bedürftige ausgibt. Der Zlndrang zu den Volksküchen, so berichtet ein Leiter einer Küche, ist außerordentlich. Je größer die Not, desto höher die Zahl der Esser. In der kurzen Mittagszeit müssen oftmals über 1000 Gäste abgefertigt werden, und für den kommenden Winter rechnet man mit einer. Verdoppelung der Volksküchengäfle. Natürlich find die Gestehungskosten der Stadt Berlin für den Liter Essen höher als Pfennig. Bedauerlich ist, daß die Küchenleiter ständig Anlaß zu Klagen haben; wenn es Wurst gibt, werden die Wurstpellen an die Decke geschmissen, oder die Tischdecken werden hochgehoben und Essenreste darunter geschüttet, und wenn mittags um 2 Uhr der Leiter die Fenster zuklinken will, dann sind die Mcssingklinken samt Haken und Oefen weg. Oer eigene Herd... So sieht es in den öffentlichen Küchen Berlins aus. Satt wird schon jeder, aber manche Leute essen eben keinen Kohl, woraus sie sich dann hinsetzen und Briefe schreiben:„Einer von den 6V Mil- lione» Unzufriedenen l" Wenn wir von der Städtischen Volks- speifung absehen, dann kommt aber etwas anderes heraus. Nämlich wenn drei Personen zur Heilsarme« oder zum Roten Kreuz gehen wollten, dann können, sich die drei Personen zu Hause auch selbst etwas koche». Reis mit Tomaten kostet schließlich nicht 1,80 M., drei Matjesheringe mit Pellkartoffeln auch nicht. Und ein Pfund Pfcfferlingc, das Viertelpfund Speck und die Kartossclu dazu kosten wedtr 1,50 M. noch 1,80 M. Ganz abgesehen vo» den Spitzbeinen, dem Kopf- oder Knochensleisch oder der neuesten Errungenschast auf dem Fleischmarkt, dem Kasselerbauch. Ja, viele Arbeiterfrauen würden überhaupt schwer mit ihrem Kostgeld in die Brüche kommen, wenn sie täglich für das Mittagessen 1,80 M. ansetzen wollten, dos wären in sieben Tagen 12,00 M. allein für das Mittagessen. Und schließlich ist der Tisch zu Hause doch immer noch etwas anderes als die Bank in irgendeiner barmherzigen Küche. Aber soviel steht aus der anderen Seite auch fest: es stich die ewig Unzufriedenen, die alles Essen als„Schlangenfraß" oder „Schwcinefutter" bezeichnen. Wenn das Esten wirklich„Fraß" wäre, dann könnte man bestimmt in den Volksküchen jeden Tag neue Fensterscheiben einsetzen. Ein Erinnerungsiag. wohl allen älteren Parteigenosten noch in Erinnerung sein wird, wurde am 28. September 1900 der Bezirksleiter für Hohen- R« ü c n d o r k. der Parteigenosse H e r m a n n, auf dem 5ieimwege von einem Iahlabcnd in Stolpe von dem Gendarmen Jude erschossen. Diese Tat rief damals ein ungeheures Aufsehen und in den Parteikreiscn eine große Entrüstung hervor, so daß sich die Beerdigung des Genossen zu einer großartigen Demonstration gestaltete. Später wurde dem Erschossenen von der Partei ein Denk- mal gesetzt, das allerdings wegen seiner Inschrift bis zum November 1918 mit einer Blechhülle umgeben war, die erst in den November- tagen fiel. Die Parteigenossen Hohen-Neuendorss sowie alle Orte an der Nordbahn wollen nun am heutigen Sonntag, eine große Gedenkfeier veranstalten und bitten alle Berliner Parteigenossen, on dieser Feier teilzunehmen. Treffpunkt nachmittags 2 Uhr in der„Waldfchänke", Berliner Str. 90, am früheren Vorort- Kahnhof Stolpe. Hier wird eine Gedächtnisfeier veranstaltet und dann im geschlossenen Zuge nach dem Friedhof marschiert. Es wird erwartet, daß die Berliner Genossen zahlreich dieser Einladung folgen. Zur Bekämpfung betrügerischer ZNachcnschasten bei Kohlen, und Kokslieferungen wurde vor mehreren Jahren in Berlin die Brenn st osfüberwachungs stelle gegrüadek, deren Konlroll- beamke. ständig unterwegs sind, um Lastzüge, die Brennmaleriol transportieren, zu prüfen. In vielen Fälle» ist dabei auch früher schon Betrug aufgedeckt worden, der zu gerichtlichen Verhandlungen sührle. Dieser Tage kam es jetzt wieder vor dem Schöffengericht Schöneberg zu einer Verhandlung gegen eine a n g e- schuldigte Kohlenfirma H. Das Gericht sprach die Angeklagte frei, da für den Betrug nicht der 100prozentige Beweis erbracht werden tonnte. Die Firma hatte von einem Hausbesitzer Öffentliche Kundgebungen Dienstag, 29. September, pünktlich IS'/a Uhn 3. Kreis Weddlng:: Großer Saal der Mochscliulbrauerei, Scestraße, Ecke Amrumer Straße Redner: Ernst Heiltnann. M. d. L. und Clara Bohm- Schuch, M.d.R— Atlantik- Fcstsüle, Bctimstraße, am Bahnhof Gesundbrunnen. Redner: Carl Litkc, M.d.R. und Erich Kuttner, M.d.L. 14., 15. und 1®. Abt. im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Straße 42. Redner: Kurt Heinig, M.d.R. Bandenüberfall aus Buttergeschast. Eßwaren und Kasse mit 400 Mark geraubt. Auf die Filiale der Bulter. und Lebensmillelhandlung der Firma Thürmann in der Wisbyer Straße im Norden Berlins wurde in den gestrigen Abendstunden ein regelrechter Bcmdenüberfall verübt. Kurz noch 18 Uhr, als sich im Gcschäst mehrere Kunden befanden und die Aufmerksamkeit des Verkaufspcrsonals auf die Kundschaft gerichtet war, drangen etwa 15 jüngere Burschen in dos Geschäft ein und plünderten. Was die Burschen erreichen konnten, nahmen sie und verstauten alles in mitgebrachte Säcke. Einer der Plünderer bedrohte die verkäuserinneu mil einer Pistole und forderte sie aus, sich nicht vom Platz zu rühren. Zwei andere stürmten daraufhin hinter den Ladentisch, rissen, die Kasse auf und raubten sie völlig aus. Insgesamt fielen den Tätern 400 Mark in die Hände. Der Ueberfall kam so überraschend, daß niemand der An- wesenden an Widerstand, der bei der Uebermacht der Plünderer zweifellos auch zwecklos gewesen wäre, dachte. So schnell wie sie gekommen waren, verschwanden die Täter wieder mit ihrer Beute. Beamte des alarmierten Ueberfallkommandos suchten vergeblich nach den flüchtigen Plünderern. Gelbstmord eines Bankdirektors. Ein Vermißier endlich!a Hamburg ermittelt. Seit dem 27. August wurde, wie berichtet, der 43 Jahre alte BankdireNor Kurt will vermißk, der in Berlin am Karlsbads wohnte. Die nach seinem verschwinden aufgelauchle Vermutung, daß er Selbstmord begangen habe, hat sich jetzt als richtig erwiesen. Witt, der bei einer Peamtenbank tätig gewesen war, hatte seine Beziehungen zu dem Unternehmen ordnungsmäßig gelost. Seine Verträge waren abgelaufen und er schied freiwillig aus seinem Posten aus. Sein Verschwinden war zunächst unaufgeklärt. In mehreren Braefen an Bekannte deutete Witt ober an, daß er a u s dem Leben scheiden wolle. Unglücksiche Famitienverhältnisi« sollen dabei eine Rolle gespielt haben. Nach einer in Verlin ein- gegangenen Meldung hat der Bankdirektor in der Tat Selbstmord verübt. In einem Hotel in Hamburg erkrankte ein Gast an Vergiftungserscheinungen und muhte nach dem Hasen- eine Bestellung auf 200 Zentner Gaskoks erhallen, der für Zentral- Heizung und Warmwasserversorgung bestimmt war. Der Transport- führer der Firma H. crhiell aber, als er den Hof verließ, bereits Wiegekarten für 200 Zentner ausgehändigt. Diese Wiegekarten sind Prioaturkundcn und der einzige Beweis für den Abnehmer über die Menge der gelieferten Brennstoffe. Lei dem Gaswerk wurden auf den Lastzug nur 171 Zentner Gas- koks geladen, es entstand also ein Fehlgewicht von 29 Zentner. Trotzdem hat der Hausbesitzer den vollen Betrag für 200 Zentner bezahll und auf seine Mieter umgelegt. Bei der Verhandlung erklärte der Transportsührer, er habe dem Pförtner des Hauses beim Anfahren gesagt, es käme„noch etwas nach", eine Zusatzlieferung ist aber nicht ersolgt. Er ließ sich auch von dem Pförtner die Wiegekarte über 200 Zentner, die ihm sein Chef mitgegeben hotte, bescheinigen. Erst, als von der Ueberwachungsstelle eine Anzeige gegen die Firma erstattet wurde, bequemte man sich zur Nachlieferung der fehlenden Menge. Die Wiegekarten geben dem Empfänger keine Möglichkeit, an Ort und Stelle eine Kontrolle auszuüben, er muß annehmen, daß die eingedruckten Gewichts- angaben der Wahrheit entsprechen. Es ist dringend erforderlich, daß die Wiegekarten in Zukunst erst beim Ausloden am Gaswerk ausgefüllt und dem Transportsührer übergeben werden. s Krankenhaus gebracht werden. Hier verstarb er einige Tage später. Der Tote ist festgestellt als der vermißte Binkdirektor Kurt Wit/. Im Hotel hatte er seinen richtigen Namen nicht angegeben. Zuchihausanträge für Mordsturm 33. Oer Aaziprozeß Foyer und Genossen. In dem Prozeß gegen die Mitglieder des Sturms 33 von der hebbelstraßc 20, die angeklagt find des vollendeten Totschlages am Arbciler Grüncberg und des versuchten Totschlags an zwei weiteren Arbeitern beantragte Slaalsanwallschafls- rat S l e h n i g in der gestrigen Verhandlung solgeude Strafen: Für den Angeklagten Foyer wegen Raufhandels in Tateinheit mil versuchtem Totschlag und erschwerten vollendeten Totschlag und wegen Vergehens gegen das Maffengeseh 10 Jahre 6 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehroerlust; gegen Frlh D o m n i n g und Friede wegen versuchten Totschlags 3 Jahre refpeklive 2 Zahre S Monate Zuchthaus und je 3 Jahre Ehrverlust: gegen Konrad D o m n i n g wegen Raufhandels 9 Monate Gefängnis. Zur Begründung der Anträge führte Staatsanwoltschaslsrat Dr. Slehaig u. a. aus, daß dos Gericht mil ollen Mitteln Bluttaten rote die des Sturms 33 bekämpfen müsse und nur durch harte Strafen der Zweck der Abschreckung erreicht werden könne; die ersten drei Angeklagten hätten keinen An. spruch auf mildernde Ilmslände. Der Nebenkläger plädierte seiner- sells aus Mord. Das Urteil ist nicht vor Montag abend respektive Mittwoch zu erwarten.■,<>!?..�.,a Großfeuerprobe im Zentralflughafen. Die Berliner Feuerwehr gehört zweifellos mit zu den schlagkrästigsten und technisch am besten ausgerüsteten Wehren der Welt. Was bei vielen Grohbrandcn und Explosionskataftrophen festgestellt werden konnte, das bewies auch der gestrige Probe- a l a r m auf dem Zentralflughasen in Tempelhof. Di« großangelegten Löschmanöocr, denen gestern am späten Nach- mittag weit über 10 000 Schaulustige zusahen, mag vielen die Beruhigung mit aus den Weg gegeben haben, daß die Berliner Feuerwehr auch gefährlichsten Situationen gewachsen ist. Es wurde angenommen, daß in der Mittclhalle l durch Explosion Feuer ausgebrochen war, daß die Flammen schnell um sich griffen und weitere Explosionen das Feuer zu den benachbarten Hallen II «I"O" x••» Frau Rosolf legt die Kuchen aus eine Untertasse und setzt sich wieder. Bör etwa fünf Jahren hatte sie diesen Laden übernom- men, der von der Brotfabrik und einer Konditorei beliefert wird. Damals ging es gerade besonders knapp bei Rosolss zu. Julius Rosolf verzankte sich mit seiner Weinfirma und suchte lange ohne Erfolg eine neue Vertretung. Vilma hatte eine schlecht bezahlte Stellung bei einem Rechtsanwalt, und Lilf war noch auf der Schule. Es fehlte an allen Ecken und Enden. Da entschloß sich Frau Rosolf kurzerhand, ihre Familie aus eigene Faust durchzubringen und weil sie den Geruch von frischem Brot und Kuchen liebte, entschied sie sich für eine Bäckereisiliale. Als dann Julius Rosolf wieder Geld verdiente. hatte sie sich so an ihre Selbständigkeit gewöhnt, daß sie den kleinen Laden nicht aufgeben wollte. Die Kinder waren groß und brauchten keine Hilfe mehr. Julius blieb den ganzen Tag unterwegs, und es konnte nichts schaden, sich für das Alter ein paar Ersparnisse zurückzulegen. Frau Rosolf mustert durch ihren Klemmer inquisitorisch den Strumpfe den sie über einen Stopfpilz gezogen hat.„Wenn er doch gleich bei einem kleinen Loch die Socken ausziehen würde..." sagt sie vor sich hin. Aber nein, das wird ge- tragen, bis es von den Füßen fällt. Bei Lili Hab' ich neulich auch ein Paar Strümpfe entdeckt, die faustgroße Löcher hatten. Na. ich Hab' sie mir schön gestopft und werde sie jetzt selbst an- ziehen. Meine LUi ist überhaupt'n bißchen unordentlich, sie könnte sich ein Beispiel an Bilma nehmen. Der Gedanke an Bilma stimmt Frau Rosolf traurig. Da wohnt nun das eigene Kind bei fremden Leuten. Als ob die Ellern nicht gut genug wären. So ein schönes, so ein be- gabtes Kind... Alles hat man für sie getan. Der Kauf- mann von nebenan hätte sie bestimmt geheiratet... Und jetzt, wird über sie. gellatscht, sie sei die Geliebte.ihres Chefs.... Ach was, Frau Rosolf wehrt resolut ihre Sorgen ab. Vilma ist klug und wird schon misten, was sie tut, Ein paar Frauen kommen kurz nacheinander Einkäufe machen. Es ist sieben Uhr. Frau Rosolf schließt den Laden und räumt aus. Sie nimmt die Kassette mit der Tagesein- nähme aus einer Schublade, und legt sie in den Korb zu den Strümpfen. Der Drücker an der verschlossenen Tür wird gerüttelt. Durch das Glasfenster erkennt Frau Rosolf Vilma. „Ich komm' ja schon", eilig schließt sie auf. „Tag, Muitel!" Vilma gibt ihrer Mutter einen flüchtigen Kuß.„Wie geht's? Ich wollte mal sehtzn. wie ihr lebt. Lili noch nicht da?" „Nein, Vilmachen! Sie kommt ja immer erst gegen halb acht."» Vilma sieht auf ihre Uhr. „Ich warte dann. Ich wollte Lili zum Kino abholen. Ist Vater oben?" „Ja, Kind, er hat sich'n bißchen hingelegt. Er war so müde.. Frau Rosolf reinigt den Ladentisch von Krümeln. „Und blau war er wahrscheinlilch auch'n bißchen..." Vilma nimmt ihren Hut ab und legt ihn auf den Korbsessel. „Du sprichst von deinem Vater", rügt Frau Rosolf. Sie betrachtet ihre Tochter von der Seite. Wie hübsch und elegant sie wieder ist. Und ganz damenhaft! Frau Rosolf verbindet mit dem Begriff„Geliebte"«in auffallendes Aussehen. Als ob das etwas Neues wäre, denkt Vilma. Vater ist doch immer blau, so lange ich ihn kenne. Der ständige Um- gang mit Weinflaschen wirkt sich eben aus. James Silvester wird«inen versoffenen Schwiegerpapa bekommen. Wenn schon! Schlimmer ist es, daß Vater auf komischen Moral- begriffen herumrellet und dadurch sich wie seinen Töchtern das Leben schwer macht. Muttel ist vernünftiger, jedenfalls läßt sie es mich nicht fühlen, wenn sie darunter leidet. Vilma streichelt ihrer Mutter das Gesicht. „Du bist ein liebes Kind", nickt Frau Rosolf. Sie kann Bilma nun einmal nicht böse sein. „Wie geht das Geschäft? War heute viel zu tun?" er- kundigt sich Bilma und ist ihrer Müller behilflich, die etwas schwerfällig eine Holzbank ersteigt, um die Gardine vor da» Fenster zu ziehen. Frau Rosolf neigt mit ihren fünfzig Jahren zur Fülle. „Es ist nicht viel los!-. Kein Geld unter den Leuten..." klagt Frau Rosolf. Als gute Geschäftsfrau hat sie sich schnell angewöhnt, stets über die schlechte Lage zu stöhnen. Bilma kennt das. „Dann laß den ganzen Zimt!" „Aber Kind, ich werde doch nicht den eingeführten Laden aufgeben." Frau Rosolf belädt sich gerade mit den Sachen, die mit in die Wohnung genommen werden, als Lili an die Scheibe klopft. „Schnell, mach dich schön!" bestiinmt Vilma gleich beim Oeffnen.„Wir wollen ins Kino." Lili ist blaß und sieht abgespannt aus. Sie trägt außer der Mappe einen Pappbeutel, wie ih'n elegante Wäsche- geschäste zum Einpacken benutzen. Vilma will ihn öffnen, aber Lili kneift ein Auge ein und schüttelt den Kopf. Bilma begreift: die Mama soll es nicht sehen. „Ich bin verabredet", sagt Lili kurz. Vilma fragt nicht weiter. Sie sieht ein, daß der Freund vorgeht. Ueberflüssig, vor der Mutter mehr zu erwähnen. Man soll seine Eltern schonen. „Schade! Dann werde ich die Aumüller mitnehmen. Die regt sich nur immer so auf im Kino." Denn ins Kino wird gegangen, beschließt Vilma für sich. Dort ist Fränze Silvester. James hat es heut vormittag ausgeplaudert. Der gute James, der jetzt übelnimmt, weil man ihm harte Worte sagte, scheint sich in der auferlegten Reserve ihr gegenüber nicht wohl zu fühlen. Wie lange noch, und er lenkt behutsam wieder ein. Es wäre ja auch nicht das erstemal. Bilma ist ihres Sieges sicher. Mit dem Kinobesuch hat das nichts zu tun. Fränze ist zwar die Frau von James, was an sich belanglos ist, aber sie ist auch die Schwester von Manfred Grumachcr. Die Schwester des Mannes, den man liebt. Doch warum Vilma ins Kino geht, um dort Fränze Silvester zu sehen, das vermag sie trotz ihres klaren Verstandes nicht genau zu sagen. „Du mußt gleich essen. Kind", äußert sich Frau Rosolf besorgt zu Lili.„Und du, VUmachen, kannst doch auch noch schnell etwas zu dir nehmen. Kommt, Kinder!" Vilma wehrt ab.„Danke, Muttel, ich käme sonst zu spät!" Sie hat keine besondere Lust, den Vater zu sprechen. Julius Rosolf neigt zu sittlichem Pathos, wenn er seinen Beruf als Weinreisenoer allzu aufopfernd ausgeübt hat. Lili sieht Vilma an. Komisch ist das, denkt sie. Beide stehen auf den ausgetretenen Stufen vor der Tür des Ladens. Frau Rosolf hat etwas vergesien und rennt noch einmal hinein.,'. „Liebe Vilma", sagt Lili. Ihre Stimme klingt heiser. „Ja?" Vilma lächelt verstehend. Die kleine Schwester braucht wieder einmal Geld! Eigentlich unerhört, am zweiten Mai.'"" �Fortsetzung folgt.) Nr. 453» 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag, 27. SeptemSer 1931 Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 27. September: 6.J(h PunkgsinnastU:. AnsibllaP�d, PrOikotoert i: P6r den LMd�drt. MS: Monefifeler. Anschließend Qlpckengreläot des Berliner DonW. 10.*»: Wettervnrhersasre. II: Tofenelirtns: dferinstsltet Vom Relchsvcrband DeatscSSr Wriegsbeschädlerer and Kricgcrbir.fcrbHebener e. V.). I).t3: Ernst BllC. IZr Ans KSnissbere: Mlttagskonzert. 14; Plternstande. U..Wi Jugendstande. 15.15: Von der Avus: Metörradrennegi. 15.35; Unterhaltungtmutllc. 15.35> AI« Einlage: Ans Hannover: FußbaU-Lärolcrkainpf De'jUCblsnd— Dlnemtrlt. 17.45: Aul anbekannten Landstraßen. I8.1S: Konzert. 14 1 Clniktsr. 14.50; Sportnachrichten. 20: Orchesterkonzert. 22.15: Weller-, Tages- und Spoftnich- richten. Danach Tanzmusik. Montag, 28. September: 6.30; Punkgymnastik. Anschließend PrOhkonrert. 11.50: Wettermeldungen für den Landwirt 54: Schallplattenkonzert 15.20: Seelische Hilfsmittel Im Daseinskampf. 15.45; Zehn Jahr« Borgenland. 14.05: Der aualSndiache Student in Deutschland. 16.30: Konzeig. 14.50: Wanderer-Fantasie von Prang Schubert. 17.10: Lieder zur Laute. 17.30; Hermann N8I1 liest eigene Dichtungen. 17.45: Jugendstundi. 18.05: für und wider die Arbeitsdienstpflicht. 18.45; Aus der Städtischen Oper: Einführender Outrschuilt zu der am 1. Oktober 193t zur Ueberlragung gelangendes Oper„Macbeth" von Verdi. 19.3«: Mitteilungen de, Arbaltsamtes. 19.35; Tanzabend. 31: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Max Eyth. 22,11: Au* Frankfurt a. M.: Zeltberichte. Danach Unterhaltnagsmssik. Dienstag, 29. September: 6.30: Punkgmnattlk. Atsch Iletend PrOhkonzert 12.30: Dia Viertelstunde für den Landwirt 14: SeheliplatoeBkongort. 15.20: Verstehen die Freuen unsere Zeit? 13.4«: Die Bedeutung d«4 Kleingartens Im Hinblick suf die Erwerbslosigkeit 16.01: Ueberwlndung der POrtorgttrzitbung. 14.30; Jugendstunde. 17; UuterhaJtuugsmugik. II: Bücherstunde. 15.30: Zwischen Ypern und Verdun. 19: Interview der Woche. 19.10: Wigner-Abend. 10.50: Tages- und Sportnachrichten. II; Aua Breslau: Ursendung:„König Lear— Berlin NO." Volksstück für Rundfunk. MittwoA, SO. September: 6.30: Punkgyninattlk. Anschließend PrOhkonzert 11.10: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.10: Wie sammelt man Brief» marken? 15.4«: Moaar« und das Prelmanrartum. 14.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 1520: Musikalltcbc Jugendstunde. 17: Teemusik. 17.3«: Emst Toller liest eigen« Diebtungen. 18: Johannes Brehms. Konzert. 18.1«! Von dar bildenden Kunst 18.30: Das Wiederaufnahmeverfahren. 19: Man- dolioenorchester-Konaert. 