Morgenausgabe Nr. 473 A 238 4S.Iahrg. Salbjohr Ziinoliöikl�-I?IbnoI,m- f~) 1030 1031 akgrnubrr dem Porjoßr in Pro, t Jahren eingeleitet worden war. fand nach vier- tögiger Verhandlung vor dein Landgericht II seine Er- lcdignng. Der SYjährige Mensch, der sich wegen des berüchtigten 8 218 verantwortet«, hatte die Beschäftigung, durch die er als Zweiund- vierzigjähriger seinen Lebensunterhalt bestritt, bereits aufgegeben. Das Ganze gehörte für ihn der Vergangenheit an. Von Beruf Mater, spürte er von Jugend auf einen unwiderstehlichen Drang zur medizinischen Wissenschaft: aus den Werken von Bilz und P l a t e n hatte er die ersten Anregungen empfangen. Er betätigte sich als Naturheilkundiger und ging später nach Amerika, in der Hoffnung, dort Medizin studieren zu können. Es wurde daraus nichts: er mußte sich mit seinem Malerhandwcrk sowie mit �ignrcttenvcrkauf und Zeitungshandel begnügen. Das medizinische Studium war nur noch eine Illusion: obgleich Zauberkünstler im Nebenberuf, war er nicht imstande, den medizinischen Grad herbei- zikzaubern. Auch der Krieg lzeille ihn nicht von seiner Sehnsucht, sich mit Heilkunde zu befassen. Er arbeitete zeitweilig als Geschäftsführer eines Ambulatoriums für Haut- und Geschlechts- krankhciten, eignete sich solides medizinisches Wissen an, und gründete gemeinsam mit einem amerikanischen Arzt ein Institut. Später trat an Stelle dieses Arztes der deutsche Arzt S. Das Institut blühte, die DeHandlung war gut und billig, sie kostete nicht mehr als 2— 3 Mark: der Zulauf von Frauen und Mädchen wurde immer größer, die Zahl der Patienten hatte bereits längst anderthalb Tausend überschritten. Eines Tages ereille aber den Heilkundigen das Schicksal: er wurde bei den Behörden denunziert: die Folge war ein Verfahren gegen ihn, 13 Frauen und auch gegen Dr. S. Dieser, ein Mann, der dem Alkohol ziemlich zu- geneigt war, hatte kurzerhand die mit Siegeln versehenen beschlag- nahmtcn Instrumente entsiegelt und ei» Paar davon beiseite ge- schafft. Die Anklage gegen ihn lautete auf Begünstigung, diejenige gegen N. auf gewerbsmäßige Abtreibung. Hier beginnt das eigenartige Schicksal dieses Verfahrens. Die noch auf Grund der alten Fassung des§ 2l8 im Lauf« von zwei Tagen durchgejührte Gerichtsverhandlung mußte schließlich ver- tagt werden. Die Gutachten des Gcrichtsarztes Dr. Stürmer und des Professors Dührhen gingen diametral auseinander. Dieser folgte den Bekundungen des Angeklagten N., der bestritt, bei den Frauen einen unerlaubten Eingriff vorgenommen zu haben und behauptete, sie seien zu ihm in einem Zustande gekommen, der eine Freundliche Fahrt nach Strausberg. Diese riesengroße Stadt bietst dem, der sie nicht etwa berufs- nräßig all« vier Wochen nach allen Richtungen und ringsherum durchrast, immer neue Uobcrraschungen. Zum Beispiel aus einer Fahrt nach Strausberg. Gleich hinter Lichtenberg geht's los, Friedrichsfelde, Karlshorst, Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf: Laubcngärten an Laubengärten, dh'ns'Ende: iknzäl>lig. Und in stist jedmrcin Haus oder ein Häuschen < bitte, das.Hauschen" außerdem noch), eine Laube oder ein Läubchen. Und nirgends..., nirgends so weit nran späht, das flache Dach. Die Anhänger uttd Verteidiger d«s flachen Daches erleben hier draußen eine vernichtende Niederlage. Alle Häuser haben ein hübsches Ziegeldach. Und die Lauben, die sich kein Ziegeldach errichten dürfen, streichen sich die Dachpappe rot an, damit es so aussieht, als ob Ziegel drauf wären. Man sieht immer wieder mit fast ergriffenem Staunen, wie sehr dieses Stadtvolk seinen land- wirtschaftlichen Instinkten treu geblieben ist. Kartoffel, Obst, Gemüse in schwere» Mengen strömt aus diesen Gärten in die städtischen Haushalte. Hühner, Tauben und Kaninchen, selbst Enten und Gänse wandern von hier als evsehmer Sonntagsbratcn in die Küche der Hausfrau. Wenn a beufrs sich die Züge von Heimkehrenden füllen, dann ist kein Mann und keine Frau dabei, die nicht auch einen Strauß herrlicher, bunter Gartenblumen hätte: Das sind „unsere" Blumen aus„unscrm" Garten, und die sind eben tausend- mal schöner als die schönsten gekauften. Der Anblick dieser vielen tausend hübschen Gärten macht dem Großstadtmenschcn das Herz weit: Viel«, viele Arbeitslose, alte und junge, finden hier doch etwas Ablenkung von ihrem Leid: sie sehen, wie die Erde sich dankbar für Pflege erweist und spendet was sie kann. Und vielleicht kommt auch einmal, und hoffentlich nicht zu spät, die Erkenntnis, daß es doch im Grunde genonunen die Sozialdemokrotie und ihre Vertreter im Landtag und im Sttidtparlament gewesen siird, die den Forderungen der Boden-, Siedlungs-, Miet- und Wohnungsreformer nach Aus- lockerung der Großstädte endlich Geltung verschafft, und die es ermöglicht haben, daß mit den Gesetzen sich auch die Behörden umstellten und den Wünschen proletarischer Kleinsiedlcr entgegen- kamen. Siedlungsland wird uminterbrochen bis Strausberg angeboten. Hier draußen wird einmal eine in ihren Ausmaßen kaum zu B> ersehende Gartenstadt erstehen, Zuflucht und Rast für arbeitsmüde Weltftädtcr. Mchard Lohmann heute 60 Lahre alt. Genosse Dr. Richard Lohmann. der Leiter des Rachrichienamles der Stadl Berlin, begeht heute seinen 50. Geburtstag. Aus Magdeburg stammend, studierte Lohmann klassische Philologie, Germanistik und Geschichte. 1905 machte er fein Staatsexamen und war dann bis zur Staotsumwälzung Studienrat in Berlin. Während des Krieges wurde er im Herbst 1915 in Ruß- land schwer verwundet und mußte ein Jahr lang im Lazarett zubringen. Das Erleben des Krieges»lachte ihn zum S o- z i a l i st e n. Cm Bekenntmsdrama„Ihr aber lebt", das im Verlag Dietz erschienen ist, kann als das Dokunient seiner Wandlung angesehen werden. Im Frühjahr 1919 schied Lohmann freiwillig unter Verzicht auf Pension aus dem Staatsdienst aus und begann mit seinem Eintritt in die Sozialdemokratie seine politische Lauf- bahn. Er wurde Sekretär und Redakteur im Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit und nach einigen Iahren der Lester des Film- und Lichtbilddienftes der Sozialdemokratischen Partei. Bei den Stadwerordnetenwahlen 1920 wurde er in das Stadt- Parlament gewählt, wo er bald eine führende Stellung« einnahm. Er wurde ständiger kommunalpolitischer Mitarbeiter des „V o r w ä r t s". Bis zu seiner Wahl zum Pressechef der Stadt Berlin war er der Führer der soioldemokratischen Stadtoer- ordnetenfraktion. 192« zog er in den Preußischen Landtag ein. Der unermüdlichen Arbeitskraft Lohmanns, seinem hohen lommunalpolftrschem Wissen und seiner starken journalistischen Be- Nachbehandlung erforderte, während jener diesen Bekundungen keinen Glauben schenkte. Das Gericht beschloß,«in Ocergutachten einzuholen. Das war im Jahre 192 5. Es fand sich aber kein Arzt, der bereit gewesen wäre, das Obergutachten zu erstatten. Als endlich im Jahre 1930 das Gutachten vorlag und die VerHand- lung anberaumt werden konnte, war das Schöffengericht nicht mehr zuständig, das Verfahren mußte an das Landgericht über- wiesen weroen. Mit Einwilligung der Staatsanwaltschaft stellte da- Gericht auf G.und des§ 153 der Prozeßordnung(wegen Ge- ringfiigigkcit zugefügten Schadens) das Verfahren gegen die Frauen «in. In der Begründung hieß es. die Frauen hätten jetzt bereits längst die Strafe, zu der sie eventuell verurteilt worden wären, verbüßt, ganz abgesehen davon, daß Ihnen Bewährungsfrist zu- gebilligt worden wäre. In der Verhandlung vor dem Landgericht nahmen die Frauen als Zeuginnen die bei der Polizei gemachten Aussagen— zurück und erklärten, sich nicht mehr entsinnen zu können, in welchem Zu- stand« sie zu N. gekommen seien. Auch diesmal konnte zwischen dem Obergutachter und Professor Dührßen keine Ucbcreinstimmung erzielt werden. Der Staatsanwalt hielt die Anklage nur in drei Fällen aufrecht. Das Gericht verurteilte N. wegen vollendeter gewerbs» mäßiger Abtreibung in zwei Fällen und versuchter Abtreibung in einem Falle zu einem Jahr Gefängnis. Es wurde ihm eine Bewährungsfrist zugebilligt unter der Bedingung, daß er sich im Laufe von drei Iahren mit keiner irgendwie ge- arteten Behandlung von Frauen befasic. 8oÄLUstt5Me AgMleiMend Gro$-Berlin Heut«, Frelfa«*, 9. Ok'cber, 19V., Uhr, frn frohen Saal der „Neuen Welt", Ha»enhefdc(U-Bahnhof Herrnannplaiz): fiefanif- Ml�üederversamntlnng Tagesordnung: Die Vorgange In der Berliner ArbeKerfngend Referent; Erich Schmidt Ein&ell der Parle!- Elnlull der Arbcttcrklasse Referent; Fritz Schröder Zufrlff nur mit Mitgliedsbuch der SAJ. oder Perfei(jugendbeirat) gabung verdankt das Nachrichtenamt die anerkannte, nicht mehr fortzudenkende Stellung, die es heute im kommunolpolitischen Leben der Reichshauptstadt einnimnü. Objektivität und stete Hilss- bereitschaft haben dem Fünfzigjährigen die Anerkennung und Achtung der großen Berliner Presse erworben. Beim Zusammensein angeschossen. Ein unverschuldeter llnfall. Ein junges Mädchen ging mit ihrem Freunde in ein Hotel- zimmer. Der Mann legte einen Revolver auf den Tisch. Das Mädchen, ängstlich geworden, wollte das Zimmer verlassen. Da krachte«in Schuß. Das Mädchen war getroffen und brach ver- wundet an der Tür zusammen. Jetzt richtete der Mann die Schußwaffe gegen sich selbst und traf so sicher, daß«r t o t hinstürzte. Die Verwundung des jungen Mädchens war n i ch t erheblich. Schon nach kurzer Zeit konnte sie ihre Stellung in einem Verlags- geschäft wieder antreten, erhielt aber sogleich ihre Kündigung, weil der Ehef den gemeinsamen Aufenthalt mit einem Mann im Hotel für unsittlich erklärte. Aus demselben Grunde lehnte die Firma auch die Gehaltszahlung für die durch die Schußverletzung verursachten Krankhcitstage ab. Die Firma behauptet, es handle sich hier um einen selbstverschuldeten Unfall der Angestellten. Als diese einige Stunden Urlaub erhielt, um eine neue Stellung zu fudjen und bei dieser Gelegenheit sich bei der Rechtsauskunstsstell« des Arbeitsgerichts Rat wegen der verweigerten Gehaltszahlung Holle, wurde sie fristlos entlasten. Die Klage der Entlassenen beim Arbellsgericht fiel zu ihren Gunsten aus. Das Gericht erklärte die fristlose Entlastung für unbegründet und verurteilte die Firma auch zur Bezah- lung der 5trankhellsjage. In der Urteilsbegründung wurde ge- sagt, die oielfad) angefochtene Rechtsprechung des Reichsarbeils- gerichts, wonach im mißerehelichen Verkehr erworbene Geschlechts- krankheiten als selbst verschuldet angesehen werden, sei hier nicht anwendbar. Der vorliegende Fall sei vom Gericht nicht moralisch, sondern arbeitsrechtlich zu beurteilen. Wie man sich auch zu dem außerehelichen Verkehr stellen möge: man kann doch nicht sagen, daß ein Mädchen in solchem Falle damit rechnen müsse, mit Reoolerschüsten bedacht zu werden, ebensowenig wie sie damit hätte rechnen müssen, daß sie vielleicht auf der Treppe im Hotel hätte aus- glellen und ein Bein brechen können. Das Urteil wurde der grundsätzlichen Bedeutung wegen als berufuugsfähtg erklärt. Wintergarten. Howard Nichols, ein Reifenjongleur, darf sich zu den Wenigen rechnen, die in kürzester Zeit mit dem Publikum Fühlung bekommen und es in feinen Bann ziehen. Es ist eine Freude zu sehen, wie seine Reifen um ihn springen, rotieren und ihm auch mal davonlaufen. Das Vollendeffte an Iongleurkunst, in seiner Art einzig, reif und groß wie die Kunst eines Raftelli, bei dem man auch nicht weiß, ob er mit den Bällen oder die Bälle mit ihm spielen. Albert Toulouse zeigt halsbrecherische Künste auf über- einandergestellten Tisd)en und Stühlen, die dem Zuschauer den Atein verschlagen. Claudia Alba als Kraftmensch, eine Frau un- gewöhnlichen artistischen Formats: Wehe dem Männlein, das dieser schönen Frau in die Hände gerät. B i s s i und R e m o verzapfen allerlei netten Ulk, ohne daß mit diesen drei Lobesworten das große Können des Paares auch nur angedeutet wäre, Handy Bandy führen eine komplette ägyptisch« Zauberschau vor und bleiben trotz ihrer sogenannten Erklärungen doch ein großes Fragezeichen. Die Albertos steppen wieder einmal, übermütig und technisch brillant. Walter Carlos müht sich, uns Rumba zu lehren, und er müht sich mit seiner Partnerin liebenswürdig und beinahe auch über» zeugend. Eine Augenweide ist die aus zehn prächtigen jungen Männern und Mädchen bestehende Sylwest Hochradfahrer« t r u p p e. Und Maria Ney plaudert, witzell und singt Nettes von der Wasserkante. Lüierboger Aiieniäier verhastet? Jüterbog. 8. Oktober. In der Nacht zum Donnerstag wurde tn Hohenseefeld der Knecht Kurt Bartels wegen Verdachtes der Mit- t ä t« r s ch a f t an dem Iüterboger Eisenbahnattentat festgenommen und dem Kriminalkomnüstar Dr. Wächter vorgeführt, der dem Untersuchungsausschuß für das Eisenbahnallentat angehört. Dr. Wächter veranlaßte die sofortige Ueberführung des Bartels nach Berlin. Bartels soll an einem Spreng st offdieb stahl in Petersheim beteiligt sein, bei dem angeblich ein halber Zentner Sprengstoff entwendet wurde. „Mord unter den Auqen der Polizei." Ein knallroter Prospekt wird vorsichtig durch den Türspall ge- schoben. Die allein in der Wohnung befindliche Hausfrau erschrickt. als sie ihn aufhebt und ihr aus der Titelseite aus schwarzer Maske ein paar Augen anstarren. Auf der Rückseite aber sieht man das Bild eines Einbrechers mit Schiebermütze und Revolver. Auf der ersten Innenseite starrt der Beschauerin ein« w i l d e F r a tz e entgegen. In einem Abendblatt«in großes Inserat: Mord unter den Augen der Polizei. Der Täter ist der Mann mit der gläsernen Maske.