Morgenausgabe Nr. 429 A 241 -ts.Iahrgang Wöchentlich 83 Pf., monatlich Z.80 M. löavan SS Pf. manottich für gustel- lung ins Haus) im narous zahlbar. Postbezug 4.33 M. einschließlich SO Pf. PostzeitungS' und 72 Pf.Postbestellge. bühren. Auslandsabonnemcnt S,— Pl. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachenporto B.— M. Der„Vorwärts� erscheint mochentZp- lich zweimal. Smintags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Sandel mit dem Titel„Der Abend" Illustrierte Sonntagsbeilage .Boll und geit". P- W-G> berliner SoUsbla« Dienstag 15. Oktober 1931 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Die e i n s p o l t. Nonpareillezeile 50 Pf. Reklamezeile 5.-- RM.„Kleine An- zeigen" dos fettgedruckte Wort 2s Pf. Zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Tarif. Stellengesuche das erste Wort 15 PL jedes weitere Wort 10 Pf. Worte über 1s Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien- anzeigen Zeile 40 Pf. Anzciasnannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 8, wachen- täglich von L'/z bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Rech« der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Äentealovgan der«Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 iternjpr.: Dönhoff(A 7) 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin37S3K.— Bankkonto: Bankder Arbeiter, Angesielllcn und Beamten, Lindenstr. 3. Dt. B.u.Di 5c.-(Ie!., Depositen!., Jerusalem« Str. 65/66. Die Harzburger Znflationsfront. Gchachi— Vogler— Klick— Kalckreuih. Herr Schacht hat in Harzburg einen heimtückischen Stoß gegen die deutsche Wahrung gefuhrt. Er hat enthüllt, wo nichts zu enthüllen war. Er hat die Rolle des Enthüllers gespielt, um seine eigene große Schuld an der Kredittrise zu oerdecken. Die Kredit- krise trat ein, weil— nicht zuletzt wegen der unsinnigen Reden Hjalmar Schachts, den das Ausland damals noch ernst nahm— das Ausland das Vertrauen zu Deutschland verlor und seine kurz- snstigen Kredite zurückzog. Daß Deutschland aber mik kurzfristigen Krediten überladen war, das ist zum Teil durch die unsinnige Politik des früheren Reichs- bankpräfidenlen verschuldet worden. Es gab eine Zeit, in der uns das Ausland langfristige Kredite in Hülle und Fülle angeboten hat. Wie wohl wäre uns im Sommer 1931 gewesen, wenn wir anstatt der kurzfristigen lang- fristige Kredite genommen hätten! Der frühere Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat dos aber verhindert. Er hat die Kommunen und damit auch die Banken auf den Weg der Ausnahme kurzfristiger Kredite verwiesen. So sei hier angeführt, daß die Stadt Frankfurt seinerzeit einen größeren langfristigen Kredit aufnehmen konnte, was durch Schacht verhindert worden ist. Das hat sich unzählige Mole wiederholt. Andererseits hat Schacht die Kredittontrolle bei der ässenttichen Hand überspannt gehandhabt, womit eben der Weg eines unsoliden Kredits unvermeidlich wurde, während er die Privat- Wirtschaft in der Aufnahm« von Auslandskrediten schatten und walten ließ. Diese ganze Politik hat sich gerächt, und sie ist es nicht zuletzt, auf der die Krcditkrise vom Sommer 1931 beucht. Als in der Kredittrise die kurzfristigen Kredite abflössen, mußte scll'sw«rständlich die Reichsbant einspringen. Als ihre Währungs- rejerve versagte, mußte sie eine entsprechende Anleihe ausnehinen. Anders hätte Schacht ja auch als Reichsbankpräsident nicht handeln können, und er hat ja auch in Wirklichkeit, wie am Montag durch Reichssinanzminister Dietrich unterstrichen wurde, in ähnlichen Fällen ganz genau so gehandelt. Jetzt, wo es ein anderer getan hat, spielt dieser Mann den Enthüller! Er zieht an einem Strange mit den I n f l a t i o n i st e n au» der Schwerindustrie und dem großagrarischen Lager. Ein« der prominentesten von ihnen ist Albert Vogler, dermaleinst die rechte Hand von Hugo Sirnne«. als dies« mit dem Geld betrogener Spar« ein Industrieherzog- tum zusammenkaufte• und wertvolle Teile unser« kleinen und mittleren Industrie seiner Devisenpolitik opferte und abdrosselte. Friedrich Flick war ein kleiner Mann im südlichen Westfalen, der in der Inflation«in Zur Abwehr entschloffen! Forderungen der sozialdemokratischen ReichstagSfrattion. Die sozialdemokratische Rcichstagsfraktion nahm am Montagnachmittag einen Bericht des Abg. Dr. Breit- scheid über die politische Lage entgegen. In der ausgedehnten Aussprache wurde mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß die Zusammenkunft der sogenannten Nationalen Opposition in Harzburg der gesamten arbeiten- den Bevölkerung die ungeheuren Gefahren auf- gezeigt hat. die ihr von der Rechten drohen. Unter der Führung von Schwerindustriellen, Bankfürsten und Hohen- zollernprinzen hätten sich dort alle Kräfte vereinigt, die den Arbeitern, Angestellten und Beamten die politischen Rechte rauben, ihre Lebenshaltung brutal herabdrücken, Sozialgesetzgebung und Tarif- recht vernichten wollen. In Harzburg sei aber auch die Losung aufgenommen worden, wonach durch eine neue Inflation der gewerbliche Mittelstand und die breiten Massen der kleinen Sparer und Rentner zum zweiten- mal enteignet werden sollen zugunsten der Schwerindu- striellen und Großkapitalisten. Die sozialdemokratische Fraktion wird Beschlüsse erst nach der Rede des Reichskanzlers fassen. In einer Reihe von Anträgen fordert die Fraktion eine wirksame Kür- zung der großen Pensionen und hohen Gehälter. eine Reuaufrollung der Fürstenabfindungen. die scharfe Kontrolle des Banken- und Karlellwesens, die Belebung des Baumarktes, sowie andere Maß- nahmen zur Bekämpfung der Wirtschaftsnot der breiten Massen, besonders durch eine ausreichende Winter- Hilfe für Erwerbslose, Sozialrentner und alle anderen Hilfsbedürftigen. großer Spekulant in obcrschlesischen Werten wurde und dem dann der Sprung in die rheinisch-westfälischc Schwerindustrie glückte. Er hat Teile vom ehemaligen Jirdustrieherzogtum Sttirnes ausgekauft: mit dem Geld, das in der Inflation verdient war. Ab« auch mit Bankkrediten. Friedrich Flick steckt bei den diversen Banken sehr tief in der Tinte. Das erklärt vieles. Friedrich Flick Ist d« Mann, von dem die gesamte Berlin« Finanzwelt weiß, daß er bis jetzt seine immensen Bankschulden nicht zurückgezahlt hat. Mit Albert Bögler ist er einer der leitenden Männer der Ber- einigten Stahlwerte, dem Ruhrttust, der immer noch nicht, entgegen den Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs, den Verlust seines Ka- pitols über das gesetzlich vorgeschriebene Maß bei den Belzörden angezeigt hat. Es ist kein Wunder, wenn diese Leute als letzten Strohhalm die Inflation sehen! Zu ihnen kommt die G r o ß l a n d w i r t s ch a f t, siir die Gras Kalckreuth kräftig in das Horn der Vinnenwährung stößt. Es gab einmal eine Zeit, wo die Großlandwirtschast nicht Heil Hitler rief, sondern nach Krediten der Republik. Leider hat man diese Großlandwirtschaft mit Krediten, die zum größten Teil verpulvert und nicht zur Verbesserung der Betriebe verwandt wurden, über- füttert, so daß sie, überschuldet bi» über die Ohren, auch heule in der Inflation den bequemen und billigen Auswez sieht, sich von Schulden zu befreien. Durch die„nationale" Erregung in Bad Horzdurg sind starke egoistische Motive durchgeklungen. Man will die Opfer, die die Krise erfordert, nicht selbst tragen. Man will sie auf die Allgemein- heit abwälzen� Das ist der Sinn der von der Schwerindustrie und von der Großlandwirtschast verlangten Inflation! Sie wollen es nicht gewesen sein. Düsseldorf. 12. Oktober. Zu dem Artikel der„Frankfurter Zeitung"„Das Komplott" «klärt der Langnomverein u. a.: Roch am 29. September haben die Spitzenverbände in einer gemeinsamen Erklärung dem Herrn Reichskanzler die grundlegende Notwendigkeit zum Ausdruck ge- bracht, die Währung gesund zu erhalten und die Gefahren, die ihr von der Beibehaltung einer falschen Finanz- und Wirtschaftspolitik drohen, rechtzeitig zu beseitigen. Jedes Währungsexperiment müsse ganz entschieden abgelehitt werden. Der Langnamverein steht auch heute noch vollkommen hinter dieser Erklärung. Arbeitsplan des Reichstags. Oeuffchnational-kommunistische Furcht vor dem Nundfunk. Der Aeltestenrat des Reichstags hielt am Montag nach- mittag unter starker Beteiligung all« Parteien, auch der Deutsch- nationalen und Nationalsozialisten, eine Sitzung ab, in der der Plan siir die nächsten Reichstagssitzungen festgesetzt wurde. Bon d« Reichsregierung war Staatssekretär Dr. Pünder anwesend. Es wurde beschlossen, am Dienstag nach der Rede des Reichskanzlers den Reichstag zu v e r t a g e n. Die Aussprache soll am Mittwoch, 12 Uhr mittags, beginnen. Bezüglich der Redezeit wurde v«einbart, daß von jeder Fraktion drei Redner je ein« Stunde sprechen dürfen. Sämtliche aus dem Gebiete d« Innen- und Außenpolitik gestellten Anträge werden mit der Aussprache verbunden. Ob die Aussprache am Freitag schon be- endet werden kann, ist noch nicht zu übersehen. Ein Antrag der Reichsrundfuntgcsellschast. die Red« des Reichs- konzlers durch Rundfunk zu übertragen, wurde von den Vertretern der Deutschnationalen und Kommunisten bekämpft, die darin eine einseitige Bevorzugung der Regierung gegenüber den Parteiver- tretern sahen. Da ein solcher Antrag nur durchgeführt werden soll, wenn alle Parteien damit einverstanden sind, ist der Antrag des Rundfunks damit vom Aeltestenrat abgelehnt worden. Brüning vor der Zentrumsfraktion. Di« Zentrumssraktion des Reichstags nahm am Man- tag einen ausführlichen Bericht des Reichskanzlers über die Ur- sochcn des Rücktritts seiner ersten Regierung und über die politische Lage entgegen. Brüning schloß mit der Forderung, daß die Eni- scheidung des Parlaments in dieser politisch schweren und bedeutungsvollen Stunde unbedingt herbeigeführt werden müsse, falle sie aus, wie sie wolle. Die Fraktion sprach zum Schluß dem Reichskanzler ihr vollstes Vertrauen aus. Lambach bei dem Chriftlich-sozialen Volksdienst. Der frühere dcutschnationale Reichstagsabgeordnet« L a m- dach, der bis jetzt zur Bolkskonjeroativen Bereinigung(Trevi- ranus-Grupp«) rechnete, ist jetzt der Fraktion des Christlich-soziolen Bolksdienstes beigetreten. Durch diesen Zuwach« erhält die Gruppe Frattivnsstärke. Diktatur des Gchwerkapitals! Was haben die Kommunisten getan?— Was werden sie tun? „Die nationale Koalitionsregierung wird nichts anderes fein als die nackte Diktatur des Sch w e r k a p i t a l s und der Großagrarier zur Verteidigung des kapita- listischen Profits und zur Niederschlagung der Arbeite r." Diesen Satz lesen wir in der kommunisti- schen„Welt am Abend". Jawohl, das ist sie! Das ist es, was die deutschen Arbeiter zu erwarten haben, wenn die letzte Bastion des demokratischen Systems zusammenbricht und wenn die„Nationale Koalitionsregierung" das Programm der Harzburger durchführt! Das ist das wahre Gesicht der „nationalen Koalitionsregierung" und ihr Programm. Sie wollen die Zerschlagung des Tarifrechts. In diesem Zeichen hat die rheinisch-westfälische Schwerin- dustrie der Deutschen Volkspartei ein Ultimatum gestellt. Zu diesem Zwecke haben die Scharfmacher aus dem Industrie- gebiet unter Drohung der Entziehung der Subventionen den Beschluß der Deutschen Volkspartei erzwungen, gegen Brüning zu stimmen. Sie wollen die Zerschlagung der deutschen Sozialpolitik! Am 16. Ottober hat die Deutsche B e r g w e r k s z e i t u n g, das den Nationalsozialisten nahestehende Scharfmacherblatt, als„zeitgemäße Erinnerung" eine Rede abgedruckt, die Geheimrat Kirdorf am 27. September 1965 in Mann- heim gehalten hat. Der Sinn dieser Rede war: Krieg den Gewerkschaften: denn sie vernichten die Blüte der In- dustrie— Krieg den Tarifverträgen— Krieg der Sozialpolitik: denn sie führt zum Rückgang der Industrie: Krieg dem Achtstundentag— die beste Sozialpolitik ist der Unternehmer. Das ist das Programm für die nationale Koalitionsregierung: zurück hinter 1965! Sie wollen die neue Inflation! „Die Inflation, neues Elend für die Massen, das ist der Hauptprogrammpunkt der betriebenen nationalen Koalitionsre- g i e r ii n g"— so heißt es in der kommunistischen„Welt am Abend". Die nationale Koalitionsregierung wird nichts anderes sein als die nackte Diktatur des Schwerkapitals und der Groß- agrarier zur Verteidigung des kapitalistischen Profits und zur Niederschlagung der Arbeiter! Die Sozialdemokratische Partei hat seit dem 14. September 1936 unablässig und zähe gegen diese Dittaturregierung gekämpft— im Volke durch ihren Werbefeldzug, im Parlament, indem sie den Sturz der letzten Barriere verhinderte, die die„nationale Koalitionsregierung" von der Macht trennte. Was haben die Kommunisten getan? Sie haben das Spiel Hugenbergs und Hitlers gespielt. Sic haben gemeinsam mit Hugenberg und Hitler an der Niederreißung der letzten Barriere gearbeitet. Ohne die Stimmen der Kommunisten im Reichstag Haider Leut- sche Faschismus keinerlei Chance, ohne die Stimmhilfe der Kommunisten im Rücken hätte der Vorstoß der diktatlüsternen„nationalen Opposition" niemals auch nur die geringsten Erfolgsaussichten. Die Propaganda der Faschisten, die den Massen suggerieren soll, daß hinter ihnen die Mehrheit des Volkes stehe, beruht darauf, daß sie im Reichstag auf die kommunistischen Stimmen wie auf die eigenen zählen können! „Die nationale Koalitionsregierung wird nichts anderes sein als die nackte Diktatur des Schmertapitals und der Graß- agrarier zur Verteidigung des kapitalistischen Prosits und zur Niederschlagung der Arbeiter!" Aus dieser Erkenntnis heraus formiert sich die Abwehrfront der Gewerkschaften aller Rich- tungen. Was haben die Kommunisten getan? Die unsinnige RGO.-Taktik schwächt den Abwehrkampf der Gewerkschaften. Statt der Gewerkschaftseinheit versuchen sie mit allen Mitteln der Spaltung die Zerreißung der Gewerk- schaften herbeizuführen. Sie haben alles getan, um die Ab- wehrfront der Arbeiterschaft zu schwächen! „Die nationale Koalitionsregierung wird nichts anderes sein als die nackte Diktatur des Schwerkapitals und der Groß- agrarier zur Verteidigung des kapitalistischen Profits und zur Niederschlagung der Arbeiter!" Was haben die Kom- munisten getan, um die Kräfte der„natio- nalen Koalitionsregierung zu hemmen? Sie hoben für die letzte große Aktion, die zur propagandistischen Vorbereitung des faschistischen Angriffs diente, direkte Bundeshllfe gestellt. Sie haben am 9. August gemeinsam mit den Hakenkreuzlern für den Volksentscheid gestimmt, der 3« Bereiischafi! Die Einheitssroui der Gewerkschaften. Die Reaktion trumpft auf. Wie 1320 beim Kapp-Putsch. wie 1923 nach dem Zusammenbruch der Mark, glaubt sie auch heute ihre Stunde gekommen. Die ungeheure Arbeits- losigkeit als Folge der falschen Ratio nalisirung und des Lohnabbaus, der Abbau der Arbeitslosenunterstützung, der ständige Druck auf Löhne und Gehälter, die Eingriffe in Tarif- und Beamtenrechte durch Notverordnung haben in den Massen eine Stimmung geschaffen, die die Schuldigen an unserer Wirtschaftskatastrophe auszunutzen hoffen. Inflation, das heißt Lohnabbau und Aus- flünderung der kleinen Sparer, Beseitigung es Tarifrechts, das heißt Zerschlagung der Gewerk- schaften und Rechtlosmachung der Arbeitenden— das ist das Programm der vereinigten Reaktion. Die Schwerinduftriellen hoffen, sich mit Hilfe der von ihnen finanzierten National- sozialisten auf Kosten des arbeitenden Volkes zu sanieren. Sie hoffen dabei auf die Uneinigkeit der Arbeiterklasse. Diese Hoffnung wird sich nicht erfüllen! Die Gewerkschaften aller Richtungen, einschließlich der Beamtenbünde, haben die Ge- fahr rechtzeitig erkannt. Noch bevor die vereinigte Reaktion in Harzburg ihr volksfeindliches Programm verkündet hat, find die Spitzenorganisationen sämtlicher Gewerkschaften mit- einander in Fühlung getreten. Auf die Tagung der Schwer- industriellen, der Hohenzollern, der Faschisten, der abgetakel- ten Generäle vom Sonntag folgte gestern die Tagung der verantwortlichen Führer der freigewerkschaftlichen Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbände, der christlichen und Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften und des Deutschen Be- amtenbundes. Der wichtigste und bedeutsamste Beschluß, der dort gefaßt worden ist, besteht in der einmütigen Entscheidung, eine einheitliche Abwehrfront zu bilden. Die Gewerk- schaften aller Richtungen sind sich darüber klar, daß die Grundrechte der Arbeiterschaft aufs schwerste bedroht sind. Sie sind sich weiter darüber klar, daß in diesem schicksalsschwangeren Augenblick alle Gegensätze oder Meinungsverschiedenheiten, die über die Taktik der Führung der Gewerkschaftskämpfc bestehen mögen, unbedingt zurückgestellt werden müssen. Sie sind deshalb entschlossen, die ungeheure Kraft ihrer Einheit in die Waagschale der Entscheidung zu werfen. Sie sind entschlossen, die Knechtung und Entrechtung des arbeiten- den Volkes, die von der vereinten Reaktion geplant ist, unter keinen Umständen zu dulden. Jeder Versuch, das Programm der vereinten Reaktion zur Durchführung zu bringen, wird an dem Widerstand der gesamten organisierten Arbeiter, An- gestellten und Beamten schestern. Die vereinigten Spitzenorganisationen sind aus der Wacht. Sie verfolgen die Ereignisse und werden rechtzeitig die not- wendigen Beschlüsse fassen. Die Katastrophenpolitiker der Schwerindustrie, des Stahlhelms, der Nationalsozialisten und der Deutschnationalen holen zum Schlage aus. Das gesamte arbeitende Volk wird zur Gegenwehr in Bereitschaft stehen. Enttäuschung rechts. Keln Programm, nur Demagogie! Köln. 12. Oktober. fSigenbsricht.t Die„Kölnische Zeitung", die der Schwerindustrie nahe- steht und groß» Hoffnungen auf Harzburg gesetzt hatte, ist über das Ergebnis dieser Tagung sehr enttäuscht. In einem längeren Artikel„Fieber der Politik" macht das Blatt folgende bemerkenswerten Ausführungen: �vie Frage ist jetzt: Ist die Rechte zu wirklicher L e r a n t- wortung bereit? Wenn sie glaubt, im Sinn« von Harzburg re- gieren zu können, so dürfte sie sich allerdings schnell abnutzen. Wir sind aber einstweilen der Meiming, daß die Forderungen. welche dort aufgestellt wurden, nur die innere Unausge- glichenheit der Geister und Meinungen und damit die man- gelndc Bereitschaft und Fähigkeit zur Regierungsübernohme vcr- decken sollen.... Die N o t v c r o r d n u n g mit ihren entscheidenden Einschnitten in dos öffentliche Haushaltswesen, nicht nur das des Reiches, sondern vor allein der Gemeinden, einfach auf- heben zu wollen, ohne ein Wort zu