Nr. 148. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei tu's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. tn der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. = Vorwärts 13. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzelle oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 1hr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508 Telegramm- Adresse: ozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Schulgesetz- Krach in England. London, den 23. Juni 1896. Sonnabend, den 27. Juni 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. mischter ihre Zusammensetzung, desto geringer der innere Und das ist für den Moment das wichtigste bei der Busammenhalt. Sir John Gorst, der Verfasser der Bill, Sache. Die Zurücknahme der Bill bedeutet vor allem eine hatte zu vielen Ansprüchen Rechnung tragen wollen oder Niederlage der Sektion der Regierung, die für ihre den müssen, damit aber zugleich wieder zu viele Interessen verlegen Boardschulen feindlichen Bestimmungen verantwortlich ist: müssen. Es ist unmöglich, allen zu geben, ohne verschiedenen zu der extrem kirchlichen Sektion, deren Haupt Lord SalisDas konservative Schulgesetz ist gefallen. Mit der nehmen, bezw. verschiedenen weniger zu geben, als man ihnen bury ist. Es ist sehr bezeichnend, daß der Minister, der größten Majorität, die je eine parlamentarische Regierung nimmt. Die Gorst'sche Schulbill war ein Mischmasch von die nominelle Verantwortung für die Bill trägt, Sir John in England hinter sich gehabt, hat das Kabinet Salisbury sehr reaktionären und leidlich fortschrittlichen Vorschlägen, Gorst, gestern gar nicht im Haus erschien, und Balfour- Chamberlain nicht vermocht, die Opposition gegen ein Kuhhandel an sich, der vielleicht gelungen wäre, wenn daß Herr Balfour in seiner Rede, worin er die das erste bedeutende Stück Gesetzgebung, das es vor das er schnell hätte abgemacht werden können, dessen Aussichten Zurücknahme der Bill ankündigte, Worte einflocht, die Land gebracht, zu besiegen. Mit 423 gegen 156 Stimmen aber immer schlechter wurden, je länger er sich hinzog, je so flangen, als denke er- Balfour- an einen Rücktritt hatte es die Erlaubniß zur zweiten Lesung des Gesetzes mehr Zeit das Publikum hatte, die Kühe genauer zu von seiner jetzigen Stellung. Sicher ist, daß er bei den erhalten eine ganz unerhörte Mehrheit- und nun, inspiziren. vorhergegangenen Debatten von seinen Rechten als Führer nachdem dasselbe zehn Tage Spezialberathung durchgemacht, Und hier hat die Obstruktion der Liberalen das ihrige des Hauses der Gemeinden"*) einen auffallend lässigen hat sich Herr Balfour gestern genöthigt gesehen, namens allerdings gethan. Mit einer wahren Sündfluth- die Zahl Gebrauch gemacht hatte. Das deutet auf böse Konflikte seiner Kollegen die Erklärung abzugeben, daß sie keine übersteigt 1000 von Amendements haben dieselben hinter den Koulissen, und auch sonst fehlt es nicht an Möglichkeit vor sich sähen, die Berathung im Laufe der das Gesetz überschüttet; kein Paragraph, kein Saz, zu dem Symptomen dafür, daß es nicht zum besten bestellt ist mit gegenwärtigen Seffion zu Ende zu führen, auch wenn sie nicht ein Verbesserungsantrag gestellt worden wäre. dem Frieden in der unionistischen Familie. Jedenfalls hat diefelbe bis zum nächsten Frühjahr verlängerten, und ihnen Mit einfachem Debatteschluß war da nicht aufzus ihr Ansehen einen großen Stoß erlitten. daher nichts übrig bliebe, als das Gesetz ganz zurück- kommen, denn zu jedem Antrag mußte mindestens Für die Liberalen bedeutet dieser Ausgang der Redes zuziehen. dem Antragsteller das Wort gegeben werden. Und schlacht einen großen Triumph. Und da es Sir William Das ist eine Niederlage, wie sie eklatanter nicht gedacht dabei blieb es nicht. Für jeden Antrag, den wir erledigt," Harcourt ist, der dabei den Führer gemacht, wird wahrwerden kann. Natürlich suchte Herr Balfour fie nach erklärte Herr Balfour gestern, sahen wir den Tag darauf scheinlich von dessen Anhängern von neuem der Ruf erMöglichkeit zu verkleinern oder ganz wegzudisputiren. Die mindestens zwei neue auftauchen." Zu jedem Antrag aber hoben werden nach Erhebung Harcourt's zum Parteiführer Regierung habe nicht zu so gewaltthätigen Mitteln der Ver- wurden Reden von erstaunlicher Ausführlichkeit gehalten, an stelle von Rosebery. Bei dem großen Gewicht, das fürzung der parlamentarischen Rechte schreiten wollen, wie so daß in fünf Sigungen gerade zwei Zeilen des Entwurfs der Erfolg verleiht, und der fläglichen Rolle fie die Liberalen bei der Berathung der Homerulevorlage bezw. 14 Worte erledigt wurden. Da behalte der Teufel zu der Rosebery im Hause der Lords verurtheilt angewendet, und deshalb sei sie genöthigt, der Obstruktions- die Geduld. ist, ist es auch durchaus nicht ausgeschlossen, daß politit der Liberalen das Feld zu räumen. Auf sie falle Jm Kampf gelten alle Mittel und kein Mensch wird es die Agitation, zu der schon vor einigen Wochen ein Anlauf die Verantwortung für die Hinausschiebung all der. nüß- den Liberalen verargen, wenn sie das Zustandekommen eines genommen wurde, diesmal ihr Ziel, wenn nicht unmittelbar Lichen Reformen, die in dem Entwurf vorgesehen waren. von ihnen für schädlich erachteten Gesetzes auf jede Weise durchsetzen, so doch insoweit erreichen wird, daß Rosebery's Wenn Du eine faule Sache zu vertheidigen haft, so zu verhindern suchten. Man kann im Gegentheil nur von Rücktritt nur noch eine Frage der Zeit bleibt. Ob aber schimpfe auf den Anwalt des Klägers" ist ein alter ihnen lernen. Nicht unter allen Umständen ist eine derartige all' das die liberale Partei soweit auf den Strumpf bringt, Advokatentniff, und Herr Balfour konnte nicht umhin, auf oder ähnliche Obstruktionspolitik möglich oder auch nur daß sie hoffen kann, die 140 Stimmen Mehrheit, welche die ihn zurückzukommen. Aber er that es nur mit halbem angebracht. Wo sie aber am Plaze, wo durch Hinaus- Unionisten vor ihr voraus haben, bei der nächsten allHerzen, denn er wußte zu gut, daß er damit wenig Effekt ziehung der Entscheidung das Resultat derselben geändert gemeinen Wahl herunterzuarbeiten, ist eine andere Frage. machen würde. Er griff zu dieser Ausrede mangels einer werden kann, da empfiehlt es sich sicherlich, sie mit aller Nur soviel glaube ich hier bemerken zu können. Als ich befferen, den wahren Grund der Niederlage durfte er nicht Findigkeit in Anwendung zu bringen. vor einem Jahr im Vorwärts" der Meinung Ausdruc eingestehen. Aber die Welt weiß ihn." Uebrigens tam eine gute Anzahl von Gegenanträgen gab, daß der kolossale Wahlsieg der Konservativen die Die Sache ist die, daß im Schooß der Regierungspartei aus dem Lager der Regierungsparteien. Wie Labouchere Wahlaussichten der englischen Sozialisten eher verschlechtere felbft höchfte Uneinigkeit über die Bill herrschte. Hätte die gestern feststellte, trugen nicht weniger als 85 Amendements als verbessere, wurde diese Ansicht von verschiedenen Regierung nur mit der Opposition der Liberalen zu thun die Unterschrift des konservativen Abgeordneten Sir Seiten heftig bestritten und im Newyorker" People" gehabt, so würde sie ihr Machwerk mit Anwendung etlichen Albert Rollit, Präsident der Londoner Handels- als unerhörte Aumaßung hingestellt. Was haben wir aber sanften Drucks doch durchgesetzt haben, im Nothfall auch kammer, der auch in Fragen des Arbeiterschutzes sehr viel schwerlich vor Anwendung der Abstimmungsguillotine weiter geht, als das Gros seiner Partei. Jm ganzen Haus der Gemeinden" und nicht wie gewöhnlich zurückgeschreckt sein. Aber sie sab sich einer wachsenden werden etwa ein Fünftel der Amendements auf mit falsch ins Deutsche übersetzt wird Haus der Gemeinen" ist Opposition in ihrer eigenen Gefolgschaft gegenüber, glieder der Regierungsparteien entfallen. Und die Träger die finngemäße Uebertragung der englischen Bezeichnung House vor der Nothwendigkeit, dieser Opposition Zugeständnisse zu dieser Opposition waren nicht etwa obsture Mit of Commons. Tas englische Unterhaus hat nämlich seinen machen; und weil sie sich über diese Zugeständnisse nicht läufer der Partei, sondern Männer, deren Name weithin Namen nicht davon, daß es das common people, bie„ gemeinen", einigen konnte, weil die Interessengegensäge in diesem im Lande guten Klang besitzen, wie Sir John Lubbock, gewöhnlichen" Leute vertritt, sondern davon, daß seine MitKoalitionsłabinet nicht überwunden werden konnten, darum Sir Leonard Courtney und andere. Mit diesen Leuten, glieder ursprünglich von den Commons, d. h. den Kommunaldieser klägliche Rückzug, der naturgemäß die Herzen der die in der unionistischen Presse, voran die" Times", gewählt wurden, im Gegensatz zu dem House of Lords, dessen forporationen, den Grafschaften und den größeren Städten Oppositionsleute mit Jubel erfüllt. energische Unterstüßung fanden, durfte man nicht mitglieder feine Kommunalkörperschaft vertreten, sondern fraft Das sind die Unbequemlichkeiten einer zu großen summarisch umspringen. Natürlich haben sie auch im persönlichen Rechts an der Gesezgebung theilnehmen.( Anmerkung Regierungsmehrheit. Je größer die Mehrheit, desto ge- Schoße des Rabinets ihre stillen Bundesgenossen. 6] Rienzi. Der letzte der römischen Volkstribunen. an seinem rechtmäßigen und wahren Namen, indem sie sich einbildeten, daß, wenn der Kaiser und der Papst beide in Rom ihre Residenz wählten, Gefeßlichkeit und Freiheit ihren natürlichen Schuß unter der wiedererweckten Majestät des römischen Volkes finden mürden. " der Redaktion.) söhnlichste und wildeste dieser Abenteurer, der seiner Ab. scheulichkeiten mit solcher Frechheit sich rühmte, daß er auf der Brust eine silberne Platte trug, auf der die Worte eingegraben waren:„ Ein Feind Gottes, der Barmherzigfeit und der Gnade,"" hatte er vor kurzem die Romagna Die Abwesenheit des Papstes und des päpstlichen Hofes mit Feuer und Schwert verwüstet. Aber durch Geld vertrug sehr zur Verarmung der Bürger bei; und noch sichtlicher mocht, oder nicht länger fähig, den wilden Geist, den cr hatten sie gelitten durch die Verwüstungen räuberischer aufgeregt hatte, zu bändigen, hatte er den größten Theil Banden, welche die Romagna verheerten, alle Wege und seiner Kompagnie nach Deutschland zurückgeschickt. Mehrere Straßen unsicher machten und bisweilen im geheimen, bis- kleine Detachements waren jedoch im Lande geblieben und weilen öffentlich durch die Barone beschützt wurden, die oft warteten nur auf einen geschickten Anführer, um sich wieder ihre Söldner durch Banditen rekrutirten. zu vereinigen. Bu denen, die am meisten geeignet hierzu Roman von Edward Lytton Bulwer. Judem fie ihre Paläste zu fürstlichen Schlössern machten, jeder seine Unabhängigkeit von Obrigkeit und Gesetz darthat, Festungen anlegte und Vorrechte auf dem angestammten Boden der Kirche ansprach, sicherte der römische Adel seine Stellung und machte sich noch verhaßter dadurch, daß er fremde Kriegsvölker, hauptsächlich Deutsche, in Sold nahm. Diese waren besser geordnet, im Dienst disziplinirter und in Führung der Waffen geschickter, als der freieste Italiener Aber außer den gewöhnlichen Räubern hatte sich in erschienen, gehörten Walter von Monreal, ein St. Jos jener Zeit. So vereinigten sie in sich richterliche und mili- Italien noch eine gefährlichere Art von Freibeutern ge- hanniterritter aus der Provence, dessen Kühnheit und tärische Gewalt nicht zum Schutze, aber zum Verderben bildet. Ein Deutscher, der sich den glänzenden Titel eines militärische Talente, obgleich er noch jung war, seinen Roms. Zu den Mächtigsten unter diesen Adligen gehörten Herzogs Werner beilegte, hatte einige Jahre vor der Namen zu gefürchteter Berühmtheit erhoben hatten, und die Orsini und die Colonna. Ohne Unterlaß dauerten Periode, welcher wir uns nähern, ein bedeutendes Korps deffen Ehrgeiz, Erfahrung und Klugheit, erhöht durch gedie sich vererbenden Fehden, und jeder Tag war unter dem Namen die große Kompagnie" gebildet, mit dem wisse ritterliche und eble Eigenschaften, ihn zu größeren Zeuge von den Ergebnissen ihrer geseglosen Zwiste, er Städte belagerte und Einfälle in die Provinzen machte, und wichtigeren Unternehmungen zu berufen schienen, als welche unaufhörliches Blutvergießen, Entführungen und ohne irgend einen weniger verwerflichen Zweck, als den des die gewaltigen Erpressungen des wilden Werner es waren. Feuersbrünste verursachten. Gewaltthaten, Betrug, Mord, Raubes und der Plünderung. Seinem Beispiele folgten Von diesen Geißeln hatte Rom am meisten gelitten. Das schmutzige Habsucht, übermüthige Bedrückung ihrer Mit- bald andere zahllose, ähnlich organisirte„ Kompagnien", Gebiet des Papstes theils ihm durch kleine Tyrannen bürger und feige Kriecherei gegen Mächtigere, mit nur verwüsteten und beunruhigten das Land. Sie erschienen entrissen, theils durch diese ausländischen Räuber verheert wenigen Ausnahmen, bilden Hauptcharakterzüge der ersten plöglich, wie durch Zauberei, vor den Mauern einer Stadt gewährte den Bedürfnissen Clemens VI., eines prachtFamilien Roms. Aber reicher als der übrige Adel waren und forderten ungeheuere Summen für die Erkaufung des liebenden, üppigen Herrn, nur geringe Unterstützung; und die Colonnas, üppiger und vielleicht auch verständiger; ihr Friedens. Weder unabhängige Fürsten, noch irgend ein dieser hatte einen Plan entworfen, durch den er sich und Stolz wurde dadurch noch erhöht, daß sie Beschützer von Gemeinwesen unterhielten hinlängliche Streitkräfte, um die Römer zugleich zu bereichern beabsichtigte. Künsten waren, für welche sie selbst nur ein höchst un- ihnen erfolgreichen Widerstand leisten zu können; und wenn Bonifacius VIII. hatte ungefähr fünfzig Jahre früher, genügendes Verständniß besaßen. andere nordische Göldner gegen fie angeworben wurden, um die päpstlichen Kaffen zu füllen und die verhungerten Von diesen zahlreichen Unterdrückern wendeten sich die so rekrutirte man dadurch blos für die Fahnen der Frei Römer zu beruhigen, das Fest des Jubiläums oder des römischen Bürger mit Ungeduld zu ihren dunkeln und un- beuter durch Ueberläufer. Ein Söldner focht nicht gegen heiligen Jahres eingesetzt, welches eigentlich die Erneuerung bestimmten Erinnerungen an ihre frühere Freiheit und den anderen fein Deutscher gegen den Deutschen; und einer heidnischen Zeremonie war. Jedem Katholiken, der Größe. Sie verwechselten die Zeiten des Kaiserthums mit größerer Sold und ungezügelteres Treiben machten die in diesem und dem ersten Jahre jedes folgenden Jahrdenen der Republik und betrachteten oft den deutschen König, Belte der Kompagnien" weit lockender, als der beschränktere hunderts die Kirchen von St. Peter und St. Paul zu der jenseits der Alpen gewählt wurde, doch seinen kaiser- Sold der Städte, oder als die langweilige Festung und Rom besuchte, wurde vollkommener Sündenerlaß zugefagt. lichen Titel von den Römern erhielt, als den Verräther die verarmten Rassen der Anführer. Werner, der unver- Eine unermeßliche Anzahl von Pilgern aus der ganzen war B feitdem gefehen? Bei allen Nachwahlen- Aberdeen aus- 1 Wohnungen aufsuchten. Die Fabriken wurden von Rosaken um 1scheidungsgrund bildet, abgelehnt worden. Die Konser genommen, wo überhaupt kein Konservativer in Frage stellt, so daß man den Eindruck eines Belagerungszustandes hatte. vativen haben, trotzdem die protestantische Generalsynode haben die Liberalen an Stimmen und Ansehen ge- Diese Einschüchterung führte dazu, daß die Arbeiter am sich bei solchen Fällen für die Scheidung ausgesprochen hat, Obwodnoi Kanal zum theil die Arbeit wieder aufwonnen. Die enttäuschten Wähler wenden sich ihnen zu nahmen. Die Streifbewegung der Baumwollspinner hat gegen den Antrag gestimmt. Der Grund hierfür liegt in und müssen es thun, wollen sie die konservative Mehrheit inzwischen auf die Metallindustrie und Maschinenarbeiter dem Entgegenkommen des Zentrums beim Wildschadenherunterbringen. Das hiesige Wahlsystem läßt ihnen kaum einen so großen Eindruck gemacht, daß die Arbeiter der Paragraphen. Das Zentrum hat gegen die Schadensersatzeine andere Wahl. Der„ Labour Leader" selbst konstatirte staatlichen Maschinenfabrik Alexandrowski Sawod" die Arbeit pflicht bei Hasenfraß votirt, aus Dankbarkeit haben die das in seiner vorlegten Nummer, und das durchaus niederlegten und auch die Arbeiter der Butilow'schen Maschinen- Konservativen dem Zentrum eine Forderung des kanonischen sozialistische Weekly Times and Echo" befürwortet in fabrik sehr nahe daran sind, eine Arbeitseinstellung ins Wert zu Rechts gerettet. Also der Hasenhandel hat seine Früchte seiner letzten Nummer sogar eine Zusammenfassung aller feben. Demnach kann im Moment von einem Stillstande oder getragen. So wird das Bürgerliche Gesetzbuch gemacht. progressiven Kräfte, um die jetzige Regierung zu werfen. Rückgange der Streitbewegung nicht die Rede sein. Von Herrn Mohr empfangen wir eine Erklärung Daß eine solche Stimmung sich einstellen würde, ließ sich Die geschilderte Streitbewegung ist ganz spontan aus den Arbeitsverhältnissen erwachsen. Aber das fräftige Eintreten dahingehend, daß er gestern in Berlin gewesen sei und das voraussehen, und so war es auch schwerlich ein Unrecht, es unserer St. Petersburger Organisation hat für dieselbe die größte Telegramm nicht abgeschickt habe, welches ohne sein Wissen vorauszusagen. Im übrigen hängt der Fortschritt der Bedeutung gehabt. Der„ Verein" hat es verstanden, in richtigen von dem Prokuristen in Bahrenfeld auf eigene Faust abfozialistischen Sache nicht ausschließlich an Wahlerfolgen, Augenblicken Aufrufe zu vertheilen, welche mit der größten gesandt worden sei. und heißt liberal in England etwas anderes als liberal Sympathie, selbst Begeisterung und Bietät von den Streifenden Richtig ist, wie wir ermittelt haben, daß Herr Mohr auf dem Festland. aufgenommen wurden. Die Polizei fahndete nach den Urhebern gestern in Berlin war, und richtig ist auch, daß das Teleder Bewegung aus der Mitte der" Intelligenz" und hat einige Bertreter derselben verhaftet. Bedeutend zahlreicher waren aber gramm in seiner Abwesenheit von dem Prokuristen abgesandt wurde. Wir stellen dies hiermit fest, hoffen jedoch, die Verhaftungen unter den Arbeitern. daß Herr Mohr seinen Prokuristen fünftighin etwas besser unter die Zucht nimmt, damit nicht wieder eine ähnliche Dummheit" gemacht wird. " Die Streiks in Rußland. Aus Rußland erhalten wir folgende Mittheilung: Die ganze Stadt sprach und spricht von dem Arbeilerstreit. Für die meisten Westeuropäer kam die Kunde von dem Der Verein" hat auch nicht verfäumt, der guten liberalen Intelligenz Petersburger Streit ganz unerwartet, nicht aber, glauben wir, in einem besonderen Aufrufe die politische Bedeutung der Arbeiter Ueber die Maßregelung städtischer Arbeiter in für die Leser des Vorwärts". Es wurde aus Anlaß der Kaisers bewegung flar auseinanderzusehen. In fräftigen Worten wies er Krönung von der Machtfülle des russischen Herrschers viel ge- darauf hin, daß die Erringung der politischen Freiheit nur der Arbeiter Dresden weiß die Sächsische Arbeiter- Zeitung" folgendes redet und die bürgerliche Presse hat auf dem Gebiete des laffe gelingen könne und daß daher die Liberalen an der Förde zu melden: Der Stadtbaurath Slette versendet unter der Byzantinismus das höchste geleistet. Dann kam die entfeßlicherung und Unterstützung der Arbeiterbewegung direkt intereffirt Firma des Rathes an alle Abtheilungen des Tiefbau- Amtes Katastrophe auf dem Chodinskyfeld, welche ein grelles Licht in feien. Die Bedeutung der Petersburger Streitbewegung liegt unter eine Lifte, die 17 Namen von Arbeitern unter genauen erster Linie auf das politisch- moralische Niveau der russischen anderem auch darin, daß dieselbe vielen zum ersten Male die Personalangaben enthält. Darunter ist folgendes zu lesen: Die vorstehend aufgeführten Arbeiter dürfen laut Bes Machthaber, die höchften Spigen nicht ausgeschloffen, geworfen wachsende Bedeutung der Arbeiterfrage im fapitalistischen Rußland zur zur Erscheinung gebracht hat. Den Machthabern Und schluß des Herrn Bauraths Klette bei den tiefbaulichen daß der aber wird es wohl klar geworden sein, daß der allmächtige Herrscher aller Reußen seinen feierlichen Einzug viel gerühmte Erfolg des brutalen Unterdrückungssystems Arbeiten nicht mehr beschäftigt werden. die erfte Residenzstadt wegen einer großartigen Arbeitseinstellung faktisch nicht halten kann. Diese That der letzten Jahrzehnte gegen jede revolutionäre Regung in Rußland ein verhängnißvoller Wahn gewesen ist. Die sache an und für sich muß den bürgerlichen Politikern Europa's viel zu denken geben. Ein Bericht über den Gang und bie legten Wochen in St. Petersburg haben bewiesen, daß noch Einzelnheiten des Streites wird die Tragweite der Petersburger niemals in Rußland die revolutionäre Bewegung so start und so tief in den breiten Volksmaffen gewurzelt haben. Ereigniffe ins richtige Licht rücken. hat. in nun verfündet der Welt, man " Dresden, am 22. Juni 1896. An die 2. Tiefbau- Inspektion zur Zirkulation. G. Tannenheim." Die in dieser Lifte genannten Arbeiter sind nämlich die jenigen, die wegen Lohnstreitigkeiten die Arbeit beim TiefbauDen äußeren Anlaß zur Streitbewegung gab die NichtDer alte Nihilismus" ift tobt; eine träftige, wirklich Amte niederlegten. Die Arbeiter verlangten nichts weiter, als bezahlung der Krönungsfeiertage auf den Baumwollspinnereien. moderne Arbeiterbewegung steht dafür heute im Vordergrunde die Erhöhung ihres Stundenlohnes von 27 auf 30 Bi., also gewiß feine außerordentliche Forderung. Bei anderen Abtheilungen Die fich mit ihrem Patriotismus brüstenden russischen Groß- des proletarischen Lebens in Rußland. industriellen haben durch diese Handlungsweise die schmuzigste des Tiefbau- Amtes erhalten Arbeiter derselben Kategorie bes Borstehender Bericht ist uns aus sicherfter Quelle zugegangen. reits 30 Pf. Die Arbeiter verlangten das in durchaus ruhiger Habsucht und eine geradezu befremdliche Einsichtslosigkeit Die Bedeutung der Vorgänge in Petersburg und überhaupt in und höflicher Weise und legten erst nach langem hin und her an den Tag gelegt. Die Bewegung war in der Katherinenhofer Manufaktur( Ratherinenhof ist ein Vorort Rußland springt in die Augen. Der Petersburger Ausstand ist endlich die Arbeit nieder. Und der die geringe Forderung dieser der erste große Fabritarbeiter- Streit im eigentlichen Rußland, Arbeiter ablehnt, das ist ein städtischer Beamter, der nicht St. Petersburgs) entstanden und trug von ihren Anfängen an die Züge eines in Rußland sonst unbekannten denn 2003, wo schon früher einige Streits waren, ist mehr 27 Groschen, sondern 25 M. täglich bekommt, also fast das oder weniger eine fremde" Stadt. Behnfache eines solchen Arbeitslohnes. Er scheut sich nicht, Die Arbeiter der organisirten Auftretens der Arbeiter. Während die geftern von uns veröffentlichte Rundgebung Arbeiter, die nur die Noth ihrer Familien zwingt, höflichst um Ratherinenhofer Fabrit schickten ihre Vertreter zu den Arbeitern anderer Fabriken und forderten sie auf, in der geplanten Be- der russischen Studenten den Beweis liefert, daß die Blüthe eine fleine Zulage von nur 3 Pf. die Stunde zu bitten, kurzer wegung mitzugehen. Es wurde nun eine Versammlung von der studirenden Jugend Rußlands sich gegenüber dem Barismus Hand auf die Straße zu werfen, ihre Weiterbeschäftigung durch Arbeitervertretern mehrerer Spinnereien im Katharinen- und Chauvinismus auf den Boden des internationalen Sozialis- ein brüstes Machtwort zu verbieten! Und da giebt es Leute, die noch glauben, Gemeindebehörden hofer Park( in Ratherinenhof befindet sich ein taiserliches mus gestellt hat, zeigt uns der heutige Bericht aus Petersburg, Luftschloß noch aus den Zeiten Peters bes Großen) daß in den russischen Arbeitern das Klassen bewußtsein feien humaner als Privatkapitalisten! abgehalten und Forderungen aufgestellt. Diese Forde zum Durchbruch zu kommen beginnt. Rein Zweifel mehr: nach langer, heldenhafter Pionierarbeit, Chronik der Majestätsbeleidigungs Prozesse. rungen wurden sofort Dom Verein für den Kampf um die Befreiung der arbeitenden Klasse" formulirt. Die nach unsäglichen Anstrengungen und Opfern ist endlich Bresche Einer Majestätsbeleidigung wegen hatte sich der Aufrufe wurden in mehreren Tausend Exemplaren in geschossen worden, und der Sozialismus hat auch das heilige Bimmermann Karl Rose vor der fiebenten Straffammer am allen Spinnereien verbreitet. Der Streit ergriff in wenigen Rußland" ergriffen. Die Petersburger Ereignisse beweisen das Landgericht Berlin I. zu verantworten. Der bereits bejahrte und Tagen fast alle Baumwollspinnereien St. Petersburgs, im ganzen siegreiche Vordringen des Sozialismus in die Massen; und die bisher noch vollständig unbescholtene Angeklagte tam in einer mehr als 20 Betriebe( darunter die Neue Spinnerei" und die ruhige, selbstbewußte Haltung der Streikenden, sowie die von Nacht des vergangenen Monats, nachdem er fleißig dem Biere Manufaktur von König auf dem Dbwodnoi- Kanal, Die ihnen aufgeftellten Forderungen legen Zeugniß dafür ab, daß und ähnlichen„ animirenden" Getränken zugesprochen hatte, Nach Art der Bierseligen Wamfoniewskaja Manufaktur" auf der Wyborger Seite, die die Petersburger Weber und Spinner als Vorkämpfer der die Frankfurter Allee entlang. beiden großen Fabriken von Maxwell, die zu den größten Unter- Arbeiterflaffe die Nothwendigkeit begriffen haben, dem Be- räfonnirte er laut vor sich hin und verursachte