„Lesen Sie— so heißt cs weiter— feine Geschichte und wie er entlarvt wird." Einen Tag später springt einem aus demselben Abendblatt ein polizeiroter Zettel entgegen:„Warnung. Nach den Zellen dieses Briefes scheint ein neues Verbrechen geplant. Seien Sie auf der Hut." Reklame für einen Roman! Aber welcher Verlag arbellet in Berlin mit den Mitteln der Hintertreppenkolportage? Welcher Verlag erdrefftet sich, die Nerven der an sich überregten Mitmenschen mit den Mitteln der Schundreklame weiter anzupettschen? Die Reklamechefs des Herrn Hugenberg vom„Berliner Lokal-Anzeiger" sind es, die, da offenbar nichts anderes mehr oerfangen will, zu diesen Mitteln greifen müssen, um Käufer und Leser zu gewinnen. So sieht das Deutschtum des Mannes aus, der sich anmaßt, die Sozialdemokratie vernichten zu wollen. Profeslkundgebung gegcm den gevlauteu Abbau des Mieter- schuhe«. Zum Protest gegen die Absichten der Reichsregierung ver- anstaltct der Reichsbund Deutscher Mieter Berlin e. V.. am Sonntag, dem 11. Oktober dieses Jahres, 10 Uhr, im Bürgersaal des Rathauses Berlin eine Kundgebung für die Schaf- ung eines sozialen Miet- und Wohnrechtes. Eintrittskarten ind in der Verbandsgeschäftsstelle, Berlin SW 11, Kleinbeeren- traße 25, Gartenh. II,«rhälllich. Die kühleren, auf der Südselle der skandinavffchen Depression ostwärts vorstoßenden Luftmassen haben bereits in der Nacht zum Donnerstag unter zahlreichen, nur ftellenweffe ergiebigen Regen- fällen ganz Deutschland in ihren Bereich aufgenommen. Am Donnerstag selbst überschritten daher die Temperaturen nirgends mehr 15 Grad. Das Wetter war im Norden des Reiches windig und veränderlich, im Süden unter dem Einfluß eines Hochs am Nachmlltag meist heiter. In den Küstengebieten kamen zahlreiche Schauer vor. Die augenblickliche Wetterlage, die tiefen Druck iin Norden von uns und hohen Druck im Süden aufweist, läßt den Lufttransport vom Ozean nach Osten onhallen. Sie wird sich auch nicht wesentllch umgestalten, denn bei Island ist ein neues Tief erschienen, das zunächst noch ostwärts forffchrellet. Zur Zell sind in dem westlichen Luststrom wieder mildere Lustmassen enthalten. die am Donnerstagabend in Begleitung von neuen Regenfällen Westdeutschland erreicht haben. Wenn uns diese feucht-milden Lustmassen auch überfluten werden, so wird man durch den an- haltenden, kräftigen Druckanstieg doch zu der Annahme gezwungen, daß sich gleichzellig auch der Hochdruckeinfluß des südlich von uns gelegenen Hochs auf unser Wetter kräftigt. wetlerausflchlen für Verlln: Teils wolkig, teils heller, nachts kühl, taas mild, keine erheblichen Niederschläge, mäßige westliche Winde.— Für Deuffchland: Im Süden trocken und heiter, im Norden leicht veränderlid), in den Küstengebieten windig und einzelne Regensälle. Nachts überall kühl, am Tage etwas milder als am Donnerstag. 29745 Ärste-Gutachtenl Jede Bohne Qualität jeder Tropfen Genuß Jede Tasse Gesundheit das ist Kaffee Hag! In jtdem Ptk«!«in Gutufitln. im WciKnaditsmon«! 1931»ut 40 Gutidwin« 1 Imit AlUilbcr-Oosc mit Kaff«« Hag gratis Sturm auf den Kündigungsschuh. Massenkündigungen älterer Angestellten in Industrie und Handel. Der jüngste Quartnlswcchsel war in Berlin für eine große Zahl von Angestellten der Zeilpunkt des Abschieds von ihren Arbeitsplätzen. Die Armee der Arbeitslosen bekam neuen Zuwachs. Einige tausend Berliner Angestellte erhielten am gleichen Tage den blauen Brief, die Kündigung oder die Mitteilung enthaltend, daß ihre Wciterbcschäftigung nur möglich sei, wenn sie sich mit neuen Gehaltskürzungen einverstanden erklären. Eine ilmfrage beim ZdA. wegen dieser Massenkündigungen ergibt folgendes Bild:, In der Berliner Metallindustrie find Ende September etwa Z0l10 Angestellte gekündigt worden. An den Kündigungen sind besonders die Firmen AEG., P i n t s ch, Autofavag. Stock& C o. und Franz R. Conrad beteiligt. Die AEG. hat allein 350 Kündigungen ausgesprochen. In vielen Betrieben, wie z. B. bei P i n t s ch, sind auch die freigewerkschaftlichcn Angestelltenräte unter Miß- ochtung der Kündigungsbestimmungcn des Betriebsrätegesetzes gekündigt worden. Obwohl im Berliner Einzelhandel nach den Feststellungen der Forschungsstelle für den Handel das Personal in viel stärkerem Umfang« abgebaut worden ist, als dem Umsatzrückgang entspricht, ist man wieder zu Massen- kündigungen geschritten. Wegen Zahlungsschwierigkeiten ist ollen Angestellten der Firmen Gustav Cords, Fischer & Wolfs und Kaufhaus Tempelhof gekündigt worden. Betricbseinstellungen und Geschäftsaufgabe bedraht die Angestellten der zum K a r st a d t- K o nz« r n gehörenden Fabrikationsbetrieb« für Damenwäsche, Weißwaren und Schürzen sowie der Firma Lindemann& C o. in der Lands- berger Allee und des Kaufhauses Grand in Spandau mit der Arbeitslosigkeit. Ein« erheblich« Anzahl von Kündigungen wegen Betriebseinschränkungen sind im Warenhaus Kar st ad t, Hermannplatz, und bei A. Werthcim ausgesprochen worden. Die Gesamtzahl der Entlassungen und Kündigungen ist im Augenblick auch nicht schähnngsweise zu ermitteln, da die Unzahl der Kleinbetriebe und das in letzter Zeit stark ausgebaute Aushilfen- iqstem genaue Feststellungen nicht ermöglichen. Di« Tarifgehälter sind im Einzelhandel in den letzten Monaten zwar nicht gesenkt morden, dafür aber um so mehr die tatsächlichen Gehälter durch Kürzung oder vollkommene Beseitigung der außertariflichen Zulagen, durch tarifwidrige Umgruppierungen, insbesondere ober durch Einführimg voa Kurzarbeit. Bes N. Israel sind die außertariflichen Zulagen fast restlos befestigt. Auch Rudolph chertzog hat sämtlich« Sonder- oergünstigungen radikal befestigt und außerdem noch Kurzarbeit mit einer bi« zu 15 Prozent gehenden Gehaltskürzung angeordnet. Im Textilgroßhandel hat der Arbeitgeberoerband seine Mitgliedssirmen aufgefordert, sämtlichen An ge- stelltenzukündigen! Diese rigorose Maßnahme ist angeoid- net worden, nachdem die Verhandlungen über den Neuabschluß des von den Unternehmern zum 31. August gekündigten Gehaltstarifs wegen der reaktionären Haltung der Unternehmer geschestert find. Der„berühmte" Syndikus dieses Arbeitgebe, verbände?, Dr. E n g c l. präsentierte Forderungen wie: Streichung der Berufsjahresstasfeln, Herabsetzung der Tarifgehälter auf den Stand von 1327, das heißt Abbau der schon so miserablen Gehälter um 16% Prozent und Herausnahme der unter das Kündigungeschutzgcsetz sollenden Angestellten aus dem Tarifvertrag. Gerade diese letzte Forderung, Herausnahme der unter das Schutzgesetz fallenden Angestellten aus dem Tarifvertrag, ist sympto- nmtisch für das Vorgehen aller Unternehmergruppen. Ueberall, ob man in der Bekleidungs- oder Metallindustrie, im Einzel- oder Großhandel Umschau hält, sind einheitlich in erster Linie die älteren Angestellten gekündigt worden. Diese Tatsache läßt die Vermutimg zu, daß das Vorgehen gerade gegen die alleren Angestellten auf Anweisung der Spitzen- organisationen der deutschen Unternehmer geschieht. Die Unter- nehmcr scheinen einen Sturm aus den Kündigungsschuh der älteren Angestellten entsachen zu wollen. Das Problem der Erhaltung des Arbeits- Platzes der alleren 2lngestelllen wird nur dadurch zu lösen sein, daß von der Regierung endlich dem Antrage des AfA-Bundes, der den gesetzlichen Zwang zur Eivstellung bzw. veschäsligung emer bestimmen Zahl älterer Angestellter fordert, Rechnung getragen wird. Die brutalen Maßnahmen der Unternehmer gegen die älteren An- gestellten, die sich nicht allein auf Berlin beschränken, stnd sedenfalls so himmelschreiend, daß«ine längere Passivität der Regierung gerade in dieser Frage kaum noch zu ertragen ist. Verhandlungen mit der ÄVG. Keine Mafsenentlassungen. Räch dem Abschluß der Lohnverhandlungen mit den Dircktiouen der Städtischen Gas- und Wasserwerke sind nunmehr auch die Lohu- verhaudluugen mit der DIrekiiou der BVG. aufgeuommen worden. Der Lohnlarif für da» Verkehrspersonal und das technische Personal war von der BVG. zum 30. September gekündlgl worden. Gestern fanden zwischen dem Gesamtverband sowie den übrigen Bertragsorganisakionen und der Direktion der BVG. die ersten Verhandlungen über den Reuabschluß des Lohniarifs statt. Die Direktion hat den Gewerkschaftsvertretern zunächst erst einmal die augenblickliche Lage der BVG/ eingehend geschildert. Dabei wände sie sich ganz besonders gegen die Zeitungsnotizen und Gerüchte über neue Entlassungen in ihrem Betriebe. Sie erklärte, nicht daran zu denken, VTasienenlliissungen vorzunehmen. Sollten es die Umstände in der nächsten Zeit tatsächlich nochmals erfordern. Ein- schränknngen vorzunehmen, dann würde die Direktion dies mit Hilfe einer wetteren Arbeitszeitverkürzung tun, aber nicht durch Entlasinngeu. Die Direktion sei bestrebt, den Berliner Arbeitsmarkt nicht zu belasten. PosiNve Vorschläge zur Lohnfrage wurde» in den gestrigen Ver. Handlungen noch von keiner Seile gemacht. Die Direktion der BVG. lcille lediglich mit. daß sie ihre Forderungen den Gewerkschaften in den nächsten Tagen genau formuliert unterbreiten werde. Die ver- Handlungen wurden daraufhin vertagt und werden in den nächsten Togen fortgesetzt. Der neue AsA-Vorstand. Die Entschließung zur Wirffchastsfrage. Zum Bericht über den Abschluß des AfA.-Gewerkschaftslon- gresses haben wir noch nachzutragen, daß der bisherige Bundes- vorstand mit A u f h ä u s e r, S t ä h r und Urban als Borsitzsnde c i n st i m m i g wiedergewähll wurde. Für den Gesamtver- band, der mit seinen Mitgliedern, die sich tn einem Angestellten- Verhältnis befinden, dem?lsA-Bund beigetreten ist, wurde To- b u s k e in den Bundesvorstand neu gewälilt. Dos Ergebnis seiner Aussprache über die Wirt- schaftsfragen hat der AfA-Kongreß in einer befon- deren Entschließung zur Wirtschaftspolitik zu- sammengcsaßt. Darin wird als Hauptaufgabe für die nächste Zukunft gefordert eine planmäßige Arbeitsoerteilung. Diese Slufgabe— so betont der Kongreß— kann nur erfüllt werden. wenn neue Wege der unmlltelbaren Verbindung zwischen Konsu- menen und Produzenten gefunden werden, wenn sich durch Senkung der Produktionskosten für die bäuerliche Veredelungswirtschast die Landwirtschaft mehr als bisher auf die Bedürfnisse der städtischen Bevölkerung und die Lag« auf dem Welt- markt einstellt, wenn mit der Intensivierung der Arbeitsleistung auch eine Verkürzung der Arbeitszeit durch Einführung der Ill-Stunden-rtzoche erfolgt. Wichtiger als die Erhaltung des kapllalistischen Eigentums sind Sicherung und Schutz der Arbeitskraft. Die unerträgliche Zuspitzung des wirtschaftlichen Elends fordert mit unabweislicher Dringlichkell über ein großes konstruktives Programm der Kriscnbekämpfung hinaus den Um- bau der Wirtschastsverfaffung. An die Stelle der Planlosigkeit der Wirtschaftsführung des Kapitalismus ist ein von der Gesellschaft getragener Wirtschaftsplan zu fetzen. Seine Durchführung erheischt neben Förderung und Ausbau des Genossenschaftswesens eine plan- matzige Bewirtschaftung der Kapitaloertcilung durch ein Banken» a m t. eine Kontrolle der Preise und Gewinne durch ein Monopolamt und eine Umstellung der Handelspolitik im Sinne internationaler Zusammenarbeit. Damit ist der Augenblick ge- kommen, in dem eine planmäßige Ordnung der Produktivkräfte. ihr« Unerordnung unter die Gesellschaftsmacht des demokratischen Staates zur zwingenden Notwendigkeit geworden ist. Die Zu- sammenballung in der Großindustrie und die Veremheillichung ihrer Verwaltung hat entscheidende Voraussetzungen für die Sozialisierung geschaffen. Der einmal auf die Banken gewonnene Einfluß darf nicht wieder preisgegeben werden. Ueber eine formale Banken- kontrolle hinaus muß die Herrschaft des Staates über die Banken gesichert werden. Di« Lösung der Krise wächst aber über die Grenzen und Leistungsfähigkell des Nationalstaates hinaus, zwingt zur folida- rifchen internationalen Zusammenarbeit. Jeder Versuch, die deutsche Wirtschaft vom Wellmarkt auszuschalten, muß die Arbeitnehmer vollends ins Verderben führen. Nicht romantisch« -NW �nscrart Serie: he€1' das gute Fu+t«n Gute Zutaten, besonders ein gutes Futter, sind natürlich außerordentlich wesentlich nicht nur für das elegante Aussehen des Mantels, sondern auch für seine gute Tragfähigkeit und dafür, daß er Fasson behält. Bei uns haben darum auch im Preis sehr niedrige Mäntel ein gutes Kunstseidenfutter, das vor allen Dingen den Vorteil hat, außerordentlich elegant auszusehen, und das schon beim Hineinschlüpfen das wohlige Gefühl Vermittelt, gut angezogen zu sein. Diese gute Fütterung ist also wieder ein Grund mehr, weshalb Sie unserem Rat folgen sojlteru i6„ d" 1-**<0511 Ein solch hocheleganter, moderner Ulster-Pale. tot mit karierter Absei- te. an dem der Sattel. DD die Flanken und die Ar- mel mit eleg. Kunstseide gefüttert sind, ko- � stet bei uns— trotz M aller dieser Vorzüge— KW mZ*4250 Vat"-»/. D«. 0.45 Junge Kohlrabi... Vi v»- 0.40 Karotten geedinillen V, Ds. 0.43 Gemüse-Erbsen...Vi d». 0.55 Jg. Erbsen imttaifein>/> Ds. 0.80 Sellerie............. V» vs. 0.75 Birnen weiß, VjFnjdit Vi Ds. 1.00 Aprikosen Vs Prudi», v, Ds, 0.95 Erdbeer-Konfitc.2Pfd.-Eim. 1.30 Himbr.-Konfit.ea 2 Pfd.-Eim 1.33 Orong.-Konfit.e.2Pid.-Eim. 1,20 Vierfr.-Marmel.e. 2Pf.