sagen, wie man sich dann die Schicksale der öffentlichen Hausholte denkt, ist Demagogie. D«rül>«r hilft auch alle metaphysische Geheimniskrämerei und helfen alle Redensarten auf„Rezepte nicht voreilig preisgeben" nicht hinweg.... Wir sind uns bewußt, daß eine Rcchtsre gierung in heutiger Zeit für unsere Außenpolitik und für unsere Schukdnerlnge gegenüber dem Ausland erhebliche Gefahr in sich birgt. Dies um so mehr, als der früher« Reichsbankpräsident Schacht in Bad Harzburg Acußcrungen getan hat, die einfach un- verständlich bleiben." Am Schluß ihres Artikels stellt die„Kölnische Zeitung" fest: „Die Tagung der Nationalen Opposition hat enttäuscht. Bei aller Vorsicht des Urteils: man hatte etwas ganz Anderes er- wartet: eine für sich praktisch brauchbare und ideenmäßig geeignete Zusammenfassung der Kräfte der Rechten: ein polüisch-wirtschaftlich einleuchtendes Programm: eine zündende Kundgebung, vor der auch der noch Zögernde sich instinktmäßig gebeugt hätte. Statt dessen haben wir im großen und ganzen nur bewiesen bekommen, daß di» nationale Rechte in sich noch uneinig ist und kein ersolgver- sprechendes Programm aufzuweisen hat." In ihrem Handelsteil schreibt die„Kölnische Zeitung" dem früheren Reichsbankpräsidentcn Dr. Schacht folgendes ins Stamm- buch:„Wir sind mit Schacht vollkommen einig, wenn er sagt: uns hllft kein Zauberkunststück, kein Gelddrucken und keine Auslands- kredite. Das war hoffentlich an die Adresse der Jnsla- tionspolitiker der Nationalen Opposition gerichtet. Aber zur Frage der Auslandskredite noch ein letztes Wor. Als Schacht von der Reichsbant ging, war die Auslandsschuld so, wie sie uns schließlich ins Unheil geführ t har. Er stand damals der Konsolidierung so machttos gegenüber wie der neue Reichsbankleiter. Dr. Schacht war ein schlechter Werber für Vertrauen, als er zur Nationalen Opposition sprach. E r müßte am besten wissen, wie schwierig es ist, die Währung und die Wirtschaft zu verteidigen, nachdem wir in die Auslandsverschul- dung hineingeraten waren." Das Schaustück der Industrie. Das Organ des Chriftlich-sozialen Volksdienstes, die Berliner „Tägliche Rundschau", äußert unter der Ueberschrift„Das Harz- burger Schaustück" zu den Beratungen der Rechtsopposition: „Nicht nur diejenigen, die mit starker Reserve gegenüber dem Harzburger Schauspiel die Ergebnisse betrachten, sondern auch die- jenigen, die auf die Tagung starke Hoffnungen setzten, sind etwas enttäuscht. Es hat sich mü aller Deutlichkeit gezeigt, daß die drei Gruppen der Opposition sich nicht einig sind. Es hat sich mit aller Deutlichkeit gezeigt, daß über die nächsten und entscheiden- den politischen Fragen keine Einigkeit und keine Klar- h e i t besteht. Das einzige Programm, das im Lager der Opposition Achtung und Anerkennung findet, ist das Programm des Reichsverbandes der deutschen Industrie und dies Programm führt zum Bolschewismus." Schachts Wirkung in Paris. Paris. 12. Oktober.(Eigenbericht.) Die Erklärungen Schachts auf der j�rzburger Tagung über die Lage der Reichsbcmk haben auch in Frankreich großes Aufsehen erregt. Der.Jntransigeant" schreibt unter der Ueberschrift„Die Pest in Europa", daß di« Rede aufschlußreich über die Men- talität eines großen Teils der„nationalen Opposition" ist, der die Politik des Schlimmsten betreibt und den Zusammen- bruch Deutschlands organisieren will, um sich vom den Fesseln des Versailler Vertrages zu befreien und dem ganzen Volk die Kraft zu geben. Europa den Krieg zu erklären. Diese s ch« u ß- lichen Schwachköpfe seien es. die die Welt beunruhigten und sie mit den schlimmsten Klogen bedrohten. Der„T e m p s" erklärt, das Verholten Schachts mitten in der gegenwärtigen Krise sei eines deutschen Patrioten sonderbare Art, die nationalen Interessen zu verteidigen. Die Harzburger Verschwörung bedeute trotz des Vertrauens, mtt dem man alle Bemühungen um die Sicherung des Friedens und die Bc- feitigung der Wirtschaftskrise betrachten möge, eine ernste Warnung, der man Rechnung tragen müsse. Mit einem uner- müdlich guten Willen habe man versucht. Deutschland Wiederaus- zurichten und da» Vertrauen zu ihm soweit als möglich wieder- herzustellen, um eine Entspannung zu erleichtern. Dieser na- tionalistische und völkische Geist drohe aber alles zu kompromittieren, was in diesem Sinne unternommen worden sei. Die Verschwörung von Harzburg richte sich zwar vor allem gegen das Kabinett. Aber jeder wisse, daß. wenn diese Offen- sioe gelingen sollte, ihre Rückschläge sich auf außenpoliti- s ch e m Gebiet sofort bemerkbar machen würden, wenn die ..nationale Oppositton" in Verlin an die Regierung kommen sollte, würde sie entweder den Zusammenbruch ihrer Politik eingestehen müssen, was ihren sofortigen Sturz bedeuten würde, oder sie würde sich kopfüber in Abenteuer stürzen müssen, die da» deutsche Volk ans sein letzte» Ende hintreiben würden. in Preußen die Bahn frei machen sollte für eine„nationale Koalitionsregierung"! Schulter an Schulter mit den Stahl- helmern, mit den Hakenkreuzlern, den Söldlingen des Schwer- kapitals und der Großagrarier, standen am 9. August die Kommunisten vor den Abstimmungslokalen. Die Kommu- nistische Partei hat kommunistische Arbeiter zu Bundesge- noffen und Kampfgenossen für die schlimmsten Feinde der Arbeiterschaft gemacht. Auf die Bundestreue der Kommu- nisten im Reichstag zählen die Parteien des deutschen Faschismus, die Scharfmacher von der Ruhr und die Junker aus Ostelbien, zählen die Hitler, Hugenberg und Düsterberg. Sie rechnen damit, daß die kommunistischen Reichstagsabge- ordneten ebenso Schulter an Schulter mit ihnen stehen wer- den, wie die kommunistischen Arbeiter vor den Abstimmungs- lokalen zum Volksentscheid, wenn im Reichstag die ent- scheidende Abstimmung herannaht, die die Bahn frei geben soll für die„nationale Koalitionsregierung". Die nationale Koalitionsregierung wird nichts anderes sein als die nackte Diktatur des Schwerkapitals und der Groß- agrarier zur Verteidigung des kapitalistischen Profits und zur Niederwerfung der Arbeiter! Was werden die Kom- munisten gegen diese Gefahr tun? Werden sie sich einreihen in die Einheitsfront der Arbeiterschaft, gemein- sam mit den Gewerkschaften aller Richtungen, um zu ver- hindern, daß die„nationale Koalitionsregierung" an die Macht gelangt? Die kommunistische Zentrale läßt folgendes mitteilen: „Die kommunistssche Reichstagsfraktion hat auf Beschluß des Zentralkomitees der KPD. den Antrag eingebracht.„Adolf Hitler, Hugenberg, Schacht, Sekdie und Düst-rberg. die auf der Harzburger Tagung der sogenannten„nationalen Opposition" durch ihr Kom- piott zur Herbeiführung einer neuen Inflation sich des Hoch- und Landesverrats an den Interessen des werktätigen Volkes schuldig gemacht haben, sofort zu verhaften." Bisher haben die Kommunisten für die Hoch- und Landes- Verräter an den Interessen des werktätigen Volkes gewirkt! Werden sie diesmal wieder sich an die Seite der Hugenberg und Hitler stellen, werden sie im Reichstag wie beim Volks- entscheid vom 9. August die Steigbügelhalter der„natio- ualen Koalitionsregierung" spielen und durch ihre für die Arbeiterschaft selbstmörderische Taktik für sie die Bahn frei machen, indem sie gemeinsam mit den Hoch- und Landes- Verrätern an den Interessen des werktätigen Volkes stimmen? „Die nationale Koalitionsregierung wird nichts anderes sein als die nackte Diktatur des Schwerkapitals und der Groß- agrarier zur Verteidigung des kapitalistischen Profits und zur Niederschlagung der Arbeiter!" Kommunisten gegen Hochverrai. (Sin Oemonstrattönchen in ernster Zeit. Auf Beschluß des Zentralkomitee- der Kommunssttschen Partei hat die kommunistische Reichstagsfraktion nachfolgenden Antrag gestellt: „Der Reichstag wolle beschließen: Adolf Hitler, Hingen. : b« r g. Schacht, Seldte und Düfte-rkiera, die wst der . Harzburger Tagung der sogenannten nationalen Opposition durch ihr Komplott zur Herbeiführung einer neuen Inflation sich des Hoch- und Landesverrats an den Interessen des werk- tätigen Volkes schuldig gemacht haben, sind sofort zu verhaften." Dieser Antrag wurde, wie hierzu von der Kommu nisttschen Partei mitgeteilt wird, durch die Rede Schacht» veranlaßt. Alarm für Landgememdeverireter! 5 a ndvolkman n Gereke verlangt Aufhebung der Arbeitslosenversicherung. Der Gesamtvorstaiid des Verbandes der preußischen Landgemeinden faßte am Montag«ine Entschließung, in der er dem Beschluß des preußischen Staatsrates beitritt, wonach die Notverordnungen des Reiches und Preußens in den einzelnen Vor» schrssten mit der Verfassuieg nicht in Einklang zu bringen seien. den Rechtsbodcn verließen und Rechtsunsicherheit erzeugen müßten. Der Versuch der Reichsregierung, die Wohlsahrtslaften der Gemeinden durch Erhöhung der Zuschüsse zu erleichtern, sei völlig unzureichend. Gegen die vorgesehene Verteilung der Mittel sei schärsster Widerspruch zu erheben. Die Vorschrift, daß von den 150 Millionen Rcichsgeldcrn die Länder, Bezirke, Fürsorgeverbände statt wie bisher ein Drittel nur noch ein Viertel erhalten sollen, bc- deute eine wesentliche Verschlechterung, die um so unverständlicher sei, als di« Steuertraft in den Landgemeinden vcrhällnisinäßig am stärksten gesunken sei. Die durch die Notverordnung vom 5. Juni geschaffene Verpflichtung der Länder, ihr« Ersparnisse bei den Gehaltskürzungen der Staatsbeamten zur Erleichterung der Wohlsohrtslosten in den Gemeinden zu verwenden, fei durch die Notverordnung vom 6. 0f- lober wieder in Fortfall gekommen. Hierdurch würde die Finanznot der Gemeinden zwangsläufig weiter erheblich verschärft werden. Hinzu komme, daß die Reichsregierung die Einführung der V e d ü r f t i g ke i t s p r ü f u n g in der Arbeitslosenversicherung abgelehnt habe, weil diese Prüfung angeblich mit dem Eharakter einer Versicherung nicht zu vereinbaren sei. Die Reichsregierung übersehe, daß die Arbeitslosenversicherung seit ihrem Bestehen nie- mals einen reinen Verficherungscharotter gehabt habe. Der Gesamtoorstaird sei angesichts der katastrophalen Finanz- läge des Reiches und der Gemeinden der Auffassung, daß die bis- Heng« Dreiteilung der Arbeitslosen in Versicherte, Krisenunterstützte und Wohljahrtsempsänger nicht länger aufrechterholten werden könne und daß«ine vorübergehende Aufhebung der Arbeitslosenversicherung unter entsprechender Ein- schränkung der Tätigkeit der Arbeitsämter nicht vermeidbar sei. Ebenso bezeichnet die Entschließung die Veränderung bei der Ha uszinssteuer als lxdenklich, da sie die ohnehin zu kurze Finanzdecke der Gemeinden und Gemeinde verbände weiter be- ichneid« und den Lastenausgleich zugunsten des Landes in nach- teiliger Weis« beeinflußt. e- Wortführer des Verband«» der Preußischen Land- gemeinden ist der Landvolkabgeordnete Gereke. Zu dem Verbände gehören auch die Gemeinden, in denen die Sozial- demokratie zahlenmäßig stark vertreten ist. Wenn der Bor- stand des Verbandes nun die Einführung der Bedürftigkeits- prüfung bei der Arbeitslosenversicherung oder gar die Auf- Hebung der ganzen Versicherung fordert, so geschieht das zweifellos ohne Zustimmung der sozialdemokratischen Ge- meindevertreter. Bayern-Pariei stellt Anträge. Die Reichstagsfraktion der Bayerischen Volkspartei hat am Montag die schon angekündigten Anträge zur Notverord- n u n g formuliert, von deren Schicksal die Fraktion ihve endgültige Stellungnahm« zur Notverordnung der Reichsregierung abhängig machen will. Die Aenderungsantröge betreffen acht verschiedene Punkte der Notverordnung und sind in einem Gesetzentwurf zur Aenderung der Notverordnung zusammengefaßt worden, der am Montag im Reichstag eingebracht worden ist. Wie zu den Frat- tionsberatungen der Bayerischen Volkspartei im Reichstag noch be- kannt wird, wird die Fraktton gegen einen Mißtrauen». a n t r a g stimmen, weil sie den Sturz des Kabinetts nicht wünscht. Haussuchung bei Kommunisten. Illegale Schriften und Waffen gefunden. .Di« hannoversche Polizei nahm am Montag in dem Büro der Kommunistischen Partei und bei etwa 15 kommunistischen Funktio- nären Haussuchungen vor. Sie fahndet« nach illegalen Druck- schriften. Es wurden ganze Stöße illegaler Druckschriften und zum TeU auch Hieb-, Stich- und Schußwaffen aller Art gefunden. In dem Büro des Führerg der kommunistischen Terrorgrupp« Han. novcr, des Landtagsabgcordneten Ladeinann, wurde außer einem Revolver sehr viel Munition gefunden, über die Lademann angeblich keinerlei Angaben machen kann. Etwa 3 0 Funktionäre der KPD. wurden' v er h a ftrt. Sie werden am Dienstag dem Schnellrichter zugeführt. Dann überlaßt ihr sie der Pein! Kommunisten finden kein Wort für Gnadengesuche ihrer Anhänger. « Sobald es sich darum hondett, die heute mehr als je notwendige Geschlossenhett der Arbeiterbewegung zu stören, erhebt sich bei den Kommunisten ein Geschrei, das um so lauter wird, je demagogischer der gegebene Anlaß verdreht werden soll. Die Kommunisten schreien aber nur zum Fenster hinaus. In den vertraulichen Ausschußoer- handlimgen der Parlamente, wo es um die totsächliche praktische Arbeit geht, schweigen sie selbst dann, wenn es sich um das Schicksal jener irregeleiteten Proletarier handelt, die eine falsche Ileberlegung ihres politischen Klasseninteresses zu KPD.-Mitgliedern werden ließ. So hatte der Rechtsausschuß des Preußischen Landtags sich gestern mit dem Gnadengesuch von acht Düsseldorfer Kom- m u n i st e n zu beschäftigen, die an einer verbotenen Demon- stration teilgenommen, mit Bicrgläscrn noch den Polizeibeamten geworfen und dafür Gefängnisstrafen von 5 Monaten bis zu 1 Jahr erhalten hatten. Es ist festzustellen, daß die kommunistischen Vertreter bei dieser Ausschußberottmg nicht ein einziges Wort zugunsten ihrer verurteilten Partei- genossen fanden. Hier zeigte sich wieder, daß die Funktionäre der KPD. gegenüber den Proletariern in der Partei nach dem Prinzip handeln: Ihr laßt die Armen schuldig werden, dann über- laßt ihr sie der Pein! Der Rechtsoiisschuß beschloß, den acht Kom. munisten zu einer Bewährungssrist nach Lerbüßung eines Teiles der Strafe zu verhelfen. Dagegen wurde das Gnadengesuch des Bombenlegers Koch- Altona, der im kleinen Bombenlegerprozeß 1 Jahr Gefängnis erhalten hotte, abgelehnt. Nr. 429» 48. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, 43. Oktober 4931 Beginn des Sklarck-Prozesscs 60 Zeugen geladen.— 3000 Seiten Anklageschrift. 3tM großen Schwurgerichlssaal des alten Kriminalgerichis- geüäudes nimmt heute der Sklarek-Prozeß seinen Ansang— nicht vor den, Schösfengericht, wie beabsichtigt, sondern aus Grund der lehteu Notverordnung vor der Strafkammer. Angeklagt sind außer den drei Brüdern Max. Leo und Willi S k l o r e k die Buch- haller Lehmann und Tuch, die ehemaligen Stadträte Gaebel imd Degener, die ehemaligen Bürgermeister Schneider und Kohl, die Stadlbankdirektoren Schmitt und Hossmann, der Diplomkausmann Luding und der Stadtamtsral Sokolowski. Das verfahren gegen den Stadtrat V e n e ck e ist eingestellt worden. Die Anklage gegen die drei Brüder Sklarek lautet auf fort- gefetzten gemeinschaftlichen Betrug an der Berliner Stadtbank in Verbindung mit Fälschung öffentlicher und privater Urkunden, auf fortgesetzten Betrug an der Dresdner Bank, an der Ostbank, an der Berliner Anschaffungsgesellschaft, an der Stadt Berlin und an zahlreichen Lieferanten, auf Konkursvergehen durch VerHeim- lichung und Beiseiteschaffung von Vermögensstücken, Vernichtung von Handelsbüchern und Verschwendung unmäßiger Summen, auf aktive Bestechung der Stadtbankdircktaren Schmidt und 5ioffmann, des Stadtamtsrats Sokolowski, der Bezirksbllrgermeister Kohl und Schneider, der Stadträte Gaebel und Degner, und schließlich auf Anstiftung des verstorbenen Geschäftsführers der Kleidervertriebs- gcsellfchaft Kirburg zu sortgesetzter schwerer Untreue zum Nachteil der städtischen Kleidervertriebsgesellschaft und der Berliner An» schaffungsgesellschaft. Den übrigen Angestellten wird zur Last gc- legt, teils passive Bestechung, tells Beihilfe zum Betrug, Urkunden- fälschung, Untreue. Die Stadt Verlin soll durch den Geschästsoerkchr der Ge- brüder Sklarek mit der Stadtbank und den einzelnen Bezirks- ämlern um etwa 10 Millionen Mark geschädigt worden sein. Die Anklageschrift umsaßt etwa 3 0 0 0 Seiten. Es ist eine Verhandlungs douer von drei Monaten vor» gesehen. Geladen sind Süll Zeugen. Die drei Brüder Sklarek hatten es bei Kriegsende durch Kriegslieferungen zu einem gewissen Vermögen gebracht. Am 1. Januar 1l>21 gründeten ste eine offene Handelsgesellschaft der Konfektionsbranche. Sie nahmen Geschäftsbeziehungen zu der städtischen Kleidernertriebsgesellschast auf. deren Geschäftsführer Kieburg und deren Aufstchtsratsvorsitzender der damalige Stadtrat Kohl war. Diese Geschäftsbezichungen währten die gesamte In- flotionszeit hindurch und nahmen ollmählich einen sehr beträcht- lichen Umfang an: sie wurden auch auf die Berliner Anschaffung?