dadurch in Unter den verschiedenen freiungstampfe für das russische Volt die Form der modernen hohem Maße ruheftörenden Lärm. nehmungen St. Petersburgs zählen) mit 30-40 000 Arbeitern. Arbeiterbewegung zu geben. Ein Hauptverdienst ist dem Verein Aeußerungen, die er hierbei vom Stapel ließ, befand sich auch Die bestürzte Polizei erließ ihrerseits Aufrufe an die Arbeiter, für den Kampf um die Befreiung der arbeitenden Klaffe in eine, welche er mehrere Male laut in die Straße hineinfchrie und deren Ausdrucksweise eine merkivürdige Senkung des üblichen St. Petersburg" zuzusprechen, der raftlos bemüht ist, die welche die Person des Raisers in der unebrerbietigsten Weise Tones aufweist. Im ersten Aufrufe drohte der Stadt- Grundsätze des Sozialismus in Rußland zu verbreiten. tritifirte. Der Angeklagte geftand die grobe Beleidigung ein und hauptmann mit administrativer Repreffion der Streifenden, im Wir wünschen unseren Petersburger Genossen weitere Er bat um Rücksichtnahme darauf, daß ihm nur der Bierteufel einen zweiten mit ber im Geseze vorgesehenen friminellen Bestrafung, und im dritten lediglich folge auf ihrem mühevollen Wege und geben ihnen die Wer Streich gespielt habe. Der Staatsanwalt beantragte wegen des mit ber Entlassung der am Streit betheiligten Ar- ficherung, daß die deutsche Sozialdemokratie das Bordringen groben Ünfugs eine Woche Haft, wegen der Majestätsbeleidigung beiter. Die Behörde für Fabrikangelegenheiten, ein Kollegium der sozialistischen Grundsäge in Rußland mit brüberlicher Sym- vier Monate Gefängniß. Der Gerichtshof ertannte auf die beftend aus Beamten der Polizeibehörden, der Staatsanwalt pathie begleitet. Die organisirte Arbeiterschaft Deutschlands fühlt mildeste zulässige Strafe, zwei Monate Gefängniß und schaft und der Fabritinspektion, berieth in einer Gytrafikung sich eins mit den Petersburger Arbeitern, die, der Knute des eine Woche Haft. die Angelegenheit. Merkwürdigerweise soll sich der Vertreter der Barismus Tros bietend, mit stolzem Muth unter dem Banner politischen Polizei für eine mildere Tattit als der Vertreter der des internationalen Sozialismus den Kampf gegen das AusFabritinspektion ausgesprochen haben. Der Stadthauptmann beuterthum aufgenommen haben. Aleigels begab sich persönlich in die König'sche Fabrit und versuchte auf die Arbeiter durch Betonung der unangenehmen Lage, in welche sie das Bäterchen", den Baren, Durch ihren Streit versehen, zu wirken. Der Zon seiner Rede war ein bittender, felbst flehender. Leider hat dieses Im Reichstage handelte es sich heute um die gesetzAuftreten eine gewiffe Wirkung ausgeübt. Wichtiger aber waren lichen Gründe die Chefcheidung. Während in Preußen die die brutalen repressiven Maßregeln der Polizei, die jeden einzelnen Arbeiter aufforderte zu erklären, ob er an dem Streit festhalte. gegenwärtige Gesetzgebung auf diesem Gebiete einigermaßen Diese Einschüchterungsmaßregel wurde zum theil in der Weise den Ansprüchen genügt, die im Interesse der Persönlichkeit ins Wert gesetzt, daß die Polizeibeamten die Arbeiter in ihren und der Humanität gestellt werden müssen, erschwert der - Der Bundesrath hat in seiner geftrigen Sigung Regierungsentwurf, noch mehr aber der Kommissionsbeschluß infolge einer Anzahl von Eingaben der Chokolades und Zucker wesentlich die Ehescheidung; nicht einmal unheilbaren Wahnsinn waarenfabrikanten betreffend den zollfreien Einlaß von Christenheit hatte die Vortrefflichkeit dieser Erfindung be- will der lettere als Ehescheidungsgrund anerkennen. Dem Südfrüchten u. f. w. für Gyport- 3uderwaaren stätigt und zwei Geistliche standen Tag und Nacht, um Kommissionsentwurf stand heute ein Antrag Lenzmann und Chokoladefabriken beschloffen, die obersten Landesdie Haufen Goldes und Silbers ungezählt einzuscharren, gegenüber. Von der Linken betheiligten sich Bebel, Stadt- finanzbehörden zu ermächtigen, vorbehaltlich des jederzeitigen welche auf dem Altar des heiligen Paulus dargebracht hagen, Mundel, sowie der nationalliberale Djann an der Gewerbetreibenden, die in zollsicher abgeschlossenen Räumen unter Widerrufs und der erforderlichen besonderen Aufsichtsmaßregeln, Debatte. Dem Abg. Stadthagen stellte der Zentrumsmann ändiger amtlicher Ueberwachung Kataopräparate oder zuckerEs darf daher nicht befremben, daß dieses einträgliche Gröber das Zeugniß aus, daß er mehr vom kanonischen haltige Waaren für die Ausfuhr herstellen, unter der Bedingung Fest, bevor das nächste Jahrhundert halb verflossen war, Recht verstehe als der, beiläufig bemerkt katholische, preußische der Ausfuhr der hergestellten Erzeugnisse für die nachweislich einem klugen Bapst zu lange ausgesezt erschien. Und so- Justizminister Schönstedt. Allzu viel Lob für Stadthagen dazu verwendeten Mengen von Kakao in Bohnen, Kakaobutter, wohl der Papst, als auch die Stadt stimmten in der An- enthält dieser Vergleich aber nicht einmal. Den Anlaß dazu gab ätherischen Delen, welche im Inlande nicht hergestellt werden, ficht überein, daß eine baldige Erneuerung desselben die Behauptung des Justizministers, daß der von ihm ver- Arrak und Rum, Südfrüchten, Ingwer, Vanille und Zimmt, Honig, zulässig sei. Clemens VI. hatte baber ein zweites heiliges theidigte Antrag Lenzmann mit dem kanonischen Recht in Südfruchtschalen und unreifen Pomeranzen und Thee den Gins Jahr unter dem Namen des mosaischen Jubiläums für Einklang stehe. Das ist freilich nicht richtig, es kommt gangssoll zu erlaffen. 1350, nämlich drei Jahre vor der Zeit, mit der wir darauf gar nicht an. Die katholische Kirche fann nicht verträglichkeiten unserer Zollgefeße befiändig zur praktischen Ueberuns jetzt beschäftigen werden, ausgeschrieben. Dieser Um- langen, daß der weltliche Staat ihre Sagungen zur Grund- tretung der vexatorischen Bestimmungen nöthigen. stand trug vieles dazu bei, den Unwillen des Volkes gegen lage seiner Rechtsordnung macht. Es ist ja kein Katholik die Barone zu vermehren und die folgenden Ereigniffe genöthigt, von den Bestimmungen über die Ehescheidung jetzt vorliegende 17. Jahrgang des Statistischen Jahrbuchs für vorzubereiten, denn die Wege waren, wie bereits erwähnt Gebrauch zu machen; 100 wäre also das religiöse das Deutsche Reich enthält außer anderen neuen Tabellen auch wurde, durch die Banditen die Kreaturen und Ver- Recht der Katholiken gekränkt? Und doch hatte eine zusammenfassende Uebersicht, welche in bisher noch nicht aufbündeten der Barone- unsicher, wodurch die Pilger das Zentrum mit seinen konservativen Bundesgenossen gestellter Eintheilung die Einfuhr und Ausfuhr Deutschlands in zurückgeschreckt werden mußten. Der päpstliche Bitar Rai- bei der namentlichen Abstimmung die Mehrheit. Für drei große Waarentlassen gruppirt: Rohstoffe für mund, Bischof von Orvieto( ein schlechter Politiker, aber im ben Antrag Lenzmann stimmten die beiden freisinnigen Industriezwecke, Nahrungs- und Genußmittel einschließlich vieb, tanonischen Recht sehr bewandert), war beauftragt, alle Hindernisse, die sich zwischen die durch die Frömmigkeit dar- Gruppen, die Sozialdemokraten, die wenigen anwesenden Fabrikate. Für die Jahre 1889-1895 liefert diese Uebersicht Mitglieder der deutschen Volkspartei und der deutsch- nachstehende Zahlen: Einfuhr in Millionen Mark gebrachten Opfer und den Schatz St. Peters stellen konnten, sozialen Reformpartei, die meisten Nationalliberalen und ein womöglich zu beseitigen. Theil der Reichspartei, zusammen 116; gegen den Antrag ( Fortsetzung folgt.) stimmten 125 Mitglieder. Die weitere Diskussion, die sich hauptsächlich um Gegenanträge unserer Partei brehte, kann hier nicht refapitulirt werden; der Leser muß sie an der Hand des Berichtes verfolgen. Einzelne ber sozialdemokratischen Anwurden." An die bürgerlichen Rechtsfabriziver im Reichstage. Politische Uebersicht. Berlin, 26. Juni. träge wurden angenommen. Das Haus ist noch fortwährend In Altenhagen wurde am 22. Juni nachmittags ein fremder Arbeiter wegen Majestätsbeleidigung, begangen in an getrunkenem Zustande, in einer Wirthschaft in Haft genommen. In Gießen wurde am Abend des 22. Juni in einer Wirthschaft ein erst vor kurzem zugereifter Bierbrauer wegen einer in der Trunkenheit begangenen Majeftätsbeleidigung vers haftet. Der Verhaftete muß finnlos betrunken gewesen sein, denn als die Soldaten, in deren Gegenwart er die Aeußerungen gethan hatte, Polizei herbeiholten, soll er die Beleidigungen wiederholt haben. Deutsches Reich. Diese offizielle Mittheilung zeigt wiederum, wie die Ungu -Einfuhr und Ausfuhr Deutschland 3. Der Rohstoffe für Nahrungs- u. die Industrie Genußmittel Fabrikate 1889 1767,5 1229,3 992,7 1890 1767,4 1397,0 981,1 1891 1733,5 1513,1 904,2 1892 1658,4 1504,0 856,1 1893 1744,1 1316,7 901,0 1894 1665,9 1487,2 835,1 1895 1805,5 1389,7 925,5 Fabrikate die Industrie Genußmittel 1889 664,9 401,2 2098,7 1890 708,3 470,7 2147,5 Morgen Fortsetzung. 1891 687,4 438,8 2049,3 1892 Georg Herwegh. Hafenhandel. Heute ist im Reichstage in namentlicher Abstimmung mit 125 gegen 116 Stimmen der Antrag, wonach unheilbare Geisteskrankheit einen Ehe634,8 869,7 1949,6 1893 667,9 426,1 1998,0 1894 668,1 414,0 1879,4 1895 722,5 415,9 2179,7 Einheit des Rechtes ist kein Schild, Das uns bewahrt vor Unterdrückung, Nur wo als Recht das Rechte gilt, Wird sie zum Segen, zur Beglückung, Nur diese war's, die wir erstrebt, Die Einheit, die man auf den Namen Der Freiheit aus der Taufe hebt, Doch Eure ist vom Teufel- Amen! beschlußfähig. Die zuerst überfüllten Tribünen leerten sich während der siebenstündigen Sigung allmälig. Der Herr v. Stein freilich, der mit Streiken drohte, wenn die Hasen ins Gesetz tämen, fehlt auch nach der Streichung der Hasen; die Drohung sollte also wohl die geringe Arbeitsluit verdecken. Ausfuhr in Millionen Mart Rohstoffe für Nahrungs- u. B = " 11 wollen. Herrenhauses erklärte der Ministerpräsident Graf Badeni den Wien, 26. Juni. Nach Erledigung der Tagesordnung des Reichsrath für vertagt. Amerika. Partei- Nachrichten. vor Diefe Bahlen lassen recht deutlich erkennen, in welchem Um| Jahre. Er verdiente 5 M. Lohn und Roft und Logis. Er war Ueber das Vorgehen gegen die Chartered Company hat fange im auswärtigen Handel Deutschlands die Industrie die ein ordentlicher Mensch was bezahlen anbelangt. Sonst Chamberlain im englischen Parlament geäußert, die Reerste Stelle einnimmt; bei der Einfuhr steht sie durch den Bezug habe ich weiter nichts Besonderes und Nachtheiliges über ihn gierung beabsichtige eine weitere Untersuchung über den von Rohstoffen, bei der Ausfuhr durch den Abfah ihrer Erzeug gehört. Daß er etwas gegen das Kyffhäuserdenkmal geplant Einfall in Transvaal durch die Streitkräfte der Chartered niffe weitaus voran. hat, glaube ich nicht. Es spricht dagegen der Bajonettstich in Company vorzunehmen, sobald der Prozeß Jameson abgeschlossen -Im Wahlkreise Schweh wurden bei der gestrigen ben Rücken. Warum hat er sich nicht gewehrt? Dies infame fei; die Regierung wünsche, daß der Untersuchung alles bas Nachwahl eines Reichstags- Abgeordneten ben bisherigen Nach Beglaufen!- Ober war etwa zur Retirade geblafen? Dann fern bleibe, was ihr einen parteiischen Charatter geben könne; richten zufolge in beiden Städten, sowie in zehn größeren länd- der Mann dem Kyffhäuserdenkmal einen Echaden hat zufügen über die einzelnen Punkte der Untersuchung in einmüthiger Ueberwäre die Sache ja etwas Anderes. Nein, ich glaube nicht, daß sie beabsichtige baber, die Ansichten des Hauses zu hören, um lichen vorzugsweise deutschen Wahlbezirken für den Rittergutseinstimmung vorzugehen. befizer Holh Parlin( freifonfervativ) 1445 und für den Guts befizer v. Sa s Jaworski- Lippinken( Pole) 993 Stimmen BumBorsigenden bes rheinischen Bauern Bulawayo, 25. Juni. Rapitän Laing überraschte eine große abgegeben. 24 Stimmen zersplitterten sich. Bei der Wahl am vereins ist in der geftrigen zu Neuß abgehaltenen Ausschuß Schaar Feinde unter dem Häuptling Salemba in den Belingwe15. Juni 1893 fielen in diesen Städten und Bezirken 1787 auf fihung an ftelle des verstorbenen Freiherrn Felix v. Loe der Bergen und tödtete den Häuptling und drei seiner Söhne. den deutschen und 857 auf den polnischen Kandidaten. Graf Loss Wissen ohne Widerspruch gewählt, nachdem die Das Wich, welches der Feind bei sich führte, wurde erbeutet und Herren Graf Hoensbroech und von Grand- Ry die Wahl abgelehnt ein Theil der vom Feinde früher gemachten Beute ihm wieder 3u einer nachträglichen halben Berbatten.- Db Graf Loë nach seinem freiherrlichen Namensvetter abgenommen. Die Verluste der Engländer betragen einen Todten wahrung gegen die Herausweisung der Pastoren aus dem artet, wird sich ja bald zeigen. und einige Verwundete. politischen Leben hat sich jetzt Herr Pastor Göhre aufgerafft. In einem Artifel der Sozialen Praxis" schreibt er: Köln, 28. Juni. Das Schöffengericht befaßte sich heute mit Schon um anderer Stände willen, die, wie der seinige der prinzipiell wichtigen Frage, ob der Berichtigungs. -3ur Präsidentenwahl in den Bereinigten irgendwieweit der Disziplinargewalt von Behörden und noch 3wangsparagraph des Preßgesetzes auch auf den Staaten. Der frühere Großmeister der„ Ritter ber Arhöherer Juftanzen unterworfen sind, darf er( der evangelische Inseratentheil einer Zeitung ausgedehnt werden kann. beit", Sovereign, hat ein Schreiben gegen die Kandidatur Geistliche) sich einen solchen Berzicht von außen her, von fremden Im Anzeigentheil der Kölnischen Volkszeitung" hatte die Mac Kinley's erlassen. Deffen Agent Hanna sei stets gegen die Machtgrößen nicht auferlegen laffen. Sonst trifft eines Tages Kommanditgesellschaft Otto Heinrich u. Co. in Aachen gegen die Sache der Arbeiter aufgetreten und habe den Widerstand gegen auch diese anderen Stände und Berufskategorien eine gleiche Firma Math. Depenheuer in Köln wegen eines Schornstein- die Nitter der Arbeit organisirt. Beschränkung ihrer staatsbürgerlichen Rechte. Er fämpft auffages polemifirt. Depenheuer verlangte von dem genannten hierin einen Prinzipienkampf, der weit über die Kreise feiner Blatt eine fostenlos aufzunehmende Berichtigung und erhob, als Beruisgenoffen hinaus von Bedeutung ist. Und auch darum muß diese nicht erfolgte, Rlage auf grund des Preßgefeßes. Das er feststehen, bis gefiegt ist, bis der Eat allgemeinste Anerkennung Schöffengericht fiellte sich aber in der heutigen Verhandlung auf gefunden hat, daß niemand ein Recht hat, den Geistlichen zum den Standpunkt, daß der Berichtigungsparagraph des Preßgefeßes ,, Geschmacklosigkeit." Parvus sendet uns eine neue, brei Verzicht auf irgend eines feiner politischen Rechte zu zwingen, auf den Inferatentheil einer Zeitung nicht angewandt werden Foliofeiten lange Erklärung, in welcher er wiederum behauptet, und daß, wenn er verzichtet, dies die That seiner eigensten freien, tönne und wies den Kläger kostenpflichtig ab. wir hätten ihn mißverstanden, er habe nicht daran gedacht, den ftets wieder zu ändernden Entschließung ist, die er heute faßt Gin Gefreiter der Erlanger Garnison großen Thieren" von Führern etwas unangenehmes zu sagen. aus Rücksicht auf feine augenblicklichen, eigenartigen Berufs- war, wie der Frankfurter Beitung" geschrieben wird, weil er, Da sich nicht feststellen läßt, was Parvus gebacht bat, so ver pflichten. Der Geistliche befindet sich übrigens bei einem Manövermarsch von Unwohlsein befallen, ohne sich weisen wir die Leser einfach auf das, was er geschrieben dabei in ganz ähnlicher Lage, wie ber Kaiser zu melden austrat und zurückblieb, mit 8 Tagen Mittelarreft bat. Auf uns ist Parvus recht böse, weil wir uns mit seinen selbst. Auch der Kaiser ist Staatsbürger und zugleich Staats- und Degrabirung zum Gemeinen bestraft worden. einundzwanzig" wir hatten geglaubt, es feien 28- Seits oberhaupt. Als ersterer hat er zweifellos wie jeder das Recht, Sein Bruder war der Meinung, daß man nur eines ehren- artikeln nicht in eine Polemit eingelaffen haben. Zur Strafe Partei zu ergreifen und sich politisch über andere Mitbürger zu rührigen Bergehens wegen degradirt werden könne. Er spricht er uns die großen Gesichtspunkte" ab. Nun äußern, wie er es in dem Programm auch gethan. Als Staats- machte deshalb dem Bezirkskommandeur langen und breiten Gesichtspunkten haben wir allerdings in Erlangen oberhaupt aber und Kaiser, dessen Person durch besondere Ge- einen Besuch, um näheres über den Vorfall zu erfahren. Leitartikel, der sich mit dem„ Vorwärts" beschäftigt, wollen wir einen heiligen Respekt. Denjenigen der einundzwanzig( oder 28) fete geschützt und über die anderen Staatsbürger zu unpartei- Der Herr Oberstlieutenant belehrte den Interpellanten ischen Höhen erhoben ist, hat er sich ganz ähnlich wie der Geist dabei, daß man nicht gerade nur wegen einer unehrenhaften den Raum nehmen? Parvus ist so beredt. Warten wir also beiläufig unseren Lesern nicht vorenthalten. Doch woher jest liche, der auch allen gehören soll, Beschränkungen in der öffent Handlung degradirt werden könne, und daß im vorlichen Parteinahme aufzuerlegen, mit denen der Inhalt seines liegenden Falle auch eine Wiederbeförderung nicht mehr ftattbis zur fauren Gurkenzeit. Telegramms dann allerdings nicht vereinbar ist." finde. Darauf entgegnete der Bruder des Gemaßregelten, dann Ju einer Parteiverfammlung in Nürnberg, die äußerst Wie wir die evangelischen Bastoren kennen, werben sie es verde er dafür sorgen, daß durch zwei Landtags. Abgeordnete, zahlreich besucht war, erstatteten die Landtags. Abgeordneten aber wohl alle so machen wie Herr Göhre felbft: nämlich aus die er kenne, die Sache zur Kenntniß des Kriegsministers gelange. Grillenberger, Scherm und Löwenstein Bericht über eigener Entschließung" das thun, was ihnen geheißen wurde. Wegen dieser Aeußerung stellte der Bezirkskommandeur Klage, ibre Thätigkeit im bayerischen Landtag. Einstimmig nahm die Für das Verhalten der Reformatoren und das Schöffengericht Erlangen verurtheilte den Angeschuldigten Bersammlung folgende Resolution an: anläßlich der Doppelehe des Landgrafen Philipp von Hessen wegen Bedrohung' zu 5 Tagen Gefängniß. Die gegen Die heutige Bersammlung der sozialdemokratischen Partei legt sich unvorsichtiger Weise auch der fromme Reichsbote" Dieses Urtheil eingelegte Berufung wurde vom Landgericht Fürth in Nürnberg erklärt sich mit der Thätigkeit der sozialdemokra genau in der verklausulirten Weise wie der Pastor Schall heute toftenfällig, verworfen und das Urtheil der ersten tischen Abgeordneten in der bayerischen Abgeordnetenkammer einins Beug. Instanz bestätigt! Die Verhandlung giebt ernsthaft zu verstanden. Die Versammlung erachtet insbesondere die Stellung Es ist schlimm, daß der Sozialdemokrat Bebel sich so auf denken. Also die Ankündigung einer parlamentarischen Er der sozialdemokratischen Abgeordneten zu den Agrarfragen als spielen durfte, wie er es gefstern that. Wer die Geschichte mit der örterung ist in diesem Falle als Bedrohung angesehen worden.vollkommen den Verhältnissen, sowie den Intereffen der Partei Doppelehe des Landgrafen Philipp von Hessen wirklich kennt, den entsprechend und spricht den Abgeordneten für ihre intensive Desterreich- Ungarn. muß es empören, wenn der Verfasser eines Buches, welches die freie Liebe befürwortet, mit Hohnlachen unter der Zu Thätigkeit ihre Anerkennung aus." ftimmung der Ultramontanen diese Sache behandelt. Der Landgraf machte bekanntlich alttestamentliche Vorgänge ( Abraham) und den päpstlichen Dispens für den Grafen Gleichen geltend, und aus neuerer Zeit könnte man Basel, 24. Juni.( Eigene Wittheilung.) Die sozial hier noch auf den Dispens Pius VII. für Napoleon I. hinweisen. demokratische Fraktion des Großen Rathes hat Hätte sich Philipp an den Papst gewendet, so würde ihm der diefem folgenden Antrag eingereicht:" Der Regierungsrath wird Dispens vielleicht ebenso gut zu theil geworden fein, wie dem eingeladen, zu prüfen und Bericht zu erstatten über Errichtung Grafen Gleichen. Da er das als Protestant nicht fonnte, so eines tantonalen statistischen Bureaus." Der Antrag tommt wandte er sich durch Bucer an Melanchthon und Luther und in der morgigen Sigung zur Behandlung und es ist begründete bat, wenn nicht um Beilegung, so doch um öffentliche Aussicht vorhanden, daß er als erheblich erklärt und der Schonung feines geheimen Vorhabens. Beide gaben dein Große Rath der Errichtung eines tantonalen statistischen Amtes Bucer einen Beichtrat, in bem fie Mißbilligung bes zustimmen wird. landgräflichen Borhabens aussprachen, freilich leider nicht Bierkrieg in Breslau. Die Breslauer Parteigen offen haben So entschieden und klar, daß sie nicht hätte als eine Art von London, 25. Juni. Unterhaus. Gurzon ethürt, die schon seit Jahren in betreff der Lokalfrage einen schweren Stand. Seit Dispensation im Falle der Noth auf Grund der göttlichen Zu Berichte des Vizekonfuls in Kreta bestätigten im allgemeinen mehreren Monaten mußte sich die größte Partei Breslaus mit einem laffungen im Alten Testament erscheinen können. Der Landgraf die Meldungen der Blätter über die Plünderung christlicher fleinen primitiven Lokale außerhalb der Stadt begnügen. Dieser ließ sich darauf trauen, und unter den wenigen Beugen war auch Dörfer. C3 lägen feine authentischen Nachrichten darüber vor, Uebelstand mußte ein Ende nehmen und wurde zur Abstellung Melanchthon, der unter einem anderen Vorwande herbeigelockt daß türkische Truppen daran theilgenommen hätten; andererseits deffelben eine fünfgliederige Kommiffion gewählt, der die weiworden war. Melanchthon bekam bekanntlich balb über die ganze heiße es, daß mohamedanische Dörfer von Chriften angegriffen teren Schritte überlassen wurden. Wie man gegen die Breslauer Sache so schwere Gewissenspein, daß er unmittelbar darauf in jene und geplündert worden feien. Der britische Geschäftsträger Genoffen vorging, möge u. a. folgendes beweisen: Alljährlich schwere Krankheit fiel, aus der er in Weimar durch das Gebet in Luther's vom Zobe errettet wurde. Als ein Buch zur Recht Aufmerksamkeit Konstantinopel habe erft turzem die ernste wurde das Maifest in dem benachbarten Dorfe Dawit gefeiert; türkischen Regierung auf die Bu- dieses Jahr sandten die sämmtlichen Wirthe genannten Ortes fertigung der Doppelehe des Landgrafen erschien, schrieb Luther: flände auf Streta gelenit und die Nothwendigkeit betont, einen eingeschriebenen Brief an die Redaktion der Volkswacht", Wer diesem Buben und Buche folgt, und mehr denn eine Ghe- die Truppen im Schach zu halten, fowie, falls militärische in dem fie erklärten, sie verzichten für immer auf den Maffenfrau nimmt, und will, daß er im Recht sein soll, dem gesegne der Maßnahmen beschlossen würden, firengste Disziplin aufrecht zu ausflug der Sozialdemokraten nach ihren Lokalen. Nunmehr Teufel das Bad im Abgrund der Hölle." Und auf diese Männer erhalten und Gewaltthätigkeiten und Megeleien zu verhindern. hielten es unsere Parteigenoffen doch an der Zeit zu handeln will fich ein Bebel dafür berufen, daß die Ehe lediglich ein weltlich Die Vertreter der europäischen Mächte handelten in Ueberein- und verhängten über zwei Brauereien, die Säle haben, den Geschäft sei!" stimmung und hätten der Pforte dringende Vorstellungen betreffs Boykott, die Genossen durch tausende von Flugblättern davon Lester Ausruf tennzeichnet in töfilicher Weise die Verlegenheit ber zur Wiederherstellung der Drdnung erforderlichen Maßregein unterrichtend. Die eine der boykottirten Brauereien hat jett bes, Reichsboten". Genoffen Bebel wie jedem Sozialdemokraten ist gemacht. Die Vertreter feien angewiesen, die sofortige Durch nachgegeben. Schon nächsten Sonntag findet feit langer Zeit Luther ebensowenig wie der Papst. Um die 3ivile he handelt führung folgender Maßregeln zu betonen: Die Ernennung eines wieder eine Voltsversammlung statt, in welcher Genoffe es sich bei jenem Philipp garnicht, sondern um die Doppelebe. chriftlichen Gouverneurs, die Wiederherstellung des Vertrages Tubauer referiren wird. Der Boykott ist somit über die Was hilft das nachträgliche Gezeter Luther's? Wird dadurch von Halepa, die Einberufung der Nationalversammlung und eine eine Brauerei aufgehoben, bleibt bei der anderen etwas daran geändert, daß er aus höfischer Liebedienerei die allgemeine Amnestie. Curzon erklärte ferner, die Berichte des Vize- jedoch bestehen. Durch solidarisches Verhalten der Bhilipperei gebilligt hat? Die Sozialdemokratie das mag tonfuls in Sharput über den Nothstand in dem bortigen Diftritt Genoffen wird auch da ein Sieg erfochten werden. Die Breslauer fich der Reichsbote" hinter die Ohren schreiben verurtheilt und über den von den Lokalbehörden ausgeübten Druck feien Arbeiterschaft wird nicht eher ruhen, als bis ihr sämmtliche fürstliche Doppelehen und Mätreffenwirthschaft unbedingt.