-Eim. 0.88 FRISCHE FISCHE! OBST UND GEMUSE Fr. Suppenhühner an Pfd. 0.80 Junge Brafgänse an Pfd. 0.88 Gansestückenfl....an Pfd. 0.90 Hirschragout...... an Pfd. 0,38 Seelachs o.Kopf,i.Oz.an Pfd. 0,24 Fischfilet.......... an Pfd. 0.40 Grüne He ringe,.an 3 Pfd. 0.58 Lebende Karpfen an Pfd 0.85 Frkf.Apfelw..ltr.oja,5Ltr. 2.75 28erHackenh.Ur.0B«,6Lir. 2.93 Loubenheimerl.fr. 0.», Stte. 3.50 Muskat... liier 1.10, 5 Liter 5.25 Malaga....... Ur. i.io, 5 Ltr. 5.75 Johannisbeerw. o.td,5 Ltr. 3.25 Jam.-Rum Vor. SOVoVs m. Fl. 4.75 Weinbr. Versdi...... Vsm.Fi. 8.15 Alt. Wechold. Ulr... m.Pt. 4.40 SOerLaubenheim. m. n. 0.95 Macon(Rot. Burgund.) m.Pi. 1,30 M«doC(Franz. Rotw.) m. H. 0.85 Eßapfel............ S Pfd. Kochbimen große. 3 Pfd. Estbirnen(KfieNldie). 1 Pfd. Goldparmänen.. 2 Pfd. Zitronen..... Dulzend an Erdnüsse............. Pfd. Bananen........... 3 Pfd. Datteln............... Pfd. Weiß-u.Wirsingk...Pfd. Blumenkohl..... Kopf an Rosenkohl.......... 2 Pfd. Blattspinat Erfurter...Pfd. Kartoffeln........ 10 Pfd. Meeieaabgebe varbahaltanl O Talelanlscha Bestellungen unter P6 Baarwald 0012, Ober S Mark werden prompt arladlgtl> Vorkaut solanga Varratl BSE.LATZ»DER K AH ä TAB Z A H n rr n P Hofprediger Stalins? Pfarrer Eckert geht zur Kommunistischen Partei. Pfarrer Eckert pon Mannheim. Mitglied de» Bundes der religiösen Sozialisten, ist zur APD> übergetreten, nachdem er von der kommunistischen Zentral, die Zusicherung erhalten hat. daß er auch als jlommunist als evangelischer Pfarrer weiterwirken darf. Eckert plant«in« Art von„kommunistischer Kirche". Für die Sozialdemo- kratie ist„Religion Privatsache". Für die Kommunisten war st« bisher„Opium für das Volk". Aber die KPD. hat schon manches Wunder vollbracht: sie hat den Weg zum Nationalbolschewismus und zu Leutnant Scheringer, hat den Weg auch zum Volksentscheids-Faschismus gefunden. Warum sollte sie nicht auch den Weg zur E v a n g e'li s ch e n K i r ch« und zur Kirche überhaupt finden? Mannheim gegen die Spalter. Mannheim. 8. Oktober. lEigenbericht.) 5in einer von über 500 Funktionären der Sozialdemokratischen Partei Oroß-Mannheün besuchten Versammlung sprach das Mitglied des Parteioorstandes. Genosse Karl Litk«(Berlin) über den Konflikt in der Partei. Nach seinen Darlegungen, die einen tiefen Eindruck auf die Versammlung machten, nahm die Versammlung einstimmig die folgende Entschließung an: „Die stark besuchte Funttionärlonferenz der Mannheimer Sozial- demokrati« nahm Stellung zu den innerparteilichen Vorgängen und verurteilte au f s s ch ä r f st e die Art, wie die Opposition unter Führung von Seydewitz und Nosenfeld innerhalb der Partei für ihr« politische Ausfassung warb. Sie sieht in der Tatsach«, daß schon wenige Tage nach ihrem Ausschluß Seydewitz und Rosenfeld in einer Reichskonferenz der Opposition die Gründung einer neuen Partei vornehmen konnten, den Beweis für die von langer Hand vorbereiteten sonderorganisatorischen Bestrebungen und Zellen- bildungen. Die Konferenz ist der Meinung, daß die Wahrung der Einheit und Geschlossenheit der Partei in dieser Zeit höchstes Ge- botistundstehtdaherzudenBeschlüssendesPartei- a u s s ck) u s s e s." Keine Ehancen für Ossenfeld in Frankfurt. Zrankfurt o. 8. Oktober(Eigenbericht.) Der sozialdemokratische Ortsverein Groß-Frankfurt erließ am Donnerstag gegen die Porieifpalt« einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: „Nachdem die imgeheur» Gefahr einer neuen Spaltung der Arbeiterbewegung eingetreten, steht der Vorstand de» Ortsoerein« Groß-Frankfurt nicht an, zu erklären, daß er von allen S p a l» lungsbestrebungen nicht nur abrückt, sondern dies« al, einen Verrat an der Sache der Arbeiterschaft ansieht. Der Borstand tritt einhellig hinter die Partei und für die für sie maßgebenden Instanzen. Er fordert die gesamt« Mitgliedschaft dringend auf, der drohenden Gefahr ein«? weiteren Zersplitterung mit aller Kraft und ollem Rachdruck entgegenzuwirken und die Einheit und Geschloffen' heit de? Partei über alles zu stellen. Der Vorstand macht di« Mitgliedschaft auf bis politisch« Lage in Deutschland ausdrücklich auf- inerksam und erwartet, daß alle Mitglieder den Ernst der allge- meinen Situation erkennen und di« Stoßkraft der Partei in erster Linie gegen ihr» natürlichen Feind« richten." Der Aufruf ist bi, auf drei Spalt«? von sämtlichen Mit- glisdirn de» bishtrigen Ortsvorstand«? unt«?. z» i ch n« t. ASsage an Ossenfeld'Seydewitz in Brounschweig. Lrauaschwelg. S. Oktodar.(Eigenbericht) Sin« von t«00 Mrtgli»d»rn b«sucht« N,rsommlung de» Ort»- n»r»m» Braunschweig, der SPD. nahm mit»rdrück«nd«r Mehrheit «m« Entschließung an, in der von der Rsichstagsfravion der SPD. erwartet wird.-taß si» mit aller Entschiedenheit auch ferner für die Milderung und möglichst« Beseitigung der Natver- ordnungen kämpft. Die Versammlung vertrat ferner den Stand- punkt, daß«in Erfolg in diesem Kampf nur möglich sei, wenn die Reichstag, fraktion sich auf ein« große, einig« Partei stützen kann. Sie mißbilligt deshalb all« Sonderbestrebungen und verurteilt die Spaltungsbestrebungen von Seydewitz und Rosenfeld aus das Schärfst«. Die Mitgliedschaft de» Ortsvereins Braunschweig werde auch in Zukunft treu zu der kampferprobten Sozial- demokratischen Partei stehen. Labours Zuverfichi. Schlußrede Heudersons in Srarborough. London, 8. Oktober.(Eigenbericht.) Die Jahrestonferenz der Labour Party in Scar- bo cough wurde am Donnerstag mit einer anfeuernden Rede Jhsnder- fort» geschlossen, Der Beschluß zu Neuwahlen— so führte chenderson au» sei veranlaßt worden durch di« Ucberzeugung, daß es nötig sei, der Labour Party eine vernichtende Niederlage bei- zubringen. Die Arbeiterpartei gehe aber mit dem bestenSieges- willen in den Wahkkampf und habe die Ueberzeugung, daß sie als Sieger aus ihm hervorgehen könne. Ein Antrag, in Zukunft keine Arbeiterregierung mehr zu bilden solange die Ladour-Partei nicht die absolute porlamentarische Mehrheit hat, wuvd« obgelehnt. chenderson erklärte, er habe nicht den Wunsch, wieder in einer Minderhcitsregierung zu sitzen, aber man dürfe sich nicht festlegen. Explosion in Gdingen. Häuserblock in die Lost geflogen.- Meie Tote und Schwer« verletzte. Gdingen, 8. Oktober. Heute abend ereignete sich eine Explojionskatastrophe. (fm neu erbauter Häuserblock, der der BersicherungS- anstatt für geistige Arbeiter gehört, ist durch ein« Leucht- Gasexplosion zum Teil in die Lust geflogen. Die Gasanlage war erst kürzlich eingerichtet worden. Tie Detonation war austerordentlich stark. Die yxplostons- stelle bietet einen erschütternden Anblick. Aus den Trüm- tnern stnd schon eine Anzahl Tote und Verletzte hervorgeholt worden. Die Rettungsmannschaften der Feuerwehr, der Polizei und eine Kompagnie der polni- sehen Kriegsmarine sind bei der Bergung tätig. Vtwa elf Wohnungen wurden völlig zerstört. Lieben Person«« find bis jetzt, schwer verwundet, in» Kranken- hau»-tug-riesert worden. Die Zahl der Toten und«er- wandet«« ist augenblicklich«»ch nicht bekannt. Volkspartei und„Nationale Kwnt". KAizbureJ|!®| ÄdHr-n VWW 'mmm rV\ Halb zog es ihn, halb lief er hin! Hoover und Laval. (Sorgfältige Vorbereitung des Washingtoner Besuchs. das Problem der internationalen Schulden mit ihm zu be- sprechen. Laval hat sich daraufhin beeilt, ihm sein E i n v e r- st ä n d n i s mit der Aufrollung dieses Themas zu bestätigen. Daß die amerikanische Regierung einsieht, daß sie im ver- gangenen Sommer Frankreich gegenüber takttsch ungeschickt gehandelt hat. geht auch aus den gestrigen Erklärungen des Staatssekretärs S t i m s o n hervor, wonach Frankreich dies- mal rechtzeitig von den Absichten des Präsidenten unter- richtet sein würde. Damit wird zugegeben, daß im Juni eine solche Unterrichtung nicht erfolgt war. Diese sorgfältige diplomattscbe Lorbereitung der Begeg- nung zwischen Hoover und Laval berechtigt zu der Hoffnung. daß die. neue Aktion..des. UVA-.-Präjldenten, die zweifellos kommen wird und die mindestens eine mehpjährtg.«� Verlängerung des Schulden Moratoriums umfassen dürft«, sich viel reibungsloser gestalten wird als d'e Juni-Äktion. Vorausgesetzt allerdings, daß sich nicht bis dahin in Deutschland Dinge ereignen, die das Mißtrauen der ganzen Welt in die Kontinuität der deutschen Außen- Politik wachrufen würden. Amerikas Äankiers für eine neue Hoever-Attion. Vashiagton, 8. Oktober. „Washington Herald" behauptet, daß die Bankiers, mit denen Präsident Hoover in der letzten Woche konferiert hat. sich mit der Schaffung eines Konsortium» mit einem Kapital von 500 Millionen Dollar unter der Bedingung«inverstanden erklärt hätten, daß Hoover durch einen neuen Schritt in der Reparatianafrage zur Entspannung der internationalen Äreditlage beitrage. Dagegen habe sich in d«r Konferenz im Weißen Hause bei einigen Par- lamentoriern Wider st and erhoben. Hoover hoff« jedoch, noch d«r Konserenz mit Laval auch die Zustimmung der Kongrehführer zu seinem neuen Plan erhalten zu können. Washington, 8. Oktober. Staatssekretär S t i m s o n teilte in der heutigen Pressekonferenz mit, daß die französische Regierung diesmal von den Schritten. die Hoover in der Reparationsfrage vorhabe, v o r der Bekanntgabe informiert worden sei. Er hob« am Dienstag, sobald«r in der Kabinettssitzung von Haorxr, Plänen erfuhr, den Washingtoner französischen Geschäft»träg«r davon in Kenntnis gesetzt und auch den amerikanischen Botschafter in Pari», Edg«, t«l«phonisch angewiesen, Laval zu benachrichtigen, daß Hoover mit d«m franzosischen Minister- Präsidenten bei dessen Besuch in Amerika die internationale Schuldenfrag« besprechen möchte. Edg« habe g«meldet, daß Laval sich sowohl mit der Form der Benachrichtigung, wie mit der Tatsache«in« Diskusstan über di« Schptdetzsxqg« KKf lk i, w m e n einverstanden«rklärt habe. * Di» mitgeteilten Ergebnisse der mngsten Konferenz, die Präsident Hoover mit führenden Politikern und Finanz- männern seines Lande« abgehalten Hot. hoben zwsifeNos in Europa und vor allem in Deutschland«ine gewiss« E n t- täuschung hervorgerufen. Die Maßnahmen, die nach dieser Beratung angekündigt wurden, beschränken sich einst- weilen n u r auf die Vereinigten Staaten selbst, während die vorangegangenen Ankündigungen erwarten ließen, daß auch neue entscheidende Schritte, die Europa unmittelbar inter- essieren. erfolgen würden. Nun liegt die Wiederbelebung der Wirtschaft innerhalb der Vereinigten Staaten, die die bereits beschlossenen Maßnahmen bezwecken, zweifellos im höchsten Interesse auch der europäischen Völker: denn die europäische Wirtschaftskrise wird nur überwunden werden können, wenn zuvor in Amerika der Konjunkturumschwung eintritt. Aber die eigentliche direkte Hilfe für Europa stellen diese inneramerikanischen Beschlüsse nicht dar. Das große Problem, auf dessen Lösung vor allem Deutschland mit Ungeduld wartet, ist die endgültige Bereinigung der inter- nationalen Schul denverpfllchtungen. Zumindest erhofft man eine baldige Ankündigung der Verlängerung des sogenannten fjoover-Mora'toriums. Die unvermindert kritische Lage des deutschen Kredit» ist erst kürzfich bei der Veröffentlichung des letzten Reichsbantausweises deutlich zutage getreten: selbst der noch den Baseler Ver- einbarungen zulässige Abruf eines verhältnismäßig geringen Bruchteils der Auslandsguthaben aus Deutschland hat eine fühlbare Verringerung der deutschen Golddeckung verursacht. Die sechsmonatige Frist für die sonstigen Auslandskredite, di« in di« Milliarden gehen, läuft Mitte Februar 19S2 ab und wird Deutschland und die Welt noöh vor ganz andere Probleme stellen. Bis vor kurzem schien«a so, als ob die leitenden amerikanischen Kreise und insbesondere der Prä- srdent Hoover die Gefahren, die Deutschland bedrohten und die Dringlichkeit neuer Schritte stark unterschätzen. Erst in jüngster Zeit— wohl im Zusammenhang mit der eng« lischen Währungskrise, die die Gefahren für Deutschland noch bedeutend verschärst hat— scheint man in Washington di? Notwendigkeit eines baldigen neuen Eingreifens begriffen zu haben. 'Wenn nun die jüngste Konferenz im Weißen Haus trotz- dem auf diesem Gebiete nichts beschlossen(oder jedenfalls nichts ausdrücklich verkündet) hat, so ist das wohl darauf zurückzuführen, daß Hoover seinen demnächst stattfindenden Besprechungen mit dem französischen Ministerpräsidenten Laval nicht durch einseitige Verlautbarungen vorgreifen will. Der amerikanische Präsident hat aus den Erfahrungen seiner Iuni-Aktion gelernt: wenn diese damals zum großen Teil verpufft ist, so lag es an den w o ch« n l a n g e n B- r. Handlungen mit F r a n k r« i ch, die erst zum Abschluß gebracht werden mußten, bevor da« Schuldenmoratorium in Kraft trat. Zweifellos hatte Amerika damal, den psycho» logischenFehler begangen, durch di« plötzliche Hoover- Botschaft Frankreich, das als Gläubtaer Deutschlands am stärksten interessiert war, vor«ine vollendete Tatsache zu stellen. Durch'seine Einladung an Laval, ihn in Washing- ton zu besuchen, wollte Hoover offenbar sich bei einer neuen Aktion vor ähnlichen Schwierigkeiten schützen. Er bat ihm gestern sogar ausdrücklich mitgeteilt, daß er di« Absicht habe. Französische Finanzdelegierie nach Amerika unterwegs. Pari», 8. Oktober.(Eigenbericht.) Der Untergouverneur der Bank von Frankreich Former und der Leiter der wissenschaftlichen Abteilung der Bank L a c o u r- G a y e t haben sich am Dannerstag in L« Havre noch New Park eingeschifft, um dort mit dem Leiter der Federal Reserve Bank über die internationale Finanzlag« zu beraten. Diese Besprechun- gen sollen dt« Aussprach« Lapal« mit Hoover vorbereiten. Schwarzer Tag an der pariser Börse. Pari», 8. Oktober.