Morgenausgabe©onnjag «]f| A.■tff'###- S t Y ■■ MWs mrrwmW■ Wrw&�wk � 20 pf. in« Hau«) im noccu« zahlbar. JBH he�H H U\ f/ H � W■■■ 9■■■■■> tz> uFW cj-aftaarm?« 3Iui?lQnb«Qbonncmp-nt 6,— 3)1. �Q5 f�ttoebrurfte 3Bnrt 25 Pf •"ÄfcÄ"»"- III IL MMm MM I. I NM' sfccsÄrtrJra-Ä * �1 I H I �1 J/ DM kt»ll»ng«fuch« da«»rst« Wart Ib Vi. m L �WS.��IV // H i»d«» weit-» Wort 10 Pf. Won« ubki r««..Vonniirl«'«rfcheint wachen«!». X' W> JS»uchstaben zählen für zwei Wort«. Iich zweimal. Sonnlags unb Montag, �Ws SIrttitsmtrB 3ct(e 60 5f. Familien. einmal, die Abendausaabe für Berliu»-- � �_. V anzeigen Zeile«Pf. Anzeiaenannohm, unb im Sandel mit dem Titel.Der-» AaM X a � aa a. Mtai I# � X X im HouptaefchäftLind-nflrob- z. wachen. Abend", �«t-�onnt-g-b-ilage �H|*Vllll|>V lL%Il|PHH| Af f Der S«S"??e7ä.7fich'da. Nech. de. Ablehnung nichtg.nehmil Anzeigen Zientealoegan der Sozialdemokratische« Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 kicrnspr.: Dönhosf(A T) 293—297. Tclegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Äin Somrabend tagten in Berlin der Partcivorstond und der Ncichsausschuß der Deutschen Bolkspllstci. Es kam wiederholt zu stürmischen Auseinandersetzungen zwischen der Mehr- hcit und der Minderheit, besonders zu einem schweren Zusammen- stoß zwischen D i n g e l d c y und dem Vizepräsidenten des Preußischen Landtags, dem Abg. von Eynern. Die Mehrheit nahm schließlich folgende Resolution an: „Portcivorstand und Ncichsausschuß der Deutschen Volksportci billigen die Erklärungen, die der Parteiführer gegenüber dem •fjcrrn Reichskanzler abgegeben hat." Die Erklärungen Dingeldeys gingen dahin, daß die Deutsche Volkspartei ein neues Reichskabinett auf der Grundlage der früheren Regierung Brüning nicht unterstützen könne. Sie sind hauptsächlich zurückzuführen auf die sechs rheinisch-wcstsälischen Wahlkreise der Deutschen Volkspartoi, die bereits vor mehreren Togen durch den früheren volkspartcilichen Rcichstagsabgeordneten von Gilsa entsprechende Vorstellungen bei Dingeldcy haben erheben lassen. Sie fordern nicht nur den Verzicht der Volkspartei auf jede weitere Unterstützung der Regierung Brüning, sondern die Bildung einer Reichsregierung mit National- sozial! st cn und Deutschnationalen. Der Druck der rleinisch-westsälischen Wahlkreise der Volkspartei auf die Partei- leltung zeigt deutlich, wer heute die Politik dieser Partei bestimmt. Sic ist die Gefangene der Schwerindustrie und nur lebensfähig, wenn sie ihren Zielen dient, wenn sie mit chitlcr und chugenberg zuin Sturm gegen die Geiverksck>aften und die Sozial- Politik bläst. Aus dieser Sachlage ergibt sich auch d-ib chattUNg der v o l k? p a r t e i'l i ch e n R c i ch s t a g s f r a k t i o n bei der Abstimmung über die gegen das Kabinett Brüning vorliegenden Mißtroucnsnnträge. Die Fraktion wird nicht geschlossen gegen die Regierung stimmen. Aber mindestens zwei Drittel der volksparteilichen Abgeordneten, also etwa 20, dürften sich auf die Seite der vereinten Reaktion um Hugevberg und Hitler schlagen und für das Mißtrauen stimmen. Der Rest dürste sich der Stimme enthalten. Die volksparteilichc Reichstagsfraktion hielt am Sonnabendabend eine mehrstündige Sitzung ab. Der einzige Punkt der Tages- Ordnung bildete die Beratung der politischen Lage. Die Fraktion sch'oß sich der Resolution van Parteivarstand und Ausschuß an. Abg. v. Eynern tritt aus der Volkspartei aus. Ln der Sitzung des Reichsousschuises der Deutschen Volkspartei ist es zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen dem preußischen Londtagsabgeordnctcn v. Eynern und dem Parteworsitzendcn Dingeldcy im Verlauf der politischen Erörterungen gekommen. Die Zluseinandersetzungen sührten dazu, daß der Abg. v. Eynern sofort seinen Austritt aus der Deutsche» Volks- partei erklärte und ankündigte, daß er auch sein Land- tagsmandat niederlegen werde. B. Eynern ist zugleich Vizepräsident des Preußischen Landtags. V. Eynern Hot crNärt. daß er den Weg der Anlehnung an die Rechte nicht für gongbar hält. Wirtschastspartei für Rechtsregierung. Von der Parteileitung der Wirtschastspartei wird mitgeteilt: Wenn einzelne Tageszeitungen berichten, daß die 5?altung der Wirt- schaftspartci zur Frage der Bildung einer Rechtsrcgierung noch unklar sei, so muß darauf verwiesen werden, daß die Stellung der Partei schon seit der Zurückziehung des Justigmnisters Pros. Dr. B r e d t festliegt. Mit diesem Schritt sollte die iRnbildung des Kabinets Brüning nach rechts und die Loslösung von der Sozial- demokratie erzwungen werden. Leider fand siä, nach dem Aus- scheiden der Partei aus der Regierung immer ein- parlamentarische Mehrheit, welche das Kabinett Brüning stützte. Trotz des Zusam- mcnbruchs der Wirtschafts- und Finanzpolitik unter dem Kabinett Brüning fand dieses die parlamentarische Mehrheit. Di- Wirtschafts- partei verlangt nach wie vor die Zusammenfassung aller nationalen Kräfte in Deutschland zur Bildung einer Regierungsmehrheit. Keine Skellungnahme der„Grünen Krönt'. Zu einer Mitteilung des R e i ch s l a n d b u n d c s, wonach sich die gcsamte Grüne Front(nicht nur der Reichslandbund, dessen Oppasitionsstellung bekannt sei) darüber einig geworden sei, daß auch einem umgebildeten Kabinett Brüning kein Vertrauen entgegengebracht werden könne, teilt der R e ich s m i n ist er a. D. H c r m e s m i t. daß diese Darstellung unzutrcstend sei. Die Grüne Front sei sich zwar in ihren gestrigen Beratungen darüber emig gewesen, daß ihre ernsten und fortgesetzten Bemühungen um einen Schutz der bäuerlichen Veredelungswirtschaft nicht die Unterstützung der Reichsrcgieriing gefunden hätten, und daß es daher notwendig sei. de» Kampf der Grünen Front um die Rettung des deutschen Banerntomz mit allem Nachdruck fortzusetzen. Da ober die Grüne Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Front einen rein berufsständischen Charakter habe und auf dessen Wahrung entscheidendes Gewicht lege, habe sie zu der Frage des Vertrauens zu. einem umgebildeten Kabinett Brüning in keiner Weise Stellung genommen. Bayerische Volkspartei und Notverordnung. Heber die Sitzung der Reichstagsfraktion der Bayerischen Volkspartei wird parteiamtlich mitgeteilt: „Die Reichstagsfraktion der Bayerischen Volkspartei hat in ihrer Sitzung am Sonnabend beschlossen: Abändernngsanträge von grundsätzlicher Bedeutung zur Notverord- n u n g zu stellen.— Von dem Schicksal dieser Anträge' wird die endgültige Stellungnahme der Reichstagsfraktion zu der Notoer- ordnung überhaupt abhängen. Der Reichspostminister Dr. Schätze! hat seinen Eintritt in die Reichsregierung unter der Voraussetzung erklärt, daß die grund- sätzlichen Belange der Bayerischen Volkspartei von der Reichsrcgie- rung gewahrt werden. Oie neuen Minister vereidigt. Joel und Wannbold beim Reichspräsidenten. Der Reichspräsident hat heute nachmittag die durch das Reichs- Ministergesetz vorgeschriebene Vereidigung der neuernannten Mit- glieder der Reichsregierung, des Reichsministers der Justiz Dr. Äocl und des Reichswirtschaftsminifters Dr. Warmbold vor- genommen. Aus der Industrie in die Regierung, Professor- Dr. Warmbnld ist im Anschluß an seine Ernennung- zum Reichswirtschastsminister aus dem Vorstand der JG-Farben- industrie A.-G. ausgetreten.. Grüne Front. Förderung des Absahes?/ Senkung der Produktionskosten? Die Grüne Front hat vom Kalisyndikat fünf Mil- tionen Mark erhalten, die an drei landwirtschaftlich« Zentral- orgamsationen: Deutscher Landwirtschaftsrat, Reichslandbund und Vereinigung der Deutschen Baucrnvereine, verteilt wurden. Diese fünf Millionen Mark wurden durch einen Aufschlag aus die Kali preise aufgebracht, sie sollten zur Förderung de» landwirtschaftlichen Absatzes dienen. lieber die Verwendung dieser fünf Millionen geht in der Grünen Front seit langem ein heftiger Streit. In deutschnationalen Blättern ist behauptet worden, daß sie zu ganz anderen Zwecken als zur Absatzförderung verwendet worden seien. Erst vor kurzem hat der ponnnerschc Landbundführcr Herr von Rohr die Bc- Häuptling ausgestellt, daß da» üolisyndikat die Nationalsozialistische Partei subventio- nierl habe, um ihre Stimmen gegen eine von der Landwirts chost geforderte kaliprcissenkung zu gewinnen. Man beschuldigt sich also in diesen Kreisen selbst der schlimmsten Korruption'. Nun erfährt dos„Berliner Tageblatt" Einzelheiten über die Verwendung eines Teils der fünf Kalimillionen. Es wurde zur Aufnahm« dieser Delder der Verein„Bauernschulung, ein- getrogener Verein zur Pflege und Förderung bäuerlicher Bildung und Kultur" gegründet. Dieser verein hat bisher vier Schlösser gekauft. und zwar in Schlesien, in Ostpreußen, am Bodensee und im Bezirk Osnabrück, die zu Bauernhochschulen eingerichtet werden sollen. Zweck der Schulung ist die Aufklärung der Muernschulung im orga- nisotionspolitischen Sinn der Bauernvereine. Entsprechende Sen- kung der Kalipreise wäre der Bauernschost nützlicher. So sieht also die Förderung des landwirtschaftlichen Absatzes mit Hilfe der Kali- Millionen aus! Die Landwirtschaft ruft nach Senkung der Produk- tionskosten. Wir wollen ihr dabei behilflich sein. Aus Er- sparniegründen wurden die beiden alten genossenschastlichen Spitzen- verbände zu dem neuen landwirtschaftlichen Einheits- genosscnschastsvcrband Rais seifen in Berlin zusammengeschlossen. Der Personaletat der beiden alten genossen- schaftlichen Spitzenverbönde betrug zusammen etwo lOO 000 M. Der neue Einheil»oerbond zahlt mehr al» 500 000 M. an Gehältern. Nach Mitteilungen, die uns darhber zugegangen sind, beziehen zwei 5xrren je 120 000 M- Ja h r e s g e ha l t, zwei weitere Herren je SO 000 M. Iyhresgehalt. Wie wäre es hier mit einer Senkung der Produktionskosten durch Lohnabbau? Postscheckkonto: BerlinZ7oZK.— Bankkonto: BaukderArbeiier, Angestellten und Beamten, Lindeustr.Z, Dt. B.u.Disc.-Ecs., Depositen?., Jcrusalcnier Str. Kä<9n. Dort steht der Feind! Harzburg zeigt klare Klassenfronten. Alles, was in Deutschland Marxisten tötet, Löhne drückt und Leute schindet, gibt sich heut« in Bad Harzburg ein Stelldichein. Prinzen und Generäle a. D., Exzellenzen, ab- getakelte Größen des vergangenen Jahrhunderts, Mumien der Weltgeschichte ohne Zahl. Es gibt Leute, die meinen, wir hätten keine Revolution gehabt. Wahr oder falsch— eine Konterrevolution haben wir! Man kann sie heute im Sonnenschein spazieren gehen sehen. Die Konterrevolution ist übermütig geworden. Sie hebt schon ihren Fuß, um ihn auf den Nacken des besiegten Gegners zu setzen. Sie wähnt ihren Sieg zum Greifen nahe. Daß sie ihre Parade in Bad Harzburg abhält, ist kein Zufall. Bad Harzburg liegt in Braunschweig. Braun- schweig ist das Land, in dem Aufmärsche der sozialistischen Ar- beiterjugend und des Reichsbanners verboten sind, während die braunen Kohorten Hitlers das Feld und das Straßenbild beherrschen. Braunschweig ist das Musterland der Reaktion. Ganz Deutschland soll wie Braunschweig werden! Das ist der Sinn der Tagung von Bad Harzburg. Was die Arbeiterschaft Braunschweigs heute zähne- knirschend erlebt, ist nur ein schwacher Vorgeschmack dessen, was den Arbeitern ganz Deutschlands blüht, wenn ganz Deutschland nach Braunschweiger Methoden regiert wird. Braunschweig ist nur ein kleines Land; der Wirkungskreis der Landesgesetzgebung ist eng begrenzt. Darum eben wollen sie d>e.Reichsgewalt— um die Arbeiter besser niedertreten zü können. * Hatten wir eine Revolution oder nicht? Sicher ist— auch die Konterrevolution hat ein Stückchen Revolution im Leibe. Die Prinzen nämlich, die Exzellenzen, der ganze hoch- feudale Spuk, die sind gar nicht mehr die Hauptpersonen. Das ist nur die Dekoration. Hauptpersonen sind die Herren in Zivil, die zwar pleite sind, aber doch alles bezahlen: die Großmächtigen des Finanzkapitals, die 5)erren im Hause der S ch w e r i n d u st r i e. Es geht nicht um Monarchie und Adelsoorrechte. Es geht um die Vormachtstellung des Großbürgertums in Staat und Gesellschaft. Die Zertrümmerung der Ge- werkschaften ist das Ziel! Das Tarifrecht soll zerschlagen werden, von der Sozial- Versicherung soll nichts mehr übrig bleiben! Das Kapital schreit heiser nach billigem Menschenfleisch. Gibt es keine Kollektivverträge mehr und keine Schlichtungs- inftanzen, zwingt nackter Hunger die Menschen, sich um jeden Preis zu verkaufen, dann ist der natürliche Zustand der kapitalistischen Gesellschaftsordnung wieder hergestellt. Darum nieder mit dem Marxismus, fort mit allen Ansätzen sozia- listischer Wirtschaftsentwicklung! Fort mit dem Tariswcsen und den„Faulhcitsprämien" der Erwerbslosenfürsorge! Zurück zur unbeschränkten Lohnsklaverei des Früh- kapitalismus! Das ist das Ziel derer, die das konter- revolutionäre Theater bezahlen. Prinzen und Exzellenzen, Geheimräte und Schlotbarone, eine winzige Minderheit im Volke— wie kommen sie dazu, sich heute schon als Sieger zu fühlen? Sie find wieder emporgehoben worden durch eine Bewegung, die breite Massen des Kleinbürgertums, ja auch Schichten der Angestell- ten und sogar Arbeiter erfaßt hat. Sie sind gekommen, um sich davon zu überzeugen, daß ihre Mühe nicht nutzlos ver- schwendet ist und daß sie ihr Geld— mar es ihres?— nicht für nichts ausgegeben haben. Die Inspektion wird zur vollen Zufriedenheit der Protektoren und Geldgeber verlaufen. Hitler liefert reell! Er ist so zuverlässig wie ein Condottiere der Renaissancezeit: er führt seine Söldner dem zu, der sie bezahlt. Die Schutztruppe der Sozialrcaktion ist uniformiert, kaserniert und marschbereit. Es ist kein„marxistisches" Blatt, es ist das Organ der christlichen Gewerkschaften,„Der Deutsche", der am Vorabend von Harzburg an Hitler folgende Fragen richtet: 1. Herr Hitler, haben Tie sehwerindustriellen Führer« die Erklärung abg-egeben, daß Sie mit Ihrer Partei gegen Gewerkschaften und gegen Tarif- Verträge sind? 2, Haben Tie die Absicht, gemeinsam mit Herrn Hugenberg nach den Rezepte» von Harb und Pang Volkspartei gegen Brüning. Wirischastspariei für Rechiskurs.— Konflikt Oingeldey-von Eynern. Die Front der Harzburger. Generäle, Scharfmacher, Aufsichtsräte, Alldeutsche, Hohenzollern. die deutsche Sozialversicherung zu zer« schlagen? Halten Sic es mit den Pflichten einer Arbeiterpartei für vereinbar, wen» diese sich von sozialreaktio- närcn Arbeitgebern mit Geld unterstützen läßt? Sluch den christlichen Gemerlschaften ist klar, was sich in Harzburg abspielt. Gerissener Volksbetrug ist am Werke, bejt Arbeitern olles zu rauben, was sie an Rechten errungen haben: ein Anschlag ist im Gange, der, wenn er gelingt, die Arbeiterklasse Deutschlands und ganz Europas um Jahre, vielleicht Jahrzehnte zurückwirst.. Er darf nicht gelingen? * Die Sozialdemokratische Partei hat das demagogische Manöver des sogenannten Nationalsozialismus entlarvt. Sie hat, allen Vernebelungsoersuchen zum Trotz, die Fronten des Klassenkampfes aufgehellt. Sie hat im Kampf um die schwer bedrohten Arbeiterrechte Posten bezogen und ist auf wirtschaftspolitischem Gebiet zum Angriff übergegangen. Sie hat die sozialistischen Forderungen einer durchgreifenden Kontrolle der Banken, der Monopole, der Privatwirtschaft- lichen Großorganisationen, auf ihre Fahne geschrieben und damit ihren Kampf zur Höhe des Prinzips erhoben. Es gibt nur eine Macht, die verhindern kann, daß Deutschland faschistisch wird, und das ist die deutsche Sozialdemokratie. Der Kampf, der über Deutschlands Zukunft und damit über die Zukunft ganz Europas entscheidet, steht zwischen der Hitler-Hugenberg-Front und der deutschen Sozial- demokratie. Im Rücken der Sozialdemokratie steht die Kommunistische Partei. Von ihr zählt jeder Mann für Hitler-Hugenberg. Zwischen der Sozialdemokratie aber und der Hitler- Hugenberg-Front steht eine unentschiedene Masse. in der es gärt und brodelt. Auch hier formieren sich Klassenfronten. Die Volkspartei, die Wirtschaftspartei können kaum noch ihre Arbeitgeber halten, die nach Harzburg laufen wollen, während die Arbeiter ohne Unterschied der Partei in einer einheitlichen Gewerkschaftsfront Schütz für ihre bedrohten Rechte suchen. Das ist ein sehr wichtiger Entwicklungsprozeß, man darf ihn nicht durch eine falsch gewählte Frontstellung stören. * Brünin gszweitesKabinett— es gibt hundert Gründe, mit ihm unzufrieden zu sein! / Deswegen bleibt doch nicht weniger wahr, daß die heim- tückischesten, niederträchtigsten und gefährlichsten Feinde der Arbeiterklasse nicht im Kabinett Brüning sitzen, sondern rechts von ihm stehen. Diese heimtückischsten, niederträchtigsten und gefährlich- stcn Feinde der Arbeiterklasse werden heute in Harzburg zum Mfleralsturm gegen die Regierung Brüning blasen. Dadurch' wjxd uns diese Regierung noch lange nicht sympathisch— doch handelt es sich hier überhaupt nicht um Sympathie und Antipathie, sondern um nüchtern oerstandesgemäße Erwägungen. Es kann richtig sein, eine sehr sympathische Regierung zu stürzen, wenn man eine noch bessere an ihre Stelle setzen kann. Es kann aber auch richtig sein, eine unsympathische Regierung zu halten, wenn man weiß, daß ihr nur eine noch viel schlechtere folgen würde. Man kann sogar für eine solche Regierung stimmen, wenn das notwendig ist, um einen Sieg des Faschismus und die Zertrümmerung aller Arbciterrcchte zu verhindern. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion denkt bestimmt nicht im entferntesten daran, sich den Wünschen des Herrn Brüning unterzuordnen und der gegenwärtigen Regierung etwas zuliebe zu tun. Sic wird sich aber auch hüten, die Geschäfte der schlimmsten Arbeiterfeinde zu besorgen. Gegen die heimtückischesten, niederträchtigsten und gefähr- lichsten Feinde der Arbeiterklasse, gegen die Konterrevolutio- näre von Harzburg muß der Hauptschlag geführt werden. Nur die Taktik ist richtig, die den Sieg über sie bringt! Wie die Nazis arbeiten. Sie lassen Beamtenpetitionen liegen. Der Reichstagsausschuß für Bcamtenangelegen- h e i t c n hat seit dem 8. Ottober seine Beratungen wiader auf- genommen, um die inzwischen aufgelaufenen Petitionen zu«r> ledigen. Getreu ihrer Haltung fehlten naturgemäß die national- sozialistischen Mitglieder des Ausschusses. Dies hatte zur Folge, daß diejenigen Petitionen, für die nationalsozialistische Be- richterstattcr bestellt waren, nicht behandelt werden konnten, so daß eine Verzögerung in der Erledigung entsteht. Der Ausschuß beschloß alsdann, daß diese Petitionen den nationalsozialistischen Berichterstattern abgenomimn und anderen Referenten zugewiesen werden sollen, da er der Meinung war, daß man die Beamten, die sich im Vertrauen auf Hilfe an den Reichstag gewandt haben, nicht unter der Arbeitsunlust der Herren Rational- sozialiftcn leiden lassen könne. Di- Beamten können an diesem Vorgang wieder einmal den krassew Unterschied zwischen den ge- schwollen«» Redensarten der Nazis und ihrer praktischen Arbeit ermessen. Dtanßcn empfehlen sie sich als Beamtenfrcund«, aber wo es gilt, praktisch« Arbeit zu leisten, versagen sie. Hiilers Bürgerknegsgarbe. (Sieben Oortmunder Rationolsozialisten verhostet. Dortmund. 10. Ottober. Im Zusammenhang mit den am 28. Mai d. I. in Hagen zwischen Nationalsozialisten und Andersdenkenden erfolgten Z u- s a m m e n st ö ß c n, wobei drei Personen getötet und zwölf weitere verletzt wurden, sind jetzt neue Verhaftungen vorgenommen worden. Der Verdacht der Täterschaft richtet sich gegen sieben Nationalsozialisten, die der Dortmunder SA. angehören, sowie gegen den bereits in Haft befindlichen SA.- Mann Lampe aus Hagen. Hugenbergs Telcgraphen-Union verbreitet eine Namens- liste der prominenten Teilnehmer der Harzburger Tagung. Die Liste ist lehrreich, sie zeigt das Gesicht der sogeilannten „nationalen Opposition". Wir geben diese Liste im folgenden wieder: 1. Die politischen Drahtzieher: Hugcnberg, Hitler, Seldte, Duesterberg, Dr. Schacht. 2. Die Alldeutschen: Justizrat Dr. Claß. von Vietinghoss-Scheel, Juftizrat Hahn, Graf Brockdorf und Landrat von Hcrtzberg. 3. Die rechtsradikalen Minister: Minister Küchenthal und Minister Klagges aus Braunschweig, Finanzminister Dehlinger- Württemberg, Justizminister Gürtner-Bayern, Ministerpräsident Cschenburg-Mecklenburg. 4. Agrarier: Freiherr von Gayl, Dr. Wendhausen, von Sybel, Sieber, die Präsidenten Bethge und Lind, Direktor von Kriegsheiin, Direktor von Wangenheim, von Münchhausen, von HeNnholl-Hessen. 5. Scharfmacher, Generaldirektoren. Aufsichlsräle: Dr. Jng. Brandi, Dr. Schlenker, Generaldirektor Möllers, Geheimrat Kreth, Generaldirektor Gottstein, Direktor Grosse, Ministerialdirektor Meydenbauer, Direktor Gok, Dr. Blank, Dr. Grauert, Geheimrat Poensgen, Generaldirektor Heubst, Generaldirektor Middendorf, Winnocker, Biohm-Hamburg, Kriegec-Winstrshall, Gehcinrrat Ravene, Paul Rhade, Geheimrat Böhringer Reinecker-Chemnitz. Dr. Regendanz, Hüttendirektor Cubier, Dr. Sogemoier, Dr. Mces- mann-Mainz, Delius-Biclefcld. - Genf. 10. Lktober.(Eigenbericht.), Die chinesische Regierung hat nach in Genf eingetrof- j fenen Nachrichten in Tokio ein Ultimatum überreichen lassen, das bie Räumung der besetzten Städte in der Mandschurei ab Sonntag verlangt. Te:n Völlerbundssekretariat hat die chinesische Re- gierung telegraphiert, daß China am 0. Oktober bereits ein« Rote in Tokio überreichen ließ, die unter Berufung auf die Beschlüsse des Völkcrbundsrats den Beginn der Räumung der besetzten Städte fordert. Tarauf sei bisher eine Antwort nicht erteilt worden. Deshalb sei am Sonnabend eine zweite Rote überreicht worden, in der verlaugt werde, daß die Städte sofort den chinesischen Behörden zu übergeben seien, da China sich verpflichtet habe, die Sicherheit der japanischen Einwohner wnd des japanischen Eigentums zn garantieren. Es ist wiederum keine Antwort erteilt worden, daher habe der chinesische Geschäftsträger in Tokio den Auftrag erhalten, von Japan zu fordern, daß die Städte am Sonntag übergeben werden. Nach einer Reuter-Meldung aus Tokio wird die japanische Regierung dem Völkerbundsrat erklären, daß China die Eröffnung unmittelbarer Verhandlungen solange ablehnen werde, als der Völkerbund ihm die Hoffnung lasse, daß er in die Lösung der mandschurischen Frage eingreifen werde! Japan würde danach also den Völkerbund auffordern, sein Mitglied China, das mit Heeres- ii mcht überfallen, dessen Soldaten beschossen und entwaffnet wurden, dessen Städte und Eisenbahnen mit Bomben beworfen werden, im Stich zu lassen, damit der Räuber ihm ungehindert die„freiwillige" Ueberlassung des Raubes abpressen könne. Nichts anderes ist natürlich der Zweck der„direkten Verhandlungen". Wie wenig Japan den Völkerbund fürchtet, lehrt eine weitere Reuter-Meldung aus Tokio: danach lehnt Japan das Eingreifen des Völkerbundes ab, weil der Völkerbund keine genügende Kenntnis der geschichtlichen Zusammenhänge der mandschurischen Frage habe. Der erste Vorwand zu dem Raubkrieg, die Nichtverfolgung der Mörder eines japanischen Hauptniann-Spions, ist hinfällig geworden, als nach der Besetzung der Chinesenstadt Mulden die Nankinger Regierung eine ganze Anzahl Verdächtiger festnehmen ließ. Ein Mißerfolg der(Spalier in Zwickau. Keine(Spaltung, nur eine Absplitterung. Zwickau. 10. Ottober.(Eigenbericht.) Der Bezirk Zwickau-Plauen(Südwestsachsen) der Sozialdemo- tratischen Partei, ist das von der Spaltungsaktion der Seydewitz und Rosenfeld am meisten betroffene Gebiet. Hier hat Seydewitz elf Jahre lang gewirkt, hier war er Bezirks- Vorsitzender und Chefredakteur des„Sächsischen Volksblattes" in Zwickau. Trotzdem ist das Ergebnis der Agitation für die Spal- tung erstaunlich gering. Der Parteibszirk weist von Norden nach Süden die folgenden Hauptorte auf: Crimmitschau. Werdau, Zwickau, nach der oogtlandischen Seite hin Rcichenbach und Plauen, nach dem Erzgebirge hin Ane, Schwarzenberg und Johann- georgenstadt. Alle dies« Zentren des Parteilebens sind durch- weg in der 5? and der Sozialde molratischen Partei geblieben. Crimmitschau, Werdau, Reichenbach. Aue, Schwarzen- berg, Johanngeorgenstadt fast vollständig. In Zwickau und Plauen werden sich Minderheiten der Ortsoereine zur neuen Partei stellen. Die vorläufig festzustellenden Absplitterungen betragen hier aber höchstens 10 bis 20 Proz. Die Seydewitz-Gruppe behauptet dennoch, daß ihr bei den Grnndungsvcrsammlungen taufende Personen be- geistert zugestimmt hätte». Weiter seien dreißig Ortsgruppen im Be- zirk völlig zu ihnen übergetreten. Das Schwindelhafte dieser Mel- düngen liegt auf der Hand. Natürlich waren die Gründungsversamm- lungcn stark besucht und natürlich fanden die Beschimpfungen der Sozialdemokratie beifällige Aufnahme. Aber diese Versammlungen waicn nicht nur von den aus ollen Ortsgruppen zusaiNmcngezogcncn Seydcwitz-Anhängern, sondern auch in organi- sierter Weise von der KPD. besucht. Was tatsächlich an Mit- gliedern dabei für die Spalter herausgesprungen ist, steht auf einem 6. Generäle und kaiserliche Exzellenzen: Gcneralobcrt von Einem, General von Gallwitz, van Hutier, Kühn«, General- leutnant Waechter, General Woellworth, von Falkenhausen, Admiral von Trotha, Graf von der Goltz, General Faupel, Generalmajor Bock von Wülfingen, Admiral von Levctzow, General von Dornmes, von Behrendt, von Lüttwitz, von Moehl, Generalleutnant Ziethen, Generaloberst von Seeckt. 