19.80: Mitteilungen des Arbeitsamts� 20: Vom Wimerprogromm. 10.30: Reichssendung: Europäisches Konzert. 12.18: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach. Tanzmusik. Donnentag, 1. Oktobers 4.30: Fnnkgrmnsstlk. AntchlltBend Frflbkoniert, 11.88: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 18.18: Mit der Kamera an der russischen Qrense. 18.40; Industrie- nnd Eingeborenenerbeil in Afrika. 14318: Neuland der Ersiehung. 14.10: Spanische Lieder. Anschließend Konzert. 17.3«: Jnzendttnnde. 17.85; Zwei Kulturfilme. 18.1«: Chorzesinge. 18.49: Programm der Aktuellen Abteilung. 19: Von der Pranzöslzchen Revolution bis zum Wiener Kongreß. 19.8«: Ans der St8dtleeben Oper; ErsUnlfOhning. „Macbeth". Oper von Verdi. Ansehlletend Wetter-, Tegee- nnd Sportnachrichten. Duieh Tanzmusik. Freitag, 2. Oktober� 4.30: Punkgymnastlk. Anschließend Prühkeniert. 12.80; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 18.10: Siebenbflrzen. 18.40; Philosophie im Witz. 14.08; Wieder Rollschuhsport. 14�0; Unterhaltungsmusik. 17.30: Jugendstunde. 17.50; Das neue Buch. 18: Hermann Roßmann liest neue Erzählungen. 18.50: Teemusik. 19.20: Politische Zeitungtschau. 19.4«: Orchesterkonzert. 20.40: Aus dem Sportpalast: Feier anläßlich des 34. Geburtstages des Reichsprisfdenten Qenerslfeldmarschall von Hlndenburs. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Stunde für die Winterhilfe. Sonnabend, Z. Oktober: 4.30: Punksymnastlk. Anschließend Prühkonsert. 12.88: Wetterraeldnngen für den Landwirt. 14: Schailplattenkoneert. 15.3«: Aus Mannhelm; Kinderchor. 14: Das Polizeiinstilut für Technik und Verkehr. 14.20: Die Erzählunf der Woche. 16.50: BlasorcbesterkonzCrt. 18.25: Mitteilunsen des Arbcitsamls. 18.30: Menschen und ihre Arbeit, 19: Stresemann, der Staatsmann und Mensch. 20:„Sommernachfstraum 1931." Ein bunter Abend. 22.15: Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Kölligswusterhausen Sonntag, 27. September: Ab 6.30; Ueberlragung aus Berlin. 11.40: MuslkerporträU. 14: Eltern- stunde. 17,45; Literatur von morgen. 18.10: Menschen im Beruf. 18.30: linier Segeln im Süd-Atlantik. 19.80: Hene VoB liest aus der von ihm bearbeiteten„Edda". 2«; Dcultchlendsender: Ans Köln:„Madame Pavart", Operette von Offenbach. Anschließend Ueberlragung aus Berlin. Montag, 28. September: 16: Pädagogischer Punk. 16.30: Aus Berlin; Nachmittagskonzert. 17.3«: Musik im Märchen. 18; Roraentische Ausflucht. 18.3«: Das Buch In der antiken Zeit. 18.58: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Cngllscli für Porlgeschrlttene. 19.25: Stunde des Landwirts. Anschließend Viertelstunde Funktechnik. 2«: Uebcrtragung aus Berlin. 21.10: Dentschlandsonder: Aus München: Kammermusikstutide. 22.20 1 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Ucbertragnng aus Berlin. Dienstag, 29. September: 16.30: Aus Leipzig: Nachmiltagskonzert. 17.30; Feuer und Schwert in der Menscbheilsentw'ickiuug. 18; Gegenwartsfragen der Kunst 18.30: Bleibende Werte der deutschen Dichtung. 18J5: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Französisch für Anfänger. 19.30: Volkswirtschaltslunk. 2«: Deutsehland- sender; Aus Leipzig: Unterhaltungsmusik. 21: Aus Stuttgart: Südfunk- Kaleidoskop. 22: Politische Zeitungsschau. Anschließend Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach aus Hamburg:„Tutli-Prurti". Konzert. Mittwoch, 30. September: >6: Pädagogischer Punk. 16.80; Aua Hamburg! Kaehmittmkenzert 17.84; Zum Qedjehtnls Karl Pelers. ,18: Berühmt« Gärten. 18,50: SoslaHsmoa als Welfanscbauung. 18.55: Wengtberltht für die Leqdwlrtsehaft 19-. Stande des Beamten. 19.2«: Söhafft Hörgemeinden. 19.45: Vortehau auf das Oktober- Programm. 2«: Aktueller Vortrag. Anschließend Ueberlragung aus Berlin. Donnerstag, 1. Oktober: 1«: Pädagogischer Punk. 16.3«; Aus Berlin: Nachmittagskonzert 17.3«: Herbst an der Saar. 18: Hocbschulfunk 18.3«: Spanisch für Portgeschrittene. 18.88: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stunde des Landwirts. 19.80t Wert und Wirkung der Kunst. 2«: Deutsehlandsender: Aus Köln: Ans Opern und Operetten. 22: Welter-, Tages- und Sportnachrichton. Anschließend Ueberlragung aus Berlin. Freitag, 2. Oktober: 16: Pädagogischer Puuk. 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Efzlchung zum Hören einfacher Formen der Musik. 18: Volkswirtschaltslunk. 18.30; Das Menschenschlcksal bei Shakespeare. I8.SS: Wetterbericht für die Landwirtscheit. 19; Wissenschaftlicher Vortrag für A erste. 19.30: Die Welt dea Arbeiters, 2«: Deutschlandsender; Aus New York: Wovon man in Amerika spricht. 20.15: Aus �stock: Ausschnitt ans dem Konzert anläßlich der Chormelstertagung des SS�erbundes Nordmark. Anschließend Uebertru- gung ans Berlin. Sonnabend, Z. Okiober: 16: Pädagogischer Punk. 16.30; Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.3«: Viertelstunde für die Gesundheit. Hygiene des Tabakrauchens. IS: Deutsch für Deutsche. 18.3Ü! Das Menschenschlcksa! bei Shakespeare. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Aafnäger. 19,15; Aus Tbarau; Ein ostpreußischer Abend auf dem Dorf Acnnchens von Tharau. 2«.I5: Deutschiandscnder: Pestabend Deutschland— Oesterreich. Veranstaltet von der Gesellschaft für Volksbildung. 2I.lß; Aus Leipzig; Kabarett. Anschließend Ueberlragung aus Berlin. Seinen 65. Geburtstag begeht am 28. September der Genosse Wilhelm Reichert von der 10. Abteilung. Drei Jahrzehnte gehört Genosse Reichert der Partei an. Allgemeine Wetterlage. 26.SepM93iabd8 MfliMlo&O hetfw.G heHtbetWa woSug.abed&da�Rager�GrnfwIn «SchneesHsbeU G-witcct@,*1,vittSle Infolge erneuter Zufuhr kalter, polarer Luftmassen, die in der Nacht zum Sonnabend in unseren Bezirk einbrachen, stiegen dt« Temperaturen am Sonnabend im größten Teil« des Reiches, nament» lich in der östlichen Hälfte, nicht mehr so hoch wie am Freitag. Im Süden und Westen wurde es stellenweise etwas wärmer. Heber Skandinavien und den Ostseegebieten befindet sich«in Hochdruck- ausläuser, der sich nach Südosten verlagern dürfte. Damit ist bei uns mit weiterer Wetterbesserung zu rechnen. Bon Bestand wird dies« aber nicht sein. Da über Nordwesteuropa kräftiger Luftdrucksall eingetreten ist, der ebenfalls nach Südosten vordringen dürfte. 4> Wetterausflchten für Verlin. Trocken und ziemlich heiter, kühl, abflauend« Winde.— Für Deutschland. Allgemein ziemlich kühles und trockenes Wetter: auch im Süden Bewölkungszunahme. Spart. Rennen zu Karlshorst am 26. September. il�ürbeureuue». L Fiametta i'ffldlff;: 2. Lcdum: S. FLotte Toto: 39: 10, Platz! 17, 35, 17; 10. Ferner riefen; Annchen(4.). Ätarnar, Till Cuienfpiracl, Wdgard, Landlust, Polfmeisler. veruharb-non-Thbnw.Zagbrcnoea. 1. Namen lv. HolfebT, 2. Machete: 8. Zarenktnb. Toto: SS: 10. Play: 21, 15. 18:10. ,,rrncr liefen: Fol- staft(4.), GoldlachK, Rotbuche, Hcklo(gef.l, Orut ige!.!, Boraia, Mac Adam. Jrifchlinaß-Preis. 1. Tbüringen(Wolfs): 2 Hochwald: 3. Fragola: 4. Ronigsfonne. Tofo: 41: 10. Play: 14. 21, 13. 16:10. Ferner Itefeit: Pelronia, Fürstentind, Soldat, Suhle, St. Georg, Tarnkappe, Art, Schludcck, Landiäger, Parzenlönder, Qccanus. Haupt-Hürdenreuae». 1. Marengo lMüschcn); 2. Mpsttk; 3. Ahnherr. Tolo: 46: 10. Platz: 21, 38, 24: 10. Ferner liefen: Priester(4.). tfest- königin, Felck, Stria, Clematis(fitf.), Fugger.__„„, Preis von HasenwinteL 1. Fidelia(«freit): 2. Terpsichore: 3. Prnt- zefsin Pmnpsia; 4. Freude. Toto: 48: 10. Platz: 18. 23, 3.'>. 28: 10. Ferner Imeiv. Weiße Fahne, Sioiftns, Neutra, Katrin, Arbeit, Traumkonig, Schneefall, Mcisterarbeit, Lutina. Preis Vau Grofcbemn. 1, NeBelhexc(Cctjn'.t); 2. Instrucior): 3. Laxen- Toio: 38: 10. Platz: 15, 15, 40; 10. Ferner liefen: Tamulla(4.), bur: Nichtlinie, Till, Thea oturm, Mandarine, Kein. Master-Willie-Jnehreunen. 1. Gulbrand(R. Terfchug): 2. Le Revcur: 3. Lagina. Toto: 322: 10. Platz: 52. 25. 25: 10. Ferner liefen: Helgo- ländcr, Kili, Dorn II, Pimoulouche, Credulite, Kcrmak, Persea, Lohland, Open Space. \ Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Einsendungen für diese Rudrlt nur an das Iugendfekrelarial __ Berlin EW 68, Lindenstr-tzr 3 «irffcheftsfehee: Arbeitsgemeinschaft mit Rudolf Abraham. Borhesprechung Mittwoch, 30. September, 19% Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 4, porn 1 Tr. Anmeldungen dort. Die Beteiligung ist loflcuftci.(Siehe September.„Jugend voran".) Sendezuerstellung der Bollsbühne für die arbeitende Jugend»on ts bis 18 Jahren am Sonntag, 11. Oftober, 15 Uhr, in der..Vnlksdühne". Gespielt wird„Kampf um Kitfch". 3 Akte Schule poii Rodert Adolf Etemmle. Karten zu 89 Pf. sind tm Sekretariat erhdltUch. heute. Sonnt Pank»», R. F.t Die Retchstal Itag. ng ttil 7. Be ___ ,nt aus.— Schönhauser Bsz« ft-btl»�"Ühr Seimadend Echönfsieher Str. Besonderes Programm. Werde detirk Ternpelhes: Sotzstrahr. A Uhr: Lichtdildrrndend:„Der Ardeticr in der Kunst". Morgen, Montag, 19� Uhr. Hausa: Bochumer Str. 8d:„Die betrachten wir Geschichte?"— Moabit TI: Lehrter Str. 18—19:„Die Freidenker'-.— Weste»: Gcuthiner Str. 17:„Arbctt». ......."...... edtstr. 1:„Hochplah tippelt.— Arn»» -■ f-T_ gaiipi0g n; Sonnen- Danziger Str. 62:„Sozial» . H-lleschr» Tor: Porckstr. ii:„Karl Marr�.— Büdwest: Lindenstr. 4: Funliionärsitzung, 19 Uhr.— Johannisthal: Rathaus: „Der Aufbau der gugeudintrrnationole".— Treptow: Wildcnbruchstrahc: Polt» tischet Iuformationsabend.— Hermsdors: Roonstrahe: Borstandssihunz.__ Werbe bezirl Ritte: Landsberger Sir. öv: Funktionarsitzung:„Unsere Winter- arbeit". Werbebeziel Tempelhss: Borstanbssitzung 19'ch Uhr beim Genossen Rathmanu, Marfendorf, Prllhtzstr. 16. Werbebeziel Teitowkaital: Vorstßndsfitzung 19 14 Uhr bei der Genosttn Hilde Fienz. Lanlwitz, Frob-nftr. 20. Werbebezirk Siealälla: Srwerbslosenzusammenkunst Bergstr. 29, 11—14 Übte Wazsch»»ee Viertel, SR. F.: Dienstag. 29. September, Aula der Luise-Otio- Peters-Schule, Gubener Str. 53: Parteiweihe. Vneftasten Ker Redaktion. rh her Friehhofsordnung beani- In der Regel steht die Pflege !r Friedbofsncrwaltung zu.— ».». Re. 29. Ihre Frage kann nur an Hand wartet werden, die uns aber nicht bekannt ist.-..- der Grabstätten nur den Angehörigen oder der Fricdhossocrwaltung zu.— H. K. i» L. I. Der Hauswirt ist berechtigt, den gesamten Wasserperdrauch auf die Mieter umzulegen. Der Mehrverbrauch eines einzelnen Mieters lann unter Umstanden dir Berechtigung für eine stufahmiete geben. 2. Für die Klage ist ~ �'iifitdtg.■—«. 1. Wir find der Anficht, daß«ine nochmaiige Es schadet aber nichts, wenn Sie die Kündidas Amtsgericht zuständig. 5>ündigung nicht ersorderlich ist. Es schadet aber nichts, wenn Sie die Künd:- Sjng wiederholen.— Grs«. Das dürfen.Sic niti>t. Entweder müssen Sie tage gegen den Hauswirt erheben oder sich an das Bezirksamt(Deputation für das Wohnungswesen) wenden.— A. B.»«. Nein, die Krankenkasse hat damit nichts zu tun. Den Antrag auf Gewährung der Invaiidenrente kann Ihre Frau unbedenklich stellen.— G. F. Wir raten, den Antrag in federn Fall zu stellen. Ob ihm entsprochen wird, ist zweifelhaft. Die Tochter ist Unterhalts» pflichtig.____ Einen großen Gardinen- und Teppichverkaus veranstalten von Montag, dem 28. September, bis Sonnabend, dem 3. Oktober, die tonsumgenossenschastlichen Warenhäuser Oranien- straße 164/165, Reinickendorscr Straße 21 und Frankfurter Allee 66. Fensterdekorationen, Stores, Brücken, Borleger, Läuserstosje usw. werden in größter Auswahl zu außergewöhnlich niedrigen Preisen zum Angebot gebracht. Jeder Bcrbraucherfamilie wird an- gelegentlichst empsohlen, von dieser günstigen Kaufgelegenheit Ge- brauch zu machen. Einen lresonderen Hinweis verdient die um- fassende Gardinenausstellung im Warenhaus Oranienstraße 164/165, die zu besichtigen keine Hausfrau versäumen sollte. »ntzerg Spandaner bekannt a rrr, v:e«rm?„... Preise bedeuten für jeden Käufer einen der Firma Teppich.Bursch da» Stichwort wert, die Artikel der Firma Teppich.Bursch sind immer Qualitätswaren, und die _...........- i fem rt„i böte, ____.....____.._____ WWWI es g W findek, das er für die Ausgestaftuna feines Heimes benötigt Perkaufsvcranstaltungen der Firma Teppich-Bnrfch sind die Riefenwarenmengen handelt es sich wirklich um Sonderangebote, die jeder im rigenen Jnierei � deachien hat, der in dem Artikel diefrs großen Epezialhaufc»� irgend etwas korteil. Wenn dem heutigen Inserat Sonderongebote" beigegeben ist, fa ......' sie cgend«i: Markant für die »n tnaei....„_____.......____________- die geboten werden, so daß also auch der spät Kaufende immer noch das vorfindet, was die Firma Tcppich. Burfch als Sonderangebot bringt und die hohen Oualiiätin, die zu außergewöhnlich billigen Preisen geboten werden. Wer d«fe Beranstaltuna des großen Spezialhaufes Teppich-Burfch besucht, darf nicht ner- säumen, die sehenswerte SardincnaussteT des Haufe» zu bcfudien. Abrnbknrfe für Dame», die tagsüber beschäftigt sind, bietet das Fräbel. Oderlin.Jnftiiut. Haushaltungsichule, Wilhclmstr. 1«. Der praktifd>e Unterricht stellung in der zweiten und dritten Etage in Küdje und Schneidern findet piel Anklang. Soademgebole m&„Heue Wobnm SpandauereiA StraOelU | Eck« Kaiser- WUiicta-str. ISCHSRcWOLFP Spandauerd|||| Straße lü| Ecke Kaber- WIHiclm-Str. ist das wundervolle Mittel, das aus eigenem die Wäsche in tadelloser Schönheit und Frische wie neu erstehen läßt. Aber bedenken Sie eins: wenn Sie irgendein Mittel gebrauchen, mag es sein, was es will, man mu£ es richtig und nach Vorschrift nehmen! Das gllt auch für PersiL Waschen Sie deshalb richtig mit Persik es bringt Ihnen mehrNutzen, als Sie glauben mögen! 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Vortrag de« Sollegen Otto H NN die üder: Die Ausgaben der Arbtiterschast zur Beseitigung der Wirlichaft«trise. 2. Distuision. 3. Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch tlin Zutritt. Da« Erscheinen aller Kollegen in dieser Berlammlung ist Pflicht I aditand! OUaafag, den 20. September 1031, " Ahr. im Xectbaadshaa». 3« 83/85, Eingang B. Eljdsser Skr. 88 88, Slhnngnsnai II, 2 Treppen SraockenvertasmwsS auer srveUsioieo Etzen- ona Re- volverdreber,'drebertnaen and Randsdüeiler Tagesordnung! 1 Dag Arbeitslosenprsblem auf dem Bundestag de, ADSB Referenlin: Kollegin Frieda ib I a d o i ch. 2. Berschiedenes. Es ist Pflicht aller arbeitslosen Kolleginnen und Kollegen, an dieser Versammlung teilgunehmen. Mitgliedsbuch und Siempeliart« dienen a>« Ausweis. vonnerstng. den 1. ONoder. abend» X Ahr. t» de» sophlen-ssien Sephienstrahe 17 38 Brand! cn-Vcrsammlusä sftmflläjer fiasditBcn, Motor-, JUüO' n. BeparalwSddfMser Tagesordnung I.„DI» wirlschaftliche Lag«' Sielerentr Kollege Fra nz Wetz. M.d.R. X V-ancheoancelegenYeilen 3. Verschiedenes Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Das Erscheinen aller Kollegen Ist unie- dingt notwendig. ämtamj fienerai'VcmmiiilDnö DI« ardentlUhe«eneral-Aersamm. lnng fstr da» 3. Onartal». Z. stndek am Montag, dem lOJIoacmbec, stall. AnIrSa» dazu miislen di» ipakesten» Sonnabend, den 10. ONaber, nachmittag» 1 Ahr, im Vesihe der Orts- Verwaltung sein. VabiBSiw Vcrsammliui�en werden in der Zeit com 26. Oktober di» X. Aasember abgehallen. Etwaige Neuonmelhnngen von Dele» gierten müssen d!» spdiesten»«onkag, den 0. Aonemder, erfolgen. 5p»slplsn »nserer Snlwrableilang Zn der Woche vom 28. di» 30. September: 1. Stacheldraht. 2. Techni che: Film. Anfragen imgen Besuch und Uederiassung der Abteilung ünd teiephonisch oder lchrist» lich an die Kulturadteilung sBiiro SifSsser Straße SB/SS. Zimmer 20) zu richten. Die»nlknradkallnng mied am 30. September d. 3. g»schtofs-n. VI« Ortaverwaüung. 3m, �sS&rreisa&Dau! Billig wie noch nie! InBedteT Oberbett.. 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ÖO, Euichernstr. 1«, Sarteichauo S Tr. rechts tUlUergrundbahiHok Nürnberger Plaß)., Änureldungsn— auch schriftlich— bis zum i. Oktober taglich 17—20 Uhr. Schute dem Schulwesen. Protest gegen die einschneidenden Abbauma�nahmen. Die einschneidenden Abbaumaßnahmen an der Schule fordern zu neuen Protesten heraus. Die Freie Schulgesell- s ch a f t. die Arbeilsgemeinschast sozialdemokratischer Lehrer, die Freie Lehrergewerkschaft und der Frei- deukerverband luden zu einer Versammlung in die Kammer- säle. Die von über 1200 Personen besuchte Versammlung wurde von dem Vorsitzenden der Freien Schulgesellschaft, Genossen Schröter, eröffnet, der zum Zusammensassen aller Kräfte ausrief, um zu retten, was noch zu retten ist. Er teilte mit. daß am nächsten Tag« wie- der 500 Junglehrer ihre endgültige Kündigung in der Hand haben werden. Der größte Teil dieser Junglehrer unterrichtet an weltlichen Schulen. Die ganzen Sparmaßaahmea entpuppe» sich immer mehr als Deckmantel reaktionärster vestrebungen, die alle» Sulturaufbau, der im letzten Jahrzehnt in den Schulen erzielt worden ist, ver- nichlea soll. Wir müssen uns gefaßt machen, Ostern vor einer ähnlichen Situation zu stehen, und schon jetzt alle Kräfte organisieren, um Schlimmeres zu verhüten. Stadtschulrat Genosse Löwen st ein hielt das Haupt- referat unter dem Thema„Kulturreaktion und Spar- maßnahmen". In seinen Ausführungen stellte er die Schulnot in den ollgemeinen Rahmen unserer wirtschaftlichen Not. Die Welt- Wirtschaftskrise dringt in die feinsten Verästelungen dos Kultur- lcbens«in. Die Rationalisierung hat Menschenkräft« überflüssig gemacht. Und es ist alles da, was zum Mcnschenglück und zur Be- sriedigung seiner Bedürfnisie dienen kann. Und doch wachsende Not, wachsende Unsicherheit des Daseins. Unsere Aufgabe ist es. das zu schaffen, was der Kapitalismus, der Urheber dieser Krise, nicht gekonnt hat: eine Organisation, die allen Menschen die Er- rungenschasten der Rationalisierung zugute kommen läßt. Der Ka- pitalismus ist die ungeheure Last, die auf den Schultern der Reichs- regierung ruht, und das Reich ist die Quelle, aus der alle dies« Abbaumaßnahmcn fließen. Der Schul- und Kulturabbau, der von den reaktionären Kräften, die die politische Macht besigen, in ihrem Interesse gefordert wird. Sparen ist hier nicht das er- lösend« Wort, sondern Arbeitsbeschaffung und Rege- lung des Preises des täglichen Verbrauchs. Auch beim Schulwesen ist nichts getan, daß man einfach ab- streicht. Man kann noch unendlich an unproduktiven Ausgaben sparen(Wchretat, Höchstgehälter, Subventionen usw.). Auch dos Patentrezept„Selbsthilfe" kann uns nicht helfen. Wir kennen viel zu gut die internationalen Verbindungen und Verquickungen des Wirtschaftslebens, aus denen wir uns nicht befreien können. Selbschilfc kann bedeuten, daß wir zu den Zollmau�rn eine weitere Trennung von der übrigen Welt bekommen. Wir müssen dafür sorgen, daß die Welle des Mißtrauens verschwindet, die nicht da- durch hervorgerufen wird, daß Deutschland etwa ein besser ent- wickcltes Schulwesen hat und mehr Geld dafür ausgibt als seine Nachbarn, sondern eher im Bau des Panzerkreuzers oder in den Stahlhelm paraden begründet ist. Als man vom Ausland aus gegen den Bau des Panzerkreuzers Stellung nahm, schrie die ganze reaktionäre Presse: Das geht gegen unsere nationale Würde. Jetzt, wo es sich um Abbau kultureller Dinge handelt, schiebt man Forderungen des Auslands vor. Durch die Politik de» Reiches, die den Gemeinden und Ländern die Kredite abschnürt, ist ein großer Teil der Gemeinden nicht mehr in der Lage, ohne Reichszuschüsse seinen Verpflichtungen, Zahlung