- gesellschaft ausgedehnt. Die Anklage behauptet, daß die Bcftel- lungen der KVG. bei den Gebrüdern Sklarek weit über das Maß des Erforderlichen hinausgegangen seien und daß dies nur möglich gewesen sei dank bestimmter Bestechungspraktiken der Stlorcks,"die die Brüder sowohl gegenüber dem Geschäftsführer Kieburg als auch gegenüber den Stadträten anwandten, die für die Lieferungsaufträge in Betracht kamen. Die Folge dieser maß- lasen Austräge einerseits und großer Geldeninahm« durch Kieburg andererseits war die notwendig gewordene Liquidation der .Kleiderveririebsgesellsthaft. Sklarek übernahm mit der Berliner Anschoffungsgesellschast auch die Restbestände der Klcidervertriebs- gesellschaft. Er erhielt das Monopol für Herrenkonfektion und für wollene Betten. Auch hierbei sollen die in Frage kommenden Stadtröte mitgewirkt haben. Schon vor der Uebernahme der Berliner Anschasfungsgesell- schaft hatten die Brüder Sklarek bei der Stadtbank einen nicht ge- ringen Kredit. Jetzt wuchs er sich allmählich ins Maßlose aus. Di« Gebrüder Sklarek galten als absolut sicher- Klienten: man war in der Sladtbank der Ansicht, daß sie wegen der unerschöpflichen Aufträge der Bezirksämter absolut sicher seien. Daß die Gebrüder Sklarek an Stelle von kaufmännischen wechseln der Stadtbank Gefälligkeitswechsel vorlegten, die gar keinen realen Hintergrund halten, daß diese Wechsel immer wieder von dem gleichen Personenkreis stammten, zum größten Teil aus ihrer Verwandtschaft, merkten die Stadtbankdirektoren nicht. Die Anklage behauptet, daß die Stadtbankdirektoren Hofsmann und Schmidt durch Geschenke sich hätten verleiten lassen, nicht die nötige Sorgfalt aufzubringen, die von ihnen eigentlich zu erwarten gewesen wäre: sonst hätten sie längst hinter die Schliche der Gebrüder Sklarek kommen müssen. Diese Schliche sollen aber in der 5)auptsache in folgendem be- standen haben: Die Stadibank gab Vorschüsse auf Grund von Bestellungen der Berliner Bezirke bei der BAG. Was machten nun die Gebrüder Sklarek? Sie ließen von ihrem Buchhalter Lehmann vorgespiegelte Aufträge fertigstellen, indem sie die Unterschriften der Magiftratsbeamtcn fälschten. Im ganzen sollen elwa 218 Unterschriften verschiedener Magislralsbeamlen gefälscht worden sein. Die gefälschten Forderungen wurden der Stadlbank vorgelegt, die Vorschüsse wurden anstandslos gezahlt. Bis im Sep- tcmber 1929 die hanptprüfstelle der Stadtbank und der Sparkasse in gemeinsamer Arbeit mit der Hauptprüfstelle des Magisträts die Betrügereien entdeckte. Die Sklareks verhandelten Juli 1929 wegen eines neuen Sonderkredits von einer Million. In der Stadtbank wurde man stutzig: es fiel auch die mangelnde Kontrolle der einzelnen Rechnungsbeträge auf, auf Grund deren die Bevor- schussung stattfand. Eine weitere Nachprüfung ergab, daß aus Grund von An- sorHerungen des Bezirksamts Spandau an Sklarek über 4tö000 Mark gezahlt worden waren, während die von dem Bezirksamt Spandau bezahlten Summen nur etwas über 200 000 Mark ausmachten. Durch eine Nachfrage beim Bezirksamt wurde festgestellt, daß selbst diese Zahlungen in Wirklichkeit nicht geleistet worden waren: auch hier lagen Fälschungen seitens der Sklareks vor. Der Spandauer Fall führte, wie erinnerlich sein dürfte, zur Ver- Haftung der Gebrüder Sklarek. Ihr gesamtes Ge- schäftsgebarcn wurde überprüft. Das Ergebnis war der ungeheure Sklarek-Skandal, dessen Einzelheiten monatelang die Oeffentlich- s keit in Atem hielten. Fünfundsiebzig tote Kinder.. Vernehmung des Hauptangeklagten Altstacdt. Lübeck, 12. Oktober. sEigenbericht.) Auch bei der weiteren Verhandlung im Lübecker kindersterben- prozeß stand die Auseinandersetzung zwischen den Vertretern der Nebenkläger und den Anwälten der Verteidigung, in die im Lause der Verhandlung auch der Oberstaatsanwalt eingriff, im Mittel- punkt. Sehr osl nahmen diese Auseinandersetzungen, namentlich zwischen den Rechtsanwälten Alsberg und Dr. Frey, über die Rechtsgültigkeit der Notverordnung vom 6. Oktober ISZI, über die wir im„A b e n d" berichteten, einen stark persönlichen Charakter an. Die Verhandlung findet in der großen Lübecker Hauptturnhalle stall, und das Vild ist erschütternd. Aus langen Vonkreihcn fitzen die Ellern der toten oder von schwerem Siechtum befallenen Säuglinge und man sieht viel junge Müller, die Trauerkleidung angelegt haben. Nachdem die Vertreter der Nebenkläger, Dr. Wittern und Dr. Frey, gesprochen hotten und der hauptverteidiger Dr. Alsberg erwidert hatte, nahmen auch die drei anderen Rechtsvertreter der Nebenkläger das Wort, um den Zlntrag auf Unzuständigkeit?- ervärung des Gerichts zu unterstützen. Die Erklärungen waren zum Teil sehr scharf geHallen. Zum ersten Male erhob sich jetzt der Vertreter der Staatsanwaltschaft, Dr. Lienau, und wies die Ver- nrutung eines Anwalts zurück, daß zwischen Lübeck und Berlin Fäden gesponnen wurden, um den Prozeß dem Schöffengericht zu entziehen. Weiterhin bat er dann, den Antrag der Nebenkläger auf Ablehnung de� Gerichts abzulehnen. Es fei mdjt Aufgabe des Gerichts, zu prüfen, ob durch die Notverordnung �er Artikel 18 der Reichsverfassung verletzt worden sei.(Der Oberstaatsanwalt sprach von einem„Paragraphen' 48. Die Reichsverfassung kennt keine Paragraphen. Die Red.) Dr. Lienau verwahrte sich dagegen, daß man von einem Ausnahmegericht spreche. Man müsse sich eben aus den Standpunkt dessen stellen, was heute sei. Was morgen komme, darauf könne man keine Rücksicht nehmen. Wiederum folgte ein scharfer Znsammenstoß zwischen Dr. Alsberg und Dr. Frey. Als Alsberg erklärte, daß die Wissenschaft aus diesem Prozeß ihre Lehren ziehen werde, rief Frey erregt:„Die Eltern der toten Kinder haben daran kein Interesse. Sie wollen«ine Entscheidung über die Schuld der Angeklagten.' Nach etwa zwei- stündiger Beratung verkündete das Gericht folgenden Beschluß: Der Antrag, das Gericht für unzuständig zu erklären und die heutige hauptvcrhandlung zu vertagen, wird abgelehnt. In der Begrün- dung wird gesagt, daß nach der Ilel'erzcngung des Gerichts die Notverordnung, da sie vom Reichspräsidenten und dem Reichskanzler unterzeichnet und in der gesetzlich vorgeschriebenen Weise verkündet wurde, rechtmäßig sei. Auch ein Verstoß gegen Artikel 19Z der Reichsverfassung, nach dem niemand seinem gesetzlichen Richter entzogen werden dürfe, liege nicht vor. Man könne ferner nicht von einem Ausnahmegericht sprechen. Ein solches bestehe nur, wenn für einen bestimmten Fall oder für eine Anzahl von bestimmten Fällen«in besonderes Gericht angeordnet sei. In seiner heutigen Zusammensetzung sei das Gericht zuständig. Nunmehr wurde der Eröfsnungsbeschluß verlesen. Die Anklage lautet aus fahrlässige Tötung in 75 Fällen und fahrlässige Körperverletzung. In dein weiten Raum herrschte, als die Lifte der 7ö toten Kinder verlesen wurde, tiefes Schweigen, das manchmal von unter- drücktcm Schluchzen unterbrochen wurde. Als erster Angeklagter wurde dann Medizinalrat Dr. Al t st a e o t vernainmen. Auf dem Vortragstisch breitete er feine Bücher und Aufzeichnungen aus. Zur Person vernommen, gab er Ausschluß über seinen Werdegang. Seit 1928 war er in Lübeck als Physikus tätig. Die Ueberwachung des gesamten Gesundheitswesens war seine Hauptobliegenheit. Er ist Verfasser mehrerer Schriften über Tuberkulosesorschiing. lieber die E a l m e t t c s ch e Ku l t u r c n sagte er, daß sie au? abge- schwächten Rinder-Tuherkuloscbazillen bestehe, die durch langjährige Züchtung ungejährltch geworden seien. Die Annahme, daß die Unschädlichkeit bereits erdlich geworden War, sei berechtigt gewesen. Der mitangeklagt« Professor D e y ck e habe noch im März 1927 in der Vereinigung der Tuberkuloseforscher gesagt, daß die Er- fahrungen«ine Einführung des Calmctte-Verfahrens noch nicht zu- ließen. Auch der Reichsgcsundheilsrot beschloß 1927, von einer ver- wendung in größerem Maßslabe abzuraten. Im Oktober 1929 habe er seinem Vorgesetzten, Senator Mehrlein, einen Vortrag gehalten, bei dem er allerdings nicht über sie ab- ratend« Einstellung des Rcichsgesundhcitsamtes berichtet habe. Cr sei von den Entscheidungen des Reichsgcfundheitsamtes in Berlin nicht abhängig gewesen, sondörn habe sich auf die Lübecker Aerzte Dcycke und Klotz gestützt. Di« Verhandlung wurde auf Dienstag früh vertagt. 7�oma/v vo/v Fränze nickt. Die Bewegung fällt marionettenhaft steif aus. Sie wurde wohl ohnmächtig? Was wollte sie hier? Be- stimmt ist es sehr früh. Sie wendet den Kopf zum Fenster. Die Morgensonne bescheint die Fassade des gegenüberliegen- den Hauses. Das hat sie lange nicht gesehen. Vielleicht müßte man täglich früh aufstehen, um sich wohl und frisch zu fühlen. Sie müßte mit James gemeinsam frühstücken. Mit James! Und jetzt fällt ihr ein- was sie wollte. Sie stöhnt auf, faßt sich jedoch sofort. James", ihre Stimme ist fest.„Ich sühle mick) gut. Laß tuick»"bitte!" Sie wehrt seine Liebkosung ab.„Ich möchte dir nü? sagen, daß ich dich freigebe!" Wie wird er diese Worte aufnehmen� Sie sieht ihn unverwandt an. Sem Gcstcht be- wcat sich nicht. Wenn man doch in das Gehirn blicken, wenn man doch Gedanken mit der Hand ergreifen und wagen könnte! �, Jrfi verstehe dich nicht?!" James stößt die Worte abge- rissen' hervor.„Du redest Unsinn!" Der Tag fängt l,ebl.ch an. Im entscheidenden Moment, da man den Kopf für geschäftliche Dwae frei haben sollte, wird man überfallen. Hinterrucks m.t sentimentalen Eheangelegenheiten erschlagen. JSrän« ist aufgestanden und stützt'ich mit der linken Hand auf King.„Ich bin dir im Wege Du bist rücksichtsvoll und willst dich bei mir nicht beklagen. Ich weiß alles� Sic wird nicht sagen, daß Heinrich be. ihr war Sie w.rd keine Zwietracht zwischen den Brüdern saen„Ich gebe dich gern frei, denn dein Glück steht mir am höchsten! � Franze mhlt eine stolze Genugtuung. Sie ha gehandelt, wie große Men» scheu handeln.„Nein, antworte fetzt nicht. Sie wehrt ab, als James erwidern will und verläßt das Zimmer. Was war dos...?«der die Zeit drängt. Gütz dag Fränze gegongen ist! Unten wartet schon der Wagew.Mng � pqt James. Jetzt nicht an Franze denken. Alle Gedanken dieser Art in den Eisschrank stellen, dort konservieren sie bis zu einer geeigneten Stunde. Im Wogen überlegt James, mos er zu tun hat. Heute trifft die Zahlung von der„Schlesischen" ein. Das Geld wird als Reserve dienen. Es darf nicht eher angetastet werden, bis die Unruhe auf der Börse verschwunden ist. Sehr schlimm. daß Harry verunglückte. In diesen Tagen braucht man seinen Ratz Er besitzt in geschäftlichen Dingen immer ruhige Nerven. Wie kann man selbst seinen Kopf zusammenbehalten, wenn schon der Morgen mit häuslichen Szenen einsetzt. Fränzes Betragen ist unverständlich, ist sogar dumm! Sie hätte nie die Frau eines Geschäftsmannes werden sollen. Niemals! Vilms ist aus anderem Fleisch und Blut. Bilma! Nein, nein, alles abschieben aus einen späteren Termin. Was wäre sonst noch zu erledigen? Es lag doch eine wichtige Sache vor? Was war es? Ach ja. die Lohnsenkung! Johannes Frey, der Be- triebsobmann, gehört nicht zu den angenehmsten Mitbürgern, doch man wird schon mit ihm fertig werden. Die Lohn- senkung! Auch dazu sind Nerven erforderlich. „Um zwölf Uhr zur Börse", ruft James seinem Chausfenr zu. Er läuft fast die Treppen zum Büro hinauf. King springt voraus. Noch ehe James sein Privatkontor betritt und Hut und Mantel ablegt, öffnet er die Tür zum Schreibmaschinen- zimmer: „Verbinden Sie sofort mit dem Speicher! Frey soll herkommen!" Fräulein Hinzelmann geht an den Telephonschrank und stöpselt. „Wartet einen Moment. Ich erzähle gleich weiter!' ruzt sie Frau Caspari und dem Buchhalter Krüger zu.„Hier ist das Büro. Ist dort Speicher„Gloria"?" Fräulein Hinzcl- manns Stimme verwandelt sich am Telephon in eine schrille Pistontrompete.„Frey muß sofort zum Chef kommen!" Sie hängt ab. „Ein sympathischer Mensch, der Frey", meint Buchhalter Krüger. „Ein Roter!" warnt Fräulein Hinzelmann.„Aber wo war ich stehen geblieben...? Ach so! Ich weiß schon. Und da hob ich gesagt, da kommt ein Komma, und da hat sie gesagt, nein, da kommt kein Komma, und da Hab ich gesagt, bitte, warum kommt da kein Komma, noch immer ganz Höf- lich. verstehen Sie?" Fräulein Hinzelmann schnappt nach Luft. „Und da hat sie gesagt,«s genügt, wenn ich sage, da kommt kein Komma und da Hab ich gesagt, wollen Sie mir dos be- gründen?" Eine Pause tritt ein zur Regelung des Atems. „Na, und...?" Frau Caspari und der elegante Buch- Halter Krüger hören gespannt zu. „Ach, ist) Hab der noch ganz was anderes gesagt. Ich laß mir doch von so einer nichts bieten. Ich Hab ihr zu verstehen gegeben, daß unsereins auch seine gute Schulbildung hat und mit der deutschen Grammatik Bescheid weiß und außerdem noch ein anständiges Mädchen ist. Ich Hab ihr das so aus neckische Art beigebracht." „Gab es Krach?" Frau Caspari tut h:ute absolut nichts. Sie ist in gehobener Stimmung und hat deshalb ein Herz für Fräulein Hinzelmanns Sorgen. „Iwo! Ich werd mich doch mit der nicht zanken. Paßt mir gar nicht!" „Warum haben Sie eigentlich diese Wut auf Fräulein Rosolf?" fragt Frau Caspari ein bißchen überlegen. Sie be- trachtet die Büroongelegenhciten jetzt von hoher Warte aus. Ihr Mann ist gestern als Heldcnbariton nach Köln engagiert. In ein paar Tagen siedelt die Familie über. „Na, Sie sind ja naiv." Fräulein Hinzelmann ist erstaunt entrüstet.„Die hat doch Schuld an der Gehaltskürzung!" „Das könnte man wohl nicht ohne weiteres behaupten", lehnt der Buchhalter Krüger ab und knipst ein Stäubchen von seinem Aermel. Er schwärmt Bilma ans der Ferne an. „Sie sagen das?! Sie Habens nötig! Ihre Entlastung hat sie auch veranlaßt." Schweigend verläßt Buchhalter Krüger das Schreib- maschinenzimmer. Er verachtet den Weibcrklatsch. Sein Sinn strebt nach höherem. „Der feine Pinkel wird auch noch mal einsehen, was an meinen Worten dran ist", prophezeit Fräulein Hinzelmann. „160 Mark krieg ich jetzt. Nach den Abzügen bleiben etwa 125 Mark übrig. Davon soll man leben!" Fräulein Hinzel- mann wohnt mit ihrer alten Mutter zusammen und muß einen Teil des Gehalts zur Wirtschaftsführung beisteuern. „Sie haben recht, auf die Dauer fällt das schwer", stimmt Frau Caspari zu. „Aber was soll man tun?'n Schauchen kriegt man nicht so leicht. Ich kann dock) nicht auf den Strich gehen!" Eine Ahnung sagt Fräulein Hinzelmann, daß sich dadurch ihre Einkünfte auch nicht heben würden.(Fortsetzung folgt.) Herunter mit den Mieten! Eine Kundgebung Berliner Mieter. Gestern fand im Bürgersaal des Rathauses eine große iissentliche Kundgebung des Verbandes Berlin im Reichsbund Deutscher Mieler stall. Der Bundesvorsitzende D z i e y l sprach über das Thema„Sj e r- u n i e f mit den Miete n". Er wies auf die Pläne der Reichs- regicrung hin, den Mieterschutz in Kürze völlig zu beseitigen und die Neubaumieter, die Untermieter und die Mieter größerer und niittlerer Wohnungen und noch geschützter Geschäftsräume vom L Januar 1932 ab völlig schutzlos zu machen. Gleichzeitig tollen die Laienbcisitzer bei den Mietschöfsengerichten und den Micteini- gungsömtem beseitigt werden, womit ein wichtiger Stein aus dein Gcfllge des verheißenen sozialen Miel- und Wohnrechtes herausge- brachen würde. Anstatt eines Abbaues verlange die Wirtschafts- und Wohnungsnot des deutschen Volkes Maßnahmen zur Sen- k u n g der Mieten für Wohn- und Geschäftsräume, da nur so die versprochene, aber ausgebliebene Preissenkung erreicht werden könne. Gegen die Begehrlichkeit des radikalen Hausbesitzes müsse die Mieterschaft den schärfsten Abwehrkampf führen. Senatspräsident F r e y m u t h führte sodann zum Thema„W i r forde rn das soziale Miet-und Wohnrecht" aus:„Das Bürgerliche Gesetzbuch, geschaffen in der Blütezeit des Manchester- tums. hat im Mietrecht starke Mängel, die durch die Formularmiet- vertrüge der Hausbesitzerorganisationen in der Vorkriegszelt noch gesteigert worden seien. Es müsse eine soziale Ausgestal- tung des Mieterrechts gefordert werden, um ein« Rechtlos- machung der Mieter zu verhindern. Das zu schafsende soziale Miet- uno Wohnrecht müsse den Mieter vor unberechtigten Erhöhungen und Kündigungen schützen. Eine Mietgerichtsbarkeit mit Laienbei- sitzern, aus den Kreisen der Mieter und Vermieter, nach dem Vor- bild der Arbeitsgerichtsbarkeit, müsse die Garantien sllr eine sinn- gemäße Anwendung des neuen Mietrechts schaffen. Den Per- heißungen der verschiedenen Reichsregierungen müsse endlich die Er- füllung folgen. Beide Redner fanden starken Beifall. In einer einstimmig an- genommenen Resolution wurden die Forderungen zusammengefaßt. Es werden hauptsächlich sofortige Maßnahmen zu entschiedener Senkung der Mieten für Wohn- und Geschäftsräume in Alt- und Neubauten, vor allem auch bei langfristigen Mietverträgen, und die unveränderte Aufrechterhaltung des Mieterschutzes bis zur Schaf- fung eines zeltgemäßen sozialen Miet- und Wohnrechts verlangt. Zwischen zwei Krauen. Ein Totschlagsprozeß in Potsdam. vor den Potsdamer Richtern steht heut« der SOjährig« Weichenwärter fflnftm» Vrüggemaan aus Drewitz, um sich wegen Totschlages bzw. fohrläffigcr Tötung zu verantworten. Am 28. August vorigen Jahres hat der Angeklagte, ein geistig etwas zurückgebliebener Mensch, zwei Frauen, seine Schwägerin Frau Adelheid Müller und ihre Freundin Frau Marie War- zeha aus Nowawes erschossen, als sie auf dem Laubengelände am Horstweg in Nowawes arbeiteten. Der Angeklagt« liebte seit Iahten die wchwester seiner Frau, Adelheid Müller. Er wollt- sie aber nicht heiraten, weil sie ein Augenleiden hatte, das sich auf die Nach- kommen vererb tjjätte. Tatsächlich hat Frau Müller ein blindes Kind bekommen. Seit Jahren pendelte nun dieser nervenkranke Mann zwischen seiner Frau Katharina und der Schwägerin Adelheid. Er beschaffte sich nach und nach zwei Revolver und zwei Selbst- ladepistolen, die er in seinem Dienstschrank aufbewahrte. Der An- geklagte berichtet, daß er von beiden, seiner Frau und seiner Schwägerin öfters verhauen worden sei. Es fanden Ring- kämpfe zwischen den Frauen und ihm statt, wobei man sich die Kleider vom Leib« riß und sich mit allen möglichen Gegenständen bewarf. Trat etwas Frieden in der Ehe ein, hetzte die Adelheid, bis Brüggemann vollständig mit seinen Nerven zusammenbrach. Er wurde bei der Eisenbahn gekündigt, und nun reifte m ihm der Entschluß, die Adelheid zu töten. Als diese mit der Frau Warzeha am 28. August 1930 vormittags auf dem Laubengclände arbeitete, gab er aus zwei Pistolen etwa 7 bis 9 Schüsse auf die Müller ab. Die Schüsse trafen aber auch die Warzeha, und beide Frauen sanken t o t zu Boden. Die Aerzte der Irrenanstalt Görden billigen dem Angeklagten den Z Sl zu. Die Gutachten des gerichtsärztlichen Ausschusses der Provinz Brandenburg halten den Angeklagten da- gegen für geistig normal, der für seiiie Taten voll ver- antwortlich zu machen sei. 30 Zeugen und SO Psychiater sind geladen. Im Laufe der Verhandlung begab sich das Potsdamer Gericht am Nachmitag zum Tatort am Horst weg in Nowawes. Ohne sede Bewegung ließ sich der Angeklagte, der Eisend ahneruniform trug, an den Tatort führen. Mehrere Zeugen bekundeten, daß der Angeklagte noch aus seine Schwägerin Frau Adelheid Müller mehrereSchüsseabgegcben hatte, als sie schon schwer verwundet am Boden lag. Der Angeklagte schoß aus zwei Pistolen. Als man dm Täter festnehmen wollte, bedrohte er seine Verfolger mit den Waffen. Schon Tay« vorher hat Brüggemann das Gelände umschlichen. Er wird als äußerst verschlossener RIensch bezeichnet, der eine * geradezu krankhafte Neigung für Berichte über Blordprozeffe besaß. Hunderte dieser Berichte fand man in seiner Wohnung. Ms eifriger Theaterbesucher suchte er sich nur Stücke mit tragischen Ab- schliissen aus. Bei seinen früheren Vernehmungen hat der Auge- klagte zugegeben, daß er sich das Leben nehmen wollte, seine Schwägerin Adelheid„sollte aber mit hinüber". Seine eigene Frau behandelte er schlecht. In einer Winternacht jagte er sie mit dem Kind aus der Wohnung, so daß sie halbnackt im Obdachlosenheim ankam. Die Verhandlung wurde aus heute jrüh vertagt. Heute erhöhte Polizeibereitschaft. Die Berliner Schutzpolizei wird heute einen schweren Tag lieben. Um 12 Uhr tritt der Preußische Landtag zu- sammen, um 3 Uhr der Reichstag. Außerdem beginnt am Vor- mittag in Moabit der S k l a r e k- P r o z e ß. Da sich das Interesse der Bevölkerung auf die beiden Parlamente und den Prozeß kon- zentrieren wird, werden Absperrungen in größerem Umfang vor- genommen werden. Die Polizei selbst wird sich in erhöhter Marm- bereitschast befinden. Die erhöhte Alarmbereitschaft der Polizei wird sich auch bis auf die Abendstunden erstrecken, da natianalsozta- listische Versammlungen in Wilmersdorf in den Sporthallen in der Brondcnburgischen Straße und im Krieger ver eliish aus in der Chausscestraße stattfinden werden. Genau vor einem Jahr, am 13. Oktober 1930. war auch Reichstagseröffnung, und im Anschluß daran ereignete sich der Schaufenstersturm m der Leipziger Straß«. 