B 228 48. Jahrgang BERLIN Sienstag A.September 1931 erschetuttSglicha-ierSoastag«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. DezuzSoreis beide Ausgaben Sd Pf. xrv Woche. s.eoM. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SWk8,Lindenstr.s Fernsprecher: Stönboff CA 7) 292— 297 SjyUaakgaSe de* y,V)iWas4& An»etgeopret«:Dte einspaltigeNonparelllez-iIe 8o Pf., Reklame»«!« SM. Ermäßigungen nach Tari/. Postscheckkonto: Vorwärts-Verlag G. m. b.H.. Berlin Vr.»7 SSK.— Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer An, eigen vor! Die Abreise der Franzosen. Lieber lEeparationsfragen wird im Komitee beraten. Heute morgen um 7.50 Uhr haben der französtsche Ministerprästdent Laval und der Außenminister Briand Berlin vom Bahnhof Friedrichstraße aus nach zwei- tägigem Aufenchalt wieder verlassen. Trotz der frühen Morgenstunden versammelten sich schon kurz vor 7 Uhr Unter den Linden vor dem Hotel Adlon und in den zum Bahnhof Friedrichstraß« führenden Straßen zahlreiche Zu- schauer, die der Abfahrt der französischen Gäste beiwohnen wollten. Man kann die Zahl in die Hunderte beziffern. Wie bei ihrer Ankunft waren die französischen Minister auch bei ihrer Ab- fahrt Gegenstand freundlicher Kundgebungen, die in den Rufen „Es lebe der Friede' gipfelten. Der Platz vor dem Bahnhof Fried- richstraße war von 7 Uhr ab polizeilich überwacht; wie am Sonntag, so leiteten auch heute früh der Polizeipräsident Grzesinski und Kommandeur Heimannsberg persönlich die Absperrung. Die poli- zeilichen Maßnahmen hielten sich erfreulicherweise wiederum in den Grenzen des sachlich urlbedingt Gebotenen. Schon über zwanzig Minuten vor Abfahrt des Pariser Expreß- zuges trafen Laval und Briand, die von Reichskanzler Dr. Brüning und dem Reichsaußenminister Dr. Curtius abgeholt worden waren, auf dem Abfahrtbahnhof ein. Im Empfangszimmer hatten sich zum Abschied die Vertreter der französischen Botschaft unter Führung des Botschafters Fran�ois-Poncet, zahlreiche Mitglieder der Französischen Kolonie und außer Brüning und Eurtius der deutsche Bot- schafter in �aris, von Hösch, die Staatssekretäre Dr. Pünder, von Bülow und Weißmann sowie mehrere Vertreter der Wilhelmstratze eingefunden. Die im Empfangszimmer begonnene Unterhaltung zwischen den Ministern setzte sich auch auf dem Bahnsteig noch fort. Um eine ungestörte Abreise zu gewährleisten, war für die Zeit von 7.15 Uhr bis 8 Uhr die Ausgabe von Bahnsteigkarten gesperrt. Geduldig aber stellten sich Franzosen und Deutsche den Pressephoto- graphen und Kinooperateuren. Nachdem Laval und Briand den Zug bestiegen hatten, unter- hielten sie sich mit den deutschen Ministern noch vom Fenster aus, bis der Sonderzug um 7.50 Uhr die Halle verließ. So hat sich auch die Abfahrt der französischen Gäste ohne jeden Zwischenfall abgespielt. Die Zusammenarbeii mit Krankreich. In Ergänzung der amtlichen Mitteilungen über die deutsch- französischen Ministerbesprechungen in Berlin wird noch mitgeteilt, daß über Sachlieferungen und auch über die R e p a r a- t i o n s f r a g e nicht gesprochen worden ist, sondern auch diese Pro- bleme dem Komitee überlassen worden sind. Wenn in dem gemeinsamen Kommunique von der Suche nach neuen Wfatzmöglichteiten geredet wird, so bedeutet das keineswegs etwa eine Aufteilung der Welt in deutsche und französische Arbeits- gebiete. Die S ch i f fa h r t f r a g e ist auf besonderen Wunsch Frankreichs unter den Aufgaben der deutsch-französischen Zusammen- arbeit ausgezählt worden, weil die große französische Compagnie Gäneral« Transatlantiqu« in schwere Not geraten ist und großer Staatshilfe bedarf. Auch befürchtet Frankreich, daß iimner größere Schiffe gebaut und dadurch die Konkurrenz in der Schiffahrt immer weiter getrieben wird. Deutschland ist sich darüber klar, daß diese Angelegenheit ein internationales Thema ist. Die personale Zusammensetzung des Komitees wird erst mit den Franzosen vereinbart werden. Möglicherweise wird man gar nicht ständige Mitglieder ernennen, sondern sachverständige Delegiert« je nach den zu behandelnden Fragen. »Nicht zu verachten.� Paris, 29. September.(Eigenbericht.) Die Pariser Presse ist mit dem Ergebnis des französischen Ministerbesuches in Berlin sehr zufrieden und erhofft von den Arbeiten der deutsch-französischen Kommission ein« weitere Annäherung zwischen den beiden Ländern. Die Presse warnt jedoch davor, die Bedeutung des bisher erreichten zu übertreiben, um nicht später enttäuscht zu werden. Selbst Pertinax muß im„Echo de Paris" zugeben, daß die Berliner Reise der französischen Minister eine neue Lage geschaffen hat. Er meldet:„Die Tatsache, daß die franzö- fischen Minister zwei Tage in Berlin ohne Zwischenfall verbracht haben, ist nicht zu oerachten. Sie beweist, daß jetzt schon zwischen Berlin und Paris weniger gespannte Beziehungen Herr» schen." Pertinax fügt allerdings hinzu, man dürfe aber nicht be- haupten, in diefem Ergebnis etwas zu sehen, was nicht vorhanden ist, weder Enthusiasmus, noch Wärme, noch Sympathie. Etwas zurückhaltender äußert sich der sozialistische„P o p u- l a i r e". Die Unterhändler hätten ihre Besprechung vielleicht weiter ausgedehnt, ohne dies m der amtlichen Verlautbarung zum Aus- druck bringe» zu wolle». Für den Augenblick hätten sie eher ihre Ton links nach rechts: Curtius, SSriand, jCaml, Strüuiug. gute Absicht kundgetan, als auf die geängstigten Fragen geantwortet, mit denen sich die Völker beschäftigen. Sie hätten das Priyzip der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zugelassen und versprochen, die Mittel und Wege zu suchen, um es zu verwirklichen. Sämtlich« Pariser Zeitungen melden, daß die französischen Mitglieder der Kommission innerhalb von zehn Tagen ernannt sein werden, und daß an der Spitze der neu« Unterstaats- sekretär für nationale Wirtschast G i g n o u x stehen soll. Die franzö- fischen Arbeiterdelegierten würden wahrscheinlich aus dem Allge- meinen Gewerkschaftsbund(EGT.) gewählt werden. Es wird darauf hingewiesen, daß sich die Kömmission nicht mit der Frage der Reparationen und der Kredite beschästigen werde. Bei den Berliner Besprechungen seien diese Fragen auch nicht erwähnt worden, denn es handelte sich hierbei um internationale Probleme, die die Regie- rung von Berlin und Paris nicht allein lösen könnten. Eine Bank in Reims, die Comptoir d'Escompte de Reims, hat am Montag ihre Zahlungen einstellen müssen. Es handelt sich um eine angesehene Bank, die im Jahre 1850 gegründet wurde und eine groß« Roll« in der Wirtschaft von Reims spielt. »Wären sie vor zwanzig Jahren gekommen...* Ein Abonnent teilt uns mit: Als gestern Laval und Briand beim Reichspräsidenten von Hindenburg ihren Besuch abstatteten, stand unter den Zuschauern vor dem Palais des Reichspräsidenten ein Kriegskrüppel mit einem Holzbein. Er wandt« sich melancholisch zu den Umstehenden und sagte:„Wenn sie vor zwanzig Jahren gekommen wären, hätte ich wahrscheinlich mein Bein noch." Nosenseld und Geydewitz aus der Partei ausgeschlossen. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutsch- lands hat heute die Abgeordneten S e y d e w i tz und R o s e n f e l d aus der Sozialdemokratischen Partei aus- geschlossen. Der Ausschluß erfolgte, weil Seydewitz und Rosenfeld als die Gesellschafter der„Freien Verlagsgesellschast m. b. H.", die die Wochenzeitung„Die Fackel" herausgibt, sich beharrlich geweigert haben, entsprechend dem Beschluß des Parteiausschusses am 22. September diese Tätigkeit ein- zustellen. In dem Bestehen der„Freien Verlagsgesellschaft" sah der Parteiausschuß den Anfang einer Sonderorgani- s a t i o n, die nach dem Beschluß des Heidelberger Partei- tages vom Jahre 192S unzulässig ist. Nur wegen dieser sonderorganisatorischen Bestrebungen, nicht aber wegen ihrer kritischen Haltung zur politischen Taktik der Sozialdemokratie erfolgte der Ausschluß, da zum Beispiel Seydewitz als Chef- redakteur des„Zwickauer Volksblattes" nie gehindert worden ist, dort seine von der Parteimehrheit abweichenden An- schauungen zu vertreten._ Llm den Kops von Curtius. Heute Kabinettssitzung über die Außenpolitik. Das Reichskabinett wird sich heute nachmittag voraus- sichtlich»ist der Außenpolitik befassen. Vorher dürfte» der Reichskanzler und der Reichsoußcmninister den Gedankenaustausch über den Verlauf der Völkerbundstagung in Genf fortsetzen. Die schwerinduistrielle„Deutsche Allgemeine Zeitung", die zu der Deutschen Vokkspartei gute Beziehungen unterhält, schreibt zu den heutigen außenpolitischen Besprechungen innerhalb der Reich»- regierung:„Die Nachmittagssitzung wird nach allem, ivas bisher über die mit den außenpolitischen Fragen zusammenhängenden Eni- scheidungen verlautet, sehr bedeutsam werden." Starke Psund-Gchwankungen. Heule wieder Befestigung. Seit dem Tiesstand, den das englische Pfund am Freitag voriger Woche mit 15,25 Mark je Pfund erreicht hatte, hat der Kurs außerordentlich heftige Schwankungen erfahren. Am Sonnabend erhöhte sich der Kurs des englischen Pfundes von 15,25 Mark auf 16 Mark, am Montag sank er wieder aus 15,50 Mark, um heute in New Bork wieder einen Stand von 3,90 Dollar zu erreichen, der etwa einer Berliner Notierung von 16.10 Mark entspricht. Die heftigen Schwankungen des Pfundkurses erklären sich daraus, daß zum 1. Oktober die viertel- und halbjährlichen Zins- Zahlungen für eine große Anzahl englischer Alllechen in der Welt fällig werden. Das Deckungsbedürfnis für die Zahlungen der Zinsen hat natürlich die Nachfrage nach Pfunden verstärkt. Daher auch die zeitweise Aufwörtsbewegung des Pfundkurses. Andererseits zeigen die heftigen Schwankungen, daß die Erholung des Pjundkurjes nur durch den augenblicklichen Bedarf für die Zinszahlungen verursacht ist und keineswegs Anzeichen einer dmlerhastcn Besserung des englische» Pfundes erwarten läßt. Helldorf-Prozeß vertagt. Bars die Verteidigung sich den Vorsitzenden aussuchen? Die Lnflationstreiber. Jeder und Schönaich als Bundesgenossen.— Gemeinsame Besprechung mit Lucher. Die in Erfurt erscheinende„Freigewerkschastliche Zeitung" ver- öffentlicht einen sehr interessanten Brief des nationalsozia- listischcn Reichstagsabgcord n eten G o t t s r i e d Feder vom 10. September 1031. In diesem Brief heißt es: „Es ist nicht wahr, daß cherr Feder den Pa.stfistengeiieral Baron Dr. Freiherr von Schönaich zu einer Besprechung ein- geladen hat. Wahr ist vielmehr, daß Herr General Dr. Freiherr von Schönaich sich am 4. Februar 1931 an Herrn Feder gewandt hat, um Herrn Feder aufzufordern, an einer Besprechung mit ihm und dem Reichsbankpräsidenlen Dr. Luther zwecks Schaffung einer nationalen Währung teilzunehmen. Diese Besprechung sollte eine Umgestaltung des Geldwesens zum Gegenstand haben, also die Schöpfung einer nationalen Währung. Selbstverständlich hat sich Herr Feder zu dieser Besprechung bereit erklärt, da der Gegenstand der Beratung, der Kamps gegen die Goldwährung, zu den Forderungen der National- sozialistcn gehört." An diesem Brief interessiert zunächst, daß sich der General von Schönaich von der Deutschen Friedensgesellschast den Haken» krcuzlcr Feder als Bundesgenossen zu seinem Eintreten für eine neue Inflation ausgesucht hat. Weiterhin aber, daß die beiden gemeinsam mit dem Reichsbankpräsidentcn Luther eine Besprechung über den Kamps gegen die deutsche Währung abhalten wollten. Wir fragen: von wem ist die Initiative zu einer solchen Bc- sprechung ausgegangen? Hat diese Besprechung stattgefunden? Der Reichsbankpräsident hat erst gestern mit aller Schärfe Stellung gegen alle inflationistischen Gedankengänge genommen. Es wird nützlich fein, wenn er zu dieser Angelegenheit eine ebenso klare und scharfe Erklärung abgeben wird. „Demoralisierende Giaaishilse." Aber Betteln ist moralstärkend! Der Plan, den cngagementslosen Schauspielern durch eine staatlich unterstützte Erwerbslosenbühne zu Helsen, hat die schwerindustrielle„DAZ." in Zorneswallung versetzt. Das— für die Gesamtheit des Arbeitslosenproblems herzlich unbedeutende— Projekt cntquetscht ihr folgendes prinzipielle Bekenntnis: Wir müssen endlich lernen, daß der Glaube, der Bater Staat müsse für jeden Volksgenossen aufkommen, den sicheren Untergang eines Landes bedeutet. Es gibt nur eins, was den einzelnen und das Volk retten kann: das ist Selbsthilfe! Trotz der ungeheuren Schwierigkeiten, die hier im Wege stehen, eröffnen sich auch dabei Auswege. So sind z. B. findige Leute an Gastwirte herangetreten und haben um die Erlaubnis nachgesucht, zunächst gegen ein warmes Essen in einem Wirtshaussaal am Sonntag Theater spielen zu können. Der Erfolg war so, daß die Wirte in manchen Fällen nach Schluß der Borstcllung eine Sammlung unter den Gästen erlaubten. Das ist ein Weg. Es gibt auch noch andere. Aber die Richtung ist gekennzeichnet, die. allein die Aussicht �bietet, an Stelle der Apathie und. der d e m o r a l i si e r e n den Staats- Versicherung die T a t zu setzen, die allein es ermöglicht, daß zum mindesten einem Teil der Erwerbslosen geholfen und das Land vor weiterem Ruin bewahrt wird.