der Gehälter, der Wohlsohrtsunterstützung usw., nachzukommen. Das Reich nutzt feine Machlstcllung aus und diktiert Sparmaßnahmen reaktionärster Art, ohne daß die Länder sich wehren können. Unsere Ausgabe ist es, eine öffentliche Meinung zu schassen, die jedem vor Augen führt, was für Allsbauarbeit in der Schule ge- leistet worden ist. Wir müssen erreichen, daß jeder Kämpfer wird für di«sen Kulturaufbau. Es ist offtnstchtlich, daß die Abstriche, die die Notverordnung fordert, nach dem Prinzip des geringsten Widerstandes erfolgen. Das ist gleich dem Prinzip des Raubes. Nach der mit begeistertein Beifall aufgenommenen Rede sprachen noch Vertreter der Freien Lehrergewertschajt, der Freien Schul- gesellschast und des Freidentcroerbandes. In einer einstimmig angenommenen Entschließung U'»rde Abwehr dieses Kulturabbaues gefordert: Schuh dem Arbeilerkinde. Schuh dem Lehrernachwuchs. Schutz der weltlichen Schule, der Ausbauschule und der höheren Schule. Oer Schuh auf den Bankier Die Tragödie eines ruinierten Kaufmanns vor Gericht. Der Söjährige Kaufmann H. hatte sein Leben lang in fremden Ländern schwer gearbeitet. Während der Inflationsjahre verlor er sein Vermögen, brachte es im Jahre 1927 in Barcelona wieder zu 20000 Mark, legte sie bei einer Berliner Bankfirma in deutschen Jndustriewcrten an. fiel in hie.Hände von Betrügern und .verlor alles..Abi_28. Mai schoß er aus den Mitinhaber des Bank- Hauses Pohle in deftEhärlottenstraße, den�cr, wenn vielleicht auch unberechtigterweise, als den Schuldigen an seinem Ruin betrachtete, jagte auch sich selbst eine Kugel in die Schläse, blieb am Leben und verantwortete sich gestern vor dem Landgericht l wegen versuchten Totschlages und unbefugten Waffenbesitzes. Der Angeklagte, ein noch kräftiger Mann, mit scharfen, euer- gischen Gesichtszügen, erzählt die Geschichte seines Lebens und seines geschäftlichen Niedergangs. Seit jungen Iahren selbständig, hat er in französischen und englischen Exporthäusern gearbeitet und später auch in Deutschland angesehene Posten bekleidet. Als er in Barce- lona sich wieder emporgearbeitet hatte, kaufte er in Deutschland zwölf Oberkotsoktien, an denen er aber bald etwa 40 Proz. verlor. Um die Berlust« einzuholen, setzte er sich mit einem Kaufmann Gustav H e n n i g in Verbindung, der sich zusammen mit einem gewissen Margolin als Börsenkenncr ausgab. Sowohl von Hcnnig als von Margolin wurde dem Kaufmann das Bankhaus Pohle u. Co. als sicheres Bankunternehmen empfohlen. Hcnnig ver- sprach, äußerst vorsichtig Essektenlöufe vorzunehmen, erhielt von H. die Dollmacht, hinterlegte die Oberkoksäktken bei der Firma Pohle als Deckung und taufte durch sie an der Börse trotz sollender Tendenz Jndustriewerte in«lneni Ausmaß, daß sie von den hinter- legten Wertpapieren nur mit 12 Proz. gedeckt waren. Die Kurse der gekauften Effekten sielen rapide, und die Folge war, daß das Bankhaus sich schließlich an den Oberkoksaktien schadlos hielt und H. tatsächlich letzten Endes nicht mehr als 1300 Mark ausgezahlt bekam. Er war ruiniert. In seiner Verzweiftung trug er sich mit Selbstmord- gedanken: zwischendurch dachte er auch daran, sich an den- jenigen zu rächen, den er für den einzigen Schuldigen an seinem Unglück hielt, an dem Bankier Pohle. Er fuhr nach Berlin, begab sich am 28. Mai zur Eharlottcnstraße, erzwang unter fingierten, Borwand eine Uptcrredung mit Pohle und feuerte ganz unvermittelt drei Schüsse auf den Bankirr ab. Ms Pohle sich auf ihn stürzt«, um ihm die Wofse zu entwinden, richtete H. sie gegen sich selbst. Dann schoß er noch einmal aus Pohle. In H.s Tasche fand man einen Brief an die Staatsanwaltschaft, in dem er unter anderem mitteilte, daß er sich das Leben nehmen, sich aber vorher an Pohle rächen wolle. Bei der polizeilichen Ver- nehmung im Krankenhaus erklärte er, er habe den Bankier«r- schießen wollen. Bei der Vernehmung vor dem Untersuchung»- richte? widerrief er die ursprüngliche Aussage— das gleiche tut er auch heute: er habe bloß die Absicht gehabt. Pohle einen Denkzettel zu geben. Pohle und Henning>vicscn als Zeugen jede Schuld weit von sich. Pohle erklärte, er habe nur die Aufträge Hennings aus- geführt: Henning meinte, er habe vollkommen korrekt gehandelt, da zu jener Zeit bei Effektenkäufen eine höher« Deckung nicht erforder- Uch war. Ob diese beiden Zeugen eine Schuld an dem wirtschaftlichen Ruin des Angeklagten trifft oder nicht, war schwer zu entscheiden. Das eine stand jedoch fest: H. hatte in leichtsinniger Weise sich der in Inseraten angebotenen Dienste Hennings, ohne dieser» zu- kennen, bedient uttd so die 20000' Matck'/ NM-deneu er erfolgreich-, zu spGu- licren hoffte, v e r l o r en. Das Gericht verurteilte ihn unter Zubilligung einer Bewährungsfrist wegen versuchten Totschlages zu eincmIahrGcfängnis. Diebstähle in der Arbeiterkolonie Osdorf. Einbrecher drangen in der Nackst in die Baubude-der Afü- Arbeiterkolon i> e Osdorf ein und stahlen die gesamte Arbeitskleidlung der draußen beschäftigten Wohlfahrts- erwerbslosen. Die Bestohlenen gehören zu den Aermsten der Armen, denn es handelt sich meist um Arbeiter, die bereits zwei Jahre und länger ohne Arbeit sind und denen gewissenlose Burschen nun dos Letzte genommen haben. Die Bestohlenen hoffen, daß das Bezirksamt Äreuzberg ihnen den Schaden ersetzen wird. keine Stadwerordnelensihung in der nächsteu Woche. In der kammenden Woche wird das S tadtparlament nicht zusammen- treten, jedoch werden mehrere wichtige Ausschußsitzungen abgeholten werden. Am Montag tritt.der Magistrat zu einer außerordent- lichen Sitzung zusammen, um die Auswirkungen der preußischen Notverordnung zu beraten.« Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich in der Belle-Allioncc- Straße. Ein in rasender Fahrt daherkommender Motorradfahrer überfuhr die Frau des Genossen Iacobi und verletzte die Bedauerns- werte schwer. Wann werden in den verkehrsreichen Straßen die Rennfahrer langsam fahren müsseä? Brüning und Severing sprechen Montag im Rundfunk. Am Montag hört man im Rundfunk im Programm der Aktuellen Ab- teilung eine Uebertragung: Reichskanzler Dr. Brüning und der preußisch« Minister des Innern Dr. Severing sprechen in der Fesisttzung der Borstände des Deutschen Sparkassen- und Girover- bandes. Die Ansprachen der beiden Staatsmänner werden aus dein Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses in der Zeit von 15.41) bis 16.30 Uhr im Programm der Aktuellen Abteilung übertragen. Plaza. Im zweiten Septemberprogramm stellt die Plaza wieder eine Reil?« hervorragender Zlrttsten heraus. An der Spitze stehen diesmal die zehn D e b l a r s.„Die rollende Revue", auf Ein- und Zweihochrädern. 2lls geschickter und lustiger Manipulator produziert sich Rolf Hansen, der verblüffend Karten. Blumen und eine große Anzahl von Uhren hervorzaubert. Joe und P> c t gefielen in ihrem holländischen Gesangsduett Konz besonders. Als ausgezeichneter Tanz- und MusiWowii am Flügel führte sich Jack, mann ein. In der Equllibristik leisteten die vier P e r c e l l y s außerordentliches. Auch die beiden Stepp-Akrobaten Andre und Harry sandcn größten Beifall. Für den erkrankten Collier, der das Rätsel auf dem Drahtseil bieten wollte, trat der bekannie Schulreiter Sandow Bekotow auf. Den Schluß bildete dos ausgezeichnete R a i m o n d a- B a l l c t t. CORDS» Qualitäten i n Wo 1 1 e, Samt und Seide aUBergeWOllllllCll Dill lg in der Woche vom 28. September bis 3. 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Sie schreibt dazu: „Aber die Regierung hat sich— und das wollte Brüning sagen — mit dem Argument der Großindustriellen solidarisiert, daß der A u s s u h r o o r s p r u n g. den sich die englische Industrie durch die Vsundentwertung verschafft, entweder durch eine Angleichung der Mark oder aber durch einen direkten Lohnabbau in gleichem Ausmaß eingeholl werden müsse." Die englische Inflation wird auf die Dauer den englischen Arbeitern sehr schmerzhaft fühlbar werden. Das englische Jnflationedumping muß von jemandem bezahlt werden, und dieser Jemand wird in erster Linie d i e britische Arbeiterschaft sein. Aber nicht sie allein! Jedes Dumping ist zugleich ein Angriff gegen die Lohnhöhe der Arbeiterschaft in allen anderen Industrie- l ä n d e r n I Die Grundlage jeder Dumpingpolitik ist ver- stärkte Ausbeutung des eigenen Lölkes. Dieser Zusammenhang ist am Beispiel Sowjetrußlands seit Jahren sichtbar geworden. Sowjetruhland treibt Dum- ping auf Kosten der Lebenshaltung seiner Arbeiter und Bauern, es betreibt den Druck auf die Lebenshaltung mit Hilfe einer mäßigen inneren Inflation. Es unternimmt damit zugleich einen Angriff gegen die Lohnhöhe der Arbeiter- schaft in anderen Ländern und stärkt die auf den Lohn drückenden Kräfte. Jeder Wettlauf im Dumping muß die kapitalistischen Lohndrucktendenzen verhängnisvoll fördern. Der„Welt am Abend" ist das russische Dumping ebenso bekannt wie die Tatsache, daß die russischen Arbeiter es bezahlen müssen. Um davon abzulenken, veröffentlicht sie unmittelbar neben ihren Betrachtungen über die Brüning- Rede im fettesten Druck eine Meldung:„1l)v P r o z. Lohnerhöhung in der Sowjetunion." Diese vollständig irreführende Schlagzeile deckt eine Meldung über die Einführung des Prämiensystems in de? russischen Schwer- industrie. Die lOOprozentige Lohnerhöhung besteht darin, wie wir gestern bereits im Gewerkschaftsteil gezeigt haben, daß die Löhne in der Metallindustrie den Löhnen in anderen russischen Industrien angenähert werden, daß das schlimmste Antreiber- und Prämienlohnsystem eingeführt wird, und daß — vor allen Dingen— die russischen Reallöhne immer noch sehr stark hinter den deutschen Löhnen zurückbleiben. Bedrohung der deutschen Löhne durch das englische Inflationsdumping, aber Steigerung der russischen Löhne— so stehen die Dinge nicht! Sie liegen vielmehr so: das eng- tische Beispiel stärkt den Appetit der deutschen Kapitalisten, es England und Rußland gleichzutun. Dumping zu treiben mit niedrigen Löhnen auf Kosten der Arbeiter, wie in Eng- land und Rußland! Die empfindliche Schwerindustrie. Am wunden Punkt getroffen. In der Zeitschrift„Ruhr und Rhein" wird bittere Klag« über die„unverantwortliche, hemmungslose, systematische Hetze" der Sozialdemokratie gegen die Schwerindustrie ge- führt. Als Beweis hierfür werden Aeußerungen des„Nor- märts" angeführt. Wir haben uns nämlich zunächst angesichts der Lerschleiermrgsversuche m der D a n a t b a n k» A n g e- legenheit und des unmöglichen Projekts der Ueberlasjung der vom Reich sanierten Bant an die Großindustrie die Frage erlaubt, ob nicht u. a. die eingefrorenen Kredite der Danatoank an die Schwerindustrie die Schwierigkeiten der Danatbank hervorgerufen haben. Wir Häven ferner m anderem Zusammenhang unter wörtlicher Zitierung eines Aufsatzes der.�DeutschenBergwerks- z e i t u n g". der mit Empörung die unhaltbaren Zustände im deutschen Aktienwesen geißelte und angesichts der großen Opfer der Massen auch eine fühlbare Herabsetzung der viel zu hohen Bezüge der Direktoren und Auf- s i ch t s r ä t e forderte, die bescheidene Frage geäußert, ob nicht die Herren aus der Schwerindustrie, die bekanntlich zu den Gröhtverdienern gehören, auf diese Mahnungen ihrer Freunde hin nun endlich die Konsequenzen ziehen werden. Diese beiden Aeußerungen sollen die„systematische, unperant- wortliche und hemmungslose Hetze" der Sozialdemokratie gegen die Schwerindustrie dokumentieren. Es ist zunächst recht merkwürdig, daß diejenigen Kreise, die seit Jahren gegen die Sozialdemokratie und gegen die Gewerkschaften einen an Schärfe und Verhetzung nicht zu überbietenden Klassenkampf führen, derartiae Aeußerungen und Anfragen als„systematische Hetze" bezeichnen. Roch viel merkwürdiger wirkt es, daß die Schwerindustrie sich nicht die Mühe macht, diese Aeußerungen zu entkräften. Wenn es wirklich den Tatsachen entspricht, daß die Schwerindustrie bei der Danatbank hoch verschuldet ist, wenn die immer wieder von Bankkreisen gegebene Darstellung, daß große Aktien- vakete schwerindustrieller Konzerne seitens der Danatbank finanziert und beliehen wurden, eine böswillige Verleumdung wäre, so wäre es doch für die Schwerinduflrie ein leichtes. uns entgegenzutreten. Wenn die weit verbrestete Auffassung über eine geradezu aufreizende Ueberbezahlung der Direktoren der Konzerne und Syndikate der Schwerindustrie unberechtigt oder wenn die in der Oeffentlichkeit wiederholt genannten phantastischen Gehaltsbezüge unzutreffend wären, warum erfolgt dann keine Richtigstellung? Die Schwerindustrie muß ein verdammt schlechtes Gewissen haben. Pflicht der Regierung wäre es, hierüber endlich Klarhest zu schaffen!_ Ein Fehlurieil korrigiert. Vit ZWchsbdtinerlente von Lllm freigesprochen. Ulm, 26. September.(Eigenbericht.) Bon der Strafkammer des Landgericht» Mm wurden elf R e i ch s b a n n e r l« u t e die in der ersten Instanz wegen an- geblichen Landfriedensbruches zu Gefängnisstrafen von drei Wochen bis sechs Monaten oerurteilt worden waren, unter Uobernahm« der Kosten auf die Staatskasse freigesprochen. Der Freispruch erfolgte, da der Nachweis für die Absicht, Gewalt- tätlgtellen zu verüben, nicht erbracht werden tonnte. Wochenendfalai. � 1 v. In Berlin fand ein Gericht die rechte Antwort auf Nazi-Frechheiten. Der kleine Friß spielt»Sturz des Pfundes". Bei allgemeiner Gefchäflsstille ist allein die Reinigungs- brauche in Berlin gut beschäftigt, wo ein größerer Posten Anwaltsrobea aufzuarbeiten ist. „Bitten ergebenst um Instruktion: ist im Ernstfall auch das Eigentum der Gläubiger des Herrn Ge. h e i m r a t zu schützen?" Roggenpreise— Brotpreise. Preissteigerung mii Regierungshilfe. Der kommunistische Reichstagsabgcorduetc Walker Ulbricht wurde vom Reichsgericht wegen Lorbereitung eine» Hochverräte» rischen Unternehmens zu zwei Jahre» Festungshaft ver, urteilt. Seit Anfang September find die Roggenpreise von 170 auf 180 Mark die Tonne gestiegen. Für diese scharfe Hausse am Ge» treidemarkt wird in der Agrarierpresse das Spekulantentum an der Börse verantwortlich gemacht, während die Börse selbst die In» flationsgelüste der hoch verschuldeten Rittergutsbesitzer und die spekulative ZurückhaltungAier.Getreidevorräte seitens der Landwirt- schaft als Grund für die PreissteiMuyg, hält. Wie verhält es sich nun in Wahrheit? Das Angebot an Roggen ist schok fett Wochen sehr knapp, weil die Landwirtschaft mit der Hackfruchternte und der Getreidcherbstbestellung zu tun hat. Darüber hinaus fehlt aber auch das Angebot des Provwzhandels, her sonst in dieser Zeit bisher bis Landwirtschaft verhältnismäßig wenig Zeit zum Getreideverkauf Hot. die Mühlen belieferte. Dieser Provinzhandel besitzt in diesem Jahre nur wenig Vorräte, weil durch die Propaganda des Land» bundcs, die Ernte möglichst zurückzuhalten, die Landwirtschaft nicht wie in früheren Jahren schon vor der Herbst- bcstellung einen Teil ihrer Ernte verkauft hat. Diese Zurückhaltung?- Propaganda zu befolgen ist der Landwirtschast nicht schwer gefallen, da die Reichsregierung in völliger Vertenntnis der für die Allgemeinheit notwendigen Maßnahmen dieZinsen für die Erntefinanzierungskredite durch Zuschüsse ver- b i l l i g t h a t. Diese Zustände haben dazu geführt, daß die Mühlen außerordentlich schlecht mit Roggen versorgt sind, und nur über Bor- röte verfügen, die kaum ein paar Tage für den Mahlbedarf aus- reichen. Die Mühlen können daher nicht die Nachfrage nach Mehl befriedigen, teilweise mußten sie bereits stillgelegt werden, teilweise zogen sie ihre Verkaufsangebote zurück, weil sie nicht in der Lage waren, ihre Mehlverkäufe in Roggen wieder einzudecken. Deshalb also die große Preissteigerung am Getreidemarkt. Aber gedenkt die R e i ch s r e g i e run g dieser Preissteigerung tatenlos zuzusehen? Sollen durch derartige Preistreibereien die Aktionen zur Perbilligung des Brotes für die Erwerbslosen völlig entwertet werden? Weiß die Reich»- regierung nicht, daß sie bisher immer noch die ihr auferlegte ge- fetzliche Verpflichtung oersäumt hat, einer Erhöhung der Brotpreise über den Durchschnittsbrotpreis der Monate Oktober lSZÜ bis März ISN. vorzubeugen? J-Lejti. dem Bestehen dieser, Per- pfflchlung, cklfb feit April bissts Frühjahres waren die Protpreise höher als der Durchschnittspreis. Nach der füngsten Deröffsnllichung des Preußischen Statistischen Landesamts betrug in Preußen der Durchschnsttsbrotprei» im Monat August 57,1 Pf. pro Kilogramm. während der Durchfchntttspreis des Winterhalbjahre» ISZÜ�tl nur 36,2 Pf. betrug. Jetzt ist der Vrotpreis also knapp«inen Pfennig höher als der Durchschnittspreis, d. h. der B r o tprei» ist 2,S Proz. höher als das Gefetz es erlaubt. Im Durch- schnitt von 20 preußischen Großstädten betrug diese Erhöhung sogar 3 Proz. Es wird nun allmählich Zeit, daß dieser ungesetzliche Zustand beseitigt wird. Auf keinen Fall darf aber ein« wettere Erhöhung der Roggenpreise erfolgen. Wenn die Landwirt- schaft jetzt nicht in der Lage ist, Roggen liefern zu können, dann muß unbedingt dafür gesorgt werden, daß eine Versorgung der Bevölkerung mit Roggen durch Einfuhr ermöglicht wird. Die Reichsregierung kann sich hierfür sehr gut ihrer Roggenvorräte, die in Rotterdam lagern, bc- dienen. Werden die dort lagernden Mengen Roggen«ingeführt, dann wird hierdurch zunächst ein kleiner Druck auf den Markt aus- geübt, so daß ein Steigen der Roggenpreise verhindert wird. Wir fordern die Reichsregierung auf, sich endlich einmal energisch auf die von ihr eingegangene Verpflichtung zu besinnen und dafür zu sorgen, daß die Brotprcise unter ihre gesetzliche Höchstgrenze sinken. parieiiag der Siaaispariei. Zusammenfassung derbürgerlichenMitte/Reichsrefonnpläne Gestern wurde der Reichsparteitag der Deutschen Staatspartei im Plenarsitzungssaal des Preußischen Landtags eröffnet. Der Vor» fitzende, Reichstageabgeordneter Dr. Weber, eröffnete den Partei- tag mit einer Begrüßungsansprache, in der er u. a. als ratsam be- tonte, die bürgerlichen Kräfte zwischen Hugenberg und den Sozialdemokraten zusammenzufassen und ihnen mehr Einfluß auf die Reichspolitik einzuräumen. Zwischen verschiedenen Persönlichkeiten Deutschlands hätten Besprechungen mit diesem Ziel stattgefunden, die fortgesetzt werden sollten. Zum Hauptthema des ersten Verhandlungstage»„Reichsrefprm und Preußen" sprach Ministerialdirektor Dr. Poetzsch-Heffter. Sein Referat bewegte sich in den Bahnen der Entschließung der Länderlonferenz. Nach angeregter Debatte nahm der Parteitag zur Reichsreform einstimmig eine Entschließung an, in der es heißt:„Die Staats» partei fordert die sofortige Vorlegung des Reichsreformgssetzes noch den im Verfassungsausschutz der Länderkonferenz angenommenen Grundsätzen. Durch das Gesetz ist der Dualismus zwischen Reich und Preußen zu besettigen und eine einheitliche national« Staatsmacht zu bilden. Die Gesamtverwaltung ist wesentlich zu verein- fachen."