- jüngst eingetroffen. Der türkischen Regierung feien wiederholt größeren Säle wieder zur Verfügung stehen. Die Breslauer Ueber den Hafenschaden schreibt man der Frei- ernste Vorstellungen durch den englischen Geschäftsträger gemacht Bolizei arbeitet zwar mit Hochdruck, um die Bewegung am finnigen Beitung" aus Vorpommern:" Der Herr Ober- worden. In Telegrammen des englischen Vizekonfuls in Wan dortigen Orte brach zu legen und die Staatsanwaltschaft entforftmeister v. Danckelmann sagte, daß es weniger barauf werde über ernste Ruheftörungen und Verluste an Menschen- faltet einen Eifer, wie er wohl selten in einer Stadt in dem antame, was der Hafe frißt, als was er verliegt; das Ver- leben, die feit dem 16. Juni vorgekommen feien, berichtet. In Maße zu spüren ist; wird von seiten der Parteigenossen aber in liegen ist aber außerst gering, aber das 3erschneiden den Telegrammen heiße es ferner, die Lokalbehörden und die der bei solchen Kämpfen wahrzunehmenden Ausdauer an dem sehr bedeutend. Die Herren müßten wahrlich eine regulären Truppen hätten sich gut benommen. Curzon fuhr gesteckten Biele festgehalten, dann dürfte über den Ausgang Exkursion in jetziger Jahreszeit machen um sich von diesem Schaden fort, die Wertreter der Mächte in Konstantinopel hätten des Boykotts tein Zweifel obwalten. zu überzeugen. Der Hafe schneidet sich in den Halmfrucht- Feldern nicht selbst die Bedingungen für ein Abkommen regelmäßig Steige von etwa 10 gentimeter Breite, zwischen den türkischen Behörden und den um bequem zu seinen Futterplägen zu kommen, und ist schon Armeniern in Wan aufgestellt, sondern die türkische Zamte und Meier aus Neuhof waren angeklagt, den Anordein einzelner Steig durch die Länge oder Quere eines Roggen Regierung habe Vorschläge gemacht, der englische Geoder Weizenfeldes ein ziemlicher Schade, da die Halme, welche fchäftsträger fei aber der Ansicht gewesen, diese Bornungen des Gendarmen, der eine öffentliche Versammlung, die aus dem Wege geräumt werden, gar nicht unbedeutend schläge bedürften einer bedeutenden Abänderung. Da der Sultan zur Feier des 18. März einberufen war, wegen vorgeschrittener find. Wenn mun der Hafenbestand bedeutend ist, so sieht man die lokale Vermittelung des englischen Vizetonfuls in Wan und Polizeistunde auflöste, nicht sofort Folge geleistet zu haben. In solche Halmfelder, wenn man darauf achtet, nach allen einen von dem franzöfifchen Botschafter ernannten Delegirten der Verhandlung wurde bewiesen, daß die beiden Genossen nur Richtungen von solchen Hasensteigen durchkreuzt, und der Schaden verlangt habe, so feien biefe jetzt in Gemeinschaft mit dem zirka zwei Minuten, nachdem der Beamte die Auflösung auss ist sehr groß und nicht zu unterschätzen!" Einsender legt eine russischen und dem persischen Konsul bemüht, eine Lösung herbei- gesprochen hatte, fiben geblieben feien. Trotzdem wurden beide Zeichnung bei, welche obige Darstellung verbildlicht und die zuführen. Infolge der Gefahr neuer Niedermezelungen in zu je 15 M. Geldstrafe verurtheilt. Hafenfteige tennzeichnet, welche der Safe, der im Walde oder Diarbetr, welche die fortdauernde Anwesenheit des jetzigen fonstwo seinen Lagerplatz hat, durch ein Halmfruchtfeld schneidet, um zu einem Kleefelde oder zu sonstigem Grünfutter, welches ihm zur Nahrung dient, gelangen zu können ber Gaweiz. England. vor Bali wahrscheinlich nicht abwenden werde, hätten der französische Botschafter und der englische Geschäftsträger dem Sultan und der Pforte energische Vorstellungen hinsichtlich der Nothwendig feit der Entlaffung des Bali gemacht, aber noch nichts über das Ergebniß ihrer Vorstellungen gehört. Türkei, Das Agitationskomitee für die Pfalz mit dem Sih in Ludwigshafen hat sich konstituirt und bilden die Genoffen Suber, Fröhling und Dickreuther den Vorstand. Alle Sendungen sind an den Verlag der Pfälz. Post", Ludwigshafen, Oggersheimerstr. 10, zu richten. Im Löwenberger Kreise werden Wahlbeeinflussungen versucht. So hat in Siebeneichen der Gemeindediener eine Bifte berumgetragen, in welche sich diejenigen eintragen sollen, die tonservativ wählen. Es ist wünschenswerth, dies sogleich unter genauer Bezeichnung der Zeit und unter Benennung von Beugen festzustellen. Unter Umständen kann dies die Ungiltigkeit der Wahl herbeiführen. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Nachtlänge zur Märzfeier. Die Genossen " Ein Zeugnißzwangs- Verfahren wurde bekanntlich im März d. I. gegen die Redaktion der Thüringer Tribüne" eingeleitet. Es handelte sich um die Ermittelung des Verfassers eines Artikels, welcher sich mit der gegen zwei Polizeibeamte ergangenen Disziplinarstrafe beschäftigte. Es find in dieser Angelegenheit nun schon der verantwortliche Redakteur, sowie der Berichterstatter des Blattes( die Genossen Wiertelarz und Ziegler) vom Untersuchungsrichter vernommen worden. fraglichen Artikels nicht bekannt sei. Am Mittwoch waren nun der Geschäftsführer Stegmann, fowie der an genanntem Blatte als Redakteur angestellte Genoffe Hülle vor den Untersuchungsrichter geladen. Ersterer befundete gleichfalls, daß ihm der BerVom Harze wird uns geschrieben: Heute lese ich in großen und kleinen Zeitungen, daß der Sattlergefelle Hans Hahnhäuser aus Holzminden( Herzogthum Braunschweig) unflätige Redensarten über das Kyffhäuserdenkmal geführt habe Konftantinopel, 25. Juni. Jovanaki Effendi, ein Grieche, Beide erklärten unter Eid, daß ihnen der Einsender und seiner Aburtheilung vor dem Reichsgericht wegen Hoch ist zum Kaimatam in 3eitun ernannt worden. verrath u. f. w. entgegensteht. Unterschiedliche Spießburger Afrika. logen sofort hinzu, er habe Minen gelegt gehabt und Dynamits vorräthe aufgehäuft und was dergleichen schauerliche Unthaten- Südafrikanisches. Der Generalagent von noch mehr find." Ich habe mich nun erkundigt nach Transvaal übermittelte bem englischen Staatssekretär fasser des Artikels nicht bekannt sei. Redakteur Hülle vers dem„ berühmten" Mann, von dem heute die ganze für die Kolonien Chamberlain ein Telegramm aus Transvaal, weigerte seine Aussage auf grund des§ 54 der StrafWelt spricht. Hahnhäuser ist Soldat gewesen, 51 Jahre in welchem dem Bedauern Ausdruck gegeben wird, daß die prozeßordnung. Ob das Beugnißzwangverfahren hiermit alt, bat als solcher den Feldzug 1870-71 gegen Franks legten Telegramme des Staatssekretärs Leyds als von einem zum Abschluß gekommen ist, läßt sich vorläufig noch nicht reich mitgemacht; er ist, wenn ich recht berichtet bin, feindlichen Geifte eingegeben angesehen worden seien. Es sei fagen. Das Verlangen, sämmtliche Mitarbeiter des dreimal verwundet worden durch zwei Schüsse durch Dber nichts. Feindliches beabsichtigt. Die Regierung von Transvaal Blattes namhaft zu machen, welches bei der letzten Vernehmung und Unterschenkel und einen Bajonettstich in den Rücken. Viele wünsche lediglich mit der englischen Regierung in freundschaft- an die Genossen Wiertelarz und Ziegler gestellt wurde, bezog sich, Monate lag der Maun in preußischen Lazarethen. Invaliden- lichem Sinne darauf hinzuarbeiten, die Schuldigen zur Bestrafung wie wir des besseren Verständnisses halber ausdrücklich bemerken, pension bezieht er nicht. Bei seinem Denunzianten, dem Sattler au bringen. Denn auf diese Weise würden beide Regierungen nur auf die internen Mitarbeiter, Redakteure, Berichterstatter, meifter Vogtländer in Blankenburg, arbeitete er etwa zweil den Frieden und das Vertrauen in Südafrika wiederherstellen. Expedienten 2c. Am Mittwoch ließ der Staatsanwalt wieder einmal die fab, verlangte vielmehr, daß die volle Strenge des Gefeßes in dort auszutreten, doch gelang es den Fabrikanten, wieder Erfas Sonntagsnummer der Thüringer Tribüne" tonfisziren. Die Anwendung gebracht werde. Am nächsten Morgen nach dem zu schaffen, darunter einen Dänen. In einer Versammlung des beschlagnahmte Nummer soll einen die Erfurter Staatsanwalt- Termin wurde die Fabrikkommission nochmals bei Herrn Erpel Fachvereins, welcher der Fabrikant beiwohnte und in welcher ihm schaft beleidigenden Artikel enthalten. vorstellig, um noch einmal den Verfuch zu einer Einigung zu ob seines Treibens gehörig der Kopf gewaschen wurde, antwortete $ Mit einer Schlappe für die Polizei hat machen. Herr Erpel lehnte auch hier jede Einigung ab. Die Kommission er: Ein jeder sucht Geld zu verdienen, ob er hundert andere ber in Elberfeld schwebende Prozeß geendet, in welchem, wie verwahrt sich ganz energisch gegen die Behauptung des Herrn Arbeiter den Verdienst schmälert oder wegnimmt, sei ihm ganz wir bereits meldeten, festgestellt werden sollte, ob Kriegervereine Erpel, daß sie wissen wollte, was Herr E. mit dem Strafgeld gleich. Die Zustände der freien Arbeiter sind deshalb sehr traurige auf Anordnung der Polizei Mitglieder ausschließen müssen. Der machen wolle. Die Kommission wollte den Versuch machen, ob und die Aussichten so schlechte, daß die Korbmacherei in Kriegerverein in Barmen wurde verurtheilt, die Ausgeschlossenen Herr Erpel auf die Summe verzichten oder reduziren wolle. Schweden nur als Gefängniß Industrie bezeichnet werden als vollberechtigte Mitglieder wieder aufzunehmen. Außerdem Wäre die Summe reduzirt worden, so hätten die Arbeiter es be- fann. Wir ersuchen daher unsere deutschen Kollegen wurden ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt. In der zahlen können. Da Herr Erpel aber alles ablehnte, so legten die- um ihre Solidarität und bitten dieselben, nicht durch VerUrtheilsbegründung heißt es, daß der Verein, wenn die Aus- felben die Arbeit wieder nieder. sprechungen sich hierher locken zu lassen. Die Drganisation tann schließung als zu recht bestehend anerkannt werden sollte, den augenblicklich irregeführte Kollegen nicht unterstützen. Beweis zu erbringen hätte, daß vollwichtige Gründe für sein Mit kollegialischem Gruß Vorgehen vorliegen, besonders, daß die Ausgestoßenen zur Sozialdemokratischen Partei gehören. Dieser Beweis sei nicht erbracht worden. -Wegen Beleidigung des Hutfabrikanten Meinicke wurde Genosse Hugo, verantwortlicher Redakteur unseres Parteiorgans in Brandenburg, zu einem Monat Gefängniß verurtheilt. Boziale Mebersicht. " Die Agitationstommission der Schuhmacher Berlins. Achtung, Schuhmacher! In der Ballschuh- Fabrik von michaelis u. Co. in Hamburg, Schönstraße 1, find Maßregelungen vorgekommen. Es ist daher Zuzug fernzuhalten. In der Filzschuh- Fabrik von Rößler, Usedomstraße, dauert der Streit unverändert fort. Alle Versuche zur Beilegung des Streits wurden von dem Fabrikanten zurückgewiesen. Bis jetzt haben nur drei Arbeiter die Arbeit aufgenommen. Zuzug ist fernzuhalten. Die Agitations- Kommission der Schuhmacher Berlins. Die deutschen Metallarbeiter haben mit ihrer Vertretung auf dem internationalen Metallarbeiter- Kongreß und dem inter nationalen Arbeiterkongreß M. Seg iz in Fürth betraut. Etwaige besondere Wünsche oder Anträge sind an M. Segit, Fürth in Bayern, Hirschenstr. 22, II, bermitteln. halten haben. A Der Vorstand des Stockholmer Rorbmacher. Fachvereins. Arbeiterfreundliche Beitungen bitten wir ergebenft, vorstehendes abdrucken zu wollen. Gerichts- Beitung. Der Prozeß Hammerstein vor dem Reichsgericht. Das Reichsgericht verhandelte gestern über die Revision des Freiherrn v. Hammerstein gegen das am 22. April vom Berliner Vom Elend der Hausindustrie. Der Bericht des Ge Landgerichte gefällte Urtheil. Der Reichsanwalt beantragte die werbe Inspektors für Annaberg( Sachsen) theilt Verwerfung der Revision mit der Begründung, daß es mit:„ Gin Arbeiter einer Schnurenfabrik erklärte, er habe gleichgiltig sei, ob der Angeklagte sich freiwillig in Italien während mehrerer Monate wöchentlich nur zwei Arbeitstage aufgehalten habe; es genüge, daß er dort betroffen gehabt und demnach in jenen Wochen kaum 4 m. verdient, wurde. Die einzelnen Vorgänge bei seiner Auslieferung feien während seine Frau zu Hause mit Posamentennähen bei all= Bum Stuhlarbeiterstreik in Lauterberg( Harz). Wie uns hier nicht nachzuprüfen. Die Vermögensbeschädigung sei aus= gestrengter Thätigkeit wöchentlich 2-3 m. verdient habe. foeben mitgetheilt wird, ist gegen die Ausständigen ein neuer reichend festgestellt. Das Reichsgericht theilte diesen Standpunkt Die allerdings kinderlose Familie mußte demnach mit 6-7 M. Schlag geführt worden. Das Amtsgericht Herzberg hat in der und verwarf die Revision. Am 22. April d. J. wurde wöchentlich auszukommen suchen und hat in jener Periode ihre dortigen Zahlstelle des Holzarbeiterverbandes die Beschlagnahme bekanntlich Freiherr v. Hammerstein von der zweiten Strajtammer ganze Lebenshaltung sehr einschränken müssen." Welch milde der Bücher angeordnet. Vorläufig ist uns noch unbekannt aus des Landgerichts I. zu Berlin wegen Betruges und UrkundenAusdrucksweise für die Hungerkur, die diese Proletarier welchem Grunde, da wir bisher keine nähere Information er fälschung unter Versagung mildernder Umstände zu drei Jahren durchmachen mußten. Die Streifenden dürften durch diese neue Buchthaus, 1500 M. Geldstrafe oder noch 100 Tagen Zuchthaus Aus dem Kohlenrevier im Plauen'schen Grunde. behördliche Maßnahme keineswegs eingeschüchtert werden, und fünf Jahren Ehrverlust verurtheilt. Bei diesem Urtheil ( Eig. Ber.) Aus einer jüngst von Arbeitern aufgenommenen spielte doch bisher schon die Behörde eine so einflußreiche verbleibt es somit. Statistit über die drei Stohlenwerte des Plauen- Rolle in diesem Kampf, daß man in Arbeiterkreisen über das Wegen gewerbe- und gewohnheitsmäßigen Wuchers schen Grundes geht hervor, daß daselbst zirka 2700 Arbeiter Maß des größeren oder geringeren Einflusses, der zu gunsten der beschäftigt find, davon 600-650 über Tage, unter letzteren be- Fabrikanten ausschlagen fönnte, feineswegs erstaunt ist. Das stand gestern der Schneidermeister Wilhelm Pietsch vor der finden sich noch 60-70 weibliche, die meisten auf dem Burgter find Dinge, die in letzter Zeit zur Gewohnheit geworden sind, dritten Strafkammer des Landgerichts 1. Gegen den Angeklagten Wert, von denen welche zum Karrenschieben( à 1 Hektoliter für die Arbeiter aber immer die sehr deutliche Aufklärung bringen, wurde durch die Beweisaufnahme folgender Thatbestand für Inhalt) noch mit verwendet werden. Die wöchentliche Arbeits- daß von der herrschenden Gesellschaft alle, auch die berechtigtsten erwiesen angesehen. Zu seinen Kunden gehörten ausschließlich zeit beträgt ausschließlich der Paufen 60-63 Stunden. In Forderungen der Arbeiter als Auflehnung gegen die angestammte Mädchen, welche unter fittenpolizeilicher Aufsicht standen. War der Grube mindestens 8, über Tage 10-10/ 2 Stunden pro Autorität des Unternehmers empfunden werden, ergo zu ver- eine von ihnen in Geldverlegenheit, so wandte sie sich schriftlich Die Arbeiter haben nunmehr den Ge- an Pietsch, der sich bald einstellte, um das Mobiliar oder die Schicht. Neberarbeit zur Gewinnung von Kohle wird urtheilen sind. jetzt nur. noch auf dem Hänicher Wert geleistet. werbe Inspektor um feine Vermittlung angegangen, jedoch sonstigen Werthfachen der Geldbedürftigen abzuschäßen. Boten Die Ueberschichten belaufen oder beliefen sich vergangenen Winter lehnte der Beamte dies Verlangen ab und gab den Arbeitern diese ihm genügende Sicherheit, gab er das Geld her. Zumeist auf 6, 8 ja sogar bis 12 Schichten pro Monat. Allerdings den Rath, bei Zeiten nachzugeben. Ein Einigungsversuch mit handelte es sich um Beträge von 100 M. Giner Zeugin hatte der zwingt man niemanden dazu, aber der Knüppel liegt immer den Fabrikanten wurde einfach ignorirt. Die Herren äußerten, Angeklagte 40 M. geliehen, sie mußte dafür einen Einmonatswechsel hinter der Thür", man merkt sich die Leute, die nicht mehr mit- ihre Kaffe halte es noch lange aus; dies ist natürlich eitle Prahlerei, über 50 M. unterschreiben. Pietsch nannte das Papier ein Eine andere Zeugin, die 100 m. erhielt, mußte machen wollen, und mancher Bergmann denkt in seiner Einfalt da bei einigen der Gerichtsvollzieher ständiger Gast ist. An-" Schema". noch, seinen Verdienst durch Neberarbeit zu erhöhen. Auch die gesichts dieser Sachlage machen die Streifenden die gesammte 133 M. schreiben, es wurde ferner vereinbart, daß der AnSonntagsarbeit, sogenannte Reparaturarbeit, ist noch sehr im deutsche Arbeiterschaft auf den hiesigen Streit aufmerksam. Es getlagte fich täglich 5 M. holen sollte, bis die Schuld getilgt war. Schwunge, manchmal wird aus der einfachen Schicht sogar eine Doppel- handelt sich um den Versuch, die Organisation zu vernichten, Aehnlich lagen die übrigen Fälle. Staatsanwalt Kleine tenn schicht, denn die übernommene Arbeit muß fertig gemacht werden. Deshalb rechnen wir auch auf eifrigste Unterstützung von allen zeichnete diese Art des Wuchers als eine besonders verwerfliche, er beantragte gegen den Angeklagten neun Monate Bes Fast 95 pt. aller Arbeiten werden im Gedinge( Afford) aus- Gewerkschaften. fängniß, 2 Jahre Ehrverlust und 500 M. Geldstrafe. Der geführt; dieses System ist das vortheilhafteste für die GrubenWertheidiger bestritt in allen Fällen die Nothlage und plädirte besitzer,' das nachtheiligste aber für die Arbeiter, die dabei vor deshalb auf Freisprechung. Der Gerichtshof schloß fich aber den zeitig ihre Kräfte aufreiben, im besten Mannesalter kränklich und Ausführungen des Staatsanwalts an und erkannte gang nach bergfertig werden. Bei dem königl. Werke 3 auckeroda seinem Antrage. schwanken die Löhne der Häuer und Lehrhäuer zwischen 2,70 bis Kollege Sedlaheck. In der Allgemeinen israelitischen 4 M. pro Schicht, bei Förderleuten zwischen 2,30 bis 3 m., Wochenschrift" vom 28. Februar d. J. erschien ein vom Nedakteur höchftens 8,50 M. Einige Häuer, welche das Ausholzen ver Der Ausstand is ter Oruderei der Anhaltischen May Klaußner verfaßter Artikel, welcher fich mit einer furz forgen, 3-4 Mann auf einem Schacht, verdienen von 4,50 bis Landeszeitung" ist von den dort beschäftigten Verbands- zuvor stattgehabten Versammlung des Zentralvereins der deut 7 M. Neber Tage wird nur 2,10 bis 8,40 m. ver- mitgliedern einmüthig beschlossen und auch sofort durchgeführt schen Staatsbürger jüdischen Glaubens" beschäftigte. Es wurde dient. Auf dem Burgter Werte erzielen Häuer worden. Die Veranlassung dazu gab das offenbar gewordene mitgetheilt, daß Dr. Hildesheimer in jener Versammlung sein und Lehrhäuer noch 10-20 Pf. mehr. Die Hänicher Trachten des Herrn Direktors Adolf Koch, allmälig alle ihm Bedauern darüber ausgesprochen hatte, daß die achte Straftammer verdienen von 2,15 bis 3,20 M., felten etwas mehr. Förderleute persönlich unbequem gewordenen Setzer herauszugraulen bezw. des Landgerichts I kürzlich den Redakteur Sedlazed vom„ Deut. 1,80 bis 2,70. Ueber Tage schwankt der Lohn bei männlichen zu kündigen. Angeblich geschah dies wegen Arbeitsmangels. fchen Generalanzeiger" freigesprochen hatte, weil sie in der von Arbeitern zwischen 1,60 bis 2,80 M., bei den weiblichen zwischen Unter den Gerüindigten befinden sich mehrere Verheirathete und Geblazed in seinem Blatte ausgesprochenen Behauptung, daß bei 1,20 bis 1,40 M. Die Schichtlöhne sind auf legterem Werke um Arbeiter welche schon mehrere Jahre in der Druckerei der den Juden der Nitualmord immer noch gebräuchlich sei und daß ca. 50 Pf. niedriger wie auf den ersten beiden, wo die Häuer Landesztg." beschäftigt waren. Herr Konsistorialrath Dr. Duncker der Judengott mit besonderem Wohlgefallen auf diese 3,- M. Schichtlohn angerechnet bekommen u. s. w. Nach der schrieb einem Gekündigten, die Kündigung sei erfolgt, weil die Christenopfer blicke, eine Gotteslästerung nicht zu finden Arbeitsordnung erhalten Jungen von 14-16 Jahren 90 bis Seger beim Engagement eingegangene Verpflichtungen nicht ge- vermochte.( Das Urtheil ist bekanntlich vom Reichsgericht auf1,20 M.; dieser Lohn steigt bis zum 20. Lebensjahre auf 2,20 m. halten hätten, indem sie den durch ihre Namensunterschrift ein- gehoben und zur nochmaligen Berhandlung an das Landgericht II Kohlenleserinnen 1,30 M. Die angegebenen höchsten Löhne kommen gegangenen Kontrakt, in welchem sie versicherten, zur Zeit dem Berlin verwiesen worden.) Anknüpfend an die von Dr. Hildes. sehr selten vor; auf dem Hänicher Werk sinft auch nach Abrechnung Verbande nicht anzugehören und auch während der Zeit ihrer heimer geübte Kritik sprach der Verfasser sich dahin aus, daß er der Abzüge der Gedingelohn manchmal unter den Schichtlohu. Beschäftigung demselben nicht beitreten zu wollen, gebrochen die Gepflogenheit des obengenannten Zentralvereins, gegen BeFür Sonn- und Feiertagsarbeit wird auf dem Burgker und hätten. Das ist in der That so. Aber keinem Arbeiter kann es schimpfungen des Judenthums im Wege der Anzeige vorzugehen, Zauderodaer Wert ein Zuschlag von 25 pet. gewährt, übel genommen werden, wenn gegenüber solch schmählichem nicht billigen tönne, man verschaffe den man verschaffe den antisemitischen die Hänicher wissen von einem Zuschlag nichts. Auch im Verlangen, auf sein Roalitionsrecht zu verzichten, unrichtige An- Buben" dadurch eine Bedeutung, die sie keineswegs Zwickauer Revier ist von einem solchen Zuschlag nichts gaben macht. Ebenso gut könnte verlangt werden, er sollte die vertienten. Wegen dieses beleidigenden Ausdrucks strengte mehr bekannt; nach dem 1889er Streit ist bis 50 pet. an die Verpflichtung eingehen, niemals eine Lohnerhöhung zu be- Geblazed nicht nur gegen den Berfasser des Artikels, jenigen bezahlt worden, welche man zur Sonntagsarbeit befohlen. anfpruchen, aber er wolle mit jeder Lohnfürzung zufrieden sein. sondern auch gegen gegen den Herausgeber der Allgemeinen Die Löhne find im allgemeinen eher sinkend als steigend und die Zur Streifbetoegang in München. Mit 91 gegen israelitischen Wochenschrift", Abraham Levin, eine PrivatForderung von 5 M. Minimallohn pro Tag, wie sie der Aachener 45 Stimmen haben die Arbeiter der Bürstenfabrik von flage an, die gestern vor dem Schöffengericht verhandelt Bergarbeiter Rongreß aufstellte, ist angesichts der Gefährlichkeit Pousberger beschlossen, den Streit zu beenden. Weitere Zu- wurde. Da der Kläger zur Zeit wegen Majestätsbeleidigung der Bergarbeit gewiß eine recht bescheidene. R Die Steinmetzmeister in Zwickau sind mit ihren Gehilfen über einen neuen verbesserten Lohntarif einig geworden. Bei den Tischlern steht die Entscheidung noch aus. Die Maurer legen ihren Lohntarif den Meistern jedenfalls nächste Woche vor, der Minimallohn von 33 Pf. pro Stunde wird jetzt auf allen Bauten gezahlt. geständnisse hat der Fabrikant abgelehnt. Die Forderung der Der Verband katholischer Arbeitervereine Säddentie Arbeiterinnen auf 10 pet. Lohnerhöhung konnte nicht durch lands umfaßt nach dem Jahresbericht für 1895 gegenwärtig gesetzt werden. Bu gute kommt denselben ebenfalls die errungene 92 Vereine( 1894: 56) mit 22 028 ordentlichen( 1894: 11 642), Verfürzung der Arbeitszeit und die Einrichtung eines Arbeiter3147 außerordentlichen Mitgliedern( 1894: 2354), zu- ausschusses und das Aushängen des Tarifs. Von diesen sammen 25 175 Mitgliedern( 1894: 13 996). In bezug auf den Schieferdeckerstreik find wesent 92 Vereinen entfallen 70 auf Bayern( einer derselben liche Veränderungen nicht eingetreten. Die Meister haben sich ist Diözesan Verein( Würzburg) mit 52 Obmannschaften, bis jetzt nicht veranlaßt gefübft, mit den Gesellen in Unterhand welchen 3781 Arbeiter angehören), 20 auf Württemberg, 1 auf lung zu treten. Die Gesellen bleiben auf ihren Forderungen Baden und 1 auf Elsaß; in Baden bestehen außerdem noch bestehen und ist bis Dato Zuzug nicht erfolgt. 33 Arbeitervereine mit zirka 6000 Mitgliedern, deren Anschluß Der Ausstand in der Maschinenfabrit von Schrader in an den süddeutschen Verband bevorsteht, so daß dieser Verband Frankfurt und Rüdiger ist durch gütliche Vereinbarung bei in furzer Zeit über 30 000 Mitglieder zählen wird. gelegt. Bewilligt wurde unter anderem: die Einfegung eines An praktischen Einrichtungen finden im Verbande Arbeiterausschusses, ein Mindestlohn von 32 Pf. stündlich und vertreten: Sterbetasse, Krankenkasse, Sparkasse, Darlehnskasse, die Wiedereinstellung der ausständigen Arbeiter bis auf fieben. Miethzinskaffe, Konsumverein, Arbeitsnachweis, Voltsbureau und Bibliothet. Das Verbandsorgan ist„ Der Arbeiter" mit 13 000 Abonnenten. Diese Statistik, die von den Zentrumsblättern mit vielem Rühmen zitirt wird, zeigt, welch geringen thatsächlichen Einfluß die Zentrumspartei auf die katholischen Arbeiter in Wirklichkeit hat. wir Gewerkschaftliches. stand und wird dringend gebeten den Buzug fernzuhalten. Die Holzarbeiter in Böhrenbach befinden sich im AusZwischen den Brauereibefizern in Fürth und einem Arbeiterausschusse wurde die bisher unbestimmte Arbeitszeit auf 10/2, an Sonntagen auf drei Stunden, sowie eine achtprozentige Lohnerhöhung festgesetzt. Eine stark besuchte Brauerversammlung erklärte sich mit den Bedingungen einverstanden. " " eine Festungsstrafe verbüßt, war er vom persönlichen Erscheinen entbunden und ließ sich durch Rechtsanwalt Dofing vertreten, während den Beklagten der Rechtsanwalt Holz zur Seite stand. Die Beklagten erkannten ohne weiteres ihre Verantwortlichkeit an, Klanßner wies nur darauf hin, wie tief es das Gemüth eines Juden empören müsse, wenn so ungeheuerliche Bes schuldigungen gegen das Judenthum erhoben würden, wie es immer wieder in der antisemitischen Presse geschehe. Rechtsanwalt Dosing plaidirte für eine Bes strafung, die um so empfindlicher ausfallen müsse, weil die Beklagten einen Kollegen(!) beschimpft hätten. Der Vertheidiger hielt dagegen die Freisprechung für geboten, weil die Beklagten sich in Wahrung berechtigter Interessen befunden hätten. Der Gerichtshof verurtheilte die Beklagten zu je 30 M. Geldstrafe. Allerdings hätten sie in Wahrung berechtigter Intereffen gehandelt, aber in ihrer begreiflichen Erregung übers Ziel hin ausgeschoffen, indem sie sich zu einem Schimpfwort hinreißen ließen. Ein moderner Prefprozeß. Wegen öffentlichen Rollettirens auf einer Lifte erhielt ein Anarchist, angeblich infolge einer anonymen Denunziation, einen polizeilichen Strafbefehl von 20 M. oder 10 Tagen Haft und der Anarchist Robert Winkler als Ausgeber der Liste ein Mandat von 30 M. oder 15 Tagen Haft. Das Schöffengericht hat, wie Winkler jetzt im„ Sozialist" mittheilt, am 27. Mai die Strafe bestätigt mit dem Bemerken, „ daß für ein paar Tischlergesellen es wohl eine harte Strafe fei, aber sie sei deswegen so boch bemessen, weil dieses Sammeln ohne Genehmigung des Oberpräsidiums sonst nicht aufhöre." Gegen das Urtheil ist Berufung eingelegt. Das Risiko der Bergarbeiter. Nach dem dieser Tage erfchienenen Bericht der sächsischen Bergbau- Inspektoren sind im sächsischen Bergbau 1895 nicht weniger als 4442 Arbeiter ver- Der Streif der Maurer in Kulmbach ist am 22. d. M. unglückt; von diesen wurden 36 sofort getödtet oder erlagen den in einer Sigung der streitenden Parteien, die unter dem Vorsiz Verlegungen in turzer Zeit. In jener Ziffer der Unglücksfälle des Bürgermeisters und des Regierungskommissars Brinz von find allerdings auch leichte Verlegungen mit enthalten, immerhin Bayreuth stattfand, zu gunsten der Arbeiter beigelegt worden. ist die Zahl eine so hohe, daß niemand im stande sein wird, die Ueber die drückende Konkurrenz der Gefängnißarbeit dringende Nothwendigkeit der Erfüllung der Forderung der Berg- in der Korbmacherei in Schweden erhalten wir folgende Bu leute in bezug auf häufigere Grubenrevision und Vermehrung der schrift: Die immer mehr sich ausbreitende Konkurrenz der GeSicherheitsvorrichtungen zu bestreiten. fängnißarbeit geſtaltet die Zukunft der freien Arbeiter immer be Depeschen und lehte Nachrichten. denklicher und selbst in neuester Zeit kommen auch von Landorten Klagen darüber, daß die Meister ihre Arbeiter Nürnberg, 26. Juni.