- Es ist bezeichnend, daß gerade diejenige deutsche Zeitung am lautesten die Trompete der„Selbsthilfe" bläst, die während ihrer ganzen Existenz von fremder Unter st ützung gelebt hat. Bei der„DAZ." zeigen sich allerdings sehr deutlich die„d e m o r a.l i- s i e r e n d e n" Wirkungen dieser Bettelexistenz. Andernfalls wäre es ihr vielleicht in den Sinn gekommen, daß es Menschen, auch Schauspieler gibt, auf die das von der„DAZ." als„Selbsthilfe" ver- herrlichte Herumbetteln mit dem Sammelteller demoralisierender wirkt als der Empfang staatlicher Arbeitslosenunterstützung! Ader, wenn wirklich der Empfang von Staatsgeldern demo- ralisiert und wenn der Glauben zerstört werden muß, daß der Staat für die Existenz jedes einzelnen aufzukommen habe,— warum dann das Geschrei der Agrarier nach Ost Hilfe, der Schwer- industrie nach staatlichen Subventionen? Wir haben noch nicht gehört oder gelesen, daß die„DAZ." die staatlichen Subventionen für die rheinisch-westfälische Schwerindustrie, für die verkrachten Banken und Konzerne, von denen sie indirekt ja auch ihr Leben fristet, irgendwie als„demoralisierend" angeprangert hat! Nur die Arbeitslosenunterstützung demoralisiert, nicht die Sub- vention für Industrie und Großgrundbesitz. So lautet die hehre Moral eines Zeit seines Daseins von fremdem Gelde ausgehaltenen Blattes! Ierobeam über die Aufsichtsräte. Bibelsprüche, die nicht in der Bibel stehen! Die nachfolgenden Sinnsprüche des Propheten„I e r o b e a m" stammen nicht etwa von Jakob Goldschmidt, von Fürstenberg oder gar von Lahusen: sie sind auch nicht im Generaldirektorium einer Bank, eines Konzerns oder einer Großreederei gedichtet... Sie find Borkriegsware, entnommen einem humorvoll- satirischen Bändchen eines Pseudonymen Franzosen, der sich Bottum nennt und seine aktuellen Aphorismen„Die Aussprüche des Zerobeams" betitelt. „Eine A u f s i ch t s r a t s s i tz u n g ist chie Bereinigung von Leuten, die eine Stunde zu spät kommen, mit solchen, die eine Stunde vor Schluß wieder fort müssen, in einem und demselben Lokal. Die einen und die anderen begegnen sich gewöhnlich im Treppenhaus. Immerhin gibt es auch Mitglieder des A u f s i ch t s r a t e s, die zur festgesetzten Stunde eintreffen und nicht eher wieder fort- gehen, als bis die Tagesordnung erschöpft ist. Das sind die, die besser täten, überhaupt nicht zu kommen." „Ein Aufsichtsratsmitglied führt Aussicht, drei Aussichts- ratsmitglieder suchen nach dem besten Weg zur Ueberwachung, fünf streiten über entgegengesetzte Programme, sieben machen Schmus." „Es gibt drei Arten von Gesetzen: Die göttlichen, die mensch- lichcn und die Gesetze über die Aktiengesellschaften." Dem Komitee für das Bankenauffichtamt, den Machern von Notoerordnungen über die Aktiengesellschaft und von Gesetzen über das Aktienrecht sei empfohlen, diese Slussprüche Jerobeamz ein- gerahmt über ihren Schreibtisch zu hängen!— Gleilcndc Zölle in Kanada. Die kanadische Regierung hat wegen der Entwertung des englischen Pfundes und der kano- difchen Dollarwähvung gleitende Einfuhrzölle angeord- n e t. Die Sätze sollen der täglichen Kursbewegung angepaßt werden. Die Derhandlung gegen den Führer der Berliner SA., Graf H e l l d o r f, und gegen den Leiter des Stabes der SA., Gau Bran- denburg, Ernst, die rirsprünglich am Freilog voriger Woche stattfinden sollte und aus den heutigen Dienstag verlegt wurde, ist im letzten Augenblick abgesagt worden, lieber.die Gründe dieser plötzlichen Aufhebung des Termins läßt die Justizpresseslellc offiziell folgendes verlautbaren: „Auf Anregung des Staatsanwalts hat der Vorsitzende Land- gerichtsdirektor Schmitz die auf heute anberaumte Verhandlung gegen den Grafen Helldorf und Ernst verlegt. In einer zwifchm der Staatsanwaltschaft, Vorsitzendem und Verteidigung slattgesun- denen Besprechung hat man sich dahin geeinigt, daß es erwünscht sei, die Verhandlung gegen Graf Helldorf und Ernst gemeinsam mit der Verhandlung gegen den Angeklagten B r a n d t im ordentlichen Verfahren durchzuführen. Fih die neue Verhandlung ist der 9. Oktober vorgesehen." Soweit die offizielle Erklärung. In Wirklichkeit liegt aber die Vermutung nahe, daß die Verteidigung bemüht ist, den ihr unlieb- samen Vorsitzenden Landgerichtsdircktor Schmitz, der sich zudem durch sein Urteil gegen Kühn, der der Beihilfe zum schweren Landfriedensbruch für schuldig erkannt worden ist, fest- gelegt hat, durch einen anderen, ihr genehmeren Vorsitzenden ersetzt zu sehen. Wie dem auch sei: die Oesfentlichkcit wird es nicht verstehen, daß nun die Rädelsführer vor das ordentliche Gericht kom- wen sollen, während die„kleinen" Sünder vom Schnellfchöfsen- gericht abgeurtellt worden sind. Es wird auch jetzt nichts anderes übrig bleiben, als den Grafen Helldorf und Ernst dem Vernehmungs- richtcr zwecks Erlasses eines Haftbefehls vorzuführen. Daß ülber die beiden die Untersuchungshaft verhängt wird, erscheint nach Lage der Dinge nicht im geringsten zweifelhaft. Terror gegen die Justiz. Die nationalsozialistische Methode. Schon mehrfach haben wir bei den Nationalsozialisten das Be- streben festgestellt, pflichtgemäß handelnde Iustizorgan« durch Terror einzu schüchtern und auf dies« Weise den Frei- spruch schuldiger Parteigenossen zu erpressen. Der„Angriff" vom Montag bietet hierfür wieder ein Schulbeispiel: Der Staats- anwalt St«nig wird in der wüstesten Weise beschimpft und an- gegriffen, weil er gegen die Nazitotschläger vom Sturm 33 Zucht- hausstrafen beantragt hat. Angekündigt wird dos durch folgende> Schlagzeilen. Auf der ersten Seite:„B l u t r a u s ch i n Moabit.� Auf der zweiten Seite:„Die Dirne der�Pokitik"(gemeint die Justiz. Red. d.„V."). Auf der vierten Seit«:„Stenig im Paroxismus." Dann folgen im Text unter vielen anderen folgende Beschimpfungen: „Im großen Kriminaigericht zu Moabit ist am Sonnabend die Vernunft zu Grabe getragen woiraen. Mit markt- schreierischcr Beredsamkeit hat ein nicht ernst zu nehmender Staatsanwalt die Würde der Justiz in den Gulli seiner Betrachtungen gestopft: Ein geschäftiger, schwitzen- der, betulicher Jurist klatschte dem Antlitz Iustikias einen Batzen Hohn ins Gesicht, redete sich in einen Vlutrausch hinein, durste einen der Gerechtigkeit una Erhabenheit geweihten Saal mit seinem Unsinn erfüllen. In einem Räume, in welchen, über Menschenschicksale entschieden wird, tobte stundenlang ein wildgewordener Spießer, und benutzte sein Dienst- pult, um es zum Stammtisch herabzuwürdigen, an dem er mit seinen Strofontägen r« n o m m i.e r t e. Ein«it- ler, geltungshungrigcr Staatsa n w a l t stülpte der deutschen Zustiz eine Narrenkappe aus." Wenn im alten Staat ein sozialdemokratisches Blatt derartiges gegen einen Staatsanwalt geschrieben hätte, wäre, der verantwort- liche Redakteur nicht unter zwei Iahreu Gefängnis davongekommen. Aber der„Angrifs" �kann sich noch weit mehr erlauben. Nach spaltenlanger weiterer Schimpferei heißt es: „Das Plädoyer des Staatsanwalts stenig war eine einzige Aufreizung zum Klaffenhaß... Hat Staatsanwalt Stenig mit seinem Zuchthausantrag als Portier der Herren Laval und Briand fungieren wollen?" Und dann geht c? weiter: „Nun, auch dieser Mann wird oii�uns vorübergehen. Aber eins wird bleiben: fein Name!„Stenig" wird in Zukunft bedeuten: Ein Wort....(Es folgen nunmehr vier von der „Angriff"-Redaktion selber geschwärzte Druckzeilen, die den Anschein erwecken sollen, als habe hier eine Zensur etwas gestrichen. Diese Zensur ist jedoch Herr Goebbels selber. Red. des„Vorwärts.) Was für die Schmierfinken d e r I o u r- n a i l l e das Pseudonym bedeutet, hinter dem sie sich in ihren Redaktionsbudcn oerstecken, das stellt bei Stenig dar: die Speknilation auf den Anstand der NSDAP. Wo bleibt der Iu st i z m i n i st e r bei diesem unerhörten Zuchthaus- antrag?" Das letztere fragen allerdings auch wir: Wo bleibt der Iustizminifter? Welche Schritte unternimmt er, um«inen pflichttreu und pflichtgemäß handelnden Beamten gegen diese I Terrormethoden zu schützen? Wettrüsten geht weiter. Keine Verpflichtung, nur eine ErNärung in Genf befchloffen. Genf, 29. September.(Eigenbericht.) Der Abrüstungsausschuß hat sich in seiner Sitzung am Spät- abend des Montag nach stundenlangen vertraulichen Beratungen im Redaktionsausschuß auf eine Entschließung über den Rüstungsstillstand geeinigt. Die ursprünglich von Italien mit Unterstützung Eng- lands, Deutschlands und der Vereinigten Staaten geforderte Ver- p f l i ch t u n g auf einen sofortigen Rüstungswaffenstillstand"ist aufgegeben worden. In der nunmehr angenommenen Ent- schließung, die am Dienstag in der Vollsitzung angenommen werden wird, heißt es u. a.: Die Völkerbundsversammlung, in der Ueber- zeugung, daß eine Wiederaufnahme des Wettrüstens unvermeidlich zu einer internationalen und sozialen Katastrophe führen würde, appelliert feierlich an alle die, die die Grundsätze des Friedens und der Gerechtigkeit durchführen wollen. Jetzt müssen alle Anstrengungen auf die Schaffung einer öffentlichen Mei- n u n g gerichtet werden, die stark genug sein muh, auf der Ab- r�stungskonferenz positive Ergebnisse herbeizuführen, die insbeson- dere in der Richtung einer ctappenweiscn Herabsetzung der Rüstungen liegen. Die Völkerbundsversammlung glaubt, daß eine Verpflichtung aller Staaten, ihre Rüstungen nicht weiter zu er- höhen, wesentlich zur Schaffung der Atmosphäre des Vertrauens beitragen, den gegenwärtigen Rüstungswettbewerb aus- schalten und einen günstigen Auftakt für die Arbeiten der Ab- rüstungskonferenz bedeuten würde. Aus diesem Grunde ersucht die Volloersammlung die zur Abrüstungskonferenz eingeladenen Regie- rungen, diese Konferenz durch einen Stillstand der Rüstungen vor- zubereiten. Die geladenen Regierungen sollen ihren festen Willen, den Frieden zu organisieren und auf der Konserenz zu praktischen Ergebnissen zu gelangen, dadurch beweisen, daß sie sich nunmehr jeglicher Maßnahmen enthalten, die zu einer Erhöhung ihrer Rüstungen führen könnten. Der Völkerbundsrat wird daher aufgefordert, die Regierungen zu einer Erklärung bis zum I. November 1931 zu veranlassen, dahingehend, ob sie bereit sind, von diesem Zeitpunkt für die Dauer eines Jahres einen derartigen Waffenstillstand der Rüstungen anzunehmen." Diese sehr elastische Entschließung, die schon jedem Staat die Auslegung für das, was er tun oder unterlassen will, selbst über- läßt, wird durch den erklärenden Bericht der 3. Kommission an die Volloersammlung noch dahin eingeschränkt, daß der Stillstand der Rüstungen selbstverständlich nicht die bereits beschlossenen Programme oder die in Ausführung begriffenen Bauten erfassen könne. Wenn unvorhergesehene Notwendigkeiten, besonders für Kolonial- mächte, eintreten sollten, die zu einer Aufhebung des Stillstandes zwängen, dann müßte sie-sofort dem Völkerbund mitgeteilt werden. Und um diesen Bericht gab es noch eine stundenlange Debatte in der Nachtsitzung, weil Jugoslawien und Frankreich sich noch weitere Möglichkeiten offenhalten wollten. Es