Morgenausgabe Nr. 485 A 244 4S.Iir Länder mit ermäßig» tem Drucksachenporto s,— M. « Der.Vorwärts' erscheint wochentSg- lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendansgabi für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend'. Illustrierte Sonntagsbeilage „Polt und Zeit". f. Aerliner VoltSblatt Kreiiag 16. Oktober 1931 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf, Die eknspalt. Nonpareillezeile 80 Pf. ReNamezeile 5.— RM.„Kleine An- zeigen" dos fettgedruckte Wort 25 Pf. (zulassig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Tarif. Stellengesuche das erste Wort 15 Pf.. jedes weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien- anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3, wachen- täglich von SVa bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor l Aentvalorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Rernspt.; Dönbosf(A 7) 293—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemvfrat Berlin. Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 97 SZK.—BanrkomoiBanfderArbeiier.Angesicllten und Beamten, Lindenstr. Z, Dt. B. u.Msc.-Ges., Deposttenk.,J«rnIaIcmer Str. öü/kö. Die Sozialdemokratie fordert! Aufhäusers Rede für das Recht der Arbeitenden. In diesen zwei Tagen Reichstagsdebatte hat die So- zialdemokratie von allen Parteien weitaus am besten abgeschnitten. Die geistige Führung ist wie am ersten Tage so auch am zweiten i h r zugefallen. A u f h ä us e r s Rede steht als rhetorische Leistung wür- dig neben jener B r e i t s ch e i d s. In sachlicher Beziehung hat sie Breitscheids Rede höchst wirksam ergänzt. Mit Aufhäuser hatte die sozialdemokratische Reichstags- fraktion nicht bloß den Politiker, sondern auch den G e- wcrks chaftsführcr herausgestellt. Durch seinen Mund haben gestem die Millionen frcigewerkschaftlich organisierter Arbeiter zum deutschen Volk gesprochen. Und bestimmt wird vieles, was er gestern sagte, wahrscheinlich das meiste, von allen gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmern Deutsch- lands gebilligt und unterstützt. Vorgestern hat der deutschnationale Herr Oberfohren cin<; Regierung gefordert, die ohne und gegen die Sozial- demokratie regiert. Gestern ist klar geworden, daß die von Herrn Oberfohren und den anderen Harzburgcrn gewünschte Regierung eine Regierung nicht bloß gegen die Sozialdemo- kratie, sondern auch gegen die Gewerkschaften fein würde. Zu dem wichtigsten Gewinn dieser Tage gehört die Klar- ftclluiig, daß es zwischen dem Faschismus und den G c- werkschaften, gleichviel welcher Richtung. kein anderes Verhältnis geben kann als den Kampf auf Leben und Tod. Doch ist an Aufhäusers Rede nicht bloß diese Klarstellung verdienstvoll. Verdienstvoll ist vor allem die E n t- schiedenheit der positiven Zielsetzung. Die Hakenkreuzler hoben in ihrer langen und ge- wundenen Erklärung mit keinem Wort gesagt, was sie eigent- lich wollen. Die Deutschnationalen haben die„Regierung gegen die Sozialdemokratie" verlangt, aber wie sie regieren soll, haben sie auch nicht gesagt. Die V o l k s p a r t c i hat gestern durch Herrn Dingel- d e iz ihr positives Programm verkündet, es heißt— weitere Lohnsenkung! Das Z e n t r u m will dem Drängen von rechts nicht weiter entgegenkommen, als unbedingt notwendig ist, und vertraut im übrigen auf Brüning. Die K o m m u n i st e n auf der anderen Seite haben ein paar Dutzend Anträge fabriziert, von denen einer den anderen totschlägt, Anträge, die mit dem»ollen Bewußtsein, daß sie undurchführbar sind, eingebracht werden. Die Sozialdeinokraten— das haben die beiden Verhandln ngstage gezeigt— sind die einzigen im Reichstag, die wissen, was sie wollen! Die Sozialdemokraten verteidigen nicht nur die sozialen Rechte der Arbeiter. Sie fordern die große Winter- Hilfe, die Mobilisierung der Kohlen- und Kartoffelvorräte für die Notleidenden. Die Sozialdeinokraten wollen nicht nur Hilfe für den Augenblick. Sie erheben Forderungen von prinzipieller Trag- weite, Forderungen, die in die Zukunft weisen. Nicht jedem mag obne weiteres klar sein, was eine durchgreifende Kon- trolle der Banken und der Privatwirtschaft- l i ch e n Monopole für die Gesamtwirtschaft bedeutet. Die Kapitalisten freilich haben es schon begriffen: hier steht der Kampf zwischen dem kapitalistischen uild dem sozialistischen Prinzip. Die Sozialdemokraten fordern— sie wissen, daß das Fordern nicht genügt, daß Erfüllung nur im Kampf zu er- reichen ist. Sie sind sich ihrer Gegensätzlichkeit zu allen bür- gcrlichen Parteien bewußt. Sie haben aber auch mit voller Klarheit und in voller Einmütigkeit d e n Gegner erkannt. den es vor ollem zu schlagen gilt. Das ist die Harzburger Front der Inslationisten und Nationalkapitalisten. Heute fällt die Entscheidung. Jubelnd haben die Harz- burger die Erklärung der Kommunisten aufgenommen, daß sie heute Mann für Mann mit ihnen stimmen werden. Die Kommunisten marschieren, ähnlich wie beim Volks- entscheid vom 9. August, mit Stahlhelm und Hakenkreuz gegen die Gewerkschaften. Die Sozialdemokraten werden heute so stimmen, wie es die Interessen des gesamten Proletariats verlangen: gegen die äußerste Reaktion. Die Sozialdemokraten wollen nicht tolerieren, daß Tarifrecht und Sozialoersicherung zertrümmert werden. Die Sozialdemokraten wollen nicht tolerieren, daß der Faschismus die Macht ergreift. Darum werden die Sozialdemokraten heute die Anträge der„nationalen Opposition" ablehnen. Wo die Mehrheit sein wird, ist ungewiß. Gewiß ist nur, daß die„nationale Oppo- sition" mit einer Mehrheit, die sie den Kommunisten ver- dankt, parlamentarisch nichts anfangen kann. Diese Mehr- heit platzt automatisch in dem Augenblick, in dem sie positiv werden soll. Die Sozialdemokraten werden heute alles tun, um einen Sieg der„natiqnalen Opposition" zu verhindern. Aber auch wenn Hugenberg mit Hilfe seiner nationalsozialistischen und kommunistischen Mamelucken siegen sollte, würde der Himmel noch lange nicht einstürzen. Unter veränderten Umständen würde die Sozialdemokratie mit veränderten Mitteln weiter- kämpfen. Sie kämpft ja nicht für diese oder jene Regierung, (andern für die Arbeiter und ihre unveränder- lichen großen Ziele! Hände weg von Arbeiterrechten! Wer sie angreist, wird geschlagen. Im Verlauf der Reichstagsaussprache konzentrierte sich das Interesse gestern vor allem auf die Ausführungen des volksparteilichcn Krisenmachers D i n g e l d e y(wir be- richten an anderer Stelle darüber) und auf die sachlich-scharfe Rede des sozialdemokratischen Sprechers. Diese Abrechnung mit dem Harzburger Faschistenspuk und seinem bolschewisti- scheu Anhängsel lassen wir hier folgen: Abg. Aufhäuser(Soz): Hinter dem falschen Vorzeichen einer nationalen Opposition verbirgt sich die organisierte Vorbereitung eines tödlichen Ver- nichwngskampfes gegen die deutsche Arbeiterklasse. Mit dem Kanipf gegen den Marxismus meint man den Angriff gegen die deutschen Arbeiter und Angestellten, der nun in sein entscheidendes Stadium eingetreten ist. Zur Verteidigung des sterbenden Kapitalismus fühlen sich jetzt diese Auchsozialisten berufen. Was den gelben Werkvcreinen, die die Unternehmer einst gezüchtet haben,� nicht gelungen ist, weil die Klassengegensätze auch die„wirtschastssriedlichen Vereine" in die Front der Arbeiter gestellt haben, was den gericht- lichen und polizeilichen Kampf der Vorkriegszeit gegen die Gewerk- schastcn nicht gelungen ist, das soll nun durch die neue Form des Faschismus erreicht werden. Zm neuen demokratischen Staat hat die Arbeiterschast bedeutsame Errungenschaften sich geholt(lärmende Gcgenrusc der komm.), von denen heute Sie Gebrauch machen.(Sehr gut! bei den Soz.) Der demokratische Kampsboden soll nun der Arbeiterschaft geraubt werden, nachdm der Kapp-Putsch und die Versuche von 1923 an der einigenden Abwehr des Proletariats gescheitert sind.(Wüstes Geschrei' der Komm.: es scheint, daß sie den Redner am Weiter- sprechen hindern wollen.) Für den Fall, daß Sie(zu den Komm.) Ihre Anhänger wieder einmal ins Feuer der Gewehre trcibm wollen, haben sich manche Ihrer Prominenten bereits Schlupfwinkel in Berlin gesichert.(Goschvei der Komm.— Hört, hört!) Jetzt versucht der Faschismus, dessen Vertreter mir nicht zu- hören dürfen, um die Wahrheit nicht zu hören, die verzweifelnden Massen vor den Waaen des Unternehmertums zu spaimeir. Dieser Faschismus hat sich entwickelt durch die Schwache jenes Bürgertums, das heute durch Herrn Dingeldev sich vertreten läßt. Milliarden sind dem deutschen Bolk und der deutsche» Wirtschast infolge des Wahlaussalles vom September v. I. verloren gegangen— die 107 Mann, die damals hier hlneingewählt wurden, sind wahrhaft kostspielige Persönlichkeiten geworden.(Sehr wahr! links und in der Mitte). Die Sozialdemokratie hat die Gesahr erkannt und in der Abwehr des Faschismus die deutsche Arbeiterklasse auf eine harte Nervenprobe stellen müssen. Heute ist es die Ausgabe jedes ehrlichen Arbeitervcrtreters (hohnlachen der komm.), alle kraft daran zu fetzen, um den Faschismus draußen zu halten. Dazu genügen allerdings nicht Reden gegen seine Führer: dazu ist vor allem auch eingehendc Kritik dieser Gesellschaftsordnung nötig. Herr Frick hat in seiner ganzen Rede nicht ein Wort der Kritik an dieser Gesellschaft gesprochen, d.ie diese Not verursacht hat. Weit über die Sozialdemokratie hinaus wird diese Kritik heute geübt, Professor Bonn hat in einer Arbeit über die„Deflation der Panik" da» volle Versagen der Wirtschaftsführer sestgestellt. Diese Krise drängt nach einer neuen gemeinwirtschastlichen Regelung der Produktion. Die Julikrlse fordert außerdem Regelung der Kapital- Verteilung und vernünftige Leitung der Kapitalströmc. Wer ist mehr schuld als Herr Schacht, dieser Watadvr des Faschismus, an der Ueberladung Deutschtands mit kurzfristigen Krediten? Er hat den Gemeinden die Erlangung langsristiger Kredite gesperrt und alles getan, um die Kreditfähigkeit Deutschlands im Auslande zu zerschlagen! Selbstverständlich fragen sich die ausländischen Kreditgeber nach der Sicherheit ihres Geldes, wenn bei uns jeden Sonntag Stahl- belmtage und andere Kundgebungen des Willens zum Kriege vor sich gaben.(Sehr wahr! links und in der Mitle.) Herr Obersohren hat von dem Leiden der Wirtschaftsnot gesprochen, aber kein Wort von Nardwollc und Lahnsen. Er sprach von dem Pumpsystem, aber nichts davon, daß Hugenberg mitten drin sitzt, derselbe Hilgenberg, der Kredit von der Danatbank nimmt, die sich Bürgschasten vom Reich geben läßt. Herr Hugenberg ist ja auch sonst kein Feind von Transaktionen und Bankgründungen. Oder war hugenberg etwa lS2ö, als seine Landbank zusammenbrach, ein ZNarxist? Den Kunden seines Kreditoereins hat er den Kauf von Aktien seiner anderen Unternehmungen mit der Begrirndiing empfohlen, daß nach der Annahme des Ponng-Plans die Geschäftsaussichten sich bessern würden.