Morgenausgabe Nr. 465 A 234 4S.Iahrgang Wöchentlich 8B${, monatlich 3,60 üt (davon 85 Pf. monatlich für gustel- lang in« Haus) Im voraus zahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Poslzeitunzs- und 72 Pf. Postbestell ge» b ich reu. Auslandsabonnement 6,— M. xro Monat; für Lander mit ermäßig- tem Drucksachenporto 5,— M. Der„Bonvärts* erscheint wochentäg- lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe sür Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend", Illustrierte Sonntagsbeilage .Volk und geil". Berliner SottSblatt Sonniag 4. Oktober 19)1 Groß-Äerlin 1Z Z)j. Auswärts 20 ps. Vke elnspolt. Nonpareille�?ile 80 Pf. Reklamezeile 5.— RM.„kleine i- zeige»" das fettgedruckte Wort 25 Pf. (zulässig zwei fettgedruckte Worte). ledss weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Taiif. Stellengesuche das erste Wort IS Ps, jede» weitere Wort 10 Pf. Worte über IS Buchstaben zählen für zwe» Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien- anzeigen Zeile 40 Pf. 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Obwohl die Verfolgung des Flugzeugs sofort ausgenommen wurde, konnte es in der Tunkelheit entkommen. Eine kühne Wiederholung des bravourösen Streiches des Sinti- faschisten Bassanesi, der am II. Juli ISA) über Mailand flog, Flugblätter abwarf und wieder über die Schweizer Grenze entkam. Leider zerschellte damals das Flugzeug infolge des Nebels im Gotthardgebirgc, doch kam Baffaneri zum Glück mit dem Leben davon. Nach feiner Genesung wurde er vom Schweizer Bundes- gcricht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, obwohl man zunächst überhaupt nicht mußte, wessen man ihn eigentlich anklagen sollte. Nach Berbüßung seiner Strase kehrte Bassanesi nach Brüssel zurück, wo er nach wie vor einer der rührigsten Führer der Geheimorgani- jation„Gerechtigkeit und Freiheit" ist. Erst am Sonntag dürfte man über das Entkommen des Fliegers Endgültiges erfahren; hoffentlich ist es ihm gelungen, nicht nur der Rache Mussolinis zu entgehen, sondern wohlbehalten auf freier Erde zu landen. Die Gefahr ist für ihn noch größer gewesen alz im Fall Bassanesi, denn Rom liegt viele hundert Kilometer von der Grenze entfernt und ist im Vergleich zu Mailand schwer zu erreichen, besonders bei Nacht: entweder muß man eine weite Strecke über dem Mittelmecr zurücklegen oder die Slppennincn- gcbirgskette überfliegen. Außerdem hatte Bassanesi den Vorteil der Ueberrumpelung, während die italienischen Behörden damals be- schlössen, sich mit ollen Mitteln gegen eine Wiederholung dieses für den Faschismus so blamablen Vorganges zu schützen. Wieviel hundert Militär- und Marineflugzeuge mögen gestern abend in ganz Italien alarmiert worden und ausgestiegen sein mit dem Befehl, den Flugblottabwerfer zu verfolgen und um jeden Preis a v z u- schießen! Die Mailänder Polizei Hot sich nach Bassoneris Flug wie rasend benommen. Sie Hot tagelang und überall Haussuchungen nach den„staatsgesährlichen" Flugblättern abgehalten und sich dabei gründlich blamiert. Die Faschistenpresse versuchte, die Angelegenheit ins Lächerliche zu ziehen, aber sie konnte nicht verhindern, daß dieser Freiheitsbote vom Himmel�lange Zeit hindurch Italiens Tages- g e s p r ä ch blieb. So wird auch der gestrige Rom-Flug abermals aufrüttelnd wirken. Hoover wieder in Aktion. Wichtige Besprechungen während des Wochenendes. Washington. 3. Oktober. Staatssekretär S t i m s o n bestätigte heute, daß er Senator Morrow nach Washington gebeten habe, um mit ihm die europäische Lage, darunter die Frage des polnischen Korridors, zu besprechen. Er dementierte, daß ein Konsultativpakt formuliert wor- den sei. Präsident H o o v e r, der am Donnerstag lange Be- sprechungen über die Finanzlage Lateinameri- kaS mit mehreren seiner ftabinettsmitglieder und dem Ehef des Föderal Reserve Board geführt hatte, lud heute den führenden Finanzmann Bernard Baruch zum Frühstütk ein. lieber das Wochenende nimmt er Julius Barnes und andere Wirtschaftsführer in sein Landhaus am Rapidan-Flutz mit. Räch wie vor kursieren in Washington Gerüchte, daß Hoover einen großzügigen Plan zur Besserung der internationalen ftreditlagc erwäge und im Januar eine Art Koalitionskabinett bilden wolle, dem die Demokraten, Baruch und Owen Poung angehören sollen. Eine Bestätigung dieser Vermutungen ließ sich allerdings nicht erlangen. Diese von WTB. stammende Washingtoner Meldung ist ein sonderbares Konglomerat von wichtigen, ja sogar fensa- tionellen offiziösen Erklärungen und privaten Kombinationen, von Tatsachen und Gerüchten, Bestätigungen und Dementis. Zweifellos ist wieder in Amerika„etwas los. Eine n e u'e Aktion ch o o n c r s ist offenbar im Werden, für die sich der innerpolitisch sehr vorsichtige Präsident die Zu- stimmung der demokratischen Opposition vorher sichern will. Es wird anscheinend sogar eine„nationale" Koalitions- regierung nach dem jüngsten Beispiel Großbritanniens er- wogen während in den USA. nur die Partei des gewählten Präsidenten die Minister- und Botschafterposten unter Aus- fchluß der Opposition zu besetzen pflegt. Ausgangspunkt dieser neuen Aktion ist vielleicht nicht so sehr die Lage in Europa und speziell in England, die sich auf die Lage in den USA. äußerst ungünstig auswirkt, als die Entwicklung in den mittel- und südamerikanischen Ländern, wo New-Yorker Milliardenkrcdite äußerst ge- fährdet erscheinen. �..... Am unerwartetsten ist wohl die Erklärung Stimsons, daß er mit Senator Morrow über die Lage in Europa, ein- schließlich des polnischen Korridors, konferieren will. Morrow, der frühere Botschafter der Verewigten Staaten in Mexiko und später Delegierter auf der Londoner wee- abrustungpkonferenz— nebenbei bemerkt, auch der Schwiegervater des Ozeanflicgers Lindbergh— ist einer der einflußrcichstcii Männer von Slincrika. der. ebenso wie Stimson, da-, besondere Vertrauen choovers genießt. Die offiziöse Ankündigung, daß das Problem des Danziger Korridors bei diesen Beratungen diskutiert werden soll, dürfte in Polen Bestürzung, in Deutschland hingegen viel- leicht vorzeitige Hoffnungen erwecken. Indessen hat uns Amerika seinerzeit durch Wilson die Kalamität des„Korri- dors" eingebrockt und es wäre nur zu begrüßen, wenn es sich willens und fähig erweisen würde, wenigstens zum Teil dieses Unrecht wieder gutzumachen. 6,3 Milliarden Budget-Sefizit? Washington, Z. Oktober. Das Defizit für die Vereinigten Staaten beträgt nach einer Meldung des amerikanischen Schatzamts für das erste Drittel des Etatsjahres ZK9 495 000 Dollar. Man rechnet für das lausende Etatsjahr mit einem Defizit von ungefähr 1500Millionen Dollar. falls es nicht durch Steuererhähungen verringert wird. Englands Außenminister besucht Paris. Paris. 3. Oktobcr.(Eigenbericht) Der englische Außemninister Lord R c a d i n g kommt am Mittwoch noch Paris. Offiziös wird der Pariser Besuch damit er- klärt, daß Lord Reading nicht an der Bölkcrbundstagung teilgenom- men hat und daher nach keine Fühlung mit der französischen Rc- gicrung nehmen kannte. Beide Regierungen seien deshalb der An- ficht, daß nach der Berliner Reise der französischen Minister und vor der Abreise Lavols noch Washington ein fronzösisch-englischer Meinungsaustausch notwendig sei. Zwischen der französischen uckd der amerikanischen Regierung werden zur Zeit Verhandlungen über das Programm der Reise Laoals nach Washington geführt. Der Ministerpräsident dürft« nur zwei bis drei Tage in Washington bleiben und ini Anschluß daran einige amerikanische Städte besuchen, die Ein- ladungen an ihn gerichtet haben. Laval wird spätestens am 8. November»ach Paris zurückkehren. Vor der neuen Notverordnung. Veröffentlichung am Mittwoch. Das Reichskabinctt nahm am Sonnabendabend in einer mehrstündigen Sitzung die erste Lesung der insgc- samt 30 Punkte umfassenden neuen Notverordnung vor. Am Montag soll eine Art zweiter Lesung folgen. Am Dienstagnachmittag wird der Reichskanzler den Inhalt der neuen Verordnung in einer öffentlichen Reichsrats- s i tz u n g, zu der die Ministerpräsidenten der Länder geladen sind, bekanntgeben. Die Veröffentlichung der Verordnung wird am Mittwoch erfolgen Ein Irrweg. Hakenkreuz stinkt wieder. Bei den ersten Sluffühnrngen des Remarque-Films„Im Westen nichts Repes", der in zwei Theatern in München zugleich gespielt wurde, wurden in einem dieser Theater während der Vorstellung Stinkbomben geworfen. Die Vorführung wurde trotzdem fortgeführt. Oie Inflation— das Interesse der Sozialreakiion. Von Ruckolk Hilkorckivg. Wer gegen Inflation ist, muß zuerst einer demagogischen Stimmungsmache entgegentreten. Gold, das ist das Symbol des Kapitals, der Bankenmacht, der Herrschast der Finanzen. Ist also der, der für die Aufrechterhaltung der Goldwährung ist, nicht ein Knecht des Kapitalismus, be- wüßtes oder bestenfalls unbewußtes Werkzeug der Banken? So stellen die Inflationisten, die Interessenten wie die Gläu- bigen des Währungsmunders, alle antikapitalistischen Gefühle und Instinkte in ihren Dienst und schassen damit in den breiten Massen die Stimmung, die die Nutznießer der In- flation für ihre Zwecke ausnutzen können. Um welche Interessen handelt es sich und wer sind die Interessenten? Vermehrung des Geldumlaufs bewirkt steigende Preise der Waren. Die Warenpreise steigen aber nicht gleichmäßig, am schnellsten die, in denen in hohem Ausmaß ausländische Rohstoffe— z. B. Kupfer, Baumwolle— enthalten sind. Dann folgen allmählich die übrigen nach. Es gibt aber eine Ware, deren Preis sich am schwierigsten und nur unter den stärksten Widerständen den übrigen steigenden Warenpreisen anpaßt. Das ist der Preis der Ware Arbeitskraft. Ihre Veränderung erfolgt nur unter hef- tigcn sozialen Kämpfen, unvollständig und verspätet. Rament- lich in Krisenzeiten, in denen die Widerstandskraft der Ar- beiterorganisationen verringert ist, sind die Aussichten auf rasche und vollständige Anpassung am schlechtesten. Das ist die erste Wirkung der Inflation: Das raschere Steigen aller anderen Waren im Verhältnis zum Arbeits- lohn bewirkt Senkung des Reallohnes und Er- höhung der Profitrate. Diese Wirkung ist ganz allgemein. Dazu kommt die besondere Wirkung der Förde- rung des Exports. Im Jnflationsland sinken die Reallöhne, und es sinkt zugleich der Goldwert der Löhne. Das Sinken der Lohnkosten gestattet also verstärkte Konkurrenz auf dem Weltmarkt und wirkt wie eine Exportprämie. Aber diese Exportprämien zahfen die Arbeiter an die K a p i t a l i st e n. Die Geldentwertung bedeutet eine Verschiebung in dem Verhältnis von Gläubiger und Schuldner. Die Schuldner zahlen ihre Schulden in entwertetem Gelde zurück. Das be- deutet eine teilweise Expropriation der Gläubiger. Die Agrarier und Hausbesitzer zahlen ihre Hypotheken, die In- dustrie ihre Obligationen, die Bonkschuldner ihre Kredite in geringerem Werte zurück, als sie empsangen haben. Die Sparkasseneinlcger, die Besitzer der Pfandbriefe, die Gläubiger der Banken sind die Geschädigten. Aber ebenso all die, die f e st e Renten in irgendeiner Höhe be- ziehen. Diese Entschuldung ist zu einem Teil ein Vorgang innerhalb der besitzenden Klasse. Zum Teil trifft er ober die breiten Massen und unter ihnen wieder— man denke nur an die Sozialrentner— die Acrmsten der Armen. Die Geldentwertung wirkt stets zerrüttend auf die Staatsfinanzen, auch dann, wenn nicht zerrüttete Staats- fmanzen selbst schon zur Inflation geführt hoben. Die Aus- gaben des Staates, steigen infolge der Preissteigerung, der die Erhöhung der Steuern nur ungenügend und verspätet nachhinkt. Trotz guter Vorsätze vergrößert sich das Defizit und steigert in der Regel die Inflation. Aber ist nicht trotz alledem die Steigerung der Preise das beste Mittel zur Ueberwiudung der Krise, zur Wieder- belebung der Wirtschaft, und wird damit nicht die zeitweise Lohnsenkung durch Mehrbeschäftigung kompensiert? Können die Arbeiter dann nicht nach einiger Zeit während einer besseren Konjunktur ihr Lohnniveau erhöhen? Dies zugeben, bedeutete zunächst nichts anderes als zu- geben, daß Lohnsenkung das Mittel zur Ueberwiudung der 5krise wäre, daß die Ucbertragung von Kaufkraft vom Ar- bciter auf den Unternehmer die gute Konjunktur herbeiführen und die Krise beendigen könnte. Dann bliebe erst recht die Frage zu beantworten: Warum Inflation, warum der in- direkte und verlogene Weg statt des ehrlichen der Lohn- senkung? Die Frage schließt die Antwort in sich: es ist immer leichter, den Arbeiter— wenigstens außerhalb Deutschlands— von dem Nutzen der Inflation als von dem der Lohnsenkung zu überzeugen. Die Starrheit des englischen Lohnsystems, das heißt die Macht der engtischen Gewerk- schaften, hat einen großen Teil der englischen Industriellen zu begeisterten Anhängern der Preisgabe der Goldwährung in England gemacht. Es sind nicht gerade die Feinde des Bannfluch aus Moskau. Die Gpaliung ein sozialfaschistisches Manöver. Kapitalismus und der Bankenherrschaft, die in England die neue Geldpolitik durchgesetzt haben! Trotzdem! Müßte die Arbeiterschaft nidzt die größten Opfer bringen, um dem schlimmsten Fluch, der Arbeitslosig- keit, endlich zu entrinnen? In der Krise stehen die Preise niedrig, in der Hochkonjunktur steigen sie an. Vermehren wir also die Geldmenge, bewirken'wir ein Steigen der Preise und— die Hochkonjunktur ist da. Man mag einwenden, daß die ungeheure Krise, die in letzter Linie noch immer die Liquidation der außerökonomi- schen Gewaltwirkungen des Weltkrieges darstellt, nicht von der Geldseite her erklärt werden kann. Die Krise, die in den Vereinigten Staaten ihren Ausgang nahm, in denen, nebenbei bemerkt, auch der sozialistische und gewerkschaftliche Einfluß minimal ist, beruht sicher nicht auf einem Mangel an Zahlungsmitteln. Die Vereinigten Staaten verfügen über einen Goldschatz von zwanzig Milliarden Reichsmark,' und an Krediterweiterung hat es das Notenbonksystem nie fehlen lassen. Eher wäre der entgegengesetzte Vorwurf zu erheben und die Uebersteigerung der amerikanischen Hochkonjunktur und Spekulation einer zu liberalen Kreditpolitik zuzuschreiben. Es ist aber das Wesen jeder kapitalistischen Krise, daß sie nicht neuen Geldkapitals bedarf, sondern umgekehrt Geld- kapital freisetzt, da der Umsatz der Waren zurückgeht, die Läger und die Lohnsumme vereinzelt, also weniger Kapital in Geldform im Betriebe angelegt zu werden braucht. Doch abgesehen davon: die Krise ist allerdings durch einen Preisrückgang charakterisiert. Aber dieser Preisrück- gang ist keineswegs gleichmäßig. Gegenüber dem Höchststand ist auf dem Weltmarkt zum Beispiel Kautschuk auf ein Fünf- zehntel, Roheisen etwa auf die Hälfte gesunken. Das be- deutet, daß ein Kautschukunternehmen, das heute neue An- lagen machen müßte, für das dazu benötigte Eisen das Siebenfache dessen in Kautschuk zahlen müßte als während der Hochkonjunktur. Eine Vermehrung des Geldumlaufes wirkt aber, auf etwas längere Sicht gesehen, in gleicher Weise auf die Waren ein. Man könnte sicher durch Ver- mehrung der Geldmenge wie den Kautschukpreis so den Eisenpreis verdoppeln oder verdreifachen. Das g e st ö r t e Verhältnis aber zwischen Kautschuk und Eisen würde in keiner Weise geändert werden. Nach wie vor bliebe die Kaufkraft des Kautschuks gegen Eisen siebenmal geringer als während der Hochkonjunktur. Das Beispiel zeigt einmal, daß jede Erklärung der Krisen von der Geldseite her völlig ungenügend ist und es sich bei der Krise nicht um Störungen des Geldwesens, sondern um schwere Störungen in der kapitalistischen Pro- d u k t i o n, um weitgehende Verschiebungen im Maß der Ausdehnung der einzelnen Produktionszweige während der Hochkonjunktur, um F e h l l e i t u n g e n in der Anlage des Sachkapitals handelt. Jeder Heilungsoersuch, der also von einem Währungswunder die Beseitigung der Krise er- hofft, hat das Wesen der Krise von vornherein verkannt. Dazu kommt noch ein anderes: Wir haben gesehen, daß ein Land, das isoliert Inflation treibt, eine Erhöhung der Profitrate auf Kosten der Arbeiter und der Schuldner erzielt, daß es im Verhältnis zu anderen Länden: eine Exportprämie genießt. Bleibt die Inflation, wie wir einmal annehmen wollen, auf ein bestimmtes Maß beschränkt, wird also das Austauschverhältnis von Ware und Geld, das der eigenen Währung zu denen der anderen Länder wieder stabil, so gleichen sich auch die Produktionskosten allmählich international wieder aus und die ursprünglichen Vorteile gehen wieder verloren. Daher der Drang, sobald einmal der Anfang mit der Inflation gemacht worden ist, die In- flation weiter zu treiben mit allen ihren schließlich die ganze Weltwirtschaft zerrüttenden Folgen. Aber die Situation ist heute so, daß die Inflation eines Landes— und je größer sein Export, desto stärker— sehr rasch auf den Widerstand der anderen Länder stößt. Die Preisgabe der Goldwährung durch England hat sofort dieselbe Wirkung in den meisten anderen Ländern ge- habt, deren Wirtschaft mit England verbunden, deren Export hauptsächlich nach England gerichtet ist. Damit ist aber der Vorteil, den England von der Behinderung der Einfuhr und Prämiierung der Ausfuhr erwartet hat, all diesen Ländern gegenüber nicht mehr gegeben. Wo dem englischen Vorgehen nicht durch Währungsverschlcchterung zu begegnen versucht wird, da sucht man ihm zu begegnen durch direkten L o h n d r u ck oder durch Schutzzölle gegen das englische Valutadumping. So ist die Folge der englischen Währungspolitik überall eine Steigerung der sozialreaktionären Tendenzen, des Pro- tektionismus und der Lohnsenkung. Soll also Deutschland nicht doch sich mit dem Gedanken der Preisgabe der Goldwährung befreunden? Ist sie nicht vielleicht das kleinere Uebel? Deutschland hat die Erfahrung mit der In- flation hinter sich, wir wissen, daß die Inflation die bärteste und abscheulichste indirekte Steuer und die perfideste Methode der Lohnsenkung gewesen ist. In Deutschland würde auf die ersten Zeichen einer Inflation hin die„Flucht in die Sachwerte", das heißt die rasche und überstürzte Steigerung aller Warenpreise einsetzen und die Gewerkschaften müßten ihre Macht bis zum äußersten anspannen, um das Sinken der Löhne mit allen Mitteln zu verhindern. In Deutschland würde die Inflation, kaum begonnen, sofort in die— Goldrechnung umschlagen. Die Krise würde nicht einmal auf Kosten der Arbeits- löhne gemildert, sondern durch die erneute Unsicherheit noch verschärft werden! � Dazu kommt, daß in Deutschland nicht nur die äußeren Schulden, sondern— zum größten Teil— auch die inneren auf Goldbasis begründet sind. England hat, da feine Schul- den auf Pfund Sterling, auf die eigene Währung lauten, augenblicklich noch gewisse Vorteile, indem es feine Ver- pflichtungen iu seinem entwerteten Gelde abträgt. Auf die Dauer freilich würde England, da seine Forderungen ins- gesamt viel höher sind als seine Schulden, sich ins eigene Fleisch schneiden. Für Deutschland aber wäre In- flation nicht einmal ein Mittel zur Erleichte-- Das„Polbllro des ZK." veröffentlichte in der kommu- nistischen Presse eine spaltenlange Erklärung zum Auszug der S e y d e w i tz- R o s e n f e l d aus der Sozialdemokrati- schen Partei. Dabei ergibt sich etwas Absonderliches. Wäh- rend nämlich in der Sozialdemokratischen Partei selbst diesen Ereignissen gegenüber ziemliche Gelassenheit herrscht, scheint das„Polbüro des ZK." darüber in wilde Aufregung geraten zu sein. Kein sozialdemokratisches Blatt hat gegen die Aus- zügler so getobt und gewettert, wie es die Kommunisten tun. Da heißt es z. B.: „Dieses„linke Manöver" ist aber gerade das, was die Bour- gcoiste will und der SPD.-Vorstand braucht, um einen Damm gegen die Revolutionicrung der Massen, gegen die sich bildende Einheits- front aller Ausgebeuteten zu errichten. Das neue Parteigebilde der „linken" SPD.-Führcr ist nichts anderes als ein Ventil, um die Erregung der Arbeitermassen über die sozialdemokratische Ver- räterpolitik aufzufangen, nichts anderes als ein Hindernis gegen die wirkliche proletarische Einheitsfront, nichts anderes als eins letzte Barriere gegen die drohende prole- tarische Revolution. Eine zentristische Partei kann daher— unabhängig vom Wollen und Bewußtsein einzelner ihrer Führer und Anhänger— nichts anderes als eine Schädtingsorgani- sation gegen die Klasfeninteressen des gesamten Proletariats, eine Agentur des Welsschen Parteivorstandes und damit der kapitalistischen Brüningdiktatur sein. Sie muß deshalb vor der gesamten Arbeiterklasse mit rücksichtsloser Schärfe bekämpft werden. Jede derartige neue Parteigründung nruß als Hilfsorgan der Kapitalisten und Sozial- faschisten schonungslos entlarvt und so schnell wie möglich zerschlagen werden." So geht es spaltenlang, wobei natürlich auch„die ver- ruchte SPD. einiges so nebenbei abbekommt. Dazwischen findet sich dann auch die großsprecherische Prophezeiung: Wir treten unmittelbar in die Periode ein, wo die entscheidende Offensive gegen die deutsche Sozialdemokratie, diese Hauptstütze des deutschen Kapitalismus, zum Siege führen wird. Amllsanterweise folgt diesen Tobsuchtsanfällen— ein Bündnisangebot. Wörtlich liest man: Die Koinmunistische Partei wiederholt in aller Oefsentlichkeit ihr B Ü n d n i s a n g e b o t an alle sozialdemolratischen Arbeiter, auch an mittlere und führende Funktionäre, die wie Oetting- haus, Torhorst usw. die proletarische Einheitsfront und den revolutionären Klassenkampf wollen, gleichgültig, hinter welcher Richtung sie stehen. Ihr verfluchten Schweinehunde, ihr gottverdammten Schufte, kommt an unser Herz! Mütterchen Moskau ist barmherzig. Wenn ihr allen gesunden Menschenverstand ab- schwört und Buße wt, werdet ihr in Gnaden aufgenommen! Hereinspaziert, wer Lust hat! f Kommunistisches Redeverbot für Oettinghaus. In der Wochenschrift der Spalter„Die Fackel", erschien zur Bbaskierung der Spaltungsabsichten am 25. September eine(Er- run g seiner Schuldenlast, sondern nur eine neue und nicht wieder gutzumachende Erschütterung des Restes seiner Kreditfähigkeit. Weil die Inflation, welches immer ihre Form sein mag, in letzter Linie von der Ar- beiterschaft bezahlt werden muß, weil die In- flation, mag sie auch im ersten Stadium der Wirtschaft eines Landes vorübergehende Vorteile bringen, nach vielen Wirren zur Stabilisierung des Geldwertes führen und diese Stabili- sierung nur über eine neue und echte Deflation er- reicht werden kann, deshalb und nicht als„Knechte des Goldes" müssen wir neue Währungsexperimente ablehnen. Das englische Vorgehen hat den gesamten Welthandel in Verwirrung gebracht, und diese Verwirrung wird noch ge- steigert durch die Störungen, die in der Währung anderer Länder angerichtet worden sind. Es hat die Krise außerordent- lich verschärft und die ohnedies in der Krise sich verstärkenden sozialreaktionären Tendenzen gesteigert. Englands Borgehen ist kein Vorbild, die Ueberwindung der Krise erfordert jetzt in erster Linie die Beendigung der Wäh- rungswirren. Sie kann von keinem einzelnen Staat bewirkt werden. Es handelt sich um die politische Frage, ob die amerikanische und französische Regierung willens und im- stände sind, die große Macht, die in den Goldbeständen ihrer Länder gegeben ist, für die Lösung einzusetzen. Die Frage ist entscheidend und bedarf rascher Antwort. Denn die soziale Gärung und Spannung, die die Krise erzeugt, wächst bis zum Zerreißen. Und lange Ueberlsgungsfrist scheint den Trägen: des kapitalistischen Systems nicht mehr gegeben! politischer Beleidigungsprozeß. Die Reichswehr fühlt sich beleidigt. Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte stand gestern der Redet- teur des„Volksblattes" für Anhalt, Genosse Gerhard Seeger, weg«: Beleidigung der Reichswehr. Seegcr hatte an einem Klubabend der Liga für Menschenrechte als dritter Redner des Abends zum Thema Abrüstung gesprochen. Die„Berliner Börsenzeitung" brachte darauf einen Bericht, in den: u. a. behauptet wurde, Seeger hätte gesagt. die Reichswehr inüßte diffamiert und die Reichswehrsoldaten müßten wie die Pest gemieden werden. Seegcr hatte daraus sowohl an die„Börsenzeitung" eine Berichtigung geschickt— sie wurde auch abgedruckt— als auch an verschiedene Blätter, die den Bericht der „Börsenzeitung" übernommen hatten. In dieser Berichtigung er» klärte Seeger, daß er vollkommen mißverstanden worden sei. Er habe in Verbindung mit der Erörterung des Kellogg-Paktcs, der von Deutschland freiwillig unterschrieben worden war. und der eine Aechtung des Krieges enthielt, von denjenigen deutschen Mlli- taristen gesprochen, die im Gegensatz zur offiziellen Auslandspolitik der Reichsregierung für Deutschlands Aufrüstung sind und zu einem neuen Krieg hetzen. Diese Anschauung, habe er gesagt, müsse diffamiert werden. Das Reichswehrministerium hatte ober aus Grund des Berichtes der„Börsenzeitung" gegen Seegcr ein- Anzeige wegen Be- leidigung der Reichswehr erstattet. In der heutigen Verhandlung bestätigte Genosse Seeger, der vom Rechtsanwalt Otto Landsberg klärung, in der die Spaller über„Dergewalligung der Meinungs- freiheit" klagen. Es hieß darin: „Nicht un: die Partei zu spallen, wurden die„Roten Bücher" und„Die Fackel" ins Leben gerufen, sondern sie wurden heraus- gegeben mit dem Recht der Meinungsfreiheit, die die Sozialdemokratie vor jeder anderen Partei auszeichnen muß, begründet zum Dienst an der Partei und am Sozialismus.... Aber wenn schon die Gründung und die Mllarbeit an einer krittschen Wochenschrift genügt, mit dem Ausschluß bedroht zu werden..