( W. T. B.) Zum 24. deutschen entlassen, da sie mit der Gefängnißarbeit nicht tonturriren Aerztetag sind etwa 180 Aerzte aus ganz Deutschland hier eintönnen. In Schweden giebt es ungefähr 175 freie Korb- getroffen. Heute Vormittag wurde die Versammlung durch den macher, dagegen sind in den schwedischen Gefängnissen über Medizinalrath Dr. Aub- München im Museumssaale eröffnet. 200 Gefangene mit Korbmacherarbeiten beschäftigt; von den Bern, 26. Juni.( W. T. B.) Die Zählung der Referen letzteren entfallen auf Stockholm 170, welche der Fabrikant dums- Unterschriften hat ergeben, daß genügend Unterschriften Zu der Berichtigung des Herrn Erpel haben wir folgendes Wahlström vom Staate für einen ganz geringen Preis miethete. beisammen sind. Somit muß über alle drei Gesetze, das Eisen= zu erwidern: Als die Arbeiter der Schuhfabrik des Herrn Erpel Dieser Fabrikant zahlt 25-35 Dere für einen Gefangenen an bahurechnungs Gesetz, die Disziplinar Strafordnung und das die Arbeit am 15. Juni wieder aufnahmen, hatte man sich den Staat und erhält dafür dieselbe Arbeit, für welche ein Viehhandelsgesetz Voltsabstimmung stattfinden. Steyr, 26. Juni.( W. T. B.) Die im Strafhause Garsten dahin geeinigt, unter den alten anderer Arbeitgeber bei den gegenwärtigen niedrigen Löhnen gegenseitig dahin daß alles Bedingungen wieder weiter gehen sollte. Dazu rechnete 2,60 bis 3 Kronen zahlen muß. In seiner Werkstatt waren früher ausgebrochene Revolte ist mit militärischer Hilfe unterdrückt man auch die Zurücknahme der Klage. Herr Erpel nahm bis zu 30, dagegen jetzt nur noch 9-10 Mann beschäftigt, worden. Die mit Schnitarbeiten beschäftigten Sträflinge hatten jedoch die Klage nicht zurück, lehnte auch im Termin jeden Ver- darunter solche, die nur ungefähr 9 Kronen pro Woche verdienen. mit einer Demolirung gedroht, falls vier in den Kellerzellen eingleich ab, obwohl der Vorsitzende des Innungs- Schiedsgerichts Die Klagen der freien Arbeiter werden allgemein in der Presse gesperrte Sträflinge nicht herausgelassen würden. Uebrigens sind Herrn Erpel darauf hinwies, daß die Leute bis auf einen anerkannt. Dem Fachverein der Korbmacher ist es auch gelungen, weder Verlegungen von Personen noch Sachbeschädigungen vors alle wieder bei ihm arbeiten. Herr Erpel lehnte jeden Vergleich die drei Lehrmeister, welche im Gefängniß waren, zu bewegen, gekommen. Achtung, Klavierarbeiter! Infolge bedeutender Lohn reduzirung haben die Umbaumacher bei der Firma Jaschinsky, Dieffenbachstraße 33, die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzu halten. Die Lohnfommission. P Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen, 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 148. Reichstag. Sonnabend, den 27. Juni 1896. 13. Jahrg. und mit dem Leiter der psychiatrischen Klinik in Straßburg, und| stimmen. Geisteskrankheit und Geistesschwäche sind schwer von diese alle haben einstimmig auf grund ihrer Erfahrung in den einander zu unterscheiden. Die Regelung des§ 1552 ist voll115. Sigung vom 26. Juni 1896. 11 Uhr. Anstalten und der Erfahrung über das Schicksal der Familien ständig prinziplos; wenn bei Geisteskrankheit die Ehescheidung der Jrren sich für die Einführung dieses Chefcheidungsgrundes zugelassen werden soll, warum nicht auch bei ekelhaften KrankAm Tische des Bundesraths: Nieberding und Koms ausgesprochen. Auf diesem Standpunkt steht auch heute die heiten u. s. m.? Es giebt eben keine Grenze mehr, wenn man miffarien. Staatsregierung und die meisten deutschen Bundesstaaten. Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärt zur Geschäfts. von dem Verschulden abweicht. Das zeigt das Landrecht, Abg. Stadthagen: Es wäre aussichtslos, die Vertreter des welches fogar die unüberwindliche Abneigung als Chefcheidungsordnung fanonischen Rechts überzeugen zu wollen; fie müssen sich natürlich grund enthält. Abg. Rintelen( 3): Er habe nicht gehört, ob der Präsident gegen die Ehescheidung auf grund des Wahnsinns wehren, ich verhältnissen und nicht mehr zu wirklichen Ehen.( Zustimmung Da kommt man schließlich nur zu Liebesgestern über die§§ 1547-51, die von der Ehescheidung handeln, bitte sie aber, denjenigen, welche nicht auf dem katholischen im Zentrum,) Man foll nicht weglaufen, wenn ein Unglücksfall eine Abstimmung herbeigeführt habe. Wäre dies der Fall ge- Standpunkt stehen, nicht zu nehmen was heute bereits Rechtens eintritt.( Sehr richtig! im Zentrum.) Das ist brutal, das ist wesen, so würde er gegen jeden einzelnen derselben gestimmt ist. Das protestantische Cherecht hat seit 1525 den Wahnsinn in Verlegung der ehelichen Pflichten.( Beifall im Zentrum.) haben. unentwegter Praxis als Scheidungsgrund zugelassen.( Hört! Herr Stadthagen verlangt, daß der Arbeiter, der Handwerker Die Abgg. Gröber( 3.) und v. Bennigfen( natl.) machen hört! bei den Sozialdemokraten.) Erst das Reichsgericht hat 1882 feine geiftestrante Frau auf das Pflaster werfen kann.( Widerdarauf aufmertfam, daß der Präsident in Uebereinstimmung mit dies geändert.( Redner zitirt verschiedene Autoritäten auf fpruch links.) Der fleine Mann fann nicht seine geiftestrante dem Hause erklärt habe, daß jeder Paragraph, der nicht an dem Gebiet des Eherechts, welche seine Behauptungen Frau und noch eine zweite Frau erhalten. Die geistestranke Frau gefochten sei, als genehmigt zu betrachten sei; selbstverständlich stützen.) Herr Gerhard v. Buchka giebt in seinem Buche selbst wird also der Armenpflege anheim fallen. Wenn nun der geistesbleibe dabei dem einzelnen eine abweichende Stimme vorbehalten. zu, daß von Bruckner an nach geltendem protestantischem Rechte frante Gatte wieder gesund wird? Was dann? Die Kinder ge Die zweite Berathung des Bürgerlichen neben einer Reihe anderer Scheidungsgründe auch unheilbarer hören ihm nicht mehr, sie gehören dem anderen Ehegatten, Gesetzbuches wird darauf fortgefeht beim§ 1552. Derselbe Wahnsinn geltend gemacht worden ist.( Hört! hört! bei den welcher ihn in seinem Unglück verlassen hat. lautet in der Vorlage:„ Ein Ehegatte fann auf Scheidung flagen, Sozialdemokraten.) Er wendet sich in seinem 1885 erschienenen Bentrum.) Deshalb bleiben Sie bei dem Beschlusse der Kommission ( Beifall im wenn der andere Ehegatte in Geisteskrankheit verfallen ist, die Buche gegen die Praxis des Reichsgerichts.( Hört! hört! bei stehen. Krankheit während der Ehe mindestens drei Jahre gedauert und den Sozialdemokraten.) Ich will dem Herrn Abgeordneten das einen solchen Grad erreicht hat, daß die geistige Gemeinschaft Buch gern zur Verfügung stellen vielleicht hat er sich damals feine Verwunderung darüber ausgesprochen, daß ich Arm in Arm Preußischer Justizminister Schönstedt: Der Vorredner hat zwischen den Ehegatten aufgehoben, auch jede Aussicht auf geirrt( Heiterkeit), oder richtiger, er irrt sich jetzt. Auch die mit Herrn Lenzmann gehe. Derartige Bilder kommen häuftg Wiederherstellung dieser Gemeinschaft ausgeschlossen ist." Verordnung des preußischen Königs von 1782, welche den Ehe- vor. Gestern gingen Herr v. Stumm und Herr Bebel zusammen, Die Kommission hat diesen Paragraphen gestrichen; die scheidungen entgegentreten wollte, läßt den Wahnsinn als und man hat eine Verwunderung darüber nicht ausgesprochen. Sozialdemokraten und der Abg. Lenzmann beantragen die Wieder- Chefcheidungsgrund zu: Krankheiten, und selbst eine während Ich weiß nicht, ob Herr Gröber von der Ansicht ausgeht, daß herstellung der Vorlage. der Ehe ohne Verschulden entstandene Impotenz sind kein recht- die Mitglieder der verbünderen Regierungen den sachlichen Abg. Lenzmann( frs. Bp.): Die Beschlüsse der Kommiffion mäßiger Grund zur Ehescheidung. Doch soll, wenn ein Ehegatte Gründen entgegentreten müffen, wenn sie von einer Seite find beeinflußt worden durch die kirchliche Sentimentalität, mit in eine„ Raferey" gefallen ist, die über ein Jahr, ohne wahr- fommen, die ihnen sonst nicht nahe steht. Ich werde mich niemals welcher man die Frage der Chefcheidung behandelt hat. Diese scheinliche Hoffnung zur Besserung, fortdauert, und der andere abhalten lassen, meine fachliche Zustimmung zu erklären, auch tirchliche Sentimentalität ist aber bei dem Abschnitt über die Theil solche Umstände nachweiset, die ihm, zur Abwendung seines wenn die Ansichten von der äußersten Linken kommen sollten. obligatorische Bivilehe mit treffenden Gründen zurückgewiesen Ruins, seiner Nahrung oder seines Gewerbes, eine anderweitige Ich will mich nicht für einen tiefen Renner des kanonisches worden. Alle Gründe, welche geltend gemacht sind bezüglich der Verheyrathung nothwendig machen, auf die Ehescheidung, allen- Rechtes ausgeben; ich habe aber garnicht vom kanonischen Recht Kinder 2c. treffen vielleicht bei jeder anderen Ehescheidungsursache falls mit Vorbehalt der Alimente für den verunglückten Ehegatten, gesprochen. Wenn Herr Gröber aufmerksam meinen Worten gezu, aber nicht bei der Geisteskrankheit. Aber freilich, die geist wenn desselben eigenes Vermögen dazu nicht hinreicht, erkannt werden folgt wäre, so müßte er wissen, daß ich nur vom protestantischen lichen Herren, denen die Ehe verboten ist( Unruhe im Zentrum) können". Das Landrecht läßt den Wahnsinn als einen Ehescheidungs- Kirchenrecht gesprochen habe, welches allein die Grundlage unseres haben ja tein Verständniß für die Gefühle der Eltern und Kinder. grund zu, aber nicht erst nach Ablauf von drei Jahren, wie die staatlichen Ghefcheidungsrechtes ist. Neues ist von Herrn Gröber ( Widerspruch im Zentrum; Zuruf des Abg. Gröber: Machen Sie Regierungsvorlage will; in Baden wurde ganz dasselbe 1807 nicht vorgebracht...( Widerspruch im Zentrum) ja, wenn die nicht solche Scherze!) Herr Gröber, ich fordere Sie auf, mir eingeführt, in Nürnberg 1803, in Gotha 1834. Durch den vor- Herren mich auf etwas Neues aufmerksam machen könnten, so nachzuweisen, wo ich in dieser ernsthaften Frage einen Scherz ge- liegenden Gesezentwurf würde die Scheidung per rescriptum wäre ich ihnen dankbar.( Heiterkeit.) Anerkannt ist ja von allen macht habe. Die wirthschaftlichen Verhältnisse der ärmeren principis, auf Veranlassung des nach damaliger Ansicht obersten Seiten, daß ärztliche Frrungen vorkommen können. Das darf Klaffen zwingen, zur Erhaltung des Hausstandes und namentlich protestantischen Bischofs, beseitigt werden. zur Pflege der Kinder, den Mann, wenn seine Frau Ablehnung des§ 1552 nicht in so weitgehender Weise als Regel hinstellt. Wir sollten durch aber doch nicht bestimmend sein für das, was der Gesetzgeber geiftestrant ist, sich wieder zu verheirathen. So wie die Bedingungen formulirt sind, Wenn man einen bestehenden Zustand ändern. ihm das nicht gestattet, so wird er zu unfittlichen Verhält- Ehefcheidungsrecht, welches natürlich von den Katholiken nicht die Heilung gänzlich ausgeschlossen ist, muß die Möglichkeit Das landesherrliche dreijährige Geisteskrankheit und ein ärztliches Gutachten, daß niffen gedrängt; deshalb bitte ich Sie dringend, den§ 1552 anerkannt wird, ist allerdings streitig seit dem Bestehen des eines Irrthums als ziemlich ausgeschlossen betrachtet werden. wiederherzustellen. Zivilstandsgesetzes. Bis dahin hat es aber zweifellos bestanden Bayerischer Ministerialrath v. Heller bestreitet, daß die in Kurhessen, Schlewig- Holstein, Anhalt und anderen Staaten. den Antrag Lenzmann stimmen. Daß§ 1552 unbestimmte BeAbg. Ofann( natl.): Meine politischen Freunde werden für Stellungnahme der bayerischen Regierung beeinflußt sei von der Herr v. Buchka hat hervorgehoben, man kann nicht wissen, ob griffe enthalte, wie Herr Gröber behauptet, ist nicht richtig. tirchlichen Sentimentalität und der Rücksicht auf die katholische jemand unheilbar sei; nun dann wird er eben nicht geschieden. Wenn das bezüglich des Begriffs der Geifteskrankheit, welche die Kirche. Haben Sie dies Bedenken denn gehabt, als Sie die Todes- geistige Gemeinschaft zwischen den Ehegatten aufhebt, autreffen Abg. v. Buchka( t.) legt Verwahrung dagegen ein, daß den erklärung zuließen? Wenn Sie meinen, der Richter tönne follte, dann könnte man überhaupt kein Gesetz mehr machen; Ronservativen andere Motive untergelegt werden als fachliche, jemanden tödten, der Arzt tömme aber nicht erkennen, ob jemand denn dann würden schließlich alle Worte und Begriffe unund tritt für die Streichung des§ 1552 ein. Solange die Seele unheilbar wahnsinnig sei, auf welchen eigenthümlichen Stand bestimmt sein. mit dem Körper verbunden ist, haben wir nicht das Recht, den punkt stellen Sie sich denn? Die katholische Kirche nimmt irrfinnigen Ehegatten zu behandeln als wenn er schon ge fonfequenter Weise den Standpunkt der Todeserklärung nicht an. beantragt ist. Präsident v. Bnol theilt mit, daß namentliche Abstimmung ftorben wäre. Und dann bedenken Sie die fittlichen, die sozialen Folgen, die Preußifcher Justizminister Schönstedt: Im Namen des wirthschaftlichen Nachtheile. Lassen Sie sich nicht von Bor: davon gesprochen habe, daß die Rechte ihre konservative GeAbg. Gamp( Rp.) protestirt dagegen, daß Herr Gröber preußischen Staatsministeriums und der überwiegenden Mehrheit urtheilen leiten! Den Männern und Frauen, welche sich durch sinnung ändere. Die Streichung des§ 1552 würde vielmehr zur ber verbündeten Regierungen kann ich mich nur für den Antrag Gewiffens und Religionspflichten gebunden fühlen, steht es Folge haben, daß die armen Frauen auf die Straße geworfen Lenzmann erklären. Ich muß bestreiten, daß dieser Stand durchaus frei, sich nicht trennen zu laffen; die Scheidung soll werden; denn eine Arbeiterfrau, deren Mann geistestrant ist, punkt mit der strengen christlichen Anschauung nicht ver- nur auf Antrag erfolgen; und darum könnten auch die tann sich schwerlich von ihrer Hände Arbeit selbst ernähren. einbar ist. Die Frage ist seit Jahrhunderten eine umstrittene. Herren vom Zentrum für unseren Antrag sein. Sie tönnen In Preußen ist noch nicht ein Fall fonstatirt, daß Daß die katholische Kirche sich gegen die Zulassung der Ehe- doch unmöglich das geltende Recht umstürzen wollen! Wer auf bei einer scheidung wegen unheilbarer Geisteskrankheit ausgesprochen hat, dem katholischen Standpunkt steht, kann und wird von der Be- träglich die geistige Gesundheit des für wahnsinnig erklärten wegen Wahnsinn geschiedenen Ehe sich nachist tonsequent und selbstverständlich. Die protestantische Kirche fugniß feinen Gebrauch machen; aber laffen Sie das doch die Ehegatten wieder eingestellt hat.( Hört, hört! rechts.) Irrthümer in ihrer überwiegenden Mehrheit, vor allem die Reformatoren, übrigen thun. Geftatten Sie es namentlich den arbeitenden sind überall möglich, auch wenn die Ehen aus anderen Gründen haben sich auf den entgegengesetzten Standpunkt gestellt. Daran Klassen und zwingen Sie diese nicht zu einem langdauernden, geschieden werden. dem Editt Friedrichs des Großen vom Jahre 1782 festgehalten der angetrauten wahnsinnig gewordenen Frau eine zweite Frau§ 1552 find Uebertreibungen; sie gehen davon aus, daß die Ehe Abg. Schröder( frs. Vg.): Die Deduktionen der Gegner- des worden bis zu Friedrich Wilhelm IV. Aber selbst v. Savigny in einem andern Haushalt haben, der Arme kann es nicht. in diesem Falle geschieden werden müsse. Das ist aber nicht der schwankte in dieser Beziehung. Er konnte nicht zugeben, daß Ich habe mich hier und in der Kommission bemüht, auf Fall, denn die Scheidung soll nur dann erfolgen, wenn durch die der christliche Grundsatz, daß die Ehegatten Glück und die Buntte hinzuweisen, die nothwendig den Klassen- Geisteskrankheit alle Grundlagen des Ehelebens zerstört sind, ein Unglück mit ein ander tragen müßten, hier zutreffe, weil die törper- gegensatz, die Wuth, möchte ich möchte ich sagen, zwischen den Eheleben also nicht mehr vorhanden ist. liche Pflege des geiftestranten Ehegatten in den meisten Fällen beiden Klassen verstärken müssen. Es ist mir nicht gelungen. ausgeschloffen ist. Im Entwurf von 1842 wurde trotzdem un- Der Arme wird fich fagen: ja, formell gleiche Gefeße heilbare Geistestrantheit als Ehescheidungsgrund ausgeschlossen. haben wir, aber sie führen zu folossal verschiedenartigen wirth Staatsrath und Staatsministerium erklärten sich ganz entschieden schaftlichen Verhältnissen, je nachdem der eine reich, der andere für die Beibehaltung dieses Ehescheidungsgrundes, und ich glaube arm ist. Also ich bitte Sie, aus allen diesen Gründen unferem nicht, daß in diesen Körperschaften unchriftliche Männer saßen. Antrage zuzustimmen auf Wiederherstellung des§ 1552 der Auch der damalige Prinz von Preußen hat sich ganz entschieden für Regierungsvorlage.( Lebhafter Beifall.) die Aufrechterhaltung dieses Ehescheidungsgrundes ausgesprochen. ift bei uns in Preußen nicht erst seit dem Landrecht, sondern seit außerehelichen Zusammenleben. Der reiche Mann kann neben Recht, sondern bestätigt zum größten Theil das bestehende, denn Abg. Munckel( frs. Bp.): Die Vorlage schafft kein neues eine Chefcheidung soll nur möglich sein, wenn der Wahnsinn während der Ehe drei Jahre bestanden hat und so weit vorgeschritten ist, daß die Ehegemeinschaft aufhört und jede Aussicht auf Wiederherstellung ausgeschlossen ist. Bei diefen Erforderniffen kann man nicht nur aus Opportunitätsrücksichten, sondern Abg. Gröber( 3): Die Ausführungen des Abg. Lenzmann muß aus sittlichen Gründen verlangen, daß dieser EhescheidungsDie preußische Staatsregierung hat seit dieser Zeit diesen dienen nicht gerade dazu, die fachliche Diskussion zu fördern. grund bestehen bleibt. Herr v. Buchta meint, es sei zu schwer, Standpunkt niemals verlassen. In den 50 er Jahren wurden Wir haben in den letzten Wochen ruhig und friedlich diskutirt, Herr Gröber dagegen, es sei unter Umständen zu leicht, den die Verhandlungen über bie Frage wieder aufgenommen. Der aber von vorn herein ganze Parteien anzugreifen wegen einer Beweis für das Vorhandensein dieses Zustandes zu führen. Hauptvertreter der streng kirchlichen Richtung im Herrenhause vermeintlichen Haltung und einer vermeintlichen Begründung, Wenn der Beweis zu schwer ist, werden die Fälle wenig praktisch war damals Stahl und seinem Einflusse ist es zuzuschreiben, die sie noch garnicht kundgegeben haben, das ist doch nicht das werden. Herr Gröber meint, er sei zu leicht. Nun, ich will zudaß das Herrenhaus mit 61 gegen 51 Stimmen die Streichung richtige. Es steht Herrn Lenzmann nicht zu, zu behaupten, daß geben, irren kann die Medizinalbehörde, irren kann auch der dieses Ehescheidungsgrundes beschloß. In der Minorität befand wir lediglich aus fonfessionellen Gründen entscheiden. Wenn Richter. Aber weil der Richter irren kann, kann man doch nicht sich eine Reihe von hochkonservativen und kirchlichen Männern, wir uns nur auf den konfessionellen Standpunkt stellten, die Grundlagen des Rechts aufgeben. Aus sittlichen Gründen an ihrer Spike Graf Arnim- Boizenburg, der Hauptführer der würden wir zu allen diesen Ehefcheidungsfragen nicht kann man verlangen, daß dieser Ehescheidungsgrund anfonservativen Partei; Graf Rittberg, Graf Romberg, ein strenger ein Wort fagen, denn von diesem Standpunkt Katholik; 1859 und 1860 wurde von der preußischen Re- giebt es für uns gar keinen Zweifel. Aber wir machen richtig. Die Natur verlangt in diesem Falle die Scheidung. aus genommen wird. Das Wort vom geistigen Tod ist vollkommen gierung wiederum ein Entwurf vorgelegt, der die Beibehaltung doch ein Gesetzbuch, welches auch für Staatsbürger gilt, die keiner Zusammen mit der dreijährigen Frist ist diese Bestimmung sehr nahe Dieses Ghefcheidungsgrundes empfahl, und damit erklärte sich auch firchlichen Gemeinschaft angehören. Ich rief Herrn Lenzmann verwandt mit der Bestimmung über die Todeserklärung. Hier das Herrenhaus einverstanden. In den gemeinrechtlichen Landes zu: Machen Sie teine Scherze! Vielleicht wäre es richtiger ge- ist der geistige Tod eingetreten und damit ist das eheliche Band theilen hat eine solche Bestimmung zwar nicht bestanden, denn- wesen, wenn ich gesagt hätte: Sie nehmen die Sache nicht ernst gelöst. Wenn man auf dem Standpunkt des Herrn v. Buchka noch erachtete in einzelnen Provinzen die Praxis diesen Grund genug. Es ist würdiger, sachlich zu debattiren und nicht mit steht, muß man sagen: Gott schickt den Tod, Gott schickt auch für die Scheidung der Ehe als durchschlagend, namentlich wurde solchen Argumenten zu kommen. Das ist eine seltsame Ron- den Wahnsinn. Ziehe man daraus also die Konsequenzen. Man diese Praxis von den Konsistorien geübt und von den Gerichten ftellation, wie wir sie nicht häufig gehabt haben in dem wechselnden sagt, es sei unmenschlich, dem unglücklichen franken Ehegatten an derselben festgehalten. Allerdings hat 1882 das Reichs. Bilde dieser Tage: Herr Lenzmann und der preußische Justiz- noch das Unglück der Scheidung zuzufügen. Unmenschlich kann gericht entschieden, daß diese Auffassung auf einer unrichtigen minister Arm in Arm für die Aufrechterhaltung einer Bestimmung, man doch nur handeln an einem Menschen, der es als unmensch Auslegung des gemeinen Rechtes, in der Verwechslung welche fonfervativ nicht genannt werden kann. Der Justiz lich empfindet. Ein fittliches Band hat aufgehört mit dem Er von Gerichtspraxis und Gewohnheitsrecht beruhe, indessen haben minister hat sich auf Baden berufen. Soweit er damit die löschen des Geistes. Der Wahnsinnige trägt nicht mehr Leid sich die Gerichte dieser Auffassung nicht angeschlossen. In badische Regierung meinte, mag er damit recht haben. Bei der Ab- und Freud" mit. Der Naturtrieb spielt bei der Eheschließung Sachsen ist die Praxis eine schwankende gewesen. In Baden ist stimmung der badischen Bevölkerung würde er aber etwas anderes eine große Rolle. Und wenn der Naturtrieb nicht wäre, würden 1807 durch besonderes Gesetz die unheilbare Geisteskrankheit erfahren. Uebrigens hat Herr Stadthagen sehr viel mehr Kennt viel weniger Ehen geschlossen und geschieden werden. Kann unter die Ehescheidungsgründe aufgenommen und befindet sich niß vom tanonischen Recht bewiesen, als der preußische Justiz das Zentrum noch als eine Ehe ansehen die Ehe mit noch in unangefochtener Geltung. In einigen gemeinrechtlichen minister. Herr Stadthagen hat vom Standpunkt des fanonischen einer wahnsinnigen Person? Das mag sehr erhaben sein, aber Theilen ist, wenn die gefegliche Bestimmung nicht bestand, durch Rechts anerkannt, daß der Wahnsinn nicht als Ehescheidungs- unmenschlich ist es unter allen Umständen, um den Ausdruck die Gnade des Landesfürsten die Ghe gelöst worden. Das würde grund gelten kann.( Bustimmung im Zentrum; Widerspruch brutal" nicht zu gebrauchen. Es ist viel besser, man schafft in Zukunft auch wegfallen. Solcher Fälle sind 1894 zwei, 1895 lints.) Der preußische Justisminister hat behauptet, daß der solche Ehen aus der Welt, um nicht den gesunden Theil auch drei vorgekommen und zwar in Antrag Lenzmann göttlichen Ordnungen nicht widerspreche, und noch verrückt zu machen. Das Zentrum thäte genug, wenn es Neu- Vorpommern, Rügen, Hessen- Nassau, Schleswig Holstein das habe ich bekämpft. Die Statistit beweist, daß die Zahl der seine Anwesenheit nur fonstatirte und sagte: was geht's uns Hannover. Der erste Entwurf des Bürgerlichen Scheidungsfälle nicht sehr erheblich ist. Praktisch ist die Sache an? Wir betrachten die Ehe vom fonfessionellen Standpuntt, Gesetzbuchs hatte diesen Ehescheidungsgrund nicht aufgenommen. nicht bedeutend, zumal der Zeitraum, während dessen die was die anderen machen, geht uns nichts an. Beim fon Dies wurde lebhaft angefochten und 1889 hat der Juristentag zu Krankheit dauern muß, von einem auf Jahre feffionellen Standpunkt hört Ihre( zum Zentrum) Unbefangenheit Frankfurt a. M. und daselbst die angesehensten Rechtslehrer, verlängert wird. ES bleibt also nur die prinzipielle allen andern Standpunkten gegenüber auf. Sie werfen uns vor, darunter auch der Profeffor Born- Königsberg, deffen hochtonser Frage. Man mag von der ärztlichen Wissenschaft so hoch daß wir mit dem Minister zusammengehen; das tommt ja selten vative Gesinnung wohl niemand in Abrede stellen wird, sich für denken wie man will, die Gutachten der Aerzte über die Geistes vor, aber je feltener ein Genuß ist, desto föstlicher pflegt er zu die Beibehaltung dieses Ehescheidungsgrundes ausgesprochen. Frankheit weichen sehr von einander ab. Ich erinnere daran, sein( Heiterkeit). Herr Gröber und seine Partei sind wiederholt In Elsaß Lothringen, bas französische Recht gilt daß jemand von einer Medizinalbehörde als unheilbar geistes- in Gesellschaft mit den Sozialdemokraten gegangen. Wenn Sie und dieser Ehescheidungsgrund unbekannt ist, hat man frant erklärt wurde, von einer anderen aber als nicht geistes- mit Herrn Bebel zusammengehen, da werfen Sie uns vor, daß fich darüber auf das lebhafteste beklagt und ein frank, der sich heute noch in seinem Amte befindet und von wir mit einem Minister zusammengehen?