(Lebhaftes Hört! Hört! links und in der Mitte.) Wenn im Juli die Bankherren sich verzwcislungsvoll um Staatshilfe bemühten, so muß die Konsequenz sein, daß der helfenoe weitgehende Einfluß auf die Banken, eingehende Kontrolle und schließlich die Banken selbst in seine Hand bekommt. Die Ansätze zur Bankausticht in der jüngsten Notverordnung sind unzureichend. Wir haben Erweitcrungsvorschläge gemacht. Iliiaiijjchicbbar ist eine fühlbare Preissenkung, ferner die Anwendung des bestehenden Äartellgcsetzes und seine Ausdehnung. Die Senkung der Kartell- preise ist die Voroilsseyimg für eine wirtsame Verbilligung der Lebensmittel. Die PreisNausel des vrotgesehes, sowie diejenige für den Zucker müssen durchgeführt und aus dem Getrcideinarkt eine crheblichc Verbilligung der Futtermittel herbeigeführt werden. Es ist ein Fortschritt, daß unter unserem Einfluß mit der Reform des Aktienrechts begonnen wurde, wogegen sich der Hauptsturm der sogenannten nationnl-en Opposition aus das Kabinett Brüning richtet. Auch diese Reform muß wesentlich crweiten werden. Als Exponent der Versager vom Juli und der Gegner jedes staatlichen Einslusses auf Banken, Börse lind Wirtschast hat sich Herr Dingel- den zum Opser der eigenen Panci für die Abwendung auch des leisesten Umbaus der heutige» Wirtschastsardnung bereit erklärt. Die Großindustrie hat Herrn Dingeldcy befohlen, sofort die Koffer der Volkspartci zu packen und ungesäumt die Reise von Brüning zu Hilgenberg anzutreten. Wie weit diese Reise zurückgelegt wird, ist noch nicht sicher, dasllr aber, daß die Deutsche Volkspartci auf ihrem Tiefpunkt angelangt ist.(Zustimmung.) Als Dingcldey zum Rochsalger eines Stresemam, bestimmt wurde, äußerte sich ein alter Darmftadter Volkspartciler darüber so: „Der klaue Dingcldey, des Stlickche Aialheur." (Heiterkeit.) Er hat Dingeldey Unrecht getan, das ist schon ein großes Malheur.(Zuruf rechts: Für euch! Heiterkeit links.) Er hat hier von seinem großen Mut gesprochen. Aber was ist das für ein Mut. wenn man seit 1923 ständig mitregiert hat und nun qlles als falsch erklärt und jede Verantwortung dafür ablehnt! Das find die Leute, die uns ins Dritte Reich führen wollen. Der Lohnobban und der Tarifabbau gehen ihm nicht weit genug, aber gegen noch so hohe Forderungen der Industrie hat er nichts einzuwenden. Von den Arbeitern verlangt man Sclbstverantwortung, damit sie teine Sozialversicherung brauchen. Wo bleibt denn die Selbst- Verantwortung der Wirtschastssührer und Bankgewaltigen, die ihre Nuternehmungen ruinieren und das Vertrauen zur deutschen Wirt- ichaft in der ganzen Weit erschüttern?(Sehr wcchr! links.) cherrn 2ingeldeys Hinweis auf das„gefesselte Deutschland", das übrigens die Krise mit alle» Siegerstaaten und neutrale» Ländern teilt, kann nur. die Atmosphäre des Vertrauens in der Welt wieder zerstören, das die Sozialdemokratie und zum Teil auch Stresemann mühsam hergestellt haben. Die angeblich so hohen Löhne sollen für die Krise verantwortlich sein. Aber war nicht die Kapitalbildung in Deutschland 1927 bis 1929, als die Löhne stiegen, besonders groh? Er. fördert schärfstes Vorgehen gegen alle Staalsfeinde und zugleich rutscht er auf den Knien vor Frick und Obersohren: die National- sozialisten will er erziehen— ich glaube, das tostet die Deutsche Äoltspartei allerhand Schulgeld!(Heiterkeit.) Die Brücke zwischen Dingeldey, den Nationalsozialisten und den Deutschnationalen— das ist die Inflation. Alles Leugnen hilft nichts. Wenn jemand ein Verdienst an der Znslation hat, dann war es der spätere dentschnationale Führer helsserich. Im Kriege hat er hier dem englischen Finanzminister, der Deutsch- iand mit silbernen Kugeln bezwingen wollte, das Wort von den deutschen popiernen Kugeln zur Antwort gegeben. Als in der Inflation durch Steuern eine Hilfe geschaffen werden sollte, war Helfferich dagegen, weil der Grundbesitz zennalmt würde. Durch die Inflation aber sind die kleinsten Betriebe zermalmt worden. Die Binnenwährung Hugenbergs, das Federgcld der Nationalsozialisten, mc Schuloenmmderung der Großindustrie, das alles sind ' uur andere Worte für eine Inflation, die die Sparer und meinrenlner zu Bettlern macht, die Arbeiter und Angestellten zwingt, umsonst zu arbeiten und die völlige Zerschlagung der Sozialversicherung bedeutet. �err, frick hat olle möglichen Leute für die frühere Inflation ver- antwortiich gemacht. Warum erzählt er nicht, wie eine arme Frau, die Mutter mehrerer Kinder, die den Anmeidungstermin für die Aufwertung versäumt hatte, zum Reichsbankpräsidentcn Dr. Schacht gekommen ist und ihn gebeten hat, ihr doch nachträglich noch die Aufwertung zuzusprechen: da hat Herr Schacht, der Mann mit einem AK) vtXI-Mark-Gehalt geantwortet, daß er w e d e r r e ch t l i ch n o ch moralisch sich dazu für verpflichtet halte.(Stürmische Hört!- .'lort-Rufe links und in der Mitte.) Da haben Sie die Moral des Dritten Reiches.(Sehr gut!) Von den Fragen des Tarifrechts und der Sozialpolitik hat Frick nicht mehr gesagt, als die Andeutung, daß Korporationen etwa nach italienischem Muster eingeführt werden sollen. Von oll den Ver- sprechungen der RS. bei der Reichstagswahl für die Kriegsrentner und Unterstützungsempfänger kein Wort! Da war Oberfohrcn etwas klarer. Er hat\> offen den Kapitalismus verteidigt, ohne daß die TIS. wider- sprachen hätten. Die armen SA.-Leute und alle Proletarier, die mit den TIS. gehen, sollen nichts anderes sein, als Kanonenfutter für den Kapitalismus. In einer Schrift über den deutschen Faschismus hat der den NS. iiaheftehende Professor Hans Freier(Leipzig) von dem aktiven Nichts gesprochen, das der Sieg des Faschismus im ersten Augenblick be> deute. Dieses aktive Nichts ist das Programm der RS., wenn sie glauben sollten, Arbeiterinteressen Arm in Arm mit den Kapitalisten u-rtretcn zu können. Dieses aktive Nichts ist die faschistische Betrieb- iamkeit, ist die Harzburger Resolution, ist die Erklärung Fricks hier >m Reichstag. Was haben die 107 an Talen hier geleistet, auf die ihre Wähler gewartet haben, was haben sie getan, um das große soziale hilsswcrk zu fördern? weggelaufen sind sie aus dem Reichstag. Das Parlament hat man lahmgelegt, das die Notleidenden in dieser .ysji�.chehr brauchen als je. Notoerordnungen sind die Folge davon, daß eine so groß« Fraktion ihre einfachsten parlamentarischen Pflich- t-Vuerfäumt Hot. Der Soziale. nustratie allein bleibt es überlassen. än den Notverordnungen die notwendigen sozialen Korrekturen vor- fünehmen. Das haben wir getan und werden es auch bei der Oktober- >'?rordnung tun.(Der Redner verweist auf die Anträge der Sozial- drinokratischen Fraktion, um die Richtung dieser Korrekturen zu kennzeichnen.) Ein Teil der jüngsten Notoerordnung riecht nach Harzer Käse, dort nämlich, wo den Ländern und Gemeinden die Vollmacht erteilt wird, die Fürsorge noch weiter abzu» baue n. Wir fordern, daß eine Reform der Sozialpolitik nur auf dem Wege der ordentlichen Gesetzgebung erfolgt, was die Reichs- rcgierung auch wiederholt zugesagt hat. Das Schicksal lebender Menschen darf nicht wieder in die Hand der Minislerialbürokratie geleak werden, die sich in den Notverordnungen genügend ausgetobt hat. Wo bleibt die nationale Opposition bei diesen Aufgaben? Hugenberg ivill keine Sozialversicherung, er will Sparzwang, Herr Schacht bot am 14. Februar 19,80 auf der Schasfer-Mahlzeit in Bremen, 'Arm in Arm mit seinem Ferund L a h u s e n die Sozialoersicherung » e r h ö h n t, indem er Deutschland als das Ideal des Sozialrentners bezeichnet hat, wo schon dem Neugeborenen sämtliche Dersorgungs- (cheinc einschließlich der Sterbe kasse in die Wiege gelegt würden. (Entrüstungsrufe links und in der Mitte.) Dieser Hohn" gegen die Arbeiter— das ist Ihr Sozialismus. Für den Abbau der Riesengehälter in der Privatindustrie reicht die Notverordnung nicht aus, an diese hohen Einkommen muß man durch Besteuerung herangehen, die Verträge werden nicht geändert werden. Ich hatte noch immer die Hoffnung, daß die Arbeiter- demente unter den NS. sich gegen den Anschlag des Unternehmer- tums auf die Sozialpolitik aufbäumen würden, denn es geht darum, ob die deutsche Arbeiterklasse lhrer kollektiven Grundlage beraubt werden soll. Das ist der Sinn der Angriffe auf das Tarifrechl, man will die Tarife durch„elastische Gestaltung" noch kurzfristiger inachen, die Lauf- und Kündigungsfristen noch mehr abkürzen. Die Gewerkschaften aber werden sich ihrer Pflichten bewußt bleiben. Im Kollektivismus ist die deutsche Arbeiterklasse groß geworden. Diese Arbeiter und Angestellten, Beamten und sonstigen Schaffenden sind durch die Schule der Organisation gegangen. Wäre das nicht der Fall gewesen, dann hätte die Panik der sogenannten Wirtschafts- führer im Julizusammenbruch auf das ganze deutsche Volk über- gegriffen. Die Massen wissen, was die Gewerkschaften, sie wissen, was das kollektive' Empfinden nicht nur für die Gewerkschaften, sondern für den Staat bedeuten. Wir sind hier nicht in Italien. -hier gibt es nur ein Entwederoder: entweder die Gewerkschaften werden als Machtfaktor im Staate anerkannt, oder wehe dem Staat unll der Gesellschaft, die den Gewerkschaften ihre kollektive Basis zu rauben suchen. Wir warnen die Regierung und auch die sogenannte nationale Opposition, den Kamps gegen die Tarifverträge aufzunehmen, der.der Kampf gegen die Solidarität und das kollektive Empfinden der Blasien überhaupt wäre. Wir wissen, auch die Verfassung von Weimar hat den Arbeitern nicht' das Paradies gebracht, wohl aber hat sie die Möglichkeit der koklettiven Kraftentfaltung gegeben. Wir bedauern, daß die Reichs- rcgierung das Tarifrecbt der össentlichen Arbeiter eingeschränkt hat und diese Möglichkeit durch die neue Notverordnung auch auf die gemischtwirtschaftlichen Betriebe ausdehnt. Die Frage, ob die Arbei- ienden ihren Kampfboden erhalten, als Masse ihr Schicksal gestalten können, das ist der Schlüssel der politischen Situation in Deutsch- land, und das ist die Erwägung, von der die Sozialdemokratische Fraktion alle ihre Entscheidungen abhängig macht. Es ist kein Zu- fall: wenn die Gewerkschaften aller Richtungen hier zusammenstehen, von den freien Gewerkschaften bis zum Deutschnationalen Hand- lungsgehilfenoekband. Längst haben sich die deutschnationalen Ge> werkschastlcr von Hugenberg losgesagt, die Gewerkschaftsvertreter der Deutschen Polkspartei versagen Herrn Dingeldey die Gefolgschaft. und nur noch in einer Partei, nur bei den NS. sitzen noch Arbeiter- vertrcter, die noch nicht begriffen haben, worum es geht. Diese Gewerkschaflsfront wird in der nächsten Zeit immer enger werden. Es ist nicht revolutionär, sich im Hauen und Stechen zu üben— in diesem Augenblick ist revolutionär nur, wer bereit ist, die organisatorische kraftenlfaltnng der deutschen Arbeiter- Nasse zo stützen. Wir warnen auch die Kommunisten, in dem Augenblick, wo der Marsch von Harzburg nach Berlin angekündigt wird, in diesem Augenblick ihre Truppen dem Klassenfeind zuzuführen, wie beim Volksentscheid.(Hohngelächter der Kommunisten, einer von ihnen ruft den Sozialdemokraten zu:„Es geht Euch nicht mehr so, wie beim Kapp-Putsch, darauf könnt Ihr Euch verlasien!") Wenn durch Eure Hilfe Hugenberg und Hitler siegen, dann wird Euch der Fluch der Arbeiter treffen. Wir stehen hier vor der parlamentarischen Entscheidung, ob der Arbeiterschaft die Möglichkeit erhalten bleibt, ihr Gewicht in die Waagschale zu werfen. Zwingt man uns, den Kampf außerparlamentarisch zu führen— die Sozialdemokratie treibt nicht zum Bürgerkrieg— aber wenn es hart auf hart kommt, dann werden die Arbeiter zu kämpfen wisieu. Es gibt für die deutsche Arbeiterklasse nur eine Kraft und eine Zu- Von Oingeld Oer Reichstag vo Den zweiten Tag der Reichstagsdebatte über die Regierungs- erklärimg leitete vor der Tagesordnung Abg. Vecker-Schlesien(Komm.) mit einem schleunigen Antrag ein, allen Besitz der stillgelegten Wenzeslausgrube in Neurode zu beschlagnahmen, den Gläubigern nichts zu zahlen� aber der arbeits- los gemochten Belegschaft zwei Millionen Beihilfe zu gewähren,— Sowohl die Aufsetzung auf die heutige Tagesordnung wie die Ver- bindung mit den zur Beratung stehenden Anträgen wird abgelehnt. Als nächster Redner in der politischen Debatte spricht Abg. Simpsendörser(Chr.