„ so deutet das auf den Beginn eines Ge- sinnungsterrors und einer Meinungsdiktatur hin, deni entgegenzutreten wir als parteigenössische Pflicht empfinden." An der Spitze der Unterzeichner dieser Erklärung über die angeblich bedrohte Meinungsfreiheit stand Oettinghaus, der sofort seinen Uebertrill zur KPD. erklärte. Vor Funktionären des Metallorbeiterverbaudes in Gevelsberg erklärte Oettinghaus, daß er sich in der KPD. im Sinne der kommunistischen Opposition ein- setzen werde. Dazu meldet gestern die„Arbeiterpolitik", das Organ der komnmmstischen Opposition: „Wie wir hierzu weiter erfahren, ist es im Zentral- k o m i t e e der KPD. zu stürmischen Auseinandersetzungen über die von Oettinghaus abgegebenen Erklärungen, im Sinne der KPD.-Opposition in der Partei zu wirken, gekonmwn. Es kam ein Beschluß zustande, wonach Oettinghaus zunächst nicht össent- (ich auftreten darf. Eine Reihe Versammlungen, die mit Oetting. Haus geplant waren, sind sofort wieder abgesagt worden." Die neue Meinungsfreiheit für Oettinghaus in der KPD. be- ginnt mit einem Redeverbot! Gegen die Areslauer Spalter. Breslau, Z. Oktober.(Eigenbericht.) Der Bezirksvorstand Mittelschlesiens der Sozialdemokratischen Partei hat am Sonnabend die Maßnahmen, die von den Be- zirkssekretären Lehmann und Bretthorst in den letzten Tagen gegen die Breslauer Opposition durchgeführt wurden, g e b i l- ligt. Auch dem Ausschluß von Eckstein und Zicgler gab der Be- zirksvorstand seine Zustimmung. Am Sonntag findet in Brselau eine Bezirkstonferenz der So- zialdemokratie für den gesamten Bezirk Millelschlesien statt. Pfarrer Eckert ausgeschlossen. Der Mannheimer Stadtpfarrer Eckert ist„wegen Zellenbildung und groben Vertrauensbruchs" aus der Sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen worden. Eckert bekennt sich zur Gruppe Rosenfeld-Seydewitz. Dieser Tage hat er ferner seine Beteiligung an einer Rußlanddclegation der ZkPD. zu- gesagt. Am Dienstag wird der Vorstand der Landesgruppc Baden der religiösen Sozialisten zu dem Verhalten Eckerts Stellung nehmen. verteidigt wurde, das, was er bereits in feinen früheren Be- richtigungen dargelegt hatte. Er fügte hinzu, daß eine Be- leidigung der Reichswehr als solcher seiner Gesamt- emstellung und seinem Empfinden widerspräche. Er habe m seiner Rede zur Abrüstung ganz besonders auf das verbrecherische Treiben solcher Leute wie Scheringer, Mendt usw. hingewiesen, und gemeint, daß die militaristischen Anschauungen dieser Kreise diffamiert werden müßten. Das Wort„Pest" habe er in Ver» bindung mit dem biblischen Wort von„Krieg, Hunger und Pest" gebraucht: er habe gesagt, daß die militaristischen Kreise, die die Aufrüstung wünschen, der Pesttlenz gleichzustellen seien. Den einzelnen Reichswehrsoldaten, der ja nur seine Pflicht erfüllt, habe er selbswerstiindlich nie beleidigen wollen. Als Zeuge wurde der Sekretär der Liga für Menschenrechte. Kurt Groß mann, vernommen, der Seegers Rede nur noch schwach in Erinnerung hatte. Von dein Zeugen Major o. Oertzen wurde Abstand genommen. Rechtsanwalt Otto Landsberg be- antragte, die Verhandlung zu vertagen, damit der Angeklagte mit dem Reichswehrminister Groeroer verhandeln könne. Das Gericht beschloß die Vertagung der Verhandlung zwecks weiterer Borbercitung der Sache. Sollte unterdes zwischen Reichs- wehrminister Groener und dem Angeklagten Seeger kein Vergleich zustande kommen, so sollen in der nächsten Berhandlung weitere Zeugen vernommen werden. Das Aiientai auf Achmed Zogu. Kerlerstrofen für die Täter. Ried. 3. Oktober. Gjcloschi und Gami, die beiden Attentäter auf den Albancrkönig Achmed Zogu, den sie verfehlt»nd dafür den Major Topolaj erschofsen haben, wurden der eine zu sieben, der andere wegen Mitfchnld zu drei Jahren schweren Kerkers, verschärft durch eiuen Fasttag jedes Vierteljahr, verurteilt; Cami soll ferner einen Gold- schilling an den Minister Libahova zahlen, der bei dem Attentat schwer verwundet wurde. Gjeloschi wollte nach dem Urteil, gegen das sein Ver- leidiger Revision anmeldete, eine Rede halten, kam je- doch nicht über die Worte„Es lebe ein freies Albanien!" hinaus. Angeblich wegen Attentatsgesahr in Wien, viel wahrscheinlicher in der Annahme, daß die Wiener Geschworenen viel schwerer zur Verurteilung bewogen werden könnten, hat man diesen Prozeß dem zuständigen Wiener Schwurgericht entzogen und zwölf I n n v i e r t- ler Bauern unterbreitet, aus die nun ein Trommelfeuer von Broschüren, Zeitungsartikeln, Verteidiger- und Nebenklägerschlagern einsetzte. Dabei spielte die angebliche Katholik enfeind- l! ch k e i t des Mohammedaners Achmed Zogu eine Hauptrolle, wo- gegen der Nebenkläger wieder den Albanerkönig als großmütigen Gönner und Schützer hinstellte. Der Staatsanwalt redete die Ge- schworenen oft als„meine lieben L a n d s l e u t e" an, um sie aegen die balkanischen Angeklagten einzunehmen. Der Vorsitzende schnitt so manche Erörterung über die Zustände in Albanien mit den Worten ab, die Geschworenen würden sich ja schon ein Bild ge- macht haben. Nr. 465-» 4S. Jahrgang Sonntag, 4. Oktober il931 „Feste und Feiern." Eine sehr beachtenswerte Ausstellung. 3n den Räumen des Brandenburger Partei- sekretariats findet als Ergänzung zu den Referaten der Reichskonferenz der B e z i r ks b i l d u n g s a u s- f ch ü f f e eine lehrreiche Ausstellung statt, die der Ge- noffe Kern in Leipzig zusammengebracht hat. Gleich neben dem Eingang bemerkt man eine schematische Dar- stcllung der vielocrzweigten Organisation des Partcibildungswesens, das im„Sozialistischen Kulturbund" seine Krönung findet. Das sieht sich an wie ein stattlicher Stammbaum: alle Ver- ästelungcn der geistigen und künstlerischen Kultur sind von ihm ab- zulesen. Im einzelnen sind sie nur so weit berücksichtigt, als sie zu Feste» und Feiern herangezogen werden können. Die Ausgestal- tung proletarischer Feiern, die sich von den bürgerlichen deutlich abheben sollen, ist, namentlich für die Provinz, noch immer ein ungemein wichtiges Problem. Zunächst dienen zur„Einführung" und als„Nicht- l i n i e n" die Vorschläge, die die Bildungszeitschriften gemacht haben und noch machen. Obenan stehen„S o z i a l i st i s ch e B i l- düng", das Leipziger Organ„Kulturwille" und die Zeitschrift der „Kindersreund e":„Der Helfe r". Unter den Programmen, die sich fast ausnahmslos künstlerischer Ausstattung befleißigen, seien die zur„W intcrsonnenmcn.be",„Jugendweihe", „Sommersonnenwende" hervorgehoben. Es schließen sich „M a s s e n f e st e" an, dw mit dem Kennwort„Bauvolk der kommenden Welt" versehen sind. Hier sind die Photos unter- gebracht von der Arbeiterolympiadc in Wien. Em besonders wirkungsvolles Plakat ruft auf zu einem„F e st der A r b e i t". Die dramatischen Künste: Schauspiel, Sprechchor, Tanz sind vor allem berufen, die proletarischen Feste zu verschönern und sie über die banale Ebene der Bereinssestlichkeiten hinauszuheben. Wir bekommen einen Einblick in die mühsame Vorarbeit, die da zu leisten ist in der Werkstatt des Regisseurs. Da sind Regieentwürse, Regiebücher, Bühnen- und Kostümskizzen ausgebreitet. Die Schwester- künste„M u s i k und Gesang" sind vertreten durch die vor- bildlichen Veröffentlichungen des„Deutschen Arbeiter- Sängerbundes". Die„Arbcitersänger-Zeitung ist in den sechs Jahren 1923 bis 1929 angewachsen von 12 000 Exemplaren auf 81 000. Der Verlag hat sich um die Herausgabe vieler Chorwerke verdient gemacht. Das fängt an mit dem Altmeister Händel und geht über Mozart und Schubert zu Brahms, zu Lendvai, zu Hanns Eisler. In der Abteilung„Revue und K a b a r e t t", die den Kampf auf das satirische Feld trägt, findet man neben den Ver- liner„Roten Ratten" die Leipziger„Roten Spaßen". Den Reigen schließt der F i l m. Die Berliner„Film- und Lichtbild- st e l l e" vermittelt empfehlenswerte Bildstreisen bis aufs flache Land hinaus. Sie hat aber auch schon eigene Werbefilme geschaffen: „K i n d e r r e p u b l i k S e e k a m p",„Freie Fahr t", den „Film vom Marxismus", die Entwicklungsgeschichte der Parteipresse unter dem Titel„Im Anfang war das Wort". und den„L o h n b u ch h a l t c r K r c n k e", das erschütternde Dokument der Arbeitslosigkeit. Von Werken, die die Filmstelle vertreibt, seien genannt:„Kreuzzug des Weibes",„Westfront 1918" und„Der schwarze Sonntag". Für jeden kulturell interessierten Parteigenossen wird diese Aus- stcllung eine Quelle der Belehrung und Anregung sein. Der grüne Hering. Was die Reubaumieter an grünen Heringen vertilgen, das geht auf keine Kuhhaut. Ueberall und fortgesetzt werden Heringe gebraten. Vier Pfund zu einer Mark. Dieses schockweise Vertilgen von grünen Heringen hat seinen Sinn: die Leute haben sich nicht gerade verrechnet, aber die Entwicklung, die Krise, dieses Hangen und Bangen, lzat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wenn man Schellfisch brät, der riecht nicht, doch gebratene Heringe, die riechen meilenweit. Nicht einmal gut. Früher kann- ten die Leute den doppelt so teuren Schellfisch essen, heute nur noch grüne Heringe. Unlängst, in einer Eisenbahnerversamm- 1 u n g, da standen die Arbeiter aus und erklärten, daß sie nach diesen wahnsinniges Abzügen, die kein Ende nehmen wollen, sich außerstande sehen, die Mieten für ihre Wohnungen zu zahlen. Diese Eisenbahner wohnten samt und sonders in von Reichsbahnverwal- tungen erstellten Neubauten, in denen eine Zwei-Zimmer-Wohnung 60 Mark kostet. Der Reichsbahn blieb nichts anderes übrig, als ihren Arbeitern zu sagen, sie möchten doch Gesuche um Miet- stundung einreichen, man wird sie von Fall zu Fall prüfen. Die Reichsbahnmieter können wenigstens noch verhandeln, tausend ande- reu Mietern aber haben weniger verständige Wirte einfach den Exekutor auf den Hals geschickt. Das, was wir mit den grünen Heringen andeuteten, kann auch beliebig mit Zahlenmaterial belegt werden. Da ist zum Beispiel ein Wohnungsbauverein in einer mitteldeutschen Siädti Der Hak ein Toentg'titrer' 300 Wvytkungen erstellt und nimmt pro Wohnung und Monat einen durchschnittlichen Mietpreis von 50 Mark für 55 Quadratmeter Wohnfläche. Nebenbei gesagt, 55 Quadratmeter Wohnfläche würden russische Arbeiter für einen Tanzsaal halten. Und die 50 Mark— zirka 23 Rubel sicher für einen Witz. Dieser Wohnungsbauverein hat nun bei seinen Mietern eine Umfrage gemacht, wie es ihnen denn geht. Schlecht, sagten die Mieter, und hatten recht. Denn in den letzten anderthalb Jahren, da hatten rund 23 Prozent der Mieter b i s zu 10 Prozent ihres Einkommens verloren; rund 46 Prozent der Mieter sogar bis zu 25 Prozent von ihrem Ein- kommen und 30 Prozent der Bewohner hatten sage und schreibe durch die Krise bis zu 50 Prozent ihres Einkommens, das sie noch am 1. Januar 1930 hatten, inzwischen eingebüßt. Nur 6 Pro- zent der Mieter hatten am 30. Juni 1930 noch ihr altes Einkommen wie vor anderthalb Iahren. 20 Prozent waren überhaupt er- werbslos geworden. Jetzt kommt das Entscheidende: das Mißver- hältnis zwischen der Neubaumiete und dem verminderten Ein- kommen. Während vor anderthalb Jahren rund drei viertel der Mieter nur bis zu 25 Prozent ihres Einkommens für di Wohnung aufzuwenden brauchten, waren das am 30. Juni 1951 nur noch rund 30 Proz. der Mieler. Die anderen 70 Proz. der Mieter mußten bis zu 50 Prozent ihres Einkommens hergeben, um ihre Wohnung halten zu können. Manche Menschen bringen es fertig, indem sie Marmelade essen und sich mittags Haferflocken kochen. Sie verteidigen das sogar noch und sage», in ihrem Magen könnte ja keiner reinsehcn. Die Sehnsucht nach Licht. Verständlich ist es immerhin, wenn einer nie mehr die Neubau- wohnung missen will. In den alten Mietkasernen mit ihren Höfen, die oft genug mehr Lichtschacht als Hof find, da ist der erste Anblick in der Morgenfrühe die graue Mauerwand vom Gegenüber. Im Neubau, da wird die Balkontür aufgemacht und der Sonnen- schein hereingelassen. So nebenbei weht der Herbstwind ein paar dürre Blätter in die Stube, die sind von einem der vielen Bäume, die längs der stillen Straße stehen. Dann auf ins Bade- Zimmer. Da'st nun ein Apparat, an dem werden genau drei Hand- griffe gemacht, dann strömt das heiße Wasser heraus. Sogar zum Regulieren ist die Sache, ob der Strahl heißer oder kälter sein soll. � Eine kleinere Ausgabe solch eines Wormwasscrbcreiters— der wohl- gemcrkt nichts mit der teuren Warmwasserversorgung zu tun hat— hängt in der Küche über dem Abwaschtisch. Das ist auch so etwas Die beste Reklame für die Neubau ivohnungen maren die Neubauwohnungen selber. Denn tausendfach mar es so: einer besah sich noch einmal gründlich seinen Geldbeutel und madile dann den Anfang mit dem Umzug in den sagenhaften Neubau. Dann kamen Freunde und Tanten, die fanden alles munderschön. Jeder rvünsdife, auch solch eine Wohnung zu besitzen. Letzten Endes fiel immer die Bedinung zugunsten der N eubaumohnnng aus. Zwei Zimmer im Altbau kosten mit den Nachkriegszusddägen auch sdion über fünfzig Mark, und was sind das für Wohnungen. Reden mir erst gar nidit davon. Dagegen die Neubaumohnung, die kostet zehn, zwanzig Mark mehr, und dafür ist sie etwas Feines. Auch ohne Zentralheizung und 11 arm masser oer sorgung, denn diese beiden Dinge madien die Neubauwohnungen erst so sündhaft teuer. Abgesehen von anderen Momenten paßt es eben nicht jedem, sedts lange Sommermonate für eine Sadte fünfzehn oder zwanzig Mark im Monat zu zahlen, von der man gar nidifs hat; denn geheizt wird ja im Sommer nicht. Aber es ist nicht so wichtig, daß wir uns gleich am Anfang über die F rage Preßkohlen oder Zentralheizung ereifern, wir wollen erst einmal in ein Neubauviertel gehen. In irgend eins, und wenn mir wegen einiger Dinge schließlich mit cleip Zeigefinger drohen, dann mag sich, derjenige die Jacke anziehen, dem sie paßt..,. Neues: Abwaschtisch, das praktischste für die 5)ausfrau, was es gibt. Ueberhoupt alles in einer Reihe: Kochmaschine, Wasser- decken, Abwaschtisch, Speisekammer. Totsächlich stellt ja die eine Hälfte einer Neubauküche heute der Wirt voll. Das ist ein Segen. Denn dadurch hört endlich jener grenzenlose Unfug auf, die ganzen Wände mit sogenannten„Küchenbrettern" zu vernageln, auf denen die unsinigstcn Töpfe und Büchsen als Staubfänger paradieren. Andere Dinge kommen hinzu: es gibt in den Neubauten Gottseidank keine„Kegelbahnen" mehr: die düsteren, langen Korridore.. Von jedem Zimmer aus sind es nur ein paar Schritte bis zur Wohnungstür. das ist wichtiger als so manches andere. Ilm jeden Tag dem Briefträger zu öffnen, läuft die Hausfrau in der Neubauwohnung, aufs Jahr gerechnet, vielleicht drei oder vier Kilo- meter. Um die ganzen Ecken und Winkel der Altwohnung herum aber sicher 30 bis 40 Kilometer. Nun rechne man dazu einmal aus, wie oft heutzutage an die Tür geklopft wird, zwanzig-, dreißigmal am Tage: da erspart die Hausfrau einen Weg, der von Berlin bis Paris reicht. Rur. weil die Neubauten endlich zweckmäßige Grund- risse haben. So sind die Annehmlichkeiten den ganzen Tag zu spüren und wer zu nachtschlafender Zeit nach Hause kommt, der knipst die Treppenbeleuchtung an und„lenkt freudig seine Schritte zu der heimatlichen Hütte". Auf den dunklen Altbau treppen mußte er immer damit rechnen, entweder sitzt ein Räuber auf der Treppe oder er stolpert und bricht, sich das Denick. Nein, nein, sie haben schon etwas für sich, die Neubauwohnungen, eine ganze Menge fCT�dTT".......—......"■____ Die unvermeidlichen Kinderkrankheiten. Wo viel Licht, ist auch viel Schatten. Zille hat mal een schnenet Bild jcmalt, det wa'n Drockcnwohna. Die gab es in der Vorkriegs- zeit, sie wohnten die Neubauten erst einmal trocken. 5ieute müssen das die Neubaumietcr selber machen. Dafür kriegen sie dann ja euch fünfjährige Mietverträge ausgeknallt. Eines schönen Tages verfärbt sich nämlich die Tapete.„Gott behüte", sagen die Männer zu den Frauen,„das bildest du dir doch nur ein!" Bis die Flecke deutlicher werden und was ist denn das? Die ganze Ecke sitzt ja voll Schimmel. Auf zum Wirt. Der knöpft sich das Jackett zu und sagt:„Erlauben Sie mal, das ist doch nicht meine Schuld, Sie müssen heizen, und immer die Fenster aufhaben, vor allem die oberen. Und nachts, da müssen Sie alle Zimmertüren ausmachen, damit sich die Lust verteilen kann." So reden die Haus- wirte und sind beinahe entrüstet, daß sich die Mieter beschweren. Natürlich haben die.H a u s p a s ch a s die Schuld: sie hätten doch den Bau erst trocknen lassen können. Aber am Tage vor dem verab- redeten Einzug da wurde oftmals erst noch der Fußboden gestrichen. Oder plautz, fällt der Putz von der Wand. So groß wie eine Hand. Auf zum Wirt. Der Wirt knöpft sich das Jackett zu und sagt:„Erlauben Sie mal, das ist doch nicht meine Schuld, das sind kleine Kalkstllcke, die löschen im Mauerwerk jetzt nach und sprengen den Putz ab. Was, Risse haben Sie auch an der Decke? Aber dafür können wir doch nicht, das Balkenholz arbeitet eben noch, und das ganze Gebäude setzt sich, dadurch entstehen die Risse. Wenn erst 5)olz und Mauerwerk zur Ruhe gekommen sind, dann werden wir die Risse verschmieren. Auf Wiedersehen, Frau Kaczmarek!" ...Die Axt im. Hang erspart den Zimmermann, und so kriegen.die Neustauwöhller ein halbes. Echoch Verhaltungsmaßregeln in die Hand gedrückt.- Eine heißt: Die p-fl e gl-i.ch e Behandlung von Neubauwohnungen. Da steht z. B. folgendes drin: „Schließt die Tür seitlich nicht, so ist sie gequollen. Man stelle sie in der Nähe des Ofens zum Trocknen auf, achte aber darauf, daß die Tür nicht verbrennt." Heiliger Strohsack, das muh ein Theater fein, fertige ketten Oberbett 6.0s IO.so 13.65 Unterbett 4.65 8.5g 11— Kissen.. 2.05 3.20 Am und andere Qualitäten Fertige Bett-Inlette Oberbett 3.65 7»» Unterbett 2.95 5.95 Kissen.. I.20 1.«5 und(ndert Praislagan . 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Es entwickelt sich folgendes Gespräch:„n Morsen!"—„Zum Gasmesser bitte."—„Bitte schön!"—„Tja, das sind 21 Kubikmeter und 1 Mark und fünfzig, das macht..."—„Wie bitte?"—_____ und 1 Mark und fünfzig, tja..."— ,�jch verstehe immer Bahnhof, was sagten Sie?"—„1,50 Mark macht Ihre Zählermiete, Frau Kaczma- rck." Jetzt geht es los. Der arme Gasmann, der natürlich nichts dafür kann, daß ein Gasmesser im Altbau 40 Pf. Monatsmiete kostet, im Neubau aber 1,50 Mark. Ebensogut könnte ja jemand kommen und sagen, die Gasmessermiete tostet im Neubau 5 Mark. Bis die Hausfrauen sagen, der Gasmann soll den ganzen Krempel wieder abholen. Worauf der Gasmann antwortet:„Liebe Frau, der Warmwasserbereiter und die anderen Dinger gehören ja gar nicht den Gaswerken, die gehören dem Hauswirt. Dann müssen Sie das dem sagen." Womit die Sache nur noch komplizierter wird, wenn die Gaswerke für Dinge 1,50 Mark Miete nehmen, die ihnen gar nicht gehören. Dann wundert man sich nachher über Miß- stimmung. Aber die Kirche soll im Dorfe bleiben. Wenn es nur das eine wäre: nicht mehr den Lärm der Innenstadt hören zu müssen, nicht mehr in einer der alten Radaustraßen zu wohnen, nicht mehr den dicksten Benzingestank Tag und Nacht aufriechen zu müssen, son- dcrn jetzt still und ruhig und in halbwegs reiner Luft unker grünen Bäumen wohnen zu können, schon dann lohnt sich die ganze Neubauwohnung. Man beeile sich nur, von der Seite des Wirtes her, die Kinderkrankheiten der neuen Wohnungen etwas schneller zu überwinden. Oer Mord an den Gchupo-Offizieren. Die Auslieferung des mutmaßlichen Täters. Ter Kommunist Heinrich BlSser, der unter dem Berdacht der Kstittäterschnft bei der Ermordung der Bcr- liner Polizeioffiziere Anlauf und Lenk steht, die bekannt- lich am Biilowplat? vor dem.Kino„Babylon" hinterrücks erschossen wurden, und kürzlich im Taargebiet festge- nommen wurde, ist auf Grund des Haftbefehls von den zuständigen Polizeibehörden in Saarbrücken in Untersuchungshaft genommen worden. Ta sich Blöser im Saargebiet lediglich ohne Anmeldung aufgehalten hat, wird er in Saarbrücken nicht länger in Haft be- halten. Er wird sobald als möglich im Auslieferungs- verfahren nach Deutschland abgeschoben werden. Aach einer Meldung aus Saarbrücken soll die Ae- gicrungskommission bereits ihre Zustimmung für die Auslieferung nach Berlin erteilt haben. Danach ist zweifellos noch im Lktobcr mit der Ueberführung des mutmaßlichen Mörders nach Berlin zu rechnen. Gtadtrat Genosse Wnhky 60 Jahre. Stadtrat Wutzky hat zu seinem heutigen(30. Geburtstage den folgenden telegraphischen Glückwunsch erhalten: Napiens der Gc- mechdekörperschaften senden, wir.?lmen. sehr geehrter Herr. Kollege, herzlichste Glückwünsche zur Vollendung des.6?. Lebensjahres. Am'chcütigen Tage gedenken wir in dankbarer Anerkennung der wertvollen Arbeit, die Sie in mehr als einem Jahrzehnt auf allen Gebieten der Stadtverwaltung mit unermüdlicher Schaffensfreude geleistet haben, und geben dem Wunsche Ausdruck aus weitere ge- dechlich« Zusammenarbeit zum Wohle der Reichshauptstadt. Ober- bürgermeister Dr. S a h m. Stadtverordnetenvorsteher Haß. b. Wclllierschuhtag in Berlin. Am Heuligen Sanntag, dem 4. Oktober, abends 8'A Uhr, findet im Festjaal der Gesellschaft der Freunde, Potsdamer Straße 9, der 6. Berliner Welttier- s ch u tz t a g statt. Schriftsteller Heinrich Zimmermann, der Schöpfer des Welttierschutztages, und Joseph Delmont sind die Sprecher WBIWDBtffcfc� «i Heinrich Silvester kichert, und Herr Schaiak stimmt aus geschäftlichen Rücksichten in das Kichem ein. obgleicht ihm gar nicht fröhlich zrimute ist. Was der Herr Geschäftsinhaber erzählt, stimmt nicht. '„Die Farben fallen nach Muster aus." Herr Schaiak macht eine kleine Verbeugung.„Wie können vergleichen." Er kramt in seinem Koffer herum. Heinrich Silvester wird ungehalten.„Lassen Sie nur, ich weiß, was ich sage. Die Sendung geht zurück. Mit dem Umtausch ist es nicht so eilig." Er komplimentiert Herrn Schaiak aus dem kleinen Kontor hinaus. Um Heinrich Silvester reinzulegen, müssen gewisse Herr- schasten früher aufftehen. Man ist weder ein unbeschriebenes Blatt noch arglos vom Himmel gefallen. Dieser geleckte Herr kann einem alten Geschäftsmann nichts vormachen. Die Farben sind ungleich, und die Größe stimmt nicht. Der gewöhnliche Anblick! Nichts zu tun. Heinrich Sil- vester sieht sich in seinem schönen, mit Mahagoni ausgelegten Laden um. Ein trostloser Feiertag! Andres und Prösch, die Verkäufer, ordnen Krawatten, die in mustergültiger Ordnung von den zu diesem Zweck bestimmten Regalen hängen und nicht geordnet zu werden brauchen. Doch die beiden fühlen die Augen des Chefs auf sich ruhen, und unbeschäftigtes Personal ist für jeden Chef selbst in toten Zeiten ein Stein des Anstoßes. Fräulein Schmidtke, die Kassiererin, bekritzelt einen Black. Das ist ganz überflüssig, denn an diesem Bar- mittag hat noch kein Käufer den Laden betreten. MinirNalo Einnahmen, und die Miete läuft weiter. Wenn man über lisgende Gelder verfügt, kann man sich einfach nicht vor- stellen, wie schnell ein Monat zu Ende geht. Man vegetiert dahin, bis schließlich alles zuscnnmenkracht. Mit Manfreds Geld wurden drei Wechsel bezahlt, und am nächsten Ersten drohen neue. Am besten, man macht die Bude zu. und die Gläubiger mögen sich um die Masse boren und sich die Nasen- bcine zerschlagen. Heinrich geht zur Kasse. „Fräulein Schmidtke, klappern Se doch n bißchen auf der llcbcrall, in den Laubenkolonien und in den Schreber- gärten, wurden jetzt die sogenannten Erntefeste gefeiert. Der Text Ist den Berlinern bekannt:.Luftig geht's bis morgen früh! hoch die Laubenkolonie!" Erntefeste? Was wird hier schon geerntet? wie ist es denn überhaupt möglich, daß innerhalb des Häusermeeres Berlins noch Kleingärten bestehen? Nach der letzten Statistik sind aber noch zirka 17 266 Hektar Bodenfläche in Berlin unbebaut. Das heißt, daß noch ein Fünftel Berlins als Freistächen leer stehen. Diese Flächen sind zum größten Teil als Kleingärten in den Händen von Laubenkolonien. Was in diesen Kolonien für die Berliner Bevölke- rung an Nahrungsmitteln erzeugt wird, ist wohl nur den wenigsten bekannt. Können sich die Qualitäten auch nicht immer mit denen der Landwirtschaft messen, so geben sie doch Kunde von dem großen landwirtschaftlichen Interesse des Berliners. Für so manchen Großstädter bedeuten die Ernten in den Schrebergärten die Nahrung für das ganze Jahr. Kartoffeln und Gemüse werden geerntet. Diese im Keller eingelagert, jenes in Gläsern eingemacht, so ist her Küchenzettel auf einige Zeit hinaus fertiggestellt. Was wird bun an den einzelnen Arten eingefahren? Selbstverständlich stehen die Kartoffeln bei den Ernten cm erster Stelle. Im Jahre 1930 wurden insgesamt 456 400 Doppelzentner Kar- toffeln geerntet. Damit nimmt diese Frucht, die ja auch den Hauptteil der Ernährung der Berliner ausmacht, die erste Stelle ein. Gegenüber dem Vorjahre ist«ine Steigerung in diesem Volks- .Nahrungsmittel von rund 20 Proz. festzustellen. Was dies gerade für die Bevölkerung Berlins bedeutet, namentlich für die Er- wcrbstätigen, wird jeder am eigenen Haushalt ermessen können. Treu der Partei! Eine Entschließung der berliner Kinderfreunde. Die Helferversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Kindersreunde, Bezirksverband Groß-Bcrlin, hat nach einem Referat des Genossen Dr. Kurt Löwenstein Stellung genommen zu der politischen Lage, die durch die Abtkenming der Gruppe S e y d e w i tz- R o s e n f e l d für die Kindersreunde- bewegung geschossen worden ist. Sie bekennt sich zu diesen Grundsätzen: „Die kindrrsreundebeweguag ist ein« sozialistische Erziehungsbewegung. Sie will Menschen erziehen, die am Aus- bau einer sozialistischen Gesellschaft akliv teilnehmen. Sie leitet ihre Grundsätze und ihre Maßnahmen nicht von der Taktik der politischen Tagessragen ab. Diese Erkenntnisse haben die Hallung der Helscrschafl bisher eindeutig bestimmt. Sie müssen auch für die Zukunft bestimmend bleiben. Die persönliche Entscheidung de» Einzelnen zu den Fragen der Porlei und ihrer Taktik wird durch die An- erkennung dieser Grundsätze nichl berühr«. Die Entwicklung unserer Organisation zu�einer großen Bewegung ist nur möglich gewesen im Rahmen einer ei nch'eit- lichen Sozialdemokratischen Partei. Die Partei hat in allen ihren Instanzen unsere Arbeit gefördert und durch entschlossenes Eintreten uns in entscheidenden Situationen unterstützt. Es ist unmöglich, außerhalb der Partei oder gar im Gegensah zu ihr eine zweite umfassende sozialistische Erziehungs- organifalion auszubauen. Darum ist auch in Zukunft die Zu- geHörigkeit zur Sozialdemokralischen Partei oder der Sozia. lislischen Arbeiterjugend unerläßliche Borbedingung für die Mitarbeit bei den Kindersreunden." Die Vollversammlung forderte olle Helfer auf, der Partei und Registriertasse. Ich liebe solche Musik." Jetzt glotzt mich die Gans sprachlos an. Heinrich zieht ein glubfchcs Gesicht. Witze versteht se auch nicht.