( Heiterkeit.) Wenn Mitglied der elsässischen Regierung hat sich in Ber- dem niemand zu behaupten wagt, daß er geistestrant sei. Und unser Antrag abgelehnt wird, werden wir ihn in der dritten bindung gefeht mit den Leitern der Provinzial- Jrrenanstalten der Begriff der Geisteskrankheit selbst ist sehr schwierig zu be- Lesung wiederbringen. Wir sind bereit, Ihre Motive und Ihre zwei und und 1896 0 ט 1 Utberzeugmig zu ehren, verlangen aber für uns das gleiche und kein absprechendes Urtheil. Wir haben die bürger liche Ehe, die nur so lange dauert wie das bürger liche Gesetz, das heißt bis zum sozialistischen Staat, wo alles aufhört.(Heiterkeit.) Aus sittlichen Gründen, nicht aus konfessionellen müssen Sie für unseren Antrag stimmen oder— schweigen. Ihr Schweigen ist mir ebenso lieb wie wenn einer von Ihnen redet.(Heiterkeit.) Abg. Pauli(Rp.) erklärt namens eines Theils seiner Freunde. daß sie für den Kommissionsbeschluß eintreten und gegen den An trag Lenzman» stimmen werden. Abg. v. Buchka erklärt, daß er in seinem Buche sich nicht dahin ausgesprochen habe, daß er nach protestantischem Eherecht diesen Ehescheidungsgrund anerkenne, sondern er' habe dies in seinem Buch nur reserirend von einem älteren Rechtslehrer an« geführt. Damit schließt die Diskussion. Persönlich bemerkt Abg Gröber, daß er den Freisinnigen nicht einen Vorwurf gemacht habe aus dem Zusammengehen mit dem Minister. Er habe sich nur über die Koalition gefreut, bei welcher die Ehre ganz au feiten der Freisinnigen ist.(Heiterkeit.) In namentlicher Abstimmung wird der Antrag Lenzmann mit 125 gegen 116 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmen geschlossen die Sozialdemokraten, die beiden freisinnigen Gruppen, die Bolkspartei, die Antisemiten, soweit sie anwesend sind, die große Mehrheit der Nationalliberalen und die Reichspartei, ferner von den Konservativen die Abgg. Mentz und Langen, die Wilden Prinz Hohenlohe-Schillingsfürst, Hllpeden. Graf Dönhoff-Friedrichstein und v. Dallwitz. Gegen den Autrag Lenzmann stimmen das Zentrum, die Polen, Welsen und Elsässer die große Mehrheit der Deutschkonservative», ferner von der Reichspartei die Zlbgg. v. Lösewitz, Nauck, Stephann-Torgau. v. Stumm, Pauli, Graf Bernstorff-Laueuburg, v. Gnltlingen Haake und Klemm-Mühlhausen, außerdem die Nationalliberalen v. Heyl und Graf Oriola. Darauf wird in Verbindung mit 8 1554 der zurückgestellte tz 1336 verhandelt. Nach§ löö4 muß die Scheidungsklage binnen 6 Monaten von dem Zeitpunkt an erhoben werden, in dem der Ehegatte von dem Scheidungsgrunde Kenntniß erlangt. Abg. Hanßmaim beantragt statt„binnen sechs Monate« zu setzen„binnen eines Jahres". Nach 8 1336 sind die Ehegatten einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet. Stellt sich das Verlangen eines Ehegatten nach Herstellung der Gemeinschaft als Mißbrauch seines Rechts dar, so ist der andere Ehegatte nicht verpflichtet, dem Verlangen Folge zu leisten. Das gleiche gilt, wenn der andere Ehegatte berechtigt ist, auf Scheidung zu klagen. Die Sozialdemokraten beantragen, diese» 8 1336 zu streichen. Abg. Haustmaun(südd. Vp.) befürwortet die Annahme feines Antrages, weil die Nothwendigkeit, die Scheidungsklage binnen 6 Monate einzureichen, lediglich zu übereilten Klagen führen könne, wo die Möglichkeit einer Versöhnung der Eheleute noch vorhanden sei. Abg. v. TziembowSki(Pole) spricht dem Vorredner seinen Dank aus, daß er seinen bereits in der Kommission gestellten Antrag wiederholt habe. Eine Verlängerung der Frist sei evünschenswerth. Die beiden Paragraphen werden unverändert genehmigt. 8 1567 enthält in seinem zweiten Absatz die Bestimmung, daß ein uneheliches Kind und dessen Vater nicht als einander verwandt gelten sollen. Die Sozialdemokraten beantragen die Streichung dieser Be stimmung. Abg. Bebel: Die apodiktische Bestimmung des 8 1567: „zwischen einem unehelichen Kinde und dessen Vater besteht keine Verwandtschaft", hat in weiten Kreisen des Volkes ungemeines Aufsehen gemacht, wie überhaupt die Abschnitte über Ehe schließung und Ehescheidung. Keine Regierung kann eine Be hauptung ausstellen, die wider die Natur ist. Das hat auch die Kommission eingesehen und die kleine formale Aenderung vor- geschlagen: ein uneheliches Kind und dessen Vater gelten nicht als verwandt. In der Sache ist das aber dasselbe. So un- angenehm das auch manchen unehelichen Vätern sein mag, namentlich aus den besitzenden Klassen, und so sehr diese das Odium nach Möglichkeit von ihren Schultern ab wälzen möchten und damit auch die Verpflichtungen, die sie „von Gottes und Rechts wegen" gegen ihre unehelichen Kinder haben, so ist doch die Thatsache der Verwandtschaft nicht aus der Welt zu schaffen. Sind ivir auch nicht Gläubige, so sind wir doch Menschen, und vom Standpunkt der Gerechtigkeit verlangen wir, daß diese Bestimmung gestrichen wird. Da Sie sich als Pächter der Moral, Sitte und Ordnung geriren, so hallen wir uns für verpflichtet, Ihnen bei jeder Gelegenheit vorzuhalten, daß Sie daS, was Sie sein wollen, in Wahrheit nicht sind. Kein Kind kann für seine Geburt, und wenn durch seine Zeugung von feiten seiner Eltern Fehler begangen worden sind, so kann man das unschuldige Kind nicht dafür verantwortlich machen. Der Vater des unehelichen Kindes hat gegen dieses dieselben Ver- pflichtmigen wie gegen sein eheliches Kind. Die Gesellschaft aber verfährt gegen keinen Armen so ungerecht wie gegen die unehelichenKinder.(Sehr wahr! links.) Di« schlecht behandelten unehelichen Kinder erheben sich dann später gegen Staat und Gesellschaft(sehr wahr Z links), die sie so stiefmütterlich und-väterlich behandelt haben. Die Kriminal- statistik liefert dafür die Belege. Einige dieser Kinder werden allerdings von den Vätern durch die Heirath der Mutter legalistrt, in den höheren Gesellschaftskreisen aber nur in wenigen Fällen. Diese Kreise suchen sich ihren Verpflichtungen nach Möglichkeit zu entziehen, und dem wollen wir nach Möglichkeit entgegen- treten durch unfern Antrag. Allerdings müßten dann auch die Bestimmungen über die väterliche Gewalt und über die Unterhaltung der unehelichen Kinder geändert werden. Wir haben vorläufig die Konsequenzen dieses unseres Antrages nicht gezogen, weil wir leider befürchten müssen, daß auch dieser Antrag abgelehnt wird und weil wir uns keine zweck- lose Arbeit aushalsen wollen. Sollten Sie ihn aber annehmen, so würden wir bis zur dritten Lesung die nöthigen Konsequenzen ziehen. WaS würde aber die moralische Wirkung unseres Antrages sein? Da das Gesetz erst in sünf Jahren in kraft trete» soll, so haben die männlichen Elemente, die später Neigung und Lust haben sollten, unehelichen Kindern das Leben zu schenken, genügend Zeit, sich darauf vorzubereiten, daß sie das gefälligst unterlaffen! Die Wirkung wird also sein, daß die Zahl der unehelichen Kinder erheblich eingeschränkt wird. Das kommt unter allen Umständen der öffentlichen Moral zu gute; und auch die Zahl der Verbrechen wird abnehmen. Vor allen Dingen wird die Zahl der physisch degenerirten von Kindesbeinen an kranken Kinder und die Zahl der durch un- eheliche Schwangerschaft moralisch und physisch geschädigten Mütter abnehmen, jener Mütter, aus welche die Gesellschaft ein moralisches Odium wirft, während der Vater stolz in Ehren und Würden ein herschreitet, vielleicht die Brust mit Orden geschmückt als Vertheidiger derOrdnung, Sitte und Religion ein« hohe angesehene Stellung im Staate und in derGesellschaft einnimmt und möglicherweise Vorsteher eines Vereins zur Unterdrückung der Prostitution ist.(Heiterkeit.) Eine große Anzahl dieser außerehelichen Mütter, die �iu diesen ungünstigen, traurigen Verhältnissen sind, verfallen jetzt zum großen Theil ganz der Unzucht oder dem Verbrechen aus Mangel an Existenzmitteln, welche ihnen die Gesellschaft als moralisch verworfenen Personen versagt, indem sie ihnen die Aufnahme in das Haus als Arbeiterinnen, Näherinnen. Putzmacherinnen k. verweigert! Die meisten Fälle, oder richtiger alle Fälle von Kindermord sind auf den traurigen Zustand der unehelichen Mütter zurückzuführen. Auch hier wieder ein großer moralischer Defekt in unserer heutigen Gesellschaft! Ihnen allen ist wohl der Ausdruck der sogenannten Eng el macherei bekannt, wo man in kluger, berechnender Weise die Kinder langsam hin mordet, ohne daß der Staatsanwalt, der Strafrichter eingreifen kann. Das Kind erhält immer spärlicher Nahrung, bis es an Entkräftung stirbt, womit in den meisten Fällen leider auch der Mutter ein Gefallen erwiesen wird, weil ihr die schwere Last und Sorge für ein solches unglückliches Kind entfällt. Es sind also schwerwiegende moralische Gründe der einschneidendsten Art, die Sie veranlassen müsse», unserem Antrage zuzustimmen, und ich hoffe, daß Sie das als Wächter von Moral, Sitte und Ordnung auch thun werden.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Da niemand das Wort nimmt, wird die Diskussion ge schloffen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Antrag wird abgelehnt. Nach 8 1581 sollen Eltern den minderjährigen Kindern gegen über unterhaltspflichtig sein. Die Sozialdemokraten beantragen, auch die Kinder den Eltern gegenüber unterhaltspflichtig zu machen. Abg. Stadthagen(Soz.) befürwortet den Antrag, der lediglich dem Gedanken der Vorlage entspricht. 8 158t wird unverändert genehmigt. Nach 8 1533 soll der Vater verpflichtet sein, der Tochter bei ihrer Verheirathung eine angemessene Aussteuer zu geben. Die Sozialdemokraten wollen an die Stelle des Vaters„die Eltern" setzen. Abg. Frohme(Soz.) begründet diesen Antrag damit, daß Vater und Mutter gleichberechtigt sind. Bundesrathskommissar Prof. V. Mandry meint, daß die Vorlage sachlich nichts anderes wolle, als der Antrag, der daS beabsich- tigte Ergebniß nicht erreichen würde. Der Antrag wird abgelehnt. Nach 8 1604 erstreckt sich die väterliche Gewalt nur auf die minderjährigen Kinder. Abg. Rintelen(Z.) will sie darüber hinaus ausdehnen, so lange die Kinder die Mittel zu ihrem Lebensunterhalt nicht durch eigene Thätigkeit erwerben. Abg. Schmidt-Warburg(Z.) will hinzufügen, daß die väter- liche Gewalt erlischt mit vollendetem 25. Lebensjahre und durch ausdrückliche Entlassung ans der väterlichen Gewalt. Abg. Rintelen führt aus, daß die Vorlage an die Stellen des deutschen Rechts das französische Recht setzen wolle zum Schaden der väterlichen Autorität, zum Schaden des Zusammen- Haltens der Familie. Prof. v. Mandry spricht sich gegen den Antrag ans, weil er unzweckmäßig und überflüssig sei; er behauptet, daß durch die Vorlage die Autorität des Vaters beeinträchtigt werde. Die Aus- dehnung der väterlichen Gewalt im Sinne des Antrages Rintelen sei römisch-rechtlichen Ursprunges, entspreche aber nicht dem deutschen Recht. Wen» der Antrag Rintelen angenommen würde, müßte man auf die erledigten Abschnitte zurückgreisen und die Geschäftsfähigkeit der Kinder beschränken. Abg. v. Stumm(Rp.): Der Hinausschiebung der Groß- ährigkeit von dem 21. Jahre bis zum 25. Jahre würde man zustimmen können, aber der Antrag Rintelen treibt die Kinder geradezu aus der Familie heraus und veranlaßt sie, einen neuen Hausstand zu gründen. um aus der väterlichen Gewalt herauszukommen. Die Annahme dieses Antrages würde ebenso bedenklich sein, wie die Annahme des Antrages, daß der Konsens zur Verheirathung nur bis zum 21. Lebensjahr erforderlich ist. Abg. Schmidt- Warburg(Z.) tritt für seinen Antrag ein, der das national gewordene Recht darstellt gegenüber dem ranzösischen Recht. Nothwendig sei die Annahme des Antrages namentlich im Interesse der bäuerlichen Besitzer.(Der preußische Landwirthschaftsminister v. Hammerstein erscheint im Saale.) Ich sehe den Landwirthschaftsminister hereinkommen, ich hoffe. daß er sich wende» wird gegen die Ausführungen des Herrn Professors, der unseren Antrag bekämpft. Abg. t>. Cillly(uatl.) erklärt, daß die Bestimmung des ranzösischen Rechts sich durchaus bewährt und die Autorität des Vaters nicht geschwächt habe. Abg. Stadthagen(Soz.) spricht sich ebenfalls gegen die Anträge aus, bestmlet aber, daß die Einwilligung der Eltern zur Eheschließung deutsches Recht sei; sie fei französischen Ur- 'prnngeS und widerspreche dein kanonischen Recht. Der königlich preußische unbesoldete Assessor, der Lieutenant, die im allgemeinen Zuschuß gebrauchen(Heiterkeit), sollen als Haussöhne betrachtet iverden und noch unter der väterlichen Gewalt stehen! Solch Dinge sind praktisch undurchführbar. Abg. v. Dziembowski erklärt sich f ü r die Anträge. Abg. Spahn(Z.) erklärt, daß man in der Rhein provinz mit dem Zustande, wie er jetzt allgemein eingeführt werden soll, zufrieden sei; das sei auch vom rheinischen Bauern- verein anerkannt. Mit den Anträgen ist nicht zu wirthschaften. Die Anträge werden abgelehnt und 8 1604 un- verändert angenommen. Z 1643 handelt von der Zwangserziehung. Die Sozialdemokraten wollen verwahrloste Kinder n Erziehungs- A n st a l t e n, nicht in Besserungs anstalten untergebracht wissen. Ferner wollen sie folgenden Zusatz „Jedoch ist daS Vormundschaftsgericht nicht berechtigt, das Ver halten des Vaters in religiöser oder politischer Hinsicht oder die Einwirkung des VaterS aus das Kind nach diesen Richtungen hin als einen Mißbrauch, ein« Vernachlässigung oder als ein ehr- loses oder unsittliches Verhalten zu erachten." Abg. Stadthage» begründet den Antrag damit, daß in der Nähe von Hanau der Vormundschaftsrichter einen Vater auf gefordert habe, auf feinen Sohn einzuwirken, daß er aus einem als sozialdemokratisch verdächtigen Turnverein austrete. Da dies nicht geschehen, so sollte dem Vater die Erziehung seines Sohnes entzogen werden, weil der Vater durch Nichtausübung eines Erziehungsrechtes das letztere gemißbraucht haben soll. Das Landgericht in Hanau bestätigte die Entscheidung deS Amtsgerichte?; erst die höhere Instanz brachte eine Aenderung. Die Wiederholung solcher Vor- ommnisse muß verhindert werden, damit die väterliche Gewalt nicht unterminirt wird durch solche miß- bräuchliche Rechtsprechung, die dem Grundsatz folgt: Wenn zwei daffelbe thun, ist es doch nicht dasselbe. Preußischer Justiz», inister Schönstedt: Der Fall verliert eine Bedeutung dadurch, daß die obere Instanz die Ent- cheidung aufgehoben hat. Abg. Stadthagen: Dadurch ist noch keine Garantie gegeben, daß nicht in einem anderen Falle wieder so verfahren wird, daß dann die Richter vom Landgericht, die vielleicht später beim Oberlandesgericht sitzen, die Entscheidung bestätigen. egen solche minderwerthigen preußischen Richter niuß«in Schutz geschaffen werden. Materiell hat der Justizminister nichts gegen unseren Antrag vorgebracht. Er hat auch den anderen Parteien nicht gesagt: Seien Sie ruhig, wenn zwei dasselbe thun, ist es nicht dasselbe. Damit können die Parteien nicht zufrieden sein, denn man weiß nicht, wie lange der gegenwärtige Justizminister im Amte bleibt. llbg. Gröber(Z.): ES ist allerdings sehr bedauerlich, daß eine solche Entscheidung erst in der dritten Instanz von, Oberlandesgericht aufgehoben worden ist. Der Antrag geht über das Ziel hinaus. Unter dem Vorwand einer religiösen Bewegung könnten z. B. unsittliche Dinge getrieben werden, z. B. wenn die Mormonen in Deutschland Propaganda machen wollten. Es wird genügen, wenn wir ausdrücklich erklären, daß wir die gerichtliche Entscheidung nicht billigen. Der Antrag wird abgelehnt«Nd der Z 1643 u n- «rändert angenommen. Zum 8 1646 beantragt Abg. v. Stumm einen Zusatz, wo« nach der Vater mit dem Tage seiner Wiederverheirathung die Nutznießung des Vermögens der Kinder verlieren soll. Dadurch würden Mann und Frau gleichgestellt werde». Die Abgg. Voll;(natl.), Stcphau-Beuthen(Z.) und Lenz- mann(frs. Vp.) sprechen sich für die Ablehnung des An- träges aus. Der Antrag wird abgelehnt. Nach 8 1673 soll die Mutter bei ihrer Wieder- verheirathung die elterliche Gewalt verlieren. Die Sozialdemokraten beantragen die S t r e i ch n n g, während Abg. H a u ß m a n n hinzufügen will, daß die Mutter die Nutznießung des Vermögens der Kinder behalten soll. Abg. Stcphan-Beulhen spricht sich gegen die Anträge aus, während Abg. v. Stumm die Annahme des Antrages Hanß- mann empfiehlt, nachdem sein Antrag bei 8 1673 abgelehnt sei. 8 1673 wird unverändert angenommen. Nach 8 1632 soll das uneheliche Kind den N a m e n der Mutter führen und auch bei Verheirathung derselben behalten. Die Sozialdemokraten beantragen, daß bei der Ver- heirathung der Mutter auf Antrag des Ehegatten das uneheliche Kind den neuen Familiennamen der Mutter erhalten kann. Nachdem der Abg. Bebel den Antrag begründet, erklärt Abg. v. Bennigsen(natl.), daß der Antrag eine bessere Fassung erhalten hat als ein ähnlicher' Antrag in der Kommission, sodaß Bedenken dagegen nicht vorliegen. Bundesrathskommissar Professor Mandry glaubt, daß beim Ueberein stimmen von Mutter und Vater die Verwallungs- behörden gegen die Aenderung des Namens der Kinder auch ohne besondere Vorschrift keine Einwendungen machen werden. Der Berichterstatter Bachem(Z.) glaubt, daß der Antrag in dieser Form in der Kommission Halle auf Zustimmung rechnen können. Der fozialdeni akratische Antrag wird vorbehält- lich einer redaktionellen Aenderung gegen die Stimmen der Rechten angenommen und in dieser Fassung der 8 1 682. 8 1633 spricht der Mutter des unehelichen Kindes die elter- liche Gewalt über dasselbe und die Vertretung desselben ab; ein Antrag Auer will ihr beides wiedergeben. Der Antrag wird trotz B e b e l's und F r o h m e's Empfehlung a b- gelehnt. Abgelehnt wird ferner ein sozialdemokratischer Antrag zu 8 1684, wonach der Vater dem unehelichen Kinde bis zum 16. Lebensjahre Unterhalt gemäß dem Stand des Vaters, nicht der Mutter, gewähren soll; angenommen wurde dagegen ein Antrag zu 8 1631, wonach außer den Kosten der Entbindung und des Unterhalts während der ersten sechs Wochen nach derselben auch durch die Schwangerschaft und das Wochenbett herbeigeführte Nachtheile ersetzt werden solle». Erledigt wurden noch die§8 1632—34. Darauf wird um 6V2 Uhr die weitere Berathung auf Sonnabend 11 Uhr vertagt. Vvttgelnde ZZolizeiLieamke. Das haarsträubende Verhalten mehrerer Polizeibeamten kam in einer Verhandlung zur Sprache, welche gestern in der Be- rufungsinstanz die fünfte Strafkammer an, Landgericht I Berlin beschäftigte. Der Angeklagte, Arbeiter Berthold Steltcr, war durch das Schöffengericht wegen Widerslandes, grobe» Unfugs und öffentlicher Beleidigung zu drei Monaten Gefängniß vernrtheilt worden. In der Nacht zum 30. Dezember v. I. war er mit seinem Bruder und deffen Braut, sowie verschiedenen Gästen in einem Schanklokale in der Fidicinstraße gewesen und halte mit diesen zusammen, als der Wirth um 12 Uhr Feierabend gebot. sich auf die Straße begeben, wo man sich gegenseitig in der ruhigsten We,se verabschiedete. Der Wirth stand noch m seiner Ladenthür und schickte sich eben an, das Geschäft zu schließen, als der Kriminal- schutzmann Gerwien, der aus der Bockbrauerei kam, wo er sich zur Ueberwachung des TanzeS aufgehalten hatte, herzutrat und sich äußerte:„Machen Sie keinen Radau hier, sondern scheren Sie sich nach Hause!" Der Angeklagte meinte darauf, daß di«S doch in ihrem Belieben stände, worauf der Beamte sich an den Wirth wandte und fragte:„Haben Sie den» keinen Stock da?" Der Wirth, der den in Zivil befindlichen Beamten persönlich kannte, hielt die ganze Sache für einen Scherz, er antwortet«, daß er zwar keinen Stock, aber einen Gummischlauch habe und ließ diesen auch herauslangen und dem Schutz- mann überreichen. Jetzt sagte Stelter:„Wir stehen doch nicht unter Polizeiaufsicht!" und als Gerwien erwähnte, daß er Kriminalbeamter sei, ließ er sich die Medaille zeigen»nd soll dann diese eine„Hundemarke" genannt und für den Schutz- mann eine nicht wiederzugebende Anrede gebraucht haben. Damit schien nun plötzlich der ganze nichtssagende Vorfall beendet: Gerwien gab den Gummischlauch wieder an den Wirth zurück und wandte sich zum Gehen, der Wirth schloß sein Geschäft und auch die Gäste gingen, nachdem sie sich von einander verabschiedet hatten, ihren verschledenen Wohnungen zu. Der Kriminalschutz- mann behauptet nun, daß er plötzlich Angst bekommen habe, die Leute und vor allen der Angekiagte und dessen Bruder, der als„Schläger" berüchtigt sei, könnten über ihn herfallen, wenn er in sein Haus hineintreten wolle, und aus diesem Grunde habe er einen»niformirten Schutzmann ausgesucht und de» Leuten entgegengeschickt, damit er sie aus- e i n a» d e r t r ei b e. Der Schutzmann Bank trat nun auf diese zu und verwies sie zur Ruhe, obgleich von einem über- gebührlichen Lautsein nicht die Rede sein konnte. Ein Wort gab das andere, Gerwieu trat dazu und die beiden Beamten sistirten nun die beiden Brüder und die Braut des einen zur Wache. Ein paar andere Schutzleute kamen noch dazu und halfen bei der Sistirung. Der Angeklagte will hierbei in der gröb« lich st en Weise durch die Beamten mißhandelt worden sein, vor allem soll ihn Gerwien krampfhaft fe st gehalten haben, wiewohl erbat, ihn loszulassen und ihm s einen Sonntags- anzug nicht zu ruiniren, da er freiwillig zur Wache folge, auch soll ihm Gerwien fortwährend Püffe gegen den Kopf lind ins Genick gegeben haben. Nach dem Eintritt in das Haus, in welchem sich das Wachilolal befindet, wurde die Hausthür geschlossen und beim Hinaufgehen will der Angeklagte von Gerwien und dem Schntz- mann Schikora besonders stark mißhandelt und durch Fußtritte weitergetrieben worden sei». Im Wachilolal selbst hätten ihn diese Beamten dann auf das Bett geworfen, ihm die Füße mit einem Riemen zusammen« gebunden und ihn in ganz besonders roher Weise ge- schlagen. Die Zeugen, welche die Mißhandlungen auf der Straße beobachtet, hatten auch die Hilferufe und das Schreien des Angeklagten auf dem Hausflur und im Machllokal gehört und konnten bestätigen, daß derselbe nach einer halben Stunde übel zu gerichtet und blutrünstig wieder auf die Straße trat. Das Auge war total blut- unterlaufen, die Haut im Gesicht vielfach zerschunde», die Zähne voll st ä n big gelockert und am Arme zeigten sich B l u t e r g ü s s e, die sehr wohl durch das Stoßen mit dem Stiefelabsatz herrühren konnten, wie das ärztliche Attest, welches sich Stelter am nächsten Tage einholte, bestätigte. Der Augeklagte halte bei der Behörde Anzeige erstattet, jedoch den Bescheid erhallen, daß gegen die Beamten nicht ein- geschritten werden würde. Gerwieu bestritt durchaus nicht, daß er den Angeklagten geschlagen habe, er habe sich aber dazu veranlaßt gesehen, da dieser sich außerordenllich renilcnt gezeigt habe. So habe er ihn auf der Straße au die Gurgel gepackt und ihm beim EnftrUt in das Wachtlokal de» Hut vom " Ropfe gehauen. Der Beuge Schuhmann Schitora ver 1stimmung übergeben werden sollte. Der Berein surfrohen Raffees gaben zu Beanstandungen feinen Anlaß. Die ges weigerte sein Zeugniß darüber, ob er den Angeklagten beim unentgeltlichen Erziehung schulentlassener brannten glafirten Raffeeforten waren theils mit Karamels, theils Transport auf der Treppe mißhandelt habe. Der Staatsanwalt Mädchen weihte die neue Stätte feines Wirtens ein u. f. w." mit Zucker künstlich beschwert. Wiehrere Proben erwiesen sich als beantragte die Verwerfung der Berufung. Er meinte, daß der Wie wir hören, soll zu diesem Verein ein Seitenstück ge- Mischungen von glafirtem und unglafirtem Kaffee. Unter den Schuhmann ein Recht hatte, den Angeklagten zu schlagen, um gründet werden. Einige einfichtsvolle Dienstmädchen wollen sich unglafirten wurden Kaffeesorten entdeckt, welche mit Paraffin ihn zur Besinnung zurückzurufen. Er würde einen Beamten, nämlich zur unentgeltlichen Erziehung junger Mädchen", ehr geölt und beschwert waren, andere enthielten bis zu 6 v. H. der angegriffen wird und dann nicht zuschlägt, eine feige Memme" würdiger Matronen" und" eleganter Hausfrauen" aus dem Abfall oder Kaffeebruch, Kaffeefurrogate 10( 6). Unter dem nennen müssen. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Heine, fritisirte das Stande der„ Herrschaften" organisiren. Sie erhoffen von ihrem Namen Kaffeeschrot wurden Mischungen von gröblich gekleinerten bedenkliche Verhalten der Schuhleute und forderte eine Um- ernsthaften und mühevollen Streben die wohlthätigfte Einwirkung Bichorien und Rübenwurzeln feilgehalten. Mehl 10( 1). Weizenwandlung der hohen Gefängnißstrafe, die in keiner Weise gerecht- auf die Dummheit und den beleidigenden Wohlthätigkeitsnagel mehl war wiederum mit Mehlmilben und Milbenkoth verunfertigt sei, in eine geringe Geldstrafe, wenn der Gerichtshof nicht der Herrschaften". überhaupt die Freisprechung des Angeklagten für angezeigt halten sollte. Der Gerichtshof hob das vorige Urtheil auf und sprach den Angeklagten wegen des Widerstandes und des groben Unfugs frei, verurtheilte ihn aber wegen öffentlicher Beleidigung und Straßenpolizei- Kontravention zu 35 M. Geldstrafe. Die Kosten der ersten und zweiten Instanz wurden zur Hälfte der Staatstaffe auferlegt. Es tennzeichnet die Jämmerlichkeit des unentwegten Bürgerthums, daß noch kein einziger Berliner Landtags: Abgeordneter den Muth hatte, die Mißhandlungen, die hie und da an Berliner Bürgern durch Polizeibeamte vollzogen wurden, im Abgeordneten hause zur Sprache zu bringen. Vielleicht unternimmt der Magiftrat geeignete Schritte, um seine steuerzahlenden Bürger vor folchen Szenen zu schützen. Lokales. 3 reinigt. Milchrevisionen wurden in 899 Geschäften vorDas Pistolenduell vom verfloffenen Sonnabend, bei der milch und 52 Liter Magermilch wurden vernichtet. Geheime genommen, wovon 45 zu Beanstandungen führten. 16 Liter Halbein töniglich preußischer Offizier bekanntlich hat ins Gras beißen Antäufe wurden in 50 Geschäften bewirkt. Pfeffergurten 11( 4). müssen, giebt der Presse immer noch Anlaß zu allerhand Klage Die beanstandeten Proben enthielten Kupfer in Form von gejammer. Wir greifer aus den verschiedenen Notizen eine Grünspan. Der Gehalt an Kupferoxyd schwankte zwischen 0,005 Meldung des Berl. Tgbl." heraus, in der folgende Meuigkeit und 0,01. Provence- Del 15( 0). Denaturirter Spiritus, welcher mitgetheilt wird: nicht unter 80 Gewichtsprozent Alkoholgehalt in den Verkehr Das jüngste Piftofenduell, dem der Artillerie- Offizier Lühring gebracht werden darf, war bei 15 Proben 7 Mal zu arm an zum Opfer fiel, ist ausgefochten worden, nachdem erst am Tage Altohol. Rum, Kognat, überhaupt Spirituosen als Genußmittel vorher beim Mittagstisch der Wortwechsel stattgefunden hatte, find nicht zur Untersuchung gelangt. Safran 10( 0). Schmalz der zur Forderung führte. Daraus geht hervor, daß der Ehrenrath 20( 0). Gelterwasser 20( 10). Die sogenannte Quelle Fürstenvon dem Duell entweder überhaupt nicht in Kenntniß gesetzt worden brunn erwies sich als ein mit Zusäßen von tohlensaurem Natron ift oder teine Beit gehabt hat, in Pirksamkeit zu treten. Das steht im und Kochsalz, sowie mit Kohlensäure imprägnirtes Quellwaffer; Widerspruch mit dem Erlaß Kaiser Wilhelms I. ser die der neue Karlsbader Mühlenbrunnen als die Auflösung eines Thätigkeit des Ehrenraths bei Duellen. Der Reichsbote" weist willkürlichen Gemisches von Altalisalzen, Chloriden, Carbonaten darauf hin, daß attive Offiziere es tros der vorschrift mäßigen und Sulfaten von Kalium und Natrium. Drei andere Proben Weifung dazu meist für unanständig" halten, mit den fünstlichen Mineralwassers waren durch Ammoniak verunreinigt. Folgende Lokale stehen der Arbeiterschaft in Treptow Duellforderungen an den Ehrenrath heranzutreten, und daß Thee 10( 1). Eine Probe Imperialthee erwies sich als unrein. zur Verfügung: iertberg, Neue Krug Allee; Dito's diefer daher in der Mehrzahl der Fälle teinerlei Restaurant Zum Karpfenteich"; Part Restaurant, ausgleichende Einwirkungen ausübt. Sollen doch Vom Bierverzapfen. Nachdem das Kammergericht einen Inhaber Jacob, An der Verbindungsbahn; 8ornow, Neue felbft Fälle vorkommen, daß Offiziere fich trotz eines ab- Reftaurateur, der wegen Benutzung eines sog. Stocherapparats beim Krug- Allee; Schulmeistrat, Neue Krug- Allee. Sämmtliche lehnenden Entscheides des Ehrenrathes nicht abhalten laffen, Bierausschaut angeklagt war, freigesprochen hat, da der Stocheranderen Lokale sind für die Arbeiterschaft nicht zu haben. Die ein Duell auszufechten. Und sie tönnen dies, da selbst eine apparat nicht unter die Bestimmungen der angeführten ParaGenossen werden ersucht, sich danach zu richten. folche offene Gehorsamsverlegung bei dem falschen Geiste, der graphen falle, hat das Polizeipräsidium den Magistrat ersucht, betreffs des Duells zur Beit gepflegt wird, nur einer gering- einem Busaße zu dem beregten§ 7 seine Zustimmung auss Achtung, Grünan! Am 20. d. M. sollte Fräulein Baader fügigen und darum leicht in Rauf genommenen Ahndung zusprechen, welcher dem Uebelstande abhelfen solle. Der Zufak in Grünau einen Vortrag halten. Zu diesem Zweck war das unterliegt." lautet dahin:„ daß wenn der Bierausschant mittels eines Lokal von R. Jante, Friedrich str. 3a in Aussicht ge- Das wirft ja auf die Cafeßesliebe dieser Herrschaften Stochers erfolgt, welcher über dem Spundaussat verlängert ist, nommen worden, welches bis dahin der Arbeiterschaft zur Ver- einige uns recht willkommene Schlaglichter, aber im Grunde so soll das Stechrohr mit einer Borrichtung versehen werden, fügung stand. Um selben Tage aber erklärte der Wirth, daß er ist es doch eigentlich schnuppe, ob man es etwas mehr oder welche eine Abstellung des Bieres zuläßt, so daß während des fein Lokal nicht mehr zu Arbeiterversammlungen hergebe; die etwas weniger eilig damit hat, sich gegenseitig den Geraus zu Bierausschanks der über dem Spundauffah befindliche Theil des Bersammlung fonnte baher nicht stattfinden. Die Arbeiterschaft machen. Solche Kleinigkeiten beeinträchtigen nicht im geringsten Schrohres in bezug auf seinen inneren Zustand geprüft werden wird sich diesem Fall gegenüber entsprechend rcrhalten. unser inniges Behagen an dem erschütternden Wiß, daß gerade kann." Das Magistratskollegium hat beschlossen, dem Ersuchen Die Parteigenoffen von Nigdorf werden darauf auf. diejenigen die beften Nägel zum Sarge der heutigen Weltordnung des Polizeipräsidiums zuzustimmen. mertfam gemacht, daß die Abonnementslisten für die Partei- liefern, welche im Grunde doch als Beschüßer dieser Ordnung Der von den Stadtverordneten getroffenen Veränderung fpedition bei folgenden Genossen ausliegen: Barthel, Hermann- betrachtet werden. an dem Entwurfe zum Vertrage zwischen den Staats- und den play 8, Restaurant; Klein, Kaiser Friedrichstr. 236, Restaurant; Dreißig Kirchen will die jetzt tagende Berliner Stadt- städtischen Behörden wegen Angliederung des Instituts für Regerau, Hermannstr. 50, Zigarrengeschäft; Thomas, Bergstr. 162, fynode noch bauen lassen. Wofür? Für duellirende Offiziere Infektionstrantheiten( Koch'sches Justitut) hat das Restaurant; Unger, Bergstr. 40, Materialgeschäft; Herrmann, etwa, nachdem mit gutem Grund so oft schon darüber gejammert Magistratskollegium zugestimmt und ist hiervon der Minister soKirchhofftr. 1, Bigarrengeschäft; Krüger, Prinz Handjernstr. 58, worden ist, daß das gemeine Bolt der Kirche entfremdet bleibt und fort in Kenntniß gesetzt worden. Materialgeschäft; ebenfalls beim Genossen G. Ostermann, Jäger- die Gotteshäuser" schlecht besucht sind? Welche sehr materiellen straße 70, v. 2 Tr. Es ist Pflicht eines jeden Genoffen, recht- Interessen es übrigens sind, die die Armen in feltenen Fällen zeitig zu beftellen, damit teine Störung eintritt. Ferner machen der Kirche wieder zuführen, das hat der Freiherr v. Mirbach in wir auf die reichhaltige Literatur aufmerksam, die hauptsächlich einer jüngst abgehaltenen Sitzung des berühmten Evangelisch den Gewerkschaften bei Anschaffung von Bibliotheken zu Stirchlichen Hilfsvereins ausgeplaudert. Der fromme Oberhofempfehlen ist. meister der Kaiserin sagte: An die Kirche und die Predigt gehen diese Leute meist ungern und mit Mißtrauen heran; wenn ihnen aber bei Noth und Krankheit die dienende Liebe und Hilfe freiwillig und hingebend die Hand reicht, dann fühlen sie M " 0 PP " B " " der Volks- 3tg." zufolge die Massenversendung von Postkarten Wie fich die Detailreisenden zu helfen wiffen, beweist mit bezahlter Rückantwort und den vorgedruckten Worten:„ Ich ersuche Sie, mich mit Forer Rollektion zu besuchen," an die Rundschaft. Die mit solchen„ Ginladungen" versehenen Reifenden werden auch nach Infrafttreten der Gewerbenovelle ungehindert weiter" Detail" reifen können. Zur Waldenburger Fleifchlieferung. In der Zeitung, Das Bolt" lesen wir: Nach einer Mittheilung der Central Fleischer Beitung" im Mai und nach dem" Berichte über Karl Schneidt theilt in seiner ,, Kritit" mit, daß er mit dem eine in demselben Monate abgehaltene Versammlung des Vereins an sich wieder etwas von der ihnen unbekannt gewordenen christ- 1. Juli aus dem Berlage und der Redaktion dieser Zeitschrift Berliner Großschlächtermeister" sollte der Major im Kaiserlichen Nächstenliebe und dann lassen sich auch wieder Biele für ausscheide. Er will zum Oktober eine neue Wochenschrift Franz- Garde Grenadier- Regiment Nr. 2, v. Waldow," regel das Evangelium und die Kirche gewinnen." Aber nur solange gründen. mäßig von seinem Rittergute bei Woldenberg in der Neumart sie der Kirche zu bedürfen vermeinen, hätte der fromme Mann Ueber 400 Preise sind von der Weltausstellung in Chicago ausgeschlachtete Hammel an die Menage Rommiffion des enfügen sollen. jetzt den an der Deutschen Unterrichtsausstellung betheiligten Regiments gefandt und dafür zwei Pfennige über den MarktAu den Bestrebungen der in der städtischen Berwaltung Anstalten, Gelehrten, Firmen 2c. zugegangen; fie bestehen aus preis erhalten haben, ohne daß das Fleisch, wie es diätarisch beschäftigten Bureau Hilfsarbeiter, etatsmäßig an- Medaille und Diplom. Borschrift ift. in Berlin einer Untersuchung unterworfen geftellt und in bezug auf Gehalt und Pension dem vorhandenen worden sei." Der Verein Berliner Großschlächter" beschloß Bureau- und Raffenpersonal gleichgestellt zu werden, wird von hat, wie das Blatt mittheilt, eine Anklage erhalten, weil er Der bisherige Verleger des ,, Sozialist" Gustav Dießner darauf, der Staatsanwaltschaft Anzeige zu erstatten. Der sozial einem Berichterstatter mitgetheilt, daß diesem Anfinnen schon durch einen Abschnitt des Ardinghello" die Sittlichkeit verlegt demokratische Vorwärts" und das„ Nordhäuser Boltsblatt" um deshalb nicht entsprochen werden könne, weil der größere haben soll. brachten dieselben Mittheilungen mit einigen Be Theil der zur Zeit beschäftigten Bureau- Hilfsarbeiter nicht einmertungen dazu. Nun ist in der Bentral Fleischer mal die für einen städtischen Beamten unbedingt erforderliche Sigerlaubniß für Dienstmänner. In der Sommerhite Beitung" u. f. w. vom 20. d. M. folgende vom Kommando des Schulbildung besitzt und daß andererseits der hierin genügende müffen unsere Dienstmänner jahraus jahrein an den verkehrKaiser Franz- Garde- Grenadier- Regiments Nr. 2 geforderte Be- Theil derselben eine sehr geringe Vorbildung für den Burcau- reichsten Straßenecken und Pläßen stehend auf Kunden warten. richtigung veröffentlicht: Berlin, 13. Juni 1896. Das unter dienst mitgebracht, auch vor seinem Eintritt meist längst die zu- Im gemüthlichen Wien wird auch der Dienstmann menschlicher zeichnete Kommando ersucht auf grund des Preßgesetzes um Auf- lässige Altersgrenze überschritten, ja häufig sogar ein schon so behandelt. Dort hat er eine einfache leichte Holzbank, auf der nahme nachstehender Berichtigung: Die in dem Artikel Die hohes Lebensalter erreicht hat, daß seine Leistungsfähigkeit kaum zwei auch drei Mann sigend warten können, bis sie von Auftrags Woldenberger Fleischlieferung" in Nr. 82 der Bentral- Fleischer noch in betracht kommen tann." Die Ungehörigkeiten in der Be- gebern gerufen werden. Abends wird die Sitzbank dem nächsten Beitung" vom 18. April 1896 gegen den Major v. Waldow aus- handlung der städtischen Burean- Hilfsarbeiter sind bekanntlich in Bortier, mit dem man befreundet ist, zur Aufbewahrung übergesprochenen Beschuldigungen sind in allen Punkten nnzutreffend. der vorgeftrigen Stadtverordnetenstzung von unserem Parteigenossen geben. Auch hier in Berlin giebt es an verkehrsreichen Stellen Kommando des Kaiser Franz- Garde Grenadier Regiments Singer ins rechte Licht gerückt worden. Nr. 2. Frhr. v. Buddenbrock, Oberst und Regiments Rom todte Winkel, in denen der sigende Dienstmann ebenso wenig stört wie der stehende. Es täme also nur darauf an, daß unsere mandeur." Ferner sei bemerkt, daß Major v. Waldow, der menunterftügung uzulänglich." Für einen 35jährigen Berliner Dienstmänner mit Hilfe der üblichen Polizei- Erlaubniß, übrigens niemals ein Rittergut befeffen hat, gegen den Bor- Schneider, der durch andauernde Krankheit nach Erschöpfung der denn ohne diese wird es ja nicht abgehen, sich dieselbe Bequemwärts" und das" Nordhäuser Boltsblatt" Strafantrag ge- Krantentaffe dem Asyl nahegerückt" ist, wird in einem Aufruf lichkeit schafften, wie ihre Wiener Kollegen, damit sie nach des stellt hat." ( Inserat in der„ Volkszeitung") um Hilfe gebeten, da die Armen- Tages Last und Size nicht mehr so übermüdet sind wie heute Bu diefer Mittheilung ist zu bemerken, daß der„ Borwärts" unterstützung unzulänglich" sei. Gegen solche Zweifel an der und hauptsächlich nicht so viel Geld zum Schnapsbudiker trageu gleich allen übrigen Berliner Zeitungen fich jedes Rom- Möglichkeit, bei den in Berlin üblichen Almosensäßen zu be- brauchen, nur um auszuruhen!-mentars zu dieser der Bentral Fleischer Zeitung" unter stehen, pflegen die Organe der städtischen Armenverwaltung scharf Quellenangabe entnommenen Meldung enthalten bat. au protestiren. Diesmal geht aber der Zweifel aus von dem Der Roßschlächter Weise, Manteuffelstraße 13, hat sich Daß der uns unbekannte Herr von Waldow fich Herrn Bezirksvorsteher Schlinke, Wienerstraße 36, an den das bekanntlich gegen die von der Allg. Fleischer- 3tg." erhobenen nur fozialdemokratische Blätter zu seinen Strafanträgen erbetene Geld zu senden ist, und Armendeputirter Rieß, Liegniger schweren Vorwürfe durch eine" Berichtigung" zu rechtfertigen aussucht, ist ja in feiner Weise verwunderlich; ganz anders steht ftraße 18, der zu näherer Auskunft bereit ist. Vielleicht hätte gesucht. Gegenüber dieser Berichtigung hält die Allg. Fleischeres aber hierbei mit dem Anfehen der heutigen Strafrechtspflege. es fich empfohlen, gleich in dem Aufruf mitzutheilen, Beitung" ihre Behauptungen aufrecht. Weise theilt mit, daß er Bu berichtigen ist übrigens ferner, daß die totiz nicht Mitte Mai, wie viel Unterstützung in dem vorliegenden Falle gezahlt wird. Die„ Aug. Fleischer- 3tg." verklagen wolle. fondern bereits Anfang April in der Bentral- Fleischer- Beitung" Das Armengeld beträgt meist zwischen 6 und 18 Mi. pro Monat, gestanden hat. Es sind mithin volle zwei Monate ver- selten darunter oder darüber, vereinzelt unter 3 und über 30 M., Ein Ueberfall durch Wegelagerer hat den 22jährigen floffen, bevor das Regimentskommando fich veranlaßt gefehen im Durchschnitt wenig mehr als 13 M. Es ist tlar, daß selbst Albert van der Schmidt, einen Sohn des Müzenfabrikanten hat, eine Meldung dieses Blattes auf grund des Preßgefezes bei dem Höchstbetrage kein Mensch ohne Zuverdienst oder Zu- van der Schmidt aus der Weberstr. 40c, das Leben gekostet. Am richtig zu stellen. In einer Ende April erschienenen Nummer schuß von anderer Seite bestehen fann. Einen fleinen Beitrag 12. d. M. fuhr der junge Mann mit einigen Bekannten in einer schrieb die Bentral- Fleischer- Zeitung" noch in Erwiderung zur Beurtheilung der Frage, ob die üblichen Almosensäge als Droschke nach Rummelsburg zu einer Regelpartie.. Ms die einer Berichtigung des Herrn v. Waldow, in der er mittheilte, ausreichend gelten können, liefert auch der neueste Droschte, in der im ganzen sechs Personen faßen, auf Rummelsdaß er kein Fleisch an die Menagekommission gesandt habe, fie Bericht( für 1894/95) über die Verwaltung der städtischen burger Gelände ein Gehölz erreicht hatte, stiegen drei Insassen aus halte daran feft, daß ein Herr v. Waldow der Absender des Siechenanstalten und bes Friedrich Wilhelms Hospitals. und gingen am Waldesfaum entlang zu Fuß weiter. Dort lagen drei hier ununtersucht eingeführten Fleisches sei, wenn der Herr Darin wird zur Begründung der geringen Höhe der Männer in Hemdsärmeln, die mit ihren sonnenverbrannten Gefichtern Rittmeister der Reserve mit dem Absender nicht identisch Ausgaben für die Beföftigung gefagt:" Der Saß von den Eindruck richtiger Wegelagerer machten. Als die drei jungen fet, um so beffer für ihn; die Angelegenheit selbst werde dadurch 48,65 Pf. pro Kopf erscheint nicht allzu niedrig für eine Armen- Leute, ohne sich um sie zu kümmern, an ihnen vorübergingen, in teiner Weise verändert. In der Berichtigung des anstalt, wenn man erwägt, daß wir für alle Konsumartikel infolge rief ihnen einer der Strolche zu:" Nanu, was ist denn los?" Regimentskommandos ist bekanntlich von einem Major des massenhaften Einkaufs Engrospreise zahlen, und wenn man Der Mensch sprang sofort auf, zog ein Messer und stach, ohne v. Waldow die Rede, während die" Bentral- Fleischer- Zeitung" andererseits in betracht zieht, daß dieser Kostenaufwand von daß auch nur der geringste Streit vorauf gegangen wäre, ohne von einem Rittmeister dieses Namens spricht. Die Lösung 48,65 Pf. d. i. 14,595 M. monatlich, der hier allein auf die weiteres auf sie ein. van der Schmidt erhielt einen Stich in dieser Widersprüche muß natürlich die Gerichtsverhandlung gegen Betöftigung verwendet wird, ungefähr einem Almofen der Armen- einen Oberarm, einer feiner Begleiter wurde am Unterarm, uns bringen. direktion entspricht, welches zur Bestreitung aller Lebens. weniger schwer getroffen. Nach dieser Heldenthat er bedürfnisse( Beköstigung und Wohnung, Bekleidung, Wäsche u. f. w.) griffen die Wegelagerer alle drei die Flucht und waren dienen soll." bald in dem Gehölz verschwunden. Das alles spielte sich so rasch ab, daß niemand daran dachte, die Strolche zu verfolgen. Die O B 9 " Wie der Sozialist" mittheilt, verläßt 2 a dislaus Gumplowicz, der Sohn des bekannten Professors in Graz, am 8. Juli das Gefängniß, wo er wegen einer Rede, die er im Ein Verzweiflungsschrei. In der Boff. 3tg." lesen wir: Gesellschaft gab nun die Partie auf und fuhr nach Berlin zurück. Januar 1894 in einer Arbeitslosen Versammlung gehalten hat," Noch einmal mögen die Arbeitgeber gemahnt sein, das Wahl- van der Schmidt ließ sich die Wunde, die auch nicht sehr ge= 22 Jahre hat schmachten müssen. Am 10. Juli wird bekanntlich recht für die Wahlen der Beijizer zum Gewerbegericht ausfährlich zu sein schien, verbinden und man glaubte, daß damit Frau Agnes Reinhold aus dem Zuchthause zurückkehren. zuüben, da dieses sonst sehr leicht ganz von Sozialdemokraten genug gethan fet. Bald aber wurde es mit dem Arme schlimmer; Die Arbeiterschaft wird dafür sorgen, daß dieses Heldenweib besetzt werden könnte. Das Wahlrecht geht verloren, wenn die der Arm lief blau an und am Donnerstag Abend war Schmidi vorab wenigstens von materieller Noth befreit bleibe. Anmeldung nicht bis zum 29. d. M. besorgt ist." troh ärztlicher Behandlung eine Leiche. Bon dem Messerstecher Ein neuer Damensport. Im Berl. Tagbl." lefen wir: Nahrungsmittelkontrolle. Ueber das Ergebnis der vom fehlt noch jede Spur. In dem freundlichen Gartenort Marienfelde hatte sich am Polizeipräsidium in Berlin im Monat Mai d. J. vorgenommenen Eine aufregende Szene ereignete fich Donnerstag Nach Donnerstag Nachmittag ein auserwähltes Damenpublikum ein Ueberwachung von Nahrungsmitteln werden folgende Mittheilungen mittag im Sigungsfaale der zweiten Straftammer des LandRendezvous gegeben. Ein Damenpublikum, das unverkennbar gemacht, wobei die hinter den einzelnen Nahrungsmitteln stehenden gerichts I. Gegen 4 Uhr sollte gegen eine aus 5 Köpfen beden Charakter von Berlin W. trug. Da waren elegante Biffern die Zahl der untersuchten Proben und die in Slammern stehende Einbrecherbande verhandelt werden. Kostüme, denen man es nahezu ansab, wie viel Sorge und beigefügten Ziffern die Zahl der Beanstandungen angiebt: gehörte auch einer der gefährlichsten Verbrecher Berlins, der Zu derselben liebevolles Eingehen in alle Details Trägerin wie Konfektionär Bier 25( 4). Einige Proben von Malzextrakt- Gefundheitsbier Schloffer Karl Dohrmann, ein Mann, der kürzlich zu zwölf auf ihre Zusammenstellung verwendet hatten, neben solchen von erwiesen sich als mit Glycerin verfälscht, andere als fünstlich Jahren Buchthaus verurtheilt wurde und jetzt noch eine erhebliche gesuchter Einfachheit, deren gediegener Werth mit irgend aromatifirt. Eine Probe Weizenbier war zu 10 v. S. gewässert, Bufabftrafe zu erwarten hatte. Es tam darauf an, die Aneinem kleinen, aber um fo to ft bareren Schmuckstück in diskretem Büchsentonserven 10( 0). Butterrevisionen wurden in 389 Geschäften geklagten streng getrennt zu halten, damit sie keine Gelegenheit Ginklang stand. Junge Mädchen standen neben ehrwür vorgenommen, wovon 25 zu Beanstandungen führten. Geheime An- hatten, sich gegenseitig durch Zuflüstern oder Zeichen zu verständigen. digen Matronen und eleganten Hausfrauen; sie alle täufe von Butter wurden in 50 Geschäften bewirkt, von denen 1 aur Da fünf Bellen auf dem Wandelgang des Gerichtsgebäudes nicht hatten einmüthig ihr oft recht refpettables Scherflein beigetragen Beanstandung Anlaß gab. Rakao 5( 0), Schokolade 5( 0), Bichorien vorhanden sind, so hatte der Gerichtsdiener den Dohrmann schon zu Bau und Einrichtung des Hauses, welches heute feiner Be- 10( 0), Bitronenöl 5( 0), Honig 10( 0), Kaffee 25( 8). Die Proben in den Saal geführt, als die vorhergehende Sache noch ver Handelt wurde. Es wurde ihm ein Plaz in der Nähe des nach Beschluß des Magiftrats Rollegiums außer Wettbewerb Fensters angewiesen. Dbgleich alle möglichen Vorsichtsmaßregeln verbleiben. getroffen waren, erhob sich Dohrmann und bevor ihn jemand daran zu hindern vermochte, fette er mit einem kühnen Schwung Kinderbrut- Apparat nach französischem Muster vor: Herrn Leotardi, welcher auf der Ausstellung einen über die Fensterbrüstung und stürzte in die Tiefe hinab, wo er liegen blieb. Er war unfähig zu sprechen, erholte sich aber bald führen wollte, ist die polizeiliche Genehmigung zu irgendwelcher soweit, daß er auf seinen Füßen stehen konnte. Aeußere Ver- Vorführung menschlicher Wesen versagt worden. legungen waren nicht zu bemerken, er soll sich aber eine Schulter verrenkt haben. Vernehmungsfähig war er nicht, die Verhandfung mußte vertagt werden. " Frių Friedmann soll nach Brüssel abgereift sein. Recht drollig lieft sich die Meldung des Kl. Journal", daß er in dem vollen Bewußtsein, schwer gesündigt zu haben, feine Bergangen heit bereue und sich nunmehr bessern wolle. Gott schüße mich vor meinen Freunden" mag Friedmann ausrufen! fie " Kunst und Wissenschaft. " von affe. Dte Stonomische Theorie von Mary in threm Berhältniß zur materialistischen Geschichtsauffassung) Herr Dr. Konrad Schmidt. Die Schulräume find zur Benuzung der Bibliothek und des reichhaltigen BeitNeumann, Paſewalterſtr. 3. schriftenmaterials schon von 8 Uhr an geöffnet. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends Alle Aenderungen im Vereinstalender find zu Weiße Rose II, Neu- Weißenfee, Lothringerstr. 30, bei Winkler. Blaue 3. Männers 2. Lehr9 bis 11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Grüne Eiche, Esmeralda, Königsbergerstraße 5 bet Lastowsky. Rixdorf, Hermannstraße 197 bet Babensch neider. 2yrania, Landss berger Allee 156 bet Goebel.- Ganges: Echo, Naunynftr. 86 bei Streit. Glück zu, Babstr. 19 bei Ulig.-Liedertrans in Brandenburg a. H., Mengert's Voltsgarten, Bergstr. 6. Deutsche Eiche II, Brandenburg Sängerlust, LuckenIm Schiller Theater wurde am Donnerstag Eduard a. d. Havel, Hauptstraße, Wintel's Salon. walde, Beeligerstraße 84 bei Otto Schulze. Hand in hand II, Bauernfeld's Lustspiel Bürgerlich und Romantisch" walbe Immergrün, aufgeführt. Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 11 Emil Heinecke. Dies Stück hat sich von den vielen Bühnenwerken Tegel, Spandauerstr. 15 bet G. Rentner. Freie Sänger, Schmargendes alten Wiener Dramenschreibers wohl am längsten erhalten. Dorf, Wirthshaus Friedrich.- Frisch auf II, Schönwalde in der mark. Heute kann es nur als historische Rarität noch Beachtung finden. Eintracht 3, Teltow, Behlendorferstr. 6 bei Derg Bauernfeld wird als oppofitioneller Geist geschildert, aber sein Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle zuschristen, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, sind Einen Selbstmordversuch beging gestern Morgen die Freiheitsstreben ist so zahm und vorsichtig, daß man meint, aus zu richten an: Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177c. Sonnabend: zwanzigjährige Tänzerin Valerie Baremsta, die aus Schönsee im jeder eckigen Bewegung seiner Lustspielfiguren die Scheu vor varia", Lychenerstraße 2/3 bet Schmidt. ,, Allezeit Fidel", PaseKreise Briefen stammt und im Eldorado" ihre Kunst ausübt. Metternich's Polizeifaust zu vernehmen. Die possirliche Pedanterie Bergnügungsverein" Helgoland", Grüner Weg 20 bei Rudolf." Ba= Theaterverein and in hand, Georgens Sie wohnt im 4. Stock des Hinterhauses Marienstr. 27 bei der Handelnden, ihr enger Gedankenkreis, ihre fleine Moral- walterstraße 3 bei Neumann. tirchstr. 65 bei Späth. den Schneider Martin'schen Eheleuten. Gestern früh kehrte weisheit geben gewiß ein ziemlich getreues Bild Arbeiter- Raudherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im Leben der einem Vergnügen zurück und von traf unterwegs dem maßgebenden Gesellschaft in der ersten Bereinstalender sind zu richten an Otto Schul 3, Kottbuferdamm 72. ihren Liebhaber. Dieser wollte nichts von ihr wissen Hälfte unseres Jahrhunderts, aber es ist einem, wenn man sonnabend:„ Unverzagt", Lebuserstraße 13 bei Bogel. man in Wolte II, Weinstraße 22 bei Steuer.