Morgenausgabe Nr. 461 Ä 232 4S.I berliner VoitSblatt Kreitag 2. Oktober 1931 Groß-Äerlin 1y pf. Auswärts 15 pf. Die einspalt. Nonpareille�eile 80 Ps. Reklamezeile 5,-— RDt.„Kleine An. zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. (zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Tanj. Stellengesuche das erste Wort 15 Pf.. jedes weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien- anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenftrahe I. wachen. täglich von 8V2 bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehiner Anzeigen vor! Jentvalovgan der Sozialdemokratischen tztaelei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 kZkrnfpr.; Dönhoff(A 7) 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrol Berlin, Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 S3K.— Bankkonto: BankderArbeitcr.Angefielllcn und Bcamtcn.Lindcnstr.3, Dt,B.u,Tisc..Gc!., DePosileuI.,Js:rusalcuterStr.e»KS. Gewerkschaftliche Einheitsfront Antwort an die Ltnternehmer.— Aussprechen was ist.— Der Weg aus der Krise. Die Spihenvcrbände der drei gewerkschaftlichen Richtun- gen vcröfsentlichen folgende, in ihrer sachlichen Schärfe und in ihrem pofiiivcn Programm bemerkenswerte Kundgebung: Die Spitzonverbände der Unternehmer haben in gemeinsamer Erklärung die Reichsregierung aufgefordert, die Wirtschaft von allen staatlichen und sozialen Bindungen zu befreien. Auf diese Weise soll der wirtschaftlich Schwache uneingeschränkt der Willkür de? wirtschaftlich Starken ausgeliefert werden. Das würde den hemmungslosen Kampf aller gegen alle und die Auf- losung jeder gesellschaftlichen Ordnung bedeuten. Diese Forderungen stellen dieselben Unternehmerverbände, die in vergangenheil und Gegenwart in stärkster weise ässentliche hilse verlangt und in Anspruch genommen haben. Wenn jemals, dann haben insbesondere die Vorgänge der letzten Monate das Versagen weiter Wirtschaftskrcise und die Not'.vcndig- keil eines planoollen Eingrcijens des. Staates ür Sic Wirtjchajt bewiesen. Der Versuch, die ungeheure Wirtfchaftenot der Gegenwart aus fiaatlichen Eingriffen Und ans der deutschen iSozial- und Lohn- pglitik zu erklären, ist völlig haltlos.' In Wirklichkeit liegen die' Ursachen der deutschen Wirtschaftsnot in den allgemeinen Zlurwirkungen de? gegenwärtigen wirtschasts- syslems in der Welt, den internationalen politischen Störungen und dem Mißtrauen unter den Völkern. Verschärst wurde sie durch überspannten Protektionismus, Suboentionspolitik, Ucberrationali- sierung, Kapitalfehlleitung und systematische Senkung der Kaufkraft. Seit Ihi Jahren wird als Ausweg aus der Krise die Senkung der Löhne und GeHalter sowie der Abbau der Sozialpolitik propagiert und betrieben. Das Ergebnis ist eine ungeheure Verschärfung der all- gemeinen Rot. Jeder Schritt weiter auf diesem Wege führt tiefer in das Elend hinein. Die krasse I n t c r e s s e n t e n p o l i t i k der Unternehmer- verbände kann nicht zu gemeinsamer Entfaltung der Kräfte und zur Ueberwindung der Wirtschaftskrise führen. Niemals wird Sie deutsche Arbeitnchnicrjchast ihre wichtigsten sozialen Rechte kampflos preisgeben. Deshalb verlangen die Gewerkschaften sowohl im Interesse der Arbeitnehmer als auch des Bolksganzcn die Abkehr von dem seither beschriltencn Wege und erheben erneut folgende vordringliche Forderungen: 1. Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung aller Arbeits- losen. 2. Verkürzung der Arbeitszeit— insbesondere durch Einführung der 4 Berlin und Deutschland jetzt durch- zukämpfen haben._ Oer vornehme Arzt. Iniereffanter Beitrag zum Problem„Kinder vor Gericht* Dr. Lorenz ist der„vornehme" Arzt, der durch das markt- schreierische Aushängeschild„Institut für operationslose Behandlung von Frauenleiden die 17jährige Gerda N. dazu verlockte, sich ihm in ihrer Not anzuvertrauen. Als das Mädchen nicht imstande war. die 599 Mark aufzubringen, die er für den unerlaubten Eingriff forderte, wurde er zudringlich. Er nahm den Eingriff, den das junge Menschenkind mit dem Tode bezahlte, vor, und vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte wurde er wegen versuchter Abtreibung zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Gestern sollte er sich.in der Berusungsverhandlung verantworten. Die Berufung hatte er selbst eingelegt. Die Verhandlung mußte aber vertagt werden, und zwar aus folgendem Grunde: In der Urteilsbegründung hatte das Gericht bei der Straf- zumessung u. a. auch auf eine 13 Jahre zurückliegende Vorstrafe des Dr. Lorenz Bezug genommen. Er war damals wegen Not- zucht an einer Patientin, einem Bauernmädel, zu IJs Iahren Zuchthaus verurteilt worden. Dr. Lorenz bestritt damals, dem jungen Ding Gewalt angetan zu haben. Auch in der Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte beteuerte er noch, in jener Sache unschuldig verurteilt worden zu sein. Jehl hat dos junge Mädchen in Gegenwart des Bürgermeisters ihres Heimatortes eine eidesstattliche Versicherung abgegeben. Dr. Lorenz vor 13 Zähren zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigt zu haben. Hinzu kam, daß der Leumund des Bürgermeisters, über das Mädchen ungünstig ausfiel. Angesichts der eidesstattlichen Versicherung ist von dem Ge- richt die Wiederaufnahm« des Verfahrens angeordnet worden. Aus- gehend von dieser Tatsache, hat in. der gestrigen Verhandlung der Verteidiger des Dr. Lorenz, Rechtsanwalt Dr. Händel, Ver- tagung beantragt. Das Gericht erster Instanz Habs bei der Urteils» sällung auf das vor 13 Jahren gefällte Urteil Bezug genommen, auch das Berufungsgericht würde sich von dem Eindruck dieses Urteils nicht ganz freimachen können; es müsse deshalb der Ausgang der Wiederaufnähmeverhandlung abgewartet werden. Das Gericht gab dem Antrage statt und vertagte die Verhandlung.— Kein uninteressanter Beitrag zum Problem jugendlicher Aussagen in Sitt- lichkeitsprozcsscn. Gelbstmord auf dem Friedhof. Auf dem Hcilig-Äreuz-Friedhof in Mariendorf hat sich gestern der Kriminalsekretär Albert Menz aus der Braunsberger Straße erschosien. M. versah seinen Dienst bei der Kriminalpolizei des Polizeiamtes Mitte. Der Beamte war seiner Dienststelle wegen Krankheit feit Beginn der Woche ferngeblieben. Da gegen Menz in dienstlicher Hinsicht nidsts vorliegt, dürste er in einem Änsall von Schwermut zur Waffe gegriffen haben. Leichenfund in der Spree. Aus der Spree wurde gestern in der Nähe der Hugo-Preuß- Brücke die Leiche eines etwa 50 Jahr» alten Mannes gelandet. Der Tote muß schon mehrere Tage im. Wasier gelegen haben; zweifellos handelt es sich um einen Lebensmüde». Es wvt bisher nicht möglich. die Personalien des Mannes zu ermitteln. Der Tote' ist etwa 1.SS m groß, dunkelblond,'trug dunklen Sakkoanzug und schwarze, hohe Stiefel. Mitteilungen sind an das Plützeipräsidium(Berylma 0023) ZU richten. M ■' V'-iic C ö■'• ./ r 1- Vi die fieschm Oer Ausweg aus der Not. Lleb-rfüllte sozialdemokratische Kundgebung in Spandau. Zn einer überfüllten öffentlichen Versammlung der Spandaner Sozialdemokraken sprach Parteivorsihender Genosse Vogel. Der Redner gab einleitend ein eindringliches Bild von der Zerrüttung der kapitalistischen Wirtschaft und legte die Gründe dar, die nicht nur am 14. September 1930, sondern auch jüngst in Hamburg zu starkem Anwachsen der radikalen Welle führten. Die Proletarisierung weiter Kreise des Mittelstandes greise immer stärker um sich. Es sei Aufgabe der Sozialdemokratie, diesen Schichten klarzumachen, dah ihr Kampf nur erfolgreich an der Seite der Arbeiterschaft geführt werden kann. Auf die Frage, ob es einen Ausweg gebe, könne man mit Ja antworten. Die Um- Wandlung des Kopitalismus in ein sozialistisches Wirlschastssystem sei die Ausgabe der Arbeiterschaft. Hier ist der Weg, der aus der Not herausführt. Dieses Ziel kann aber nur verwirklicht werden durch eine einige Arbeiterklasse. Die Kommunisten haben durch ihre Teilnahme am Volksentscheid ihre eigene Fahne beschmutzt und das Recht verwirkt, künftig noch unter der roten Fahne, dem Symbol des Sozialismus, zu marschieren. Genosse Vogel zitierte dann Marx und vor allem Engels für die Richtigkeit der Anschauung, daß der Weg zum Sozialismus nur durch die demokratische Republik führ« und schilderte die Gefahren einer Diktatur, gleichviel/ ob diese von den Faschisten oder Bolschewisten komme. An Hand von Zahlenmaterial zerstörte er auch das Märchen, als ob ein Sowjetdeutschland mit wirtschaftlicher und militärischer Unterstützung der Sowjetunion unser Elend beseitigen könne. Unbedingt erforderlich fei eine L e r- ständigung mit Frankreich, das mit Amerika zusammen über% des Goldbestandes der Welt verfüge. Auf einen kommu- nistifchen Zwischenruf, daß die Arbeiterschaft um ihre Rechte kämpfen müsse, zeigte Genosse Vogel eindeutig an der Haltung der Kommunisten in den letzten Iahren, daß sie es bei entscheidenden Gelegenheiten nie auf einen Kampf haben ankommen lassen. Di« Arbeiterschaft könne ihr Ziel nur erreichen, wenn sie sich zusammen. schließe in der kampferprobten Sozialdemokratie. Mit dem Mahnwort' Karl Brögers„Schafft Raum, brecht Bahn, der Tag bricht an" beendete Genosse Vogel sein glänzendes Referat. Die Abficht der Kommunisten, die Versammlung durch Miß- brauch der Diskussion zu sprengen, wurde von dem Vorsitzenden. Genossen Adolf G u t h, vereitelt. Er brachte ein Hoch auf die internationale Sozialdemokratie aus, in das die Versammlung begeistert einstimmte. Feiern des Zeniralbildungsansschnsses. Anläßlich des 2Sjährigen Bestehens des Reichsaueschusses für sozialistische Vildungsarbeit finden zwei Festveranstaltungen statt, und zwar: Sonnabend, den 3. Oktober, 20 Uhr, Fest- Versammlung im Saal des Preußischen Staatsrats, Leipziger Straße 3, mit Begrüßungskundgebung Vortrag über„25 Jahre Arbeiterbildung". Gesangsdarbietungcn(preisgekrönt« Lieder durch den Sozialistischen Kulturbund). Eintritt 50 Pf.— Sonntag, den 4. Oktober, 12 Uhr: Künstlerische Feier in der Volksbühne am Bülowplatz mit der Ausführung von Beethovens 5. Sinfonie, Ansprache des Genossen Heinrich Schulz, U r a u f- f ü h r u n g des Ehorwerkes„Aufmarsch" von Tiessen, Text: Max Barthrl Eintritt 1 M. Eintrittskarten sind an folgenden Stellen zu haben: Bezirksbildungsausschuß, Lindenstr. 3; Buchhandlung des Holzarbeiter verbände-, Rungeftr. 30:„Naturfreunde", Jobaynisstr. 15: Arbeiterdank, Wallstr. 65; Verlagsgesellschaft de- ADDB., Sortiment, Inselstr. Sä: Harsch.'ZigorrenMchäst.' EnFesi verband"der' graphischen Hilfsarbeiter: Ritterftraße/ Ecks' Tsüisebufer: ZdA., Hedemannstr. 12: Dietz, Buchhandlung/ Lindenstr. 2: Arbeiterjugend, Lindenstr. 3;„Volksblatt".Buchhand- lung, Spandau, Potsdamer Str. 43: Volksbühnen- Buchhandlung, Köpenicker Str. 68: Volksbühne, Linienstr. 227: Konsum-Waren- Haus, Oranienflr. 164. Ermäßigte Eintrittstarten für Erwerbslose und Jugendliche unter 18 Iahren sind bei Dietz und im Sekretariat der Arbeiterjugend erhältlich. Sechsjähriger aus dem Zuge gestürzt. Kottbus, 1. Oktober. Der blinde Händler Artur Netz aus Berlin befand sich mit seinem sechsjährigen Sohn, der ihm als Führer diente, auf der Fahrt nach Finsterwalde. Kurz vor der Station Bischof öffnete sich plötzlich die Tür des Abteils, mit deren Griff der Junge wahr- scheinlich. gespielt hatte, und das Kind stürzte aus dem fahrenden Zuge. Erst durch die Angstrufe des Vaters wurde ein Reisender im Nebenabteil aufmerksam und zog die Notbremse. Der Knabe wurde mit schweren inneren Verletzungen nach dem Krankenhaus Calau gebracht. /Uktiing, Parteiveteranen! Alle Genossinnen und Genossen, die vor und während des So- ziaüstengesetzestürdiePortei tätig waren, werden lreundllchst zum gemütlichen Beisammensein am Freitag- dem 2. Okiober, 19 Uhr, im grollen Seal des Gewerksdiaflshauses, Engelufer 24/25, eingeladen.— Musik, Berliner Ulk-Trio. I A.: Wilh. Gründet. Allgemeine Wetterlage. 4.0kt. 4934, abds. -w 6- u«« @7©* bs-Tpyftür*! O wolkenlos. O heiler. 3 halbbedeckt 3 wolkig,• bedeck* RegeoACrsupeln Schnee,=Nebel,KGewiltec©Wii«lsille Bei Winden aus südöstlicher Richtung bestand am Donnerstag in ganz Deutschland trockenes und heiteres Wetter. Die Tempera- turen stiegen wieder im Westen des Reiches am höchsten, stellen- weise stieg das Thermometer auf über 20 Grad Celsius.. In Ost- preußen dagegen, wo es am kühlsten war, wurde als Höchsttempera- Isen.— tur nur 12 Grad Celsius gemesf Die an der Südseite der starken und umfangreichen nordwestlichen Depression über Frankreich strömenden feuchteren ozeanischen Luftmassen, die jetzt bis nach Ost- frankreich vorgedrungen sind, setzen ihren Weg nach Osten fort und werden somit bald auch das deutsche Reich überfluten. * welteraussichlen für verlin: Noch etwas milder, ziemlich heiter und vorwiegend trocken, nach Südwest drehende mäßige Winde.— Für Deutschland: In der nordwestlichen Hälfte Deutschlands Be- wölkungszunahme und im Küstengebiet auch einzelne Niederschläge, weiterhin mild. Im übrigen Reiche vorwiegend trocken und noch vielfach Heiter, nach, kalter Nacht am Tage noch etwas wärmer. Sport. Rennen zu hoppegarten am 1. Ottober. Pret» von vicSborf: 1. Immerfort /Freytagi: 1 Margot: 3. Salzig. Toto: 65:10. Platz: 17, 11,«;10. Ferner liefen: Loe, Parademarfch, Rhapfobie, Winiermärchen. ---- dngo. Verräter,________ Muschel, Feldpost, Minima, Coblenz. Kiekemal-Rennen: 1. Linz(Narrli 2. Black Bridge: 3. Freiwilliger. Toto: 70:10. Platz: 22, 17, 26:10. Ferner liefen: Herodias, Lanfranchi, Matador, Altenhos, Virgil. Asieburg-Renuen: 1. Walzertraum(Zeh misch): 2. Wüikelried: 3. Mark- gras. Toto: 29:10. Platz: 86, 26:10. Ferner lief: Wokcus. Pre!» von Mahlsdorf: 1. Geranium(Grabsch): 2. Perillo: 3. Kamerad. Toto: 29:10. Platz: 14, 30, 14:10. Ferner liefen: Teddy, Namos. Sterneck, Monte Carlo, Maraherita d'Arezzo. Preis von Kaulsdorf: 1. Goliath(Printen): 2. Glücksstern: 8. Blau- blüter. Toto: 20:10. Drei liefen. Preis von Seebera: 1. Süßkirsche(Hillerl: 2. Rosenau: 3. Altenberg: 4. Tramonta. Toto: 126:10. Platz: 27, 18, 31, 46:10. Ferner liefen: Fa- time, Dominikaner, Feldwebel, Ostkind, Pracht, Attache. Habicht 2, Parzen- länder, Göttersage, Lysandcr, Wunderblume, Richtfest, Sanda. Voriräge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". ««schSMofielle:»erlin 6 14. s-daitianitr 87—88 Sof 2. Tr. Freitag, 2. vttober.»aumschulenweg und«sa-H-f /Samaradschaft>. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Lolal Paradiesllaus«, Trevtom, » Sieg, der in unzähligen Rennen bewährt- und er. probte Dunlop.Reifen. Rennfahrer wissen, was sie von ihren„Dunlops" ver. langen und mit ihnen erreichen können: nicht umsonst ist er der Reifen der Weltrekorde. Selbstverständlich, daß Bullus auf R. S. U. und Dunlopreifen das Avusrennen um den„Preis der Stadt Berlin" gewann. Sein Stunden. durchschnitt von 159,2 Kilometer ist neue Rekordzeit. Ebenso selbstverständlich ist der Klassensieg Davenports auf dunlovbereifter Rortonmaschin«, wie auch Hcner seinen Sieg in der Eeitenwagenklasse nicht zuletzt der Dunlopbereifung verdankt. „Keine Karten mehr!" Zahlreiche erst nach Beginn der Abendvorstellung auf dem Tempelhofcr Feld ankommenden Besucher haben in den letzte» Tagen die Enltäuschunq erleben müssen, daß sie entweder keine oder nur noch die teuersten Karten erhalten konnten. Merkwürdigerweise wird in Berlin ganz im Segen. sog zu den Provinzstädten viel zu wenig Gebrauch vom Borverkauf gemacht. Der Borverkauf an den Zirkuskassen sowie bei Wertheim und Karstadt reserviert Karten auch aus telephonischem Anruf. Die Hoffnung der andern. »Seht nur, seht nur,- es hat sich was abgespalten!" Deutsche Mittelstandsbank pleite! Wer wird die Kosten für Herrn Orewih'Gsthastlhuberei zahlen? Die Deutsche Mittelstandsbank A.-0., Berlin- Charlottenburg, und ihr« G ö r l i tz e r Filiale haben die Zahlungen eingestellt. Das Unternehmen verbreitet dazu die Cr- klärung..daß„die Auszahlungen mit dem Zurückfließen der im Interesse des Mittelstandes ausgegebenen Kredite nicht mehr Schritt halten" könnten— gemeint ist natürlich das Gegenteil: die Aus- Zahlungen sind so stark geworden, daß die Rückflüsse nicht mehr aus- reichen! Es wird ein gerichtlicher Vergleich angestrebt. Jetzt scheint also der Laden des Herrn Bäckermeister Drewitz, der bis vor kurzem Vorsitzender der Wirtschaftspartei war, endgültig pleite zu sein. Schon das Geschäftsjahr 1930 hatte mit einem so hohen Verlust abgeschlossen, daß im Juli dieses Jahres das Kapital von 0,6 auf 0,3 Mill. Mark herabgesetzt werden mußte. Die Wiedererhöhung auf 0,3 Mill. Mark scheint nicht durch- geführt zu sein, so daß der Bank inzwischen keine neuen Mittel zugeflossen sein dürften. Diese Pleite ist das Ergebnis einer u n g l a u b- lichen Geschäftspraxis, die unter der Leitung des Herrn Drewitz— wir wissen nicht, ob er inzwischen seinen Aufsichtsrats. posten aufgeben mußte— eingerissen war. Das erste erfuhr davon die staunende Oeffentlichkett aus einem Prozeß, der geführt wurde, als man sich vergeblich um französisches Kapital bemüht hatte. Die Rivalitäten um die Führung der Wirtschaftspartei sind auch im Vorstand der Bank ausgesochten worden, so daß«in Vorstandsmitglied gegen das andere intrigierte. Nach Herrn Drewitz' eigenen Worten haben„politische Auseinandersetzungen innerhalb des Vorstandes" der Bank schwer geschadet. Sehr merkwürdig waren vor allem die Bilanzierungs- Methoden. Was alles„im Interesse des Mittelstandes" finanziert wurde, ist im einzelnen nicht bekannt. Jedenfalls stellte sich auf der Generaloersammlung heraus, daß unter den Forderungen von 1,7 Mill. Mark auch der Wert von sieben Häusern sich befand— dos war also eine glatte Irreführung in der Bilanz, da Häuser. besitz stets als festgelegtes Kapital, niemals aber als„Forderungen" anzusehen ist, Kein Wunder, daß dann Abschreibungen in Höhe von fast 2S Proz. der„Forderungen" notwendig wurden. Daß die Einleger bei solchen Methoden mißtrauisch wurden, > so daß sie ihre Gelder(insgesamt 2,1 Mill. Mark) zurückforderten, ' ist wirklich kein Wunder. Was bei dem gerichtlichen Vergleich heraus- kommen wird, bleibt abzuwarten. Zu befürchten ist, daß die Kundus der Mittelstandsbank den politischen und geschäftlichen Ehrgeiz des Herrn Drewitz teuer bezahlen müssen. Spazierfahrt nach Rußland. Gegenleistung: ZersehungSarbeii in der Sozialdemokratie. Die Kommunistische Partei, unter der Verkleidung eines „Bundes der Freunde der Sowjetunion", sucht vierzig in der Sozialdemokratie, der SAJ. oder im Reichsbanner organi- sierte Arbeiter für eine Spazierfahrt nach Rußland. In den Richtlinien zur Vorbereitung dieses Unternehmens heißt es: Die Delegierten sollen solche oppositionell gesinnt« Genossen aus der SPD. oder SAJ. sein, die im Betrieb stehen. Sie müssen auf jeden Fall noch heut« organisierte Mitglieder in der SPD. oder SAJ. oder Reichsbanner sein. Die Wahl zur Rußland-Delegation muß in einer lokalen Orga- nisation der SPD., SAJ. oder Reichsbanner«rfotgen. Die Delegierten müssen in der Lage sein, in Bersammlungen reden zu können, um über das in der Sowjetunion Gesehen« und Erlebte einen ausführlichen Bericht in möglichst viel Versammlungen zu erstatten. Sie müssen auch den Willen dazu haben. Diese Richtlinien zeigen klar und deutlich, daß es durch- aus nicht der Zweck des Unternehmens ist, den so�ialdemokra- tischen Arbeitern Gelegenheit zu einer objektwen Unter- suchung zu geben. Es handelt sich vielmehr darum, unter dem Vorwand einer Wahl von Rußland-Delegierten in sozial- demokratischen Organisationen, später unter dem Vorwand einer Rußland-Berichterstattung in der sozialdemokratischen Organisation kommunistische Zellenbauerei zu betreiben. Vier Wochen Spazierfahrt mU gutem Essen und Trinken ist der Judaslohn, der für den Parteiverrat bezahlt werden soll. Jede Beteisigung an diesem Unternehmen muß deshalb aufs schärfste abgelehnt werden. Mit angeblicher„Sowjet- seindlichkeit" hat eine solche Ablehnung nicht das geringste zu tun. Wünschte die Sowjetregierung in ein besseres Verhällnis zur sozialdemokratischen Arbeiterbewegung zu kommen, so gäbe es dazu gerade und ehrliche Wege. Zersetzungsmanöver nach Art der üblichen Rußland-Delegationen erreichen das Gegenteil. Wenn man versucht Mitglieder der Partei zum Parteiverrat zu verleiten, so muß sich die Sozialdemokratie dagegen aufs schärfste wehren. Sie muß ihre Anhänger vor den Zersetzungsabsichten, die mit diesem Reiseplan verbunden sind, auf das eindringlichste warnen. 20 Wochen Arbeiislosenversicherung. Herabsehung der Llnterstühungsdauer.— Keine Kürzung der Sähe. Durch die Verordnung des Reichspräsidenten vom S. Juni 1931 ist der Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitsvermitt- lung und Arbeitslosenversicherung ermächtigt und verpflichtet, den Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben der Reichsanstalt sicherzustellen. Auf Grund dieser Verordnung hat der Vorstand in seiner Sitzung vom 1. Oktober d. I. beschlossen, die H ö ch st d a u e r der versicherungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung von 26 Wochen aus 20 Wochen, für berufsüblich Arbeitslose auf 16 Wochen, zu kürzen. Der Vertreter der Reichsregierung stimmte dem Beschluß des Vorstandes zu. Die Neuregelung tritt am 5. Ottober in Kraft. Die durch den Beschluß des Vorstandes erzielte Einsparung soll die finanziell«, Anforderungen sicherstellen, die bei einer Höchstzahl von 615 Millionen Arbeitslosen im kommenden Winter für Unter- 'tützungsleistuHgen in der Arbeitslosenversicherung erwachsen wer- den. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit hat sich bisher so gestaltet, baß im laufenden Jahr in der Zeit zwischen dem tiefsten Stand des Sommers und dem IS. September die Zahl der Arbeitslosen um rund 370 000 gestiegen ist, d. h. nicht erheblich stärker als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres, wo die Zunahme rund 348 000 betrug. Am IS. September d. I. belief sich die Zahl der 2lrbeits- losen auf rund 4,3 Millionen. Ein abschließendes Urteil über die weiters Entwicklung ist zur Zeit nicht möglich. _ I Die Bürgersteuer. Tleue Durchführungsbestimmungen im ZieichSrat beschlossen Der Reichsrat beriet am Donnerstag den Entwurf von Durch- führungsbestimmungen zur Vürgersteuer für 1931. Der Entwurf schließt sich im allgemeinen an die Bestimmungen für 1930 an. »nthält aber eine Reihe wesentlicher Aenderungeiu Die allerkleinsten Einkommen bis zu S00 Mark jährlich werden von der Bürgersteuer freigelassen. Wenn aber ein Vermögen, z. B. ein landwirtschaftliches Betriebsvermögen 5000 Mark übersteigt, wird der Steuerpflichtige zur Bürgersteuer herangezogen, auch wenn das Einkommen aus diesem Vermögen 500 Mark jährlich nicht erreicht. Die Zahlungstermine für die Bürgersteuer und für die Ähnsteuer- Pflichtigen werden auf die Zeit vom Januar bis zum Juni 1932 ver- teilt. Auf den veranlagten Steuerpflichtigen fallen sie im Januar, Februar und März 1932. Im übrigen ist ein vereinfachtes Der- fahren eingeführt worden. Die Steuer wird immer direkt an die Gemeinden und nicht mehr an die Finanzkasse zu entrichten sein. Die Reichseinnahmen im Juli. Rückgang der schwebenden Schuld. Die Entwicklung der Reichseinnahmen bis Ende Juli zeigt ein nicht ungünstiges Bilo. In, ordentlichen Etat übertrafen die Julieinnahmen von 856 Millionen Mark die Juliausgaben von 597 Millionen Mark um 259 Millionen Mark. Doch ist dabei zu bedenken, daß in den hohen Einnahmen Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer enthalten find. In den ersten vier Mo- naien des lausenden Rechnungsjahres(April bis Juli) ergab sich ein U e b e r s ch u ß der Einnahmen(2958 Mill. M.) über die Aus- gaben(2868 Mill. M.) von nmd 90 Millionen Mark. Dagegen er- gab sich im außerordentlichen Etat ein Fehlbetrag von 27 Millionen Mark, so daß die gesamte Einnahmen- und Ausgabenberechnunz der ersten vier Monate mit einem Ueberschuß von 62 Millionen Mark abschließt. Der Stand der schwebenden Schuld zeigt einen Rückgang von 1906 Millionen Mark am 30. Juni aus 1828 Millionen Mark am 31. Juli, ver Umlauf an Reichswechseln(400 Mill. M.), der Betriebskredit bei der Reichsbank(100 Mill. M.) und ander« Ver- pflichtungen(4,4 Mill. M.) sind unverändert. Der Umiaui an un- verzinslichen Schatzanwcisungen hat sich von 1124 wif 1150 Mii- lionen Mark erhöht. Wer die kurzfristigen Darlehen find von 278 auf 174 Millionen Mark zurückgegangen. Der Kassenbestand bei der Reichshauptkasse betrug Ende Juli 89 Millionen Mark. Keme in der Hiiler-Partei? Anschlag aufdenDerlagsdireltordeS�VölkischenVeobachter" Nürnberg, 1. Oktober.(Eigenbericht.) Der„Völkische Beobachter" brachte vor einigen Tagen die Meldung, daß der Direktor des Verlages, in dem der „Völkische Beobachter" erscheint, der Münchener Stadtrat Amann, in Ottobeuren einen Jagdunfall erlitten habe. Wie nun der„Fränkischen Tagespost" mitgeteilt wird, handelt es sich nicht um einen Unfall, sondern um einen planmäßigen An- schlag auf den Direktor Amann. Die Zerwürfnisse und oppositionellen Bestrebungen innerhalb der Nationalsozialistischen Partei haben in der letzten Zeit auf den völkischen Zentralverlag übergegriffen. Amann stand im schärf st en Gegensatz zu Hitler, waltet« vollkommen selbständig und in allerletzter Zeit kam es zu scharfen Zusammen- stößlni mit einigen Ressortchess. Am Sonnabend, dem 5. September, fuhr Amann in Begleitung mehrerer Herren, darunter auch General von Epp, nach Ottobeuren. Er lieh, den Krastivagen vor einem Gasthof stehen und die Herren gingen dem Ortseingang zu. Plötzlich krachten aus dem Hinterhalt mehrere Schüsse, von denen einer den linken Arm Amanns zerschmetterte. Die Verletzung war derart schwer, daß in der Nacht zum Sonntag eine Amputation vorgenommen werden mußte. Die Täter, als welche zwei völkische Parteigenossen Amanns in Betracht kommen sollen, entkamen in der Dunkelheit. Ein Tendenzprozeß. Ein Disziplinarverfahren gegen den Präsidenten der sächsischen Landesversichemngsanfialt. Dresden. 1. Oktober.