7. Prinzen und Fürsten: Prinz Eitel Friedrich, Prinz Lippe. Fürst zu Salm-Horstmar. 8. Die Besitzenden: Professor Schulze-Naumburg. Präsident de Werth-Hannover, Dr. Stadler-Berlin, Dr. Äruckenberg, General- major Ezettritz, von Morozowicz, von Egan-Krieger, Direktor Nord, von Bülow-Schwante, Minister Jäntsch, Professor Dr. Koch-Hamburg, Schmidt-Liibeck, Verlagsdirektor, Mcyer-Detmold, Siegert-Chcmnitz, Hersurth-Weimar, Holscher-Ulm, Dr. Hohn-Berlin, Fehldiek-Braun- schweig, von Kleist-Schmenzln, Geheimrat Psundtner, Professor Wundt. Geheimrat Lubarsch, von Berenbcrg-Gohler. pon Zitzewitz- Groß-Ganssen, Ministerialrat Lammers, Oberstleutnant von Feld- mann-Hannover, Frau Ilse Hamel, Hemmbeck-Lüdenscheid, Oberst von Thaer, Reichstagsabgeordneter Sachscnberg, Dr. Wiethaus, Generaldirektor Hold, Freiherr von Lümnck, Gras Reventlow, Kapitän Hintzmonn. Das ist das wahre Gesicht der Einheitsfront gegen das deutsche arbeitende Volk! guter Kenner Chinas versichert uns, daß dies die Richtigen sein werden, da die chinesischen Behörden, wenn sie nur wollen oder müssen, aller Verbrecher ihres Reiches habhast werden. Was Japan seither unternommen hat, ist Raubkrieg gegen einen Wehr- losen, nichts weiter. Eine offiziöse Washingtoner Erklärung bedauert das Ausbleiben einer japanischen Erklärung, die das Bombardement der Stadt Kintschan als bedauerlichen Einzelfall bezeichne und zugleich versichere, daß Japan eine militärische Beherrschung der Mandschurei nicht beabsichtig«. Obgleich man nach wie vor die Lage für sehr ernst halte, zögere die Regierung der Bereinigten Staaten doch. allein die Rolle des Friedensvermittlers zu übernehmen. Wenige Stunden vor dieser Washingtoner Erklärung, die so gar nicht geeignet ist, Japan Halt zu gebieten, ist ein neuer japanischer Bombenangriff aus kintschau verübt worden. Japanische Flugzeuge belegten die Eisenbahn- kreuzung bei Kintschau mit Bomben und zerstörten sie voll- ständig. Im Anschluß daran unternahmen sie einen Erkundung�- flug nach Tientsin.— Das ist vielleicht schon die Antwort des japanischen Generals Honjo auf die Rüge, die ihm au;-zu- sprechen das Kabinett in Tokio, nach einem„Times'-Bericht. be- schloffen haben soll. Wie die Japaner jedoch die Unabhängigkeit Chinas zu achten gedenken, lehrt der gleiche Bericht, wonach die Minister, obwohl sie wieder von der Armee in eine Zwangslage gebracht worden find, mit den Zielen der Armee übereinstimmen. nämlich, die bereits erteilten Warnungen an Tschanghsuehliang zu miederholen, daß es ihm nicht gestattet werden würde, die Herrschaft der Mandschurei wieder zu ergreise». Ratssitzung nur Formsache? Paris, 10. Oktober.(Eigenbericht.) Die„Libertä" meldet, es sei noch nicht sicher, ob B r i a n d an der Ratssitzung teilnehmen wird. Der Außenminister sei zwar bereit, mit seiner Autorität die Beschlüsse des Völkerbundsrats zu stützen, aber er könne dies nur tun, wenn die Umstände es erforderten. Es sei wahrscheinlich, daß die Dienstagsitzung nur ein- reine Formsache sei, in der die Berichte der Botschafter und Militärattaches über die Vorgänge in China geprüft und geordnet wurden. Beschlüsse würden dann erst in einer späteren Sitzung gefaßt werden! andern Blatt. Was die dreißig Ortsgruppen betrifft, die die SAP. im hiesigen Bezirk gewonnen zu haben behauptet, so ist die Zahl völlig unkontrollierbar. Ortsgruppen, die ausgetreten sind, gibt es im ganzen Bezirk noch kein halbes Dutzend, und überdies handelt es sich bei diesen Ortsgruppen um Parte ioereine. die z u- sammen noch nicht hundert Mitglieder zählen. Der Parteibezirk Zwickau-Plauen war zweifellos zunächst von allen Bezirken am stärksten gefährdet: die Siegesnachrichten, die die Spalter ober geflissentlich verbreitet, treffen nicht im allerentferntesten zu. Dielmehr kann heute schon als seststehend verzeichnet werden, daß bei aller Sympathie, die die von Seydewitz empfohlene Ab- lehnung der Tolerierungspolitik schließlich hier und dort gefunden hat, sein Spaltungsvorgehen von der großen Masse der Funktionäre und aktiven Parteimitglieder auf hartnäckige und entschieden« Ab- lehnung stößt. Als äußerer Beweis dafür kann gelten, daß nur drei oder vier von den mehreren hundert im Bs- zirk vorhandenen Vertretern der Partei in Ge- meindckörperschasten den Weg der Spalter gegangen sind. Reichskagspräsidenl täbc hat auf der Rückreise von der Bukarester Interparlamentarischen Tagung in T e m c s o a r. wo er vom deutschen Konsul Busse und führenden Deutschen sowie der sozialdemokratischen Parteiorganisation festlich empfangen wurde, im Theater einen Vortrag über die Weltkrise und die des Sozialismus gehalten. Der verkehr auf der Eisenbahnlinie Peking— Mulden ist infolge der zahlreichen Angriss« auf Züge vollkommen eingestellt worden. Bei Kaijuon in der Röhe von Mulden kam es am Donnerstag zu einem Gefecht zwischen japanischen Truppenabteilungen und etwa 3000 Chinesen. Die chinesischen Truppen wurden zurückgeschlagen. Die Japaner haben drei Tote und mehrere Verwundete. China fordert Räumung der Mandschurei. Ltliimaium dem Völkerbund mitgeieili. 1. Beilage des Vorwärts Tit. 471.«. Iaw0'>» X* vrv«�Ul lPUriB Sonnl-g.11 ONob-r lSZI Bettstelle Bettstelle ifederma+rat� inßußForm.weiss. |s149< 90*190■*0 bunter Bezug IPrinxen-SM EcHe. Sebost/a/rftr. Wilmersdorfefi-Sfr. 1 ifcitc Bismarck-Stn Frankfurter-ÄUoQ 30* Manner im Walde. Wir wnllen nun nicht, weil es gerade Herbst ist und ein schöner dazu, nur im Herbst das Paradies sehen. Auch die anderen Jahres- Zeiten sind schön: alles zu seiner Jeit. Jetzt ist das Naturbild n»r am buntesten und die Farben sind satter, dazu ist es ein wenig stiller. In einem Strandbad haben sich Mäven angesiedelt. Wie schlohweiße Tupfen hocken sie zwischen der grünen Grosnarbe des Strandes und dem himmelblauen See: die Herbstsonne macht so etwas deutlicher als die sengende Iülisvnne. Wo die Möven nur schlafen mögen, ob die nachts da in dem Gras fitzen bleiben oder ob sie sich in den Ankleideräumen des Strandbades verkriechen? Wer weiß. Aber das nracht olles der Herbst mit seiner leichten Melancholie, diese Gedanken und diese Stimmungen. Es ist nicht überraschend neu, wenn festgestellt wird, daß ernste Männer irgend etwas vom Kinde haben. Generaldirektoren kommen mitunter an keiner srischgestrichenen Wand oder Bank vorbei, sie müssen erst einmal antippen, ob die Farbe noch frisch ist. Staatssekretäre lassen in der Badewanne Seifnapf und Bürste schwimmen, di« Dinge müssen Krieg gegeneinander führen. Bor- gestern, im herbstlichen Wald, saß ein würdiger Herr aus einer Birke. Es sah von weitem aus, als hätte er Stufen in den Baumstamm geschlagen. In Wirklichkeit war es Feuer- schwamm. Den wollte der Herr herunterholen, den alten Zunder. Er war sicher ein sehr„autarker" Mann, der seine Zündhölzer weg- geworfen hatte und sich nun Feuerschwamm aus dem Wald holte. Dann kam noch ein Herr durch den Wald. Der erkundigte sich, ob wir ein Segelboot hätten. Nein, wir haben keins. Na, ob wir denn nicht Lack kaufen wollten, zwei große Kanister voll für 5 Mark. Nein, wir wären schon lackiert genug. Weg war der Mann. Was der für Vorstellungen haben muß: im Wald Kaufer für seinen Lock zu finden. Ausgerechnet Lack. Man kann als Laie eher eine Perle von emem Fremden kaufen als ein Kilo Lack. Dann kommen zwei Schupos durch den Wald. Was mögen denn die hier machen? Aufpassen, daß keiner den Wold wegträgt? So etwas Aehnlichcs. Sie müssen tatsächlich aus den Wald aufpassen. Wegen der Hohzdicbstähle. Die würden sonst überhand nehmen.„Ja", sagen die Schupos,„die Not ist groß. Was denken Sic, wie die Leute barmen, wenn wir einen ertappen, wir möchten ihn doch laufen lassen, er will ja kein Holz mehr mitnehmen." Am anderen Tage gehen die Schupos einen Kartoffel- ocker bewachen. Wenn sie da nicht ständen, könnte sich der Bauer am nächsten Morgen das Kartosselbuddeln sparen. Das sind die Schupos, die im Sommer die Zeltscheine kontrollieren und acht geben, daß an verbotenen und gefährlichen Stellen nicht gebadet wird. Im Herbst müssen sie aufpassen, daß niemand den Wold wegträgt. Es ist schlimm. Die Zieste der Zeltstadt. Von der Zeltstadt sind übrig geblieben: ein alter Waschzober, ein Marmeladencimcr und eine Kosserolle, aber die hat ein Lach. lind noch ein Hundegrab. Etwas abseits hat der Herr B. M. aus Pankow folgenden Zettel an einen Baum gekleistert: Belohnung! Dem, der mir den Dieb nachweist, der meine 'ce'gelgig(Windspiel Nr. 7), 9 Quadratmeter mit Fock, ' 5,20 Meter?ckng. 1vl0 Meter breit, hinten(pich, gestohlen• hat, so daß ich ihn gerichtlich belangen kann. Was muß der Herr B. M. getrieben l)obcn. daß man ihm inzwischen seine Scgelgig stehlen konnte. Nun ist die Scgelgig futsch, lind um den Zettel kümmern sich nicht einmal die Raben. Dann sind noch zwei Zelte da und der Wasserbudiker. Es hat Uebt Solidarität! Genossinnen und Genossen! Ein harter Winter steht uns bevor. Hunger und Not zermürben Millionen unserer Klassengenossen. Täglich vermehrt die Wirtschaftskrise das Millionenheer der Arbeitslosen. Schon oft hat sich die Solidarität der arbeitenden Massen in schwerster Zeit erprobt.— In dieserZeit desMassenelends rufen wir unsere Genossinnen und Genossen zu einer großzügigen Hilfsaktion auf iiiiHiiiiMiiimiiiniiiiimiiiiiiimiiiiiiiiiiimiiiiiiimiimiiiimiiinniniiimiiiiiiiiiminiiinmiiiiiMiniiiimiiiimuiHiiiiiiniiuiiiiiu Der Bezirksvorstand hat bereits Sammelmarken an die Abteilungen versandt. Wir erwarten von allen unseren Genossen, die noch in Arbeit und Brot stehen, daß sie sich an dieser Aktion restlos beteiligen. An alle unsere Freunde, die nicht durch die Hilfsaktion in den Parteiabteiiungen erfaßt werden, richten wir den dringenden Appell. Spenden auf das Postscheckkonto Nr. 48 743(Alex Pageis) einzuzahlen. Jede, auch die geringste Hilfe zur Linderung des Massenelends und der Massennot ist uns erwünscht. Uebt daher Solidarität mit euren imnuinmiiHiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiHnimiinmiimiiiiiii!iinmi»iiniiiiiiuiiiiinmiiii(iiiiiiiiimiiiimiiiiuiii!iiiiimniiiiiiiiiiiiiiiiiii arbeitslosen Parteigenossen! ................................................................................................ Der Bezirksvorstand. keinen Zweck, den Wasscrbudikcr zu fragen, wie das Geschäft im Sommer gegangen ist. Er wird sagen:„schlecht", und die Bücher legt er ja doch nicht vor. Man muß das anders anstellen, um hinter die Rentabilität des Wasscrbudikenwesens zu kommen. Etrva ja:„Sagen Sie mal, Herr Nachbar, wollen Sie noch lange mit Ihrem Kahn hier herumfahren und lzandeln?"—„Warum nicht". sagt der Mann.„Wollen Sie nicht verkaufen?"—„Warum nicht. wenn mir jemand 10 000 Mark gibt. Dann kann er das Geschäft aus dem See hier haben."- Da hätten wir es also, ein alter Hdkz- kahn mit einem klapprigen Außenbordmotor, wenn der 10 000 Mark wert ist, dann muß er schon etwas einbringen. Es stehen sogar noch zwei Zelte draußen. Die vorderen Seiten sind zugeknöpft, es ist niemand da. Vielleicht sind die Männer stempeln. Dafür sind zehn oder, zwölf Jungens da. Die haben sich ein Lagerfeuer angesteckt und rufen einander„Heil" zu. Dos macht ihnen anscheinend Spaß. Sie essen übrigens keine Schmalzstullen, sondern halten ein Stück Schlackwurst in der Faust. Einige stehen am User und Wersen Kastanien und Eicheln in das Wasser. Darüber schimpfen die beiden Fischer, die Bengels sollen die Fische in Ruhe lassen. Aber der Herbst ist launisch. Düstere Wolkenberge sind seine ständigen Begleiter. Plötzlich faucht der Sturm los und setzt wilde Schaumkronen auf den kochenden See. Drei Leute auf einer kleinen weißen Jolle haben ihre liebe Not, knapp, daß ihr Körpergewicht als Luvballast ausreicht. Jetzt wollen sie halsen. Es geht mit dem Sturm um die Wette. Daß sich der eine da bloß nicht die Birne stößt, na, es ging nach mal. Inzwischen ist das Lagerfeuer auf- gelodert, als sollte ein Ochse gebraten werden. Speiseeis-Ailanz. Zu Michaelis war es soweit, daß die Eiskonditoren Bilanz machen konnten. Es war da nicht allzuviel zu schreiben. Besonders nicht auf der Einnahmcnscitc. Denn die paar glühheißcn Junitage, die machten noch keinen Sommer. Sic halten aber bewirkt, daß bald in jedem leeren Laden der Stadt eine Eiskanditorei entstand. Dann kam der Regen und die unerwünschte Kühle. Es war kein Geschäft mit Speiseeis zu machen. Manche machten den Laden beizeiten zu und handelten mit Gurken. Das ist auch keine Sache, um reich zu werden. Der Berlust ist dabei zu groß für den kleinen Händler. So kauften sich viele von ihrem legten Geld eine Wiege- schale und stellten sich draußen hin an einen Waldrand. Bisweilen kam auch jemand und ließ sich für 5 Pf. lviegen. Die anderen. die ausgcl>altcn hatten hinter ihre in Schaufenster, in das die Sonne nur spärlich schien, die haben unlängst eingepackt und sitzen jetzt da mit einem Tausender an Schulden. Der Wirt will noch drei Monate Miete haben, der Maschinenfritze seine Eismaschine bezahlt und mit der Einrichtung ist es auch nicht ganz in Ordnung. Auch die Eis- konditoreien stehen nicht außerhalb der kapitalistischen Welt: gcsetz- Es sind noch ein paar feine milde Herbsttage zu uns gekommen. Man braudit den Ofen nicht zu heizen, kann im Sonnensdiein sitzen, um die Mittagsstunde wird selbst der Mantel lästig. Aber die Berliner missen mit dem Herbst nidits Rechtes anzufangen. Am letzten Augusttag wird Sdduß gemacht mit dem Sommer und vom ersten Septemberlage an beginnt die Sorge um den Wintermantel. Für den Herbst ist kein Platz da. Wenn jemand im September auf Urlaub fährt, mird ihm zmanzigmal gesagt:„Was, jetzt fahren Sie nodi? Es mird dodi schon um 6 Uhr duster!" Dann dürfte erst redit niemand im Dezember mit seinen Skiern in die Berge fahren, da wird es um vier Uhr dunkel. Abgesehen vorn Dunkelmerden, am kalendarisdien Sommerende ist längst alle» verpackt: die Boote, die Zelte und die Kocher. An den Spreeufern liegen die Ausflugsdampfer zu Dutzenden. Kein Feuer brennt in den Kesseln, denn es hat gar keinen Zweck, auf Passagiere zu warfen. Und da die Dampfer keine Gäste mehr abJaden, haben draußen die Wurst- und Brausehuden ihre Fenster beizeiten vernagelt. Schluß. Als ob die Leute Angst haben, es könnte ihnen eine Kastanie auf den Kopf fallen. Dabei ist es schade, bitter schade um die Nichtachtung des schönen Herbstes.— Ihre aufriditige Freude an dem schönen Herbslwetter haben die Siedler. Es hat noch einigen Streit gegeben mit den Holz- und den Steinlieferanten, auch die. Lösung der Kreditfragen mar nicht so einfadi. Jetzt kann es vorangehen mit dem Bauen. Denn siedeln madit frei. Vor acht Tagen standen erst die Fundamente da, jetzt steigen die Mauern hodi. Wenn draußen der erste Sdinee fällt, soll das Haus stehen. Einer hilft dem anderem Da ist der Zaun noch zu madien, da noch der Brunnen zu setzen.'Wenn das Geld reicht, soll das Haus ein rotes Ziegeldach erhalten. Aber das muß bald enlsdiieden werden, denn Ziegel- oder Pappdädicr erfordern ein oersdiicden starkes Gebälk. Es sind also sdwn Sorgen dabei, und die um das Dach sind nicht einmal die größten? aber nodi größer ist die Freude über die neue Heimstall. Sprengstoff-Fund bei Caputh Sieben Pfund Pikrinsäure in einer Waldschonung entdeckt nmß'g nofimin We Diny« ihren Lauf, erst die Ho'chkonsunktur, m der die Cisfabrikanten wie Pilze aus der Erde schaffen, dann eine iiberfilllte Branche und als Folge der Katzenjammer einer schweren Krise. Noch verschärst durch die ausgebliebene Sonne. In guten Zeiten war das nun so: hatten die Eiskonditoren im Herbst ihr Schaf im Trockenen, begann der Handel mit Gänsen. Jetzt. Mitte Oktober, hingen die Martinsoögel schon längst in den Schaufenstern. Aber heute? Es reicht ja knapp zum Schweinebauch am Sonntag, wo soll da das Geld für die Gänse herkommen. Die Gänsemöster im Oderbruch werden lange Gesichter machen. Als Trost bleibt ihnen übrig, daß es dem anderen nicht besser geht. Obwohl das ein sehr schwacher Trost ist. der Gedanke, daß der Nachbar auch pleite ist. Wieder auf Schusters Nappen. Auch Autos werden in Massen eingepackt. Denn die Rechnung mit dem Volksauto hat von jeher schon nicht gestimmt. Selbst wenn ein Auto einen Groschen kosten würde, blieben immer noch die Betriebskosten übrig. Benzin, Oel, Garagenmiete, Kraftfahrzeug- stcuer, Reparaturkosten und schließlich muß auch einmal ein neuer Reifen angeschafft werden. So ist jetzt auf dem Kraftverkehrsamt in der Blücherstraße Hochbetrieb. Einer noch dem anderen meldet über den Winter sein Auto ab, dann kann er seine Nmitmernschilder unter den Arm nehmen, die Stempel sind ab- gekratzt, und nach Hause gehen. Die Benzinkönige hoben darüber «inen solchen Schreck gekriegt, daß sie gleich die Benzinpreise er- mäßigt haben. Den ärgsten Schaden bei diesen Massenabmeldungen von Ltraftfahrzeugen wird die Reichskasse haben, bringt doch ein durchaus nicht schwerer Wagen dem Fiskus jährlich feine 400 Mark an Steuern ein. Davon ist nun die Hälfte weg. Auch die Garagen- befftzer werden bald nur noch kleinere Töpfe aufs Feuer stellen können. Denn wer sein Fahrzeug abgemeldet hat, der wird nicht gern den Winter über monatlich 40 Mark Garagenmiete zahlen wollen. Er zieht aus. Denn es gibt in Berlin genug leerstehende Fabrikhallcn, wo einstmals kräftig geschafft wurde. Die sind als Winterguortiere für Automobile hergerichtet worden, für 3 Mark im Monat kann da der Wagen stehen. Massenquartiere für Auto- mobile find ja wohl nichts Angenehmes und mit den nackten 3 Mark Wintermiete isd es auch nicht getan, aber 40 Mark Miete kommen denn doch nicht heran. Wer weih, wer im Frühjahr sein Auto noch wird vorholen können. Dielleicht bleibt es auch da bei Schusters Rappen. * Vom Bauern aus gesehen, ist es jetzt Zeit, einen Blick ins konimende Jahr zu tun. Man braucht nur ein paar Eicheln auf- zuhcben undjic durchzuschneiden. Sind sie frisch und saftig, ist ein fruchtbarer Sommer zu erwarten, sind sie eingeschrumpft, wird es ein dürres Jahr. Am heutigen Sonntag ist übrigens Neumond. Ist der Tag schön, werden wir noch länger gutes Wetter hoben. Und wer über den Winter Bescheid wissen will, der muß sich heute die Brustknochen der Gänse ansehen: sind sie sehr weiß, gibt es einen harten Winter, sind sie aber rot, wird der Winter milde. Bauern und auch andere Leute glauben an so etwas. Vier Aazikasernen geschloffen. Di« Schließung der N a z i k a s e r n e n ist überall in Berlin ohne Zwischenfall verlaufen. Nirgends ist es zu An- fammlungen oder Krawallen gekommen. Die Bewohner in der Um- �Äting der bereits geschlossenen Untertünste atmen wie befreit auf, deM-man hofft nun, daß die Sträßenkrawalle endlich«in Ende haben werden. Zunächst ist der Berliner Parteileitung der Nationalsozialisten und der SA.-Leitung die schriftliche Mitteilung von den Nerbotsmaßnahmen der Polizei gemacht worden. Daneben ist gleichzeitig den Lokal- und Wohnungsinhabern, die den Nazis bisher Unterschlupf gewährten, eröffnet worden, wie sie sich zu verhalten haben. Eine Nichtachtung oder Umgehung der An- ordnungen wird streng geahndet. I« der Badewanne ertrunken. Auf bisher noch ungeklärt« Weise ist gestern abend der neun Jahre alte Klaus Polier in der Wohnung seiner Ellern. M a r k st r a ß e 4 in Reinickendorf-Ost, ums Leben gekommen. Der Junge badete zusammen mit seinem sünsjährigen Bruder, während Everling aus Chikago hat gestern die fällige Zahlung moniert, und Manfred schweigt wie das Grab. Der Herr singt einem Lord vor und vertrinkt seinen Verstand mit schottischem Whisky, während anderen die Sorgen jeden Lebensmut rauben. Warum lebt man noch? „Störe ich dich?" Fränze bleibt an der Tür stehen. James sieht sie an wie einen Geist, der seiner Gruft ent- stiegen ist. „Du? So früh?!" Er ist es nicht gewöhnt, dag Fränze am Frühstückstisch erscheint. Sie schläft immer bis elf Uhr und läßt sich dann die Schokolade ans Bett bringen. Ich möchte mit dir sprechen. Ich muß sogar mit dir sprechen." Fränze sieht erbärmlich aus. Trotz der auf- gelegten Farben wirkt sie wie eine Leiche. Unter den Augen liegen tiefe Schatten, und die Nase ist dünn und spitz. Ueber dem Pyjama trägt sie einen Schlafrock aus chinesischer Seide. Sie vergißt, King zu streicheln, der sie energisch umwedelt. „James, bitte, höre inich einen Augenblick an!" „Aber gern, mein Kind. Was hast du?" James rückt einen Stuhl heran. Eine Unterredung zu dieser frühen iswnde paßt it>m nicht. Es geht jetzt um Wichtigeres als um die kleinen Privatsorgen einer Ehefrau. Aber Kavalier bleibt Kavalier in allen Lebenslagen. Westkohle und russisches Dumping müssen zurücktreten. „Ich habe mir olles genau überlegt. Seit Nächten kann ich nillzt schlafen. Manchmal beneide"ich dich, wenn ich dich ruhig atmen höre. Nein, danke! Ich trinke jetzt keinen Kaffee. Iamss, zwischen uns darf keine Unklarheit bestehen. Dazu sind wir uns beide zu gut!" Fränze fühlt, daß diese Worte hohl sind und auf pathetischen Stelzen herumlaufen. Sie, die kränkelnde Frau, ist nicht die stolze Atridentochter am Ufer des ischroarzen Meeres. „Besteht zwischen uns keine Klarheit?" James zwingt sich zu einem freundlichen Gesicht. Im Arbeitszimmer � klmgslt das Telephon...Entschuldige..." In einer Schonung in der Nähe der Ortschaft Laugerwisch bei Caputh wurden am Freitagabend, wie erst seht bekannt wird, sieben Pfund Pikrinsäure, eiu hochexplafibler Sprengstoff. gesunden, vom Amtsvorsteher in L an gerwisch ist sofort das Pols. damer Polizeipräsidium und zu gleicher Zeit das Per- liner Polizeipräsidium von dem Sprengskoff-Fund iu Kenntnis gesetzt worden. Ob dieser neue Fund irgendwie mit dem Jüterboger Attentat in Verbindung gebrocht werden kann, scheint selbst nach Ansicht der kriminalistischen llntersuchungskommiffion sehr zweifelhaft. Der Sprengstoff wurde von einem Manne entdeckt, der in den Nachmittagsstunden des Freitag im Jagen 434 nach Pilzen suchte. Unter einer Baum würzet fand der Pilzsucher ein Paket, das mehrer« Rollen enthielt. Der Mann glaubte, daß es sich um Sprengstoff handelte, nahm vorsichtig eine Rolle heraus und begab sich damit zur Polizei nach Langerwisch. Auf die Nachricht von dem Sprengstoff-Fund begab sich ein Potsdamer Kriminal- kommiffar nach Langerwisch, wo er zusammen mit dem Pilzsucher die Schonung aussuchte und das Paket unter Beobachtung größter Vorsicht mitnahm. Die Untersuchung durch die Potsdamer Polizei ergab, daß die Rollen die hochbrisante Pikrinsäure enthielten. Die Rollen waren in Zeitungen eingewickelt, von denen eine das Datum des 4. Januar 1922 und mehrere andere das Dalum vom Mai dieses Jahres trugen. Dem Augenschein nach muß das Paket mindestens drei bis vier Monate an dem Fundort gelegen haben. Der Spreng- stoff-Fund schien zunächst dadurch noch erhöhte Bedeutung zu er» langen, als in den Kreis der an dem Jüterboger Attentat Der- dächtigen auch ein ehemaliger irischer Offizier«inbezogen wurde, der bei Caputh ein Landhäuschen besitzt. Der Ver- dacht bestätigte sich damals nicht. Es wurde dann weiter vermutet, daß der Täter vielleicht zum Bekanntenkreis des Iren gehörte, da er bei dem Kauf der Atteiitatsutensilien in Berlin der Ge- sich die Mutter in der Küche befand. Plötzlich ertönten aus der Badcstube Rufe, und als die Frau herbeieilte, fand sie den Neun- jährigen leblos in der Badewanne auf. Es wird ver- mutet, daß sich die Kinder an der elektrischen Leitung zu schaffen gemacht hatten, wobei der ältere Klaus einen Schlag erhielt und tot umsank. Die polizeiliche Untersuchung ist noch nicht abgeschloflen. Billiger für Erwerbslose. Brot und Kartoffeln auf Verbilligungskarten. Tie Verhandlungen im Reichsernährwngs- Ministerium mit Vertreter« der SpitzenverbSnde über die Abgabe von verbilligtem Brot und Her» billigten Kartoffeln an Unterstützungsempfänger haben nunmehr zu folgendem Ergebnis» geführt: Verbilligtes Brot. Sämtliche von den Wohlfahrts- und Jugend- ämtern und von den Arbeitsämtern betreuten Personen erhalten von der für sie zuständigen Stelle pro Kopf s.Houptunterstützte und Zuschlagsempfänger) eine karte mit S wochenabfchnitten, die zum Bezug von wöchentlich einem verbilligten Brot in allen Brot- Verkaufsstellen mit entsprechendem Aushang berechtigt. Die Ab- schnitte dürfen nur vom Verkäufer abgetrennt werden. Der Der- billigungspreis liegt jeweilig 4 Pf. unter dem Tagespreis. Der Berkauf des verbilligten Brotes beginnt in der Woche am 26. Ok- t o b e r. Die Ausweiskarten werden rechtzeitig ohne besondere» Antrag verteilt werden. verbilligte Sartoffeln. Der gleich« Personenkreis erhält von den jeweils zuständigen Stellen eine karte mit 4 Monatsabschnitten. die zum vezug von monatlich Y* Zentner verbilligter Kartoffeln berechtigt. Der Inhaber der Karte muß sich bei einem Kartoffel- Verkäufer mit entsprechendem Aushang anmelden und für die von ihm gewünschte Kartoffelsorte(weiß, rot, gelb) eintragen laffen. Die Ausweiskarte wird vom Verkäufer mit seinem Firmenstempel ver- Wie sage ich ihm alles, grübelt Fränze. Es ist mein fester Vorsag, mein unerschütterlicher Wille, und ich mache mir auch nichts vor, und die Sätze klingen doch verlogen. Um die Wahrheit geht es. Aber spreche ich die Wahrheit? Spiele ich nicht Theater? Eine fliegende Hitze steigt ihr in den Kopf. Sind diese Phrasen Wahrheit? Habe ich nicht zu viel gelesen? Lebe ich noch in der Wirklichkeit? Sie hört James am Telephon toben. Warum schreit er? Er verliert auch den Kopf? Ich bin schuld daran, ich allein, ich mit meinem kranken Körper.