200Krankenkassen inBerlin Zusammenfassung und Vereinfachung tut not Berlin ist nicht nur«ine Stadt der Arbeit,«ine Stadt der Parks, eine Stadt der Denkmäler, des Verkehrs und der Arbeits- losigkeit, es ist auch eine Stadt der Krankenkossen. Nicht weniger als rund zweihundert Kassen gibt es In ihren Grenzen. Davon sind 18 sogenaimte Bezirks-Ortskrankenkassen. Es gibt be- sondere Krankenkassen für Buchdrucker, Steindrucker, Buchbinder, Klempner, Gürtler, Schlosser und Mechaniker, Maurer, Tischler und Pianofortearbeitcr sowie für die in der Wäschefabritation Beschäftigten. In diesen Kassen werden auch die BüroangesteUten solcher Betriebe versichert, in denen die Mehrzahl der Beschäftigten zu der betreffenden Berufsgruppe gehören. Daneben gibt es noch rund 100 Betriebskrankenkassen und etwa 60 Jnnungskrankentassen. Hier ist die Zersplitterung besonders ausfällig. Die Bäcker haben nicht weniger als 17, die Friseure 8 und die Fleischer IS Jnnungskrankentassen. Manche von diesen Kassen sind so klein, daß sie kaum 1 0 00 Mitglieder zu versorgen haben. Seit Jahren wird nun angestrebt, auf dem Gebiete des Krankenkassenwesens eine Vereinheitlichung zu erzielen. Die Bestrebungen gehen im Augenblick dahin, wenigsteirs die Bczirtstassen mit der Allgemeinen Berliner Ortskrankenkasse, die im wesentlichen für die Bezirke 1 bis 6(die Bezirke Mitte, Tier- garten, Wedding, Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg) bestimmt ist, zu vereinigen. Die Bezirkskrankentassen sind nun nicht etwa mit dem Gcbietsunrsang des betreffenden Berliner Aer- waltungsbezirks identisch. Es gibt Verwaltungsbezirke, in denen nicht weniger als drei Bezirkskrankenkassen vorhanden sind. Anderer- seits gehört aber z. B. Stralau, das dem Verwaltungsbezirk Friedrichshain eingegliedert ist, zum Lerwaltungsbereich der Ortskrankenkasse Norden, deren Verwaltungsgebäude in der Oranien- lillrger Straße liegt und die die Bezirke Reinickendorf, Pankow, Weißensee sowie erhebliche Teile von Köpenick bis nach Rahnsdorf hin umfaßt. So wird in Berlin auf dem Gebiete des Krankenkassenwesens augenblicklich viel„verwaltet", und die Mitglieder haben das Nack)- sehen: sie sind nämlich dort versichert, wo sie arbeiten. Nun ist es einer der Nachteile der Weltstadt, daß Ungezählte nicht dort arbeiten können, wo sie wohnen. Wer z. B. in Köpenick beheimatet, aber in Spandau beschäftigt ist, gehört zur Ortskrankenkasse in Spandau. Wenn er krank wird, muß er dafür sorgen, daß alle Formalitäten in Spandau erledigt werden, während er selbst vielleicht dazu gar nicht in der Lag« ist. Be! jedem Wechsel der Arbeitsstelle kommt unter Umständen auch ein Wechsel der Krankenkasse in Betracht« Betrieben, die. wie z. B. die Konsumgenossenschaft« Filialen in allen Berliner Bezirken besitzen, ist die Führung einer einheitlichen Kartei bezüglich der Krankenoersscherung der bei ihnen Beschäftigten ganz unmöglich. Bei jedem Wechsel der Arbeitsstelle innerhalb des Betriebes muß unter Umständen eine Ab- und An- Meldung zur Krankenkasse erfolgen. Sowohl der Arbqltnehrner als auch der Arbeitgeber hat bei dem jetzigen System linannehrnlich- ketten zu ertragen, die man beseitigen könnte. Daher halben sich auch die Gewerkschaften auf den Standpunkt gestellt, daß diese Der- einheitlichung des Berliner Krankenkassenwesens im Interesse der Allgemeinheit durchgeführt werden muffe. Hinzu kommt, daß die Leistungen der einzelnen Kassen, denen der Arbeitnehmer ja zwangsläufig angehören muß, ganz verschieden sind. Es sei nur daran erinnert, daß einzeln« Kassen Heime haben, die den Versicherten zur Verfügung stehen, während ander« lediglich Arzt und Medikamente neben dem Krankengeld gewähren. Auch die Beiträge sind bei den einzelnen Kassen verschieden. Der jetzt ernsthaft angestrebte Zusammenschluß der Bezirkskassen mit der Allgemeinen Berliner Ortskrankenkasse soll den Mitgliedern gleiche Rechte und gleiche Pflichten bringen, er soll die Verwaltung im Interesse aller Beteiligten vereinfachen. Es soll«ine zentrale Verwaltung mit einer zweckmäßigen Dezentralisation geschaffen werden. Es soll vor allen Dingen auch erreicht werden,"daß die Mitglieder bei Erkrankungen die ihnen zunächst liegende Verwaltungszweigstell« aufsuchen können. Im ganzen muß die Vereinheitlichung erhebliche Ersparnisse bringen. Die Bestrebungen, die eine solche Vereinheitlichung zum Ziele haben, sind alt. Seit Jahren werden nach dieser Richtung I)in Verhandlungen geführt. Auf vielen Gewerkschaftskongressen sind bereits entsprechende Beschlüsse gesaßt worden. Aber erst jetzt haben acht Kassen eine Kommission aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern gewählt, die die neuen Satzungen durch- beraten sollen. Leider haben auch einige Kassen die Vereinhei:- lichung abgelehnt, unter ihnen die Ortskrankenkasse in W a n n s« e, die ihr« Selbständigkeit natürlich wahren muß, da sie für chre tausend Mitglieder zweifellos„unentbehrlich" ist. Es geht doch nichts über den Pariikularismus, der den Deutscheu durch langjährige Ueberlieferung geheiligt ist. Einige Bezirkskrankentassen haben sich zu den erwähnten Plänen abwartend verhalten. Sicher aber ist, daß der weitaus größte Teil der Mitglieder eine Ver- einfachung begrüßen und unterstützen würde. Dor Eisenöahnaneniäier geiaffl? Berlin und Wien arbeiten gemeinsam. Uttlct dem dringenden verdacht, das Eisenbahnaltentat bei Bia-Torbagy verschuldet zu haben, wurde von der Wiener Kriminalpolizei der Kaufmann Sylvester Wal uschka verhaftet. Um sestzustellen, ob er auch bei dem Eisenbahnattentat in Jüterbog eine Rolle gespielt Hobe, Hat im Laufe des Montag die Wiener Behörde ein Lichtbild des Verhafteten nach Berlin geschickt. Dies« anitliche Aufnahme und eine Privataufnahm«, in deren Besitz man bereits war, wurden unter einer ganzen Anzahl anderer Photos den Frauen aus dein Jnstallationsgeschäst in der Friedrichstraße vorgelegt, in dem in der Zeit vom 6. bis zmn 8. August der als„Materialienkäufer" gekennzeichnete Mann auf- trat. Die Frauen suchten das Bild des Matuschta aus den anderen heraus und erklärten, et könne wohl der Käufer gewesen sei». Diese Bekundung bedeutet noch keinen schlüssigen Beweis, da erfahrungsgemäß bei Bildertennung oft Irrtümer und Fehler unter- laufen. Die Aussöge der Frauen hat somit nicht d«n einwandfreien Beweis erbracht, daß Matuschta der Käufer war, wenn sie auch die Möglichkeit zuläßt. Matuschta hat nach den Ermittlungen auch in seiner Heimat ein unstetes Leben geführt und ist in Begleitung von Frauen oft unter angenommenem Namen in Hotels abgestiegen. Dazu, ob er in den ersten Augusttagen in Berlin gewesen sei, hat er sich noch nicht geäußert. Im Laufe des Montag abend wird im Polizeipräsidium die Entscheidung getroffen werden, wer von der Untcrsuchungs t am- Mission Jüterbog nach Wien reisen soll, um an der Untcrsuchung der österreichischen Behörden teilzunehmen. Matuschta wurde heute weiter verhört. Er verharrt aus dem Standpunkt, an dem Attentat unbeteiligt zu sein. Die Oberstadt- hauptmannschaft Budapest dementierte telephonisch die Gerüchte, daß Mattchhka der Buk» pester Polizei als Kommunist bekannt sei oder einen Bruder habe, der Kommunist sei. Es meldete sich der Ehcruffeur, der Matuschta am 30. Juli zur Munitionsfabrik Wollersdorf und nach B l u m a u gefahren hatte. Matuschta hatte damals dem Ehaufsenr mitgeteilt, daß er Materialien zur Sprengung eines Eifenbetcmrauchfangs sowie für«inen Steinbruch in Ungarn benötige. Der Ehaufsenr erkannte, als er Rlaluschka gegenübergestellt wurde, in ihm seinen Fahrgast wieder. Di« in Budapest geführt« Untersuchung gegen Matuschta hat ergeben, daß er während seines Aufenthaltes in Budapest und in Nogyteteny eine ganze Reihe von Frauenbekanntschasten gemacht hat. Im übrigen erinnern sich die Bahnbeamten an einen Mann, dessen Personenbeschreibung aus Matuschta paßt, der sich ver« sprach, als er eine Karte nach B i c s k e verlangte. Er habe zunächst ein« Karte nach Bio gefordert, Hab« sich aber sofort unterbrochen und eine Karte nach dem genannten Ort verlangt. Matuschta hat sodann in Budapest seinen Mantel in der Garderobe des Ost- bahnhoss gelassen. Dieser Mantel ist nun nach Wien gebracht worden, well, wie es heißt,«in Mann mit einem Mantel in Berlin den bei Jüterbog angewendeten Sprengstoff gekauft bat. Gestern fand im Berliner Palizoipräsidium abermals eine Konferenz statt, an der sich außer Krimmaldiroktor Schatz sämtlich« Kommissar« beteiligten, die zur amtlichen Untersuchungs- koimnisston gehören. Ueber das Ergebnis dieser Konferenz, die lnehrere Stunden dauerte, wird bekanntgegeben: Al« der ungarische Detettwinspektor Peter Halm vor etwa zehn Tagen in Berlin war, wurde im Laufe der Verhandlungen unter den tausend Spuren auch ein« Spur erwähnt, die sich gegen den Wiener Kaufmann Sylvester M a t u s ch k.a richtete. Zu der Zeit mar das gegen ihn vorliegende Material aber noch n i cht- so stichhaltig, daß zu einer Festnahme geschritten werde» konnte. Erst in den letzten Tagen waren die Rachsorschungen, die mit einem geradeza überraschenden Resultat endeten, so weit ge- dichen, daß die sofortige Verhaftung Rtaknfchkas angeordnet wurde. Es steht zweifelsfrei fest, daß er 10 Kilo Ekrasit, 100 Sprengkapseln und 100 Glühzünder gekauft hat, über deren Berbleib oder Ler- wendungszweck er nur höchst unglaubwürdige Angaben machte. Rein zeitlich ist die Möglichkeit begründet, daß diese Sprengmaterialien mit dem Jüterbvger Attentat in Verbindung stehen, zumal die Sprengwirkung bei Jüterbog durchaus die Verwendung von Ekrasit zilläßt. Es ist einwandfrei ermittelt worden, daß Matuschta mehrfach in Berlin gewesen ist. So war er vom 5. bis 11. August von Wien abwesend, über seinen Ausentholt hat er keine befriedigende Erklärung abgeben können. Das Attentat bei Jüterbog wurde in den Abendstunden des 8. August verübt und die Vefchostung der Sprengmalerialiea fällt in die Zeit vom k. bis S. August. Die Berliner Knininalpolizei steht zur Zeit in ständigem tele- phonischen und telegraphischen Bertehr mit den Wiener und Buda- pester Behörden. Aon den in den nächsten Stunden einlausenden Nachrichten kann es schon abhängen, ob Berliner Kriminal- kommisstire nach Wien reisen. Wien meldet Geständnis. Wi« von einri: dcr Polizei nahestehenden Seite verlautet, hat der vorgestern hier verhaftete Kaufmann Matusta nach stundenlangem Verhör ein in die phan- tastischsten Erzählungen gehülltes Geständnis ab- gelegt, bei den Eisenbahnanschlägen von Jüterbog und Biatorbagh Beihilfe geleistet zu haben. Doch wird die Hauptrolle hierbei von MatuSka einer dritten Per, so« zugeschrieben. 3500 Schmutzbücher beschlagnahmt. Die Zentralpolizeistelle zur Bekämpfung des Schundes und Schmutzes in Literatur und bildlicher Darstellung hat wieder ein reichhaltiges Lager ausgehoben. Bei einem Buchhändler in der Kurfürstenstraße wurden nicht weniger als 3ä00 Bücher und eine Unmenge unzüchtiger Bilder gefunden und beschlagnahmt. 29745 Ärzte-Gutachten! Jede Sohne Oualltit jeder Tropfen Genuß jede Tasse Gesundheit das ist Kaffee Hag! In jvdam Paket ein Gutschein, Im Weihnechtsmonat 1931 auf 40 Gutscheine 1»mit Ahsitber-Do»« mit Keife« Hetz gratis Nr. 479» 4S. Iahrgang 2» Dienstag, �3. OkioVer ilSZit Weltfinanz im Kreuzfeuer. Alarmsignale in New 8ork und Paris. Die Wellen der internationalen Finanzkrise gehen jetzt auch in den Ländern hoch, die durch ihren ungeheuren' Goldbesitz gegen ein Uebergreifen der zentraleuropäischcn und englischen Kreditschwicrig- leiten gefeit schienen. Das neue 5)ooverprogramin, das sich ein Auftauen der in den USA. sestgefrorenen Milliardenwerte zum Ziele setzte, erhellte blitzartig die kritische Situation, die in den letzten' Mo- naten in den Vereinigten Staaten Platz gegriffen hat. Be- sonders seit dem Tage, wo die Bank von England ihre Zahlungseinstellung erklären mußte, stand die amerikanische Bank- weit in ein'in gefährlichen Kreuzfeuer. Nicht nur das einheimische Publikum, durch die unheimlich wachsende Serie der Bankkrachs wild geworden, zehrte durch eine umfangreiche Geld- Hamsterei an den Beständen der Banken, sondern mil dein Tage des Pfund-Zusammenbruchs setzte auch vom Auslände her ein Run auf den Dollar bzw. auf die amerikanische Bankwelt ein, der eine äußerst kritische Situation mit sich brachte. So hat die New-Dorker Notenbank seit dem Tage, wo England seinen Goldstandard aufhob— in Mark ausgedrückt—, rund 1,8 Milliarden a n Gold verloren. Die Notenbank ver- suchte, diesen Goldabfluß durch eine Erhöhung des Diskontsatzes van 11, auf 21z Pro;, abzubremsen, dach hielten an den letzten beiden Tagen die Goldverluste mit 28 bzw. 26 Millionen Dollar noch an. Der immer noch sehr niedrige Diskontsatz der New Porker Notenbank— Deutschland hat 8 Proz., England 6 Proz. Diskont— darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß die plötzliche Herauf- sctzung um rund 66 Proz. einer Erhöhung des deutschen Reichsbankdiskontes von 8 auf 13 Pro;, entsprechen würde. Frankreich in der Abwehr. Nunmehr hat als letzte Notenbank in der Welt auch die Bank von Frankreich ihren Diskont als Antwort auf die New-Porker Maßnahmen gleichfalls von 2 auf 21» Proz. erhöht. Dieser Beschluß der französischen Notenbank hat in amerikanischen und englischen Finanz- kreisen unangenehme Ueberraschung hervorgerufen, weil man in diesem Beschluß eine Torpcdierung der ameri- konischen Diskontpolitik erblickt. Man weist darauf hin, daß Frankreich seit Anfang dieses Jahres seinen Goldbestand von 53,6 auf 59,8 Milliarden Franken(fast 16 Milliarden Goldmark) er- höhte und seinen Devisenstand mit 13,8 Milliarden nahezu ver- doppeln konnte. Auch ist Frankreich zur Zeit wohl das einzige Land, in das der Goldstrom noch ohne Unterbrechung fließt. Diese Totsachen könnten in der Tat das Vorgehen der Bant von Frankreich als«inen Angriff auf Amerikas Diskontpolitik er- �uffenausträge und Kahn-Konzern. Kapitalerhöhung der Deutsche Tliles-Werke A.-G. Die Russenaufträge scheinen aus die Entwicklung der D c u t s ch e Niles-Werke A.- G., Berlin- Weißensee, einer Maschinenfabrik, die zum Richard-Kahn- Konzern gehört. günstig eingewirkt zn haben. Der Umsatz des Geschäftsjahres 1936 ist größer als der des Vorjahres gewesen, wobei allerdings zu bedenken ist, daß Ende 1929 zwei andere Maschinenfabriken, die Reiß-Martin A.-G. und die Max Hasse u. Co. A.-G., von der Deutsche Niles-Werke A.-G. übernommen wurden. In diesem Jahre ist auch noch die E s ch e r A.-G., Chemnitz, dazugekommen. Die Bilanzzisfern zeigen infolge dieser Uebcrnohme eine ziemlich starke Erhöhung; aber das Waren- lager erscheint mit 1.64 Millionen Mark nicht höher als im Vor- jähre, ein Zeichen, daß man hier recht kräftig abgeschrieben hat. Da mit 6,16 Millionen Mark der Reingewinn gegenüber dem Vorjahre noch ein wenig gestiegen ist. hätte man auf das 2,5 Millionen-Mark-Kapital sehr gut die Vorjahrsdividendc von 6 Pro;. wieder ausschütten können. Man hat es vorgezogen, diesen Betrag als„B e t r i e b s r e s e r v c" vorzutragen und über schlechte Ver- dienst« zu klagen. Vielleicht hat zu dieser Maßnahme auch die Tatsache beigetragen, daß die Schulden des Unternehinens von 1,9 auf 4,2 Millionen Mark gestiegen sind. Dies« Erhöhung der Schulden hängt zum Teil mit der Uebernahme der Escher A.-G., zum Teil mit der F i n a n- zierung der Russenausträge zusammen. Ilm die Schuldenlast (darunter 2,17 Millionen Mark Bankschulden) zu verringern, wurde scheinen lassen, doch würde eine derartige Annahme den Kern der Dinge nicht treffen. Die Diskonterhöhung der Bank von Frankreich ist im Grunde nichts anderes als eine Vcrteidigungsmaßnahme. Die Bank von Frank- reich will damit einem Sturm auf die französischen Banken, für den schon bedrohliche Anzeichen vorhanden sind, vorbeugen und sich zu- gleich gegen einen Run ausländischer Kapitalisten, die in großem Umfang in Frankreich ihr Geld angelegt haben, wappnen. Mit einem Wort: Die Bank von Frankreich will nicht in das gleiche Kreuzfeuer geraten, in dem sich jetzt die amerikanische Bankwclt mühsam zu behaupten sucht. Verhängnisvolle Auswirkungen muß eine derartige Politik der Bank von Frankreich allerdings dann zeitigen, wenn sie auf lange Sicht dieser Politik gegenüber jeder internationalen Zu- s a m m c n a r b e i t den Vorzug gibt. Währungsdebaiie in Basel. In Basel, dem Sitze der B. I. Z., Hot am Sonntag die Kon- fcrenz der Notenbank-Präsidenten begonnen, die durch die erstmalige Anwesenheit des amerikanischen Vertreters Burgeß eine besondere Note erhielt. Im Mittelpunkt der Debatte stand die Frage einer engen inter- nationalen Zusammenarbeit der Notenbanken. Zunächst stellte der amerikanische Vertreter diese Forderung sehr nachdrücklich auf, wo- bei er den Willen der Federal Reserve-Banken zur Mitarbeit deut- lich zum Ausdruck brachte. Der Gouverneur der Bank von England erklärte zu der Abwertung des Pfundes, daß sich ein Termin für die Stabilisierung der englischen Währung noch nicht angeben lasse. Voraussetzung hierzu sei eine tatsächliche Solidarität der Notenbanken, die der internationalen Wirtschafts- Verflechtung wirklich entspreche. Eine internationale Goldkonfcrcnz müsse baldigst einberufen und eine ökonomisch-vernünftigc Verteilung des Goldes in Angriff genommen werden. Diesem Vorschlag widersprach der Gouverneur der Bank von Frankreich heftig, indem er erklärte, daß eine internationale Zwangswirtschaft des Goldes keinen Ausweg aus der gegenwärtigen Situation darstelle. Der amerikanische Vertreter erklärte daraus in ziemlich scharfer Form, daß nur gemeinsames Vorgehen Rettung verspreche und jede Absonderung sich auch an dem Lande, das sich isoliere, einmal schwer rächen müsse. Einen sehr guten Eindruck hinterließ aus der Konferenz die nachdrückliche Erklärung Dr. Luthers, daß Deutschland am Goldstandard festhalten werde. eine Erhöhung des Kapitals von 2,3 auf 3,8 Millionen Mark beschlossen; die neuen Aktien übernimmt der Großaktio- när, die�Kähn G.m.b.H.'Gegen die Kapitäleryöhüng gaben zwei Mindcrheitsaktionärc Protest zu Protokoll; sie behaupteten, die Kahn G. m. b. H. habe zum Schaden der Nile? A.