(Eigenbericht.) Die am Donnerstag veröffentlicht« Bilanz der Bank von Frank- reich, die sich auf die Woche vom 25. September bis zum 2. Oktober erstreckt, weist eine Zunahme des Goldbestandes um 467*6 Millionen Franken auf. Da aber in der gleichen Zeit der Notenumlauf um 3,3 Milliarden auf 8t,S Milliarden Franken sich erhöht hat, ist die Golddeckung von 57,02 auf 55,84 Proz. gesunken. Di« Pariser Börse hatte am Donnerstag«inen schwarzen Tag zu verzeichnen, der alle» bisher Dagewesene in den Schatten stellte. Auf Grund der Nachrichten über die schwierig« Log« der amerikanischen Banken und de» neuen Plpnes Hooo«rs bemächtigt» sich des Börsenpublikums«ine äußerst pessimistische Stimmung, die zu den wildesten Gerüchten Anlaß gab und zu zahlreichen Verkäufen führte, denen kein Angebot gegenüberstand. Die Aktien der Bant von Frankreich gaben t050 Franken nach. Suez- Kanal 785 Franken usw. Auch Metall-, Montan- und chemische Werte waren stark gedrückt. ver Rom-Meaer de Bost». der, wie wir bereit» meldeten. schwimmend die Küste Korsika» erreicht hat. ist der Sohn«Ine» be- rühmten italienischen Dichter» und einer ameritanischen Mutter. Er und sein Bruder betätigten sich seit längerer Zeit im Auslande gegen den Faschismus. Ihr« Mutter war deshalb vor einig.'n Monaten in einem Prozeß gegen Anhänger der geheimen Ve-- einigung„Gerechtigkeit und Freiheit" angeklagt worden. Sie wurde jedoch freigesprochen, nachdem man von ihr«inen Loyalitätsbries an Mussolini erpreßt hatte. Rundfunk als Winterhilfe. Internationaler Programmaustausch der Arbeiterschaft. „Auf meine große Bitte, mir dach zu einem Radioapparat mit Lautsprecher zu verhelfen, da ich als Zweiundsiebzigjähriger nicht mehr so gut hören kann, bekam ich die freudige Nachricht, daß ich in einigen Tagen Bescheid bekomme. Da ich und meine Frau sich darüber so gefreut haben, so leben wir jetzt in Unruhe, ob unsere Freude nicht wieder zu Wasser geworden ist. Ich bitte deshalb höflichst, mir mitzuteilen, ob ich einen Apparat bekomme, damit wir wenigstens beruhigt sind." Das steht in einem der vielen an die Soziale Radiohilfe der Ortsgruppe Berlin des» Arbeiter- Radiobundes gerichteten Schreiben. In einem anderen Briefe bittet eine Schule im Namen von fiOO Kindern um einen Rundfunkempfänger. Bildungsorganisationen, Altersheime, unzählige Privatpersonen wenden sich an die S a z i a l e R a d i o h i l f e. Aber die bereitgestellten Mittel reichen bei weitem nicht aus, um alle Wünsche zu erfüllen. Nur in dringendsten Fällen kann eingegriffen werden. Es gibt daher eine Millioncnzahl Erwerbsloser und Minderbemittelter, die nicht in der Lage sind, Cfmpsangsapparate käuflich zu erwerben. Selbst der Gebühren- ausgleich wird für einen Erwerbslosen unerträglich, wenn er aus- gesteuert ist und van Wohlfahrtsunterstützung leben nnih. Gewiß boben die neuen Bestimmungen über den Gebührenerlaß dazu ge- führt, gewisse Härten zu beseitigen. Dringend erforderlich bleibt eine neue Berfügung des Postministers, die ollen Erwerbslosen und Minderbemittelten ähnliche Erleichterungen schafft. Der Rundfunk ist besonders durch die Ausschaltung des Par- laments zu einem wichtigen Organ des Staates geworden, der darauf Wert legen müßte, daß fein Sprachrohr allen Volksgenossen zugänglich gemacht wird. Da die Rundfunkgescllschasten die Ver- pflichtung haben, nur solche Programme aufzustellen, die den Hörer zu einer positiven Einstellung zum demokratischen Staats- wefcn veranlassen/ ist es doppelt notwendig, daß die Radikali- fierungsbestrebungen unterliegende Bevölkerung zu verantwortlicher Mitarbeit am Staate auch durch Bereitstellung von Rundfunk- cnrpfangsapparaten veranlaßt wird. Vorbildlich auf diesem Gebiet hat das preußische Staats Ministerium gearbeitet, das— soweit auch hier die Mittel reichten— alle auswärtigen Schulen mit Empfängern ausrüstete, die während der Abendstunden auch Erwachsenen zur Verfügung stehen. Seit beinahe zwei Jahren ist es die Absicht der Sozialen Radiohilfe des Arbeiter-Radiobundes, helfend einzugreisen, indem sie Apparate durch ehrenamtliche Helfer anfertigen läßt und diese kostenlos oder gegen Erstattung der Selbstkosten zur Verfügung stellt und später betreut. In jeder Ausgabe des„Arbeiter- funk", des Organs des Arbeiter-Radiobundes, werden die Hilfs- bedürftigen auf die vorhandenen Möglichkeiten zur Benutzung der Sozialen Radiohilfe hingewiesen. Diese dauernden Mahnungen an die Oeffentlichkeit haben dazu geführt, daß sich kürzlich ein „Reichsaus schuh für Soziale Radiohilfe" gründete, dem neben dem Arbeiter-Rodiobund der„Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhintcrbliebcncn" und der „Zentralverband der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands" angehören. Dieser Reichsausschnß hat für den nächsten Sonntag zwischen 2 und 3 Uhr eine Veranstaltung vorgesehen, die in dankenswerter Weise vom deutschen Rundfunk übernomincn wird. Ein intcr- nationaler Pragram maustausch, der mit Holland geführt wird, und dem eine Anzahl ausländischer Sender ange- schlössen sind, gibt der Veranstaltung nicht nur im Hinblick auf ihren sozialen Charakter eine besondere Bedeutung. Vielmehr handelt es sich gleichzeitig um die erste internationale Uebcr- tragung eines Arbciterprogrammes, das voin holländischen Arbeiter- Radiobund eingeleitet wird. Es dürfte für den deutschen Rundfunk ein wirklicher Erfolg seiner Bestrebungen sein, wenn er auch künstig durch die Unterstützung einer sozialen Tat sür deutsche Volksgenossen im Sinne einer internationalen Völkerverständigung wirkt. Inserate der Rot. Hilferufe Verzweifelter. In Berlin kann man jetzt an Baumstämmen und Garten zäunen zu Dutzenden„Selbstinserate" des Elends beob- achten. Dos sind die Hilferufe der Verzweifelten, die nicht mehr aus und ein wissen und die sich an die vage Hoffnung klammern, daß einer der Vorübereilenden vielleicht einen Blick auf das handgeschriebene SOS. des Elends werfen und helfen könnte. Da hing dieser Tage in einer der grauen, ärmlichen Straßen des Berliner Ostens, wo die Menschen dichtgedrängt wie in Käsigen zusammenhocken, an einem Baumstamm mit Nägeln befestigt und mit ungelenker Hand geschrieben diese Bitte: „Welcher Mitmensch mit sozialem Gefühl verkauft lang- jährigem Erwerbslosen, der heiraten möchte, alte Möbel—? Abzahlung in Arbeitsleistung gleich welcher Art—" Welche Tragödie!— Ein langjähriger Erwerbsloser, sicherlich ausgesteuert, will heiraten. Sucht ein Leerziinmer. 5)at keine Möbel. Will ein bißchen eigenes Heim, ein bißchen kärgliche Ge- mütlichkeit haben—, will heraus aus den Destillen, wo das Elend zusainmensitzt, will herunter von der Straße, sehnt sich fort von dem unerträglichen Zustand sinnloser Beschäftigungslosigkeit. Er jagt nach Arbeit, täglich, stündlich—, immer wieder und immer wieder umsonst—— Da ist ein anderer Fall, ganz anders gelagert, typisch mittel- ständlerisch, trotz aller menschlichen Tragik mit einem leicht komischen sentimentalen Beigeschmack. „Zwei Dackel umständehalber in nur liebevolle Hände abzu- geben." lieber dem Zettel hängt eine kolorierte Postkarte, auf der man zwei malerisch drapierte Dackel sehen kann, um die sich in Schnörkel- schrift dar tiefsinnige Satz zieht: „Es gibt nichts Menschlicheres als Hunde." Kleine Szene aus der Peripherie des menschlichen Leids. Alte Damen, früher relativ situiert, heute verarmt, zehrend von Erinne- rungen, abgeschlossen von dieser Welt und von aller Zukunft. Schritt sür Schritt haben sie sich zurückziehen müssen, jetzt wohnen sie wohl in einem kleinen muffigen Zimmer, und der letzte und herbste Schlag: man kann das Futter für die Dackel nicht mehr bezahlen... „Wer nimmt ein zweijähriges Mädchen an Kindesstatt an, um es vor dem Verhungern zu schützen?--" Wozu hier noch ein Kommentar? Er würde nur abschwächen, nicht unterstreichen. Ein Kind verhungert, die Eltern müssen es fortgeben... An wen?— Ganz egal! Wenn sich nur jemand findet. So wird es gleichsam auf der Straße ausgcboten. Und dies zum Abschluß: „Wir sollen exmittiert werden. Welcher mildtätige Mensch kann uns das Mietgeld borgen?--" Das ist das Leben in dieser Zeit: Millionen erschütterter, unter- wühlter Existenzen, Millionen, die die Katastrophe hinweg- zuschwemmen droht-- Und niemand ist vor der Sturmflut sicher. Menschen stehen über Nacht vor dem Nichts. Tausendfältig geht die Not um. Die Not, aus der sich kein Ausweg zeigt. Und wird zur Anklage. Zur furchtbaren Anklage gegen eine Wirtschaftsordnung, die nur zerstören, aber nicht aufbauen kann!— Wohlfahrtsmarken für Winterhilfe. Vom 1. November an werden die Postairstaltcn und die Deutsch« Nothilf« neue Wohlfahrtsmarken zu 8, 15, 25 und 50 Pf. sowie eine Postkarte zu 8 Pf. vertreiben. Für die Marke zu 8 Ps. und die Postkarte wird zugunsten der allgemeinen deutschen Wohl- sahrtspflege(Winterhilfe) ein Zuschlag von 4 Ps. erhoben, für die andern Marken ein solcher von 5, lO und 40 Pf. Die Marken zeigen folgende Bilder: 8 Pf. Dresdener Zwinger, 15 Pf. Breslauer Rat- Haus, 25 Pf. Heidelberger Schloß, 50 Pf. Lübecker Holstentor. Stadigemeindeausschuß tagt. Erledigung laufender Verwalwngsgeschäfie.— Markthallen und Razis. Der Stadtgcmeindcousschuß trat gestern zu einer Sitzung zu- sammen, in der eine lange Reihe von Vorlagen über laufende Verwaltungsgeschäste erledigt wurden. Im Mittelpunkt der Bc- ratungen stand die Beschlußfassung über nicht weniger als 13 F l u ch t l i n i e n p l ä n e, die der Städtelwuausschuß bereits vorbereitet hatte. Eine längere Debatte entwickelte sich über einen Beschluß des Aufsichtsrates der Wohnungssürsorgegeselljchaft Berlin. der sich mit der Stellung des Stadtverordneten Keller(Dnat.) und des Stadtverordneten Gutschmidt(Soz.) innerhalb der Wohnungsfürsorgcgesellschaft beschäftigte. Der Aufsichtsrat hatte festgestellt, daß keinerlei Bedenken dagegen bestehen, daß die beiden Stadtverordneten ihr Amt als Mitglieder des Aufsichtsrats und des Arbeitsausschusses in der bisherigen Weise weiter wahrnehmen. Der Magistrat hatte von diesem Beschluß Kenntnis genommen und gleichfalls keinen Anlaß zu irgendwelchen Beanstandungen gesehen. Im Stadtgemeindcausschuß stellten nun die Kommunisten den An- trag, diesen Beschluß des Aufsichtsrates, dem Vertreter aller Parteien angehören, zurückzuziehen. Der Antrag wurde, nachdem den Standpunkt der Sozialdemokraten der sozialdemokratische Fraktionsvorsteher F l a t a u vertreten hatte, abgelehnt. Ein nationalsozialistischer Antrag, der nicht der Komik entbehrte und deshalb große Heiterkeit auslöste, forderte, daß die Markthallen- räume nur an„D eu t sch st ä m in i g e" vermietet werden dürsten. Auch dieser Antrag wurde gegen die Stimmen der Antragsteller und der Deutschirationalen abgelehnt. Die nächst« Sitzung des Stadtparlamcnts wird am Donnerstag kommender Woche stattfinden. Oer Kriegsinvaliöe auf Wohnungsuche. Die Gemeinnützige Reichsbund-Kriegersied- lu n g, das sei nicht bestritten, hat prächtige Wohnstätten in Lank- witz und Fried richsfelde für ihre Mitglieder geschaffen: eine dieser Wohnungen in Lankwitz, Kameradenweg 9. hotte auch der Kriegs invalide B.. der infolge offener Lungentuberkulose vollkommen erwerbsunfähig ist, innc, doch konnte er sich dieses Wohngliickes nur erfreuen, solange ihm sein früherer Arbeit- geber monatlich 50 M. Mietezuschuß gewährte, da er sür seine Zweizimmerwohnung monatlich 80 M. zu bezahlen hatte. Nun aber hat ihm seine frühere Firma den Zuschuß gesperrt, und der Man ist genötigt, sich nach tiner billigeren W o h»- gelegenheit umzusehen. Sein Wohnungsamt Prcnz- lauer Berg, bei dem er seit 1925 eingetragen ist, weist ihm auch Wohnungen zu, jedoch sind diese für den schwerkranken Mann, der laut Attest der Lungenfürsorge unbedingt ein Zimmer für sich allein haben muß, Licht und Luft braucht und keine Treppen steigen kann. mehr als ungeeignet. Daß der Mann, der sich mit seiner letzten Kraft zur Wohnungsbesichtigung unter anderem nach der Schön- h a u s e r Allee schleppt, um dort im Quergebäude 4 Treppen hoch eine dumpfige, total verwohnte, finstere Einzimmerwohnung mit Küche vorzufinden, vor Erbitterung nunmehr alle Wohnungs- Zuweisungen einfach in den Papierkorb wirst, kann man verstehen. Auk der anderen Seite ist es natürlich für das Wohnungsamt außer- ordentlich schwer, bei einer Anwärterschaft von 20 000 Wohnung- suchenden jeden Fall individuell zu behandeln. Es wäre ober nicht mehr als recht und billig, wenn man Menschen, die Kraft und Ge- fundheit fürs Vaterland geopfert haben, wenigstens soviel D a n k entgegenbrächte, um ihnen eine menschenwürdige, ihrem Gesund- heitszustand entsprechende Wohnstätte nachzuweisen. Der Mann will gern« 40 bis 45 M. Monatsmiete bezahlen, und es wird doch schließlich möglich sein, ihm für dieses Geld eine entsprechende Behausung zu vermitteln. Den täglichen Rundlauf zum Wohnungsamt und zur Besichtigung der nach- gewiesenen Wohnungen kann der Mann vom gesundheitlichen, wie auch vom wirtschaftlichen Standpunkt aus keinesfalls mitmachen. Die llnlcrsuchungskommifsion zur Aufklärung des Zülerbogcr Eisenbahnatlenlates, deren Bemühungen leider immer noch keine Erfolge gehabt haben, ist jetzt von Zimmer 52 des Polizeipräsidiums nach Zimmer 132b im ersten Stock, Eingang Zllexandcrstraße, vcr- legt worden. Vorlräge über die Grundzüge der öftenMchen Hygiene. Im Rahmen der von der Volkshochschule Groß-Berlin in diesem Winter zu veranstaltenden Kurse wird Genosse S t a d t a r z t Dr. Bejach Vorträge über die„Grundzüae der ösfent- l i ch e n Hygiene" halten. Im einzelnen wird Dr. Bejach über die klimatischen Einflüsse, die Luft, ihre gas- und staubförmigen Bc- standteile und ihre Hygiene, das Wasser und seine Hygiene, die Ab- fallswffe und ihre Beseitigung. Nahrungsmittel-, Wohnungs- und Gewerbehngiene sprechen. Die Vorlesungen beginnen am Mittwoch. dem 14. Oktober. 