bleibt also nach allen Kämpfen der Meinungen in so vielen Tagen nichts weiter übrig als eine wirkungslose Geste, die niemanden von dem ernsten Willen zur Abrüstung überzeugen kann und vielleicht das Gegenteil einer Verminderung der Unruhe unter den Völkern hervorrufen wird. Genf, 2g. September. Die 12. Völkerbundsverfammluag hat nach etwas mehr als dreiwöchiger Dauer heute vormittag ihre Arbeiten mit der Annahme der Abrüstungsentschließung beendet. Dänemark hebt den Goldstandard auf. Kopenhagen, 29. September. Kurz vor Mitternacht wird von der Regierung bekanntgegeben, daß das Kabinett, nachdem es am Montag von früher Morgen- stunde an bis Mitternacht ununterbrochen mit den Parteivorständen und der Nationalbank über die Lalutafragc und Dänemarks Stallung dazu verhandelt hat, um Mitternacht unter Zustimmung sämtlicher Parteiführer einstimmig zu dem Entschluß gekommen ist, am Dienstag dem Parlament einen Gesetzesvorschlaq zu unterbreiten, nach dem die Nationalbank ermächtigt wird, die Gold- einlösung der dänischen Kronen bis Ende November auf-' zuhcben. Ztochspost kündigt Tarif. Sturz vor Rrdaktionsfchluf» geht uns die Mitteilung zu, daß die Deutsche Reichspost heute den Lohntnrif für die Arbeiter im Bereiche der Deutschen Reielzspost zum 31. Lktober gekündigt hat. Worüber sie frohlocken. Die Kommunisten und die Hamburger Wahl. Die kommunistische.Hamburger Volkszeitung" überschlägt sich vor Jubel über den Wahlausgang in Hamburg. Sie sieht nicht das Anwachsen der nationalsozialistischen Stimmen, sie sieht nur eins: die Sozialdemokratie hat 26 000 Stimmen verloren. Das begeistert die kommunistische Zeitung zu folgenden Deklamationen:„Wir haben die SPD. vernichtend geschlagen. Es ist ein tödlicher Schlag, den wir der SPD. versetzte n." Der tödliche Schlag sieht so aus, daß die Sozialdemokratie 214 000 Stimmen erhielt, die Kommunisten dagegen 168 000. Das Kommunistenblatt jubelt. Einst wurden in Homburg 61 Prozent proletarische Stimmen gegen 39 Prozent bürgerliche abgegeben. Jetzt sind es 31 Prozent gegen 49 Prozent. Wenn dies für die Kommunisten ein Anlaß zum Jubeln ist— so laßt sie jubeln. Gerüstemsturz bei Malmedy. 15 Arbeiter in die Tiefe gerissen.- Zwei Personen getötet Brüssel, 29. September. Beim Einsturz eines Gerüstes in der D a r ch e- S p e r r o bei ?N a l m e d y wurden IS Arbeiter in die Tiefe g e r i s f s e m Das Gerüst stürzte aus eine darunter stehende Blenschengruppe. Zwei Personen, ein Direktor und ein Ingenieur, wurden g e- tötet, ein anderer Ingenieur wurde verletzt. Mehrere Arbeiter trugen sehr ernste Verletzungen davon. Schwere Zuchthausstrafen für Lteberfall. Mannheim, 29. September. Die beiden Kunstschlller Camille Schwarz und Adolf Heck, Schüler der Kunstakademie Karlsruhe, sowie der 1910 in Berlin ge- borene Zimmermann Erich Gustav Kaspar hatten sich wegen des am 8. Mai d. I. ausgeführten Raubllberfallcs auf den Mannheimer Obcrpostschaffner Richard G-hrig vor Gericht zu verantworten. Bei dem Uebcrfall, bei dem der Post- beamte nicht unerheblich verletzt wurde, erbeuteten die Täter eine Summe von über 3000Mark. Schwarz und Kaspar wurden zu je fünf Jahren einem Monat Zuchthaus, Heck, der weniger an der Sache beteiligt war, zu drei Jahren sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Professor Ooegen rehabilitiert. Nachdem das gegen Professor Dosgen auf Antrag eingeleitet« Verfahren seinen Abschluß gefunden hat und auf Grund des Er- getmisses der Verhandlung seine Beurlaubung vom Kultusministerium aufgehoben wurde, ist die Uni- Wandlung der von ihm geleiteten L a u ta b t e i l u n g in ein selbständiges Institut im Rohmen der wissenschaftlichen Institute der Universität erfolgt. Der verdienstvolle Gelehrte wird am I. Oktober dieses Jahres die Leitung seines Instituts übernehmen. Wirischastsplanung/ Volksentscheid. Eine Zeitschristen-Schau. Den sozialistischen Zeitschriften obliegt es in diesen Monaten schwerster sozialer, wirtschaftlicher und politischer Kämpfe im be- sonderen Maße zur Klärung unserer sozialistischen Zielsetzung im Heute und ans dem Heute heraus beizutragen. So sind sowohl das wissenschaftliche Zentralorgan der Partei„D, e Gesellschaft" wie auch die„Neuen Blätter für den Sozialismus" auf die Klärung der Gesamtsituotion unter dem Gesichtspunkt des Ausganges des preußischen Volksentscheids, der hieraus zu ziehenden politischen Konsequenzen, sowie der furchtbaren Weltwirtschaftskrise abgestimmt. Georg Decker schreibt in der„Gesellschaft": „Am 9. August hat man die kommunistischen Arbeiter gesehen, die bis zur letzten Minute an das Märchen vom„roten" Volks- entscheid glaubten und erst dann von den Wahllokalen zurückkehrten, als sie dort die Hakenkreuzler und Stahlhclmer und damit das wahre Gesicht des Volksentscheids gesehen haben. Hier liegt der wichtigste Ausgongspunkt für unsere Aufklärungsarbeit an der Wiederherstellung der Einheit der sozialistischen Arbeiterbewegung." Aber man darf die realen Möglichkeiten politischer Aufklärung nicht überschätzen. Aufklärung, Diskussion ist in einer Zeit unerhörter Verelendung breiter Volks- schichten kein allein ausreichendes Mittel, für politische Vernunft zu werben. Die Masse der Arbeits- losen, aus denen zum großen Teil die stark fluktuierende Anhänger- schaft der KPD. besteht, wollen Brot, wollen Arbeit. Deshalb muß das sozialdemokratische Wirtschaftsprogramm, das die Reichstags- fraktion unlängst beschlossen hat, überall zur Forderung des Tages erhoben werden. Die Forderung der Wirtschaftskontrolle wird zur sozialistischen Forderung der Stunde. Die heutigen Wirtschastsmöglichkeiten liegen nicht auf dem Wege der vielberedeten nationalen Autarkie, der nationalen Selbst- genügsamkeit. Wir haben H i l f e r d i n g s Aussatz„Probleme der Kreditkris e", den er im Septemberheft der„Gesellschaft" veröffentlicht, schon auszugsweise unseren Lesern mitgeteilt: aber einige Sätze sind hier festzuhalten: „Solange die Befürworter der nationalen Autarkie nicht an- geben, wie innerhalb des nächsten halben Jahres sieben Milliarden Devisen zur Begleichung auswärtiger Schulden zu beschaffen sind, wie die deutsche Wirtschast dann ohne ausländische Kredite weiter- geführt werden soll, ist ernsthafte Beschäftigung mit Empfehlungen, die die ganze Welt wirtschaftlich und politisch gegen Deutschland vereinigen würden, denn doch nicht nötig... Die Politik hat keine Atempause, sie erfordert die höchste Akti- vität und ihr Grundproblem bleibt die direkte Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich, die sehr schwierige, aber unerläßliche Vorbedingung zu der„freundschaftlichen Zusammen- arbeit mit den europäischen Staaten". Auch die beste politische Führung wird gegenstandslos, wenn die Massen, die hinter ihr stehen, nicht ausreichen, ihr zur Macht zu verhelfen. Dies ist für die sozialistische Bewegung schlechthin das Hauptproblem, das durch die Spaltung der Arbeiterschaft in SPD. und KPD. gegeben ist.„Die Neuen Blätter" ver- öffentlichen einen Aussatz von Walter Rist„Die KPD. in der Krise"(der Verfasser schreibt aus naheliegenden Gründen unter einem Pseudomim, da er langjähriger führender Funktimkär der KPD. war), der es uns ermöglicht etwas tiefer als sonst in die organisatorischen und politischen Funktionen der KPD. hineinzu- sehen. Rist deckt vor allem den inneren Wider- spruch auf, der darin besteht, daß die KPD. als antiparlamentarischc Partei in ihren parlamen- tarischen Wahlziffern das Maß ihrer organisa- torischen Stärke erblickt. Ganz anders jedoch wird das Bild, wenn Rist die„revolutionären" Aktionen der KPD. prüft: „Die beiden einzigen größeren politischen„Massenaktionen" der KPD., die seit Mitte 1928 nennenswert in der breiteren Oeffent- lichkcit in Erscheinung getreten sind, und die sich wiederum als Mittel des demokratisch-parlamentarischcn Stimmzettels bedienten, waren das Panzerkreuzervolksbcgehren und der Stahlhelmvolksentscheid. Was die Partei bei diesen An- lössen selbständig auf die Beine brachte, bewegt sich zwischen 1,2 und allcrhöchstens 2 Millionen Menschen, ein Bruchteil ihrer eigenen Stimmen bei Parlamentswahlcn, und in beiden Fällen eine glatte politische Niederlage. Siebenmal seit Ende 1928 proklamierte die KPV. selbständig den politischen Massenstreik und ebenso ost ließen sie ihre Wähler und— wie aus ihrem prozentualen Anteil in den Betriebs- Vertretungen schlagend hervorgeht— selbst die Mehrzahl der eigenen Mitglieder in Stich. Anläßlich der Polizeischießerei am 1. Mai 1929 z. B. streikten am folgenden Tage trotz größter Streikanstrengungen der KPD. in Berlin ein halbes Dutzend Baustellen und eine Konfitürensabrik. Eine Tatsache, die auch den Charakter der vermeintlichen„Barrikadenkämpfe" der Berliner Bevölkerung höchstens als eine idividuelle Akte isolierter KPD.-Anhänger kennzeichnet." D i e Fluktuationder Mitglieder schätzt Rist auf 4 0 P r o z. in G r o ß- B e r l i n. Was den Funktionärkörper anlangt, so kommt der Verfasser auf Grund statistischer Erhebungen zu folgendem Resullat:„8 9 Proz. der Funktionäre übten demnachihreFunttionenerstseitdreiundweniger Monaten aus, fast 99 Proz. aber waren erst 1 bis 4 Jahre in der KPD. organisiert." Das sind wichtige Angaben, die für die politische und gewerkschaftliche Agitation fruchtbar gemacht werden können. Wenn Rist jedoch„das politisch mündige deutsche Pro- letariat" auf etwa 39 Millionen beziffert, so ist das«in« typisch kommunistische Schlagwortdenjweise, die an den sozialen Disferen- zierungen völlig oorbeisieht. Die Zahl der gewerblichen Arbeiter (nicht nur der Industriearbeiter) betrug nach der Berusszählung von 1925 nicht einmal 19 Millionen! Davon abgesehen, ist der Beitrag von Rist wertvoll. Es darf bei dieser Gelegenheit auch ausgesprochen werden, daß die„Neuen Blätter" durch ihre, die Ding« an der Wurzel packende Haltung dazu beitragen, die sozia- listische Idee in der schwer ringenden Gegenwart zu klären und zu vertiefen._ J- P- Die Razikaserne. Mit Posten im Schilderhaus. Brauuschweig. 29. September.(Eigenbericht.) In Wolfenbüttel bei Braunschweig haben die Nazis mit Duldung der Polizei des Herrn Klagges eine regelrechte Ka- ferne eingerichtet, an deren Vorderfront zu lesen steht:„Sturm- bann 92". Vor dem Hause steht«in Schilderhaus, vor dem ein Posten auf- undobgeht. Die sozialdemokratische Stadtoerordnetenfraktion verlangt Beseitigung der Kaserne. Der Naziminister stellte sich jedoch schützend davor und lehnte jedes Ver- Hot ab. Goethe wartet auf die Nation Vorbemerkung zum Goeihejahr./ Von I,co Friedmann. Deutschland steht am Vorabend eines Gocthe-Jahrcs. Der hundertjährige Todestag des Dichters findet ein feierwilliges, aber uneiniges Geschlecht. Noch weiß niemand, wer das Protektorat der Feierlichkeit übernehmen soll. Aber schon bemühen sich Städte, Ver- leger, Klubs und Persönlichkeiten um die finanzielle und moralische Auswertung. Nicht aus einer inneren Verbundenheit mit dem Dichter, nicht aus einer kollektiven Verpflichtung ihm gegenüber greift Deutschland zu der feierlichen Gelegenheit. Noch hängen die Weiden ücbr den deutschen Wassern, an denen Deutschlands Dichter über ihr verlorenes Vaterland trauerten. Aber mit Geschäftigkeit greifen die Trauergästc nach dem fröhlichen Leichnam, um seine er- habenen Gebeine ihrem Vereinstum dienstbar zu machen. Städte prägen Fcstmarken, literarische Zettschristen machen in Goethe-Kon- junktur am laufenden Band, Goethe-Seminare an den Universitäten erhöhen ihre Teilnchmerzahl von 5 auf 59, die akademisch« Literatur in den Bibliotheken wird um noch einige Goethe-Bände bereichert. Jeder interpretiert Goethe auf seine Art. Nur das, was man in der Weltsprache eine„Nation" nennt, bleibt hinter der Betriebsamkeit viele Meilen zurück. Es fehlt die deutsche Nation, um Goethe zu feiern. Dabei ist Goethe jene aggressive Stellung gegen Deutschland keineswegs eigen gewesen, die viele andere Dichter gekennzeichnet hat. Schopenhauers und Nietzsches Deutschenhaß, Heines resignierende Ablehnung und enttäuschtes