„Na, lassen Se. Lesen Se weiter in Ihrem Roman." Er befühlt den Stoff eines seidenen Oberhemdes, eines Prachtstückes moderner Wäschekultur. Schöne Ware. Nur die Käufer fehlen. „Wir könnten die breiten Schleifen um fünfzig Pfennig heruntersetzen, Herr Rösch. Sternfeld wirft die Dinger schon den Leuten nach. Lassen Sie heute noch neue Preisauszeich- nungen schreiben." Herr Rösch nickt beflissen. Er ist glücklich, daß er etwas zu tun bekommt. Das zwecklose Herumstehen bereitet auf die Dauer keinen Spaß. Die Tür wird geöffnet. Heinrich glaubt, es geschehen plötzlich Zeichen und Wunder. Also manchmal findet doch ein Käufer den Weg zu ihm. Leider hat er sich zu früh ge- freut. Der Eintretende ist nur sein Bruder James. „Nanu? Was verschafft mir die Ehre?" Heinrich wird nicht von James mit allzu häufigen Besuchen verwöhnt. „Ich fuhr gerade vorbei, und die Börse beginnt erst in einer Stunde." James grüßt das Personal mit erwählter Liebenswürdigkeit. Die Brüder gehn ins Privatkontor, das durch eine Glas- tür von dem kleinen Vüroraum getrennt ist, in dem sich eine hübsche, blonde Kontoristin die Finger manikürt und von einem jungen Mann träumt, der ihr heute früh in der Straßenbahn gegenüber saß. Zu schreiben und zu rechnen liegt nichts vor. „Wie gehts?" fragt James, um etwas zu fragen und einen Anfang zu finden. „Wie soll's gehen!" Heinrich sucht im Schreibtisch nach einer Kiste guter Zigarren.„Du stellst Fragen, James, auf die zehn Weife nicht antworten können. Also, damit du beruhigt bist, es acht faul, oberfoul. Willst du mir vielleicht Käufer beschaffen?" Er hat die Zigarren gefunden.. Weißt du, manchmal möchte ich mich ohrfeigen, daß ich Vaters Manufakturgeschäft aufgab und mir diesen stinkfcinen Laden kauft«, diese Pleite in Reinkultur. „Du übertreibst", versucht James zu trösten,„früher war er eine Goldgrube, und dein Manufakturgeschäft wäre jetzt auch längst von den Warenhäusern aufgefressen." „Was wird nicht aufgefressen." Heinrich wütet über seine Zigarre, die schief glimmt.„Alle selbständigen Existenzen rüsten sich zum Sterben. Die ganze Welt besteht nur aus Angestellten, ein paar Große machen das Geschäft, und wir Aber nicht nur Kartoffeln wurden gepflanzt, auch manche anders Fqldfrüchtc waren sehr beliebt. So nehmen zum Beispiel die noch von der Kriegszeit her so. sehr verachteten Runkelrüben sogar den zweiten Platz im Anbau ein. Während noch im Vorjahr nur 104 000 Doppelzentner eingefahren wurden, betrug die letztjährige Ernte nicht weniger als IM 000 Doppelzentner. Dies ist ebenfalls ein Mehr von ungefähr 90 Proz. Einen nicht unerhed- lichen Rückgang haben allerdings die Mohrrüben und die Zuckerrüben sowie ber Roggen und das Heu erfahren. Während noch im Vorjahr 19 500 Doppclzentner Mahrrüben ge- erntet wurden, betrug die diesjährige Ausbeute nur 6270 Doppcl- zentncr. Von 12700 Doppelzentner Zuckerrüben im Vorjahr brachte die diesjährige Ernte nur 7280 Doppelzentner, 200 000 Doppelzentner Heu von 1930 und 185 500 Doppelzentner 1931, das ist auch ein beträchtlicher Rückgang! Dieser Verlust wird sich hauptsächlich bei der Vieh- und P f c r de f ü t t c ru n g im Winter bemerkbar machen. Auffallend ist auch der Rückgang bei der Roggenernte. Den 92000 Doppelzentnern des Vorjahres stehen nur 77 640 Doppelzentner entgegen. Etwas günstiger sind die Ernten bei Weizen, Gerste und haser. 3m Borjahre wurden 5300 Doppelzentner Weizen erzeugt, in diesem 3ahre 5860 Doppelzentner. Beim Hafer ist das ver- hällnis 23 940 zu 37 220 Doppelzentner, bei der Gerste 7220 zu 7700 Doppelzentner. Es kann also festgestellt werden, daß die Berliner nicht nur „Pflastertreter", wie sie ja zu Unrecht im Brandenburger Volks- mund genannt werden, sind, sondern auch von der Landwirt- s ch a f t einiges verstehen. Man sollte dem Berliner nur genügend Land zur Verfügung stellen, dann wird er auch beweisen können, daß er ebensogut Landwirt wie.. Fabrikarbeiter sein kann. damit der Zlrbeit für die Bewegung der Kinderfreunde treu zu bleiben.— Die Entschließung wurde mit 260 gegen 6 Stimmen angenmnmen. Oie Winierhilfssammlung. Ein Nunderlaß des preußischen Staatskommissars. In einem R u n d e r l a ß des preußischen StaatstomwissorS für die Regelung der Wohlfahrtspflege an die Ober- und Regie- rungspräsidenten wird auf die Sammlungen der Winterhilfe hingewiesen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mittellt, ersucht der preußische Staatskommissar für die Regelung der Wohlfahrtspflege im Einvernehmen mit dem Minister für Volkswohlfahrt die Ober- und Regierungspräsidenten, die erfolgreiche Durchführung des Hllfs- werks durch Erteilung weitestgehender Sammlungsgcnehmigung-n, durch Zusammenfassung aller zur Mitwirkung bereiten und bc- rufenen Kräfte sowie durch Verhinderung unsachgemäßer, zu einer Zersplitterung der Mittel führender Sonderaktionen tat- kräftig zu fördern. Von ausschlaggebender Bedeutung kann hierbei die Mitarbeit der Preise sein, aul'dcren Mt'eilkgung bn allen Verhandlungen über Maßnähmen der''Sannnlungspropassanda daher besonderer Wert zu legen sein wird. Am Grabe Stresemauus. Anläßlich der Wiederkehr des zweiten Jahrestages de- Takes von Reichsaußenminister Dr. S t r« s e m a n n wies gestern sein Grabhügel auf dem Luisen städtischen Friedhof Blumen- und Kranzschmuck auf. Man sah neben dem noch gut erhaltenen Kranz von B r i a n d mit der Schleife in den französischen Landes- färben eine große Anzahl von Kranz- und Blumenspenden An- gehöriger, persönlicher Freunde und Verehrer des Staatsmannes. sehen in den Mond. Du auch, mein teurer Bruder. Dir wird ebenfalls das Wasser bald bis zum Halse stehen." Heinrich übertreibt bewußt, aber die Ohrfeige kann James, der'sich noch immer ein eigenes Auto leistet, ruhig einstecken. „Besser geht es dir jedenfalls als deinem armen Bruder", beendet er seine geistvollen Ausführungen. Scheinbar weiß James nicht, daß der Aeltere mit dem Erstickungstode ringt. Man muß ihm den Star stechen. James nimmt die Morgenzeitung vom Schreibtisch, streicht sie über dem Knie glatt und legt sie wieder ungelesen zurück.„Ich schlafe auch nicht auf Rosen, lieber Heinrich. Disponiere mal in dieser irrsinnigen Zeit. Kaum hat sich ein Preis stabilisiert, man glaubt günstig mit Amerika ab- geschlossen zu haben, da fängt Rußland an zu unterbieten, und alles rutscht ab. Manchmal fühle ich den Erdboden unter uns wanken. Ich glaub', eines Tages bricht das ganze Gebäude in sich zusammen, daran ändert auch Eriksons Rederei von der eisernen Faust nichts!" „Wir haben Milliarden sinnlos in die Luft gepulvert", meckert Heinrich.„Jetzt leiden wir unter den Folgen. Du konntest auch nicht abwarten, bis sie dich holten. Mußtest unbedingt als Freiwilliger mitlatschen, hattest Angst, der Kohl würde ohne dich nicht gar werden. Wir waren damals verrückt, und unsere Krankheit ist bedeutend schlimmer ge- worden." Heinrich schüttelt resigniert den Kopf. Wo"ist Hilfe? Niemand weiß es. Was geht mich das jetzt an? James wirft die Zigarre, die er fast zur Hälfte aus Nervosität aufgekaut hat, in die Aschenschale und zündet sich eine Zigarette an. Ja, ja, der Weltuntergang darf später eintreffen, bis dahin find jedoch andere Angelegenheiten zu regeln. Angelegenheiten, die dringend Klärung und Ordnung benötigen. Wenn Manfred hier wäre, erhielte dos Ganze ein esttfachcres Gepräge. Er würde Rot wissen und die kompliziert verschlungenen Fäden entwirren. Ich bin hcraekonunen, um mit Heinrich die Sache zu besprechen, um seinen Rat zu hören, schließlich ist Heinrich mein Bruder, mein östcrer und erfahrener Bruder, ober... James steht auf. „Ich werde jetzt gehen, die Börse sängt bald an. Ich habe Getreide zurückbehalten, das ich heut« verauktionieren möchte." Er zögert. Dann faßt er den Druder unter den Arm.„Was würdest du sagen, wenn ich mich scheiden ließe!?" Er probiert ein Lachen, ein helles, leichtsinniges Lachen, das über heisere Geräusche nicht hinauswächst. (Fortsetzung folgt.) JIr. 465• 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts «Sonntag, 4. Oktober 4934 Vor der Gparkassenreform. Keine Cntkommunalisierung.— Begrenzung des Realkrediis.— Verschärfte Liquiditätsvorschristen. Au-f der Iitbilöumstagimg des Deutschen Sparkassen- und Girooerbandes, die anfangs dieser Woche abgehalten wurde, wurde von allen Rednern, insbesondere vom Genossen S e v e r i n g, auf die kommende Spartassenreform hingewiesen und ihre Grundzüge skizziert. Die Grundgedanken der Reform, wie sie sich aus diesen Ankündigungen herauskristallisieren lassen, sind folgende: l. Die Sparkassen werden nicht entkommunalisiert, erhalten ober eigene Rechtepersönlichkeit. 2. Dem kommunalkredil der Sparkassen werden engere Grenzen gezogen. Z. Der Realkredit der Sparkassen wird begrenzt. 4. Es muh dafür gesorgt werden, dah die eiquiditötsreserven der Sparkassen bei den Girozentralen ausreichend sind und von den Girozentralen wirklich völlig liquid geHallen werden. Um diese Reformplän« verstehen und würdigen zu können, muß man von der Kreditkris« im Juli dieses Jahres aus- gehen. Die Klemme, in die die Sparkassen damals vorübergehend gerieten, ist von den Gegnern der öffentlichen Wirtschaft und der Kommunen in gehässigster und demagogischster Weife ausgenutzt worden. Man versuchte damals den Eindruck zu erwecken, als wären die Sparkassen von den Kommunen zur Ueber- fpannung des Kommunalkredits mißbraucht und ruiniert worden. Und es wurde mit diesen Verleumdungen die Forderung verknüpft, die Sparkassen den Kommunen aus der chand zu nehmen. Gleichzeitig benutzte man die günstige Gelegenheit, um auch Reformen des Sparkassenwesens in anderen Punkten durchzu- setzen. Die Sparkassen waren nämlich den privaten Kredit- iustituten allmählich unbequem geworden, und man v«r- langte deshalb, daß ihnen bankmäßige Geschäft« generell ver- boten werden. Dieser unverantwortlichen Hetze gegen die Sportassen wurde aber sehr bald der Boden entzogen, als sich herausstellte, daß das Geschäft der Spartassen an sich vollkommen gesund ist. Der Run vom 13. Juli entsprang bekanntlich Ursachen, die mit den Sparkassen al« solchen nicht das geringste zu tun haben. Daß aber eine Sparkasse auch bei solidester Ceschäftspolitit im Augen- blick eine« Runs keine hundertprozentige Aus- Zahlung vornehmen kann, ist«ine uralte nationalökonomisch« Erfahrung. Auch Brüning hat auf der Iubiläumstagung nochmals die Feststellung unterstrichen, daß sich die Grundlagen der Spartassen im allgemeinen als gesund erwiesen haben.„Im allgemeinen", da» soll wohl bedeuten, daß gewisse Mängel der Sparkassen» organisation al« solcher und einzelner Glieder dieser Organi» salwn zutage getreten sind, die ihrer Gesundheit zwar keinen Ab- druch tun, aber ihr« Aktionsfähigkeit in kritischen Situationen doch etwas abschwächen. Diese Mängel waren zum Teil lokal be» schränkt— wie die Krise der Landesbank für die Rheinprooinz aufgezeigt hat, bei der»in« einzeln« Bank mit Girozemralfunktionen zu stark durch Kommunalkredite illiquide gemacht wurde—, zum Teil lagen sie in der Anlage der Liquidität!!» rescroen bei Sparkassen und Girozentralen, die zweifellos reform- bedürftig ist. Die Schlüsse, zu denen man auf Grund der Vorgänge im Sparkassenwesen seit dem Ausbruch der Kreditkrise gelangen muß, sind daher folgende: Der Zusammenhang zwischen Kommunen und Sparkassen hat sich im allgemeinen glänzend bewährt. Vor allem haben die Kommunen trotz ihrer schweren Finanznot die Sparkassen nicht zu übermäßiger Kreditgewäh- r u n g an sie mißbraucht. Beweis dafür ist die Tatsache, daß die Verschuldung der Kommunen an die Sparkassen im Durchschnitt hinter der satzungsmäßig erlaubten Grenze zurückbleibt. So- weit sich die Girozentralen zu stark im Kommunaltredit engagiert haben, muß dem durch entsprechende Liquiditätsvorschriften, von denen noch die Rede sein wird, begegnet werden. Daher darf von einer Lockerung des Zusammenhangs Zwischen Kommunen und Sparkassen keine Rede sein, zumal die Kommunen doch nach wie vor mit der Haftung für die Sparkassen belastet bleiben. Hingegen ist gegen die Verleihung der eigenen R c ch t sp e r s ö n l i ch k e i t an die Sparkassen nichts einzuwenden, soweit die Sparkassen nach wie vor in der Hand der Kommunen bleiben. Eine betriebswirtschaftliche Reform dieser Art entspricht ja der Stellung, die wir gegenüber den öffentlichen Be- trieben überhaupt im allgemeinen einnehmen. Andererseits folgt aus dem Gesagten, daß für eine engere Begrenzung der Spartassentredite an die Kom- munen keine N ot wendigkeit besteht. Es muß nochmals betont werden, daß sich«in Mißbrauch des Kommunaltredits durch die Sparkassen selbst bisher nicht feststellen ließ. Er kann auch in Zukunft durch.die scharfen Revisionsmaßnahmen, denen die Spar- kassen generell und regelmäßig unterworfen sind, verhindert werden. Es ist im Gegenteil zu fordern, daß das in der Sparkassen- Notverordnung enthaltene verbot der Kreditgewährung der Sparkassen an die Kommunen endlich aufgehoben wird. Wir wollen auch hoffen, daß S e v e r i n g mit seiner An- tündigung, daß dem Kommunalkredit engere Grenzen gezogen werden müssen, nichts anderes gemeint hat, als daß die Giro- zentralen sich flüssig halten müssen und daher nicht mehr im gleichen Umfang Kommunalkredit« werden gewähren können wie bisyer. Dasselbe wird praktisch für die nächste Zeit leider auch für die Sparkassen gelten müssen, so lange nämlich, als nicht neue größere Einlagenzuflllsse ihnen wieder mehr Bewegungsfreiheit verschaffen. Was den R e a l k r« d i t der Sparkassen betrifft, so ist zuzu- geben, daß er im allgemeinen die illiquideste Anlage dar» stellt und tatsächlich in den letzten Iahren von den Sparkassen stark gepflegt wurde. Bei den preußischen Sparkassen sind die Hypothekartredite von 10,5 Proz. der reinen Spareinlagen am Ende des Jahres 1924 auf 42,3 Proz. Ende Juni d. I. angewachsen. Dieser Steigerung ist aber gegenüberzuhalten, daß vor dem Krieg die hypothken nicht weniger als 62 Proz. der Spareinlagen ausmachten. Die Sparkassen sind eben von altersher gewohnt, einen großen Teil ihrer Einlagen im Realkredit anzulegen. Sie gehen dabei von der an sich richtigen Vorstellung aus, daß Spar- einlagen keine Bankkonten sind, die in ihrer Höhe fort- während wechseln, sondern in ihrer Gesamthöhe wesentlich stabiler sind und daher nicht den gleichen LiquiditätsgrundsStzen unterworfen werden müssen. Dazu kam noch, daß den Sparkassen bei den Be- mühungen der öffentlichen Hand, die furchtbare Wohnungsnot der Nachkriegszeit zu beheben, eine besonders wichtige Aufgabe zufiel. Trotzdem scheint es uns richtig, daß die Grenzen des Realkredits für die Sparkassen heute enger gezogen werden müssen als vor dem Krieg, denn sowohl die Sparkassen als auch die Sparsinlagen sind heute stärker als vor dem Krieg in den moder- nen Krsditoerkehr einbezogen. Eine Begrenzung der Hypothekar- kreditgswährung auf 40 Proz. der reinen Spareinlagen würde uns daher im Interesse der Liquiditätsverbesserung der Sparkassen nicht unbillig erscheinen, obwohl, wie gesagt, für die Vergangenheit den Spartassen aus ihrer Förderung des Realkredits kein Vor- wurf gemacht werden kann. Sie haben im Gegenteil mit der Förderung des Wohnungsbaus eine volkswirtschaftlich außerordent- lich wichtige Aufgabe erfüllt. Wirklich reformbedürftig erscheint uns die Sparkassenorgani- sation daher nur in einem Punkt: In der Frage der Verwendung der Liquiditätsreserven der Sparkassen. Hier hat die Kreditkrise, wie schon erwähnt, wirtlich gewisse Mängel aufgedeckt. Die Vorschrift, daß die Sparkassen 10 Proz. der Einlagen als Liqui- ditätsreserve an die Girozentralen abzuführen haben, wurde zum Teil nur formell erfüllt. Die Liquiditätsreserven wurden nämlich zum Teil von den Girozentralen nicht genügend liquide angelegt. Daran trugen allerdings auch die Sparkassen mit Schuld, soweit sie nämlich ihre Liquiditätsreseroen bei den Girozentralen als Termingelder stehen ließen, um eine bessere Verzinsung zu er- zielen. Daß hier Wandel geschaffen werden muß, wird heute all« seitig anerkannt. Es muß in Zukunft darauf geachtet werden, daß die Sparkassen, sowie sie ihre volle Bewegungsfreiheit wieder erlangen, ihre Liquiditätsreseroen in der vorgeschriebenen Höhe auffüllen und sie mit täglicher Verfügbarkeit den Girozentralen zuleiten. Und es muh weiter darauf geachtet werden, daß die Girozentralen für diese Gelder nur die liquidesten Anlagen wählen. Welche technischen Wege beschritten und welche Sicherungen eingeschaltet werden sollen, um diese Ziele zu erreichen, ist eine Frage zweiten Ranges, die hier nicht weiter besprochen zu werden braucht. Natürlich muh man sich darüber klar sein, daß die Verschärfung der Liqulditätsvorschriflen für die Sparkassenorganisation einerseits die Rentabilität dev Sparkassen etwas herabdrückt, andererseits den Kredit- spielraum für die Kommunen einengt. Aber mit diesen un- angenehmen Begleiterscheinungen wird man sich im Interesse der absoluten Sicherheit und Solidität des Sparkassen- geschäfts abfinden müssen. Konzerne krachen zusammen. Mesenpleiten in den gelobten Ländern des Goldes. Di« T r a n» a m« r i c a Corp., die größte Finanzierungs- gesellschaft der Vereinigten Staaten und der Welt, teilte dieser Tage mit, daß sie infolge der Kursstürze der letzten Zeit in ihrer Bilanz Abschreibungen in Höhe von rund 800 Millionen Dollar hat vornehmen müssen. Die bei dieser Gesellschaft eingetretenen Verluste betragen also fast 3.4 Milliarden Mark. Man hatte in den letzten Jahren, als die Konjunktur gut und der Kursstand hoch war, Aktien zahlreicher Banken und Industrie- Unternehmungen aufgekauft, um sowohl aus den Kurssteigerungen, die erwartet wurden, Profit zu ziehen, als auch an den Dtvi- dendenausschüttungen dieser Gesellschaften teilzunehmen. Der dauernde Sturz der Aktienkurse hat das Riefen- vermögen der Gesellschaft im wahrsten Sinne des Worte» aufgefressen. Die Transamerica Corp. ist«ine Gründung der G i a n n i n i- Ä r u p p«. die in den letzten Iahren in der amerikanischen Finanz- weit ein« große Rolle gespielt hat. Giannini, ein in den Ver- einigten Staaten geborener Italiener, war zunächst in seiner Vater- stadt als Obst- und Gemüsehändler tätig, erwarb sich ein kleines Vermögen und gründete eine Bant, deren Kunden in der Hauptsache eingewanderte Italiener waren. Di« Bank entwickelte sich rasch aufwärts, aber entscheidend für ihre weitere Entwicklung war das gewaltige Erdbeben, das San Franziska im Jahre 1906 zerstörte. Giannini verstand es nämlich, alle Bücher und Wert-! papiere zu retten und konnte nicht nur den Kunden all« Einlagen, die zurückverlangt wurden, auszahlen, sondern darüber hinaus Italiener und andere Erdbebengeschädigte durch Kredite unterstützen. In den folgenden Iahren setzte die Bant ihren Ausstieg unentwegt fort und hat dann, besonders in der Nachkriegszeit, sich sowohl durch Fusion mit anderen Instituten als auch durch die Mitwirkung an größeren Transattionen zu einer Großbank ersten Ranges ent- wickelt. Dies« Bank, die ursprünglich den Namen Bank o s Italy führte, wurde im vergangenen Jahr mit dem System der Bank of America zusammengeschlossen. Die Bank of America ist ein« der ältesten und angesehensten amerikanischen Banken. Da nach amerikanischem Gesetz in den meisten Staaten der USA. Banken keine Filialen haben können, so entstanden in den verschie- densten Teilen des Landes Schwesterinstitute, die alle de» Namen Bank of America führten. Mit der in Kalifornien arbeitenden Bank of America fusionierte die Bank of Italy und führte seitdem den Namen Bank of America National Trust and Savings Association. Es ist dies die viertgrötzle Lank der Vereinigten Staaten. In der Bilanz für Ende 1930 wurde das gesamte Vermögen dieser Bank mit rund 5 Milliarden Mark bewertet. Die Einlagen betrugen insgesamt über 4 Milliarden Mark. Giannini hatte nämlich neben den Banken auch eine Reihe großer Beteiligungsgesellschaften ge- gründet(Jnsestmenttrusts), die erstens Jndustrieaktien der ver- schiedensten Unternehmungen zusammenkauften, zweitens aber die Aufgabe hatten, durch Erwerbung größer Aktienpakete der von Giannini beherrschten Banken eine Kontrollstellung über diese In, stitute auszuüben. Das von Giannini errichtete System ist nunmehr zusammen- gebrochen. Schon als Giannini sich die alte New-Porker Bank of America unterwarf, zeigte sich bei den alten Finanzmännern der Wall Street eine stark« Abneigung gegen diesen Emporkömmling. der sich anschickte, die alten Banken in ihren Tätigkeitsbereich zu verdrängen. Die jetzt zutage getretenen Verluste haben denn auch im Sinne der übrigen Finanzwelt dazu geführt, daß die Trans- america Corp. sich von der Giannini-Gruppe getrennt hat und daß die vorherrschende Bankenverbindung jetzt zu einem anderen Fi- nanzhaus führt, der Firma Lee Higginjon& Co. Dies ist «in auch außerhalb der Vereinigten Staaten stark hervorgetretenes New-Porker Emissionshaus, das in den letzten Jahren zahlreiche Auslands-, insbesondere Europa-Anleihen, aufgelegt hat und vor ollem eine enge Arbeitsgemeinschaft mit dem Zündholztrust einleitete. Zwischen Ivar Kreuzer und Lee Higginson& Co. bestehen seit einiger Zeit die intimsten Beziehungen. Nach der jetzigen Zusammensetzung des Verwaltungs- rats der Traneamerica Corp. kann man annehmen, daß der be- herrschende Einfluß jetzt endgültig bei Lee Higginson liegt. Giannini und seine Söhne haben ihre Sitze im Verwaltungsrat der Trans- america Corp. als äußeres Zeichen der Trennung bereits nieder, legen müssen. Wenn sich auch verschiedene New-Porker Bankiers über die Auf, lösung der Transamerica-Gruppe und über den Zusammenbruch des Giannini-Systems freuen, so schaffen doch die jetzt bekanntgeworde, nen Verluste im amerikanischen Publikum«ine Beunruhigung, die sich bereits zu einer schweren Vertrauenskrise mit gewaltigen Gold, Hamstereien im Gefolg« entwickelt hat. Kundensturm auf pariser Bank. Paris, 3. Oktober.(Eigenbericht.)' Die Pariser Bank Comptoir Lyon-Alemand hat ami Freitagvormittag ihre Zahlungen einstellen müssen. Auf Grund der in den Morgenzeitungen verbreiteten Nachrichten über die schwierige Lage der Bank hatten sich am Freitag früh zahlreiche Kunden vor dem Hauptbüro der Bank eingesunden, um ihre Gelder abzuheben. Niemand durfte jedoch die Kasse betreten, was unter dem Publikum starke Erregung hervorrief, die sich in Drohun- gen und Beschimpfungen gegen die Geschäftsinhaber auslöste. Die Der neue Mobelsioff PATENT GIRMES Die vollendete Art dieses Möbelberug Stoffes zu veranschaulichen, dient eine S0NDER-AUSSTELLUN6.PATENT 6IRMES MÖBELSTOFF" in dem Ausstellungsfenster der Firma Teppich Bursch, Berlin C 2» Spandauer Str. 32. In dem Ausstel« lungssaal der Firma Tepptch Bursch in der Möbelstoff-Abteilung in der Pitent äirmes Höbelstoff int eres- siertden Privetheushelt, Tapezierei; ArchiteVten u. s. v._ Anforderung von Mustern werden o«rn Ousgefunrt uno OM IL Etage werden Ihnen diese Patent Girmes Höbelbezugstoffc ohne Ver« bindlichkeit gezeigt, ihre Eigenart erklärt, die Vorzüge gegenüber an» deren Stoff«i9� arten erläutert, j Verkauf nur Berlinde 2, Spondaucr Str. 42 Polizei mußte schließlich den Sicherheitsdienst vor der Bant verstärken, um ein gewaltsames Eindringen der Kunden zu ver» hindern. Unterdessen tagte der Aufsichtsrot der Firma, kam aber zu keinem Beschluß über die angesichts der Zahlungsschwierigkeiten zu treffenden Maßnahmen Die Beratung wurde am Nachmittag fortgesetzt. Als die Mitglieder des Aufsichtsrates und die Direktoren am Mittag das Bankgebäude oerließen, wurden sie von den Kunden beschimpft und zur Auszahlung der Gelder aufgefordert. Der Bürgermeister von Reims hat am Freitag in einer Ber- sammlung der Leiter der dortigen Banken in Gegenwart eines Ber- treters der Bank von Frankreich den Borschlag gemacht, dem vor türzcm in Zahlungsschwierigkeiten geratenen C o m p t o I r d'Escoinpte de Reims einen Kredit von 23 Willionen Frank zur Weiterführung des Betriebs zu gewähren. Der Vorschlag ist bisher noch nicht angenommen worden. Neue pfundbaisie. Englische Hoffnungen auf Exportbelebung. Der Kurs des englischen Pfundes erlitt gestern einen erheblichen Rückschlag, nachdem er in den letzten vier Togen eine ziemliche Stetigkeit bewiesen hatte. Die Befestigung des Pfundes in den letztcik Septembcrtagcn hing mit den zahlreichen am l. Oktober fälligen Zinszahlungen für englische Anleihen zusammen, die naturgemäß eine stärkere Nachfrage nach Pfunden hervorriefen. Der gestrige Rückschlag läßt erkennen, daß die Befestigung des Pfundes in der Tat nur eine Folge der erwähnten Pfundeindeckun- gen war und daß jetzt wieder der labile Z u st a n d einreißt, in dem das Pfund von Tag zu Tag Schwankungen unterworfen ist. In New Dort wurde das englische Pfund gestern nur mit 3,83 gegen 3,93 Dollar am Vortage gehandelt, während das Pfund zum Franken von 97?» auf 95 Franken sank. Auch in Berlin war das Pfund mit lk,30 Mark gegen 16,80 Mark schwächer. lieber die Belebung der englischen Industrien nach dem Fallen- lassen des Goldstandards wußte der„Daily Telegraph" zu berichten, daß sich die Entwertung des Pfundes im Schiffohrtsgeschäft, Kohlen- bcrgbou und auch in der verarbeitenden Industrie bereits günstig ausgewirkt habe. Es sei auch bereits«ine erhebliche Senkung der Arbeitslosigkeit eingetreten. Besonders große Hoffnungen setzt die englische K o h l c n i n d u st r i e auf das Oftsesgeschäft, da sie bei dem gegenwärtigen Stand des Pfundes die besonders lästige polnische Konkurrenz auf den skandinavischen Märkten nicht mehr zu fürchten hat. Wie lange sich die englische Industrie dieser Scheinblüte erfreuen wird, wollen wir dahingestellt sein lassen. Jedenfalls>chei- ncn die Erwartungen, die man in England an die Exportbelebung und Einfuhrdrosfelung knüpft, reichlich hoch gespannt zu fein. Zunächst steht fest, daß die vielgepriesene Exportprämie auf Grund der Pfundcntwcrtung in vollem Umfange nur dem Bergbau zugute kommt, der tatsachlich in Höhe der Pfundabwertung den Kohlcttpreis auf dem Weltmarkt unterbieten kann. Anders liegt es schon bei den Industrien, die auf eine ausländische Rohstoff- einfuhr angewiesen sind, und zwar besonders in den Fällen, wo diese Einfuhren aus Ländern mit einem Goldstandard kam- men und sich für England zwangsläufig verteuern. Dieses dürfte in allererster Linie bei der B a u m w o l l e i n f u h r aus den Ver- einigten Staaten der Fall fein, während andere Importe von Roh- stoffcn, wie schwedische Erze und australische Wolle, sich für England wieder günstiger stellen, da diese Länder gleichfalls den Goldstandard aufgegeben haben. Die entscheidende Frage ober, die in der eng- tischen Oesfentlichkeit noch kaum diskutiert wird, Ist, wann die Preise pnd Kostenfaktoren für die Industrie nachrücken und damit die Exportprämie wieder aufzehren. Gewisse Keime hierfür sind in England zweifellos vorhanden. Leipziger TNitlelftandsbank schließt die Schalter. Die Bank für Handel und Gewerbe A.