_ KpO. und Schuhpolizei. Mordhetz« nnd Anbiederungsversuch« zur gleichea Zeit. Der Berliner Polizeipräsident teilt mit: Vereinzelt sind ln der Berliner Oeffentlichkeit in den letzten Tagen Ge- rüchtc verbvettet worden, die von Gehorfamsoerweigerun- gen innerhalb der Schutzpolizei Berlin wissen wollten. An diesey Gerüchten ist tem wahres Wort. Es handett sich vielmehr um b ösarttge Lerleumdunge« der Berliner Polizeibeamtenschaft, deren polttische Absicht allzu deutlich ist. An«inigen Stellen der Stadt wurden auch Flugblätter ver» breitet, in denen die erwähnten falschen und beleidigenden Bc- hauptungen sowie Aufforderungen zum Ungehorsam entHallen waren. Verbreiter dieser Flugblätter und Behauptun- gen sind verschiedentlich festgenommen worden und werden dem Oberreichsanwalt wegen Vorbereitung des Hoch- Verrats zugeführt werden. * Die Kommunisten biedern sich wieder einmal mtt Zerfetzungs- flugblättern bei der Schutzpolizei an. Sie reden ihr zu, geschlossen den Dienst zu verweigern und dem Beispiel der englischen Matrosen zu folgen. Die Neigung der Polizeibeantten, auf den Leim der Kommunisten zu kriechen, die meuchlerische Attentate gegen die Schupo organisiert haben, ist begreiflicherweise nicht besonders grpß. Die Methoden der Kommunisten sind so dumm wie gewissenlos: erst morden fl«, und dann biedern sie sich bei den Zielscheiben ihrer Mordhetze an. Die Gehälier beim Völkerbund. Ommmond will avf nichts verzichten. Gens, 26. September.(Eigenbericht.) Da man sich in der Budgetkommission über die Gehallstürzungen des Personals im Dölkerbundssekretariat noch nicht klar geworden ist, erging an das P e r s o n a l die Anregung eines freiwilligen Verzichts auf einen Teil der Bezüge. In einer Versammlung des gesamten Personals heute morgen zeigt« sich grundsätzliche Bereit- Willigkeit zu diesem freiwilligen Schrktt, doch wurde schließlich ein Antrag gegen den freiwilligen Gchaltsverzicht mit 214 gegen 202 Stimmen angenommen. Dieses Resultat war nur möglich, well der Generalsekretär es bisher hartnäckig abgelehnt hat. mtt gutem Beispiel voranzugehen. Die Budgetkommrsflon wird nun zu einer Stellungnahme gezwungen sein. Internationale der Arbeiterjugend. Lhre Arbeit und Pläne. Die Sozialistische Iugend-Iuternationale hielt eine Reihe von wichtigen Tagungen im Reichsferienheim der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands ab. Die Internationale Führeraussprache, die im Mittelpunkt der Beratungen stand, war die dritte Veranstaltung dieser Art, die die Sozialistische Jugcnd-Internationale seit ihrem Bestehen durchgeführt hat. Diese Führeraussprochen verfolgen den Zweck, die leitenden Funktionäre der sozialistischen Jugendoorbände in regelmäßigen Abständen zu mehrtägigen Aussprachen über wich- tige organisatorische, pädagogische und allgemein-sozialistische Fragen zusammenzuführen. Die erste Internationale Führeraussprache fand im Jahre 192Z in dem holländischen Ferienheim statt, die zweite wurde auf Einladung der skandinavischen Genossen aus der Insel Fllnen abgehalten, und diesmal folgte die Jnter- nationale der Einladung des deutschen Berbandes, der in seinem Reichsscrienheim, dem Fricdrich-Ebert-5)eim Tännich, allen Teilnehmern eine gastfreundliche Aufnahme gewährte. Das Programm der Tagung war sehr umfangreich. Am ersten Tag wurde über die Möglichkeit einer stärkeren Gewinnung der Landarbeiterjugcnd gesprochen. Das einleitende Re- ferat hielt Genosse Anton Proksch- Wien. Am zweiten Tag standen die pädagogischen Probleme der Roten F a l k e n- A r- b e i t in der Jugendbewegung zur Diskussion, zu denen Genosse Erich Ollenhauer- Berlin den einleitenden Bortrag hielt. Der Redner des dritten Tages war Genosse Hendrik de Man- Frankfurt a. M., der das Thema„Die g e i st i g e n Strömungen im Sozialismus der Gegenwart" behandelte. Ani letzten Tage sprach Genosse Max Westphal- Berlin über die Stellung der jungen Generation in der Arbeitcrbc- wegung. Die Tagung hat erneut die feste Bindung der einzelnen Ber- bände an die Internationale und die große innere Lebendigkeit der Sozialistischen Iugend-Jnternationale bewiesen, und ihre Ergebnisse werden sich zweifellos in der Arbeit der nächsten Zukunft frucht- bar auswirken. Ein Beweis für die Lebenskraft der Internationale ist auch die starke Beschickung der Führcraussprachc. Trotz der großen politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten, unter denen die Iugendverbände zur Zeit arbeiten müssen, war die Fllhreraus- spräche von 9 Ländern init über 30 Teilnehmern beschickt. Es waren die Länder Belgien, Dänemark, Deutschland, Oesterreich, Estland, Holland, Rußland, Schweden und die Tschechoslowakei vertreten. Außerdem hatte die Sozialistische Arbeiter-Internationale den Gc- nossen C r i s p i e n- Berlin, die Sozialistische Erziehungs-Inter- nationale den Genossen I a l k o tz k y- Wien und die Internationale Sozialistische Studcntenfödcration den Genossen Friedländcr-Bcrlin entsandt. Der Führeraussprach« folgte die diesjährige Sitzung des Exekutivkomitees, die eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen hatte, sie stand unter der Leitung des Genossen Ollenhauer, da der Vorsitzende der Internationale, Genosse Heinz- Wien, ver- hindert war, an der Sitzung teilzunehmen. Die organisatorische Entwicklung der Iugend-Jnternationale seit der vorjährigen Exekutivkomiteesitzung ist zufriedenstellend, die ab- solute Mitgliederzunahme im Jahre 1930 beträgt rund 13S00. Die Internationale entfaltete im Berichtsjahr eine sehr lebhaste Tätig- kcit. Als bedeutsamste Veranstaltung ist die erste Jnternatio- nale Sommerschule in Innsbruck zu nennen, die mit einem vollen Erfolg abgeschlossen werden konnte. Einen wesentlichen Teil ihrer Arbeit verwandt« die Internationale aus die Förderung der Iugendverbände in den Ländcrgruppen. in denen die sozialistische Arbeiterjugendbewegung bisher nur schwach vertreten war. Die französische Jugendorganisation hat sich im letzten Jahr sehr gut entwickelt, und es besteht auch Aussicht auf baldigen Anschluß der Iugendgruppcn der englischen Arbeiterpartei an die Internationale. Der Bericht des Sekretariats wurde nach einer lebhajtcn Aussprache gutgeheißen. Die Arbeitslosigkeit der Jugend gab Anlaß zur Annahme einer Entschließung, die bestimmte sozialpolitische Forde- rungcn aufstellt. Es wurde ferner ein Dorschlag des Büros zur Abänderung des gemeinsamen Iugendschutzprogrammes der drei Internationalen angenommen, in dem sich die Sozialistische Iugend-Jnternationale die Forderung nach der 40stündigen Arbeitswoche einschließlich der Zeit des Besuchs der Berufsschule zu eigen macht. lieber die Möglich ketten einer verstärkten sozialistischen Werbung an Mittelschulen und Universitäten sprach der Sekretär der Internationalen Sozialistischen Studenten- föderation, Genosse Friedländer. Es wurde eine Entschließung in folgendem Wortlaut angenommen: „Die Exekutiv« der Sozialistischen Ivgend-Iniernakion ak« macht alle Berbände auf die große politische Bedeutung der so- zialistischen Arbeit an den Hochschulen und höheren Schulen aus- merksam. Diese Arbeit ist im Hinblick auf die zahleninäßige Zu- nähme und klasienmäßige Bedeutung der geistigen Arbeiter im sozialen und staallichen Leben und aus die Versuche der politi- schen Reaktion, diese Schichten durch Bildung?- und Standes- Privilegien künstlich vom Proletariat abzuschnüren, von besonderer Wichtigkeit. Die Exekutive fordert daher die Verbände aus,� die Arbeit der sozialistischen Studentcnorganisationen zu unterstützen und je nach den gegebenen Berhättnissen die Arbeit an den höheren Schulen anzuregen, zu fördern, zu organisieren oder die Partei- leitungcn aus den politischen Wert dieser Arbeit hinzuweisen." Im Jahre 1932 soll die zweite Internationale Sommerschule stattfinden. Sie soll in erster Linie offen ge- halten werden für die Verbände in den sranzösisch und englisch sprechenden Ländern. Als Tagungsort wurde ein geeignetes Heim in Westeuropa in Aussicht genommen. Der Internationale Jugend- tag 1932 wird am 2. Oktober stattfinden. Im Frühjahr 1932 wird das Sekretariat der Internationale ferner eine Konferenz der Iu- gendverbände in den Oststaaten einberufen. Einen wichtigen Beratungsgegenstand bildete der im nächsten Jahr fällige vierte Internationale Iugendkangreß. Das Exekutivkomitee beschloß auf Vorschlag des Büros für diesen Kongreß folgende Tagesordnung: 1. Der Kampf um den Frieden und die Jugend. 2. Arbeiterjugend und Demokratie. 3. Wirtschaftskrise und Arbeiterjugend. 4. Bericht des Sekretariats. Der Kongreß soll mit der Erörterung der Aufgaben der Jugend im Kampf um den Frieden beginnen, und zwar wurde beabsichtigt, diese Erösfnungskundgebung des Kongresses in einem größeren Rohmen durchzuführen. Der Kongreß wird Ende Mai oder An- fang Juni 1932 in Zürich stattfinden. Die Exekutiv« beschloß ferner den Tagungsort für dos dritte Internationale Jugendtreffen 1934. Bereits im vorigen Jahr war als Datum dieses Jugendtreffens das Jahr 1934 feftze- legt worden, nunmehr beschloß das Exekutivkomitee einstimmig, dieses Jugendtreffen für Anfang August 1934 nach 5) a m b u r g einzuberufen. Die sozialistische Jugendorganisation Luxemburgs wurde in die Sozialistische Iugend-Jnternationale als Mitglied aufgenommen. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. Bcrantwortli-d Ar Politik: Victor Schill: Dirtschalt: S. Nliaqclliiiftf. Gewerkschaft zbcwcqunq: b Steiner: Feuilleton: Dr. John Schikowsli: Lokales und Sonftiaes: itrih Zlarftäht:■Haaciae::: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verla«: Vorwärts-Verloa G. m. b. L.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Lerlaasanstalt Paul«inner u. Co.. Berlin SW 68, Lindensrrake S. Hier,» 3 Beilagen. / T/M W'j \ m erstklassige UND SCHLESISCHE FABRIKATE- ALLE GRÖSSEN. MENGENABGABE VORBEHALTEN. T; c r h t ii c H e r Frottierhandtuch f\. a c v'e'ss m't e Halbleinen O45 fhren Bordüren, ff~J 9 5 i � O/ 1 6 O c m 5 4, 1 I O cm W— Tischtücher Halbleinen O45 1 3 O/ 1 6 O c m Tischtücher Reinleinen O95 130/160 cm w- in- Tischtücher Reinleinen C9O 160/160 cm— Bielefelder Reinleinen f. Laken, 162cm, �95 gebleicht, Meter W—• Taschentücher Reinleinen, II Wahl Serie I Serie II Stubenhandtuch reinleinen Drell ��_c und Jacquard,(J/ 3 4 5/ 1 00 cm W—— Küchenhandtuch weissreinleinen, 4 6/ 1 00 cm W— Küchenwischtuch reinlein., wel ss-_ rot- k a r 1 e rt#• ge,55 5 5/ 7 5 c m W-— Künstlerdecken aus Agio-Kunstsei de 1 30/160 1 30/130 Serie i-» 022 Oü 522 422 Winterkatalog ist so__—-—__ Sl.»ir c, HerbJtko'o'-S'»w- Harne: Ort:. Ta g h e m d �Madapolam, Tragnrform, mit breiter Stickerei Ta g h e m d Batist m.Handarb. od.Slick.u.Spitze reich gornlort,od.farb.m. 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Der schwere Druck t>er kurzfristigen Ncrschuldung, der äugen- blicklich auf den Komiminen lastet, erklärt sich nicht aus der Größe der Kredite, denn diese sind in den letzten Monaten trotz schwerster Finanznot der Kommunen nicht gewachsen, sondern aus den Aus- Wirkungen der allgemeinen Krcdittrise dieses Sommers. Die Gläubiger der Kommunen sind, soweit es sich um ihre kurzfristigen Schulden handelt, etwa zu zwei Dritteln die Sparkassen und Girozentralen, zu einem Drittel private Banken. Die Spar- lassen und Girozentralen waren infolge der starken Angst- abhebungen der letzten Monate genötigt, chre Liquiditätsreserocn zum Teil anzugreisen, und dabei wurde die Frage dringlich, wie weit ihre kurzfristigen Forderungen an die Kommunen flüssig gemacht werden können, die normalerweise als liquide Forderungen gelten können. Die Frage der kurzfristigen Kommunalkredite er- scheint so von der Seite der Sparkassen her als die Frage der Wiederherstellung ihrer Bewegungsfreiheit. Und ähnlich liegen die Dinge bei den privaten Kreditinstituten, die durch das Einfrieren von Debitoren aus der Privatwirtschaft und durch die Zurückziehung von kurzfristigen Auslandskrediten ebenfalls viel Bewegungsfreiheit eingebüßt haben. Wie soll man umschulden? So wurden die Kommunen von beiden Glöubiqcrseitcn her zur Zurückzahlung ihrer kurzfristigen Schulden gedrängt. Sie sind ober infolge ihrer finanziellen Bedrängnis heute weniger denn je dazu in der Lage. Daß hier Abhilse nötig ist, darüber gibt es heute kaum Meinungsverschiedenheiten. Die Meinungen gehen nur darüber auseinander, auf welchem Wege Abhilfe ge-- schaffen werden soll. Wir haben schon auf die Prosekte der G e in e i n f ch a f t s- g r u p p c deutscher Hypothekenbanken und Silvcrbergs hin- gewiesen, die den einfachen, aber gefährlichen Weg der Zwangs- k o n f ol idi e r un g der kurzfristigen Kommunalschulden vor- schlugen und haben diese Pläne abgelehnt. Sie scheitern auch an der Ablehnung durch die in erster Linie interessierten Kreise selbst. Hartnäckiger erhalten sich die Pläne, die eine Konsolidierung der kurzfristigen Konnnunalschulden durch Verpfändung der kommunalen Werke in irgendeiner Form vorschlagen. Am häufigsten begegnet man der Borstellung, daß sämtliche kommunalen Werke irgendeiner Gattung— vor allem denkt man dabei an die E l c k t r i z i t ä t sw e r k c— in eine zentral« Holding-Gesellschaft eingebracht werden und deren Besitz zur Grundlage einer großen Anleihe gemacht lmrd. Dieser Vorschlag erscheint auf den ersten Blick verlockend, weil er die De r e i n h e i t l i ch u n g und planwirtschaftlichc Rege- nmg des Elektrizitätswesens in sich schließen könnte. Daß grundsätzlich eine Vereinheitlichung in der Elcktrizilöts- wirtfchast erstrebenswert wäre, braucht hier nicht besonders betont zu werden. Wenn sich auch der gewaltige Zlufschwung der elek- irischen Krafwcrsorgung Deutschlands in den letzten Jahren dank des überragenden Einflusses der öffentlichen 5) a n d auf diesem Gebiet mit viel weniger Ncibungen und Fehlt nve st i- t i o n« n vollzogen hat als in den von der Privatwirtschaft be- herrschten Gebieten, so ist doch die Zersplitterung und das Neben- und Gegeneimmderarbeiten der verschiedenen privaten, gemischt- wirtschaftlichen und öffentlichen Gruppen«in Uebcl. Aber die Planwirtschast, die volkswirtschaftlich geboten ist, ist etwas ganz anderes als die sogenannte Planwirtschast, die von den kapitalistischen Interessenten angestrebt wird. Bei einer Verpfändung zu Umschuldungs- und Anleihezwecken droht die ernst- liche Gefahr, daß die Herrschast von kapitalistischen Interessenten- gnippen der einzige Effekt der Zusammenfassung der kommunalen Elektrizitätswerke wäre. Dem ausländischen Kapital würde«in einfacher, mühe- und risikoloser Weg eröffnet, seine Hand auf die deutsche Elektrizitätswirtfchast zu legen. Aber gerade in der Elektrizitätswirtschaft dem Ausland mehr zu geben als reine Anlagemöglichkeiten in Anlciheform, wäre für die Unabhängigkeit der deutschen Wirtschasts- p a l i t i k einer der gefährlichsten und bedenklichsten Schritte. So bleibt für die nächste Zeit nur noch ein Wcg, um den Druck der kurzsrfftigen Kommunalverschukdung wenn auch nickst vollständig zu beheben, so doch wesentlich finanziell und auf längere Zeit zu mildern: das Zusammenwirken von Reich, Reichsbank. Kommunen und Krcditinstiwken zur Anbahnung einer Zwischenlösung. ZWN Reklameball-„Reklametag" Die letzte Mitgliederversammlung des Deutschen Reklame- Verbandes, Ortsgruppe Berlin, hat" den Beschluß gefaßt, den Rcklameball 1932 ausfallen zu lassen und statt des oll- jährlichen Wohlfätigkeitstostümfestes eine öffentliche Veranstaltung aufklärenden und werbenden Cha- r a k t e r s z» bieten. Der„R e k l a m e t a g" ist so gedacht, daß Vertreter verschiedener Berufsgruppen der breiten Oeff-mtlichkeit dartun, daß die Werbung in der jetzigen Wirtschasts- krisc ein unerläßliches Mittel ist, den wirtschaftlichen Optimismus zu stärken und das Geschäftsleben zu fördern. Man könnte sich diesen Weg etwa folgendermaßen vorstellen: Die einzelnen Kommunen und Kreditinstitute be- mühen sich zunächst untereinander, eine Einigung über die kurzfristigen Kommiiiialkredite herbeizuführen, beispielsweise in der Farm her Uebcrgabe und Uedernahme mittelfristiger KommUnalschatzanweisungcn. Das mag in manchen günstig gelagerten Fällen, insbesondere bei öffentlichen Kredit- instituten, für 199 Proz. der Schulden gelingen, in anderen Fällen zu einem niedrigeren Prozentsatz, während die Fälle sehr selten sein dürften, in denen überhaupt keine Vereinbarung zustande- gebrocht werden kann. Das Zustandekommen solcher Vereinbarungen würde wesentlich gefördert, werden, wenn auch die Reichsbanl den in Frage kommeirden Kreditinstmiten möglichst weitgehend entgegenkommen würde. Die Reichsbonk könnte den Kreditinstituten, die den Kom- munen bei dieser Umschuldung helfen, bei der Refinanzierung rcichsbanksähiger Geschäfte entgegenkommen. Bei dieser Gelegenheit muß auch den öffentliche,, Sparkassen das Recht eingeräumt wcrdeir, ihre Wechsel und Akzepte, soweit sie sonst den üblichen Bedingungen entsprechen, bei der Rcichsbank ciiizurcichem Die Mitwirkung des Reiches. Es mag sein, daß dann noch immer«ine Spitze von einigen hundert Millionen übrigbleibt, und hier ist der Punkt, wo das Reich, das die Verantwortung sür die Notlage der Kommunen insolge der Ucbcrbürdung mit Wohlfahrtslasten. trägt, an der Umschulduvg der Kommunalkredite mitzuwirken hat. Man könnte sich die Mitwirkung des Reiches so vorstellen, daß das Reich in ollen den Fällen, in denen es sich davon überzeugt hat, daß trotz aller Bemühungen der beteiligten Kreise noch ungedeckte Kreditspitzen übrigbleiben, diese Kredite ablöst, also s e l b st. i n die G l ä u b i g e r st e I l u n g eintritt. Um dazu imstande zu sein, müßte das Reich sich selbst Kredite beschaffen, beispielsweise ebenfalls in Form mittelfristiger Schatzan Weisungen. Man könnte vielleicht dagegen einwenden, daß das Reich sich auf diese Weise abermals verschuldet. Aber-es muß berücksichtigt werden, daß dank des Reparotionsfeierjahres überplanmäßige Tilgung der kurzfristigen Kredite d«s Reiches wieder einen gewissen Spielraum für Reichsschulden schafft. Außerdem handelt es sich bei dieser Transallion gar nicht um echte R e i ch s s ch u l d e n, sondern eigentlich nur um Kommunalschulden, die vom Reich garantiert werden. Es tani, auch nach den verhältnismäßig günstigen Erfahrungen, die mit der Erneuerung von Reichsschatzanweifungen in den letzten Wochen gemacht wurden, nicht daran gezweifelt werden, daß diese Ablösungsschatzanweisungen guten Absatz finden würden. Denn sie täimen, da sie der Abläsung hochvcrzinslicher kurzfristiger Kredite dienen, mit Bedingungen ausgestattet werden, die für die Abnehmer verhältnismäßig günstig sind. Wir sind fest davon überzeugt, daß bei einigem guten Willen aller beteiligten Kreise eine Lösung des dringenden Schuldenproblems der Kommunen nach der uns vorschwebenden oder einer ähnlichen Konstruktion gefunden werdeir kann, ohne daß die gewaltsamen und gefährlichen Wege einer Z w a n g s k o n f o l i- d i c r» n g oder der Verpfändung kommunaler Werke beschritten werden müssen. Auch das Reich wird sich den Kommunen gegen- über, die feine Schuldner werden, auf andere Weife sichern können als durch Wcrksvcrpfändungen. Wir find der Auffassung, daß hellte, in dieser ungeheuer schwierigen Uebergangssituation der deutschen Kreditwirtschast und angesichts der völlig ungeklärten Beziehungen zwischen dem Aus- landskapital und der deutschen Krcditwirffchast für sämtliche Kredit- fragen innerhalb der deutschen Wirtschaft nur Zwischenlösungen gefunden werden können. Erst wenn an Stelle einer kurzfristigen Stillhaltungsvcrciiibarung ein wirkliches Vertrauensverhältnis zwischen Deutschland und dem Ausland wiederhergestellt fein wird, und zwar politisch wie finanziell, werden die großen Kreditfragen der deuffchcn Wirtschost von Grund auf bereinigt werden können, und erst dann wird der Weg frei werden, um auch die Kommunen endgültig von ihren Krcditsorgen zu befreien. Die Krise am Baumarkt. Kapitalbeschaffung für zweite Hypotheken und weitere Baukostenfenkung sind notwendig. Die Deutsche Bau- und Boden baut A.