20 Uhr, im Gesundheitshaus, Am Urban 10/11 (Lesesaali, und finden an jedem weiteren Mittwoch der Monate Oktober bis Dezember statt. (Gewerkschaftliches siehe 1. Beilage.) Berantwortlich flic Volitik: Birt« Schill: Wirtschaft:®.(tlinacUBfcr; Sewerlschaftsbiwraunq: 3. Sitlnct: 5ZfuiD(ton: St. Iol,» Sifiifonwü; gofalfS unl> 6onfti(tt9; iZrii, Zlarstädt: Sliwiatn: Td. Stocke: sämtlich in Berlin. Verlan: Vorwärts. Berlaa®. in. b. 6.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerel und Berwssanstalt Paul Einacr u. Co. Berlin 65B 68, Lindcnstrote Z. Kierzu Z Beilaaen. WERTHEIM Zusendung von 5 M an. Obsf, Gemüse u leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt ScKvafi(Pcrfult £ehensmStte1 Frisch« Fleisch Suppenfleisch Pfund 0.66 Roastbeef m. Kn., Pfd. 0.96 Sdimorfl. ohne Knodi. 0.98 Rinderfilet.. Pfund 1.80 Roher Talg..Pfund 0.30 Gebadetes.. Pfund 0,70 Sdiwelneschink.tJeiiO.SZ Sdiweinckimrn u.Sdiuft 0.83 SchweinekoleiettPfd. 0.98 Kalbskamm. Pfund 0.66 Kalbsbrust u.-Radcen 0.76 Kalbskeule o.Bsiiage 0.82 Eisbein DJS Spitzbein 0.20 Kahler(<«■«. flippttpev 0.80 Bcrrl. Bratwurst Pfd. 0.98 Rinderherzen Pfund 0.52 Rinderbadce. Pfund 0.48 Obst Wirtschattsüpfel p" 0.45 Musüpfel.. 3 Pfund 0.25 Kochbirnen 3 Pfund 0.25 Ehüpfel... 2 Pfund 0.25 Weintrauben 2 Pfund 0.36 Wurst waren Hausmach.-SUIze fts« 0.48 Speckwurst..Pfund 0.85 Dampf- u. Fleischw. 0.88 Landleberw. Pfd. i.ts 0.95 Mettwurst(Br. Art) Pfd. 1.08 Jagdwurst.. Pfund 1.06 Leberwurst f«in«<.48 1-25 Gemftse Rotkohl.... Pfund 0.05 Weih-u-Wirsingkohl 0.05 Möhren gewasdi. 3 Pfd. 0.1 0 Mürk. Rübchen 3Pfd. 0.20 Sellerie... 3 Pfund 0.25 Blattspinat..3 Pfund 0.2 8 Kolonialwaren Bruchreis... Pfund 0.13 Tafelreis Pfd. i.i4,«.is0.16 Haferflocken. Pfund 0.22 Hartgriel). Pfund#.18 0.26 Auszugmehl Pfd.«j# 0.27 Gelbe Erbsen pol. o.is 0. 28 Käse u. Fett Camembert voiifatt 0,35 Schachlal Harzerkäse ca. i Pfd. 0.35 Feinkostkäse tdfalhtl 0.42 Blodckäse TIMtor Art 0.60 Tilsiter voiifatt..Pfd. 0.72 Schweizer din., V. fatf 0.72 Briekäse....Pfund 0.78 Schweizer �"p�'S 1.34 Margarine. i Pfund 0.75 Brat.- u. Rohschmalz 0.58 Molkereibutter Pfd. 1.18 Tafelbutter. Pfund 1.36 Markenbutter Pfund 1.46 V, Doja Konserven Kohlrabi 0.50 Spinat 0.45 Brech- u. Schnittbohnen junza 0.48>. Sorte 0.60 Gemüse-Erbsen.. 0.55 Jg. Erbsen.. sehr.„„ mitlelfein"«90 f«Jn ia25 Leipziger Allerlei. 0.85 Gemischtes Gomüse mitlelfein 1.00 1.60 Karotten. geschnitton 0«35 M"*® 0*60 Bruchspargel. mittel 1.60 Stangenspargel dünn 1,25 stark 2.10 Aprikosen V, Frucht. 0.95 Fische Rotbars o. Kopf, Pfd. v. 0.18 Schellfisch Pfd. von an 0.20 Kabeljau Pfd. von an 0.22 Kabeljaufilet von an 0.40 Grüne Heringe �0.55 Leb. Karpfen Pfd.v.an0.85 qerSucherf FeHbücklingePfd.v.an0.34 Schellfische Pfd. v. an 0.34 Makrelen Pfund v. an 0.34 Flundern... Bund 0.25 AsIa Pfund„ mf, Bund. v. an 2.50 v. an 0.34 R-chmarinaden Dose v, 0.45 Disardinen. 5 Dosen 0.95 Masig8nae Odarbrudier Pfund > von an HHWWW 88 PI. Enten Pfund von an 78 pi. Frische Tauben Stüde von an 75 pi. Preiselbeeren 5»und 90 Pf- Heringssalat Relsoualat Gefwe M*yo« /0 GeElügel, Wild Suppenhühner P(d.v. 0.60 Brathühner Pfd. v. an 0.98 Fasanen Siadc von an 2.25 Hirsch-f1«" ROcken Keula Pfd. v. an 0.65 0.80 0.95 Wein Preis« fflr Vi Rasche ohne Glas 1930 Bergzab, Leiten 0.78 1930 Mesenicher Königsberg 0.85 1929 Siefersheirner Martinsberg 1.10 1930 Wöils.einer utar 0.90 Malaga..... Liter 1.30 Span. Rotwein Liter 1.10 Weinbrand.1. Liter 4.60 1928 Hetf.Stelngrube 1.10 Nr. 473* 4S. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 9. Oktober 4931 Notverordnung und Kommunen. Die Llmschuldung— Gefährliche Klauseln bei der Michsgarantie. Die neue Rotoerordnung bringt die Regelung der Kommunal- umschuldung» darüber hinaus aber auch überraschenderweise Be- stimmungen über die kommunale Reuverschuldung. Bei der Umschuldung handelt es sich um die Frage, was nut den kurz- fristigen Kommunalkrcditen geschehen soll, soweit die .Kommunen nicht in der Lage sind, sie bei Fälligkeit zurückzuzahlen. Die Notverordnung bemüht sich nun, einen Weg zu finden, der olle Iwangseingriffe in das Verhältnis zwischen Gläubigern und Schuldnern ncrmeidet. Es wird eine Umschuldungs st elle geschossen. die nur einzugreifen hat, wenn sie von Gläubigern und Schuld- nern gemeinsam angerufen wird, auf Antrag eines Teils hin- gegen nur vermittelnd eingreifen darf. Die Umschuldung selbst soll entweder durch die Ausgabe von Schuldverschreibungen oder durch die Festsetzung von Tilgungsraten vorgenommen werden. Das bedeutet, daß in den Fällen, wo sich die Ausgabe von Schuld- verschrcibungen als unmöglich herausstellt, die Gläubiger sich damit abfinden müssen, daß die Kommunen die Schuld nach einem be- stimmten Tilgungsplan zurückzahlen. Eine weitere Bestmrmung besagt, daß ab l. April 1932 von der Hauszinssteuer 12 Proz. des Auskommens abzuzweigen und einem Fonds zu, zuführen sind, der für die Zwecke der Umschul- dung geschaffen wird. An sich ist gegen eine derartige Sicherung der llmschuldung durch allgemeine Steuermittel nichts einzuwenden. Berücksichtigt man aber, daß die Hauszins- steuer noch der neuen Notverordnung ohnehin schon um 29 Proz. gekürzt wird, daß ferner aus dem verringerten Aufkommen Mittel für die Siedlung aufgebrocht werden sollen, und daß schließlich die Länder ermächtigt werden, den Bauanteil der Hauszinssteuer zu- gunsten des allgemeinen Finanzbedarfs zu kür- ze n, so muß man zu dem Schluß gelangen, daß aus der Haus- zinssteuer für die Wohnbautätigkeit so gut wie nichts mehr übrig bleibt. In der Praxis wird also die Derdoppelnng der Hauszins- steuer mit der Umschuldung mit dazu beitragen, den Wohnungsbau aus öffentlichen Mitteln zu erdrosseln. Der Umschuldungsstellc werden überaus weitgehende Vollmochten über die Finanzen und Betriebe der Kommunen, die Umschuldungsanträge stellen, in die Hand gegeben. Sie kann die Umschuldung davon abhängig machen, daß Haushaltsdcsizite, die schon bestehen oder sich aus der Umschuldungsregelung ergeben, in Höhe der Hälfte der Zinsen und Tilgungsraten durch Ausgaben- scukungen zu decken sind. Sie kann ferner Maßnahmen verlangen, nach denen Werkstarife zü erhöhen oder auf anderem Wege die Werkscrträge zu steigern sind(es sieht sehr danach aus, als würde man hierbei hauptsächlich an einen Druck auf die Löhne und Gehälter der Werksbelegschasten denken).,.' Am wichtigsten ist aber folgende Bestimmung: der Reichs- finanzminister kann für das Reich die Garantie für Schuldner- fchreibungen übernehmen, die im Zug« der Umschuldungsaktion aus- gegeben werden. In diesem Falle sind die die Umschuldung vor- nehmeichen Kommunen bzw. Länder verpflichtet, auf Verlangen der Umschuldungsstelle„Teile ihres Vermögens an eine von der Unifckiuldungsstelle zu benennende Stelle treuhänderisch zu übereignen". Das bedeutet also, daß im Falle der Reichsgarantie für die llmschuldung die Sicherstellung des Schuldendienstes durch öffentliche Werke verlangt werden kann. Das ist freilich noch nicht ohne weiteres mit der Vcrpsändung gleichbedeutend. Man wird es vielmehr so verstehen mjissen, daß bei reibungslosen Funktionen des Schuldendicnstes der Schuldner iin Besitz des Werkes bleibt und nur bei Schwierigkeiten in der Erfüllung des Schuldendienstes der Treuhänder über dos Werk, seine Verwaltung oder eventuell Verwertung verfügen kann. Immerhin sind der Umschuldungsstelle überaus weitgehende Be- sugnisse eingeräumt und daher ist die Frage bedeutungsvoll, wie die Umschuldungs st elle zusammengesetzt ist. Hierzu wird bestimmt, daß der Umschuldungsstelle je ein Vertreter des Reichssinanzministeriums, des Reichsrats, des beteiligten Landes, der Reichsbonk, der Reichskoeditanstalt und des privaten Bank- gewerbes(wahrscheinlich der Hypothekenbanken) angehören sollen und nur bei der Umschuldung einer Gemeinde je ein Vertreter der deutschen Girozentrale und des kommunalen Spitzcnvcrbandes. Diese Regelung ist sehr unbefriedigend, weil sie nicht klarstellt. ob die Sommunalvertrelcr auch bei der Feststellung der allgemeinen Richtlinien für die Umschuldung mitzuwirken haben. Es heißt nämlich in der Notverordnung, daß diese Richtlinien von der Unsichuldungssrelle festgesetzt werden: die Beteiligung der Kam- munen an der Umschuldungsstelle ist aber nur bei den einzelnen Umschuldungsantrügen vorgesehen.(Als Vertreter der Länder ist der Reichsratsvertreter anzusehen.) Es muß daher verlangt wer- den. daß in den Durchführungsvorschriften. zu denen der Reichs- finanzminstter ermächtigt ist, ausdrücklich bestimmt wird, daß die Sommunalvertretcr auch an der Festsetzung der allgemeinen Nicht- linicn für die llmschuldung mitzuwirkeu haben. Eine zusammenfassende Beurteilung der Umschuldungsregelung kann von der erfreulichen Tatsache ausgehen, daß die Pläne der Gemeinschaftsgruppe deutscher Hypothekenbanken und Siverbergs über eine zwangsweise Konsolidierung und Kon- verticrung der kurzfristigen Kommunalschulden gescheitert sind und ebenso die Anschläge auf die Kommunalwirtschaft, Sie sich in den Plänen über eine Verpfändung der kommunalen Werke zur Durchführung einer großen Umschuldungsaktion ver- bargen. Daß für bestüiiwhe--Fälle treuhänderische Uebereignung von Werken vorgesehen ist, bleibt gewiß gefährlich, und es muh deshalb von vornherein daraus hingewirkt werden, daß diese Fälle nicht eintreten, jedenfalls aber die treuhänderische Uebereignung mit den notwendigen Sicherungen gegen privatwirtschast- lichen Mißbrauch dieser Institution ausgestattet wird. Hl er wird also dauernd sorgsam« Beobachtung der weiteren Entwick- sung erforderlich sein. Im übrigen aber wird man sich angesichts der Schwierigkeit der gegenwärtigen Kreditsituation der Kommunen grundsätzlich mit der Konstruktion der llmschuldung einverstanden erklären können. Bedauerlich bleibt nur, daß das Reich sich über die Uebernahme von Garantien hinaus nicht bereit gefunden Hot, in den äußersten Notfällen auch mit seinem eigenen Kredit für bedrängte Kommunen einzuspringen. Die Bestiinnningcn der Notverordnung über die Neu ver- s ch u l d u n g von Kommunen und konununalen Kreditanstalten be- deutet«ine Verschärfung der Länderaufsicht über die Kommunen. Während' bisher im allgemeinen nur die Auflegung von Kommunalonleihcn der Ländcräufficht unterlag, bedarf nun- mehr jede Aufnahm« von Kommunalkrediten, also auch kurz- und mittelfristige Kreditgewährung an Kommunen, der Genehmigung durch die Länder, es sei denn, daß es sich um Kassenkredite bis zu einer bestimmten Höhe oder um regelmäßig wiederkehrende Ge° schäfte im Rahmen der laufenden Vcrmaltuirg handelt. Ebenso wird die Auflegung von Anleihen(außer Pfandbnefemissioiicn) durch Girozentralen, und Landcsbankenf genehmigüngspflichtig. So bröckelt unter dem fürchterlichen Druck der kommunalen Finanz- und Kreditkrise. an der aber nicht die Kommunen selbst, sondern die höhere Gewalt der Wirtschaftskrise und das Reich mit seiner ver- fehlten Arbeitslosenpolitik gegenüber den Kommunen die Schuld trägt, ein Stück der kommunalen Selbstverwaltung nach dem an- deren ab. Diskonterhöhung in Aew �ork. Di« Rew-Vorker Bundesreservebank Hot ihren Diskontsatz von i'A um i Proz. auf 2K Proz. heraufgesetzt. Der Sah von VA Proz. war seit dem 7. IRoi dieses Jahres in Gellung. England dementiert Psundstabilisierung. Das bkitische Aus- märtigc Amt dementiert amtlich die aus Paris stammende Nachricht, wonach England noch den Wahlen das Pfund auf etwa 16 M. z u st a b i l i s i c r e n beabsichtige. Schließung einer estländischen Großbank. Das Rcvaler Bank- Haus G Scheel u. Co. wurde heute auf Verfügung des Innen- Ministers vorläufig geschlossen, da es infolge der Psundkrise nicht in der Lage ist, feinen Verpflichtungen nachzukommen. Das Haus hat verschieden« cstlöndische GraßuMernehmungen mit ausländischen Kopital finanziert. Außenhandel und psundkrise. Vorlaufig kein Anlaß zu»bertriebenen Befürchtungen. In seinem neuesten Wochenbericht nimmt das Institut für Konjunkturforschung Stellung zu der neuen Lage, der sich der deutsche Außenhandel nach Aufgabe des G o l d st a n d a r d s in England und in den nordischen Ländern gegenübergestellt sieht. Die sechs Entwertungsländcr— Großbritannien mit Aegypten und Britifch-Jndien, Dänemark, Schweden, Norwegen— spielen im deutschen Außenhandel eine besondere Rolle. Sie liefern etwa l8 Proz. der deutschen Einsuhr: aber sie nehmen 2 2 P r-o z. d e r d e u t s ch c n A u s f u h r a b. Es sind(mit Ausnahme van Britifch-Jndien) gerade die Länder, mit denen der deutsche Außenhandel besonders stark aktiv ist. Im Jahre 1939 entfiel fast die 5) ä l s t e(nämlich 819 Millionen Mark) des ganzen Ausfuhrüberschusses (1642 Millionen Mark) auf den Handel mit diesen sechs Ländern. Die Währungscntwertung führt nun dazu, daß die Exportpreise der Entwertungsländcr— wenigstens für die nächste Zeit— hinter den Goldpreisen zurückbleiben. Das bedeutet zunächst, daß Deutschland seine Einfuhrwaren billiger beziehen kann, also bei der Einsuhr von der Preissenkung profitiert. Andererseits bewirkt die Preissenkung in den Entwcrtungsländcrn eine wefont- liche Erschwerung der deutschen Ausfuhr, die die Vorteile der verbilligten Einfuhr erheblich überschreiten dürfte. Als unmittelbare Folge der Währungsentwertung ist ein verschärfter Konkurrenzkampf zwischen der englischen und deutschen Industrie zu erwarten. Die Herabsetzung der Goldparität bewirkt, daß die Kosten der englischen Produktion sinken: die Löhne haben sich der Pfundentwcrtung bisher nicht angepaßt, und die Lasten aus Schuld- und Zinszahlungen sind bei steigender Produktion und steigenden Psund-Preisen(die trotz der Steigerung hinter den Goldpreisen zurückbleiben) wesentlich ge- mildert. Der Varsprung, den die deutsche Industrie bisher vor der englischen infolge niedrigerer Preise hatte, kann bei weiterer Entwertung des Pfundes durch die englische Industrie eingeholt werden. Gleichwohl braucht man vorläufig die Folgen dieses Kon- kurrenzkampses nicht allzu schwarz zu sehen. Denn die englische und die deutsche Ausfuhr unterscheide sich sowohl in der Art der Ausfuhrwaren wie nach Absatzgebieten. Während Deutschland vorwiegend hochwertige Produktionsmittel und Qualitätswaren oller Art exportiert, führt England in der Haupt- fache Stapelwaren aus. Die Ausfuhr beider Länder war im Jahre 1939 annähernd gleich groß. Aber von der deutschen Ausfuhr gingen 9,4 Milliarden Mark nach europäischen. 