-Soz.) gegen die hetzerische Demagogie der Hakenkreuzler, die ihre Absicht verschleiern, absoluten Terroris- mus irnbjin System des„Köpferollens" über Deutschland aufzu- richten. Solange wir darüber keine Klarheit erlangen, können wir bei allem Willen zur Zusammenarbeit nicht für eine Machtüber- tragung an die„nationale Opposition" eintreten. Abg. Or. Oingeldey(OVP.), der viele Hörer in den Saal zieht, beginnt mit'der Erklärung, daß der Wandel in der Haltung seiner Partei die Hochachtung und die Verehrung vor den vaterländischen Verdiensten, dem redlichen Willen und der hohen Moral des Reichskanzlers nicht berüihre. Der Mut zur Unpopularität müßte wachsen mit der Entfernung der Regierung von den politischen Parteien. Das System des Re-- gieren? mit dem Artikel 46 hat eine weitgehende Verschärfung gebracht. Alan fragt die Parteien nicht, aber durch die Nicht ablehnung der Verordnungen werden sie doch neranlwortlich gemacht für Dinge, an denen sie nsiht mitgewirkt haben. ftie Verfassung reicht für eine solche Zeit nicht aus. Die Regierung hat versäumt,' die psychologische Vorbereitung des Volkes für diese Maßnahmen durch Heranziehung der geeigneten Kräfte zu sichern. Dazu hätte man die wirtschofts- und außenpolitische Wahrheit schonungslos enthüllen müsj«u, um das. Volk von der Notwendigkeit der geeignetem Maßnahmen zu- überzeugen,.-und die ausbauwilllgen Kräfte heranzuziehen. Statt dessen hat man— wie im Krieg«— einen Optimismus gepredigt,_f)cr nur Mißtrauen erzeugt hat. Der Finanzmirnster hat unsere Sparanträge als unnötig bekämpft, wenige Monats danach mußte die Regierung den Ausfall von Hunderten Millionen Steuern zugeben. Der Reichskanzler hat es in den Verzweiflungstagen des Juni und seither an dem erlösenden Wort fehlen lassen, das zum Volt zu sprechen mar. Immer mehr ist der Wirtschaft das Kapital entzogen worden.(Zuruf der Komm i Fragen Sie mal in Holland und der Schweiz nach, wo das Kapital ist.) Wir haben eine ungeheure Fehlleitung von Kapital.(Rufe links: Wer leitet es denn? Wer verschiebt Millionen?) Die großen Summen für Wohnungsbau usw. sind heute großenteils totes Kapital. Gewiß hat auch die private Wirtschaft viel schuld.(Abg. Dittmann (Soz.): Das sind doch Ihre Wirtschaftssührer!) Ja, da sehen Sie, wie unabhängig ich bin.(Heiterkeit.) Auch die ungeheure Auslands- Verschuldung ist ein Grundjehler. Noch im Frühjahr hat der Reichs- kanzler die sozialistischen Anträge aus Steuererhöhung damit bekämpft, daß eine Erhöhung der Selbstkosten der Wirtschaft nicht eintreten dürfe. Aber schon die Notverordnu,�, vom Juni hat nicht einen Steuerabau gebracht, sondern die Lasten der Produktion und des Handels erhöht. Die Verzweislung des Volkes nach dem Zu- sammenbruch der Großbanken hätte die Regierung zu großzügigen Maßnahmen veranlassen müssen.(Lebh. Zuruf« links: Aber gegen wen?), statt wochenlang über Bankenkontrolle usw. zu beraten. Immer stärker hat Frankreich durch Hcrauszichung des Goldes aus fast allen anderen Ländern versucht, zu seiner militärischen auch die finanzielle Hegemonie zu erwerben. Dagegen müßten die wachsenden Abwehrkräste in den be- »rofsenen Bationen zusammengesaht und vielleicht zu einer Enlscheidang geführt werden, die eine Wendung zum Besseren einleitet. Wie kann man die Privatwirtschast für die Krise verantwortlich machen, nachdem Sie(zu den Soz.) sie durch die Gesetzgebung �er- drosselt haben!(Gegenrufe links: Ihr habt doch regiertl Sie haben es nötig, sich zu beklagen! Wie ist es denn in Amerika?) Ja, sind denn in Amerika sozialistische Grundsätze durchgeführt. (Schallende Heiterkeit links.) Aber in Australien, wo die Arbeiter- partei regiert, ist schwere Krise. Es ist sehr bedauerlich, daß der Reichskanzler dieser unwahrhaftigen Hetze gegen die Privatwirtschaft nicht entgegengetreten ist, die aus Einzelvörtommnissen eine Schuld des Unternehmertums konstruiert. Die Gehaltskürzung der Beamten wiederholt sich trotz aller Zusagen immer wieder, weil man nicht durch wirtschaftliche und sozialpolitische Maßnahmen, die man oft versprochen hat, den notwenoigen Ausgleich schafft. Da» ganze System der preis- und Lohnbildimg muß aufgelockert werden.(Rufe links: Aha! Karlelle! Generaldirektoreoi) Gegen die Beamten ist man rigoros vorgegangen, aber den Lohn- abbau der Gemeindearbeiter hat man auf Einspruch der Sozial- demokraten gemildert, ebenso den Leistungsabbau der Arbeitslosen- Versicherung.(Andauernde Gegenrufe links!) Wollen Sie denn nicht durch einen solchen Abbau den Versuch machen, die Produktion wieder In Gang zu bringen? Warum führt man die Selbstver- antwortung in der Sozialversicherung nicht durch, und warum hat man nicht schon vor Monaten versucht, die Frage der Reform des Tarifrechts auf das friedliche Gleis zu schieben? Reichskanzler Dr. Brüning: wir waren dicht davor, beide Siarleien zusammenzubringen, da ist uns das von einem estinnnten Teil der Zadustrie zerschlagen worden.— Stürmische hörli-hörli-Ruse links.) Die Sozialdemokratie vereitelt jede friedliche Lösung. Der Reichs- kanzler Ijat bedauert, daß ein nationales Konzentrationskabinett nicht möglich sei; ich Hab« ihn beschworen, mit diesem Plan vor das Volk zu treten, um festzustellen, wer sich dem versagt. Heute stehen die sozialistischen Massen da, deren Ideen durch diese Krise wider- legt sind(Große Heiterkeit links), und die fanatischen Bolschewisten, verficht, das sind ihre Organisationen. Darum geht es heute, und in diesem Sinne geht es heute mehr denn je um die organisatorischen und kollektiven Grundlagen der deutschen Arbeiterbewegung. wer in diesem Augenblick die Organisation der Arbeiterschaft zu schwächen versucht, der üb» verrat.(Geschrei der Kommunisten.) wer diese Organisationen anzugreisen wagt, den schlagen wir.(Stürmischer Beifall der Sozialdemokraten.) Abg. heckerl(Komm.): Wir haben zehn im Ausland befindliche kommunistische Abgeordnete telegraphisch �zurückberufen. Alle 78 Kommunisten werden morgen für den Sturz der Regierung Brüning stimmen.(Lebhafter JBeisall bei den Komm, und RS.» Der Weg des konstruktiven Sozialismus in England hat mach wenigen Monaten in den Abgrund geführt. Zum Ziele führt nur der Weg des Kommunismus. Nach 7>sstlliidiger Sitzung wird die Weiterberatung auf heute. Freitag, l2 Uhr vertagt. Vorher Erledigung der Petitionen von Kriegsbeschädigten. Abg. Dr. Frick(Natsoz.) hatte die Absetzung dieses Punktes be- antragt, zog aber nach eindringlicher Befürwortung dieser Beratung durch Abg. ZNumm(Chr. soz.) seinen Antrag zurück. Ein kommunistischer Antrag, die als Punkt 3 vorgeschlagene Erledigung der Anträge auf Genehmigung der Strafverfolgung von Abgeordneten wird angenommen. !y bis Heckert. der Entscheidung. die den Staat zertrümmern wollen. Auf der anderen Seite sahen wir das nationale Aufwallen. Diese Kräfte müßte man organi- satorisch einfangen, statt sie in hoffnungsloser Opposition zu lassen. Leider haben die Redner der Rechten ein Programm für den kommenden Winter nicht entwickelt, sondern leidenschaftlich mit der Vergangenheit gerechtet. Wir fordern ein klares Wirtschafts- und Steuerprogramm. Wir rücken von unseren Anschauungen nicht ab. Wir wollen weiter die Brücke sein von den verantwortlichen Stellen des Staates zu den herandrängenden Massen, die gewonnen werden sollen für verantwortlich« Mitarbeit.(Abg. T o r g l e r(Komm.): Sie scheinen der Verwalter der Brockensammlung werden zu wollen! Große Heiterkeit.) Der Redner schließt mit der Erklärung, daß zur Fortführung des von ihm kritisierten Systems seine Freunde dem Reichskanzler nicht das Vertrauen aussprechen können. Abg. Dr. Leicht(Bayer. Vp.) spielt aus Dingeldey so an: Er- ivaretn Sie nicht, daß ich Brücken baue, die schon einstürzen, bevor st« fertig sind.(Sehr gut!) Notwendig ist in dieser Zeit schleunige Inangriffnahme der Winterhilfe. Freilich eine Winterhilfe nur für diejenigen, die das Hakenkreuz oder Stahlhelm- abzeichen tragen, hat mit christlicher Nächstenliobe nichts zu tun. (Zurufe rechts: Herr Prälat, Sie haben das Christentum mit Löffeln gefressen!— Präsident L ö b e rügt diesen Zuruf.) Der Berständi- gung zwischen den Unternehmern und den Arbeitern wird nicht dadurch gedient, daß die Unternehmerverbände vorher ein Ultimatum veröffentlichen, dem dann die Gewerkschaften ein Uliimatuin entgegensetzen. Die Notoerordnungen dürfen nicht benutzt werden, um in allen möglichen Fragen die L ä n d e r h o h e i t zir verletzen. Ein« Regiennrg, die nochmals eine Inflation herbeiführen wollte. würde mit Recht vom Volle weggefegt werden. Wemi Dr. Ober- fohren unter Hinweis auf Harzburg davon sprach, daß dort Leiste gewesen seien, die für eine Idee ihr Leben lassen wollten, so weise ich hin auf den Stifter der christlichen Religion, der für sein« Idee sein Leben ließ. Es brennt im deutschen Vaterlande. Der Reichs-- kanzler hat uns alle zum Löschen gerufen. Da sollten wir in christlicher.Liebe zusammenavbellen/ und da müssen- wir uns gegen diejenigen wenden, die bei dem Rettuugswerk die Schläuche zerschneiden wollen.(Beifall.) Abg. Dr. Weber(Staatsp.): Die Nationalsozialrften fehlen hier wohl, damit ihre Leute nicht aus den Reden des Reichstanzl«:-- und der Redner anderer Parteien etwas lernen, jedenfalls entziehen sie sich der Verantwortung für ihre Versammlungshetze. Die Hand- habung der Presieverordnung ist vielfach zu beanstanden. Die Regierung sollte von der presie und dem Radio mehr Gebrauch machen— freilich nicht so wie letzthin, als ein Re- gierungs Vertreter die Feingoldverordnuuq so'„erläuterte", daß kein Mensch sie verstehen konnte. Dingeldey hat nichts über das Programm seiner Verbündeten, der Nationalsozialisten, gesagt und ebensowenig über die sinnlose - AMarkie— wie dos scheußliche Schlagwort lautet—> die Hugenberg vorschlägt. Wir danken für eine Terror- und Jnslations- rcgierung nach Muster Harzburg und begrüße» den gleichgerichteten Beschluß des Zentrums. Dr. Schacht hat mit seiner Rede, deren Schädlichkeit ihm als Bankfachmanu vollkommen bewußt sein mußte, sich Anhang unter den Leuten schassen wollen, die chn bis zu seiner Amtsniederlegung auf das Gehässigste angegriffen haben. Die Deutsche Republik ist gegen ihre Todfeinde viel zu geduldig, sie läßt auch die ehemaligen Fürsten auf Kosten des Volkes leben, die dann gegen die Republik Sturm laufen. Aus der Osthllfe hat man unter Treviraims Leitung Großindustriellen Hypotheken gegeben, während sie doch für kleine Leute bestimmt sind. Abg. Döbrich(Landvolk) kündigt die Zustimmung seiner Freunde zu den Mißtrauensanträgen an, obwohl sie mit mehreren Punkten der Regierungserklärung einverstanden sind. Damit wollten sie eine nationale Regierung schaffen, sind aber überzeugt, daß der gegenwärtige Reichskanzler in jeder kommenden Regierung den seiner Bedeutung entsprechenden Platz einnehmen wird. Abg. Ziegler(SAP.) spricht gegen die Politik der SPD., die schwächlich und erfolglos sei und durch enffchiedenden Älasienkamps ersetzt werden müsse. Der reaktionären Regierung Brüning könnten Friedensfreunde nicht Kriegsmittel bewilligen. Wegen Widerstandes gegen diese Politik hat man die SAP. ausgKschlossen, aber sie werde schon in einigen Monaten(Zuruf der Komm.: gestorben sein) eine Massenpartei sein. In einer Woche habe sie in Breslau ohne eigene Presse 200 Neubeitritte.