-G. gehandelt. In das neue Geschäftsjahr ist die Gesellschaft mit vergrößertem Auftragsbestand eingetreten. Neuer Kredit für Karstadt. Der W a r e n h a u s k o n z c r n K a r st a d t hat zur Fertig- stc�lung der noch im Bau begriffenen 5)äuser in Berlin, Bremen und Essen von dem ihm nohestchendcn Bonkenkonsartium einen neuen Kredit in Höhe van 15 Mil- lionen Mark erhalten. Dieser Kredit darf für die bevor- stehende Weihnachtssaison um 5 Millionen überschritten werden. Voraussetzung für diesen neuen Kredit ist. daß dem Unternehmen die bisherigen Bankkredite für eine bestimmte Zeit nicht gekündigt werden und daß sich die deutschen Kreditgeber des Karstadt- Konzerns mit einer Senkung der Zinsforderungen einverstanden erklären. Zu gleicher Zeit ist beschlossen worden, den finanziellen Stand Karstadts dadurch zu entlasten, daß das Unternehmen die rund 36 Millionen Aktien der Epa-Emhcitsprcis(davon 9,1 Millionen zu 25 Proz. eingezahlt) zum Kurse von 165 Proz. an die Banken- gruppc verkauft. Durch dieses Geschäft verringern sich die Bankschulden um etwa 24,5 Millionen. Die Pleite bei Wicking. Bekenntnisse ans der Generalversammlung. Die mit Spannung erwartete Generalversammlung des Zementkonzerns Wicking brachte zutage, daß dieses ehemals mächtigste Zcnicntunternehmen Deutschlands und Beherrscher des Westdeutschen Zementsyndikates aus dem letzten Loch pfeift. Der Leiter der Versammlung, Geheimrat Bürgers, zweiter Vorsitzender des Aufsichtsrats, sah sich zu dem traurigen Bekenntnis gezwungen, daß der Wicking-Konzern um einen sofortigen Konkursontrag nicht herumkommen könne, wenn nicht im letzten Augenblick die Verschmelzung mit der Dpckcrhoff A.-G. durchgeführt würde. Obwohl den Aktionären, die vor einem Trümmerfelde stehen, begreiflicherweise alles andere als lächerlich zumute war, rief ein ungewolltes Selbstbekenntnis des Herrn Ge» heimrat Bürgers allgemeines Gelächter hervor. Herr Bürgers, vielfaches Auffichksratsmitglicd in der deutschen Industrie, erklärte nämlich mit tödlichem Ernst, daß die Entwicklung des Wicking-Konzerns geradezu ein Schulbeispiel für die Entwicklung der gesamten deutschen Wirtschaft sei. 2Nit dieser Feststellung hat der zweite Aussichtsratsvorsihcnde in der Tat den Nagel auf de» Kopf getroffen. Im übrigen nahm die Gcnerawersammlung einen ziemlich stürmischen Verlauf.-Besonders heiß umkämpft wurde die Frage der zehn Millionen Vorratsaktien, die» seinerzeit nur zu 25 Proz. eingezahlt wurden. Die Opposition wehrte sich besonders dagegen, daß die Stammaktien in dem bekannten Verhältnis 5: 1 zusammen- gelegt, also auf einen Bruchteil ihres Wertes abgestempelt werden, während diese Vorratsaktien von der Verwallung eingezogen werden sollen. Hierdurch glauben sich die Aktionäre, offenbar mit Reicht, sehr geschädigt. Die Generalversammlung ging am späten Abend noch weiter. 41 proz. Beschäftigungsgrad imMaschinenbau Inlands- und Auslandsgeschäft gleich schlecht. Wie der Verein Deutscher Maschincnbauanstal» t e n mitteilt, blieb der Auftragseingang des Inlandes auch im Scp» tember ganz gering. Auch die Anfragetätigkeit wies nicht die ge- ringftc Belebung auf. Die Bestellungen des Auslandes erreichten einschließlich der Russenausträge im September nicht einmal den Augusteingang, obwohl dieser bereits erheblich unter dem Stande des Juli lag. Der Beschäftigungsgrad ging daher weiterhin auf 39,7 Proz. der Sollbeschästigung zurück, während die durch- schnittliche Wochcnarbeitszeit auf 46,8 Stunden sank. Von den verschiedenen Zweigen des Maschinenbvues waren der Textilmaschinenbau sowie der Schlepper-, Wasserturbinen- und Ben» tilatorenbau etwas besser beschäftigt. Im Auslandsgeschäft lagen einige Aufträge für Metall- und Holzbearbeitungsmaschinen, Diesel- motoren und Bergbaumaschinen vor. In den übrigen Zweigen war der Auftragseingang stark rückgängig. Insgesamt hat sich im dritten Quartal 1931 die Lage im ge» samten deutschen Maschinenbau weiter verschlechtert So sank ins» besondere der Eingang von Auslandsaufträgen, die in letzter Zeit fast zwei Drittel sämtlicher Bestellungen ausgemacht haben, bis zum September wieder auf den Tiefstand des Monats Mörz zurück. Der gesamte Auftragseingang in der TNafchinenindustric lag im dritten Quartal 1931 um 16 Pro;, niedriger als im vorhergehen- den Quartal, um 36 pro;, niedriger als in der gleichen Zeit des Vorjahres und um 56 Proz. unter dem Auftrogseingang des dritten Quartals 19Z9. In den gleichen Zeitabschnitten sank der Vefchäf- ligungsgrad von 69 Vroz.(1929) und 53 Pro;.(1936) auf 41 Proz. im abgelaufenen Vierteljahr. Voraussichtlich starke Einschränkung der Zuckerproduktion. Nach der Okioberumfragc der Internationalen Vereinigung für Zucker- statistik ist mit einer überraschend starken Verringerung der Zuckerproduktion zu rechnen. In Deutschland werden vor- aussichtlich nur 162,5(im Vorjahr 161,4) Millionen Doppelzentner Rüben verarbeitet werden. Die deutsche Zuckerproduktion wird im Zuckerjahr 1931/32 voraussichtlich noch nicht 15 Millionen Doppelzentner Rohzucker betrogen. Gegenüber der letztjährigen Produktion von 25,2 Millionen Doppelzentner würde das eine Ver- ringerung um mehr als 46 Proz. bedeuten, während man bisher mit einem Rückgang um etwa 26 Proz. rechnete. Die Zucker» erzeugung Europas wird vermutlich um etwa ein Drittel, von 6.2 auf'4,2 Millionen Tonnen Rohzucker zurückgehen. An dem Rückgang sind alle Länder beteiligt mit Ausnahme Oesterreichs, dessen Produktion um etwa 3 Proz. steigen dürfte. Die Goldwährung in Zinnland ausgehoben. Die sinnische Gold- Währung ist heute bis auf weiteres aufgehoben und der Dis- kontsatz von TA auf 9 Proz. erhöht worden.- Letriebsratswahl bei der BVG. Kreie Gewerkschaften behalten die Führung. .jlern fanden bei der Berliner B e r k e h r s- A- G. die euwahlen des Betriebsrats statt. Zu den Wahlen im März dieses Jahres hatten die N a t i o n a l- i o z i a l i st e n eine Liste eingereicht, die den Bestimmungen des Betriebsrätegesetzes nicht entsprach und deshalb vom Wahlausschuß für ungültig erklärt wurde. Obwohl diese Liste nicht den Bor- schriften des Bctriebsrätegesetzes entsprechend ausgefertigt war, hat sie das Landesarbeitsgericht dennoch für gültig erklärt. Die Neuwahl fand in einer denkbar ungünstigen Zeit statt. Auch das Personal der BVG hat bereits einen Lohnabbau hinter sich und ist außerdem durch Kurzarbeit und Feierschichten zu erheblichen Ein- schränkungen gezwungen Ein neuer Lohnabbau droht. Alle diese Maßnahmen wurden von den Gegnern den freigewerk- schaftlichen Betriebsräten in die Schuhe geschoben und bei der Vor- bereitung der Betriebsratswahl zu einer wüsten Hetze gegen die freigewerkschaftlichen Kandidaten ausgenutzt. Dieser Ansturm hat die Stellung der freien Gewerkschaften in der BVG. nicht zu erschüttern vermocht, wenn sie auch etwas ge- schwächt wurde. Bei dem nachstehend angeführten Ergebnis sind die Vergleichszahlen der Wahl vom 23. März d. I. in Klammern an- geführt. Von den 22 716 wahlberechtigten Arbeitern haben sich 19 211 an der Wahl zum Arbciterrgt beteiligt. Für die frei- gewerkschaftliche Liste wurden 81S0(9719) Stimmen ab- gegeben, für die christliche Liste 623(736), für die Liste Butgereit (deutschnational) 939(1112), für die Gewerkschaft Deutscher Eisen- bahner(christlich) 1390(1811), für die RGO. 6306(SS46) und für die Nazis 1344 Stimmen. Im Arbajterral erhalten demnach die freien Gewerkschaften 14(16) Mavdate, die Christen 1(1), die Deutschnationalen 1(1), die Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner 2(2), die RGO 10(9) und die Nazis 2. Von den Ange st eilten gaben für die freigewerk- s ch a f t l i ch e Liste 1137(1139) ihre Stimme ab für die Nazis 233(0) und für die gemeinschaftliche Liste des christlichen Gedag und des Hirsch-Dunckerschen GdA. 221(486). Die Mandatsverteilung im Angestelltenrat bleibt die gleiche wie im März dieses Jahres. Von den zwölf Angestelltenratsmitgliedern entfallen auf die freien Gewerkschaften 9, auf die Nazis 2 und auf die Gedag-GdA.-Liste 1. Die zwei Nazisitze hatten bisher Gedag und GdA. inne. Im B e- t r i e b s r a t haben die freien Gewerkschaften 13(18) Sitze, die Christen 0(1), die Liste Butgereit 1(1). die Gewerkschaft Deut- scher Eisenbahner 2(2), die RGO. 9(7), die Nazis 3(—•) und der Gedag bzw. GdA. 0(1). Die freien Gewerkschaften stehen nach immer in der BVG. an überragender Stelle Sie hoben insgesamt 9287 Stimmen auf sich vereinigt. Sie haben von 30 Betriebsratsmitgliedern 13. In weitem Abstand folgt mit 6306 Stimmen erst die RGO., die noch bis zum Jahre 1929 in der BVG. die absolute Mehrheit hatte. Die Nazis, die die freien Gewerkschaften an die Wand drücken wollten, haben mit ihren 1344 Stimmen zur Hälfte den Verlust der bürgerlichen Verbände aufgefangen; der Rest ihrer Wähler setzt sich aus einigen gewerkschaftlich und politisch Indifferenten zusammen, die bei' jeder Wahl schwanken. Gegenüber der Wahl im Jahre 1930 haben sie ihre Stimmen nur um 433 vermehrt. Immer wieder die Z�eichsanstalt! Die Folgen des Versicherungsabbaus. Die Verkürzung der Unterstützunzsidauer in der Arbeitslosenversicherung und Saisonunterstützung wirkt sich jetzt in der Praxis aus. Gut 10 Proz. der unterstützten Arbeitslosen sind mit dem 3. Oktober aus der versichern ngsinäßigen Arbeitslosenunterstützung aus- gesteuert worden. In den Städten und in den Gegenden, in denen die Krrsenunterstlltzung für die dortigen Bewohner zugelassen ist. sind min die ineisten von den Ausgesteuerten in die Krisen- u n t e r st ü tz u n g gekommen. Aber all« Jugendlichen unter 21 Jahren, verschiedene Berussgattungen wie z. B. Hausangestellte und viel angeblich nicht Bedürftige sind auf Grund der besteheilden Bestimmungen vollkommen, ausgesteuert worden und stehen vor der Tür der Wohlfahrt. Auf den Arbeitsämtern ist infolge der Mehrarbeit, und zwar durch Aussteuerung und Neuontragsausilahnie für die Krisenfllrsorg« «ine derartige Ueberlastung des Personals eingetreten, daß von einer ordnungsgemäßen Abfertigung des Publikums nicht mehr gesprochen werden kann. Das Publikum wird drei-, viermal und noch öfter von einer Stelle zur anderen gejagt und wiederbestellt. Die Reichsanstalt spielt ein Spiel mit dem Feuer, wenn sie dem Personal immer neue Arbeitslasten aufbürdet, während die Geduld des arbeitslosen Publikums unnötig und unsinnig auf die Probe gestellt wird. Entweder man stellt Au s h i ls s p e rs o n a l. ein, oder ober man oeranlaßt die automatische lleber.führung in die Krisenfürlorge, um dem Personal die Zeit zur Nachprüfung der Unterstützungsansprüche zu lassen. Reiter der Erwerbslosen. Die Arbeitslosen blieben dem Sportpalast fern. Im Sportpalast sollte am Sonntagabend eine große Erwerbs- losenkundgebung steigen, zu der ein sehr nebelhaftes Gebilde, ein sogenannter Deutscher Erwerbslosenverband, aufgerufen hatte. Bn der Ueberfütterung der Erwerbslosen mit Parolen aller Art war vorauszusehen, daß diese Kundgebung ins Wasser fallen würde. Etwa 1000 Personen hatte» an der Spörtpalastkass« 10 Pf. Eintrittsgeld bezahlt, um sich entweder die neuen Heilsapostel anzuhören oder Krakeel zu machen. Die Galerien und drei Viertel des Parketts warteten jedenfalls bis zum Schluß der Veranstaltung auf Besucher. Mit einem Gröhl- und Pfeifkonzert, ausgeführt von abkommandierten kommunistischen Stoßtrupps, be- gann diese„Massenkundgebung". Als die Veranstalter einem kommunistischen Redner eine halbstündig« Redezeit zugesichert hatten, konnte der Haupwrrnngeur in diesem Erwerbslosenverbändchen eine Weil« etwas von seinen phantastischen Plänen erzählen. Sie gipfelten darin, die Arbeitslosigkeit durch Masfenansiedlung von Erwerbslosen, durch die„Schaffung von Mil- lionen Selb st versorgern" zu beseitigen. Dann bestieg ein Kommunist die Rednertribüne. Nachdem auch er mit seinem Latein am Ende war, gab es wieder ein Johl- und Kindertrompetenkonzert. Der kommunistische Stoßtrupp zog dann singend und lärmend in eine der gähnend leeren Ecken des Sportpalastes und verkrümelte sich beim Eintreten des herbeigerufenen Ueberfallkommandos. Der Herr vom Erwerbslofenoerband erzählte dann noch ein,. Weilchen etwas vom deutschen Bodenrecht, bargeldlose ni Verkehr, Einführung eines Lagerechtes und dergleichen. Mit Recht wurde von einigen Erwerbslosen nach dieser überflüssigen Veranstaltung die Frage ausgeworfen, wer diesen Erwerbslosen- rummel, der immerhin einige tausend Mark gekostet haben mag, finanziert hat. Gegen die Reaktion! Angestellten-Kundgebung in Essen. Essen, 12. Oktober. In einer stark besuchten Kundgebung des Gaues Rhein- land-Westfalen im Zentraloerband der Angestellten ergriff Regierungspräsident Bergemann, Düsseldori, das Wort zur Frag« der Sicherung des Tarifvertrag- und Schlichtungswesens. Er erklärte mit aller Bestimmtheit, daß die preußischen Behörden nach wie vor für den gesetzlichen Schutz des Taris- und Schlichtungswesens auch über die gegenwärtige Krise hinaus eintreten würden, da in einer von allen solchen Bindungen befreiten Wirtschast die Arbeitnehmerschaft am härtesten zu leiden hätte. Die Gewerkschaften müßten allerdings bei Tarif- und Schlichtungsverhandlungen den wirtschaftlichen Grundgesetzen(Ver- hältnis zwischen Angebot und Nachfrage, Beeinflussung des Preises durch die Selbstkosten usw.), Rechnung tragen. U ck o, Berlin, erklärte in seinem Vortrage, daß die Arbeit- nehmer aller Schichten wie beim Kapp-Putsch zum Mittel des General st reiks greifen würden, wenn etwa eine Rechts- regierung ihre Rechte antasten sollte. Kommunalbegmte und Notverordnung. Ein Mahnruf und eine Warnung. Der Verbandsoorstand der Reichsgewer tschaft Deut- scher Kommunalbeamten nahm am Sonntag folgende Eni- schließung an: Die ständigen Angrisse der Unternehmer auf die soziale und wirtschaftliche Stellung der Arbeitnehmer haben dazu geführt, daß durch Notverordnungen auch die Lebenshaltung der Berufsbcamten auf einen unerträglichsn Tiefstand herabgedrückt und die Rechtslage chres Arbeitsverhältnisses erschüttert worden ist. Reich, Länder und Gemeinden haben zum Ausgleich ihres Finanzbedarfs Maßnahmen ergriffen, die für die Beamtenschaft untragbax sind; hierbei hat die Kommunalbeamtenschaft durch sperrgesetzliche Vorschriften eine ganz besonder« Herabsetzung ihrer Bezüge hinnehmen müssen. Die Unternehmer wollen ab«r nicht nur das Berufsbeaistten- tum vernichten, sie richten ihren Angriff vielmehr mit«den- solcher Wucht gegen di« Sslb st Verwaltung und öffentliche Wirtschaft. Ihre Bestrebungen werden durch die Maßnahmen der Regierungen leider lebhaft unterstützt. Das Berufsbeamtentum ist durch die Notverordnungen in seiner Existenz gefährlich bedroht. Ab«r ebenso groß sind auch diestaatspolitischen G«fahren» die aus diesen Maßnahmen entstehen. Der Verbandsvorstand warnt die verantwortlichen Stellen vor der Fortsetzung der bisherigen Politik. Der Wederaufbau ist-durch Lohn- und Gehaltskürzung nicht in Gang zu bringen. Er ver- urteilt die einseitige Belastung der Arbeitnehmer und verlangt die Heranziehung der Leistungsfährzen. Die Kollegenschaft weift darauf hin, daß die gemeinsamen An- griffe der Unternehmer und Regierungen nur in starker Ke- w e r k s ch a f t s f r o n t mit allen übrigen Arbeitnehmern wirksam bekämpft werden können, und er richtet an sie die dringende Auf- forderung, durch unverbrüchliche Treue zur Organisation und tätiger Mitarbeit alle Angrisse überwinden zu Helsen. Mahaim Nachfolger von Fontaine. » Präsident des Verwaltungsrats des IAA. Gens, 12. Oktober. Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes, der heute nachmittag zu feiner 33. Tagung zusammengetreten ist, hat an Stelle seines langjährigen, kürzlich verstorbenen Präsidenten Arthur Fontaine(Frankreich) den Vertreter der belgischen Re- gierung, Professor M a h a i m, einstimmig zum Vorsitzenden ge- wählt. Professor Mahaim ist ein weit über die Grenzen.seines Landes bekannter Sachverständiger auf dem Gebiete der Sozial» Politik und der internationalen Sozialgesetzgebung. An der Grün- dung der internationalen Arbeitsorganisation hat er führend mit- gewirkt. Im Jahre 1921 war er belgischer Arbeitsminister im Kabinett Carton de Wiart. Abwehrstreik bei Linke-Hosmann. Breslau. 12. Oktober. Bei den Linke- Hosnwnn- Busch- Werken in Breslau sind etwa 1800 Arbeiter in einen Proteststreik gegen die beabsichtigte teilweis« Herabsetzung der Akkordüberverdienste bzw. der Leistungs- Zulagen getreten.(Der Tarifvertrag ist am 1. Oktober abgelaufen, ohne daß es bisher zu einem Neuabschluß gekommen wäre. Der tarifliche Spitzenlohn beträgt in der Breslauer Metallindustrie nur 79 Pf.). Den Metallschiedsspruch für hager.. Schwelm mit 6prozentig«r Lohnkürzung, den die Unternehmer ablehnten, haben die Gewerk- schaften angenommen und seine Verbindlichkeitserklärung beantragt. Kursbeginn der Berliner Gewerkschafisschnle. Heute, Dienstag, 13. Oktober, beginnen solgenbe Kurse der Berliner Sewerkschastsschnle: Gew. 8; Bctriebswcrtschast fitr Anfänger. Lehrer: Fritz Fricke. Am Unterrichtsraum der Berliner Kewerkschaftsfchul«, Berlin, Engel. Ufer 24— 25, II. Hos, 1 Treppe rechts.— SO. 15: Sozialpolitischer Anfänger. kursus. Lehrer: Otto Bach. Im Leibniz-Gymnasium, Mariannenplatz 27—28.— 0. S: B°.........."~--.—v vx._ Lhzeum, te.t'.' jüljr fllr jeden Ludn>ig Loewe und T?p»gr»ph. Wichtige Fraktionsversammlung Donnerstag, dem 15. Oktober, Ikzz Uhr, im Lokal Luttenstr. S. Der Fraktioasnorstand der SPD. Betrieb» sraktio» der SPD..Arbeiter. Angestellt!;« u-d Be-intcn der Stadt Berlin(Zentrale Dera-altung-n). Freitag, 1«. Oktober. 19v£ Uhr; im'Bitrgersaal des Rathauses, Eingang Känigilratzs, Hauptportal, Mll. . aliederverfammlung. Stadtkämmerer Asch spricht Uber:„Die Finanz. läge der Stadt Berlin und ihre Auswirkungen auf die städtischen Be. triebe und Verwaltungen sowie aus die Arbeiter, Angestellten und Beamten". «rb tag, 15. Straß«.. Kuttner, M. d.