2,6 Milliarden Mark nach überseeischen Ländern: von der englischen Ausfuhr aber 4,5 Milliarden Mark nach europäischen, 7,1 Milliarden Mark nach überseeischen Ländern. Die Erschwerung des deutschen Absatzes auf dem englischen Markt, der allein elwa 19 Proz. der deutschen Ausfuhr abnimmt, würde alle Zweige der deutschen Fertigwarcnindustri? treffen. Ein Vordringen der englischen.Industrie aus dem d o u t s che-n. Markt würde bei dem wichtigsten englischen Einfuhrposten, bei der Einfuhr von Garnen, zu Lasten anderer Länder gehen. Abcr auch die deutschen Webereien, die Eisenwarenindustrie und der Kohlenbergbau würden unter dem Eindringen englischer Waren zu leiden haben. Auf den Konkurrenzmärkten würde England die deutsche Konkurrenz in der Ausfuhr von billigeren Waren und Stapclartikcln zurückdrängen können. Unter der vermehrten e: g° tischen Ausfuhr nach Uebersee dürften in erster Linie Japan und die Vereinigten Staaten zu leiden haben. Die hohe deutsche Ausfuhr von Eisenwaren, Maschinen und Chemikalien nach Britifch-Jndien und Argentinien könnte von der verbilligten englischen Ausfuhr zum Teil verdrängt werde». Auf den Märkten Mittel- und Osteuropas wird die englische Industrie kaum vordringen, da sie hier auch vor dem Kriege schwach vertreten war. Dagegen könnte auf den nordcuropäischcn Märkten die deutsche Textilindusiric großen Schaden erleiden. Qurch einfaches Pudern ■wird JhrTfaar sofort iodker und duftig. Qie Ondulation, bleibt erhalten. Sie erreichen dies durch die JCaarwäsche ohne Wasser Schwarzkopf Trocken-Schaumpön I I 1 I ie. qute imd, rrußcLz ZIGARETTE A2ET ZIGARETTEN- FABRIK G-M-BH VERTRIEB: M E U A B A T Z 1 Q A R E T T E N H A N O E L S<3 E S E U IL S C M A R T M-S-H ZW�ipNIEOERIrAESUNS BERLIN CS. NEUE PROM E N AD E 6. TEL: O 2 we lOE NOAM M 2*09 Die TeMkrise der Welt. Aeun bis zehn Millionen Textilarbeiier unter dem Krisendruck. Die Weltwirtschaftskrise hat die internationale Textilindustrie außerordentlich scharf betroffen. Im vergangenen Jahre hat sich zum ersten Male seit dem Kriege gezeigt, daß derKonjunkturver- lauf bei sämtllchen Textilindustrien in eine einheitliche Dichtung gegangen ist. Dabei zeigt sich allerdings, daß die krisenhaften Zusammenbrüche in ihrer Art und ihrem Zeltpunkt nach charakteristische Unterschiede aufweisen. Das Konjunkturinstitut unterniimnt jetzt im Sonder- Heft 24 der Vierteljahreshefts den Versuch, all Hand eines umfassen- den statistischen Materials den Konjunkturverlauf aller wichtigen Textilindustrien der well bis zur Gegenwart zu verfolgen. Die wesentlichsten Krisenursachcn für die Textilindustrie, als den typischen Vertreter der Konsumgüter- industrien sind noch der Untersuchung folgende Erscheinungen: 1. die über den Verbrauch hinausgehende Leistungssteigerung: 2. die Wirtungen des Krieges, insbesondere die unorganischen Grenzziehungen in Europa; 3. die Verbrauchs- und Geschmacksänderungen(die Produktion an Kunstseide hat sich seit 19Z3 auf nahezu das siebzehnfache gesteigert) und 4. die technischen Fortschritte im Verarbeitungsverfahren. Die enorme Bedeutung der Textilindustrie für die Weltwirt- schast wird zunächst in der Zahl der Beschäftigten ersichtlich. Die Welttextilindustrie umfaßt nach vorsichtiger Schätzung 9 bis 10 Millionen Arbeiter. das sind etwa 7 bis 10 Proz. der gesamten Jndustriearbeiicrschaft der Welt. Rund 80 Proz. der gesamten Textilarbeiterschaft ent- fallen auf nur acht Länder— Deutschland, England, Frankreich, Italien, Rußland. Vereinigte Staaten, Japan und Indien—, auf die zusammen mehr als 6 Millionen Textilarbeiter kommen. Der Vrutto-Produklionswerl der Welttertilindustrle wird für 1928 auf 80 bis 90 Milliarden Mark geschäht. Hiervon entfallen auf Großbritannien 14 Milliarden, Deutschland 8 bis!) Milliarden, Frankreich b,ö bis 7 Mil- liarden, Rußland 4,8 Milliarden und die Vereinigten Staaten 1ö,S Milliarden Mark. Der Produktionswert der beiden bedeutendsten asiatischen Produzenten Britisch-Jndien und Japan wird zwischen 4,5 und 5,5 Milliarden angenommen. Leider liegen für China keine Produktionsstatistiken vor. Die überragende Be- deutung der bereits erwähnten acht wichtigsten Textilindustrien zeigt iich noch deutlicher als am Arbeiterstand darin, daß auf diese Länder mehr als 86 Proz. der Welttextilproduktion ent- fallen. Weitaus an erster Stelle stehen die USA. mit 25 Proz., so- dann England mit 18 Proz., dem an dritter und vierter Stell« Deutschland mit 11 Proz. und Frankreich mit 9 Proz. folgen. die Auflockerung der internationalen Arbeitsteilung in der Nachkriegszeit mit unvorhsrsehbarcr Schnelligkeit vorange- trieben. Die Last dieser Umwälzungen hat das alte Textil- Zentrum Europa zu tragen, vor allem Großbritannien. Es zeigt sich der Rückgang der europäischen Textilindustrie am deutlichsten darin, daß in der gleichen Zeit, wo die Textilproduktion der Welt um rund 40 Proz. gesteigert wurde, in Europa ausge- sprochens Stillstands- und R ü ck g a n g s erscheinungen vor- herrschen. Gegenüber einem Index von 100 im Jahre 1913 ist im Durchschnitt der Jahre 1926 bis 1928 die deutsche Produktion auf etwa 94, die französische gleichfalls auf 94 und die englische Pro- duktion sogar auf 74 Proz. gesunken. Demgegenüber zeigt der Produktionsindex der Vereinigten Staaten einen Stand von 170, von Kanada von 181, von Chile 164, von Australien 162, von Neuseeland 162 und von Britisch-Jndien 155 Proz. Allen Staaten voraus sind Japan mit einem Produktionsindex von 229 und China mit 293 Proz. Dementsprechend ist der Bestand an Baumwollspindeln in Großbritannien von 1914 bis 1930 von 55,97 auf 55,02 Mil- ltonen und in Deutschland von 11,4 auf rund 11 Millionen gesunken, während er in Europa insgesamt von 100,2 auf 103,8 Millionen nur unwesentlich gestiegen ist. Auf der anderen Seite aber hat der Bestand an Baumwollspindeln in der asiatischen Textil- industrie in der gleichen Zeit von 9,7 auf 19,8 Millionen zuge- nommen, sich also mehr als verdoppelt. Die gleich« Er- scheinung findet sich bei den Webstühlen, deren Weltbestände seit 1914 um 11 Proz. seit der Vorkriegszeit gestiegen sind. Hier hat sich die Zahl der Webstühle in Asien um 130 Proz., in Japan allein um 300 Proz. und in China sogar um mehr als 400 Proz. gesteigert. Damit ist der asiatische Anteil am Iveltbestand von Webstühlen von 4,3 auf 8.9 Proz. gewachsen, während sich Europas Anteil von 07 auf 02 Proz. gesenkt hat. Aus diesen Ziffern geht klar hervor, wie sehr die sprunghafte Ent- wicklung in den überseeischen Textilindustrien, besonders im Baum- wollgewerbe, die beherrschende Stellung des alten Textilzentrums Europa unterwühlt. Bis zur Jahresmitte 1930 weist der Konjunkturverlauf in der Welttextilindustrie noch verschiedenartige Entwicklungstendenzen aus, um sodann auch bei den Ländern, die bisher den Krisenerscheinungen noch erfolgreich Widerstand geleistet hatten, den allgemeinen Abschwung der Konjunktur eintreten zu lassen. Bei der europäischen Textilwirtschast sind ins Gegensatz zur allgemeinen Konjunkturbewegung, die erst Mitte 1929 einen Rückschlag erhielt, bereits seit der Jahreswende 1927/28 mehr oder weniger scharfe Abschwungstendenzen festzustellen. Diese Bewegung prägt sich am deutlichsten in den zentraleuropäischen Ländern aus. Die deutsche Textilkonjunktur wurde nach den verschiedenen Wellen- bewegungen der vorhergehenden Jahre Anfang 1930 besonders durch die Verschlechterung des Masieueiokommev» auf dem Inlandsmarkt schwer betroffen, während zu gleicher Zeit dck Kampf um die Aus- landsmärkte sich zusehends verschärfte, so daß der Export um rund 22 Proz. zusammenschrumpfte. Alle Depressionsfaktoren zusammengenommen, das rückläufige Masieneinkommen, gewaltsamer Lagerabbau unter dem Druck sinkender Preise und steigende Aus» fuhrschwierigkeiten führten 1930 zu einer weitere» Drossetu»g von Produktion und Beschäftigung, so daß der Um- fang der deutschen Textilproduktion 1930 um rund 20 Prag, unter dem Vorkriegsstand lag. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die europäische Textilindustrie seit 1927 unter dem besonderen Druck der strukturellen Hemmungen steht, die ihr äne besonder« Krisenempfindlichkeit verleihen. Dies trifft insbesondere auf Groß- britannien zu, das mit seiner Jahresproduktion von rund 14 Willrarjdeu Mark Wert zu mehr als 45 Proz. auf den Export angemiefea ist. Hier hat sich die Baumwollwarenausfuhr von 1924 bis 1930 um 46 Proz., die Garnausfuhr um 16 Proz. und die Wollgewebe- ausfuhr um 49 Proz. vermindert. Im Gegensatz hierzu ist die Krise in der nordamerikanischen Textilindustrie, deren Ausfuhr so gut wie gar keine Rolle spielt, ausschließlich aus binnenwirt» schaftliche Einflüsse zurückzuführan. Die Srisis des Jahres 1930 hat den Ausbau der überseeischen Textilindustrie jäh unterbrochen. Die Jodustriallsicrungs- tendenzen der Rohstoffländer werden sich aber nach Il-berwiudung der Krise wieder durchsehen. Es kommt hinzu, daß das Bestreben zur Erhöhung der Eigenproduktion in den Rohstoffländern durch den Preissturz der Textilrohstoffc verfkärk« wird. Alle diese Erwägungen legen den Schluß nahe, daß der strukturelle D r u ck. der auf dem allen Textilzentrum Europa loste», auf obseh- bare Zeit involler SchSrfebe stehenbleibt. Keinkindersystem vorherrschend. Beachtliche Zestsiellungen in der„Wirischafiskurve'. Die vierteljährlich erjcheinende„Wirtschaft-kurve' der Frankfurter Zeitung(Societöts-Verlag, Frankfurt a. Tl., Einzelheft 3 M., Jahresabonnement 8,80 M.) beschränkt sich nicht darauf, in jedem Heft eine ausführliche Uebersicht über die Kon- juntturentwicklung zu geben. Neben den mit reichem statistischen Material und bildlichen Darstellungen versehenen Einzeluntersuchungen über die Märkte(Arbeitsmarkt, Geld- und Kapitalmarkt) finden sich stets eine Reihe von Sonder- beitrügen, die Einzelprobleme der Sozial- und Wirtschaft«;- Politik behandeln. Besonderes Jnteresie beansprucht eine in Heft H des Jahrgangs 1931 wiedergegcbene Untersuchung von Ernst Kahn, betitelt „K e i n k i n d e r s y st e m". Das überraschende Resultat lüeser Untersuchung ist, daß Deutschland nicht, wie vielfach angenornmen wird, vom„Zweikindersystem* zum„Einkindersystem* übergegangen ist, sondern daß in Deutschland das„Keinkindersystem* vor- herrscht. In Preußen bleiben jetzt durchschnitt- lich 35 bis 40 Proz. der Ehen kinderlos. Natürlich bestehen große Unterschiede nach einzelnen Gebieten: so ist die Kinderlosigkeit in Berlin und Frankfurt besonders hoch, während Obcrschlesien verhältnismäßig kinderreich ist. Neben dieser bevölkerungspolitischen Studie sind«» sich nicht minder interessante Sonderuntersuchungen über den öffentlichen Haushalt in der Krisegep8k.1pfd. 0,60 Schweineköpte m. S-«»,. pi«. 0,36 RUCkenfett bratfertig. PIA 0,80 Schweinenieren...... Pfd. 0,84 Rinderlunge frisch....pm. 0,36 Gefrierfleisch Schmorfleischo.Kn.,PfAt.0,90 Hammel-Vorderftalick, m*.0,60 Rinderleber......... Pfd. 0,98 Wurstwaren Käse und Fette CtfüiiterSchinkanmitPistuien. Pia 1,25 Romadour halbfatt, Stack 0,1 8 Breslauer BrUhwurst Pfd. 0,98 CamemberttoUfatt,Seiiieiit«i 0,20 Knoblauchwurst..... pia 0,98 Allg.StangenkllsezovPfA 0,46 Schlnkenpolnlsche.. PfA 1,08 Harzer Käse.......... Pia 0,35 SUIzwurst.............. PfA 0,78 Tilsiter vouiett......... PIA 0,72 Floischwurst......... pia 0,88 Edamer wi,,............ PIA 0,80 Mettwurst Brschw. Art, pia 1 ,08 Holländer«'/»........ PfA 0,80 Jagdwurst............. Pia1,08 Brlekäse toufett....... pia 0,78 Bauern-Leberw.r.Kn�tn.PtA 0,85 Blockkäse Feine Leberwurst...PfA 1,25 Tiisiter Art, zoi,......... PfA 0,60 Bierwurst.............. pia 1,30 Blockkäse Zervelat Oder Salami....PfA 1,35 Art, 90'!,... PfA 0,98 Teewurst um.......... Pfd. 1,40 Schweizer tou/ett, PfAton 1,34 Filetwurst............. Pfd. 1 ,38 Margarine...... a PfAmn 0,75 Dampfwurst........... Pfd. 0,88 Bratenschmalz...... PfA 0,68 Speck wiPiA0,95Imi|.