(Eigenbericht.) Im Verlauf der Berufungsverhandlung im Difziplinar-Straf- verfahren gegen den Präsidenten der Landesversicherungsanstalt Tempel, der im ersten Verfaliren zur Dienstentlassung verurteilt war. machten die Verteidiger Apfel(Berlin) und Günther (Dresden) aufsehenerregende Enthüllungen. Die Rechtsanwälte teilten mit, nach Abschluß der Voruntersuchung habe der Oberstaatsanwalt in einem Bericht an das Kabinett seine Auf- fafiung dahin zum Ausdruck gebracht, daß keine geeignet« Grundlage für ein Difziplinar-Strafoerfahren mit dem Ziel« der Dienstentlassung gegeben sei, und zwar sei es der heute wieder amtierende Oberstaatsanwalt gewesen, der dem Ministerium gegenüber sich dahin ausgesprochen Hab«, daß da» Dienst. strafverfahren gegen Tempel nlcht vor sich gehen möge, weil«ine geeignete Grundlage dafür nicht vorhanden sei. Aus dieser Mitteilung geht hervor, daß da» sächsische Kabinett das Verfahren gegen Tempel hat weiterführen lassen, obwohl sich die Staatsanwaltschaft gegen dl« Einleitung des Disziplinarverfahrens ausgesprochen hatte. Das Gericht lehnt« es übrigens ab, das Gut- achten des Oberstaatsanwalts beizuziehen, und zwar mit der Be» gründung, daß es seine Entschließung nur auf Grund des Ergeb- nisses der Hauptverhandlung zu treffen habe. Oer Raubkrieg gehi weiter. Japaner attackieren Ehinabahnen. Die Ehinesenliga für Vaierlandsverieidigung in Deutschland erhält aus Nanking folgenden Bericht: Von der japanischen Armee in Korea dringen zwei Divisionen in der Richtung nach Mukde» vor. Die Verfolgung der Peking- Mulden- Bahn durch japanische Militärflugzeuge wird fort gesetzt. Ein zweiter Ueberfall auf den Peking— Mufden-Ziig in Be Tschi Jan. vermutlich durch japanische Ageiüen, wird ge- meldet. Zwei japanische Kriegsschiffe sind in Haüichou eingetroffen und haben 500 Marinesoldaten gelandet. Je drei Vertreter der Pekingregierung und der Kantonregicrung sind in Hongkong zu- sammengetreteii und scheinen zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen. Es ist folgendes vereinbart worden, was aber noch der Billigung Tschiangkaischeks bedarf: 1. Tschiangschaischek wird sein« Demission ankündigen, worauf die Kantonregierung gleichfalls zurücktritt: 2. Wangtschingwei wird an das chinesische Volk ein« Botschaft richten, in der er seine zukünftige Politik zur Verein- heitlichung Chinas auseinandersetzt: 3. eine Einigungskonferenz wird darauf in Schanghai abgehalten. Menschenraub in Zoppot. polen verschleppen einen Flüchtling. Aus dem Seebad Zoppot, das im Freistaat Danzig liegt, ist der Kommunist Balsam, polnischer Staatsbürger und Flucht- ling, nach Polen verschleppt worden. Die Danziger Kriminalpolizei hat den polnischen Seefahrtsschüler aus Gdingen Rodczjejowski sowie einen gewissen Wochna(alias Ankudowicz) in dem Augenblick ver- haftet, als sie wieder Danziger Gebiet betraten. Rodcziejowski hat bereits gestanden, daß er als polnischer Regierungsspitzel im Austrage des Kapitänleutnants Kopjecz, eines polnischen Nach- richtenofsiziers, gehandelt Hab«. Der emfichrte Kommunist sei von der Abteilung II des polnischen Generasstabes wegen Spionage gesucht worden. Die beiden Verhafteten haben mit einem gewissen S w j a n t e k, der der eigentliche Urheber der Entführung sein soll, Balsam in der Wohnung einer Frau Dudziisska unter Al- kohol gesetzt und ihn dann in einem Auto nach Polen ent- führt. Frau Dudzinska ist die Tochter des polnischen Danziger Volkstagsabgeordneten Kubacz. Swjantek und Frau Dudzinfka sind nach Polen geflüchtet. Die Danziger Staatsanwaltschaft Hot gegen die beiden Festgenommenen Anklage wegen Menschenraubes erhob«». Krick am Reden verhindert. In einer am Donnerstagabend im Berlin«? Sportpalast ob» gehaltenen Kundgebung der Nationalsozialisten kam es nach der Rede des Berliner Stadtverordneten Engel bei den Ausführnngon des Herrn Fr ick aus Pirmasens zu einem Zwischenfall. Frick wurde von dem anwesenden Polizeioffizier das Wetterreden ver- boten, nachdem er ein« Viertelstunde lang gesprochen hatte. Jubiläum der Arbeiterbildung. 2S Jahre sozialistische Bildungsarbeit. Der Rclchsbildungsausschuh selert in diesen Tagen das Zubiläum einer?5jährigcn joziallstilchen Bil- dungsorbeii. wir entnehmen ans diesem Anlaß dem soeben im Dieh-Vcrlag erschienenen lesenswerten und geschichtlich interessanten Buche:.hundert Jahre Ärbeiterbildung" von Heinrich Schulz dos solgende Schlußkapitel: Hundert Jahre sind vergangen, seitdem Wilhelm Weitling aus wirtschaftlicher Not und ihrer mehr gcfühls- als ver- stondesmäßigen Durchdringung zur Erkenntnis seiner Klassen- läge und zum proletarischen Klassenbewußtsein gelangte. Ein einzelner, weit seiner Klasse vorausgeeilt, suchte er vergeblich die träge Masse in schnellere Bewegung zu bringen. Ungeheures ist seitdem geschehen. Eine Revolution hat sich in Bewegung gesetzt, die allmählich das ganze Wirtschafts- leben und das Zusainmenleben der Menschen erfaßt und von Grund auf verändert hat. Der letzte Krieg und die ihm folgende Revolution sind nur die vorläufig' letzten großen Abschnitte dieser Umgestaltung. Die Technik' hat den Erdball für die Menschen verändert. Sie ist in ihn eingedrungen und hat ihm unerwartete Schätze entwunden. Sie eilt über ihn hinweg mit Schnelligkeiten, die wie ein Traum erscheinen. Sie schließt Geheimnisse auf und schafft dadurch völlig neue Möglichkeiten der Verständigung, der Zusammenarbeit, aber auch der Vernichtung der Menschen. Die Produktivität der menschlichen Arbekt hat eine märchenhafte Steigerung er- fahren, durch täglich neue Erfindungen und durch kühl rechnende Rationalisierung wird der Mensch selbst immer mehr von der Arbeit entlastet. Aber diese Entlastung wird ihm nicht zum Segen, sondern zum Fluch. Die Zeit, die menschliche Klugheit dem Arbeitsprozeß abgewinnt, dient nicht zur Verringerung der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit für alle arbeitenden Menschen, sondern ein Teil der Menschen wird nach alten Methoden ausgebeutet wie bisher, ein anderer verhungert langsam, weil s'ür ihn keine Arbeit und darum auch kein Geld da ist. Die bürgerliche Welt steht diesem furchtbaren Zwie- spalt ratlos gegenüber, sie vermag ihn nicht einmal zu erklären, geschweige zu überwinden. Das ani Sozialismus geschulte klassenbewußte Proletariat hat die Ursache dieser Not erkannt. Nicht nur einzelne Erleuchtete. wie vor 100 Jahren Weitling, sondern Millionen, das ganze Proletariat, sind heute von stärkerem und klarerem Klassenbewußtsein erfüllt, als es dem einzelnen Wegebereiter damals möglich war. In allen Ländern stehen sozialistisch geschulte und disziplinierte Arbeiterbataillone, ganze Armee- korps, um mit den Mitteln des Sozialismus den Kapitalismus zu überwinden. Bewundernswert ist die Wirkung, die der Weckruf von Marx und Engels im Jahre 1847 gehabt hat. Dieser gewaltige Aufstieg der Arbeiterklasse war nur möglich, weil die Sozialdemokratie zugleich eine weitere Mahnung von Karl Marx beherzigt hat:„Ein Element des Erfolges besitzt die Arbeiterklasse: die Zahl. Aber die Masse fällt nur in die Waagschale, wenn eine Organisation sie vereint und Wissen sie leitet." Leider hat die Sozialdemokratie noch nicht'so viele „Zahlen", wie sie bräncht. um den Kapitalismus durch den Sozialismus zu ersetzen. Große Massen des deutschen Volkes wissen noch nichts vom Sozialismus oder sie lassen sich von Volksbetrügern durch ein Zerrbild nasführen. Sie sind noch nicht„durch Kombination vereint" und werden nicht„durch Kenntnis geleitet". Der Krieg und die Revolution mit allen ihren Folgeerscheinungen haben sie aus alten Gleisen heraus- geworfen, sie find entwurzelt, ohne feste Weltanschauung. Was ihnen früher Halt gab, der Obrigkeitsstaat und die monarchistische Ideologie die Religion und althergebrachte Sitten, ist für sie dahin. Was sie dafür eingetauscht haben, ist Gedankenlosigkeit, Unsicherheit im Bunde mit ihrer Schwester, der Ueberheblichkeit, ist wüstes Schimpfen auf alte und neue Autoritäten, ist günstigstenfalls gefühlsmäßiger Antikapitalismus. Den Sozialismus zu erfassen und seine von Kenntnis geleiteten und durch Kombination vereinten „Zahlen" zu vermehren, war die Zeit für sie noch zu kurz, fehlte es noch an politischer Erziehung und gutem Willen. So ist ihre Waffe gegen das wirtschaftliche, politische und kulturelle Unglück unserer Zeit nicht der Geist, sondern die geballte Faust, nicht das Ueberzcugen des andern durch Gründe, sondern seine„Erledigung" durch Gebrüll, Schlag- ringe und wenn es fein muß auch durch Mord und Totschlag. Das gilt für die wilden Kohorten auf der Rechten wie auf der Linken. Die deutsche Sozialdemokratie wird demgegenüber ihren Grundsätzen treu bleiben. Zu ihrem Kampf gegen die kapitalistischen Parteien muß sie noch den Kampf gegen den Ungeist antikapitalistischcr Parteien führen.„Wilde Gedanken von Haß und Rache", sagt F. A. Lange, der warmherzige Arbeiterfreund unter den Philosophen und Freund Lassalles und Liebknechts,„werden durch nichts so sicher verbannt als durch die geistige Arbeit, welche mit freiem Sinn die Ver- Hältnisse des Lebens durchdenkt und sich mit männlicher Offenheit der Erreichung eines bestimmten Ziels widmet." Mehr noch als früher wird die sozialistische Bildungs- arbeit aller Unkultur und politischen Barbarei zum Trotz Politik und Bildung im Sinne dieser schönen Wcchselseitigkcit zu vereinen bestrebt sein. Wahlen in der Tschechoslowakei. Ein Verirauensvoium für die sozialdemokratische Dtogiernngspolitik. Prag. 1. Oktober.(Eigenbericht.) Seit zwei Jahren tragen, durch vier Minister, tschechische und deutsche Sozialdemokraten die Mitverantwortung für die tfchecho- slowakische Politik. Zwei Jahre, die wirtschaftlich gekennzeichnet sind durch das stetige Ansteigen der Krise, durch eine immer noch wachsende Arbeitslosigkeit. Und in dieser schlechtesten aller Perioden des jungen tschechoslowakischen Staates stand die deutsche So- z ia l d c m o k r at i e zum ersten Male mit am Ruder. Wie haben sich die beiden Brudcrparteien, deren lang getrübtes Verhältnis in dieser Zusammenarbeit immer inniger wird, bewährt, wie beurteilen die Arbeiter ihre Politik und ihre Leistungen? Die Gcmcindewahlen, die am Sonntag in nahezu drei Vierteln aller tschechoslowakischen Kommunen durchgeführt wurden, lassen in ihren Ergebnissen schon jetzt, ehe noch das ganze Ergebnis vor- liegt und geprüft werden konnte, dennoch eindeutig das Urteil erkennen: Beide sozialdemokratischen Parteien haben van der Wählerschaft ein erfreuliches klares Vertrauensvotum er- halten. Die tschechische wie die deutsche Partei sind seit den Ge- meindcwahlen 1927 bedeutend im Vormarsch, die tschechische Sozial- demokratie meldet sogar einen zehnprozentigcn Zuwachs seit den Parlamentswahlen vor zwei Jahren, die deutsche Sozialdemokratie hat ihre Stimmcnzahl von damals im allgemeinen durchaus ge- halten: Verlusten in den von der Wirtschaftskrise am härtesten be- troffenen west-, nord- und ostböhmischen Industriegebieten steht ein ausgezeichneter Wahlerfolg in Mähren-Schlesien, stehen insbesondere erfreuliche Fortschritte in den ländlichen Gegenden, vor allem Süd- Mährens, aber auch Deutschböhmens gegenüber. Was insonderheit die deutsche Sozialdemokratie anlangt, be- weist dieses Wahlergebnis, daß die Arbeiterschaft den unter schwic- rigsten Verhältnissen zum ersten Male durchgeführten Versuch der Mitbeteiligung an der Macht als gelungen erachtet und billigt. Obwohl Erfolge auf nationalem Gebiet nicht sonderlich erzielt werden konnten, obwohl es der extrcm-antimilitariftischen deutschen Sozialdemokratie, im Verein mit den tschechischen Genossen, noch nicht gelang, wesentlichen Abbau des Militarismus in die Wege zu leiten, obwohl die Gehässigkeit der Kommunisten und die Tollheit der Hakenkreuzler in den vergangenen Jahren immer ärgere Farmnr annahmen, und obwohl natürlich die gerade in vielen deutschen Gebieten verheerende Wirküng der Arbeitslosigkeit nur zum Teil paralysiert werden konnte, hat die Wählerschaft doch klar erkannt, wie bedeutend der Systcmumschnnmg durch die sozialdemokratische Mitarbeit war, hat erkannt, was insbesondere das unter der Leitung des deutschen sozialdemokratischen Führers Dr. Czech stehende Fürsorge- Ministerium an Linderungs- und Aufbauarbeit geleistet hat. Diese erfreulichen Momente der Wahlentscheidung werden ver- mehrt durch die Tatsache, daß der k 0 m in u n i st i sche Vormarsch zum Stillstand g e k o m m e n ist: teilweise Gewinne der Kommunisten halten sich mit Rückschritten die Waage. Ange- sichts des Wahlausfalls für die sozialdemokratischen Parteien verfällt ihr„Vernichtungs"sturm gegen uns immer mehr der Lächerlichkeit. Das Unerquicklichste des sonntäglichen. Ergebnisses ist im deutschen Lager das kolossale Anwachsen der Hakenkreuzler. die, von der sudetendeutschen Krise profitierend, von Deutschland inspiriert und mit ollen Mitteln operierend, ihre Stimmen- und Mandatszahl überall erhöhten, stellenweise verdoppelten und»er- dreifachten— fast durchweg auf Kosten der nun zu einer Zwerg- Partei rückentwickelten deutschen Nationalpartei—, so daß die Haken kreuzler derzeit hinter der deutschen Sozialdemokratie als zweitstärkste Partei rangieren dürsten, etwa gleich stark mit den Landbllndlern, die, gleichfalls Regierungspartei wie die deutsche Sozialdemokratie, trotz einiger empfindlicher Verluste sich un allgemeinen gehalten lzaben. Den C h r i st l i ch s o z i a l e n, die in der Opposition gegen die deutschen„Regicrungssozialisten" die närrischsten Purzelbäume schössen, ist der erwartet« Gewinn durch- aus ausgeblieben. Die D e u t s ch d e m o k ra t e n, die unter-iivr neuen Firma segeln, haben in Prag eines von ihren drei Mandaten verloren— frischer Wind weht durch diese ihre letzt« Hochburg, die deutsche Sozialdemokratie, ein Jahrzehnt lang in der Hauptstadt unvertreten, hat sich nun dieses Mandat geHoll. Im tschechischen Bürgertum scheinen bedeutsame Verschiebungen nicht eingetreten zu sein. Von den Regierungsparteien— zu denen übrigens auch die aus der Wahl anscheinend ungeschwächt hervor- gehenden tschechischen Nationalsozialisten(Bencs- Partei) gehören, haben die Agrarier, die Partei des Minister- Präsidenten, allerdings ihr- Position eher noch verstärkt. Und dieser Ilmstand läßt erwarten, daß sich dos Verhältnis innerhalb der Koalition, der Gegensatz zwischen dem agrarischen und dem sozia- listischen Flügel noch verschärfen werden. Innerhalb der tschechisch- bürgerlichen Opposition wurde— und dies ist das groteskeste und wohl auch allgemein-politisch traurig st e Symptom dieser Wahlcntschcidung— der ehemalige Minister S t r i b n y, der Skandalist und' Korruptionist, der zur Zeit unter Anklage wegen seiner Regierungs-„Geschgfte" steht, Sieger. Zusammen mit der Gruppe des moralisch gleichwertigen ehemaligen Generalstabschefs G a j d a erlangte Stribny in Prag zwölf Mandate, die er zum Teil auf Kosten der tschechisch-nationalsozialistischen Bürgermeistcrpartei gewann. Van diesem letzten Gesichtspunkt aus betrachtet und im Hinblick auf den Wahlerfalg der Hakenkreuzler ergibt sich also auch in der Tschechoslowakei eine klare Faschisierung der rechtsradikalen Wählermassen, denen aber als unerfchüllert« und unerschütterliches Bollwerk die sozialdemokratische Internationale des Landes gegenübersteht. Sie wird alle Kräfte einsetzen müssen, um Arbeiter- existenz. Arbeiterrecht und Demokratie unverletzt durch den herein- brechenden schweren Winter hindurchzusteuern. Aber sie darf, krait des schönen Vertrauensvotums vom 27. September, guter Hoffnung sein, daß ihr das, trotz des Ansturms von rechts und scheinlinks, gelingen wird. L. G, Berantworilich für Potitik: Lietor Schill: Wirtschaft: S.»lioaetiöfer: Gewerlschastsbewraune: I Steiner; Feuilleton: Dr. Jod« Schikowoli: Lokales lind Eonftiaes: ffrift jtarftädt: Ameiaen: Td. Stocke: sämtlich in Berlin. Verlan: Vorwärts-Verlaa E. m. b. S.