Liebeswerben, Hölderlins Flucht— oll dies hat den Weimarer Weltbürger aus Frankfurt kaum berührt. Seine schöpferischen Impulse tragen wohl deutschen Charakter. Aber klingt nicht schon im„Werther" der Wille zur geistig-kämpferischen Durchdringung des deutschen Chaos ab? Und hat es sich für diesen Geistesriesen gelohnt, bis zum„Faust" durch soviel Etappen sich durchzuringen, um ein Stückchen deutschen Bodens mühsam zu quäl- voller Beackerung erwerben zu können? Nein, Goethe hat vergeblich auf die Welle nationaler Mit- Leidenschaft, nationalen Mit-Fühlcns und Mit-Denkens gewartet, die ihn zu der Höhe einer einmal gültigen nationalen Ausprägung erhoben hätte, die damals in der Zeit nationaler Entdeckung durch das junge Bürgertum noch möglich gewesen wäre. Das deutsche Bürgertum konnte sich selbst auf dem Gipfel seiner sozialen Mission nur in der philosophischen Konstruktion mit der Nation indentifizieren. Zur Erschaffung der deutschen Nation, zur Erweckung und Auslösung der nationalen Energien war es unfähig, wie es heute selbst zu gemeinschaftlicher Rückerinnerung unfähig ist. Goethe, der Sohn eines umwälzenden Zeitalters, in dem aus Revolutionen Nationen erzeugt wurden, war immer auf der Suche nach einer nationalen Schicht, in der die Dichtung ihre natürliche An- lehnung und soziale Bestätigung findet. Er bewunderte in Napoleon die kühne Expansionskrast der französischen, aus der Revolution ge- borene Nationalidee, in Shakespeare die Vitalität des britischen Geistes. In seinen Reisen nach dem Süden suchte er die nationale Tradition. Sein geistiger Lehrmeister war Spinoza, der Jude, der aus der Ghettogcmcinschaft hcrausgestoßen war und aus der Po- sition seiner nationalen Einsamkeit eine weltbürgerliche Philosophie entwickelte. Wo Goethe auf die Resultate deutscher llnausgeglichcn- hcit, auf die genialen Manifeste des Chaos stieß, neigte er immer zur Ablehnnug, ja zur Feindseligkeit. So in seinem Zusammenproll mit Beethoven, vor allem mit dem deutlichsten Vollender des mystisch- dramatischen deutschen Verfalls, Heinrich von Kleist. Selbst Schiller mußte lange um das ersehnte Verständnis werben, aus dem eine sentimentale Legende Scelenfreunbschaft konstruieren möchte. Goethe entwand sich der Aufgabe, ein politischer Dichter zu sein, weil es eine nationale Politik nicht gab. Und doch formte sich das nationale Schicksal nach politischen Gesetzen. Der Gesellschasts- kritikcr Lessing hatte die politische Mission empfunden, wenn ihm auch der Raum zur politischen Slktivität verschlossen war. Indem er Literatur und Theater von einer nationalrevolutionären Idee aus zu politisieren trachtete hatte er aber noch ein starkes, stock- reaktionäres Preußen im Rücken. Goethe erlebte den aussichtslosen Verfall. Kaum begann sich der Schleier etwas zu heben, da wurden die Keime des nationalen Erwachens wieder vernichtet von den französischen Bajonetten, gegen die ein grenzenlos seiger Absolutis- mus sich nicht zu wehren wagte. Und als endlich unter Führung der rebellischen Gneisenau, Scharnhorst und Blücher die deutschen Heere sich gegen Napoleon wälzten, da fühlte sich der Dichter nicht mit ihnen solidarisch. Hatte doch die Nation seinen Geist von sich gewiesen. Die Tragödie Goethes, der die Nation nicht fand, spiegelt sich im heutigen Bürgertum, das seinen größten Dichter nicht zu finden vermag. Im Spätkapitalismus kann von der nationalen Aufgabe des Bürgertums nur noch im reaktionären Sinne gesprochen werden. Die revolutionäre Mission des Bürgertums ist längst überholt. Aber wie das deutsche Bürgertum einstmals seine nationale Funktion nicht erfüllen konnte, so ist es heute unfähig, den internationalen Weg zu beschreiten. Selbst die feudalen Hemmungen, die heute noch seine Entwicklung einengen, vermag es nicht zu überwinden. Es ist wohl geschichtliches Gesetz, daß heute wie damals Feigheit und reaktionäre Gesinnung verhindern, daß das Bürgertum— sozial zerklüftet, kulturell desorientiert, politisch in allen Fronten schwer bedrängt — zu sich selbst und zu seinen eigenen Konsequenzen finden kann. Gerade vom sozialistischen Standpunkt muß diese tragische Zwic- spältigkeit doppelt empfunden werden. Das Proletariat steht dem Weltbürgertum Goethes innerlich nahe. Aber es sucht im heutigen Bürgertum vergeblich nach diesen weltbürgerlichen Tendenzen. In- dem das deutsche Proletariat an der internationalen Verbreiterung seiner Kampffront innerlich wächst, fehlt ihm im nationalen Rahmen ein bürgerlicher Gegner, der durch seine geistige Ebenbürtigkeit den Machtkamps der Klassen geistig befruchten und antreiben würde Wer mit der einen Hand mit Hitler und Hugenberg droht, kann mit der anderen Goethe nicht auf sein Schild heben wollen. Dieser Tatbestand ist das entscheidende Signum des Goethe Jahres. Goethe wartet immer noch auf die Nation. „Berge in Flammen." Llfa-palast am Zoo. Die Hochgebirgsfilme mit Luis T r e n k c r haben sich eine ständig wachsende Schar von Anhängern und Freunden erober». Jetzt stellt sich Trenker in einem neuen Gebirgsfilm als Regisseur und Hauptdarsteller zugleich vor. Die Leitung der Filmaufnahmen untersteht Sepp A l l g e i c r, der wie bisher all« Hoffnungest erfüllt. Ein Kriegsfilm aus der Hochgebirgswelt der Dolomiten. Der italienische Graf Fronchini und der �iroler Bergführer Florian Dimai sind seit langem auf gemeinsamen Klettertouren gute Freunde geworden. Hoch in den Bergen überrascht sie die Mobilmachung: Südtirol wird Kampfgebiet. Beide Freunde liegen sich in dem gleichen Kampfabschnitt gegenüber. In Eis und Schnee, in ständi- gem Kampf mit der gewalttätigen Natur, nimmt der Kiieg für die Menschen im Hochgebirge einen furchtbaren Charakter an. Unsäg- lich die Mühen. Fast hoffnungslos, die Verstümmelten und Kran- ken durch die ungeheuren Schmemassen zu Tal zu bringen. Posten erfrieren im Schneesturm, Lawinen reißen Trägertruppen in die Tief«. Doppelt und dreifach furchtbar zeigt der Film den Krieg inmitten diefer grandiosen Natur, die sich hier mit dem Krieg zur Vernichtung des Menschen verbindet. Dimai und seine Kameraden sind seit zwei Jahren von der Heimat gänzlich abgeschnitten: ihr Dorf ist von den Italienern be- setzt. Die Italiener bereiten eine Sprengung der von den Oester- reichern besetzten Bergkuppe vor. Ein verlorener Posten. Es ge- lingt Dimai, auf Schleichwegen in sein Heimatdorf zu gelangen und die Stunde der Sprengung festzustellen. Kurz vor der Stunde der Sprengung erreicht er, von den eigenen Leuten angeschossen, die Stellung. In atemraubcnder Host, den Tod im Genick, wird die Tavern« von den Oesterreichern geräumt. Wenige Sekunden später ist die Kuppe des Berges ein flammcnspeiender Krater. Franchini und Dimai haben den Krieg überstanden. Ihre aus Liebe zu den Bergen geborene Freundschaft hat die Jahre des Krieges überdauert. Auf besonnten Höhen finden wir die beiden wieder, versunken in die Schönheiten der Dolomitenwelt. Trenker mit der Bergführergrupp« hervorragend in ihren alpinen Leistungen. Atemraubend dies« sausenden Sturzfahrten der Skipatrouillen über gefährliche StcillMnge. Die Bildausnahmen ent- hüllen die Schönheiten und die Schrecken der Bergwelt hervorragend. Lissi A r n a als Tiroler Bäuerin, schlicht und echt, Claus C l a u- sen als Stellungskommandant und Serventi als Graf Fran- chini sehr stark in ihren Rollen. Der Film ist ein großer Erfolg. Trenker wurde mehrfach her- vorgerufen. L. „Wer nimmt die Liebe ernst.. Atrium. Ein Filmluftspiel jenseits demimondäncn Glanzes. Es geht also auch ohne die Requisiten der großen Welt. Koste rlitz schreibt eine Romanze aus dem Alltagsleben der kleinen Ganoven. Der Regisseur Erich Engel inszeniert sie mit einem künstlerischen Können, das man selten im deutschen Tonfilm antrifft. Schlager werden organisch mit einer Reihe ausgelassen witziger Situationen verbunden. Selbst abgebrauchten Vorwürfen gibt Engel neuen Hoch- glänz, und hinter allem Humor verbirgt sich ein« Melancholie über ein Leben, das kein Leben ist. Der Film endet glücklich, aber es ist nur ein vorläufiger Schluß. Max, der mit seinem Freund kleine Hunde vor den Postämtern stiehlt, um sie nachher gegen cm« Belohnung den Besitzern zurückzuerstatten. gelobt, einen bürgerlich anständigen Beruf zu ergreifen, wenn Us« wiederkommt, und sie kommt wieder. Sie, die Schön-- heitskönigin des Luya parks, reißt voii dem Bankett aus, das ihr zu Ehren gegeben wind. Die Liebenden liegen sich in den Armen. Kein« Sentimentalität wird dabei verbraucht, wie Engel überhaupt jeder Rührseligkeit ausweicht. Max hat gute Vorsätze, doch wird er sie kaum verwirklichen können. Eine Romanze aus dem Alltagsleben ist der Film, und er ist mehr. In«in paar flüchtigen Szenen skizziert Engel die wahren Schweinepriester, die Herren mit dem vornehmen Auto und den trüben Geschäften, zeigt er den Mief der kleinbürgerlichen Welt in einer Mietskaserne, das Elend der Wohnkellcr. Auf dieser rcalisti- scheu Basis errichtet er das Spiel, dos neben der Komik ganz zarte, fast romantische Züge aufweist. Wirklichkeit und Spiel gehen in- einander über. Und dann noch eins. Engel arbeitet an den Dar- stellern, zwingt sie zu natürlicher Einfachheit, gibt in jeder Chargen- rolle einen charakteristischen Typ ohne Uebertriebenheilen. Selten waren Mar Hansen und Jenny I u g o so gelöst, so frei von Schwonkroutine. Hansen wird plötzlich zu einen, Gestalter und ebenfalls Otto W a l l b u r g, der sich hier von seinem Film- schema löst. Eine Kabinettsleistung bietet Willy Schur. F. Seh. Eine neue Welihilfssprache. Ein schwedischer Sprachgelehrter Professor Z a ch r i s s o n in Upsala hat sich die Frage überlegt, warum die künstlichen Welt- sprachen(Esperanto, Ido usw.) in den englisch sprechenden Ländern keine erhebliche Verbreitung gefunden haben. Er kam zu der Ueber- zeugung, daß das von 299 Millionen Menschen gesprochene Englisch heute eigentlich schon eine natürliche Welthilfssprache ist und daß es nur nötig sei, die sehr veraltete und komplizierte Schreibung zu vereinfachen. Er Hot ein System entworfen, das er Anglic nenn', und führte es uns gestern in den Klubräumen des Berliner Anglic- Vereins vor. Angjlic hat— und darauf kommt es natürlich in erster Linie an— bereits bei zahlreichen englischen und amerikanischen Fach- männern für die Rechtschreibungsresorm Beifall gesunden. Und in der Tat wird dem Lernenden die englische Sprache, die ja wegen der Einfachheit ihrer Grammatik sich empfiehlt, erheblich erleichtert. Es werden vor allem die Vokale, die ja im Englischen besonders reich entwickelt sind, in einer eindeutigen Form geschrieben, so daß der Schüler von vornherein weiß, wie er sie auszusprechen hat. Es ist vorderhand nicht abzusehen, wohin die Anglicbewegung einmal führen kann. Jedenfalls hat sie schon jetzt für die vielen Menschen in der ganzen Welt, die das Englische für praktische Zwecke erlernen, erhebliche Bedeutung. Es bestehen bereits Lehrbücher, und Kurse für Anglic werden in Deutschland demnächst eröffnet. Man b.>- dient sich dabei besonderer Lautplatten, die dem Schüler die Aus- spräche vorführen. Prof. Wilhelm D o e g e n, der Leiter der staat- lichen Lautsammlung, hat seine großen Erfahrungen in den Dienst der Sache gestellt. 69 Zahre„Gesellschaft für Volksbildung". Die Gesellschaft für Volksbildung veranstaltet vom 2. bis 5. Oktober in Dahlem im Harnack-Haus ihre 61. Hauptversammlung. Damit wird die Feier des 69jährigen Bestehens der Gesellschaft verbunden. Eine Festschrift stellt die bisherige Tätigkeit der Gesellschaft dar. Den Festvortrag über„Politik und Volksbildung" hält am 4. Oktober Prof. Theodor Litt. In Fachoersammlungen finden Vorträge und Beratungen über die mechanischen Hilfsmittel im Dienste der Volks- und Jugendpflege- arbeit statt. Festliche Veranstallungen umrahmen die Tagung. Di« Tchauspieler-Rachtvoritellullg von„DerbeschleuniatePer- s o n e n z u g" mit Max Adalbert, die im Theater an, Nollcndorfplatz an- gesetzt war, findet nicht statt. Dl» Urania eröffnet Frcilag, 8.1,5 Ubr. im Longenbeck Birchow Ha»?, Luisenstr. 