„Mein lieber, lieber James", flüstert sie vor sich hin.„James", sagt sie laut.„James!" Sie fällt ihm um den Hals. „Was soll das?" James drängt sie in einen Sessel und bohrt die Hände in die Hosentaschen.„Harry ist krank. Er hat eine Gehirnerschütterung. Heinrich rief eben an." Er schlägt sich mit der Faust vor die Stirn.„Alles hat sich gegen mich verschworen. Jetzt, da ich ihn dringend brauche. w,rd er krank. Ausgerechnet heute!" Äilma! Ich had' doch noch Vilma! Dieser Gedanke zuckt in ihm aus. Sie gehört zu mir. Die kleine Differenz ist lange vergessen. Außerdem hatte sie damals rechc.„Ich muß jetzt ins Geschäft." Er ruft die Dogge. „Nein! Bleibe noch!" Fränze springt auf. Sie vergißt ihr Leiden, ihre sonstige Behutsamkeit. Jetzt ist die Stunde, die große Stunde gekommen, die Stunde der selbstvergessenen Liebe! James muß gerettet werden. Gott, wie sieht der Mann aus! „Glaube mir, ich weiß, worunter du leidest." Ihre heißen Hände zerren an den Aufschlägen des Schlafrockes. Die Blicke suchen den Teppich ab.„Ich stehe dir im Wege. Ich bin der Grund deiner Unzufriedenheit. Durch mich bist du krank geworden! James, verzeih' mir!" Sie sinkt ihm zu Füßen und umklammert seine Knie.„James.- Ein Schluchzen schüttelt sie. und die Fürger verkrompfen sich in den unver- wüstlichen Stoff der englischen Hose. James denkt, jetzt wird sofort der Himmel einstürzen, und dann sind alle Spatzen tot. Er grinst halb bewußtlos. Fränzes ungehemmte Erregung bleibt"ihm unverständlich. Ist sie wahnsinnig geworden? Es soll vorkommen, daß Wahnsinn ohne jedes Voranzeichen ausbricht. Mechanisch streichelt er ihr Haar. Das ist nur ein Traum, ein völlig verrückter Traum in der Morgendämmerung kurz vorm Erwachen, ein Alb- druck genau so wie die fallenden Kurse und die schwanken- den Getreidepreise.„Warum wache ich nicht auf?!" gurgelt er hervor. schäftsfrau Dinge erzählt hatte, die auf die Person des Iren fast genau zutrafen. Die Berliner Polizei wird selbstverständlich auch in diesem Falle versuchen, die Herkunft des gefährlichen Spreng- stosses zu ergründen. Mit Jüterbog scheint der Fund jchoch nichts zu tun zu haben, zumal durch die damalig« chemische Untersuchung auch festgestellt worden ist. daß Pikrinsäure bei dem Attentat keine Verwendung gesunden hat. * Die Ermittlungen der Berliner Polizei zu dem Sprengstoff- Fund bei Petershain find noch nicht weiter fortgeschritten. Der in Berlin in Hast befindliche Kurt Bartels bestreitet nach wie vor mit dem Fund in Verbindung zu stehen. Da ihm auch nichts nachzuweisen ist, dürfte in den nächsten Tagen mit seiner Entlassung zu rechnen sein._, Angeblicher Täter von Bia-Torbagy verhaftet. Wien, 40. Oktober.(Eigenbericht.) Auf Verlangen der ungarischen Behörden wurde am Sonn- abend in Wien der ungarische Kaufmann Maiuschka unter dem verdacht, da» Eisenbahnattenlai von Bia- Torbagy am 13. September oernbi zu haben, verhas- t e l. Maiuschka bestreitet uicht, daß er Ende Jvli 40 Silogramm Ekrafil gekauft hat. behauptet aber, den Sprengstoff wieder weggeworfen zu hoben. Die„Wiener Arbeiterzeitung" hat festgestellt, daß Matuschka nicht, wie die ungarische Regierung von dem Attentäter behauptet, Kommunist, sondern ein ausgesprochener Klerikaler ist, der bisher stets mit seiner katholischen Religion geprunkt habe. Allerdings gelte er als problematische Existenz. Er gebe an, früher ungarischer Ossizier gewesen zu sein. sehen. Der Verbilligungspreis wird wöchentlich dreimal veröffentlicht werden. Der Verkauf der verbilligten Kartoffeln beginnt im November. Die Korten werden rechtzeitig ohne besonderen Antrag ausgegeben werdenn. Auszahlung der Llnterstühungsgelder. Die Auszahlung der Unterstützungen für die z w« i t e Hälfte des Monats Ottober an die von der Stadt Berlin laufend unterstützten Kleinrentner und sonstigen Hilfsbedürftigen wird a m 16. Oktober stattfinden. Wieder falsche Wiegekarieu. Gefängnisstrafen für unehrliche Kohlenhändler. vor einigen wachen berichteten wlr über eine Gerichtsverhand. long gegen eine Kohlenfirma, die mit sogenannten zurechtgemachten Wiegekarten de» Empfänger von Sokstioferungen getäuscht hatte. Ein ganz gleichartiger Fall wurde vor dem Schössengerich! in Neukölln verhandelt.' Beklagt war«ine Kohlenfirma aus Neukölln. Dieser Firma waren die Kokslieferung«n für das Poststadion über- tragen worden. Das Materiol wurde vom städtischen Gaswerk in Lichtenberg geholt. Obwohl die Firma einen eigenen Transport- wagen besitzt, hat sie die Lieferungen nicht vom Gaswerk direkt nach dem Poststadion gebracht, sondern eine Zwischenstation auf dem Lagerplatz vorgenommen. Es wurde nun festgestellt, daß der Fahrer des Transportwagens mit Lieferpapieren ausgerüstet wurde, die höhere Gewichtsangaben enthielten, als das Gas- werk beim Aufladen oermerkt hatte. Sämtliche Wiege- karten und Lieferscheine, die sich auf Kokslieferungen für dos Post- stavion bezogen, wurden kontrolliert. Dabei stellte sich heraus, daß nur die ersten vier Lieferungen ordnungsmäßig erfolgt waren. olle übrigen wiesen Gewichtsdifferenzen auf. Der Ge- „Du fchläfft nicht", wimmert Fränze.„Du bist wach!" Sie tostet sich in die Höhe und steht vor ihm mit schmerzvcr- zerrtem Gesicht und zitternden Lippen, die kein Wort formen können. Aus ihrer Kehle dringt ein rauhes Aechzen. Sie dreht sich einmal um sich selbst, wirst die Arme in die Höhe und schlägt hin. James handelt mit der Sicherheit eines Schlafwandlers. Bei Ohnmächten nehme man zuerst Wasser oder eine wässrige Flüssigkeit. Das weiß jedes Kind! Nur er, James Silvester, hat keine Leibeserben. Er zuckt kaum merklich mit den Achseln und geht zum Eßtisch. Wasser ist nicht vorhanden, und ehe das Mädchen kommt, kann Fränze bereits gestorben sein. Jede kalte Flüssigkeit erfüllt denselben Zweck. James ergreift die große Kanne mit Kaffeesahne und gießt sie Fränze ins Ge- ficht. Die fettige Sahne sickert schwer von dem krausen Haar und bildet auf der bestickten Seide des Schlafrocks kleine, weiße Tropfen. Ist sie tot? James beschreibt einen neuen Bogen um Frau und Hund. Nein, nein, sie darf nicht tot sein. Sie muß leben. Das wäre so sinnlos. Nichts fft vorgefallen, olles läuit wenigstens zu Hause in den alten Geleisen.„Fränze!" Er beugt sich nieder.„Fränze!" Er rüttelt sie an den Schultern. Sie atmet leise und verweht. Einen Augenblick betrachtet er ihr eingefallenes Gesicht, auf dem die Schminke wie ein Clown- maske sitzt. Er hat sich in letzter Zeit wenig um Fränze ge- kümmert. Aktien und sinkender Weltmarktpreis! Jeder Mann hat seinen Beruf, der ihm Hölzer stehen muß als die Familie. Fränze könnte es wissen, ihr Bater lebte nur in seinen Studien. Wenn man das Messer au der Kehle fühlt» ist man nicht geneigt, sich mit der Frau und ihren Acngstcn zu be- fchäftigen. James nimmt Fränze auf die Arme und trägt sie zur Chaiselongue ins Arbeitszimmer. Sie wiegt überhaupt nicht?. Er könnte ihren Körper ohne Anstrengung auf einem Finger balancieren. King leckt Fränzes Hand, die willenlos herab- hängt. Lorsichtig entfernt James mit dem Taschentuch die Sahnetropsen aus dem Haar. Dann geht er ins Schlaf- zimmer und holt Kölnisch Wasser. Als er wiederkommt, ist Fränze erwacht. Sie blickt ihn verständnislos an. James lächelt. „Du erlittest einen Schwächeanfall, hoffentlich fühlst du dich jetzt wohl. Wie ist dir?" (Fortsetzung folgt.) ZIr. 47?- 4». Jahrgang 0!»«�9 dCd � Cwmfafl. il. OKrter 1931 Llm die Einheit. Von La.rl Schon oft ist unsere Partei in einer Situation gewesen, die sie mit den größten Gefahren, mitunter sogar dem Unter- gang bedrohte, wie zum Beispiel beim Erlaß des Sozialisten- gesetzes 1878. Aber nie war eine Situation so kompliziert und undurchsichtig wie heute, nie lag daher die Versuchung näher, die verschiedenartigsten, ja gegensätzlichen Wege zur Ueberwindung der Schwierigkeiten einzuschlagen. Erregte Diskussionen, die sich leicht zu Anklagen der einen Seite gegen die andere verdichten, sind unvermeidlich. Ist ja unter den jeweils möglichen Wegen keiner, der nicht manche schädliche Wirkung mit sich brächte neben dem Erfolg, den seine Befür- worter von ihm erwarten. Größte Freiheit der Diskussion innerhalb der Partei ist unter diesen Umständen notwendiger als je. Doch ist diese Freiheit keine bedingungslose. Sie darf nicht Formen anneh- men und Methoden anwenden, die die Einheit der Partei ge- fährden. Schon 1861 hat Marx in seiner Inauguraladresse darauf hingewiesen, daß die große Kraft des Proletariats gegenüber den ausbeutenden Klassen in seiner großen Masse besteht. Nur als Masie kann es sich gellend machen. Als solche ver- mag es jedoch nur zu wirken, wenn seine große Zahl g e-> schlössen auftritt, sich nicht in ihre Atome auflöst. Nichts Schlimmeres kann einer proletarischen Partei zustoßen als ihre Spaltung. August Bebel fürchtete nichts so sehr wie eine Spaltung. Er urteilte auf Grund seiner Erfahrungen während des Zwistes zwischen Lassalleanern und Eisenachern. Eines der größten Verdienste Victor Adlers um unsere Sache war seine Tätigkeit zur Beilegung der Parteispaltung in Oesterreich. Nicht minder wichtig wurde es, daß es ihm ge- lang, eine solche Spaltung in seiner Partei während des Welt- krieges zu verhüten. Wieviel hätte die Sozialdemokratie im Deutschen Reich nach dem 9. November 1918 aus der revolu- tionären Situation herausholen können, wenn sie einig war! Trotz der schroffen Gegensätze der Anschauungen, die der Krieg hervorrief, waren denn auch von seinem Beginn an in der Mehrheit wie der Minderheit der Partei alle verant- wortungsbewußten Faktoren aufs ängstlichste bemüht, die Spaltung zu vermeiden. Sie kam erst, als drei Jahre Krieg die Gemüter hüben wie drüben aufs äußerste erbittert hatten. Es ist noch zu früh, nach den Schuldtragenden zu suchen. Fehler sind auf beiden Seiten gemacht worden. Die Spaltung mag unter den gegebenen Bedingungen unvermeidlich gewesen sein. Aber sie war, wenn auch kein Verbrechen, so doch e i n ungeheures Unglück für unsere Sache, eines, dessen Folgen wir heute noch spüren. Der Weltkrieg hat allenthalben in unseren Reihen den festen Entschluß hinterlassen: Nie wieder Krieg! Aber seine Konsequenzen sollten noch einen zweiten Entschluß nicht minder tief in unsere Gemüter eingegraben haben: Nie w ied er e ine S p a ltu n g! Wenigstens keine Spaltung wegen Fragen der T a k't i k oder der Organisation. Es gibt prinzipielle Gegensätze, die ein dauerndes Zusammenarbeiten der dadurch geschiedenen Richtungen in einer Partei unmöglich machen. Sozialdemokraten können sich nicht mit Anarchisten oder mit Faschisten in einer Partei vereinigen. Aber taktische und or- ganisatorische Fragen, die stets besonderen Situationen ent- springen und mit ihnen verschwinden, dürfen Elemente nicht entzweien, die in ihren dauernden Zielen und Grundsätzen übereinstimmen. Alle Genossen, auf welchem Flügel der Partei immer sie stehen mögen, streben gleich sehr nach der Befreiung des Proletariats, ja aller Geknechteten und Ausgebeuteten. Und man darf annehmen, daß auf jedem Flügel Intelligenz und Wissen ungefähr in gleichem Maße vertreten sind. Je nach der verschiedenen Einschätzung der jeweiligen Machtfaktoren und Aussichten in Staat und Gesellschaft gibt es in der Partei stets verschiedene Ausfassungen der Taktik oder der Form der Organisation, die anzustreben und durchzuführen ist. Ein schlüssiger Beweis, welche die zweckmäßigere ist, wird sich nie führen lassen, oder' vielmehr, wo ein solcher Äeweis möglich ist, treten Meinungsverschiedenheiten dieser Art nicht auf. Es kann vorkommen, daß sich in der Partei eine Taktik oder Organisationsform durchsetzt, die weniger zweckmäßig ist als die von der Gegenseite verfochtene. Doch auch sie wird Erfolge erzielen, unter Umständen gewaltige, wenn die Partei geschlossen und einmütig sie anwendet. Dagegen muß die beste, zweckmäßigste Taktik erfolglos bleiben, ja sie kann in einer schweren Niederlage enden, wenn sie mit Methoden betrieben wird, die zu einer Spaltung der Partei führen. Unerläßlich ist die Freihell der Diskussion. Doch stetsmuß sie untergeordnet bleiben der Sorge für die Einheit der Partei. II. Vor kurzem noch konnte man meinen, daß man mit solchen Ausführungen offene Türen einrenne, daß niemand die Absicht habe, eine Parteispaltung herbeizuführen. Veranlaßt wurden meine Betrachtungen über die Notwendigkeit der Einigkeit durch den„M ahnrufandie Parte i", der im .Klassenkampf" vom 1. Juli erschien. Der Mahnruf war ein Manifest, eine Kriegserklärung an die Reichstagsfraktion unserer Partei, unterzeichnet von Max Adler, Kurt Rosenfeld, Max Seydewitz, HeinrichStröbel. Der Politik der Fraktion, die als„Tolerierungspolitik" gebrandmarkt wurde, setzten die vier Unterzeichner eine ganz andere entgegen: „Die Partei muß jetzt den Kampf um die Macht mit allen Mitteln unter den sozialistischen Losungen aufnehmen und den nach Hoffnung hungernden Massen den Sozialismus als einzig mögliche Rettifng aus dieser Krise zeigen." Im Absatz vorher wurde diese Krise als eine„Krise des Kapitalismus" bezeichnet. Die neue Politik, die uns empfohlen wurde, war im „Mahnruf" nicht sehr klar dargelegt. Der„Kampf um die Macht", das heißt um die politische Macht, braucht nicht erst jetzt unter„die sozialistischen Losungen" aufgenommen zu werden. Er steht in den Pro- grammen der Sozialdemokratie seit ihrem Beginn, und unsere Partei hat auf diesen Kampf nie verzichtet. Neu ist nur die Forderung, diesen Kampf mit„allen Mitteln" zu führen. Das haben wir früher den Anarchisten überlassen und überlassen es jetzt den Nationalsozialisten und Kommunisten. Sollen wir uns mit denen in ein Wett- rennen mit den Mitteln der Brutalität, Gemeinheit und Ver- logenheit einlassen? Das meinten doch die Unterzeichner nicht. Was wollten sie aber dann mit ihrem Satz sagen? Nicht minder unklar ist der folgende Satz, der fordert, „den Massen den Sozialismus als einzig mögliche Rettung aus dieser Krise zu zeigen". Das können und dürfen wir nicht, weil wir da den Massen etwas Unerfüllbares versprechen würden, die nicht nach„Hoff- nung hungern", sondern nach Brot und anderen soliden Sachen und sich dafür bedanken würden, wenn wir sie bloß mit leeren Versprechungen abfüttern wollten. Auch dcks wollen wir den Kommunisten und Nationalsozialisten über- lassen. Die vier Unterzeichner beabsichtigen doch nicht, die Sozialdemokratie dadurch auf eine höhere revolutionäre Basis zu erheben, daß sie unsere Politik zu einem Abklatsch der sprupellosesten Demagogie degradieren? Seit jeher hat die Sozialdemokratie den Massen den Sozialismus als einzig mögliche Rettung aus dem Elend des Kapitalismus gezeigt. Wollten die vier Genossen bloß das von uns fordern, kämen sie reichlich spät. Das besorgt die Sozialdemokratie seit zwei Menschenaltern. Aber sie sprachen von einer Rettung nicht aus dem Elend, sondern aus der jetzigen Krise des Kapitalismus. Das kann man auch wieder verschieden auffassen. Der Sozialismus wird, einmal durchgeführt, mit dem übrigen Elend des Kapitalismus auch seinen periodischen Krisen ein Ende machen. Das ist ebenfalls keine neue Entdeckung. Aber so schienen es die vier nicht zu meinen, sondern zu glauben, der jetzigen Krise des Kapitalismus vermöge nur der Sozialismus ein Ende zu machen. Wir sollten den Massen die sofortige Durchführung des Sozialismus als Mittel zur Ueberwindung der jetzigen Krise zeigen. Ich weiß nicht, ob sie zu jenen Sozialisten gehören, die vermeinen, die jetzige Krise sei„d i e" Krise des Kapitalis- mus überhaupt, sie könne nicht eher enden, als bis der Sozialismus aufgebaut fei. Diese Ansicht erinnert mich an Leute, die in einem regnerischen, kühlen Sommer annehmen, es werde nie wieder warm werden und der Beginn einer neuen Eiszeit sei gekommen. Sollten wir den nach„Hoff- nung hungernden Massen" eine sozialistische Meteorologie dieser Art zeigen? Wäre sie ebenso berechtigt als sie unberechtigt ist, sie würde den hungrigen Massen traurige Aussichten eröffnen. Denn wer nur etwas ökonomische Grütze im Kopf hat, der weiß, daß selbst wenn wir morgen schon die volle politische Macht erobern würden, damit noch keineswegs schon der Sozialismus eingeführt wäre. Dessen Herbeiführung ist ein langsamer Prozeß, der sorgfältig vorzubereiten ist. Wir brauchen aber für die hungrigen Massen eine rasche Ueber- Windung der jetzigen Krise. Diese Ueberwindung kann schon innerhalb des Kapitalismus durch verschiedene Mittel beschleu- nigt oder gehemmt werden. Diese Mittel zu studieren und die den Produktionsprozeß fördernden durchzusetzen, die ihn hem- Menden abzuwehren, das ist in der gegenwärtigen Krise des Kapitalismus unsere Aufgabe. Der Sozialismus ist anzu- streben und zu propagieren als Mittel, einmal dem gesamten Elend des Kapitalismus ein Ende zu machen. Als Mittel zur Ueberwindung der gegenwärtigen Krise des Kapitalis- mus kommt er nicht in Betracht. Ihn als solches propa- gieren, heißt von dem Studium und der Verfechtung der tatsächlich wirksamen Mittel ablenken. Aus meiner Parteijugend erinnere ich mich noch an Diskussionen über Freihandel und Schutzzoll, in denen ein- zelne Redner erklärten:„Diese Frage berühre uns gar nicht, wir wollen den Sozialismus, nicht den Freihandel oder den Schutz, zoll." Ueber diese primitiven Vorstellungen sind wir doch etwas hinaus. III. War das, was in dem Mahnruf drin stand, geeignet. uns zu befremden, so nicht minder das, was nicht dri« stand. Er warnte nur vor Illusionen über die Erleichterung der Reparationen, enthielt aber sonst kein Wort über die aus- wärtige Politik. Und doch ist diese seit dem Weltkrieg und besonders augenblicklich das A und O aller Politik ge- worden. In der Tat ist auch die Taktik unserer Fraktion gegenüber der Reichsregierung nicht zu verstehen, wenn man von der auswärtigen Politik absieht. Andererseits erheischt auch die rascheste Ueberwindung der jetzigen Krise des Produktionsprozesses eine bestimmte Art der internationalen Politik. Ein Mahnruf an unsere Partei, der den Kampf um die Macht mit allen Mitteln fordert, sowie die sofortige Durch- setzung voller sozialistischer Produktion als Rettung aus der Krise verheißt, dabei aber von der auswärtigen Politik ab- sieht, versperrt von vornherein den Weg zum Begreifen der heutigen Situation. Ein politisches Manifest muß mit voller Klarheit und Unparteilichkeit eine bestimmte Politik nach allen wesentlichen Seiten hin formulieren, wenn es eine neue Richtung der Politik begründen will. Der Mahnruf der vier Genossen bot nichts Derartiges, sondern bekundete nur un- wirsch seinen Aerger über die Haltung der Fraktion in der Innenpolitik. Selbst wenn dieser Aerger berechtigt wäre, würde das nicht genügen, die Partei zu veranlassen, die bisherige Richtung ihrer Politik zu ändern. Verärgerung allein ist kein politischer Kompaß. Der Mahnruf mußte also politisch unfruchtbar bleiben. Trotzdem konnte man ihn nicht einfach ignorieren. Er endete mit z w e i Zeilen, in denen die Genossen und Genossinnen um Zustimmungserklärungen ge- beten werden. Diese zwei unscheinbaren Zeilen erschienen mir als das Wichtigste an dem ganzen Mahnruf. Sie waren es, die mich zu meinem Betonen der Wichtigkeit der Einigkeit in dem vorliegenden Artikel veranlaßten, der schon Ansang Juli ge- schrieben wurde. Wenn der„Mahnruf" besondere Erklärungen der Zu- stimmung verlangte und sammelte, konnte das nur die Wixkung haben, die Opposition außerhalb der durch die Parteiorganisation gegebenen Möglichkeiten zu vereinigen und zu konzentrieren. Gelang das, jo mußte sich daraus eine Sonderorganisation der Opposition er- geben, die zu einer Spaltung der Partei in zwei sich befehdende Organisationen führt». In diesem Falle mußte die von der Partei sich loslösende Opposition dem Sozialis- mus schwere Wunden schlagen, auch wenn sie noch so klein bliebe. Eine Zeitlang schien es, als würden die Verfasser und Unterzeichner des Mahnrufs selbst einsehen, welches Unheil sie anzurichten begannen und ihre Separationsbestrebungen einstellen. Waren es doch alte, erfahrene Genossen. Indes hat die Isolierung innerhalb der Partei, in die sie sich durch ihren Mahnruf hineinritten, sie nicht zur Besinnung gebracht, sondern vielmehr ihren Aerger so sehr gesteigert, daß er nun jegliches Gefühl der Verantwortung gegenüber der Gesamtpartei in ihnen er- st i ck t e und sie zur Spaltung trieb. Kein Zweifel, sie können uns schädigen, wenn auch aller- dings nur vorübergehend. Sie selbst aber werden nichts dabei gewinnen. Wer seine Fahne in der Stunde der Gefahr verläßt, wird von den Gegnern willkommen geheißen, aber nicht geachtet. Solche Elemente werden überall mit Miß- trauen betrachtet, gewinnen nirgends das Vertrauen, ohne das eine Parteibildung nicht große Massen an sich ziehen kann. Die Splitterrichter werden nichts erreichen, als daß sie jene ohnmächtigen Parteisplitter um einen neuen ver- mehren, die seit der Nürnberger Einigung zwischen der Kommunistischen und der Sozialdemokratischen Partei ein unbeachtetes Dasein fortschleppen. 3. Oktober 1931. Üerh ?n allen AHfkeln»weft w Boucle-Teppiche..« von 38__ bis 76.— Wollplusch-Teppiche von 67— bis 149.— Tournoy-Teppiche.. von 115.— bis 230.— Boucle-Läufer. von 2.50 bis 5.50} Alle Breiten toppdedcM, KaiMtMld«, t. 15.— bb 24.— Alle Grössen Kunitield. Oekoratlonutoffe v. 1.25 bto AM Gobcdniteffe f.Coueh,t,30 br.,v. 2 JO bU S-- Halbftor«, Meterware..... v. 2 JO bli A.—. 4�eSk 'fgjßli TUdidedcen.«saun«, e. 7.50b Ii 14�5 0(vondocken r>«t* IT]r. 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IS Uhr. von der Leichenhalle de» Neuen Michaei-Kirch- Hofes in Mariendorf au» statt. Rege Beteiligung wird erwartet unser Hadirak. Am 27. September starb Kollege, der Smrichter Paul Wedecke geb. am 6. Juni 1876. Die Einäscherung hat bereit» statt- gesunden. Ehre ihr«« Andeuten! 01« OrtsrerwalhraZ. Schreiben Sie tut« bis 17. 10 Erbitte unverbindlich und Gratis OK ünaugabe des Iltutrisn» üoidirun» 1831 Sladtrand'Siedlnntf" Name u Anfchr an: Ehiff.? 118 Borwitrt», Lindenstr. 8 »enoffen tvirsu ■?'*!*! nt Unlerem Senofien vvirsu .j. Pflugstraße I. zum 26 fahrigen w parieifobilönn» die herzlichsten w Glückwünsche. Die Genossen de» Zahlabends « » ____________-no.| Betrau— 7. Abteilung SPD. Unserem Abteilungsleiter Karl Hinrich zu seinem 50. Geburtstag und V seiner Silberhochzeit die herz- ltchsten Glückwünsche. Lichtenberg. 12. Oktober lSSl. 117. Abteilung SPD. »SSoGOSGi S- Jg 3 VORZUGE UNSERER MÖBEL Pprmschfinhall Werlarbeit PreiswOrdlgkelt und beispiellos die Auswahl GLEISER AKT. 