«Riii)«piAi1i5 Kokosfett........... a PIA 0,75 Frische Blut- u.Leberw.„ Molkereibuttor...PtA™ 1,18 Hausmacherart............ PfA 0,70 Markenbutter, II«rlairtia, PIA 1 ,46 Bowlen- und Tischweine Pnu« ohne nasch« 1930er Edenkobener Weisswein.........«mt.0,68 ion. 6,60 1930er Treiser Castel Mssei.............. �.'i, Fl 0,95 iofi 8,00 1g2gsr Siefersheimer Horn Natur..........«/, fl 1,25»o Fl 12,00 1929or Senheimer Lay, Mosel...............>/,n 1,25 w Fi 12,00 1929er Brauneberger Riesling............ FI. 1,45 10 Fi. 14,00 1926 er RUdesheimor nehr gut« QnallUt...... Vi Fl 1,45 10 Fl. 14,00 Malaga dunkel oASonnengartner..........>,, n 1,45 iofi. 14,00 Johannisbeerw., Cidor»a. Rheinpf.Weissw.Ltr. 0,75 s Ltr. 3,50 Rotwein mittelvoll« gnalllAt....................... Ltr. 0,85 5 Ltr. 4,00 Roter Tarragona od. Griechischer Muskat Ltr. 1 ,00 sLtr. 4,75 Original-Douro-Portwein....................... Ltr. 1,85 5 Ltr. 3,75 Deutscher*** Weinbrand ahgeiagert« Qnaiim............. Ltr. 4,60 IAmeergeieShiillaa Sllligf 1928er St Estftpiii, Bordeaux! 1828er St EmilloR. Bordeaux Flaaoh« 10 Flaschen 10|S0[ FlaCch«*1 ,30 fp Flasehan 4 1,50 1 Konserven v, dos« Stangenspargel mittetet 1,90 Stangenspargel so/soer.. 1,65 Brechspargel mittctetark 1 ,60 Brechspargel dann....... 1 ,26 Junge Erbsen sehr fem... 1,25 Junge Erbsen aittaifetn.. 0,80 GemUseorbsen.......... 0,55 Junge Brechbohnen.... 0,45 Junge Schnittbohnen... 0,45 LelpzigerAllerlei........ 0,85 Haushaltmischung las getrockneten Brhsen....... 0,46 Span. Aprikosen'l, Fracht 0,96 Erdbeeren................. 1,25 Ananas.......... 8 Scheiben 1 ,20 Apfelmus tafelfartig........ 0,72 Heldelbeeren............ 0,86 SQsskirschen mit Stets... 0,95 Kolonialwaren Linsen................. PfA 0,18 Weisse Bohnen..... Pfd. 0,18 Erbsen................ PfA 0.20 Haferflocken.......... PfA 0,22 Bruchreis............. H. 0,60 Birnen.................. ptd. 0,58 Pflaumen.............. Pia 0,28 Kaffee frisch gahr, PIA ton 1 ,88 Kakao leaa, atarkanttlt, PfA 0,60 Obst und Gemüse Musäpfel.........—»KA 0,26 Qravenstelner PfA 0,1 6 Kochbirnen.........»«4.0,26 Essbirnen...... a PfA ton 0,26 Weintrauben....... a pia 0,36 Preisseibeeren...» pia 0,90 Woisskohl PIA 0,05 Wirsingkohl pia 0,05 Rotkohl..... Rosenkohl. Spinat....... Möhren i Kürbis im i Sellerie.......... Märk. RObchen. Kartoffeln....... —PfA 0,05 WA 0,3� — PfA 0,10 —3 PfA 0,1 0 ...PfA 0,04 » PIA 0,26 PfA 0,15 ■tO Pia. 0,30 Fische und Räucherwaren 'Schellfisch m. iL, tg„PfA 0,20 Schellfisch gattiiehart, pia 0,34 'Seelachs ir.e.tepf.ig.nd.TM 0,24 Makrelen«arSiiohert..PfA 0,34 'Island-Kabeljau SeelachsgaTtoehart....Pu.0,48 o. Kopf, Im ganzen, PfA*. 0,27 �bara gerluchart..-. PfA 0.43 RotbarS im ganzen...PfA 0,1 8' .........°Ä95 rad 8 Domb 0,88 Grüne Heringe.... 3 PfA 0,55 nschmarinaden •Lebende Aale....PfAton 1 ,30 � Dote 0,75 jj, 0 44 'Leb. Karpfen... PfA ton 0,85 Sauerkohl............. p«. 0, 1 0 Bücklinge..........PfA ton 0,34»h, tllta Blnara tntaar ladraantruaa Wild und GefiQgel Enten............. PfA ton 0,78 Hirachblätter...PfA ton 0,65 Hühner Mach...... PfA ton 0,80 HirschrUcken.... PfA ton 0,80 WolgahUhnerga£rer„PfAt. 0,88 Hirschkeule...... Pf« ton 0,95 Gänsestückenflelschhd.,.0,90 Hasen pih.i.otjaaorfeadd.T* 0,95 Hirschragout.... PfA ton 0,38 Gänse............. PfAton 0,88 Kl mar ca. 2 PIA KonfitÜPO Himer ca. 2 Pfd. Aprikosen................ 1,101 Erdbeer.................... 1,30 Johannisbeer............ 1,10 Himbeer, Kirsch........ 1,30 Konfitüren l/z Pfd. Dominosteine.. 0,45 2 Rollen Keks LOallsphan 0,45 12 Stück Schokoladen- BTfl.Vollni.-Schok.hioog 0,95 herzen oder-brezeln 0,45 1 Pfd. Streuselkugeln.. 0,95 VjPfd. Kokosmakronen 0,45 1 Pfd. gebr. Mandeln- 0,95 Paket-Versand nach U.d.S.S.R. Auf Grund unserer Abmachungen mit der�Derutra« haben wir das ausschliessliche u. alleinige Recht für Deutschland, Bestellungen von Privatpersonen auf Lebensmittel sowie auf sä mtl. Artikel des taglichen Bedarfs zur Versendung an Privatpersonen nach Sowjef-Russland anzunehmen u. in Paketen dahin abzusenden. Die Versendung der Pakete erfolgt durch uns direkt und�wfrObernehmen für die Ankunft der Pakete die Gewahr. Die Aushändigung der Pakete an die Empfänger erfolgt ohne weitere Nachzahlung. Verlangen Sie unsere Spezlal-Angebotel I!r 473»«s Zabrsang zreitag, s Oktober Im Hochzc itshause an einem gewaltig langen Tisch, mit Essen und Trinken beschZfklzt, faßerTdie Gaste, b ranne Gesichter, sehnige und breite Gestalten.— Ich spürte in der Nähe des Brautpaares umher. „Welche ist Jette Mamsen?" fragte ich leise. „Die mit dem weißen Scheitel und dem Spitzentuch." „Das dachte ich mir." Es war heute noch zu erkennen, daß sie. ein schönes Mädchen gewesen war. Sie war eine von den Frauen, die ihr Leben lang Milde und Sicherheit, ein liebesoolles Lächeln ausstrahlen. Ihre Haut war, ihrem Alter zum Trotz, fast gar nicht gerunzelt, ihre Augen waren mädchenhaft blau. Ach, bedeutete die Angst in Petersens alten, kinderhaft gebliebenen Augen vielleicht wirtlich nichts anderes als die Frage: Ob ich sie noch einmal wiedersehe?(Schluß folgt.) man ihn gar unter irgendeinem Vorwand pensiomeren—— und was bekommt er denn monatlich Pension? Knapp so viel, daß es zum Leben reicht-- und fein Junge sitzt auch schon seit Monaten, seitdem er ausgelernt hat. ohne Arbell zu Hause. Was dann? Was sollen sie dann machen?-- Wenn ihm nur heute nichts passiertl Er ist so aufgeregt, daß schon ein paarmal nicht, viel gefehlt hat, und es hätte einen Zu- sammenstoß gegeben. Wenn er nur heute gut davonkommt! Er weiß genau: Wenn ihm heute jemand vor den Wagen kommt, dann werden, dann müssen seine Nerven versagen. Er wird. nicht mehr imstande sein, alles Nötige zu tun—— bremsen— Sand streuen— Fangvorrichtung auslösen-- Wenn nur die zwei Runden, die er noch zu fahren hat, erst vorbei sind! Er spricht mechanisch vor sich hin:„Bremse— Sand streuen-- Bremse— Sand streuen." Der Gegenwagen kommt aus dem Tunnel. Der Fahrer gibt Strom und fährt in den dunklen Schacht hinein. In weiten Ab- ständen brennen trübe die elektrischen Lampen. Ein Wellchen später wird es hell. Er schaltet weiter, und langsam fährt der Wagen die Böschung hinaus. An der Endhaltestelle steigt er schwerfällig von der Plattform und geht in die öffentliche Fernsprechzelle. Er läßt sich mit dem Krankenhaus verbinden und erkundigt sich nach dem Befinden des gestern eingelieferten Chausseurs. Wie eine Ewigkeit erscheint ihm die Zeit, bis er Auskunst bekommt. Aber dann..... Eine Schwesternstimme antwortet:„O, es ist nicht so schlimm, wie es anfänglich aussah! Es geht ihm schon ein bißchen besser. In der Hauptsache war es wohl der Schreck, der ihn so mitgenommen hat. In vier Wochen läuft er wieder munter herum!" Der Mann hängt den Hörer an.„Der Schreck— ja, so, der Schreck war das Schlimmste....."— Er atmet tief auf. Eine Last ist ihm vom Herzen genommen. Ja, die Schwester hat recht, der Schreck ist wohl immer das Schlimmste— alles andere nachher ist nur halb so schlimm!— Ordentlich froh ist er, als er wieder nach seinem Wagen zurückgeht. Eine Stunde später häll er wieder vor dem Tunnel. Die Sonne scheint: auf der Böschung rechts und links von der steinernen Rampe blühen kleine, bunte Astern. Der-Fahrer denkt:„Wie schön das aussieht, all die bunten Blumen— daß ich das vorhin nicht schon gesehen habe..."— Dann spinnt sich ein anderer Gedanke da- zwischen:„..... in vier Wochen läuft er wieder munter herum...." Er lächelt zufrieden und beruhigt vor sich hin.„Ach ja", denkt er,„der Schreck ist immer das Schlimmste— aber es wird schon alles gut werden..." Und während der Gegenwagen heranklingelt, schaltet er auf Fahrt, und langsam rollt der Wagen in den Tunnel. gerdtand:'IHijffPi* XiUHt Hinter dem Schanktisch steht die Wirtin und spült die Gläser. Zwei Seroierfräuleins erzählen sich eins. Sie haben ihr Privat- lächeln aufgestülpt. Bald werden Gäste kommen. Dann müssen sie die einstudierten Larven vor sich hertragen... Es ist die Stunde der Dämmerung. Draußen heult und rasselt der Verkehr. Die Läden werden geschlosien. Zerarbeitete Menschen hasten heim. Und nur selten verirrt sich jemand in dies Lokal, dessen Illumination noch nicht ausgeblüht ist, in dem man auf späte Gäste eingestellt ist. In dem Raum, der sich an den Schankraum anschließt, brennt nur ein einziges, winziges bonbonrosa Aempelchen. Hier befiirt*1 sich das Liebeslaubenparadies, das Kuschelkojengehege der zu später Stunde erstorbenen, leergefegten Industriegegend. Hier sorgt— laut Anschlag am Schaufenster— von acht bis drei Uhr„Mister Lütiti" für„Humor, Stimmung und Gaudi". Hier steht ein Klavier. Und hier sitzt jetzt ein alter Diann. Er sitzt in einer der Nischen, unter dem süßliches Gesunzel verbreitenden Aempelchen. Was tut er da? Er schreibt! „Herr Kapellmeister", raunzt die fettige Stimme der Wirtin aus dem Schankraum,„Herr Kapellmeister, wollen Se nich was spielen? Die Loni wird die Tür aufmachen. Dann kommt viel- leicht schon jemand. Was recht Flottes, bitte!" Aber die Wirtin erhält keine Antwort. Sie ist sehr ärgerlich. „Nischt als schlafen kann der Pslaumenauiust!" sagt sie. Und die Mädchen nicken.„Lassen Se doch man den ollen Nieselpriem", sagt die eine,„den setzt der Chef ja doch bald raus! Dann hat's sich ausgekapellmeistert! Dann kommen die Höfe dran! Jetzt schlägt er sogar schon Liköre aus, die die Gäste für ihn bestellen. Und ich komme um meine Prozente..." Der alte Mann, der da hinten tief über das Papier gebeugt sitzt, hört das alles. Er hört noch viel mehr. Er hört schon das „Hinaus!". Er sieht schon die Straße, an deren Rand er verrecken wird. Ein« Straße wie alle anderen... Aber die Worte ziehen fern an ihm vorbei. Bald, sehr bald, wenn die ersten Gäste ein- getreten sind, wird er mit einem winzigen, knallbunten Clown- Hütchen vor dem Schädel die Tasten bearbeiten, er, der Kapell- meister, dessen vorletzte Station dies unsaubere, verräucherte Lokal ist. Jetzt aber schreibt er Noten. Jetzt überträgt er eine Partitur von einem oergilbten Manu- skript auf frisches, neues Notenlinienpapier. Würde ihn jemand fragen, was es denn für eine Oper sei, mit der er sich so unendliche Mühe gibt, er würde nicht antworten. Und daraufhin vielleicht noch früher aus der Straße liege». Ich aber weih, was der alte Kapellmeister da Uberträgt. Es ist das Werk eines Zwanzigjährigen, der voller Hofsnungen stu- vierte, es ist eine Oper, die ein Leben lang im Koffer ruhte, wäh- rend der Komponist seine Hofsnungen aufblühen und erlahmen sah und begrub, während er von Konzertsälen in Cafes wanderte, von dort in kleine Tanzlokale und immer weiter herunter, bis er mit einem Quartett als der„allbelicbie Dirigent" in viertrangigen Bummslokalen„konzertierte", bis er hier landete, hier, wo man schon keinen Wert mehr legt auf seinen Namen, wo man ihn als� „Mister Lütiti am Klavier" ausposaunt... Aber das ist noch nicht die letzte Station... Ich weih, warum der Alte so sieberhast an der Umschrift der Opernpartitur arbeitet. Sie ist seine letzte, verzweifelte Hoffnung. Sein Jugendwerk, vielleicht seine tinzige Komposition, soll ihn vor dem Hunger schütze». Jetzt kommen die ersten Liebcslaubengäste. Ein Kranz von bunten Ampeln erstrahlt... Der alte Pianist verstaut seine Arbeit. Nun geht er ans Klavier, setzt sich das krcischkomische Hütlein auf. Dann hämmern seine müden Finger einen Marsch... Handschuhe sind dem Abendland seit dem ö- Jahrhundert vor Christi bekannt. Um jene Zeit lernten die Römer und Griechen die Handschuhe in dea Perserkriegen kennen. Das menschliche Gehirn soll seine volle Entwicklung beim Manne um das 2g. Lebensjahr, bei der Frau um das 18. erreichen. Selbstmordstakistik. In Europa begeht durchschnittlich jede- fünfte Minute ein Mensch Selbstmord. Waller Schirmeier: Abi. Funltionärsltzung o» bekanutcr Stelle. 73. Abt. 26 Uhr FunUwnitrsitzung bei Wtnster, Breite Straß«. 61. Abt. Aibeitatreiz junger Genossen: Restaurant Rausch, giughasenstr. N. Genosse Faii:...strcditbcschasfung, Währung und Wirtschasispolitik". 12». Abt. 26 Uhr Funttionärsttzung an belannter Stelle. 136. Abt. Abrechnung beim AbteUungstassicrer nur bis IS Uhr. Morgen, Sonnabend, 10. Oktober. 21. Abt. Sitzung(ömtlichct Funktionäre in der Geschäftsstelle, Utrecht« Straße 21..___ 37. Abt. Arbeitsaemeinschoft der jüngeren Parteimitglieder und SAN. Im Jugendheim Ehcrtnstr. l2. Bortragender: P. Krause. All« jüngeren Partei. Mitglieder von IS— 30 Jahren sind eingeladen 34.«dt. 20 Uhr Funttionärsitzung bei Kasper, Vorstand sh Stunde vorh« (19� Uhrl. 37.«dt. 19 Uhr Sitzung des Abt-ilunasvorstand-s mit den Gruppenführer». Anschließend um 20 Uhr Funttionärsitzung bei Thunack, Wielandstr. 4. 131. Abt. Bezirk Blaakenfcldc: Mitglicdcrocrsamwluua um 2» Uhr im lokal Müller, Schildower Str. 3. Referent: Genosse Srust Rcuwa»»:„Die schastlichc und p-lUische Lage". Wirt. Sonntag, 11. Oktober. 2l. Adt. Arbeitskreis füngerer Genossen: Besichtigung der Bundesschul« des ADSB. Treffpunkt S Uhr Bahnhof Gefundbrunnen. Frauenveranstaliung. 13». Adt. Die Besichtigung des Frauenmuseums kann heute. Freitag, nicht stattfinden, sondern erst am Dienstag, 13. Oktober. Treffpunkt Endstation der Straßenbahn um IßfH Uhr. Lezirksausschuh für Arbeilerwohlfahrl. Semiaae sind bi» s toohlkodl»..__________ r r... 3, Svei« Wedding. Sonnabend, 10. Oktober, 16 Uhr, Besichtigung de» Er» iiehungsheimez im Kloster.