- G. Berlin, ein Institut, das vom Reich gegründet wurde und sich vor allem mit der Z w i f ch e n f i n a n z i e r u ü g- vlm.-.Kautoi, und der Vor- woitung der Forderungen de R,c i ck) c H aus der werte- schaffenden ArbcitÄbsenfürsorge befaßt, veraffenllicht ihren Bericht' über die Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft im ersten Halb- jähr 1931. Die Ba»wirtschast ist nach der ungewöhnlich g ünst igen Entwicklung in den Jahren 192.Z bis 1929 von einer Sonderkrise betroffen. Im ersten Halbjahr 1931 ist ein besonders starker Rück- gang festzustellen, der seinen Grund vor allem in der Kürzung der H a u s z i n s st e u e r m i t t e l zur Förderung des Baumarktes hat. Auf dem Gebiete des- W o h n u n g s b a u e s ist die Zahl der Baubeginne gegenüber dem ersten Halbjahr 1939 um 39 Proz., gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1929 um mehr als 31 Proz. gesunken. Die Bauanträge blieben mit einer Gesamtzahl von 28 500 im ersten Halbjahr 1931 um 38 Proz. hinter der Ziffer des Vorjahres' zurück. Noch schärfer war die Schrumpfung des Vau- volumens, da der Anteil der Kleinwohnungen(1 bis 3 Wohn- räume) an der Gesamtzahl der Bauten weiter gestiegen ist. Betrug dieser Anteil im Jahre 1927 erst 34 Proz., so ist er im ersten Halbjahr 1931 auf 54 Proz. angewachsen. Der Anteil der Groß- Wohnungen(über sechs Wohnräume) beträgt nur noch 1,8 Proz. Auch das zusätzliche Wohnungsbauprogramm der Rcichsrcgie- rung ist au-fchließlich dein Bau von Kleinwohnungen zugute ge- kommen. Bon dem allgemeinen Rückgang der Wohnungsbautätig- keit im ganzen Reichsgebiet machen allein die Mittelstädte Westdeutschlands eine Alisnahnie, die einen nicht uncrheb- lichen Zugang aufweisen. Ein ähnlich starker Rückgang ist auf den anderen Zweigen des Baumarktes festzustellen. Die sich ständig verschärfende Krise fährte im gewerblichen Bau zu einem Rückgang der Bau- genchmigilngcn um 29 Proz., der Baubeginnc um 27 Proz. gegenüber dem Borjahre. Insolge der schwierigen Lage der öffent- liehen Finanzen ist die Zahl der Baiigenehmigunge!, auf dem Gebiete des öffentlichen Bauwesens um 32 Proz., die der Baubeginne um 44 Proz. gegenüber dem Borjahr zurückgeblieben. Naturgemäß wirkte diese Entwicklung unvermindert auf die Baustoffindustrie zurück. Im ersten Vierteljahr 1931 mochte der Kalkabsatz nur 49 Proz., der Zementabsatz 39 bis 69 Proz. und der Absatz von Eisenträgern nur 39 Proz. des Absatzes zur gleichen Zeit des Vorjahres aus. Infolge dieses ge- ringen Absatzes ist die L a g e r h a l t» n g der Baiistoffindustrien bedeutend größer gcivordcn. Die. schlechte Beschäftigung der Bauindustrie hat. in besonderem Maße die Arbeiterschaft zu spüren bekommen. Bon den Gewerkschaftsmitgliedern des Baugewerbes waren im Juni 1930 noch 62 Proz., im Juni 1931 aber nur 43 Proz. voll be- fchäftigt, obwohl in der gleichen Zeit sich die Gesamtzahl der erfaßten Gewerkschaftsmitglieder von 793 999 auf 636 999 er- mäßigt hat. Während die Zahl der im Baugewerbe beschäftigten Arbeiter nur etwa 9 Proz. aller Arbeitnehmer ausmacht, cnt- fielen von den Arbeitslosen nicht weniger als 14 P»M auf di« Gruppe der Baufach- und Hilisarbeilcr. Die Finanzierung von Bauten ist in der Bericht- zeit immer schwieriger geworden. Der Markt für erste Hypotheken hat sich verengt. Nur die privaten und öffentlichen Lebens- Versicherungsanstalten tonnten— entsprechend der San- dcrkonjunktur in ihrem Geschäftszweig— in größcrem U m- fange als im Vorjahr« Gelder in Hypotheken und Kom-' munaldarlehcn anlegen. Viel schwieriger noch wurde die Beschaffung der zweiten 5)ypothcken, da durch die Notverordnung vom Dezember 1939 ein Teil des Hauszinssteueraufkommens, der für die Förderung des Kleinwohnungsbaues bestimmt war, dem allgemeinen Finanzbedarf überwiesen wurde. Die besonder« Bedeutung der Bauwirtschaft im Rah- wen der Gesamtwirtschaft erfordert nach Ansicht der Bau- und Bodenbonk schon in allernächster Zeit besondere Maßnahmen. Im Gegensatz zu der allgemein verbreiteten Ansicht wird festgestellt, daß immer noch ein großer Bedarf an Wohnungsneubautcn be- steht. Erst vom Jahre 1936 ab wird man mit einem Absinken des Bedarfs an Wohnungen rechnen dürfen. Allerdings wird es sich in Zukunft nicht so sehr um die Erstellung städtischer Wohnun- gen handeln, sondern das Hauptgewicht der Bautätigkeit wird im Rahmen der l a n d w ir t j ch a f t l i ch e n Siedlung und der söge- nannten Stadtrandsiedlung liegen. Besonders diese Stadt- randsiedlungen, die dem Siedler ein N e b c n e i n k o m m e n aus Bodenbcwirtschastung und Kleintierzucht gewährleisten und damit zu einer weiteren Verkürzung der Arbeitszeit beitragen könne, sei einer planmäßigen Förderung wert. Da der Anteil des Volkseinkommens, der in Bauten investiert >1/ Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Berlin stellt ab 28. Sep- Y tcmbcr 1931 in ihren Verkaufsräumen Wegelystraße 1 am I Stadtbahnhos Tiergarten werktäglich von 9 bis 19 Uhr eine Jr große Anzahl jion weißen und bemalten Porzellanen, die infolge A der strengen Sortierung wegen kleiner Fabrikationsjehlcr vom � Gutverkauf ausgeschieden wurden, zu herabgesetzten Preisen zum Verkauf. Zinn Angebot gelangen komplette weiße Tasel- und Kasseeseroice, Einzelteile für Servicecrgänzungen wie Tassen, Teller, Schüsseln, Terrinen, ferner Dosen, Schalen, Körbe und Figuren. Die Preise sind in weitgehender Anpassung an die Wirt- schaftelage herabgesetzt worden. Den Freunden von Berliner Por- zellan wird die Möglichkeit geboten, schöne Stücke zu äußerst günstigen Bedingungen zu erwerben. pf«i»b»izp!o! der/f 8 billigen. Küchenhandtuch Reinleinen, Gersten- q n Korn, Gr. 48x100 cm""»yO Preisbeispiel der.. 8 billigen.."t Kissenbezug 82x82 cm Wäschestoff, dicht\7S mittelfeinfädig I Landeshuter Leinen- u. Gebildweberel Preiib.ispiel der,, 8 billigen. Kaffeedecke i30xi30cm Baumwellgewebe f%AO heUgrundig»b Bord«-rn Preisbeispiel der„6 billigen. Trikot- Beinkleid WelOwMoko« mit 375 Preisbeispiel der,, 8 billigen.."t Damen- Nachthemd Ladtsroso Batist mit C75 neuartiger Verzierung 3 Aul Vunsch erleichtert« Zihlungv bcdingwgen fMonttsnten) Berlin, Leipziger Strasse 20-22 Kurf Qrstendamm 227 Im Zeitalter der Maschine gewinnt die Handarbeit als Ausdruck des Persönlichen immer mehr an Wert, sei es, daß man solche Arbeiten liebevoll für die Seinen oder für sich selbst fertigt, sei es, daß man die wertvollen, oft mit besonderer Kunst und Mühe hergestellten Handarbeiten fertig kauft. iMrdcn ist, selbst in den Iahren 1925/30 nicht höher alt in onfeten Industriestaaten war. ist ein« d-gr«nzte Förderung de» Bauwesens volkswirtschaftlich ebenso notwendig wie berechtigt. sieden der Veschaffung von Mitteln für billige zweite Hypotheken ist eine weitere Baukostensenkung notwendig. Die Baustoff» preis« sind von ISS Proz.(1S13--- 100) im Jahresdurchschnitt 1929/30 auf 125 Proz. im Juni 1931 zurückgegangen. Man wird aber um cine Kapitalbereinigung in der Baustoffindustrie nicht l>-rumkommen. betrug doch die durchschnittliche Aus- Nutzung der Betriebe Anfang 1931 nur noch 22 Proz. ihrer Leistungsfähigkeit. Der hohe Anteil der sogenannten fixen Aosten gerade in diesen Betrieben ist ober bekannt. Angespanuier Reichsbankausweis. Vorsorge für Quartalstermin und ausländische Markabrufe. Die dritte Septemberwoche, für welche die Reichsbank jetzt ihren Ausweis vorlegt, fällt insofern völlig aus dem Rhythmus der Reichs» bankcntwicklung heraus, als sie eine Erhöhungder Kapital- anlagen der Bank gebracht hat. Gewöhnlich findet in der dritten Woche des jeweiligen Monats die st ä r k st e E n t l a st u n g durch Rückzahlung von Wechsel- und Lombardschulden statt. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. September Hot sich die gesamte Kapitalanlage um 93,8 auf 3247,6 Millionen Mark erhöht. Wöhrend bei den Lombardbcständen ein Rückzug um 22,6 auf 141.2 Millionen eingetreten ist, sind die Bestände an Handelswechseln um 125,9 Millionen gestiegen. Dieser ungewöhn- lichc Vorgang erklärt sich einmal daraus, daß die noch erwarteten Markabruf« ausländischer Gläubiger(aus Grund des Stillhalteabkommens), sowie der herannahende Bierteljahrestermm am 1. Oktober, an dem umfangreiche Zinszahlungen fällig werden, die Banken zu größerer Vorsorge veranlaßt haben. Daß diese neuen Wechselziehungen vorsorglich sind, geht schon daraus hervor, daß der Gegenwert von den Kunden der Rcichsbank nicht abgerufen, sondern auf Girokonto belassen wurde. Di« fremden Gelder auf Girokonto zeigen mit 540,3 Millionen eine Zu- nähme um 146,9 Millionen. Nicht überraschend, aber auch keineswegs erfreulich ist die Ent- wicklung der Devise nlage bei der Reichsbank. Infolge der Verkäufe deutscher Wertpapiere durch das Ausland und der Abrufe ausländischer Markguthaben in Deutschland, die nach dem Stillhalte- abkommen zulässig sind, hat sich der Devisenbestand der Reichsbank in der Berichtswoche um 58,3 Millionen auf 297,8 Millionen verringert. Bemerkenswert ist, daß der G o l d b e st a n d aus deutschen Ablieferungen um 2,3 auf 1374,4 Millionen gestiegen ist.— Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen stellte sich auf 40,1 gegen 40,7 Proz. In der Vorwoche. Reue Bankpleiten. / Nun auch in Zürich. Die Krise im Bankgeschäft fordert immer mehr Opfer. Aus Bochum werden gleich zwei Zahlungseinstellungen von Privat- bankhäusern gemeldet: es handelt sich um die Bankgeschäfte Her» mann Schüler und Stern u. Archenhold.- Um die Stützung des zusammengebrochenen Kölner Bankhauses Deichmann u. Co. soll sich neben«inigen Kölner Privat- danken auch das Bankhaus Henry Schroeder, London, bemühen..T .Cm Opfer der starken Kursrückgänge ist das Züricher Bankhaus C. I. Brugebachsr u. Co. geworden. Diese Firma soll groß« Effektenbeträg« gekauft haben, um di« Kurs« der Aktien �befreundeter" Unternehmungen zu stützen. Auch die Ent« wertllng der südamerikanischen Währungen soll große Ver- last« gebracht haben. Verschärfung der Oevisenordnuug. Die deutschen Kapitalisten scheinen immer wieder Wege zu finden, ihre Werte in ausländische Valuten umzuwandeln. Sie scheinen sich insbesondere zunutze gemacht zu haben, daß Aus- l ä n d e r diejenigen Markbeträge, die sie für den Verkauf von Wertpapieren an deutschen Börsen erhalten, in Devisen umwandeln und ins Ausland bringen dürfen. Di« Regierung hat sich jedenfalls veranlaßt gesehen, in einer fünften Verordnung zur Devisenovdming folgende Bestimmungen zu erlassen. Inländer dürfen nur mit schriftlicher Ge» nehmigung der Devisenwirtschastsstellen Wertpapiere in die Depots von Ausländern, die bei deutschen Banken unterhalten werden, legen. Inländische Banken dürfen mir mit schriftlicher Genehmigung Austräg« von Ausländern zum Verkauf von Wert- papieren ausführen, es sei denn, daß diese Ausländer ausdrück- l i ch oersichert haben, daß die Wertpapiere nicht Inländern gehören.— Mit dieser Bestimmung wird hofientlich verhindert, daß weiterhin deutsche Kapitalisten ihre Papiere Ausländem übertragen oder zur Derfügung stellen, damit diese die Papiere für Rech- nung der Deutschen verkausen und ihnen den Erlös in Devisen zuführen. Zahlungseinstellung der Äaer Sohn AG. Das bekannt« Kaufhaus Baer Sohn A.-G., Berlin, C h a u s f« e st r. 29/30, hat die Zahlungen eingestellt. Bereits im Juni mußt« die Firma um«inen Zahlungsaufschub an chre Gläubiger herantreten: der damals geschlosiene Vertrag konnte nicht elngehalten werden. Es wird ein gerichtliches Berglcichsver- fahren angestrebt. ver Export deutscher Kraftfahrzeuge. Unter dem verschärften Druck der inländischen Absatztrise hat die Krastsahrzeug- i n d u st r i e in Deutschland chre Waren in verstärktein Maß« auf den Weltmarkt geworfen. So hat bereits im ersten Halbjahr 1931 der Export von Personenwagen nahezu den Stand de» gesamten Exportes im vorhergehenden Jahr erreicht. Im Vergleich mit der Zeit.vom Januar bis Juni 1930 weist der Export in der gleichen Zeit'dieses Jahres«in« Steigerung um mehr als 56 Proz. aus. Bemerkenswert ist hierbei, daß die Ausfuhr anderer Länder in dem gleichen Zeitabschnitt erheblich zurückgegangen ist. Fürsorge für die Erwerbslosen. Rur um die Llnterstühung zu kürzen? Wenn gegenwärtig irgendwie von einer sozialen Reform die Rede ist, kann dieses Wort nur noch in Verschlechterung ver- deutscht werden. So kündet denn das Reichsarbeitsmini- st.« r i u m eine neue Reform der Erwerbslosenfürsorge an durch die folgende Meldungi „Da« Reichsarbeitsministerium hat die Verhandlungen mit den einzelnen Wirtschastsgruppen über die Möglichkeit der Ge- Währung von Preisnachlässen für die Erwerbs- losen bisher nicht abgeschlossen. Wie das Nachrichtenbüro des VdZ. hört, nehmen die Vorhand- lungen einen durchaus positiven Verlauf. Es ist damit zu rechnen, daß in der nächsten Woche das Ergebnis in dem Sinne vor- liegt, daß eine Verbilligung auf bedeutenden Gebieten der Lebens- Haltung erzielt worden ist. Insbesondere rechnet man mit Preisnachlässen für die Erwerbslosen bei kohle und Kartoffeln, ober auch bei Fleisch- und Backwaren. Die weiteren Be- mühungen gehen dahin, die übrigen Slrtikel des Lebensbedarss, ins- besondere auch die K o n s e k t i o n, mit in den Preisnachtatz einzu- beziehen. Die technische Durchführung dieser Aktion zu- gunsten der Erwerbslose» wird Sache der Gemeinden und des Einzelhandels sein. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß d i e Verbtlligungspläne für die Erwerbslosen verbunden werden dürften mit der Ausführung jener Ermächtigung an die Reichs Versicherungsanstalt, den Etat der Arbeits- losenversicherung in Ordnung zu bringen. Mit einer besonderen Notverordnung hierfür ist nicht mehr zu rechnen, weil die bereits gegebene Ermächtigung ausreicht. Von den drei Möglichkeiten, den Etat der Reichsanstalt in Ordnung zu bringen, nämlich der Beitragserhöhung, der Kürzung der Unterstützungssätze und der Kürzung der Unter st ützungsdauer hält man die Beitragserhöhung für ausgeschlossen, so daß die verbilligung der Lebenshaltung von den Erwerbslosen wohl mit einer Kürzung der Unterstühungssähe oder der llnterstütznngsdauer zu einem Teil wird bezahlt werden müssen. Allerdings rechnet man in maßgebenden Kreisen damit, daß die Kaufkraft der Erwerbslosen Unterstützung auch nach der Reform mindestens nicht schlechter als im Augenblick sein wird, so daß zu Beunruhigungen der Erwerbslosen in dieser Beziehung kein Anlaß gegeben sei." Als die Regierung sich für die Lohnkürzungen einsetzte, ver- sicherte sie der Arbeitnehmerschaft, daß sie zugleich auf eine Herab- setzung der Lebensmittelpreise bedacht sei. so daß nur der Nominallohn gekürzt, der Reallohn aber möglichst erhalten bleiben werde. Die Lohnkürzungen waren für die Unter- nehmet dank des ihnen dafür zur Verfügung gestellten Schlichtunas- axparats ein wahres Kinderspiel, gemessen an den An» strcngungcn der Regierung, die Preise für die wichtigsten Lebens- mittel herabzusetzen. Die Arbeiterschaft hat den Lohnabbau über sich ergehen lasse», von einer gründlichen Verbilligung der Lebensmittel aber bis heute noch nichts gemerkt. Die Reichsaustalt für Arbeitslosenversicherung kann mit ein paar Federstrichen die Unterstützungssätze für die Erwerbslosen herabsetzen oder die Unterstützungsdauer, ob jedoch die A e r b i l l i- g u ng s- Pläne im Rcichsarbeitsministcrum einen derartigen Er- folg haben, daß sich die Erwerbslosen auch nach einer erneuten Der- schlechterung ihrer Unterstützung„mindestens nicht schlechter stellen" als schon jetzt, ist so sehr fraglich, daß wir nichtdaran glauben können. Eine zusätzliche Unterstützung in Naturalien ist für die Erwerbslosen während der Wintermonate dringend not- wendig. Kann die Regierung sie nicht gewähren, weil ihre Sub- ventionen an die Landwirtschaft und andere Kreis« zu hohe Summen verschlingen, dann muß sie erst recht davon absehen, die Erwerbs- losen noch schlechter zu stellen. Aus keinen Fall darf die Erwerbslosenunterstützung verschlechtert werden durch Kürzung der Unterstützungssätze oder der Unter- stützungsdauer, bevor das Reichsministerium den Vewei» geliefert hat. daß die Kaufkraft der Erwerbslosenunterstützung tatsächlich nicht schlechter sein wird als bisher. Konnte man den beschäftigten Ar- beilern unter dem Druck der Krise Lohnkürzungen und Krisensteuer auserlegen, so können doch den Erwerbslosen unmöglich weitere Entbehrungen zugemutet werden. Der Gewerkschaftskongreß hat den Reichsarbeitsminister gewarnt. Auf dem Kongreß kamen Ueberlegungen zum Ausdruck, di« sich aus der Kenntnis der Verhältnisse ergeben. Die Stimmung der Erwerbslosen verträgt keine weitere Belastungsprobe. Mit Palliativmitteln, deren Erfolg mindestens noch sehr zweifelhast ist, kann die Existenz der Arbeitslosen nicht gesichert werden. Man wird sich schon nach wirksameren Mitteln umsehen müssen, um den Arbeitslosen zu Helsen und sie vor der vollständigen Verzweiflung zu bewahren. 5p0.-venossen und Kollegen der BVG. Diewl«., de« 19. September. 10 Uhr. im jpoeeri Sul der Kammerdle. TeUewcr Strafe 1—4: Große Kundgebung aller SPD-Genossen mit Sympathlsle: enden. Es spricht der Vorfitrendc der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Hau Voßrl, Ober das Thema..ünaer Kampf gefon Vt'lrtartaaltsfcataatr.phe und ihrbettaloatAketH". AuBerdetr spricht Hau Flieder ilher die Ketrlebarmtawalil am 1*. Oktober. Der Oesangverein der BVG. wird mitwirken.