£., übet;„Justiz— Republik— Faschismus". Freie Gewerkschafts-Iugend Berlin >eute, 19>z Uhr, eim Sportplatz Gruppenheim Adlershof,... weide: Jugendheim Niederschöneweide, Berlincr Str. 31(Mädchenschule im Keller). Rechte und Pflichten des Betriebsrat».— Pankow: Jugendheim Kissingenstr. 48, Zimmer 5. Lichtbildervortrag: Ranch steigt au» dem Schacht. — Ecwerkschaftshaus: Engeluser 24—25, Saal IX, Proletarische Dichtungen und Erzählungen.— Landsderger Platz: Jugendheim Große Frankfurter Straße 18, II Treppen, Zimmer 8. Theo Maret liest:„Aus der Art geschlagen". — Wcdding: Jugendheim Willdcnowstr. 5, 2 Treppen, Zimmer 11. Lustiger Heimabend.— Steglitz: Jugendheim Flemmingstr. 14d. Fremdenlegionär Mar- tinat erzählt.— Reu-Lichteuberg: Jugendheim Sunterstr. 44. Wa» ist Frei» maurertum?— Franksurier Allee: Städt. Jugendheim Litauer Str. 18. Die sozialistischen Ougendorganisationen.— Lichtenberg: Jugendheim Dossestr. 22. Wandern und Schauen.— Ostend«: Jugendheim Kailshorst, Treskowakle« 44 (Kant.Schule). Schon ab lg Uhr. Bericht vom Gewerkschaftskongreß in Frank- kurt am Main.— Treptow: Schule Wildcnbruchstr. 53—54(Hortzimmer). Zugang Graetzstraße. Unsere Arbeiterführer— Lassalle.— Arnawaldee Platz: Jugendheim Christbnraerstr. 14. Der Frankfurter Gewerkschaftskongreß.— Moabit: Jugendheim Lehrter Str. 18— IS. Liederobend. Iugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten S Heute, Dienstag, finden folgende Beranstaltungen statt: Lichtenderg: Jugendheim Sunterstr. 44. Kurzreferate Uber Gegenwartsfraqen der Gewerkschaftsbewegung.— Rardwcst: Jugendheim Lehrter Str. 18— 19. Vortrag:„Was sind Wcrkvcreine?" Referent: Kunkel.— Der Sprech» und Be» wegungschor Übt ab 29 Uhr in der Turnhalle Baruther Str. 29. Ziehrnng 1. Klasse: 21. u. 22. Oktober Wesenilida werbesserrfer CjiewiMipBon Pliilionen 5 Gewinne auf SOOOOO Lose Ausspielung in 5 Klassen insgesamt rund 114 raillionen KPl ÜLffiftiel-Eose SS RM m Viertel-Lose 4 ER RM Gänze Lose RM Halbe Lose RM Doppel-Lose RM bei aiien Slaafllotterie-Einnehniernroii Grofi-Dcrlln (§ 9 des Plsnes) OficbstgewiHD auf 1(Tanzes los 2Pr3iDien zu je 2 Oewinne zu je 2 Gewione zu je 20Bwiniii zu je 12Gewii)i zu iraillion Wer braucht Leute vom Film? Das Arbeltsamt Mitte bittet uns mitzuteilen: Wer braucht Mitarbeiter zu Filmaufnahmen? Das Arbeitsamt Berlin- Mitte hat unter Mitwirkung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- Organisationen der Filmindustrie die„Tekümafi", eine Melde- stelle für alle technisch und künstlerisch am Film Mit- wirkenden geschassen. Diese Meldestelle besitzt in einer sorgfältig gcsülhrtcn Kartei die Adressen aller für den Spielfllm in Frage kommenden Mitarbeiter, wie Autoren, Musikautoren, Zlrchitekten, Kameraleute, Regisseure, Auf- nahmeleiter, Tonmeister und Cutter. Auch Spezia- listen jeder Art weist sie nach, zum Beispiel: Kunstmaler und Modellher st eller für Trickaufnahmen, Aus- nah m e op c ra t e u r e für Aufnahmen von Fabri- kationsvorgängen, medizinischen Operationen, Flugzeug-, Zeitlupen-, Expeditionsaufnahmen usw. mit und ohne eigene Apparatur. Alle bei der Meldestelle Eingeschriebenen haben«inen Nachweis über ihre bis- herigen Arbeiten geführt. Es besteht daher größte Gewähr dafür, daß dem anfragenden Arbeitgeber nur wirklich brauchbare Fach- leute zugeführt werden. Wer Mitarbeiter zu Filmausnahmen braucht, rufe an: V 2 Weidendamm 0017, Hausapparat F 33 „Tekümafi", Besselstraße 221. Fürstenabfindung. Grotzpensionen und Erwerbslose. Zu diesem Thema beruft die Deutsche Liga für Menschenrechte für Mittwoch, den 14. Ottober, 20 Ilhr, in die Kammersäle, Teltowcr Str. 1— 4 (Nähe Hallesches Tor), eine Volksversammlung ein, Allgemeine Wetterlage. 4934, abds. Ganz Mitteleuropa lag heute im Bereiche des ausgedehnten Hochdruckgebiets, das schon eine Reihe von Tagen unser Wetter beherrschte. Nur im östlichen Küstengebiete herrschte stärkere Be- «Slkung vor: daher war es hier auch mittags ziemlich kühl. Im übrigen Reiche war es heiter und mittags sehr mild. Meist wurden 18 bis 21 Grad Celsius im Schatten erreicht. Das 5iochdruckgebiet weicht jetzt langsam noch Osten zurück. Da ober das zu ihm gehörige Schöinvettergebiet weit nach Osten reicht, dürste es auch morgen unser Wetter bestimmen. Eine Randbildung des nordwestlichen Tiefdruckgebiets, das sich an der Front etwas kühlerer Luftmassen polaren Ursprungs gebildet hat, dürfte uns erst zum Mittwach er- reichen, und Bewölkung mit nachfolgenden Niederschlägen und Ab- kühlung bringen. » Dclteraussichtcn für Berlin: Abgesehen von Morgennebeln heiter, nach kühler Nacht am Tage lehr mild. Für Deutschland: Im Nordwesten zunehmende Bewölkung, später auch Regenfällei im übrigen Reiche noch weiterhin beständiges Hcrbstroettcr, nachts im Süden und Osten oereinzett Bodenfrost. Swsr»d>i»ze» für dies« Ribr» find » e r l t» S««. Ui-deoftraß- 3, parteinachrichien�M�für Groß-Berli« stet»»n t>« De»ire»I«krrt»r>at Z.$»f, 2 Treppe» recht», ,» richte» Beftinn aller Veranstaltungen lÖVs Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! heute, Dienstag. 13. Oktober: 1 Peeichtipunq! Heim Wailenste. 1» l nicht Wiese»ste-b«).«ewee»»- ' lole-tusamnieutinst 15 bis 18 Uhr. Heiterer«achmitt»,,.«r»»Ne Scheirr. , ej-ia«teaileutr Berq. Beginn des Kursus Mathilde Wurm Uber die Frau w«t u" Politik. Weltliche Schule. Danzig-r Str. 23. .-..�«„u.bcrn. Heute B««i°n de»»uesu. De. vtt» Mämher- Zlommunistisch« Manisest und dir Senenwart' i» der Waisertarft«.»,»t. SUiMn ,u der am Freitag, dem 1«. Oktaber, 2» Uhr. im Orpheu«� Patt- findenden Veraufteltuag der Aktuelle» Alei«'ztuustbüh»e: ,,Am laufende» »a»b der Reit* iind an der«bendlagr»um Preise»o» 40 Ps. z» habe». Ii. Abi. Feitspielprad- Schwrdter FtstlSle, öchwedter Str. 23. ». ah», 20 nhr bei SRirfctt, Sttlnmetzstr. 36«, Funtiiun-rsiSung-. 15 Aht Mitglied erveesammluna bei Krüger, Husfitenstr. 34, Ecke Schrriug- tlrabe Zicicrent: August Zliemann. 4«. Abt.' Diskusstonsabend jüngerer Genossen um 18',z Uhr Brangel» Eck« a.»dt �Restaurant Bergschlosthöhe, Karlsgartenstr. 6— 11. Ahteilungsver- ' sammlung. Rckcrent: Genosse Hcrm. Saruts» M. d. S. Am Mittwoch ,m Restaurant von Genosse Flcckinger, Wltzmannstr. 1p, Borstands, Ihung. 108.«rt 1«S. Abt. Junge Part-igenossen 20 Uhr RadioabhSrabend7. Abt. Patzcnhofer, Landsberger Allee 24— 27. Außerordentliche Mitglieder. Versammlung. Referent: Earl Werner, M. d. 2. 35. Abt. Di- Zohlabende fallen zugunsten der Krcismitgliederversammlung am 23. Oktober au«. Mitgliederversammlung am 21. Oktober um 20 Uhr. Stiihere Mitteilung erfolgt noch. 3». Abt. Bgugewerkshaus, Großheerenfkr. so. Referrnt: Wolfgang Schwär». 35».«it. Zahlmorgco. 5 Uhr i» kotal Heinrich, Ariedrichpr. 212. Refr»»t: Oswald Rienau. tL Abt. Fneseufchlößcheu, Friescnstr. 14. Referentin: Senosfin Marie An. sorg«, M.». R. 42. Abi. Blüchorslll«. Blücherstr. 61 Referent: Baltin H artig. 43. Abt. Raabe, Fichtestr. 22. Referent: Genosse Buchwttz, M. b. R. 44. Abt. Schulaula Martannenstr. 47. Referent: Dr. Hamburger, M. b. S. 4«. Abt. Schulaul«. Görlißer Str. 51. R-f«r-ut»ietor SSrifs. 57. Abt. Großer Saal de» Gewerckschaftshansee, Engclufcr 2tT>. Referent Bernhard Krüger. 45. Abt. Dresdener Garten, Dresdener Str. 45. Referrnt Günther Joachim. öl. Abt. Wohlfahrtssaal, Könlgin-Elisabeth-Str. 6. Referent Max Fechner, M. d. L. K. Abt. 20 Uhr Lokal Koffke, Kaiserin-Auausta-Allee 81. Ref. Äurt Baurichter. — Gruppe Girmen» stobt. Lokal„Zur Wartburg", Nonuenbammallee. Refe. rentin Hertha Gottheit. 33. Abt. Lokal Last,.Zum Bußbauar-, Straße 12 am Berbiudangelanal In Plötzens-r. Sief. Franz Metz, M. d. R. 114 Abt. Zugendhei«. Rofüienstr. 4. Referentin Margarete Sehenbaloi»»i» öS. Abt. Renner, Wilmersdorfer Str. 21. Sief. Gen. Schefkel. M. d. R. »5. Abt. Autzerorduuliche Mitgliederversammlung bei Luskowiak, Holtzeudorff. straß« 2ö. Ref. Albert Falkenberq. M. d. R. 87. Abt. 20 Uhr im mrteren Saal des Schiller-Refdoudants. Bismorckstr. 110. Johanne» Stelling, M. d. R.:..Katastrophen Politik oder Paltttl der 55«, nunft?* Gruppenabende im Oktober fallen aus. SS. Abt. 20 llht im Rankehaü», Rankestr. 4. 17. Thema: Die politische Lage. Referent� Dr. Kurt Schumacher, M. d. R. 82. Abt. 20 Uhr Reuer Ratskeller. Ref. Gerhard Segcr, R. d. R. «7. Abt. Lokal Wurzdacher, Wchnhofz. Restaurant Grunewald. Referent Genosse Grzestnski über.Polizei fragen", Zur Kreiodelegiertenverfannulung. an der auch die Mitglieder teilnehmen können, wollen die Vorstandsmitglieder V> Stunde früher erscheinen. 65. Abt. Sandmann. Westfölisch- Str. 42. Referent Richard Joachim. 71. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Lau, Hildcgardstr. 14. Die poli. tische Lage. 72. Abt. 20 Uhr hei Rosenau, Batziner Stoaße, Ecke Laubacher Straße. Ref. Alfred Hcuke, M. d. R. 73. Abt. Deutsches Haus, Breite Strotze. Referent Dr. Hermann Schützinger. 74. Abt. Zstaldhaus, Spandauer Straße. Referent Ernst Rüden. 74». Abt. Schneider, Potsdamer Straße, Lokal„Schwarzer Adler". Ref. Gustao Hödickc. 74d. Abt. Milglirderverfammlung füllt zugunsten der Kreismitglieberver- sammlung aus. 76. Abt. Lokal Schilling, Königin. Luifc. Str. 42. Ref. Dr. J! ordert Marl. 77. Abt. Zeichenlaal der Volksschule, Wattburgplatz, Apostcl.PauIiis.Str. 10. Referentin Paula Kuraoß. 75.«dt. Mitgliedervettommlung im Lokal Piccadilln, Ebersstr. 78 foberer Saalf. Beginn 20 Uhr. Rescretit wird ndch bekannigegehen. Wichtige Par. teianasleqenheilen. 75. Abt. 20 Uhr Gör»«, Ronmannstraßc, Ecke Sustav.Müller.Plotz 4. Referent Felir Fligg. Dir Zahlabende fallen aus. 75,. Abt. Ledigenheim, Epthstroßs. Rek. Stadtrat Eugen Rolemon». dll. Abt�Helmholtz. Gymnasium, Rubensftraße. Ministettalrat Pulvcrmann:»Tie 82. Abt. Zahlabende in de» bekannten Lokalen. Im 3. und 4. Bezirk Vortrag des Genossen H. Henke.— Bezirk Tödcvdc. Lokal Stcphanstr. 1. Referent Alfred Flatau. 83. Abt. Zahlabend für Lichterfelde-Ost: Buberick. Larenzstr. 55. Dr. Gerhard Luckow:„Die wittfchaftspolittsch« Lage".— Lichtcrfelde.SS». Fritsche, Ber. liner Str. 128b. 54. Abt. Lehmann, Kaiscr.Wilhclm.Slr. 29/01. Ref. Erich Kuttner, M. d. L.: „Kampf um Preußen*. 85. Abt. Zahlabend«: 3. Bezirk: Lokal Hennig. Kaiser-Wildelm-Str. 1. 5. Be, »!rk: Lokal Zur Linde, Werder Str. 12, Ecke Friedrich. Karl-Strasic. 6. Be. zlrk: SchSfer, Ringdahnstr. 12. Ref. Arthur Rachow. 7. Bezirk: Lokal Wanzllck. Oberlandstr. 1. 84. Abt. Sohlkes Festföle, Ehaussecstr. 53. Ref. August Niemann. Funktionär« NM 19 Uhr ebendott. 57. Abt. Lokal Schuster, Kirchstr. 65. Ref. Eduard Zachett, M. d. L. 85. Abt. Schule Roonftraßc. Ref. Genosse Dobbett, M. d. R. 85. Abt. Kottbusser Klause. Ref. Kurt LöwenstelN, M. d. R.:„Die politisch« Lag«, 51. Abt. Sitzung de» Abttilungsvorstandes im Lokal Flcckinger, Wißmann. straß« 10. »2.«bt. Zahlabende finden wegen ber morgen tngenden Abteilungsversamm» lung nicht statt. 54. Abt. Kindl-Brauerei, Hcrinannstr. 217. Ref. Paul Iudrian. 53. Abt. Ariedersdorf. Hiiqerstr. 3. Ref. Dr. Theodor Tichauer. 54. Abt. Zahlabende: bei Zillmer, Noqatftt. 50. Erich W-ndicke:..Kultur, reaktion". Brandt, Thüringer Straße. Eck- Wipperstroße. Hans Kunst. mann:.Schulabba» und Erziehungsaufgoden der Arbeiterfchasl". Hirsch, „ �onasstroße. Dr. Ria» Schütte:„Losfatlcauicr»nd Eisenacher". 5,. Abt. Meisels Fcstfiile. Zonasstr. 22. Ref. Ernst Reumonn. 58. Abt. 15 Uhr Schule. Mariendorfer Weg. Referentin Kälst- A«rn. 55. Abt. Neue Halle der Ibeal.Genossenfchaft auf dem Spielplatz, an der Hannemannstraße. Ref. Georg Klaußner, M. d. s. 55». Abt. Achtung! Ablellung, Versammlung erst am Donnerstag, lö. Oktober, ln, Buschkrug, Rudower Straße. Eiegftted Aufhiiuser, M. d. R.:„Die politische Lage''. 150. Abt. Lokal Ruppett, Neuköllner Straße, Mitgliederversammlung. «b� �akal George fsrüher Rennbahnlokal). Referentin Matte Kunctt, M. d. R. 152. Abt. Im Alten Eierhituschen bei Bieber. Thema: Die Situation in der Partei". Reserent: Genosse Hermann Lempert. Einlaß nur gegen Bor. zeigung de» Mitgliedsbuches. 163. Abt. Vürgerpark(Inhaber Truhe), Ostentfttaße. Referent Stadtrat Earl Mermuth. 155. Ade. Ratskeller, Bi»war», W-ltorsdott-r Str. 100 R«f Heinttch Soktzb»«!-». 114. Abt. Lagenkosino, Kno«Promenade 2. Ref. Ftt-drlch Schlegel. 145. Abt. Schulaula, Kronpttnzenstvaße. Ref. Georg Müller. 14«. Abt. Henfyler, Borhagener Str. 62. Ref. Dr. Dcntfchkron. 117. Abt. Achtungl Abteilungsversammlung findet umftiin dehalber erst Donners. tag. lö, Oltober, in Kerns Fcftfülcn, TUrrschmidtstt. 4Z, statt. Ref. Otto Meier, M. d. L. 115. Abt. Schulaula, Siegsttedstr. 2. Ref. Emil Barth. 12«. Abt. Reinhold. Wilhelmstr. 38. Ref. Dr. Otto Friedländer. 121. Abt. König, Treskowalloe, am Bahnhof. Salomon Schwarz spricht über: ..Rußland'. «.M. 30 P» tä V-swtz. W>n»7wn: S». tzU D-j. läcB, Qäfiltx, St*. St 123. Abt. SchützenNaufe. Hönower Str. 5. Referentin Gettmb Hanna, TL i. L. 124. Abt. Anders, Dahuhofstr, 37. Ref. Gen. Krätzig, M. d. R. 124,. Abt. 20 Uhr bei Drobcr, UHIandstr. 18. Referentin Luise Kähl-r, M.d. L. 128. Abt. Gcfcllschaftshaus, Berlisier Str. 101. Res. Matz HeydewaNn. 125.«bt. gahlabende: 1. bis 4. Gruppe: Sänggrheim, Fldraftr. 93. Heinz Löwi: »Die politische Lage", ö. bis 8. Gruppe: Tüttifches gelt. Berliner Straße. Günther Scheele:„Außenpolitik". 9.». 10. Gruppe: Zlcumann, Mendel- flraße. Gustav Krcutlein:„Tagespolitik". Abt. 20 Uhr Lokal Sanssouci, Nordend, Kaiscr-Wilhclm-Etroße. Referent Bruno Lösche. Abt. Lokal«lug, Dorfstr. 2. Ref. Karl Dressel. Abt. Kähne, Berliner Str. 3g. Resereittin Elvira Krüger. Abt. 20 Uhr Abteilungsvorstandssttzung mit Funktionären bei Eonnet. Ab. ...........'•"'~-----"tt. Seppel, Nll d. R. 131. 1ZZ. 133. 134. 133. 13«. 135. 135. 140. 140h 141. 143. Abt. Alles Forsthaus, Äugustc.Bittoria.Str. 34. Ref. Earl Leid, M. d. L. Abt. Alter Krug. Haupistr. lt. Ref. Hans Bauer. Abt. Lokal Woitlchach. Ernststr. I. Sief. Stadtverordnetenvotttcher Johanne» Haß. Partcianqelegenhriten. Verschiedenes. Wichtig« Tagesordnung. . Abt. 20 Uhr bei Heese. Berliner Str. 73. Dr. Otto Euhr:„Die Weltkttse des Kapitalismus". Türkontrolle: 1. und 2. Bezirk. Abt. Soffmann. Edelweißstr. 5. Gen. Markwitz:„Die Weltfinanzkrise". Abt. Freibad Lübars. Mitgliederversammlung. Ref. Georg Wcndt, Donnerstag. IS. Oktober: 3. Krei«. Zusammenkunft oller»rw erb, losen Gevosfinueu uav Genosseu»»u 16—17 Uhr im Jugendheim Willdeaowpraße, Eingang vom Hos. Gottlieb Reese: Innenpolittk. 8. Abt. Arbeitskreis im Jugendheim Gtnthiner Cht. 17, Hof 3 Trep.„Brüning und wir". Referent: Kurt Mattick. 52. Abt. Abteilungsverfammluna in der Aula der Karl-Marx-Schule, Kaiser» Friedttch.Etr. 208. 158. Abt. Die Zahlabende fallen in diesem Monat aus. Dafür am 12. Oktober, 20 Uhr, Mitgliederversammlung im kl. Saal des Etadttheaters, Friedrich. straße 6. Vortrag: Dir gegenwärtige Lage— und die Partei. Referent: Genosse Franz Künstler. 11». Abt. Mitgliederversammlung in der Aula des Eettlien-Lvzeum», Rathaus. straße 8. Genosse Landtagsadgeordneter Hermann Hornisch sprüht übet: Die Politik und Taktik der Partei. 135. Abt. 20 Uhr Mitaliederversammluna für Schulzendorf, Heiligensee, Sied. lung am Bahnhof H-iligense- im Restaurant Hünert. Referent: Senosfe Rudolf Gtns: Wohlfahrt. Araueuverausialtuag. 5.»reis. Donnerstag, lö. Oktober, 15(4 Uhr, Funkttonättntzensitzung bei Naischen, Eodincr Str. 10. Die Funktionättnnen der Arbeiterwohifahtt sind eingeladen. Bezirksausschuß für Arbeitenvohifahrk. Seminae für BoUc«,bls»dtt,pileae. Eröffnungsveranslaliung,„Teeobevd", am lö. Oktober in der Wohlfahrtsschule des Houptausfchnsses für Arbeiter. Wohlfahrt. Berlin, Bellc.Alliance.Platz 7. IV, um 20 Uhr. Referat de« Genossin Hedwig Wachenheim, M. d. L.:„Ausbildung in der Wohlfahrtspflege". 7. Kreis Ehoelotteubnrg. Freitag, 16. Oktober, 20 Uhr, Sitzung der Ar- beiterwohlfahrt im Jugendheim Ehärlottenburg, Rostnenstt. 4. 13.»reis Tempelhof, Mariendoef, Rarieufelbe. Lichtenrade. Freitag. 16. Oktober, Sitzungszimmer, Dorfstr. 42. 20 Uhr, Sitzung oller Helfer der Arbeiterwohifahtt. Besprechung dringender Fragen der Winterhilfe. Er. scheinen oller erforderlich. Arbeiksgemeinschast der Sindersreunde Grosi,-Berlin. Kreis Neukölln. Gruppe Kurt Eisncr. Berichtigung. Wir sind ab morgen, Dienstag, nicht mehr in dem Jugendheim Treptower Straß«, sonder» in der Schule Hertzbergplatz, von 17 bis 15 Uhr. Lichtenderg. Ächtung, am Donnerstag, dem lö. Oktdber, itreishelfer-Ar. beitsgemsinschaft unter Leitung dt- Genossen Franz Hauch im Jugendheim Guvtcrftraßc um 20 Uhr. Mitte. Gruvpe Matteotti. Mittwoch. 14. Oktober, Böden. Donnerstag. lö. Öftobei. all« gehen zur Ausstellung! Film, Sing. Unb Sprechchor. s«n 18',$ bi» 20 Uhr. Freitag, 16. Oktober, Jung, und Rote.Falken.Svielabend. »reuzbeeg. Heute, 19(6 Uhr. Porckftr. 11. Kreisorbcitsgemeinschaft. Thema: Referent-nbesprechung. Alle Helfer sind verpflichtet, daran teilzunehmen. U«SozialistischeAchetterjllgendGroß.Verlm Einsendungen für diese Rubrik nur an da» Zuzendfekrttattat Berlin SW 66, Linbenstraße 3 Abteilungsleiter! Reicht euer Mo not»Programm für Noocwdc: ein. Heul«. Dienstag, 13'- Uhr: Sewerkschafishan»: Kvpenicker Ett.»2. Wie und ist« KFZ.- Ark«»» platz: Elisabeth k: rchstt. 19. Wandern bei de« SAZ.— KiUIaische- Bark:»atfenstr Id. Vroletattfchc Filmkunst.— genttum: Landsberger Str. 30. D5» KPMMuinstifche Manifest.— Brunocaplatz: Wiefenftr. 20—22. Wir und die Ehe.— Gesund. beunne» 1: Gotendurger Str. 2. Fürsorgeerziehung— Sugendgefänanio,— Rerdtu und Hnmdoldthiin: Putdussee Str. 3. Reichstagsstßung. Webding: Willdenowstr. ö. Di« Grundlagen des Kapitalismus. 7-«eddi»,: Willdenvwftr. ö. Warum freie Gewerkfchastcnk— Webding-Nordt See. Ecke Turiner Straße. Alkohol und Nikotin.—«ruimplatz! Sonnendurgee Sir. 20. Togespolitir.— Aenswalder Platz I: Raftendurger Str. 16. Mitgliedervcr- fummlung.— Balkan! Mandelstr. 2. Die polltische Lage.— Humanuplätz: Gleimstr. 33. Zcitungsabend.— Nordoste» I: Danziger Str.«2. Religion, Kirche. Sozialismus.— Rcißcnle«: Parkstr. 36. 1518 und die fvanisib« Re. publik.— Hasenhcidc: Wasscrtorstt. 9. Bunter Abend.— Köpenick«* Viertel: Wrangelstr. 128. Freie Gewerkschaft oder RGO.?— Friedenau: Offenbachcr Stroßr Warum frei» Gewerkschaft?— Schöneberg I: Haupistr. lö. Unsere Nciäiswehr.— Schöneberg HI: Houptftt. 15. Heimabend.— Schöneberg Ii: Hauptftr. 15. Nationalsozialismus und Faschismus.— Schöneberg V; Hauptstraße 15. Mltgliedeeverfammlung.— Besten»: Sportplatz Westend, klndien.— Lichterfelde: Albrschtstr. I4-. Die Geweilfchaften.— Steglitz Ii Albrechtstr. 