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Lichterfelde 2110 fchZfkslnhober unb der Kutscher versuchten sich damkt herauszureden, t dag auf dem Lagerplatz der Finna„zugcladen" worden sei. Das' Gericht teilte diese Ansicht nicht und kam zur Verurteilung. Mit Mcksicfit darauf, daß die Wiegekarten Privaturkunden sind und Be- wciskraft für den Empfänger haben, wurde der Geschästsinhaber zu vier Monaten Gefängnis und S00 M. Geldstrafe sein Transportführer, der von der.Mogalei" gewußt hatte, ebenfalls zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Nachbarschastshilfe. Die Zeitungen im Nahmen der Berliner Winterhilfe. Ein schwerer Winter steht vor der Tür, seine Not muß icher- wunden werden. Der Herr Reichspräsident hat bereits in seinem Aufruf für das Reich die notwendige große Hilfsarbeit eingeleitet. Für Berlin wird die„Berliner Winterhilfe', der die maßgebenden Organisationen aus Handel, Gewerbe, Industrie und Wohlfahrt angehören, die Leitung und Zusammenfassung der Hilssatttonen übernehmen. In dem Rahmen der Einzelarbeiten der„Berliner Winterhilfe' werden die Berliner Zeitungen, die in der Vereinigung Graß- städtischer Zeitungsverleger zusammengefaßt sind, besondere Hilf-- maßnohmen einleiten. Diese Arbeit gegen die Not soll aufgebaut werden auf den? Gedanken „AachbarfchaftS'hilfc". Die menschliche Notwendigkeit, die in dieser Idee liegt, spricht fiir sich selbst. Wer noch im Besitz von Nahrung, Wörme, Kleidung ist, wer noch in dem Kreis steht, wo es Arbeit und Brot gibt, muß in dieser Zeit mitteilen. Er muß eine Pflicht gegen sein Land, seine Mitmenschen und gegen sich selbst erfüllen. An den Nachborn, der leidet, muß abgegeben werden, die Bitterkeit der furchtbaren Zeit muß mit dem Mittel menschlicher Teilnahme und wirklich praktischer Hilfe gelindert werden. Wenn jeder für den nächsten leidenden Nachbarn das Seins tut, ist schon viel geholfen. Die Berliner Zeitungen werden sich mit allen Kräften dem organisatorischen Aufbau dieser„Nachbarschaftshilfe' widmen. Sie werden olle diese Hilfsmaßnahmen entwickeln helfen, um das menschliche und staatsbürgerliche Werk zu tatsächlichem und wirkungsvollem Erfolg zu führen. Man denkt zunächst an Abgab« von warmem Esten von Haus zu Haus, Gewährung von Freitisch- platzen, an Uebcrnahme von Patenschaften für Kinder, an Fürsorg« für Ernährung und Bekleidung, schließlich selbstverständlich an allgemeine Nachbarschaftshilfe, an die Unterstützung bedürftiger Per- soncn und Familien über den engen Rahmen der Ernährung hinaus. Wir rufen die Berliner Bevölkerung auf�sich dem notwendigen Hilfswerk der„Nachbarschaftshilfe' anzuschließen und zu zeigen, wie der Berliner Bürger entschlossen stt, die schwere Not seiner armen Mitbürger mit den Mitteln wahrhaft menschlicher und nach- barlicher Gesinnung zu bekämpfen. verrimgung Großstädtischer Zeitunsuerleger E. B. Der Vorsitzende: gez. K l i tz s ch. Der Geschäftsführer: gez. Dr. Hertel. Diejenigen unserer Lsscr, die in der Lag« und willens find, im Sinne dieses Aufrufs an der Nachbarschaftshllse sich zu beteiligen, wollen das notwendige Materiol(Fragebogen usw.) bei unseren Speditionen und Ausgabestellen oder in der Haupterpedition SW. ßst, Lindenjtr. anfordern.---- Verlag de»„vorwärts-.— Die ewige Ladendiebin. Geteilte Meinungen der Sachverständigen. Don der Ladendiebin, die man vor dem Schöffengericht Berlin» Mitte kennenlernte, erhielt man einen sehr geteilten Eindruck. Ge« teilt waren auch die Ansichten der beiden psychiatrischen Sachver» ständigen.> Der Oberarzt Dr. Hagedorn, der die Angeklagte Wochen hin» durch in Herzberge zu beobachten Gelegenheit hotte, meinte, daß es sich um eine Kleptomanin handle, für die der Lodendiebstahl Lustgewinn bedeute und die einem zwangsmäßigen Trieb ge» horchend, ohne Zweck und Sinn Waren an sich nehme und sie zu Hause aufstapelte, ohne daran zu denken, sie zu Geld zu machen. Die Angeklagte sei«ine hysterische Psychopathin, erblich schwer belastet— ihre Mutter war geisteskrank, ihr Bruder hat sich erhängt, bei verschiedenen Familienmitgliedern bestehen ähnliche kriminelle Tendenzen wie bei ihr—, es erscheine zweifelhaft, ob sie für ihre Handlungen verantwortlich gemacht werden könne. Sani- tätsrat Dr. Leppmann sah sich nicht in der Lage, seinem Kollegen beipflichten zu können. Mag sein, sagte er, daß gewisse Diebstahls- Handlungen bei ihr als sexuelle Ersatzhandlungen zu bewerten seien, ganz bestimmt war das bei ihrem ersten Diebstahl im Alter von 18 Iahren der Fall: seitdem ist aber das Stehlen und An- häufen der Waren selb st für sie eine Quelle der Lust ge- worden, es fehlen ihr einsach die Hemmungen. Wenn es zwang»- mäßige Triebhandlungcn sein sollten, wie wäre es da zu erklären, daß sie, um bester stehlen zu können, von Stadt zu Stadt reist— die Angeklagte hat Strafen in Köln, in Bonn, in Elberfeld, wieder in Köln und in Bonn erhalten—, daß sie nicht bloß allein, sondern mit einer anderen vorbestraften Diebin die Warenhäuser heimsucht und stiehlt, stiehlt, stiehlt: im Stehlen hatte die Angeklagte schon ein« Art Meisterschaft erreicht. Zehn Tage hintereinander besuchte sie Wertheim und Tietz zwei- bis dreimal täglich. In ihrer Woh- nung fand man in Mengen Strümpfe, Domenschuhe, Stricksocken— ganze zehn Stück—, Parfüms, Seife, Nagelscheren, Lippenstifte, Puderdosen, Desinsektionsapparate, Handschuhe, Badeschuhe. Herren- hüte, Tischtücher. Socken, Pullover, Damenhüte, zehn Reste Seide usw. Weshalb sie eigentlich stahl, konnte die Angeklagte nicht sagen. Das Gericht verurteilte die Angeklagte zu fünf Monaten Gefängnis. Zu stehlen wird sie deshalb nicht aufhören. Biel- leicht ist bei ihr etwas doch nicht ganz in Ordnung. Ein Auge ausgeschossen. Vefvnstvorwngslose Nevolverspielerei cints iT irrigen. Die Spielerei mit einer Schußwaste hol gestern wieder einmal großes Unheil angerichtet. Der 17 Jahr« alte.st-rbert B o chm o n n aus der Zionskirchstraße stand mit einigen Freunden vor dein Hause Swinalnünder Str. 7 und hantierte mit einer Schrcckschußpistole. Klein« Kinder, die in der Nähe spielten, kamen neugierig herbei- gelaufen. Plötzlich ging ein Schuß aus dem Revolver los und traf aus nächster Nähe das vierjährige Söhnchen Georg des Arbeiters N o ch t ans der Swinemünder Str. 7 in das reckre Auge. Das schwerverletzte Kind, das nxchrfchomlich den Unfug des Großen mit dem Vertust eines Auges büßen muß. wurde nach dem Dirchow-Krankcnhaus gebracht. Der leichtsinnig« Schütze wurde her Krfizei übergeben. Das Lübecker Kindersterben Aerzte auf der Anklagehank, fahrlässiger Tötung beschuldigt Am 12. Oktober beginnt in Lübeck ein aus vier Wochen be- rechneler Prozeß, in welchem man Aerzte aus der Anklagebank, Aerzte aus der Sachverständigenbank und Aerzte aus de? Zeugen- dank sehen wird. Aus der Zeugenbank aber wird man weiter als Nebenkläger über hundert Eltern sehen, Väter und Mütter in Trauer um ihre kleinen Kinder, die sie bei Aerzken In sicherer Hut wähnten und die ihnen von den Aerzten nur noch als Leichen her- ausgegeben werden konnten. Es handelt sich um jene sogenannten Ealmette. Impfungen, denen im Frühjahr 19Z0 etwa 75 Säuglinge erlagen, während über 100 Säuglinge schweres Siechtum davontrugen. Zu entscheiden ist nun: haben die Aerzte das durch ihr Amt gebotene Maß von Sorgsalt angewandt oder nicht? Den unglücklichen Eltern der Lübecker Säuglinge sind ihre Kinder nicht wiederzugeben. Der Schaden an Gesundheit und Leben ist nicht wieder gutzumachen. Die Oessenllichkeit hat ober das größte Interesse daran. daß Aehnliches nicht wieder vorkommt. Angeklagt sind Professor Dr. D e y k e vom Lübecker Kranken- Haus, Landeskinderarzt Prof. Dr. Klotz, Leiter des städtischen Gesundheitswesens, Obcrmedizinalrat Dr. A l t st ä d t uno die Krankenschwester Anna Schütze. Die Angeklagten werden von sechs Anwälten, darunter auch von Rechtsanwalt Dr. Alsberg, ver- teidigt. Die klagenden Eltern werden von drej Anwälten,». o. auch von Rechtsanwalt Dr. Frey, vertreten iverden. Di« Eutschei- dung wird aber in diesem Prozeß nicht so sehr bei den Richtern als bei den Sachverständigen liegen. Unter den 17 Sachvcrständi- gen befinden sich Wissenschaftler von Ruf und Ansehen, wie Pro- fessor Ludwig Lange vory Reichsgesundhcitsamt, Professor Bruno Lange vom Robert-Koch-Jnstitut in Berlin u. a, 30 Hebammen- schwestern und eine Anzahl Aerzte sind als Zeugen geladen. Das Lübecker Säuglingssterben im Frühjahr 1930 hat weit über die Grenzen Deutschlands hinaus das größte Aufsehen erregt. Das vielfach mit Erfolg in den verschiedensten Ländern angewandte Ealmette-Präparat, ein Impfstoff gegen Tuberkulose, sollte plötzlich vom Retter zum Mörder geworden sein. 7 5 S ä ugl in ge hatten ihr Leben eingebüßt, über 100 waren schwerem Siechtum verfallen. Professor Ealmette in Paris wehrte sich mit aller Entschiedenheit gegen den Verdacht, sein Präparat habe den Tod der Säuglinge verursacht. Es bedurfte langwieriger Untersuchungen, um Klarheit in dos Dunkel des Lübecker Mgssen- sterbens zu bringen. Bereits im Jahre 1927 erörterte Prof. Deyke die Möglichkeit der Anwendung des Calmette-Pröparots. Die Er- folge dieses Serums schienen ihm damals noch nicht genügend über- prüft. Die Ergebnisse seiner Anwendung in den beiden darauf folgenden Jahren veranlaßten ihn aber, im Frühjahr 1929 das Cal- mette-Serum kommen zu lasten und den Impfstoff unter eigener Bewachung weiterzuzüchtcn. Am 10. Dezember 1929 wurde die erste Emulsion an einen Säugling verfüttert. Am 24. Februar 1930 begann die allgemeine Einführung der Säuglingssiitterung durch die Hebammen und Aerzte. Im März trafen von den Hebammen die ersten alarmierenden Be- richte ein. Prasessor Deyke glaubte aber, daß die Krankheitserschei- nnngen der Säuglinge nicht auf das Serum zurückzuführen feien. Di« Fütterungen dauerten an, trotz ständig neuer Erkraykungen von Säuglingen. Keinen Einfluß hatten auf Prof. Deyke auch die wiederholten Rücksprachen mit dem Stadtoerordneten Genossen Dr. S o l m i tz, dem Redakteur des„Lübecker Bolksbaten'. Schon am 20. April machte Genosse Solmitz dem Professor Vorstellungen. Erst nach dem Ableben des dritten Kindes ließ sich Prof. Dcyk« schließlich überzeugen. Jetzt wurde der Vorwurf der ungenügenden Sorgfalt gegen Profcstor Deyke laut und neben diesem Vorwurf noch der andere viel schwerer wiegende, daß Professor Deyke wie auch der leitende Beamte des Lübecker Gefundheitsonits Dr. Altstadt es unterlassen hätten, das Serum durch Tierversuche auszuprobieren. Zum Schluß warf man den beiden Aerzten und weiterhin dem Landeskinderarzt Dr. Klotz vor, daß sie die Fütterung der Kinder mit dem Präparat auch dann fortgesetzt hätten, als bereits durch die Erkrankung der Säuglinge der Verdacht gerechtfertigt gewesen sei, daß mit dem Serum etwas nicht stimmen müsse. Die Staatsanwaltschaft zögerte merkwürdigerweise lange mit der Einleitung eines Strofver- fährens. Erst unter dem Druck der öffentlichen Meinung und ange- sichts vernichtender Gutachten namhafter Profestsren sah sie sich endlich gezwungen, einzuschreiten. Filmfimmel. Mit Bahnsteigkarte von Düsseldorf nach Berlin. Beim Einlaufen des Düsseldorfer v-Zuge s beob- achteten Kriminalbeamte auf dem Anhalter Bahnhof einen schlanken Jüngling, der sich heimlich auf die Straße zu schleichen suchte. Er wurde angehalten. Wie sich herausstellte, ist es ein 14 Jahre alter Schüler aus Düsseldorf, der mit einer Bahnsteigkarte die Fahrt zurückgelegt Hot. In seiner Pater- ftadt war ein« Filmschauspielerin aufgetreten und am Freitag noch Berlin zurückgereist. Der jugendliche Verehrer hatte sich von der Dome persönlich verabschieden wollen und eine Bahnsteigkarte gelöst. Als der Zug sich unversehens in Rewegimg setz»«, bestblnß er, UN.. Wagen zu bleiben und vielleicht eine Unterredung zu ermöglichen. Er wollt« die so grenzenlos Verehrte bitten, ihn bei einer Film- gesellschaft anzubringen. Der junge Mann wurde der Wohlfahrts- stelle im Polizeipräsidium zugeführt, die seine Eltern von seinem Derbleib in Kenntnis setzte. August Sellin gestorben. Die Charlottenburger Partei hat wieder einen ihrer Alten ver- loren. August Sellin, weit über den Kreis der Porteigenossen hinaus bekannt, ist im 73. Lebensjahre gestorben. Er gehörte zu den Gründern der Partei in Charlottenbnrg, schuf gemeinsam mit Paul Hirsch, dem derzeitigen Bürgermeister von Dortmund, der organisierten Arbeiterschaft dos eigene Heim, das Dolksbaus, und gehörte lange dem Berwalftingsausschuß an, war Vorstandsmit- glied im ehmaligen Konsumverein Charlottenburg und zog Mit den ersten Sozialdemokraten ins örtliche Rathaus als Stadtverordneter. Im früheren Wahlkreis Teltow-Beeskow, zu dem Eharlottenburg damals gehörte, war er Kreisvertrauensmann, nach der Gründung „des Bezirksverbrindcs Berlin der, Sozialdemokratischen Portestungr er lange Jahre als Obmann der Revisoren tätig. In der ZeU noch feiner Pensionierung als Krankenkassenangestellter kränkelte er, ein sanfter Tod hat jetzt sein dem Dienst an der Arbeiterbewegung ge- widmetes Leben beendet. Die'Einäscherung findet am Dienstag um 18 Uhr im Krematorium Gerichtstraße statt. Mieter auf der Wacht! Kundgebungen gegen Herabsetzung der Hauszinssteuer Di« dem Bunde Deutscher Mietervereine e. v. (Sitz Dresden) oageschlossrnen Berliner Mlekerorgont. fationen nahmen in einer auherordentlich stark besuchten ver- treterkonserenz zur Mietzinsfrage Stellung. Sie wandten sich scharf gegen die Herabsetzung der Haus- zinsfteuer zugunsten des Hausbesitzes und forderten eine unein- geschränkte Erfassung der durch die Inflation und die Auswerwngs- gesetzgebung eingetretenen Entschuldungsgewinne des Althausbesitzes. Mit besonderem Nachdruck machten sie darauf aufmerksam, daß die Mietzinshöhe in einem untragbaren Mißverhältnis zu den gesenkten Einkommen sämtlicher Bevölkerungskreise steht. Eine Herabsetzung der Alt- und Neubaumieten sei unbedingt notwendig, ebenso die sofortige Schaffung eines Dauermietrechts, das allen Bevölkerungskreisen ein Recht auf eine Wohnungs- und Wirtschasts- statte zu tragbarein Mietszins sichere. Zur Durchsetzung dieser Forderung sollen nach einem Beschluß der Bertretertonserenz in der nächsten Zeit in allen Berliner Be- zirken öffentliche Kundgebungen veranstaltet werden. Es muß beachtet werden, daß die Mietzinshöhe gerade in einer Zeit, in der Löhne und Gehälter schwer gekürzt wurden. unangetastet blieb, daß aber die Hauszinsfteuer herabgesetzt werden soll. Irreführung der Berliner Mieterfchast! Zwei in der Berliner Micterbcwcgung völlig unbekannte Per- sonen veröffentlichen in der kommunistischen Presse unter dem irreführenden Titel„G r o ß- B e r l i ne r Mieter- ausschuß' einen Ausruf an die werktätige Mietcrschast. in dem sie zur Wohl von wilden Micterrälen und Mieterausschüssen auf- fordert, sowie zur Wahl von Delegierten zu einer Konserenz der Mieterräte, Mieterausschüsse, Mieterdclegierten und interessierten Mieter. Es handest sich hierbei offensichtlich um einen kommunisti- scheu Versuch, bei der augenblicklichn, Not der Mieterschoft Verwirrung in politischer und gewei-kschaftlichar Hinsicht zu stiften. Wir warnen vor jeder Beteiligung an dieser Aktion. Dir iwfeigeiGssischc Mietermvtrekung wird in einer allaemeivev Konferenz ora Montag, dem 19. Oktober, abend? Uhr. im Saal i de? Gewerkschastshaufes. Engeluser 24. zu der Frage der Mietzins- fenkung und hau»zin»si«ukrreform Stellung nehmen. Alle Partei- genossen, die tn der Mieterbcwegung tätig sind, nehmen an dieser Konferenz teil. Anfragen in Angelegenheiten der parteigenöfstschen Mieterbewegung sind nur an den unterzeichneten Bezirksmieter- ausschuß der SPD., Berlin SW. 11. stzasenplatz S, zu richten. Unterzeichnet: Der Bezirksmieterausschuß der SPD. Ernst Rüben als Vorsitzender. Paul Lange vom Verband der Freien Vereinigung der Mieterbeisifter Groß-Berlins. Bertbold j G r a m s e, Gau Berlin, im Bunde deutscher Mietervereine(Sitz Dresden). Otto Thüle, vom Verband Berlin im Reichsbund deutscher Mieter(Sitz Berlin). Otto Pattloch, vom Mieterverband Wedding. Karl Bauer, vom Mieterverbond Lichtenberg. Otto M o st, Mieterverband Prenzlauer Berg. Paul H i r t e, Lichtenberg. T. Noetzel, Charlottenburg. Ein Lebensschicksal. Im stockfinsteren Treppenslur der Stadtbibliathet yockt eine alte Frau und harrt des Einlasses: es sind noch zehn Mimiten bis geöffnet wird und die ersten ganz Pünktlichen haben sich bereits eingefunden. Ein wenig erstaunt blicken sie auf die noch gut angezogene Frau, die da jämmerlich, gestützt auf einen dünnen Spazierstock, auf der Treppe sitzt: als sie die mitleidig-fragenden Blicke bemerkt, meint sie mit hilflosem Lachen:„Wie eine Bettlerin sitze ich hier, nicht wahr? Aber ich bin ja auch eine, wenn ich auch noch nicht von| Tür zu Tür gehe. Mein Mann starb an der Tropenkrankheit, mein| einziger Sohn ist im Kriege gefallen, ich selbst bin fast blind und lebe von meiner Unterstützung: ich weiß ja schon überhaupt nicht mehr, wie ich existieren soll. Dabei bin ich so sterbensmüde, olle Wege muß ich zu Fuß machen, denn zum Fahrgeld reicht es nicht und meine Füße wollen gar nicht mehr richtig. Drei, vier Stunden bin ich täglich unterwegs, auch oft nach mehr, jeder Schritt wird mir unendlich sauer: dazu die ewige Todesangst, weil meine Augen nicht mehr mitmachen. Zwei Stunden dauert mein Weg hierher in die Bibliothek, ich hätte auch eine, die näher liegt, aber ich kann keine Treppen mehr steigen. Jetzt hole ich mir wieder eine schöne > Reisebeschreibung, da lebe ich mit, ich habe früher mit meinem � Mann auch viel von der Welt gesehen.*.,Ra, was lesen Si« dann da so am liebsten*, fragt sie ein junger Mann.„Von den Nordpol- expeditionen lese ich gerne." Inzwischen wurde gcösfnet und die Alte ist als erste dran. „Eine Mark kostet jetzt das Abonnement pro Vierteljahr*, meint die Bibliothekarin, und in das alte abgehärmte Gesicht schießt eine Welle des Erschreckens: als die Beamtin dies bemerkt, setzt sie rasch hinzu:„Arbeitslose sind davon befreit."„Nein, nein, Fräulein, ich zahle ja schon": und mit zittrigen Fingern löst sie aus einem abgeschabten Portemonnaie ihre Mark; eine kurze Sekunde über- schlägt sie noch ihr umgeworfenes Finanzpragramm, dann trippelt sie davon... WERTHEIM Ammm Leipziger Str.(Vereand-Abt.) Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz%Jr Richelieu-, Madeira-, Kelim-, Smyrna-, Gobelin-, Kreuz-, Sfielsfidi-Arbeifen u. a. Mod. Sirickarbeiten für Pullover, Schals usw. Elegante Tischdecken und Kissen. (ß er fuhrung verschiedener Mandarhetten Quadrate vorgMeidineffGrötseBSxSScm Pf» Kissenbezug ITA vorgezeicfinet Pf» Kaffeewärmer f genaKf, weit; gez., färb. Rand, 3 flg. Pf. Spifzendecke� QC od. 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Die nach dem Rück- tritt der Regierung Hermann Müller von Brüning vorgelegte Notverordnung, die fast ausschließlich zu Lasten der von der Sozialdemokratie vertretenen Wählerschichten ging, wurde mit den Stimmen der Sozialdemokraten vom Reichstag abge- lehnt. Die hierauf folgende Reichstagsauflösung war eine Fehlspekulation von Brüning, denn der Wahlausgang brachte als Auswirkung der Wirtschaftskrise die ungeheure Stärkung der extrem radikalen Parteien, aber dem Kabinett keine Mehr- heit. Erst die Sozialdemokratie ermöglichte dem Kabinett Brüning das Leben, sie tolerierte es. Sie erreicht« die Ab- wehr der Rechtsdiktatur und ersparte damit bis jetzt der deutschen Arbeiterschaft den Leidensweg, den sie unter einem offenen und verkappten faschistischen Regime gehen muß. Sie erreichte Milderungen des Sozialabbaues. Der Erfolg dieser Taktik, der„neuen Phase des Klassenkampfes" lag im Nega- tiven. im Verhindern. Es ist in dieser Situation überflüssig, diese Taktik mit ihren vielen Wenn und Aber als Belastung zu schildern. Es genügt die Feststellung, daß der„Mut zur Unpopularität", wenn er sich auf die Dauer so konsequent zeigt, auch praktische Auswirkungen hat. Die von Hilferding auf der Berliner Funktionärkonferenz geäußerte Ansicht, daß die faschistische Be- wegung mangels positiver Ergebnisse bereits im Rücklauf sei, ist durch das Hamburger Wahlergebnis widerlegt worden. Unpopularität auf längere Sicht wird ge» fährlich, wenn sie uns die Aktionsbasis ent- zieht und damit zum nutzlosen Opfer wird. Das ist bis jetzt parteipolitisch von unserem Standpunkt als Sozialdemokraten aus gesehen. Daß die systematische Außerachtlassung der Lebensinteressen der arbeitenden und Mm großen Teil jetzt arbeitslosen Bevölkerung noch andere Konsequenzen hat, zeigt die gleichzeitige Zunahme der anti- republikanischen Stimmen. Auch der Hunger ist ein politischer Berater, wenn auch ein schlechter. Dabei mag primitive Ein- stellung gar nicht einmal soweit gehen, die Republik und die Sozialdemokratie für alles verantwortlich zu machen, was auf das Konto der Weltkrise des Kapitalismus kommt. Aber es geschieht nun einmal unter der Republik, daß ein Lohn- abbau den anderen treibt, daß die Sozialleistungen gekürzt werden und das Brot verteuert wird. Es ist schon richtig, daß man über den Hunger nicht den Verstand verlieren darf. Solche billigen Weisheiten machen niemand satt, am oller- wenigsten den, der das Elend in seiner Familie von Tag zu Tag wachsen sieht, der als politisch indifferent aus Klassen- instinkt sozialdemokratisch wählte, der aber jetzt mit der Hofs- nung auf Besserung seiner Loge auch den Glauben an die. politische Demokratie der Republik verliert- Wen die Jahre der Sorge zermürbten, dem ist es schließlich gleich, unter welcher Staatsform er hungert. Sprechen wir es nur offen aus. daß sich die Republik in steigendem Maße unpopulär macht in der arbeitenden Bevölkerung, auf deren Sympathie sie nun einmal angewiesen ist. Dieser Teil der Bevölkerung spürt eben unmittelbar den unerhörten Raubbau an seinen elementarsten Existenzbedingungen, spürt den viel zu geringen Widerstand, hat längst den Glauben an Verhandlungen per- loren. sieht sich von einem zum anderen Mal vertröstet mit dem Hinweis, daß wenigstens die Diktatur vermieden fei. Aus diesem Stimmungsumschwung zieht der Radikalismus feine Kräfte. Wer in entscheidenden Situationen diese gefährlichen Impoderabilien übersieht, macht einen nicht wieder gut zu inochenden Fehler. Wer sich seiner politischen Verantwortlichkeit bewußt ist, muß wenigstens wissen, daß sie verstanden und anerkannt wird. D' Sozialdemokratie ist in dieser Verantwortlichkeit bei- nah--�Ks zur Aufgabe wichtigster Prinzipien, die ihre Lebens- basis bilden, gegangen. Sie hat damit freilich die Diktatur verhindert, aber leider nicht das Verständnis in den Massen gefunden, das man nach diesen Opfern hätte voraussetzen dürfen. UndnochvielwenigerhatsiedafürAn- er kennung gefunden bei der Regierung Brüning. die bis jetzt auf Kosten-der Popularität der Sozialdemokratie leben durfte. Der Dank vom Haufe Habsburg!? Das Kabinett Brüning tritt ab, obne auch nur für�otwendig zu hasten, mit einem Sterbenswörtchen die Partei benachrichtigen, der es fein Dasein verdankt. Auf einen Wink von oben verschwindet es urplötzlich in der Versenkung und entledigt sich noch schnell der sorgfältig vorbereiteten Diktaturgesetze, deren Tragweite in dem Wirrwarr der Regierungsumbildung leider noch nicht voll oewürdigt wurde. �. Die merkwürdige politisch« Aktivität des Reichsprafi- denten. von dem peinlich oft in der bürgerlichen Presse be- hauptst wird, daß er den verfassungsmäßigen Boden nicht zu verlassen gedenke, bringt ein Kabinett zustande, das äußerlich beinahe so aussieht, wie das abgetretene. Beinahe! Bis auf den schwerindustriellen IG.-Farben-Mann Prof. Warm- bold und die Betrauung des Reichswehrministers General Groencr mit dem Ressort des Innenministers. Uns Sozial- demok'-aten sollte hier weniger die Naturgeschichte derjenigen interessieren, die n i ch t in das Kabinett hineingekommen sind. Viel wichtiger erscheint die' Verkoppelung der Reichswehr mit der In nen Politik. Es riecht brenzlich in Deutschland!...... Durch die neue Notverorturung sind die wichtigsten Grundrecht- des Staatsbürgers außer Kraft gefetzt. Politische Voraussicht gebietet nicht nur zu fragen, gegen wen dieser Schlag im Ä u g e n b l i ck geführt werden soll, sondern.wen er in Zukunft treffen kann. Hier ist ein Punkt, bei dem sich Politik für den Augenblick schwer rächen kann. Heute wird Harzburg die Front der nationalen Opposition sehen. Gestern ist Hitler, der bedenken- und gedankenlose Oppositionsmann vom Reichspräsidenten empfangen worden. Es ist dabei nicht dos Entscheidende, daß er nun einmal der Führer einer großen Partei ist. Wir wollen die entscheidende Frage anders stellen: Glaubt Man wirklich der Sozialdemokratie zumuten zu können, für die neue Re- Das Kommando über die nationale Krönt. „Die 7ISOAP. als weitaus stärkster uud enifcheidender Machtfakior wird auch dieser großen gemeinsamen Kundgebung in Harzbmg den S t e m v e l ihres viegeswillens aufprägen und die Marschrichtung angeben.„Baltischer Beobachter." „Hier steht die nationale Front,— sie ist mein Werk." »Die entscheidende Stunde im Kampfe hat geschlagen. Ich, Hugenberg, ziehe mein Schwert.. ... Lnd nun auf zum Sturm, alles hört auf mein Kommando: Vorwärts, marsch, marsch!" /" Hitler:„Sehr schön, Herr Hugenberg, aber dazu brauchen wir Sie nicht mehr!" Reichsbanner— aufgeschloffen! Ei« Aufruf des Bundesführers. Die ti-sste Not des deutschen Volles wollen politische Reaktionäre ausbeuten zur Errichtung der faschistischen Diktatur. Eine sogenannte „nationale" Opposition kündigt den Zusammenschluß derer an, die in der Geschichte als die Verderber Deutschlands dastehen, auch ohne daß ihre Pläne von heute Verwirklichung finden. Wir im Reichs- banner Schwarz-Rot-Gold vereinten Republikaner schließen uns fester zusamw-m in einer Zeit, wo ander« von Weltuntergangs- stimmung erfaßt sind. Sturmriemen runter! Die Front fest« gefichljosfe«? Nur die eine Meinung gilt: Engster Zusammenschluß, eiserne Front! Wer sich nicht uwerordnen kann, versteht nicht die Zeichen der Zeit. Das Reichsbanner ist parteipolitisch neutral. Trotzdem sprechen wir unser tiesstes Vedauern aus über den hinterhältigen Abfplitterungsversuch von der größten republikansschen Partei, der Sozialdemokratie. Wir sind um so mehr berechtigt, das Verhalten dieser Spalter zu verurteilen, da angekündigt wird, daß man auch eine„Abwehrorganisation" errichten wolle. Das Verhallen dieser Leute, die sich noch nie einfügen konnten und die sich nie einfügen werden, stärkt die Gegner der Republik. Dm» Reichsbanner allein ist und bleibt der Schutsbund der Republik! Ohne das Reichsbanner wäre in den vergangenen Jahren in groß-n Teilen des Reiches eine Betätigung der Parteien, die zur Republik stchen, nicht mehr möglich gewesen. Jeder Versuch, die Schuß- und Abwehrorganisation der Republik zu schädigen, muß deshalb quf das schärfste zurückgewiesen werden. Die Reihe« aufgeschlossen! Die Parole für die nächste Zukunft bleibt die alle: Einigkeit in der republikanischen Front! > Tritt gefaßt und Fahnen frei! Hörsing.