Morgenausgabe Nr. 467 A 235 4S.Iahrgang Wöchentlich SS Pf. monatlich Z�so M. lderArbeiter,Angefielllen und Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B. u.DiSc.-G«!., Depositen!., Jerusalemer Str. Lö-KS Umbildung des Kabinetts. Curtius iriit zurück.— Zahlreiche Ministerien sollen neu beseht werden. Gestern tagte das Reichskabinett. Um 6 Uhr abends war der Reichskanzler beim Reichspräsidenten, dann tagte das Kabinett weiter. Heute vormittag wird der Reichsrot zu- sammentreten. Dazu macht das Berliner Organ des Zentrums, die„Germania", folgende Vorbemerkung: Mit dieser Sitzung des Rcichsrates, die genau acht Tage vor dem Zusammentritt des Reichstages erfolgt, werden die großen politischen Entscheidungen eingeleitet, denen sich der Reichstag in der nächsten Woche aegenüdersieht. Es darf heule als sicher angenommen werden, daß das Reichs- kabinelt in seiner heutigen Zusammensetzung nicht mehr vor den Reichstag treten wird. Die Aussprache über Genf, die auf Grund des am Sonnabend vorn Reichsaußemninistcr erstatteten Berichtes gestern im Kabinett statt- sindc» sollte, ist zwar noch nicht crsolgt. Doch ist nicht mehr daran zu zweifeln, daß der Rcichsavßenministcr in den allernächsten Tagen seinen Rücktritt nehmen wird. Darüber hinaus ist damit zu rechnen, daß noch im Laufe dieser Woche eine Ilmbildung der Reichs- regierung stattfindet. Es steht allerdings noch nicht fest, ob es sich hierbei nur um die Rctibcsetzling der seit langem unbesetzten Ministerien handelt— Wirtschaft und Justiz, zu denen nun auch noch dos Außen mini st eriuni tritt— oder ob noch weitere personelle Veränderungen erfolgen. In jedem Falle ist aber anzunehmen, daß diese Entscheidungen noch in dieser Woche getroffen werden. lieber die Absicht des Reichskanzlers, sein Kabinett um- zubilden, ist der Sozialdemokratischen Partei bisher offiziell nichts bekanntgeworden. Nach den vorliegen- den Zeitungsnachrichten dürfte es sich jedoch um einen Der- such handeln, die kleinen Gruppen zwischen dem Zentrum und der Deutschnationalen Partei durch Befriedigung persönlicher Wünsche stärker an das Kabinett zu binden. Das Kabinett Brüning sieht sich von rechts her in seiner Existenz stark bedroht. Am Sonntag will sich die„nationale Opposition" in Bad Harzburg versammeln, um den An- griff vorzubereiten. Nach der„Deutschen Allgemeinen Zei- tung" werden an dieser Tagung auch„wichtige Per- s ö n l i ch k e i t e n" teilnehmen,„die ihren politischen Stand- punkt bisher links von der nationalen Opposition hatten, jetzt aber entschlossen sind, mit den 5)erren Hugenberg und Hitler gemeinsam zu operieren". Für den gleichen Tag hat auch Herr D i n g e l d e y von der Bolkspartei eine Rede in Breslau angekündigt, in der er, wie seine Freunde verkünden, seinen Abmarsch nach rechts erklären wird— es fei denn, daß bis dahin gewisse Wünsche der Volkspartei erfüllt wären! Zu diesen Wünschen soll auch die Ersetzung des Reichsinnenministers W i r t h durch einen weiter rechtsgerichteten Politiker gehören. Es kann dem Ansehen des Reichskanzlers nicht förderlich fein, wenn er sich unter den gegebenen Umständen zu einer Umbildung seines Kabinetts entschließt: es entsteht dadurch der Eindruck, daß er unter starkem Druck handelt und nicht mehr ganz Herr seiner Entschlüsse ist. Im übrigen wird er damit rechnen müssen, daß Druck Gegendruck erzeugt und daß er durch jeden Versuch, seine Stellung nach rechts zu stärken, seine Stellung nach links gefährdet. Daß ihm Hugenberg und Hitler Pardon gewähren, ist sehr unwahr- schcinlich, denn soweit wird er ihnen doch nicht entgegen- kommen können. Die Gefahr ist sehr groß, daß er sich zwischen verschiedene Stühle auf den Baden setzt. Die Art, in der die Umbitirnng des Kabinetts angekündigt wird, läßt vermuten, daß an eine Erweiterung nur nach rechts gedacht ist und nicht nach links. Es wird nicht an eine Regierung gedacht, die den Kampf gegen den Faschismus energisch aufnimmt, nicht an eine Regierung, die sich der rückläufigen Bewegung auf sozialpolitischem Gebiet mit allen Kräften entgegenstemmt, nicht an eine Regierung, die das sozialdemokratische Programm einer umfassenden Winter- bllfe für die Notleidenden durchführt, und erst recht nicht an eine Regierung, die mit der Staotskontrolle über Banken, Trusts und sonstige Großarganisatiouen der Privatwirtschaft Ernst macht und damit eine grundsätzliche sozia- l i st i s ch e Forderung der Sozialdemokratie erfüllt. Es wird vielmehr, wie es scheint, der Sozialdemokratie zugemutet, weiter die Politik des kleineren Uebels zu treiben, und zwar ' auch dann, wenn das„kleinere Uebel" noch größer wird, als es bisher war. Wahrscheinlich kennt der Reichskanzler Dr. Brüning sowieso schau das Risiko, das er damit läuft, aber es ist not- wendig, daß von diesem Risiko auch hier ganz deutlich gc- sprachen wird. Geht die Regierung Brüning in ihrer Zusammensetzung und ihrem Programm noch weiter nach rechts, so gerät sie in Gefahr, um des Lebens willen den Sinn des Lebens zu verlieren. Kann und will sie gegen rechts nicht kämpfen, so muß sie, nachdem sie eine Position nach der anderen preis- gegeben hat, schließlich Hugenberg ganz das Feld räumen. Die Sozialdemokratie hat gewiß kein Interesse daran, eine solche Entwicklung zu beschleunigen, aber sie wird sich die Frage vorlegen müssen, ob es noch viel Opfer lohnt, sie ein wenig zu verlangsamen. > Eine.Regierung Hugenberg bedeutet nicht nur den Sieg der Sazialreakticm auf der ganzen Linie, nicht nur den jähen Abbruch der bisherigen Außenpolitik sondern noch viel Schlim- meres. Begangene Fehler der Innen- wie der Außenpolitik , l lassen sich zur Not wieder korrigieren, wenn der Appa- rat der parlamentarischen Demokratie funk- t i o n i c r t. Wird er außer Funktion gesetzt, so wird das ar- beitendc Volk nicht nur für einen meßbaren Zeitraum ge- schädigt, es wird ihm auch fein Grundrecht genommen, das Recht, die Dinge, die ihm schaden, zu ändern. Dieses Grundrecht des arbeitenden Volkes zu schützen, ist der Sinn der bisherigen Taktik der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion. Seit Lassalle hat die Sozialdemokratie für das all- gemeine Wahlrecht gekämpft, für das allgemeine Wohlrecht, das nur dann einen Sinn hat, wenn der Wille der Wähler letzten Endes entscheidend bleibt. Nachdem es der Rechten gelungen ist, den Willen eines großen Teils der Wähler zu verwirren und eine willens- unfähige Volksvertretung zu schaffen, geht sie daran, der Republik selbst an die Wurzel zu greifen. Darum hat die Sozialdemokratie alles getan, um die Rechte nicht an die Macht kommen zu lassen. Will jetzt der Kommandant der Festung, die sie verteidigt, selber den Belagerern die Schlüssel ausliefern? Sie würde den Kampf deswegen nicht aufgeben, aber sie wäre dann genötigt, ihn in einer anderen Front und in einer anderen Weise als bisher weiterzuführen. Auf alle Fälle: Klarheit tut not! Die nächsten Tage müssen sie bringen! Morrow plötzlich gestorben. Hoovers und Gtimsons Vertrauensmann. New Pork, 5. Oktober. Nach einer Mitteilung bcr„Associated Preß" wurde der frühere amerikanische Botschafter in Mexiko, Senator Dwight R. Morrow, der ehemalige Partner des Bankiers Morgan und der Schwiegervater Lindberghs. heute in seinem Heim in Englewood(New Jersey) tot aufgefunden. Der Tod erfolgte durch Gehirn- h l u t u n g. Bor genau 48 Stunden wurde djc Welt durch die sensa- tionellc Nachricht überrascht, daß Staatssekretär S t i m s o n bestätigt habe, daß er Senator Morrow zu sich gebeten habe, um sich mit ihm über die Lage in Europa, einschließlich der Frage des polnischen Korridors zu besprechen. An dieser Stelle wurde sofort auf die Wichtigkeit dieser Meldung hingewiesen, vor allem mit Rücksicht auf die Be- dcutung der Persönlichkeit Morrows. Diese Meldung hatte naturgemäß in ganz Europa beträchtliches Aufsehen erregt und sie wurde selbstverständlich vor allem in Polen bereits mit Bestürzung kommentiert. Um so seltsamer wirkt die völlig überraschende Nachricht vom plötzlichen Tode Dwight Morrows in dem Augen- blick, wo sich das Interesse der Welt mehr als je zuvor auf diesen amerikanischen Staatsmann konzentrierte. Morrow galt in den Bereinigten Staaten auf Grund seiner überaus erfolgreichen diplomatischen Tätigkeit in Mexiko und sodann auf der Londoner Seeabrüstungskonferenz als ein„kommen- der Mann". Man sprach sogar schon von ihm als einem künftigen Präsidenten der USA., wobei ihm nicht nur seine persönliche Tüchtigkeit, das besondere Vertrauen Hoooers und seine engen Beziehungen zur Hochfinanz, sondern auch seine Popularität als Schwiegervater des Ozeanstiegers Lindbcrgh zugute gekommen wären. Sein vorzeitiger und plötzlicher Tod bedeutet für Amerika und vielleicht sogar für die ganze Welt einen schweren Verlust. Hoover für sofortige Aktion. London, 5. Oktober. Räch Washingtoner Meldungen wird in einer amtlichen Mitteilung erklärt, daß in den Besprechungen, die Präsident 5 000 er mit führenden Jinanzleulen und Staatssekretär Mellon während des Wochenendes halte, besonders die wirtschaftliche Lage in Europa erörtert wurde. Außerdem sei auch die Arage der Baisse. Spelulatiou an der Rew-gorker Börse besprochea worden. Man erwarte jedoch nicht, daß der Präsident gesetzgeberische Matznahmen zu ihrer Verhinderung ergreisen werde, sondern dah er. falls Maßnahmen notwendig werden sollten, vorher die Vertreter der Geschöslswest hören werde. 