47. Schollplattenadend. BriN: EhaUsseeftr. 48. Kirche»nd Schute in Amerika.— Renkölln z: Heimabend Sander. Ecke Hobrechtstraße.— Renkölln VI: Trep. tower Stt. 96. Mädclfragcn. Rtnköllu VN, Kanncr Sttaßk. Gemeinschaft». leben in der Organisation. Neukill» l>': Schierkestr. 44. Togespolitik.— Schönrwcide?: Berliner Str. 51. Lustige Liihthilder.— Knrlshnrft: Treskow. alle« 44. Unsere Stellung zu Rußland.— Lichteabeeg-Rseb! Aelterc. Wir hören Radio: Protestantismus und Gegenwart.— Lichte» berg-Rorbwefl: Dossestr. 22. Die spanische Revolution.— Kermsborl: Roonstraße. Wertsport, bürgerlicher Sport, Arbeitersport.— Reinickendars.vft: Lindauer Straße. Sexuelle Frage». — Tegel: Bahuhofstr. Ib. Das nationalsozialistische Brogromm.— Wittenau: Heuvtstr. 13. Nikotin und Alkohol.— Bnchbslz: Berfiver Str. 15. SPD. und KPD.— Riederschönbausen: Lindenstr. 47. Heimabend.— Pankow l»»b il: Görsäistr. 14. Bunter Abend. SSG. Schönebera: 17 Uhr Houptftt. 15. Historifcher Materialismus. SS». Wil«ee«dsrs: 17 Uhr Wllhelmoan« 123. Was ist Marxismus?, 1. T. SSG. Reinickendorf: 18 Uhr Tegel, Echöntberger Stt. 3. Mitglieder»«. sammlung. SSG. P-nknw: 18 Uhr Klssing-nftt. 4» Mitgliedernersammlüng. B-rdcbezirt«eukäll»! Die Mitgliederversammlung findet Vicht statt. Werbebezirk Odeeipeee: Obetschöneweide. Laufcncr Cir. 2, Mitgliedervcc. sammlung. Ohne Mitgliedsbuch kern Zutritt. Vorträge, Bereine und Versammlungen « Reichsbanner„Schmarz-Rot-GoUT. Geich äktsstell«: Berlin S. 14. Sebastianstr. 37—38. Sok i. Tr. Kreis Silt. Zu der Beranstaliung am Dienstag, dem 13. Oktober, erscheinen die Funktionäre in Bundeskleidung. Sozialistischer Esperanto-Bund, Gruppe Berlin. Neulölln: Jeden Mittwoch. 29 bis 22 Uhr, Rlltli.Schule, Rütlistraße, Anfängerkurfu».— Reinickendorf. Ost, Jeden Donnerstag, 20 bis 22 Uhr, im Jugendhelm Lindauer Straße fHolzbarackc), Gruppe und Kursus für Anfänger.— Zentrum: Freitag, 16. Oktober, 1 S 1> Uhr,„Luda voapero".— Efperanto-Ausstellung vom 11. bis 18. Oktober, jeden Abend von 18 bis 22 Uhr in der Ackerstr. 2(ehemaligcr Straßcubahnhof). Einttitt 19 Pf. Slnheitsoerband d«r Handel. NN»»«wcrbetreibenbcn und i'ri«« Veruf«. Perfavimlunq Donnerstag, 15. Oktober, 20 Uhr, in Havcrlonds Fe'ifäleir, Neue Friedrlchstraße Eck? Rockstraße. Landqerichtsrot Ernst Rüben spricht Uber: Herunter mit den Rieten für die Kleingewerbetreibenden.— Die Rot des Mittelstandes. Polizeifportverei»»erlin e. B-. Abteilung Sinbeiiskuezfcheist. Ncgelmlißrg« Uebungsabcndo auch für Ziotlifte» Montag, Dienstag, Donnerstag und Frei» tag, 15'?. Uhr, im Polizeisckulgedäude, Hannoversche Str. 28— 30. Anfänger., Fortbildung», und Redeschriftkurse bis zu den Geschwindigkeiten von 200 Silben. Auskunft: Polizeivberfekretär Gustav Slernthal.Berlin-Reinickenborf.West, Span» dauer Weg, Dienstwohngebäudc. Arbeitee.Laienspieler.Verban» E. V. Dienstag. 13. Oktober, Mtlgliederver- sammlung fällt aus. Ortsgruppen erhalten wettere Nachttcht. Sturmvogel. Flngverbänd der Werktätigen e.«. Mitgliederversammlung Mittwoch. 14. Oktober. 20 Uhr, bei Schmidt. WIclefftr. 17. Deutscher Freidenkernerband, Ottsgrnppe 7, G-fnndbrnnnen. Donnerstag, 15. Oktober, l«'� Uhr, Mitgitederveranstaltüng. Referat und Mitwillung der SAJ. Lokal Berner. Steitiner Str. 45. Ecke Bellemanu straße. Gesellschaft Servolresor». Am Donnerstag, dem 15. Oktober. 2««br, spricht Dr. I. m. Spinner in der Schifloula Fricbrichftr. 126 über das Thema: , Deflarötion". Wir bitten um rege» Besuch. Eintrittspreis 40 Pf. Loncfellow rneliid vebpllaz Clnd. Vortrag von Mr. I Bulman Smittt M.A.; StöcK-TaklnÄ � G-vß« HaabarbsitssnsNelnag tri H. Joseph«. So., Neukölln. Diese bestens bekannt» und beNsdt« Firm« wattet in drei großtn Schaufenstern und im 1. Stock de» Haufe» Mit crner entzückenden Sonderausstellung ber Handarbeit?.. kunft auf. Dos Gebiet der Boss- und Filet.Häkelttchnik bietet unenbklch viel reizvolles. Mit Kunstseide bestlckic Kissen und Decken in Platt, oder Etilsrich zaubern entzückende Farbwirkungen hervor. In leickt verstöndlicker Weife werden im l. Stock die neuesten Handarbeitstechviken wie: Hökelfilet Toledo, moderner Tülldurchzug, die verschiedenartigsten Wollhäkeleien sowie viel« andere JoastdarbeiUn rwrgtsübrt. If.nb— Intt not le.ist— der alte, immer noch beliedte Äl.euzstich unserer Großmütter. Es ist jetzt die Zeit an die Weihnachtsßandardeiten m deuten und wer gut bcrattn fein will, der kann jetzt zu Joseph u. Co., trrfrrtn&z, Scheu, Heinrich Deining: 3)er gnechifche Oshar Ich war nrit dem Frülhzug« In der kleinen Unioersitätsstodt angekommen. Aus frostiger Winternacht dämmerte schüchtern der Tag. In den nebelig verhangenen Lichtkegeln einiger Laternen wir- Velten in regellosem Tanz Schneestaubwolken. Der Mann an der Sperre war in Pelzen verpackt und sammelte in ungefügen Faust- Handschuhen die Fahrkarten. Er hatte, gottlob, nicht viel zu sammeln. Außer mir war noch, am anderen Ende des Zuges, ein Herr ausgestiegen, der, wie aus seiner Silhouette erkenntlich wurde, einen Zylinder trug. Auf dem Vorplatz peitschte mir der eisige Meerwind einen un- freundlichen Wiedersehensgrust ins Gesicht. Ich pirschte mich vor- sichtig über die kugelig sich wölbenden, vereisten Pfastersteinköpfe über den Platz zum Wall. In den Kronen massiver Buchen sang die Brandung der Winternacht. Gespenstisch stach, hinter Wolken- fetzen, die Turmzwiebel des heiligen Nikolaus in den Himmel. Einen Augenblick stand ich still. Ich erschrak fast, als ich plötzlich den Herrn mit dem Zylinder neben mir sah. Am heiseren Laut des eingerosteten Hustens erkannt« ich sofort den Professor Karp. Er war bis vor einigen Iahren hier Ordinarius für klassische Philologie gewesen, war jetzt pensioniert und lebte irgendwo im Reich«. Wir kannten uns recht gut. Ich begrüßte ihn. „Nett, daß Sie auch gekommen stich", röchelte er. Ich wußte nichts mit diesen Worten anzusaugen und fragte:„Weshalb den Zylinder, Herr Professor?" Karp war maßlos erstaunt, zog, da seine hohl« Stimm« die grimmige Musik des Sturmes nicht zu überschreien vermochte, mich nah« an sich heran und rief mir ins Ohr: „Der griechische Oskar ist doch gestorben." Der heisere, mühsam gestoßene Ton dieser Kunde zerstob im Furor der Nacht. Schweigend stapften wir über die Domstraße. Wir saßen, hinter heißem Punsch, ick der wärmenden Stube des „Nordischen Hofes". Karp war sehr nervös.„Wissen Sie", sagte er,„ich habe dem griechischen Oskar näher gestanden, als man es hier vermutet." Karp klimperte mit zitternde» Fingern auf der Tischplatte.„Wenn es Sie nicht langweilt, will ich Ihnen erzählen." Ich fühlte die Erregung des Alten. „Als ich die hiesig« Professur vor ungefähr dreißig Iahren übernahm, stand Oskar schon im siebzehnten Semester. Damals erzählte man sich schon die seltsamsten Dinge von dem bejahrten Kandidaten. Obwohl es, wie Sie sich denken können, ineiner Stellung nicht gerode zuträglich war, mit einem lMbwegs verkrachten Studenten zu verkehren, fühlte ich mich zu Oskar immer wieder hin- gezogen. Niemals habe ich einen Menschen gesehen, der zur griechi- scheu Antike«ine so tief und gesund wurzelnde Beziehung hatte. Wenn Oskar aus dem„Gastmahl" Platos vorlas oder Sophokles- Szenen nachgestoltet«, wurde er von dem Kraftstrom dieser Wort- bilde r bis zur Raserei gepackt, die sich, ähnlich wie bei der Wirk- kraft großer Tragöden, unmittelbar auf die Zuhörer übertrug. Damals war ich noch recht oft mit den Studenten gesellig in den Lokalen beisammen. An einen Abend erinnere ich mich noch sehr genau. Der völlig betrunkene Oskar sprang, es war long« nach Mitternacht, plötzlich unter dem Geheul seiner Zechkumpane auf den Schanktisch der„Hütte", begann die Odyssee zu sprechen, und aus funkelnden Hexametern stampfte sein« unnachahmliche Gestol- tungskroft die Schicksale des Odysseus zu unerhörter, ich möchte es unverhohlen sagen, schöpferischer Bildhastigkeit. Er stand, im un- heimlich stummen Raum, mit halb geschlossenen Augenlidern aus dem Tisch und schleiederte drei Stunden lang, in fiebernd besessener Ekstase, Funken um Funken homerischer Glut in den Bierdunst. Di« ernüchterten Kommilitonen saßen, wie unter suggestivem Ein- fluß, angewurzelt aus ihren Stühlen, lauschten gierig dem rhapsodi- schen Phänomen und stidrtcn regungslos auf die hagere, rhythmisch bebende Gestalt des griechischen Oskar. Es wurde schon Tag, als Oskar die Augen aufriß, den in Schweiß gebadeten Körper reckte und mit einem grauenvollen Fluch vom Tische sprang. Er kam sofort an meinen Tisch und raunte mir mit zynischem Sarkasmus ins Gesicht:„Zum Examen reicht es nicht, 5)err Professor: das über- laste ich gern diesen Scheißkerlen. Ich bin zu dumm." Nachdem er sich durch eine vertrauensvolle Aussprache ver- gewissert hatte, daß ich nicht zu den, wie er sie nannte, philologischen Attarschänden» gehörte, kam er sast täglich zu mir. Recht schonend versuchte ich, ihn von der Notwendigkeit eines boldigen Examens zu überzeugen. Es fruchtete nichts. Ich bemerkt« schnell, daß er selbft die für ein Examen notwendigsten stofflichen Grundlagen nur recht mangelhaft beherrschte. Er trank, las seine„Heiligen", hatte genug mit seinen Mädchen zu tun, und im übrigen verschlief er, vtt bis zum späten Nachmittag, den Rausch triebhast vcriumpter Nächte. Eines Tages war er wieder bei mir; er hatte, innner wieder mit diesem bezwingend schöpferischen Forrnwillen, die beiden letzten Antigone-Szenen gelesen. Er ging hinaus, und als er nach langer Zeit nicht wiederkam, fand ich ihn im Zimmer meiner Tochter. Ich hotte bis dahin nichts gemerkt. Erst jetzt erfuhr ich alles. Es ging schon feit Monaten so. Sie verstehen, daß ich dies« Beziehungen nicht dulden konnte. Ich brachte das Mädchen nach Hamburg zu meiner Schwägerin: sie hat es aber nicht überleben können: Prost." Das unvermutete„Prost" des Professors klang wie eine gro- tesk« Pointe. Er trank langsam das Glos aus. Die Augen zwin- kerten nervös, und, wie Worte suchend, bewegten sich die Lippen hinter wirren Bartsträhnen. Nach einigen Minuten hatte er sich gefunden. Cr fuhr fort:„Den griechischen Oskar traf bald das Schicksal. Ich mein« es ehrlich, wenn ich Ihnen sage, daß ich es ihm nicht gewininscht habe. Gewiß, er hat mein Vertrauen mißbraucht, und mein Kind--: na ja, aber verdient hat er«s nicht. Es kam so: er hatte in einem Dorf irgendwo an der Küste angebändelt. Tag für Tag war er draußen und räkelt« seinen dürren Körper im Sande. Wenn der Sturm über die See pfiff, setzte er sich in einen Kahn, fuhr mit seinem Mädchen hinaus und trompetete sapphffche Oden über die rumorenden Wellenkämme. Eines Tages schlug ilpn«in stämmiger Fischer mit dem Ruder über den Schädel. Oskar kam in die Klinik: es war nichts zu machen. Der Rudcrschlag des eifersüchtigen Fischers tötete das von hellenischen Dämonen besessene Gehirn. Das andere wissen Sie ja. Er zog mit seinem Brctzclkorb von Loral zu Lokal und murmelte, rmnn er etwas verkauft hatte, zum Dank den Anfang der Odyssee. Es war ein mechanisches Hersagen. Es war für mich ein schmerzlicher Augenblick, als er, es war hier im Lokal, mit seinem Korb hereintrat imd mit monotoner Stimm«, wie ein erloschener Rest seiner früheren Hlammenrede, kindlich deklamierte:„Nenne mir, Muse, die Taten des viel gs- wanderten Mannes—." Glauben Sie, es war furchtbar für mich. Berdam-mt, es war ekelhaft. Bedenken Sie, daß meine Lobens- arbeit dem tloflischen Altertum galt; bedenken Sie, daß ich diesen dem Griechentum bis in feine feinsten geistigen Regungen verhafteten Menschen die lebendigste Interpretation der Werke meiner For- schimgsgebiete verdank«: bedenken Sie, daß der griechisch« Oskar, wenn er Plato, Aristophanes oder Homer las, mir«ine Brücke in die Provinzen attischer Kultur baut«, für die ich meine Lebenskraft einsetzte. Verstehen Sie? Der Tote hat mir mein einziges Kind genommen: es war schwer. Aber hundertmal vorher hatte er mir alles ersetzt, alles, alles. Wenn dieser Oskar im dämonisch gepeitschten Wirbel daktylisch slügger oder anapästisch stampfender Takte meine Heimat, hören Sie, meine Heimat hervorzaubert«, das war etwas, das war Ereignis, das war Erlebnis. Wissen Sie, lieber Freund, ich bin vorsichtig geworden im Gebrauch rühmender Superlative für Vortragskunft, seitdem ich, vor langen Iahren, Josef Kainz am Vortragspult hörte. Aber", Karp nahm bei diesen Worten meinen Kopf zwischen seine zitternden Hände,„ich glaube nicht, daß Kainz mit dieser monumentalen Schlagkraft griechische Satzsuoen hätte erklingen lassen können, mit der Oskar, im Taumel gesegneter Stunden, die Geheimnisse verknoteter Dialoge enträtselte. Er hatte es im Blut. Er wurde dreitausend Jahre zu spät geboren, Prost." Wieder fuhr grell und gelb das„Prost" Karps in das dunkle Licht. Er machte eine lange Pause. Dann setzte er, merklich erschöpft, zum Finale an:„Auch ich bin dreitausend Jahre zu spät geboren. Sehen Sie, ich komme jetzt aus Schwaben. Seit gestern früh bin ich unterwegs. Sie wissen, was eine Reife zu dieser Jahreszeit für einen alten kranken Mann bedeutet. Aber wenn es es gilt, den einzigen Menschen zu begraben, von dem ich die Gewiß- heit Hobe, daß er Hellas in der Tief« seines Wesens begriffen hatte, darf ich nicht fehlen. Hmrdcrten von Studenten hdl-e H pt Ärtbr- würden vcrholfen, weil das korrekte Wisse« genügt«. Der einzig« Mensch, der eine ehrliche Promotion in meinem Spezialsach verdient hätte, starb als geisteskranker Bretzelhändler, Prost!" Karp stand auf. Er fragte bittend:„Kommen Sie he«t« nach- mittag zum Friedhof?"„Ich komme, Herr Professor," sagte ich. * lieber den auf ungeschützter Ebene liegenden Friedhof winsette der Wind. Der Pastor faßte sich kurz. Er wußte von dem ver- fehlten Leben Oskars nicht viel zu berichten. Im Kreise um das Grab standen Studenten und Bürger. Karp warf die ersten Erdschollen auf den Sarg. Er blieb stehen. Der Zylinder zitterte in der linken Hand, der Bart wirbelte im eisigen Winde. Plötzlich beugte er sich tief über die Grube und rief mit merkwürdig feierlicher und unnatürlich hohler Stimme:„Und so promoviere ich dich denn, griechischer Oskar, kraft meines Amtes als ehemaliger Dekan der Fakultät zum Doktor der Philosophie und verleihe dir die mit dieser Würde verbundenen Rechte." Der Pro- fessor brach ohnmächtig auf gelbbraunen Erdschollen zusammen. Studenten trugen ihn weg. Ich stand noch einige Minuten am Grab«. Im trosttos hängenden Geäst klagender Trauerweiden sing sich der Wind, und aus seinem winselnden Getön klang es wie eine beschwörende Melodie:„Nenne mir, Muse, die Taten des viel gewanderten Mannes— Wilhelm mag: Jiatnpf YVl dCH JjÜfiCtl Im Flimmerlichte der hellen Mittagssonne liegt die Elbe. Schwer und gemächlich treibt der Strom der dunstigen Ferne zu. Die User treten hier schon weit zurück: kaum sieht man's noch, wo sie grün und weich das Fluhbett säumen: der Strom wird fast zum Meer. Da segelt in der Mitte der trügerisch gleißenden Fläche niedrig überm Wasser eine junge Lachmöwe dahin, bald hier, bald dort, steigt, schießt und wendet, schlägt blitzschnell platschend aufs Wasser nieder und steigt von neuem auf. Ihr silberblanker Leib blitzt in der Sonne. Sie fischt. Das hat sie erst gelernt. Das scharfe Auge durch- forscht die Tiefe. Sie hat sich weit verloren in keckem Uebermut und ist hier ganz allein. Seitdem sie gelernt hat zu fischen, treibt es sie von Fang zu Fang. Ganz taumelig ist sie schon vor Eiser. Sie sieht den dunklen Punkt nicht in der blauen, flimmernden Höhe. Er steht. Er zieht gemächlich einen Kreis. Sie sieht es nicht. Ein Schwärm von winzigen Fischchen tummelt sich nahe unterm Wasser- spiegel, verschwindet bald, taucht wieder auf, ein leckeres, lockendes Mahl. Das sieht sie gut, und denen gilt ihre Jagd. Der schwarze Punkt im Blauen steht unbewegt. Es platscht. Die Möwe hat einen Fisch gefangen. Sie schlingt ihn hinunter und steigt und«endet. Um ihre Kraft zu zeigen, schießt sie eine Strecke weit fort, kehrt aber bald wieder um, denn hungrig ist sie wie zuvor. Den spitzen Kopf nach unten gekehrt, sucht sie die Fische wieder. Di« sollen ihr nicht entkommen. Lang- som, sich seitlich wiegend, wie vom Winde getrieben, schwebt sie in zierlichen Windungen dahin. Di« schlanken Beine hält sie weit gestreckt, glatt aneinander. Da kommt ein Brausen aus der Luft, ein Knattern, wie wenn Sturm in Segel knallt. Weg ist die Möwe! Da— in den vorgestreckten Fängen eines Falken hängt sie fest. Der rechte Fang sitzt ibr in der Brust. Er schneidet tief. Der linke hat den Köpf umkrallt. Er würgt sie schon. Sie zuckt und fühlt den Tod. Der Falke strebt mit mächtigen Schlägen ein Stück flach überm Wasser hin. Dann schraubt er sich steil hoch. Der dunkle Punkt im Blauen— das war er. Ein Schwärm von Sturmmöwen stiebt mit Geschrei dem Ufer zu. Sie haben den Falken erkannt. Der Falke beachtet sie nicht, obwohl auch er dem grünen Flachlande zustrebt. Dort ist man schon aufmerksam geworden. Man sieht den Falken kommen. Sperlinge. Finken und Stare kriechen eiligst m Gräben und Gebüsch. Ein Krähenvolk flattert mit warnendem Ge- schrei hoch. Den Falken fürchten auch sie: der treibt sie durcheinander. Versteckt in einer alten Weide aber sitzt geduckt ein Hühner- Habicht. 5?eißhungrig stiert er voll brennende» Neides auf die Beute des Falken. Ihm glückte heute noch kein rechter Fang. Er giert noch Fraß. Nach dieser Möwe giert er. Gar zu gern raubte er sie dem Falken.* Da schwebt der Falke heran, nicksts ahnend von dem Schrecken, den er um sich her verbreitet. Gemächlich will er am Rand« des Ackers auf einer Weide bäumen. Auf einmal schießt der Habicht blitzschnell her aus dem Versteck, ganz nahe vorbei. Der Falke bäumt ruhig auf, steht hoch und äugt. Was will denn der? Das Betteloolk— er kennt es schon— ist lästig. Vielleicht fliegt man bis dort ans Holz, um ungestört zu sein. Er springt ab, die Möwe in den Fängen, und wandert weiter. Sperlinge, Finken und Stare kommen mit Geschrei hervor. Der Falke ist weg Schon bäumt er auf am Holzrande. Er bückt sieh eben über sein Opfer, als auch der Habicht wieder rauschend dicht vorbeistreicht. Er will die Möwe doch bekommen. Er m u h sie haben. Er ist vor Hunger toll. Den Kamps wagt er freilich nicht. Der Falke steht wieder hoch, wartet und äugt. Die junge Möwe ist noch nicht tot. Sie hört es wie von schnellem Flug« brausen. Sie sieht das Licht— das schreckliche Falkenauge. Doch was sie sieht, das schwimmt in Blut. Jetzt ist's ihr fast, als sei sie frei aus jenen gräßlichen Krallen. Ein weicher Wind streicht ihre wunde Brust. Sie fällt. Da streckt sich, wie von selbst, ein Flügel. Doch er bricht schlaff berat». Sie dreht und schau- kelt, überschlägt sich, fällt ins Gras. Schmerz suhlt sie kaum noch: sie fällt ganz lind und weich. Wo ist der Falke? Da schraubt er sich empor mit kurzen, starken Schlägen. Er hat die Beute fallen lassen. Ihm liegt nichts daran. Er schenkt sie weg: inag sie der Strauchdieb holen!