-G. in Leipzig hat am Sonnabend ihre Schalter schließen müssen und erstrebt ein ein- jähriges Moratorium an. Die Zahlungseinstellung wird mit den starken Abhebung»?, der Kundschaft seit dem 13. Juli de- gründet, die infolge der englischen Ereignisse in den letzten Tagen wieder eine besondere Steigerung erfahren hätten. Da eine Ver- wertung von Effekten nicht möglich war und daher keine Gelder für die vermehrten Abhebungen der Kundschaft flüssig gemacht werden konnten, sah sich die Verwaltung zur Schließung der Schalter ge- zwangen. Das gerichtliche Moratorium ist beantragt worden, um eine volle und gleichmäßige Befriedigung der Spar- cinleger und Kontendesitzer herbeizuführe» und die Außenstände möglichst restlos einzuziehen. Ein genauer Status liegt noch nicht vor, doch soll er aktiv sein. Eine zweite Automesse in Berlin. Auf Grund der guten Er- folge im Frühjahr 1931 wird in Berlin in der Zeit vom 17. bis 25. Oktober eine zweite Berliner Automesse veranstaltet. .Hinter der Veranstaltung steht die Sektion Groß-Berlin und die Provinz Brandenburg des R'eichsverbandes des Kraftfahrzeug- Handels und-gewerbcs. Der Großhandelsindex. Die vom Statistischen Reichs- o m t errechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 107,6 gegenüber der Vorwoche um 0,6 Proz. gesunken. Agrarstofse stellten sich auf 99,4, Kolonialwaren auf 93.'7, industrielle Rohstoffe aus 99,5 und industrielle Fertigwaren aus 134(1913— 100). Wochenprogranun des Berliner Rundfunks. Sonntag;, 4. Oktober: 6,30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. S: Für den Landwirt. 8.55: Stundenglockcnspicl der Potsdamer Garnisoukirche. 9: Aus der Kirche in Deutsch-Wusterhausen: Erntedankfest-Gottesdienst, Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. II: Schallplattenkonzert, 11.40: Jugendstunde. 12.10: Aus dem Theater am Bülowplatz: Feier des sozialistischen Kulturbundes. 13.30: Eltcrnstundc. 14; Populäres Orchesterkonzert. 15: Friedrich Eisenlohr liest eigene Dichtungen. 15.20: Operetten-Fantasien. 16: Sendespiel:„Kabale und Liebe" von Schiller. 18: Unterhaltungsmusik. 18.30: Irland. 18.55: Konzert. 10.20; Tagesglossen. 19.50: Sportnachrichten. 20: Aus der Staatsoper Unter den Linden:„Madame Buttcrfly", Oper von Puccini. 22.35: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik, Montag, 5. Oktober: 6.30; Funkgymnastik. Anschließend: Friihkonzcrt. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Hausfrauendeutsch. 15.40: Wie komme ich zu meinem Geld? 16.05:„Menschen unterwegs". Seltsame Reiseerlebnisse. 16.30; Konzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Sozialpolitische Umschau. 18.15: Unterhaltungsmusik. 18.50; Humoresken von Gerhard von Bölow. 19.10: Die bevorstehende Wejtabrüstungskonferenz. 19.35: Interview der Woche. 20: Aus Frankfurt a. O.: Ausschnitt aus dem Wohltätigkcifskonzert des Deutschen Musiker- Verbandes. 21; Tages- und Sportnachrichten. 21.19: Moderne Chöre. 21.20: Menschcnschicksale. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 6. Oktober: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend; Frühkonzert. 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Hausangestclltcnfragen als Ocgenwarts- und Zukunftsproblem- 15.40: Wetterbeobachtungen. 16.05: Gegenwartsfragen des deutschen Tierschutzes. 16.30; Konzert. 16.50: Jugendstunde. 17.10: Böchcrstunde. 17.40: Welche Aussichten bestehen für Wohnungsuchende? 18.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 18.25. Mitteilungen des Arbeitsamtes 18.30: Unterhaltungsmusik. 20; Stunde der Unbekannten. 20.40; Tages-, Wetter-, und Sportnachrichten. 20.50: Großer bunter Tanzabend. 22.15: Zcit- beriebte. Mittwoch, 7. Oktober: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert, 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Unter Fcucrland-Indianern. 15.40: Eine Viertelstunde Technik. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Konzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Hans Brandenburg liest neue Dichtungen. 18.20: Unterhaltungsmusik. 19.15: Medizinisch-hygienische Plauderei. 19.30; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.35: Assignaten und Inflation. 20: Musik aus der Zeit des stummen Films. 21: Opcrn-Ouerschnitt:„Der Wasserträger'* von Cherubini. Danach: Slawische Tänze. Donnerstag, 8. Oktober: 6.30: Funkgymiiastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert, 15.20; Ehen, die nicht geschieden werden können. 15.40: Filmnachwuchs. 16.05: Kunstwerke und ihre Schicksale. 16.30: Klaviervorträge. 17; Thüringer Sängerknaben. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Steuerzahlungen und Notverordnung. 18.15: Else Laske-Schülcr liest neue Gedichte. 18.30: Untcrhaliungsmusik. 29.30: Wovon man spricht. 20.50: Tages- und Sportnachrichten. 21; Sinfoniekonzert. Danach: Tanzmusik. Freitag, 9. Oktober: 6.30; Funkgymnastik. Anschließend: Fröhkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Einwinterungsarbeiten im Garten. 15.40: Der Feuilletonist. 16.05: Frauenleichtathlciik diesseits und jenseits des Kanals. 16.30: Jugendstunde. 16.50; Das neue Buch. 17; Zukunftssorgen der Stenographen. 17.25: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 17.30: Franz Baumann singt. 18; Zehn Minuten Funkhilfe. 18.10; Fritz Walter liest eigene Geschichten. 18.30; Tanz-Tee-Musik. 19.10; Politische Zeitungsschau. 19.30; Konzert. 20: Rückblick auf Platten. 29.30:„Die Räuber4* von Friedrich von Schiller. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Stunde für die Winterhilfe. Sonnabend, 10. Oktober: v 6.30; Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt 14; Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.40: Die höchste Instanz. 16.05: Unterhaltungsmusik. 17.45: Wanderung durch das Vplksmuseum für Frauenkunde. 18.05:„Das lebende Wasser". Erzählung von Anthos. 18.30; Auf zwei Klavieren. 19: Die Erzählung der Woche. 19.25; Der Zweck der Kunst." 20; Orchejstcrkonzert 2t: Tages- und Sportnachrichten. 21.10:..Pech mit Schallplatten*. Ein bunter Abend. Danach: Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, 4. Oktober: Ab 6.30: Uebertragung aus Berlin. 15: Die Gartcnblume des Monats. 18.30: Musik als Sprache. 18.55: Was ist auf der Erde noch unerforscht. 19.20; Reportage aus dem Berliner Zoologischen Garten. Deutscblandsender: 20: Aus Hamburg: Sonntagskonzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Montag, 5. Oktober: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Goethe und das deutsche Lied. 18: Hochschulfunk. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stunde des Landwirts. 19.25: Musiker-Porträts. 19.45: Viertelstunde Funktechnik. 20; Bilder vom heutigen Rußland. Deutschlandsender: 20.30: Aus Leipzig: Sinfoniekonzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 6. Okiober: 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Gespräche über Musik. 18; Sozialismus als Weltanschauung. 18.30; Stunde des Landes. 18.55; Wetterbericht, für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Fortgeschrittene. 19.30; Gedanken zur Zeit. Deutscblandsender; 20.15; Aus Köln:„Alles durcheinander**. 22: Politische Z�ltungsschau. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Unterhaltungsmusik. Mittwoch, 7. Oktober; 16; Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Goethe und das deutsche Lied. 18; Bleibende Werte der deutschen Dichtung 18.30: Hochschulfunk. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stunde des Beamten. 19.30: Volkswirtschaftsfunk. Deutscblandsender: 20: Aus Leipzig: Alte und neue Tänze. 21: Uebertragung aus Berlin. 21.10; Aus Leipzig:„Der Kampf um die Schiene". Szenen um Friedrich List. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 8. Oktober: I«: Pädasosischer Tunk. 16.3«: An, Berlin: Nachmltlaeskoneert. 17.30: Ans dem Leben der deutschen Kursen. 18: An den Grenzlinien des Lebens. 18.30; Spanisch für Porlgcschrittene. 18.88: Stunde des Landwirts. 10.30: Hocli- schulfunk. Deutschlandscndcr: 30: Aus rrankfurt a. AL: GroBcr bunter Abend. 33.18: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Freitag. 9. Oktober: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Ans Leipzig: Nachmiltagskonzert. 17.30: Hausmusik. 18: Der Kapitalismus in der Krise. 18.30: Hochschulfunk. 18.88: Wetterbericht für die Landwirtschalt. 10: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 10.30: Die Welt des Arbeiters. Anschließend; Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 10. Oktober: 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Hamburg; NachmtUagskorizcrf. 17.305 Viertelstunde für die Gesundheit. 18: Deutsch für Deutsche. 18.30: Hocbscbui- tunk. 18.88: Wetterbericht für die Landwinschatt 1»; Englisch für Anfänger. 19.30: Stille Stunde. Dcuischlandscnder; 30: Unterhaltungsmusik. 30.30: Aus Breslau: Bunte Reihe. 31.30: Aus Breslau: Abendberfchtc. 31.40: Aus Breslau; Unterhaltungsmusik. 33.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Allgemeine Wetterlage. 0wolkep|os.C5 heirer.d halb bedeck' 9wolkig.*bede(�R(<3en.AGraup«ln !Sdinee.=N«bel,'l' GewitiecQWnttetillo Im Laufe des Sonnabend wurde ganz Deutschland von etwas kühleren ozeanischen Luftmassen, die an der Südseite der gewaltigen nördllchen Depression ostwärts vordrangen, überflutet. Innerhalb des feuchten Luftkörpers giiktzen bei schnell wechselnder Bewölkung vielfach mäßige Schauer niederf Tiu� im Westen blieb es vorwiegend trocken. Die Temperaturen lagen meist weiterhin ziemlich hoch. In Mitteldeutschland und am Rhein wurde als Höchsttemperatur sogar etwa 18 Grad Celsius gemessen. Auf der Rückseite des ostwärts wandernden Tiefdruckgebiets geht jetzt kräftiger Druckanstieg vor sich. Da sich dieser in gleicher Richtung wie das Tief weiterbewegt, so dürfen wir für morgen in unserem Bezirk mit allmählicher Beruhigung und Besierung des Wetters rechnen. * Welteraussichten für Berlin: Zeitweise heiter und meist trocken, nach sehr kühler Nacht am Tage ziemlich mild, abflauende weslliche Winde.— Für Deutschland: Im Nordosten noch veränderlich, im übrigen Reiche allmähliche Beruhigung und Besserung des Wetters, nachts meist sehr kühl. U/ Die Staatliche Porzellan- Manufaktur Verlin stellt bis ID. 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Es wurden Schüsse von der gegenüberliegenden Straßenseite in das Lokal ab- gegeben und die Schaufensterscheiben von Kugeln durchschlagen. Auch die Polizei war genötigt, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Als Teilnehmer an den Unruhen waren sechs zum Teil jugendliche Personen wegen Landfriedensbruchs angeklagt. Die Aussagen widersprechen sich. Die Angeschuldigten, die zum Teil nach ihrer eigenen Angabc der Kommunistischen Partei angehören, b e st r i t t e n, sich an den Tumulten beteiligt zu haben. Sie wollen nur zufällig vorbeigekommen sein und von den Vorgängen vor dem Lokal nichts wahrgenommen haben. Dogegen bekundeten die Poll-. zeibeamten, die schon vor dem Eintreffen des Ueberfallkommandos in der Hauptstraße Dienst taten, daß sich etwa kurz nach 19 Uhr von der Potsdamer Straße und Steinmeßstraße her Menschen- mengen, deren Zahl sie auf 499 bis 599 schätzten, nach der Haupt- straße zu, teilweise auch auf Rädern, bewegt hätten. In der Nähe des Sturmlokals teilte sich die Menge in kleine Gruppen von vier bis fünf Personen. Ein Polizeioberwachtmeister, der vor dem Lokal Ausstellung genommen hatte, beobachtete auf der gegenüber- liegenden Straßenseite eine Gruppe von ungefähr vier bis fünf Personen, aus der zwei Schüsse in das Schaufenster des Lokals abgegeben wurden. Der Beamte hatte den Eindruck, daß der Schütze einen Mann vor sich als Deckung benutzte und über dessen Schulter hinweg feuerte. Unmittelbar nach den Schüffen sah er aus der Gruppe einen Mann weglaufen. Er verfolgte ihn. Der Fliehende lief nach dem Krankenhaus zu und geriet dort in eine Sackgasse. Nachdem der Flüchtende vergeblich versucht hatte, die hohe Mauer zu überklettern, wandte er sich nach den Grünanlagen. Da er auf die Anrufe des Beamten nicht stehenblieb, gab' dieser drei Schüsse auf ihn ob und verletzte ihn bei dem dritten Schuß leicht am Bein. Inzwischen war eine große Menschenmenge nachgekommen und nahm gegen den Beamten eine drohende Haltung ein, so daß dieser die Waffe gegen die Wenge richten mußte und sie so lange im Schach hielt, bis das Aebcrfallkommando erschien. Der Verletzte wurde festgenommen und als der Angeklagte Misch festgestellt. Misch behauptete, daß er von den ganzen Vorgängen nichts gewußt habe. Er sei zufällig vorbeigekommen und aus Angst weggelaufen, als auch die anderen Leute vor der Polizei flohen. Die Zeugen behaupten aber, daß er schon früher dabei- gewesen sei. In der Menge, die den Beamten bedrohte, befand sich auch der Angeklagte Bull. Er soll nach den Bekundungen des Be- amten gerufen hoben:„A r b e i t e r m ö r d e r, du Hund wirft nächstens dran glauben müssen. Dich haben wir uns schon längst gemerkt!" Der Angeklagte will diese Aeußerungen erst gemacht haben, als er auf den Wagen des Ueberfallkommandos geschoben worden war, und er will damit nicht den Beamten, sondern einen Mann aus der Menge gemeint haben, der sich auffällig und provo- zierend benommen hätte. Dagegen bekundete ein anderer Polizei- beamter, daß ihm Bull schon vorher in der Hauptstraße aufgefallen war, weil er anscheinend die Führerrolle spielte und die Menge auf- reizte und leitete. Das Schöffengericht Schöneberg, unter Vorsitz von Landgerichts- direktor S i n a p i u s. verurteilte wegen Landfriedensbruch die An- geklagten Bull zu 1 Jahr Gefängnis, Misch zu 5 Monaten Ge- fängnis und Schiemann zu 4 Monaten Gefängnis. Zwei An- geklagte wurden freigesprochen. Das Gericht hielt es für festgestellt, daß am 12. September in der Hauptstraße von Hunderten von Kommunisten, die schon an anderer Stelle einen Krawall verübt hatten, ein schwerer Landfriedensbruch begangen worden fei. Den Höhepunkt erreichte der Landfriedensbruch vor dem Sturmlokal, auf das Schüsse abgegeben wurden. Die Menge hat dann einen Polizei- beamten verfolgt und schwer bedroht. Lebe Woche einmal verlobi! Ein unerreichter Rekord. Es soll vorkommen, daß man sich alle Woche einmal vec- liebt. Vorkommen soll es auch, daß man sich des öfteren v e r I p b l. Daß man sich aber viermal im Monat verlobt, dürfte doch einen Rekord in der Liebesgeschichle darstellen. Der erst 27jäheig« H. P. Pollklesener hat diesen Rekord aufgestellt. Hierbei hat er es aber nicht verabsäumt, auch seine Bräute um recht erhebliche Beträge zu schädigen. Einen Rekord hat er übrigens schon darin aufgestellt, daß er trotz seiner Jugend bereits 21 mal vorbestraft ist. Fast olle Vorstrafen hat er wegen des gleichen Deliktes erlitten: Er ging konsequent auf Hei- ratsschwindcl aus. Tmtzdem sielen ihm immer wieder heirats- lustige junge Mädchen in die Finger. Ein kurzer Briefwechsel, ein Besuch im Cafä und ein. Ausflug nach irgendeinem Ausflugsort. das war stets die Einleitung. Bei einem dieser Ausflüge wurde er aber gefaßt. Eine Kranken- schwester, die er, als sie nachts aus dem Theater heimkehrte, an- sprach, wurde sein Berhchngnis. Er führte sie vor seine Villa, zu der er aber noch keine Schlüssel besitz«, da sie sich noch in den fjänden des Baumeisters befänden. Eins Malerrechnung über 199 Mark hätte er noch zu bezahlen. Die Krankenschwester lieh ihm nicht nur das Geld, sondern auch noch ihren Photoapparat, damit er von„seiner" Villa eine Aufnahme machen könne. Am nächsten Sonntag sollte in der Villa die Verlobung gefeiert werden, deshalb nahm er auch ihren Grammophonapparat mit. Als die glückliche Braut am Sonntag nach Finkenkrug kam, war der Bräutigam ausgeblieben, und sie muhte die Entdeckung machen, daß die Villa ganz anderen Leuten gehörte. Erst gestern im Gerichtssaal sah sie ihn wieder. Dort waren aber auch die anderen Bräute als Zeuginnen erschienen. Da war auch die 24jährige Hausangestellte Ida, der er auf der Straße bei der ersten Begegnung den Heiratsantrag gemacht hatte, weil „sie die Frau sei, die er schon lang« suche". Ida hatte er zum Kino- besuch eingeladen und dabei ihr Geld in Verwahrung genommen, weil er meinte, sie würde es sonst verlieren. Als sie sich nachts trennten, wagte Ida nicht, das Geld zurückzufordern. Der Gauner schwindelte ihr aber auch noch ihr« Armbanduhr ab, angeb- lich, weil seine Uhr in Reparatur sei und er pünktlich zum Stell- dichein am nächsten Tage erscheinen wollte. Einer Hausangestellten, seiner dritten Braut, hatte er auch von der Villa in Finken- krug, in der sie die Herrin werden sollte, erzählt und ihr gleich beim ersten Male 65 Mark abgeschwindelt. Weniger Glück hatte er bei der vierten Braut, die Verdacht schöpft«, als er von ihr Geld leihen wollte. Ihr gelang es auch den Schwindler zu entlarven und festnehmen zu lassen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zn einem Jahr Gefängnis und drei Iahren Ehrverlust. Razzia in Karlshorst! -12 wilde Bvchmacher festgenommen. Trotz ständiger polizeilicher Razzien versucht die Gilde der wilden Buchmacher immer wieder, ans den Rennbahnen ihre Geschäfte abzuwickeln. Auch bei dem gestrigen Rem«« in Karlshorst herrschte bei den.Wilden" wieder starker Betrieb. Ohne daß sie cs ahnten, zog sich das Netz des Verhängnisses um sie zusammen. Kriminalbeamte hatten-die Rennbahn und ihre nähere Umgehung genau_[onM£tt_ und auf ein verabredetes Zeichen fetzte eine Razzia ein, die unter Heranziehung eines Schupoausgebots vor sich ging. Auf der Renn- bahn selbst wurden allein acht wilde Buchmacher fest- genommen. Sie leisteten zum Teil heftigen Widerstand. Unter den Festgenommenen befanden sich wieder mehrere Männer, die erst kürzlich wegen des gleichen Vergehens vom Gericht abgeurteilt worden sind. Die bei ihnen gefundenen Geldbeträge sind erheblich. Auch in verschiedenen Lokafen in der Nähe der Rennbahn wurden vier wild« Buchmacher ertappt, die sich dort etabliert hatten. Nach Feststellung ihrer Personalien auf dam zuständigen Polizeit- revier wurden die Buchmacher wieder entlassen. Die tägliche Schießerei. Bor dem Haus« Gipsstraße 15 kam es gestern abend zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen Kommunisten und National- sozialisten. Dabei wurde der 28jährige Nationalsozialist Josef Gamm er durch einen Schuß niedergestreckt. Schwerverletzt wurde G. ins Lzedwigskrankcnhaus gebracht. Die Täter sind entkommen. Falschmünzerwerkstatt ausgehoben. Auf frischer Tat gefaßt. Vcainien der Falschgeldzenkrale ist es gelungen, in einer Wohnung im Norden Verlins eine Falschmünzerwcrk- fi ak i auszuheben und den Hersteller des Falschgeldes, einen Z0 Zahre alten Kaufmann Hans Jakob, festzunehmen. Jakob, der bereits längere Zeit von der Staatsanwaltjchoft wegen Betrugs steckbrieflich gesucht wird, hott« sich ein möbliertes Zimmer gemietet, in dem er ungestört„arbeiten" konnte, da die Wirtsleute tagsüber abwesend waren. Jakob stellte Zweimarkstücke her, die er auch selbst in den Verkehr brachte. Es handelt sich durchweg um sehr gut gelungene Falsifikate. Die Wohnungsinhaber hatten von dem Treiben ihres Mieters nicht die geringste Ahnung. Als die Beamten eindrangen, konnte der Falsch- münzer gerade bei der„A r b e i t" überrascht werden. Er hotte gerade 39 Falschgeldstücke hergestellt. Wieviel er»m�gonzen umgesetzt hat, wird noch nachgeprüft. Das gesamte Hcrstellungsmatcrial wurde beschlagnahmt. Jakob ist inzwischen dem Richter vorgeführt worden. Cm Gauner gesucht! Er hat in Holland 2S00 Dollar erbeutet. Die deutschen Polizeibehörden sind von Holland um die Unter- stützung zur Festnahme eines internationalen Gauners ersucht worden, der in H a a r l e m und Lehden rund 2899 Dollar mit gestohlenen Traveller-Schecks erbeutet hat. Bei einem Bankgefchät in Haarlem erschien kürzlich ein Mann, der vierzig Traveller-Schecks über je 59 Dollar auf den Namen Leo Kaleel vorlegte. Als Legitimation zeigte der angebliche K. einen Reisepaß, der von einer schweizerischen Behörde ausgestellt war. Der Betrag von 2999 Dollar wurde daraufhin auch anstands- los ausgezahlt. Am selben Tage wurden auch bei einem Bankinstitut in Lehden acht Traveller-Schecks über je 199 Dollar präsentiert. Dieser Kunde nannte sich Josef Chestar Gibson und verfügte über einen Reisepaß aus denselben Namen. Die Summe von 899 Dollar wurde auch Gibson ausgehändigt. Bereits«inen Tag später wurde überraschend ermittelt, daß es die holländischen Banken mit i n t e r n a t i o n a l e n G a um c r n zu ttm hatten. Die Schecks waren sämtlich im August einein Amerikaner in Paris gestohlen worden. Wie dann die Untersuchung ergab, war der angebliche Gibson und Kaleel eine Person, der die Banken mit ge- fälschten Pässen hereingelegt hat..' Inzwischen komtte der Gauner nach«inm Photo zweifelsfrei als ein Igjähriger Rumäne Storion Jorgu festgestellt werden. der den internationalen Behörden bekannt ist und mehrfach steck- brieflich gesucht wird. Jorgu befindet sich angeblich in, Besitze weiterer gestohlener Schecks, die er noch einiger Zeit einzulösen versuchen wird. Die Spuren des Rumänen führen nach De u t j ch- land.- Gegen ihn besteht Häftbefch'l, die Auslieferung>st bereits beantragt. Achtung auf die Oienstwaffe. Ein unglückseliger Schuhe. Auf dem 51. Polizeirevier in der Swinemllnder Straße wurde am Sonuabendnachmiliag der Polizciwachtmeister Johannes Meier durch die lluvorsichtigkeit eines Kollegen angeschossen und schwer verletzt. Der Palizeiobcrwachtmeister F. war mit dem Reinigen seiner Dienstpistole beschäftigt. Durch einen Unglück- lichen Zufall kam der Beamte dem Abzug der geladenen und nicht gesicherten Waffe zu nahe. Ein Schuß löste sich, die Kugel drang Meier in den Leib und blieb im Becken stecken. M. fand im Staatskrankenhaus Aufnahme. Der unglückselige Schütze hat wogen des tragischen Vorfalls einen Nervenzusammenbruch er- litten.'> Hcrremohlen Damentehlen Berlins grösstes Schuhhaus Kindersohlen 60 Wir verarbeiten garantiert nur bestes Kernleder WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königetr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Strümpfe ■3� Strickwaren Trikotagen Große Posten Damensfrümpfe m künsil. Waschseide, Seiden- iffe Q ALJM DZ flor, Kunstseide mit Mako Df W plattiert, echt Mako W W ri1 Große Posten Herrensocken edit Mako (arbig reine Wolle, künsil. Waschseide oder echt Mako Jacqu.- Musler Kunstsd. plattiert mit Wollsohle u. 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Wert. jachen im Rathauje zu Serim-Neulalln gegen sosortige Bezahlung statt. Der etwa v-rbLctbende Bcrfaur!-überschui> kann vorn 30. Roneniber 1931 ab gegen Rfickgabe des Pfandscheines in Empfang genommen werdest. Die binnen Jahresfrist nicht abgehodenest Betrüge werden dem Bezirfswahlfahrtsamt überwiesen. B-riin-N-uIölln, den 28. September 1SZI. SfSdlizciiW teinaml in ksrim-WM, Erweiterung der Kassenstunden bei den Finanzömlern. Im Interesse der Steuerzahler sind die Berliner B i n a n ziassen bis auf weiteres an. den regelmäßig wiederkehrenden Fällig- keits tagen der Beichssteuem vom 1. Oktober bis 31. März bis 4 Uhr (Sonnabends nur bis l'/z vbr) für Einzahlungen geöHneü Fällt der Fälligkeitstag aul den letzten Tag eines Monats, so wird an diesem Tage von der sonst Üblichen Schließung abgesehen. Fällt der Fälligkeitstag auf einen Sonntag oder einen staatlich anerkannton Feiertag, so gilt die vorstehende Regolung für den nächstfolgenden Werktag. Der PrlUIdent de, Lande»flnanzaint, Berlin. Gabbe's UliraDstaltED I&IÄÄÄ Abitur., Obersek.