58—59, ihr Winterprooramm mit einem Vortrag von Richard Katz:„Hinter der Cordillerc". I« der Ttaatioper geht Freitag Weber? Oper Oberon neucinstudiert m Szene. Heuie Schlichtung im Ruhrbergbau. Die gestrigen Verhandlungen gescheitert. Essen, 29. September. Die für Montag nachmittag angesetzten Schlichtungsverhand- .ungen im Ruhrbergbau waren nur von kurzer Dauer. In der Lohnfrage verliefen die Verhandlungen ergebnislos. Die Anträge beider Tarifparteicn wurden abgelehnt. Heute vormittag 19 Uhr trat das Schlichtertollegium, bestehend aus dem zum Sonderschlichter ernannten Professor A r a h n, dem Regierungspräsidenten Berge mann- Düsseldors und dem Beigeordneten Dr. B r a g a r d- Wuppertal, zusammen, um die Schlichtungsoerhandlungen in der Lohnfrage mit den Vertretern der beiden Tarifparteien fortzuführen. Nach Lage der Dinge ist noch heute mit einem Schiedsspruchin derLohn- frage zu rechnen. In der A r b e i t s z e i t f r a g e, die abgetrennt wurde, wurden die Verhandlungen ebenfalls auf heute, Dienstag, vertagt. Gegen Streikposten. Kampf mit einstweiligen Verfügungen. Vor der Haushaltungsmaschinenfabrik von Krech in der Garten- straße stehen Streikposten. Sie tragen Plakate mit der Aufschrift:„Hier wird gestreikt wegen lO proz. Lohnabbau." Gegen das Tragen dieser Plakate erwirkte Herr Krech beim Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung, weil der angegebene Lohn- obbau von 10 proz. eine Unwahrheit sein sollte. Das Landesarbeitsgericht hob diese Verfügung auf, weil erwiesen werden konnte, daß die Streitenden tatsächlich gegen einen Lohnabbau von 10 proz. kämpften. Nun versuchte es Herr Krech mit einer neuen Auflage seines Kampsmittels mit dem Erfolg, daß der Kommeroorfitzende beim Arbeitsgericht, Amts- gerichtsrat S p o r r n i tz, gegen den Werkstattoertrauensmann Redlich und gegen den Deutschen Metallarbeiter- verband eine einstweilige Verfügung erließ, die da» Streikpostenstehen schlechthin verbietet, weil die Streikposten Arbeitswillige belästigt und bedroht hoben sollen. In der mündlichen Verhandlung vor der Kammer unter dem Vorsitz des Amtsgerichtsrats Herrmann wurde festgestellt, daß wohl Aeußerungen, die als Belästigungen aufgefaßt werden können, von Streikenden, aber nicht von Streikposten, gemacht worden sind, daß der Metallarbeiterverband, der solches Verhalten der Streikenden selbstverständlich nickst billigt, e r st durch die einstweilige Verfügung von den angeblichen Velästi- gungen etwas erfahren und daraufhin die Streikenden zurecht- gewiesen hat. Da» Gericht hob die einstweilige Verfügung aus mit der Begründung, daß der Metallarbeiterverband die betreffenden Vorgänge weder veranlaßt noch gebilligt habe und daß auch die Streikposten at, solche keine Verstöße begangen hätten. Redlich habe zwar nicht in allen Fällen korrekt gehandelt, aber dadurch sei nicht die Firma, sondern sind die belästigten Personen getroffen, also könne dem Antrag der Firma nicht stattgegeben werden. Metter für Berlin: Beständiges und ruhiges Wetter, abgesehen von Morgennebeln heiter. Nachts kalt, am Tage unter dem Ein- fluß der Sonneneinstrahlung etwas milder.— Für Deutschland: Allgemein bestündig, nachts strichweise leichte Fröste. Großkonzem bildet Volontäre aus. Als Volontär keinen Anspruch auf Gehalt. Inserat: Großkonzern sucht junge Leute, intelligent, arbeitsam, als Verkäufer, bis zur Einarbeitung als Volontär. Unter vielen anderen meldet sich ein Berliner Student. Von der Einheitspreis G- m. b. H. Woofworth bekommt er aus Hirschberg i. R. die Mitteilung, daß sie gewillt ist.„einen jungen Mann für die Einheitspreisbranche vollkommen auszubilden, vorausgesetzt, daß üerselbe glaubt, in der Lage zu sein, den An- forderungen in jeder Hinsicht gerecht zu werden". Die Firma wäre nicht abgeneigt,„sich für Sie zu interessieren. Zur Klarstellung teilen wir Ihnen noch mit, daß von feiten des Volontärs ein Anspruch auf Gehaltszahlung nicht b e st e h t. Wir wären jedoch eventuell bereit, nach ent- sprechender Einarbeitungszeit und Qualifizierung eine kleine Der- gütung zu gewähren." „Zur Klarstellung" ist nicht viel zu sagen. Wie lang« die Ein- arbeitungszeit dauern soll, wird nicht gesagt. Auch nicht, wie klein die eventuelle klein« Vergütung nach der Einarbeitungszeit bei von der Firma anerkannter Qualifizierung sein wird. Klar ist nur, daß die jungen Leute für die Einarbeiwngszs't gute Kleidung und das nötige Geld für ihren Lebensunterhalt mitbringen muffen und daß sie dann, nachvem sie als Volontäre«ingearbeitet sind, keinen An» spruch auf Gehaltszahlung haben. Die Arbeitslosigkeit ist droß und b i l l i g« r n o ch a l s„Lehr- l i n g e" sind„Volontäre". Das Unternehmertum nützt die ihm günstige Arbeitsmarktkonjunktur in jeder Weise aus. Julius(ßraunlhalt JlnslerlUz sprich!! Noch lange wird Friedrich Aufterlitz, der kurz vor dem Inter- nationalen Kongreß in Wien verstorbene Chefredakteur der „Arbeiter-Zeitung", im schmerzlich-slolzen Gedenken seiner Zeit- und Kampfgenossen fortleben, deren journalistischer Meister, deren poli- tischer Lehrer, deren redegewaltiger Führer er so lange gewesen ist. Damit aber auch die Jüngeren seines Geistes einen Hauch verspüren können, ohne alte Zeitungsbände durchstudieren zu müssen, hat Julius Braunthal, einer von der jüngeren Generation unseres Wiener Bruderblattes, eine wohldurchdachte Auswahl getroffen. Aus der„Arbeiter-Zeitung" wie aus der Parteimonatsschrift„Der Kampf" ist da manches von dem zusammengetragen, was Aufterlitz in der Haft des Tages, was er in der nächtlichen Stille ruhig schaffend, wenn er fast allein noch im Parteihauj« arbeitete, geschrieben hat. Da finden wir die großen Kämpfe der Partei um die Wahlreform, gegen Behördenwillkür, gegen konfiszierwütige Staatsanwälte, gegen den Zeitungsstempel widergespiegelt, und dann später, als 1917 die Amnestie kam, gegen die unsagbar gewissen- lose, nur auf Hängen und Kerkerqual ausgehende Militärjustiz. Daneben sehen wir auch schon in der Vorkriegszeit Aufterlitz, den streitbaren Kämpfer und ungehemmten Sosgeher, doch mich, n» es zum Erfolg nötig erscheint, dos Mittel der lleberredung gegenüber den Machthaber», selbst gegenüber der Krone anwenden. All dies kann dem reichsdeutschen Leser schon eine gute Vorstellung von Alt- österreich geben und die Artikel aus der Nachkriegszeit auch von den Problemen und dem Charakter der soviel kleineren Republik Deutschösterreich. Für alle Sozialdemokraten werden die Aufsätze über den Weltkrieg und das Verhältnis der Sozialdemokratie dazu von besonderem Wert sein. Aufterlitz hat die Haltung der über- großen Mehrheit der sozialdemokratischen Reichstagssraktion an dem historischen 4. August 1914 begeistert gebilligt. Die überaus scharfe Rede, die Friedrich Adler, des Ministermcrdes angeklagt, vor Gericht gegen die deutsche und die deutschösterreichische Sozialdemo- kratie gehalten, oeranlaßte Aufterlitz zu einer wahrhast bedeutenden und höchst lesenswerten Arbeit voll Selbftprüfung und Objektivität innerhalb der sozusagen naturhaften Grenzen des kämpfenden So- zialismus... Die Trauerrede auf Viktor Wler ist ein weiterer Höhepunkt in dem unaufhörlichen Wirken dieses nie erschöpften Geistes, der in den Würdigungen verstorbener Persönlichkeiten aus anderen Lagern neben seiner treffenden Porträtierungskraft auch seine unbeschränkte Fähigkeit zeigt, sich in ganz ferne Sphären hineinzuversetzen, ohne dabei jemals die eigene zu verlieren: die des unbedingten Rechts und die des Befreiungskampses des Proletariats, deren treuesten und stärksten Kämpfer einer dieser seltene Mensch Friedrich Aufterlitz gewesen ist. Ilicbarck Lernstem. Dienstag, 29. September. Berlin. 16.05 Stadtrat W. Friedländcr: Ucberwindung der rörsorgcerzlehunf. 16.30 Jugendstunde. Dr. Ueberall erzählt. 17.00 Unterhaltungsmusik. 18.00 Bücherstunde. 18.30 Ernst Lcmraer, M. d. R.: Zwischen Ypern und Verdun. Besuch der ehemaligen Westfront 19.00 Interview der Woche. 19.20 Wagner-Abend. Dir.: Bruno Scidlcr-Winkler. 20.50 Tages- und Sportnachrichten. 21.00 Von Breslau; Ursendung„König Lear— Berlin NO'4, 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Königswusterhansen. 16.30 Von Leipzig; Konzert. 17.30 Priv.-Dozent Dr. Hans Wcinert: Feuer und Schwert in der Menschheitsentwicklung. 18.00 Paul Westheim: Gegenwartsfragen der Kunst. 18.30 Dr. Rudolf Pechel: Bleibende Werte der deutschen DichtttOff. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19,00 Französisch für Anfänger. 19.30 Volkswirtschaftsfunk. Prof. Dr. Alfred Stock Karl Dulsberg zum 70. Geburtstag. 19.55 Wetter. 20.00 Von Leipzig: Unterhaltungskonzert. 21.00 Von Mühlacker: Südfunk-Kaleidoskop. 22.00 Dr. Josef Räuscher: Politische Zeitungsschau. Anschließend Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend von Hamburg:„Tutti Frutti'4. Veranttooril. für die Reduktion: Rieh. Bernstein, Berlin: Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. h. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Berlagsanstalt Paul Singer 6c Co. Berlin EW 68. Lindenitrake t. Simu 1 Beilage. Unser diesmaliger C3j Angebote für die Kleidung Ihrer Kinder, die selbst im Rahmen der bekannten C&A- Preise erstaunlich sind. Solche Preise müssen bei jeder sorgenden Mutter höchste Freude auslösen. In höhtem Maße aber, Sie sehen, welche hochwertige Kleidung Sie für diese niedrigen Preise bei uns bekommen. Wenn trotz geringster Ausgaben auch Ihre Kinder nett, geschmackvoll und praktisch gekleidet gehen sollen, da gibt's nur eins: Aus molligem Diagonal- Fantasie flotter Mantel mit Biberette-Kragen. Gr. 60.90. Größe60 (ander« entsprechend) 075 Chaufseettr.11 3 Könisttrafie 33 Ma Suitiaar bebohof Am babnäof AJexwiderptea föellage Dienstag, 29. September 1931 VprAdpad StwjUiuk�aße Ab* �Jofvyasi* Man macht Taubstumme„Verkehrs fähig << Her Dr. sselix Reich, Leiter der Taubstummenanstalt in Berlin- Weißensee, hatte die Liebcnsivllrdigleit, unserer ll-Mitarbeiterin eine Unterredung zu gewähren. „Ist Ihn«n bekannt, Herr Doktor, daß die Ansicht der Laien vielfach dahin geht, daß Taubstumme überhaupt nicht sprechen können? Nach meinem Dafürhalten ist die Bezeichnung„taub- stumm" unlogisch und irreführend, denn da ja Taubstumm« sprechen lernen, sind sie ja gar nicht stumm". „Selbstverständlich lernen sie sprechen. Diejenigen, die es können, nennen sich auch„Gehörlose". Dieser feine sprachliche Unterschied muß ihnen logischerweise zugebilligt werden. Daß sie nicht schon von kleinauf, sondern erst mit einsetzendem Schuluntcr- richt sprechen, liegt daran, daß beim Kleinkind« lediglich dos Gehör Anlaß gibt, Töne und Worte, die es aus der Umgebung empfängt, nachzubilden. Der normale Mensch lernt also nur durch den Nach- ahmungstrieb sprechen. Für taubstumme Kinder kann das Gehör natürlich nicht der Lehrmeister der Sprache sein. Wir suchen diesen Mangel durch das Auge und durch das Gefühl auszugleichen." „Entwickelt sich die Intelligenz des Menschen denn nicht durch die Sprache?" „Wir wollen lieber so definieren: Das Interesse an der Sprache entwickelt sich nur durch das Gehör. Aber es gibt auch andere Wege, Menschen ohne Gehör zum Sprechen zu bringen. Bei den Taubstummen sind ja alle Sprechwerkzeuge vorhanden." „Wodurch wird man taubstumm?" „Taubstummheit von Geburt ist entweder eine Folge von Vcr- wandtenehen, von Vererbung, oder es sind Degenerationserschei- nungen. Manchmal beruht sie auch auf syphilitischer Grundlage, nicht selten ist sie, wo sie erst in späteren Lebensjahren austritt, eine Folge von Masern, Scharlach oder Diphtherie, in einer beträchtlichen Anzahl von Fällen auch eine Folge von Gehirnhautentzündungen. Wo Taubstummheit erst in späteren Jahren auftritt, ist das seelische Unglück größer, als wenn ein Mensch bereits mit diesem Gebrechen zur Welt kam." „Und aus welchen Schichten der Bevölkerung setzen sich die Taubstummen zusammen?" „Aus allen Schichten. Erworbene Taubstummheit ist allerdings in den unteren Schichten, wo es mit der Pflege und der Hygiene der Kinder leider nicht sehr gut bestellt ist, häufiger anzutreffen. Hier zeigt sich wieder einmal, einen wie guten Nährboden für soziale Minderwertigkeitserscheinungen die Not bildet." „Können Sie bitte auch statistisches Material angeben?" „Auf zehntausend Einwohner kommen 7,4 Taubstumme. Es gibt etwa um 25 Proz. mehr taubstumme Knaben als Mädchen. Womit diese Tatsack)« zusammenhängt, ist mir siicht bekannt. In Ostpreußen und Baden gibt es mehr Taubstumme als in Sachsen, Pommern oder Hannover. Die erstgenannte Provinz hat unter Einwohnern 12,3 Taubstumme. Etwa die Hälfte aller Taub- stummen heiraten. Unter 2S1 Taubstummenehen, die man im ver- gangenen Jahre in Hamburg statistisch ersasjen konme, waren in 93 Fällen beide Ehegatten von diesem Gebrechen befallen. 