3n der Mitteilung wird weiter erklärt, dah es sich, obwohl Prä- sidcnt hoover den Wunsch gehabt habe, Erwägungen über eine Ver- längerung des Sriegsschuldenmorotoriums bis nach der Ralifizie- rung des Oooocr-pwns durch den Kongreß hinauszuschieben, a l s notwendig herausgestellt habe, dem Gefühl der Unsicherheit über das, was nach dem Ablauf des jetzigen Hooscr-Moraloriums geschehen werde, sofort ein Ende zu bereiten. Präsident hoover sei jetzt bereit, so bald als möglich zu handeln. Die Dringlichkest zu einer sthneUcn Entscheidung ergebe sich teilweise aus den erneuten Abzügen bei der Reichs- dank und teilweise aus der Tatsache, daß die amerikanischen Banken an dem Stillhalteabkommen beteiligt seien. Die Bankiers wünschten nunmehr zu wissen, was nach dem Ablauf dkrfer Vereinbarung im Februar geschehen werde. Btuiige präfidenienwahl. Zehn Tote in Chile. Santiago de Chile, Z. Oktober. Bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag sind zehn Per- soncn getötet worden. Der gewählte Präsident Dr. M o n- tcro soll wenigstens 60 Proz. der Stimmen erhalten haben. sJa der Umgebung des ehemaligen Präsidenten Alcssandri weigert man sich, die Wahl Monteros anzuerkennen. Welikriegstote gefunden. Arra», 5. Oktober.(Havas.) In der Zeit vom 5. September bis 3. Oktober sind bei Um- grobungen auf dem ehemaligen Kampfgebiet tsil Leichen deutscher und sranzösisäjer Soldaten ausgefunden worden. Von den deutschen Gefallenen konnten 6 identifiziert werden, 4t blieben im- bekannt: von den französischen Gefallenen konnten 37 identifiziert werden, 104 blieben unbekannt. Labour rüstet zur Wahlschlacht. Zeuner-Brockway auf Roseufelds(Spuren. (Sanierung Oeuifchöfierreichs. Die Erfolge der Sozialdemokratie. Die schwere Wirkschafts- und Finanznot in Deutschoster- reich und die Entwertung so vieler Auslandswährungen, die stets als„Edelvaluten" gegolten hatten, führte jetzt in Wien eine tendenziös erzeugte Schilling-Panik herbei. Winkelbörsen entstanden, man kaufte da„sicheres Geld" zu erhöhtem Preis und Verdächtigungen gegen die Demokratie und das Parlament wurden kolpor- tiert, die nicht imstande wären, die Schwierigkeiten zu über- winden:„Die starke Hand mutz kommen", von der man ja eben erst in Obersteier eine Probeleistung erlebt hatte. Der drohende Ablauf des 2»)-Millioncn-Krodits war nur ab- zuwenden durch schleunige Verabschiedung des gratzen Sparprogramms, das der Bundeskanzler aus Genf mitgebracht hatte. Dieses Sparprogramm stieß in ver- schiedenen wesentlichen Punkten auf den entschiedenen Wider- stand der Sozialdemokraten. Da auch die Großdeutschen wegen des Beamtengehaltsabbaus und die Heimwehrleute zur Förderung einer Machtergreifung des Faschismus ab- lehnend blieben, reichten die verbleibenden Regierungs- Parteien der Christlichsozialen und des Landbundes zur Annahme nicht aus. Und der Faschismus lauerte! Da sagten sich die Sozialdemokraten, zurEr Haltung der Demokratie muß das Parlament zeigen. daß es die Ordnung im Staatshaushalt aus eigener Kraft herzustellen und damit die Festigkeit der Währung zu erhalten vermag. Eine ganze Nacht, bis 7 Uhr morgens, dauerten die Verhandlungen. Die Sanierungsgesetze erhielten eine ganz neue Fassung, wobei die Sozialdemokraten eine Reihe ihrer Forderungen" durchsetzten: Geldliche Sicherung der Arbeits- losenunterftützung, Fürsorgeaktion für die Ausgesteuerten. Nichtanwendung des Gehalts- und Lohnabbaus im öffent- lichen Dienst auf tariflich geschützte Betriebe, also keine Aenderung von Kollektivverträgen durch Gesetz, Verringerung der Einkommenskürzung der Eisenbahner, Sicherung ihrer Mitbestimmung über die Besoldungsordnung durch ihre Personalvertretung, Nichteinbeziehuna der Gemeindebeamten in das Bundesschema, sondern freie Verhandlungen zwischen ihnen und der Gemeindeverwaltung. Kein Abbau von Bundesangestellten ohne Mitwirkung und Kontrolle der Personalvertretung und der Gewerkschaften. Weiter wurde erreicht, daß die Vorrückungssperre um ein Jahr aufgeschoben und die Gehaltskürzung der Bundesangestellten um 3 Proz., d.?r niedrigstbezahlten um 4 bis h Proz. verkleinert wird. Da- für ist die Ver mögens st euer der Reichen o�r- doppelt, ihre Krijensteuer erhöht, aber allen Arbeitern, die nicht mehr als 2000 Schilling im Jahr verdienen, erlassen worden. Der Kampf um Ersparungen im Heereshaushalt hat den ersten Erfolg errungen, daß die Werbungen für ein Jahr eingestellt werden. Selbstverständlich konnten die Sozialdemokraten nicht alles durchsetzen, was sie im Interesse der Arbeiter, Angestell- ten und Besitzlosen forderten. Aber sie haben starke Ver- bcsserungen erreicht und sie haben durch ihre Zustimmung zu den so umgestalteten Spargesetzen das Ansehen der Volks- Vertretung gehoben, das Vertrauen in die Demokratie gestärkt. Otto Bauer gegen die Gpaliung. 2Ude Spaltung der Sozialdemokratie ist ein Verbrechen an der Zlrbeiterschast. Genosse Dr. Otto Bauer-Wien sendet uns folgende Erklärung: Genossen der in Deutschland neu gegründeten Sozialistischen Arbeiterpartei haben behauptet, ich hätte beim Parteivorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands interveniert, um ihre Ausschließung zu verhüten. Gegenüber diesen Kehouptungcn erkläre ich: Sonntag, den 27. vorigen Monats, hat mir Genosse Dr. Max Adler, der in Beziehungen zu den Gründern der neuen reichs- deutschen Splitterpartei steht, Mitteilungen über den Konstitt in Deutschland gemocht. Auf Wunsch des Genossen Dr. Max Adler habe ich diese Mitteilungen in einem persönlichen und vertraulichen Brief an den Vorsitzenden der deutschen Sozialdemokratie, den Genossen Otto Wel«, weitergeleitet in der Hoffnung, daß sie vielleicht doch die Beilegung des Konflikts erleichtern könnten. Heber meine Stellung zur Gründung der SAP. kann kein Zweifel bestehen. Ich halte jedeSpaltung derSozial- demokratie für ein Verbrechen an der Arbeiter- k l a s s e. Auch wenn die von den Genossen Seydewitz und Rosen- feld gegründete Verlagsgesellschaft und Zeitschrift nicht, wie der Partciausschuß annahm, Ansätze einer Sonderorganisation gewesen sein sollten, wären die Genossen nach meiner Ueberzeugung dennoch verpslichtet gewesen, auf ihre Gründungen zu verzichten, um das bei weitem größere Uebel, die Spaltung der Partei, zu vermeiden. , O t t o B a u e r. Bürgerkriegsübung mit Achtjährigen. Einschreiten der Münchener Polizei gegen Hitlerunfug. München, 5. Oktober. Die Polizeibehörde teilt mit: Auf dem Gelände einer ehemaligen Filn'gcscllschaft in Grünwald hatten sich am Sonnabend, den» 3. Oktober, gegen 20 Uhr etwa 60 Angehörige der Hitler-Jugend, größtenteils im Alter von 8 bis 14 Iahren, eingefunden, Zelte aufgeschlagen und Lagerfeuer unterhalten. Sie beabsichtigten, auf dem Platze zu übernachten. Die Führer wurden durch die zuständige Gendarmeriestatton auf das Verbot der Beteiligung von Schülern der Volksschulen, Berufsschulen und Mittelschulen an politischen Vereinen hingewiesen, wozu nach der Bekanntmachung vom 23. Februar 1931 auch die Hitler-Iugend zu rechnen sei. Sie wurden aufgefordert, die schulpflichtige Jugend sofort zu entlassen und für ihre Heim- geleitung Sorge zu tragen. Nach anfänglicher Weigerung und Heranziehung eines Kommandos der Landespolizei wurde diesen Fordeningen teilweise entsprochen. 