-R., Theol., Philol. ITclsabban. Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe einer Vermögenserklärnng für RS3I. des Dritten Teils der Verordnung des Rcichsprüfidentcit Steueramncstieverordnung)—• vtctcljsgcfcg» Nach§ 15 Abs. vom 19. September 1931(Zweite...........—........-.. Matt I. 6. 493— wird mit Freiheitsstrafe, und zwar mit Gefängnis nicht unter drei Monaten, in besonders schweren Fällen mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestraft, wer vorsätzlich einer bestehenden Rechtspflicht zuwider eine Vurmögensertlärung 1931 bis zum Ablauf der Amnestiefrist: 15. Oktober 19»! oit nach htm etoiidc "ettfä vom 22. Mai IWl nicht abgibt, obwohl das stcurrpflichtigr Srsamtvcrmögl vom I. Januar 1931 dir nach z 8 dcs Pcrmögcnsstcucrgcsc (Reichsgesohblott 7 S. 287) maggrbrnde Freigrenze übersteigt. Mit Ruitficht hierauf werde», sofern das doclamtvermögcn nach dem eotauoe vom>. Banuar 11181: 2» WS RM. überstiegen Hai«nd eine Verntdaenserklarung 1987 bisher no6> nicht abgegeben worden ist, hiermit zur'Abgabe einer der- artigen Bcrmögensertlarung bei dem zuständigen Finanzamt aufgefordert: 1. alle natürlichen Personen(Deutsche und Richtdentsche). die im Inland entweder ihren Wohufih lzaben oder sich mehr als sechs Monate aufhalten, 2. alle nicht natürlichen Personen iz. B. Altiengesellschaften, Äesellschaflei: mit beschranttcr Hastung. Genossenschaften und dergleichen, rcchtsfühigc und nichlrechtsfühige Vereine. Stiftungen, andere Zweckoerbandc und der- gleichen, offeite Handelsgesellschaften. Kominanditgefellschaften und der. gleichen, Kreditanstalten des sftcnltichen Rechts), sofern der Eitz oder dcr Or> der Leitung im Inland liegt. Nicht zur Abgabe einer Vermögenserllarung verpflichtet find die im§ 4 des Permogenssteuergetetzes vom 22. Man 1.381. bezeichneten natürlichen und nicht natürlichen unbeschränkt steuerpflichtigen Personen, die bereits bisher von der Permögettssteuer befreit waren oder von dem zuständigen Finanzamt aus. drücklich von dcr Abgabe einer Dermägenserklärnng entbunden sind. Unberührt hiervon bleibt die Verpslichtuag zur Abgabe der Vezmögcn«. ertlärung für die natürlichen und nicht natürlichen Personen, die durch g». '''—-—- zur Abgabe der Bermögeuscr. ____ WM, Wer also«inen Erklärungs. Vordruck vom Finanzamt übersandt erhalten hat, mutz auf jeden Fall eiuc Bermögenserklärung 1931 abgeben. Wer im Kweifel ist, ob er eine Permägcnserklärunst 1981 abzugeben hat, kann Auskunft beim Finanzamt einholen. Vordrucke für dtc Vermögcnscrkläruug sind»neutgeltlich beim Finanzamt zu haben. Berlin, den 8. Oktober 1981. rziiutuug t LH. nie IIUIUI IIU/WII UHU tuusubauu tenduug eine, Vermögenserklärnngsvordrucks zui klärung 1331 besonders aufqetordezt worden sind. Die Finanzämter im Bezirk des Landesfinanzamts Berlin. 4. AsA- Gewerkschafiskongreß. Oer Weg des Neuproletariats. Von L. Aufhäuser. Der Zusammentritt des freigewerkschaftlichen Ange- stelltenparlaments in Leipzig ist ein Beweis dafür, daß die Gewerkschaftsbewegung auch in einer Zeit wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit, der seelischen und materiellen Not breiter Massen mit der ihr eigenen Stetigkeit und be- fonnenen Kraft weiterschreitet. Gerade jegt, da das Schiff des Kapitalismus steucrlos umhertreibt, da Hilflosigkeit die stärkste Eigenschaft der sogenannten„Wirtschaftsführer" zu fein scheint, sind die Gewerkschaften mehr denn je berufen, konstruktive Arbeit am Bau der Gesellschaft zu leisten. Während zahlreiche andere Tagungen abgesagt worden sind, hat vor vier Wochen der Kongreß des Allgemeinen Deutschen Gewerschaftsbundes stattgefunden. Morgen folgt der AfA- Gewerkschaftskongreß. Ausweglosigkeit und Anarchie weisen auf die absteigende Linie des herrschenden Wirtschaftssystems: Planmäßigkeit, Geineinwirtschaft auf die große organisato- rische Kraft einer neuen Zeit hin. Der Frankfurter Kongreß hat die Wirkungen einer ohne jede soziale Hemmung betriebenen Rationalisierung aufgezeigt und im Mittelpunkt seiner Forderungen das Postulat der 40-Stunden-Woche aufgestellt. Der Leipziger Angestelltenkongreß wird angesichts der Erschütterung des kapitalistischen Systems die Frage„Staat und Wirtschaft" zur eingehenden und grundsätzlichen Erörterung stellen. Beide Gewerkschaftsbünde wollen die zum Umbau der Gesellschaft und zur Reform der Wirtschaftsverfassung not- wendige Machtentfaltung vorbereiten. Dabei erwächst der Angestelltenbewcgung eine besondere und schwierige geschicht- liche Mission. Sie soll innerhalb des Neuproletariats die geistigen Voraussetzungen für den Befreiungskampf der Arbeiterklasse schaffen. Der voraufgegangene Hamburger Kongreß des AfA- Bundes hat eingehend die Untersuchungen über die Struktur des Proletariats von heute angestellt und zahlenmäßig be- stätigt, daß die Arbeiterklasse im Hochkapitalismus in sich differenziert und daß die Angestelltenschaft am st ä r k st e n angewachsen ist. Daraus erwächst aber auch der freigewerkschaftlichen Angestelltenbewegung heute eine ge- steigerte Verantwortung im Ringen zwischen Kapital und Arbeit. Der AfA-Bund wird sich, wie die Tagesordnung von Leipzig zeigt, dieser seiner geschichtlichen Mission für das ge- samte arbeitende Volk nicht entziehen. Zwei Referate stehen im Mittelpunkt des Kongresses. Es soll einmal die Prüfung der Ursachen des wirtschaftlichen Verfalles erfolgen und zum anderen der Weg des nächsten notwendigen ökonomischen Ge- schehens aufgezeigt werden. Dann aber wird die in weiten Angestelltenkreifen noch vorhandene bürgerliche Ideologie zu erforschen sein, um sie überwinden zu können. Der Kongreß wird im Zusammenhang mit der Entwicklung der großen Wirtschaftskrise beweisen, warum die fortschreitende Proletari- sierung auch das Heer der Angestellten immer mehr erfassen muß, und er wird gleichzeitig die psychologische Ermittlung darüber anstellen, warum große Kreise der Angestellten es dennoch ablehnen zu können glauben, Proletarier zu sein. Klare Erkenntnis der ökonomischen Lage, Entscheidung über ein positives Aktionsprogramm und Schaffung der geisti- gen Vorbereitungen für das geschlossene Zusammenwirken aller Kopf- und Handarbeiter in dem kommenden Ringen der Klassen— das wird der lebendige Inhalt des diesmaligen AfA-Eewerkschaftskongresses fein. So wird in Leipzig die Antwort auf die täglich tausendmal austauchende Frage„Was soll geschehen?" gegeben werden. Der AsA-Bund wird bei seiner Erörterung über„G e- sellschaftsmacht oder Privat macht über die Wirtschaft" weder den Termin für das Ende des Ka- pitalismus, noch denjenigen des Beginnes des Sozialismus festzusetzen haben. Das mögen politische Kalendermacher be- sorgen, deren es zur Zeit genügend gibt. Wohl aber soll ausgesprochen werden, was wir im gegenwärtigen Stadium des Kapitalismus wollen und welchen Weg die Ange- stellten und Arbeiter in dem geschichtlichen Prozeß zwischen Kapitalismus und Sozialismus zu durchwan- dern haben. Dabei gilt es, Fragen der internationalen Völkerverständigung und innerdeutsche Forderungen zu einer Linie gewerkschaftlichen Wollens zu vereinigen. Es wird aber nicht genügen, das kapitalistische System als abbau- reif zu analysieren, wenn nicht gleichzeitig alle Schichten des Proletariats die ideologischen Boraussetzungen zu ihrer ge- schlossencn Machtentsaltung zu schaffen bereit sind. Hier aber fällt dem AfA-Bund als der größten und um- fafsendsten Organisation des Ncuproletariats die entscheidende Aufgabe zu. Die hierarchische Gliederung der Belegschaften im Kapitalismus ist nicht ohne Wirkung auf das Denken und Fühlen weiter Angeftelltenkreise geblieben. Sie werden auf der Personalpyramide, die vom ungelernten Arbeiter bis zum Generaldirektor ansteigt, mit allen Mitteln im Banne bürgcr- licher Ideologie gehalten. Die bürgerlichen Angestelltenvcr- bände, deren Sozialpsychologie der des Faschismus wie ein Ei dem anderen gleicht, verwenden ihre ganze Kraft darauf, dos proletarische Sein des Angestellten mit einem bürgerlichen Bewußtsein zu überbauen. Die öko- nomische Tatsache der furchtbarsten Proletarisierung des An- gestelltenheeres soll durch äußerliche gesellschaftliche Bcziehun- oen dieser Arbeitnehmerschicht mit der Bourgeoisie verwischt werden. Hier führt der AfA-Bund im Zeitpunkt einer schweren Krise der kapitalistischen Ideologie den großen Kampf um die Seelen derjenigen arbeitenden Schichten, die „aus Angst vor der Proletarisierung" ihr ureigenstes tägliches Lebens- und Arbeitsschicksal verleugnen möchten. Der Leipziger Kongreß würde im Augenblick, da der Um- bau des herrschenden Wirtschaftssystems fällig geworden ist, die wichtigste gesellschaftspolitische Aufgabe versäumen, wollte er nicht dieses Problem in den Mittelpunkt der Vcrhand- lirngen stellen. Es wird unter dem Tagesordnungspunkt: „Ideologie und Taktik der Angestelltenbe- wegung" in allen politischen, ökonomischen und gesellschaft- Die Nazi-Kaserne. Der Hauswirt:„Sehr erfreuk, endlich einmal ruhige Durch die„ruhigen Mieter" entwickelt sich alsbald ein Mieter und zugleich Schutz vor Kommunisten zu haben." belebtes Slraßenbild. Alarm!!! „Um Gottes willen, meine Herren,— sind Kommunisten da?"—„Ree, Wanzen." lichen Zusaminenhängen aufgerollt werden. Damstbehandest der AfA-Kongreß auch Ursache und Wirkung des Faschismus. Das Eindringen des Kongresses in die ganze geistige Vor- stellungswelt der Mittelschichten in der heutigen Gesellschaft berechtigt den AfA-Bund auch, an die Träger der deutschen Arbeiterbewegung um V e r st ä n d n i s für die Schwere seiner Aufgabe zu appellieren, ihre tatkräftige Unter- st ü tz u n g zu verlangen. Das wirkliche Klassenbewußtsein der gesamten Arbeiterklasse kommt nach Karl Marx erst mit dem Auftreten des Proletariats als Klasse. Bis dahin wird der Widerstreit zwischen Klassenideologie und Klasseninteresse immer wieder hemmend wirken. Darum ist die Frage entscheidend: Wie befähigen wir alle Schichten des schaffenden Volkes zum gemeinsamen Handeln, zum Auftreten als Klasse. Wenn Angestellte und Arbeiter sich teilweise bis heute noch mißverstehen, so gilt es, alle Kraft einzusetzen, eine Atmosphäre des gegen- seitigen Vertrauens herzustellen. Kein Neid der einen gegen die andere Gruppe darf aufkommen: die Soli- darität, wie sie zwischen den Gewerkschaftsbünden ADGB. und AfA-Bund in Organisationsverträgen proklamiert ist, muß in den Massen verankert werden. So wird der 4. AfA-Gcwerkschaftskongreß in Leipzig ein Wegweiser aus der Krise des Kapitalismus zur planmäßig organisierten Gemeinwirtschaft sein. Er wird auch gleichzeitig das soziale Erziehungsproblem der freien Gewerkschaft aus dem Stadium theoretischer Erörterung in die Wirklicheit von heute einzugliedern haben. Die Gewerkschaftskongresse von Frankfurt und Leipzig bedeuten Mobilisierung zum sozialen Ringen um eine neue Zeit. Die besondere Mission von Leipzig aber" ist: Der neuen Zeit die neuen Menschen. ZSLoHre sozialistische Bildung. Festversammlung des J�eichsausschustes für sozialistische Bildungsarbeit. Im festlich mit Blumen und roten Fahnen geschmückten Saal des Preußischen Staatsrates fand am Sonnabend die Festver- s a m m l u n g anläßlich der 2S-Iahr-Feier der Sozia- listischen Bildungsarbeit stall. Mit Gesang und Klavier- musik wurde die Feier eingeleitet. Kampflieder wurden vom Kinder- chor des Berliner Bolkschors gesungen. Als Motto der Veranstaltung rezitierte Willi Buschhoff Worte von Lassalle und Leopold Iacoby: „Fürchterlicher als dos Elend der Menschhell ist das Nicht- wissen vom eigenen Elend." Das schrieb der radikale Vorkämpfer der Demokratie und spätere Sozialdemokrat Iacoby am Beginn der deutschen Arbeller- bcwegung! Ferdinand Lassalle zeichnete in seinem Arbeitcrpro- gramm bereits das kühne Bild des unaufhaltsamen, sieghaften Auf- stieg«? der organisierten Arbeiterschaft aus der Macht der frühkapi- talistischen Ausbeutung. Er verglich das Wachstum der Arbeiterbewegung, das er nur ahnte und nicht mehr erlebte, der Unauf- haltsamkeit eines Naturvorganges: des Sonnenaufgangs, j Den Fe st Vortrag hielt Genosse Heinrich Schulz. Er ging davon aus, daß Feste und Jubiläen für die Arbeiterbewegung niemals Ruhestätten, an denen man sich an dem erworbenen Lor- beer ersreut, gewesen sind. Rückschau über das Erkämpfte zu halten und Gelöbnisse abzulegen für den neuen Kampf war stets der Sinn sozialistischer Feiern. Nur in diesem Sinne können wir auch die geleistete Arbell von 2ö Jahren in der heutigen Zeit schwerster Not seiern. Arbeiterbildung und Parteibildung gäbe se schon lange vor dem Jahre 1906, wo der Parteitag von Mannheim den Zentralausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, den heutigen Reichsausschuß und die Parleischulc gründete. Arbeiterbildung gab es, solange es überhaupt klassenbewußte Arbeiter gibt. Die Erkenntnis der eigenen Klassenlage ist der wich- tigste und schwierigste Prozeß in der Geschichte der Arbeiterbildung. Das Klassenbewußtsein, das allerdings nicht lern- und lehrbar ist, das zunächst rein instinkts- und gefühlsmäßig in den Anfängen der Arbeiterbewegung auftaucht, muß geschull und vertieft werden zu klarer Erkenntnis der historischen Aufgaben der Arbeiterklasse. Das war und das ist noch immer die Aufgabe der Arbeiterbildung. Die geniale Vorahnung von den Aufgaben der Arbeiterklasse sprach in Deutschland der Schneidergeselle Wilhelm Weit- l i n g aus. Karl Marx und Friedrich Engels waren die ersten planmäßigen und zielbewußten Arbeiterbildner. Sie gaben dem Klassenbewußtsein zum erstenmal wissenschaftlichen Aus- druck, feste Ziele und klare Formulierungen im kommunistischen Manifest, das in die Parole ousklingt, die seither Gemeingut aller Arbeiterbewegung und Arbeiterbildung geworden ist: P r o l e- tarier aller Länder, vereinigt euch! Der geniale Agitator und Otganisatör Lassalle war es, der die deutschen Arbeiter die praktischen Konseguenzen aus der Lehre von Marx ziehen ließ. Seine Aufrufe zur Organisierung der Klasse, zur Solidarität, zur gegenseitigen Hilfe im Kampf, ertönte zu einer Zeit, wo es eine Arbeiterbewegung im heutigen Sinne noch nicht gab. Als Arbeiterbildner sind wir heute nur Erben von Lassalle. Aber die zunächst urwüchsige und anspruchslose Form, in der diese Bildung betrieben wurde, mußte in eine organisierte Forni gebracht werden, als im Beginn des 20. Jahrhunderts Tausende und Zehntauscnde von neuen Anhängern der Massenbewegung der So- zialdemokratie zuströmten. Die Tat der planmäßigen Ausgestaltung und Organisierung vollbrachte der Mannheimer Parteitag durch die GründungdesBildungsausschusses und der Partei- schule. Vorbereitende und anregende Arbeit und intensive wissen- schaftliche Schulung ergänzten sich durch die beiden Institutionen. Der Krieg unterbrach diese fruchtbare Arbeit. Aber' wenn alle Schrecken der Kriegs- und Nachkriegszeit von der Sozialdemokratie unerschüttert überwunden werden konnten, so ist das zu einem großen Teil auch der Arbeiterbildung zu danken. Sie wird uns helfen, auch alle wellcren Gefahren siegreich zu überstehen. Wer durch die Schule der Arbeiterbildung erkannt hat, was der Sozialismus ist und will, der ist gefeit gegen Wortradikalismiis, er handelt ohne viel Worte wahrhaft revolutionär. Er ist aber auch kein Fatalist, kein Schicksalsglöiebiger, der sich der Entwicklung taten- los überläßt. Noch weniger kann er ein Sonderling werden, der von außen der Partei neue Weg« aufdrängen will. Denn er hat gelernt, daß die wichtigste Losung aller sozialistischen Schulung die Forderung der Vereinigung aller Arbeiter ist! Die heutige schwere Zeit zwingt uns wahrscheinlich in den nächsten Monaten und Jahren gewaltige Entscheidungen auf. Dann müssen wir wahrhast revolutionäre Taten im Sinne der Ilmwand- lung der Gesellschaft vollbringen. Auf solche Taten können wir uns nicht mechanisch mit Zauberrczepten vorbereiten. Es gibt für uns nur eins: .vcrcil sein ist alles!" Bereit sein, für den Sozialismus alles zu tun und die Sozialdemo- kratische Partei mit allen Kräften zu stärken. Das sei unser Ge- .löbnis am heutigen Tage! Nach dem Beifall, der dem Genossen Schulz dankte, sprach die Genossin Marie Zuchatz im Namen des Parteioorstandes, der Sozialdemokratischen Frauen- zentrale und der Arbeitcrwohlfahrt. Sie erklärte, daß trotz der schweren Zeiten die Partei die finanziellen Opfer für die Bil- dungsarbeit gern bringe, weil sie die Notwendigkeit einer solchen Kulturarbeit seit jeher betont Hobe. Die sozialistischen Frauen sind der sozialistischen Bildfmgsarbeit besonders donkbar dafür, daß die Sozialdemokratische Partei ihr nicht nur das Staatebürgerreckt gegeben hat, sondern auch dafür, daß sie zur, rechten Zeit und am rechten Ort den Männern gegenüber die Erkenntnis der Richtigkeit der Frauenbildungsarbeit und der Gleichberechtigung ausgesprochen Hot, Für den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund sprach Genosse Knoll. Er betonte den gemeinsamen Ursprung und die gemeinsamen Ziele von Gewerkschaft und Partei, die auch in der Bildungsarbeit zum Ausdruck kommen muß. Selbstverständlich spezialisieren die ver- schiedenen Organisationen ihre Arbeit. Aber das Ziel bleibt das gleiche. Die Erfolge der Arbeit kann man bemessen, wenn man die Mentalität der deutschen Arbeiter aus der Zeit des Sozialisten- gesetzes mit der der heutigen Zeit vergleicht. Er ermahnte die An- wesenden, nicht zu ruhen, bis das gemeinsame Ziel erreicht sei. Än diesem Sinne gelte es, in der Bildungsarbeit und in cillcr anderen Arbeit alles für den Sozialismus zu tun. Ministerialrat Dr. Engelhardt sprach als Vertreter des R e i ch s i n n e n m i n i st c r i u m s. Für das preußische Kultusministerium über- brachte Ministerialrat- Becker die Glückwünsche. Er begrüßte im Namen des Ministers Grimme die Arbeit des Bildungsausschusses an der Erziehung des sozialen Geistes in der Demokratie. Nur soziale Gesinnung kann die Republik endgültig festigen. Stadtrat hoyer überbrachte die GlückViinsche der Stadt Berlin. Genosse voogd-holland brachte seine besondere Freude darüber zum Ausdruck, daß eine internationale Zusammenar- beit der sozial! st ischen Bildungsinstitute aller Län- der als bestes Geburtstagsgeschenk zum Jubiläum der deutschen Ar- bciterbildung überbracht werden tonnte. Allen sozialistischen Ar- beiterpartcien war die deutsche Bildungsarbeit ein Vorbild. Alle strebton mit den Mitteln der marxistischen Erkenntnis dem einen Ziele zu: dem proletarischen Sozialismus. Genosse Stern-M>en überbrachte Mitteilungen über den Stand der Arbeiterbildung in dem roten Wien. Dort gibt es 23 Partei- schulen: allwöchentlich werden allein 800 Kurse abgehalten. 80 Ar- beiterbibliotheken versorgen die Parteigenassen mit gedrucktem Wissen. Die Tausende von Arbestslosen mögen in Wien und in ganz Oesterreich an der kapitalistischen Wirtschaft verzweifeln, nie aber werden sie verzweifeln an der großen Ausgabe des Sozialis- mus. Ohne die Arbeiterbildung könnte die sozialistische Bewegung aber nie zu diesem Ziel gelangen. Genosse Erispien vom Parteivorstand gab eine lebendige Schil- derung der mtensiven Arbeit der alten Parteischule aus eigener Erinnerung. Er sprach die Hoffnung aus, daß eine solche zentrale Barteischule trotz der Not der Zeit noch in Deutschland geschaffen werden könne. Für die Kinderfreunde, die Sozialistische Arbei- terjugend, die Zentralkommission für Arbeiter- spart und Körperpflege sprachen die Genossen Löwen- stein, Ollenhauer und Wildung die enge Verbundenheit der gesamten, auf verschiedenen Gebieten und in verschiedenen Zwei- gen wirkende Arbeiterbewegung mit den Ausgaben der sozialistischen Bildung aus. Zum Schluß dankte Genosse Schulz nicht nur ollen Red- ncrn, sondern allen vertretenen Organisationen und allen Mit- arbeitern an der geleisteten Arbeit. Beschlossen wurde der Abend wiederum mit Kompfliedern, die vom Kindcrchor vorgetragen wurden. Die kurzfristigen Länderkrediie. Das Llmschuwungsprojett der Zieichsregiemng. Die Reichsregierung beabsichtigt schon im Rahmen der Winter- Notverordnung eine besondere gesetzliche Regelung für die U m- schuldung der kurzfristigen Kreditaufnahmen der Kommunen wie der Länder zu treffen. Die gesährlichen und kreditschädigcndcn Projekte der Zwangskonverticrung werden ver- ständlichcrweise von der Regierung abgelehnt: andererseits ist aber das Reich nicht bereit, durch Einsetzung ihres eigenen Kredites, wie es von uns und von kommunaler Seite gefordert wurde, die Städte von der kurzfristigen Verschuldung zu befreien, in die diese vor allem durch die ungerechte Lastennerteilung geraten ist. Der Rcgierungsplan geht offenbar dahin, die Umschuldung in der Hauptsache der freiwilligen Regelung zwischen den Städten und ihren Gläubigern zu überlassen: nur auf Anrufen von Kommunen bzw. Ländern soll die Unterstützung einer besonderen neu zu schaffenden„II m s ch u l d u n g s st c l l c" des Reiches eingestellt wer- den, die die Kreditsicherung regelt und auf die Kreditbedingungen ein- wirken soll. Die Umschuldung selbst soll in erster Reihe durch Aus- gäbe von mittel- oder langfristigen Schuldverschreibungen der Hypo- thckenbanken erfolgen. Wenn diese Konstruktion gewählt wird, so muß unbedingt Ge- währ dafür gegeben sein, daß die Interessen der öffentlichen Körper- schaften nicht verletzt werden. Nach den Regierungsplänen ist hierfür bisher nicht ausreichende Sicherung gegeben. Es-st nämlich eine ausgesprochen einseitig« Zusammen- sctzung der Um schuld ungs st elle vorgesehen und ferner sollen dieser stark diktatorische Eingrifssrcchtc übertragen werden, die aufs einschneidendste in die kommunale Verwaltungsrechte eingreifen und weit über das für die Kreditsicherung nötige Maß hinausgehen. Wir holten es zunächst für unerläßlich, daß für die Umschul- dungsstelle die Spitzenorganisatian der Städte, sowie des kommunalen Bankwesens und eine Länderocr- t r e t u n g nicht bloß von Fall zu Fall herangezogen werden, soliden, vielmehr einen st ä n d i g e n S i tz in der Umschuldungsstclle erhalten. Ferner wäre es ein schwerer Fehlgriff, wenn spezielle Umschuldungs- Verpflichtungen— wie die der Hausholtskontrolle, der Anordnung von Tariferhöhungen oder gar von Werksvcrpfändung, Rechte, die angeblich die Umschuldungsstelle erhalten soll— schematisch als Anordnungsrecht der Umschuldungsstelle gesetzlich festgelegt werden. Viel- mehr muß für die Kreditoereinbarung ein Spielraum gegeben sein. Der gegebene Weg ist jeweils unter Wahrung der kommunalpoliti- schen Interessen uiid unter Berücksichtigung der individuell gelagerten Verhältnisse, zwischen der Umschuldungsstelle und der antragstcllcn- den Kommune Vereinbarungen über die Kreditsicherung zu treffen. ZLeilerbeschästigung kriegsbeschädigter Lehrer. Der Reichs- oerband Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhintcrbliebencr hat in persönlichen Verhandlungen im Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung daraus hingewiesen, daß die Entlastung von kriegsbeschädigten Lehrern nicht vertretbar sei. Das Ministerium hat daraushin in einem Runderlaß die Regierungs- Präsidenten darauf hingewiesen, daß von dem durch Notverordnung bedingten besonderen Abbau schwcrkriegsbeschädigter Vosksschul- lchrer abgesehen werden soll. Sozialdemokraten sanieren Oesterreich. Fast einstimmige Annahme des Programms. Vieo. 3. Oktober.(Eigenbericht.) Der Hauptausschuß des Notionalrats hat die von dem Völker- bundsrat bereits gebilligte Sparvorlagc der Regierung am Sonn- abendmorgcn um 6'A Uhr angenommen. Die während der ganzen Nacht geführten Verhandlungen drohten wiederholt negativ zu verlausen. Erst in letzter Stunde gelang es, eine Regierungskrise zu vermeiden. Gegen die Vorlage stimmten nur die Heimwehr- abgeordneten. Die Sozialdemokraten haben erst zugestimmt, nachdem sie wesentliche Zugeständnisse erreicht hatten. In der Vollversammlung des Nationalrats protestierte Dr. Bauer(Soz.) gegen den Versuch des ausländischen Kapitals, seine Macht als Geldgeber auszunützen, um die Lebenshaltung der Arbeiter in allen Ländern planmäßig herab- zudrücken. Es sei den Sozialdemokraten gelungen, diesen Anschlag abzuwehren. Wenn auch die Bezüge der Beamten herabgesetzt wer- den mußten, so sei doch der Anschlag auf die K o l l e k t i v v e r- träge, auf die Eisenbahner, aus die S e l b st v e r w a l t u n g der Gemeinden und auf die Gemcindean gestellten vereitelt worden, vor allem aber der Anschlag auf die Arbeitslosen. Der Notionalrat nahm die Vorlage an und beschloß gemäß der von der Sozialdemokratie erreichten Zusage, die Krisen- f ü r s o r g e, die Ende des Jahres ablaufen sollte, bis Ende Oktober 1032 zu v e r l ä n g c r n. Zu ihrer Sicherung wurden 12 Millionen Schilling bewilligt, zugunsten der ausgesteuerten Erwerbs- losen 3 Millionen Schilling. Oer Hamburger Senat tritt zurück. Er führt die Geschäfte weiter. Hamburg. 3. Oktober. Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung einstimmig be- schlössen, in seiner Gesamtheit zurückzutreten und nach Artikel 37 der Verfassung die Geschäft« bis zur Wahl eines neuen Senats weiterzuführen. Der Rücktritt des Senats ist dem Präsidenten der Bürgerschaft mit dem Ersuchen mitgeteilt worden, gemäß Artikel 33 der Verfassung die Vor- bereitung für die Wohl eines neuen Senates«inlesten zu wollen. Der Präsident der Bürgerschaft hat mitgeteilt, daß er die Rücktritts- erklärung des Senats in der Bürgcrschaftssitzung vom 21. Oktober vorlegen und der Bürgerschaft empfehlen wird, die Wohl des Vorbereitungsausschusses, gemäß Artikel 33 der Verfassung, der neuen Bürgerschaft zu überlassen. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. VcraiUwsrtlich sjlr Politik: Bictor Schiff: Wirtschaft: S. aliagrlhöter: Gcwcrkschaftsbcwcguna: I. Steinet; Feuilleton:$r. Zo>>» Schikowoli: Lokales und Sonstiges: Kritz ltarftädt: Anieiaen: Tb. Glocke: sämtlich in Berlin. Berlaa: Vorwärts-Verlaa G. m. b. L., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Berloasanltalt Paul Sinaer n.<5o.. Berlin SW SS. Lindenstroke 8. Hierzu S Beilagen. u t ähnlich wi« Abbildung DAMEN-KLEIDUNG .__ VjLtii*. wi» Abb., reinwollene � Üiagonal-Velours, mit echt. Silberfudis-Opos* """ ganz gefüttert J-yV.' Sonderangebote in allen Kinder>Abteilungen F i a m i n g a Wolle mit Kunstseide, schwarz und- alle modernen Far- ben, schwere Qua- O fr 5 lität, ca. IOO cm~m H emdentrikolette hochwertig mer- cerisierte. Qua- lität, moderne g � Muster, ca. SO cm\Awa Madchen- Mantel warmer/ blau gemusterter Diag ona Istoff mitBibe- rette• Pelzkragen(Steige- 1�)75 ru*g 1,25), länge 60 cm m JmvmmB Knaben-Trenchcoat ausknöpfbares, ka- melhaa rf arbig es war- m es Futter(Steiger. 1,25), Grösse 2 fGr ca. 4 Jahre|%9mmee EXTRA-PREISEN!! 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Mir. 3,30, 90 cm breit, Mtr. 2,30, 68 cm breit, Meter Boucle neue Muster, rein Kammgarn, 130 cm 5, 9 0, 90 cm 3,95, 68 cm breit, Meter 122 295 Boucle- Jacquard rein Haargarn, Grösse 50/1 00cm V r s eleu mit Franse Grösse 68/130 cm 6, SO, 55/120 cm 222 422 Auslegevelours einfarbig und flammler t, mm gangbare Farben, 68cm. erie II 6,50, Serie I Plüsch lauf er moderne Streifen, 90 cm breit, 5 O Meter 7�,30, 68 cm breit, Meter DAS KA Ofh OAS ZI fiffM DAS KAUFHA DAS Z€NTRU> DAS KAUF HA DAS ZFNTRUi DAS KAUFHA DAS ZENTRUM DAS KAUFHA. DAS ZENTRUk DAS KAUFHAi DAS ZFHTRli SPANDAUER STRASSE• KÖNIGSTRASSE• GEGRÜNDET 1815 7tr. 465* 48. Jahrgang S. Beilage des Vorwärts Sonntag, 4. Oktober 1931 Oer Angestelltenbund. Guie Entwicklung in den lehten drei Jahren. „Die Oegamsatio» des AfA'Bvudcs hat sich in de» Stiumen davernder Wirtschaftskrisen gvt beVÜHrt und gerade in de» schwere» Jahre» 1S28 bis tS31 ihre Feuerprobe bestand«»." Dieser Satz in der Einleitung des Rechenschaftsberich- tes. den der AfA-Bundesvorstand den Delegierten zum Leipziger SlsA-Kongreß sür die Jahre 1928 bis 1931 vorlegt, ist keine lieber- beblichkeit. Der Bericht legt auf jeder Seite Zeugnis davon ab, daß in der frelgcwerkschaftlichen Angestclltenbcwegung Kräfte ver- wurzelt sind, die auch eine so schwere Krisenzeit wie die seit dem Jahre 1929 nicht zu zerstören oermag. Die Zeit seit dem letzten SltA-Kongreß in Hamburg 1928 war für die freigewcrkschaftlichen Angestclltcnorganisationen gewiß nicht günstig. politische und soziale Reaktion in Verbindung mit der Wirtschaftskrise zogen auch dem Vorwärts- streben der ÄfA-Verbände gewisse Grenzen, die weder zu über- schreiten noch zu umgehen waren. Alle diese Gegenkräfte ver- mochten jedoch nicht das unaufhörliche Erstarken der sreigewerk- schaftlichen Angestelltenbewcgung aufzuhalten. Bis zur Mitte dieses Jahres— und das ist das Hervorstechendste in dem Rcchenschafts- bcricht— hat der AfA-Bund ständig an Mitgliedern gewonnen. Mit 421 196 Mitgliedern schloß er das Jahr 1928 ob: 453 233 Mit- glicder musterte er Ende 1929, und 462 263 männliche und weibliche Angestellte standen am Schluß des Vorjahres in feinen Reihen. Im Laufe dieses Jahres schloß sich noch der Gcsamtverbond mit den rund 15 999 bei ihm organisierten Angestellten dem AfA-Bund on, so daß dessen ZNilgliederzahl auf 477 ZOO stieg. Diese Entwicklung ist gerade bei den Angestellten besonders erfreulich, denn sie beweist, daß sich die Erkenntnis immer mehr durchsetzt unter den Angestellten, als proletarische Berussschicht ihre wirtschaftlichen Interessen genau so vertreten zu müssen wie die Hondarbeiter, nämlich durch die freien Gewerkschasten. Unter den 13 Angestelltenoerbänden, die dem AfA-Bund angehören, hoben in der Bcrichtszeit der Zentralverband der Ange st eilten tZdA.) und der Bund der technischen Ange st eilten sButab) den stärksten Mitgliederzuwachs gehabt. Im ZdA stieg die Zahl der Mitglieder von 176 212 Ende 1928 auf 219 389 Ende 1939. Der Butob hatte mit 59 351 ordentlichen Mitgliedern Mitte Juli 1927 seinen Mitglicdcrtiesstand erreicht. Ende 1928 zählte er ve- reits wieder 55 288 ordentliche Mitglieder und Ende 1929 schon 61 226. Einschließlich der Jugendlichen und Hospitanten hatte de? Butob am Jahresschluß 1929 insgesamt 66876 Mitglieder und zu Ende des vorigen Jahres 69 252. In den übrigen kleineren Verbänden ist die Entwicklung unter- schiedlicher. Der Rückgang der Mitgliederzahl im W e r t m c i st e r- verband der Schuhindustrie z. B. ist eine zwaNgsläusige Folge der schon seit Iahren anhaltenden Beschästigungskrise in der deutschen Schuhindustrie. Im Vergleich zu den: Rückgang der Be- schäftigungsmöglichkeit der Werkmeister der Schuhindustrie ist der Verlust von nur 89 Mitgliedern seit 1928 als sehr gering zu be- zeichnen. In anderen Verbänden wieder, wie z. B. dem Verband Deutscher Schiffsingenieure oder dem Deutschen Fördermaschini st cnverband ist es kaum noch möglich, die Mitgliederzahlcn wesentlich zu erhöhen, da diese Verbände die Angehörigen ihres Berufes schon fast restlos in diesen Reihen haben. Der Ausschwung des AsA-Dundes gerade in einer Zeit des Niederganges der Wirtschaft ist also ein Zeichen der Sieghaftigkeit des freigcwerkschaftlichen Gedankens auch in der deutschen Angestelltenschast. Die AsA-Orgoniso.tionen haben das Vertrauen, dos immer weitere Kreise der Angestellten zu ihnen fassen, auch gelohnt. Trotz des Abbaugeschreis der Unternehmer und trotz des Fatalismus der gegnerischen Verbände haben sie auch in der schwersten Krisenzcit nicht nur um die Erhaltung, sondern um den Ausbau der sozialen Rechte der Angestellten gerungen. Mit zu den Erfolgen des AfA- Bundes gehören die seit 1928 erzielten Verbesserungen in der Angeskelltenversicherung, z B. die Einführung der Z u s a tz st e i g e r u n g in allen Gehalts- flössen, die stch bis 1928 nur auf die oberen vier Gchaltsklassen beschränkte, die Verbesserung der Bestimmungen über die Weiter- Versicherung der Angestellten, die aus einer verfichcrungs- Pflichtigen Beschäftigung in eine beamtcnähnliche verficherungsfreie Beschäftigung eintreten, die Erhöhung der Versichern ngs- grenze von 6999 auf 8499 Mark usw. Als wichtigste Derbejse- rung der Angcstelltenversicherung ist die Novelle vom Mörz 1929 zu nennen, die eine Verkürzung der Wartezeiten und die Kürzung der Altersgrenze für langfristige und aus- gesteuerte Erwerbslose brachte. Auf dem Gebiete der internationalen Sozialpoli- t i k ist von größter Wichtigkeit, daß auf der 47. Tagung des Ver- waltungsratcs des IAA. eine seit langem erhobene Forderung des AfA-Bundes verwirklicht wurde durch die Schaffung eines A n- gestelltenausschufses beim Internationalen Ar- beitsamt, dem auch der Vorsitzende des AfA-Bundes, Genosse Aufhäuser, angehört. Mit diesen Hinweisen ist die Tätigkeit des AfA-Bundes in den letzten drei Iahren, wie sie in dem Rechen- schaftsbericht dargelegt wird, nur angedeutet. Die kämpfe der einzelnen AfA-verbände um die Verbesserung der Gehalts- und Arbeitsbedingungen führten im Jahre 1927 für 898 499 Angestellte zu einer Gehaltserhöhung um durchschnittlich 17,85 Mark monatlich und im Jahre 1928 sür fast eine Million Angestellte eine Erhöhung von durchschnittlich 15,59 Mark. Dies« kurze Angabe ist nur ein Teilergebnis der Er- folge, die von den freigewerkschoftlichen Angestelltenorganlsotioncn erzielt worden sind. Mit dem Bericht über seine Tätigkeit in den letzten drei Iahren wird der AfA-Bundesvorstand in Leipzig vor den Delegierten sicher bestehen können. Die Arbeitslosen müssen bezahlen. Für die verheißene Verbilligung der Lebenshaltung. Am vorigen Sonntag brachten wir die Ankündigung aus dem Reichsarbeitsministerium über eine neue Reform der Er- werbslosenfürforge, die zunächst mit geringeren Preisen für die Erwerbslosen bei Kohle und Kartoffeln einsetzen sollte. Auch für Fleisch und Backwaren und sonstige Artikel des Lcbensbedarfs, insbesondere auch für Erzeugnisse der Konfektion, sollten die Erwerbslosen eventuell weniger zu zahlen haben. Dann wurde gejagt, daß die verbilligung der Lebens- hallung von den Arbeitslosen mit einer Kürzung der Dauer ihrer Unterstützung zu einem Teil bezahlt werden müsse. Bis jetzt ist ein verbilligter Bezug von Kohlen angekündigt. Doch bevor auch nur e i n Erwerbsloser etwas van dieser Verbilli- gungsaktion gesehen hat, wird der Preis für die verbilligte Lebens-> Haltung von den versicherten Arbeitslosen bereits einkassiert. Zur| Vcrwässcrung der Arbeitslosenversicherung be- darf es keiner Notverordnung mehr. Der Vorstand der Reichsanstalt sür Arbeitslosenversicherung kann»on sich aus die Unterstützungs- leistungen abbauen, wenn die finanziellen Verhälurifje der Reichs- anftalt es erfordern. Er hat mit der Verkürzung der Unterstützungs- douer begonnen!' � � Als Ausgleich dafür stehen zwar noch keine verbilligten Lebensmittel zur Verfügung, dafür soll jedoch die Krisenunter- st ü tz u n g um die gleiche Zeit verlängert werden, um die die Ar- beitsloseminterstützung verkürzt wurde. Dieser Ausgleich ist für alle diejenigen Arbeitslosen gegenstandslos, die keine Krisenunter-- stützung bekommen, wie die Jugendlichen unter 21 Jahren, die Arbeitslosen in Gemeinden unter 19 999 Einwohnern, für Hausangestellte und andere Berussgruppen. Wo trotz Arbeitslosigkeit keine Bedürftigkeit vorliegt oder aber nicht anerkannt wird, gibt es keine Krifcnunter stützung. Diese„Nichtbedürftigen" müssen auf rund 24 Proz. ihres Gesamt- vcrsicherungsanspruches verzichten, das heißt auf«inen Unter- ftützungsbetrag zwischen 39 bis 239 Mark. Wer auch die Arbeitslosen, die mit dem Ausgleich einer verlängerten Dauer der Kriseminterstützung für die verkürzte Dauer der Arbeitslofeminterstützung beglückt werden, büßen dabei noch zwischen 3,78 und 89,52 Mark ein. Für die Ledigen bewegt sich der Verlust am Gesamtunterstützungsanspriich auch dann noch zwischen 1,53 und 8,92 Proz., für die Verheirateten zwischen 3,71 und 8,15 Proz. Schaltet man bei der Berechnung der Ersparnis der Reichs- anftalt alle jene Arbeitslose aus. für die der Ausgleich nicht in Frage kommt, so verliert jeder ledige Arbeitslose durch Verlürzung der Bezugszeit im Durchschnitt 5,93 Proz. und jeder verheiratete Arbeitslose im Durchschnitt 5,56 Proz. Betrachtet man ober den Gosamtkreis der Arbeitslosen ge- schlössen, so wird im Durchschnitt für alle Arbeitslosen durch dies« Verwalkungsmaßnechm« di« Arbeitslosenversicherung um 10 proz. abgebaut. Beim Lohnabbau wurden den Arbeitenden ver- billigte Lebensmittel versprochen. Daraus ist nichts gc- worden, und beim zweiten und mehrfachen Lohnabbau ist van ver- billigten Lebensmitteln überhaupt nicht mehr die Rede. Jetzt sollen wenigstens den Arbeitslosen verbilligte Lebensmittel geboten werden, und zwar dafür, daß ihre Unter- stützungsdauer verkürzt wurde. Warten wir ab, wann die ver- billigte» Lebensmittel für sie zu hoben sind und wieviel die Ver- billigung ausmacht. Gegen die Berelendung. Christliche Gewerkschaften und Brüning-Regiemng. Am 29. September traten die Vertreter der christlichen Gewcrk- schoften in Rheinland-Westfalcn zu einer außerordentlichen Tagung in Essen zusamnien, auf der Prof. Dr. Brauer das einleitende Referat hielt. Der Bcricht des„Deutschen" über diese Tagung, „Gegen die Verelendung der Arbeiter" überschrieben, schließt mit folgenden im Druck besonders betonten Sätzen: „Die Gewerkschaften können und werden nicht dulden, daß man die Arbeiterschaft einfach verelenden läßt. Auf das politische Geschehen werden die christlichen Gewerkschasten verstärkten Ein- fluß zu nehmen suchen. Auch um des Staates willen. Dem Kabinett Brüning gegenüber bewahren die christlichen Gewerkschaften ihre bisherige positiv-tritische Haltung. Die Reichsregie- rung ist dabei auch von den christlichen Gemcrkschasten gemahnt, von weiteren einseitigen Belastungen der Arbeiterschaft abzusehen. Ihre Unterstützung kann nur einer Staatspolitik gelten, die mit weitem Blick auch die sozialen Rechte des Volkes zu achten und zu wahren weiß." Ein Aufruf des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands geht davon aus, daß„die beiden ungerechten Schiedssprüche" im Ruhrbergbau für verbindlich erklärt wurden. Dazu wird u. a. gesagt: „Der Abschluß der Bewegung hat eine große Unzufriedenheit geschaffen. Di« Erregung und Erbitterung in der Bergarbeiter- schast ist ebenfalls verständlich. Der Zechenverband hatte den Lohnkampf provoziert. Die unverschämten Forderungen des Zech«nverband«s sind auch bekannt. Er wollte 12 Prozent Lohn- abbau und eine Vermehrung der Randzechcn. Der neue Lohnschiedsspruch läuft nach zwei Monaten wieder ab. Es wird ein neu«r Unternehmeransturm aus die Löhne erfolgen. Deshalb müssen wir zu neuen Abwehrkämpfen rüsten... Wir müssen den koimnenden Ansturm der Unternehmer mit aller Entschiedenheit abwehren." Wir sehen, daß jetzt auch die christlichen Gewerkschaften eine deutlich« Sprach« sprechen müssen. Ein klägliches Fiasko. ?iGO.-Aktion im Hamburger Hafen. Hamburg. 3. Oktober.(Eigenbericht.) Die Reedcreiunternehmungen des Hamburger Hafens hoben in letzter Zeit eine neue Heuerabbaubewcgung in Gang ge- bracht, die für die Seeleute aller Sparten rigorose Verschlechtcrun- gen durchsetzen solltet Es ist bereits ein Schiedsspruch gefällt worden, der zwar bei weitem nicht den Unternehmerforderungcn Rechnung trug, der aber doch bei den Seeleuten große Erbitterung ausgelöst hat. Noch ehe die Gewerkschaften zu dem Spruch Stellung nahmen, haben die Kommunisten diese Mißstimmung ausgenutzt, um einen wilden Streik auf den Schiffen zu entfachen. So legten auf dem Dampfer„Bochu m", der am Freitagabend auslaufen sollte, 17 Heizer unter dem Druck der kommunistischen Agita- toren die Arbeit nieder, so daß dos Schiff nicht auslaufen konnte. Di« große Mehrheit der Seeleute ist aber den kommumstischen Pa- rolen nicht gefolgt, so daß der Betrieb im Hasen und auf den Schiffen ordnungsmäßig aufrechterhalten werden konnte. Es ge- lang den KPD.-Leuten lediglich, das Vermittlungsgeschäft in den Heuerstellen zu stören. Von den 17 Heizern des Dampfers„Bochum" hoben sich in- zwischen 14 wieder zur Arbeit gemeldet. Ob es zu einem Streik der Seeleute kommt, wird erst in der nächsten Woche durch die Gewerkschaftsvertreter entschieden. Schmerzen im Handwerk. Die verpönte Aufklärung. In einer Versammlung der Meisterprüfungskommissionen des Handwcrkskommerbezirks Berlin hielt Vizepräsident V o l k m a n n über die Meisterprüfung einen Vortrog. Darin befaßt««r sich auch mit den Mcistcrprüfungskandidaten. Bei diesen habe man oft den Marian- Imkhtii Bei der Vielseitigkeit dieser Teppich-Quali+äten haben wir nicht die einzelnen Marken aufgeführt� sondern nennen f nur unsere außergewöhnlich b II i q e i ■130x200 jetzf jetzt*19«" jetzt 28.- jetzt SÄ* .230x330 jetzt jetzt jetzt?8'* jetzt 98.* ca. 165x235 Jetzt 23." jetzt 29.- jetzt 3�k-jetzt�9.— jetzt 54.-jetzt%- jetzt 98.-je>ziH9* 350x460 jefzt179»— □200x300 jetzt 2*- jetzt 38r jetzt 49.' jetzt 65.' 300x600 jetzt jetzt 98.- jetzt�B�»* jetzt 22�* jetzt 500 Läufer Stoffe BoUCle, reines Maorgorn, schwer« Qualität ca. 65 cm brh Mtr jetzt■ ca90cmbrt. Mtr.jetrt 2� 0*120 cm Ort Mtr jetzt �90 Jacquard-Boucle, reines Hoarqarn, modernes Muster ca 68 cm brt. Mtr jetzt 2�® ca. 90 cm brt. Mtr. jetzt A6A üal20 cm brt Mtr. jetzt wmä&ktti . Unsere Öartfimn-A ussteJ/unq ist eine Sehenswürdig kzrfl Tävfelou r ei rrfa rbi�ne urol; u qestnerft BoucIÖ.eirrfdrtüq, reines Haaraarn in mode und grau ffSO ca68 cm brt Metpr jetzt X W verkauf nur Berlin C2. Snunda u er Stroth s« Eindruck, daß man es nicht immer mit einem strebsamrn Menschen und werdenden chandwerksmeister zu tun habe, sondern mit Herren, wvkche sich der geschichtlichen Forderung sehr oft mit WiderwMen unterwerfen, um damit eine bessere Stellung zu erhalten und um auch Lehrlinge ausbilden zu können, im übrigen aber recht oft sich in abfälliger und rücksichtsloser Weise über das Handwerk aus- lassen,„Hierbei spielt sehr oft die parteipolitische E i n st e l- l u n g eine große Rolle. Der gewecl'schastliche Kampf gegen den Unternehmer hat schon sehr oft das gute Einvernehmen zwischen Meister und Gesellen gestört. Man geht ja heute bereits so weit, in der Berussschule auch die Lehrlinge über ihre Forderungen dem Meister gegenüber und ihre gewerkschaftliche Organisation aufzuklären." Die parteipolitische Einstellung ist natürlich verschieden. Von den Gesellen, die ihre Meisterprüfung ablegen, kann doch nicht gut verlangt werden, daß sie der oder den Parteien der Handwerksmeister angehören müssen.» Was den gewerkschaftlichen Kampf betrifft, wäre zu bemerken, daß gerade sein Ziel, di« Lohn- und Arbeitsbedingungen gegenseitig tariflich zu regeln, ein gutes Einvernehmen zwischen Meister und Gesellen erst ermöglicht hat. Das patriarchalische Arbeitsverhältnis, das dem Herrn Vizepräsidenten vor- schwebt, bei dem der Arbeiter alles und der Geselle nichts zu sagen hatte, führte doch nicht zu einem guten Einver- nehmen, das die Zufriedenheit beider Teile, also auch der Ge- seilen, voraussetzt. Aufklärung, das freilich ist ein Punkt, über den man mit dem Herrn Vizepräsidenten sich kaum verständigen kann. Wir halten die Aufklärung der Gesellen und der Lehrlinge nun eimnal für recht notwendig. Wenn die Handwertsmeister zünftlerischer Prägung dieser Aufklärung keine besonderen Sympathien entgegenbringen können, so liegt dies weder an den Gewerkschaften, die sich die weitestgehende soziale und wirtschaftliche Aufklärung zur Auf- gäbe gemocht haben, noch an der Berufsschule, die doch un- möglich ihren Schülern total veraltete Auffassungen eintrichtern kann, die mit dem Alltagsleben unvereinbar sind. Die Aufklärung ist um so notwendiger, als weder der Vizepräsident der Berliner Handwerkskammer noch sonst irgendein Jnnungsobermeister den Gesellen, die ihre Meisterprüfung ablegen, auch nur die geringste Garantie dafür bieten können, daß sie mit dem Meistertitel Meister werden und bleiben können. Das Handwerk kann längst nicht einmal mehr seinen Lehr- l i n g e n garantieren, daß nachdem sie Gesellen geworden sind, sie nun als Gesellen beschäftigt werden. Solange das Handwerk keinerlei Verpflichtung dafür übernimmt, daß alle die Lehrlinge, die es den einzelnen Berufen zuführt, in diesen Berufen bleiben und darin ihre Existenz finden können, kann es auch nicht fordern, daß die Lehr- linge und Gesellen nicht über die Horizontweite ihrer Meister hinaus aufgeklärt werden dürfen. Im Gegenteil: Aufklärung tut not! Berichtigte Verordnung. Das Reichsgesetzblatt berichtigt einen Druckfehler der Durchführungsbestimmungen zur Einschränkung der Arbeitszeit vom LS. September 1931, deren§ 1 Absatz 3 lautet: „Wird in einem laufenden Vertrage die Arbeitszeit durch eine Verordnung der Reichsregierung verkürzt, so ist der Arbeitgeber be- rechtigt, die Vergütung für die regelmäßige Arbeitszeit im Ver- hältnis zur Verkürzung herabzusetzen." Lohndruckaktion der Metallindustriellen. Die Tarifkündigung des VBMJ. für die Berliner Metall- induftrie war offenbar das Signal für Kündigungen auf der ganzen Linie. In der Metallindustrie für Hannover wurden Lohn- und Manteltanf gekündigt, in Braunschweig der Lohntarif, auch für die Blechwarenindustrie. Weiler sind gekündigt die Tarifverträge für Hildesheim, Alfeld, Seesen und eine Reihe anderer Orte im Bezirk Hannover-Braunschweig._ Mansseld A.-G. will stillegen. Oie Arbeiter sollen 12 proz. Lohnkürzung schlucken. Eisleben, 3. Oktober. Eigenbericht.) Die Verwaltung der M a n s f e l d A.- G. hat am Sonnabend bei den zuständigen Regierungsstellen die Stillegung der Kupferbetriebe zum 15. Oktober angezeigt. Die Verwaltung macht gleichzeitig bekannt, daß vorn 3. Oktober ab zwei Feierschichten verfahren werden sollen. Sollte es tatsächlich zu einer Stillegung des Mansfelder Kupferbergbaues kommen, so würden davon etwa 15 SSS Arbeiter betroffen werden. Bergarbeiterlöhne um 7 proz. gekürzt. Im sächsischen und im Aachener Revier. Aachen, 3. Oktober. Der Reichsarbeitsminister hat den für den Aachener Steinkohlen- bergbau gefällten Schiedsspruch, der einen Abbau der Schicht- löhne von 7 Proz. vorsah, heute für verbindlich er- klärt. Dresden, 3. Oktober. Die Verhandlungen im sächsischen Steinkohlenbergbau am Sonn- abend führten zu einem Schiedsspruch, wonach die Löhne ab 8. Ok- tober um 7< Proz. gekürzt werden. Der Tarif läuft bei monatlicher Kündigung zunächst unkündbar bis Ende November. Die Unternehmer haben den Schiedsspruch angenommen, die in DeutscKlaiid B a ir€e'w,erl3ciliiiiiBlllliillUlilllM"|'1|)'!'i1"""""...............".................... Musikm5hr.a.Spielw. I................................... Holzfewerte MaseKnLeau.Appar. ms wt »21.» BSI.j Eüea-a.He�ewiniii'il�UB'r.'l! HetaHwarenind. llillllinilH'lllllll'i1:','1 ii�nimnijiiinmimpiirm SLO.o 17.5 riilih f 1 1 Ii iiiiaiiiir"1.11 BerSkau HPiT CKem.IndusbielllWIlllll'ir,"1 Ledernidusbrie I D 16.0 1 15? Ycrk. e"Ky s we senBBBülif'I'! 7' mmnnmnB IH.» 13.1 I Kaubdi akxnd.lil'VT11"1 Texbnindushyie'llllilillll'T"1 I 12.9 an.. > ii.» In% zu 1929 � 9.$ nimiummiim?.» aMrelicv.HHW®5-' Handelsie werbe Gastwir ks%eweybe Wo., eArbei ber I Anlestellbe Arbeitnehmeroerbände lehnten ihn aß. Der.Bergbauliche Verein zit Zwickau hat die Verbindlichteitserklärung beantragt. Nachverhand» lungen Anfang nächster Woche. Die Unternehmer erwarten, daß für den sächsischen Steinkohlenbergbau die gleiche Befreiung von der Beitragspflicht zur Arbeitslosenversicherung eintritt wie im Ruhr- gebiet._ Lohnkündigung im Eisenerzbergbau. Der Arbeitgeberverband der Siegerländer Gruben und Hütten kündigte den Bergarbeiterorganisationen das Lohnabkommen für den Siegerländer Eisenerzbergbau zum 31. Ok- tober. Als Grund gibt der Arbeitgeberoerband an, die Wirtschaft- liche Lage ließe eine Beibehaltung der bisherigen Tarifsätze und Tarifvorschriften nicht weiter zu. „Kampf um Kitsch." Jugendabteilung der Volksbühne E. V. Berlin: Die erste Vor- stellung im Spieljahr 1931/32 findet statt am vonntog, dem 11. Ok- tober 1931, um 15 Uhr(3 Uhr), im Theater am Bülowplatz. Zur Aufführung gelangt„Kampf um Kitsch". Eintrittskarten— für Jugendliche unter 18 Jahren— sind zum Preise von 89 Pfennig pro Karte zu haben: Freigewerkschaftliche Jugend-Zentrale, Berlin SO. 16, Engeluser 24/25, 2 Treppen, Zimmer 26: Jugendsekretariat der SAJ., Berlin, Lindenstraße 3; Jugendsekretariat des ZdA., Berlin, Hedemannstraße 12. Anmeldungen für die Jugendabteilungcn werden von den genannten Stellen noch angenommen. Reuer Putzerlarif. In dem Bericht in der gestrigen Morgen- ausgäbe des„Vorwärts" ist ein Druckfehler enthalten, der zu Irr- tümern führen kann. Der tarifliche Stundenlohn ist um 10 Pfennig auf 1,72 Mark— und nicht 1,75 Mark— herabgefetzt worden. Gesamtverband, Tektion: GGW.-Werke. Heut-, Uhr. im»ctlinct»onzcrthaus Clou, Berlin, Mauerstr.»2, Boll- »ersammlunz aller sreig-werkschastlich organisierten Kollege» der Gas., Wasier- »nd Eleltrizltätswcrlc. Tagesordnung: Notoerordnung und die Lohlloerliaud- lungen dei den Gas-, Wassel, und Slrktrstitätswerkeu. Ref.: Kollege Schaum. «rscheiaeu oller Kollegen ist Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert...... Die Sektioueleituug. SPD.'Fraltion der arbeitslosen graphischen Hilfsarbeiter uud Ar. '■— n, Montag, 12ZH lltzr. Lokal Laudahn,� Luisenufer S2. aa de»~"~ l» IM*" Wissenichast". beiterinnen. Morgen, Montag, 12ZH Uhr,,, Bortrag des Genossen Barth:„Der Sozialismus von der Utopie zur Sympathisierende tonnen durch Genossen eingeführt werden.' Der Fr-ttionsp-rstaud. Bdishreie Gewertschasts-llugend Berlin t'i___ Heute, Sonntag: Ostkreis: Iugendkursus in der Lugendherberge Ro- wawes.„Die Entwicklung der Wirtschaft."— Sudoftkreis: 19�4 Uhr im Jugendheim Steglitz, Flemmingstr. 14b. fachende Jugend.—- Morgen. Montag, 5». Oktober, Gruppenleitersitzung um IM Uhr im Jugend- heim, Gewerkschaftshaus, Engelufer 24— 25, Zimmer 3. Ma d ch e nkomuns sion um ISVj Uhr Sitzung im Zimmer 26, Gewerlschastshanz, Engclufer 24—„o. Iugendgrvppe des fZentralverbandes der Angestellten Morgen. Montag, finden foh öuaendheim Türmer Ecke See olgende Bcranstaltungen statt: Bedding: -eestratze. Vortrag:„Alt-Berlincr Humor." : Jugendheim Pisioriuzstr. 24. Wir übe! M üben «Rathaus).' Dartrag:„Neue sommlung de» Werbebezirls.— Nordwest: Wir besuchen die Dersammlung des Werbebezirks.— Karten für die Iugendoorstiüiung der Vollsbühne am 11. Ol. tober zum Preise von 80 Pf. sind noch im Iugendsilietarlat zu haben.— Bilder oom Reichsjugendtag zum Preise von 2ö Pf. pro Stück töunen im Iugendselretariat bestellt werden. »svolllNon IM Farzelienverkauf Schnellbahnstrecke Bernau, 2ü Pl.-Siedlerkarte, 10 Minuten vom Bahnhof. Verkauf der Reslparzelien unter der Hälfte der früheren Preise qm sefion für 1.— Mk bei günstigen Zahlungsbedingungen. 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Helnrlcli Mennigson Chemische Fabrik Berlin-Uchte rfelde-Ost Luisenstraße 17 k Nr. 465» 48. Jahrgang 4« Beilage öes Vorwärts Gonniag, 4. Ottvber 4 934 �sbrlkstscit okns Arbeit. Der Existenzkampf der Hennigsderfer Gemeinde. 