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Verloasanstalt Bau! Einacr u. Co. Berlin EW 68. Lindenstraü« S. Sierzu 8 Beilaqen. Beglaubigt- Bbfchrist. cheschSlsnummer: lt7.SA8.Zl Im Namen de» Volke, I Privattlagesache de» Monteur« Hermann Meißner, rn Berlin SO 88, Läufiger Etr. 3. Privat tläaer«. gegen den Sekretär de« Eiuljeitsverbande« der Metallarbeiter Hermann Braun, in Essen a. d Ruhr, Roltstraße 18, Anaeklaglen. wegen Beleidigung. Das Amtsgericht in Berlin-Mitte, Abteilung 147. Berlin dlv 40. Alt-Moabit II, hat in der Sitzung vom 8. Eeotember 7931, an der teilgenommen haben: Amtsgerlchtsrat Dr. Bues, als Amtsrichter. Zustizsekretär E c f s n« r. als UrkundSveamter der Geschäftz» stelle. für Recht erkannt: Der Angeklagte wird wegen öffent- licher Beleidigung zu einer Geldstrafe von fünfzig Reichsmark, im Unver- mijgenstalle zu fünf Tagen Gefängnis koftenpflichlig verurteilt. Der Privaikläger kann diese« Urleil binnen zwei Wochen noch Zustellung. nach Rechtskraft je einmal auf Kosten bes Angeklagten in folgenden Zeitungen veröffentlichen: 7. im„Bvrwärts", 2. der„Metallarbeit crzeitung". Beglaubigt: Dr. Siegfried Weinberg. Rechtsanwalt. Bekanntmachung. Die in der Zeit vom 1. Januar bis 3l. März 193k> versetzten Pfänder sind versteigert worden. Heber- schüsse sind bis zum 3. Ja- nuor 1932 abzuheben. Staatliches Leihamt. BERLIN O 34 WERTHEIM Zusendung von 5 M an. Obsf, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nidit zugesandt Scufet*(&oi*rat t fSSttiie Jßebettsmittel Frisch. Fleisch Kalbskamm. Pfund 0.66 Kalbsbrust u.-Backen 0.78 Kalbskeule bi»» Pid. ganz u. galailf, Pfd. O.öO Kalbsschnitzel Pfund 1.60 Rinderkamm u.-Brujt 0.76 Schmortl.. ohne. n. Pfund 0.95 Knoch.•-0� Roastbeef m.Kn., Pfd. 0.98 Roulade... Pfund 1.14 Gehacktes.. Pfund 0.70 Gulasch.... Pfund 0.68 Kaller mild geialr.,Pfd. 0.86 Sdiwelnetdilnk�.Kamm 0.86 Fr.Bratwurst(Spuiaiitat, 0.98 Fr.Rindarzungen P(d.0.95 Hammaivorderfl.Pfd.0.64 Rinderbacke. Pfund 0.48 Obst Kochbirnen 3 Pfund 0.25 Musäpfel.. 3 Pfund 0.25 BergametfenZPfund 0.22 Goldparmänen iPfd. 0. 35 Weintrauben 2 Pfund 0.35 Preiselbeeren 5 Pfd. 0.90 Zitronen vhd. von«n 0.30 Wurstwaren Hausmacb.-SUIze ojt 0.48 Speckwurst..Pfund 0.85 Dampf- u. Fleisdiw. 0.86 Landlebarw. Pfd. i.is 0.95 Mettwurst(Br. Arl) Pfd. 1.05 Jagdwurst u. Wiener 1.06 Leberwurst feine 1.4« 1.25 Zervelat u. Salami 1.35 Gemüse Rotkohl.... Pfund 0.05 Weiß- u.Wirsingkohl 0.05 Möhren geweidi.SPfd. 0.10 Sollerie Pfund 0.09 0.12 Blumenkohl Kopf v.an 0.1 0 Rote Rüben 4 Pfund 0.20 Rosenkohl. 2 Pfund 0.45 Kolonialwaren Olympia-Mehl. S-Pfd.- Beutel 1.55, f.45 1.35 Rauhreifmehl. Pfund 1.55 Kartoffolmahl Pfund 0.20 Sultaninen oji, o.ss0.46 Korinthen Pfund o.m 0.52 Mandeln Pfd. i.ia, i.»s 1.60 Weiße Bahnen«jaO.18 Käse u. Fett Harzerkäse ca. i Pfd. 0.35 Feinkostkäse 0.42 BlOCkkäse Tiltiler Arl 0.56 Tilsiter voiifeti..Pfd. 0.72 Briekäse vollfett, Pfd. 0.78 Holländer u.Edamer... vollfett, Pid. O.BO Schweizer d8n„'/, fett 0.74 Schweizer �•>�•1.34 Margarine.2 Pfund 0.75 Kokosfett. 2 Pfund 0.75 Brat.- u. Rohsdimalz 0.58 Molkereibutter Pfd. 1.18 Tafelbutter. Pfund 1.40 Markenbutter Pfund 1.48 Dän. Butter.. Pfund 1.54 u Dose Konserven Broch- u. Schnittbohnen junge 0.48>. Sorte 0.60 Jg. Erbsen 0.65 kein 1.10 Kaiserschoten... 1.45 Leipziger Allerlei. 0.78 Gemischtos Gemüse müfelfeln 1.00 fein 1 ,40 Karotten. e».__ geschnitten 0-35 klein 0.87 Bruchspargel. mittel 1.60 Stengenspargel mittel-... extra-.._ stark 1.y> stark 2.45 Aprikosen'/, Fmchi. 0.95 Geflügel Gänse Pfd. von 0.88 0.98 Ung. Enten Pfd. v. an 0.68 Suppenhühner Pfd.v. 0.66 Fische Schellfisch Pfd. von an 0.30 Kabeljau 0.30 Rotbars->. Kopf, PW.*. 0.34 Fisdlfilat Pfund von an 0.55 Grüne Heringe 3 Pfd. 0.48 Makrelen 3 Pfund».«, 0.48 Braisdiollen 3 Pfd. an 0.52 Leb. Karpfen Pfd.v.an0.85 geräuchert FeftbücklingePfd.v.an0e26 Schellfische Pfd. v. an 0.38 Makrelen Pfund v. an 0.36 Pfund, Bund � Aa,e v. an 2.40 v. an 0.32 Dlsardinen. 5 Dosen 0.95 Fischmarinaden Hering in Ge!eef Rollmops, Brathering, Bismardcherinq, Ä Ä K/onen saralnen 0.48 0.76 Wein Preise für V, Flasche ohne Glas 1930 Oberhaardter 0.73 1930 Burweil.Schloßb.l.00 1930 Lieserer..... 1.05 Pfälzer Waitzwain dir. 0.70 Dürkheimer Rolw.ltr. 0.80 Wermuth u. Tarragona 1.00 Muskateller..- Liier 1.20 Sonderangebot: 1928 Liebfraumilch bleue Kapsel 1 10 1927 Oppenh. Go'db. 1.50 1928 Caselar Pichler 1.40 1928 Bernkasteler Rosenberg GewSchs Herges 1,80 1924 Chat, de Reignac Propr. Csrlsberg 1,20 1925 Chät. LaTour-Bardss Propr. Grazilhon 1,40 1924 Chät. Citran Propr. Oauzel 1 80 Nr. 461* 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freiiag. 2. Oktober 19Z1 Krise der Zahlungsbilanzen. Gold als Mittel des Ausgleichs. ?cr geoenwärtiocn Wcltwirtschaftskrijc gibt die Tatsache ein besonderes Gepräge, daß mehrere Länder zahlungsunfähig ge- worden sind. Diese Zahlungsunfähigleit der Länder darf man sich aber nicht einfach nach dem Vorbild des Bankrotts eines privaten Ilnlcrnehmens vorstellen. Dieses geht zugrunde, es wird auf irgendwelche Weise liquidiert. Das zahlungsunfähig ge- wordene Land existiert weiter, der Staat dieses Landes bleibt in manchen Fällen imstande, seine inneren Verpflichtungen zu er- füllen, bleibt zahlimgefühig dem eigenen Laiche gegenüber: das Land in seinem Ganzen kann aber nicht mehr seine aus- l ä n d i f ch e n Verpflichtungen ganz oder zum Teil erfüllen: es fehlen diesem Lande die Zahlungsmittel an das Ausland. In einer solchen Lage befinden sich einige südanierikanische Länder (Bolivien, Peru, Brasilien), in Europa Oesterreich, seit Mitte Irili Teuischland und seit dem 20. September England. I» dieser Zahlungsunfähigkeit der Länder findet die Krise der Zahlungsbilanzen, die schon seil Jahren in der Welt herrscht, ihren äußersten Ausdruck. Als eine andere Seite der gleichen Krise erscheint die Tatsache, daß seit Jahren da» Gold aus vielen Ländern wegfloß und sich in anderen Ländern(vor allem in USA. und in Frankreich) ansainmelte. Merkwürdigerweise wird der Sinn dieser Vorgänge, die an sich nicht schwer zu verstehen sind, sehr häufig verkannt. Das geschieht vor allem deshalb, weil man dem Gold irgendeine geheimnisvolle Bedeutung beimißt und seine wirkliche Bedeutung in der Wirtschaft übersieht. Es ist nicht richtig, daß die eigentliche Wirtschaft- liche Aufgabe des Goldes ist, die Deckung für das im Lande um- laufende Geld, für die Geldnöten, zu fein. Die Golddeckung hat in vielen Fällen bloß eine psycho- logische Bedeutung, welche die Borslellung erzeugt, dah die umlaufenden Boten eine solide, vollwertige Unterlage haben. In Wirblichkeit ist es durchaus möglich, ein vollwertiges Geld ohne jede Golddeckung laufen zu lassen: das wird erreicht, wenn die Zentralnotcnbank streng darauf sieht, daß die Menge der von ihr ausgegebenen Noten dem jeweiligen Bedarf an Umlaufs- Mitteln für Warenumsätze entspricht. Es kann keine Inflation entstehen, solange die Zcntralnotcnbankcn diesen Grundsätzen solgen, was durch die Bindung der Notenausgabe an den Ankauf sicherer Warenwechsel gewährleistet werden soll. Werden die Waren verkaust, so werden auch durch sie gedeckte Wechsel be- zählt und das Geld fließt wieder in die Zcntraliwtenbank, um dann wieder für neue Warenwechsel ausgegeben zu werden. Wenn trotzdem in der Nachkriegszeit in verschiedenen Ländern großer Wert darauf gelegt wurde, daß die Banknoten eine hohe Golddeckung haben, so wollte man dadurch Hemmungen gegen eine unsolide Geldpolitik der Re- gierungen und der Zenlralnotenbanken schaffen, nämlich gegen die Versuchungen, der Finanznot des Staates durch vermehrten Notendruck abzuhelfen. Wirtschaftlich gesehen, sind aber die Goldvorräte für jedes Land aus einem anderen Grunde notwendig, nämlich noch für den Ausgleich der internationalen Zahlungen. Die Bedeutung des Goldes besteht darin, daß es das internationale Zahlungsmittel ist. Nicht in dem Sinne, daß alle inter- nationalen Zahlungen mit Gold geleistet werden, sondern in dem, daß der Wert aller Zahlungsmittel am Gold g e in essen wird und daß, wenn aus irgendeinem Grunde nach allen Verrechnungen die anderen Zahlungsmittel nicht ausreichen, die Spitzen durch Goldabgabe ausgeglichen werden. Das heißt mit anderen Worten: die Zahlungsbilanzen werden mit Gold ausgeglichen. Man kommt nicht weiter, wenn man sich nicht über den Begriff der Zahlungsbilanz völlig klar wird. Jedes Land befindet sich in vielfachen wirtschaftlichen Beziehungen zu anderen Ländern: es bekommt von anderen Ländern für Waren oder verschiedene Leistungen bezahlt und hat an die anderen Länder zu zahlen. Das Verhältnis zwischen dem, was ein Land. bezahlt bekommt, und dem, was es an die anderen Länder Zü zahlen hat, ist d i c Zahlungsbilanz dieses Landes. Sie ist im Gleichgewicht, wenn sich die gegenseitigen Zahlungen ganz oder bis auf eine geringe Differenz ausgleichen, sie ist aktiv, wenn das Land mehr bezahlt bekommt, als es selbst zu zahlen hat, und sie ist passiv, wenn das Land weniger bezahlt bekommt, als es zu zahlen hat. Letzten Endes muß aber jede Zahlungsbilanz aus- geglichen werden, da jede Leistung nur gegen entsprechend« Gegenleistung geschieht. Wenn ein Land einem anderen etwas schuldig bleibt, so bedeutet das nichts anderes, als daß die Zahlungsbilanz durch Anleihen oder kurzfristige Kredite ausgeglichen wird. Was geschieht nun, wenn ein Land mit zxissiver Zahlungs- bilanz keine Anleihen oder Kredite in ausrelchendcm Maße bekommt? Dann werden die Spitzen der Zahlungsbilanz durch die Abgabe des Goldes ausgeglichen. Man darf sich diese Vorgänge nicht so vorstellen, als ob an einer zentralen Stelle alle gegenseitigen Zahlungen verrechnet und dann die Spitzen durch entsprechende Maßnahmen ausgeglichen werden. Es werden unzählige einzelne Zahlungen vollzogen, und die Tatsache, daß sich der Ausgleich aller dieser Zahlungen nicht vollzieht, tritt in der Form in Erscheinung, daß in einem Lande ein Mangel an ausländischen Zahlungsmitteln(Devisen) entsteht, während in einem anderen ei» II c b c r s l u tz an solchen Zahlungsmitteln vorhanden ist. Dann schwanken die Währungen, die Währung in dem Lande mit einem Mangel an ausländischen Zahlungsmitteln wird schwächer; dann wird das Gold ab- gegeben, und zugleich ziehen die Zinssätze an, so daß der Anreiz entsteht, dem Lande mit höheren Zinssätzen Kredite zu geben. chandelt es sich um eine vorübergehende Störung, so wird dadurch das nötige Gleichgewicht wiederhergestellt. Dauert die Störung länger, so kann mit Anleihen geHolsen werden. Falls sich aber die Passioität der Zahlungsbilanz als dauernd erweift und Anleihen in ausreichendem Maß nicht abgeschlossen werden tonnen, so muß auch der Abfluß des Goldes zu einer dauernden Erscheinung werden: dann ist die Krise der Zahlungsbilanz da. Diese Krise kann eine Zeitlang oerschleicrt werden, diesen Fall werden wir aber besonders behandeln müssen. Einzelne Posten der Zahlungsbilanz lassen sich in keinem Lande statistisch vollkomincn erfassen. Alle Berechnungen, die ausgestellt werden, stellen bloß mehr oder wemgcr genaue Schätzungen dar. Am genauesten kann die Handelsbilanz, das heißt der Wert der Einfuhr und der Ausfuhr und dann der Einfuhr- bzw. Ausfuhrüberschuß berechnet werden. Dazu kommen aber iwch die Einkünfte aus der Schijfahrt, aus den Vcrsicherungsgeschästen, die Zinsenzahlungen für frühere Schulden, die Ausgaben der Reisenden usw. Was durch alle solche gegenseitigen Zahlungen nicht ausgegclichen wird, kann noch durch die Kapitalbewegungen (Kapitalaussuhr und Kapitaleinfuhr) ausgeglichen werden. Wenn das aber nicht geschieht, so bleibt nur der Ausgleich durch die Gold bewegungcn übrig, und, wenn dieses letzte Mittel versagt, so wird das Land, welchem die Mittel zum Ausgleich seiner internationalen Zahlungen schien, z a h l u n g s u n s ä h ig. Bei einer näheren Betrachtung der Vorgänge im Laufe der letzten Jahre stellt sich heraus, daß dabei auch politische Gründe eine sehr große Rolle spielen können. Sie wirken sich aber letzten Endes in der Form aus, daß einem Land, sei es aus rein wirtschaftlichen oder auch politischen Gründen. die Mittel, seinen ausländischen Vcrpflickstungcn nachzugehen,«nt- zogen werden. Die hier dargelegten Betrachtungen sollen eine Unterlage sein, um die Krise der Zahlungsbilanzen und die Zahlungsunjähigteit mehrerer Länder dem Ausland gegenüber, die in der gegenwärtigen Krise in Erscheinung treten, in ihren Ursachen und in ihrer Bedeutung zu verstehen. Großhandelsindex weiter gesunken. Die vom Statistischen Reichsaml berechnete Großhan delsindexzifscr ist von 108,8(1913— 100) am 16. September auf 108,3 am 3, veptemb-r zurückgegangen. Am Rückgang sind alle Warcngnippen beteiligt mit Ausnahme der Agrarftoffe, bei denen sich die Preissteigerung für Roggen und Roggcnmehl auswirkte. 