12 junge Leute im Alter von 11 bis 16 Jahren, die am Platze übernachtet hatten. wurden ani Sonntag vormittag, 6 Uhr, durch die Landespolizci nvt Kraftwagen zur Polizeidirektton München gebracht und nach Fest- stellung ihrer Personalien wieder entlassen. Nach 8 Uhr vormittags übte auch eine Anzahl von Angehörigen der N S D A P., zum Teil in Braunhemden, zum Teil mit Arm- bmdei«, zum Teil in Zioiltletdung, in geschlossener-For- mation auf diesem Platze. Der verantwortlich« Führer wurde uMcr Hinweis auf die Bestimmungen der Notverordnung noch Heranziehung eines Kommandos Landespolizei zur Auflösung der Veranstaltung aufgefordert. Er kam dieser Auf- sordcrung nach. London. 5. Ottober. Der Parteitag der Arbeiterpartei begann heute nachmittag in Scarborough unter Teilnahme von 800 Delegierten. Diesem Parteitag komnit nach der Zuspitzung der po- littschm Lage in England und umnittelbar vor dem wahrscheinlichen Ereignis von Neuwahlen in diesem Augenblick besondere Be- deutung zu. Der Vorsitzende Stanley hirfi übte in seiner Begrüßungsansprache heftige Kritik am Verhalten der drei zu den Gegnern übergegangenen Minister. Die neue Politik dieser Richtung Hab« mit dem Zusammenbruch der Pfundwöhrung berells ein furchtbares Fiasko erlttten. Die durch den Sturz des Pfundes hervorgerufen« Lage habe für die englische Regierung die gleichen Wirkungen, wie sie Schutzzölle haben würden. Daher sei eine Tarifgesetzgcbung völlig unangebracht und entschieden zu bekämpfen. henderson. der frühere Außenminister, der als zweiter Redner das Wort er- griff, wurde mit lebhaften Ovationen begrüßt, die aber Gcgcnkundgebungen von Anhängern der Un- abhängigen Arbeiterpartei hervorriefen. Henderson forderte dazu auf. die Wahlen mit größtem Eifer vorzubereiten. Diq Arbeiterpartei will Kandidaten in 350 Wahlkreisen ausstellen. Eine lebhafte Debatte entspann sich dann über die Frage der P a rt ei d i sz i p l i n bei Abstimmungen im Parlament. Die Unabhängige Arbeiterpartei, d. h. der linke Flügel der Arbeiterpartei, fordert in dieser Beziehung, wie schon früher, größte Bewegungsfreiheit. Ein entsprechender Antrag des Abgeordneten Fenner-Brockway von den Unabhängigen wurde vom Parteitag mit großer Mehrheit abgelehnt. Das Ergebnis dieser Abstimmung scheint jedoch zu sein, daß die Gegensätze inner- halb der Partei noch mehr verschärft worden sind, denn Fennec-Brockway erklärte nachher Pressevertreter«, von den 16 Abgeordneten der Unabhängigen Arbeiterpartei im Unterhaus würden mindesten, 14 die Entgegennahme jeder Instruktion von henderson ablehnen. Noch keine Einigung zwischen Macdonald und Lloyd George. London, 8. Oktober.(Eigenbericht.) Das Werben Macdonalds um die Mitwirkung der Liberalen bei den Wahlen für eine„nationale Regierung" hat immer noch nicht zum Erfolg geführt. Macdonald besuchte deshalb am Montag den in seinem Landl)aus zur Erholung wellenden libe- raten Führer Lloyd George. Auch diese Besprechung blieb ohne Erfolg. Wie Kugenbergs Sandbank sanierl wurde. Rettung eines Hugenberg-Ltniernehmens durch Preußen.- Llnierfuchung im Landtagsausschuß. Der Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtags zur Nachprüfung der Finanzgeschäfte der Preußenkasse trat am Montag- nachmittag nach längerer Pause wieder zusammen, um in die Be- weiaausnahme über den UMersuchungskomplex einzutreten, der sich auf die Kreditbeziehungen zwischen Preußenkasse und Landbank erstreckt. Als Zeuge wurde Landeshauptmann Caspar!- S ch n e i d e m ü h l, der Vorsitzende des Aussichtsrats der Landbank, vernommen. Er hat mit der Londbank Fühlung bekommen, als 1924 ein Restgut der Landbank von der Provinz Grenzmark Posen- Westpreußen für Siedlungszwecke übernommen wurde. 1925 erbat und erhielt die Landbant von der Provinzialbank einen Kredit von 250000 Mark. Die Landbank Holle damals ver- schwiegen, wie der Zeuge erklärt, daß ihre Lage sehr bedrohlich war und daß sie große anderweitige Schulden Halle. Im November, so fährt Caspar! fort, besuchte mich der stellver- tretende Direktor Dr. Tetenz von der Landbank und teitte mir mit, die Lage der Londbank sei jetzt so schlinun, daß auch unser Kredit gefährdet sei, vor allein aber auch das ganze Siedlungswerk dieser Bank an'der polnischen Grenz«. Minsstxrpräsident Broun habe keine Neigung gehabt, einzugreifen, erst nach langen Berhand- lungen, nachdem im Januar 1926 schon die Eröffnung des Kon- kurses beantragt war, sei die Landbank gestützt worden. Kedin- gung war, daß die Mehrheit der Aktien in die Hand der Provinz, des Staates und der Preußischen Seehandlung überging und daß ich Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde. Zum Generaldirektor wurde Dr. Roderwald bestimmt. Vorsitzender Abg. Bock(Dnat.): Der Ausschuß hat die Ausgabe, zu untersuchen, inwieweit der preußische Staat, also die Preußische Staatsbank, in erster Linie durch die Landbank ge- schädigt worden ist. Was können Sie dazu sagen. Landeshauptmann Ca s pari: Wenn ich mit den Herren der alten Gcschästsleitting sprach, wurde mir immer gesagt, die Landbank ist an sich gut, ober illiquid. Ich habe diesen Ver- sicherungen auch geglaubt: was ich aber nachher erlebt habe, hat olle Befürchtungen überstiegen. Sämtliche Ausschtsratsmitglieder der neuen Verwaltung und sämtliche Staats» und Staatsbankoertteter waren der Auffassung, wir dürfen der allen Leitung nicht die Entlastung erteilen, weil inzwischen sich Tatbestände her- ausgestellt haben, die doch ein ganz anderes Bild ergaben, als wir es uns erst vorgestellt hatten. Wir haben in einer Generaloersamm- lung als Akt der Notwehr gegen die unerhörten Angriffe, die in der vorherigen Versammlung sellens der früheren Verwaltung und der kleinen Aktionäre erhoben worden waren, die Erläuterungen zum Geschäftsbericht der Landbant von 1S26 vorgelegt. Da war zum Beispiel gesagt worden, es bestünde da ein gewisses Gefällig- keitsgeschäft mit der Freifrau von Gamp-Massaunen, das sei aber nicht weiter von Belang und werde sich ohne welleres erledigen. Es war aber wesentlich anders. An dieser Geschichte ist die preußische Staatsbank mit mehreren hunderttausend Mark hängen geblieben. Es handelt sich da nm rund 800000 Mark, die die Landbank heute noch der Staatsbank schuldet. Di« Staatsbank ist hierfür durch ein Gut Amalienhof bei Spandau gesichert. Die zweite unangenehme Angelegenhell war die Ab- lösung einer Amsterdamer Guldenschuld in Höhe von weit über 500000 Gulden. Auch diesen Betrag hat die Staatsbank ablösen müssen. Wir waren, so erklärt der Zeuge, ziemlich überrascht, als wir von dieser Schuld erfuhren. Zurückblickend ist es heute fast unmöglich, alle dies« Dinge zu entwirren. Man hat uns scharf angegriffen, weil wir z. B. in der Bilanz 500 000 Mark absetzten mit Rücksicht auf einen Prozeß, der nach Ansicht unserer Juristen als verloren anzusehen war. Der Prozeß ist dann tatsächlich beim Reichsgericht verloren worden.' Die Staatsbank ist rechtlich und tatsächlich für ihre Kredite völlig gesichert. Im übrigen ist heute die Landbank als gesund zu bezeichnen und auch zur Zell liquid. Würde aber heule die Staatsbank zogreifen, dann wäre selbst- verständlich eine Aortführung der Landbank nicht mehr möglich. Auf Befragen durch den Berichte r-stat-t er Kuttner erklärt der Zeuge weiter: Die alle Verwaltung der Landbank hat offenbar gutgläubig auf dem Standpunkt gestanden: Die Land- dank ist ein gutes Objekt und hat gute Aktiven. Wenn die Herren den genauen Sachverhalt gewußt hätten, so wie wir ihn heute kennen, so dursten sie meines Dafürhaltens gewisse Werte der Reu- landgescllschaft nicht oder wenigstens nicht in diesem Umfange her- ausnehmen. Mir hat ein Direktor der Landbank nachträglich ge- sagt, ein Direktor habe von den Geschäften des anderen Direktors nichts gewußt. Ihn habe man be- wüßt von den Geschäften ferngehalten, die zwei andere Direktoren gemacht haben. Offenbar sind also auch maßgebende Stellen nicht im Bilde gewesen. Welchen Wert die herausgenommenen Saara- Pieskow-Aktien der Reulandgesellschast hatten oder heute haben, weiß ich auch heute noch nicht. Berichterstatter Kuttner: Die alle Vcrwallung ver- tritt den Standpunkt, daß sie als gemeinnütziges Siedlungsunter- nehmen moralischen Anspruch auf staatlichen Kredit gehabt habe, daß sie aber schlechter behandelt worden sei als andere ähnlich« Unternehmungen. Rur darauf soll es zurückzuführen sein, daß die Illiquidität eingetreten ist. Zeuge Caspar!: Die Staatskommissare des preußischen Landwirtschaftsministers und des Finanzministers haben nach meiner Ueberzeugung alles getan, um der Landbank die nötigen Siedlungs- gelder zuzuführen.. Es handelt sich um Geschäfte, die nicht mi t der Siedlung zusammenhängen. 