- Havanna, Rigdorf, Juliusund fuhr, als läse um sie loszuwerden, mit einer Droschte ein solches verstaubtes Stück steht, davon. Ueber diese Abweisung aufs höchste empört, kam die einem alten auf Büttenpapier gebruckten Musenalmanach mit straße 45 bet Neubauer. Gefang-, Turn- und gefellige Vereine. Sonnabend. Turnverein Verschmähte um 3 Uhr nach Hause und trant, um sich zu Kupfern. Die Künstler des Schillertheaters fuchten mit redlichem& tch te( Witgl. d. Deutschen Arb.- Turnerb.) turnt: 1. Männer Abtheilung tödten, das ganze Tintenfaß aus. Als das nicht sofort die be- Bemühen sich in die Gedankenrichtung der Philisterwelt hinein- Friedenstr. 37, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. Abthl. Boeckhstr. 21, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. absichtigte Wirkung hatte, stürzte sie sich zum Fenster hinaus auf zuversehen, und im ganzen kann man ihrem Streben Anerkennung lings- Abth. Gtaligerfir. 55-56, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. den Platz hinter dem Exerzierhause des 2. Garde- Regiments zu zonen. Herr Laurence war ein Präsident mit wohlabgemessenen Bereinigung der Turnfreunde turnt Mittwochs und Sonnabends Freie Turners Fuß. Von hier aus wurde sie nach der Charitee gebracht. Ob Gesten, und Rath und Räthin Zabern fanden in Herrn Joseph von 8-10% Uhr abends Turnhalle Demminerstr. 56-57 schaft Rigdorf- Briz, E. Wterfing's Rest., Knesebecftr. 113.- Gemischter die Verlegungen lebensgefährlich sind, läßt sich noch nicht sagen. und Frau Werner drollige Vertreter. Frau Levermann schmollte Ghor Gleichheit, abends 9 Uhr, Emdenerstraße, Restaurateur Schirmer. als Cäcilie niedlich und Herr Reimann raffte mit redlichem Er- Bühnenverband Normania jeben legten Sonnabend im Monat Privat Theater Gesellschaft Aus Verzweiflung über fortwährende Krankheit hat sich folg in seinem Wesen so viel Männlichkeit zusammen, als einem bet Bussol, Königsbergerstraße Nr. 26. am Donnerstag Abend der 43 Jahre alte Maler Heinrich Löw- liebewerbenden Badekommissar eigen sein muß Auch Herr Pategg Theaterverein Bavaria, Aderfir. 17 bei Manfras. Schiller, Sigung abends 9 Uhr bei Linte, Puttbuferstr. 24. Privat Theaters stedt aus der Schwedterstraße 45 in seiner Wohnung erschossen. tehrte als Schwerenöther von Baron sein befte Seite heraus. Gesellschaft Toni, abends 9 Uhr bei Buleger, Swinemünderftr. 144. Man brachte ihn noch lebend, aber mit einer tödtlichen Wunde Der Gast, Frau Klara Meyer, suchte als Weltbame von damals Theaterverein Lustige Brüder II, Sigung abends 9 Uhr, bei in der rechten Schläfe in ein Krankenhaus und hier ist er noch an mehr durch ein gnt abgetöntes Spiel, als durch empfindungsvolle gutta, abends 9 Uhr, Sigung bei Ruhl, Cho rinerftr. 53. Theater Gesellschaft Immer Neichelt, Hasenhaide Nr. 45/47. Theaters demselben Abend gestorben. Sprache zu glänzen. verein Bohemia, abends 9 Uhr, Restaurant G. Wizel, Ackerstr. 145. Brivat- Theater- Gesellschaft& illy, abends 9 Uhr Sizung, Schönh. Allee 186.Bergnügungstlub ostend, Sigung abends& Uhr im Reſtaurant Mudolf, dem 1. und 15. jeden Monats, abends 9 Uhr bet Sommer, Grünftr. 21. Rauchtlub Dornröschen, abends 9 Uhr, bei Herbner, Burgdorffir. 14. Stattlub Blaue Blufe, bet Wuttke, Graudenzerstraße 2. lub Revolution, Sigung abends 9 Uhr bet Hauptmann, Wienerftraße 1-6. bet Wittwe Lehn, Stralsunderstraße 19.- Statklub 50. Jeben Sonnaben 8% Uhr bei Klein, Wienerstraße 31. Bergnügu ngsverein Alpenveilchen, abends 10 Uhr Sigung bei Ruppin, Blumenstr. 49. Bergnügungsverein Brudertette, Sigung abends Uhr, bei Parts, da, Rosenthal Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich Mittwoch abends 8½½ Uhr vor dem Grundstück Chauffeeſtr. 55 in Gr. Lichterfelde. Das dreijährige Töchterchen des pensionirten Eisenbahnbeamten Quandt wurde von einem Wagen der elektrischen Bahn überfahren und auf der Stelle getödtet. Den Tod im Waffer suchte und fand am Donnerstag ein unbekannter Mann an der Schleusenbrücke. Spaziergänger saben, wie er sich, nachdem er eine Weile dagestanden hatte, plötzlich über das Geländer schwang und kopfüber in die Spree stürzte. Die Zeugen des Vorganges, der sich furz vor 10 Uhr abends abspielte, machten gleich Anstalten zur Rettung. Er gelang ihnen auch, den Mann schon nach wenigen Minuten mit einem Rettungstahne aus dem Wasser herauszuholen. Trotzdem war er aber bereits todt. Der Ertrunkene scheint etwa 35 Jahre alt gewesen zu sein. Witterungsübersicht vom 26. Juni 1896. Das Berliner pathologische Museum, das dazu bestimmt ist, die reiche Präparatensammlung aufzunehmen, welche Rudolf Virchow im Verlaufe von mehr als vierzig Jahren zusammengetragen hat, geht endlich seiner Verwirklichung entgegen. In einer vor wenigen Tagen unter dem Vorsiz Rudolf Virchow's stattgehabten Sigung wurde beschlossen, das Museum auf dem freien Blaze zu errichten, welcher gegenwärtig zwischen der Kinderstation des Geheimrath Heubner und der neuen Charitee liegt und zwar soll das umfangreiche mehrstöckige Gebäude mit feiner Front bis an das Alexander- Ufer hinausgerückt werden, von wo also auch der Eintritt in das Haus stattfinden wird. Der Landtag hat bereits die erste Rate zum Bau des Museums bewilligt, das zugleich einen großen Hörsaal enthalten wird. Das Museum wird auch dem Publitum geöffnet sein. Von Andrée's Nordpolreise. Von Andrée ist via Tromsoe ein am Mittwoch aufgegebenes Telegramm in Stockholm eingetroffen, wonach die Expedition am 20. d. M. früh in Ise Fjord auf Spißbergen angekommen ist. Die Ankunft dort sei durch große Eismassen zwischen Horrand und Ise Fjord etwas verzögert worden. Im übrigen sei die Reise soweit gut verlaufen, und alle befänden sich wohl. 1 -― Krautstraße 6. Geselliger Arbeiter- Verein Proletaria, Sonnabend nach StatStatklub Brüderlichkeit, abends von 9 Uhr an Sigung bei Wernau, 57. Schachklub Springer, abends 9 Uhr Geselliger Verein Sorgenfrei: Tambourverein Moabit: Sigung bei Kreisel, Staltzerstraße Nr. 54 b. nebungsstunden Mittwoch und Sonnabend von 9 bis 10 Uhr bei Dittmann, Perlebergerstr. 9. Verein ehemaliger Schüler der 7. Real Ichule, präzise 9 Uhr im Reſtaurant Nepomut, Neue Roßfir. 22: Sigung Touristentlub ,, Ruf". Jeden ( Wissenschaftlicher Vortrag. Literarisches.) BergnügungsSonnabend 9 Uhr Neue Friedrichstr. 92, Restauration Grob. Berein Helgoland II, jeden Sonnabend Sigung bei Lehmann, Lübbener ftraße 9.- Stattlub Freundschaftsbund, abends 18% Ugr bei Ganswig, Theater- und Bergnügungsverein Troilus, Reichenbergerſtraße 147. abends 9 Uhr bei Heft, Brunnenstr. 155. Vergnügungsverein Fiducia, abends 9 Uhr, Blumenstr. 32 bet Reiche. Theaterverein der Louisen ftadt, Annenstr. 9 bei Prog. Böhmisch slawischer Bildungsverein Hawlischet, Beuthstraße 21, Restaurant" Bur neuen Post", heute Abend 9 Uhr Mitgliederversammlung. Dansk Forening Freja, Kommandantenstrasse 72( Neues Klubhaus), Danske Aviser Módeaften hver Lòrdag Kl. 9. Besógende ere velkomne. findes i Lokalet. German American Club Uncle Sam, 9 o'clock, Wallstr. 57. Guests Rue St Deutscher sozialdemokratisdjer geseklub in Paris. sonore 314, Cafe bu zion be Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Ber fammlung; reiche Bibliothet, Beitungen, franzöſiſcher Unterricht. are welcome. London. Der einzige hiesige sozialdemokratische Verein Londons, ber al te, von art Marr und Friedrich Engels 1846 mitbegründete Kommunistische Arbeiter Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., M. London. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter.( E.S. 29.) Kirchhoffir. 46 bet Filice. Polizeibericht vom 25. Juni. Der 15 Jahre alte Mechanikerlehrling N. erschoß sich in der Wohnung seines Vaters. Der Grund für den Selbstmord ist noch nicht ermittelt. Im Laufe des Tages machten zwei Personen Selbstmordversuche, und zwar der dem Trunke ergebene Malergehilfe 2. in der Schadowstraße, indem er sich auf die Vorwürfe seiner Frau zu Die Nachtseite der Sterne. Auf der Manora- Sternwarte erfchießen versuchte, und die 20 Jahre alte Schneiderin 3., indem in Luffinpiccolo, die sich eines bedeutenden Ansehens bei den sie in der Nacht aus dem fünften Stock ihrer Wohnung in der Astronomen erfreut, wurde am 29. Mai, wie uns aus Lussin Marienstraße auf den Hof hinabsprang. Nachmittags verunglückte auf der Schloßfreiheit der Arbeiter Werneberg, der, piccolo berichtet wird, eine neue merkwürdige Wahrnehmung gemacht. Direktor Leo Brenner sah zu seinem Erstaunen die Nachtals er auf einen Wagen steigen wollte, durch einen Rollwagen seite des Planeten Merkur, der dunkler als der Himmel war umgestoßen und überfahren wurde. Er erlitt dabei einen Bruch und von einer Aureole umgeben erschien. Die Beobachtung des rechten Beines. wurde Vormittag gemacht, und auch an den folgenden Tagen von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags waren die Phänomene sichtbar. An dieser Beobachtung ist das Merkwürdige, daß sie bisher noch niemals gemacht wurde, das Wichtige aber, daß sie die Flammevion'sche Erklärung der„, lumière cendrée" der Venus bestätigt. Die Nachricht wurde sofort denjenigen Aftronomen mitgetheilt, die in der Lage waren, gleiche Beobachtungen zu machen. Seit 1739 hat man manchmal die Nachtseite der Venus gesehen, aber für eine äußerst seltene unerklärliche Erscheinung gehalten. Klein im„ Handbuch der Himmelsbeschreibung"( 1872) fannte erst elf solche Beobachtungen. Die 1894 von M. von Egidy gegründete bisherige Wochen. Als er deshalb vernahm, daß an der Manora- Sternwarte im abgelaufenen Jahre mehrere Monate lang fast täglich derlei schrift Versöhnung", deren Redaktion seit Januar d. J. nach beobachtet worden war, änderte er seine Ansicht über die Selten Kiel übergegangen war, erscheint vom Juli ab wieder in Berlin heit dieser Erscheinungen und meinte, daß zu deren Wahrnehmung unter von Egidy's alleiniger Leitung, und zwar als Monatswahrscheinlich nur ganz besonders gute Luft erforderlich sei. Der schrift. Stationen. Swinemünde Hamburg Berlin Wiesbaden München Wien Haparanda. Betersburg Cort. Aberdeen. Paris. * Barometers stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke 423444 c( Stala 1-12) NNW • 758 761 NNW 758 NW 762 NW 761 755 23 757 N 769 NW 767 • • 765 N N 112 Wetter halb bedeckt bedeckt heiter Temperatur nach Celsius ( 50.= 4° R.) 17 13 16 bedeckt 14 bedeckt wolfenlos bedeckt 13 17 13 heiter bedeckt bedeckt 16 13 13 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 27. Juni 1896. Ziemlich fühles Wetter mit mäßigen nördlichen Winden und veränderlicher Bewölkung ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Filiale Rigdorf. Generalversammlung. Heute, Sonnabend, abends 8 Uhr, Tischler- Verein. Heute Abend 9 Uhr Melchiorfic. 15: Berfammlung. Touristen- Club Ruf". Heute Abend 9 ihr bet Becker, Dresdenerftraße 58: Gemüthliches Beiſammensein. Privat- Theatergesellschaft ,, Dornröschen". Sonntag, den 28. Junt: Borstellung bei Gründel, Brunnenstr. 188. Zur Aufführung gelangt! In Freud und Leid". Vermischtes. Umstand, daß nun in Luffinpiccolo ganz gleiche Wahrnehmungen Unglücksfall auf der Elbe bei Dresden. Wie ein Extras bezüglich der Sichtbarkeit des unbeleuchteten Theiles des Merkur ge- blat der Wacht" meldet, ereignete fich Donnerstag Vormittag macht wurden, scheint allerdings dafür zu sprechen. Weshalb auf der Elbe dicht unterhalb der Augustusbrücke ein Unglück. aber haben die hochgelegenen Sternwarten in Sizilien, den See. Der Schleppdampfer Nr. 9 von der Dampfschifffahrts- Gesellalpen, Cordilleren, Arizona und am Mount Hamilton davon schaft vereinigter Elbe- und Saale- Schiffer" hatte eben die nichts wahrgenommen? Jetzt werden sie es vielleicht auch sehen. Augustusbrücke thalwärts passirt, als er aus noch unaufgeklärter Was nun die Erklärung jener räthselhaften Wahrnehmungen Ursache aus der Fahrrichtung tam und so dicht auf das linke betrifft, so scheint Flammarion das richtige getroffen zu haben, Ufer losfuhr, daß eine mit Badegäften befeßte Schaluppe, die an als er auf grund der Brenner'schen Beobachtungen zu dem dem Aussteigeplage beim italienischen Dörfchen anlegen wollte, Schluffe tam, die Nachtseite der Venus erscheine deshalb sicht vom Steven des Dampfers umgeworfen wurde. Sämmtliche Jus bar, und zwar dunkler als der Himmel, weil sie sich von fassen, deren Anzahl bis jetzt noch nicht festgestellt werden konnte, Gewerbe- Ausstellung 1896. dem Zodiokallicht abhebe und dieses vermuthlich von der fielen ins Wasser und wurden von der Strömung fortgerissen. Für die wissenschaftlichen Vorträge im Chemiegebände Sonne beleuchteter kosmischer Staub sich bis gegen die Mars- Alle Personen sind aber gerettet worden. bahn erstrecke. Der Mars wird auf der Manora- Sternwarte Noch Schlimmeres. Jm„ General- Anzeiger für die Neuder Ausstellung ist für die nächste Woche folgendes Programm bereits seit 14. April regelmäßig von 6 bis 10 Uhr vormittags mart" macht Emilie Sander folgendes bekannt:„ Um Irrthümern festgesetzt: 29. Juni Professor Maercer- Halle a. S.: Land beobachtet. Hat es schon Staunen erregt, daß die Flagstaff- oder dummen Klatschereien vorzubeugen, theile ich allen denwirthschaftlich chemische Beit- und Streitfragen. 30. Juni J. J. van den Wyngaert Berlin: Die Entstehung unseres Sternwarte vor zwei Jahren im stande war, Mars 4 Monate jenigen, die sich mit Recht oder Unrecht für mich intereffiren, täglichen Brotes. 1. Juli Geh. Regierungsrath v. Massow. vor der Opposition zu beobachten, so wird jetzt die Verblüffung mit, daß der Herr, welcher mich in diesen Tagen öfters in den in der aftronomischen Welt noch größer sein, wenn sie erfährt, Straßen führen wird, mein Bruder ist und kein anderer, etwa Potsdam: Deutsches Vereinsleben. 2. Juli Professor Dr. Gaertner Jena: Die Hygiene des Trinkwassers. 3. Juli daß eine österreichische Sternwarte gar acht Monate vor der ein Bräutigam oder noch schlimmeres." Professor Dr. Raoul Pictet- Berlin: Die tiefen Tempe Opposition mit Tagesbeobachtungen begann, und zwar mit gutem raturen, ihre Herstellung und Anwendung in der Wissenschaft Erfolge. Denn Direktor Brenner hat bereits ein Dugend Beich. und Technit. 4. Juli Professor Dr. Wahnschaffe Berlin: ungen angefertigt, auf welchen die Abnahme der Schneezone um den Südpol herum und deren exzentrische Lage deutlich ers Unsere Heimath zur Eiszeit. sichtlich ist. Diese lassen Länder und Meere in dunklen Umrissen erkennen. # " Wolksernährung. Die„ Allg. Fleischer- 3tg." schreibt: Die von uns aufgedeckten Mißstände in der Ausstellung für Bolts. ernährung haben den Magiftrat veranlaßt, sich mit dem Polizeipräsidium in Verbindung zu setzen behufs einer Verordnung, die demnächst erlassen werden soll. Es wird darin bestimmt werden, verfahren. Versammlungen. Die Vergolder beschlossen in der Versammlung vom Was die Bahn für eine Reise des Kaisers berechnet. Der Hofzug, welcher den Kaiser am vorlegten Freitag vom Kyffhäuser nach Kiel brachte, war aus einer Maschine, einem Schußwagen und fünf Salonwagen ansammengestellt. Für die Lokomotive werden für jeden Kilometer 1,20 m., also für die Strecke FrankenhausenKiel= 472 Kilometer 566,40 M., ferner für jede Achse und Kilometer eines Personenwagens 0,40 M., mithin für 20 Achsen 3776 M., außerdem für jede Achse und Kilometer eines Schuhund Gepäckwagens 0,20 M.= 377,60 m., also 4720. erhoben. zu daß sogenanntes Ausschnittfleisch fortan nur in gepökeltem Bu- 25. Juni, den ausständigen Hutmachern 100 m. aus der Auch ein Ordnungswächter. Ein faum glaublicher stande und nicht mehr, wie bisher, in Kisten, sondern in Fäffern, Agitationstaffe zu überweisen; sie ermächtigten weiter die räuberischer Ueberfall durch einen Nachtwachtbeamten kam in und zwar in Salzlate, eingeführt werden darf, so daß es nicht Agitationsfommission, im Etreit befindlichen Gewerkschaften bis der legten Stadtverordneten- Sigung zu Inowraz law zur mehr als frisches Fleisch in den Handel kommen kann. Ferner zu 50 M. überweisen zu können, ohne erst vorher dazu eine Sprache. Mit dem letzten Zuge gegen 12 Uhr nachts kam nämsoll in nächster Zeit angeordnet werden, daß ein Berliner Versammlung einzuberufen. Den Angestellten der Privatpost, lich kürzlich ein Dienstmädchen von auswärts in Inowrazlaw an. Fleischschau Beamter jederzeit zur Kontrolle des Fleisches in die die Hausdiener mit bedeutenden finanziellen Mitteln Auf dem Gange vom Bahnhofe nach der Stadt bat die Fremde den Restaurants 2c. des Ausstellungsterrains anwesend zu sein hinter sich hätten, wurde moralische Unterstügung wurde moralische Unterstügung zu einen ihr begegnenden Nachtwächter, ihr ein Gasthaus u hat. In bezug auf die im Etablissement für Boltsernährung gesichert. Bezüglich der ausständigen Weber im Gulen empfehlen, in dem sie übernachten könne. Der Wächter nahm vorgekommenen Verstöße schwebt noch das Ermittelungs- gebirge wurde eine zweite Unterstützung vorgeschlagen, vorgeschlagen, das Mädchen mit in eine Kellerwirthschaft, machte es dort be= wenn der Ausstand sich noch länger als 14 Tage ausdehnen trunken und als beide darauf wieder auf die Straße tamen, fiel Bei dem stattStreng, aber gerecht! Vorgestern berichteten wir über sollte. Weiter wurde der seinerzeit gefaßte Beschluß erneuert, der Beamte über das wehrlose Geschöpf her und raubte ihm die die empörenden Zustände, unter denen die Kellner des Riesen- von ausständigen Gewerkschaften feine Sammellisten tursiren zu gesammte Baarschaft in Höhe von 60 Mart. zeltes auf der Ausstellung zu leiden hatten, dessen Dekonom lassen, sondern nur auf eigene Listen zu sammeln, den Gewerfs gehabten Kampfe wurden dem Mädchen die Kleider vom Leibe Herr Schwarz, wie wir weiter mittheilten, so plöglich einem schaften dagegen aber sofort eine Summe zu überweisen. Die geriffen und in diesem fläglichen Aufzuge erschien es am andern Nachfolger Platz gemacht hat. Durch nichts kann wohl die in auf die Vergolder fallenden 30 M. zur Erhaltung des Gewert Morgen auf der Polizei, um Anzeige gegen den Mann der jeder Beziehung bemitleidenswerthe Lage der Gastwirthsgehilfen schaftsbureaus wurden wieder bewilligt. Schnorre wurde als Ordnung" zu erstatten. Der Pflichtvergessene wurde infolge dessen sofort verhaftet. besser gekennzeichnet werden, als durch die uns zugegangene Gewerbegerichts- Beisitzer aufgestellt. Russische Sicherheitszustände. Die an der baltischen Meldung, wonach die Kellner, sowie das Küchenpersonal dem Dekonom zwei Kränze zum Abschied gewidmet haben, deren oft schule, Waldemarstr. 14: Redeübung.( Die wichtigsten Gefeße für die Bahn gelegene Station Wolosavo wurde in dem Augenblick von weiße Atlasschleifen folgende Inschrift trugen: Zur Erinnerungen des öffentlichen Redens, Lehre vom Aufbau eines Vortrages.) Serr einer aus fünfzehn Personen bestehenden Räuberbande überfallen, Nordschule, Müllerfir. 179a: National- Detonomie. als ein Personenzug die Station paffirte. Es kam zu einem der strengen aber immer gerechten guten Herrschaft Herrn Allgemeine Nationalötonomie. Wesen der gesellschaftlichen Arbeit. Die ver fchiedenen Produktionsformen. Das charakteristische der tapitalistischen Vro- hartnäckigen Kampfe zwischen dem Stations- und Fahrpersonal Leopold Schwarz und Gemahlin, Hochwohlgeboren. duktionsform. Theorien zur Erklärung des Kapitalismus, die tlaffische einerseits und den Räubern andererseits. Mehrere Banditen erDie von der Stadtgemeinde Berlin in der Gewerbe- Rationalötonomie. Mark Fortführung und Kritit: Werth, Mehrwerth hielten schwere Verlegungen, den übrigen gelang es, zu entkommen. des Kapitals, Profit, Handelsgewinn, Grundrente. Zirtulation Ausstellung ausgestellten Anlagen und Gegenstände werden Zendenzen der freten konturrenz und der Emanzipationétampf der Arbeiter: Die Untersuchung ist eingeleitet. Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend Abend von 8-9% Uhr: SüdHeinrich Schulz. Die Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobeh, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. 2. Beilage zum„Vomiirts" Berliner VoWlatt. Uv. 148. Komrabend. den 27. Juni 1896. 13. JuhrK. Achkung» GeiVervegeriUzksnratzl l Die Wählerlisten werden am Montag, den 29. Juni abends S Uhr geschloffen. Am Sonntag werden Anmeldungen von 12—3 Uhr mittags entgegengenommen.— Anmeldestellen stehe„Vorwärts" vom 26. Juni. Ehrensache der Arbeiterschaft Berlins ist es, von der Ein- zeichimng in die Wählerlisten auSgiebigen Gebrauch zu machen Formulare zur Einzeichnung in die Wählerlisten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer betreffs der Gewerbegerichtswahl sind an folgenden Stellen zu haben: Südost: Tolksdorf, Restaurateur, Görlitzerstraße SS. Meyer, Restaurateur, Görlitzerstraße 63. T r i t t e l w i tz, Restaurateur, Falckensteinstr. 7. Koppen, Restaurateur, Reichenbergerstraße 113. Erbe, Restaurateur, Cuvry- straße 25. Eeidler, Restaurateur, Ratiborstraße 16. Goltz, Restaurateur, Grünauerflr. 3. C. S ch o l z, Glasermeister, Wrangelstr. 32. Brödenfeld, Restaurateur, Manteuffelstr. 69. G.Schulz, Zigarrengeschäft, Admiralstr. 40a. F. Thiel Zeitungsspediteur, Skalitzerstr. 35. Kruschke, Barbier, Skalitzer- straße 18. Schilling, Restaurateur, Pücklerstr. SS. K ö p p e n Restaur., RSpnickerstr. 20a. Beyer, Restaurateur, Wrangelstr. 136. Schuhmacher. Restaurateur, Pücklerstr. 49. R a ch f a h l, Restaurateur, Waldeniarstr. 13. Osten: Otto Zabel. Restaurateur, Frankfurter Alle« 90. Wilhelm Lock, Restaurateur, Grüner Weg 46. Otto Franke, Restaurateur, Friedrichsbergerstr. II. E. K o l m s, Restaurateur, Mühkenstr. 33. Friedrichs, Restaurateur, Breslauerstr. 27. F. Wille, Andreasstr. 26. E. Böhl. Frankfurter Alle« 74. A. B ö h l, Rüdersdorferstr. 3. K ö p n i ck. Schilling- und Magazinstraßen-Ecke. W. Baumgarten, Königsberg erstr. 7. Nord-Westrn und Norden: I. Pfarr, Restaurateur, Puttlitzstr. 10. Fran�Gleinert, Restaurateur, Müllerstr. 7». D aus ch« l, Restaurateur, Grenzstr. 4. R. A u g u st i n, Restaurateur, Kastanien- Allee 11. Max Faber, Stephan straße IV. Remser, Restaurateur. Beusselstr. 19. Bach- gänger, Restaurateur, Swinemünderstr. 124. Marten, Restaurateur, Ackerstr. 123. Witzel, Restaurateur, Acker- straße 14S. S ch aye r, Restaurateur, Brunnenstr. 44. Meß- mann, Restaurateur, Danzigerstr. 73. Nike, Zigarren- geschäft, Saarbrückerstr. 7. F. L i e tz k e. Restaurateur, Schwedter- straße 34. Haberland, Restaurateur, Bellermanustr. 37. G a ß m a« n, ZeitungSspediteur, Grünthalerstr. 64. Mörschel, Restaurateur, Schönhauser Allee 23. Hilgen selb, Nestau rateur, Bergstr. 60. A. H i n tz e, Zigarrengeschäft, Pankstr. 13. W. GieShot-t, Restaurateur, Boyenstr. 40. I. Gnadt, Restaurateur, Puttbuserstr. 32. Hildebrandt, Restaurateur, Brunnenstr. VI, Eingang Bernauerstraß«. Ander?, Restaurateur, Buttmannstr. 17. Zeutoum: R. vabtel, Restaurateur. Rosenthalerstr. 57. Linke, Restaurateur, Jüdenstr. 36. Reul, Zigarrengeschäst, Barmmstr. 42. Südwesten«nd Westen: H. Werner, Restanrateur, Bülowstr. 69. Kitzing, Restaurateur, Bellealliancestr. 74. Saß, Restaurateur, Markgrafenstr. 102. Grube, Restaurateur, Mariendorferstr. K. C. Schonheim, Restaurateur, Gräfestr. 3. Fritz Zubeil, Restaurateur, Lindenstr. 106. Süden: W. Börner, Zigarrengeschäst, Ritterstr. Iv. Paul Müller, Restaurateur, Gräfestr. 31. Nord-Osten: A. Vogel, Elbingerstr. 9. W. E p ä t, Weinstr. 23. MertinS, Landwehrstr. 