3nsera+ Serie: <»9e i«* »s" die Prüfung des Obers+ofFes � Es ist erstaunlich, wie mannigfaltig die Apparatur ist, die die Technik dem Kauf- . zur Verfügung stellt, um ihn in den Stand zu setzen, die Qualität eines Oberstoffes, seine Tragfähigkeit, seine Farbechtheit usw. usw. zu prüfen. Bei einem modernen, gut geleiteten Geschäft ist es einfach unmöglich, daß für die Kleidung, die es verkauft, jemals ein Stoff Verwendung findet, der nicht alle berechtigten Ansprüche auf vollwertige Ware erfüllt. 1 «egen "S aepr Und wenn Sie neben dieser Sicherheit, nur gute Kleidung zu kaufen, auch noch den Vorzug eines ganz ungewöhnlich niedrigen Preises genießen wollen—— da gibt's für Sie nur eins: jf-a 60461 r<2461 1? BERLIN SV 19, ,, S(r«0e gg 2> d»a« ki-oii, 4911 Aat am s? 1■4rtitc.i Iii f r''Ma U e r Ur'trr9 I»tan«; 717«r&t, la b8a�««r;P.i i'«wagter —?str91�«. iättT 30 �"■otiaoija;'«at, Sohuj i.° s sf»" BptävB&ziPi'sr; k msm | Jj, � Ein solcher moderner fej is Ulster- Paletot in rem- M K wollenem. solidem Shet- B M land, ganz auf Kunst- || seide, mit einer außer- & M ordentlich guten, soli- 1 den Innen-Ausstattung■ i kostet bei fiC cn n I uns nur W �»3 w I »IM» mmm � Pira« C 4''Äa�*- Öffentliche Wsrpnp� *¥ ßertai fr- "'"""/////yfy C*A Oranienftr.40 Am Oranlcnpiat« Chaufteeftr.11 3 KönisttraDe 33 PMW frtttUnf frfhwhftf 4ln Dfjhnhftf AitTTfigulfffr1!!* wm Ufaf* tmd fitld Währungswirrwarr in der Welt. Neuische Börsen geschlossen/ Teuerung in England/(Sparer Hamstern in LttSA. Nach bcm Offenhalten der Börsen ohne amtlichen Kursvcrkehr in den ersten Tagen der Pfundkrife sind in dieser Woche die deutschen Börsen überhaupt geschlossen worden. Während bisher der Börsenvorstand das Recht gehabt hätte, von sich aus den offiziellen Handel wieder zu eröffnen, ist nunmehr nach der Schließung der Börsen ein Beschluß der zuständigen Ministerien in Preußen und den übrigen Ländern dazu notwendig. Es hat sich jetzt herausgestellt, daß für die erneute völlige Schließung der Börsenplätze die Währungskrise im Auslande nicht mehr ausschlaggebend war, sondern die ungünstig« Entwtck- l u n g der Devisenverhältnisse bei der Reichsbank. Wie wir bereits gestern mitgeteilt hoben, sind in der letzten September- wache wieder annähernd 100 Millionen Devisen abgeflossen, nach- dem. in den beiden vorhergehenden Wochen die Devisenbeanspruchung dar Reichsbant sich auf etwa 200 Millwnen Mark hielt. Die Gründe für diese unerfreulichen Devisenabflüsse hoben wir auch bereits dargelegt. Es kämmt aber hinzu, daß der augenblickliche Tiefstand des Pfundes und der nordischen Kronen(Dänemark, Schweden, Norwegen) viele Schuldner in Deutschland dazu angeregt hat, unter Umgehung des Stillhalteabkommens ihre Auslandsschulden an diese Länder zurückzuzahlen, weil sie bei dem gegenwärtigen tiefen Kurs dieser ausländischen Aoluten im Durchschnitt 20 bis 25 P r o z. ihrer Schuldsumme einsparen. Diese rein auf privatwirtschaftlichem Interesse süßenden Maßnahmen deutscher Schuldner haben natürlich die Dispositionen der Reichsbank völlig über den Haufen geworfen, da diese Kreise selbstverständlich die Rückzahlung ihrer Auslandsschulden über das Devisenkonto der Reichs- b a n k finanziert haben. Es ist daher eine Selbstverständlichkeit, daß die Reichsbant eine Verschärfung der Devisenordnung zum Schutze ihrer Devisenbestände bei der Regierung beantragt. Nie Krise des Pfundes. Die starken Psundzahlungen, die in England zum 1. Oktober und in den letzten Septembertagen als fällige Zinsen für den Quartals- und Halbjahrstermin eingingen, haben auch gestern zu einer weiteren leichteren Befestigung des Pfundkurses geführt. In Paris erreichte der Pfundkurs 100 nach 98 Franken, in New 'Jork stieg er von 3,8? Ü Dollar auf 3,95 Dollar und in Berlin wurde das Pfund mit 16,86 gegen 16,38 Mark gehandelt. Im Hinblick auf die Hintergründe dieser mehrtägigen Pfundbefestigung, die im wesentlichen auf die fälligen Zinszahlungen der Pfund- anleihen im Ausland zurückzuführen sind, ist es jedoch zweifelhaft, ob in den nächsten Tagen diese Erholung anhalten wird. Die Rück- Wirkungen des Pfundsturzes auf die englische Bevölke- r u n g machen sich bereits sehr unangenehm fühlbar. Gestern sind die Gehaltskürzungen und die lOprozentigen Senkungen der Arbeitslosenunter st ützung in Kraft getreten, und gerade in diesen Tagen zeigen sich bei den Kleinoerkaufs- preisen bereits ganz erhebliche Preis st eigerungen. Zum Teil sind wichtige Lebensmittel und andere Artikel des täglichen Bedarfs um 15 bis 20 Proz. gestiegen. Die Kleinhändler begründen zum Teil ihr Vorgehen damit, daß die Großhandelspreis« überall erhöht worden seien und sie daher gezwungen sind, gleich- falls Preiserhöhungen vorzunehmen, wenn sie sich nicht ruinieren wollen. Man muß sich darüber klar sein, daß dieses Anziehen der Preisschraube bei weiterem Umsichgreifen verhängnisvolle Folgen haben kann, denn es liegt auf der Hand, daß aus der einen Seite nicht ein allgemeiner Gehalts- und Untcrstützungsabbau vor- genommen und auf der anderen Seite die Preise infolge der Eni- wertung des Pfundes hochschnellen. Nachdem die drei nordischen Staaten Schweden, Norwegen und Dänemark mit der Ausgab« des Goldstandards den Währungswirr- warr noch gesteigert hoben, gehen jetzt bereits Gerücht« um. daß auch Holland und Italien diesem Beispiel folgen wollen. Allerdings hat der holländische Finanzminister dieses stritt demen- tiert, aber auch Schweden hat vor acht Tagen das Aufgeben des Goldstandards energisch abgestritten, um schließlich doch diese Maß- nähme durchzuführen. Man ist also in der Welt gegenüber der- artigen amtlichen Erklärungen bei der augenblicklichen Unsicherheit ziemlich skeptisch. Die Gerüchte um Holland erhalten sich um so hartnäckiger, als in diesen Tagen umfangreiche Gold- sendungen von Amsterdam nach Frankreich gegangen sind, und zwar im Umfange von 18 000 Kilo. Zu einer Steigerung der allgemeinen Unruh« in der Welt hat auch die Tatsache beigetragen, daß seit dem Ausbruch der Währungskrise in England starke Goldabflüsse bei den amerikanischen Noten- banken eingesetzt haben. Insgesamt sollen in den letzten zehn Tagen annähernd 1,2 Milliarden Mark Goldverluste eingetreten sein. Van den Abflüssen nach dem Auslande gingen allein nach Frankreich Gold- sendungen im Werte von annähernd 100 Millionen.— Im wesentlichen sind die Goldverluste der amerikanischen Notenbanken ober auf die ständig zunehmende Goldhamsterei des unruhig gewordenen amerikanischen Publikums zurückzuführen. Amerika- nische Bankführer schätzen die Beträge, die von dem oerängstigten Publikum letzthin gehamstert wurden, auf etwa zwei M i l- liarden Mark. Das allgemeine Mißtrauen der amerikanischen Sparer ist auf die unaufhörlichen Zusammenbrüche mittlerer und auch größerer Bonken in den USA. zurückzuführen. Eschweiler Bergwerks-Verein. 14 Prozent Dividende.— llmsatzrückgang um 46 Prozent. Der Eschweiler Bergwerks-Verein(Aachener Re- vier) legt den Geschäftsbericht für das am 30. Juni abgelaufen« Geschäftsjahr 1930/31 vor. Einen Einblick in die wirtliche Lage des Unternehmens gewinnt man daraus nicht, da die Ziffern der Äeroinn- und Lerlustrechnung völlig fiktiv sind. Sie sind nämlich auf Grund des Interessengemeinschaftsvertrags mit der Arbed(Vereinigte Hüttenwerke Burbach-Eich-Düdelingen in Lureinburg), die 92 Proz. des Eschweiler Kapitals besitzt, auf« gemocht. Dieser Vertrag garantiert bis zum Jahre 1912 eine(für bcutige Zeiten unerhört hohe) Dividende von 14 Proz. 7 was wirtlich verdient wurde, nach welchem Schlüssel die Höhe der Abschreibungen(in diesem Jahre nur 2,7 gegen 4,4 Mill. Mark) festgesetzt wurde, bleibt unbekannt. Aus den Produktions- und Umsatzzis fern muß man ober den Eindruck gewinnen, daß das abgelaufene Krisenjahr für den Eschweiler Verein nicht ungünstig war, obwohl in das Bs- richtsjahr zwei schwere Unfälle sielen, die den Tod von mehr als 300 Bergleuten und einen Verlust von 3 Millionen Mark zur Folge hatten.(Ob sich die Verwaltung bei der Sorge für die Hinter- bliebenen der verunglückten Bergleute ebenso großzügig wie in der Dividendenzahlung erwiesen hat?) Die Kohlenförderung ist gegenüber dem Vorjahr noch gestiegen, und zwar um 1,6 Proz. auf 4,7 Millionen Tonnen. Die K 0 k s p r 0 d u k t i 0 n hat dagegen um fast 5 Proz., die Brikettherstellung um 7 Proz. abge- nommen 1 aber die(allerdings geringe) Roheise»Produktion ist gegenüber dem Vorjahr um 67 Proz. zurückgegangen. Der Gesamtumsatz wird mit 75,1 gegen 87,8 Mill. M a r k a u s g e w i e s e n: das ist ein Rückgang um etwa 15 Proz., der aber zum Teil auf die Preisermäßigungen im Laufe des Berichtsjahres zurückzuführen ist. Die Zahl der durchschnittlich beschäftigten Arbetter wird mit 17 717(Vorjahr 17 661) angegeben, war also ein wenig höher als im Vorjahre. Allerdings sind im abgelaufenen Jahre eine große Zahl von Feierschichten eingelegt worden. Gleichwohl hat sich der Bestand der auf Halde liegenden Kohle etwa verdoppelt: er beträgt etwa 300 000 Tonnen. Wenn aber der Wert der Vor- rät« mit 7,7 Millionen Mark gegenüber dem Vorjahre fast u n- verändert erscheint, so ist das ein Zeichen dafür, daß man wohl in diesem Jahre einen Teil der Abschreibungen nicht offen aus- gewiesen, sondern bereit? bei der Bewertung in Ansatz gebracht hat — woraus sich wohl zum Teil der Rückgang der Abschreibungen (siehe oben!) erklärt. Trotz des schlechten Geschäftsganges wurden zur weiteren Rationalisierung der Betrieb« nicht wemger als 6,6 Mil- lionen Mark aufgewandt. In dieser Summ« ist aber der Betrag zum Wiederaufbau der durch das groß« Unglück vernichteten Anlage» die am 1. Mai 1031 den Betrieb wieder aufnahm, nicht enthalten. Die Anlagen erscheinen daher mit einen von 49,6 aus 53,4 Millionen Mark erhöhten Wert in der Bilanz. Auch die Forde- rungen sind um 2 auf 16,3 Millionen Mark gestiegen. Andererseits zeigen auch die Schulden eine Erhöhung von 23V auf 29V Mil- lionen Mark. Wieviel von den Forderungen, wieviel von den Schulden auf Tochtergesellschaften entsallen, wird nicht ge- sagt— das wird sich ja unter dem neuen Aktienrecht ändern! Das Aktie itzkapital beträgt unverändert 22,8 Millionen Mark. Starkes Anwachsen der Pleiten. In Auswirkung der Kredittrife vom Juli Hot sich im September die Zahl der Konkurse außerordenllich g e st e i g e r t. Gegenüber dem August sind die Insolvenzen von 1642 aus 2018. also um rund 25 Proz. gestiegen. Di« stärkste Zunahm« ist bei dem Großhandel eingetreten, während die Zunahme der Konkurse und auch der Vergleichsverfahren bei dem Einzelhandel und bei Jndu- strieunternehmungen sich auf ziemlich gleicher Waag« hiett. Aufsallend ist, daß bei den Konkursen in Süddeutschland «in« Steigerung von fast 50 Proz. gegenüber dem August zu verzeichnen ist. W»l»i»lu»lgcil fite biete Rubrik sind Berlin SW«. Lladenstrab« 3, (Sroß-Berliu stet, aa da» Bcztebfelwlttzlat 2. Hof, 3 treppen recht», ,« richte» Veginn aller Veranstaltungen 1 9�? Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! heule. Ireilog, 2. Oktober: 73. Abt. Funktionärsibung sollt am Freitag, dem Z. Oktober, wegen der Vor. ftändetonferenz aus. Benachrichtigung erfolgt noch. 97. Ab«. Vie Funktionitroerfammlung findet Montag, 5. Oftober, an der gleichen Stelle statt. Alle Eenossen beteiligen sich an der Fretdenleroer. sammlung am Freitag. Morgen. Sonnabend, 3. Oktober: 7. Nrei«. Wichtige Sitzung der Zeitnngoiommisfioa im Jugendheim Rosinen- strotze 4. Spediteure find hierzu ciogeladeu. 37. Abt. Arbeitsgemeinschaft der jüngeren Parteimitglieder und SA3. Petersburger Viertel, Jugendheim Sbertiisir. 12, kleines Zimmer(19 Uhr). Alle jüngeren Parteimitglieder von 18 bis 30 Jahren lind eingeladen. All». ivrache übet verschiedene Fragen der Politik und Wirtschaft. Leitung: Erwin Oelschläger. 32. Abt. 20 Uhr bei Bade, iiaiserin-Augusta-Allee 52, Funktionärfitzung. 11». Abt. Funktioniirsitzung bei Bartz. Abt. 20 Uhr große Funktionärzusammenkunst bei.«lind. Am Friedenspluß. 131 Sonntag. 4. Oktober: «. Abt. Allen radsahrenden Genossen zur Kenntnis, daß die Fahrt zur Bundesichule in Bernau am Sonntag nicht möglich ist. Nähere Zllmn- lungen ergehen noch rechtzeitig. «s. Ab». 10 Uhr bei Keil, Prii>z.H-ndieri>.Str. 33. erweiterte Borstandssstzung. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Z.»reis Wedding. Freitag, 2. Oktober, an bekannter Stelle um 1« Uhr»reis. ausschußsitzung. Winterhilfe. 20 Uhr Sitzung der Fachgruppe Sugendwohlfahrl. Vortrag:„Iugendrecht". Sozialistische Studentenschaft Deutschlands und Oesterreichs Ortsgruppe Verlin. Genosse Dr. Carl Laudauer spricht Freitag, 2. Oktober, über„Soziali. fictung'. 20 Uhr im Bund, Berlin NW. 8, Albrechtstr. 11(Gartenhaus II). Arbeitsgemeinschaft der kindersreunde Groß-Verlin. Grotz-Berliner Helscrsitznng Sonnabend, 17 Uhr.»Die politische Lage." Ort �'�ftrnVoe tt2Seiftenfee �ficute Fahrt nach de? schwimmenden Jugendherberge am �Serlsee. Deeffpunkt �Ig llh. 5nt°nAtz. Unkosten 2 M. Ru-Zlehr Sonn- lauer Berg. Sonnabend Helferfghrt nach Wolzig. Treffpunkt 10-4 Uhr �Gruppe"Köpenick. Fahrt nach Lehnitz. Treffpunkt Sonnabend, 3. Oktober, 8 Uhr, Bahnhos»üoenief. Ziestsalken 2,00 M., Iungfalken und Rote Folien 3 M. Brot und Butter mitbringen. Schlafsack, Decke und Wolljacke nicht per, gessen. Zurück Montag gegen 18 Uhr. 1 SozialMfcheArbeitcriugendGroß-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur-n da» Iugendsekretartat Berlin SW 60, Lindenstratze s In den nächsten Tagen finden in allen Bezirken außerordentliche Werbcbczirksi-Mitgliedcrvcrsammlungen statt. Zutritt nur mil Mitgliedsbuch. Beachtet die an dieser Stelle erscheinenden Notizen in den nächsten Tagen! Bisher stehen fest:«nbttoztek Preazlauer m"......