'Abgeordneter Könnecke: In einem Vergleich haben sie gleichzeitig den Minderheitsaktionären, die die Anfechtungsklage er- hoben hatten, einen Preis von 10 Mark für 1000 Papicrmark-Aktien zugebilligt. Wie sind sie.zu dieser Höherbewertung gekommen? Zeuge Caspari: Nicht aus der Erkenntnis heraus, daß die Aktien den Wert haben, sondern um endlich zu positivem Ar- bellen kommen zu können. Wir wurden geradezu überschüttet von Herren, die sich zu einem Raubzug ans die öffentliche Hand verbunden hatten, die Spckn- lattonsgcschäfte mit uns machen wallten. Dabei hatten wir etwas Sorge vor der richterlichen Einstellung. Alle Beteiligten einschließlich der Staatskommissare wollten endlich Schluß machen. Abgeordneter Könneck«: Wollen Sie sagen, daß der Hugenberg-Kreis einen Raubzug gegen die öffentliche Hand unter» Nammen habe? Zeuge Caspari: Ich möchte meiner persönlichen Meinung Ausdruck geben, daß das Bankhaus Arons nicht von jeher im Besitz der Obligationen gewesen ist, sondern sich diese erst später verschafft hat. Den Raubzug auf die öffentliche Hand erblicke ich auch in der Art und Weise, wie man gegen uns gekämpft hat. Es ist niemals anerkannt worden, daß man ein Unternehmen vor dem Konkurs gerettet und auch Personen vor unangenehmen persönlichen weite- rangen gerettet hat. Die Verhandlungen wurden auf Dienstagvormittag vertagt. Oeuischnationale Reisespesen. Eine Woche Berlin-- 1 229 Reichsmark. Die deutschnationale Presse, für die Verschwendung und Miß- Wirtschaft eine Begleiterscheinung des„Marxismus" ist, wird gebeten, die nachstehende Spesenabrechnung eines deutschnationalen Oberbürgermeisters abzudrucken, die soeben infolge einer Presse- polemik zwischen Blättern der Rheinprovinz ans Tageslicht kommt: Hagen, 26. Juni 1929. Ich habe in Berlin die Eingemeindungsverhandlungen wahrgenommen. wie vom Stadterwellerungsausschuß beschlossen. Zu diesem Zwecke war ich abwesend vom Sonntag, dem 16. Juni, bis Sonnabend, dem 22. Juni d. I. Meine Frau hat sich wünsch- gemäß an dieser Resse beteiligt und war vom 16. Juni bis 20. Juni in Berlin. An baren Auswendungen sind dafür entstanden: Reisekosten 1. Klasse Hagen— Berlin mit Schlafwagenbenuhung..... Reisekosten 1. Klasse Berlin— Hagen. Hotel laut Rechnung....... Bewirtungen.......... Sonstige eigene Verpflegung.... Besondere Auslagen sür Gepäck, Tele- phon, Telegramme, Autofahrten, Trink- gelder und Besorgungen, fürKartcn usw. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 192,— Reichsmark 130,— 325,96 527.- 160,- 395,-„ zusammen 1729,96 Reichsmark Ich bitte nm Anweisung. Oberbürgermeister F i n k e. Der deutschnatioimle.Herr Oberbürgermeister liquidiert für eine sechstägig« Reise noch Berlin mehr, als das I a h r c s e i n- kommen manches uilleren Beainten bettögtl Wir wagen kaum auszudenken, was es gekostet hätte, wenn der Oberbürgermeister etwa im Auftrage seiner Stadt nach Amerika gereist wäre! Nr. 467* 48. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Dienstag, 6. Oktober 1931 Höhlen der Bürgerkriegsgarde Nazi-Kasernen in der Innenstadt Der Terror wächst IVire lange noch? Wir fcücn heute unsere Veröffentlichungen über die inilitärisrhcn«tühpunktc der nationalsozinliftischen Sturmkolonncn fort,«chon die Mitteilungen über die Nazi-ttnserncn in den Berliner Außenbezirken haben uns Berge von Material über weitere Tchlupfwinkel der Hakcnkreuzler gebracht. Darüber hinaus kommt in allen Zuschriften und Hinweisen die große(?mpörnng der Berliner Arbeiterschaft über den Terror der Hitler- Banden zum Ausdruck,«o ist eS in Neukölln zu spontanen Abwehrmaßnahmcn der Mieter des Hauses Nichardstr. 33 gekommen. In diesem Hause befindet sich, wie wir mitteilten, die Neuköllner Razi-Kaserne. Da die Vorstellungen der Mieter wegen Exmittierung der Nazis erfolglos geblieben sind, haben die Mieter beschlossen, ab Lktober die Miete nicht mehr an den mit den Haken- krcuzlern sympathisierenden Verwalter abzuführen, sondern sie solange beim Amtsgericht Neukölln zu hinter- legen, bis die Mordbuben aus dem Hause Nichardstr. 33 ausgezogen sind. Das berüchtigte«-Afritakasirn)'. Sic bcrüchtigstc Kaserne der I n n e n st a d t ist im Hause Lützow- siroße 93. Hier befindet si6) auch das bekannte Verkehrslakal der Nazis, das„A f r i k a- K a s i n o". Jur Unterbringung der nationalsozialistischen Terrorgruppen sind besondere Räume her- gerichtet. Frühmorgens fährt jener berühmte Gemüsewagen vor und ladet die Atzung ab. Sie Lützower SA. vertilgt anscheinend Berge von Kohl. Sie ständige Besatzung beträgt rund\5 Mann, natürlich gespornt und gestiefelt mit Lederhosen. Kletterjacke und Bärenstiesel. Bei besonderen Anlässen ist diese Razi-Kaserne vollgepfropft mit SA.-Leuteri. Zusammenstöße in diesem Grenzbezirk des sogenannten„Alten Westen" sind an der Tagesordnung. Am stärksten war der Terror kurz nach der Reichstagswahl vom 14. Sep- tember. Wie erinnerlich, kam es damals zu schweren Feuerüber- fällen der SA.-Horden aus Andersdenkende. Auch heute noch muß jeder, der mit dem Abzeichen einer republikanischen Organisation an dteser Razi-Kaserne vorbeigeht, damit rechnen, zum mindesten angepöbelt zu werden. Besonders sind dem Terror der National- sozialisten die Besucher der Synagoge in der Körnerstraße aus- gesetzt. Eine Verlolgung und Feststellung der Krawallmacher ist nur in den seltensten Fällen möglich, da die Chauffeure, die mit ihren Wagen an der AutoHaltestelle Lützow-, Ecke Potsdamer Straße stehen, meist Parteigenossen der Nazis sind und den Terroristen in jeder Hinsicht zur Seite stehen. - Die schlemmenden Siurmführer. Bisweilen gerat sich auch die Besatzung dieser.Kaserne gegenseitig in die Haare. Besonders, wenn die rauhen Kämpfer voll des fußen Weins sind. Sann beschimpfen sie sich vor allen Leuten auf der Straße. So waren eines Abends Nationalsozialisten, die zu jener der Arbeitsgemeinschaften gehörten, die auf Gütern in der Mark Brandenburg arbeiten, zurückgekommen. Siese beschwerten sich bitter darüber, daß man sie wie 5kulis behandelt hätte, während die Herren Sturmführer mit der Herrschast durch die Gegend reiten und schlemmen. Aber die SA. hat keine Stiesel auf den Beinen. Es kommt hinzu, daß seit einiger Zeit ja auch nicht mehr die 2,50 M. Tagelohn an die SA. gezahlt werden. So bildeten sich auf der Straße zwei Gruppen, von denen die eine auf die Sturmsührer schimpfte, während die andere sie verteidigt«. Beinahe wäre man handgreiflich geworden. Eine andere Nazi-Kasenie befindet sich in der Motzstraße 66. Es handelt sich um das Eckhaus Martin-Luther- und Motzstraße. Hier ist im vierten Stock des Borderhauses eine Großwohnnng von 8 bis 10 Zimmern als Kaserne eingerichtet worden. Sie Wohnung gehört einem seit etwa einem Jahr aus Ostpreußen zugezogenen Gutsbesitzer S t r ö b e l. Sie Kaserne ist ungefähr mit 25 SA.