> Bunbeöführcr des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. gierung zu votieren, nachdem ohne Fühlung- nähme init ihr das erste Kabinett Brüning zurücktrat und zwar auf Druck des Reichs- Präsidenten, der einen Hitler ohne Rück- ficht darauf entpfing, daß die national- sozialistische Fraktion der von ihm be- stätigten Regierung das Mißtrauen aus- sprechen will? Ist es wirklich schon so weit, daß man sich der Sozial- demokratie unter allen Umständen so sicher glaubt? So sehe ich die Dinge, wie übrigens viele andere auch. Die Sozialdemokratie kann nicht über ihren Schatten springen und es ist oft genug und deullich genug betont worden, daß an einem gewissen Punkte die an uns gestellten Anforderun- gen ihre Grenze finden müssen. Schließlich kann man sich auch ein Berantwortungs- bewußtfein für die deutsche Arbeiterschaft ohne Regierungs- bstsiligung oder Tolerierung vorstellen. Ein Mißgriff. photographierverbot bei der Hitler-Avdienz. Bei dein gestrigen Empfang Hitlers durch den Rleichspräsi- denten ist den P r« s s c p h o t o gra p h« n. die sich vor dem ltzalais in der Wilhelmstroße aufgestellt hallen, untersagt worden, Aufnahmen zu machen. Zuwiderhandelnde Photographen wurden von der Polizei festgestellt. Ueber diese Maßnahme, die von dem preußischen Innenminsste- rium getrosjen wurde, erfahren wir, daß sie auf ausdrücklichen 'Wunsch der«Reichsbehorden erfolgte. Offenbar befürchtete man schädliche Rückwirkungen im Auslande, falls draußen in der Welt der Augenblick durch das Bild festgehalten wird, in dem der Theater in der Giresemann-Giraße. „Ich weiß etwas, was Do nicht weißt." Ein amerikanisches Lustspiel, von Paul Osborne hübsch aus fern Leben gegrissen. mit gut gesehenen Typen und viel lustigem Drum und Dran. Die amüsanteste Figur Rosa B a l e t t i als quicklebendige allere Frau mit Vergangenheit. Großer Beifall.- Dxr. Putschistenhäuptling vom Staatsoberhaupt in Audienz empfangen wird. Wenn dem so ist, dann hätten die zpstandigen Stellen den Mut haben sollen, ihre Bedenken gegen diesen Empfang vorher anzumelden. Allein hie gedruckten Berichte über die Tatsache der Audienz mußten schon die befürchtete Schädigung der deutschen Interessen in der Well erzeugen. Durch Photographierverbot war diese peinliche Angelegenheit nicht aus der Welt zu schassen, sandern sie ist dadurch nur unterstrichen worden. Der Leid- tragende ist dabei nur die preußische Polizei, die eine Sache aus- baden muß, für die die R e i ch s st e l l e n allein verantwortlich sind. Henderson bei Lloyd George. Wahlbündnis der Arbeiterpartei mit den aufrechten Liberalen? Gestern hat Arthur Henderson als Führer der Arbeiter- parlei dem von einem großen Teil feiner Gruppen verlassenen Führer der Liberalen Lloyd George auf dessen Landsitz in Ehurt einen Besuch abgestattet, der in England große Sensation hervorgerusen hat. Man spricht davan, daß bestimmte Verein- barungen zwischen der Labaur Party und den freihändlerischen Liberalen getroffen werden fallen. Diese Vermutung wird durch ein« Aeußerung des liberalen Blattes„Manchester Guardian" oer- stärkt, wonach wirtliche Liberalen lieber ihre Stimmen einem Arbeiierkandidaten als sogar etnem liberalen Kandidaten geben wollten, der als Anhänger der gegenwärtigen Regierung von Kon- fervativen unterstützt wird- Im übrigen weigert sich Lloyd George hartnäckig, auch nur einen Pfennig aus dem liberalen W a h l f o n d s jenen Kandidaten zur Verfügung zu stellen, die einer der beiden anderen liberalen Gruppen— Sir Herbert Samuel oder Sir John Simon— angehören. Dadurch sind die Regierungsliberalen dieser beiden letzten Gruppen in arger Verlegenheit geraten und erlassen verzweifelte Aufrufe zur Sammlung von Wahlgeldern. Die Unabhängige Arbeiterpartei will eigene Kandi- baten auch gegen die Labour Party aufstellen, nachdem sie sich geweigert hat, die Disziplin der Arbeiterpartei anzuerkennen. Auch die K o m m u n i st e n und die faschistenfreundliche M o s l e v Gruppe stellten in einigen wenigen Wahlkreisen eigene Kad'>� nns.-*- Wochenprogramm de Sonntag, 11. Oktober: OO: Fnnksymnastik. Anschließend: Friihkonzert. 7.50; Für den Landuirl. 8 50; Radrennen der Sportjournalisten. 8..55: Morgenfeier. Anschließend: ülocken- geläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. II; Konzert. 11.30: Bitern- stunde. 12: Mitfagskonzcrt. 14; Internationaler Programmaustausch anläßlich der Feierstunde„Soziale Radio-Milfe". 15.10; Jugendstunde. 15.40: Wilhelm l ehmann liest eigene Dichtungen. 16: Untcrüaltungsmusik. 18: Eine Balkanreise. 18.30: Konzert. 19.25: Unheimliche Geschichten. 19.50: Sportnachrichten. 20: Orchesterkonzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. 23: Konzert. Anschließend: Tanzmusik. Montag. 12. Oktober: 6.30: Tunkgymnastik. Anschließend; Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Zukunrtsaufgabcn der Frau. 15.40; Der Mensch und die Uhr. 16.05: Ein Tag im deutschen Hollywood. 16.30: Lieder. Anschließend: Gitarrenvorträge. Danach: Lieder. 17.30: Jugendstunde. 17.50: ZuschncUicrci und Bekleidungsindustrie. 18.15: Technik und Literatur. 18.45; Cello mit Orchester. 19.30: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.35: Programm der Aktuellen Abteilung. 20; Herbstkonzert des Koslcckschcn Blaserhundes E. V. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10; Mörspiclauftrag der Schlcsischcn Funkstunde.„Treibeis'4. Ein Lebensbild von Nansen(Breslau). Danach: Tanzmusik. Dienstag, 13. Oktober: 6,30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Sorgenkinder der Gemeinden. 15.40: Das Recht des Fußgängers. 16.05: Blinddarmentzündung. 16.30; Bilder und Klänge von der Insel Bali. 17.30: Jugendstunde, 17.50: Bücherstande. 18.20: Die Enzyklopädisten und Rousseau. 18.50: Unterhaltungsmusik. 19.55: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20: Goethe und Schiller. 21: Tages-, Wetter- und Sportnachrichten. 21.10: Musik aus der Zeit der französischen Revolution. 22.30: Aus Hamburg: Operette und Revue. 23.30; Aus dem Kabarett der Komiker:„Die Nacht der Prominenter". Mittwodh, 14. Oklobcr: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Nützliche Tropengewächse. 15.40: Ausdrucksmittel der Reklame. 16.05; Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30; Neucrc Klaviermusik, 17; Tiermütter. 17.25; Kurt Knspicn liest eigene Dichtungen. 17.50; Bestelle dein Maus. 18.10: Praktische Winke für Erben. 18.30: Tanztee-Musik. 19.10: Jugendstunde. 19.40: Wovon man spricht. 20: Streichquartett. 20.30; Richard Tauber singt sein Amerika-Programm. 22.15: Aus Frankfurt a. M.: Zeitberichte. 22.50; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Donnersfag, 15. Oktober: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Die Staatsangehörigkeit der verheirateten Frau. 15.40: Die Indianer Nordamerikas. 16.05: Theater und Wirtschaftskrise, 16.30; Menuetts— Oravottcn— Scherzi. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Der Kunstmarkt gestern, beute und morgen. 18.15; Wirtschafts-RunJ- schau. 18.40: Chorgesänge. 19: Stimme zum Tag. 19.10:„Was wäre, wenn...". Kleine Funkrevue mit Musik. 20.10; Interview der Woche. 20.30: Aus Budapest: Europäisches Konzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. FrcHag, 16. Oktober: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 10.10: Wochenmarkt-Allerlei. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: SchalIplattcnkonze»t. 15.20: Was erwartet man von uns Frauen? 18.40: Albanien. 16.05: Turniersport- Jahresübersicht. 16.30: Lieder. 16.45; Unter- s Berliner Rundfunks. haltungsmusik. 17.25; Das neue Buch. 17.40: Zwölfhundert fahren ins Eismeer. 17.55; Jugendstunde. 18.20; Funk-Notgcmcinschaft des Deutschen Schrifttums. 19; Stimme zum Tag. 19.10: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.15: Gemischtes Poesietheater. 20: Aus New-York: Worüber man in Amerika spricht. 30.15; Fortsetzung des..Gemischten Poesietheaters". 21.05: Tages- und Sportnachrichten. 21.15; Zu Oscar Wildes 75. Geburtstag:„Salome". 22.30: Politische Zeitungsschau. Danach: Stunde für die Winterhilfe. Sonnabend, 17. Oktober: 6.30; Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Jugendstunde. 15.45: Afrika als kommende Wirtschaftsmacht. 16.05: Willi Weiß singt. 16.30: Die Erzählung der Woche. 17: Unterhaltungsmusik. 18.30; Zehn Minuten Film. 18.40: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.45: Für Siedler und Laubenkolonisten. 19: Stimme zum Tag, 19.10: Konzert. 19.15: Hans Ostwald liest eigene Geschichten. 20; Unterhaltungsmusik. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Kabarett. Danach; Tanzmusik. Schiller vor Erwerbslosen. Oeuffches Theater. Schillers„Kabale uns Liebe" wurde am Sonnabend- nachmittag im Deutschen Theater vor Erwerbslosen gespielt. Es war ein großes und für viele wahrscheinlich unvergeßliches Er- lebnis. Drama, Bühne untd Zuschauerraum zerschmolzen zu einer Einheit. Keiner unter den die weiten Räume des Theaters füllenden Erwerbslosen, der nicht die Zeitnähe dieses Schiller-Gefühls halte, keiner, der nicht die Anklagen Schillers Hegen die bestehende Gesellschaftsordnung auf unsere, unsere Zeit bezogen hätte, und wohl kaum einer unter den Schauspielern, dem es nicht zum Bewußtsein gekonnnen wäre, daß hier an diesem Nachmittag Theater brennendste Gegenwart wurde. Sie sprachen imd gestalteten, was die da unten im Dunkel der Anonymität leiden und empsinden. Möge die Macht dieser Durchdrungenheit auch jene Abende beseelen, an denen Parkett und Ränge nicht Erwerbslose füllen. Bor der Borstellung einige Mißstimmung und zerbrochene Fensterscheiben vor dem Eingang des Deutschen Theaters, das eine zurückzuführen auf Mißmut und Mißtrauen der aus Erwerb und Wirtschaft Ausgeschalteten gegen eine Ordnung, die ihr Leben in Unordnung gebracht hat, das andere auf kleine Mängel in der Organisation, die sicherlich leicht abgestellt werden können. Die Polizei und die Theaterbeamten benahmen sich bei dieser Gelegen- heit vernünftig, und so kehrte auch bei den Einlaßsuchenden sehr bald die Ruhe zurück. Der Sprecher der Erwerbslosen, der bei Schluß der Vorstellung Künstlern und der Direktion den Dank aus- sprach, konnte das im Namen aller tun. Das eine allerdings emp- fand man gerade in diesem Augenblick bitter: Das, was hier sozusagen als Fcierspende gewährt wurde, es ist d a s g u t c R e cht jedes einzelnen, der im Zuschauerraum saß: das Recht der Teilnahme an den Gütern der Kultur. Nicht nur den Erwerbslosen, auch der Kunst ginge es besser, wenn sie nicht mehr dem(Beide nachzulaufen brauchte. II. L. K6nigswti8ierhattsen Sonntag, Ii. Oktober: Ab 6.30: Uebcrtragung aus Berlin. 15.10: DicWerstunde. 15.35: Landjugend gestern und heute. IS: Fritjof Nansen zum Gedächtnis. 19.25: Ulrich Zwingli zum 400. Todestag. Dcutschlandseodcr: 20: Aus Leipzig:„Gasparonc". OpcrelU von Millöckcr. Anschließend:. Uebcrtragung aus Berlin. Montag, 12. Oktober: 16; Pädagogisaher Funk. 16,30: Aus Berlin; Nachmittagskonzcrt. 17.30: Die Geheimnisse der Arp-Schnitger-Orgel. 18; Hochschulfuuk. 18.30; Spanisch für Anfänger. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stunde des Landwirts. 19.25: Eindrücke einer Studienreise.(Dänische Vorbilder.) 19.45; Viertelstunde Funktechnik. Dcutschlaodscndcr: 20: Aus Köln: Orchesterkonzert. 22: Politische Zeitungsschau. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Uebertragung aus Berlin. Dieirstag, 13. Oktober: 16.30: Aus Leipzig: Naclimiüagskonzcrt. 17.30; Der Anteil deutscher Forscher an der Erkundung der Sahara. 18: Sozialismus als Weltanschauung. 18.30: Hochsclml/unk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Fortgcschrittche. 20.15; Protestantismus und die geistige Lage der Gegenwart. Deutschlandsender: 19.30; Aus Hamburg: Orgel mit obligaten Instrumenten. 21: Uebertragung aus Berlin. 21.10: Aus Hamburg:„Mann in de Tünn". Ein heiterer plattdeutscher Abend. Anschließend: Ucbcttragung aus Berlin. Mittwoch, 14. Oktober: 16: Pädagogische Zeitschriftenschau. 16.30: Aus Hamburg: Kachmittagskonzert. 17.30: Das Ouintett. 18; Bleibende Werte der deutschen Dichtung. 18.25: Hochschulfunk. 19: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19.05: Stunde des Beamten. 19,30: Volks wirtschaftsfunk. Deutschlandsender; 20; Uebertragung aus Berlin. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Aus Leipzig: Tanzmusik. Donnerstag, 15. Oktober: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzcrt. 17.30: Die Formenwelt der Technik. 18: Hochschulfunk. 18-30; Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stunde des Landwirts. 19.30: Wert und Wirkung der Kunst. 20: Das Problem der Kalender- reform. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 16. Okiober: 16: Pädagogischer Funk. 16,30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzcrt. 17.-30; Christian Schubert auf dem hohen Asperg. 18: Volkswirtschaftsfunk. 18.25: Hochschulfunk. 19: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19.05: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19.30: Die Welt des Arbeiters. 20: Uebertragung aus Berlin. Deutschlandsender: 20.15: Aus Breslau:„Welt von gestern— Jugend von heute". Eine Hörfolge. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 17. Oktober: 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Hamburg: Nachmittagskonzcrt. 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 18; Deutsch für Deutsche. 18.50: Aus der Praxis des Arbeitsrechts. 18.53; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Anfänger. 19.30: Dichterstundc. Deutschlandsender: 20: Aus Köln; Lustiger Abend. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. Lcrantworilick> kur Politik: Lictor Schiff: Wirtschaft: 6. alingclßöltt: (Scajcrtidiaftsbcmcfluna: Stttnti; itcuiDclou; Dr. Zob» Schilow«ki: Lokales uns Sonftioesi Xrits Starftäbt; Bnzeiaen: Tb.(Slofle; sämtlich in Berlin. Berla«: Borwörls-Lerlaa., Berlin. Druck: Borwärto-Buchdruckerei und Berlaasaniwlt Paul Einaer u. Co.. Berlin SW KS. LindenliraKe 3. Hierzu i Beilagen. Herren-Socken Wolle plottler*, �_ fesche Jacquard- ej y 5 Muster oder melier! Damen- Strumpfe künstl. Waschseide, teils kleine Schönheitsfehler,_ hochwertl geQuolität gj y 5 oder echt ägyptisch Mako mmmm * Damen- Strümpfe Kunstxid* plattiert, solide und V 35 elegante Qualität I wmm Damen- Strümpfe künstliche Waschseide, überaus felnfädig u. ge-■ 50 schmeidig, mod. Farben I wmmm Damen-Strümpfe Wolle mit_ Kunstseide� 45 vorzügl.Qual. Jmmmm Gamaschen f. Dam., Wolle od. Wolle m.Seideod. 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Die Schwerindustrie an der Ruhr, die schon einmal der Stadt Verlin ein entsprechendes Angebot vor anderthalb Jahren zugleich mit einem Anleiheköder gemacht hat, versucht jetzt, ihren Vorstoß in dos M i r t s ch a f t s p r o g r a m m zur Bekämpfung, der Arbeitslosigkeit einzugliedern. Bereits seit Wochen ist man dabei, maßgebende Regierungs- kreise in dieser Hinsicht zu bearbeiten, und, wie verlautet, sollen cinsluhreiche Persönliäzkeilen im Reichsfinanzminislerium sich nachdrücklich für diesen Plan des Ruhrbcrgbaucs einsetzen. Die Befürworter dieses Projektes berufen sich aus das bekannte Brauns-Gutachten, das u. a. auch den Vorschlag enchält, zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit die Ferngasversorgung auszu- bauen. Die Interessenten an der Ruhr setzen sich bei den zuständigen Stellen vor ollem mit einer Verlängerung der Ferngasleitungen von Hannover nach der Rcichshauptftadt ein. Da- neben laufen gleichfalls große Bauobjekte für das mitteldeutsche Revier und die Wasserkante. So soll auch Hamburg in die Ferngasversorgung der Ruhr einbezogen werden. Die Finanzierung dieser phantastischen Pläne soll entweder durch Reichskredite oder durch Mittel aus der Arbeitslosenfürsorgc erfolgen. Diese dunklen Pläne erhellen blitzartig die Lage. Das schwer- industrielle Kapital, das sich derart in die Krise hineinmanövriert hat, daß es heute nicht mehr aus noch ein weiß, versucht mit einem grandiosen Plan auf Kosten der größten Kommunen Deutschlands, in erster Linie der Reichshauptstadt, und auf Kosten des Reiches, d. h. der Steuerzahler, die ja die Kredite geben sollen, sich gesund zu machen. Die Erfüllung dieses fchwerindusiriellen Projektes würde nicht mehr und nicht weniger bedeuten, als daß Berlin feine Gaswerke stillegen müßte. Die Ruhrinduftriellcn arbeiten bei der Propaganda ihrer Pläne mit dem Schlagwort der Arbeitsbeschaffung, obwohl durch den Rohrleitungsbau bestenfalls einige zehntausend Menschen Arbeit finden kannten, während auf der anderen Seite bei Ein- führung der Ferngasversorgung allein in Berlin mehrere tausend Arbeiter und Angestellte der städtischen Gas- werk« auf dos Pflaster fliegen würden. Auch das hauptliefcrungs- gebiet für die Berliner Gaswerke, der obcrschlcsisch? Bergbau, würde bei Ausfall der Lieferungen nach Berlin feine Belegschaft abbauen müssen. Arbeitsmarktpolitisch würde also bei diesen Plänen über- Haupt nichts herauskommen und die Kredite, die das Reich für diese Phantasieprojckte zur Verfügung stellen würde, wären weg- geworfenes Geld. Aber von den arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen ganz ab- gesehen, wäre es ein Skandal sondergleichen, wenn das Reichsfinanzministerium sich tatsächlich dazu bereitsinden würde, einem derartigen Projekt näherzutreten. Dem Reichsfinanzministc- rium wird hinreichend bekannt sein, daß eine Unzahl Beweise für die llnwirtschaftlichkeil der Ferngasversorgung vorliegen, und daß die Erniichtcrung aus dem Ferngastaumcl auch in den Kreisen immer mehr um sich gegriffen hat, die eine Zeitlang der Fcrngasliefcrung vor der kommunalen Selbstversorgung bzw. Gruppenversorgung glaubten den Vorzug geben zu müssen. Erst ganz kürzlich haben pfälzische Industrielle, die auf Fragebogen zur Stellungnahme über die Ferngasversorgung aufgefordert wurden, sich mit großer Mehrheit dagegen ausgesprochen, weil die Ferngas- Versorgung zu teuer sei. Wie wir zu dieser Angelegenheit erfahren, ist dem Magistrat der Stadt Berlin über diese Projekte offiziell b i s h e r nichts bekannt geworden. Eine Durchführung derartiger Pläne käme aber für Verlin überhaupt nicht in Frage. Obwohl diese Pläne des Ruhrkapitals erst im Anfangsstodium stecken, ist es notwendig, schon jetzt die Ocffentlichkcit nachdrücklichst auf die Gefahren, die hinter diesen Machenschaften stecken, hin- zuweisen. Nach beliebtem Muster wird die den Zechenmagnaten hörige Presse wieder mit einem Propagandafeldzug auf die öffentliche Meinung losgelassen werde». Man wird, wie dies früher bis zum Ueberdruß geschehen ist, mit dem Schlagwort der Arbeitsbeschaffung und mit falschen Rentabilitätsberechnungen die Oeffcntlichkcit zu beeinflussen suchen. Demgegenüber sei jetzt bereits sestgestellt. daß es sich im Grunde um nichts anderes Handell, als auf billigste Art und Weise m i t Krediten des Reiches einen neuen und. wie man haffl, entscheidenden Schlag gegen die versorgungsbelriebe der Kommunen zu führen und sich zugleich damit dem ständig wachsenden Druck der Krise zu entziehen. Siemens und AEG. Führi die Krise die beiden Konkurrenten zusammen? Dieser Tag« begibt sich Herr Carl Friedrich von Sie- mens, der Beherrscher des Siemens-Konzerns, gemeinsam mit einigen anderen deutschen Großunternehmern nach den Vereinigten Staaten. Angeblich dient der Zweck der Reise einer Reihe von Vorträgen an den dortigen Unioersttäten, aber es ist für jeden Ein- sichtigen klar, daß Herr von Siemens in einer so zugespitzten Situation wie der gegenwärtigen, nicht nach New V�rk fährt, um dort vor Studenten einige Kollegs zu lesen. Vielmehr steckt hinter dieser Reise das sehr reale Bestreben, die schon vor etwa zwei Iahren lose ckngeknüpften Verbindungen mit dem mächtigen ameri- konischen Clektrokonzern, der General Electric Co. enger auszu- bauen. Anlässe hierzu liegen genug vor. Ende September endeten die Geschäftsjahre der beiden größten deutschen Elektrizitätskonzerne. Schon seit längerer Zeit ist bekannt, daß insbesondere bei den Siemens-Kchuckerl-Werkcn und bei der AEG. ein Gewinn kaum zu erwarten ist und daß diese beiden Gesellschaften, die noch im vergangenen Jahr 7% und 7 Proz. Dividende ausschütten konnten, diesmal für ihre Aktionäre nichts übrig haben werden. Der Umsatz der AEG. war im vergangenen Jahr von 580 aus 520 und der der Siemens- Schuckert-Wcrke van 530 auf 500 Millionen Mark zusommenge- schrumpft. Im Geschäftsjahr 1930/31 dagegen ist der Umsatz der AEG. gewaltig zusammengeschrumpft. Er dürfte sich nach einigen Meldungen auf weniger als 400 ZNillionen ZNark belaufen. Ebenso groß ist auch der U m s a tz s ch w u n d bei den Siemens- Schuckert-Werken. Das ist erklärlich, denn gegenwärtig liegt das st a r k ftr o m t e ch n i s ch e Geschäft in seinen hauptsäch- lichsten Zweigen so gut wie still. Der Bau neuer Elektrizitäts- werke, die Vergrößerung bestehender Anlagen, ebenso d* Errichtung neuer Fernleitungen sind zur Zeit in Deutschland aus Geldmangel und infolge des rückgängigen Stromabsatzes fast überall ein- g e st e l l t worden. Niemand denkt daran, die gegenwärtig nur schlecht ausgenützte Leistungsfähigkeit der Elektrizitätswerke noch zu vergrößern. Etwas besser liegen die Dinge teilweise noch im Aus- lond. Aber auch die Ausfuhr elektrotechnischer Erzeugnisse weist einen starken Rückgang auf. In den ersten 8 Monaten des Jahres 1931 wurden 197 000 Doppelzentner elektrische Maschinen im Werte von 50,2 Millionen Mark ausgeführt in der gleichen Zeit des Jahres 1930 waren es 272 000 Doppelzentner im Werte von 75,8 Millionen Mark. Der Ausfuhrwert elektrischer ZNafchincn ist also um 26 Proz. zusammengeschrumpft. Sonstige elektrotechntsche Erzeugnisse wurden vom Januar bis August 1931 in einer Menge von 742 000 Doppelzentner ausgeführt gegenüber 806 000 im vergangenen Jahr: der Wert dieser Ausfuhr verminderte sich von 297,3 auf 256,3 Millionen Mark. Insgesamt ging der Wert der Elettroaussuhr in dieser Zeit von 373,1 auf 312.5 Millionen Mark oder um 16 Proz. zu- rück. Die Ausfuhr elektrischer Maschinen ist also bedeutend stärker zurückgegangen als die Ausfuhr anderer Elektroerzeugrnsse, wobei zu berücksichtigen ist, daß im Jahr« 1931 immer noch erhebliche Austräge an» dem Sah« 1930 vorlagen, während setzt der Aufteogs- bestand dieser Art immer mehr zusammenschmilzt. Die starkstromtechnischen Unternehmungen, die AEG., die Siemens- Schuckert-Werke, das Sachsenwerk, die Bergmann-Werte, sind daher nur noch zu einem Bruchteil ihrer Leistungsfähigkeit beschäftigt. Eine stärkere Zusammenlegung der Produktion und ein engeres Zu- fammengehen in der Perkaufsorganifation liegen daher nahe. Schon in den letzten Monaten deuteten einig« Transaktionen eine solche Entwicklung an: Eine engere Zusammenarbeit auf dem Tonfilm- und auf dem Funkgeblet, ebenso ein engeres Zusammengehen der AEG. und des Siemens-Konzerns bei den von ihnen gemeinsam kontrollierten Bergmann-Werken. Die Vermutung, daß Herr von Siemens seine Amerikareise zu Besprechungen mit den füh- renden Männern der General Electric, die an der AEG. eine starke Minderhcitsbetciligung seit 1929 besitzt und die den H a u p t t e i l der Siemens-Anleihe von 1930 gezeichnet hat, liegt des- wegen nahe, weil nur durch eine engere Anlehnung an die General Electric der Weg für eine enge Zusammenarbeit der beiden deutschen Kon- zerne frei wird. Es gibt in der Elektroindustrie Zweige, die auch heute noch kräftig gedeihen. Die Funkindustrie beispielsweise verfügt über einen großen Auftragsbestand, der Telephonban und die Automatisierung des Fernsprechbetriebs machen noch weitere Fortschritte und sind wenigstens teilweise be< friedigend beschäftigt, sür die Glühlampen(Osram) gibt es dauernd einen ziemlich gleichbleibenden Markt, auch die Kabel- und Drahtindustrie ist noch einigermaßen beschäftigt. D'c Siemens u. Halste A.-G. als schwachstromtechnischcs Unternehmen und ebenso die Osram G. m. b. H., in der sich als Beherrscher des Unternehmens Siemens. AEG. und General Electric bereits zusammengefunden haben, werden daher noch verhältnismäßig günstige Ab- schlüsse bringen. Auch hier freilich werden die Gewinne geringer sein, und die Siemens u. Halske A.