____ V n'__ in tfU» vP ,>.•<** rrtirh n----------- _ Sonntag, 4. Oktober, 10 Uhr, Seim Willde. nowstr. s.- Werbe bezirk Neukölln: Sonntag, 4. Oktober, 20 Uhr, Saalbaa Bergstraße.—«erbebezir« Tiergarten! Sonntag, 4. Oktober, A Uhr, Jugend. heim Lehrter Straße. Heute, Freitag, 18 Uhr. Werbeaezirksvorü-ndtsitzung der Schlegel, Iagowste. 4b.— Werbebezirk Westen: Montag, 0. Oktober l»>� Uhr. r». et-»„c. e\ti___(T>:„ 4,.„ c OVfnTtAi- IQ Ii. Iffi» i« Zutritt in alle» Mr. «er i-mmlunge» nur mit Mitgliedsbuch! 4° Streichorchester Groß-Berlin: Heute, 20 Uhr. Pflichtprobe im Heim See. Ecke Turiner Straße. t Sondervorstellung der»olksbtihne fir die arbe-tendc Jugend So NU tag. 11. Oktober. 1» Uhr, in der„Volksbühne". Gespielt wirb:„Äowof um In Ich", 3 Akte Schule von Rod. Ad. Stemmte,»arten zu 80 Pf. sind im Sekretariat erhältlich. Abteilungsmitgliedcrvecsammliingcu heule. Ireitag, 191ä Uhr: Attonaplatz: Elisabethkirchsir. 19.—»ällnischer Parkt Waiseuste. 18.— Zcnteum: Landsberger Str. SO.— Hansa: Bochumer Str. 8b.— Moabit I? Waldenserstr. 20.— Moabit U: Lehrter Str. 18—19.— Moabit M- Premrr Straße 09-70.— Hochplatz: Seestr. 84.— Arn-walber Platz l: Rasteuburgor tee: Parkst?. 36.— Anbrcasplatz(Acliete): Brommpstr. 1.— Frankfurter Viertel: Frankfurter Allee 307.— Friedrichshain: Diestelmeyerstr. 3—6.— __ M... MW»________ Fri W». — Dchöncberg I, IV und V: txiauptstr. 13.— Siemensftadt V: 11. Schule.—- Lankwitz: Schulstraße.— Lichterfelbe: Albrechtstr. 14-.— Steglitz Ii! Flemming- straße l4b.— Zehleoberl: Waldschule. Schlieffenstraße.— Marlenbars(R..F.>: Dorfstr. 7.— Nenkölla X: Bergstr. 20.— Baumschulenweg: Ernstste. 16.—' Johannisthal: Rathaus.— Treptow: Elsenstr. 3.— Köpenick B: Dahluntzer Straße.—»arlshorst: Treskowallee 44.— Nen Lichtenoerg: Hauffstraße.— Lichtenberg. Nord:©unterste. 44.— Lichtenberg Nordwest: Dossestr. 22-—< tsbarf: Roonstraße.— Reinickenbors-Ost: Lindauer Straß«.— Sitte»«»: auptstr. 13. Gemeekschaftshans: Köpenicker Str. 92...Wir und die EI?.*— Roientbolec Borstadt: Elisabethlirchstr. 19.„Gemeinschaftserziehung."— Westen: Genthiner Straße 17. ffalleuabend.— Arnimplatz: Sonnenburger Str. 20, Zimoier 4. Sprechchorprobe.— Hallesche» Tor: Porckstr. 11. Funkt iouärversammluvg.— schichte der Arbeitersugend."— Nenkllln WT(Jüngere): Schule Weisestroße. Grünbungsversammlung.— Reukälln IV gende gemeinsame Erklärung:„Nachdem die Berbindlichkeits- erklärung des Lohnschiedsspruchs erfolgt ist, besteht für die Mit- glieder der tarifbeteiligten Bergarbeiteroerbände die sogenannte V e r tr a g s fri e d e n s p fl i ch t, d. h. alle diejenigen, die den wilden Streikparolen freiwillig folgen, können schadensersatzpsllchtig gemacht werden. Die Verbände können auf Grund bereit« vor- liegender Entscheidungen höchster Gericht« bei Verletzung ihrer Ver- tragspflicht zum Schadensersatz herangezogen werden." Tanfabschluß für Handelsarbeiier. Lohntarif unverändert, aber kurzfristig verlängert. Nach zweimaligen schwierigen Verhandlungen ist e» den G«- samtverband gelungen, wieder zum AbschlußderTarise für die Handelsarbeiter zu kommen. Der Manteltarif war vom Arbeitgeberverband im Berliner Einzelhandel zum 30. September gekündigt worden, der Lohntarif automatisch am 2. Oktober abgelaufen. Die Forderungen der Einzelhandeisunternehmer hinsichtlich der soziale» Bestimmungen des Manteltarifcs liefen in der Hauptsache auf eine Kürzung des Urlaubs und die vollständige Bejeitigung der Tarisbestimmung über die Zuschußzahlung in Krankheitsfällen hinaus. Der Gesamtverband hatte eine Anzahl von Gegen forde- r u n g e n aufgestellt. So verlangte er in erster Linie eine klarere redaktionelle Fassung verschiedener Tarifbestimmungen, die zu Streitigkeiten Anlaß gegeben haben. Weiter fordert« er eine E'xtrabezahlung der Schichtarbeit in der Zeit von 22 bis ö Uhr und die Berechnung der Ueberitundenbezahlung nicht nach der 48stün- digcn Wochenarbeitszeil, sondern nach der täglichen Arbeitszeit von acht Stunden. Die ersten Partetverhandlungen verliefen ergebnislos, weil die Unternehmer keine klare Antwort gaben auf die Frage, welche Stellung sie zum Neuabschluß des Lohntarifes ein- nehmen wollen. Die Unternehmer erklärten lediglich, daßähre Entscheidung in dieser Frage im wesentlichen von den Beschlüssen der Spitzenorganisationen der deutschen Unternehmer abhänge. In der zweiten Berhandlung konnte aber schließlich eine Einigung er- zielt werden, nachdem sich die Unternehmer bereit erklärt hatten, den alten Lohntarif unverändert zunächst bis zum 31. Oktober d. I. zu verlängern. Gleichzeitig nahmen sie von ihren weitgehenden Abbauforderungen A b st a n d. Es wurde lediglich eine Vereinbarung getroffen, die eine andere Regelung der Zuschlagszahlung bei Krankheit vorsieht. Ueber alle anderen Streitfragen wurde ebenfalls eine Einigung erzielt. Der Mantel- tarif wurde mit diesen geringen Aenderungen bis zum 31. Dezember 1932 neu abgeschlossen. Die Versammlung der im Gesamtoerband organisierten Handels- arbeiter am Mittwoch im Gewerkschaftshous erhob gegen den Ta- rifabschluß auf dieser Grundlage durch die Berhandlungskommission keinen Widerspruch. Auch Gehaltsabkommen verlängert. Dom Zenlralverband der Angestellten wird uns milgeleilt, doß der Arbeikgcberverband für den Groß-Berliner Einzelhandel beschlossen hat, das Ulllmo September d. 3. ab- gelaufene Ge hall» abkommen für die im Einzel- h aa''AnMkNYÄi�Hk� zM.M Vklvber�d-�. u n v e?-- Sud e t k zü ff e r l fl n t � Stillegung von Stock-Marienselde? Sämtliche Angestellten gekündigt. Die bekannte Waschlnensäbrik R. Stock u. Eo.. Warten- selbe, hat am 30. September allen ihren Angestellten— weit über 300— dte Kündigung zugestellt. Eine Erklärung, die stichhaltig wäre, ist der Lelrieb-verlrelung. die sofort bei der Lelriebeleitung vorstellig wurde, für diese Maßnahme nicht gegeben worden. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß den Kündigung«« die Absicht zugrunde liegt, die Fabrik stillzulegen. Konflikt in den Speichereibeirieben. Auf jeden Fall Abbau. Der Arbeitgeber-Berband der Berliner Speicherei- und Hafenbetrieb« hat dem Gesamtverband den Manteltarif für die gewerblichen Arbeiter Zum 30. September gekündigt. Der Arbeitgeber-Berband, dem die Berliner Hafen» und Lager- haus AG.(Behala) als größtes Unternehmen angehört, fordert neben der Festsetzung einer beweglichen Arbeitszeit zwischen 40 und 48 Stunden in der Woche einen wesentlichen Abbau der sozialen Bestimmungen des Manteltarifs. B«rlangt wird z. B. der Abbau der Zuschläge für Ueber-, Nacht- und Sonntags- arbeit sowie der Abbau der Urlaubs- und Krankenlohnbestimmun- gen. Die Abbauforderungen sind nicht gerade bescheiden zu nennen, denn ihre Verwirklichung würde ejne Verminderung des Urlaubes und des Krankenlohnes um die Halste und der übrigen Bestimmun- gen de« Tarifvertrages bis zu V Proz. bedeuten. Der Gesamtoerband fordert dagegen die V e r l ä n g e- r u n g des alten Tarifvertrages bis zum 31. März nächsten Jahres. Verhandlungen haben bisher Zu einer Annäherung nicht geführt, weil der Arboitgeber-Aerband an seinen Forderungen hartnäckig festhält. Der Konflikt ist insofern noch von besonderer Bedeutung, als durch ihn auch die dienstälteren Arbeiter der Behala betroffen' wer- den, deren Arbeitsbedingungen durch«in Sonderabkommen geregelt sind, und zwar günstiger al« für die übrigen Speichereiarbeiter'. Allerdings wird die Rechtswirksamkeit dieser Kündigung vom Ge- samtverband bestritten. Mit der Kündigung des Sonderabkommens beabsichtigt die Behala die Beseitigung des Abkommen«.'' MassenarbeitslosigkeitundLteberstunden Auf der Baustelle Fasanenstraße Ecke Kurfürstendamm.„K a- borctt Wunderland", führt die Firma Juntersdorf die Stuck- und Rabitzarbeitcn aus. Trotz der langandaltenden großen Arbeitslosigkeit, unter der gerade die Kollegen dieser Gruppe zu leiden haben, werden hier nicht nur von den Stukkateuren und R a b i tz e r n ,- sondern auch von anderen Bauhandwerkern, Zimmerern, Malern usw., U e b e r st u n d en. g e'm a ch t. Es wäre notwendig, daß das Hewerbeaufsichtsamt hier eingreift. Die Organisation wird die Kollegen für ihr unsolidarisches Ver- halten ihren arbeitslosen. Kollegen, gegenüber ,mr Verantwortung ziehen und Mittel und Wege finden, um die Firma, mit der sich ja schon die Schljelitungskommission beschäftigen mußte, zur Ein- jaltung des Torifveztrqg«« zu zwingen, was auch ür die.in. Angriff�genommener�Kirchenarbeitcn. zutrifft.,. Deutscher Bäugewerksbund, Bäugewerkschaft Berlin. Bei Trumpf Reaktion Trumpf. Kampf gegen gesetzliche Bstricbsvertretung. Bei der bekannten Schokoladenfabrik Trumpf in Berlin- Weißensee hat sich die freigewerkschaftlich organisierte Arbeiterschcrst bisher immer vergebens bemüht, eine Betriebsratswahl nach den gesetzlichen Vorschriften durchzuführen. Alle diese Bestrebungen wurden immer von der Firma durchkreuzt. Tmal ist deswegen der Verband der Nahrungsmittel- und Getränke» arbeiter und das zuständige G c w e r b e a u s s i ch t s a m t bei der Firma vorstellig geworden. Die Firma ließ von chren bisherigen Methoden nicht ab. Nach wie vor war die Arbeiterratswahl Gegen- stand von Verhandlungen, wenn der entgegen den gesetzlichen Vor- schriften vom Personalchef Becker zusammenberufene Wahl- ausschuß seine Instruktionen erhielt. Die um ihre gesetzlichen Rechte gebrachte freigewerkschaftliche Arbeiterschaft erstarkte aber im Betriebe mehr und mehr. So wurde die in diesem Jahre wieder ungesetzlich durchgeführte Arbeiterrats- wähl durch die im Verband der Nahrungsmittel- und Getränke- arbeiter freigewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft aus dem Klagewege angefochten. Erst vor dem Arbeitsgericht bequemte sich der bisherige von der Firma protegierte ungesetzliche Arbeiterrat, der aus Stahlhelmleuten und Nazis zusammengesetzt war. zurückzutreten und einer gesetzlichen Wahl nicht mehr im Wege zu stehen. Das paßte der Firma aber durchaus nicht. Aeußmmgen det Unzufriedenheit mit den verschiedenen Kandidaten der inzwischen eingereichten gewerkschaftlichen Liste ließen vorahnen, daß die Firma nicht gewillt ist, eine gesetzliche Wahl ungestört zu lassen. Nach der Bekanntgabe der Kandidatenliste wurde daher auch unter dem Vorwand, es seien politische Reden gehalten worden, der freigewerkschaftlichc Spitzenkandidat von Herrn Becker gemaßregelt, d. h f r i st l o s entlassen. Man gestattete ihm nicht einmal mehr den Zugang zu seinen Sachen. Einem anderen freigewerkschaftlichen Kandidaten werden fortwährend Streiche gespielt, über die er stolpern soll. Bei den von ihm zu ver- arbeitenden Schokoladenbrocken lagen wiederholt schmutzige Putz- läppen und Staniolabfälle, die er glücklicherweise vor dem Ein- j schütten in die Maschine sah und herausnehmen konnte. Wenn die Firma Trumpf glaubt, daß sie mit dieser Art gegen Arbeiterschaft und Gesetz zu kämpfen, Sympathien erntet, so irrt sie sich grünblich. Die Arbeiterschaft im Betriebe Trumpf jedenfalls wirb sich auf keinen Fall von der Stimmzettelabgabe für die freigewerk- schaftliche Liste abhalten lassen. Die Wahl wird trotz aller Schikane unter Führung der Gewerkschaft durchgeführt werden! Neuabschluß in derKartonnagemndustne Der Streit um den Neuabschluß des Tarifvertrages für die Arbeiter der deutschen Ka r.to n na g e n i n du str i e ist nach langwierigen Verhandlungen durch einen Schiedsspruch bei- gelext worden, den beide Parteien angenommen habe». Dieser Schiedsspruch erfüllt zwar nicht die sehr hochgeschraubten Abbau- forderungen der Kartonnagenfabrikanten, trägt aber ebenso wenig den Forderungen der Arbeiterschaft auf Beibehaltung der bishe«Lkn.LMsbchinMMgp�ZIechnuflg.,„,.., ,,,, : Die Unternehmer verlangtey. besonders in der Fer ien,fr.a.tzff und hinsichtlich der Lohnregelung der Fach arbeite- rinnen ganz erhebliche Abstriche. Neben diesen Forderungen lief noch die auf eine allgemeine Herabsetzung sämtlicher Lohne einher. Durch den Schiedsspruch wird der alte Manteltarif mit einer. Geltungsdauer bis zum 30. September 1932 wieder in Kraft gesetzt, jedoch mit einigen Verschlechterungen, wie zum Beispiel der Urlaubsbestimmungen und der Fcrienbezahluug. Das Lohn- abkommen wurde zunächst über seinen Ablaufstermin am 14. August hinaus bis zum 1. Oktober verlängert und vom 1. Oktober bis zum 14. Januar 1932 mit der Maßgabe, daß ab 2. Oktober d. IL der Spitzenlohn der Facharbeiterinnen nicht mehr 63 Proz., sondern nur noch 60 Proz. des Lohnes der männlichen Facharbeiter beträgt. Für Berlin. Dresden. Seifheunersdorf und Muskau tritt.die Neuregelung der Spitzenlöhne de? Facharbeiterinnen erst am 15. Januar nächsten Jahres in Kraft. Ltm die Arbeitszeit in der(Schwerindustrie. Eine Untersuchung und ein Schlichtungsverfahren. In der nächsten Woche, vermutlich am Donnerstag, 8. Oktober, werden Vertreter des preußischen Handelsministeriums und des Reichsarbeitsministerium im Ruhrgebiet Untersuchungen über die Arbeitsvorgänge und die Arbeitsweise in den Hüttenbetreben ait- stellen, deren Auswertung in einer anschließenden Konferenz mit den Unternehmern und den Gewerkschaften erfolgen wird. Der Deutsche Metallarbeiter-Verband hat beschlossen, die Regelung der Arbcitszeitfrage dem Schlichter zu übertragen. Die Verhandlungen darüber sinden in der übernächsten Woche statt. Be- kanntlich hat sich der DMV. an der zwischen den Unternehmern und den übrigen Gewerkschaften abgeschlossenen Vereinbarung nicht beteiligt. SPD.' Buchdrucker! Wichtig« Fraitionssttungen sn folgend«« Be-' ,ir!cn: 1. Bezirk Montag, 8. Oktober. 18 Uhr, im Bczirksvsrsammlung,. lokal: 2. Bezirk Sonnabend, 8. Oktober, 10% Uhr, bei Oullm Sachse, Lindowcr Straße sgegcniiber Bahnhof Wedding)! 