278 Kinder gingen aus diesen Ehen hervor, davon waren 178 nor- mal, während die restlichen ebenfalls taubstumm zur Welt kamen." „Und wie werden taubstumme Kinder unterrichtet?" „Ich muß vorausschicken, daß ich und seit neuerer Zeit auch viele meiner Kollegen dafür kämpfen, man möge den Unterricht Taubstummer anstatt auf acht auf zehn Jahre festsetzen. Sehen Sie, diese Kinder, die siebenjährig zu uns komme», sind durch das Nichtsprechenkönnen hinter einem normalen Schulkind soweit zurück, daß selbst durch ein Plus von zwei Schuljahren nur ein schwacher Ausgleich geschaffen werden könnte. Kämen, wie ich es den Schul- behörden stets vorschlage, diese Kinder obligatorisch zuerst in«inen Spezialkindergarten, dessen Besuch im Alter von 5 bis 7 Iahren gesetzlich sein müßte, so könnten sie das Ablesen von den Lippen des Lehrers, jene so unerläßliche Vorbedingung für das Einsetzen des normalen.Schulunterrichts, bereits beherrschen." „Das ist richtig. Und wie stellt sich die Schulbehörde dazu?" „Sie kann diesen Vorschlag logijcherweise nicht ablehnen. Wenn er gegenwärtig noch nicht in die Tat umgesetzt ist, so ist das nur eine Geldangelegenheit." „Und wie geht der eigentliche Unterricht der Kinder vor sich?" „Der Taubstummenlehrer nimmt jedes Kind einzeln vor und bringt ihm mit großer Mundösfnung und in artikulierter Sprech- weise zunächst jene Begriff« bei, die sich durch bloße Anschauung oder durch einfache Tätigkeit deutlich festlegen lassen.„Auf",„ab", „Ball",„Tafel" und dergleichen sind die ersten Worte, die das Kind sprechen lernt und deren Sinn ihm leicht klargemacht werden kann. Der Wortschatz erweitert sich dann allmählich ganz von selbst." „Das hängt von der geistigen Begabung des betreffenden Taubstummen ab. Außer übersinnlichen Begriffen und Ausdrücken, die nur schwer durch das Auge zu veranschaulichen sind, erfaßt er eigentlich den ganzen Umsang der Sprache. Der Taubstumme ist, um mit Goethe zu reden,„zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt". Dinge der Umwelt, die auf rein gedanklicher Grundlage beruhen, liegen ihm naturgemäß ferner. „Gibt es unter den Taubstummen auch besonders Begabte?" „Sicher. Aus meiner Anstalt ging vor einigen Jahren ein Abiturient«um loucke hervor. Er studiert Elektrophysik. Aus seiner Visitenkarte trägt er den Vermerk, der Sprecher möge sich gegen das Licht stellen. Das erleichtert ihm das Ablesen von den Lippen." „Und gibt es'Sprecher, deren Sprache ganz normal wird?" „Das ist selten. Wir wollen sie ja nur verkehrsfähig machen, damit sie sich mit der Umwelt verständigen können. Die Taub- stummen betonen oftmals falsch, weil sie ja den Tonklang eines Wortes nicht kennen und den Wechsel zwischen Hebung und Senkung der Stimme nicht erfassen. Daher ist ihre Sprache oft monoton, die Stimme rauh. Aber viele sprechen so gut, daß man sie nur für Ausländer hält." „Welche Berufe eignen sich für Taubstumme besonders gut?" „Wenn sie verkehrsfähig sind, wenn sie nämlich in den Geist der Sprache eindrangen, wenn sie lesen, rechnen und schreiben erlernten, so können sie eigentlich jeden Beruf ergreifen, der keinen zu großen Unigang mit dem Publikum erfordert. Einige der besten Berufe für Taubstumme sind Zahntechnik, Schriftmalerei und Tisch- lerei. Auch Schneiderei und Schriftsetzerei werden stark bevorzugt. Die Mädchen lernen in der Hauptsach« Putz, Wäschenähen und Schneiderei. Es gibt übrigens auch sehr tüchtige Büroangestellt«, die taubstumm sind, und es gibt ferner eine große Anzahl taub- stummer Künstler, die sogar bedeutende Namen haben. Daß sie vielfach untereinander heiraten und sich gemeinsam durchs Leben schlagen, ist psychologisch verständlich." „Und wie verhält es sich mit dem seelischen Moment? Sind es unglückliche Menschen?" „Nein, sie sind dankbar und gutmütig. Die Taubstumm- geborenen sind es fast ausnahmslos, weil sie ihren Zustand als das Gegebene ansehen. Nur die, die erst später gehörlos wurden, sind manchmal verbittert und unzufrieden. Aber das ist ja völlig verständlich." „Und was haben sie vor anderen Menschen voraus? Ein kör- perliches Gebrechen bringt doch sehr häufig die besonders gute Aus- bildung eines anderen Sinnes mit sich." „Sie beherrschen die Kenntnis der menschlichen Ausdrucks- gebärde in einem Maße, wie man es bei anderen Menschen niemals antrifft. Ihr Sehen und gleichzeitiges Erfassen der psychischen Ein- stellung der Umwelt ist so ausgebildet, daß sie hierin einen gewal- tigen Vorsprung vor anderen besitzen." I-i.(Lerlin.) Die hygienische Bedeutung der Rohkost In dem Streit um den Wert der Rohkost, die von den einen als einzig mögliche Ernährungsart gepriesen, von den anderen mindestens in diesem Ueberwert stark kritisiert wird, nimmt der Breslauer Professor M. Nothmann in der Deutschen Medi- zinischen Wochenschrist das Wort. Er stellt die Frag«, ob die Rohkost, also sowohl pflanzliche wie tierische Nahrungsmittel in ihrem unverändert natürlichen Zustande, eine für die Ernährung des gesunden Menschen geeignete Diät ist und ob ihr eine Bedeutung bei der Behandlung des kranken Menschen zukommt. Es gibt ja heute wohl kaum einen Arzt, der nicht für Gesunde und Kranke rohe Nahrungsmittel als Beilage zur gekochten Nahrung empfiehlt. Denn sie ist«ine Diät, die sich durch ihren Reichtum an Vitaminen und Mineralstoffen, bei Kochsalzniangel, sowie ihre Armut an Eiweißsubstanzen, an Purinkörpern und an Kalorien auszeichnet. Und man hat erprobt, daß durch den Kochprozeß besonders den Vegetabilien ein erheblicher Teil ihres Mineralstoffgehaltes entzogen wird, vor allem dann, wenn wie zum Beispiel beim Gemüse, das Kochwaffer auch noch weggegossen wird. Beim Spinat gehen 19,2 Proz., beim Rosenkohl 24 Proz., beim Grünkohl 3t> Proz., beim Wirsingkohl sogar 48 Proz. der Trockensubstanz in das Abkochwasser über. Mineralstosfe, aber auch Zucker, Vitamine, lösliche stickstoffhaltige Substanzen, ätherisch« Oele können durch das Kochen der Nahrung entzogen werden. Selbst wenn das Gemüse im Haushalt gedämpft wird oder wenn das Kochwasfcr, wie C. o. Noonden verlangte, zur Suppenbereitung Verwendung findet, werden die Mineralstoffe durch die Hitzeprozesse aus ihren Ver- bindungen herausgesprengt und schwerer resorbierbar. Wir kennen zwar nur den Kropf und gewisse Formen von Blutleere als Folgen eines Mineralstoff-, hier Eisenmangels: aber man wird wohl gut tun, sich die Mineralstoffe nach Möglichkeit in der Form und dem Mischungsverhältnis zuzuführen, in dem die Natur sie uns bietet. Wer Salat, Gemüse und Obst in ihren verschiedenen Formen ißt, hat keinerlei üble Folgen zu befürchten. Ueberdies ist die Rohkost arm an Kochsalz: der Rohköstler ist also weniger durstig und sein Bedürfnis, Wasser oder Alkohol zu trinken, ist geringer.. Viel- leicht der wichtigste Vorzug der Rohkost aber ist die unverminderte und unveränderte Ausnahm« der Vitamine durch den Körper. Die Vitamine stammen ja aus dem Pflanzenreich, und wir können sie Die Sexualhormone der Keimdrüse und Hypophyse In zwei zusammenfassenden Abhandlungen in der Zeitschrift „Forschungen und Fortschritte" stellt Prof. Dr. Artur B i e d l, Prag, aus eigenen Untersuchungen und den Ergebnissen anderer Autoren unsere heutigen Kenntnisie über die Geschlechtshormone dar. Seit den bahnbrechenden Untersuchungen von Brown- Sequard sind gerade auf dem Gebiete der inneren Sekretion der Geschlechtsorgane bedeutende Fortschritte gemacht worden, in deren Mittelpunkt die Untersuchungen über die Funktion der Keimdrüse und des Vorderlappens der Hypophyse(Hirnanhang) stehen. Eine exakte experimentelle Grundlage für den Nachweis der Keimdrüsen- Hormone wurde erst im letzten Jahrzehnt von Stockard und Papani- colaou geschaffen. Sie konnten zeigen, daß kastrierte weibliche Tiere durch die Zufuhr einer aus dem Eierstock stammenden Substanz! brünstig gemacht werden können und daß man durch die Bestimmung der kleinsten Menge, welche gerade diese Reaktion noch aus- löst, sogar quantitative Schätzungen vornehmen kann. Dieses Hormon wird im Eierstock gebildet und dient der Ausbildung und Erhaltung der weiblichen Körperfunktionen. Das Brunsthormon entfaltet nicht nur bei Mäusen und Ratten, sondern auch bei Ka- ninchen und Hunden die gleiche Wirkung: ein mächtiges Wachstum der Gebärmutter und die Erscheinungen der Brunst, insbesondere mit einer starten Vergrößerung der Brustdrüse. Die größte Menge Hormon wird in der Schwangerschaft gebildet und besähigt die Ge- bärmutter zu stärkstem Wachstum. Bei männlichen Tieren tritt eine hemmende Wirkung ein: die Geschlechtsorgane werden durch Zufuhr von weiblichem Brunsthormon zurückgebildet. Beim menschlichen Weib wurde die wachstumssördernde Wir- kung auf die Geschlechtsorgane bereits zur Behandlung von Stö- rungen verwertet. Man konnte nicht nur klimakterisHe Be- schwerden mit Erfolg bekämpfen, sondern sogar■ in 60 Proz. der Fälle mst Unterfunktion der Eierstöcke das Wiederaustreten der Menstruation erreichen, ein bisher nur sehr selten erzielter Erfolg. Führt man nun normalen Ratten oder Mäusen über längere Zeit von diesem Brunfthormon zu, so tritt eine Dauerbrunst ein, die den natürlichen Verhältnissen nicht mehr entspricht. Diese Tat- fache legt den Gedanken nahe, daß im, Eierstock ein Gegenspieler vorhanden ist, der den zyklischen Ablauf der Brunsterscheinungen bewirkt. Tatsächlich haben in neuerer Zeit Corner und Klauberg, sowie Biedl und seine Mitarbeiter nachweisen können, daß im sogenannten gelben Körper des Eierstocks dieser antagonistische Stoff vorhanden ist. Er löst das Brunsthormon in seiner Arbeit ab und trifft die letzten Vorbereitungen zur Einnistung In der Gebär- mutier. Im Mittelpunkt der Forschung a.us diesem Gebiet stehen jedoch im Augenblick die Hormone des Vorderlappens der Hypophyse. Philipp Smith, sowie Zondek und Aschheim tonnten durch lieber- Pflanzung von frischem Hypophysenvorderlappen jugendliche 6 bis 8 Gramm schwere Mäuse in 100 Stunden brünstig machen: dieser Erfolg war bei kastrierten Tieren nicht zu erreichen. Also muß dieser Einfluß aus das Wachstum der Geschlechtsorgane aus dem Wege über den Eierstock Zustandekommen. Wir haben in dem Hormon des Hypophysenvorderlappens sozusagen den„Anlasser" der Eierstocksfunktion gefunden. Ohne das Hypophysenvorderlappen- Hormon ist eine geregelte Funktion der weiblichen Geschlechtsorgane nicht möglich. Analog läßt sich beim männlichen Individuum ein fördernder Einfluß auf das Wachstum der Geschlechtsorgane nach- weisen. Große Mengen dieses Hormons werden wiederum in der Schwangerschaft und besonders im Beginn derselben gebildet, ent- sprechend der Mehrleistung, die von den weiblichen Geschlechts- organen gefordert wird. Eine praktisch wichtige Konsequenz dieser Untersuchungen ist daher die Frühdiagnose der Schwangerschaft, die von Aschheim und Zondek ausgearbeitet wurde. Der Harn schwan- gerer Frauen enthält schon in den ersten Wochen der Schwanger- schaft soviel Vorderlappenhormon, daß es in wenigen Kubikzenti- meiern nachgewiesen werden kann. Auf diese Weise kann die Diagnose schon zu einer Zeit gestellt werden, in der die klinische Untersuchung noch versagt. nur indirekt durch Aufnahme von Nahrungsmitteln aus dem Tier- reich, MUch, Lebertran oder Eigelb erhalten. Der Vitamingehalt