5fls vor kurzem die unter sozialdemokratischer CeUun| stehende Gemeinde Hennigsdorf in Kasjenschwierigkeiten geriet. konnte sich die bürgerliche Presse nicht genug tun, von „roter Mihwirtschaft" zu schreiben. Darüber hinaus verbündeten sich die Kommunisten mit dem Pesihbürgertum und for- derleu die fristlose Entlassung des Gemeindevorstehers. Nun ist daran kein Zweifel, daß es dem Berliner Fabrikoorort Hennigsdorf denkbar schlecht geht. Als 1907 das Gemeindehaus gebaut wurde, hatte Hennigsdorf erst 3009 Einwohner. Das Gebäude ist so bescheiden, daß nicht einmal ein Sitzungszimmer für die Kommissionen vorhanden ist, die Kommissionen tagen im Jim- mer des Amtsvorstehers. Trotzdem bezeichnete die bürgerliche Presse das viel zu kleine Hennigsdorfer Verwaltungsgebäude als ein „Prunkhaus". Jetzt hat die Gemeinde Hennigsdorf 10 300 Ein- wohner- in einem Jahrzehnt hat sich die Bcwohnerzahl verdoppelt. Bei einem so schnellen Wachstum mußten natürlich von der Ge- igelnde die mannigfaltigsten Aufgaben gelöst werden. Das Emporschnellen der Einwohnerzahl siel zusammen mit der Ausdehnung der Großmetallindustrie in Hennigsdorf. Rechts von der Staatsbahn liegt das Stahl- und Walzwerk, an dem die AEG. zu einem Drittel beteiligt ist und das heute dem Mttcldeutschen Stahlwerksverband eingegliedert ist. Links von der Bahn liegen die riesigen Fabrikanlagen der AEG., der Dampf- lokomotiobau, dos Werk für den Bau elektrischer Bahnen, der Behälter- und Apparatebau und die Jsolierstoffabrik. Solange die Konjunktur anhielt, hatte auch Hennigsdorf Lohn und Brot. lind das Rückgrat des Steueretats der Gemeinde bildeten die Steuer- Vereinbarungen mit der Großmetallindustrie. Die verheerende Wirtschaftskrise hat jedoch die Einnahmen aus der Gewerbesteuer auf die Hälfte herabgedrückt. In seiner besten Zeit arbeiteten in den AEG.-Werken rund 10 000 Arbeiter, heute noch 3000 Mann. Im Stahl- und Walzwerk sank die Bclegschaftszifser von 2000 auf 1000 Mann. Dabei gelang es nicht, den Ausfall der Gewerbesteuer durch die Bürgcrfteuer wettzumachen, dazu ist die Arbeitslosigkert (rund 1000 Mann) in Hennigsdorf zu groß. Und schließlich ist Hennigsdorf auch noch durch die Ueberweisungen aus den Reichs- fteucrmitteln benachteiligt, da diesen Ueberweisungen die Volks- zählungsziffern von 192S zugrunde gelegt werden. 192S aber hatte Hennigsdorf 7600 Einwohner, heute jedoch 10 300 Männer und Frauen. Vielleicht ist Hennigsdorf zu schnell gewachsen. Im Jahre 1924 wohnten noch 73 Prozent der in den Hennigs- dorfer Fabriken Arbeitenden außerhalb der Gemeinde. Heute wohnen nur noch 33 Prozent der Hcnnigsdorfer Arbeiter außer- halb. Indem die Gemeinde selbst 100 und verschiedene andere Ge- nossenschaftcn dazu noch 900, insgesamt also 1000 Wohnungen schufen, hat man die mehrstündige Hin- und Rückfahrt der Arbeiter zu ihrer Arbeitsstelle überflüssig gemacht. Indem man die Arbeiter- familien bodenständig machte, verlängerte man gleichzeitig die Freizeit chrer Ernährer. Das erscheint uns immerhin wichtig genug. Doch für diese Sicdlungspositik mußte die Gemeinde einmal Ge- lände schaffen. Man mußte die Gemarkung vergrößern, Land an- kaufen, um den Baulustigen Gelände zu einem angemessenen Preis zur Verfügung stellen zu können, da natürlich die Spekulation nur zu leicht geneigt war, auch in 5iennigsdors Berliner Bodenpreise zu fordern. Vieles mußte neu geschaffen werden. Andere Dinge kamen hinzu: Lange hatte Hennigsdorf kein Orts st romnetz, dies mußte erst geschaffen worden, da die In- dustrie ihr eigenes Stromnetz hat. Dann mußte, dies geschah alle- nach 1924, das überalterte Retortensystem der G a s a n st a l t er- ncuert werden. Für die Feuerwehr wurde ein Depot und ein moderner Löschzug angeschafst, um von der Fabrikenfcuerwehr der Industrie unabhängig zu werden. Und daß man für die 10 000 Einwohner«ine Warmbadcanstalt schuf, gereicht der Ge- meinde auch nicht zum Vorwurf. Mehrere 100 000 M. kosteten die Notstandsarbeiten, mit Denen die Erwerbslosen beschäftigt wurden. In der Hauptsache wurden Straßen gebaut, die bei dem schnellen Wachstum der Gemeinde notwendig waren und die an- dererseits auch erforderlich wurden durch die Hochlegung des Bahn- dammes und die Elektrifizierung der Vorortstrccke nach Velten. Da- zu kam ein Sportplatz, ein Gebäude für die Reichspost, in welchem die Post ihr Amt untergebracht hat, dafür allerdings Miete bezahlt. Schließlich wurde ein Reform-Realgymna- s i u m gebaut, wozu eine Anleihe von 430 000 M. erforderlich war. lieber die Notwendigkeit dieser Schule kann man geteilter Meinung sein, sie wurde errichtet auf das fortgesetzte Drängen der Industrie hin, die erklärte, sie bekäme keine Oberbeamten nach Hennigsdorf, da diesen die Schulverhältnisse nicht zusagten. Im Sommer wurde die K a s s e n l a g e der Gemeinde Hennigs- dorf sehr schwierig. Die nach der Inflation ausgenommenen Schul- den betrugen 2 700 000 M., davon sind inzwischen 313 000 M. ge- tilgt. Der Schuldendicnst belastet den Steueretat jährlich mit 136 000 M., andere Summen werden aus.den sich rentierenden Anlagen aufgebracht. Die Krise wurde akut, als die Gemeinde aus dem vorigen Rechnungsjahr einen Betrag von 70 000 M. nicht mehr einbekam und gegenüber dem Voranschlag für das neue Rechnungs- jähr ein Mehrbetrag von 63 000 M. notwendig war. Die Gemeinde mußte deshalb nach Wegen suchen, durch Kassenkreoite sich über Wasser zu halten. Trotzdem wurden aber lausend alle Unter- stutzungen, Löhne und Gehälter ausbezahlt. Andererseits ging es nicht ohne rigorose Sparmaßnahmen ab, vom Gehaltsabbau der Gcmcindcangestellten bis zur Einstellung der Notstandsarbciten ist jeder Etatsiitel von den Sparmaßnahmen betroffen. Im ganzen besteht jedoch begründete Aussicht, ohne einen größeren Fehlbetrag trotz der hohen Wohlfahrtslasten das laufende, schwierige Rech- nungsjahr überwinden zu können. Man wird versuchen, allmählich die schwebenden Schulden abzudecken und erwartet darüber hinaus vom Reich, daß es in irgendeiner Weise besonders den kurzfristig verschuldeten Gemeinden zu Hilfe kommt. 1 232 000 Besucher. Die Berliner und ihr Zoo. Der Berliner Zoologische Garten, der sich' mit seinem pracht- vollen Tierbcstand einer starken Beliebtheit bei groß und klein erfreut, hat auch in diesem Jahre trotz der wirtschastlichen Depression seine Anziehungskraft bewiesen. Insgesamt passierten im Laufe dieses Sommers, vom 1. April bis 30. September ins- gesamt 1 237 400 Besucher, und zwar zahlende, die Sperren des Zoo, so daß tatsächlich das Ergebnis des Vorjahres, das für die gleiche Zeit 1,3 Millionen Gäste aufweist, nahezu erreicht wurde. Dieses Ergebnis ist um so höher zu werten, als eine Reihe von Sonnabenden und Sonntagen— noch dazu die sogenannten volks- tümlichen Tage, die stets einen Massenbesuch erbringen— voll- ständig verregneten. Mehr als 12,3 Prozent aller Besucher waren Schüler(133 000), denen auf diese Weise durch den Besuch des Tierparkes wertvoller praktischer zoologischer Anschauungsunterricht geboten wurde. Die höchste Frequenz im Laufe dieses Soimncrs brachte der Monat Mai, in dem überdies die Pfingstfeiertage sielen, mit rund 300 000 Besuchern(einschließlich der Kinder), an den beiden Feier- tagen allein wurden 62 000 Gäste(37 000 Erwachsene und 3000 Kinder) gezählt. Die tatsächlich erreichten Vesuchcrziffcrn des Zoologischen Gartens liegen wesentlich über dem Ergebnis von 1 237 000 Bc- fuchern, da in dieser Aufstellung nur die zahlenden Gäste,. nicht aber die Abonnements- und Aktionärbesucher enthalten sind. Dank für Rettung aus Seenot. Die englische Regierung hat durch den englischen Bot- schafter dem Auswärtigen Amt ihren Dank übermitteln lassen für die Hilfe, die der Stationstender der Nordseestation„Fr a u e nl o b" auf einer Fischereischutzfahrt am 4. August d. I. dem englischen Dampfer„T a s k o n i a" geleistet hat, der auf der Rückkehr von Jslanlf in der Höhe von Aberdeen manöverierunfähig wurde. Die Hilfeleistung des„Frauenlob", für die kein Bergungs- lohn gefordert wurde, ist von dem englischen Schiffahrtsamt dankbar anerkannt worden. Erweiterung der Sassenstunden bei den Finanzämtern. Wie der Präsident des Landesfinanzanues Berlin mitteilt, sind im Interesse der Steuerzahler die Finanzkassen bis auf weiteres an den rcgel- mäßig wiederkehrenden Fälligkeitstagen der Reichssteuern vom 31. Oktober bis zum 31. März bis 16 Uhr(Sonnabends bis 13'/{ Uhr) für Einzahlungen geöffnet. Fällt der Fälligkeitstermin auf den letzten Tag eines Monats, so wird an diesem Tage von der sonst üblichen Schließung abgesehen. Eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe einer Vermögens- erklärung für das Hahr 1931 durch die Finanzämter im Bezirk des Landcsfinanzamts Berlin ficht im heutigen Inseratenteil. Warnung der Mieterschast. Ein Telegramm an den Reichskanzler. Die Vorstandschast der Reichsorganisation der Mieter, Bund Deutscher Mietcrvcrcinc e. V., Sitz Dresden, hat vor dem Erscheinen der zu erwartenden neuen Notoerordnung nochmals an den Reichskanzler und an die zuständigen Reichsministerien eine ausführlich begründete dringende Eingabe eingereicht, in der mit aller Entschiedenheit gefordert wird: Senkung der Altbaumieten durch Herabsetzung der gesetzlichen Miete, besondere g c s e tz- liche Matz ir ahmen zur Herabsetzung vereinbarter Mieten für Räume, die nicht mehr'dem Reichsmietengesetz unter- stehen, besondere gesetzliche Maßnahmen zur Senkung der Neubaumieten. Weiter wurde an den Reichskanzler Dr. Brüning folgendes Telegramm gerichtet:„Nach neuesten Meldungen erwägt die Reichsregierung weitgehende Aufhebung von Mieterschutzgesetzen und Wohnungsmangclgesctz. Wir weisen demgegenüber nochmals auf die berechtigten Forderungen der deutschen Mieterschaft hin, fordern nach unserer Eingabe besonders sosortige Maßnahmen zum Schutz überteuerter Gewerbcraummicter und warnen dringlichst vor Kraftproben gegenüber Wirtschaft und Bevölkerung. Eingriffe der gemeldeten Llrt in Mieterschutz sind mich Art. 48 wedcr zulässig noch notwendig, sondern gefährden ihrerseits nur öffentliche Sicherheit und Ordnung." Eine notwendige Betrachtung. Schnellschöffengericht— Bereitschastsgericht— Spätgericht. Bon Rechts wegen heißt das Gericht„Schncllschöffcngericht"f die Richter bezeichnen es als„Bereitschaftsgericht"— es soll sich stets zum Aburteilen bereit halten: in Wirklichkeit ist es ein„Spät- gericht". Spätgcricht— weil die Sachen den Richtern gewisser- maßen in den späten Nachmittagstundcn„serviert" werden. Zu einer Zeit, da die Richter bereits ausgeschöpft und abgekämpft sind, da der S t a a t s a n w a l t schon viele Stunden auf den Beginn des Tcrmiiks wartet, die I u st i z w a ch t m e i st c r vor Müdigkeit umfallen, die Gcrichtsschrcibcr beinahe einen Schreibkrampf erleiden und die Zeugen vor Ungeduld auf dem Korridor un- ruhig zu werden beginnen. Von den Berichterstattern schon gar nicht zu reden: Sie haben längst alle Hoffnung aufgegeben, der Verhandlung beiwohnen zu können und haben das Gerichts- gobäude verlassen. Ebenso das Publikum. Die Verhandlung geht sozusagen unter Ausschluß der Oeffcntlichkeit vor sich. Etwa eine Uebcrtreibung? Als Illustration die letzte Schnell- fchäffengerichtsverhgndlung. Für 1 Uhr war sie angesetzt, um %2 Uhr war der Berichterstatter zur Stelle. Die Uhr wurde halb drei, halb vier. Um 4 Uhr plädierten nach die Verteidiger in einer komplizierten„Unlautorer-Wettbcwerb-Angelegcnheit". Vor halb sechs war mit dem Beginn der drei Schnellschöffengerichtssachen nicht zu rechnen. Um(49 Uhr konnten die letzten Zeugen hungrig und ärgerlich, nachdem sie seit 1 Uhr im Gerichtsgebäudc ihre Zeit totgeschlagen haben, heimkehren: auch der K a s s c n b e a m t e, der die Zeugengebührcn auszuzahlen hatte, seinen eisernen Tresor schließen. Und das alles, um einen rückfälligen Heiratsschwindler, eine nicht minder rückfällige Betrügerin und noch einen Uebeltätcr -Schnellgericht aburteflen zu können. So ungeheuerlich war die Gefahr-dieser Angeklagten-für-die Gesellschaft. Nun zum Grundsätzlichen! Gegen das Schnellschöffengericht als solches soll kein Wort gesagt werden. Im Interesse der Rechtspflege ist aber zu verlangen, daß die Richter geistig frisch an die Schnell- gerichtssachen herangehen, Weil keine Voruntersuchung stattgefunden hat, weil, auch die Ermittlungen nicht selten ungenügend sind, weil unter diesen Umständen das Interesse der Allgemeinheit wie das Interesse der Angeklagten besonders intensive geistige Tätigkeit bei der Wahrhcits- und lirteilsfindung erforderlich erscheinen lassen, ist es völlig verfehlt, wenn die Schnellschöisengerichtsverhandluizg zu einer Zeit beginnt, da dann sämtliche Beteiligten im Gerichtssaal nichts sehnlicher crwünschen, als so schnell wie möglich noch Hause zu kommen. Das Schnellschöffengericht hat sich bereits eingebürgert: es liegt kein Grund vor, weshalb es nicht unter gewissen Voraus- setzungen auf sämtliche Berliner Bezirke ausgedehnt werden sollte. Geschieht das aber, so wäre es möglich, zwei besondere Abteilungen zu schaffen, die zu der in Moabit üblichen Zeit von 9 Uhr an mit den Schnellschöffengerichtsoerhandlungen beginnen. Diese Betrachtung war notwendig und dürste bestimmt von sämtlichen Verhandlungsbcteil igten, Richtern, Staatsanwälten, Gcrichtsschrcibcrn und Justizmochtmeistern, den An- geklagten und Zeugen und der Ocsfcntlichkeit gutgeheißen werden. Der neue Winterfahrplan erschienen. Der Winterfahrplan der .Deutschen- Reichsbahn-Gesellsäzaft, der für die Zeit vom 4. Oktober 1931 bis 21. Mai 1932 gilt, ist soeben erschienen. —...-.AI—, r—-|-T r— K I r— A r-< I— t I ly r—) II VERTRIEB: melabat ziqarettenhandelsqeseulschaft m-b-h 2_|C3Ar— 78. Zug 3 bei Grahk, Wartenburgstr. 11. Zug 7 im Reichenberger Hof, Reichcnbcrgcr Straß« 147. Zug 8 bei Siedentopf, Muskauer Ste. So. Arbtite- Radio-Bund Deutschland-« B.. Btzirk-gruppe Berlin. Mittwoch, 7. Oktober, Borstandgsttzung in der Reichenberger Straße, 1» Uhr. Sonntag, 11. Oktober, findet seilen» der Bezirksgruppe, anläßlich de« Ärb-itcr.Funktag-« eine Abendveranstaltung im Gewerkschaftshau« statt. Beginn 18 Uhr. Unkosten- beitrag IS Pf. Säst« willkommen.— Freitag, 0. Oktober, 20 Uhr. Friedrichs. leide: Lokal Tempel. Sudrunstr. 7. Mitgliederversammlung und Kulturvortrag. Referent: Genosse Rovak.— Fricdrlchshain: Lokal Wcrtalla, Hahenlohestr. 3. Mitgliederversammlung.— Sefundbrunne»: Lokal Münzberg. Stettincr Slr. 52. Mitgliederversammlung unz Programmfestsetzung für November.— Lichtenberg: Lokal Hämmerlein, Rigaer Str. 50— 31. Mitgliederversammlung.— Neukölln- Treptow: Lokal Egger», Äaifer-Friedrich.Str. 8. Bericht eines Funkhelfers. Ne- fercnt: Genosse Ringel, dazu Programmfestsetzung.— Prenzlauer Berg: Lokal Klug, Danzigcr Str, 71. Theorie und Praxis der Netzanode. Referent: Genosse Ringel. Vn'eskasten derVedakiwn. «>lh. Müller 5. 1. Ja. 2. Die Marken müssen weiter geklebt werden,»ck sonst die Anwartschast erlischt.— R.®. 57. 1. Die Umsatzsteuer berechnet sich nach dem für die Lieferung vdcr Leistung vereinbarten Entgelt, wenn der Ge» samtumfatz weniger als 5000 RW. deträgt, so kommt eine Umsatzsteuer nicht in Frage. 2. Nein. 3. Auch eine nicht gestempelte Schuldurkundc ist reckitsgüllig. Die Unterlassung der Versteuerung kann aber Strafe nach sich ziehen. 4. Die Stempelverteiler bestehen noch.— R. W. 21. Wenden Sie sich bitte an Herrn Karl Kohler, Berlin O. 34, Weidenweg 83. Am gestrigen Tag« beging Fräulein Johanna Mözelin welche schon seit über 30 Iahren die Hauptkasse im gentralbllro der Singer-Nähmaschine». Aktiengesellschaft verwaltet, ihr Zvjähriges Jubiläum. Die Jubilarin, die geistig und körperlich noch sehr rege ist, erhielt außer vielen Ehrungen seitens der Geschäftsleitung und der Kollegenschaft ein Diplom vom Rcichsprästdenlen für langjährige Dienste und treu« Psltchterfüllung. 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Eine Badestube is'ne Rumpelkammer, wo man alles unterbringt, alles, wofür man sonst keinen Platz hat. Und dazu gehört auch ein Dienstmädchen. Meine eiserne Bettstelle, die abends aufgeklappt wurde, stand immer neben der Badewanne, drin alle alten Bier- und Weinflaschen lagen. Und nun drippten die Neigen aus. Und in der Ecke stand ein Bettsack, drin die Fräuleins ihre Wäsche hineinstopften, und in der anderen Ecke war eine kleine Tür. Aber davon will ich zu Ihnen nicht sprechen, weil ich einen Widerwillen gegen Unanständigkeiten habe, weshalb schon meine Mutter immer sagte:„Hedwig, du wirst noch Jesum Christum er- kennen lernen." Und ich muß sagen, das hat sich bei Hofrats denn auch erfüllt. Aber fromm waren sie weiter nicht." Das is das Berlin der Gründerzeit. Heines Wort trifft auch hier zu, daß das Neue in Berlins äußere Erscheinung„schon so alt. so welk und abgestorben" ist, obwohl die Stadt als geistige Macht sich behauptet und fortentwickelt hat. Mietkasernen drängen sich nun in neuen Stadtteilen, und chre Fassadenreihen sehen grau und unjung aus wie die Gesichter der Kinder, die dahinter geboren werden und wenig vom Licht der Welt erblicken. So zeichnete Arno Holz jene Häuser: „Ihr Dach stieg fast bis an die Sterne, Vom Hof her stampfte die Fabrik, Es war die richtige Mietkaserne Mit Flur- und Leiermannsmusik! Im Keller nistete die Ratte, Parterre gab's Branntwein, Grog und Bier, Und bis ins fünfte Stockwerk hatte Das Vorstadtelend sein Quartier." Aber um die gleiche Zeit etwa, als dieses Bild entstand, schrieb» auch Julius Hart seine Prophezeihung: „Aus deinen düstern Mauern, Weltstadt, reckt ein Geist sich mächtig auf und streckt die Hand gewaltig aus, und deiner Flut Gesang stürmt mir ins Ohr ein besser Lied." Abnahme der Landbevölkerung in den vereinigten Staaten. Im Jahre 1820 waren 88 Proz. der Bevölkerung der Vereinigten Staaten in der Landwirtschaft beschäftigt. 1YZ0 waren es nur mehr 80 Proz., 1870 47.6 Proz., 1900 35,7 Proz. und 1920 kaum noch 25 Proz. Die Ursachen dieser Abnahme sind einerseits die Zunahme der Industrie und andererseits die steigende Verwendung von Maschinen in der Landwirtschaft. Der Gebrauch der Maschinen wurde dadurch erleich- tert, daß die einzelnen Länderstriche sich spezialisierten, d. h. sich ganz aus den Anbau von Getreide, Mais, Baumwolle usw. beschränkten. juauH mann: ffiache der Der Hase sah mitten in der Natur. Er fraß Kohl und schaute sreunWich um sich. Manchmal galloppierte er ein wenig durch die � Landschaft, manchmal sah er still und bewegte schnuppernd die Nüstern. Sein Fell war anständig und bräunlich, er hatte es nie- mandem weggenominen und schadete niemandem, indem er es trug. Gott hatte es ihm in seiner Gerechtigkeit mitgegeben, es war das Hasenfcll, das ihm zukam. Gott wollte ihm wohl. Er war so gänz- tich unbedeutend, so gänzlich Teil der Natur, und er hatte nie einem weh getan. Ein Dichter, der zufällig auf der Landstraße spazieren ging, über die der 5?ase gerade rannte, sagte zu seiner Freundin:„Man mfichtc so schuldlos sein wie dort dieses Tier." Das Mädchen lachte: ..Wie dieser Hase?" So schuldlos sein, fand sie denn doch komisch. Der Dichter schloß:„So ganz nur Teil sein...", während er, zu- gleich sanft und unbarmherzig, durch das Mädchen hindurch und hinter ihr in die Landschaft sah. Den Generaldirektor Schröder mochte nieniand. Er hatte vcr- hältnisinäßig schnell eine bemerkenswerte Karriere gemacht, das ging nicht mit Rücksicht und Zartgefühl gegen die Mitmenschen.. Schröder, der sich etwas drauf zugute tat, eine Renaissanccnatur zu sein, behauptete gerne ,dah er über Leichen immer höher zu steigen gedächte. Sein Ehrgeiz war die Politik, mit der ihm heute schon allerlei trübe Fäden verknüpften. Man munkelte, dah sie im Loger der Rechtsradikalen zusammenliefen, ober der Generaldirektor war keiner, der sich festlegte, ehe sicher war, wem die Macht zufiele. — Seine Geschäfte waren in München zentriert, wo er auch eine Wohnung hatte und draußen bei Starnberg ein Haus. Dort wohnte einige Sommernwnate lang seine Gattin Amalie, die ihn übrigens verabscheute.„Um Reichsbankpräsident zu werden, würde er mich glatt erwürgen", pflegte sie festzustellen. Er kam selten nach Starnberg, die Natur, die er zu lieben vor- gab. langweille ihn in Wirklichkeit rasch. Zudem wußte er, daß Amalie dort beinah nie ohne männlichen Schutz war, was ihn übrigens gleichgültig ließ. An einem Abend, als er gerade in München sehr schwierige und langwierige Aerhandlungen zu Ende geführt hatte, bekam er Lust auf die Seeufcr.„Ich hätte mir Er- holung verdient" dachte der stramme Vierzigjährige mit Bauch, Glatze, gestutztem Schimrrbärtchen, goldnem Zmicker sentimental. Taktvoll wie er war und um überflüssige Zwischenfälle zu vcr- meiden, benachrichtigte er Amalie tclcgraphisch von seiner Ankunft. — Generaldirektor Schröder, schwere Zigarre im Mund, bestieg wohlgelaunt im karierten Kamelhaarmantcl seinctt amerikanischen Sportwagen. Die große Sitzung war ein voller Erfolg für ihn gewesen. Sie war so verlaufen, daß sie Tausenden die Existenz kostete, ihm aber, Sckiröder, zum kolossalen Vorteil gedieh. Die Vertretungen der Gewerkschaften hatten nachgeben müssen, sowohl Lohnsenkung wie die Aussperrung vieler waren beschlossene Sache. Der Vertreter der Gewerkschaften hatte etwas über die blutigen Tränen der Arbeiter geäußert, was der Generaldirektor schwülstig fand. Die Melodie, die er pfiff, war keck und fröhlich, während er, an der Bavoria- statue vorbei, sich der offenen Landschaft näherte. Mit festlichem Gefühl trat er auf den Accelerator: der Wagen raste, er war schon fast auf hmidcrt Kilometer Geschwindigkeit. Er raste derartig, daß er um eüi Haar das bleiche kleine Mädchen überfahren hätte, dos Reisig trug. Der Generaldirektor machte wohlgelaunt:„Hot, hoi!", während das Mädchen vor Entsetzen am Wegrand zitterte.— Ein Dichter, der hier gerade mit seiner Freundin spazieren ging, schaute dem Wogen nach, der vorbcisaustc. Er sagte verächtlich:„Was der da drin für ein zufriedenes Gesicht macht. Ihn plagt nicht einmal Reue, weil er den schönen Abend mit seiner 1l)0-Kilometer-Gc- schwindigkeit zerstört." Das Mädchen aber bemerkte sachverständig: „War eine blendende Buik-Kiste." Der Hase, mitten in der Natur, schnupperte: welch ein milder Abend! Es hatte geregnet, die Straße spiegelte noch. Rosige Dämmerung hinter dem Gezweig: und alle Linien von zauberischer Klarheit.—„Zauberische Klarheit" konnte Generaldirektor Schröder nicht denken. Aber sein plumpes Herz versuchte etwas Achnliches zu fassen.—„Werde wieder mal Gedichte lesen.— Einen Freund am Busen hält— Ach, und man hat keinen. Sollte mich mehr um Amalie kümmern. Ihr in letzter Zeit menschlich etwas entfremdet. Heute richtig wieder vergessen, ihr Rosen zu kaufen. Morgen vor- mittag bißchen mit ihr am See spaziercngehen. Will das Mädel aus der Lindwurmstraße jetzt endgültig abschaffen." Schöne, milde, weihevolle Luft. Schröder, obwohl er keine Eile hatte, blieb aus Gewohnheit auf dem ZOO-Kilometcr-Tempo. Die rutschige Straße störte ihn Ä,n mtin �.mb! Siehst du— irh schenk dir Dinge, Die nicht nieiu eigen sind. .Hier die Syringe, Dort den'Töind. Die Flöte, draus der Sonuner pfeift, Den roten Dust, den der �Morgen anzündet, XCnd den Haulnrer, Der dröhnend die Soune verkündet. e?ch kann nrit der Souueublume schaukeln Bor deineur runden Gesicht. Äber die ganze'Welt zerknüllen XI.nd dir in den ÄNunö stecken, kann ich nicht. Du wirst schön von nur denkenl Ä.ch, ich möchte dir gern Born Himmel die blaue Zreinrvaud schenken Tl.nd einen Stern. Äte�and-r von Sacher-IZZiasoch. kaum, nur daß er einmal eine Katze überfuhr, weil er nicht so plötzlich bremsen konnte. Es knirschte häßlich.„Will heute abend kein Tierchen mehr totfahren", beschloß der Weichgestimmte.„Zu schöner Abend." Er näherte sich der Stelle, wo der Hase— Gott wollte ihm wohl— seitlich im Felde saß. Der hob plötzlich die Ohren. Hörte er was? Eine Stimme etwa, welche einen Austrog für ihn hatte? — Er sauste dahin, zur Straße. � Generaldirektor Schröder am Steuer sah es cm paar Meter vor dem Wagen' bräunlich über die Straße husche». Er reagiert« blitzschnell:„Sich da, ein Häslein! Nicht totfahren! Schonet die Kreatur! Du sollst nicht töte». Tierschutzverein. Verein gegen Vivisektion. Eigentlich idiotisch." Er bremste zu plötzlich, merkte sofort: Steuer nicht mehr in der Gewalt. Verdammt nasse Straße. Starker Wagen als Kreisel.— Barmherziger Gott— bremste noch mehr— Wirbclkrcisel— und Baum immer näher.— Unvermeidlich.— Alles für dieses Biest.