4. Bezirk Sonnabend, 8. Oktober, 18 Uhr, bei Eerpke, Kronprinzen» Ecke Scharnweberstraße! 8. Bezirk Sonnabend, 8. Oktober, 13% Uhr. hei Schdnemanv, Oranien» straße 180! 8. Bezirk Sonnabend, 8. Oktober, 20 Uhr, bei Nußki, Her. inannstr. 78. Vollzählige» Erscheinen erwartet Der grultionsoorstand. f Freie Gewertschafts-Iugend Berlin Heute, 18% Uhr, tagen dje Kruppen! Udlershaf- Gruhpeichrim Adler». Hof, Bismarikstr. 1. velmbosprächung, Liederabend.—»ordrldg: Bu- gsndheiin, Schul- Sounenburgrr Str. 20. Heimbesprechung. Bceband». buchkontrove.— ScUilckenBorbOIl: IuacndheüN Ltndaucr Straß- sBaracken). Heimbesprcchuna.— Slldc«! Nugeiidheim?Sass°rtorstr.'8. Seimbelprechitna, Schachlchrabend.— Th-rl-tteuburg! Jugendheim Svreestr. 80. Heinibesprechung, Brettspiele. Scppclinplag: IUgcnddciui Turinec Ecke Scesiraße. Szim. besprechung, Brettspiele.— Spandou. Wilhelmstadt! Jugendheim Spmzrlaß ö-cburg-r Straße.— Ara-walder Plaß: Pasteurstr.+4— to sOberrcalschule).— vermal, uplah: Iugendlicigi Sanderstr. U, Ecke. Hodrechtstroße. H' Liederabend.— Reukäln! Iuaendheim Sand»rstr. 11, Eck« vobr«! besprechung, Li-derab-nd,— öugendvoritellung der Voll-bllhne äni II. Oltober ............." ,»f i' Zeppelinplag! Jugendheim Turinec Ecke Seestraßc. H'zim- ilpiele.— Spandau. Wilhelmstadt! Jugendheim Sporivlaß „____....--«euawalder Plag! Pasteurstr.•)■(—«T sOberrcalschule).— Hermaunplag! Äugendheisn Sanderstr. 11, Ecke Hodrechtstroße. Hcimbesprechung, Liederabend.— Reukälln! Jugendheim Band«rstr. 11, Eck« Hobrechtstraße. Heim. bcsprechung, Li-herab-nd,— öugendvorstellung der Volksbühne am 11. Oltober im Theater am Blllowplaß. Zur Aussiihrung gelangt:„Kampf um Kitsch". Karten' zum Preis« oon 80 Pf. sind In der Iugendzentrale erhältlich, Znaendql'uppe des Zentralverbondes der Angestellten f Heute, Zreitag. finde» folgende Veranstaltunge» statt! Südwest! Kv. gendheim Porckstr. II<2. Haf, Ouergebäude, 1 Treppe, Zimmer />>. Arbcitagemetnschafl!..Einführung in dl« sozialistisch» Gedankenwaft". Leiter: Baciu.— Heute tagt die Berliner Druckerei- und Berlagsgefellschast m. b. H. uon 20 bis 22 Uhr im Jugendheim Ebertystr. 12.— Karten für dl«'Jugend- Vorstellung der Volksbühne am Ib. Oktober sind noch im gugendfekretarfat zu .haben. � Bilder«on> Reichsiugendtag zum Preise von it Pf. pro Stück»nnen beim Zugendsekretarlat bestellt werden. G '.Hhhs Qoslar: 3)lß DtS�ßCtlC Der Riescnkonzcrtsaal eines internationalen Knrartcs. in dem sich im Herbst aus allen nordischen Ländern die Menschen zu- sammcnfindcn, die, in ihren Heimatorten fröstelnd, den Sommer noch um einige Wochen verlängern wollen, noch etwas Sonne suchen in einem milden Klima, das ringsum in betäubender Pracht schwere blaue Trauben und dunkcwiolcttc Feigen imnitte» von Lorbeer und den legten Ausläufern südlicher Palmcnhainc prall und süß reifen läßt. Tagsüber fitzt man blinzelnd und behaglich in der Sonne am Ufer des wild dahinstürmenden Gebirgsflusses oder steigt behutsam auf die sonst oufwärtsführenden Wege zu alten Burgruine». Des Mends aber, wenn die Nebel über den Bergen schwer und wuchtig liegen oder bei klarer Lust von den höchsten Spitzen ein paar Lichter wie die erleuchteten Kabinen einer gewaltig großen, sehr hoch schwebenden Lnstschiffsgondel funkeln, spürt man auch hier den Herbst und sitzt in dem Musiksaal, den man in einer Orgie von Stil- und Geschmacklosigkeit zu einem unglaubhaft häßlichen Mittel- ding von Kirchweihstätto und Prunksaal ausgestaltet hat. Hier sitzen die selbstsicheren Amerikaner, die flinken, sprühend lebhaften Italiener und all die vielen anderen Kurgäste einträchtig beisammen. Noch den hcrb-snßen Geschmack der ausgepreßten Kurtrauben auf der Zunge, deren Saft man aus violetten Gläsern schlückchenweise ge- trunken hat, wartet man auf die Genüsse, mit denen das Orchester einem den Abend verschönern soll. Die ersten Klänge ertönen, und nian gibt sich gern und willig der Dirigentcnkunst eines Enkels unseres großen Liszt und dem Spiel seiner geschulten Kapelle hin. Irgend etwas zwingt mich, der ich in der ersten Reihe— ein Zufall— sitze, die Spieleichen näher anzusehen. Wie sehen die Menschen aus, die einen« internationalen Publikum, zum Teil von jenseits des Weltmeeres gekommen, hier im protzigen Rahmen dieses Festsaales die Schönheit der Klangwelt italienischer und deutscher Meister erstehen lassen sollen?' Man erschrickt beim Hinsehen über den Kontrast von Musikern und Publikum. Unten im Saale ein mehr oder weniger sonnengebräuntcs, gut bürgerliches, ja vielfach betont elegantes Publikum. Oben auf dem Podium eine Schar schlecht und dürftig gekleideter Menschen Man sieht den Anzügen, den Strümpfen in ihrer grellen Scheineleganz die billige Herkunft an: die«chnhe sind— sieht man scharf zu— abgetragen, die Garderobenstücke passen nicht zueinander, sind zwangsläusig so zusammengestellt, daß man sie gerade noch tragen kann. Man sieht viel vergrämte, ver- sorgte Gesichter. Seht den Baßgciger dort mit der hohen Stirn und dem hageren zerwühlten Gesicht eines aszetifchcn Priesters. Seine Augen haben schon viel geweint, und die Mundfalten sind furchtbar scharf. Auch die jungen unter den Musikern haben ernste Augen: einige sind früh ergraut. Doppelt rührend wirkt das, wenn dazu noch große im Erstaunen stehen gebliebene Kindcraugen kommen, die. sprechend berichten, wie hier Menschen als Künstler einst enthusiastisch Großes erträumt und doch im Kleinen stecken geblieben sind, immer im Kampf um das bißchen trockene Brot. Das Herz krampst sich zusammen, wenn man denkt— süß und melodiös schmeicheln sie gerade ihren Geigen Mozartschc Klänge ab!— wie diese Menschen angstvoll sich an diesen Posten, an diese Gnade, zweimal täglich vor diesem satten, zufriedenen Publikum als Abendzerstremmg spielen zu dürfen, klammern: beneidet und vielleicht auch belauert vom vielen, denen dieses Glück nicht wurde und die mit Gier sich'auf den ersten Sitz zu Dutzenden stürzen würden, der in diesem Orchester— wehe, wenn einen Krankheit oder Mut- losigkeit befiele!— frei würde. Gibt er auch nur karges Brot, es ist doch ein Arbcitsposten! Man sitzt und trinkt die Melodien von„Zaubcrilötc" und „Figaro" in sich hinein und gleichzeitig sieht man vor sich, wie der Alltag dieser Männer sein mag, deren Instrumenten wir lauschen. Die kleinen Stäbchen, in denen sie mit den ihren hausen, das primitive Mahl, der verzweifelte Versuch, zwischen den Proben und den Spielzeiten irgend etwas nebenbei, sei es durch einfachste Hilfe- leistung, sei es durch Nachtarbeit, zu verdienen, um sich halten und noch einigermaßen standesgemäß als Künstler kleiden zu können. Am Abend fallen dann diese Nichtigkeiten des Daseins, alle Sorgen und Hetze sür ein paar Stunden ab. Man lebt auf in der Ein- ordnung in eine Schar, die ganz in einer schönen Welt aufgeht und träumt: man schindet sich nicht mehr ums Brot— man ist Künder und Wiedererwecker großer Meister der Töne. Nur die schweren Sorgenfcllten um den Mund, nur die Furchen in der Stirn bleiben— und die abgetragenen, ängsllich geschonten Schuhe. Aber die Musiker wissen nicht davon. Sic sitzen im grellen Licht aus dem Podium im Kreuzfeuer der Blicke eleganter Frauen und gc- bräunter Männer aus den Rängen und dem weiten Parterre des hohen Riesensaals und lassen aus ihren Geigen das wieder jubelnd aufklingen, was vor IVO Jahren ein Genius Mozart vorsang. » s. Richards:„3)as ist die See!" Vor Doggerbank! Von Terschclling her singert ein Leucht- seuer herüber. Der Kutter„8. 117" und eine Flottille anderer Fischdampfer umspannen im weiten Haibruno den Fanggrund. Zum ersten Male nach dem Kriege! Ein grimmer Nordwest hat sich aufgemacht. In der Dünung schlingert der Pott wie eine kranke Seekuh. Im Mannschaftslogis. unter der Back, wälzen sich die Schlafenden unruhig in ihren Kojen. Ein schwerer Geruch liegt im Raum von geteertem Seezeug, nassen Stiefein und Pfeisenqualm: allen erschwert er das Atmen. Das Röcheln der Schlafenden mischt sich mit dem gluckernden WMcr in den SpanM zu eigenartiger Melodie. Von der Decke herM-i&idelt die schwelende Lampe wie«in trunkener Nachtwächter''' Sieben Glasen! Der Wachmann fällt zur Tür herein:„Hei ho. klar zum Manöver!" Er muß von der Brücke her wecken kommen. Nachts, bei schwerem Wetter, wenn hinter jedem Schritte das Meer gähnt, ist das ein gewagtes Stück Albeit. Selten bleiben oabci die Knochen heil. Zweimal muß der Wachmann unter die Back. Wütend flucht er im Logis:„Schietkerls, verdammte, wollt ihr ab- saufen? Wasser im Schiff!" Das hilft. Schnell aus den Kojen, das Oclzeug! In der Dunkelheit tappen wir auf die Stationen und hören dabei den Alten in allen Sprachen der Erde fluchen, ein herrliches Lied! Das Schiff hat schweren Ruderschaden! Schneetreiben herrscht an Deck. Auf der Brücke versuchen si.'. Signale auszusenden. Aber aus nächtlichem Dunkel blitzt nirgends Antwort. Die Schiffsposition ist nicht zu halten. Bei den fortwährenden Kreuzseen beginnen wir querab zu treiben und müssen Fieibanker setzen. Riskante Sache in solchen Zeiten! Noch immer ist die Nordsee von Minen verseucht. Der„Ankervormann" wird doppelt besetzt. Die Deckkulis haben sich an den Wintschen fest- gebunden, damit die Blander sie nicht mit über Bord nehmen. Auf der Brücke morsen sie immer noch! Sturm peitscht die Wogen. In gewaltiger Dünung atmet das Meer. Wie ein Ball wlrd der Kutter hin und her geworfen. Große Brecher schlagen brcitschiffs auf das Deck. Der Eimer ächzt und stöhnt in allen Nähten: er muß in der Dünung gehalten wer- den. sonst schlagen die Sturzseen ihn vollends auseinander. Da....!'Die Zlnkerleincn straffen sich. Der Steuerbord? vormann schreit. Niemand hört chn auf der Brücke. Vergeblich b'.üllt er sein« Meldung in die Nacht hinaus:„Treibanker fest!" Nochmals tönt das Brüllen. Der Sturm frißt die Worte. Keiner kommt schnell genug von den Wintschen los. Eine furchtbare Deto- nation im Achterschiff....! Wie ein scheuendes Roß bäumt sich der schlingernde Kasten empor. Das 5)eck türmt in den nacht- schwarzen Hinimel hinein. Eine Riesenwoge schwemmt alles hin- weg. Wir sind auf eine Mine gelaufen! * Schwarz ist die See. Ich treibe in einem tosenden Wasser- kessel. Irgendetwas schlägt mir hart a» oie Schultern. Etwas Dunkles, Undefinierbares. Ich fasse zu... Holz! Mit beiden Armen umklammere ich den Balken. Eiskalt ist das Wasser jetzt im März. Die Kleider hindern jede Bewegung. Die Gedanken quirlen dumpf im Schädel: es ist eine Ohnmacht im Hirpkasten. Kein Ziel. kein Wohin! Ich schreie in die Nacht hinein. In der feuchten. kalten Atmosphäre dieser Wasserschluchten leben die Töne nicht lang». Kaum geboren, verhallen sie schon wieder. Ungchört! Ein Gesicht taucht neben mir auf. Dort— ich seh- es ganz deutlich. Ein Arm, Haare! Jemand saßt nach dem Holz. Wir sinken. Ist das der Tod? Jetzt ist das Gesicht nahe bei mir. Der Kesselbums der Wache! Jim. Auch er ging über den Stag. Kein Wunder be» ihm: er hatte schon immer die verteufelte Neigung, im Suff unter Wasier j zu leben. Wir krollen uns fester» ins Holz. Im irrlichternden Feuer der Wogenkämme sieht der Kamerad wie ein Toter aus ober er lebt. Ich höre seinen keuchenden, stoßweisen Atem. Dos Wasier klatscht mit unbarmherzig harten Schlägen ihm ins Gesicht. Ja. sa. das rst die See, dieses gierig-geile Ungeheuer. Wie eine Hure umbuhlt sie unser Leben, um die. Todesschreie Bersinkeuder gluckernd mit hurab zu nehmen. Das ist eine jener Huren, die man schaudernd von sich stößt, um sich dort immer wieder nach ihr zu sehnen. Wir müssen lange treiben. Die verkrampften Hände sind steif und gefühllos. Jim hängt nur noch mit einem Zlrm am Holz. Wie ein Stint wendet er sich in der Strömung. Manchmal höre ich noch fein stoßweises Atmen. Ich fühle, wie er mich anglotzt: erschreckt, glucksend, hilfesuchend. Welch grliselig« Natürlichkeit ist doch in all solchen Dingen! Der Sturm reißt die Wolkenbänke auf. Ein« matte Helligkeit ist über den Wassern. Das Meer schimmert wie silberner Brokat. Mein Kamerad ist fort! Abgetrieben! ldje See geliebt: daran ginA»«r zugrunde. Auch ein Kondattlere des Lebens, der in einer einzigen Stunde verschenkte, was die Reeder nur zu plündern vermögen: Für 120 Mark 5)euer— ein ganzes Leben! Das Blut pocht heiß. Die Kälte kommt dem Herzen näher. Wenn sie sich erst hineingefressen haben wird, ist es vorbei Ich kann ihr nicht entweichen. Gegen dos fressende Ungeheuer Hilst weder Fluchen nach Schreien. Sie werden auch für mich die Heuer sparen! -Die Gedanken sind weg. Alles ist ausgelöscht. Wo bin ich? Dort... was ist das? Licht...? Es fingert über die Wogen- kämme. Jetzt ist es weg. Sinnestäuschung! Da.. dort.. wieder Licht. Wie es tastet, sucht! Neben mir, vor mir. ganz vorn! Träume ich? Wen suchst du? Ich kann nicht schreien. Das Wasier klatscht mir ins Gesicht und gurgelt den letzten Fluch in die Tieie. Ich will winken. Die Arme sind steif ums Holz geklammert. Das Licht ist weg! Ein Wellental, der letzte Hoffnungsschimmer ist er- loschen! Da.. jetzt bin ich mitten drin in diesem wärmenden Weiß einer fernen Sonne. Das ist das Leben! Es blendet. Ich schließe die Augen, öffne sie wieder. Das Licht ist noch da. Ein« Sirene... Rufe! Ick) sacke weg! Ein Tender hat uns aufgefischt. Den taten Kameraden und mich. Das ist alles, was vom Eimer übriggeblieben ist, was wir mit heimbringen vom ersten großen Fischzug nach dem Kriege. Der Reeder wird klotzen, wenn wir so nackt nach Ijausc kommen! Die See ist ruhig. Ich hör« den Wind über die Wellen hinweg singen. Wenn wir einlaufen, warten Lazarett— und Leichenwagen an 0er Pier, Galakutschcn heimkehrender Seeleute. Nun ja, so ist das Leben!