(Heiterkeit der Soz.) Noch Ausführungen gegen den Kapitalismus, gegen die Verantwortung der Arbeiter- klasseffllr den heutigen bürgerlicken Staat, gegen die demokratischen Illusionen, daß nach und nach der sozialistische Staat werde und nach Ablehnung der Notoerordnungen schließt der Redner mit einer Verurteilung der Regierung Brüning. (Es folgt die Rede des Abg. A u f h a u s e r(Soz.), über die wir auf der ersten Seite dieses Blattes berichten.) Die Forderungen der Wirtschastsparteü Erklärung des Abgeordneten Drewitz. Abg. Drewitz teilt uns mit: „Die Behauptung, daß die Wirtschaftspartei ihre Haltung von der Hilfe für die Genossenschaftsbanken abhängig mache, ist durchaus unzutreffend. Es ist lediglich wahr, daß schon vor einem Vierteljahr nicht nur von der Wirtschaftspartei, sondern auch von der Zentrumsfraktion und von Abgeordneten anderer Mittelstandsparteien HUse für die Genosienschaftsbanken verlangt worden ist. Bei den jetzigen Bedenken der Wirtschafts- partei hat diese Frage keine Roll« gespielt." Der„Rul" stellt sein Erscheinen ein. Die in Berlin erschein«!»« demokratische Tageszeitung der russischen Emigranten„Rul",(Das Steuer), stellte ab Mittwoch, dem 14. Oktober, ihr Erscheinen ein. Ar. 455 ♦ 45. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Kreiiag, 46. Okiober 4934 Kieburgs Fälschungen. Kohl im Kreuzverhör.— Degner als Ankläger. Jtut langsam skeigt das Gericht in die komplizierte s r l a r e k- Materie hinein. Es fällt selbst dem nicht leicht, der mit der Angelegenheit einigermahen vertraut ist. Wie mögen sich dabei die Schössen fühlen. Vielleicht wäre es doch ratsamer, dast die Verhandlungsleitung bei Beginn jedes neuen Abschnittes die Behauptungen der Anklage klarer hecausarbeilete! Vielleicht wäre auch eine geringere hast und Gereiztheil erwünscht. Die Zahlen, auch wenn sie von größter Bedeutung sind, werden mit einer Schnelligkeit aus der Anklageschrist verlesen, daß ein Aolgen einsach unmöglich ist. Wenn unter solchen Umständen der Verichlcrstattung Fehler unterlaufen sollten, dürfte man sich durchaus nicht wundern. Di« zweite Hälfte der gestrigen Sitzung brachte eine noch schärfere 5ierausarbeitung der Verteidigungslinie der Sklareks und der Ain'sichtsräte der ZWG. Sklarek und Degner klagen den toten Kieburg an. Dessen gefälschte und von den Organen des Magistrats gutgeheißene Unterbilanz sei der Anfang allen Uebels gewesen. Daß irgend jemand bestochen worden sei, davon könne überhaupt keine Rede sein. Die schärffte Attacke ritt R.-A. Dr. Pindar: Sämtliche von der Staatsanwaltschaft aus den Büchern der KVG. und der BAG. entnommenen Zahlen, die zur Begründung der Anklage her- halten sollen, seien gefälscht. Kieburg habe in seinen Büchern sür 7S0l)(>l1 Mark Warenposten eingetragen, die in Wirklich- kcit nicht existieren: er habe 250 000 Mark in seine eigene Tasche fließen lassen, so sei die Unterbilanz von 950 000 Mark entstanden. Die in der Anklageschrift enthaltenen Zahlen könnten unmöglich zur Urteilsfindung verwandt werden. Der Buchhalter Heinrichs, der in den Büchern der KVG. und BAG. Bescheid wisse, würde als Zeug« dem Gericht das erforderliche Bcweismaterial liefern. AngeNagter Kohl als Auffichtsratmitglied. Der Angeklagte Kohl, ehemaliger Bezirksbürgermcister in Köpe- nick und Vorsitzender des Auftichtsrats der KVG. wird ins Kreuz- verhör genommen. Di« Anklage behauptet, die KVG. habe über Bedarf eingekauft. Die Bilanz zeige kolossale Verluste. Kohl habe die Einkäufe nicht nur bewilligt, sondern sie auch veranlaßt, weil er, durch Sklareks bestochen, diesen die Lieferungen habe zukommen lassen wollen. Kohl erwidert darauf: Das stimmt nicht. Man hat im Jahre 1924 allgemein über den Bedarf eingekauft, weil die deutschen Kaufleut« zur Mark noch kein Vertrauen hatten und immer noch an Ware glaubten. Vors.: Was rechtfertigte ihr Vertrauen zu Kieburg? Wußten Sie nicht, daß er sich Unregel- Mäßigkeiten zuschulden kommen ließ? Kohl hatte gar keinen Ver- dacbt. Waren denn die Organe des Magistrats nicht dazu da, die Geschäftsführung nachzuprüfen?.Kieburg erhielt keine Tadel. Alles war in bester Ordnung. Den Bilanzverlust in höhe von rund 725 000 Mark im Jahre 1925 führt Kohl nicht auf schlechte Dis- Positionen, sondern auf die schlechte Geschäftslage zutück. Ab- fchreibungen wurden überall vorgenommen. Die Bilanz war aus taufmännischen Gesichtspunkten aufgestellt.,- dem Aufsichtsrat vor- �gelegt und' genehmigt:/>•;. Kieburgs erste VerbilligungSakiion! Kohl verantwortet sich sodann wegen der ersten„Verbilligungs- aktion". Am 13. August 1924 lief beim Borsitzenden des Aufsichts- rates, Kohl, ein Brief von der Firma Sklarek ein. Kohl wurde darin gebeten, Kieburg zu veranlassen, von einem äußerst günstigen Angebot Gebrauch zu machen. Es handele sich um fertige War« im Werte von über 300 000 Mark. Die Firma mache die billige Offerte nur, weil sie ihr Personal nicht ohne Arbeit lassen wolle. Es bedeute ein großes Opfer. Die Ware werde zum vierten Teil des Preises obgelaffen. Es bestehe somit für die KVG. die M ö g- lichkeit, ihr Lager zu verbilligen. Der Brief trägt keine Unterschrift. Willi Sklarek hat ihn nicht geschrieben. Leo Sklarek erklärt: Ich kann leider keine Briefe diktieren. Also wird ihn Max Sklarek geschrieben haben. Weshalb er ge- rade an Kohl ging, kann gleichfalls keiner van den Brüdern sagen. „Man schreibt doch nicht an den Aussichtsratsvorsitzendcn", jagt der Gerichtsvorsitzendc. Kohl selbst weiß überhaupt nicht mehr, ob er den Brief bekommen hat. Jedenfalls wurde die Offerte gutgeheißen. Der Stadtkämmerer Karding bewilligte den Krc- dit in höhe von 250000 Mark. Sklarek lieferte statt 5000 Wintermäntel 4534. Der Durchschnittspreis machte statt 44 Mark 49 Mark aus.„Eine Differenz bis 15 Prozent", meint Willi Sklarek,„könne immer vorkommen." Die Anklage ist aber der Ansicht, daß Kohl pflichtwidrig gehandelt habe, indem er nicht für die Einhaltung des Durchschnittspreises gesorgt habe, und daß es ihm gar nicht um die Verbilligung der Ware zu tun gewesen sei, sondern nur darum, Sklarek die Lieferungen zukommen zu lassen. Es will der Anklage auch nicht einleuchten, daß man be- reits im Februar mit der Lieferung von. Wintermänteln für dis nächste Wintersaifon beginnt.„Das ist auch sonst üblich", sagt Willi Sklarek.„Unsere Räume waren zu eng, wir hatten ein- Menge fertige Ware, die wir räumen mußten." Als ihm entgegen- gehalten wird, daß alle Ware gar nicht fertig war, meint er:„Das war es ja eben. Die Ware, die wir fertigstellten, wollten wir auch sofort aus unseren Räumen fort haben." Auf eine Frage des Vorsitzenden beteuern beide Brüder Sklarek, daß sie nie nachge- Holsen, nie bestochen, nie Zuwendungen gemacht haben. Ges6)enke wurden gegeben und erhalten. Kistenmacher soll aber behauptet haben, die Wintermäntel seien auf ausdrücklichen Wunsch des An- geklagten Kohl geliefert worden. Die zweite„Verbilligungsaktion". Die zweite sogenannte„Verbillignngsaktion" sollte einen Posten im Werte von 500 000 Mark betreffen. 100 000 Mark von dem in dieser höhe eingegangenen Kredit wurden von der KVG. zur Begleichung einer Schuld bei der BAG. benutzt. Kistenmacher soll dem Buchhalter Lehmann erzählt haben, daß in diesem Falle sämtliche drei Brüder Sklarek zusammen mit Kieburg den Angeklagten Kohl in der Wohnung aufgcfucht hätten. Dieser bestreitet es mit aller Entschiedenheit: Sklarek sei bei ihm im ganzen vielleicht zweimal gewesen. Einmal im Jahre 1925 und dann im Jahre 1929, nie aber im Jahre 1924, und auch niemals in Be- gleitung von Kieburg: sämtliche drei Brüder zusanimen hätten ihn überhaupt nie aufgesucht. Mit Sklareks haben ihn kein- freundschaftlichen Beziehungen verbunden.(Sklarek be- stätigt das.) In der Offerts vom 12. Dezember, die gleichfalls keine Unterschrift trägt, heißt es, daß Mäntel und Anzüge mit 50 Proz. unter Herstellungskosten geliefert werden könnten. Die augenblick- lichc finanzielle Lage zwinge die Firma dazu. Der Vorsitzende will vom Angeklagten Kohl wissen, wie es bei der Aussprache an- läßlich dieser Offerte im Aufsichtsrat zugegangen fei. Kohl: Kie- bürg hat die Offerte.dem Aufsichtsrat unterbreitet. Alle traten, für sie ein.. Der eine sagte, er müsse zugreifen, da eine Erhöhung der Löhne bevorstehe:"ein Mitglied der Handelskammer meinte, es sei ein glänzender Vorschlag: ein dritter mar von der Preiswürdigkeit der Offerte überzeugt. Davon, daß die Firma ungenannt bleiben wolle, fei gar keine Rede gewesen. Degner gegen den Magistrat. Auch der Angeklagte Degner war Mitglied des Aufsichtsrots und als solches Mitglied einer dreiköpfigen Wirtschaftskommission, die im April 1926 zu dem Zweck gebildet wurde, um sich ständig über die Geschästsloge und Geschäftsführung der BAG. zu unter- richten und die auch bei der Aufstellung der Bilanzen mitwirken sollte. Vors.: Konnten Sic denn eine Bilanz ausstellen? De.g- »er: Nein. Ich wage auch zu bezweifeln, daß die beiden anderen Mitglieder dazu in der Lage waren. Vors.: Dann verstand also niemand etwas davon, deshalb trat die Kommission wohl auch so wenig zusammen, weil niemand Bescheid wußte. Degner: Ja, das war ein S y st e m f e h l e r des Magistrats. Die 5)aupt- Prüfungsstelle hat gleichfalls ihre Pflicht verletzt. Schüttler, der die Bilanz zu prüfen hatte, wurde van Kieburg durch Nachtlokale geschleppt und hat die Bilanz, besoffen wie er war, unterzeichnet. Wäre das nicht geschehen, ruft Degner in großer Erregung aus, so wäre Kieburg bereits früher verschwunden. Mein Verdienst ist es, daß ich, obgleich ein halbes Jahr im Aussichtsrat. Kieburgs ?mcktritt erzwungen habe. Es war nicht leicht, gegen 5lieburg aufzukommen. Er genoß das größt- Vertrauen selbst beim Ober- bürgermeister Böß. Ich habe mich aber auf der Sitzung vo:n 4. Dezember zum Dolmetscher des gesamten Aufsichtsrats gemacht, habe den Vorstoß gegen ihn unternommen und ihn aufgefordert. sich krank zu melden, bis man mit der Angelegenheit ins klare kommen würde. Es mußte da etwas nicht stimmen. Bei einem Jahresumsatz van 16 Millionen waren die Lieferanten gezwungen. Zwei? und dreimal wegen Beträgen von 200 und 300 Mark zu kommen. Als ich bei Sklarek die von Kieburg übernommene Ware besichtigte, stieß ich auf Stiefel, die nichts anderes als Attrappen waren; selbst Erwerbslose hätten sie nicht genommen. Ich habe die Suspendicrung Kieburgs erzwungen, und der Ma- g i st r a t und die O b e r p r ü f u n g s k o m m i s s i o n haben di? von Schüttler unterzeichneten gefälschten Bilanzen, obgleich es b-- kannt war, daß sie gefälscht waren, durchgehen laßen. Es wäre Pflicht gewesen, eine Strasanzeige zu erstatten. Vors.: Weshalb haben Sie das nicht getan? Degner: Das war nicht mein Amt. Vors.: Aber als nichts geschehen war, hätten Sie es doch tun können. Degner: Ich bin kein Jurist. Ich habe auch mehr als einmal gemahnt, lind als der Sudclbrief gegen mich kam, da habe ich die Sache mit meinem Dirigenten besprochen. Vors.: Wenn Sie so entrüstet waren, �vie Sie es heute darstellen, so ver- stehe ich nicht, wie Sie die Angelegenheit haben im Sande ver- lausen lassen können. Heute Freitag um 9 Uhr wird weiter verhandelt. Aieseneinkommen für Oirekioren. Iavag-prozeß bringt es an den Tag. Der Prozeß gegen die Vorstandsmitglieder und Direktoren der Frankfurter Allgemeinen Vers icher ungsgcfcll- fchaft(Faoag), über dessen Anfang wir bereits im gestrigen „A den d" berichteten, brachte zunächst einige weitere bemerkenswerte Enthüllungen über die Höhe jener Kapitalien, die die Direk- torcu unter der Bezeichnung„Gehälter und Sondervergütungen" ans einko», inenden Geldern der bei der Gesellschaft Versicherten bezogen. Die Gehälter der Favag-Direktorcn entsprechen wohl im allge- meinen dem üblichen Mißbrauch in Industrie und Großhandel. So erhielt der verstorbene Generaldirektor Dumke jährlich 358000 M.. Direktor L i n d n e r 192 000 M., Becker und Schumacher erhielten je 175 000 M. Strafbar machten sich die Direktoren der Favag, indem sie sich unter dem Namen„S o n d e rv erg üt u n- gen" gegenseitig riesige Beträge in die Tasche schoben. So nähmen sie sich, von einem Aktienkauf(Röchling» 500 600 M. als„Vermittlergebühren", wobei der Aussichtsrat der Favag darüber im unklaren gelassen ivurde, daß die„Ver- mittler" die eigenen Direktoren des Unternehmens waren. Ferner erhielt einmal jeder Favag-Direktor eine Extra- Vergütung von 25 600 M. ernf fingierte Konten für ein geglücktes Geschäft der Favag. Verluste ließ man immer gern zu Lasten der Favag gehen, während sich die Herren Direktoren an den Gewinnen mit riesigen Provisionen beteiligten. Jeder der fünf Hauptangeklagten hat sich für mehr als ein Dutzend Straftaten zu verantworten. Die Direktoren haben laut Bericht der Revisionskommission aus persönlichem Eigennutz einen Konzern zugrunde gerichtet, der sich in 65 Jahren aus kleinen Anfängen zu dem zweitgrößten deutschen Versicherungsunternehmen in die Höhe gearbeitet hatte. 