- Leuten belegt, die dort schlafen und auch dort verpflegt werden. Bis vor einiger Zeit hing aus dem Sachgeschoß eine große Haken- kreuzsahne heraus, jetzt ist sie eingezogen. Zweifellos, um die Nazi- Kaserne besser zu tarnen. Ihre B l u t t a u f e vollzogen die Burschen aus der Motzstraße in der Nacht vom 27. zum 28. August. Samals beobachtete die„Wache" vom Fechter aus das Gelände. Sabei bemerkten sie den vom Siecht kommenden Zäjährigen Kraft- lvagenführer S e l z e r, der angeblich ein Sowjetabzeichen am Jackett trug. Sosort stürzten zehn der Landsknechte auf die Straße und schlugen den ahnungslosen Chausseur nieder, der blutüberströmt zusammenbrach. Sabei war der Mann ohne jeden Grund überfallen worden, er hatte am linken Rockausschlag lediglich ein Abzeichen seiner Automobilsirma, das einen roten Untergrund hat. Als dann die Polizei in der Nazi-Kaserne erschien, hatten sich die Mordbuben auf ihren Strohsäcken bereits wieder zur Ruhe gelegt. Obwohl damals vier der Täter verhaftet wurden, hat sich an dem Betrieb der Kaserne nichts geändert. Tegeler Weg 7: Der Selbstmord des SA-Mannes Um die Nazi-Kaferne in Charlottenburg, Tegeler Weg 7, schwebt das Geheimnis eines nie aufgeklärten S e l b st m o r d e s. Bis zum 30. September des vorigen Jahres ging in diesem Schlupf- winket der Charlottenburger SA. der 24iährige Bäcker Helmuth G a n s e r t, der bei seinen Eltern in der Herschelstraße 4a wohnte, aus und ein. Am Abend des 20. September hatte er eine Aus- einandersetzung mit seinen Parteigenossen, wobei er sagte:„Wenn so das Sritte Reich aussieht, dann schieße ich mir eine Kugel durch den Kopf!" Am nächsten Morgen fand ihn seine Mutter tot im Bett auf. Er hatte seine Worte wahr gemacht. Jetzt beträgt die Belegschaft der Kaserne Tegeler Weg 7 rund 24 Mann. Sie Eigentümerin des Hauses ist eine Frau Amtsrat L ü t t i ch, der Wohnungsinhaber heißt M a i k o w s k i. Es handelt sich um eine aus vier Zimmern bestehende Parterrewohnung. Ein Zimmer davon ist als Schreibstube eingerichtet, ein weiteres als Aufenthaltsraum für die Wache, die beiden anderen als Schlaf- Hetze gegen das Reichsbanner Stahlhelmer provozieren in Peitz** Fabrikbesitzer als Scharfmacher Sas Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold veranstaltete am Sonntag in Peitz bei Guben einen„Republikanischen Tag". Außer dem Peitzer Ortsverein beteiligten sich Kameraden aus Guben und Kott- bus an der Kundgebung, die mit einem Aufmarsch auf dem Markt- platz chren Beginn nahm. Kamerod Muhle aus Berlin hielt eine Ansprache, in der er scharf aber sachlich mit den rechtsradikalen Terroristen abrechnete. Obgleich zahlreiche Ggner auf dem Markt- platz anwesend ivaren, verlief die Kundgebung ohne jede Störung und Zwischenrufe. Nach der Rede Muhles formierte sich das Reichsbanner zu einem Umzüge durch die Stadt. Ser Ab morsch«-folgte durch die von der Peitzer Polizei genehmigten Slraßenzüge. Bor der Billa eines Peitzer Stahlhelmfllhrers kam es zu einem Zwischenfall. der von der Hugenberg-Presse zu einer infamen Hetze gegen das Reichsbanner benutzt wird. Etwa die Hälfte des Reichsbannerzuges hatte die Billa des Stohlhelmers, der Fabrikbesitzer ist, bereits. passiert, als aus dem Garten, in dkm der in rt-pirblikaiiischrn Kreisen als rechtsrädikäleh Pröbokoteur bekannte Fabrikbesitzer R e h n mit mehreren Leuten Aufstellung genommen hotte, Schimpfworte und Schmährufe auf das Reichsbanner fielen. Unter den Schreiern befand sich, wie später festgestellt wurde, ein Graf L u ck n e r. Der Herr Gras zog eine Pistole und richtete sie aus die Reichs- bannergruppen. Das ist von mehr als 20 Reichsbannerleuten beobachtet worden. Hatte sich bisher der Zwischenfall nur in gegenseitigen Zurufen ab- gespielt, war die drohend auf das Reichsbanner gerichtete Waffe gewissermaßen das Signal zu berechtigten Ab wehr maß- nahmen. In größter Erregung versuchten einige Reichsbanner- leute gegen die Stahlhelmer vorzugehen. Zu Tätlichkeiten kam es jedoch nicht, da die Polizei sofort eingriff. Leider war es dem Mann mit dem Schießprügel gelungen, seine Waffe schnell in Sicher- heil zu bringen, so daß die spätere polizeiliche Suche ergebnislos' verlief. Der Borfall hatte natürlich begreifliche Erregung der ohnehin unter dem ständigen rechtsradikalen Terror leidenden republi-' kanischen Bcvölkerui?g von Peitz hcroorgerusen. Der ganze Zwischenfall dauerte knapp eine Viertelstunde, und selbst der Peitzer P ol i z e i be r i ch t sagt, daß niemand verletzt worden ist. Das aus Kottbus alarmierte Uebcrfallkommando brauchte überhaupt nicht in Tätigkeit zu treten. Wenn in der Hugenberg-Presse van einem Wüten der Reichs-' bannerhorden gesprochen wird, so ist das— gelinde gesagt— eine bewußte Entstellung und Verdrehung der totsächlichen Vor- gänge. Wenn Hakcnkreuzlbr wehrlose Republikaner morden und' wenn wegen hinterhältiger Mord- und Bluttaten.Hakcnkrcuzler dauernd vor Gericht stehen, findet die rechtsradikale Presse kein Wort der Verurteilung dieser Schandtaten. Wenn aber Repu- blikancr Beleidigungen und tätliche Bedrohung in berechtigter Ab- Wihr LeRr�k. �«artige journalistische Methoden richten sich iw.dev Augen-» aller anständig denkendere Menschen von selbst. -i- Wie wir erfahren, ist der Juniorchef der Textilfabrik R c h n Führer des dortigen Stahlhelms. Systematisch werden langsam alle Republikaner aus seinem Betriebe gedrängt und durch Nazis und Stahlhelmer ersetzt. Daß hierzu auch die Gründung eines gelben Geiverkvereines gehört, bedarf kaum einer Betonung. In jeder Weise wird die wirtschaftliche Uebcrmacht dieses nationalistischen Arbeitgebers ausgenutzt, um Republikaner zu terrorisieren. In einer alten, nicht mehr benutzten Fabrithalle hielten die Stahlhelmer ständig geheime Hebungen ab. Der Regierungspräsident in Frank- furt o. d. Oder ist von diesem Treiben in Kenntnis gesetzt worden und wird hoffentlich recht bald die notwendigen Maßnahmen treffen. wem �OA%4A/ 48) VCW Er streicht kosend Heinrichs Gesicht ist undurchdringlich. über seinen Bart. „Hm. Da ist guter Rat teuer. Wenn dich der Hafer sticht..." Heinrich kennt das labile seelische Gleichgewicht des Bruders. Ein unbedachtes Wort zeitigt katastrophale Wirkungen. Wir müßten einmal in Ruhe darüber sprechen. Kommst du morgen abend zu mir? Heute bin ich besetzt." Es ist der Tag, an dem Heinrich die Freundin trifft, ein spätes Mädchen, das feit Jahren auf den Antrag hofft. Schöne Geschichte, denkt Heinrich, als James gegangen ist. Also jetzt ist es so weit. Vilma hat tüchtig gearbeitet. Sieh' an, dieses Kleinbürgermädchen, dieses Proletarierkind will steigen, und James läßt sich mit dem größten Vergnügen als Leiter benutzen, er küßt noch die Füße, die auf ihm herumtrampeln. Kinder werden kommen. James ist wild auf Kinder. Vielleicht ist eins schon unterwegs. Wer kann es außer den Beteiligten wissen? Heinrich ist sonst genau orientiert. Er hatte Erkundigungen über Vilma und die Rosolfs eingezogen, lieber jede Familienaffäre weiß er Bescheid. Man muß den Feind kennen, che man ihn angreift und vernichtend schlägt. Ist es schon zu spät? Hat er zu lange gezögert? Kinder werden kommen. Das ist die Hauptsache. Sonst könnten sich von ihm aus James, Fränze und Vilma in holder Gemeinschaft aufhängen oder nach Australien auswandern. Kinder werden kommen. Das bedeutet, daß Harry nicht der zukünftige Herr von Ed. Silvester u. Söhne gehen, es wird Konjunktur wach ein wird. Mag das Geschäft jetzt schlecht ich wieder erholen, es wird bei besserer en, blühen und gedeihen. Harrys Zukunft ist gesichert. Was würde sonst aus ihm werden? An eine reiche Heirat kann man bei dem Hern, der von Heiraten nichts wissen will, kaum denWr, und der Junge soll xs gut haben, sich in ein warmes Nest setzen. Man hat doch Vater- gesühle. Im Geschäft ist noch immer nichts zu tun. Die Bcdje-- nung steht sich die Beine in den Leib, und Fräulein Schmidtke liest in ihrem Roman. Sie macht kein Hehl daraus. Harry wird den Getreidehandel erben. Für diese Pleite hier ist er zu schade. Es heißt also, Minen legen, durch einen klugen Schachzug dem Gegner zuvorkommen und ihn matt- setzen. Heinrich stülpt den Hut auf, nickt seinem Personal zu und verläßt mit sorgengefalterer Stirn das Geschäft. Der Angriff hat von anderer Seite zu erfolgen. James muß von zwei Gegnern gefaßt und geschüttelt werden. Eine Frau läßt sich nicht so leicht aus ihrer Position verdrängen, sie kämpft darum und hält das Banner hoch. Fränze ist zu Hause. Heinrich wird von dem Mädchen in das Herrenzimmer geführt, wo Fränze auf dem Diwan liegt und liest. Sie ist trotz der milden Temperatur in eine schwere Wolldecke gehüllt. „Hoffentlich störe ich dich nicht." Heinrich gelingt es, ein freundliches, beinahe fröhliches Verwandtengesicht auszusetzen. Wie sie wieder tut! Man kann James nicht verurteilen.„Ich kam vorbei und wollte sehen, wie es dir geht." „Das ist sehr nett von dir." Fränze läßt das Buch sin- kcn und reicht dem Schwager die Hand, die trocken und kalt ist.„Ich las im„Zauberberg" von Thomas Mann. Das Buch kann ich immer wieder lesen. Du nimmst es mir doch nicht übel, wenn ich liegen bleibe." „Ich bitte dich sogar darum, liebe Fränze." Heinrich küßt ihr kavalierhaft die Hand.