-G. wird nicht mehr wie im vergangenen Jahr 14 Proz., sondern wohl bestenfalls die Hälfte als Dividende ausschütten. Dies verschastt jedoch den beiden großen Elektrokonzerncn keinen entsprechenden Ausgleich für die katastro- phale Lage in der Starkstromtechnik und so fußen die Gerüchte über eine engere Verbindung zwischen Siemens und der AEG. auf einem sehr realen Hintergrund. kleiner Gewinn bei den ftania-eloyd-wcrkcn Bremen. Die Verwaltung der H o n s a- L l o y o- A.- G. Bremen gibt bekannt, daß sie trotz der allgemeinen Absatzkrise am Automarkt das Ge- schästsjahr 1931 mit einem Gewinn abschließen wird. Für das Borjahr wurde bei 3 Millionen Mark Kapital nach Abschreibungen von 0,35 Millionen Mark«in Gewinn von 17 000 M, ausgewiesen, der vorgetragen wurde. Auch in diesem Jahre wird keine Dividende verteilt werden können, da der kleine Gewinn zu Abschreibungen verwandt werden muß. Die G o l i a t h- W e r k e G. m. b. H., die innerhalb des Hansa-Lloizd-Werke-Konzerns die Produktionen von Kleinwogen betreibt, sind zur Zeit noch gut beschäftigt: ihr Umsatz war in diesem Jahre bedeutend höher als in früheren Iahren. Di» Hansa-Llayd-Wsrke melden für die letzt« Zeit ein« gemisi« Be- lebuna im Automobklabfatz. Reich und Dresdner Bank. Neue Subvention! Der Zusammenbruch der Dresdner Bank ist in diesem Jahre durch das Eingreifen des Reiches vermieden. Durch Hingabe von 300 Millionen Mark S ch a tz a n w c i s u n g c n erwarb das Reich den gleichen Betrag 7prozentiger VorzungsattioN der Dresdner Bank. Diese Schatzonweisungen waren unverzinslich, d. h., das Reich brauchte sie nicht zu verzinsen. Ein Drittel war nach einem, ein anderes nach zwei, das letzte Drittel noch drei Jahren fällig. Barmittel des Reiches konnten also frühestens nach Ablauf eines Jahres, am I. August 1932, in Anspruch genommen werden. Und gerade darin lag nach den Mitteilungen der Rc- gierung das Unbedenkliche der Bnnkstützung, daß das Reich vorläufig keine Barmittel hinzugeben brauchte, daß ober andererseits die Dresdner Bank stets in der Lage war, durch Diskontierung und Lombardierung der Schatznnweistmgen bei anderen Banken und bei der Rcichsbank sich Barmittel zu verschaffen. Das waren die Bestimmungen, unter denen die Beschlüsse in der Generalversammlung vom 29.'August gefaßt wurden. Jetzt wird plötzlich initgeteilt, daß das Reichsfinanz- Ministerium die Hälfte der hingegebenen Schatz- anwcisungen, alsch 150 Millionen Mark, nach und nach aus dem Münzgewinn aus der Aus- prägung von Silber münzen einlösen werde. Dos bedeutet eine neue, zusätzliche Subvention der Dresdner Bank, die jetzt mit Bargeld versorgt wird. Sie s p a r t für diesen Betrag die Zinsen, die sie bisher für die Weitergabe der Schatz- anwcisungen an die Banken oder an die Reichsbank zahlen mußte. Zunächst erhebt sich die Frage, was denn das Reich für diese neue Leistung erhält. Wir wollen nicht hoffen, daß dieses „Geschäft" gänzlich zu Lasten des Reiches gemacht wird. Wir haben schon öfter darauf hingewiesen, daß das Reich bisher an der Leitung„ihrer" Bank— denn wer möchte noch nach diesem neuesten Vorgang daran zweifeln, daß das Reich die Dresdner Bank tatsächlich gekauft hat!— ganz ungenügend beteiligt ist. Zur Resormicrung des A u f s i ch t s ra t s, von dessen 50 Mit- gliedern gerode sieben Vertreter des Reiches sind, wird Gelegenheit sein, wenn die Besetzung des Aufsichtsrats den neuen a k t i c n- rechtlichen Bestimmungen angepaßt wird. Vor ollem muß aber die Ocfscntlichkcit verlangen, daß endlich in den Vorstand, in. dem das Reich nicht mit einem Mitglied vertreten ist, Vertreter der öffentlichen Interessen entsandt werden. Darüber hinaus muß man sich wundern, mit welcher Schnelligkeit das Reich diese Barmittel frei gemacht hat. Richtigerweise hätte der Münzgcwinn den allgemeinen Dcckungs- Mitteln des Haushalts zugeführt werden müssen. Wenn man bc- denkt, wie lange es gedauert hat, bis das Reich zur Unterstützung der Kommunen, die nur durch die egoistische Finanzpolitik des Reiche? in der Frage der A r b e i t s l o s e n u n t e r st ü tz u n g in Rot geraten sind, ebenfalls gerade 150 Millionen Mark bereitstellte, so tritt da ein auffälliger Unterschied in der Methode zutage. Liegt es daran, daß es sich im Falle Dresdner Bank um dir ,,P r i v a t w l r t s ch a f t?- handelt/2 Proz. gekürzt worden. Durch den gänzlichen Abbau der früheren Tarifbeftimmungen über den Krank engeldzujchuß gemäß§ 616 BGB hat die Meierei Bolle über 50 000 M. eingespart, denn nach ihren eigenen Angaben ► zahlte sie im Jahre 1930 an Zuschüssen zum Krankengeld 56 000 M. Erhebliche Summen hat sie weiter gespart durch die Ver- schlechterung des Urlaubs und den Fortfall der B e- zahl.ung der, Wochens eiertage. Mes das genügt der Meierei Bolle aber immer noch nicht.,. Nachdem sie den Lohntarif zum 30. September wieder gekündigt und eweu neuen Abbau der Löhne um 10 Proz. gefordert hatte, ist nach Scheitern der direkten Verhandlungen am Frestag ein Schiedsspruch gefällt worden, wonach die Löhne aber- mal? um ZVt bis 5 Pf. pro Stunde geckürzt werden sollen. Im übrigen soll das alte Lohnabkommen bis zum 31. März 1932 gelten. Sicherlich werden nicht nur die Funktionäre, die am Dienstag zusammentreten, den Schiedsspruch ob- lehnen, sondern auch die übergroße Mehrheit der Belegschaft. In den Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß kamen auch sehr sonderbare Methoden zur Sprach«, durch die die Meierei Balle ihren Umsatz zu heben versucht. Den Kutschern wird täglich ein« bestimmte Menge von Broten, Trinkeiern. Schokolade usw. zum Verkauf auf den Weg mitgegeben, gewissermaßen aufgezwungen. Diese Waren werden von der Meierei Bolle nicht zurückge- n o m m e n, ganz gleich, ob sie der Kutscher verkauft hat oder nicht. Die Kutscher bringen täglich nichtverkaufte Waren zurück, verstauen sie in ihren Schränken auf der Arbeitsstelle und nehmen diese Waren jeden Tag wieder außer den neu empfangenen Waren auf ihre Tour mit. Wenn schließlich die Waren nicht mehr frisch genug sind, können die Kutscher zusehen, was sie damit an- fangen. Sie bezahlen dann den ihnen von der Firma aufge- zwungenen Verlust glatt aus ihver Tasche. Uns erscheint eine solche Art, den Umsatz zu erhöhen, gelinde gesagt, unangebracht. Maffenkündigung von Posthelferinnen. Bedenkliche lleberrumplungsversuche Wie wir vom Zcntraloerband der Angestellten erfahren, be- absichtigt das Reichspostministerium, sämtlichen Posthelferinnen im Angestclltenoerhältnis, d. h. vielen Tausenden von Postongestellten, soweit dies nicht bereits geschehen ist, zu kündigen. Offenbar-staubt man, jetzt rücksichtslos das durchführen zu können, was man in den Verhandlungen zwischen den Tarifoertragsparteion nicht erreichte. Die Arbeitszeit der Poschelferinnen im Angestelltenverhältnis soll bis auf 40 Stunden wöchentlich, und die bereits durch die Notverordnungen mehrfach gekürzten Gehälter abermals bis 20 Proz. verringert werden. Uebrigens wurde in den Verhandlungen von Vertretern der Verwaltung ver- sichert, daß Angestellte und Betriebsvertretungen gehört worden und mit dieser Maßnahme einverstanden seien. Das Gegenteil ist der Fall. Die Postangestellten sind über die merkwürdigen Manöver, wie sie jetzt namentlich im Bezirk der OPD. Berlin in zahlreichen Fernsprechämtern, beim Postscheckamt usw. beliebt werden, erbittert und empört. Werden die Postangestellten den geplairten Anschlag abwehren? Die nächsten Tage und Wochen werden hier die. Entscheidung,-die im wesentlichen bei den Pöstängestellten selbst liegt,'bringen müssen. Der Zentralverband der Angestellten als zuständige Tarif- organrsation hat sämtliche Gehalts- und Arbeitsbedingungen der Posthelfer im Angestelltenverhältnis tarifoertraglich ge- regelt. Die Postverwastuug hat kein Recht, einseittg und selbst- herrlich Bestimmungen des Tarifvertrages zu beseitigen. Dies gilt nicht nur für die Gehälter, die Regelung der Arbeitszeit usw., son- dem auch für die Kündigungsfristen und alle übrigen Arbeits» bedingungen. Trotzdem wurde in zahlreichen Acmtern versucht, longjährig Beschäftigten Verträge mit täglicher Kündigung und unbestimmter Dauer aufzuzwingen. Mit Recht wehren sich die Post- angestellten gegen derartige Verschlechterungen. Abmachungen, die dem Tarifvertrag widersprechen, sind rechtsungültig und dürfen unter keinen Umständen verembart bzw. verlangt werden. In den erwähnten Fällen liegt eine krasse Umgeh.ung das Tarifvertrages vor. In allen derartigen Fällen muß sofort die Sektion„Postangestellta" des Zeutralverbandes der Angestellten verständigt werden, damit die vereinbarte» Nahte der Angestellten durch die Organisation geschützt und auch in alle» sonstigen Streitfällen sofort Klagen eingeleitet werden können. . Uebrigens gelten nach einem Urteil des Landcsarbestsgerichtes Halle vom 26. November 1930— 6 S. La. 221/30— die Bestimmungen der Tarifverträge nur für Mitglieder der Tarifparteien. Es können also nur die organisierten Angestellten Rechtsansprüche aus dem Tarifvertrag herleiten und durch die Organisation vor Gericht vertreten werden. Alle Posthelfer im Angestclltenverhälwis müssen restlos freigewerkschaftlich organisiert sein und gehören in den Zentralverband der Angestellten.(Man beachte die heutige Pcrsamnllungsanzeige.) Oer Konflikt im Gchwerfuhrgewerbe. Vor neuen Lohntarifverhandlungen. Im Berliner Schwerfuhrgewerbe werden voraussichllich in den nächsten Tagen die Verhandlungen zum Abschluß eines neuen Lohn- tarifes wieder aufgenommen werden. Der frühere Lohntarif ist am 31. August nach Kündigung durch die Unternehmer abgelaufen. Die nach vergeblichen Parteiverhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß geführten Verhandlungen wurden abgebrochen, weil die Fuhrunter- nehmer erklärten, es bestehe für das Fuhrgewerbe kein Manteltarif. Den Neuabschluß eines Lohntarifes und auch des Manteltarif. vertrage? hatten die Unternehmer noch vor den Lohnverhandlungen davon abhängig gemacht, daß der zwischen der Fuhrherreninnung und dem Gesamtverband vor einigen Monaten abgeschlosiene Manteltarif vom Reichsarbeitsministerium für allgemein- verbindlich erklärt wird. Das Reichsarbeitsministerium hatte zunächst diesem Antrag nicht entsprochen. Nochmalige Verhandlungen des Gesamtverbandes im Rsichsarbeitsministerium hallen schließlich das Ergebnis, daß der Manteltarif mit Wirkung vom 1. September f ü r allgemeinverbindlich erklärt wurde. Damit ist der Weg zu neuen Verhandlungen vor dem Schlich- tungsausfchuß, die während des Streites um die Allgemeinverbind- lichkeit ruhten, wieder freigemacht. Oeuische Schiffe im Ausland bestreikt. RGO.-Aktion im internationalen Maßstab. Die große Aktion zur Stillegung der Schiffahrt und der Häfen in Deutschland, hat nur im D a n z i g e r Hafen gewirkt, wo am Freitag 910 Arbeiter für Fortsetzung des Streiks und 301 für Abbruch gestimmt haben. Obwohl im Hamburger Hafen ein Scheinslleik gegen die dort angelegten Sowjetdampfer unternommen wurde, um der Parale aufzuhelfen, blieb sie erfolglös. Jetzt ist man auf das Ausgleichsmanöver oerfallen, in Sowjethäfen liegende deutsche Dampfer zu be- streiten. Das Personal von 32 im Hafen von Leningrad liegenden deutschen Schiffen ist in den Streik getreten, weil ihm vorgetäuscht wurde, in Deutschland werde gestreikt. In Odessa werden ebenfalls zwei Dampf« bestreikt. Nielleicht nur deshalb, weil die Streitparole von Hamburg nun erst jetzt in Leningrad bekannt wurde, nachdem sie hier bereits abgeblasen war. Die russischen Organisationen �veranstalten Sympathiekund» gedungen für die auf den deutscheu Schiffen Streikenden. Um den internationalen Charakter der Aktion zu betonen, wurde auch die Besatzung des in Liverpool liegenden deutschen Dampfers„Henri Lütgens" veranlaßt, in den Streik zu treten. Am Sonnabend traten 10V Liverpooler Hafenarbeiter in den Sym- pathicstreik mit der streikenden Besatzung. Oer Schiedsspruch ohne Lohnkürzung. Für die Tliederlaasiher Tochindostrie. Sokkbus. 10. Ottober. Der Schiedsspruch vom 2. Oktober, der eine dreimonatige Verlängerung des bisherigen Lohntarifes vorsah, ist von den Unter- nehmern abgelehnt worden. Die Gewerkschaften hoben die Per- bindlichkeitserklärung beantragt. Gewerkschaftlicher Rundsunkvortrag. Morgen, Montag. 17.50 bis 18.15 Uhr. spricht der Gesäwtsführcr des Verbandes der- Zuschneider. Zuschneiderinnen und Direktricen, Erich Vater, im Berliner Rundfunk über„Bekleidungsindustrie und Zuschneiderei". Kursusbeginn der Berliner Gewertschastsschule. Am Montag beginnen folgende Kurse: Im llnterrichtsranm der Berliner kewerkschastsschule. Engeluser 24— 25, 2. Hof, 1 Tr-:®. II. 8c«t»ot: Lesfcnt» liche Wirtschaft und Sozialisierung. Lebrer: Dr. Walter Pähl._ Im Leivniz.Gnmnasium, Mariannenplatz 27— 2S: 80. 2: Allgemeine Rechts. fragen. Lehrer: Dr. L-ffm-nn.- 80. 11: Arbeiwrecht für FortgefchrUtrne. Lehrer: Dr. Fraenlel._.... Sophien.Lpzeum, Weinmeisterstr. 14— IS:«. 3: Einführung in ine Wirt. fchaftspolitifchen Grund, und Gegenwartsfragen. Lehrer: WUli Modus.— C. 12: Wirtfäiaftsrecht für Ansllngcr. Lehrer: Dr. Reumann. Hörergcbühr für jeden Nurfu, für je 10 Abende 2 M., Jugendliche und Lehrlinge 1 M., Arbeitslose sind vom Beitrag befreit. Anmeldungen bei Beginn der llurfe oder in den Lehrberatunosfpreck, stunden Montag und Freilog von l«— Ifl Uhr oder fihristlich an die Berliner Sewerkschast-fchule, Engelufer 24— 2ö, 2. Stock, gimwcr 2S._ Bcrtreterverfammlnvg des AfA.Ortslartell«. Montag, I9U Uhr, im Saal 5 des Gewerlfchaftshausrestaurants, Vertreter Versammlung. Arbeitsbericht tür Juni, Juli, Augilft und Sepiemder, verbunden-mit leinem kurzen Bericht über de» ADGB.-Konqretz in Frankfurt a. M. Bericht über den AfA.Nongreß Leipzig. Verschiedenes. Erscheinen aller Aollegen ist Pflicht. SPD.-Betrieb, sraktion beim Bezirksamt EharloUeabura. Dienstag, 13. Oktober. 20 Uhr, Lokal Röhrig, Eh-rlottcnburg, Schloßstr. 49, Fral. tiansvcrsammlung. Otto Meier, M. d. L., über„Die Aufgaben der Arbeiterbewegung in der Alis«". J «etriebslraktüi» der SPD. bei der Schultheitz.Patzeirhafer.Branerei, �-.........*" Farster. Dreibnndftr. II, Fraltions» Abt. II.. Dienstag. 16',, Uhr. Lokal Versammlung mit Sninpothisierenden schaftliche und politische M Hans Plettner übet„Die wirt- Betriebsfraktio» der SPD. bei der AEG.-Treptow. Dirnstag, 1S>Z Uhr. Lokal Wolfram, Am Treptower Pari 20, Fraktionsverfow.m. lung. Dr. O, Manchen über„Die Lage der Arbeiterschaft in Rutzland". »ftme Gewertfchafts-Lugend Verlin Morgen. Montag, zosaMmenkunst aller Gruppenleitungcn im Sitzung». saal be, Deutschen Metallarbeiterverbonbe», Sinienstr.«3— 85, Eingang Elsäsfer Str. 88—88, 2 Treppen. Funktionärkarte und des Berbandsbuches. wlilLCUflfc» OJ—-T>Jß Zutritt nur gegen Vorzeigung der � Iugendstruppe des'Zentralverbandes der Angestellten lS?si Morgen, Montag, finden fplaend« Veronsialtungiii statt: Wedding: Jugendheim Tünnen Ecke- Seestrafie. Wir üben Stegreifspiel«.— Weitzenfcei Jugendheim Pistoriusstr. 24. Heut« hält jeder ein Referat.-- Britz: Städtisches Jugendheim(Rathaus), sturzreferate.— Urban: Jugendheim Hobrcch:. Ecke Sanderstrahe. Vortrag:„Die Betriebsräte—«in Stück Wirt. tchaftsdemokratie?" Referent: Lehrer.— Rordost II: Jugendheim Rastendurger Straße 18, Zimmer 8. TagcspoNtlfche Rundschau.— Schönhausee Borstadt: Jugendheim der Schule Aastanienalle« 81. Arbeitsgemeinschaft über gewerk. schastliche und politische Streitfragen unserer Zeit. Ar. 427-» 48. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Sonntag,-Ii. Oktober 1931 Krude 8. Schulz:&£eddi Uuifl fOl't Das Auto ist um die Ecke gebogen und schiebt sich mm in raschem Tempo durch die Häuserblocks hindurch..Du sollst doch nicht vor den, Auto über den Damm laufen", rust eine dünn«, er- schreckte Kinderstimme:.0 Gott, jetzt ist es überfahren". Der Tan ist ganz heiser und atemlos geworden. Mit schneeweißem Gesicht sitzt Heddi aus der Türschwelle. Unter der ZiMrcttenschochtel, die sie rasch zwischen zwei Schuhkartons vorwartsgeschoben hat, liegt ein gelbes Hcrbstblatt, dos der große Ahorn über ihr eben ab- geschüttelt hat. Die Kinderhand bewegt sehr vorsichtig die Zigaretten- schachtet zurück. Die Augen blicken furchtsam und mitleidig aus das Blatt, das allmählich frei wird und seine gelb-bronze-rote Pracht zeigt.„Oh", sagt Heddi und lächelt. Ueber ihr Gesicht strömt ein« zarte Röte. Ihre Augenlider flattern ein paarmal auf und ob, als wollten sie den Anblick des übersahrcnen Blattes von den Augen sortwischen. Die dünnen Finger heben das Blatt auf und legen es in die Zigarettenschachtel.„Komm, wir wollen dich nach Hause fahren." .Borsicht, langsamer!" sagt das Kind dann streng und mit rauher Stimme. Die Zigarettenschachtel zwischen den Schuhkartons setzt sich wieder in Bewegung. „Heddi!" Es ist viel Lärm auf der Straß«: aber klang da nicht ihr Name?„5)cddi!" Die Hand zuckt, die Zigarettenschachtel steht still. Beunruhigt blickt Heddi in die Höhe. In der Stimme schwingt ein Ton, den sie nicht liebt. Sie weiß, die Mutter ist wieder un- zufrieden mit ihr. Sie kennt die Nünance ganz genau: die Mutter ist oft mit ihr unzusriedcn. Ein kleiner, kalter Duck legt stch stets über Heddis Magen, wenn die Mutter sie in diesem Ton ruft. Die Bewegung, die die Mutter jetzt macht, heißt: heraufkommen.„Ja", nickt Heddi eifrig. Die beiden Schuhkartons unter dem Arm— in einem klappert die Zigarcttenfchachtel mit dem Ahornblatt— stolpert Heddi die Treppen herauf. Ihre langen, flinken Beine wollen immer noch flinker sei«, und so kommt es, daß sie kurz vor dem Absatz der zweiten Etage ausrutscht und ein paar Stufen zurückgleitct. Die Pappkartons landen am Ende der Treppe. Knie und Ellenbogen tun weh: aber dafür ist jetzt keine Zeit. Heddi holt rasch ihre Schachteln zurück und läuft bis zur Wohnung herauf. Atemlos klingelt sie. „Wie lange bleibst du denn?" Die Mutter ist sehr böse. Heddi schluckt und sieht auf den Fußboden, wo ihre beiden Füße stehen m Schuhen, von deren Sohlen die feuchten Hcrbstbläter wild her- vorwuchern. Ueber Heddi braust die zairkend klagende Stimme der Mutter. Heddi hört:.Schon wieder nicht" und.niemals" und„wie oft soll ich es dir sagen" und„andere Kinder machen ihren Eltern Freude". Heddi denkt: La, ich hätte mir die Füße unten abtreten müssen und vor der Korridortür nochmol", und dann steigt die Stimme der Mutter plötzlich schrill in die Höhe:„So, nun hol' es dir jetzt gleich."„Ja", sagt Heddi hiljlos, denn sie weiß nicht, was sie sich holen soll,.ja, gleich". Aber sie steht da und rührt sich nicht vom Platz.„Na, marsch." Für Heddi ist die Welt riesengroß und einsam in diesem Augenblick. Sie beginnt, vor Verlassenheit zu weinen. Dabei fühlt sie, daß die Mutter auf eine Erklärung wartet.„Ich", schluchzt sie,„ich weiß ja nicht, was ich holen soll." Die Mutter schüttelt das Kind zornig bei der Schulter.„Mit dir kann man reden, wie mit einem Stück Holz." Plötzlich fängt sie an zu weinen:„Daß ich auch mit einem solchen Kind gestrast sein muß." Heddi hat jetzt jedes Wort gehört. Sie findet, daß die Mutter recht hat. Nein, sie macht ihren Eltern keine Freude: die Füße hat sie sich auch nicht abgetreten. Ihr verheultes Gesichtchen hobt sich zu dem Gesicht der Mutter empor..Bitte, fei doch nicht böse: ich will ja..." dann hört Heddi auf: denn der Satz hat in ihren Gedanken kein Ende.„Muter, bitte, wein doch nicht mehr", sagt sie dann erschüttert, als die Mutter noch immer das Taschentuch an die feucht glänzenden blauen Augen führt. Die Mutter blickt herunter und sieht den Herbstblätterkranz an 5ieddis Schuhen. Spuren davon ziehen stch von der Eingangstür her über den Fußboden. Das Taschentuch hat jetzt Ruhe: ihre Stimme klingt wieder ganz klar und zornig:„Und die Füße hast du dir auch nicht abgetreten!" Endlich erfährt Heddi auch, weshalb sie heraufgerufen wurde. Sie hat vergessen, im Wohnzimmer Staub zu wischen, eh« sie spielen ging. Das soll sie jetzt nachholen.„Aber erst die Füße abtreten und den Schmutz da wegfegen." Heddi reibt ihre Sohlen an der Strohmatte vor der Entreetür, bis gewiß kein Stäubchen mehr daran haftet. Dann nimmt sie Handfeger und Müllfchippe und fegt die Matt« ob und den Korridor. Als das geta« ist. holt sie sich das Staubtuch und geht ins Wohn- zimmer. Sie hat jede Bewegung brav und exakt wie ein kleiner Automat ausgeführt. Im Wohnzimmer fängt sie mit ihrer Arbeit beim Bertiko an. Sie muß auf die Fußbank steigen, um über die ganze Platte reichen zu können. Mit einem Pinsel staubt sie vor- schriftsmäßig die kleinen porzellanenen Nippes ab. Die runde Kugel, in der Goldfische an dünnen Stielen hin und her zittern, wenn man die Kugel schüttelt, liebt sie besonders. Aber sie bewegt sie nur einmal ganz zaghaft und macht dann ihre Arbeit weiter. Dann kommt das Plüschsofa heran mit dem Tisch davor und den beiden Sesseln, ein ganzes Regiment von Säulen und Eäulchen und Schnitzwerk. Bor lauter Konzentration auf diese Arbeit ver- gißt Heddi ihren Kummer. Das ist, wie sie es im stillen immer nennt, die schlimme Zimmerseite. Wenn die fertig ist, geht es rasch vorwärts. Aber auf dieser Seite steht auch noch die Nähmaschine. Oben, Kasten und Brett, das ist rasch getan. Doch das eiserne Gestell von schwarzem, goldbronziertem Blumengerank mit dem Triebrad ist noch ein böses Stück. Als Heddi damit fertig ist, ist sie vergnügt. Sie setzt sich auf das Trittbrett, ruckt ein wenig an dem Treibriemen und beginnt zu schaukeln. „Bumm", macht es. Ein fürchterlich lauter, hohler Ton. Heddi bleibt vor Schreck das Herz stehen. Die Mutter reißt die Tür auf. Sie sieht das Kind unter der Nähmaschine hocken, zerrt es hervor: „So nimmst du dir meine Worte zu Herzen!" Heddi ist blaß: sie schweigt. Wenn nur die Nähmaschine nicht kaputt ist. Da sagt es die Mutter:„Wenn du die Nähmaschine kaputt gemacht hast!" Eine fürchterliche Drohung schwingt für Heddi in dem Satz. Die Mutter hebt den Kasten ob, denkt: ich Hab vergessen, die Nähmaschine ab- zustellen: hoffentlich ist die Nadel ganz geblieben; es ist meine letzte und ich will heute noch nähen. Die Nadel ist zerbrochen. Die Mutter ist ärgerlich, über sich ebenso wie über Heddi. Aber der Sag:„So, jetzt ist die Näh- Maschine kaputt!" klingt Heddi als vernichtender Urteilsspruch. Die Mutter meint es nicht so schlimm. Sie findet nur, daß es ganz nützlich ist, diesem verspielten, verträumten Mädel einen kleinen Schreck einzujagen. Schließlich kosten Nähnwschinennadcln auch Geld und jetzt muß sie sogar gleich fort gehen, um neue ein- zukaufen. Sie stülpt mit einem nachdrücklichen Seufzet den Kasten wieder auf und geht aus dem Zimmer. An der Tür dreht sie sich noch einmal um:„Ich geh jetzt fort." Heddi steht da mit ihrem Staubtuch und den drei guten Zimmer- feiten. Die Nähmaschine ist kaputt. Die Mutter geht jetzt weg. Die Mutter war sehr traurig, daran trägt sie, Heddi, schuld. Heddi weint nicht, sie schluckt nur von Zeit zu Zeit. Ihr ist, als tue in- wendig irgend etwas weh. Draußen klappt die Korridortür. In Heddi steigt eine namenlose Angst auf. Sie steht sehr lange un- beweglich an einem Fleck. Dann reißt sie sich doch zusammen und setzt ihr Staubtuch an der Kommode wieder in Tättgkcit. Auf der Kommode steht links ein Aschenbecher aus gepreßtem Glas, rechts einer aus grünem Majolika. In der Mitte eine Base aus weißem Porzellan. Für diese Base empfindet Heddi ein« Art Zärtlichkeit. In ihrer glatten Oberfläche fängt sich das Licht und zeichnet die Form nach. Seitwärts sitzt als Schmuck ein kleiner blauglänzender Bogel auf der Base. Heddi wischt ihn mit dem Staubtuch besonders vorsichtig ab, beim Kopf airfangend zum Schwanz herunter. Sie nimmt sich in acht, daß sie ihm nicht hart in die Augen stößt.