61 Sondergefcllschaftcn uin- faßte und ein Aktienkapital von 25 Millionen Mark hatte. Tie „Nun mach' aber einen Punkt. Es ist nicht anzuhören!" schreit Vilma ivutersüllt.„Menschen hungern, und du dringst dich halb um wegen eines Köters." Das fassungslose Gesicht, mit dem James jetzt zu ihr aufblickt, steigert ihre Wut.„Starr mich nicht so blöd an! Was weißt du denn von mir. Ich mag dich ja gar nicht! Das Hab' ich dir nur vorgemocht, um dich zu heiraten! Aber ich will dich nicht mehr! Du und deine ganze Blase, ihr hängt mir zum Halse heraus! Auch der schöne Sänger, der Manfred Gniinacher, in den ich mich damals im Kurhaus verliebt habe! Schluß damit. Aus der Traum.... Die ganze Zeit Hab' ich mich damit herum- geschleppt und du hast nichts gemerkt! Wenn du mich umarmt Haft, dachte ich an ihn! Ich wußte, daß es aussichtslos ist trotzdem war es nett, netter jedenfalls als mit dir!" Sie steht hoch aufgerichtet mitten im Zimmer. yames hat sich zu einem S>cßel gelchlevpt. Er schlagt die Hände vor das Gesicht. Diese Bewegung kommt Bilma so lächerlich vor. daß ihr Zorn von neuem aufflammt � Mach dich nicht niedlich! Andere Leute müssen ganz anderes durchmachen. Und der Arbeiter, der die Bestie er- schlagen hat, verdient eine Belohnung! Jcki woiltc Bravo ruien als er es tat. ober ich nahm Niicksicht auf dich. Ich nahm immer nur Rücksicht auf dich. Host du, edler und menschenfreundlicher Chef, nie geahnt, w.e dem Personal vor dem Hund zitterte? Natürlich nicht,»solche Klem, gleiten übersieht ein großer Geist!"... n „Du hast mich mit Manfred hintergangen...? James hängt an Bilmas Lippen.. � v �«m«. Bilma lackt böse aus.„Leider nur m Gedanken. Aber ich verzichte! Es bleibt mir nichts anderes übrig. Wir muffen alle verzichten. Du auf mich, ich auf Manfred und deine �rau auf dich. Dieser Schaden ist wenigstens m reparieren. Geh zurück zu ihr! Sic wird dich mit offenen Armen aufnehmen. James hat den Kopf in die Hand gestützt. Hab ich das verdient. Ist es nicht zu vtcl für einen Menschen? Fränze gab mich frei. Sie meinte es gut. und Bilma beschimpft mich. Warum stehe ich nicht auf und schlage sie? Aber sie meint es wahrscheinlich auch gut. Sie mag recht haben: ich gehe blind durchs Leben, mich liebte sie nicht, sie liebte Manfred. „Nie?" fragt er laut.„Sag mir ein: nie?" Bilma ist ruhiger geworden. Sie setzt sich aus die Sessel- lehne zu James. „Mich liebtest du nie" „Liegt dir so viel daran?... und lieben? Was fiir große Worte!" Sie schließt die Augen und erzählt.„Als du mich vor drei Jahren engagiertest, wollte ich die Situation natürlich ausnutzen. Ich sah, wie du von mir abhängig wurdest. Eine Frau merkt es schnell und zieht ihre Vorteile daraus. Ich wollte dich beherrschen, damit du mich schließlich heiratest. Das war mein Plan." Sie wippt mit dem Fuß. „Er wäre durchführbar gewesen. Das gibst du zu, nicht wahr?" James nickt. Er möchte sie am Weiterredcn verhindern. er möchte sagen„Laß alles" und hört doch zu. „Na, und dann gehts plötzlich nicht. Was ist schon ein Plan! Es kommt soviel anderes dazwischen. Wie soll ichs dir erklären? Sieh mal, ich Hab doch immer mein Geld verdienen müssen, und meine Eltern arbeiten und Habens nicht leicht. Uebrigens wollte sich meine kleine Schwester Lili vorgestern das Leben nehmen. Das gehört wohl nicht hierher. Da dacht ick,, es wäre schön, reich und deine Frau zu sein. Ich möchte es auch heut noch, aber ich weiß nicht mehr, ob es das Beste ist. Gern gemocht Hab ich dich doch, obgleich es dir jetzt schwer fallen wird, es zu glauben." „Was soll werden?" „Zunächst mußt du zur Bors« gehen. Das ist dos Wich- tigfte. Soll ich mich nach den Kursen erkundigen?" „Du hast recht." James setzt sein seriöses Kauftnanns- gesicht auf. Es wird an die Tür geklopft. Bürochef Ziege erscheint im Thürrahmen. Er trägt«inen grünen Schnellhefter unter den Ann geklemmt. Als er den toten Hund sieht, bleibt ihm vor Staunen der Mund offen. „Pardon", sagt er. „Nun?" James will von dieser Seite keine Beileidstund- gedungen hören. »Sie irren sich nicht, Herr Ziege", kommt Pstma dem Erstaunte!: zuvor.„King ist tot. Unser Speicherarbeiter Johannes Frey hat ihn in Notmehr erschlagen." Herr Ziege wiegt den rotblonden Kops.„Tz... Tz... Tz...", machte er erschüttert.„Der Hund tat doch keiner Fliege etwas zuleide. Ein Akt der Rolzeit! Und verkehrt, völlig verkehrt. Einen Hund bändigt man mit den: Blick. Etwa so!" Herr Ziege stellt sich vor den, toten Hund in Positur.„Einsach stehen und ihn ansehen!" „Sie Habens fa schon einmal bewiesen", sagt Vilma schroff. „Mir geht es so nahe." Herr Ziege legt den Schnell- Hefter auf den Schreibtisch.„Ich hätte hier..." „Nachher, nachher..." winkt James ab.„Ich muß zur Börse." Er zieht den Mantel an.„Nun...?" wendet er sich an Vilma. „Feste Kurse sind noch nicht raus." Vilma ist jetzt wieder die alleswissende Privatsekretärin.„Nach den vorbörslicheu Berliner Notierungen liegt kein Anlaß zur Beunruhigung vor. Allerdings Hot gestern New Port wieder eine panit- artige Stimmung gezeigt." „Danke!" Mit kurzen: Gruß verläßt James das Zimmer. „Sind die Zahlungen aus Schlesien cingetrossci:?" Prokurist Christians zuckt bedauernd die Achseln. „Warum zahlt der Meyer nicht?" Strofs und männlich will die Stimme klingen, doch in ihr zittert Angst, die furcht- bare Angst vor einer unbekannten Größe, die nicht in Rech- nung gestellt worden ist.„Telegraphieren Sie sofort nach Breslau!" James preßt die Lippen aufeinander. Die Muskeln treten gespannt aus den Backen heraus. Warum zahlt die„Schlestsche" nicht? Sie ist einer der pünktlichsten Kunden. Das Geld müßte schon lange auf der Bank sein. Jäl bin ein Narr des Glücks, sinniert James im Auto. Fränze. Vilma. King! Fallend« Konjunktur«,: und aus- geblieben« Zahlungen!'Alles trifft zusammen und schlägt den Menschen ohne Erbarmen, nieder, raubt ihm die Luft zum Atmen. Das Auto hält mit einen: schmerzhaften Ruck vor dem Rathaus. Der Platz ist abgesperrt. Es wird demonstriert. Rote Fahnen und Trausparente mit der Aufschrift:„Gebt uns Arbeit!" Magere Gestalten, denen der Wind durch die Kleider pfeift. Frauen, Kinder, Männer! Alle in: Blick Ber- zweiflung, Nervosität. Angst und Hunger. Dos Auw fährt durch erne Nebenstraße zur Börse.(Schluß folgt.) P r a in i e n e> n n a h i» e n der VersicherunT-n bctrugen jZhrkich 4 3 t) M i l l i o n c n M o r k. Die Direktoren Becker und Kirschbaum haben noch 20 private Konzerne gebildet, die sie mit Geldern der Favag finanzierten� Auch hier nahmen sich Becker und Kirschbaum die Gewinne und überließen der Favag die Verluste. Die Angeklagten erklärten sich für unschuldig. Die Vcrhand- lungen werden am Montag weitergeführt. � Feuerüberfatt auf Nazilokal. Kommunisten schießen.- Wirt und zwei Hakenkreuzler verletzt Eine schwere Bluttal, die an den kommunistischen Zeuerübersall aus das Razilokal in der Gneisenauftraße vor etwa acht Wochen er» innert, spielte sich gestern abend in der Richard st raße in Reu- k ö l l n ab. Bon noch unbekannten offenbar kommunistischen Tätern wurden von der Straße in das Raziverkehrslokal von Böwe mehrere Schüsse abgefeuert. Der Gastwirt und zwes haken- k r e u z l c r, die an der Theke standen, wvrden von den kugeln ge- troffen und schwer verletzt. Der Feuerüberfall war nur das Werk von Sekunden. Einige Passanten sahen mehrere junge Burschen davonlaufen, die vermut- lich als Täter in Frage kommen. Eine Beschreibung der Männer konnte bisher jedoch nicht erlangt werden. Das Nazilokal in der N i ch a r d st r a ß e 3 5 war schon wiederholt das Ziel konmm- nistifcher Gegner, bisher blieb es aber immer bei kleineren Plänke- leicn. Auch die Hakentreuzler blieben den Kommunisten nichts schuldig und so entwickelte sich, wie auch in anderen bekannten Un- ruhezcntren, eine ständige Fehde. Gestern abend befanden sich in dem Nazilokal verschiedene Gäste, als um 5i7 Uhr plötzlich auf der Straße eine Reihe von Schüssen fiel. Die Scheibe der Einganzstür zum Lokal zersplitterte und der Wirt Böwe sowie die National- sozialistcn Paul B o r r e i t e r und Otto M a t s ch a p sanken, von Kugeln getroffen, zu Boden. Die Verletzten wurden in das Urban- krankenhaus gebracht. Beamte der Politischen Polizei nahmen in der Richardstraße die notwendigen Feststellungen vor. In einigen kommunistischen Lokalen fanden auch Durchsuchungen statt. Die Aktion ist jedoch erfolglas verlaufen. Es besteht kaum ein Zweifel, daß der Ueberfall bis in alle Einzelheiten vorbereitet war. Für die Ermittlung der Täter hat das Polizeipräsidium eine Belohnung von 3000 wark ausgesetzt. ■* Die Kommunisten hatten für gestern ihren Anhängern g e- Heime Anweisungen für Demonstrationen in den Unter- bezirken gegeben. Von 17 Uhr ab bildeten sich in fast allen Stadt- teilen D e m o nst ra t i o nsz üg e, die, wie das Polizeipräsidium erklärt, im Keime erstickt werden konnten. Lediglich an zwei Stellen nahmen die verbotenen Umzüge ernstere Formen an. In der B a d st r a ß c auf dem Gesundbrunnen hatte sich ein Zug von etwa 10(1 Kommunastcn gebildet. Als zwei Beamte einer Streife zur Auflösung des Zuges ausforderten, wurden die Polizisten von der Menge umringt. Einer der Beamten, ein Obcrwacht- m e i st e r vom 49. Polizeirevier, wurde durch hiebe mit einem Schlagring verletzt und blutig geschlagen. Der Schutzpolizist zog hieraus seine Dienstwasse und gab einen Schuh ab, durch den der 26jährige kaufmännische Angestellte Otto G e i d« aus der Putbusser Str. 30 in das Becken getroffen wurde. <3. fand im Virchowkrankenhaus Aufnahme. In der Potsdamer Ecke Pallasstraße erfolgte gegen 19 Uhr ein Sturm auf die Fensterscheiben des Nazilokals„Wilhelma", wobei mehrere Scheiben zertrümmert wurden. Insgesamt wurden bei den gestrigen Zwischenfällen etwa 20 Personen festgenommen. Oer Versuch am Meuscheu. Fortgang des Lübecker Tuberkuloseprozesses. Lübeck, 15. Oktober. 