(Parteimiiglledsbneh und Fahrausweis der BVO legitimeren) Gaste können durch Genossen eingeführt werden. GestmUraktUuisvorsiana Her BVG. Belrimsetzretarlat Ger SPD. Oer Lehrlingslohn. Äei Kurzarbeit Lohnkürzung zulässig. Gibt es überhaupt einen Lehrlingslohn? Die Handwerksmeister bestreiten es. Sie zahlten dem Lehrling, solange er in Kost und Logis bei ihnen stand, ein Taschengeld— oder auch keins, nach Fortfall des Kost» und Logiszwangcs Kostgeld. Da jedoch dieses Kostgeld meist in einem allzu krassen Gegensatz zu dem für«inen Lehrling notwendigen Verpflegungssatz stand, wurde diese Bezeich. nung in das schöne Wort Erziehungsbeihilse umgewandelt. Die Lehrlingsentschädigung wurde dadurch zwar nicht höher, allein di« Darstellung der Handwerksorganisationen, das Lehr- Verhältnis sei kein Arbeits-, sondern ein Erziehungsver- h ä l tn i s, sollte damit bester sundamentiert werden. Man wollt« und will auch heute noch verhindern, daß die Gewerkschaften in die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Lehrlinge eingreifen und tarif- liche Regelungen herbeizuführen. Deshalb sucht man das Lehroerhällnis al, ein„Erziehungsverhältnis" auszugeben, das nur den Lehrmeister und di« Eitern des Lehrlings etwas angehe, aber nicht die Gewerkschaft. Wobei oi« Tatsache oer- schwiegen wird, daß dann auf der«inen Seit« nur der Vater oder die Mutter des Lehrlings steht, auf der anderen Seite jedoch außer dem Lehrherrn die Innung und die Handwerkskammer. Da nun ober auch die Lehrlinge sich ihrer zuständigen Gewerk- schaft anschließen, genau wie der Meister seiner Innung angeschlossen ist, halten die Gewerkschaften sich verpflichtet, auch die Interesten ihrer jugendlichen Mitglieder wahrzunehmen und so kommt das„Er- ziehungsoerhältnis" mehr und mehr organisatorisch in di« Enge, während es materiell wie ideell überhaupt nicht existiert. Da, Lehrliugsverhällni, ist ein Lohavcrhältnis und daß es sich hier um nichts weiter als um eine Geldfrage han- dslt, um einen Lehrlingslohn, wird unter dem Einfluß der Kxise von den Lehrher ren selber recht deutlich gemacht. Di« Aibeil wird heute oft selbst für Lehrling« recht knapp. Auch für die Lehrlinge gibi es Surzarbeil und Ausselzen. Kostgeld oder Erziehungsbeihilfe gebraucht der Lehrling näm- lich auch dann, wenn er nicht beschäftigt werden kann, erst recht in den Fällen, in denen der Bater des Lehrlings arbeitslos und wo- möglich schon bei der Wohlfahrt angelangt ist. Der Lehrherr müßt« also die Entschädigung an die Eltern de, Lehrlings weiterzahlen. Das will er aber nicht, kann es vielleicht auch nicht, wenn er ein halbes oder ein ganze» Dutzend Lehrlinge und keine Aufträge Hot. Eine Reichsgerichteentscheidung bringt Klarheit in die Geschichte. In der Metallschleiferei der Firma Reichsteln ruht- Montags die Arbeit. Die Lehrlinge, die ebenfalls Feierschicht hatten, bekamen sürdcnMontagkeineEntschädigung. Nach der Arbeitsordnung, die auch für Lehrling» gelten soll, hat der Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Lohn für die ausgefallevo Zeit, wenn wegen Mangel an Aufträgen die Zftbeit«ingestM oder hinausgeschoben wird. Der Lehrling<3.. Mitglied da» Metallarbetteroerband«». klagt« auf volle Zahlung seiner Vergütung. Das Landssarbeits- Eoricht entschied, daß die Arbeitsordnung in diesem Punkte für ehrling« keine Geltung Hot und überdies di« Dertollung des B«- triebsrifikos hinsichtlich der Lehrlinge ein« Ausnahm« rechtsertig«. Gegen dieses Urteil legt« die beklagte Firma Revision«in, um eine reichsarbeitsgerichtlich« Entscheidung zu erholten. Das Reich»- a r b e i t s g c r i ch t hob das vorinstanzlich« Urteil auf und wies den Lehrling mit feineu Ansprüchen ab. Nach der im Betrieb der Beklagten geltenden Arbeitsord- nung hätten all« Arbeitnehmer, darunter auch die Lehrlinge, keinen Anspruch auf Lohn für di« Zeit, wo wegen Arbeitsmangel nicht gearbeitet würde. Demnach sei die Klage des Lehrlings abzuweisen gewesen. Also der Lehrling ist Arbeiter, für ihn gilt nicht in erster Linie der Lehrvertrog, sondern die Arbeitsordnung, feine Ent- fckiädigung ist Lohn. Woraus sich für die Gewerkschaften die Konse- quenzen ergeben._ Beiriebsraie! Gewerkschaftsfunktionäre! Seit mehreren Iahren veranstaltet die Berliner Ge- w e r k f ch a f t s s ch u l e für die Betriebsräte und Gewerkschasts- sunktionär« arbeitsrcchtliche Ausspracheabende, di« sich in jeder Weise bewährt hoben. Von vielen der Betriebsräte- kollegen werden sie als die beste und günstigst« Informationsmöglich- keit bezeichnet, die den Betriebsräten neben der praktischen Tätigkeit zur Verfügung steht. Die Ausspracheabende sollen den Betriebs- nertretungsmitgliedern aber auch den Betriebsocrtrauenskeuten die Möglichkeit geben, sich in zwangloser Unterhaltung, unter Leitung eines erfahrenen Arboitsrechllers über die arbeitsrechtlichen und wirtschaftlichen Fragen klar zu werden, die täglich im Betrieb an sie herantreten. Lebende Rede und Gegenrede informiert gründlicher und schneller als alle Literatur. Dos ist die Leitidee, di« uns zur Schaffung dieser Abende bewogen hat. Die Leitung der Aussprache haben namhafte Arbeitsrechller übernommen. Borgesehen sind d'« Genossen Dr. Bruno Broecker, Dr. Ernst Frankel«und Dr. Franz N e u m a n n. Die Teilnehmer haben dadurch die Ge- währ, daß bei der Betrachtung wichtiger arbeitsrechtlicher Streit- fragen auch die Stellungnahme der gewerkschaftlichen Spitzen- Organisation klar herausgestellt wird. Die Ausspracheabende sind im Bocnicke's- Jubiläums- Marke ISp/-£0 n. ZISpf. 30r/. 40pf. bu m t* In jeder Preislage unübertrefflich! Der Oip/el der PreUwürdiffkett i 1 Kampfspiel die milde, leiehie Boenicke-Havana I in , a.» französische Sir. AI SSg jrd'ffa'r STteS Nr. 453* 48. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Sonntag, 27. September 1931 lllareella d Jlrhr. 3)08 ?ch weiß sehr wohl, daß man die Mutter immer beschuldigt, alles zu übertreiben und zu verhimmeln. Und manchmal hat man damit recht. Meine Freundin Lucie zum Beispiel, die auch ein Kind bat— lieber Gott, so eine Art von Kind, das mit meinem gor nicht zu vergleichen ist— redet immer von ihm, als ob es«in wahres Weltwunder wäre, etwas ganz Außergewöhnliches. Uebrigens ist es ja ein Glück, wenn sie sich Illusionen macht. Trotzdem kann man sich manchmal darüber ärgern. Gestern zum Beispiel habe ich meinem Karl sein neues Kleidchen angezogen, mit weißer und roter Stickerei, ein Modell aus einem erstklassigen Laden. Und Lucie? Kaum, daß sie einen Blick darauf geworfen hat!„Ganz hübsch", hat sie gesagt und gleich wieder angefangen, von ihrem Kleinen zu sprechen, als ob es außer dem nichts auf der Welt gäbe. Nach ihrer Meinung existiert überhaupt kein Baby, das so klug wäre, so schön. so ortig. Gott sei Dank, ich bin nicht so eine vernarrte Mutter und sehe sehr gut, daß mein Kind Fehler hat, unartig ist, eigensinnig. Soweit eben ein so herziges Kind überhaupt unartig und eigensinnig fein kann. Wirklich unartig ist er nie, nur ein wenig nervös. Gewiß, es kommt vor, daß er die ganze Nacht schreit und am Tage schläft, ober dos passiert eben bei allen Kindern, die empfindlich sind. Manchmal setzt er sich in den Kopf, daß er mich an den Haaren reißen will und dann gibt es ein großes Geschrei, wenn ich von ihm weggehe. Ich habe ihm sogar eine Puppe mit echten Haaren gekauft, aber von der will er nichts wisien und hört nicht auf, zu schreien, bis ich meinen Kopf hinhalte. Dann sängt er an, an den Haaren zu zerren, sie auszureißen und um die Finger zu wickeln und dabei ist er sehr zufrieden, wirklich glücklich. Das beweist eigent- lich nur, daß er Charakter hat. Ein anderes Kind gäbe sich gleich zufrieden mit den Haaren der Puppe, die noch dazu dieselbe Farbe haben wie meine. Er nicht. Manchmal will er auch mit meinen Augen spielen und sucht seine lieben Fingerchen hineinzustecken und macht ein großes Geschrei, wenn ich die Augen zumache. Natürlich kann es vorkommen, daß er mir ein Fingerchen ins Auge steckt und mir ein bißchen weh tut, das arme Kind. Er hat nämlich schon ganz unglaublich starke Nägel. Jawohl, ganz harte. Ich weiß nicht, wie das bei anderen Kindern ist. Offen gestanden, so sehr interessieren die mich nicht, daß ich ihnen auf die Nägel sähe. Aber, mein Kleiner, der hat außerordentlich starke Nägel. Man braucht mir nur ins Gesicht zu sehen, um es zu merken. Auch die Kratzstellen aus dem Arm hat er gemocht, ganz allein. Bei einem Kind, das noch nicht ein Jahr alt ist, ist dos wirklich ein Zeichen von Kraft. Ilm auf meine Augen zurückzukommen muß ich schon sagen, daß er mir manchmal ein bißchen weh tut. Einmal dachte ich schon, dem Auge wäre wirNich etwas geschehen, denn es hat stundenlang getränt und weh getan. Da kann es schon vorkommen, daß man sich ärgert und denkt, das Kind sei unartig. Aber schließlich, armes Geschöpschen, wer ist denn vollkommen auf dieser Welt? Niemand. lind da sollte es gerade mein Kleiner sein, der eben erst auf die Well gekommen ist! Plein Mann versteht das nicht. Der denkt, die Kinder müßten Engel jein und ist�uzstgnhe, dgxüber zu scheiten, wenn ich«in»er-. kratztes Gesicht habe' oder ein paar blaue Flecken. Sie wüsten niim- lich wissen, welchen Spaß es dem Kleinen macht, mit den Füßen zu treten. Und eine Kraft hat er, eine Ausdauer! Nur kann er es nicht leiden, daß ich weggehe und ihm ein Kisten hinlege für seine molligen Füßchen. Wie gesagt, mein Mann verlangt, daß das Kind ein Engel ist Er meint geradezu, daß wir weiterleben wie in der Zeit, wo der Kleine noch nicht da war, daß ich pünktlich zu Tisch käme, daß ich den Abend im Wohnzimmer verbrächte oder sogar— es ist unglaublich, was die Männer beanspruchen—, daß ich abends mit ihm ausginge, ins Theater, oder in Gesellschaft. In manchen Dingen ist mein Mann unglaublich. Manchmal kommt er abends nach Haufe und geht durch den Korridor mit seinem Grenadicrschritt, von dem ein Betrunkener aufwachen könnte, wie viel mehr ein armes zartes Geschöpschen, das eben eingeschlafen ist. Nachher entschuldigt er sich natürlich, sagt, er wäre müde, hätte den ganzen Tag gearbeitet, an anderes gedacht, kurz, die üblichen Sachen, die die Männer immer sagen, um recht zu behalten. Aber der Kleine ist aus dem Schlaf aufgeschreckt, wo doch der Arzt gesagt hat, daß das niemals vor- lammen darf. Aber das ist noch nicht alles. Manchmal kommt er in das Kinderzimmer mit der Zigarette im Mund: „Wie kannst du nur hier rauchen?" sage ich ihm mit aller Liebenswürdigkeit.„Du siehst doch, daß der Kleine hustet!" „Aber nein, er lacht ja." Der Kleine hustet wirklich nicht, man sollte manchmal meinen, er täte es mir zum Trotz, aber darum darf man doch nicht rauchen, und ich erkläre es meinem Mann in aller Geduld: „Wenn er nicht hustet, so kommt das daher, daß er, Gott sei Dank! gesunde Lungen hat, aber darum darf man ihm doch nicht alles zumuten. Mein Mann sieht dann ein, daß ich recht habe, muh das ja einsehen, rnid löscht seufzend seine Zigarette. Ueberhaupt finde ich ihn in letzter Zeit recht oerändert. Gott weiß, weshalb. Früher war er immer so vergnügt und mit ollem zufrieden. Jetzt wird er ein Fechter Egoist. Abends beansprucht er tatsächlich, daß ich ihm nach dem Essen Gesellschaft leiste. „Ich bin den ganzen Tag über im Büro. Wir sehen uns gar nicht." Damit hätte er ja recht, wenn der Kklcinc nicht wäre. Aber der Hot gerade um die Zeil seinen Anfall von Melancholie, und da kann ich nicht einen Augenblick weggehen. Und wenn er wirklich eingeschlafen wäre, so könnte er jeden Augenblick aufwachen, und wenn ich da nicht bei ihm wäre, würde er sich erschrecken, ein solch empfindliches Kind mit so lebhafter Phantasie! Und selbst wenn so etwas nicht passierte, so habe ich doch beobachtet, daß der Kleine besser und ruhiger schläft, wenn ich neben ihm sitze. Mein Mann sagt, ich könnte ja nicht wisten. wie er schläft, wenn ich nicht da bin, weil ich ihn ja nicht sehe, aber eine Mutter ahnt und fühlt Dinge. von denen die Männer keine Ahnung haben. '„Wenn ich versuchte, es dir zu erklären, würdest du mich doch nicht verstehen", sage ich ihm in aller Liebenswürdigkeit. „Nun ja. es ist schon gut", sagt er dann mit einem Märtyrer- gesicht und geht allein ins Wohnzinimcr, während ich zum Kleinen hinaufsteige. Dann höre ich meinen Mann auf- und abgehen, sich niedersetzen und wieder aufstehen, als ob er keine Ruhe fände. Er tut mir dann geradezu leid. So sind wir Frauen, immer bereit, zu verzeihen. Aber, ich kann doch das Kind nicht allein lasten. Gerade, wenn er schläft, mit den kleinen sestgeballtcn Fäustchen und dem nachdenklichen Gesicht ist er zu allerliebst, wirklich zu allerliebst. Und gestern abends, gerade gestern abends ist er plötzlich aufgewacht und hat etwas gesagt, das wie Mama klang. Im ersten Augenblick habe ich es nicht gemerkt, es schien mir nur wie seine gewöhnlichen Laute, aber ich habe dann darüber nachgedacht, bis es mir klar wurde, daß er wirtlich Mama gesagt hatte. Da habe ich meinen Schlafrock angezogen und bin zu meinem Mann hinüber. Und wie denken Sie, daß der es ausgenommen hat? Erst ist er erschreckt aufgefahren und hat gesragt:„Was ist los, ist etwas passiert?" Dann habe ich ihm olles erzählt, und dieser Mann und Vater hat nichts anderes zu sagen gewußt, als daß er erstens nicht glaubte, daß der Kleine Mama gerufen hätte, denn so etwas erzählte ich ihm jeden Tag und wahr wäre es noch nie gewesen, und zweitens. wenn es wirklich wahr wäre, schiene es ihm keine so wichtige Sache, um einen Menschen, der den ganzen Tag gearbeitet hat, um l Uhr nachts zu wecken. Das hat er gesagt. Ich verändere keine Silbe. So unmöglich es scheint, daß ein Vater derartig gleichgüllig sein kann gegenüber den wichtigsten Eretgnisten im Leben seines Sohnes, seines einzigen Sohnes— es ist die reine Wahrhett. Lieber Gott, wenn ich, der es wirklich nicht an Selbstkritik fehlt, das alles genau überlege, so gebe ich zu, daß ich mich geirrt haben kann, daß der Kleine vielleicht nicht Mama gesagt hat, aber das ändert gar nichts in bczug auf das Benehmen meines Mannes. Und es wird viel Zeit vergehen, ehe ich ihm das wirklich in meinem Herzen verzeihen kann. Denn schließlich bin ich doch auch nur«in Mensch und auch meine Geduld hat ihre Grenzen, wenn auch mein Mann das nicht zu glauben scheint. Und ich muß es mitansehcn, daß ein Mensch, daß mein Gatte, gleichgültig, ja fast verächtlich etwas so Wichtiges aufnimmt wie die Tatsache, daß ein Kind sprechen anfängt, ja, daß es schon spricht, denn im Grunde, wenn ich nicht so lächerlich gewissenhaft wäre, könnte ich mtt Bestimmtheit behaupten, daß der Kleine„Mama" gesagt Hot! Mir tut das Herz weh, und wenn heute meine Augen rot sind, so ist es mir, well ich die ganze Nacht geweint habe. So durfte mein Mann nicht handeln. Diese Gleichgllltigkett verdient das Kind nicht. Mein Kleiner mag alle Fehler der Welt haben, ich bin die erste, die das zugesteht, ich glaube, davon sind Sie überzeugt, aber niemand wird in Abrede stellen, daß er von allen Kindern, die man zu sehen bekommt— und es sind ihrer wahrhaftig nicht wenige—, das schönste ist, das liebste, das intelligenteste, das bravste und das sympathischste. Ich gehöre weiß Gott nicht zu denen, die übertreiben und Affen- mütter sind, aber was wahr ist, muß gesogt werde». '.Hermann Hendel: Die Erklärung der ttlen fchen reehle Am gleichen 30. September 1791, an dem die französische Kon- sittuante nach Erledigung ihrer Aufgabe auseinanderging, wurde in Paris von vier Wappenherolden unter Fanjarenstöhen die Ver- sajsung feierlich verkündet, mtt der jene Versammlung Frankreich bedacht hatte. Von allen konstituierenden Akten vor chm und nach ihm unterschied sich das erste französische Stoatsgrundgesctz dadaurch, daß ihm eine besondere, allgemeine Einleitung vorangeschickt war: die Erklärung der Menschenrechte. Als sich, Vorspiel des großen Machtkampfes der bürgerlichen Klasse, die nordamerikonischen Kolonien 1776 gegen die Krone Englands auflehnten, hatten die einzelnen Staaten ähnliche Deklora- Honen als Wimpel einer neuen Zeit gehißt; so betonte Virginia, „ihat all njen are by nature equally free and independenl". „daß olle Menschen von Natur gleich frei und unabhängig sind", und nicht nur Massachusetts wiederholte:„Alle Menschen werden frei und gleich geboren." Schon durch die Franzosen, die wie Lafanette in der Neuen Welt das Ringen der Amerikaner unter- stützten, drang diese Lehre als Gärstoff in das Land Ludwigs XVk.. und als angesichts der Gcneralständc 1780 Frankreich seine Beschwerden, Wünsche und Forderungen in den„Gabiers de deleance" niederlegte, war es der Dritte Stand van Paris, der, sicher nicht nur im eigenen Nomen, die Festlegung der„natürlichen, bürgerlichen und politischen Rechte", als Grundlage. der französischen Regierung verlangte! Daß tüh Grkklttung! dbr"'Mettschen- und Bürgerrechte der auszuarbeitenden Verfassung eingefügt würde, beschloß, sinnbildhast genug, die Rationalversammlung am Tage des Bastillensturms, dem 14. Juli, und als sich am 4. August die Rc- valution im ganzen Staate als siegreich erwiesen hatte, entschied man sich, die Zusammenfassung der Menschenrechte der Konstitution voranzustellen: sie sollte, wie Durand de Maillanc der Versammlung etwas später klarmachte, die Eingangspforte zum Gebäude der Ver- sasiung sein. Um die 20 bis 30 verschiedenen Entwürfe in eine Form zu gießen, wurde ein fünsgliedriger Ausschuß eingesetzt, desien leitender Kopf, M i r.a b e a u, freilich die Erklärung der Menschen- rechte am liebsten bis nach Annohme der Verfassung vertagt hätte. Aber darauf ließ sich die Versammlung mit gutem Grund« nicht ein. denn hinter ihr stand der drängende Wille der Nation; die Tafel, in die die Erklärung der Menschenrechte eingegraben wurde, war sozusagen aus dem Erz der beim Bostillenstnrm eroberten Geschütze gegossen. Mit Stimmenmehrheit wählte man denn von den vorliegenden Entwürfen jenen, den das sechste Büro des Parlaments in 24 Artikeln zu Papier gebracht hatte, und knetete und formte ihn in lebhafter Erörterung so, daß er nach im August 1780 sertig ward. In ihrer endgültigen Fassung kam die Erklärung am 5. August 1701 wieder zum Vorschein, wurde am 13. September samt der Konstitution vom König beschworen und drei Tage danach im Amtsblatt, der„Gazette Nationale", der Oeffentlichkeit kundgetan. Daß die Große Revolution eine bürgerliche Umwälzung, daß demzufolge die Erklärung der Menschenrechte nur eine Verschleierung des bourgeoisen Klassenegoismus sei, ist eine Weisheit, die sich jeder marxistische ABC-Schütze an den Stiefelsohlen abgelaufen zu haben glaubt. Aber die Medaille hat auch ihre Kehrseite. Ganz sicher war diese wellberühmte Deklaration ein ideologischer Reflex der bürger- lichen Eigentumsordnung, wie sie eben explosiv durch die feudale Gesellschaftshülle durchbrach: nicht umsonst erklärte die Urkunde das Eigentum für heilig und unverletzlich, und Mirabeaus Entwurf ging noch weiter:„Jeder Bürger hat das Recht, zu erwerben, zu be- besitzen, zu fabrizieren, Handel zu treiben, seine Fähigkeiten und seine Gefchicklichkeit zu gebrauchen und nach Belieben über sein Eigentum zu verfügen", und— ausgemerkt, ihr großkapitalistischen Steuerhinterzieher von 1031!—;„Jede Abgabe verletzt die Menschen- rechte, weil sie Arbett und Gewerbefleiß entmutigt." Aber mochte in einer Zell, da der Despotismus mtt dem Besitz wie mit dem Leben seiner Untertanen nach Willkür umgesprungen war, die Sicherung des Eigentums einen revolutionären Beigeschmack haben, so wehte erst recht durch das Ganze der mächtige Hauch einer großen Revolution. * Zu einer Mapia Charta der politischen Freiheit, wie sie bisher in aller Well unerhört war, wurde die Erklärung durch ihre Artikel 1. 3. 