„Lieber kleiner Bogel", flüstert sie dabei, und dann nimmt sie den bloßen Finger und fährt noch einmal über seinen Rücken und wiederholt die Worte:„Lieber kleiner Bogel." Sie chat dabei vergessen, daß der kleine Bogel mit einer großen Base beschwert ist. Nun stürzt ihr das Stück aus den Händen, die allzu vorsichtig das kleine blaue Tier faßten, und zerspringt in Scherben. An einem kleinen Stückchen weihen Porzellan sitzt un- versehet der blaue Bogel. Das ist mehr, als Heddi ertragen kann. Was zu ihren Füßen in Scherben liegt, ist nicht mehr eine Bas« aus Porzellan, es ist die ganze heiße Sehnsucht, ein Kind zu sein, mit dem die Eltern nicht gestraft sind. Durch Heddis achtjährigen Kopf schießen die Untaten, die sie heute begangen hat: Staubwischen vergessen, Füße nicht ab- getreten, Nähmaschine kaputt gemacht, und nun auch noch die Base zerbochcn. Sie fühlt, das alles zusammen ist mehr, als man Eltern zumuten kann. Die Scherben sucht sie zusammen, legt sie auf den Tisch. Dann geht sie auf den Korridor, wo ihre Schulmoppe hängt. Ans einem Heft reißt sie ein Blatt heraus, schreibt darauf:„Ich habe die Base zerschlagen, aber sie ist mir heruntergefallen", in großer, ungeschickter Bleistiftschrift. Den Zettel legt sie zu den Scherben. Dann zieht sie ihr Mäntelchen an, stülpt die kleine grüne Mütze auf, greift nach der Klinke der Korridortür. Plötzlich kehrt sie wieder um. Sie geht noch einmal ins Wohnzimmer, nimmt den kleinen Bogel van dem Scherbenbcrg herunter, läßt ihn mit der linken Hand, die ihn fest umschließt, in die Manteltasche gleiten. Nun geht sie aus der Sttibe. Auf dem Korridor liegt noch ein zertretenes Blatt, das vorhin wahrscheinlich von ihren Schuhsohlen gefallen ist. Sie hebt es auf,.trägt es zum MUlleiincr. Jetzt ist getan, was noch möglich war. Die Korridortür schnappt hinter ihr zu. Durch die Straßen geht mit eiligen Schritten ein kleines blasses Mädchen. Das glatte hellblonde Haar hängt vor der Mütze hervor weit ins Gesicht, da dadurch ein unwirklich schmales Aussehen bc- kamint. Die Hände sind in den Manteltaschen vergraben: die linke umschließt nach immer den Parzellanvogel. Heddi geht sehr rasch; sie hat ein Ziel. Sic will zu Tante Lotte nach Magdeburg. Tante Lotte hat vor einem Jahr die Elten: bejuäzt. Sie war immer freundlich und vergnügt, und Heddi liebt sie sehr. Sie hat auch zu Heddi gesagt:„Komm bald einmal zu mir, ich Hab einen hübschen Garten." Heddi hat sich die Einladung sehr genau gemerkt. Sie weiß auch, wo der Weg nach Magdeburg geht. Einmal, als sie Sonntags mit den Eltern spazieren ging, bald, nachdem Tante Lotte abgereist war, hat der Vater an einer breiten Chaussee gesagt:„Hier herunter kommt man nach Magdeburg." Wenn Heddi die Augen zumacht, sieht sie ganz deutlich, an welcher Stelle diese Chaussee abzweigte: die gerade lange Straße heruitter, dann links herum am Bahnhof den Weg geradeaus. Das ist sehr weit, ein Somttags- spaziergang, von dem man müde nach Hause kommt. Und der Bater hat gesagt, bis nach Magdeburg sei es noch viel, viel weiter. Es ist schon spät am Nachmittag. Heddi nimmt sich vor, sich im Walde nicht zu fürchten, auch wenn es dunkel wird. Sie will auch nicht müde werden, wie manchmal des Sonntags beim Spazierengehen. Sie muß zu Tante Lotte nach Magdeburg. Heddi hat großes Bertrauen zu ihr. Vielleicht kann sie ihr helfen, ein Kind zu werden, das keine Strafe für die Eltern ist. Alles das überlegt sich Heddi. Ihre Beine bewegen sich flink vorwärts. Bisweilen sieht sich ein Passant nach dem Kind um, in dessen kleinem weißen Gesicht der festgeschlossene Mund wie ein dünner roter Strich steht und dessen Augen groß und dunkel nach innen blicken. Heddi findet ihren Weg mit traumwandlerischer Sicherheit: die Straße, die bis zum Bahnhof führt, den schmalen Weg in den Wald. Als sie ihn erreicht hat, beginnt es schon zu dämmern. Heddi ist sich gar nicht bewußt, daß sie jetzt ganz allein ist. In ihrem Herzen brennt die Sehnsucht noch Zärtlichkeit. Manchmal streichelt ihre Hand das Porzellanftück in der Manteltasche und sie murmelt leise: „Kleiner Vogel" oder„Tante Lottchen". lind mit beidem drückt sie genau die gleiche Sehnsucht aus. Heddi kommt an die breite Chaussee. Sie weiß nicht, daß sie tagelang marschieren müßte, um ihr Ziel zu erreichen. Sie ist froh, so weit zu sein. Aber zugleich spürt sie jetzt in dem dunklen Wolde jähe Furcht in sich aufsteigen. Ihre Beine zittern vor Angst und Müdigkeit. Sie versucht zu rennen. Nun muß sie doch bald am Eiche des Weges, bald bei Tante Lottchen sein. Die Tränen laufen ihr über das Gesicht. Sie friert. Ein Stück kommt sie noch in ihrer eiligen Flucht vorwärts. Plötzlich stolpert sie, fällt, bleibt am Wege liegen, ein kleines, zusammengesunkenes Kleiderbündel. Ein Chauffeur entdeckt es in der Morgendämmerung und bringt es in seinem Wagen mit zur Stadt. Heddi weiß von oll dem nichts. Sie ist bewußtlos. Die Nacht war kalt und feucht; in ihrem Körper brennt Fieber. Als sie aufwacht, weiß sie nicht, daß Tage fett ihrer Flucht vergangen sind. Sie liegt in einem fremden weißen Bett. Aber daneben sitzt die Mutter. Heddi wird heiß vor Schreck. Ihr fällt sofort ein, daß die Nähmaschine kaputt ist und die Vase zer- schlagen. Mit kraftloser Stimme formt sie die Worte:„Mutter, bist du böse?" Die Mutter antwortet nicht, aber Heddi spürt, daß etwas Kühles sich in ihre Hände schiebt. Die tastenden Finger fühlen den kleinen Parzellanvogel. Heddi lächelt: ihr Kopf dreht sich zufrieden auf die Seit«. Ihr. Atem geht langsam und gleichmäßig. Sie sMäft ein, schläft so sanft, als hätte sie die Worte schon gehört, die crumtch einer langen Pause sich aus dem Schluchzen der Mutter formen: „Nein,'mein Kind." Kuberkelbastillen und lebende Pflanzen Ueberaus interessante Versuche über das Verhallen von lebenden Pflanzen gegenüber Tuberkelbazillen hat Prof. Dr. Hans Much in Hamburg unternommen. Er hat dabei festgestellt, daß lebende Pflanzen auf ein« Impfung mit lebenden Tuberkelbazillen in ganz verschiedener Weise antworten. So gibt es Pslanzen, die in kurzer Zeit die eingebrachten Tuberkelbazillen völlig aufzulösen imstande sind, so daß weder der mikroskopische noch der tierexperimentelle Nachweis mehr möglich ist. Hierher gehören besonders der Nachtschatten, die Tabakpflanze, der Staudcn-Gartensalat, der 5tnob- lauch u. a. Andere Pflanzen wiederum können die Tuberkelbazillen weder auflösen noch abtöten, wachsen aber trotzdem weiter, selbst wenn sie eine ungeheure Masse Bazillen erhalten haben, so z.B. das Bilsenkraut, die Sonnenblume, der Kürbis, der Buchweizen usw. Eine dritte Reihe von Pslanzen wiederum steht in der Mitte und läßt zwar die Tuberkelbazillen am Leben, doch hebt sie deren An- steckungskraft auf. Diese bemerkenswerte biologische Abänderung, die im tierischen Körper Jahr« beansprucht, geht in der Pflanz« in äußerst kurzer Zeit vor sich. Die Schlußfolgerungen aus diesen Versuchen werden vielleicht noch große praktische Bedeutung ge- Winnen; sie eröffnen zugleich den Blick in ein ganz neues For- Ichungsgebiet, das Much als„Biophysik" bezeichnet. Mexmidet' v. lUärai: dDlß Sltldl ...In der Stadt traf ich abends ein. Ich kaiin nur einen Tag hier verbringen, unterwegs, um zu rasten— einen Tag habe ich für die Stadt, ehe ittz Weiterreise, in eine andere Stadt, wo ich ftir meine serrsatianelle, otembeklemmcnde Reportage Vielem nachspüren will — dos wird die tollste Sache der Weltpresse und ich bin schon seit dreifjig Iahren für sie unterwegs. Dank der Freigebigkeit meiner Zeitung kann ich diesem Einfall nachjagen auf Flugzeugen, Autos, Fahrrädern. U-Booten, zu Fuß und mit der Straßenbahn, aus Kamelsrücken und Lokomotiven. Ich habe Freikarten für den Simpkon-Tunnel und den Zeppelin. Daheim, im Stammhaus, stehen mir vierunddreißig Stenotypistinnen zu jeder Tages» und Nachtzeit zur Dersiigung, mit gespitzten Bleistiften und knatternden Schreib- Maschinen, vier Sekretäre, die nichts sonst zu tun haben, als für mich Kabinen- und Schlafwagenplätze zu reservieren und eine eigene Kasse, bei der ich nur ollein Vorschüsse erhalten kann. Seit dreißig Iahren arbeite ich an dieser sensationellen Reportage. Und ich bin noch nicht so weit gekommen, auch nur eine Zeile davon zu schreiben. Das phantastische Geheimnis, dessen Urgrund ich suche, dessen Fäden ich entwirre, wird mit jedem Tag. mit jeder Reife rätselhafter. Ich mar in Tibet, in Weimar und in Nrshnij Nowgorod. Nur die Ueber- schrift meiner Reportage steht fest und die trage ich bei mir ein- getrogen in meinem Notizbuch:„Warum leben die Menschen?" Untertitel:„Und da sie schon leben, marum sind sie nicht glücklich?" Di« Antwort auf diese zwei Fragen suche ich emsig, ich redete mit Dockarbeitern, Königen, Kloviervirtuosen, Darmwäschern, ich inter« vicwte den Dalai Lama, Iackie Coogan, Poderewski und Zeileis. Inzwischen kam ich vielen Geheimnissen auf die Spur— ich habe er- fahren, daß eine Riesenkonspiration im Gang« ist, deren Fäden über den Acquator laufen und zurück, in die jedermann verwickelt ist— c» wird ein Monsterstondal, wenn das einmal herauskommt. In den Städten komme ich meistens des Nachts an und bleibe Ungewisse Zeit. Mein Gepäck ist eine Füllfeder und ein Scheckbuch, das für all« Banken der Welt gilt, ja sogar für die Genossenschaften und Sparocreinc. Im gleichen karierten schottischen Mantel reise ich seit dreißig Iahren. Manchmal treffe ich unterwegs Kollegen, Albert Londres oder Arthur Holitscher, mit Stanley war ich persönlich be- tanut und Sir Pcrcival Philipps habe ich Stunden gegeben. Ich gestehe: alles Habs ich auf diese eine Karte gesetzt— mein Blatt hat nur wir noch zehn weitere Jahre bewilligt, um das Geheimnis zu entschleiern und meine Reportage zu schreiben. Die Folge wird sein, daß die Aufloge auf eine Milliarde sechshundert Millionen hinaus- klettern wird, die Beilagen mit einbegriffen. Wenn«s mir in diesen letzten zehn Iahren nicht gelingt, das Geheimnis zu ergründen, erhalte ich eine sechsmonatige Abfindung und fliege hinaus. Ich geh« an fremden Orten vorsichtig und mit großer Zurück- Haltung vor, wie sich's für«inen Reporter schickt: ich steige an Bahn- bösen aus, wie es mir gerade einfällt, schließ« die Augen, um den Namen der Stadt nicht zu sehen, spreche spontan unbekannte Menschen an, denn ich will vermeiden, daß mich was beeinflußt. Daß ich auch in Peking gewesen bin, erfuhr ich erst ein halbes Jahr später durch den Poststempel eines mir nachgesairdten Brieses— seinerzeit mutmaßte ich. es fei Nanking gewesen. Ist will un- beeinflußt bleiben. Meinem Tagebuch kaim ich gestehen, daß ich die Rechtschreibung nicht beherrsche. Dies« Stadt sah ich noch nie. Der Zug hielt lange, ich stieg gelangweilt aus. Ich ging zu Fuß eine lange Straße cntlong, die unfreundlich war, mit schwarzen Fenstern. Aus den Dächern leuchteten auch hier, wie in Urgo. der Hauptstadt der Mongolei, Lichtreklamen, Auch hier liefen Straßenbahnen in der Mitte des Fichrdainms. wie in Bangkok. Längs Zeit ging ich mit geschlossenen Augen, vorsichtig, tastend, wie ein Blinder, nach meinem gewohnten System, erst mit der Nase die Stadt erforschend, die Gerüche ein- saugend, die verläßlicher sind und in der Fremde mehr verraten, als die Farben, Linien und Geräusche. Aus dem Fenster des Eisen- bahnabteils kann man sekundenlang Berlin oder Paris verwechseln: aber mit geschlossenen Augen und offenen Nasenlöchern wird«in guter Reporter auch»ach Tokio finden. Der gute Reporter riecht. Mein Spürsinn ist manchmal weltgeschichtlich. Aus der Kabine des Zeppelin, während meiner Fahrt um die Welt, roch ich aus fünf- tausend Meter Höhe, mit geschlossenen Augen. Asien. Afrika und Amerika. Paar Tag« später nach dem Diner, als ich Siesta hielt, spürte ich leisen Verwesungsgeruch, mit Iicky und Moder vermengt. Da wußte ich, daß wir heimgekommen waren und über Europa schwebten. Amerita war leicht zu erkennen, denn es stank zum Himmel und roch auch sonst stark nach Schnaps. Lm Hotel zeigte ich mein Scheckbuch, woraus sich ganze Etagen vor mir öffneten, ober ich begnügte mich mit jenem Appartement, das zwei Monate vorher der Londoner Rothschild bewohnt hatte. Ich ließ einen Frack kommen und ging auf die Straße. Die Stadt roch traurig. Ein Mann trat auf mich zu, küßte meine Hand und sagte etwas in einer fremden Sprache. Warm und gerührt schüttelte ich seine Rechte, benommen von dieser unerwarteten und seltsamen Milde, und eilte weiter. Der Mann rief mir in einer merkwürdigen harten Sprache im Affekt knallende Worte noch, wahrscheinlich«inen Segen. Ich durchstreifte die Stadt, meiner Gewohnheit nach, denn meine Systemlosigteit hat ein System, bog, neuen und neuen Ein- fällen folgend, in Seitenstraßen ab. schloß die Augen und prüfte die Gerüche. Ich roch das Löben. In fremden Städten, beim ersten Spaziergang bin ich von den Gerüchen immer berauscht. Ich wußte, daß ich irgendwo in Europa war. In einem Buchladen lagen in unverständlicher Sprach« gedruckte Titelblätter, doch neben ihnen auch Stefan Zweig. Andre Gide und Sinclair Lewis, letzterer mit dem Reklameband des Robelpreifes umgürtet. Ich kam an einem Theater vorbei, wo Shakespeare gespielt wurde, was ich am Plakat las, auf der Anschlagsäule eine» anderen Theaters sah ich Molnors Name, dann die Namen Sommerset und Maugham. Ich setzt« mich in ein Automatenbüfett, später in ein elegantes Restaurant. An beiden Orten wurde ich angestaunt. Der Kellner brachte ew Ge- richt, mit merkwürdigen Gewürzen zubereitet, das Essen erinnerte an den Geschmack jener Poularde, die ich in?lddis el Abeba verzehrt hatte beim Kaiser. Die Kapelle spielte schwermütig« Melodien. Plötzlich wurde ich traurig. Ich sah mir die Augen der Menschen an. Später setzte sich eine Frau an meinen Tisch. Ich nahm ihr« Hand in meine Hand und betrachtete sie genau. Ich tat so, als forscht« ich nach dem Geheimnis der Zukunft, des Schicksal« in den Linien ihrer Hand, ober ich wollt« nur d!« Wärme ihrer Hand spüren, die Wärm« einer menschlichen Hand. In der Lust roch ich eine Tragödie, und«nendliche Traurigkeit. Die Menschen kleideten sich hier genau so und lebten offenbar in gleichen Lebensformen wie in Stockholm oder Treptow. Der Rundfunk rief englische Sport- berichte aus. Das Thema meiner Reportage ging mir im Kopf herum, ich fühlte das Fehlen dos Glücks rings um mich, das wirre Geheimnis des Lebens, die einzelnen Zeichen der großen Konspi- ration. An ihren Blicken merkte ich, daß meine Frage auch hier un- beantwortet bleiben wird: sie würden aktuelle Antworten geben, sich auf speziell« llngehörigieSe« vnd Sorge» berufen.»«06« sie, Aeoad« sie getroffen haben, so daß sie verfeindet seien mit der ganzen Welt. Ueberall ist es so. Das habe ich auch schon in Bollmen gehört. Darum ging ich heim, ohne zu fragen. Das Hotel schlief schon. Neben meinem Zimmer öffnete sich leise eine Tür, eine zarte Frauen- Hand stellte vorsichtig und lautlos ein Paar silberne Damenschuhe neben ein Paar zerknüllte Herrenlackstiesel. Ich sah die zwei Paar Schuhe lang« an. Ich dachte an den Tod, die Lied«, das Geld und die Krankheit, an alles, was die Menschen voneinander trennt und sie unglücklich macht. In meinem Zimmer angelangt, öffnet« ich das Fenster und starrte lange Zeit in die Nacht. Ich sah einen Fluß, ein Kastell, einen Hügel, beleuchtete Straßcnzeilen. Nirgends«in Mensch. Seltsame Traurigkeit überkam mich. Ich fühlte, daß ich wieder weiter mühte, denn hier konnte ich auf leine neuen Antworten für mein Thema hoffen. Ich raucht««ine Zigarette, �dann zog ich meinen karierten, schottischen Mantel an, legte einen Scheck aus das Nachttifchchen und spazierte, ohne Aussehen zu erregen, aus den Bahnhof hinaus. Ich sah nirgends«ine M-nfchenseele. Bor dem Bahnhof saß aus ein-rJBank ein barfüßiger Mensch und schlief. Den weckt« ich.„Wer bsst du?..." fragte ich Er setzte sich er- schrecken auf, rieb sich die Augen, sah mich nnterwürftg an. Er sagte zwei Worte, schnell hingeleiert. Seinen Namen oder seine Nation, ich weiß es nicht. Es klang nne ein« Klage. Ich sah ihn, in die Augen, die so unendlich bekannt waren, wie all« Menschen- äugen. Ich hätte ihn gerne interviewt, aber es pfiff bereits der Orientexpreß, mit dem ich weiter mußte. Erst am nächsten Tag gegen Mittag fiel mir ein, daß ich vergessen hatte, nach dem Namen der fremden Stadt zu fragen. Es mar irgendwo im Osten, wenn ich mich recht entsinne, nicht weit von Wien, in der Richtung nach Konstantinopel. (Aus dem Nvgarischen überseht wm Zllezanber de» Eacher-Masech.) Wkolas Jlranyofi:••• Man wird sich noch des sonderbaren Falles von 1926 erinnern, als Dr. Hauck, ein Prioatgelehrter von Ruf, wegen umfangreicher Diebstähle von Dokumenten und Handschriften in den verschiedenen staatlichen Archiven verhaftet und verurteilt wurde. Dabei stellte sich heraus, daß Dr. Hauck ein leidenschaftlicher Sammler dieser alten Scharteken war und ein unwiderstehlicher Zwang ihn dazu oerleitet hotte,«in Verbrecher zu werden. Dreißig Jahre lang hatte er dies gesetzwidrige Handwerk betrieben. Und doch, wer hätte einem Manne sein Mitgefühl versagen können, der einer Leidenschaft frönte, um seinen Aulturhvngee zu stillen! Auch der Fall des Ritt- ineisters a.D. von Reih«, der aus dem öffentlichen Münzkabinett in Weimar Münzstücke entwendete, und zahlreiche ander« Fälle der Kriminalgeschichte zeugen dafür, welche Rolle die Sammelleiden- schaft im menschlichen Leben spielt. Der bekannte Wiener Nerven- orzt und Psychoanalytiker Wilhelm Stekel sagt in einer kleinen Studie: Hat jemand irgendwelche Beziehung zur Kunst, so sammelt er Stiche. Bilder, Antiquitäten. Porzellan, Erstdrucke, Bronzen. Ist er ein Wissenschaftler, so sieht er es auf Mineralien, Münzen. Bat- terien. Abnormitäten ob. Ist es«ine Passton, so werden Marten, Uhren, Spazierstöcke, Regenschirme, Tintenfässer, Knöpfe. Hüte, Möbel, Lampen, Ofenschirm«, gesammelt. Tritt bei jemandem das Erotisch« in den Vordergrund, dann jagt er Miedern, Schuhen, Sacktüchern, Schürzen. Unterröcken, Bändern. Strümps«», Haar- locken, Hosenträgern, Nagelfcllen, Bauchbinden, Krücken, alten Zahn- Prothesen, Irrigatoren noch. Und in all diesen Fällen ist das Po- thologische, im guten und schlechten Sinne des Wortes, kaum zu verkennen. Es gibt wohl nichts aus der Erde, was nicht gesammelt wird. Wo ist aber die Grenze zwischen dem Normalen und Sonderbaren? Niemand wird eine Insektcnsammlung für sonderbar halten. Je- doch, wenn man hört, daß der Londoner Rothschild sich gerade auf Flöhe kaprizierte und Expeditionen ausrüstete, um irgendein seltenes Exemplar in seinen Besitz zu bekommen, oder daß der viel- genannte Geograph und Naturforscher Moritz Wagner nur kleinste Rüsselkäser sammelte, und daß Lord Welsingham 286 000 Exemplare von Kleinschmetterlingen besaß, dann stehen wir schon einer weitgetriebenen Spezialisierung gegenüber, und diese über- spitzte Einseitigkeit ist ein erster Schritt dazu, den Typus des Sammlersonderlings zu schössen. Kurz vor dem Kriege gelangte in London eine Sammlung zur Versteigerung, die sicherlich eine der interessantesten unter den Autographen-Sammlungen darstellte. Sie enthielt nur demütige und kriecherische Briefe, die europäische Fürsten an Napoleon ge- richtet hatten. Auch die Kricgersche Sammlung war nach dem gleichen spezialisierenden Gesichtspunkte zusammengebracht worden, indem sie sich nur aus Bildnissen Friedrichs des Großen, 963 an der Zahl, zusammensetzte. Interessant ssnd soläz« Objekte, die trotz ihrer Wertlosigkeit ge- sammelt werden. Man darf dabei nicht vergessen, daß an sich wert- los« Gegenstände dadurch, daß sie zu einer Sammlung von einer gewissen Vollständigkeit vereint werden, Wert erlangen können. Da lebte zum Beispiel in K ö l n ein Baron S a u d h e i m, der Sand, Erdkarten und Flußwasscr sammelte. Ein ganzes Zimmer hatte er mit Regalen gefüllt, auf denen Nil- und Donauwasser, fein sauber- lich in Flaschen, stand, dann Sand aus der Sahara und schwarz« Erde vom Gangesufer. Und er freute sich wie ein Kind, wenn er von einem Freunde ein neues Fläschchen mit Hoangho-Wasser oder ein kleines Kästchen mit Erde au» Spitzbergen erhielt. Ein österreichischer Ritter v.C. in Wien sammelte Tadesan- zeigen und tapezierte schließlich sein Zimmer damit.— Ein alter Rentier aus Paris hinterließ seiner Vaterstadt 80 000 Straßenbahn- und Omnibusfahrscheine, die er oll« selbst abgefahreu hatte. Theoterschwärmer sammeln Theaterkorten, um sich immer an ihre Theatererlebniss« erinnern zu können. Weinfreund« bewabren die mit dem Datum versehenen Korken der Flaschen auf, die sie selbst ausgetrunken haben. Und lang« vor dem Kriege hört« man von einem französischen Major, der«ine Knopfsammlung hatte Mit peinlicher Sorgfall sortierte er tägllch seinen Schatz und bald hatte er olle Mllitärknöpfc, die es gab, in seiner Sammlung. Nur ein einziger siamesischer Militärknops fehlle ihm noch. Jahrelang be« mühte er sich, mn sich das fehlende Exemplar zu beschaffen. End- lich gelang es einigen Freunden, es aufzutreiben. Feierlich über- reichten sie es ihm, und— seitdem verlor er olle Freud« an seiner Sammlung. Ein Lord W. hall« sich eine Sammlung von Hundchalsdäntern angelegt. Allerdings galt sein« Schwärmerei nicht nur den Hals- bändern, von denen er ein paar Tausend besaß, sondern auch den Hunden, die sein ausgedehnte» Landgut bevölkerten.»— Die Weinschilder- und Kellnerzettelsammlung eines Oberkellners, die Schau- spielerphotosamnllung eines jungen Berliner Mädchens, die Menu- kartensammlung eines berühmten Kochs, die Atsitenkartensamm- lung eines Hamburger Bankiers, die Sammlung von Folter- und Mordwcrkzeugen, Henkersgcrätcn, Verbrechcrwaffen eines franzö- fischen Sonderlings, die große Sammlung gezinkter Spielkarten, die «in Dr. P i c c i n i in Rom fein eigen nennt, die Zündholzschackstel- sammlung eines Königsberger Oberlehrer«,«ine Prachtsammlung von Maria Verkündigungsbilder einer Essener Dam«,«ine Feder- sammlung von südamerikanischen Singvögeln, die«in Deutsch- amerikaner in Chile besitzt, gehören ohne Ausnahme in das Kuriosi- tätenkabinett der menschlichen Sammelleidenschaft. Man könnte ohne weiteres auch die Sammlung des Malers Am er trug, der weiblichen Kopfputz aus allen Ländern und Zeiten sammelle, als Kuriosität bezeichnen, wenn sie nicht nebenbei noch eiu eihnagra- phisches Interesse hätte. Bekannt ist das sogenannt« Unglücksmusemn des Exkönigs Alfons von Spanien. König Alfons, der oft von Attentaten bedroht wurde, hatte sich einen Raum angelegt, in dem alle die Werkzeuge und Gegenstände aufbewahrt sind, die ihn verletzt oder ihm Unglück gebracht haben. So ist zum Beispiel Alfons einmal als Infant ausgeglitten und hingefallen und hat sich dabei eine Knieverletzung zugezogen. Da hat man die Parkettdiele, die das Unglück verschul- det hatte, aus dem Boden entfernt. Sie steht jetzt im Museum neben zahlreichen Dolchen, Revolvern, Kugeln und anderen Mord- instrumenten. Endlüh soll hier noch die Sammlung eines Pariser Arztes erwähnt werden, die aus sehr eigenartigen Büchern besteht. Ihre Einbände sind aus der gegerbten Haut von Hingerichteten her- gestellt.— Aber das gehört schon in die Schreckenzkammer eines Panoptikums und hat mit einer ernstzunehmenden Sammlung nichts mehr zu tun. Markett- Imkm jetzt 23." jetzt 29." jetzt B�Tietzt�fc— Bei der Vielseitigkeit dieser Teppich-Qualitäten haben wir nicht die einzelnen Marken aurgefuhr�sondern nennen___ w nur unsere außergewöhnlich billigen o430*2QOpi6S*23S jetzt /!&• jetzt*19." jetzt 28.« jetzt 54' oo 230x330 Jetzt A9— jetzt jetzt Tfl.- jetzt 9Sr ca asgjSB Jetzt 54.— jetzt 94" jetzt 98.-JelzfM9* ca 350x469 ■je�179- I jetzt 295- jetzt jetzt 49" jetzt 64- Läuferstoffe 300x400 ■.. 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Die Arbeitsgemeinschaft tagt dann regelmagig dart. Teilnehmer werden noch»usgenomtnen. Heule. Sonntag. Arnimglah: 1« Ahr Bhf. Nordring Tresspunlt tum Volksbühnenbesuch. lg Ahr Besprechung der Genossen, die"'"''' Nordosten I: 14% Ithr Elqstum. Trestpi hnuscr Borstadt: lg'-e Uhr Heimabend SchSüfliesser Str. 7. Zutritt nur'mit Mitgliedsbuch der SAZ.— Siealig I: 13 Uhr Rothaus. Besuch der Bolksbsihne. Neukölln V: Filmabend t« Etaotsaal Berzsrr. 147. 19 Ahr Reuterplab.— Neu- lolla Zl! Fällt aus. Dcrbeberlrk«edding, Tambouriageki-! u-be» für alle Cbielleutr 39 Ahr Ccestr. 84. Lehrbücher mitbringen. Trommler und Schlagzeugspieler holen um i3\i Uhr ihre Instrumente vom Genosse» Bröer, Schulst!. öS, ab. Werbe bezirk Reukö»»: Bergftr. 147, Stadtsaal, Filmabrnb. Gespielt wird „Märcheuland Im Norden"'. Lustspiel„Ans den Kund gekommen' n.-. Ei». tritt SO Pf. Einlaß IS-H Uhr. Morgen. Montag. 19* Uhr. Moabit I; Salbens erste. 30: Ächallplottenobenb.— Moabit IT: Besuch der Gruppe Moabit l.— Moabit AI: Bremer Str. 79:..Wir und unsere Gegner'.— Arnswalber Plaß U: Raftenburger Str. 1«:..Polizei und Reichswehr'.— Fall. platz I: Sonncnburger Str. 39:„Das neue Rußland'.— z altplatz n: Sannen. burger Str. 29:„Rund um die Wirtschaftskrise'.— Prenzlauer Borstadt: Gleim» siraße W— Z5:„Religwn und Sozialismus'.— Schonhanser Vorstadt: Sonnen. burger e-tr. 39:„Tagcspollt�'.— Kaklesches Tar: Porckstr. 11: Heiterer Abend. — itottbnsser Tor: Heimeinwechung, Urbanstr. 187.— Johannisthal: Rathaus: „Film und Funk im Dienste des Sozialismus'.— Steglitz I: Radfahrt arbcits. loser Genosse». Tresspunkt 10 Uhr pünktlich Ratbans.— Friedrichsseld«: Heim. abend fäJJt au».— Treptow: Wildenbruchstraße: Zeitungsdlsknliioiu Werbedczirk vbcrsprrc: Dienstag, 1Z. Oktober. 191h Uhr. Mitgliedernersamm. lung im Jugendheim Obcrschöncweidc, Laufencr Str. Z. ISth Ahr Torstonds. sitzung ebcndart. Ohne Mitgliedsbuch k-t» Zutritt. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schrvarz.Rot-Oolir. SefchSktastel!,: Berlin 6. U. C-bastianitr 17-98. Hol 2. De Mootog. 