3m Lalmelteprozeß wurde heule die Der- nehmung des Angeklagten, Obermedizinalrat Dr. A l l st a e d t. forlgesetzl. Der Angeklagte äußert« sich sehr ausführlich über die Versuche, die nach dem Jahre 1927 in Deutschland und im Ausland mit dem Calmette-Präparat angestellt worden sind. Diese Erörterung der Vorgeschichte ist für die Beurteilung der Schuld des Angeklagten deshalb von Wichtigkeit, weil man daraus zu entnehmen sucht, ob Dr. Altstaedt auf Gnind der Versuche und der dabei erzielten Er- gebnisse berechtigt war, sich sür die Einführung des Calmette- Versahrens in Lübeck einzusetzen. Bei der Einführung des Talmette- Verfahrens in Lübeck wurde in den öffentlichen Bekanntmachungen und in den Zetteln, die den Eltern übergeben wurden, das Wort .L m p s u n g" oder„Schutzimpfung- nickst genannt. Staatsanwalt- schast und Nebenkläger scheinen besonderen Wert auf eine Auf- klärung darüber zu legen, warum man in Lübeck nicht, wie dies Calmette in seinem Merkblatt getan habe, von Impfungen oder Schutzimpfungen, sondern von„S ch u tz s üt t e ru ng- gesprochen habe. Der Vertreter der Nebenkläger fragte, warum Dr. Altstaedt nicht Anordnung getroffen habe, daß die Schutzfütterung nur auf Anweisung eines Arztes und nach genauer Prüfung jedes einzelnen Falles erfolgen dürfe. Dr. Altstaedt antwortete: „Das hielt ich nicht für erforderlich. Der Bazillus Calmette Ist so harmlos wie Akilch und Zuckerwasser.- Bei diesen Worten gerieten die als Nebenkläger anwesenden Eltern in große Er r e g u n g. Dr. Altstaedt führte dann weiter aus, daß ein Arzt, wenn er sich auf Grund von Tierversuchen davon überzeugt habe, daß ein Mittel unschädlich sei, in verantwortungs- bewußter und sorgfältiger Weise auch einen Menschenoersuch wagen könne. Denn ohne den Versuch beim Menschen könne die Wissenschaft keine Fortschritte machen. Im weiteren Verlaus der Verhandlung belastete Dr. Altstaedt den Mitangeklagten, Professor D e y ck e. schwer. Er, Altstaedt, habe Dr. Deyckc die Originaltulttir selbst übergeben. Nachdem Dr. Dcycke ihm gesagt habe, die Möglichkeit, den Stoff in Lübeck herzustellen, sei gegeben, hätte er selbstvcr- ständlich annehmen müssen, daß der Stoff in Lübeck mit dem im Pasteurinstitut hergestellten Stoff vollkommen identisch sei. Dr. Altstaedt glaubte nach seiner Aussage, alle Voraussetzungen für«ine ordentliche Herstellung im Labarotorimn für gegeben halten zu können. Der Sachverständige Dr. Much- Hamburg betonte mit Nachdruck, daß die inzwischen angestellten Untersuchungen in Deutschland den Nachweis erbracht hätten, daß der Calmette- Bazillus zur Virulenz(zur Wirksamkeit) zurückkehren könne. Gegen 13 Uhr wurde die Dorhandlunjg auf Freitagvormittag vertagt. Der portugiesische Gesandte spricht. Im Zlnichluß an«ine Bei- ratsjigung des Bundes der Auslandsdautschen halt der portugiesische Gesandte Exzellenz Antonio da Costa Cabral am 21. Oktober, nach- mittags 18 Uhr. im Haus der Deutschen Presse(Berlin W. 10. Tier- gartenstraße 16), einen Vortrag über das Thema:„Die Beziehungen Deutschlands zu den portugiesisch sprechenden Ländern". Eintritt nach vorheriger Anmeldung beim Bund der Auslandsdeutschen (Barlin C. 2, Breit« Straße'8/9, Telephon: Kupfergrabcn 2383 und 2032) srei. Volksbühne und Stadt. Die gestrige Stadtverordnetensitzung.— Um Berlins Wohnungsbau. Di« Stadtverordneten hielten gestern nach einer dreiwöchigen Pause eine Sitzung ab, die sich zunächst mit der Reuregelung der an ehrenamtlich im Dienst der Stadt tätige Bürger gezahlien Entschädigungen beschäftigte. Darunter fallen auch die Sitzungsgelder für die Stadt- verordneten, Bczirksvcrordnetcn und für den Vorstsher der Vcr- sammlung. Eine ganze Anzahl Anträge der verschiedensten Par- teien lagen dazu vor, die schließlich in den Ausschußbcratungen zu- sammengefaßt wurden. Der Berichterstatter des Ausschusses, Genosse Flatau, betonte gestern im Plenum, der Wunsch aller Beteiligten gehe dahin, die Angelegenheit in aller Oeffentlichkeit zu behandeln, damit endlich eimnal die Boulevardblätter der Mühe enthoben würden, über die Höhe der„Diäten der Stadtväter- zu orakeln. Es sollen in Zukunft erhalten der Stadtoerordnetenoor- st e h e r monatlich 471 M., die Stadtverordneten für eine Sitzung im Plenum und im Sladtgemeindeausschuß 9,50 Vi., sür eine Äusschußsitzung 4,80 M., die V ez i r ks v e r o r d n e t e n für Plenarsitzungen 3,80 M. und sür Ausschußsitzungcn 2,30 M. Än der Aussprache knöpfte sich Stadto. Zobel(Staatsp.) seine Vorredner, den Kommunisten Kasper und den jugendlichen Nazimann Treff. seines Zeichens Stadtinspektor, gehörig vor. Kasper habe ver« schwiegen, wieviel Parteisekretäre unter falscher Flagge im Stadt- verordnetenhandbuch stehen, der Razi Treff nehme dreifache Entschädigungen: als Stadtiaspeklor, als unbesoldeter Stadirat und als Stadtverordneter! Gegen diesen D r e i f a ch o e r d i e n c r, der sich nicht schämte, gegen die Entschädigungen ehrenamtlich tätiger Bürger vorzugehen, wandte sich auch schr scharf Stadto. Vurgemeister(Soz.). Die Entschädigungsbeträge sind so gering, daß die Unkosten der Be- treffenden nicht gedeckt werden. Jedenfalls hätte es noch kein Sozial- demokrat fertigbekommen, wie die Nationalsozialisten im Reichstag, sich im voraus die Diäten auszahlen zu lassen und dann die Ucberweifung dieser bereits einkassierten Diäten an die Arbeitslosen vom Reichstagsbüro zu oerlangen.(Stürmisches Hört, hört! bei den Soz. Großer Lärm bei den Nazis.) Zu erwähnen sei mich die llnkostenliquidierung für eine» eimvöchigeu Besuch in Berlin durch den deutschaali analen Bürgermeister Fink aus Hägen in Westfalen. Da müsse es doch sehr wundernehmen, sagte Bungemeister, daß gerade die Deutschnationalen und die Nazis hier das groß« Wort führen. Bei der Herabsetzung der Entschädigungen dürste die Stadt keine nennenswerten Ersparnisse machen. Jedenfalls ist keine Rede davon, daß Ehrenbeamte der Stadt„feste Entschädigungen von 400 M. pro Monat" erhalten, wie es in gewissen SkandaGlättern zu lesen stand. Reichstag und Landtag haben die Diäten um 20 Prozent gesenkt, die Stadt Berlin senkt aber um höhere Beträge; Berlin zahli auch heute noch den geringsten Entschädigungssatz gegenüber anderen Stäateiu Die Erlialluirg des� ehrcnamttichen Elements in der StaLtocrwallung machte sich die Sozialdemokratie stets zur Ausgabe. Burgemeister trat für die Annahme der Aus- fchußbeschlüsse cfn. Nazi Lippert trug mit seiner Entgegnung sehr zur Erheiterung der Versammlung bei; dieser Mann, wie auch sein Hugenbergkollege Springseld(Dnat.) bellten, weil sie sick) getroffen fühlten. Unter Ablehnung oller Abänderungsonträge wurde der Ausschußbeschluß mit 104 gegen 87 Stimmen angenommen. Die Debatten über die Bewilligung eines zinslosen Darlehens in Höhe von 75 000 M. und von 100 000 M. an die Berliner Volksbühne und die Wetterbelassung des früher gewährten Dar. lüheus von 300 000 M. bis zum 31. März 1932, ferner über die Bcr- längerung der Bürgschaft für ein van der Volksbühne bei der Spar- lasse aufgenommenes Darlehen von 200 000 M. füllten gestern abend die Redner der Deulschnationalen und Kommunisten aus. Was sie über die Volksbühne zu sagen hatten, war der alte arbeiter- kulturfeindliche Standpunkt, den man von diesen beiden Parteien gewöhnt ist. Zur Abstimmung über die Vorlagen kam es nicht, da die noch zur Verfügung stehende kurze Zoit mit Grund- st ü ck s t e r m i n s a ch e n ausgefüllt werden mußte. Eine interessante Abstimmung ergab sich über die Vorlage zu einen, Nachtrag zur Biersteuerordnung. Bisher hatten die auswärtiges Bier nach Berlin einführenden Brauereien die zu zahlende Biersteuer aus die Berliner Gastwirte abgewälzt; die sich daraus ergebenden Unzuträglichkeiten bot der Steuererhebung wollte der Magistrat beseitigen, indem er durch die Vorlag« die einführenden Brauereien steuerpflichtig macht. Das begriffen scheinbar die Wirt- schastsparteiler, deren Wortführer in der Angelegenheit der Gastwirt Fuchs ist, nicht recht, denn sie stimmten gegen die Vorlage. Nur Fuchs stand auf einsamer Höhe und wird nun sein Botum für die Vorlage bei seiner Partei vertreten müssen. Seine Gastwirtskollegcn sind sicher sür ihn. Die Vorlage wurde mit 74 gegen 73 Stimmen angenommen, d. h. Fuchs rettete die Berliner Gastwirte gegen die auswärtigen Brauereien. e- In dem der Plenarsitzung vorangehenden Sitzung des A« l t e» stcnausschusscs entpuppten sich die Kommunisten wieder einmal als Arbeikcrfeinde. Es handelte sich darum, ob eine Dringlichkeitsvorlage des Magistrats, die der Belebung des Berliner Wohnungsbaues diente, sofort im Plenum verabschiedet werden konnte. Um möglichst viele Wohnungsbauten finanzieren zu können, hat der Magistrot die Zuschüsse aus Hauszinssteuermittcln um 30 Proz. gestreckt: die rest- liche Hälfte müssen die Bauherren selbst durch Hypotheken, die sie bei gemeinnützigen Instituten bekommen, aufbringen, wofür die Stadt in der Dringlichkeitsvorlage die Bürgschaft übernehmen will. Die sofortige Verabschiedung dieser Vorlage verhinderten die Kommu- nisten mit ihrem Verlangen, die Angelegenheit erst in einem Aus- s ch u ß zu behandeln. Dadurch werden Tausende von Berliner Bauarbeitern mehrere Wochen länger auf Arbeit marken müssen. Die Sozialdemokraten werden sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, in den später stattfindenden Plenarverhandlungen das ar- beiterseindliche Verhalten der Kommunisten gebührend zu kenn- zeichnen. Oberbürgermeister zum Sklarek-prozeß. Vom N a ch r i ch t e n a m t der Stadt Berlin wurde gestern abend folgendes verbreitet: In der heutigen Verhandlung in Sachen S k l a r e k sind gegen städtische Beamte, die sich teils noch im Amte, teils nicht mehr im Amte befinden, schwere Anschuldigungen erhaben worden.... Es ist anzunehmen, daß die angeschuldigten Beamten»n& AiiV gestellten im Laufe des Prozesses als Zeugen zu den gegen sie er- hobenen Angrifsen selbst Stellung nehmen werden. Der Ober- burgermeister behält sich die Prüfung des Ergebnisses des Pro- zesses vor. Der Oberbürgermeister wird, soweit die städtische Vcr- -waltung in Betracht kommt, erst dann pflichtgemäß Stellung nehmen. sobald sich aus der Urteilsbegründung oder aus dem Bericht des von ihm offiziell entsandten Beobachters die Notwendigkeit zum wetteren Einschreiten ergeben sollte, Grube des Todes geschlossen. Nofsdirci aus Neurode.- verzwefllangsHampt deulsdicr Bergarbeiter. Am 13. Oktober früh sollten die Abbrncharbeiten an den lieber- lagcanlagen der stillgelegten wenzeslans-Grube im Neurodcr Bergbaurevier beginnen. Die Wenzeslans-Grube Ist noch in schrecklicher Erinnerung wegen de» enlsctzlichen Unglücks im Juli vorigen Jahres, bei dem 1S1 uiederschlesische Bergarbeiker durch einen Kohlensäureausbruch ans dem bei hausdors gelegenen Kurtschacht umkamen. Elf Monate später forderte der Tod in diesem walden- bnrg-Rcuroder Elendsrevier von neuem seine Opfer: ein abermaliger Kohlensänreausbruch kostete weiteren 7 Bergarbeitern das Leben. Schließlich wurde die menschenmordeade und durch das vordringen der Braunkohle trotz der Elendslöhne unrentable Wenzeslans-Grube zum Jahresbeginn stillgelegt. Auf die Nachricht vom Beginn des Abbruchs der Werkanlagen formierte sich in den frühen Morgenstunden des 13. Oktober ein Demonstrationszug von rund 2000 arbeitslosen Berg- arbeitern, um die Abbrucharbeiter in letzter Stunde zu bitten, die Werksanlagen des Hauptschachtes nicht abzubrechen. Daraus stellten die Abbrucharbeiter ihre Arbeit ein. Am Nachmittag des Dienstag formierte sich ein noch größerer Demonstrationszug der hungernden Bergarbeiter und zog zur K r e i s v e r w a l t u n g, um gegen die Stillegung Protest zu erhoben. Es wurde«ine Delegation gewählt, die mit dem Landrat von Neurod« verhandeln sollte. Bei diesen Verhandlungen sagte der L a n d r a t, daß sich die schlesischen Abgeordneten der Sozialdemokratie und des Zentrums olle erdenkliche Mühe gegeben haben, um den Lcrgarbettern den Betrieb zu erhallen. Infolge der Krise seien aber alle Bemühungen bisher fruchtlos verlaufen. Als die varzwcifellen Demonstranten dieses Verhandlung�- ergebnis hörten, formulierten sie ein« Entschließung, die, einstimmig angenommen, ein erschütterndes Dokument deutscher Bergarbeiternot ist. Die Entlassenen gelohten, eine Betriebsgemeinschaft sür die stillgelegte Wenzeslaus- Grube zu bilden. Die Arbeiter und Angestellten wollen das Werk selber weiterführen.