- Kranken- oder Totenschein— es sind die Endresultate' „Hei ho, Kamerad, wir steuern die Küste an!" Qufiar'Junghans: 'Wege mu 3£immel und Jf ölle Zwei Männer wanderten einmal ihre Straße. Der eine, ein Frommer, hielt den Blick demütig auf seine großen sandalenbekleideten Füße gesenkt, in tiefe Betrachtungen verloren. Und nur von Zeit zu-Zeit wandte er sich mit den Worten:„Laß ab, o mein Bruder, von der Leichtfertigkeit!" an seinen Begleiter. Dieser, der andere, ließ seine Blicke lebhaft hin und her gehen und quittierte jeden empfangenen Eindruck mit viel Temperament. Er geriet in ausgelassene Bewunderung über einen vorbeiwehenden Schmetterling und stieß, wenn er über einen Stein stolperte, heftige, geradezu patriarchalisch formulierte Flüche aus. „Laß ab von der Leichtfertigkeit, o mein Bruder!" sagte der Fromme wieder.„Bedauernswerter Nöhlpeter!" murmelte der temperamentvolle Mann und versenkte sich in den Flug einer Schwalbe. .Endlich kamen sie an eine Stelle, wo der Weg sich teilte. Auf der einen Seite ging ein schmaler Weg ab. öde und steinig, auf der anderen Seite öffnete sich ein breiter, von Bäumen eingefaßter Weg. der durch eine herrliche Landschaft führte. „Dies ist der Weg zum Himmel", sagte der Fromme und deutete auf den schmalen, steinigen Weg. „Alles, was recht ist", antwortete der Temperamentvoll«,„aber er sieht gerade nicht so au?!" „Weißt du Unglücklicher nicht, daß der schmal« Weg zum Hinimel führt und jener breite, wollüstige zum Verderben, zur Hölle? Komm, geh mit m,r den schmalen Weg und bedenke, welch köstlicher Loh» mifer im-Himmel harrt."...... Der Temperamentvolle besah sich den schmalen Weg nnd besah sich den herrlichen breiten Weg und sagte: „Wenn die ganze Schönheit dieses breiten Weges nur zu dem. kläglichen Zweck zusammengetragen sein sollte, die Menschen zu soppen. dann wäre dos, entschuldige, ehrwürdiger Frommer, ein etwas umständliches und schäbiges Verfahren." „Verlaß dich daraus", sagte der Frowine eifrig,„der breite Weg führt zur Hölle." „Also gut", sagte der Temperamentvolle,„dann führt er eben zur Hölle. Aber wenn ich diese Schönheiten alle genossen habe, weiht du, und ich muß danach unbedingt in die Hölle— nun gut, dann werd' ich unter einigem Protestgeschrei den Genuß bezahlen." „O, über die verblendeten Seelen der Sündigen!" klagte der Fromme und machte sich auf den schmalen Weg Und in seinem Kummer über die verlorene Seele seines Kameraden mischte sich etwas Acrgcr darüber, daß er nun den schmalen Weg allein gehen mußte. Der temperamentvolle Mann aber ging den breiten Weg der Schönheit. Idyllische Täler wechselten ab mit mächtigen Felsen, und im Sonnenschein wohlig ausgestreckte, schimmernd grüne Landschaften lagen zu Füßen seuchthauchcnder Wälder. Der Maim saugte das Glück mit allen Poren aus und sagte einmal, als er mit einem Mädchen im Grase lag. faulenzte und küßte:„Das muß man gc- stehen, die Hölle tut etwas für ihre Kundschaft!" . Kurz darauf hatte er die 5)ölle mit allem Drum und Dran ver- gessen.— Der fromme Mann ging, wie gesagt, den schmalen Weg Ging und ging. Auf spitzen Steinen trat er sich die Sandalen durch. Ein grauer Regen rieselte auf sein Gewand, und der fromme Malin klapperte vor Frost. Es war eine furchtbare Quälerei. Er war schon ein paarmal gestolpert, und zu den Anstrengungen des Weges kam noch die Anstrengung, die das 5)inunterschlucken aufsteigender unhciliger Reden bereitete. „Wie herrlich", sagte er,„wie herrlich wird mir der himmlische Lohn schmecken!" Und er lächelte zum Himmel emporblickend. Sein Lächeln wurde dadurch unterbrochen, daß er über einen Dornenstrauch stolperte, fiel und sich ein Auge ausstieß. Beinahe hätte er geflucht. „O", sagte er dann, noch etwas undeutlich sprechend,„o, der Hiimnel muß etwas Gewalliges mit mir vorhaben!" Und er ging weiter den Weg über Umwege und Widrigkeiten. Immer mehr kam der fromme Mann herunter. Hinkend und stöhnend torkelte er weiter. Die Sonne knallte nun auf chn herab, und er war wund vom Kopf bis zu den Füßen. Endlich kam er in einem großen Bogen um eine Felswand herum, an der geschrieben stand:„Zum Himmel!" Und er sah eine paradiesische Landschaft in strahlender Frische vor sich.„Nun bin ich da!" seufzte er glückselig und ruhte sich auf einem Hügel aus. „Wie schön", sagte er, olles betrachtend,„vielleicht würde ich die Schönheit noch mehr erfassen können, wenn ich mir nicht das eine Auge ausgestoßen hätte. Aber wahrscheinlich sehe ich so alles noch verklärter!" Unter den Bäumen sah er ein seliges Paar sitzen, eng um- schlungen. „Nanu", dachte er,„ist denn das im 5)inmmel gestattet?" Aber da fiel ihm ein, daß sich im Himmel schließlich ja nur Seelen auf- halten und somit das Moment unanständiger Wollust m Fortfall käme. Und als er das Paar mit großer Bertiefung in die Sache sich lüsjen sah, spürte der Fromme sogar ein ganz angenehmes Ge- fühl von'S-iligkeit. „Ich selbst", sagte er,-„bin zwar zu kaputt, um ein Mädchen in den Arm nehmen zu können. Aber es ist schon eine Freude zu» zusehen. Bielleicht ist auch dieser Genuß reiner und verklärter." In diesem Augenblick drehte sich der Mann neben dem Mädchen um, und zu seinem grenzenlosen Erstaunen entdeckte der Fromme. daß das sein Kamerad war, der in die Hölle gehen wollte. Und mit großer Würde erhob sich der fromme Mann, ging auf den anderen zu und sagte: „Wie kommst du hierher?" Auch der andere erstaunte: „Ja wie kommst du denn hierher? Ich denke, du bist im Himmel?" „O. über die Verstocktheit tauber Seelen", sagte der fromme Mann mit. großer Entrüstung,„dies ist der Himmel, da hinten steht's angeschrieben!" Der fröhliche Mann überlegte und sagte: „Tjck, weißt du, ich glaube, dann bin ich den direkten Weg gegangen!" Der fromme Mann mußte sich einen Augenblick setzen, so sehr war chm die Erkenntnis in die Glieder gefahren. „Dann", sagte er,„dann bin'... dann. bin... ich... also durch die Hölle gegangen??!!" „Scheint so", bemerkte der fröhliche Mann. Der fromme Mann holte tief Atem. „Bermesscncr", zürnte er dann,„dann gehe jetzt sofort in die 5)ölle, damit alles wieder feine Richtigkeit hat.!" Der fröhliche Mann hob den Zeigefinger an die Stirn, fetzte sich wieder zu dem Mädchen, küßie es und hotte Himmel und Hölla vergessen. Der fromme Mann ober war in Trauer. Denn, groß ist der aufrichtige Kummer eines Frommen, wenn er einen Sünder ficht. Aber noch größer und noch aufrichtiger ist der Kummer des Frommen, wenn er sieht, daß dieser Sünder absolut nicht m sein Verderben gehen will. Süßwasser im Meere. Es ist bekannt, daß das ans den Mün- düngen der großen Ströme hervordringende Wasser das Meer oft auf viele Meilen verfärbt und Trcibkörper weil in die See hinaus entführt. Weniger bekannt dürfte hingegen die interessante Tatsache sein, daß es Stellen im Meere gibt, die unter Umständen völlig unvermischtes süßes Wasser hergeben. Bor der Mündung des Columbia Rivers, Oregon, ist die Besatzung des Feuerschiffes, das drei Seemeilen von der Küste entfernt verankert liegt, an stillen, ruhigen Tagen bei starker Ebbe imstande, von Deck aus mit Eimern Wasser� aus dem Meere zu schöpfen, das so süß und wohlschmeckend ist, daß man zum Trinken benutzen kann. Dieses Süßwasser breitet sich in Fächerform, deren Spitze in der Mündung liegt, über die Oberfläche des Meeres aus, reicht indessen nur etwa drei Fuß tief. Wenn der«chöpseimer sintt, bringt er bitteres, salziges Meer- wasier in die Höhe. Außer dem Columbia River gibt es nur noch wenige Ströme, deren Wasseroolumen ausreicht, um sich weit in die See hinaus frisch zu erhalten. Eine Ausnahme macht der Ama- zonenstrom. Das Wasser dieses gewaltigen Flusses ist bis auf zwanzig Seemeilen von der Mündung noch völlig süß. Es ist vor- gekommen, daß Schiffe an Stellen vor der Mündung, die außer Sicht des Landes logen, ihre Fässer mit Süßwasser gefüllt haben. Ein» der neuesten Laumalerialien sind Mauerstein? ans Glas- rnaffe, die so eingerichtet sind, daß in jedem Stein eine kleine Glühlampe angebracht werden kann. Diese leuchtenden Stein« werden für Gesims«, Säulen und dergleichen benutzt und geben einen sehr wnckungsvollen Eindruck......... 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Pfd. 0,05 Rotkohl................. Pfd. 0,05 Rosenkohl........... 2 Pfd. 0,45 Möhren gewaschen....3 Pfd. 0,1 0 Kürbis im ganzen....... Pfd, 0,04 Sellerie................. Pfd. 0,09 Märkische Rübchen Pfd. 0,10 Erdnüsse.............. Pfd. 0,32 Wurstwaren .Pfd. 0,48 Land-LeberwurstmOjSS, 1,10 Feine Leberwurst...Ptd. 1,25 Bierwurst.............. Ptd. 1 ,35 Zervelat Oder Salami.... Pfd. 1,35 Teewurst.............. Pfd. 1 ,40 Filetwurst............. Pfd. 1 ,55 Fetter Speck..... Pfd. von 0,95 Magerer Speck....... Pfd. 1,15 Rot- und Leberwurst...................... pfd 0,68 Käse und Feite Frisches Fleisch Kalbskamm o. Beiig„ Pfd,v. 0,68 Schweineblatt..... Kaliforn. Aprikosen getrocknet, Pfd 0,60,0,80 Gemüse- Konserven, neue Ernte Sfangenspargel mittelst. 1,95 Stangenspargel dann..... 1 ,25 Brechspargel mittelstark 1 ,60 BrechspargelimrzeAbscim.0,95 Junge Erbsen fdin........ 1,10 Junge Erbsen............ 0,65 Gemüseerbsen......... 0,55 Junge Brechbohrten.... 0,48 Junge Schnittbohnen... 0,48 - Konfitüre Eimer ca. 2 Pfd. 'Ii Des» Berliner Allerlei......... 0,65 Haushaltmischung aus getrocknet. Erbsen......... 0,45 Span. Aprikosen Frucht 0,95 Sauerkirschen mitstein.. 0,98 Erdbeeren................. 1,10 Ananas.......... 8 Scheiben 1 ,20 Mirabellen................ 1 ,25 Gemischte Früchte....1,30 Kalbsrücken od.-Brust ohne Beilage......... Pfs ( ( Iheatsi-, Lichtspiele usw. Sfaals Sfet Theater Staalsoper Unter den Linden. Freitag, den 2. Oktober iWc Uhr. Ende ZZ'A Uhr. O bero n Sta3t!.Siiiausg!eta Cindirmnoiarkl. Anfang 20 Uhr Agamemnon Sdriller-Ibealer Ckarbttabträ. Anfang 20 Uhr Die Heirat DEU WEliTERrOIaG« MKUW ip/gung* Kerfaw Berlins »■aUhrCASINO-THEATERsvaiih. Lothringer Sir Ahe 37, IHlINMIHIHHIIIIIIIIIIIIMIIIIIinillllllllllllllllllltlllinilllMlltmitlt Ne,,! Sie lachen Tränen Uber die tolle Posse Dodo, dasöffentlkhe Aergemis Dazu das neue bunte Progr.l Gutschc in 1-4 Personen. Parkett nur SO PI Fauteuil 1.— Mark, Sessel 1.50 Mark BerllBer|||kTriO M«■ k ö 1 1•, w I�hiate. 74/76J Vomsbinme Thtater am Bülovplitz 8 Uhr Nebeneinander 3. u. 4. Oktober 8 Uhr Hani Albert in Liliom Schiller-Theater 8 Uhr Die Heirat. Stadl. Oper Charlottenburg BismarckstraBe 34. Freitag. 2. Oktober Turnus II Anfang 20 Uhr Fidelio Ende 22Vj Uhr Dentsdies meater 8 Uhr Kabaleoiiil Liebe von Schiller Hcha i Mai Reinlianit Die Komödie S'/s Uhr Rfickkehr Komödicf.Donalil Stewart Regie: Gustaf GrOmtgciB. KuriOrstendamni Theater Bismarck 448/49 8-/4 Uhr Die schöne Helena von iBcqaes QUeubaiti Regle: Mai Ueinhardi metropoMheaier Täglich 8>/. Uhr Sonntags 4 u. 80« U. Die Blume von Hawai Operettev-Abraham Preise von 1.— H. an. I KiiBg-Tfieatet Dir. Dr. Robert Klein Tel: Weidtndtnm 11816. 8.. l.n n< I de» Ii&chcln»'* Sonntag 4 Uhr Viktoria dgiI ihr Husar Theater am Nollendorfplatz Täglich SVz Uhr Sonntag nadun. 4 Ubr Max Adalbert in: Der beschleunigte Personenzug Somtiei nadun. halb« Pniii von 0�5 M. an Theater im Admlralshalast Täglich 8'/. Uhr Die Dubarry mit Gitta Alpar Preise v. 0,50 M. an Jod er Art liefert preiswert Paul Golletz vormals Bobvrt Meyer Mariann.natr. 3 F8L Oberbaum 1303 Komiscne Oper 81- Uhr Thron zu vergeben Operette v.Neidhan Musik v. Witmann Leux, Elster, Lilien, Preiser 0.50-7.- M ■ Zential-Theater» AlteJakobstr.30-32 Täglich 81- Schwarzwald- tnädei Jessel dirigiert persönlich Cbriitl St«m, Harry Coadi ■ Gute Plätte>. 80 Pf. an| Am 29. September verstarb nach kurzem Krankenlager unser lieber Kollege, der Setzerinvalide Paul Kulicke im 71. Lebensjahre. Wir werden dem Verstorbenen, welcher lange Jahre als aufrechter Kollege in unseren Reihen stand, stets ein ehrendes Andenken bewahren. Berlin, den 1. Oktober 1931. Die Belegschaft der PreaBischen Druckerei- und Verlags-A.-0. Die Beerdigung findet am Sonnabend, 3. Oktober, nachmittags 4 Uhr, auf dem Jerusalemer Friedhof, Bergmann str. 45/46, statt. Dentsdier Metallarbeiter-Yeriianil Verwalhmgsslelle Berlin Todesanzeige ®cn Mitgliedern zur Nachricht, daß unser College, der Heiser Heinrich Lefimann geb. am 5. Juli 1892. am 28. September gestorben ist. Die Einäscherung findet am Man» tag, dem 5. Oftober, 16 Uhr, im Rte» matorium Gerichtstraße stall Am 29. September starb unser Kollege, der Arbeiter Erich Alliier geb. am 2. Juli 1901./ Die Beerdigung finde!'am Sann. abend, dem 9. Oktober, 14 Uhr. von der Leichenhalle des Lulhergemrinbe. kirchhoses in Lankwitz, llüarienfeiber Straße 113, ans Natt Rege Beteiligung wirb erwartet Hachmk. Am 30. August starb unser Kollege, der Baufchlosser Kurt Kruse geb. 10. August 1910. Die Beerdigung hat bereite statt» gesunden. Ehre ihrem Andenken! Die Orisvcrwaltung, ROSE-THEATER Nor bis 13. Oktober DerTalisman Gr. Gesangspotse von Johann Nettroy 1 Mittwoch, Sonnabend u. Sonntag 6 und 9 L'br| Montag. Dienstag, Donnerstag, Freitag 8 15 Uhr Preise:«.30-3.04» Hark. Cirofie IPrankrurter Straße 132 Vorverkauf Täglich II— I und 3—9 U. E 7, 3422. KLEINE ANZEIGEN niiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiuiiiiiiiu Uebertchrifttworf 25 Pf.» Infwort 12 W. Wiederholungsrabalt: 1 0 mal 5 Proz-, 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Proz., 2000 Worte 15 Fror. 4000 Worte 20 Proz./ Stellengesuche: Ueberschriftswort 15 Pf., Textwort 10 Pf/ Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, mössen bis 4i/z Uhr nachmittags im Verlag, Lindenstr. 3, oder auch in sämtlichen Vorwärts-Filialen und »Ausgabestellen abgegeben sein |«epHauie| Tapeten SzMai. 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