6 und 10: Die Menschen werden frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es... Das Prinzip der Souveränität beruht in der Nation... Da» Gesetz ist Ausdruck des Gesamtwillens. Alle Bürger haben das Recht, in Person oder durch Vertreter an seiner Entstehung mitzuwirken... Niemand darf wegen seiner Meinung behelligt werden... Das war, strahlend und erwärmend, die Heilsbotschaft der Demokratie. Der Mensch ohne Rang und Tttel und Stand und Vermögen, der Mensch an sich, der bisher nur als Baustoff der Geschichte gedient hatte, wurde hier bestimmend in den Mittelpunkt der polttijchen Welt gerückt, und die Gcsantthctt dieser Menschen zum Souverän erhoben, dem alle Macht im Staate entfloß. Welch kühner Drommetenstoh in eine Zeit, die eine einzige muffige Rumpelkammer des Millelallers war und nur rechtlose, vom Absolutismus geschundene, vom Feudalismus ausgequetschte, stumm«, kuschende Untertanen kannte! Wie ausstürmend klang dieses Evan- gelium den unterdrückten und geknechteten Völkern des ganzen Erd- balls ins Ohr, die bislang nur von Rechten der Kaiser, Könige, Herzöge und sonstiger Hochgeborener vernommen hatten! In der Tot trat mtt diesem stolzen Blatt Papier in der Hand das französische Bürgertum vor Europa hin; in unseren Tagen tat Iaures dar, daß mit großem historischem Sinn die französische Revolution durch ein menschliches Losungswort die ganze Menschheit ausgerufen habe, und Kropotkin fand es begreiflich, daß die Erklärung der Menschenrechte während des 10. Jahrhunderts zur Parole des Fort- schritts für sämtliche Nationen geworden sei.... ; Aber wenn-sich das französische Grsßbürgerwm, dazüin dibsern Abschnitt der Rebolution führte,-'Mtt der Erklärung der Menschen--. rechte über sich selbst hinaushob, so fehlte ihm doch auch die Angst vor der eigenen Courage nicht. Bei Beratung der Deklaration! meldeten sich Bedenken, ob es geraten sei, in so unruhigen Zeiten der Masse ein weithin leuchtendes Fanal anzuzünden; Malouet er- innerte in der Konstituante an„die ungeheure Menge Besitzloser", denen eher die richtigen Grenzen als die Ausdehnung der natürlichen Freiheit gezeigt werden müßten, und Mirabeau wollte naheliegender gefährlicher Ausdeutung der Menschenrecht« einen Riegel vorschieben: „Die bürgerliche Gleichheit ist keine Gleichheit des Eigentums: sie beschränkt sich darauf, daß alle Bürger sich gleichermaßen dem Gesotz zu untcrwersen und gleichen Anspruck) auf Schutz durch das Gesetz haben." In der Verfassung, die am 30. September 1701 verkündet wurde, verwässerte das revolutionär« Bürgertum denn gründlich die Prinzipien jener Erklärung. Es entschied sich für die konstitutionelle Monarchie, obwohl die Souveränttät der Nation wahrhaft nur in der Republik verbürgt war, und teilte, statt die Gleichheit im allgemeinen und gleichen Wahlrecht zum Ausdruck zu bringen, nach der Steuerleistung die Objekte von den Subjekten der Gesetzgebung, die rechtlosen Passiv- van den privilegierten Aktivbürgcrn. Mit einem Wort: die Kon- stttuante errichtete die Klassenhcrrschast der Bourgeoisie, die auch in Frankreich trotz manchen Zwischenspiels noch dauert. Mit Fug sagt der Geschichtschreiber der Revolution, Aulard, von der Erklärung der Menschenrechte, daß-"ch nicht alle ihre Grundsätze angewandt seien, da sie die demokratische und soziale Republik bedinge; er nennt den Sozialismus die äußerste logische Folgerung der Prinzipien von 1780. In der Tat ist der Kapitalismus ewig außer- stände, die Erklärung der Menschenrechte aus einer grandiosen Verheißung in«ine blutfrische Wirklichkeit zu wandeln, und wenn sich der Sozialismus auch nicht aus Ideologien ableitet, darf er unter seinen Legitimationspapieren doch jene unvergängliche Urkunde der bürgerlichen Revolution vorweisen. Der Glelscherfloh. Hoch oben in den Alpen, am Großglockner. an den Grinde>lwaldgletscl>eru, am Monte Rosa usw., wo überall nur Schnee und Eis anzutreffen ist, lebt noch unmex in großen Massen «in winzig kleines Infekt, der kaum einen Millimeter große Gletscher- floh, die Desoria glacialis. Mit der Familie der Flöhe har der Gletscherfloh mir das gemeinsam, daß er gut spüngen kann. Der Gletscherfloh hat ein schwarzes Aeußeres und hält sich in großen Haufen auf dem Boden und in Gletscherspalten aus. Das winzige Infekt hat sich vollständig an die eisige Luft der Höhenregionen g.'- wöhnt. Wie er jedesmal in der Nacht in Starre verfällt, so auch im Winter. Monatelang können die Gletscherflöhe in gewalliger Kälte liegen und doch werden sie im Frühjahr wieder lebendig, wenn die' Sonne wärmer scheint. Dann springen sie umher, als bb sie sich ihres Lebens freuten. Der Gletschersloh ernährt sich von den Algen, von den sogenannten Blutregenalgen, die die merk- würdig« Erscheinung des rotgefärbten Schnees hervorbringen, und dann wohl auch noch von abgestorbenen kleinen Insekten, die der Sturm mtt in die Gletschergebiete geweht hat. ÜANTMEYE» WILHELNSTR. 59 ft EICKS »» d«r L«lpslfl«r Straft* zeigt jetzt eine Linoleumschau in 6 Fenstern — dazu ein Sonderangebot für ABe, die aperen vollen lUux'Beniardi: 3)äS ZßßffJTilbtllS Als der Mann von seiner 5)olzsällerarbeit heimkehrte, war der Sarg schon vernagett. Er trat ganz nahe heran und legt« beide schwieligen Sjiinde auf den braun gebeizten Deckel des schmale» Ztoftens und würgte seine Tränen hinunter. Ein paar vorzeitig gealterte Frauen mit schwarzen Kopftüchern huschten in die Stube. Der Geistliche sei noch nicht zu sehen, meinten sie tuschelnd und huschten nach einem leiernden Gebet wieder hinaus. „Wenn er nicht bald kommt, wird es zu spät," murmelte die Frau des Holzfällers. Aber so oft sie ihre Blicke auch den regen- nahen Weg, der sich vom Tal tief unten heraufschlängelte, entlang schickte, die schwarze Tunika des geistlichen Herrn war nicht zu ent- decken. „Der Weg wird ihm zu schlecht sein," brummte der Holzfäller. Sie beschlossen, den toten Buben alleine nach dem Friedhofsanger zu bringen. Vielleicht harrte der Geistliche dort. Der Abendwind hatte sich schon aufgemocht und strich mit naßkalter Hand über die regenfeuchten Berghänge. Vorsichtigen Schrittes stieg der Holzfäller mit seinem Weib zu Tal. Den kleinen Kindersarg hielt er abwechselnd bald unter dem rechten, bald unter dem linken Arm. Es hätte ein Violinkasten sein können. Auf dem Kirchhos angelangt, hielten sie aber vergeblich Aus- schau nach dem Geistlichen. Auch der Totengräber wußte nicht, wo sein Herr steckte. Da erbot sich die Frau, bis ins nächste Dorf zu laufen. Aber der Totengräber schüttelte dos Haupt. Das ginge nicht, ineinte er mit einem Hinweis auf die hereinbrechende Dunkelheit. „Wenn ich euch roten kann, dann laßt den Sarg bei mir, ich stelle ihn hier an die Mauer. Bis morgen früh hat es wohl noch Zeit." „Ja," sagte die Frau,„bis morgen früh hat es wohl Zeit, aber hier lassen kann ich den Buben nicht, es regnet ja..." und sie bückte sich, um den Sarg in die Arme zu nehmen. „Laß mich," knurrte der Holzfäller und hob den Schrein wie ein Bündel Holz von der Erde hoch. Der Totengräber überlegte, ob er den kleinen Sarg vielleicht mit ins Dorf hineinnehmen könne. Schließlich roar es ja für ihn keine sonderliche Unbequemlichkeit. Da er aber außer Totengräber auch noch Musikmeister der Dorfkapcllc war, die am Abend große Probe hatte, gefiel ihm der aufkeimende Gedanke nicht recht. Am Ende vermutete man noch unter seinem Arm ein neues Instrument, ein wohlverwahrtes Waldhorn etwa oder die längst angekündigte Oboe, und stattdessen war es nur ein totes Kindchen. „Kommt lieber morgen früh, Leutchen," sagte er darum, „morgen wird auch der reiche Talbauer zu Grabe getragen, da wird unser geistlicher Herr auch für euch Zeit finden." Der Holzfäller starrte dem Totengräber nach, bis er in der Dämmerung verschwunden war.„Von dem möchte ich mich auch einscharren lassen," murrte er. „Den Weg hätten wir uns sparen können," klagte die Frau. Statt jeder Antwort schritt der Holzfäller über die Hügel längst verstorbener, braver Bauersleute. Vor einem frisch aufgeworfenen Loch in der Erde macht« er halt. „Was willst Du?" fragte die Frau in ängstlicher Verwunde- rung. „Das sollst Du gleich sehen," erwiderte der Holzfäller und ließ den Kindersarg an einem bereitlicgendcn Strick in die Gruft gleiten. '„Mein Gott," stöhnte die Frau,„Du kannst ihn doch nicht ohne geistlichen Segen wie«inen Hund einscharren. Und so eine noble Grabstelle, die war sicher nicht für uns bestimmt." „Ein Toter wird deshalb nicht den Prozeß machen, Alte. Den Jungen begrabe ich jetzt ohne Pfarrer, lebendig machen kann der ihn auch nicht mehr." „Mein Gott," schluchzte wieder die Frau,„so ganz ohne die Gnade Gottes und geistliches Latein. Bete wenigstens ein Vater- unser und bitte um die Vergebung seiner Sünden." „Bete Du, wenn Du kannst." Auf den Holzsarg prasselte schon die weiche Erde. Des Holzfällers Weib erging sich in lautes Klogen, das allmählich zu einem wimmernden Gestammel von Geb t"i herabsank. „Herrgott, der du in dem Himmel sein sollst," klang plötzlich die rauhe Stimme des Holzfällers in das Gepolter der rutschenden Erdmasien,„ich danke dir für die Gnade, daß du mir meinen einzigen Sohn genommen hast. In deinem unerforschlichen Rat- schluß war es bestimmt, daß Hochwürden. unser geistlicher Herr, dem ich alljährlich zwei Fuhren Holz zukommen lassen muß, das Begräbnis vergessen hat. Vergib unserem Kind, wenn es ohne lateinische Sprüche bei dir ankommt. Der Bub hätf es ja doch nicht vorstanden. Und wir auch nicht. Du, der du über den Sternen sein sollst— wenn man auch vor lauter Regen nicht einen einzigen sieht— du mußt wissen, daß mein Bub ein braves, unschuldiges Kind war. das kein Unrecht tun konnte. Hält' es gern großgezogen und«inen dir gefälligen, guten Menschen daraus gemacht. Du hast nicht wollen, hast mit der linken Hand wieder genommen, was die Rechte gegeben hat. Weil du Gott bist, Amen." Als der Holzfäller mit seinem Weib wieder den Berg hinan- stieg, läutete plötzlich die ein« kleine Glocke in der Dorfkapelle durch die Nacht. Vielleicht hatte sich ein Windstoß in sie verfange». Viel- leicht läutete ober auch der Pfarrer mit dem Totengräber Sturm. ./ Initie JtMckner: Was irlllfl du werden? Ein Sturmklingeln, von Faustschlägen gegen die Tür unter- unterstützt, dazu ein Stimmduett ooit unverkennbarer Stärke— es kann keinem Zweifel unterliegen, daß es meine Söhne sind, die Einlaß begehren. „Mach auf, Mutti! Wir sind es." „Das habe ich mir gedacht. Glaubt ihr, jemand anders macht solchen Krach? Wo wart ihr denn so lange?" „Bei Arnold. Mutti. Wir haben Zirkus gespielt. Brigitte hat zugesehen und die kleine Gisela. Ich war Kunstreiter." „Ich war Elown, Mutti. Arnold auch. Aber ich konnte es viel besser." „Däbon bin ich überzeugt, mein Dicker. Was hat denn Arnolds Mutti gesagt?" „Die war weg." „Die Glückliche! Nun setzt auch mal ein bißchen ruhig zu Mutti auf den Balkon!" „Mutti— die kleine Gisela hat mich angelocht. Mich— nicht den Arnold. Und dann hat sie mich gestreichelt— Das heißt: eigentlich hat sie mich an den Haaren gcrisien. Mutti—*— das Gesicht meines Großen ist plötzlich ganz ernst und zärtlich bittend—, „warum fliegen wir kein Schwesterchen?" „Bobchen, du weißt doch, wie wenig Geld Mutti hat. Und wie wenig Zeit. Ein Baby muß sehr viel Pflege haben. Das braucht seine Mutti ganz und gar. Wer sollte denn auf das Schwesterchen aufpasien?" „Ra— das könnt« i ch ja tun." „Das ist jehr lieb von dir, Großer, ober es würde dir bald zuviel werden. Und wenn du in der Schule bist.. Mit einem leisen Seuszer sieht Bob die Unerfüllbarkeii seiner Sehnsucht ein. Aber fertig ist er noch nicht damit.„Mutti, möchtest du denn gern noch ein Baby haben?" „Wenn ich Zeit und Geld hätte, gewiß, Bob. Babys sind sehr süß." „Laß man, Mutti! Wenn ich groß bin vnd Geld verdiene, dann brauchst du nicht mehr zu arbeiten. Dann kannst du noch ein Baby kriegen." Cr sieht mich strahlend an und ist augenscheinlich enttäuscht, daß sich in meinem Gesicht nicht die erwartete Begeisterung matt. Ich ziehe ihn an mich und frage ihn:„Was willst du denn werden, Bob?" „Irgendwas im Zirkus— Kunstreiter— oder am Trapez. Findest du das schön, Mutti?" „Ich weiß nicht. Großer. Etwa« gefährlich." „Ja, oder Tierarzt. Das wäre auch schön— dann kann ich den Tieren Helsen?" „Das gefällt mir auch besser, Bob. Aber willst du nicht lieber Mcnschenarzt werden und Menschen helfen?" „NeinI" „Warum denn nicht?" „Ich habe Tiere lieber. Und Tiere haben es auch nötiger als Menschen." Ich sehe meinen Sohn von der Seite an: ist das nun Idealismus?" „Außerdem verdient man sehr viel Geld als Tierarzt, Mutti!" „So!" „Ja— denk mal: auf dem Land die vielen Kühe! Und ich mache sie nur gesund, wenn die Bauern mir vorher Geld geben." Hm— der Idealismus hat also Grenzen. Da meldet sich Bü, der als echter Sohn seiner Mutter das Aus- geschaltetsein aus der Unterhaltung schon lange schmerzlich empfindet: „Frag' mich doch mal, Mutti!" „Ja. richtig, Bülein, was willst d u denn werden?" „Clown." Es kommt wie aus der Pistole geschossen. Seine Augen leuchten vor Begeisterung.„Dann kann ich immer U n- sinn machen, Mutti." Soll ich dieser seligen Zukunftsfreud« gegenüber etwas vau der Tragik des Bajazzodasems verlauten lasten? Bü ist erst 8 Jahre alt und Gott sei Dank gar nickst sentimental. Es würde wenig Ein- druck aus sein glückliches Lausbubentum machen. Außerdem denkt er stark nach-„Vielleicht werde ich auch Boxer, Mutti. Ich bin ja sehr stark." Er reckt seine stämmige kleine Gestalt.„Bob kriege ich immer unter." „I ja gar nich wahr!" f.Js doch wahr!" „Halt!"— Ich verhindere die bereits angebahnte Beweis- führung für die größere Stärke durch energisches Dazwischentreten. „Wie wär's denn jetzt mit dem Abendbrot? Wascht euch immerhin schon die Hände!" Und während der künftige Tierarzt mtt dem vereinigten Grock- Schmeling abzieht, hör« ich den Kleinen sagen:„Morgen spielen wir miede- Zirkus. Dann renn' ich Arnold mit'nem Besen uni. Dos wird fein!"__ Der Stille Ozean hat seinen Namen von den� portugiesischen Seefahrer Magelhan bekommen, der, als er die«ttaße zwischen Feuerland und der Südspitze von Südamerika durchfahren hatte, den Ozean verhältnismäßig still vor sich liegen sah. Magelhan war der erste Europäer, der über den Stillen Ozean fuhr. Erst nach Jahr- Hunderten wurde ein wirklicher Verkehr«ingerichtet, während bis dahin alle Wege von Australien und Ostasien über Europa geführt hallen. Erst als die amerikanischen Pazifikbahnen gebaut waren. wurden die Dampferlinien zwischen Asien und Australien und Amerika eingerichtet. wolkenkraßer im Allcrkum. Die Annahme, daß die Wolken- kratzer erst eine Erfindung des 20. Jahrhunderts feien, wird durch die Behauptung widerlegt, daß es in Byzanz in den Jahren Söll bis 400 n. Chr. bereits Gebäude mit 14 bis 16 Stockwerken gegeben l?abe. Auch aus dem alten Rom sind Mietkafernen bekannt, die eine hoho von 15 Stockwerken hotten. In einer Verfügung des Senats wurde verboten, Häuser zu bauen, die höher als 20 Meter seien. Desgleichen hatte Karthago Hochhäuser mit S bis 10 Stockwerken aufzuweisen. Ein unumstößlicher Grundsatz unteres Hauses Ist Das ungeheure Lager ton Wlnter-MInteln ist mit den modernsten forravollendeteu zuerst gute Qualität! Dies hat uns das Vertrauen des Publikums verschafft, das wir durch stets zeitgemäß niedrigste Preise H IVISlltßln fest an uns ketten konnten. Die™ Riesenauswahl unserer Läger ermöglicht es schließlich, Jeden in bezug auf tadellosen Sitz und persünllchen Geschmack zufriedenzustellen PELZMÄNTEL aus allen Fellarten bis zu den elegantesten Edelpelzen zu außerordentlich niedrigen Preisen. 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September: Unser berühmter Kindertag Alle Neuheiten für den Winter in Kinderkleidern und-mänteln. mit und ohne Pelz ini" , feinster Ausführungi 7!r 453-» 48 Jahrgang 5. Beilage des Vorwärts Sonntag, 27. September 1931 Stn tnbunpen fflt birfc RubrU find Berlin SW SS. Lirdenfiratze». Parteinachrichten für Groß-Verlin stet» an da» Bezirlsletretarial i. Hos. 2 Treppen recht»,»n richten Achtung� Stadtverordnetenfraktion' I« der nächsten Woche finden keine Fraktious» und Plenarsitzungen statt. * Von den Zeitungsfuhrherre« des„Vorwärts" wurden 50 M. gesammelt und durch den Gen. H. Elias als sechste Rate an die Vefiwkskass« der SPD. abgeliefert.— Allen Spendern hierdurch herzlichen Dank. I. A.: Alex Pagets. * Beginn aller Veranstaltungen Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! heule. Sonnlag. 27. September. ß.«it. Di« Dezirtsfllhrer müfieii bis zum 30. Eepttmber die Markuibeständ« adgsrechnet höben. Morgen, Montag, 2S. September. S,«reis. 19 Uhr ttr«i»,»rstand»fisiuoa Lokal Taiiner Str. 1«.— Srwerb». losen. Ausspracheabend im Heim, Tilsitrr Str. 4/!. Führungen, Befichti- aunge», Kurse. Di« interesfierteu Seaoffe»«erde» driugead»» ihr Sr. scheinen gebeten. 7.-ereis. Bezirksverordnetenfrakti-n mit Barzerdeputirrten, Sitzungszimmer 1, Rathaus Charlottenburg. f. Kreis. 20 Uhr Sitzung de» engere« Kreiioorstande» bei kroih», Holstei. »ische Str. 00. IZ. kreis. Fraltionsfitznng, Tempelhof, Dorfftr. 42. l4. krei». Sitzung de« erweiterte» kroisoerstand«» in alter Besetzung an bekannter Stelle. 17.«reis, l« Uhr Fraltianefitzung de« Be,irk»»er«rdnet«»»nd BSegerdepu- tierteo, Rathaus. Zimmer 30. 19. Krei». Vorstandssitzung mit de» nfien«bteilnuqsleitern»nd«btoilllllg». kaMercra bei Meier, Türkische» Zelt, Vanka«, Breite«tratze. 38. Abt. Quartalsabrechnung der Betirkofilhrer mit dem Abteilu WW Abtcilungskassierer ', Friedenstr." 88. Daselbst auch Abrechnung der Kolportage. Helfer sBrvschiiren) mit Genosse Etaebe. SO. Abt. Lokal Beutel, Kaiser-Friedrich-Str. 63, 20 Uhr, Mtgliederversamin. lung. Otto Meier, M. d. L.:.Was ist Svzialismt s?" 94. Abt. Sitzung der jugendlichen Parteigenossen. Lokal Schräder, Steinmetzstraße 52, Vortrag: Schule der Arbeiterschaft. Referent Genosse Wöllner. 198. u. 108a. Abt. Zusammenlunst der jüngeren Parteigenossen im Parteiheim, Schloßsir. 27. All« Genossen bis zu 80 Iahren sind«inaeladen. 118. Abt. Abrechnung 19 Uhr bei Ludwig, Prinzenallee Sit Rosenfelder Straße. Sämtlich: Marten mitbringen. Dienstag. 2g. September. 1. Krei». DIen»ta«, Sitzung de, erweiterte» Krei»»orsta»he« bei Dobrohl»«, Swinewünder Str. ll. 5. Krei». Crwerbslasenmsainmeukunft im Heim, Zilflter Str. Iii,»»» 15 bis 18 Uhr. Die üinderfreundc kommen. Lieder zur Leute, Sprechchor, Gesang und Lichtbilder. Wir bitte» die Genien, ihr« sch»lpslichtige» Kinder mitzubringen. 7. Krei». Erweiterte Vorftandssstzuna, Zimmer 1, Rath»»». 13. Kreis. Kr«i»»»rstaiid»sitzuag bei Pommereniag, Tewpelhas, Berliuer Straß« 109. 16. Kreis. Schloßstr. 27, 1 St., wichtige kreisvarst-ndssitzuag. 17. krei». kriienejtgliederoersammlung i» der Aula de» Realgqmnafi«,»,. »u der Parkaue Möllendorsstraße. Bortrai, de» Genossen Dr. Kurt Löwenstein, M. b. 91.: Der Komps um da» System Brüning. Türkontrollc: IIS. Abteilung. 19.«dt. 19 Uhr Funktionärsitzung bei Stein, Holsteiner Ufer 14. 38. Abt. 20 Uhr Vorstandsssbung mit len sozialiMschen ElternbeirSten und Lehrern der weltlichen Schule» 59 und IM im Konferenzzimmer der 181. Schule, Puiendoristroße. 84.«bt. 20 Uhr Sitzunq der SPD..Freidcnkerfraktion bei Lehmann, Kaiser. Bilhclm-Sir. 29/31. Genossin Krisch«: Ethik im Sozialismus. Genosstnnen und Genossen als Gäste find eingeladen. 98. Abt. Vorstmidsfitzung mit Bezirlsstlhrern bei Teich, Knesebecksir. 135. 108. u. 108a. Abt. 20 Uhr Elternabend der kinderfreund« im Stodttheater. Kleiner Saal. 1. Portrag des Genossen Schulrat Ulrich: Warum sozta. listische Erziehung? 2. Aussprach«. 3. Winterarbeit, verschiedene». Alle Estern bitten wir zu kommen. Gäste erwünscht. 115.«bt. Di- Genossen beteiligen fich an der«reismitgliederversanimlung in der Aula, Parkau:, Referent Genosse Kurt Läwenstein. Mittwoch. 30. September. 2. Krei«. Achtung. Kroisfunktionäre! Allgemein««rei.ftenkti-nlroersamm. lnng in den ArmininohaSe». Bremer Str. 73. Sehr wichtig! Aste Sur. Uro. »äre müssen erscheinen._ 13. Krei». Versammln ug aller Freidenker bei»ohlke, Marieadors, E Hausse«. straße, am Marktplatz. Referent Max Siewert. 27. Abt. SchLnhauscr F-ftsäle. SchSnhauser Allee 129. Versammlung oller zur Fraktion Genosscnschaftsaufhau gehörenden Mitglieder der 82. und 120. Konsuniahgadestelle. Bruno Grpppler: Wirtschaftskrise. Aussprache. 78. Abt. 20 Uhr bei Ehrist. Ebersstr. 44, Mitgliedero-rf-mmlung. Ernst Neumann: Wirtschaftspolitilche Fragen...„____ 83. Abt. 20 Uhr Milgli-dcro-rsammlung in den Llchterfelder Festsälen. gehlenborfer Str. 5. Dr. Richard Lahaiann, M. d. L.: Dre prrußlsch« Rot. Verordnung und die finanzielle Rot der Stadt Berlin. 