der Nahrung ist um so größer, je weniger die Hitze auf sie gewinkt hat und je frischer sie ist. Nach den Versuchen des Leipzigers Scheunert erfolgt bei den in Deutschland üblichen Nahrungsmitteln und Gerichten eine praktische und bedeutungsvolle Herabsetzung des Gehaltes an den Vitaminen A und E durch Kochen und Einwecken nicht. Hingegen wird das AMi-Skorbut-Vitamin C durch das Kochen sehr stark geschädigt: zum Beispiel beim Spinat wird beim Kochen nur ein Vierzigstel seines Gehaltes an Vitamin C behalten. Wichtiger ist, daß die Kartoffel, deren Gehalt an Vitamin C im rohen Zustand ein guter ist, beim Kochen oder Dämpfen mit oder ohne Schale höchstens 50 Proz. ihres Gehaltes an Vitamin E ver- liert. Gerade Deutschland ist durch die reichliche Kartoffelernährung vor Skorbut weitgehend geschützt, weil 12 Proz. des gesamten Kalorienverbrauches bei uns durch die Kartoffeln bestritten werden Die Rohkostbewegung ich dadurch erheblich unterstützt worden, daß der Fleischkonsum wieder so sehr gestiegen ist. Nun ist die Rohkost arm an Eiweiß, besonders auch an Purinkörpern. Bei ihr wird di«. Quantität der aufgenommenen Mengen an Eiweißkörpern eher zu gering als zu groß sein. Eine Ueberfütierung mit Eiweiß erscheint ausgeschlossen. Viel größer ist die Gefahr, daß nicht ge- nügend biologisch vollwertige Eiweißsubstanzen mit der Rohnahrung ausgenommen werden, besonders dann, wenn sie mit vegetarischer Kost verbunden ist. Die in den Eiern, der Milch und dem Fleische enthaltenen Eiweißstoffe sind biologisch vollwertig, aber gerade ver- schiedene pflanzliche Eiweihstoffe der Getreidesamen und Gemüse biologisch minderwertig. Mit rein pflanzlicher Rohkost wird, wie aus verschiedenen Versuchen hervorgeht, eine nicht nur stickstossarme Kost aufgenommen, es geht auch noch sehr viel Stickstoff durch den Darm verloren. Da das Fett aber sehr gut verwertet wird, und da auch die rohe Stärke bei ausreichender Zerkleinerung der Kost zum großen Teil verdaut wird, so kann man mit Rohkost dem Organis- mus eine ausreichende Menge von Kalorien zuführen. Ein Vorzug der Rohkost ist ihr höherer Sättigungswert, aber unbewiesen ist die Annahme vieler Rohköstler, daß für sie zur Erhaltung voller Leistungsfähigkeit weniger Kalorien nötig sind als bei gemischter Ernährung. Unser Sättigungsgesühl ist kein sicherer Regulator dafür, daß wir auch ausreichende Nahrung aufgenommen haben. Der Magen kann mit schlecht ausnutzbarer, zellulosehaltiger Nahrung gefüllt sein, das subjektive Gefühl der Sättigung mag bestehen: in Wirklichkeit ist die Ernährung nicht ausreichend, und der Organis- mus ist in einem Eiweiß- und Koloriendefizt. Eine günstige Wirkung der Rohkost ist, daß sie zu längerem und sorgfältigerem Kauen führt. Durch ihr großes Volumen regt sie die Darnitätigkeit an, aber oft so sehr, daß sich auch unangenehme Störungen bemerkbar machen. Sehr nachteilig ist bei Rohkost die Gefahr der Uebertragung von Jnsektionskeimen und von Wurmeiern. Prof. Nothmann erklärt also die Rohkost für ungeeignet zur .Volksnahrung: sie könne es nicht sein wegen ihrer häusig schlechten Verdaulichkeit, ihrer schlechten Ausnutzbarkeit und wegen der Gefahr der Infektion mit Bakterien und Parasiten. Uobendies gibt die Kochkunst Geschmacksreize, die offenbar durch Erregung der Ver- dauungsdrüfen Positives leisten. Bei kurzen Kuren inag di« Roh- kost gewisse ungewohnte Geschmacksreize bieten. Auf die Dauer aber bleibt die anregende Wirkung für den Appetit gering, ja schlägt oft in Abneigung um. Schließlich: die Rohkost ist teuer, ja sehr teuer. Im Winter und Frühjahr haben wir nur wenig frisches Gemüse und Obst. Ein Massenverbrauch eingeführten Obstes und Gemüses würde noch mehr verteuern. Wenn die Rohkoftpropaganda nur dazu führt, daß wir frisches Obst, grüne Salate und frisches Gemüse sehr stark verwenden, wird sie viel nützen. Aber wenn sie mit phantastischen und fanatischen Anpreisungen die Roh- nicht als Zu- fatz-, sondern als Alleinkost fordert, stiftet sie Verwirrung und schädigt Als Heilnahrung hat die Rohkost für gewisse Krankheils- zustände zweifellos ihren Wert, besonders dann, wenn ein« Kofi erwünscht ist, die äußerst reizlos und kochsalzarm ist, die in ihrem Eiweißgehalt jeder anderen Kost unterlegen ist, die voluminös ist und daher sättigend wirkt. Sie kommt am stärksten in Betracht bei Fettsucht, bei Zirkulationsstörungen, bei ülberhohem Blutdruck, bei Nierenkrankheiten, auch bei Diabetes. In allen Fällen kommt es aber, wie Nothmann betont, darauf an, daß die Rohkost von den Patienten auch genosien werden kann: denn häufig, zum Beispiel bei Fettsucht, stellt sich nach wenigen Tagen trotz bester Zubereitung und auch guten Willens der Patienten ein solcher Widerwillen gegen die Rohkost«in, daß die Darreichung dieser Diät beendet werden muß. t Was verschafft Berlin den Sieg bei den kommenden Fu�ballkämpfen? .yas Fußballspiel Berlin— Stettin ist vorüber, auf zu ..euen Siegen! Zu neuen Siege»? Ja, wenn sich 0er Kreietech- nische Ausschuß dazu aufraffen würde, aus den bisherigen Spielen auch die notwendigen Konsequenzen in bezug auf die Auswahl der zu solchen repräsentativen Spielen befähigten Spieler zu ziehen! Was zeigte das letzte Städtespiel der Atbeiterfuhballer? Spieler wie Weidauer, Kollmann, Käske und Israel hat man lange nicht so gesehen wie gegen Stettin, Viel mag dazu beigetragen haben, daß sie auf heimatlichem Boden spielten. Trotzdem bleibt auch an der Mannschaftsaufstellung noch verschiedenes auszusetzen. Der Torwart W e n d l a n d ist ohne jeden Zweifel der beste, über den der 1. Kreis zu verfügen hat. Er gehört aber nicht m eine Berliner Städtemannfchaft, da er aus Luckenwalde ist. Wir habe» in Berlin bestimmt auch sehr gute Torsteher, die ihre Ausgabe, wenn auch nicht genau so, doch ebenfalls sehr gut lösen würden. Warum kommt man nicht auf I u d r i a n- Lichtenberg oder Metze- Minerva?8 zurück. Beide Spieler haben in ihren Spielen gezeigt, daß sie bestimmt als Repräsentanle» in Frage kommen. Was ihnen vielleicht an ganz großer Klasse fehlt, kann ihnen anerzogen werden. Die Verteidiger a n d k e- Adler<18 so- wohl wie K ä s k c � Minerva 28 hatten ihren großen Tag, Wenn wir trotzdem auf der linken Seite lieber einen anderen sehen wür- den, so deshalb, weil Käske eben nur ab und zu gute Spiele liefert E i n t r a ch t- Reinickendorf verfügt über«inen linken Verteidiger, der sich mit Käske nichts nimmt. Müller ist sein Name, falls die Techniker ihn nicht kennen sollten. Die Läuferreihe ist wohl kaum besser zu besetzen als sie am Sonntag war. Die beiden Außen- läufer fügten sich dem Spiel genau so an wie es auch der Mittel- läufer tot, P o m n, c r c h n und K u ch e n b c ck e r als Außen- und Israel als Mittelläufer, eine so gute Mittelreihe soll erst einmal zusammengestellt werden. Wir wollen nur hoffen, daß dieses Trio zusammenbleibt! Das Schmer, zenskind ist der Sturm, Wo soll man hier anfangen, wo soll man aushö.en? Gewiß haben sich alle Spieler die größte Mühe gegeben, um Berlin zu einem Siege zu verhelfen. Ob sie aber auf dem richtigen Vlatz stehen, ist die zweite Frage. Wollen wir anfangen mit der linken Seite, Hier stand auf dem Posten des Linksaußen Ko l l m a n n- Normannia, Ein Spieler, der wohl auf 5)alblinfs eingespielt ist, aber nie den Außenstürmer- Posten versehen kann. Seine Schüsse aus das Tor find zwar sehr scharf, erfüllen ober nicht die Aufgabe eines Außenstürmers. Hier wäre eine grundsätzliche Acndcrung am Platz. Zu empfehlen ist der Lirlksaußen Eintrachts, Dörfer, der bestimmt allen Anforderungen gewachsen wäre. Auf dem Halblinksposten könnte man sich keinen anderen als W e i d a u c r- Lichtenberg I wünschen, wenn er seine Form, die er am Sonntag zeigte, beibehielte. Aber zwischen Wollen und Können liegt ein langer Weg, Wie wäre es mit A s ch e n b r c n n e r, dem ehemaligen Mineroa-Stürmcr und jetzigen Eiche-Mann? Auf der anderen Seite wäre es aber auch nicht schlecht, S t a r ck von Adler 08 auf seinem Vcreinsposteu zu belassen. In der Mitte können sich die Berliner keinen böseren Stürmer wünschen als Eckard t von Adler 08. Er ist der geborene Mittelstürmer der Berliner Mannschaft; seine Ballvcrteilung hat bestimmt viel zum Siege der Berliner gegen Stettin beigetragen, Der in der zweiten Halbzeit als Rechtsaußen spielende I ä h n i ck e dürste zu alt geworden sein. Gewiß steht er, wenn es darauf an- komnit, immer noch seinen Mann. Ob es ober zu einem Städtespicl ausreicht, sollte erwogen werden. Vielleicht versucht man es mit dem Reinickendorfer Marquardt, der in den letzten Spielen zeigte, daß er das Zeug auch für die Berliner Städtemannschaft hat. Eines ist allerdings auch festzustellen; Unsere Kritik vom Donnerstag hat dazu beigetrogen, daß die Spieler alles aus sich Herausgaben, um der Kritik gerecht zu werden. Das ist das Verdienst der Kritik. Hoffentlich nimmt sich nun auch der Kreistechnische Ausschuß die vorliegende Kritik an der Mannschaft zu Herzen, damit beim nächsten Kampf Leipzig— Berlin die Berliner nicht wieder wie das letzte Mal mit einer Niederlage von 10:3 abschneiden. Das Gegenteil soll eintreten: Berlin sdll und muß ge- Winnen! Ulorüm Mauz. Arbeiter- W asserballserie Neukölln-Berlin 8:5/ Union-Lichicnberg 6:4 Die ersten Spiele der neuen Serie, die am Sonnabend und Sonntag im Lunabad stattfanden, brachten harten Sport. Neukölln trat mit verstärkter Mannschaft an, die zwar noch einige Mängel im Zusammenspiel zeigte, aber einen beachtenswerten Sieg gegen die ersatzgeschwächte Mannschaft van Berlin l2 erringen konnte. Neukölln verstand seine Ueberlegenheit im Schwimmen taktisch gut auszunutzen und kam durch schnelle Durchbrüche zu 4 Toren, che es Berlin 12 gelang, durch besseres Stcllungsspiel auf- zukommen. Abwechselnd teilten sich dann Neukölln in weiteren 2 und Berlin in 3 Gegentoren. Sluch in der 2. Spielhälfte blieben die Neuköllner leicht überlegen, schössen jedoch viel daneben. Er- acbnissc genauen Zusammenspiels waren die 2 Tore, die jede Mann- fchaft in dieser Halbzeit erzielten. Ausgeglichen und hart verlies das Spiel zwischen Union und Lichtenberg, das erstere mit b: 4 gewannen. Einige Tore hätte der Lichtcnbcrgcr Torhüter verhüten können. Zu Beginn war Union zunächst stark mit der Abwehr schneller Angriffe des Gcgnors bc- fchäftigt und konnte sich nur allmählich durch systemvollen Spiel- aufbau durchsetzen. Trotzdem blieben die Angriffe der Lichtenbergcr stets gefährlicher ubd nur durch taktische Fehler des Lichtenberg- sturms langte es zum 4:4- Halbzeitstand. In der zweiten Spiel- Hälfte zeigte Union dos bessere Zusammenspiel und erzielte 2 vcr- diente Tore, während Lichtenberg leer ausging. Wien in(�harlottenhurg Im Wohlfahrtsfaal des Spar- und Bouvcreins veranstaltete der Bezirk Charlottenburg des' Kartells für Arbeitersport und Körperpflege einen interessanten F i l in a b e n d. Zuerst lief der Parteifilm„Des Geistes Schwert", der in überaus instruktiver Weise das Werden der Menschheit auf wirtschaftlichem, kulturellem und sozialem Gebiet zeigte, ausgehend von dem primitiven Ge- mcinschaftsleben der Urvölker, das später durch die fortschreitende Erschließung der Bodenfläche und bessere Produktionsmöglichkeitcn die Menschheit in zwei streng getrennte Lager teilt; das Kapital und die Arbeit! Mit der größtmöglichen Ausbeutung aller Probuk- tionsstoffe geht Hand in Hand die der menschlichen Arbeitskraft und ihre rapide Ausschaltung durch die Maschine; Sieg der Kultur, oSer Hunger und Elend für die Mafien, denen e« nach Kräften beizustehen gilt zur Erhaltung ihrer Menschenrechte. Im Film der „Wiener A r b e i t e r- Ol y m p i a d e" vergaß man Not und Elend, da sah man nur blühende, kräftige, lebensfrohe Sportler, die, gemeinsam mit ihren Brüdern und Schwestern aus aller Welt, sportliche Musterleistungen vorführten. Nach dem prächtigen Festzug durch die Straßen Wiens mit Fahnen und Standarten in allen Landesfarben und-sprachen, sah man das große Stadion mit seiner begeisterten Juschauermenge, die voll Interesse den kühnen Sprin- gern, den flinken Läufern, den fixen Fußballmannschaften, den Schwimmern. Tennisspielern, Ruderern, den formschönen rhyth- mischen Tänzen und noch vielen anderen sportlichen Leistungen folgten._ FTGB.