„Wir sind-, so heißt es in der Willenskundgebung,„zu Opfern bereit. Sogar vom Brandunglück betroffen« Arbeiter stelle» ihre Versicherungsantschädigung der Betriebsgemein- schaft zur Verfügung. Um so dringlicher fordern wir mit unserem verfassungsmäßigen Recht äußerste Mittel von Staat und Reich, damit sich nach dam Plan unserer Betriebsgcmeuischaft die Tore zu unserer Arbeitsstelle wieder öfsnen.- Jm vorigen Jahre ging die Wcnzeslaus-Grubc in K o n k u r s. Durch den Namen Neurods ist sie für alle Zeiten gekennzeichnet als eine der g e f ä h r l i ch st e u Gruben. Trotzdem kämpfen die Walden- burger Bergarbeiter wie Vcrzweifellc darum, in der Wenzeslaus- Grube weiter arbeiten zu dürfen. Gibt es etwas Grausigeres als diesen Kampf um eine ständig vom Tod umlauerte Arbettsstella? Aber die Hilferufe der arbeitslos gewordenen Bergarbeiter der Wenzeslaus-Grube sind bei der preußischen Regierung nicht ungehört verhallt. Für die 2000 Betroffenen wird Hilfe geschaffen werden. Man plant die Ueberführung der BergarbctterfamUien in S i e d l c r st e l l e n. Die Mittel hierzu werden zum Teil der O st- Hilfe entnommen. Bis zu der Durchführung dieses Plans fall ein Teil der Bergarbeiter mit Notstandsarbeiten beschäfttgt werden; 600 Arbeiter sind bereits in Arbeit beim Bau einer großen Wasser- leitung und bei Straßenbauten. An eine Aufrechterhaltung der Grube ist aber nach reiflicher Ueberlegung aller sachverständigen Kreise kaum zu denken, da die Rentabilität fehlt und eine Steigerung des Kohlenabsatzes nicht zu erwarten ist. Fünfjähriger totgefahren. In der Pionierstraße in Spandau wurde gestern abend der fünf Jahre alte Alfons M i t o m s k i beim Ueberschreiten des Fahr- damms von einem Lastauto überfahren und schwer verletzt. Das Kind fand im Spandauer Kreiskrankenhaus Aufnahme, wo es bald nach seiner Einlieferung starb. 29745 Ärzte-Gutachten! Jede Bohne Qualität jeder Tropfen Cenuß Jede Tasse Gesundheit das ist Kaffee Hag! In jedem Peket ein Gutschein. Im WeiKnedttsmonet 1931«vf 40 Gutscheine 1 imit. Altsilber-Dose mit KePfce Heg zr«tis Der Tod der Rentnerin. Mord oder Selbstmord? Der Toi» der 64jäf»rigeu Mlwe und Rentnerin. Zrau Voigt, die gestern in ihrer Wohnung am Landsberger Platz 4 tot aufgefunden wurde, tonnte noch nicht weiter geklärt werdcn. Frau Voigt wohnte mit ihrer Tochter und ihrem Sohn, der in der Zentralmarkthollo beschäftigt ist, im 3. Stockwerk. Zwischen der Mutter und den Kindern bestand bestes Einvernehmen, selten ist es zum Streit gekommen. Gestern abend entfernte sich der Sohn aus der Wohnung, um in der Nachbarschaft noch Einkäufe zu machen. In der Zwischenzeit sprach Frau Voigt auf dem Flur noch mit einer Nachbarin und begab sich darauf in ihre Wohnung. Als der Sohn nach einer halben Stunde zurückkehrte und die Stube betrat, sah er zu seinem Schrecken seine Mutter regungslos liegen, um den Hals hatte sie ein Handtuch geschlungen. Die Zipsel des Tuches hiett die Frau noch krampfhast umklammert. Der junge Mann alarmierte die Polizei, nachdem er zuvor noch die Untschlingung am Hals« der Mutter gelöst hatte. Die Mord- kommrssion konnte bisher keine Anhaltspunkte finden, die für einen Mord sprechen. Auch der Gerichtsarzt, der die Leiche genau untersuchte, hält es für nicht ausgeschlossen, daß die alle Frau auf so eigenartige Weise selbst ihrem Leben ein Ende gemacht hat. Maiuschka war zweimal in Berlin. Polizeiaktion in Caputh. In Wien ist gestern im Laufe des Nachmittags in«wer ge- mewsamen Besprechung festgelegt worden, in welcher Weise die Arbeitseinteilung der verschiedenen Untersuchungskommissionen er- folgen soll. Die Vertreter der Polizeiverwaltungen von Wien, Budapest und Berlin werden die für ihr Land in Frage kommenden Straftaten einzeln mit dem beschuldigten Matuschka er- örtern. Kriminalrot G e n n a t. der sich zusammen mit Kriminal- kommissar Berndorff in Wien besmdet, hat Matuschka gestern längere Zeit sehr eingehend vernommen. Bei dieser Vernehmung drehte es sich zunächst darum, wie oft M. in Berlin geweilt hat und wo er sich in dieser Zeit aufgehalten hat. Es steht ziemlich einwandfrei fest, dah er im Lauf« des letzten Jahres wenigstens zweimal in Berlin war, und zwar zwischen dem 1ö. und 39. April und in den ersten Tagen des Monats August. Kriminalrat Gennat hat versucht, näheres über den Berliner Aufenthalt Matuschkas im April herauszubekommen. Der mutmaßliche Attentäter bleibt nach wie vor dabei, daß er den Auftrag zur Besorgung der Spreng- Materialien von einem anderen bekommen hat. Die Beschreibungen des„großen Unbekannten" find jedoch so unklar, daß sie zur Be- kanntgab« und öffentlichen Fahirdung nicht ausreichen. Auf Grund der Angaben, die Matuschka in Wien bei seinem gestrigen Verhör gemacht hat, fanden gestern Nachmittag und abends umfangreiche Ermitttungen der Berliner Kriminalpolizei unter Lei- tung von Kriminalkommissar Dr. Wächter und unter Hinzuziehung der örtlichen Polizeibehörde in Caputh statt. Insbesondere wurde m der Ringstraße nochgeforscht, wo sowohl der irische Ossizier Carnell gewohnt hat, als auch eine gebürtig« Wienerin, ewi Frau Schneider, ein Landhaus besitzt. Frau Schneider erklärte, daß sie»inen Mann namens Matuschka nicht kenne, daß auch niemand in ihrem Hause in der fraglichen Zeit kürzere oder längere Zeit Wgem.kanlttlonSrlivnkeren? ■m Freilag, dem 16. Okieber, 16 V, Uhr Im großen Saal der„Neuen Welt", Hasenheide Thema: Die politische Situation und die Sozialdemokratie. Referent; Dr. Rudolf Breitscheid, M d R.— Zutritt haben: Alle Funktionäre der Partei und die politischen Vertrauensleute in den Betrieben— Parteimitgliedsbuch ist mit gleichlautender Funktionärkarte am Saaleingang vorzuzeigen. liiMiiiiimiiiiuiiiiiimmiimiimmiiHmiiiminimiiimiminniiminmiimiiiiiiimiiimuiiiiimiinniHiiifMiimiiMimimMiiMMm Für die allgemeine Funktionärkonferenz am 16. Oktober sind die FunktionärKarten zwecks Kenntlichmachung dem zuständigen Abteilungsieiier sofort vorzulegen. Ohne Kenntlichmachung kein Zutritt. Der Bezirksvorsland. gewohnt habe, und sie konnte sich auch auf Grund des ihr vor- gelegten Bildes nicht entsinnen, den Attentäter einmal gesehen zu haben. Rekioraisübergabe an der Llniversität. In Anwesenheit des Oberbürgermeisters und zahlreicher Ber- treter der Behörden fand gestern an der Friedrich-Wilhclms-Uni- versttät die Rektoratsübergabe statt. Die Dozenten der Universität und der anderen Berliner Hoch- schulen waren in ihrer historischen Tracht erschienen. Die„Intrata" von Bach gab der Feier die Weihe. Der scheidende Rekwr, Geheimer Konsistorialrot v. Adolf D e i ß m a n n gab den Rechcnschastsberichr über das Amtsjahr 1339— 1931 ab. Er widmete dem preußischen Staat« für seine Fürsorge, die trotz schwerer Notzeit den Universi- täten zuteil wurde, besonderen Dank. Beim Gedenken an die Toten des Jahres hob Q. Deißmann vor allem Ulrich von Wilamowitz- Möllendorf hervor, dessen Abscheiden für die deutsche Wissenschaft ein schwerer Verlust sei. Bon besonderem Interesse waren die Aus- führungen des scheidenden Rektors über die unter seinem Rektorat geschaffene neue Satzung der Universität. Sie lasse der Universi- tat im genügenden Maße das Selbstverwaltungsrecht. Der Redner wandte sich dann gegen die auf Grund der Notverordnung ein- geführte Pensionierung der ausscheidenden Hochschulprofessorcn. Zu bedauern sei auch die durch die Sparpolitik bedingte Schließung der Universitätsklinik von Professor Bier. Die St u denke nin- flation, die wir erleben und die ein sehr ernstes Zeichen der Zeit sei, lasse den Vertust einer Unterrichtsstätte besonders schwer empfinden. Nach der Rede Deißmanns erfolgte die feierlich« Uebcr- gab« des Rektorats an den Orientalisten Heinrich L ü d e r s. Mit ihm übernimmt in diesem Jahr ein Vertreter der Philosophischen Fakultät die Amtstette. Nach der Wlegung des Eides hielt Professor Lüders seine An- trittsred« über das Thema:„Magie der Wahrheit". Mit einem Ehorgosang schloß der Festakt. Salamander- Spende für die Winkerhilse. Wie die Berliner Winterhilfe mitteill, ist ihr settens der S a l a in a n d e r- A k t i e n- gesellschaft ein Betrag von 199 999 Mark zur Verfügung ge- stellt worden, der«inen Teilbettag der deutschen Winterhilssspende der Salamander-Attiengesellschast im Betrage von einer Viertel- Million Marl darstellt. Lleberfälle auf Finazizämter. Duplizität der Verbrechen. Sl-Hin, 15. Oktober. Zwei Kassenboten des Finanzamts Stettin- Nor?, die am Donnerstag mittag, wie üblich, Geld zur Reichs- dank bringen wollten, wurden beim Verlassen des Finanz»mts in der Käiser-Wilhelm-Straßc von zwei Burschen überfallen. Einer der Räuber schlug den einen Boten nieder, während der andere dein zweiten Boten die Geldtasche mit 23 999 Reichsmark Inhalt entriß. Die Täter flüchteten in einen be- reisstehenden Kraftwagen, konnten aber nach kurzer Dersolgung festgenommen werden. Essen. 15. Oktober. Aus zwei großen Geldschränken des Tresarraums im Finanzamt E s s e n- O st entwendeten Einbrecher 939 M k. in Bargeld, für 199 999 Mk. Börsenumsatzsteuermarten und für 229 999 Mk. Landesstempelsteuermarken. Bon den Tätern fehlt jede Spur. Raub im Buttergeschäft. Am Donneretagabend gegen sieben Uhr drangen fünf jung« Burschen in das Buttergeschäft Dojmzentz, Bornholmer Straße 39, ein, hielten die im Geschäst anwesenden Personen mit vorgehaltener Pistole in Schach und raubten aus der Ladenkajsc etwa K9Mark. Ein Täter wurde auf der Flucht von einigen Strahenpassanten gestelll, ist aber, noch ehe es zu seiner Verhaftung kam, durch seine Komplicen wieder befreit worden. Es gelang sämtlichen Banditen, unerkannt zu entkommen. Das Aktuelle volksthealer. Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Künstler, spielt in der Zeit bis 1. November das Aufklärungsstück„Im dritten R e i ch". Ein« komische und tragische Szenenfolge mit Musik. Manuskript unl> Regie: Rolf Gärtner. Musik von F. Bcrezowsky. Bühneirbild: Karl Helbig. Die Vorstellungen finden statt: Freitag, den 16. Ottober, 29 Uhr, Stadthalle Weitzensee, Pistoriusstraße: Sonntag, den IL., und Montag, den 19. Oktober, 29 Uhr, Bürger- garten Schöneberg, Hauptstr. 123; Mittwoch, den 21. Oktober, 29 Uhr, Konzerthaus Pankow, Breite Str. 24; Donnerstag, den 22. Oktober. 29 Uhr, Saalbau der 5, o chs chu l b r a u« r e i, AmLUmer Str. 31; Freitag, den 23. Oktober, 29 Uhr, Prachtsäl« Treptow, Am Treptower Park 27: Sonntag, den 25. Oktober, 29 Uhr, Bockbrauerei, Fidicinstr. 2/3; Mittwoch, den 28. Oktober, Bismarck säle Spandau, Jeldstr. 52; Donnerstag, den 29., Freitag. den 39. und Sonnabend, den 31. Oktober und Sonntag, den 1. November, 29 Ilhr. Städtischer Saal(Lichtspiele) Neu- kölln, Bergstr. 147. Einheitseintritlspreis 89 Pf. Explosionskaiastrophe. Durch vorzeitige Explosion einer Dyna- mitminc in der Nähe von Czernowitz(Nord-Rumänien) wurden 4 Arbeiter getötet, 15 verletzt. c/chön&s T/aak in QjlifmJefi! Qarch einfaches Shdam S* J wirdJhr"Haar sofort lockery�S und duftig. Dia Ondulation bleibt erhalten, die ■ erreichen dies durch die tHaarwäsche ohne Wasser Schwarzkopf Trocken-Schaumpon� 3nsera* Seri�: ® Güte ist selbstverständlich- der niedrige Preis erst beweist die Leistungsfähigkeit! Wie wir von jeher danach gestrebt haben, gute Qualitätsware zu immer niedrigeren Preisen herauszubringen, das zeigt Ihnen dieser kleine, aber interessante Ueberblick. 