„Nur keine Umstände!" Meine Schwägerin macht sich Sorgen. Liegt vormittags auf dem Diwan und schmökert Romane. Es hat sich was mit ihrem Geist, und an die Wirtschaft scheint sie überhaupt nicht zu denken. Die Köchin versteht zu kochen. Damit Schluß. Vilma würde anders sein. „Du trinkst sicherlich ein Glas Wein, Heinrich. Zigarren und Zigaretten stehen auf dem Rauchtisch." Sie klingelt dem Mädchen.„Ich fühle mich nicht wohl. Die Kälte ist kaum zu ertragen. Ich möchte gern in den Süden fahren, aber James hat jetzt keine Zeit, und allein will ich nicht fort." Heinrich brummest in seinen Bart und hantiert mit dem Zigarrenabschneider. Sie möchte in den Süden fahren. Wunsche hat die Dame! Und zwanzig Grad im Schatten nennt sie Kälte. Als ob sie eine spanische Prinzessin ist und nicht aus dem deutschen Nordosten stammt. Wie ist Man- fred eigentlich zu dieser Schwester gekommen? Aber sie liebt James. Hier ist der Meißel anzusetzen. Harry wird am Ende doch triumphieren, muß triumphieren, James darf sich zehn Geliebte halten, doch Fränze bleibt die richtige Frau für ihn, jedenfalls im Hinblick auf Harry. Das Mädchen trägt eine Portwcinflasche und zwei Kristallgläser auf einem silbernen Tablett. „Bringen Sie mir die.Kamelhaardecke aus dem Schlaf- zimmer." Fränze spricht mit ihrem Mädchen höflich, aber mit betonter herrschastlicher Ueberlegenheit.„Es ist schrecklich, daß die Häuser mit Zentralheizung im Mai nicht mehr heizen." Heinrich schenkt ein. „Du müßtest dich abhärten, Fränze, turnen, Gymnastik treiben. Ich glaube, dann würdest du dich wohler fühlen." Fränze läßt sich wie ein krankes Kind von dem Mädchen in die zweite Decke wickeln.„Ich Hab es versucht, aber ich vertrage es nicht." Sie verträgt es nicht! Verdammte Pimpelliese! Wie sie jetzt daliegt! Als ob sie sich in der Arktis zum Sterben vor- bereitet. Wenn es nicht um Harrys Zukunft ginge, würde Heinrich dem Bruder raten: heirate Vilma! Er legte sie ihm sogar eigenhändig ins Brautbctt. Hat Fränzes Leben noch einen anderen Zweck, als ihre Mitmenschen mit edlem Duldergesicht zu malträtiren? Den ganzen Tag über tut sie nichts. Sie pflegt nur die Gedanken an ihr Leiden, das nicht einmal zu den schlimmsten gehört. Lächerliches Betragen, er- bost sich Heinrich. Arbeiten müßte sie, und sofort wäre sie vernünftig und hätte ihre Schmerzen vergessen. „Ich möchte mit dir eine ernste Angelegenheit besprechen", weirdet er sich schroff an Fränze.„Deswegen bin ich gc- kommen. Es handelt sich um James!" Fränze hat bisher still dagelegen, ohne ein Glied zu rühren, eingesponnen in den Genuß der Wärme und der schönen Worte. James! Fränze richtet sich aus. Was ist mit ihm? Sie blickt den Schwager groß an. „Ich will zu dir ohne Umschweife reden. Du mußt die Wahrheit ertragen können." Heinrich setzt sich zu Fränze aus den Diwan.„Du kennst die Geschichte zwischen James und seiner Sekretärin..." „Nein", wehrt Fränze ab.„Nein!" Ihr Herz schlägt bis zum Hals. Sic ist sich nicht klar, warum sie leugnet. „Du weißt alles, darum rede bitte nicht!" Heinrich wirkt wie ein unheilkündendes Gespenst.„Es wird jetzt ernst. James will sich von dir scheiden lassen und die andere heiraten. Man spricht davon schon in der Stadt. Sei also auf der Hut!" (Fortsetzung folgt.) räume. Angemeldet ist die Kaserne als„gewerblicher Raum". Der dort hausende Sturm hat die Nummer 31. Das Sturmlokol befindet sich in der Mindener Straße 14. Dort ist auch die Küche, von der aus die Besatzung verpflegt wird. Der Wirt dieses Swrmlokalz ist ein zum Katholizismus übergetretener Jude. Während nun in der Nazi-Kaserne Tegeler Weg 7 ein ziemlich öffentlicher Betrieb herrscht, werden die beiden anderen Nazi- Kasernen Charlottenburgs, die sich m der Kaisenn-Augusta-Allee "und in der Nordhausener Straße befinden, streng geheim ge- halten. Der Führer des Sturms ist der Neffe eines katbolischen Pfarrers, der mit seinem Motorrad die einzelnen Nazihöhten kontrolliert. Kleinkrieg mit Stenneöleuten. Wer übrigens frühmorgens um 3 Uhr am Tegeler Weg entlang geht, kann sehen, wie die SA.-Leute Mädels aus dem Fenster der Parterrewohnung herauslassen. Kurz danach fuhr dann immer ein sogenannter Fabriken-Omnibus vor, in den lO Mann der Besatzung einstiegen. Es war leider nicht festzustellen, welcher Firma der Omnibus gehörte und wohin die Burschen fuhren. Seit einiger Zeit fährt das Auto nicht mehr vor. Der Terror der Besatzung be unruhigt die ganze Gegend. Man zieht vor die Wohnungen von Republikanern und droht ihnen, die Wohnung zu demolieren, pöbelt Passanten an, seinerzeit ist auch ein Sozialdemokrat nieder- geschlagen worden. Allerdings wagt man in dieser Kaserne nachts keine Posten auszustellen, da in dieser Ecke Charlottenburgs ein grimmiger Krieg zwischen Hitler- und Stennes-Leuten herrscht. Die Stennes-Leute würden die Hitler-Posten sofort ver- dresche». Ihre Sprechabende veranstalten die Nazis in einem Lokal in der Tauroggener-, Ecke Brahestraße. Tochter des Generaldirektors. Wie sie zu einer Betrügerin wurde. Die Frau auf der Anklagebank ist auf dem besten Wege, eine gefahrliche Betrügerin und H o ch st a p l e r i n zu werden. Sie ist jung und schön, hat bereits wegen Betrügereien vier Vorstrafen und befindet sich auf freiem Fuß. Sie ist Tochter eines bekannten Berliner Generaldirektors, hat bis zum 16. Lebensjahr das Lyzeum besucht, sich zur K r a n k e n s ch w e st e r ausgebildet, hatte einen Freund, den sie unterhalten haben will, und steht nun vor dem Richtertisch mit einem reizenden einjährigen Knäblein auf dem Arm— um auf das Gericht Eindruck zu machen. Denn sie , weiß, daß sie jung und schön ist... Was hat sie nun wieder verbrochen, die ehemalige Lyzeums- schülerin, Krankenschwester und Tochter des Generaldirektors? Schlimme Dinge sind es. Und es ist schwer zu glauben, daß sie das getan, wenn man sie so vor sich sieht mit dem kleinen Knäblein auf dem Arm. Sie hat an eine Pelzfirma unter dem Namen eines bekannten Arztes angerufen und gebeten, ihr, der Frau dieses Arztes, einen Pelzmantel in die Wohnung zu schicken. Und der Pelzmantel war pünktlich zur Stelle. Oder sie rief ein bekanntes Wäschegeschäft an, ließ sich, wieder die Frau des bekannten Arztes, eine Wäschesendung in die Wohnung schicken und nahm die«Sendung in der Wohnung dieses Arztes in der gleichen rätselhaften Weise in Empfang. Als Homöopathin hielt sie Vorträge über Gesundheitstee—„ein ganz vorzüglicher Tee", sagte eine Zeugin vor Gericht— neben bei verkaufte sie auch den Tee an ihre Anhänger, bestellte gleich einen ganzen Waggon und erhielt von einer Kundin 100 Mark An Zahlung. Der Waggon Tee existierte natürlich nur in der Phan taste der Homöopathin, die 100 Mark gingen natürlich für ganz andere Zwecke hin. Das also hatte diese Frau getan. Wie sie zur Betrügerin geworden, erfuhr man ini Gerichtssaal nicht. Man erfuhr eigent- lich überhaupt nichts; vielleicht war die Angelegenheit sämtlichen Beteiligten allzu peinlich. Sie sagte aber nur das eine:„Ich habe das nicht sür mich getan, ich hole nur immer für andere die Kastanien aus dem Feuer." Das Gericht ging über den sehr milden Antrag des Staats- onwalts— drei Monate Gefängnis— hinweg und verurteilte die hoffnungsvolle junge Frau zu vier Monaten Gefängnis. Eifersuchtstat im Berliner Aorden. Die Geliebte niedergeschossen.— Täter festgenommen. 3n der Oudenarderstraße S spielte sich gestern nachmittag eine blutige Eifersuchtstragödie ab. In dem Hause hat die 36 Jahre alte Witwe Ida B l u n k ein Zigarrengeschäft. Vor wenigen Wochen machte Frau B. die Be- kanntschaft des 31jährigen Angestellten Mar Pirsch. Da der Mann ohne Wohnung und Beschäftigung war, nahm ihn die Witwe bei sich auf. Das Zusammenleben der beiden gestaltete sich nicht glück- tich, da Pirsch der Frau fortwährend Eifersuchtsszenen machte. Auch gestern kam es wieder zu einem erregten Auftritt. Plötzlich zog der Mann eine Pistole hervor und streckte seine Geliebte durch einen Bauchschuß nieder. Durch die Hilfeschreie der Frau eilten Passanten hinzu, die den Täter festhielten und ihn der Polizei übergaben. Die Schwerverletzte fand im Virchow-Krankenhaus Aufnahme. Biers chirurgische Klinik wird geschlossen. Als Folge der Sparmaßnahmen wird die Erste chirurgische Klinik der Berliner Universität am 1. April geschlossen werden. Es handelt sich um die Klinik des Geheimrats Bier. Die chirurgische Klinik Professor Sauerbruchs bleibt jedoch bestehen. Es ist beab- sichtigt, die Erste chirurgische Klinik als Poliklinik weiter- zuführen. Sozialistische Siudentenschast treu zur Partei. Von den verantwortlichen Funktionären der Sozialistischen Studentenschast wurde folgender Beschluß«instimmig gefaßt:„Die Sozialistische Studentenschast steht nach wie vor treu und geschlossen zur Sozialdemokratischen Partei." Politische Polizei in der Hedemannftrasic. Beamte der Politischen Polizei erschienen am MontagnachmUtag in der Berliner Hakenkreuzler-Zentrale in der Hedemannstraße, um in den Mitgliederkarteien notwendig gewordene Feststellungen zu machen. Die Aktion steht im Zusammenhang mit einem Disziplinar- verfahren, das gegen einen Schupobeamten schwebt. Die Durch- suchung dauerte etwa eine Stunde. Trauerfeier für Professor Grotjahn. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Aerzte veranstaltet heule im Saal V des Preußischen Landtags um 20 Uhr eine Trauerfeier für Prost Alfred Grotjahn. Parteigenossen als Gäste willkommen. lieber Mietverträge. Baukostenzuschüsse.— Zentralheizung.— Schönheitsreparaturen. Genosse Dr. B. Borchardt schreibt uns: Im„Vorwärts" vom 11. Juli hatte ich in einer Notiz„Moderne Mietverträge" die Mietverträge in Häusern einer Gesellschast ge- geigelt, die mit Hauszinssteuer erbaut waren, auf die also die Wohnung sfürsorge-Gesellschaft Einfluß hat, die aber trotzdem in verschleierter Form die Mieten erhöhen, indem Leistun- gen, die normalerweise dem Hauswirt obliegen, durch„unanfecht- baren Vertrag" dem Mieter aufgebürdet werden. Die Wohnungsfürsorge-Gesellschaft ist dem Fall in danken-- werter Weise nachgegangen und ersucht mich, auf Grund ihrer Fest- stellungen die Notiz zu berichtigen oder zu ergänzen, wozu ich sehr gern bereit bin. Ich hatte gerügt, daß durch B a u k o st e n z u- s ch ü s s e, die nicht auf die Mieten verrechnet werden, ein Teil der Baukosten dem Mieter aufgebürdet werden. Hierzu bemerkt die Wohnungsfürsorge-Gesellschaft, sie habe das genehmigt, weil die auf dem freien Markt erhältlichen Hypotheken, die 5)auszinssteuer-Hypo- iheken und das vom Bauherrn beizubringende Eigenkapital zur Deckung der Herstellungskosten nicht ausreichten; doch habe sie die Mieterzuschüsse bei der Kalkulation der Mieten berücksichtigt. Weiter hatte ich gerügt, daß bei der Zentralheizung nicht nur die Kohlenkosten, sondern darüber hinaus auch die Kosten für den Heizer auf die Mieter umgelegt werden, diese also einen erheblichen Teil der Entlohnung des Hauswarts tragen müssen. Auch hiergegen hatte die Wohnungsfürsorge-Gesellschaft nichts einzuwen- den, denn„der vom Bauherrn in die Kalkulation einzusetzende Be- trag für die Bewirtschaftung bleibe noch unter dem für Häuser ohne Zentralheizung und ohne Warmwasserversorgung maßgebenden Durchschnittssatz." Im übrigen betont die Wohnungsfürsorge-Gesellschaft— und das dürfte für viele Mieter wichtig sein—, daß die von ihr be- willigten Mieten nicht überschritten werden dürfen,„auch wenn in den Mietverträgen andere Vereinbarungen enchalten sind." In dem besonderen von mir gerügten Falle, den ich ihr namhaft gemacht hatte, hat sie sich mit dem Hauseigentümer in Verbindung gesetzt und von diesem die Erklärung erhalten, daß er von den andern von mir gerügten Vertragsbestimmungen keinen Gebrauch machen werde, er«erde also die Schönheitsreparaturen und die andern im allgemeinen dem Vermieter obliegenden Reparaturen, wie de:- spielsweise die Beseitigung von Rohrbrüchen, die Ersetzung von durch höhere Gewalt zerbrochenen Fensterscheiben usw. entgegen den aus- drücklichen Vertragsbestimmungen selbst tragen. Auch werde er, trotzdem der Vertrag das Gegenteil besagt, die gegenwärtigen Mieten nicht als Mindestmieten festhalten, wenn der Mietssatz für derartige Räume während des Laufes des Vertrages von der Woh- nungsfürsorge-Gesellschaft geringer festgesetzt werden sollte. Diese Erklärungen der Wohnungsfürsorge-Gesellschaft gegenüber sind recht dankenswert. Ob aber alle Mieter der betreffenden Häuser davon Kenntnis erhalten und ob sie nicht im Streitsalle von einem Gericht dem„unanfechtbaren Vertrag" gegenüber als unerheblich angesehen werden? Der einzelne Mieter einer Neubau-Wohnung steht dem Vermieter ziemlich hilflos gegenüber, teils weil er froh ist. die Wohnung zu erhalten, die, wenn er Schwierigkeiten wegen der gedruckten Vertragsbestimmungen macht, an einen andern gegeben wird, zum großen Teil ober auch, weil er sich über die Trag- weite der von ihm unterschriebenen Vertragsbestimmungen sehr oft völlig unklar ist. Deshalb wäre es wünschevswert, wenn die Wohnungsfürsorge-Gesellschaft in allen Fällen, in denen sie eine rechtliche Handhabe dazu hat, daraus dringen würde, daß derartige Vertragsbestimmungen aus den gedruckten Vertragszformularen ver- schwinden._ Gegen die Kündigung der Junglehrer. In einer Elternvcrsammlung der 13. Volksschule in Charlotten- bürg wurde in einer Protestkundgebung gegen die Sparmaßnahmen eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Wir Eltern fordern die Rücknahme der Kündigungen, weil gerade die jungen Lehrer der Schule die Seele, das pulsierende, frische Leben geben, weil sie am engsten mit Kindern und Eltern ver- wachsen sind und im besten Mannesalter stehen, ihre volle Arbeits- kraft der Jugend zur Verfügung stellen. Eine noch größere Belastung der älteren Lehrer lehnen wir energisch ab, weil unsere Kinder wieder die Leidtragenden sind. Wir fordern weiter als Eltern und Staats- bllrger Schutz und Förderung unserer Kinder, wenn wir nicht jeglichen Glauben und alles Vertrauen an die verfassungsmäßig ge- währleisteten Rechte verlieren sollen. Wenn gespart werden soll und muß, dann auf allen anderen Gebieten, nur nicht auf dem Gebiet des Schulwesens. Genosse Richard Siegert. Lichtenberg. Kronprinzenstr. 20a, bistet uns mitzuteilen, daß er mit dem aus der Partei ausgeschlossenen Richard Siegert nicht identisch ist. Welleraussichten für Berlin. Meist bewölkt ,ini> mild, zeitweise Bewölkungsabnahme, vereinzelt Regen, südwestliche Winde.— Für Deutschland: Im Süden und Südosten beständig und vielfach heiter, nachts Frostgefahr, im Norden und Nordosten meist bewölkt, vereinzelt Regen. Achtung, Abteilungsleiter! im Monat Oktober fallen sämtliche Zahlabcnde aus.— Dafür finden Abtcilungs«Hilgliederver« Sammlungen statt.— Die Referentenvermlitiung erfolgt nur durch das Bezirkssekretariat. Der Bezirksvorstand. Eiasendimgen für diese Rubrik find Berti» TB 6«, Lindenstraß« 3, parteinachrichien�M�sür Groß-Berlin stet» an da» Bezirkesekretariat 2. Hof, 2 Treppe» recht», zu richte» Beginn aller Veranstaltungen I st- Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! Zcitungskommission Grotz-Bcrlin. Dienstag,«. Oitaber, Uhr, im Saal 1 des«Sewerischaftkhaufee. Saget- Ufer 24—23, Versammlung sämtlicher gei»n»g,kammisfi,»«mitglieder. vertrag: „Die Pecsse in der Wirtschastelrise". Reserent: Ott» Meier, R. h. L. heule, Dienstag, 6. Oktober. 3. streis. Srwcrbslasenzusammenkunft im Krim Tilfiter Str. 4—3»eu 43— lg Uhr. Dc»»nteehaiienden lünstlerijchcn Teil bestrciteu zwei Genossinnen uo» der Aktuellen Nleininnstbnhne. Rnsik, Gesang, Rezita- tian.— Ab 13. Oktober, 20 Uhr, richten wir für den Kreis Friedrichs- Hain Radioabhörabende{Deutsche Welle) ein. Teilnehmer kastenlos, Teil» nchmcrzahl befchräntt, daher sasaetigc oorherige Anmeldung beim Genossen Habczqnski, Memeler Str. 13. 13. llrei». Gruppe jnngcr Parteigenossen: Im Jugendheim Lyzeum Tempel- h»s, Germaniastr. 4 ßensllhrer bei Lau, Hildegardstr. 14. Morgen, Millwoch, 7. Oktober. Se- 1. Kreis. 13 Uhr Jugendheim Waiseustr. 18, musikalisch«! Nachmittag werbslose Genosstnnen und Genossen find eingeladen. 2. Kreis. Kreismitaliederueesammlung in den Arminiussäleu, Bremer Straße 72—73. Reserat des Genossen Iohauue, Stelling, M. d. R. 3.»reis. 19 Ahr Kreiskonfere», bei Wende, Äalonieste. 147.— Zusammen- kiiast aller jungen Parteigenossinnen und-genossen sowie der Kursusteil. nehmer im großen Saal der Hochschuldrauerei. Portrag des Genossen Alexander Stein:„Jugend, Partei und Sozialismus": anschließend Aus- spräche. Ausweis: Mitgliedsbuch. Eintritt frei. 3. Kreis. 