— Verdammt--!! Krachen der Katastrophe. Höllenlärm, der sich zum Schweigen weitet. Der Wagen, wie ein Spielzeug, zertrümmert. Und Gene- raldirektor Schröders 5)irn auf der Landstraße. Der Hose, mit sanften, ungerührten, aufmerksamen Augen, sieht zu. Er schnuppert, während des Generaldirektors Hände in braunen Lederhandschuhen sich im Tode vcrkrampfen. Dann wendet das Tier hochmütig den leichten Kopf. Die starre Masse, die dort am Straßengraben liegt, ist nur noch eine häßliche Störung, ein dicker, lebloser Fremdkörper, inmitten der belebten Natur. Jluf der Silbeiiuchsiarm Zu den teuersten Pelzen, die das Ausland für die zahlungs- fähige deutsche Frauenwelt liefert, gehört das Fell des Silber- fuchses. In erster Linie ist es 5ianada, das alljährlich für viele, viele.Millionen Mark solche Felle zu uns schafft. Dort im Norden Amerikas wird dieser Fuchs schon seit langer Zeit künstlich für diesen Zweck gezüchtet. Eine Gepflogenheit, die für die Lieferanten wesentlich rentabler ist als der früher ausschließlich gepflegte Fang wilder Füchse. In Kanada schätzt man zur Zeit den dort in Farmen gehegten Bestand an Silberfüchsen auf rund kl) Ml). Aber auch Nor- wegen gibt an, daß es in seinen Gehegen 35 ODO dieser Tiere besitzt. Wie gewinnbringend das sein tonn, dafür ein Beispiel: Als seiner- zeit im Staate Wisconsin am Michigansee die größte Fuchsfarm der Welt angeleg: wurde, gab man Aktien zu tausend Dollar das Stück aus. Heute wird an den amerikanischen Börsen eine solche Aktie mit 45 000 Dollar gehandelt. Bei der immensen Bedeutung dieses Geschäftes blieb es nicht aus, daß vor einigen Iahren auch deutsche Fachleute daran gingen, den Silberfuchs zu züchten. Wenigstens versuchsweise. Diese Per- suche haben sich bisher durchaus bewährt. In verschiedenen Gegen- den unseres Vaterlandes haben wir heute solche Farmen. Gegen- wärtig rund öM, auf denen 8700 Tiere leben. Studienhalber besuchten wir in diesen Tagen eine im Niedersächsischen belegene Farm: die Erfahrungen, die wir dort machten, das Material, das uns hier gezeigt wurde, sei im nachfolgenden wiedergegeben. Der nicdersächsische Hcidcbodcn, so erklärte uns der Leiter der Farin, eignet sich ganz besonders gut für die Zucht von Silber- jüchjcn. Der Boden ist hier trocken, enthält also wenige Bakterien und sonstige Krankhcitskcime. Bei der Empfindlichkeit dieser Tiere ist das von hohem Werte. Ist nämlich ein solcher Fuchs nicht ganz gesund, so macht sich das sofort an seinem Fell bemerkbar. Es verliert an seiner Schönheit und wird im Handel sehr wesentlich niedriger bewertet, eventuell überhaupt nicht ausgenommen, denn— das ist das beachtenswerteste Moment bei diesem Fell— eine Nachahmung, also Fälschung dieses Felles ist nicht möglich. Die seltsame Kolorierung der Haare, die bis zu zwölf Zentimeter lang werden, abwechselnd weiß und schwarz, legt gegen jeden Imitationsversuch sofort ihr nachhaltiges Veto ein. Die mehrere Morgen große Farm, die wir unter der Führung ihres Direktors besichtigen, weist eine größere Anzahl drahtt umgitterter Gehege aus. In diesen tummeln sich die Füchse. Naturgemäß brauchen sie auch chren an die Wildnis erinnernden Bait- Ueberall ist ein solcher Bau errichtet. Zumeist oberirdisch, aus Holz. In diesen Bauten haben die Tiere. Abwechslung. Daß sie daircbcn auch fleißige Graber sind, die gern ihre Studien im Erdreich machen, liegt nahe. Für dieses Spiel hat man ihnen auch eine gewisse Bewegungsfreiheit gelassen. Aber nur eine gewisse. Kommt nämlich unser silberfüchsiger Freund bis zu einer bestimmten Tiefe, oder hat er seine geschäftige Wühlarbeit seitwärts so und so weit vorgetrieben, dann sieht er sich zu seiner Uebcrraschung plötzlich einem sein Tun entschieden abbremsenden festen Drahtgitter gegen- über, durch das es absolut keinen Durchgang gibt. Im andern Falle würde nämlich entweder der Besitzer der Farm das Nachsehen haben, oder die einzelnen Paare würden aneinander und unter- einander geraten, was durchaus nachteilig wäre. Aber auch sonst gilt strengste Pflege und Aufmerksamkeit. Will man gute Ergebnisse erzielen, so muß auf Sauberkeit und Einzel- kontrolle geachtet werden. Das Wissen über die Trächtigkeit der einzelnen Paare ist wichtig. Ebenso muß der Wärter über Eigen- heilen bestimmter Tiere im Bilde sein. Manche Füchsin hat die Angewohnheit, nach dem Wurf das eine oder andere Tierchen nicht zum Saugen anzunehmen: ja. das Junge sogar umzubringen. „Wenn Sie bedenken," so belehrt uns der freundliche Führer,„daß ein Silberfuchsfell bis zu tausend Mark im Werte steigt, und daß-in Paar Zuchttiere 3M0 bis 4000 Mark kosten, so werden Sie verstehe», was aufmerksame Pflege und Wartung hier bedeutet." „Und unser Klima," fragen wir. Die Antwort lautet:„Das war selbstredend die erste Voraussetzung. Der Silberfuchs kann unfern Winter wie unfern Sommer vertragen. Klimatische Gefahren bestehen nicht. Auch nicht für die Jungen, von denen eine Füchsin jeweils im Durchschnitt vier Stück in die Welt setzt." Zu den Gc- fahren aehört auch das eventuelle Uebersressen mancher Tiere, sie bekommen bei allzuviel Fett leicht Würmer, was das Fell ebenfalls ungünstig beeinflußt. Es kostet dann immer viele Mühe, den guten gesundheitlichen Zustand wieder herzustellen. Voraussetzung für gute Zucht ist naturgemäße Lebensweise der Tiere. Sic müssen sich ungestört tummeln können. In sommerlicher Sonne wie im winterlichen Schnee darf ihnen ihre natürliche Art nicht beeinträchtigt werden. So kommt es auch vor, daß ganze Rudel sich einfach im Winter draußen, eng zusammengedrängt, ein- schneien lassen, was ihnen gar nichts ausmacht. Je ungestörter, je natürlicher alles vor sich geht, um so wertvoller wird das Fell. Während wir uns diese Erklärungen geben lassen, kommt eine ganze Schar dieser neugierigen, munteren Tiere näher an uns heran, beguckt uns mit großen dunklen Augen und verschwindet dann, als wir Miene machen, auf sie zuzugehen, plötzlich im Nu scheu in den vielen Erdlöchcrn. Fast ein Spaß, das Ganze. Der Silberfuchs ähnelt in der Größe dem heimischen Waldsuchs. Ist es so weit, daß er sein Fell für die Laune einer schönen Frau opfern muß. daß der Besitzer der Farm au ihm verdienen will, dann erhält der geschäftige Gesell eine Ehloroforminjektion ins eben noch so lebenssroh klopfende Herz, und vorbei ist sein Erdciüzasciu. Trotz der obengenannten Zahlen deckt die deutsche Silberfuchs- zucht immer noch erst einen sehr bescheidenen Bruchteil des Bedarfs. Zu etwa scchsundneunzig Prozent werden die Felle aus dem Aus- land eingeführt. Die deutsche Handelsbilanz wird also noch sehr wenig durch die deutschen Betriebe beeinflußt. Immerhin, wenn man in Betracht zieht, daß die erste Silbcrfuchssarm bei uns vor sechs Jahren errichtet wurde und dah zur Zeit deren fünfhundert bestehen! � Der Direktor unserer Farm ist sellistverständlich über alle mit seinem Betriebe zusammenhängenden Dinge im Bilde. So teilt er uns am Schlusje der Besichtigung noch nüt, daß neben den Silber- sllchsen auch noch Sumpfbiber, die als Nutria in den Handel kommen, und Nerze gezüchtet werden. Bon crstcren gibt es in Deutschland gegenwärtig etwa- 2000 Tiere auf nicht ganz 200 Farmen. Von den Nerzen aus 450 Farmen rund 7OO0 Stück. Verbreitet sind die Zuchtstellcn über ganz Deutschland. Schließlich werden in kleinerem Maßstabe auch noch Dachse. Stein- und Edel- marder, Waschbären und Parapulschaje gezüchtet. An der Spitze aber bleiben, was Zahl und Preis betrifft, die Silberfüchse, bestimmt für die nackten Schultern zumeist im Nichtstun sich ergehender reicher Damen.)• k- Biegsame Gesteine. In Brasilien findet sich ein Gestein, Itakolu- mit, auch Gclenkquarz oder elastischer Randstein genannt, der d-e Eigcnschait besitzt, daß er sich nach Belieben biegen läßt, ohne daß er dabei zerbricht/ Der Itakolumit, der als Mmtergestein des brasilianischen Diamanten gilt, und zum größten Teil aus �and besteht, außerdem aber auch Einschlüsse anderer Gesteine enthält, ist indes nur in gewissen Schichten biegsam. Zerteilt man jedoch solche Schich- ten in Platten und stellt diese aufrecht hin, so schwanken sie wie Leder hin und her, ebenso, wie sie auch in waagerechter, nur in der Mitte unterstützter Lage, sich an ltiden Enden zu Boden senken. Dünne Platten lassen sich wie Handschuhleder biege». Als Grund dieser starken Biegsamkeit nimmt man eine besondere Lagerung der mikroskopischen Ouarzteilchen innerhalb des Itakolumitgcsteins an, da diese nicht frst miteinander verwachsen, sondern nur eng anein- ander gedrückt und daher bei entsprechender Beivcgung in- und aus» cinandcrgcschoben werden können. Afrikanische Regerkinder sind bei der Geburt nur ganz wenig Heller als ihre Eltern: die Nubier werden ganz schwarz geboren. Ganz seilen einmal kommen Albinos unter den iarbigen Rassen vor, dach haben diese meist ein schreckliches Leben. Entweder werden sie als lokaler Gott betrachtet oder man flieht sie wie eine Art Teufel. Sehr eigenartig sehen die Neugeborenen der Australncger aus. Der ganze Körper ist Honigfarben, um?lugcn. Mund, Finger � nägel usw. aber hat der Säugling kohlschwarze Strich«. Sobald das Kind nur einen Tag der sonne ausgesetzt ist, beginnen sich diese Striche über den Körper zu verbreiten, bis das Kind ganz dunkel ist, mit Ausnahme der Innenflächen der Hände und der Fußsohlen, die dos ganze Leben lang grau bleiben. farNanfel I wmyoMUi I Der Ruf unseres Hauses beruht auf jahrzehntelanger Erfahrung, auf der riesigen Ausura hl, der guten Qualität und der grossen Preisurürdigkeit unserer Ware. '�r0C3%n i>e,'QOra a"enAJs.Uns~er> - n Ab&Ohf'C'e. � 5 S£/ DasSpezialhaus für Da men-und Herren-Kleidung Leipziger-,. Straße42 WAüi» WMWMsM-MRll Sienstog, Den 6 OCfobet. abends 7 Uhr. im Nerdandshaus, Eingang aifägcc Sitafte 86 SS Brantiien-l'emmtnlung der Basanschläger Tagesordnung: 1. Clellungnahmr zum Abtaus des Lohn- tarifs. 2. Verbands- und Branchenangctcgcn- hellen. Ohne Mitgliedsbuch kein gutritl. Da unsere Kollegen oor wichtige» Eni- scheldungcn siehe», ist zahlreiches und pllnkllichcs Erscheinen aller Pflicht. Dienstag, den 6. Ottobar, abds. Z Ahr. im Sitznagssaal II des verdandshauses Eingang it. EisUfser Strotze 86 88 Versammlung der EleKtroicanieure und Heller Tagesordnung: Bericht von der Tagung des ADDN. Ohne Mitgliedsbuch kein Zuirill. Es ist Pflicht aller Kollegen, an dieser Bersammiung teilzunehme» Dir Ortsrervollong. SattSutttÄs-. 104 ÖHani-tt, 2 CHS«. Wedel. Nie. deriiarmmstrahe 25. 150,— 200,—, gebrauchte Klaviere. Herer, Prinzenstraße 00. Bequemste Teilzahlung Garantie, Piauos, Fliigel preiswert laufend abzugeben, auch gebrauchte Pianos, Pianobau Kroße frankfurter Straße 53, Fabrik. haus parterre. Piano, ucht, 120,—, lUcte S,—. Kauf» anrech nung. Pianobaus Alt-Moabit kOe. FaiiiTSder Frcilaufriidcr, ersttlafstge, mit zehnj ä hrigcr Haran- tie. 55.—. 08,—. Werner. Adalbert. stroße 0. Kotttuster Tor.» Drahtzäuuc, Faunmaterial aller. billigst. Mar Tenen. bäum, Brcslauer Straße 33. Aler- ander 5061. Fabrraddcckrn 1.80, SStläuche 0,80, Pedalen ILO. Ket- tcn 1,20, Schuß- bleche 0,8«. Anoden 4,—, Sparröhren 2,—. 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Keine Schicht der Berufstätigen ist in den letzten Jahrzehnten so rasch gestiegen wie die Angestellten. Während die Industriearbeiterschaft von 1907 bis 1931 nur um 31,30|o zunahm, wuchs das Heer der Angestellten um 166,70|o. Die Gewerkschaftsarbeit des AfA-Bundes und der freien Angestelltenverbände ist deshalb n. r r �...•—v— f...-———--;—---—-------------------------------* gesellschaftspolitische Aufbauarbeit für die Gesamtheit der Werktätigen. m:.....■)'.... i- i'.'i..' Arbeitskameraden aller Berufe t. � �, 7 unterstützt die Gewerkschaften des AfA-Bundes c;. c' c.:;! i Werktätige Eltern eurei Sahne und Töchter, die als Angestellte berufstätig sind, gehören in die FREIGEWERKSCHAFTLICHEN AFA-VERBÄNDE: Zentralverband der Angestellten Deutscher Werkmeister-Verband Bund der technischen Angestellten u. Beamten Polier-, Werk- und Schachtmeister-Bund Allgemeiner Verband der deutschen Bankangestellten Genossenschaft deutscher Bühnenangehorigen Internationale Artisten-Loge Verband deutscher SchifTsingenieure Werkmeisterverband der Schuhindustrie " I.r-—#> r V Allgemeiner freier Angestelitenkunli m-ümä) .''•- f*' Deutscher Chorsängerverband und Tänzerbund e. V. Deutscher Fördermaschinistenverband Verband der Zuschneider, Zuschneiderinnen und Direktricen Verband deutscher Kapitäne und Steuerleute der Handelsschiffahrt und Hochseefischerei Gesamtverband der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs AfA-Bund Polnisch Oberschlesien eir.ftnbungco fär diese Stntrtt sind Berlt» SS 68, Lwdeustraß« 3, Groß-Rerlm stet» a» da« Sezirtesetretariat l. Kos, 2 Treppe» recht»,»» richte» 76. Abt. Beginn aller Veranstaltungen 19% Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! Henke, Sonnlag. 4. Ottober: Acht»»?! Die Ritglicderversammwng findet»icht, wie»«gesehen, a« 12. Oktober, sondern erst am 1». Oktober statt.— Am 12. Oktober Siel». delegicrteaoersammluug, an der alle Mitglieder al» Säfte teilnehmen könne». Näheres wird»och bekaa»tgegebea. . firei». Eröffnnr unl 17 llhr.% Morgen. Montag. 5. Oktober: de» Srwerb»los«»I»rsu« im Iug«»dheim, Saisenftr. 18, ll« erwerbslosen Genosse»»ad Genossioae» sind dazu 11. 17. IS. 3. 31. 10. 48. 53. kS. 83 a. 101. eingeladen. . Kreis. Zwangloser linterhalt»»g»-, Spiel-»»d Leseabend im Heim Tilsit er Strohe 4'5. fleois. 26 Uhr itreisfnnltionäroensawmlnag bei Bill. Nartin-Luther-Sti. 6». Ab» Fnnktionäre der Abtcllnnge»»»d de» fireise» find»erpflichtet teil. ,»nehmen. Mitgliedsbuch und Funktionärauswei» find oorzuzeige». Achtung! Sreisnorstand eine halbe Stund« sriiher im gleichen Lokal. ikrei». Srci-oorstand-sitznng an bekannter Stelle.— 17>/> Uhr Fraktio»». sigung der Bezirk»oerordneten mit Burgerdepntierten, Nathan», Zimmer 36. Kreis. 26 Uhr Krei»deleg-ierten»ersammlu»g. Um 18'/, Uhr Kreisnarftaud». sitznna mit Abteilungsleitern bei Meyer, Türkische, Zelt, Breit« Strohe. Es wird pünktlich angesaagen. ''.-- der Konsum, Abt. 20 Uhr bei Keufner, Hagelbergcr Etr. 26», FunktwnSrfihung. Abt. Lokal Pieflc, Prinzenstr. 23, Funktionärsitzung. Abt. Lokal Lux. Huttenstr. 2«, Funktioniirsitzung. Abt. 26 Uhr Funktionärsitzung bei Martert, Kurfilrstenstr. 27. Abt. 26 Uhr im Buschkrug, Rudower Etrahe, ffunktionärsitzung. Abt. In der Borwärtsspedition. Sraetzstrahe, Vorstandsfitzung. Dienstag, 6. Oktober: 3. Kreis vedding. Kreisausschuh zur sozial. Bild»»g«arbeit Sitzung a» be- kannter Stelle, fiehe letzte Einladung. 5.»reis. Erwerbslose», usammentnast im Keim, Tilsit« Str. 4/5, von 15 Bis 18 llhr. Junenpolitische Information durch Gen. Paul Bernstein. Danach mnfikalische Unterhaltung. 12. Kreis. Kreisnorstandssitzunq an bekannt« Siele. Wichtige Tageaarbuung. 18. Krei«. 26 llhr Kreisfunktionärlonferea, bei Galla», Lrhdersteahe. 2. Abt. 1» llhr Funktionärsitzung bei Lohann, Briidcrstr. 1«. Die Zeitung». kommission ist ebenfalls dazu eingeladen. 10. Abt. 20 llhr Funktioniirsitzung bei Stein, Holsteiner Uf« 14. 15. Abt. Zusammenkunft jüngerer Genossen bei Lenz, Drmminer Str. 16. Gen. Isemaschwilli:.Bolschewismus— Sozialismus'. 27. Abt. Funktionärsttzung bei Mehlberg, Gaudystr. 8. 58. Abt. 26 Uhr Gruppe junger Parteigenossen bei Liersch. Kantstr. 82. 106. Abt. 20 Uhr Funktionärversammlung bei Mochwitz, Pari-, Elke Herren- hausstrahe. Mittwoch, 7. Oktober: 2. Kreis. Kroismitgliederoerjammlung ia de» Aemininsjäle», Brem« Strohe 72/73. Nes«at de, Genosse» Dr. Kurt Lömenstei», M. d. N. 3. Kreis, gusamwenkuaft aller juagen Genossen und der Knrsnsteilnehm« im Grohen Saal der Kochschnldranerei. Bortrag de» Gen. Alb. Stein mit a». schlichendet Aussprache. Anfführnng de» Laienspiel»»Marsch der roten Fahnen'. Ausweis Mitgliedsbuch. Eintritt frei. 43. Abt. Zusammenkunft der jüngeren Parteigenossen im Jugendheim, Wasser. lorstrahc S. Genosse Mariwitz referiert. 74. Abt.«est. 26 Uhr Funktionärsttzung bei Schneider, Potsdamer Str. 25. 82. Abt. 19 Uhr Funktionärsitzung bei Schellhase, Ahornstr. 15». 87. Abt. 26 Uhr Mit-liederncrsammlung bei Schuster, Kirchstr. 68. Kottlieb Reese:.Sozialistischer Aufbau". 80. Abt. Jüngere Parteigenoffen. Zusammenkunft an bekannt« Stelle. 124». Abt. 26 Uhr Funktionärsttzung bei Drabcr, Uhlandstr. 18. Donnerstag, 8. Oktober: 5. Kreis... abend über Erwerbslofenznfommenknnft im Heim, Tilsit« Str. 4/5. Abfchluh. Probleme de«»nhenpolitik�. Nefereut-»en. Dr. Ernst«otzlied«rt>«rsammIung dcr SAZ. diesmal au». Da» Thema wird auf den nächsten Donnerstag»erlegt. 37. Abt. Funktionärfitzmlg bei Rofchke. Frauenveranstaltungen. 1«. Krei«. Am Donnerstag, dem 8. Oktober, bei Schnorre, Potsdamer Str. 3, geselliger Frauenabend. 18. Krei». Montag, 5. Oltvber, 11'/- llhr, Besichligung der Milchwirtschaft». beiriebe in Wciüensee, Giersfir. I. Treffpunkt IV'i Ubr aus dem Bahnhof Weihensec. Umsteigefahrscheine'lösen. 26. Krei». Die Funktianärinnensttzung findet erst am Donnerstag, 8. Oktob«, 26 Uhr in Tegel, Schönebergsr Str. 3, Jugendheim, statt. 9. Abt. Menstag. 6. Ortober, 26 Uhr, bei Hühner, Wilsnack« Str. 8t. Mit. Wirkung der SAI. Bericht vom Jugend lag in Frankfurt und gesangliche Darbietungen 13. Abt. Donnerstag, 8. Oktober, bei Röstel, Putlitz., Ecke Qultzowstraß«.»Di« Srau im Parlament'. Referentin Helene Schmitz. M. d. L. bt. Mittwoch, 7. Oktober, bei Kroll, Utrecht« Str. 21, Bortrag:„Streif. züge durch den Orient'. Refercntin Erna Büstng. 17. Abt. Montag, 5. Oktober, 20 Uhr, bei Arndt, Kantstr. 51, Bortrag:»Di« 33. Abt. Dienstag, 6. Oktober, Herbstwanderung von Friedrichshagen zur Krampenburg. Treffpunkt 16 Uhr Bahnhof Kaifer.Friedrich.Strah«. 99o. Abt. Montag, 5. Oktober, 14 Uhr, bei Kaufmann, Dorchläuchtingstr. 3, Funktianärinnensttzung. 123a. Abt. Dienstag, 6. Oktober, 20 Uhr, im Iägerheim, Frauenabcnd. 136. Abt. Donnerstag, 8. Oktober, 26 Uhr, in der Lindau« Strohe Heiserinn«». fitzung. 138. Abt. Montag, 5. Oktober, im Jugendheim, Roonstratze, Diskutierabend Tb« das Thema:„Kameradschaftsehe". Bezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrt. 6. Krei». Montag, 5. Oktober, IS Uhr, bei Krüger, Grinmistr. 1, Kreisau«. schußsitzung. 11. Kreis Schöneberg. Dienstag, 6. Oktober, 26 Uhr, im Rathaus Schönederg. telferinnensitzung der Arbeiterwohlfahrt. Erscheinen dringend erforderlich wegen esprechung für die Winterhilfe. 26. Krei». Montag, S. Oktober, im Jugendheim Tegel, Schöneberg« Str. 3, 5PD.* 7. Kreis Charlottenburg Oeffentiiehe Versammlung am Dienstag» dem 6. Oktober 1931, abend 7'/, Uhr, Im „Türkischen Zelt", Berliner SlraBe 53 Ph. Scheidemann, M. d. R., spricht über:„STURM IN DEUTSCHLAND." Es ladet ein SPD. CharlellenlHirR 19'/- Uhr, Sitzung mit den Frauenleiterinnen. Da wichtige Tagesordnung, müssen alle anwesend sein. 15. Kreis. Monwg, 5. Oktober, 19'/- Uhr, Bolksfchule Niederfchöneweid«, Werder Straße, Kursus der Arbeiterwohlfahrt. Neferentin Genossin Minna Tcdenhagen. Thema:„Die öffentliche Fürsorge in der Stadtgemeinde Berlin' (unter Berücksschligung der Notverordnung). 17. Krei». Montag, 5. Oktober, 19 Uhr. Vorstandsfitzung mit den Abteilung». leitern der Arbeitcrwohlfahrt, Rathaus, Möllendorfstr. 6, Zimmer 31. Erscheinen ist Pflicht. AW..Heste find abzurechnen. Arbeiksgemeinschaft der Sinderfreunde Groß-Beriin. Gruppe Weißense«. Während der Ferien fällt da» Turnen au«, dafür üben wir zum Werbetag Dienstag, Mittwoch und Freitag im Jugendheim. Dien»taa» 6. Oktober, spielen die Nestfalken am Faulen See. Treffpunkt an der Plansch. wiese am Weißensee. Wir kommen 14 Uhr zurück. tte. M tober. Rote Falken und Ncstfalkcn Basteln und Spielen. Eharlottendurg: Montag,>5. Oktober, 26 Uhr, Bersamwlnng der Nesksalken- Eltern. Bericht von Blankensee mit Lichtbildern. Montag, 16'/- Uhr, Jung. fallen Gruppe I: Erster Heimabend. Dienstag, 1? llhr, Iunafalken Gruppe HI: Erste Zusammenkunft, Besprechung der zukünftigen Arbeit. AI«»naustoltungen siube» Rosiuenstr. 4 statt. Gruppe Gesundbrunnen. Die Gruppenabende fallen in der nächsten Woche aus. Montag, 12. Oktober, erste Zusammenkunft. Fallen, die zur Herbftsahrt gehen, treffen sich 9 llhr Bahnhof Gesundbrunnen. Krei, Krenzberg. Gruppe Süd-West: Gruppenhefferfitzung am Mittwach, 26 Uhr, Porckstr. 11. Dos Erscheinen jede» Helfer» ist Pflicht. Prenzlan« Berg. Achtet auf die Neueinteilung der Gruppenabende! Dien». och« NW________________ MW________ Lichtenberg. Gruppe Lichtenberg.Nard: Sonntag, 4. Oktober, Schnitzelfadrt nach Bernau. Treffpunkt 7'/. Uhr am Bhf. Frankfurter Allee. Montag, It. Ok. tober. 19 Uhr. Zusammenkunft aller Kassierer in den Baracken, Rathausstrnße. Gruppe Steglitz. Iungfalkcn Dienstag Spaziergang nach dem Grunewald. Treffen 13'/- Uhr vor dem Rathau«. Gruppe Lichterselbe: Mittwoch, 16 Uhr, alle zur Siidfront. Sterbetafel der Groß«Berliner Partei»Organisation 24. Abt. Unser verehrter Gen-ss« Gusto» Kolberg, Greifswalder Str. 36, ist am l. Oktober nach langem schwerem Leiden verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäschenln, am Dienstag, 6. Oktober, 18 Uhr, Krematorium Gcrichtftraßr. Wir �(8. Abt. �Am l. Oktober verstarb unsere Genossin Martha Schräder im 23. Lebensjahr, köhre ihrem Andenken. Einäscherung Dienstag, 6. Oktober, 1t Uhr, Krrmatarium Gcrichtstraße. Wir bitten um reg« Beteiligung. ÜP ■twUwJH B> SoziallstischeArbetterjugendGroß-Serlm Einfendungen für diese Rubrik nur an da» Jugendsekretariat Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Sonbernarstellung der»alkebühn- für die aebeitenb« 3 um«» Sonntag, 11. Oktober. IS llhr. in der B-Ik»dühne. Gespielt wirb:„Kampf um KiM", I Akte Schule von Ziab. Ad. Etemmle.«arten ,n 86 Pf. sind noch-rbaltl'ch. Zeltlager Namedy: Die bestellten Bilder vom Zeltlager können abgeholt �'�Arbeitsgemeinschaft' Abraba«: Der«urfna über..WirMaftzIehre» unter Leitnno be» Genossen Rndolf Abraham beginnt morgen, Montag, 191h Uh'', im Bortragsfaal des Bezirksperbandes, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen rechts. Zimmer 13, und findet ln der Folg« stets Montags statt. Tetlnehmcr werden noch angenommen. heule, Sonntag, 4. Oktober: Aanimplatz: kommet Str. 2. Schmidt, Graefestr...——------—. fließet Str. 7.— Schönewetd« I und N: Laufenerstr. 2. Bunter Abend.— «ritz: 18 Uhr Funktionärsttzung Ehausseestr. 48. 19 Uhr Treffpunkt Jahn. Ecke Rudower Straße zur Werbebezirtsmitgliederperfammlung. »er bebeziel Neinickenbarf: Reinickendorfer Gruppen und Wittenau: Befichti. gnng de» Reichstages. Treffpunkt 11 Uhr vor dem Reichstag, Portal T. Für die anderen Gruppen Besichtigung später. Werbebezirksmitgliedervcrsammtungen: «erbebe, irk wedbing: 16 Uhr Heim Willdenowstr. 5. Verb« bezirk Nrnkilln: 28 Uhr Saalbau Bergstr. 147. «erbabezirk Pank»«: 16 Uhr Türkische» Zelt, Pankow, Marktplatz.� ik Tingarten(nicht heute, sondern Donnerstag, 8. Oktober, 26 Uhr), Lehrter Str. 18-19. Morgen, Montag. S. Oktober: Weedebeziek Westen: 19', i Uhr Eharlottendurg, Rofinenstr. 4. Waabedezirk Schäneberg: 191h Uhr Hauptftr. 15. Borstandssttzung mit dem Bitbungsausschuß. Dt« Parteivertreler müssen unbedingt erscheinen. «eebebeziek Tempethaf: 191h Uhr Vorstandsfitzung beim Genossen Rath« wann, Mariendorf, Prllßftr. 16. «er beb«, tri Oberspree: 191h llhr Funklioutroersammlung in Oberschönee «eide, Laufenerstr. 2. Weebebezirk Mitte: 191h Uhr Vorstandsfitzung Landsberger Str. 56. «eebebeziek Schinebeeg: tle. Am Barl Dienstag, 191h Uhr, Mitgliederversammlung>>» der Wartburgschule. Am Warlbürgplatz. All« Gruppenveranstaltungen fallen aus. «erbebeziek Osten: Dienstag Mitgliederversammlung in Schmidts Gefell- fchastshaus, ffruchtstr. 36». Werbedeziek Neinickenbarf: Mittwoch, 191h Uhr, Mitgliederversammlung ick Wittenau, Hauptstraße. Weabebezirk Tempelhaf: Mittwoch, 7. Oktober, 26 Uhr, Mitgliederversamm- Inn« im Heim Sötzstroße. «arbaorziek Krenzberg: Mittwoch, 7. Oktober, 26 Uhr, Mitgliederversamm. luna im Gesundheitshaus Krenzberg, Am Urban(Bortragsfaal). Werbebezirk Müggelsee: Donnerstag, 8. Oktober, 131h Uhr, Aula der weit- nie, Freiheit. ' ,n allen MitgliederaerfaMMlnngen nur mit SAZ.-RitgNedsbnch! 4- Morgen, Montag, S. Oktober. 19% Uhr: Moabit IJ; Lehrter Str. 18—19. Kapitalistische Wirtschaft.— Hochplatz: Schänftebtstr. 1. Werbeabenb.— Arnawalber Platz N: Rastenduraer Str. 16. Unsere Iugendinternattonale.— Fallplatz I: Sonnenburaer Str. 20. Moderner Strafoollzug.— Nardaften Hs Danziaer Str. 62. Da» Wesen de, Staates. lichen (I».«. fiiiucc lilUJl jlUll«-- WIR« Hnfeise». Funktionärsttzung.— Schineweide I: Berliner Str. 31. Funktionär- versammln»».— Schaneweib« II; Berliner Str. 31. Arbeitsgemeinschaft.— Fetebilchsselbe: Gunterstr. 44. Funtttonärversammlung.— Bnchhalz: Berliner Straße 19. Funttionärfitzung.— Lichteuberg-Rarb: Gunterstr. 44. Zusammen. kunft aller Aelteren. «eedebezirk Nenkölln: Erwerbslosenzusammenkunft»an 11 bis 14 Uhr Berg. straße 29. /taona-vaiionracier IM* PrSaislonsmark« In taftetaster Tollendung: ■WnUen Li« ein gnte» Falurrad hauten, wählen Sie aar Arconi>.BaUonra.d. Nicht nur der billige Prel». kcn. dem vor allen Dingen die taoehwenttge Qaallt&t. der ver- blüffend leichte Laul, die herTerragcnde Schönheit und die enorme Haltbarkeit sind der Stund der Beliebtheit und der euormeo Verbreitung der Areona-Ballo urüdor. Wegen voreeachrittener Saison Ballonräder Jetzt bedeutend buUger. Spenlat-Ballooräder Jetzt schon lür Mk. 45.—, 60.-, 55—. 60—, 65.—. Brennabor.BalIenrftder Hb. 75.—. Stern* Ballonräder Mb. 75.— ,85.—, Orlg. A rcona- Ballonräder Jetzt Mb. 96— bi» 123,—. Alle Fahrrad� Auto. n. 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Danksagung Für die vielen Beweis« herzlicher Teilnahme bei der EinSicherung meine» lieben Manne» und unseres herzensguten Vaters Ludwig Theißinger sagen Wir allen freunden und Be» kannten, dem Deut chen Bekleidung». arbelterverdand und der 84. Abteilung der SPD. unseren herzlichen Dankl krau Margarete Theichlager und Kinder. Bekanntmachung. Die in der Zeit vom J 1. April bis 30. Juni 1930 versetzten Pfänder sind versteigert worden. Ueber- schüsse sind bis zum 4. April 1932 abzuheben. Staatliches Leihamt. rreiiaiM Billig wie noch nie! Inlette? Oberbett.. Mb. 9.60, 10,-, 12.- Kissen..... 2.5», 2.SS, 3.50 rot. ifirkisch, Mabko. Steppdecken..... Mb. 19.50 Oannetidedcen....„ 52.— Wander-, Wochenend• Decken In allen Preislagen) Bettfedern und Oannen zu den bekannten billigen Preisen. Bei Blnkaol Grattsretntgnng! BObm. Beltledero- Spezlainaus SachseU Stadler Berlin C.. Landsberger Str. 43-47 Nähe Alexanderplalz iTOTTERN . 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