«chon hat er sie vergessen. während er sich hoch und höher hebt. Sein Auge späht umher, kauin daß er's weiß, nach neuem Fang. Da sieht er in der Tiefe das Krähenoolk schreiend um den H.v dicht flattern. Sie gehen ihm vereint zu Leibe. Sie gönnen ihn» den Fang nicht. Denn mit der Möwe in den Krallen will er eiligst entwischen. Die Möwe fühlt nur schwach, daß ein anderer sie hält. Hie fühlt's nur rauschen wie von kühlem Winde. Das Licht sieht sie Vor ihren Augen schwimmt in Blut ein blankes Fischlein. Das will sie haben— gleich wird sie es sangen! Sie ist ein bißchen matt vom vielen Fischen. Doch lassen kann sie es nicht. Sieh da! Es plätschert! Das Fischlein hat noch etwas ge- schnappt. Jetzt hätte sie es fangen können— und hat's verpaßt. Ach nein, sie mag doch nicht mehr fischen. Sie ist zu müde und will ein wenig ruhen. Da sireckt sie ihre dünnen Beine aus. Dos ist der Tod... Plötzlich rauscht und knattert es zinn zweiten Maie. Ein dunkles Etwas saust zu Boden— ein Klumpen! Schon steigt er wieder! Das ist der Falke! In seinen Fängen hält er eine Krähe. Auch sie ist jung, so jung sast wie die Möw«. Cr fliegt, nur mählich steigend, mit ihr ab ins Weit«. Die kleinen Sänger sitzen ziUcrnd da. Heute gibt's aber auch gar zu viel Schrecken! Doch lange dauert's nicht, dann lärmen sie aufs neue und sind vergnügt. Es ist ja diesmal noch gut abge- gangen, wozu soll man sich unnütz sorgen!... £ricli atrug: •Der„leere" Wellenraum Wenn man einen Laien fragt, wie viele Sterne man wohl in klarer Winternacht auf unserer nördlichen Himmelshälfie mit un- bewaffnetem Auge erkennen könne, dann wird in den meisten Fällen die Antwort lauten: Unzählige! Oder auch: Viele Millionen! Es erweckt dann regelmäßig großes Erstaunen, wenn der Uneingeweihte darüber belehrt wird, daß mit bloßem Auge höchstens ZS(X> Sterne zu sehen sind. So leicht läßt sich das menschliche Auge durch den „sternenübersäten" Himmel täuschen. Durch die modernen Riesen- fernrohre sind allerdings Hunderttausende von Sternen, von fernen Sonnen, zu erkennen. Die photographische Platte vollends, die stundenlang an gemaltigen Instrumenten dein schwachen Sternenlicht ausgesetzt wird, zeigt wirNich Millionen ferner Sterne, viele Mil- lionen. Die Gesomtzohl der Sterne, die unser Milchstraßensystem bilden, wird aus Grund neuer Untersuchungen aus rund 30 Milliarden geschätzt. Wie kann nun angesichts dieses unübersehbaren Heeres von Sonnen die Frage aufgeworfen werden: Ist der Weltenraum leer? Und doch ist diese Frage von einem gewissen Standpunkt« aus nicht ganz ohne Berechtigung. Setzen wir einmal den Fall: ein Waggon mit Nähnadeln ist auf irgendeinem Bahnhof ausgeladen worden. Aber in verschiedenen Ecken des Wagens haben sich noch ein paar dieser winzige» Dinger verkrümelt, iin ganzen vielleicht ein Dutzend. Wir werden trotzdem getrost behaupten, daß der Wagen leer sei. Aehnlich verhält es sich auch mit den»„leeren" Weltenrmiw. Die Entfernungen der nächsten Sterne, der nächsten Geschwister unserer Sanne, sind der Wissenschast unserer Zeit ziemlich genau bekannt. Di« allernächste Nachbarsonne, die den Namen„?roxiwa Cantauri" führt, ist knapp 40 Billionen Kilometer von uns entfernt. Selbstverständlich sind die Entfernungen der einzelnen Sterne voneinander und ihre Größe nicht in jedem Falle genau gleich. Aber im allgemeinen ist der Vergleich zutreffend, den der hervorragende Astronom Kobold errechnet hat. Er sagt, wenn man sich einmal vorstelle, die Sonnen seien nur so tiein wie Stecknadelköpfe, und im gleichen Verhältnis verkleinert sei auch die gegenseitige Entfernung, dann sei ein Stecknadelkopf vom anderen Einen solchen Raum, in noch immer 65 Kilometer weit entfernt. dem man nur olle 65 Kilometer einen Stecknadelkopf findet, wird wohl niemand als ,. angefüllt" bezeichnen. Man könnte bei dieser„Leere" des Weltenraums sehr leicht geneig! sein, von einer Raumverschwendung im Kosmos zu sprechen. Aber auch hier hat die Natur eine weise Einrichtung getroffen. Alle die fernen Sonnen, die wir als funkelnde Sterne am Himmel sehen. stehen nicht still. Nur uns kurzlebigen Erdiiewohnern scheinen sie fest und unveränderlich bis in alle Ewigkeit an ihrem Platze zu verharren. Mit kosmischer Geschwindigkeit jagen die Sonnen nach allen Richtungen durch den Raum. Auch unsere eigene Sonne, die man auf Grund ihrer physischen Beschaffenheit als eine„ältere Dame" im Universum bezeichnen kann, gönnt sich keine Ruhe. Mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern in der Sekunde jagt sie mit ihrem ganzen Anhang von Planeten durch den Raum. Wie leicht könnte es da zwischen den einzelnen Sternen zu Zusammenstößen koinmen, wenn nicht diese Raunwerschwendung iväre! Man kann sich ungefijhr eine Vorstellung von der Bemegungsfreihett der Sonnen machen, wenn man sich in die hohl gedachte Erdkugel 30 Tennisbälle versetzt denkt, die im Innern der Erde umhersliegen. Ebensowenig sind die Sterne bei ihren Wanderungen beengt. Jenseits unserer Milchstraße aber, in der die Sterne so dünn verteilt sind, gibt es neue Weltemnseln. die ebenfalls aus Milliarden von Sonnen bestehen. Zwischen diesen Milchstraßensystemen besindet sich ein unsahlich großer, vollständig leerer Raum. Hier gibt es auch keine noch so weit verstreuten Sonnen. Der flüchtige Licht- strahl, der in jeder Sekunde 300 000 Kilometer zurücklegt, braucht rund l Million Jahre, um den riesenhaften leeren Raum von einen» Milchstraßensystem zuin anderen zu durcheilen. Betrachtet man osso das Weltgebäude von einem solchen außerirdischen Standpunkt aus, dann ist die Frage nach dem„leeren Weltall" wirklich nicht ganz unberechtigt. veeaillwzrtlick kill Politik: vikto» Schisk! ZSirttchokl:®.«linacl(c}er: Dcwerkschaüsbewcauna: 3. eielmr: fteuiCeton:$r. I,h»«4iJoo«li: eatalf- und Sonftieto; ffitik ftarflütt; Slnjtiar.t: U. Stecke: tämnich in«rrlin. Verla«: BarwLrts-V-rl-a S. NI. b. S.. Berlin. Druck: Vorw/,vvse Jg. Brechbohnen.... 0,46 Jg. Schnittbohnen.... 0,45 LeipzigerAllerlei.... 0.85 Gem. Gemüse mitteifeinl, 00 Apfelmus tafelfertig,.,, 0,60 Ananas 8 Scheiben...... 1 ,20 Erdbeeren............. 1,25 Frisches Fleisch Schweinebauchc.Bg.PW.0,76 Hammelvorderfl.Pid.v. 0,76 Schweinekamm oder Schuft>ohDeneilage, Pfd. 0,82 SchweinekotelettPH.».0,88 Kassler nifid...Pfd. von 0,80 Ei8beinm.spitib,ge(L,Pw.v. 0,60 Bratwurst BerLArt, Pfd. 0,88 Suppenfleisch Pfd. von 0,64 Schmorfleisch«. 5., Ptd.r. 0,98 Kalbskamm ohne Beilage..... Pfd. von 0,64 Gehacktes........ Pfd. 0,68 Rinderleber gefror., Pfd. 0,98 Obst Kochäpfel...... 3 Pfd. 0,25 Goldparmänen 2 Pfd. 0,35 Kochbirnen..... 3 Pfd. 0,25 Bergamotten.... Pfd 0,10 Weintrauben...... Pfd. 0,18 Preisseibeeren 5 Pfd. 0,88 Gemüse Blumenkohl..Kopf von 0,15 Sellerie.......... 3 Pfd. 0,25 Rosenkohl........ Pfd. 0,15 Fische •Grüne Heringe 3 ptd. 0,42 •Kabeljaugr.,«.iL, i.f.Pid». 0,22 •Schellfischm,iCopf,i.g.,Piii, 0,20 •Rotbars i. ganzen, Pfd. 0,20 •Kabeljaufil et____ Pfd. 0,36 •Leb, Karpfen Pfd. von 0,85 Räucherwaren Bücklinge....... Pfd. v. 0,30 Schellfisch gssZncii., Pfd. 0,34 *ln allen Häusern ausser Andreasstr Naiaga dunkel, oder SälDOS 1'Ift gute Qualitäten.............. Ltr. IgArU 5-Ltr.- KL... 5,75 ohne Fl. 211 SERIEN-TAGE (V G ,K; KAUFVORTEILE WIE E SIE SUCHEN I Theater, Lichtspiele usw. Staats Sfek Theater Dienstag« den 1J Staatsoper tlnlir dn linden 20 Uhr Ein Oldober Staitlidiauspielliaus Dendiniignirtl. 20 Uhr Prinz Friedridi von Honburg staatsoper an Plih der Republik 20 Uhr nadame Botlertty Schiller-Theater Oiarluttenburj. 20 Uhr Der Ridiler von Zalamea Winter * Qarren� PtÄZA Tigl. 5 u. Bli- Sonntags 2, S u. Bt- U. Nur noch 3 Tage! „DER ZAREWITSCH" Vom 16. bis 31. Oktober; „GRAFIN MARIZA" Original Rotter-Inscenierung. 1: 6.15 II in Flora 3434 Knidicn erlaubt Nidholla, Maria Ney. Napoll. Handy» Bandy, Biwi£ Kemo, Walter Carloi zeigt Rnmba, 2 Albertos usw. J »•/uübrCASINO-THEATER�uh. Lothringer Strafe 37. IIIIRIIIIMIIIIIIIIIIIIIMIIIMIIIIIIIIIIIIIIIinillllllllllinMIIIIIIIIIIIIIIIII Neu! Sie lachen Tranen NeuI über die tolle Posse Dodo, das öffentliche Aergernis Dazu das neue bunte Progr.t Gutschein 1-4 Personen. Parkett nur SO Pf. Fauleuil 1.— Mark. Sessel 1.50 Mark Rennen Grunewald H e u f e, 1 3a Okt.. 2 Uhr Preis der Mark— Ausgleich I stam. Oper Charlottenburg Bismarckstraße 34 Dienstag, den 13. 10. Turnus IV Anfang 19.30 Uhr Die Afrikanerin. Ende gegen 23 U. 8 Uhr Hcnie znm 21. Mal «MMick von Schiller Uli-: Max Rsinharit Die Komödie SV» Uhr RQGKkehr KonöiUev.Boiialil Stewart Regie: Custaf Crünilgeoi. Kurlürstendamm- Theater Bismarck 448/49 8'/« Uhr Die schöne Helena von lacques OlttnDad) leoK: Max Bilnlnirdi. TolKsütlline Thealer an B6lo«|ilatz 8 Uhr Kampf um Kitsch Ab 16. Oktober 8 Uhr täglich Das vierte Gebot Schiller-Theater 8 Uhr Oer Richter von Zalamea Komiscne oper 8% Uhr Thron zu vergeben Operette v.Neidhart Musik v. Wilmann Leux, Elster, Lilien, Preise; 0.50-7,- M Rletropoi-Ttieaier Täglich 8V« Uhr Sonntags 4 u 80. U Die Blume von Hawai Operettev. Abraham Preise 0.50-14.50 ROSE-THEATER Nor noch heule S15 Uhr lubiläumsvorslellung „DerTalisman" Gr. Gesangtposxe von Johann Nestroy Preise: 0.B0-3.00 Mark. Grone Frankfurter StrsBe 132 Vorverkauf. Täglich 11—1 und 3—9 U. E 7, 3422. I PerTUm. mfden mn w Jteukc/itiml tjfimrüJ lud I Im Westen nichts Neues! NACH Dar! ROMAN V. ERICH MARIA RS MARQUE Täglich 5 7 9« vcrverk.im a, /, t bismarckisb« MARMORHAUS pminKTIU: OIIVEBll PICTDRES. FlßlBBTT: MM. UEMLE ■ Zoitral-Theater R AtteJakobstr.30-32 Täglich S'/a Schwarzwald- mädel Oirisd Sttra, Hirry Gwdi I mm-Tlieatei Dir. Or. Robert Klein Wiidndma UM«. 21«. 8 Uhr Deutsche Uraufführung Der letzte Equlpagew Homolka, Brauuwttiwr, Sand rwck, Falkenatein Philharmonie 8 Uhr d.Philharmon.Orch. Dir. Prof. J. Prüwer Sinfonien Nr. 8 und Nr. 3 Eroica Eintritt l M. Planetarium Tägl.außerMomags 3 und- 9 Uhr Maba-Fiim 5 und 7 Uhr Simba-Film i. asiroaom. Tortrao Theater im AdmiralsDalast Täglich 80« Uhr Die Dobarry mit Gitta Aipar Preise v. 0,50 M. an Reichshallen-Theater toends 0 Uhr. Soootig nadnnittig 31.'» Uhr Das neue Programm der Stettiner jtjf Die 3 Komiker m g-""" i\\ � IUP ornemann Nachmittags ermäßigte Preise. inlernaflonaies Tbealer (Kleine* Theater) Unter den Linden 44. 8'« Uhr: Flodü vor Nldiael. Theater am Nollendorfplatz Täglich 8Vs Uhr Max Adalbert in: Oer beschleunigte Personenzug Theater desWestens Täglich Dreimäderlhaus. Deolsdieillletallaiiiiilter-VerW AditanU. Betriebsräte! Die Betriebsiäte-Zeitsdirisl Nr. 19 isi erschienen und kann gegen Vorzeigung der! Segltlmotionsfarte des Betriebsrats»Ob. mannes im Berdandshause, Zimmer 5 laqiich bis 4 Uhr, Freiings bis 7 Uhr. entnommen werden. Die OrtivcrwaUnng. £g€€i€€«64»«»»SSSSSK Unserem Genossen Alwin Ren- jj?«an und seiner Gattin, Genossin •jj Anna Rennau, jiir6iltierf)0ch- 0) zeit die herzlichsten Gliickwiinsche. 0)| TT. Abteilung SJJD. J& Deotidier Metallarbeiter-YerbaDd Vcrwalhongsstcllc Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Kollege, der Arbeiter Fritz Guth geb. 24. Januar 1870, am 8. Ottober gestorben ist Die Einälcherung findet am Dien». tag, dem 13. Ottober, nachm. 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Am 9. Oltober starb unser Kollege, der Nohrteger Mcksr«! Rönsch Die Einäscherung findet am Mitt- wach, dem 14. Ottoder, nachm. 4 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg, Kiesholzstraße, statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Am 5 Ottoder starb unser Kollege, der Elettromonteur Fsut Voigt geb. am 6. Juni 1872. Die Beerdigung hat bereits statt- gefunden. Ehre ihre« Andenken! Die Ortsverwallang. Danksagung Filr die zahlreiche Beteiligung bei dee Einäscherung meine« iieden Man- nes und guten Baiers Miheim Dammer sage ich hiermit meine» besten Danf, oor ollem dem Redner de» Freidenter. Verbandes sowie dem Vertreter der Gewerstchast des Deutschen Holz. arbeiler-Berbande». demReichsbanner und der SPD. Treptow. Xima Dammer nebst Toditer DanksaganK. Fiir die oielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Bestattung meines geliebten Mannes, unseres lieben Baters Erich ScheiliemsllD sagen wir allen Berwandten, Be» tannten und Kollegen, iowie der EPD.-Fratiion der Werlstatt Grüne- wald(U-Bahn) und der Mufittapelle unteren innigsten Dant. Berim N 58, den 13. O.'ioder 193U Witwe Berta Scheidemann nebst Kindern. Sfaatsloftepie 1. Ziehung 21. und 22. Oktober Losa in allsn Abschnitten zu habsn '/*'/.'/*'/. 5— 10.— 20.— 40— Klessllng» Lotterie-Einnehmer NEUKÖLLN, BergstraBe 33 Nadiruf Der unerbittliche Tod hat eine schwer zu ersetzende I.ücke in unser Vereinsleben gerissen. Am 5. Oktober starb unser lieber Kollege, der Werkmeister Fritz Schübe! Während seiner beinahe 13jährigen aufopferungsvollen Tätigkeit als Vorsitzender unseres Ortsvereins hatte es sich der Verstorbene zur Aufgabe gestellt, die Grundsätze einer freien Gewerkschaft nicht nur zu forden), sondern bei jedem seiner Mitkollegen zu vertiefen. In rastloser Tätigkeit hat er dazu beigetragen, unseren gesetzten Zielen näher zu kommen. Schlaf wohl, du alter, treuer Kämpfer, wirverapreohen es dir, in deinem Geiste wollen wir weiter arbeiten. Orlsverein Berlin 7 des Deutsdien Werkmeister-Verbandes KLEINE ANZEKEN iiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiNiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiniiiiiiiHiiiiiiiM Ueberschriftswort 25 Pf., Ttztwor!12Pf. WlederholungsrabattMOmalö Proz, 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Proz. 2000 Worte 15 Proz. 4000 Worte 20 Proz./ Stellengesuche: Ueberschriftswort 16 Pf., Textwort 10 Pf. ✓ Anzeigen, welche tür die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 4t/, Uhr nachmittags im Verlag, Llndenstr. 3, oder auch In sämtlichen Vorwärts-Filialen und -Ausgabestellen abgegeben sein Zurückgesetztes Schlafzimmer, kam olett 349,—; Spei fezimmer, gediegene Tischlerarbeit, run der Tisch, Polster. stuhle 340,—: Her. renzimmer. hochmo. dern, Nußbaum. türen, komplett 273,—.„Rekord", Neue Schönhauser Straße 9._ |»erHauie ] Linoleum Szillat, Kolonie straße 9._ Paddelboot. groß, mit Zubehör, 80,—, vertäust im Reichsdannerboot� haus Tegel, Ufer. straße. G KisidangsstocM. uiasche usw. Benig getragene Kaoaliergarderobe von Millionären, Aerzien. Anwälten. Kabelhast billige Preise. Smpkehle Taillenmäniel.Paie. tots. fftotfs. Smo- fing». Gehrockan- jüge, Hosen. Eport-, Gehpelze. Gelegen. heilstäuse in neuer Garberobe. Weite. stee Wca Polierte» Schlafzimmer 47Z,—; Schreib tische 25,—. Riesen auawahs. Kasta nienallec 45. Rehselb Badstraße 34. sendet auch außerhalb bauz. Diese gen Preis« nur kurze Zeit. per. nach frei billi. gelten � Je. de» Siitck mit schrift. licher Garantie. La. 1 Iohr gerung kostenlos. Rehselb. Badstraße 34. Ge. legenheiten in wei. fieu. reseda und la. sierienKstchen»5.— 125,—, 175,—, Ab. Waschtische pon39,- an.• Rehselb. BadstraßeZt. Haus- . m Nummer achten. Ge W lobnenb. legenheilen in An Lotbrinaerstraße 58, fiel beschränken, Polle 1 Treppe. Rosen. TLren 185�-, 185,—, tbalcc Blak | mopoi| Lindenstraße 71—72. Schreib. tische 30�-. Elsthle 3.-. Regale 10.- an. im Lofspeicher. Patentmaleak«» „Primisstma". Me. tallbetten Aufleqe. matraken. Chaiselongues Walter Staraarberstrafie achtzehn. KeinLaben Möbel im Sofgebäube. Küchen. Schlalzim- mor. Speisezimmer� Einzelotöbcl enorm dillia. ba aeringe Spesen. Teilzahlung gestattet. Mar Berg u. E»., Komman» dautenstraße 44-. Ecke Sranienstraße. S<>kkow»knstraße23-. Ecke Alt-Moabit. moberne Bettstellen 45.—. 58.—. 08.—. Ausziehtische 39,—, 48.-, 80.—, Rohr. stühle 4.95, 5.75. 7,50: Diplomaten. Schreibtisch 89.—. Ruhebetten 29,—. 38,-.' Rehseld. Badstraße 34- lGe. sundbrunne») Gele. genlieiien in kom- Pleiten Schlafzim. mern 345,—, 475,—, 595,—, Eiche, Birke. Nußbaum.' Rehseid. Badstraße 34. Ge. legenheiten in Speisezimmer». BU. fett mit Glaznitrine und ohne Aussok. sw«rer Auszieh. tisch, echte Leder- stiible Mb,—, 475.—. 585,—, 180, 180 bis 200 Zewimeter breit Schlafzimmer 375,—: Ruhebetten 25.—. Riesenaus. wabl. Teilzahlung K-merling. Kasla nicnallee 58. MUOlll- inziFumsiii» Liukprano». Mietpianos über, aus preiswert Pianosabrik Link. Brunnenstraße 35 Rieieulager. Bechsteinpiano. Blstthnerpiano. Ibachpiano. Schwechtenpianos. Biesepiano. Duo- senpiano. Salon Pianos 1/5,—, 275,- an. Markenfiügei 490,— an, gebrauch te. Abendrolh.Pats. damerstraße 74____' Sollmanu.Pigu», 810,—, gebrauchte 250,— an. Stets Gelegenheiten auch in Miigeliu. isa- brikgarantte. Teil- zahlung. Alte Zn- strumente Anrech- nun«. Leipziger- straße 57 iSpittel- markt). »Olllll Schirmgitter- Wechselstromapparat mit 4 Telefunken röhren 70,—, wie neu. Schmaler. Wilmersdorf, Ber- linersir. 53. S [5i5che][ Zahagebifie. Blatinabiälle Queckstlder Zinn- metalle, Silber- fchmelze Goldschmel- »ereü Ehristional Köpenickerstraße 39 Kaltestelle Adalbert. straße._____ Briefmarken. ausläniusche. kaust G. 50, postlagernd Nr. 18. E Agfa-Billp. kauft. schrisllrch»«»nur. Drtmiitpraße v). A Dnlei'l'ielil Technische Privattchule Dr. Werner, Regie. rungsboumeister, Berlin. Ncander- straße 3. Maüchineu. bau, Elektrotechnik. Hochbau, Tiefbau, Steinmeßschule. Keizunastechnik, Karofieriebau. vei'- svliisllöiikz Reu Pfanblose Leih» bllcherei, Antigua, riat, Echöneberg, Grunewaldstr. 19. Gute Literatur. Detettinbüro Etaschel, Chaussee. straße 77. ssern» sprecher Wedbina 7888. Beobachiun- gen. Ermittelunge». Auskünilc allerorts. I Ilmmsi' i Möbliertes Zimmer, Neubau, an jüngeren Ge- nossen sehr bil. lig zn vermieten. Benselderstr. 3, III rechts(unweit Schloß Weißensee). Möbliertes Zimmer für t oder 2 Personen ver> mietet Meier, Rtt- derschönhausen.Bis- marckstroße 7, ll, 3. Ausgang. G Elisabethnser. Renovierte, amts- freie Stube, Küche, Hauswirtpertrag Haupert, Maubach. ufer 4. Uiiiünitiilioizifkcüi Tausche 214 Zimmer mit Bad gegen 2 Zim- mer mit Bad, Zlähe Ringbahn Frank- furtctallee bis Neu. »Un P-fchehr, Allenstetnerstr. 37, vorn. Tausche Pauuierstraße bildschöne Zwei- zimmer. Vorder- Wohnung, Ballon, 49,—, gegen Zip ei- 'eifmoh. IUP tri, ufer 4. 5imm«r'