99. Abt. Beckers Gesellsttaftshmis, Ehausseestr. 97, Mitgliederversammlung. »ritz Ranhielt(don der Forschungsstclle für Wirtschaft und Konjunktur) shricht über Wirtschaitokrift und Politik...„ >0.',. Abt. Sitzung sämtlicher Funktionär« bei Aaterbom, Sedanstr. 3/4. 115. Abt. Sll�Uhr Mitgliederversammlung bei Seipke, Krvnprinzenstr. 47. 12».«btn20 Uhr' Mstgttederversammlung im Türkischen gelt. Breite Straße. Hermann Harnisch, M. d. L.: Zur politischen Lage. Donnerstag. 1. Oktober. 3. Krei, Weddlvg. Sewerb-l-fenzusommevkuuft II Uhr Im Z»g«»dh«iM. Will')t'»oVstr. 3. Th?ma: Die Wirrschaftckrise und die polttische und w»rt- schaftliche Lage der.Arbeiterschaft. Resereut Kurt Seluig. A»schließe»d Di-kusfion»ad Unterhaltung. Eintritt»nr auf M>tglied»buch unentg-""� «kussson»nd 5. Krei». Unters Tilfit-r Str. td Unterhaltung. Eintritt»nr aus Mitgliedsbuch unentft-ltllch. Haltung»., Spiel- und Leseabend für Erwerb»los« im Helm, 7. Krei». 15 Uhr im Zugendbei«. Rofiuenstr. 4, Erw-rb»lase»o-r-nst-ltu»g. Parteibuch und Stempellarte legitimiert. L Kreis. 20 Uhr Krrismitgliedrrvrrsammlnng im«efellschaftihau, he» W.ssten«. Haururtraß». Pariei»»rsti»-nder Artnr Erispien. M. d. R., spricht über: Die polittlche Lage. Ohn« Mitglied»b»ch tri» Zutritt. ». Abt. Arbeitskreis im Jugendheim. Genthiner Str. 17, Hof, 3 Tr., Zimmer 2: Der Fllnfjahresplan Sowjetrußlants. Referent Genosse Dr. Walter Pähl. 5 auenv?ranstattungen. 2 Krei«. Montag. 28. September. 19)4 Uhr, im Patzendoker. Turmstr. 25: Politische Satire. Vortragende Friedel Kall. 9 Krei» Montag, 28. September. 12)4 Uhr: Beficktiguna de» Milchwirt. schaftsbetriede» in Weißens««, Gierestr. 1. Fahrt bt» Buschalle«, bann mit dem Autobus 40 oder laufen. Montag. 28. September. 3. Abt. Im Gewerkschaftshaus. Engclufsr, Saal 8: Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Arbeiterhaushalt. Referentin Marie Kuuert, M. d. R. 4. Abt. 20 Uhr. bei Brandi». Stralauer Str. 10: Auswirkungen der Wirt- fchaftskrile auf den Arbeiterhaushalt. Reserent Ed. Fächert. M. d. L.— Zieuwahl. 5. Abt. Im Rosentbaler Sof, Rosentbaler Str. 11/12: Weltwirtschaftskrise unb ihr« Auswirkungen. Referent Heinz Läwi. 8.«bt. Bei Rickert. Steinmetzstr. 3«»: Die Auswirkungen der Wirtschaft»- krise auf den Arbeiterhaushalt. Referent Ernst Reumann. 14. Abt. 20 Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemllnder Str. 42: Politische Satire. Bortragender Hans Fuhrmann. 19. Abt. Bei Leuschner, Ack-rltr. 110: Krilenursachen der Gegenwart. Refe- rentin Hertha Gochelf. DMeriiioliiiaiirt, Bezimsausscmifl eroB-Berlin Funktionäre der Arbelterwohliastrt, Fürsorger(innen)! Dtevdag, den 29. September, 19*4 Uhr, Im grobe» Saal des Reidttwirtodiaft»- rate», Berlin, BelleraesiraHe 10; Funktionär- Konferenz Vortrag des Genossen Stadtrat Karl Seh nc t d e r über: ,,Abb*U der sozialen Fürsorge als Wirkung der Notverordnung« Saalöffnung 19 Uhr, Beginn pünktlich 19)4 Uhr. Besondere Einladungen ergehen nicht mehr.— Eintritt nur gegen Parteibuch und Funktionärauswels 3er Arbeittrwohlfahrt 1931. Fürsorgersinneni, die nicht Funktionäre sind, weisen sich durch Parteibuch aus 17.«bt. 19)4 Uhr. bei klinge, Sellcrstr. 14: Die politischen Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Referent Mar Driuitzer. 18. Abt. Bei Sachse. Lindower Sir. 26: Der sozialistisch« Mensch. Referentin Dr. Hilde Wegscheider, M. d. L. 19. Abt. Bei Berncr. Stettiner Str. 59: Ernstes und Heiteres. Bortragende Elfriedc Wollmann. 25. Abt. 20 Uhr, im Werneuchener Schloß, Elbinger Str. 87: Der Kampf um die Schule. Referent Rektor Richard Schröter. 26. Abt. 20 Uhr, bei Reche. Metzer Str. 26: Die politischen Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Referent August Niemann. 27. Abt. Bei Reetz. Sonnenburger Str. 1: Frau und Wirtschaftskrise. Res«. rentin Nora Henke. 30. Abt. 20 Uhr. bei Seifert. Pappelallee 40: Sozialismus— Kommnnismu». Referentin Elsbeth Weichmann. 32. Abt. In Schmidts Gesellschaftsbau». Fruchtstr. 36»: Politische Satire. Bov. tragender Paul Loffmann. 33. Abt. Bei Wertalla. Lohenlobestraße: Aufrüstung,»ein Völkerverständigung. Referentin Margarete Schcnkalowski. 34. Abt. Bei R-umann, Gubener Str. 45: Di« politischen Auswirtungen der Wirifchaftslrisc. Referent San, Bauer._„_._ 35. Abt. Bei Mitt. Boigtstr. 38: Bortrag des Genossen Dr. med. Eohn. 36.«bt. Bei Busch. Tilfiter Str. 2!7: Wege der Außenpolitik. Referent Dr. Rvrbert Mar:. 37. Abt. In der Patzeuhoser Brauerei. Landsberger Allee 26: Die volitifchen und soziale» Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Referent Gottlieb Rees«. 38.«bt. Zu der Patzcnhofcr Brauerei, Landsberger Allee 24/2-: Ärtsenursachen. der Gegenwart. Referent Hermann Lempert. 39. Abt. In der Jurististben Sprechstunde. Lindcnfir. 3: Sausbefitzerdiktatur oder Mieterschutz. Rcfcrent Otto Most. 40. Abt. Bei Förster. Dreibuntftr. 11: Gebt UN« die Macht. Referent Mar Hcydcmann. 41.«bt. 20 Uhr, bei Beinhoff, Belle.Alliane«.Str. 74, Ecke Bergmannstraß«: Wichtige Abteilungsangelegenheiten. Das Erldteinen aller Genosstnnen ist Pflicht. <2. Abt. 20 Uhr, bei Höhlke, Bergmannstr. 69: Arbeiterhaushalt— Rower- ordnung— politische Krise. Reserentin Klara Bohm.Sd)uch. M. d. R. 43. Abt. Bei Krepp, Planuser 75/76: Politische Satire. Referent Sann» H. Kamill..... 2....... w-~ 44. Abt. Bei Ewald, Ekalitzer Str. 126: Konsunurenossenschaft unb Wirtschaft». trise. Referent Genosse Eickc. 46. Abt. In der Schule. Görlitzer Sir. 57. Lehrerzimmer: Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Arbeiterhaushalt. Reserentin Helene Schmitz. M. d. L. 48. Abt. Bei Tetzlaff. Ritterstr. 83: Streiflichter aus dem Orient. Refcreutt» Erna BUstng. «t 53. Abt. Bei Hampel, Ufenau: Eck» Sickinaei......... Wirtfchastskrise aus den Arbeiterhaushalt. Reserentin Ella Kon. 55. Abt. Bei Reimer,, Wilmersdorfer Str. 21: Die Arbeit in der Wohlkabrt». 67. Abt. 20 Uhr: Fragen de» internationale» Frauenrrchtes. Reserentin Gertrud Hanna. M. d. L. 69/72. Abt. 20 Uhr. bei»ulka, Lauenburger Str. 21: Di« Fvau im neuen Rußland. Referent Oswald Zienaq.._ m 73.»bt. Bei Winster, Breit« Eck- Frtedrich-h-ller Straße: Erziehungsfragen. Reserentin Lisa Rietz. Tba-Abt. 20 Uhr, im Ledigenheim Lindcnbof: Doppelverdiener. Reserentin Anna Geyer. 82. Abt. 20 Uhr, bei Schellhose, Ahornstr. 15«: Gegenwartsfragen kür die sozialistische Frau. Reserentin Else Michaelis. 88. Abt. 20 Uhr. bei Delam. Bahnhofstraße: Wirtschaftskrise und deutsch- französische Berständigung. Referent Dr. San» Eohn. 89. Abt. Bei Grommeck. Sanbcrstr. 10: Politische und wirtschaftliche Gegen- wartsfragen. Referent Mar Gillmeister. »1.«bt. Bei Grimm, Boddinstr. 10/11: Sozialistisch« Lebensgcstaltuna. Referent Rektor Alfted Domdey.._,„,.. m 92.«bt. Bei Schmidt. Kaiser-Friedrich. Ecke Elbestraße: Heiterer Abend. Bor- ftaaenber Theo Marct...... 93. Abt. Im Jugendheim. Böhmische Straße: Mutterschutz unb seine Etnrich- tungen IN schwerer Zeit. Referent Edith Rosenberg. 93. Abt. Bei Friedersdorf. Jägerstr. 3: Klasse, Kultur und Erziehung. Referent Genosse Abromowltsch. 96. Abt. In der Lesehalle Nagot» Ecke Leinestraße: Heiterer Abend. Bortragende Leonie Brockmann. 97. Abt. Umständehalber mußte der Frauenabend aus Mittwoch, den 30. per- legt werden. Stehe Frauenveranstaltungen unter dem 30. September. 98.«bt. Bei Teich, ftnefebedstr. 185; Erwerbslostgieit— Notverordnungen— Auswirkungen aus den Gesundheitszustand der arbeitenden Bevölkerung. Reserentin Dr. Frida Alerander. 99. Abt. Im Versammlungsraum Lannemannstraße 40: Wirtschaftskrise der Gegenwart. Referent Genosse Grovvler. 101. Abt. Bei Stephan, Graetzsft. 1: Heiterer Abend. Bortragende Margarete ffichtner. 102. Abt. AFA-Hos. Im Lokal„Reiitivolt". Reu««rugallee:«I-ssenk-mpl und Demokratie Reierentin Minna Todenhagen. 104. Abt. 20 Uhr. bei Pamv. Fein. Ecke Sasselwcrder Sftoße: Die volitlsche» Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Re-erentin Hennn Jadueznnskt. 100. Abt. Im Waldkaier. Studenrauch. Eck- Kaiser-Wilbelm-Str-ße: Eberecht». fragen. Referent Dr. Walter Gotthardt. �... l 08«, Abt. Bei Schul«. Loben, ollernvlatz: DI- Auswirkungen der Wirtschaft» krise Rofrrentin Anna Nemitz. M-d.R.____ 114.«bt. Sei Hötz-l.»ühlisch. Ecke G-briel.Mar.Straß«: Stellung der Frau im geltenden Recht. Referentin Erna Tichauer._ 119. Abt. 20 Uhr. bei Bartz. Möllendorssstr. 43: Wer ist Doppelverdiener. Reserentin Else wcheibenhuber.._„ 124. Abt. 20 Uhr. im..Nordstern". Hönower Straße: s-lt-rer Abend. Bov- tragender Franz Soseinann. 125. und 127.«bt. 20 Uhr. bei Krämer, Hohenschönhausen. Surmondstr. 64: Gefängnisfttrsorge. Reserentin Elsbeth. Rofrnf-Id. Di- Weißenseer Ge- nosstnnc» treffen sich um 19)4 Uhr Buschallee. 131.»dt. In de: Gemeinschaftsschule Bismarckstr. 11: Politik und Wirtschaft I« Zeichen der Krise. Referent Karl Dressel. 132. Abt. 20 Uhr. b-i Klug, Doesstraße: Die politischen Strilmungen der Gegen. wart. R-s-r-nt Willi Wolfs. 138. Abt. Alle Genosstnnen unterstützen da» Frauentreffen der Freien Turner- schüft Eroß-Berlin. 13 Uhr Abmarsch von Glienicke bei Bath. Turnen auf dem Äaldseeplatz...„ 139.«bt. Im Jugendheim Echöneberger Eft. 3: Di« palitischen Auswirkungen der Wirischaftskrise. Reserent Dr. Otto Friedländer. 140. Abt. B-i Woitschach. Ernstste. 1: Wirtschaftskrise und Konsumgen issen- schost. Referent Genosse Schreiber.____. 140a,«Bt. 20 Uhr, bei Schulz. Rordbahnbof: Die Auswirkungen der Wirtschast-. krist auf den Arbeiterhaushalt. Referentin Elvira Krüger. Dienskag. 29. September. 47. Abt. In der Schule. Waldemarstr. 77: Sozialbygienische Forderungen stft di- Proletari-rsrau. Referent Dr. Edgar Stristwer. 30. Abt. 20 Uhr. bei Li-rsch.«antlft. 62: Di« Frau in der gegenwärtige» Wirtschaftskrise. Reserentin Hertha Gottbeld. m. 62. Abt. Nachmittags 4 Uhr im„Heidekrug", Jnh. Marsand: Heiterer Nach. mittag. Vortragender Oswald Mudrock._ TS. Abt. 20 Uhr, in der.Deutschen Eiide", Königsir. 50: Heiterer Abend. Vor. ftagender Hans Fuhrmann..____... 166.«bt. 20 Uhr. im Stadtth-at-r: Aufrllstung. nern Bolk-rverswndigung. Referentin Margarete Schenkalowlli. �.... 122.«bt. 20 Uhr. bei Poratb. Marzahner Eft. 31: Heiterer Werbeabend. Bor. ftagender Friede! Hall...,.„ 187. Abt. 20 Uhr, im Bolkshous. Echarnweberstr. 114: Erziehung zum koziali» stisch-n Menschen. Referent Sottlieb Reese. Mittwoch, 30. September. 9«.«dt. Bei Echabeiko. Weichsel- Ecke Donaustraß«: Alltag in Sowiet-Rußland. Reserentin Elsbeth Weichmann._ 97.«bt. B-i Kutzli, L-inestr. 1: Politische Gegenwartsfrage». R-f-rentu» Dora Fabian. 143. Abt. 20 Uhr. bei Jarius. Fürst-Bismarcksftaße: Ernstes und Heiteres vo» Müttern und Kindern. Vortragende Martha John. Donnerstag. 1. Oktober. 22. Abt. 20 Uhr, Im Ratskeller. Limburger Straße: Psvchologische Probleme dir Erziehung. Referentin Dr Maria Faßbender......, 136. Abt. In der Baracke Lindauer Sftaße: Drskutierabend über>,Unser Konsum". Die Einlaufskarten der Konsumgenossenschaft find mitzubringen. Bezirksausschuh für Arbeikerwohlfahrt. 3. Krei» Seddiua. Alle Funktionäre der Arbeiterwohlfahrt und in der Wohlfahrtspflege tätigen tbenossinncn und Genossen nehmen am Dienstag, 29. September, an der Funktionärkonfcrenz im Reichswirtschaftsrat, Bellevue- straße 15, 19'/, Uhr pünkllich, teil... '�rt und die sozial» teil. 7. Krei» Eharletteuburg. Tie Funktionäre der Arbeiterwohlfahrt beteiligen --•~ oirts'-"------------"— stch an der Konferenz im Relchswlrtschaftsrat, Dellevuestr. 15, am Dienstaii, 29. September, 19)4 Uhr. Alle Genossen, die in der Wohlfahrtspflege tätig en stch nach Möglichkeit daran. Wilmersdorf. Alle Mitglieder der Avbeiterwohlfohrt gehen am . E-pt-mb-r, 19)4 Uhr, zu der Funktionärsitzung im Reichswirt» lini� bettüi8en_J»d) nach Möglnhkeit daran. Dienstag, 29. schaftsrot, Belleoüestr. 15. am Dienstag, 29. September, teil. 20. Krei» Reinickendorf. Alle in der Wohlfahrt tätigen Genossen und Ge» nofsinnen sowie Wohlfahriovoriteher beteiligen sich geschlossen an der Funktio» närkonferen, der Arbeiterwohlfahrt aar Dienstag, 29. September, 19), llhr» im Reichswirischaftsrat, Belleoüestr. 15. Deutscher Arbeitersänger-Bund, 4. Bezirk. Montag, 28. September, 20 Uhr, im Alte» Krng, Tegel, Kanptstr. 14, Sitzung der Arbeitcrsänger und Parteigenossen. 1. Bericht. 2. Stellungnahme zur Reugrünbung eine, Männcrchors für Tegel und Umgebung. Sozialistische Studentenschaft Verlin. Montag, 28. September: Borftag de« Genossen Pros. Paul Tillich sFrank. W. sinkelplatz MUVW___...______, um 14 Uhr Im H-lM der SAI., Lindensft. 3. Freitag, 2. Oktober: Genosse Dr. Karl Landauer spricht über„Wege der Sozialisicrung", 20 Uhr im„Bund". Di« Sprechstunden de» Borstandes find regelmäßig Dienstag und Freitag von 14)4 bis 16 llhr im„Bund", Berlin NW. 6, Albrechtstr. 11. mit farbigvr Kante 38 Alljährlich im Grnndandsmonat des Hauses ▼cranstalten wir, sorgfältig vorbereitet, die (HdMu-l/ftctsc mit sensationell niedrigen Preiseni Dieser Verkauf bietet weitesten Kreisen die beste Gelegenheit, ihren Bedarf für Herbst und Winter zu labelbait billigen Preisen zu decken. Seit dem nunmehr 31 sähiigen Bestehen unserer Firma haben wir es uns zur steten Pflicht gemacht, darauf zu achten, daß in allen Preislagen unsere guten Qualitäten besonders gewahrt sind. Cina besondere Lclttungl Damca- Mantel ausüiagunnl- Velour. mit cclitem, vollem Mormeltchal, ganz getüttert Plottaa dkaehmlttags- kleld tut Plamen�o in Mode nev Parbin, mit geadevter Maiouain-Onrnitor. 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Str. 8, Bortrag:„Nach f-f dem Polkscntjchnd". Referent: G. Reese. Gewerkschafts-Lugend Berlin Heute, Sonntag: Fahnenträge«, Funktionäre: Um Sih Uhr Treffen im Clou. Mauerftr. 42. Zutritt nur mit Teilnehmerkarte.— Morgen, Montag: Zkreis Oberspree: 131- Uhr Sitzung im Zimmer 28 tSewerk. ichaftshaus.— Mnfilgrnppc(Süd kreis): Probe im Zimmer 42 Eewerkfchaftshaus. 0Iugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Morgen. Montag, finden folgende Veranstaltungen statt: Wedding: Jugendheim Turincr Ecke Scestratze. Lefcabcnd.— Weißense«: Jugendheim Pistorius>lr. 24. Bortrag:„Marim Eorti— seine Bedeutung für. die Weltliteratur". Referent: Berger.— Britz: Städtische» Jugendheim(Rathaus). Vortrag:„Die Jugend im Arbeitsrecht". Referent: Derkow.— Urban: Jugendheim Sobrecht. Ecke Sanderstraßc. Heut wollen wir singen und fröhlich sein.— Nordost ll: Jugendheim Rastenburgcr Str. 18, Zimmer 3. Die Ausgestaltung de» Artend» wird in der diruppe besprochen.— Starten fiir die Iugendvorstellung der Bolksbühnc am 11. Oktober sind noch im Jugendsekretariat zu haben.— Bilder vom Rcichsjugcndtag zum Preise von 2ö Pf. können im Jugendsckretariat bestellt werden. vi« Spareinlagen in der Sparkasse der KONSUM Genossenschaft Berlin und Umgegend werden verzinst mit: 8°/*(ohne KQndigungsvereinharung) 9Ä/o bei einmonatiger KOndigung 10#/o bei dreimonatiger Kündigung 4■ Die Sparkasse der Konsum-Genossenschaft Berlin und Umgegend bietet ihren Sparern bequemste Benutzungsmöglichkeiten; Ein- und Auszahlungen werden vorgenommen in sämtlichen Lebensmittelabgabestellen, in den genossenschaftlichen Warenhäusern, in der Sparkassenrweig- stelle Neukölln, Berliner StraÖe 96 und In der I Zentrale der Genossenschaft, Berlin-Lichtenberg, Rittergutstraße 17/18. Die Spareinlagen der Konsum-Genossenschaft Berlin und Umgegend dienen ausschließlich konsumgenossenschaftlichen Zwecken. Das Vertrauen der Sparer zur konsumgenossenschaftlichen Sparkasse findet beredten Auedruck in derverstärkten Inanspruchnahme; im Geschlltsjahr 1030/1931 erhöhte sich der Sparelnlagenbestand von 40 auf 49 Millionen Mark« die Zahl der Sparkonten stieg von 130 592 auf 143 806. Kensum-Geneiientchaft Berlin u. Umgegend«.e.m.v.N. BerllnaLichlenberg, RittergutstraSe 19-30 r> Grohe Traurlnö-FabrlH— verkauft fugenlote Trauringe direkt anPrlrafe 1 Rins 333gestemp. aar 4.10 bl« 730 Mk 1 585, ielctll. I* SM. mittel tUM 1' 885. schwer l».7f. j" 900. leicht 14.80. 1' 900. mittel»0.80_ iWlikJ JUlll j" OOO. schwer»7.- _ carairaetokwn. sremm ersM*»ofer! z. miMewees ~ Hennann Wiese SSI Eleganter Lack-Spangen- schuh mit Mattealf und Eidechs-Blattverzierung. Echt Louis XV. Absatz Urrser Lagerumschlag geht-weit über deir üblichen Durchschnitt hinaus und ermöglicht schnellsten Modellwechselr Ueberzeugen Sie sich selbst, eine wie große Auswahl neuester Herbstmodeile wir bieten. 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Ks ist kein Kunststück mehr, seit der..Sprechende U 1 1 s t e i n• S c h n i 1 1" für Sie denkt und für Sie schneidert! Wählen Sie gute, moderne Stoffel Ee ist kein Lnxu? mehr, seit die Worte..gut" und ..modern" sich mit dem Worte„billig" verbunden haben. Ein Kleid I EinVormiHagskleidou» Woll- J Ein Nachmittagskleid aus a¥f Rippensamt, noch| Crepe de Chine, nach Cröpe Amazone, nach Uriftain- Schnitt K SI44 UlUtoin- Schnitt K 5140 Ullstain- Schnitt K 5133 geschnitten, kostet geschnitten, kostet geschnit»., kostet mit Zutaten und«v oi" m'' Zutaten und o o/\ i wit Zutaten und Schnitt....... ca.# /Od i Schnitt....... ca. OroU j Schnitt...... ca. Ein Kleid aus kunslsei- denem Marocain, nach Ullstain• Schnitt K 5131 geschnitten, kostet mit Zutaten und,�> Schnitt....... ca. 14�25 TictJZ-Sloff©«lud put, und bllltff,— modern daJ werden Ihnen die Proben zeigen, die Sie bi'r sehen! Bin Kleid nach Ullstein-Schnitten aus Tietz- Stoffen geschneidert, kostet kaum mehr als der Stoff, — also können Sie guten Stoff wählen und doch sparsam sein. Was zum Selbstschneidern gehört, brauchen Sie gar nicht zu wissen, der Ullstein-Schnitt besorgt's für Sie. Können Sie nähen?— Gut, dann können Sie auch schneidern! Wie man den Stoff auflegt, um bei korrektem Zuschnitt möglichst am Stoffmass zu sparen,— wie man ausarbeitet, wie das Kleid fertig stellt.— all dies ist Ihnen mit Worten gesagt, die jedem Laien verständlich sind. „Hier musst du zusammensetzen! Hier dehnen? Hi�r einhalten! Hier liegen die Abnäher! Hier setzt'die Glocke an"... So ruft Ihnen der Ullstein-Schnitt zu — und Sic brauchen bloss zu folgen. Zum guten Schnitt gehört der gute Stoff, denn nur gute Stoffe lassen sich auch gut verarbeiten. Stoffe von Qualität bringen den Schnitt des Kleides richtig zur Geltung, Modestoffc machen aus dem modisch richtigen Schnitt das Kleid nach der allerneuesfcen Mode? Dis Mode wechselt! Sie müssen ihr folgen, wenn Sie richtig im L�ben stehen! Sie können ihr folgen und doch sparsam«ein. weun Sie sich den Satz prägen: Selberschneidern mit Tieta-Stoffe» � und nach Uli«ietn- Schnitten! Das schönste und modernste Kleid wird Ihnen gehören? Kurzwaren Obergarn 200 M.».r, 4*1*..... Ron. 0,09 Obergarn 1000 M.t.r, 4faA, 2 Roii.n 0,75 Nähseidenersatz Ron* 1 ,65 Stecknadeln mit Gio.kopf— ro..». 0,06 Wäscheknöpfe 4 Dun«nd.... Kort» 0,25 Zentimetermass Wadiitvd) 150 cm lang................ StWc 0, I 0 Ledergürtel ca. 4 cm Kreit, saffianartig Stüde U/OU Perlmutterknöpfe 0,24 Pelzkragen«. sxss cm..... sisa 1 ,90 | Pelzkrogen und-Besätze sowie Imitotionen in grosser Auswahl zu billigtten Pr«i>enl Weisswaren und Spitzen Pulloverkragen 0,95 Pikee-Bubikragen 1,25 Kleiderplastron i. gMtidit und i oc ausgebogt............................. Stüde• Bubikragen mitjobor.......... stc* 1,95 Robespierre-Kragen« on aparte Neuheit......................... 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