12. zahlgruop« des Deutsche» Freidenkeruerbaudcs: Funttianör- sißung bei Kassube, Rcvalcr Str. 1«. 8. Kreis. Kreismitalieberuersammlung in Kochs Bismarik-Sälen, Felbftraße. »«nasse Georg Bendt spricht über„Die Spoltcr innerhalb der Partei". Beginn 29 Uhr. 14. Kreis. Bilbungsau-Ichuß: Sißung im Portribüro. Wichtige Tag»»arb»un,. 3. Abt. Zusammenkunst der Arbeitsgemeinschaft junger Sozialdemokraten im Lokal Rungcstr. 39. 9. Abt. Alle Genossinnen und Genossen nehmen an der Krcismitgliedcrvcr- sammlung in den Arminiussäleu, Bremer Straße, teil. 17. Abt. 29 Uhr Zusammenkunft junger Parteimitglieder bei Klinge, Ecllcr- straßc 14. 27. Abt. Zusammenkunft der jungen Parteigenossen Lolksspeisestellc Gleim- straße 33.„Politische Fragen der Gegenwart." 28. Abt. 29 Uhr Zusammenkunft der jüngeren Parteigenossen bei Klug, Dan- zigcr Str. 71. 31. Abt. 29 Uhr Abteilungsfunktionärfißung bei Iamin, Sophic-Eharloite» Straße 88. 38. Abt. 29 Uhr Funkiionärversammlung bei Liersch, Kanistr. 82. Wichtige Tagesordnung. Bezirkokafsserer werden besonders dazu eingeladen. 74d. Abt. 29 Uhr Funktionärsißung bei Ziemann, Karlstroß«. 78. Abt. Zusammenkunst aller junqen Parieiaenossen und.qenossinnen bei Ebrist("früher Langhans), Ebersstr. 49, 29 Uhr. Genosse Dr. Hans Cohn spricht über„Die weltpolitische und weltwirtschafiliche Lage Deutschland» und die deutsche Arbeiterklasse". 83. Abt. Funktionarsißuna um 29 Ilhr bei dem Genossen Rosenthal, Händel» plaß z, zu welcher auch alle Wohlrahrtspfleger eingeladen sind. 87. Abt. Die Miralieherverlammluna fällt umständehalber au» und findet dafür am 14. Oktober statt. 99. Abt. Gruppe junger Porteiqenassen: 29 Uhr Zusammenkunft bei LöfNer. Weichsel» Ecke Ossostroße. Genossin Mathilde Wurm spricht über„Die Sozialdemokratie und ihre politischen Ausgaben". 82. Abt. Zulamwenkuntt der jüngeren Parteigendssen Jugendheim Treptower Straßc W...Was die andern sagen", eine politische Zeitlingsschau. 93. Abt. Funktionnrveisommlung fiel Jäger, Treptower Str. 13. Zeitung». kommisston Ii Stunde früher(19 Uhr). »9a. Abt. Gruppe junger Sozialdemokraten: Satirischer Abend in der Halle am Hufeisen. 198». Abt. Sißung aller Funktionäre bei Schulz, Bahnbofstr. 34. 118. Abt. Wichtige Funltionärfißung bei Morr, Reue Bahnhofstr. 28. 121. Abt. Die Funktionärversammlung findet umständehalber o» Mittwoch, 7. Oktober, nicht statt. 122. Abt. 29 Uhr bei Poratb. Marzahner Str. 31. wichtige Fnnkfionärfißnng. 124. Abt. Funktionärssßung bei Anders, Bahnhofstr. 37. 127. Abt. Arbeitskreis junger Parteigenossen! 29 Uhr Lokal Schiebe, Dcrlincr Straße 97, erste Zusammenkunft. Lartrag und Aussprache. Ireitag, 9. Oktober. 91. Abt. Arbeitskreis junger Genossen: Restaurant Schreiber, Flugbnsenstr. 7. Referent Genosse Fall'über„Kreditbeschaffung, Währung und Wirtschafts- politik". 3 rauenveransialtungcn. 13. Abt. Der fiir den 8.. Oktober onqesehte FraUenäbeod muß outf-Nen. 134. Abt.---Mittwoch: 7. Lktsber, 20 Ii hl, dpi-Eonnet, Park- Ecke Schöuower Straße, gemütliches Beisammensein. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrk. 7. Krei«. Mittwoch, 7. Oktober, 17 Uhr, Jugendheim Rosinenstr. 4, Sitzung der Arbciterwohlfahrt. Neuwohl. 13. Krei». Donnerstag, 3. Oktober, 29 Uhr, im Sitzungszimmer Dorfstr. 12, Rathaus, Aussprache über die Winterhilfe. 17.»reis. Dienstag. 8. Oktober. Porstandsfitzung mit den Abteilungsleitern der Arbeiterwohlfahrt, Rathaus, Möllendorfstr. 8, Zimmer 31, nicht wie an. gegeben am 3. Oktober. Erscheinen ist Pflicht. Die AW.»Hefte find adzurcchncn. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrerinnen und Lehrer. Bezirksgruppe Berlin. 8. und 7. Oktabcr Borstcllnng in der BalksbLhnc:„Kampf«« Kitlch". Für unsere Mitglieder Loskartca zum Preise»on 2,29 M. an der Thcatcrkass«. Sozialistische Sludenlenschafl Denlschlands und Oesterreichs Ortsgruppe Berlin. Politischer Ausspracheabend am Donnerstag, 8. Oktober, 29 Ahr. Genosse Dr. Arkadij Gurland spricht über„Linksopposition und Parteieinhcit" im „Bund", Berlin NW. 6, Albrechtstr. 11(Gartenhaus 2 St.). Arbeiksgemeinschaft der Sinderfreunde Groß-Berlm. Krei» Mitte, Gruppe MatU»tti: Mittwoch, 7. Oktober, Baden. Treffpunkt Vi\i Uhr. Freitag, 9. Oktober, Rote Fallen: Aussprache! Iungfalken: Spielen und Basteln. Kreis Kreuzberg: Bolloersammlung der Rot.Falken im Heim Wassertorstr. 9, Zimmer 1 und 2,»on 18—29 Uhr, ain Donnerstag, 8. Oklobrr. Krei« Neukölln, Gruppe Knrt Sisner: Während der Ferien find wir im Jugendheim Treptower Str. 93—98 immer Dienstags und Freilags von 17 bis 19 Uhr, SF. und RF. Krei, Friebrichshain: Me für Mittwoch, 7. Okiober, angesetzte A..H..Vrr. se.mmlunz muß umständehalber auf Dienstag, 13. Oktober, 29 Uhr, Jugendheim Dicstelmenerstraße. verlegt werden. Für die A..H. Uhr Mitgliederversammlung, Steglitz, Albrechtstr. 47. Müggelsee: 19'� Uhr Mitgliederversammlung, Aula der weltlichen Schule, Freiheit' Zutritt zu alle» Mitgliederversammlungen nur mit SAI.-Mitzliedsbuch. Doriräge, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold-. Getckakts stelle: Berlin S. 14. Cebastianstr. 87—38. Hak 2. Tr. Dienstag. 6. Oktober. Eharlottenburg(Ortsverein): 18V� Uhr Saal- schütz. Türkisches Zelt, Berliner Str. 53. Ave aktiven Kameraden zur Stelle.—' Sch'önebcrg-Friedenau: Achtung, Iungbo! 20 Uhr im Heim Schöncberg, Hauptstraße. Mskussionsabend mit der SAJ. Pankow(Ortsver- ein): 20 Uhr Mitgliederversammlungen. Pankow-3tord: Türtisches Zelt; Pankow-Süd bei Kober; Riedersckiönhausen: Restaurant Wolfsschlucht; Blanken- bnrg an g-'wohnter Stelle.— Mitte, 3. Kameradschaft: 20 Uhr Kameradschasts- Versammlung bei Michel, Köpenicker Str. 55. Referent Kamerad Küter. Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, Berlin-SüÄen. Donnerstag. 8. Oktober, 20 Uhr, bei Krüger, Grimmstr. l. Borlefungsverzeichnis der Humboldt-Hochfchule. Die Humboldt-Hochschule gibt soeben ihr neues Vorlefungsverzeichnts heraus. Es sind diesmal mehr als 250 Reihen, Uebungen und Führungen angekündigt. Dabei sind olle Wissens- fcicher in ziemlich gleichmäßiger Weife berücksichtigt. Wie Philosophie, Kunst. Literatur sind auch Handelswissenschaften, Sprachen, Technik usw. vertreten. Die Grundlagen wie die Weiterbildung sind gleichmäßig berücksichtigt. Die Bor- lesungen beginnen am 12. Oktober. (Gewerkschaftliches siclie 2. Beilage.) Lrrantwortlich für Politik: Viktor Schiff: Wirtschaft: G. iilivilklhöfrr: Errorrtsä�iftsbkweauna: I. Etklacr: ssruilletpn: Dr. Zoha Schikowsii: Lokoics und Sovstiaes: Krifi Karstadt: Anzeiarn: Tb. Glocke; sämtlich in Berlin. Perlao: Vorwärts-Brrlaa G.m.b.H., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckercl uich Berlaasaiistolt Paul Einser u. To.. Berlin SW 68, Lindenftraste 3. Hierzu 2 Beilagen. TTT' rm Tariuaf nvcH Tarnt Mesgambgtba voriiitaK, Obst und Gemtise Kochbimon..... 3 Pfd. 0,25 Neue Walnösse..Pfd. 0,30 ääk ;/ii Pulte Mr Dim lieg nd Hlttwoek. fleiach b. Itlchfrinierblicbt Waran tlod forn Vereand utgeicblouen. Zonadongron Lebemmltteln b«i~ BNktlha�T.I�IOti Kochäpfel...... 3 Pkd. 0,25 Grafensteiner....Pfd. 0,25 Essbirne nBnnnbkower.PId, 0,1 4 Welntrauben....2 Pfd. 0,38 Wurstwaren Hau8machersUlzePid.0,48 Dampfwurst....... Pkd. 0,88 Landleberwurst..Pfd. 1,10 Jagdwurst........ Pfd. 1,08 Fettor Speck..... Pfd. 0,95 Mag. Specko.Eipp.,Pfd. 1,15 Märk. RUbchen 3 Pkd. 0,25 Sellerie............ Pkd. 0,09 Spinat.............. Pfd. 0,10 Rosenkohl........ Pfd. 0,20 Käse und Fette Harzer Käse..... Pid. 0,35 Margarine....... 2 Pfd. 0,75 Rohschmalz amerifc, Pfd. 0,60 Bratenschmalz..Pfd. 0,58 Tilsiter Yoiifett..... Pfd. 0,72 Molkereibutter...Pfd. 1 ,1 8 Frisches Fleisch Schweinebaucho.BjPW.0,80 Kassler miid...Pid. ton 0,84 Schweineschinken E!sbs!nm.8pikrb.,x«p«tM 0,60 mit Bein.............. Pfd. 0,84 Bratwurst Bort Art, Pkd. 0,38 Schweinekamm Hammelvorderfl.PM.i 0,82 oder Schott, ohneBeilage, Pfd. 0,84 Kalbskammo,Beila;.,PI<).». 0,68 SchweinekotelettFfd.k.0,94 Suppenfleisch Pfd. von 0,64 Fische und Räucherwaren *KabeIjaugr..oX, Lg.,P(i«. 0,30'Lebe n de Karpf enMti 0,85 *Seelachsgr.,o.il.,i.z..P(dT. 0,30 'Grüne Heringe s Pfd. 0,52 *Schellfi8Chni.l kinas, Gcbrockaw züoe. Sofen, Sport.. Gellpelze. Selcacn. beilstäufe in neuer Gorbcrobe. Weile st-r Wca lobncnb Lolkrinqerstraste 58. Treppe. 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