„sium guten Hirten", Reinickeudorf. Ost. Residenz. Maße 90. für die Mitglieder der Fachgruppe Jugendwohlfahrt. Treffpunkt der Teilnehmer lö% Uhr vor dem Heim. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Freitag, 9. Oktober, ISUt Uhr. Helfersitzung d« Arbeiterwohlfahrt, Danziger Str. 64, Zimmer 4, im Bezirksamt. Erscheinen aller ist Pflicht wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung.„Fragen und Organi. saticn der Winterhilfe." Arbeitsgemeinschaft der Liuderfreuude Grotz-Lerlin. Vorstandssitzung heut«, Freitag, 19 Uhr, in der Geschäftsstelle. Kreis Krenzbcrg. Morgen. Sonnabend, 20 Uhr. Wassertorstr. 9, Kassieree. der Schiinstedtstraße. Eharlattenburg. Eonnabend, 10. Oktober b>» Montag, 13. September, Fahrt nach Tiesensc«. Treffpunkt 816 Uhr Bahnhof Eharlottenburg. Unkosten 1�0 M. Essen und Getränke mitbringen. Friedrlchshai». Sreishelfervcrfammlung Dienstag. 20 Uhr, im Hei« Dieftelmeperftr.»—6. Mittwoch, 18— 19%, Bolkstanzadend für Rote und Jung. kalken, Turnhalle Litauer Straße.— Gruppe Landsberger Platz. Heule Treffen zur Gruppenfahrt nach Erkner(nicht Lehnitz) 17 Uhr Falkenecke. Zurück Montag gegen 18 Uhr. Sterbetafel der Groß«Berliner Partei«Organisation 17. Abt. Genosse Victor Dittloff, Torfstr. 12, ist verstorben. Sin. äschcrung 16!4 Uhr im Krematorium Gcrichtstraßc. 101. Abt. Nach langem Leiden verstarb im 63. Lebensjahr unser Genosse Wilhelm Damme r. Die Einäscherung findet am Eonnabend, 10. Okto. ber, um 16 Uhr, im Krematorium Baumfchulcnweg, statt. Recht rege B«. teiligung erivartet der' Abteilungsoorstand. 1 SozialifiischeArbetterjugendGroß-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an das Zugcndkekretariat Berlin EW 68. Lintenstraße 3 � Dl« Karten zur Sondervorstellung d« Volksbühne am 11. Oktob« s l» d ausverkauft.— Die Vorstellung„Kamps um Kitsch" wird cm 1. Novemb« wiederholt. Korten hierfür werden ab nächste Woche verkaust. Streichorchester Sroß-Beriia: Heute 20 Uhr Pflichtprobe, Heim Turincr Straße. See. Eck« Heute. Freilag tg>- Ahr. in der bleuen IBclT, hafenheide(U..BHf. hermaonplah). Treffpunkte der Abteilungen und werbebezirke: walder Arnimplatz und Ider Platz Ii mholtzplatz: tz und Fallplatz 17: 18)6 Uhr Bbf. Schönhauser Allee.— Ar»»» ll: 18)6 Uhr.Falkencckc".— Balkan: 18<4 Uhr Bhs. Weißens«.— 1-tz! 18-4 Uhr om Platz. 50 Pf.- Lichtcrfelde: 18 Uhr Händelplatz.— : 18 Uhr ll. Bhs. Onkel-Tom». Hütte, Eingang Ricmersterstraß«.— 18-6 Uhr U-Phs. Lichtenberg.— Sch-ncweide II: 18-4 Uhr Bhf. Schöne: Werbe bezirk Ticrgartra: 18 Uhr Kleiner Tiergarten, Springbrunnen. * R-ukilla IX: Morgen Fahrt. 18 14 Uhr Bhf. Rcukövn. Unkosten»0 Pf. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Selchättsstelle: Berlin S 14. Sedalttanstr 37—38. Kok 2. Dr. Dr anuhle, Funktionär« 19 Uhr. Friede ichshaia(BIdserkorps): 20 Uhr Uebuug«» stund« bei Neumann, Gubener Sir 45. Lmaschläger wird noch ausgenommen. Kreuz Heeg(Ortsverein): Jeden Freitag von 20>4 bis 22 Uhr Baden In der neuen alle, Baerwaldstraße. Lichtenberg, Kaincradschoit Travevlatz: 20 Uhr in der apterhiblwthek. Weichfelstr. 28, Beginn des Bortrogszhklu,„Die deutsch« Evolution". Gäste willkommen. Kameradschaft Gustav Tempel, Rummel»burg i vasn: : 20 Uh trag.)— Sonntag, 11. Oktober. K reu, borg(Ortsverein): Abfahrt zur Fläming. fahrt Sth Uhr. Mit Fahnen und Zämbonrkorps. Ohne Tornister. Wasser. IportabteUnno, Zug Ooertpree: Abfahre». Gemeinsame Abfahrt 10 Uhr nach Restaurant Waldidyll Schmöckwitz.� Nachmittag..Gefelligez Beisa Bootsbaus. Gäste willkommen. ~'blax''-" estaurant Wald: ootshau». Giitz_____________ Waldlauf. Handballspiel, Gymnastik Reich»«» iaigung ehemalig» Kriegsgefangener, Ortsgrnp« Ebeelottendneg. Rouatsverfammlung Freitag, 9. Oktober, 20 Uhr, tn der Suorezklauf«, Suarez. straße 11. Es spricht Bunoesvorsitzender Dr. Erpens. Sport. Großes Hürdenrennen in Karlshorst am S. Oktober. Hompelmaun-Hürdcurenucn. 1. Immerzu(Hiller): 2. Martonws: 3. Goldlachs. Tow: 13: 10. Platz: 10, 20: 10. Ferner liefen: Tantris(4.). Sigmar. Haselhorster Jagdrennen. 1. Machete(Lt. v. Blollnitzh 2. Dorn II; 3. Namen. Toto: 28: 10. Platz: 18, 34: 10. Ferner liefen: Kaltschale(4.), Paroli(gef.), Pique-Bube. Allker�ürdenrenae». 1. Mellitus(Häuser): 3. Libcrator: 8. Marcianus. Toto: 31: 10. Platz: 14, 13, 29: 10. Ferner liefen: Postmeister(4.), Spala, Narciß, Fornv, Doomatiker, Parademarsch, Liiiz. Martiu-Oertel-Jagdrennen. 1. Soldat(H. Blume): 2. EnerooS: 3. St. Georg. Toto: 83: 10. Platz: 28, 17, 24: 10. Ferner liefen: ftornoS« sonne(4.), Sergeant. Andura, Cyklop, Melisse. Optima(gef.), Art» Schlubeck iangeb.), Tassilo(gef.) Große» Hürdenrennen. 1. Amalsl(Müschens 2. Mariza; 8. Markols. Toto: 16: 10. Platz: 14, 20. 18; 10, Ferner tiefen: St. Robert(4.), Ve»pkr. Araber Mannestreue(gef.), Heluan. Aguilon ltt. Prei» von Frehno. t Oberstol, iSvehla): 2 Rotkäppchen: 3. Drusu»: t. Rustira. Tow: 37« 10 Platz: 23, 18, LI. 17: lö. Fern« liefen: Prinzessin Pmupfia kl. D. R.(geI.)�T»rpsichore. Freude. Kruzitürken tnzelsin Pumpfia t), Grvdtskk!, Pandoro, Ausrede, Madam« Lamni mb, Gssibelei. Liviu». Mersierarsteit. ». 1. Rndam«(Lt. d. BoUttfr, 9. Abler von Ziotoe Idl: 10, Plnße 4i>A tt: lü Fern« brennen. a, AtajonSura(angeh.), gtaribont, Samula. Flotte BERLINER FABRIK- VE RKAUFSSTELLI der Vereinigten Textilwerkg WAGNER&MORAS w k iNVALIDENSTR. 35 Ecke Chausseestraße die große Verkaufsetage Große Freitreppe Fahrstuhl AN» Stoff»: KLEIOERSTOFFE» SEIOCNSTOFFI MANTELSTOFFE» BAUMWOLLENS STOFFE» WASCH STOFFE und wo« »« nur imm»r an Stoffen gibt(doeb kein» H»rr»n Stoffe) UMD w Stoffe Sit H1&&1 CAüfäHMe+i[/vikaüfas+eli&io Leipziger Str. 54-56/ am Spittefmarkt Gr. fremkforter Str04V Seite FreGifstr. 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Pfd. 12 Pf. Deutsche Fettheringe........ Stück 4 Pf. Aal in Gelee............ Portion 24 Pf. Wurstwaren: Blutwurst........... Pfd.-Dose 0. 60 Mk. Leberwurst.......... Pfd.-Dose 0. 55 Mk. Thüringer.............. Pfd 1.00 Mk. Preßwurst.............. Pfd O.SSMk. Sächsische Blutwurst........ Pfd. 0.70 Mk. Landleberwurst........ Pfd. 1.1 2 0.70 Mk Feine Leberwurst.......... Pfd. 1.60 Mk. Berliner Mettwurst..... Pfd. 1.40 1.00 Mk. Mettwurst Brounsehweiger Art.. Pfd. 1.44 1.00 Mk. KONSUM senossenscrian Berlin u. Umgegend e s. m v u. Di« Mitglisdsohsn kann in jadtr Abgabestella erworben werden Nur bis 13. Oktober JubilSumsvorsteliung „DerTaiisman" | Gr. Gesan�sposse von Johann Nestroy I Mittwoch, Sonnabend u. Sonntag 6 und 9 Ubr j Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 8.15 Uhr| Preise: 0.50-U.00 Hark. Si rolle Vranklurter Stralle 13'� 1 Vorverkauf TÄglich II— I und 3—9 U. E 7, Z«iZ. I »est, Theater Freitag, den 0. Oktober •v.ühr CASINO-THEATER«'/. Lothringer Strafe Z7. 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Ottober, nachmittags 4 Uhr, tu, Krematorium Baumschulenweg statt. lmiiii-Idem vir.»r.«»dort liielr lUntaa U4(, 1791. 8V« Uhr Junge Lieds. Mosheim, Broutowotter. Haack, Homolka. Premiire Dienstag D.I.Equfpagew «SSSiÜliii! Danktagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung meiner gellebten Frau. unserer guten Mutter. Schwieger- und Großmutter Lina Kauth sage ich allen Freunden und Bekannten, der 136. Abteilung der SPD sowie den Angestellten der Konsum-Genossenschaft zugleich Im N»men aller Hinterbliebenen meinen herzlichen Dank. Wilhelm Kaulh Oeutsdier Metallarbeiter-VeM Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen Den autgliebern zur Nachricht, baß unser Kollege, der Schlosser Müiötin Schenk geb. 10. Februar 1871, am 6. Ottober gestorben ist Die Einäscherung fmbef am Freitag. dem!). Oftober. 12]fe Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Kies» holzftraße, stall. ?lm 5. Ollober starb unser Kollege, der Ed>lossrr Karl Ahrens geb. am 11. Oktober 1902. Die Becebtgung finde! am Freitag. dem 9. Ottober, 15 Uhr, von der Leichenhalle des gentraisriebhoses In Friebrichsselde aus statt. Am 6. Oftober starb unser Kollege, der Klempner Gustav Eenning geb. am 23 März 1869. Die Einäscherung findet am Soi'.n- abeub. dem 10 Ottober, 8Va Uhr, im Srcmaloclum Gerichtsfiaßc(toll. Eilte ihrem Anbeuten! Rege Befeiiigung erwarici Die CmsvcTwaltung. M5W ■ .'>. 1 �Hr». Pyjamaflanell viele Streifenmnstcr....... 0,45 1 Strumpfhaltergürtel mit 4 Haltern____ 0,45 1 Knaben- oder Mädchen• Hemd...,____________ l änge 40-50 im........................... 0.45!, xjnhauftnet-....................... 0,45 1 Garnitur Aermel-u-Sockenhalter 0.45 i, Kehrsdlaljfe, DeifvDekore....�...... 0,45 1 kunstseidene ftipsweste....... 0.45, Kleiderbürste........................ 0.45 1 Paar Manschettenknöpfe echt BUber, ver- schiedeue Unster.......... 0,45 1 Damen- Geldtasche echt Leder................ 0,45 1 Kartoffelpresse....-..—...... W 1 Passenkragen ra. Schleitengamlening, Kunsteeidcn-M.nroealn, mit Spachtelepitze 0,45 1 Damen-Unterziekschlüpfer feingewirkt............................... 0,45 1 Paar Damen-Strümpfe echt ägyptisch üako....................... 0,45 1 Paar Herren- Socken mit Kunstseide, modern gemnsteri, oder krSftigo Banmwolle, schwarz und 1 arbig........... 0,45 6 Damen-Taschentüdier weiss, mit farbiger Häkelkant«........... 0,45 1 Küchenhandtuch weiss Daipergewebe, hnnt gestreift, ca. 48/100 cm. abgepasst, gesäumt und gebändert................... 0,45 1 Kaffeelöffel Alpaka, 90-g-Silberaaflage 0,45 1 Teeglashalter Messing Ternickelt.... 0,45 1 T asse Porzellan, China blas............ 0,45 1 Gedeck PorzelL, bestehe. ITasses-lTellcr 0,45 2 Weingläser sortierte Muster, geechliff. 0,45 3 Portwein- od. Likörgläser gesobi 0,45 4 Speiseteller Steingut, tief oder flach 0,45 1 Block Quartpost 1C0 Blatt, Unllsrt, kariert oder glatt......................... 0,45 6 Roll.Toilettepapier Rolle ca. im g0.45 2 Riesenstücke feine Toiletteseife 0,45 1 Frisierkamm.................... 0,45 1 Linoleumvorlage abgep. ca 40/400.0.45,�, asd|e Haapw asdlselfe t Kokosfussmatte................ 0,45 Kamills oler Teer.............. 0,45 1 Mtr. Flamingettc da» beliebte Gewebe idr Kleider, mit kleinen HIfekten...... 0,95 1 Mtr. Noppentweed grosse Ausmusterung, neue Herbstfarben.............. 0,95 1 Mtr. Oberhemdenstoff gute Qualität, moderne Streifen........... 0,95 1 Knaben-Leibchenhose aus englisch gemusterten Stoffen, Gr. 0— 6 0,95 1 Mädchen-Nachthemd farbig; mit gcblämtem Besatz, Längs 60/80 cm....... 0,95 1 Sportgürtel Brochde, in.2GammitelIcnO,95 1 Herren-Sportmütze.............. 0,95 1 neuartige Kielderpasse Hevers Schleifenform, Kunstaei'l.-Marocaln, mit Valenciennes- Spitzen garniert........ 0,95 1 Damen-Jumperschurze 0,95 1 Damen-Hemdchen weiss and zarte Farben................... 0,95 1 Damen- Hemdhose Windeiform, mit BandtrÄgern, feingewirkt, echt Ägyptisch Mako, weiss und zarte Farben............ 0,95 1 Paar Domen-StrQmpfe künsüLcbe Waschseide.................... 0,95 1 Paar Herren-Socken reine Wolle plattiert, modern gemustert, oder Flor, Kunstseide, Jacquard..... 0,95 1 Kopfkissenbezug mit Stickerei u. Klöppeleinsatz 0,95 1 Taschentuchbehälter Seidenmoirt, Kordeleinlassung, bandbemalt. Im Karton 0,95 1 Japan-Decke farbiger Fond mit gs- schmackToIlen Druckmustern, ca. 85/85 cm 0,95 1 Mtr. Jacquard-Dekorationsrips mit Kunstseide, ca. 60 cm breit........... 0,95 1 Taschenkamm mit sirbsrr&cksn. Im Lederetui mit Spiegel............. 0,95 1 Vase Bleikristall, handgesohllffen....... 0,95 1 Waschbecken PorzeUanform......... 0,95 1 Esslöffel Alpaka, DO-g-BlIbsrauflage... 0,95 2 Speiseteller Porzellan, Festoulom, mit Goldrand, tief oder llaoh................. 0,95 1 Ft. Eau de Cologne fein parffimleri sortiert In Chypre, Flieder, Jnehten, Lavendel- Zitrone und Kiefemadeln....... 0,95 t Fl. Haarwasser'l. Liter Inhalt,«0% sortiert in Chypre, Birke, Portugal....... 0,95 1 Mtr. Tweed lar Sport- k' eider, grosse Auswahl, dankbare Qualität......... 1,45 1 Mtr. Waschsamt gute Köperqualität, einfarbig nnd bedruckt.................. 1.45 1 Mtr. kunstseid. Duchesse fttrMan- telfutter, in vielen neuen Farben.......... 1,45 1 Damen-Hemd relehe Handarbelt.... 1,45 1 Damen-Hemdhose windeiforra, mit Bandträgern oder mit Beinen n. Yollachseln. echt ägyptisch Mako, fein gewirkt, weiss und zarte Farben......................... 1,45 1 Paar Damen-Strümpfe Bömberg. Gold, Kunstseide, feinlädig,mod. Herbstfarb. 1,45 1 Panamadecke weiss Javagewobe, farbig kariert, ca. 110/140 cm............. 1,45 1 Paradekissen-Bezug mit KIöppcl-Ein- und-Ansatz...................... 1,45 i 1 Mtr. gemust. Dekorationsstoff mit Kunstseide, ea. 120cm breit......... 1,45 j 1 Mülleimer ea. M em, mit Deckel.... 1,45 1 Ess- oder Dessertbesteck Alpaka verchromt.................... 1,45, 6 T assen mit Goldrand, Porzellan.,. 1,45 6 Römer geeehlUfen.............. 1,45 YO"'"'ol,.n v»rfco0f """" �urrof I Her. 1 U'ler�le— I Morgenrock am gutem Bin m wo l /flansch... 1,90 1 Herren-Unterhose mit angerauhtem Kutter,,.. gute Qualität...... 1,90 6 Damen-Taschenfücher Reinleinen, weiss, mit Hohlsaum nnd Slpsstreifen................. 1,90 1 Srfilafdetke braun, mit Kae*- ...laglorm..... 1,90 ca. 140/190 cm....... _.,CI Zephir, Knöplform... 1,90 I Sand-Seife-� i Damen-Nadilhemd mit spitzem v''' Anssclmitt, apart bestickt.......' � I Corselel haltbare Dre" gutsitzende T"" .�te...7.'2,85 . aar Kamelhaar» ....cnlagschuhe, reine XYoiie R. Kamelhaar....................... 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