-Frauen feiern Sommer abschied Am Sonntag trafen sich die F r a u e n a b t e i l u n g e n der Freien Turnerschaft Groß-Ber�lin nock, einmal in Hermsdorf zum Abschluß der sportlichen Sommersaison; die Bc- tciligung war außerordentlich gut, der vormittägige Sonnenschein hatte sie alle herausgelockt aus Süden und Osten, Norden und Westen. Junge und Alte, Dicke und Dünne, alle in fröhlichster Stimmung, bevölkerten sie die die herbstlichen Waldwege, am Sportplatz 5?erms- darf war das erste Stelldichein, da bewies das„schwache Geschlecht feine prächtige sportliche Ertüchtigung in Handball und Gymnastik, Lauf- und Hüpfllbungen, außerdem wurden hübsche Volkstänze auf- geführt. Das Musikkorps der FTGB. feuerte die Ausübenden durch ilotte Märsche an; um lä Uhr formierte sich olles zum Werbeumzug. Mit vielen Fahnen und unter den Klöngen der Musik ging es ins Lokal Bath nach Glienicke, wo hübsche Darbietungen der einzelnen Bezirke einander ablösten, Ein Gemeinschaftslied, gesungen von der Iungmädchengnippe Osten, bildete den Auftakt, dann bot die Jugend aus dem Süden gymnastische Vorführungen, die Lichtcnbcrger Jungmädck,engrupp- brachte hübsche Singspiele, die Fraucngruppc Osten einen Sprechchor „Der Marsch unserer Frauen", kurzum alle Anwesenden steuerten zur Unterhaltung bei. Zum Schluß noch ein ernstes Wart an den Herrn Gastwirt; ist es nicht etwas reichlich viel, für einen Liter heißen Wassers zum Kaffcebrühen 80 Pfennige zu nehmen? Jeder Mensch weiß, daß all diese Frauen und Mädchen unendlich schwer um ihre Existenz zu kämpfen haben, daß der größte Teil arbeitslos ist und unter den kümmerlichsten Verhältnissen lebt. -» Siibcm anb N-nus-hrcr, 1. Stets. Spartennusschußsitzunz Mittwoch. 30. September, Geschästsstelle, Clföffct Sttafce. gteie Tchwimmet Srob-Betlin, c.». Der SSerroüItungsfutsus am 3. und 4. Oktober findet nicht in der Nteisgeschäftsstelle, sondern im Sitzangssaol der Vronerei.»nd»etritnkearbeiler.Sewerkschast, Zieue Scklönbauser Str. 4— diu, stotl. Donnerstag, 1. Oktober, 20 Uhr, Hauptausschußsitzung, SeschäftssteUe. Elsässer Straße. Freie ttanu-Union Stoß-Berlin, e. 95. Mittwoch, 30. September, Geschäfts. stelle, Clsäsier Str. Mi, 18!/, Uhr GA,. Sitzung. 20 Uhr Spartenausschußsitzung.— Abt, Obetfptce: Freitag,'2, Oktober, Neukölln, Kailer. Friedrich. Ecke Saale. straße, lö'-i Uhr VorsiandssiNung, 20 Uhr«bteilungsversammlung. i Freie Spott- und Schützenveteinignng. Donnerstag, l. Oktober, 19'/ Uhr, Hauptpereinsoorftandssetzung bei Prasser, Michaelkirchstr. 20s.— Abt. Mitte: Dienstag, 20. September, 2ii Uhr, Kleinkaleberschießen im gleichen Lokal, Schwimin-Slub Aegit 22, Schönebctg. Winterbadebetrieb jeden Mittwoch, 20'/ Uhr, Dennewitzstr. 20n. Gäste herzlich willkommen. Aebeitet-Schwimmperein iltenzbetg. Die Badeabende sind Montags uon 20', Uhr und Freitags von 10 Uhr Baerwaldstraße. Mittwoch, 30. September, Jugendheim Wassertorstr. 0, Schwimmwartesitzung. 9. Oktober Lierteljahres- Versammlung bei Äriiger, Eeiminstr. 1, nach dem Baden. Arbeitet. Athleten tagen! Kreislehrstunde für Funktionäre der Arbeiter- Athletennereine 4. Oktober. 10 Uhr, beim Verein„Alt.Wedbing", Utrechter Straße 31—32. Die Lehrstunde umfaßt die Tätigkeit der Listenflihrer, Punkt- eichtet, Schiedsrichter usw. für die Zeit vom 29. Septbr. bis I.Oktober moQ Potsdamer Straße 38 W 5. 7. 9. S. 3. 5. 7. 9 Uhr Die Schlacht von BademOode mit Max Adalbert, Fritz Schulz, Ciaire Rommer Rheinstraße 14 Kelche) Drei Tage Liebe mit KSthc Dorsch, Hans Alber,. Odcon, Potsdamer Str. 75 W. S. 7, 9 Uhr. Nie wieder Liebe mit Lilian Harvey, Harry Liedtkc, Felix Bressart. Turmstra�e 12 w. s,?,? u. W 5, 7, 9 Uhr. Do.tunoiit(Die Hölle von Verdun). Jugendliche haben Zutritt! Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet Die Frau, von der man spricht mit Mady Christians, Hans Stüwe. a Westen j Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretensir. Wochentags S.1S, 7.15, 9.15 Uhr Uraufführung: Der angeireue Ekke- har». Der große Lachschlaeer mit R. A. Roberts, Fritz Schulz, Paul Henckcls, Lissi Arna, Lucie Eng'isch O-T A F E L PROGRAMM für die Zeit vom 29. Sepibr.bU 1. Oktober Frledrictistadtlfe Unter den Linden 14 Täglich 3. 5. 7, 9 Uhr(Jugendl. Zutr.) Die Herrenhofsage.— Herrn Arnes bdiatz. Die Kamera Franziskaner Georgensiraße(Ecke Friedrichstraße) 2 Tonfilme: Der König der Nassauer. Die Faschingsfee.— Beiprogramm. 2k yFii ffeF �*din o. VV. ab 6 30 U. r�rtUSllOI Bühne Sonnt, ab 5 U. Perlcberger Str. 29 Tonlustspiel: Gretl Theimer, Werner Fütterer: In Wf,en heb' ich einmal ein Mädel geliebt. Tonwochc. W-Jf. Wltirs w. 6.45 u. 9.C0 ü w eii-mno connt a5 4 45 y Mt-Moabit 99 Tontllmlustspicl: Sieefr. Arno: Um eine Nasenlänge. Tonbeipr. Tonwoche. Jugendl. Zutr. f Chgrlottentom-g � Kant~Lichtspie!c Kanislr. 54(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5. 7. 9 Uhr S. ab 3 Uhr Renate Müller. Herrn. Timig: Der __ kleine Sciicn�prong. Beiprogramm Germania-Palast Charlot'enburg. Wilmersdorfer Str. 53 54 Woch. 5, 7, 9 Uhr, Sonnt, 3, 5. 7, 9 Uhr Brigitte Helm, Willy Frifsch: Im Gehe mdienst. MariendorF f* Mariendorter Wochentg. I ICi~ Lrl Tonlichtspicle öVc, 9 Uhr Chausseestr. 305 Tonluslspiel: Der So. ab 5 U, kleine Seiten sprang m. Renate Müller, Hermann Thimig— Tonbeiprogramm TempelhoF Schlüter-Theater �gu Schlüter str. 17 Sonnt 3 U. Igd.-Vorst Tonfilm: Der Raub der Mona Lisa mit Willy Forst. Trude v iMolo. Tonbeipi ogramm.— Jugendl. Zutritt D wiltraersdorF W Atrium Beba-Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße W 7 u. 9.15 Uhr S 5. 7. 9.15 Uhr Tonfilm-Uraufführung: Wer nimmt die Liebe ernst? mit Max Hansen, Jenny Jugo, Otto Walbu'g, Willy Schur. Regie; Erich Engel.— Ton- fiimbeipr ogramm. � Schänetoerg Tfr Titania Schönebg. Nu' Hauptstraße 49 Sonntags 3. 5. 7. 9 Uhr Tonlustspiel: Die Schlacht von Bade- münde mit Max Adalbert— Tonbeiprogramm. Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 Wochentags 7, 9 uhr Sonnab., Stg. ab 5 Uhi Kriminaltonfilm: Menidien hinter Gittern mit Heinrich George, Dita Pailo.A Pointner, Morgan.- Deiptogr. a S t e a I i t» b Titania-Palast*tkÄ?»u Steglitz. Schloßstr.5. Ecke Gutsmuthsstr. Uraufführung! Tonlustspiel: Der nn- getrene Ekkehard mit Ralph A Roberts, Lissi Arna, Lucie Englisch, Fritz Schulz, Paul Henkels, Marg Kupfer.— Tonfi mbeiprogramm � Zehlendorf-Mitte B 7�11 Beginn täglich �C11 5. 7, 9 Uhr Potsdamer Str. 40 Stg. 3 Uhr: Jugendv Gefahren der Liebe mit ATbcrt Basser- mann, T. v. Eyk.— Beiprogramm Iflirtiirtt Täglich 5, 7. 9 Uhr flUFlUrbl Sonnt. 3 U; Jutfd.-V. Dorfstraße 22, Ecke Berliner Straße Kyrilz-Pyrlf» mit Max Adalbert- Die tidelc Herrenpartie T onbeiprogram m Tivoli Berliner Sir. 97 Tägl. 5, 7, 9 U. Stgs. 3, 5. 7. 9 Uhr Großlonfilm: Die Frau von der man tpiicht mit Mady Christians, Hans Stüwe— Tonbeipr ogramm Neukölln 3 Mercedes-Palast' Hermannstr. 212. Woch. 6V2, 9, Stg. ab 3 lOOproz. Tonfilm; Der Sforcfa streikt mit Siegfried Arno— Bühne: Neapolitanische Kapelle mit Gesang. Meisterjongl. Ivanoff—|gdl. Zutritt Primus-Palast �nmabm Am Hermannplatz, Urbansir. /2/76 Menschen, hinter Gittern mit Heinrich George— Bühne: Belcantistcn vom„Wintergarten", Berlin Kukuk Wochent, 6.45, 9 U. Sonnt. 3, 5. 7, 9 U. Kottbusser Damm 92 Die Schlacht von Bademfinde mit Max Adalbert— 3. Kabarcttonfilm p Y ftf*! C1 fil* Wochent. 6.45, 9 U. ErXCClMOr sonnt. 3, 5. 7. 9 U. Kaiser-Friedrich-Straße 191 Der Schrecken der Garnison mit Felix ßreesart— Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt Stern, Hermanmirafje 49 Wochent. 6,45, 9 Uhr. Sonnt. 5, 7, 9 Uhr Tonfilm: Die Schlacht von Bademfinde mit. Max Adalbert—31er Kabareltonfilm J""fc Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12 W. ab 5. So. ab 3 Uhr Tonoperette: Die Liebesparade mit Maarice Chevalier— Tonbeiprogr Tonwoche Film-Palast Kammersäle Teltower, Str. I W. 5.30, Stg, ab 3 30 U. lOOproz. Tonfilm; Der Storch»irelkt mit Siegfried Arno, dem Matrosen Guie« Beiprogramm Süden Th. am Moritzplatz Bcg. Wo. 5. 7, 9, Stgs. ab 4.30 Uhr Tonfilm: Die grotje Attraktion mit Richard Taober, Siegfried Arno Ferner: Die Unzertrennlichen W Südosten W Luisen-Theater Reichcnberger Str. 34 Tonfilm-Schwank: Trara um Liebe mit Felix Breuart Die Radie de. Verlorne t>et> (Wild-West-Schmuggler) Stella-Palast Köpenicker Straße 12—14 Wochtgs. ab öVs v., Sonntags ab 3 U. Musikalische Tonfilmposst Der Hellscher mit Max Adalbert (Mein Herz sehnt sich nach Liebe) Bfihncnschan Neue Philharmonie Köpenicker Str 96. Tonfilm: Rosenmontag mit Lien Dcycrs, Mathias Wiemann— Programm— Bühnenschau Bei- Filmeck Wochent ab 6»/» U. Sonntags ab 3 Uhr. Am Görlitzer Bahnhof Die Frau, von der man spricht mit Mady Christians, Hans Sifiwc— Auf der Bühne: Gastspiel der 4 Sylvia-Singers W Lichtspielhaus sm ao. I u! Baumschulenstr. 78 Sonnt 2U: J.-V. Liebe auf Befehl mit Olga Tscfaechowa, Joh. Riemann— Tonbeiprogramm Treptow- Sternwarte Dientag 8 Uhr: In den Alpen(Film) Donnerstag 8 Uhr: Kalabaka, mit d. Kurbelkasten d. unbekannt Europa Nordosten PKrevaim" Prenzlauer ptlysium Allee 06 Wo. 5.15, 7.00, 9.15. So. 3.15, 5, 7.15, 9.15 U. Foxton woche. E. A. Duponts: Salto mortale Bühne: Lotte Werkmeister Flora-Lichtsp. W. öVs, 9 U., Stg. ab 4 U. Ton woche! Der kleine Seitensprung mit Renate Mfiller, Herrn. Thimig.— Beiprogr ■ 0*teH■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Woch. 6.30, Sonnab. 5, Sonnt ab 3 Uhr Heimaiklfingc(Saltarello) mit Hans von Schletta w, Maria Solveg(Ein Roman zweier Menschen).— Gutes Beiprogramm.— Bühne; 2 VarlcW- atiraktionen.- Jugendliche Zutritt Luna=Palasts�bS3�; Große Frankfurter Str. 121 Tonfilm: Der Raub der Mona Lisa mit Trude v. Molo, Willy Forst.— Bühne: Daring Bros, Wunderzebra. Schwarzer Adler An«« Woch. 5. 7. ca. 9, Stg. 3, 5. 7. 9 U Um eine Nasenlange mit Siegfried Arno, Lucie Englisch.— Tonbeipr. jugendliche haben Zutri tt! V T Lichtspiele(Viktoria) Frankfurter Allee 48 W. 5, So. 3 Uhr Der kleine Seitensprung mit Renate Mfiller, Hermann Thimig. Zcntr iii :» Babylon, am Bülowplatz Wochentags 5, 7, 9.10, Sonntags 3 Uhr 100 proz. Tonfilm: Donaomont(Die Hölle vor Verdun).— Böhne: Taft, die gr. Zauberschau 12 Mitwirkende. Jugendliche haben Zutritt. g Weu-LUhtcnberg Kosmos-Lichtspiele Lückstraße 70 W. 5, 7. 9 S 3, 5, 7. 9 U Tonfilm: Im Sdi.ftcxi der Manege mit Liane Haid— Gr. Btthncnsdiau Micky-Maus-Beiprogramm WeiOensee HArmnnif» Wochent 7 u 9 u. rBarmunle Sonnt 5. 7U.9U Langhansstr. 23 Zwei Schlager: Tonfilm; Die Matke>111 II mit Liisl Arna.— Spiel um den Mann mit Liane Haid. Schloßpark Füm- Bühne Berliner Allee 206—216 6,30, 9 Uhr Der Tonfiimerfolg: Madame Pompadour.— Tonbeiprogramm. Friedrichs feWe Kino Busch Täglich Beginns. 7. 9 Uhr Alt-Friedrichsfelde 3 100 proz. Tonfilm. Ihre Mafefttt die Liebe mit Käthe t. Nagy, Lederer, Szakall. Beiprogramm. ■ Honrnn» AlhamhrA �"lierstralle 136, /UnamDra Ecke SeestraBe Wochent. 5, 7, 9 U., Sonnt. 3, 5, 7, 9 U. Doanmonl(Die Hölle von Verdun). Tonbeiprogramm.— Jugendl Zutritt. Pharus-Liditspiele Müllerstr. 142 W.5,7,9U., Stg. 3,5,7. 9U. Tonlustspiel: Die Schlacht von Bademfinde mit Max Adalbert. 3. Kabarcttonfilm. Pankow Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 7 u. 9. Stg. 5, 7, � U Tonfilm: Die Frau, von der man spricht mit Mady Christians. Tonbeiprogramm. Wochent 7, 9 Uhr, Sonnt. 5, 7. 9 Uhr. Berliner Straße 27 Bühnenschau. Die Br&utigamswitwe mit Friiz Kampers, Georg Alexander. lonbciprogramm.— Woche, Tivoli Tegel Filmpalast Tegel straBe 2 Sonnt 4'.< U. Wochent. 6, 100 proz. Toniilm; Wegen Riesenerfolges verlängert: Ttar« am Liebe m. Felix Breu.ri, Marin Paadier- Mnx Schmeling gegen Yoang Strib- fing.— Tonwodte. �__Hewnlgsaor> M Filmpalast Stg. Berliner Straße 59 lOOproz. Tonfilm; Schmeling- Stribliag(Boxwelt- m eistest chaftsk am pf).— Susanne nacht Ordnung.