11. Schulze, Weber- straße 10._ Soziale MechkspPtege. Verjährung. Der Zimmerer Hafft war von der thüringischen Baugewerks- Berufsgenosfenschaft, sowie auch von deren Schiedsgericht mit seinem Ansprüche auf Unfallrente wegen Verjährung abgewiesen worden, da er den Anspruch erst a ch t Jahre nach dem fraglichen Unfälle geltend gemacht hatte. In dem dann beim Reichs- Versicheruugsamt anhängig gemachten Rekurse, den in der mündlichen Verhandlung Genosse Faber ver- »rat, wurde hervorgehoben, daß, abgesehen von der Zeit des Heilverfahrens, sich erst ganz neuerdings störende Unfallfolgen bemerkbar gemacht hätten— und daß deshalb nach§ 59 des Unfall-Versicheruugsgesetzes der Verjährungseiuwand hinfällig sei. Der Vertreter des Klägers war in der Lage, sich auf ein ärzt- liches Attest berufen zu können, in dem gesagt ist. daß die jetzt in Frage stehenden Lähmungserscheinungen sich sehr wohl auf die vor acht Jahren erlittene Verletzung zurückführen ließen. Der l. Senat des Rekursgerichtes fällte unter dem Vorsitz des Geheime» Regiernugsrathes Dr. Sarrazin folgendes bemerkens- iverlhe Urtheit: Der Kläger müsse abgewiesen werden, weil es nach einer achtjährigen Zwischenzeit, während welcher Hafft völlig erwerbsfähig war, sich gar nicht feststellen lasse, ob die nunmehrige Armlähmung mit jenem Unfälle im ursächlichen Zu- fammenhang stehe. Der Senat würde unter solchen Umständen einem Arzte, der etwa mit B e st i m m t h e i t diesen Zusammen- hang behaupten wollte, niemals beitreten, denn es liege auf der Hand, daß die verflossenen 3 Jahre tausende von Möglichkeiten in sich bergen, die das körperliche Wohl des Mannes beeinträchtigt haben können. In Fällen, wie dem vorliegenden, entziehe es sich einfach der gutachtlichen Feststellung des Arztes, ob eine Unfall- folge zu verzeichnen sei. der Faktor, dem die Leitung des Betriebes anvertraut war. sonst ein so zuverlässiger Mensch sei, daß sich eine besondere Beauf- sichtigung seitens des Chefs vielfach erübrige. Das Kammer- gericht wies aber die Revision des Angeklagten zurück. Nach dem§ 131 der Gewerbe-Ordnung sei der Gewerbetreibende, der es bei der Auswahl oder Beaufsichtigung der Betriebsleiter oder Aufsichtspersonen es an der erforderlichen Sorgfalt hat fehlen lassen, dann ebenfalls strafbar, wenn von den genannten Per- sonen bei der Ausübung des Gewerbes polizeiliche Vorschriften übertreten werden. Ein Mangel an Sorgfalt der bezeichneten Art müsse aber darin erblickt werden, daß es der Revisionskläger unterlassen habe, den Faktor auf die neuen gesetzlichen Be- stimmungen betreffend den Ausschluß der Nachtarbeit der Fabrik- arbeiterinnen aufmerksam zu machen. Daß ein KreiSsekrctär a. D. eine Unfallrente bean- tragt, dürfte bisher noch nicht vorgekommen sein. Mit einem solchen Falle hatte sich dieser Tage das Reichs-Versicherungsamt zu beschäftigen. In einem Sägewerk waren eines Tages zwei Arbeiter dabei, einen schweren Baumstamm mittelst einer Winde abznladen. Die Arbeil überstieg offenbar die Kräste der beiden, denn einer von ihnen rief plötzlich noch einen Mitarbeiter, der ihnen helfen sollte. Da letzterer aber den Zuruf nicht hörte, so sprang der zufällig in der Nähe anwesende Kreissekretär a. D. Stahm den Arbeitern bei, wurde jedoch von dem nieder- stürzenden Baumstamm zu Boden geworfen und schwer verletzt. Der Verletzte ersuchte sodann die in Frage kommende Berufsgenossenfchaft um Zuerkennung einer Rente. Gegen den ablehnenden Bescheid der Genossenschaft legte der Kreissekretär rechtzeitig beim Schiedsgericht Berusung ein, das die Beklagte denn auch verurtheilte, ihm die Rente zu geben. Den Rekurs der Berussgenossenschaft gegen dieses Urtheil wies das Reichs-Versicherungsamt zurück und machte geltend daß hier die Frage, ob Stahm als Arbeiter thätig gewesen, uns deswillen unberührt bleiben könne,— weil die Berlifsge« offen schaft dies nicht weiter bestritten habe. Im übrigen stände aber fest, daß die unfallbringende Thätigkeit Stahm's dem Betriebe nützlich und vortheilhaft gewesen sei; auch sei nicht zur Rechd fertigung des Anspruchs des Verletzten erforderlich, daß derselbe zur Hilfeleistung aufgefordert wurde. Gevirizks Das Knackfustbild vor Gericht. Die Allegorie mit dem Titel„Völker Europas, wahrt Eure heiligsten Güter!", die nach einem Entwurf des Kaisers vom Professor Kuackfuß in Kassel ausgeführt worden ist, hat Veranlassung zu einem Strafprozeß gegeben, der dieser Tage vor der zweiten Strafkammer am Landgericht II verhandelt wurde. Wegen unbefugter Nachbildung von Werken der bildenden Kunst war der Sekondelieutenant a. D Schriftsteller Karl Johann Besecke aus Charlottenburg an geklagt. Herr B. ist Inhaber eines kartographischen Justituls und befaßt sich u»ter anderem damit, de» Zeilungsredaktiouen Klichees von Plänen, Karten und anderen Dingen neb' erklärendem Text gegen Honorar zur Verfügung stellen. Im November v. I. bot ,'er den Zeitungen ein Clich. an, das die Knackiuß'sche Heliogravüre in kleinem Maßstabe ver- anschaulicht«, für de» Preis(einschließlich des erklärenden Textes) von 3—10 M. Eine Anzahl von Zeitungen hat auch von diesein Anerbieten Gebrauch gemacht. Dadurch fühlte sich die Kunst Handlung von Amsler u. Ruthardt, Behrenftr. 22», der das alleinige Recht der Verbreitung übertragen worden war, ge schädigt. Der Inhaber dieser Firma, Kunsthändler Meder, stellte Strafantrag und trat dem Verfahren als Neben kläger bei. Die Anklage stützte sich auf das Gesetz über das Urheberrecht an Werken der bildenden Kunst vom 9. Januar 1376, ferner auf das Gesetz vom 11. Juni 1370 und endlich auf Z 74 des Strafgesetzbuchs. Der Staatsanwalt beantragte 100 M. Geldstrafe und Einziehung oder Unbrauch barmachung aller Platten, Formen u. s. w. Der Vertheidiger beantragte Freisprechung mangels eines rechtsgiltigen Straf antrages. Der Gerichtshof entschied, daß, da das Verfahren nicht von Amlswegen, sondern auf Antrag des Nebenklägers ein geleitet worden sei, der Strafantrag zu prüfen war. Zur An lragstellung war nur der Urheber, der Kaiser, berechtigt, von diesem sei aber ei» Antrag nicht gestellt worden. Ein Verlags- vertrag, wodurch das Urheberrecht an den Nebenkläger über gegangen sei, lrege nicht vor, vielmehr nur ein Vertriebsvertrag. der die Rechte des Urhebers nicht aufhebe. Es liege demnach ein rechtsgiltiger Slrafantrag nicht vor. es sei daher nicht auf Freisprechung, sondern auf Einstellung des Verfahrens zu erkennen. Der Hochverrathöprozesi gegen den Buchbindergehilfen o Jacoby aus Freiburg i. Br. findet am Mittwoch, den H» )"g- - I uli vor dem Reichsgericht in Leipzig statt. Vevjantwlimgen. Eine Umgehung der Arbeiterschuhbestimmungc» wurde dem Druckereibesitzer H e m p e l zur Last gelegt. Schöffengericht und Landgericht verurtheilten ihn zu einer Gildstrafe vom 20 M., weil in seinem Betriebe in der Nacht vom 28. zun 29. November 1895 vier Arbeiterinnen entgegen dem gesetzlichen Verbot beschäftigt worden waren. Auf die Ausführungen des Angeklaglen, daß er selbst nichts von der nächtlichen Beschäftigung der Arbeiterinnen gewußt hätte, und daß sein Faktor Wetzel in dem Jrrthun» befangen gewesen fei, die Arbeilerinnen dürften nur m der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag nicht beschäftigt werden, legte das Gericht kein Gewicht. Es nahm an, Hempel habe sich dadurch strafbar gemacht, daß er es an der erforder- lichen Beaufsichtigung habe fehlen laffen(Z 151 der Gew.-Ordn.). I» der Revisionsbegründling wurde dann hervorgehoben, daß Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Zur Besprechung und Beschlußfassung über das geplante Sängerfest fand am 22. Juni eine außerordentliche Ausschußsitzung statt. ur Aufnahme hatten sich 7 Vereine gemeldet. Außer einem «rein, welcher nicht vertreten ivar. wurden sämmtliche auf genommen. Ueber das Sängerfest entspann sich eine lebhaste Debatte und zwar war allgemein die Ansicht vertreten, daß der ;etzige Oekonom von Schloß Weißensee nur darauf Bedacht habe, große Feste in seinem Lokale abhalten zu lassen, im übrigen aber bedürfe er der Arbeiter nicht. Der Vorstand erklärte, daß nur zwei Lokalitäten zu empfehlen feien, Schloß Weißensee und Pichelsdorf. Jedoch habe Pichelsdorf ungenügende Verbindung mir Berlin. Vorwürfe könnten ihm nicht gemacht werden, da im Schloß Weißensee auch seitens der politischen Partei Feste ab- geschlossen seien. Es erfolgte namentliche Abstimmung. Die Majorität beschloß, das Sängersest am 9. August in P i ch e l s- d o r f stattfinden zu lassen. Eine öffentliche Versammlung der Staaker wurde am Sonntag im Lokal von Schneider in der Belforterstraße ab- gehalten. Sillier sprach unter lebhaftem Beifall der Anwesenden über die Vertheilung des Arbeitsertrages. Die Versammlung nahm eine Resolution an, in der sie die Kollegen zum Beitritt in den Verein aufforderte. Zum Delegirten wurde August Bliefenick gewählt. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Für den Bezirk S ü d o st- B e r l i n ist in der letzten Versammlung die Werkstatt- Kontrollkommission durch die Wahl der Kollegen Valuza, Wenk« und Franke ergänzt worden. Ter Fachverein der Stuckateure hielt am 22. d. M. seine Versammlung ab, in welcher mitgetheill wurde, daß über die Firma Jschyrota-Treptow, die Sperre verhängt ist. Die Versammlung beschloß alsdann, 7 Mitglieder aus dem Fach- verein auszuschließen, weil dieselben trotz der Sperre bei vor- genannter Firma weiter arbeiten. Gleichfalls wurde mitgetheilt, daß dort noch drei andere Stuckateure, deren Namen eben- falls bekannt gegeben wurde», angefangen haben. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Wahl sämmtlichcr Kommissionen. wurden Klein ert, Osw. Daske, M. Müller und R ö s n e r als Liechtsschutz-Kommission gewählt. Das Ver- gnügungskomitee bleibt bis auf einen Mann bestehen; i» dieses wurde W a e g e als Ersatz gewählt. Hilfskassirer wurde» Böhm. Daschütt, Morche, Bahr, Bungert, Henning, Dellmann, Karl Hovele, Jänsch. Der hieraus gestellte Autrag der Arbeitsnachweis-Kommission auf Abänderung des Arbeitsreglements wurde bis zur nächsten Ver- sammlung verschoben. Der Verband der Möbelpolircr(Filiale Südost) hielt am 22. Juni eine Versammlung ab, in der W e b er über die Geiverkschaftsorganisation reserirle. Diskussion fand nicht statt. Schulz berichtete über den Streik bei I u s e, Blumeustr. 30. Dem betreffenden Herrn wurde der Vorwurf gemacht, daß er seinen Pflichten gegen das Jnvaliditätsgesetz in recht laxer Weise nachkäme. Eine rege Debatte rief die Werkstattangelegenheit der Firma Müller, Blücherstraße hervor, welcher der Vor- wurf gemacht wurde, Sonntags und nach Feierabend arbeiten zu lasse». L u i t n e r forderte die Kollegen auf, sich in die Listen zu de» Gewcrbegerichtswahlen eintragen zu lasse», und theilte mit. daß der Verband am 9. August eine Dampferpartie nach Nedlitz macht, Preis 1 M. Eine sehr gut besuchte öffentliche Versammlung der selbständigen Kürschner und Mützenmacher und deren Arbeiter und Arbeiterinnen tagte am Donnerstag im Schützenhaus, um zu der bevorstehenden Arbeitsniederlegung der selbständigen Mützenmacher Stellung zu nehmen. Meister T h o m s e n bemerkt, daß es endlich an der Zeit fei, mit den Fabrikanten ein ernstes Wort zu sprechen, wenn man verhüten wolle, daß die so geringen Löhne in kurzer Zeit noch bedeutend mehr sinken. Die Füiiferkommission, welche beauftragt sei, vor- bereitende Schritte für die Bewegung zu unternehmen, habe ihr Hauptaugenmerk auf die Hausagitation verlegt und Unterschriften derjenigen Selbständigen gesammelt, welche eventuell gewillt seien, bei beharrlicher Verweigerung der gestellten Forderungen seitens der Fabrikanten die Arbeit einzustellen. An 150 solcher Unterschriften lägen bis jetzt vor, und täglich liefen weitere ein, so daß ein kaum nennens- werther Bruchtheil der Zwischenmeister augenblicklich als Nicht- betheiligte zu verzeichnen sei. Gehilfe R o g g e befürwortet in längeren Ausführungen das Vorgehen der Meister, die Gesellen gedenken während der Bewegung keine Forderungen zu stellen, wenn die bisher gezahlten Löhne nicht reduzirt iverdcn. Von den Meistern wird folgende Resolution einstimmig an- genommen:„In Erwägung, daß die Fabrikanten unserer Branche bei Arbeitsniederlegung ähnlicher Art den Vorwurf erheben, als gingen die selbständigen Mützenmacher ungerecht und provozirend vor, beauftragt die heutige Versammlung die gewählte Kommission, die drei Hauptforderungen nochmals den Fabrikanten zuzustellen und sie aufzufordern, sich endgiltig bis zum I.Juli zu äußern, ob sie dieselben anerkeimen oder es auf eine Arbeitseinstellung unsererseits ankommen lassen wollen. Falls die Fabrikanten hierzu keine Stellung nehmen, ist die Arbeit am Sonnabend den 4. Juli einzustellen." Eine zweite Resolution, welche die Gehilfen zur moralischen Unterstützung der Selbständigen im Kampfe gegen die Fabrikanten verpflichtet, giebt Anlaß zur längeren Debatte. R o g g e und andere betone», daß es lediglich an den Meistern selbst liegen werde, ob sie genügend Muth besitzen, gegen ihre Unterdrücker vorzugehen oder ob sie in demselben Fahrwasser von 1893 zu segeln gedenken. Die Arbester werden genau wissen, wie sie sich zu verhallen haben. An den Meistern selbst also wird es liegen, sich das Solidaritätsgefühl ihrer Arbeiter zu erwerben und zu erhalten; es kann dies nur dann der Fall sein, wenn die Selbständigen als Männer auf- treten. S a l i n g e r räth unter lautein Widerspruch der Ver- sammlung von der ganzen Bewegung ab, er weist ans die in letzter Zeit verloren gegangenen Streiks hin und betont, daß er von dem nothwendigen Solidaritätsgefühl der Meister nicht überzeugt sei.(Unruhe und Zwischenrufe: Erst bezahlen sie mal ihre Arbeiterinnen, und: Seine Frau läßt arbeiten und er zahlt nicht aus.) Nach längerer Debatte findet nachstehende Re- solution Annahme:„Die heutige Versammlung selbständiger Kürschner und Mützenmacher nebst ihren Arbeitern und Arbeiterinnen erkennt an, daß es die höchste Zeit ist. den rapid um sich greifenden Lohnredukttonen mit allen zu Gebote stehenden Mitteln ein Ende zu bereiten; die selbständigen Mützenmacher fordern die in der Mützenbranche beschäftigte» Arbeiter und Arbeiterinnen auf, in allen Werkstätten, in denen Wanren von Fabrikanten hergestellt werden, die die Forderungen der selbständigen Mützenmacher nicht anerkannt haben, die Arbeit zu verweigern, da nur dadurch die Löhne der Arbeiter und Ar- beiterinnen für die Folge gesichert werden können." R o g g e be- merkt, daß den Gehilfen trotzdem freigestellt sein müsse, in der am Montag im Schützenhaus tagenden Versammlung wettere Beschlüsse zu fassen, zu welcher die Meister eingeladen sind. In einer eingelaufenen schriftlichen Erklärung bedeutet der Verein elbständiger Kürschner und Mützenmacher, die Bewegung in mora- lischer und materieller Beziehung zu unterstützen.(Beifall.) Auf Antrag wird die Tellersammlung im Interesse der streikenden Hutarbeiter fortgesetzt. Nach einem Hinweis auf die Gewerbe- gerichtswahlen trat Schluß der Versammlung ein. Die Vertreter der Damen- und Kindermäntel-Kon- cktion hielten am Donnerstag Abend eine Sitzung im Branden- burger Haus ab, in welcher zunächst Herr M a n h e i in e r über die Thätigkeit der Fünfzehner-Kommission und über die allgemeine Lage der Branche Bericht er- kältete. Redner hat, um festzustellen, ob die Klagen der Arbeiterinnen über zu niedrige Löhne gerechtfertigt sind, eine Lohnstalistik aufgestellt, aus welcher u. a. hervorgeht, daß Arbeiterinnen vor dem Streik bereits 23,10 M., 27,30 M., 29,70 M. it. f. w. verdient haben sollen. In den billigsten Werkstätten betrügen die Durchschnittslöhne 12—14 M. und nur verschwindend wenige Arbeiterinnen verdienten einen Wochenlohn von 10—11 Mark. Die Legende, daß in Berlin in der Konfeklionsbranche Huiigerlöhne gezahlt würden, müsse end- lich verschwinden. Redner schilderte sodann die be- kannten Vorgänge in der Meister- Kommission, die 'ich im Gegensatz zu der Füiiferkommission der Arbeiter wenig entgegenkommend gezeigt habe. Die allgemcine Lage der Brancbe 'ei schlecht, das Frühjahrsgeschäft sei so traurig gewesen, wie »och nie. Die den Arbeitern bewilligte Lohnerhöhung sei die äußerste Grenze dessen, was die Firmen gewähren könnten; trotz- dem dürfe nian die Löhne nicht wieder auf das Niveau vor dem Streik herunterdrücken, denn sonst würde die Konfektionsindustrie wieder schlimmen Zeiten entgegengehen, und diele Arbeiter würden in Mitleidenschast gezogen. Ueber die Stellungnahme zur Neuwahl der Koni Mission der Meisterschaft referirte Herr Singer; derselbe empfahl, mit der neuen Kommission der Meister nicht eher in Unter- Handlungen zu treten, als bis sie sich bereit er- klären würde, die Beschlüsse vom 20. Februar anzuerkennen. Im Anschluß hieran nahm die Versammlung einstimmig folgende Resolution an:„In Erwägung, daß wir zur Beilegung des Streiks durch die Beschlüsse der gemeinschaftlichen Kommissionen vom 20. Februar sehr bedeutende Opfer gebracht haben, ferner in Erwägung, daß das infolge dieser Beschlüsse gebildete Schiedsgericht nur einmal in Thätigkeit getreten ist und die wenigen dort vorgelegten Fälle gütlich geschlichtet wurden, in = " fernerer Erwägung, daß hiernach irgend nennenswerthe Kollegen durch den verlorenen Kampf recht muthlos geworden. I durch die Zustimmung der ausgezeichnet besuchten Versammlung Differenzen zwischen Arbeitgebern, Meistern und Arbeitern Dazu sei jedoch keine Ursache. Wenn die Musikinstrumenten- unterbrochen und lauter anhaltender Beifall lohnte den Referenten nicht bekannt geworden sind, erblicken wir in dem Vorgehen Arbeiter fest sur Organisation halten, werde man die erlittene nach Schluß seines Vortrages. Die hierauf folgende Diskussion Arend meint, gestaltete sich äußerst anregend und interessant, da fich an derselben der neuen Kommission der Meisterschaft, welches als erstes die Schlappe bald wieder gut machen können. Beseitigung der Beschlüsse vom 20. Februar bezweckt, eine Ge- durch die schwarzen Listen solle sich niemand ängstlich machen außer mehreren Genossen auch einige der zu dieser Versammlung fährdung des bestehenden Friedens, und erklären uns mit dem lassen. Es sei schon wieder mancher Arbeiter eingestellt speziell geladenen Lehrer betheiligten. Es wurde sodann eine trotzdem er mit mehreren Sternen in Beschluß der Fünfzehner Kommission einverstanden, mit dieser worden, der Resolution einstimmig von der Versammlung angenommen, neuen Kommiffion nicht eher zu verhandeln, als bis sie die Be- Liste dekorirt fei. Es gehe eben nicht ohne die tüchtigen Ar- in welcher die Unzulänglichkeit des heutigen Volksschulwesens schlüsse vom 20. Februar, vorbehaltlich etwaiger Abänderungen, beiter. Nur in der Mechanikbranche hätte sich Ersatz durch betont und Verbesserung verlangt wird. Zu Punkt 3 der Tagesals Grundlage anerkennt." Die Frage der Bildung eines Ver- Neuangelerute gefunden. Andere Redner verurtheilten aufs ordnung: Das Schicksal der Protestresolutionen in betreff der eins der Vertreter der Konfektionsfirmen, die von verschiedenen schärffte die Herausgabe der schwarzen Liften; ferner wurde über Bebauung des Plages A. 2c. in der hiesigen Stadtverordneten Theilnehmern angeregt wurde, blieb vorläufig unentschieden. die Arbeitsniederlegung einiger Kollegen bei Faschinski gesprochen Versammlung", wurde das Verhalten der letzteren, welche die Eine Versammlung der Musikinstrumenten Arbeiter und die Frage erörtert, ob die Sperre über diese Firma zu ver- von einer Boltsversammlung gefaßten Refolutionen mit der mit der Tagesordnung:" Die Maßnahmen der Fabrikanten hängen sei. Unter anderm wurde auch die Frage der Organi- Motivirung, daß dieselben beleidigenden Inbalts seien, einfach nach dem Streit und das Verhalten der Kollegen dazu", fand ſationsform gestreift. Die Versammlung beschloß, für die Branche unter den Tisch geworfen hätten, von der Versammlung scharf am Donnerstag in Keller's Saal statt. In seinem einleitenden der Umbaumacher die Sperre über Faschinsti zu verhängen. Die verurtheilt. Nachdem die betreffenden Resolutionen nochmals Referat bemerkte Kleinlein, daß die Lage insofern besser vom Streit her Arbeitslosen sollen vorläufig auf 14 Tage noch verlesen wurden und eine Beleidigung der StadtverordnetenBersammlung in deren Inhalt von feiner Seite ges geworden sei, als nur noch 85 von den Streifenden arbeitslos durch die Kommission unterstützt werden. wurde, nahm die Versammlung einstimmig eine find. Schwer sei es jedoch, jetzt Arbeit zu bekommen, da die Charlottenburg. Am 23. d. M. fand in Bismarckhöhe funden Fabrikanten bei Anfragen nach Arbeit die schwarze Lifte ein- eine von den Vertrauensleuten einberufene öffentliche Bolts Resolution an, in welcher sie ihr Bedauern über eine solche fehen und jeden zurückweisen, der als sogen. Agitator gekenn- versammlung statt, in welcher Genosse Wagner aus Berlin nichtachtende Behandlung, wie sie hier von seiten der Stadtzeichnet ist. Hierin treten die kleinen Fabrikanten rigoroser über das Thema„ Die Voltsschule und wie bekämpft dieselbe die verordneten einer Aeußerung des Boltswillens zu theil geworden auf, als die großen. Redner weist eine schwarze Lifte vor, Sozialdemokratie" referirte. Der Lehrreiche und anregende Vor- ift, ausspricht. Schließlich wurde noch beschlossen, daß betreffs eines worin 267 Arbeiter verzeichnet und je nach dem Grade trag, in welchem Redner die Ausführungen des Regierungs- und Sommerfestes das Arrangement desselben den Vertrauensleuten ber Mißliebigkeit mit 1 bis 5 Sternen versehen sind. Auch fangen Schulraths Schulz in Auras zu dem Ministerial- Grlaß vom zu überlassen sei. Gegen 121/2 Uhr wurde die imposante Verdie Fabrikanten an, Abzüge zu machen. Leider seien viele 8. Oktober 1890 einer gebührenden Kritik unterzog, wurde häufig sammlung vom Vorsitzenden geschlossen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 27. Juni. Opernhaus. Cavalleria rusticana, ( Bauern Ehre.) Fra Francesco. Phantasien im Bremer Rathsteller. O Neues Opern Theater.( Kroll.) Das Heimchen am Herd. Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. Deutsches Theater. Die Weber. Leffing- Theater. Das Modell. Berliner Theater. König Heinrich. Neues Theater. Das Damenduell. Vorher: Das Frauenbataillon. Theater Unter den Linden. Der Bettelstudent. Adolph Ernst- Theater. Anfang 8 Uhr. Charley's Tante. Schwant in 3 Aften von Brandon Thomas. Repertoirestück des GlobeTheaters in London. Borher( Anfang 71/2 Uhr): Die Bajazzi. Parodistische Bosse mit Gesang in 1 Att von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Musik von F. Roth. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Theater Alt- Berlin. Abends 7/2 Uhr: Fiddicke und Sohn. Posse mit Gefang in 3 Atten von Julius Keller und Louis Hermann. Alt- Berlin. 4 Uhr und 6 Uhr: Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Bei günstiger Witterung nachmittags Vorher: Erlauben Sie Madame! Schiller- Theater. Bürgerlich und Romantisch. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Aufzug zum Ringelstechen. Zwei Musikkorps. Süddeutsches Doppel- Quartett Alemania" in schwarzwälder Bolts Belle- Alliance- Theater. Tata- Toto. Tracht. Soffänger Sr. tönigl. Sobeit National- Theater. Das neue Gebot. Friedrich- Wilhelmstädt. Konzertdes Großherzogs von Baden. Eintritt: 25 Pfg. park. Spezialitäten- Borstellung. Donnerstag Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Baufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Bürgerlich und Romantify.( Katharina von Rosen: Frau Klara Meyer a. 6.) Sonntag, nachmittags 8 Uhr: Die Stüken der Gesellschaft. Abends 8 Uhr: Die Kinder der Exzellenz. National- Theater. 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In der Privatklagesache des Jours nalisten Emil Rogge hier, Privatlägers, gegen den verantwortlichen Redakteur des Vorwärts", Kunert in Schöneberg, geboren am 15. September 1850 in Alt- Landsberg, Diffident, Angeklagten, wegen Beleidi gung hat das fönigliche Schöffengericht zu Berlin in seiner Sigung vom 10. April 1896, an welcher theil1. Amtsrichter 1. Der gegenwärtige Stand unserer Bewegung und unsere Maßnahmen. Haack als Vorsitzender, 2. Borchard, 2. Diskussion. 3. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. 3. Biegenhagen als Schöffen, Aftuar In anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Recht erkannt: der Angeklagte wird Ströhmer als Gerichtsschreiber, für organisirten Kollegen, zu erscheinen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. wegen öffentlicher Beleidigung des Journalisten Emil Rogge hier zu 30 dreißig Mart Geldstrafe, im Friedrich Nichtbeitreibungsfalle 5- fünfOeffentliche Carolinenhof. C. Mandt, Restaurant. genommen haben: Dampfschiffsstation.[ 54272 Zwischen Grünau und Schmöckwitz schönfter Bunft der Oberspree. Stündliche Omnibus- Berbindung Bahnhof Grünau. Wald- Spielplätze. Allen Arbeitern ganz Allen Arbeitern ganz besonders zu empfehlen. besonders zu empfehlen. Grünau. 1 Gastwirthschaft G. Lindenhayn, traße 2. Zagen Gefängniß tokenpflichtig ver. Garten Kegelbahn Kleiner Saal mit Plano Verkehrslokal des urtheilt. Arbeiter Bildungs- und Gesangvereins. Speisen und Getränke in bekannter Die ersten Beilagen der Nr. 284 und Güte. Gr. Weisse 20 Pf. 4/10 Bötzow Versand 15 Pf. Nr. 286 des Vorwärts", 12. JahrTreptow Köpnicker Landstrasse Park- Restaurant W. Jacob. OW Park- Restaurant W. Jacob. Prachtv. fchattiger Garten. Ca. 5000 Plätze. Tages Ordnung: 0 Der Vorstand. Versammlung der Einscher( Tischler) am Sonntag, den 28. Juni, vormittags 10 Uhr, gang, soweit sie sich im Besitz des im Englischen Garten, Alexander- Straße Nr. 27e, Druckers oder Verlegers befinden oder öffentlich ausliegen, sowie derjenige Theil der it be Blatten und Formen, welche zur Herstellung der Artikel Aufgepaßt" in Nr. 284 und„ Von Herrn Baffron" in Nr. 286 dienten, find unbrauchbar zu machen. unterer Saal. Tagesordnung: 1. Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der infeher( Tischler) in Berlin und Umgegend und wie find dieſelben u beffern? 2. Diskussion. 3. Bericht des Delegirten zur GewerkschaftsKommiffion. 4. Verschiedenes. ff.Lagerbier. 10 eleg. Kegelbahnen. Kaffeeküche. Die Kollegen werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Dem Beleidigten wird die Befugniß Die Bautischler sind freundlichst eingeladen. zugesprochen, die Verurtheilung auf Der Einberufer: Franz Perfölz. Rosten des Angeklagten binnen vier Wochen nach eingetretener Rechtskraft Meine Lokalitäten( einschl. großem Konzertsaal mit Bühne und 2 tl. 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Aufschlag für dieselben; d) Festfegung eines Mindestlohnes, entsprechend den örtlichen Verhältnissen. Referent: Kollege R. Schöpke. 2. Diskussion. 8. Die Aussperrung der Lithographen, Steindrucker und Schleifer bei der Firma Luße u. Comp. in Friedrichsberg. 4. Stellungnahme zum graphischen Kartell. 5. Aufstellung der Kandidaten zur Gewerbegerichtswahl. 6. Verschiedenes. NB. Die Kollegen und Kolleginnen werden ersucht, eifrigft dafür zu diefe Versammlung eine der wichtigsten ist. Um pünktliches und zahlreiches Der Einberufer: H. Friedewald. agitiren, daß sämmtliche Anstalten unseres Gewerbes vollzählig erscheinen, da Erscheinen ersucht Verband der Möbelpolirer. herrl. Garten, Regelbahnen, Raffeeküche. Gr. Saal m. Bühne 1000 Pers. fassend. theilung, daß ich empfehlen wir in großer Auswahl: Empf. fich Vereinen u. Geſellſch.[ 58982 See- Strasse 35 ein neues Botal Stocklaternen, Lampions, Johannisthal, Kaiser Wilhelmstr 6, eröffnet habe. 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