12. vktabcr. Nenkölln-Britz, l. Kameradschaft: 20 Uhr Mit, gliederoersammlung Kottbussor Klause, Kottbusser Damm 99. R«. sercnt: Kam. Reg.'Rat Dr. Muhl«. Aktiv« Kameraden in Bannerkleidung. Er. scheinen aller Pftilbt.— Dicastog, 13. Oktober,»reis Silbe»: 20 Uhr große Funktionärversommlung aller Funktionär« de, Kreise» Süd«» im Restaurant „Alte Rennbahn', Bohnbef Treptow. SchZneberg.Friedenau: 201h Uhr Mit. aiiederversammlungen. Kameradschaft Rollendorf bei Jürgens, Barbarossa. srroß» b«. Referent: Kam. Landtaasabg. Dr. Bohner. Mitglied des Bundes. »orftanbes. Thema:„Der 13. Okiober Wiebrrbe>tinn der parlamentarischen Arbeit,»in»»»er Abschnitt in»er dänisch«» Politik'. Pflichtooraniialtung. Kameradichaft Nathan» u» der„Finanzllause'. Mitblenstr. � Referent: Kam. Werner«urmrister. Thema:„Wa stehen wir?' Treptn» svrtsoereinl: 30 Uhr t» Restaurant„Rennbah»'. Treptow. Sitzung all«, Ka»«radsch-ft-.. An», und »WWBTittrcr. PaJMlmwt«etg(Sungbanner): Zusammenkunst an beörnnter Stelle.— Mittwoch, lt. Oktober. Frwbrich-Hai»(Borttupp): 19% Uhr Iugcnd. heim Sdertllstr. 12 sSanl). Srschei�n Pflicht. U «rbeiier-Samariker-Vlind e. fiotonnc Betfin. GcschöHsIMc] 9t.aL«■.Htstoxaei Chbld ttLi D t SSattzaa 3340. Armbrnb» Ztr. 1317, die nerlorengeaaogt» ist. mach hlermU für UN. Finb«� werden �Meten, sie gegen Erstattung der Unkosten an die erklärt. Finder werden«beten, angegebene Adresse zu senden. Arbeiter. Ne die. Bo ob Dentschlnnds, e. B., BezirknMrnppe Berlin. Aus. künfte Montag», Di-ontag und Freitag» ab 18 Uhr in der Neutrale. Reichen. bergsr Sir. 89. Hos ll recht», und in olle» Untergruppen�sirsammeilkünsten. Eüeostag. 13. Oktober, 39 Uhr: Prenzlauer Berg: Lokal Klug. Danzioer Str. 71. Bau der Berein« geräir. Leitung: Genosse Schmidt.— Zreitag. 1». vitober, 29 Uhr: Gharlottenburg: Lokal Lehmann, Königsweg 8, Werdeabend. Friedrichs. felde: Lakai Tempel, Sudrunstr. 7.„Die Rahmenantenne.' Referent: Genosse Voigt. Friedrichshain: Lokal Wertalla, Hobenloheftr. Z. Fortsetzung der Bau» crbrrten. Leitung: Genosse Brüsch. Gesundbrunnen: Lokal Münzbera, Stettin,! Straß« 32. Frageabend. Lichteltberg: Lokal Hämmerlein. Riaaer Str. Z0— öl. Fortsetznng de» Baues unseres 199-Batt.Kraftoerstäriers. ReukNln.Tr-ptow: Lokal Egger», Kaiser-Friedrich�Ztr. 8. Praktischer Gruppenabend.— Achtung l Anläßlich de» Arbeiter-Funktages veranstaltet die Bezirkegruppe Berlin am IL. Ottober ab 18 Uhr im Sew«rkschaft«haus, Saal 1 und 3,«in« Abendfeier, zu der Freund« und Gäste herzlich willkommen find. Unkostenbeitrag 10 Pf.— Besichtigung der Radioabteiluug de» Rcichspostmuseums am 18.Oktober. Treff- Punkt 19 Uhr Mauer. Eck- Leipziger Straße. Gäste ebensfalls willkommen. bliebe»«». Lokal .Potzenhofer', Chausseestr.________ ttnrac Beste»: Mitgliedernersammlunz am Dienstag, u. Oktober, 39 Uhr, im SchuberbSaal, Bülowstr. 194. Ilisciwi', UdiKpisIs usw. wsc&tM BERNARD BTTst GRACE DU FAYB MOESER JOSE AUSTEL& ARTHUR 4 BRONETTS Paul Nikoiau» konteriart. Tigl. 5 q. 815. Sonntag» 2, 5 n, BU u. Nur noch 5 Tanes „DER ZAREWIT8CH" Vom 16. bi» 31. Oktober; „GRÄFIN MARiZA" Original Rotter.lnoceniorung. Sabatu» Büim— tKaMewL 3840. Basis VarieU- Höekste Circas Kunst ÄMto. 47,<9 Ana-uoMt Ullllds 87» ml So ao tags SVorstelL: Z'lA 5, ö'!. Wir. kb ni Montag, den 12. Oktober nacbmittags 5 Uhr Die Gemelnwirtsclialt uiiiiiiiuBiiiuiimuniuiiraiiimiiiiiMiniiiuiiiiinniiiiiiainiiiiii 11 Jhg. In je dorn Haiti Aktuell» Artikel, Umtchau- Berichte, Besprechungen. Vierteljährlich 3.- M. Drei* Kreis•Varlag, Bad Pürreabtrg Theater desWestens T 4 o I I o h 5 It. 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Die Blume von Hawai OpercttevAbraha m Pmn lil-IUO MWWWV Venn lang: Koos.-Blr. Vom u< Ma I l Helvnmenn sanl, Sonnabend, IT.Okt,, SV« JJ, j VALESK A CS E R 7 Ä»*kT-4, »WWW» Bote t Botst,»ertstelra nnd AsteiMkasst I ROSE-THEATER Nor bis 13. Oktober JablläumsvorstellUBS if „DerTalisman Gr. Gesanfsposse von Johann Neslroy 1 Mittwoch, SonnaheRd». Sonntag 6 and 9 Uhr j Montag, Dienstag, „ Donnerstag, Preise: 0.50-3.00 LS. 8.15 Uhr 3 Ubr:„Das tapfere Schneldcrieln- ,IIt»g>a N»dkatt, Haatbarg S GpSRte voiKsversicherungs- gesailscbatt Deutschlands Gegenwirtig rund 2,2 Millionaa Varsichnris mit 900 Millionen RM. Versicherungssumme, 150 Millionen RMark Vermögen, davon Eigentum der Versicherten: Primienreanfvu: über 100 MiHinnan RUark Bewinnanteil«: 32 Mülionn RMark zusammen Ober 132 Millionen RMark. Versicherungsleistungen; rund 12 M|l|. RMark tajtNovembarT823(EBda dar Inflation) Nähere AdsKuiII erteilen die Bcdmunnssiellen; Benin s 42. 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Liadenstraße Z. parteinachrichienö�für Groß-Rerlin stet, an da»»ejirk-sekretariat Z. Hof, Z Treppen recht», zu richten Achtung, Parteigenossen! Di« Eintrittskarten zur Ncvolutionsfeier am 9. November im Sportpalast sind den Abtcilungskassierern bereits zugestellt worden.— Der Preis dieser Korten beträgt nur 39 Pfennig, und es erscheint dringend geboten, sich rechtzeitig damit einzudecken. I. 21. Alex P a g c l». ♦ Beginn aller Veranstaltungen 19� Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! Heule, Sonnlag. tl. Oktober. I. Arn«. Di« treffen sich heute, Sana zur Besichtigung der ADS! 'unttianöre und alle i»t«resfi«rte» Senosfinue» und S«n»ffe» auf dem Stettin«* JB»,«ttB«j0ch»f 12'/.. Uhr. -Schule in Brrnau, die um 14 Uhr stattfindet. üt [«. Sc- rwerb», ZNorge«. Montag, 12. Oktober. 1.«rei». 2« Uhr»öllnifche, Symuafium. Beginn«urfu» uofsinneu und Senoffen, beteiligt euch an diesem Aursn». lose fr?!. 2.«rei». Bildung»au»schuh. Pünktlich 1» Uhr Sitzung»ei Sand»», glan». burger Str. 3. Jede Abteilung mutz uertreten sein. 4. Are,,. Zeimugsiommisfion. Bei Mahnkopf,«reisenhagener Str. 28, Satzung aller Zeitungekommissionomitglleder de» 4.«reise». Da» gesamt« Material zu« Werbung ist u-n den Abteiwng-obleuten mitzubringen. 5.«rei». Srw«-b»loscn,usamm-nkunft im Seim, Tilfiter Str. 4/», non»»i» 1» Uhr. Autzenpolitisch« Information durch Senoffen Reese.. Rnfikaljfcher >Interhaltnng»teil.— Beginn der Radio-AbhSrabend, pünktlich 20 Uhr im Lesezimmer der Schule,»iestelmeyerstr. 5/8. 1. Abend- Der Protektantt». um» tu der Segenwart.— Die Senoffen»erden nochmal» aufgefordert. sich recht zahlreich an den«urfen der Arbeiter-Bildungofchule zu beteiligen. ».«iii». 20 Uhr MItoriaqarten. Wilhelm»--« 114/115,«reiidelegtertenne,. sammlnng. ,n der atze Partcigrnoffen al»«äste antritt haken. Mitglied». buch legitimiert. S, spricht da» Ritglied de, Parteinorstande», Seuoff« Karl Sitk«, über die Spalter in der Partei.__. 15.«rei». Riederfchöneweide bei Pamp, Saffelmerd«. Mt gennstratze.«rei». -orstand-sitzung mit den«bteilung-leitern. � � 18. Abt. Bcgi-N de»«ursn, de,»enoffln Dr.«tznchen«»er«owietrntzland und die europäische ArbeiterNaffe in der neuen weltlichen Schule, Park» strotze Ecke«malienstratze, 8 Vortragiabend«. Funklionärsihungen in nachstehenden Lokalen: 7. Abt. Bärwalde. Schlegelstr. tz. 15. Abt. Obiglo, Eirnlsunder Str. IL 16. Abt.«inzel, Usedomstr. 12. 17. Abt. Dos«, Rordhafen S. 18. Abt. Schade,«ösliner Straße. 1». Abt. Schrepel, Srllnthaler Str. 12. 20. Abt. 2» Uhr bei Pose,»oloniestr. 15. 22. Abt. Funktionärsitzung an bekannter Stelle. 28. Abt. Erunewaldt.«ameruner Str. 19. 24. Abt. W-nzke, Sarwen-Snlva-Str. 51 Ecke Hosemannstiatzt. 25. Abt. 20 Uhr an bekannter Stelle...... 32. Abt. Mitgliederversammlunq in Schmidts Seiellfchaftshaus, Fruchtstr. 35». Robert Breuer: Treue der Partei. Die gahlabende am 14. Oktober fallen 30. Abu 20 Uhr Juristisch« Sprechstunde, Lindenstr. Z. Autzerdem Abrechnung. 40. Abt. 20 Uhr MitgNedernersammlung Lokal Förster, Dreibundstr. u. »lata Bohm.Schuch, Di. d. R.: Die poNtische Lage. 43. Abt. 20 Uhr bei«repp, Planufer 75/76, Funktionärsitzung. Abteilung». vorstand pünktlich 18'/, Uhr, ebenfalls bei«repp. 44. Abt. Ewald, Ek-litz-r Str. 126.. 45. Abt. Thielert. Liegnitzer Str. 10. Wichtige Tagesordnung. 47. Abt. Lokal Taube. Mänteuffelstr. 8. 85. Abt. Mitgliederoersammlung im Lokal.Birk-nwäldchen", Manleuffel- strotze. Franz Künstler, M. d. R.: Reichstag und Partei. Ohne Partei» TNitglledsfiuch kein Zutritt!_._,... 90. Abt. Mitglieder»- rsammlimg Aula der Karl-Marz. Schul«,»aiser. Feiedrich-Etr.»»'AI. Referent Kurt LSwenstein, M, d. R. 08. Abt. Äbteilunasoersammlung, Sesellschastohau», Kirchhof. Ecke Wipper Stratze. Tagesordnung: Weinungsfreiheit und Einheit. Referent: Emil Barth it. Abt. Schröber. Steinmetzstr. 52. Abt. Man,,«iefbolzstr. 21...«.. � Abt. 20 Uhr«orslandssttzung mit den Bezirks fllchrern. 04. 10l. 135. Dienstag. lZ. Okiober. l.«rei».»ei« Wiesenftr. 18,«metb»taf enznlammenkunit. »eiterer Rachmittag Senoff« scheior. 15-18 Uhr. 5.«rei,.«r»i»snn»tro«Srsttznng in Schmidt,«efellschattshau». Frnchtft». 88-. Ii«reiiongelcgeuheiten. 2. Pertrog de» Senoffen Karl tzitke. M.».>. 3. Dizknlfion. Rdttglled-d-ch und Fnnktionirkoet« Mitbringe». 7.«rei». 13. Oktober«reievorstandosttzung mit engere» Borstond nu» A». tzilnngileitern im Zimmer 1 de» Rathans»,. 14.«reis. Elternnerfammlnng Lift« S«huk«nfh»n. 5.»eltltche Sch«s« HA ffoich, Neukölln,«nefebeckfte. 135. «. Abt. Mtglieberuersammlung Schwedter Feststjl«, Schmedter Str. SS- Richard Joachim: Di» polttifch« Lage. r....., 0. Abt. Borstandssttzung 19 Uhr; Funktionärsitzung 20 Uhr Bei Hübner. Wils. vacker Str. 84. � 13. Abt. 18'/, Uhr Borstandssitzung: ZO',4 Uhr kehr wichtig« FunktibnarfUiung bei Laulch. Bredow- Ecke Wirlefstratze. Die B-zirksführer müffen erscheinen. >6. Abt. Milgliedernerfommluna bei Krüger, Hussitenstr. 34 Eck« Scherrng- siratz«. August Riemann: Die politische Lage. Di« Bezirkoführer laden «in. Die Zahlabend« sallen aus._..____....... 29. Abt. Zufamwensunft iunger Parteigenoffen Mit dem Arbciier-Radlo.Bund bei«lug. Danzlger Str. N. zum gemeinsamen Abhävabend. 4t. Abt. Funktionärsitzung bei Schult. 69. Abt. Mitgliederoersammlung bei«ulk», Lauenburger Slr. 21. Oswald Zienau: Leben und Arbeit unter dem Flinsjabresplan in Sowjelrutzlaiid. l04. Abt. lR/, Uhr Mitgliederversammlung bei Fritz Kubat. Brllckenstr. 15. Dr. Karl Landauer: Sozialismus in unserer ßeit? Mitgliedsbuch ist vor. Iii. Wtt 3 ZÜsammrnkunst ivngcrer Parteigenoffen im Jugendheim, Wachtel- stratze 1. Mar Hepdema»»: Aktuelle Wirtschafissvagen. 121. Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung an bekannter Stelle. 136. Abt. 20 Uhr bei«iehne, Fuuktionärfitzung. . Milkwoch. 14. Okkober. 74. Abt. 20 Uhr bei Schneider, Potsdamer Stratze. Referent Hebccker: Di« politische Loge. Donnerstag, 15. Oktober. 3.«rei». gufammepkunft oller erwerbslosen Parteiwitglieder von lg bi» >7 Uhr im Jugendheim, Willdenowstr. 5. Sottlieb Rees«: Innenpolilische Coronen. 27. 9161. Mttgliederoersommlunz in den Schönhauser Festsälen, Schönhauser Alice 120. Dr. Otto Friedländer: Die volitischc Lage. 00:1. Abt. Mitgliederversammlung im Buschkrug. Rudower Stratze. Siegfried Aushäuser. M. d. R.: Dt- potttisch» Loge. 117. Abt. Mitoliederversammlung in Kern» Festsälen, Türrschmidtstratzc Ecke «oethestrotze. Otto Meier. M. d. L.: Die SPD. im Komps. IlO. Abt. Mitgliederversammlung in der Aula de» Eäeilttn-Lpzeum», Rat- hausstratze. Hermann Harnisch M. d. L.: Die politisch« Lage. Freikag. 16. Okiober. ,0.«rei» 20 Uhr«rei.mitgliederoerlammluog im L»kal 2 iahen», rs,»er. Huer Ecke Sartenstratz«. Erich«uttner, R. tz. gnr politischen Lag«. Irauenveranstaltvngen. 1.«rei». Dienstag. 18. Oktober, Funktion-rinnensttzung bei Dobrohla«, Swinemünder Str. 11......... u,< 4.«rei». Dienstag. 13. Oktober, bei«lug, Danzlger Str. 71, Funktiona- 12. arctt�'/StegVitz, Lichterfelde. Lankwitzl. 20 Uhr in Lehmann» Festsälen, Lontwitz, Kaiser-Wilbelm-Str �9!A. Lichtbildervortras: Das schöne Land Tirol. Reserent Senoffe Bredow. Außerdem Mitwirkung der EAI. 14.«rei». Dienstag, 13. Oltober, 20 Uhr. an bekannter Stell« FunktianS- rinnensikung. � «. Abt. Montaq. 12. Oktober, bei Dobroblaw, Gvinemünbe? Str. N: Die sozialistische Arbeiter-Internationale. Referentin Gertrub H�nna, M. b. L. Abt. Dien»tag, 13. Oktober. 20 Ubr, in der Schule Par6)imer Allee: Irrsinn des Kovitalismus. Referent Dr. Sons Cohn. 100. Abt. Donnerstoa. 15. Oktober. 20 Ubr. bei Rupvert, Reukvllner Str. 257. Hausfrau und Wirtschaslskrtse. Referenttn Else Scheibenhuber. 110. tzlbt. Montag. 12. Oktober. 12 Uhr, Besichtigung der Milchwirtschaft»- betrieb« in Weitzensee.«iersstt. 1. Treffpunkt 11 lÄr. RiBerplatz. 120. Abt. Freitag. 1«. Oktober, Besichtigung de» Sskar-Helene-Heimz In Dahlem. Treffpunkt 1361 Uhr am U-Bahnhof Friedrtchsfelde. 134. Abt. Di« Senossinnen b-teiligen sich rege an dem am Montag. 12. Oktober. deginnenden Kursus des Senoffen Carl Schröder über: Deri Weg»um sozialistischen Menschen. Lokal Sonnet. Beginn 20 Ubr......... 138. Abt. Montag, 12. Oktober. 20 Ubr, an bekannter Stelle SuSerst wichtige S-ls-rinnensitzung. Donnerstag, 15. Oktober, in der Baracke Lindauer Straß~""—— 140». Abt. während der Stratze� Fraucuabend: Religion und Sozialismus. — WW -•t d U Souptstratz«. ienitog. 13." Oktober, Besichtigung de, Konsum» In Lichtenberg Arbeitszeit. Trefwunkt 8'/« Uhr früh. Oranienburger Sck- 143. Abt. Dienstag, 10. Oktober, Besichtigung de» Konsum, wäbrend der Ar- beitszeit, pünktlich 10 Uhr. Abfahrt 8.24 Uhr Enthallestelle der Strotzen. bahn 68. Eichwalde. Montag, 12 Oktober. 20 Uhr. in der Schule Bahnhoiltratze. Beginn der Arbeitsgemeinschafi: Frau— Sozialismus— Sozialdemokratie. A». Meldungen sind am ersten Abend»och mllglich. Stuhlverftopfuns. Nach den an den Kliniken für innere Krank- ecken gesammelten Erfahrungen ist das natürliche„Franz-Josef"» ' ckterwaster ein äußerst wohltuendes Abführmittel. Ja Apoth.«h. Arbeikerbildungsfchule. 5.«rei». Rodio-Abhörabend-(Deutsche Welle) jeden Dienstag, 20 Uhr, im Lesezimmer der Schule Diestelmcricrstr. 5/6. Beginn Dienstag. 15. Oktober. Leitung Hai Genosse Lebrcr Bauer. 12.«rei» Steglitz. Der Kursus des Genossen Dr. Arkodij Surland beginnt nicht am 12., sondern erst am 19. Oltober. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Grotz-Lerlin. «rei»«reuzberq. Dienstag Arbeitsaemeinschoft, 19!4 Uhr, Porckstr. 11. «ottduffer Tar. Achtung! Ab Mittwoch, 14. Oktober, sind wir im neuen Heim, llrbanstr. 167 sehemoltgcz Etratzenbahndevot). Wir tagen: Nestfalken Montags von 16 bi» 19 Uhr; Jungfoltcn Mittwochs von 17 bi» 19 Uhr: Rote Falken Donnerstags von 18 bi, 20 Uhr. Montag. 12. Oktober, fällt für Nestfalken aus, da wir an diesem Tag da» Heim wegen der Eröffnungsfeier nicht benutzen Unnen. Wcddina. Die für Donnerstag vorgesehene Helfcrversawmlung fällt au». Sonntag kommen die Nestfalken in» Jugendheim Schönstedtstratz«. Wir spielen von 15 bis 18 Ubr. Kinokarten für 24. Oktober sind bei den Helfern zu haben. Di« Helfer melden sofort, welchen zentralen Kursus sie besuchen. . Prenzlauer Berg. Echönhauser Borstadt. Dienstag, 17 Uhr, Jugendheim Gleimstr. 88—35. F-lkenraissitzung. Ad 18 Uhr Turnen in der Turnhalle Sonnen. burger Straß- 20. Sonnabend. 19 Uhr, bei«. Lücke. Stolpische Str. 19, Helfer. arbeitsgemeinschaft. Thema: Basteln. Freiheit: Rot-Falken, Montag Reichs. taossitzung. Thema: Arbeitslosenfrage und Notverordnung. Mittwoch Bunter Abend. Hermann Müller. Achttingl Aenderung der Gruvvenznsammeniünfte. Jugendheim Gleimstr. 33— 35: Montag Eesamtgruppe; Dienstag, 18 Uhr, Turnen mit Freiheit: Donnerstag Jung, und Nestfalken: Freitag Rot« Falken. In allen Altersstufengruppen in der laufenden Woche Falkon-Bollverfammlungen. Friedrich Edert. Dienstag Jungfalken: Mittwoch Nestfalken: Lesen und Spielen: Donnerstag Rote Fallen: Basteln: Freitag Bade» für Jung, und Rot-Falken um 15)6 Uhr, Badeanstalt Oderberger Stratze: Freitag Gemeinsame Gruppe: Brett, fdieladend: Sonntag, 18. Oktober, Fahrt nach Tegel-Schulzendorf. 35 Pf. mit- bringen. Treffpunkt 7 Uhr, Ringbahnhof Schönhauser Alle«. «rei, Mitte. Dienstag alle Jung, und Roten Falken zur Sing, und Sprech- ckorprobe von ITA bi« 1916 Uhr. Msabethkirchstr. 19 lTurnhalle). Matteoiti. Elternversammlung Montag im Jugendheim Elisabethkirchstr. 19 von 19)6 bis 22 Uhr. Thema: Erziehung im Kinderfreund. Referent Genosse Schmidtbauer. Erscheinen der Eltern ist Pflicht! Montag Jungfalken 8: Der Völkerbund: Iungfalken B: Bastei». Dienstag Nestfallen: Bastein. Jung» und Rote Fallen am Dienstag die Ausstcllungskarten abrechnen. «rei, Giefllitz. Steglitz. Jungfalken Dienstag, 16)6 Uhr, Lesen und Hand- arbeiten. LIchterselde. Mittwoch, 17 Uhr, Oberrealschule: Alle, Bollstäuz« und Singen. Freitag, 17 Uhr, Rote und Jungfallen: Besprechung: Was lese ich? Sonntag. 18. Oktober, Fahrt nach Spandau «reis Reukölln. Arbeitsstunde morgen Montag um 18 Uhr, Baracke Gang- hoferstratze. Die Äruppeu holen die neue„Helfer�-Nummer ab. Um 18 Uhr in der Baracke Besprechung der Jungfalken. Helfer um 19 Uhr Borstandssitzung. Helferkrei». Die EAJ. veranstaltet heute um 20 Uhr im Eaalbau einen Film- abend. Eintrittspreis 50 Vf. Fritz Reuter. Morgen Montag Nestfallenfahrt nach den Haoelbergen. Treffen um 8 Uhr, Buschkrug. 30 Pf. Fahrgeld. Gruppen- zusammenkünfte: Montag, 16 bis 18 Uhr, Jung- und Rote Fallen: Dienstag Nestfalken, 16 bis 18 Ubr, im Rathaus. Jugend beim: Freitag ist die gesamt« Gruppe in der Schule Parchimer Allee,«net ffUncr. Während der Ferien im Jugendheim Treptower Str. 95/98: Jungsallen und Swte Fallen Dienstag und Freitag: Restfalleu Montag. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 54. Abt. Unser alter Kämpfer und Funktionär, der Genosse August Eellin, Am Vollshavs 1, ist im Alter von 72 Jahren verstorben. Ehre feinem An, denken. Einäscherung Dienstag. 13. Oktober. 18 Uhr, Krematorium Gericht. ftrotzc. Um rege Bcieiligung bittet der Abteilungsvorstand. Allgemeine Wetterlage. 40.0kt.�.abds. thtt ® wolkenlos<5 hellor.Ohalb bedeckt 9 wolkig,# bededtCaRegBiWkGranpiln nEe,s!febBl,"ü9ewinec@Windsrillfl Ein Tiesdruckausläufer der umfangreichen tiefen Depression über Nordmoer und Island, der im Ifoborenbilde nur wenig ausgeprägt ist, brachte heute im grüßten Teil des Reiches zeitweise leicht« Bewölkung. Im allgemeinen' herrschte dabei unter Hochdruckemfluß aber ruhiges Wetter. Wir finden zur Zeit ein großes Gebiet mit Luftdruck über 765 Millimeter. Es erstreckt sich vom Balkan und Südrußland, wo der Luftdruck sogar über 779 Millimeter hinaus- geht, westwärts auf den Ozean hinaus. Außer dem Kern im Süd- often Europas besteht noch ein solcher über Nordwestsrantreich. Dieser kräftigt sich zur Zeit noch und wandert aus uns zu, so daß unser Wetter am Sonntag weiterhin unter Einfluß hohen Drucke» stehen dürft«. * Wetteraussichten für Berlin: Teils Heller, teils wolkig, mild, schwach« Luftbewegung,— Zur Deutschland: Im Nordosten leicht veränderlich, im übrigen Reiche ziemlich heiter, am Tage allgemein mild. Di« Moka-Efti-Betriebe, Leipziger m-- Tanzdiele im IHoka-Ssfi.. Straß« Ecke Friedrich st raße, haben ihren Kafseestuben jetzt auch noch eine Tanzdiele angegliedert; den Raum hierfür liefert« der ehemalige Billardsoal. der jetzt bei den anderen Spiel- sälen untergebracht wurde. Durch«in sinnreiches Aussägen der Decke speist die unten befindliche Kapelle auch den Tanzraum mit Musik, abwechselnd gibt es aber auch oben etwas auf zwei Klavieren zu hören, die von zwei äußerst fingerfertigen Damen bedient/ wer- den. Ms Neuheit fungiert«in stnnmbegabter Kellner, der ab» wechselnd das Kaffeetablett und hohe Töne jongliert: mit angenehm klingender Stimme fang er den.Bajazzo"-Pro'.og. dann verschwand er, um durstige Kehlen zu stillen. Die Preis« sind dieselben wie im übrigen Lokal, also billig. Der rege Besuch bewies, daß di« Tanzlustigen nicht alle werden. Jm Cttebee bietet dae Havs Vot-tland«in Proqram». da» an ReiSholtt�. Aüf der Rheinterrasse wickelt sich ob 20 kett nicht zu übertreffe» tstW—......-----------------. buntes Programm ab, da» von der re:, enden Ruth«uthan, de« beliebten Baterlano-Ouartett und den schmissigen Katerland. Dirl» bestritten wird. Di« neu« und deliedte rheinische Stimmungskapell«„«äl'fch- Jungen»" forgeu für entsprechende Stimmung und Humor. Im Grinzinq restdicrt nach wie vor die schöne Magda Welten mit ihren Donau-Niren und in dcr Alt.Wiencr Bar fingt Echimmerling sein« berühmten Diener Schlager. Di, umfangreichen baulichen Veränberuuaen und Reaovieruugen, die dt« tma Stargardt» Wöbel. und Lombardspeicher. Berlin C. 25, Prenzlauer Farbensiusouicu in Wolle und Seide— Eine einziga: schau bei Wertheim. Wieder einmal gibt das Wertheim-Hau Stratze,— diesmal in dem herrlichen Onvxsaal— den Rahm' Eine einzigartige Handarbeiis- i10--"-™"laus tn der Leipziger linen zu einer einzig- artigen Ausstellung! Handarbeiten werden gezeigt und die interessaittcstcn Techniken vorgeführt. Wir leben ja, wie schon di« Mode es beweist, in einer '~ aissanc« olles typisch Weiblichen, und so erlebt die Hondarbett eine " illung ab Mo». dem künstlerisch polme: stische »W>. Fig.....■ . Farbwirkung den Blick des Besucher» gefangen. Da finden sich Häkel- tcchnik mit Seidengarnen in modernen Mottoen und fabelhaften Kontrastwirkungen, besonder» auch unter Berwendung von Wolle mit rhren warmen kräftigen Farben, Gobclinarbeiten, Filcthäkelei für Stores und Decken, die nach Bvrlage gearbeitet werden. Autzerordentlichc Wirkungen werden erzielt durch die Berwendung eine» neuartigen weichen Frottögarns(Wolle und Seide), das sehr persönliche reizende Strickarbeiten für Pullover und Mützen ermöglicht. 6, in ihren eigenen Räumlichkeiten in letzter Zeit hat vornehmen laslen, sind auch«in Zeichen ihrer überragenden Leistungosälugkeit. Da» Loger ist jetzt wohl mit allen Gegenständen ausgefüllt, die zur Einrichtung«ine» schönen Heims erforderlich sind, säumen Sie nicht, auch bei geringstem Bedarf die SuseitlSger der Firma Stargardt« Rödel- und Lombardspeicher auszusucha». joeifen und dadurch gute«erdouuna! .. Gedeihen und Wohlbefinden des ganzen Körners abhängig ist Grundlegend für die Zahnpflege ist allein die Erkenntnis, datz ein Zahn nie- mal« faul geworden wäre, wenn er richtig gepflegt worden wäre. Und die richtige Pfleg« bietet die biologische Mund- und Zahnreinigung mit Biour- Ultra, die schäumende Eauerstoff-Zabnpaste nach Hofrat Dr. Zucker. Wissen- dies« gahr Autoritäten empfehlen Zahnpaste, weil sie durch den Sauer- stöffgehält befähigt ist, schädliche Bakterien und weiter durch die starke Schaum. alle Unreinigkeiten aus den Zähnen zu entfernen,....... bilduna hySienif Zahnpflege zu betreiben. also wirklich Die kleinste Weberei bee Welt. Im Parterre de» Warenhauses H. Joseph u. ff»., Reukölln, Berliner Str. 5l— 55, ist zur Zeit eine kleine Modellwebcrei aufgestellt, die von einem Wedmeister vorgeführt wird. Der Zusammenhang und die Arbeit jeder einzelnen Maschine wird erklärt und erläutert. Man steht zunächst eine Spuleiei mit Kett. und Schutz-Spulmaschinen. Hier wird dos Garn von Wickeln auf breit« Rollen aufgespult. Die Rollen werden in dcr nächsten Abteilung, dcr Schererei, in ein grotzes Spulengatier eingesetzt, von dort durch das Riet einer Brcttzettelmaschine gezogen, so..... Fäden jetzt fein fi......... 7... gebäumt. Fertig.................... einen niedlichen Webstuhl. Eilig fliegt der Schütze hin nnd her und vereinigt und Kette. Die Mlniatur-Webmaschttie ist als Lehrmittel in Miinckicu. Gladbach hergestellt. Die hochinteressante Miniatnr-Weberei, die kostenlos zu besichtigen ist, ist nur in der Woche vom 12. bis 17. Oktober zu sehen. >2 19 5j/ir führen auße AUSWAHL _ 5 0 den Erzeugnisse imschrer eigenen Webereien di outgewfihttesten Fobrikote 0"«iy; bedeutendsten Fabriken- die� gute Stoffe herstellen— dohen unsere�«— �vielseitige, unübertroffene Auswählt QUALITÄT 19 Ausl'JSSS«''* I'■den tohlreichen Angeboren eigener undu»?? anderen Fabriken werden die beste n�aualltöken fachkundig ausgewählt gelangen direkt von der Fabrik� in unsere D eta i I-Geschäfte� BILLIGE PREISE vZ&t, t Oer Satz:.Michels CUjalltäfen billig und qut'tst so sehnen populär geworden/ weil er wahr ist! VEßTR��HICHELS-STOFFEN If Tatsache Ist, daß wir selbst Inder heutigen Zeit eine �steigende Zahl kaufender i tu verzeichnen baden Sk* �dos eltf.it ~�iu£Ez~] ÄST" A 9*KlSOc*r .60 Kautin Sic eile Stoffe b- HKHülS.dem oiSSbsSvOkfelhSlttfevkdilsstck�KM Anpreisen der Gut-e der inserierten Wa re onnefig.do sdmnicne waren MiCHEia�UAUTSTEMI irilOICtD CTP LVtX �/siaaen.»<»» SKUC SffliaSSSTUt 1 Mir, niiB Nsko IMnaLtavlaehe 0,45. � 1 Damen-Hemd«1t...... 0,45 sß 1 BfiStenhalter got ausgearbeitete» ,r? Schalenform....................... Ü,4D � 1 Seibslbinder moderne Muster.... 0,45 � 1 Damen- Cnlerziehsdililpler... 1 fein gewirkt....................... ü,43 � 1 Baraen-Hemddiee feingewirkt.. 0,45 1 Paar Damen-Strümpfe echt agyp.... W tisch Mako........................ U,4j D 1 reinleinenes Kflätenhacdtncli n| ca. 45,'100 om, abgep., ges. und geb. 11,49% 1 Kinder-Kissenbezad«u Langctte oder gestickt and Hohlsatun, ca.. 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