1929 brachten wir einen reinwollenen blauen Kammgarn-Anxug zu Mk. 49.50. Oos war eine Sensation!- Im vorigen Jahre kostete ein reinwollener Gabardine-Mantel bei uns Mk. 39.50. Alles staunte 1- Heute bekommen Sie bei uns einen reinwollenen blauen Kamm- gorn-Ansug tör Mk» 28.25!— Und den modernen, reinwollenen Chesterfield- Pqletot für Mk. 33.-!! Hier ist der UI»t«r-P*letot, den Sie bei uns für �35.- kaufen können Hadern und efexint Tn form«nd Schnitt, sus reinwollenerShctUnd- W»re. in nurengo und — und natürlich sind Paletot un�JAerrnel mitKuftstseide gefüttert Oranienftr.40 An Oranlanoltu Chaufteettr.113 Könlgitraße 33 »dB Staulaar ftalulMf AaMmberAiauodarsiaa Diesen Mantel und andere Sachen in den Preislagen 30a-/ 40a* müssen Sie sich einmal bei uns ansehen und prüfen. Den Stoff, den Sitz, die Verarbeitung. Sie werden finden, daß wir kein Wort zu viel gesagt haben. EMPFEHLENSWERT Beniner Mettwurst...Pfd. O.GO Nußschinken.......... Pfd. 1.58 Braunschw.Mettwurst Pfd. 1.04 Bierwurst.............. Pfd. 0.98 Landsbg. Reinetten..-Pfd. 0.10 Goldparmänen...... Pfd. 0.15 Winter kartof fein weiße........... Ztr. 2.50 feinste gelbfleischig. Ztr. 2.80 Zusendung per Zentner Mk. 0.50 Hasen ges reift...... on Pfd. 0.93 Wildspickbraten......Ptd. 1.38 1928er Hackenheimer m. PI. 0.65 Weinbr. Spezial 1 1. m. PI. 4.80 Alter Wachhold. I L m. Fl. 4.40 Camembert volifett.Sdidit. 0.20 Kümmelkäse..■..... 2 Stück 0.25 Schmelzkäse m it Schnitt!. e/a Sch, 0.32 Harzer Käse ca. 1 Pfd.-Pack. 0.35 Süßmilchkäse—"VsSdiditi. 0.38 Stangen-Limburger-.Pfd. 0.44 Tilsiter, halbfett...... Pfd. 0.52 Blockkäse(TilsPer Art) o. R.Pfd. 0,54 FrühstückskäseRoi.ca.lPfd. 0.58 Edamervollf. Pfd. 0.78, halst. 0.58 Holländer volifett...... Pfd. 0.78 Tilsiter vollfett....;..... Pfd. 0.72 Camembert..... Schchti. 0.68 Steinbuscher vollfe t...Pfd. 0.68 Schweizer von. fett.. Pfd. 0.74 Briekäse vollfett........ Pfd. 0.72 Allg.- Stangen vollfett Pfd. 0 80 Voüsaft-Schweizer...Pfd. 1.33 Gorgonzola........... Pfd. 1.55 FRISCHFLEI S C H| BUTTER« FETTE«EIE Ochsen-Rouladen....Pfd. 1.1 8 Ochsen-Suppenfl. an Pfd. 0.78 Kalbs-Schnitzel— an Pfd. 1.63 Kalbs-Rollbraten..an Pfd. 1.28 Kalbs-Vorderfl..... an Pfd. 0.98 Schweinebauch.......Pfd. 0.72 Kaßler.............. an Pfd. 0.76 Hammel-Vorderfl. an Pfd. 0.74 Rohschmalz........... Pfd. 0.58 Bratenschmalz......... Pfd. 0.58 Brattett Kochfreude ca.l Pf.-P. 0.58 Griebenschmalz...... Pfd. 0.68 Margarine, Cocosfett 2 Pfd. 0.75 Molkereibutter........ Pfd. 1.14 Tafelbutter............ Pfd. 1.36 Allerh Markenbutter. Pfd. 1.44 WURST WA RENl KOLONIALWAREN Konsum-Sülze......... Pfd. 0.38 Gek. Schink o. Aufschnitt'/rPfd. 0.38 Fr. Blut u. Leberwurst Pfd. 0.58 Sülzwurst.............. Pfd. 0.78 Fleischwurst............ Pfd. 0.88 Da mpf WU rst(Breslauer) Pfd. 0.88 Jagdwurst............. Pfd. 0.98 Landleberwurst....... Pfd. 0.98 Wiener Würstchen...Pfd. 1.08 Feine Leberwurst..... Pfd. 1.18 Kümm«i-o. Knoblauchswst. Pfd. 1.28 Cervelat- u. Sqlami.-Pfd. 1.36 Hbg. Kochmettwürst.. Pfd. 1.48 Schinkenspeck..) Pfd. 1.48 Haushcnt-Mischung 0.45 Gemischt. Gemüse..'KDs. 0.66 Gern Gemüse mitteif.'/rDs 1.C0 Jg.Schnitt-u.Brechb'.iDs. 0.45 Jg. Wachsbohnen-.'hDs. 0.60 Bohnenkerne........ 7,»s. 0.50 Karotten, geschnitt..'/iDs. 0.40 Junge Karotten......'/iDs. 0.60 Junge Erbsen........'/iDs 0.55 Junge Erbsen mittelf..v, Ds. 0.80 Kaiserschoten-.......'l,Ds. 1.43 Stangenspargeldünnh'jDs. 1.25 Stangen spargsl stark' ,0s. 2.10 Brechspargel dünn...'/ Ds. 1.25 Bruchreis............... Pfd. 0.13 Burma-Reis............ Pfd. 0.15 Moulmain-Reis........ Ptd. 0.24 Auszugmehl____ 5 Pfd.-Bil. 1.35 Hartweizengrieß----- Pfd. 0.2S Eierbandnudeln...... Pfd. 0.46 Eierfadennudeln----- Ptd. 0.50 Tafelöl.............. an Liter 0.72 Fleichbrühwürfel-. lOStck. 0.25 Bohnen.............. an Pfd 0.14 Viktorig-Erbsen....�.Pfd. 0.20 Mischobst........... an Pfd. 0.43 Sultaninnen........ an Pfd. 0.50 Kaffee...;........... an Pfd. 1.80 lfl«.,.'»B,lk'Z».', Zpargelköpfe, mittolsl... Ds. 1.90 Spinat................'h Ds. 0.45 Junge Kohlrabi.....'I, Ds. 0.38 Sellerie in Scheiben...'I] Ds. 0.75 Steinpilze............ D'- 120 Pfifferlinge........... Vi Ds. 1.10 Erdbeeren...........>/, Ds. 1,25 Birnen, we ß.■). Fiucht s/, Ds. I.Oü Stachelbeeren...... Vi Ds. 0.80 Kirschen, rot. p. Stein Vi Ds. 1.10 Aprikosen V. Frucht,..'I, Ds. 0.95 Aprik.-Konfitüre,..ca. 2 Pfd.-f. 1.10 Johannisb..Konf.,.ca. 2 Pfd.-E. 1.10 Gemisch e Marm.,.ca. 2 Pfd. E. 0.88 RÄUCHERWAREN 1 OBST UND GEMUSE Div. f ischmorinoden.-Ds. 0.25 OTsardinen........... 2 Ds. 0.55 Olsardineh o. Gr...... Ds. 0.53 Nordsee-Krabben 120 gr. 0.50 Fettheringe i. Tom..... Ds. 0.58 Makrelenfilet in Ol..... Ds. 0.65 Gabelbissen........... Ds. 0.65 Würstchen.......... 5 Paar 0.88 Ital.- o. Heringssalat Pfd. 0.70 Mayonnai»« o. Remoul.... Pfd. 0.70 Fettbücklinge...... an Pfd. 0.23 Ger. Schellfisch....... Pfd. 0.34 Fr. Suppenhühner an Ptd. 0.78 Wolga-Hühner— an Pfd. 0.88 Junge Gänse..... an Pfd. 0.84 Junge Enten....... an Pfd. 0.78 Gänsestückenfl.... an Pfd. 0.9(1 Wildschweinrüdten.an Pfd. 1.10 LLUUUÜIU Rhein. Spekulatius...Pfd. 0.50 Mandel-Spekulatius Pfd. 1.00 Teegebäck-Mischung Pfd. 1.00 Malzbonbon.......... Pfd. 0.50 Gef. Honigkissen..... Pfd. 0.85 Burgmühle Fabrikate Öurgm, 4 Tfi. Sortimen". 200 gr. 0.50 Burg m.„Ariam" Schck. 3 Tfi. 0,50 Burgmüh e Pralinen 500 gr.... 1.00 Burgmühle Kakao....... ffund 1.00 Koch- u. Eßäpfel....5 Pid. 0.20 Kochbit nen.......... 3 Pfd. 0.18 Rote Rosmarien..... 3 Pfd. 0.25 Weintrauben blau..1 Pfd. 0.18 Eßbirnen(Blank)....2 Pfd. 0.25 Zitronen.............. Dtz. 0.28 Blumenkohl........ an Kopt 0.10 Weiß-. Wirsing-. Rotkohl..Pfd. 0.05 Rübchen.............. 3 Pfd. 0.20 Sellerie.............. 3 Pfd. 0.25 Mähten.............. 3 Pfd. 0.1 0 Kohlrüben............. Pfd. 0.05 FRISCHE FISCHE Kabeljau, Seel.o.K i. G. Pfd. 0.18 Kabeljaufilet....... an Pfd. 0.35 Rotbars..... o. Kopf an Pfd. 0.18 Grüne Heringe. an 3 Pfd. 0.46 Frisch. Seemuscheln 3 Pfd. 0.30 Lebende Karpfen-an Pfd. 0.78 WEIN f U N D SPIRITUOSEN 5L»r. 2.75 5 l»r. 2.93 5 Ltr. 5.25 5ltr. 6.00 i Ltr. 3.25 5l.fr. 4.75 5 Ltr. 5.25 5 Ltr. 5.53 5 Ltr. 4.25 Apfelwein....ltr. o.sb, Bowlenwein-.Ltr. 0.80, Rheinwein— Ltr. 1.1«, Moselwein— Ltr. 1.25, Johannisbw.- ltr. 0.7«, Tarragona— Ltr. i.oo, Sa mos......... Ltr. l.l», Malaga....... Ltr. i.is, Utiel Span Rai«. Ltr. 0.90, iN DEN DACHHAUEN SP.ELEN DIE KAPELLEN OTTO KERMBACH U. EGON KAY5ER, IM ERFRISCHUNGSRAUM(3 ST) KAPELLE HOTER Manganabgabs verbehaltant• Varkouf solanga Vorroti TELEFONISCHE BESTELLUNGEN UNTER F6 BAERWALD 0012, UBER S MARK, WERDEN PROMPT ERLEDIG Tl .-.EiiSv � Tkeaiev, Lichtspiele usw. j Staats TReafer Freitag, den 16. Okiober Staatsoper Unter Pen Linden 20 Uhr R i g o I e 1 1 o Slaall.Sdiausiiiilhaus Gesdarmsamarkt. 20 Uhr Florian Geyer Schiller-Theater Charlotlenbur.j. 20 Uhr VolKsbUbne Thealei am Bölowplatz 8 Uhr Zum f. Male Bas vierte Gebot Volkssllid in\ Aklen von Ludwig Äntcrgruber Regie: K. H. Ülartin. n° u. 31 � Uhr SONNTAGS 2,5,8 15 Uhr Keine Preiserhöhung: HAJfflÖD Resfairaut Berlins? BETRIEB- KEMPIKSKIi 8.15 ühi FI012 3434 faadioD erlauM ... Drei Stunden gutes Varie(6, tlott und schmissig dargestellt... und sidi von Nummer zu Nummer steigernd... Summa sum- marum: Oktober im Wintergarten— natürlidi mufc man dagewesen sein! D. W. 6. 10 SoaDabend und Sonnlaig ja 2 Vcnteüungsn 4 und 815 Uhr.< Uhr kleine Pr p/.uhr CASINO-THEATERs/.ui» Lothringer Slratjc 37. uiiiiiiiiiiiiiiiiiiaiiiiiMiiiiiiiiiiitiiitiiiiiiiiiiiiniiiii Nor noch wenige Aufführungen Dodo, das öffentliche Aergernis und das bunte Programm Für die Leser: Gutschein 1-4 Personen. Parkett nur 50 Pf. Fautcuil h— Mark, Sessel 1.50 Mark Komiscne Oper 8U Ulli Thron zu vergeben Operette v.Neidhan Musik v. Witmann Lcux, Elster, Lilien. Preise; 0,50-7,- M b Zentral-Dieaterp AIteJakobstr.3Q-j2 Täglich 8>.z Schwarzwald. mädei Christi Stenn, Harn Condi Slääf.Oper Charlottenburg ßismarcksttalie 34. Freitag, den 16. 10. Turnus IV Anfang 19.30 Uhr Hoffmanns ErzahlDitgeit Ende gegen lOVi U. metropol-lheater Täglich 8'/. Uhr Sonntags 4 u SV. U Die Blume von Hawai Operettcv.Abraham Preise 0,53—14.50 Theater im AdmiraisDalasl Täglich b'i« Uhr Die Dubarry mit Gitta flipar Preise v. 0,50 M. an eiümenspenßen jeder Art liefert preiswert Paul Golletz vormals Robert Meyer Marlannenstr. 3 F 8. Oberbaum 1 303 Theater desWeslens Täglich 8l/i Neu einstudiert! Das Drel- mäderlbaus Musik von Sdiadcrt Preise v. 50 PL an Pianetarium Tägl.auBer Montags 3 und 9 Uhr Maha-Film S und 7 Uhr Slmba-Füm d. astronom. Tortrag Pniüpen, Hälircn. Filter. ErsatzlBlic reislistc oratis PumpenfabriK BERLIK H BS. Reiniienilorfei Str. 95 DeDtidier Metailariieiter-ftM Vcrwalfungssiellc Berlin Nachruf Dm Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Dreher Franz Wroclawski geboren 8. April 18i6, am 8. Oktober gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat bereits statt- Die Ortsverwallung Ortskransenkassc für das Mauremeverbe zu Berlin. Berlin C 15, Hankestr. 3/4. Bekanntmachung. A»f Beschluß des Bcrsich,rungsan-fs der Stadt Beriin vom 14. Oktober Ivsi fallen die bisher gewährten Mehrleistnn- gen der Zkaise mit Wirkung vom Ii. Ok- iobcr 1931 fort. Der Vorstand der Ortslraakenkass« für das Maurergcwerb« zu Berlin. fh. g r st fl c r, R. F r e u n d. Vorsitzender. Echristssthrcr. ROSE-THEATER Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 8.15 v. Mittwoch, Sonnabend und Sonntag 6 u. 9 U. KLEINE ANZEIOEN liiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiitiiiiniinuiiiniiiiiiuiiiiiiuiiiiüniuiiMuiiinniiniiuii Preis«: Überschriftswort 25 Pf., Textwort 12 Pf. VViederholungsrabatt j 10 mal 5 Proz., 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Proz., 2000 Worte 15 Proz., 4000 Worte 20 Proz.• Stellengesuche: uberschrifts- wort 15 Pf., Textwort 10 Pf./ Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis_ 4,/ü Uhr nachm. im Verlag, Lindenstr. 3, oder auch in sämtlichen Vorwärts Filialen und-Ausgabestellen abgegeben sein II Frühling im Wiener WM Singspiel von Dr. Leo As cfcer. tft l-roßc Frankfurter fStrallc I Vorverkauf Täglich ll—I und 3—9 U. t 7, 3422. Internationales Theater (Kleines Tfcea'.er) Unter den Linden 44. L'S Uhr: Fludtl vor Hidiael. Reichshallen-Theater UesOs 8 Uhr. Swntag njthniltag 31'2 Uhr Das neue Programm der Stettiner Die 3 Komiker r i 1 1 o n ernemann r• u e r Nachmittags ermäßigte Preise. ir Freitag, den 16. Oktober nactimitlagä ä Uhr Im Grossen Schauspielhaus Sonnabend, 17. Okt., 8 U h r Jubiläums-Versteilung Jm 300 x weissen Jiässl Erik Charells grandioser Inszenierung mit Camilla Spiro, Evelyn Holt, Käte Lenz. Marianne Winkelstern, Tamara Vesni, Max Schipper, Oskar Sabo, Walter Jankuhn, Trenk-TrebitsJi CnC�nmtausslff, Ptol. Stern !Ntis. Leitung: l'.rnst Hauke Tag Hell 8 Ihr. Sonn'ag Nachmittag 3 Uhr Orrginalbesetzung Billige Preise. DeotsdiK Theaiei Täglich 8 Uhr von Schiller We: Mai Skighanlt Die Komödiei LV- Uhr RQcKKehr Komödie v. Donald Stewart Kegle: Gustaf CMgeiis. Kurlfirsiendainm- Tkeater ßismarck 448/4� S1/* Uhr Die schöne Helena oon lacqoes Ottenhafl Regte: Max Retenardi. Theater am Ndllendorfplati Täglich 8Vs Uhr Max Adalbert in; Der beschleunigte Personenzug faßahnsphn Von Dr. A. Jugow. 128 Seiten. M. 1.75 Dieses soeben erschienene Buch zeigt vorzüglich die Lage der russischen Wirtschaft und untersucht die Möglichkeit der Erfüllung des Plans. Mit ausgezeichnetem Material aus sowjetamtlichen Quellen und einem Nachwort von Th. Dan. Zu haben in der Buchhandlung J. H. W. Dietz Nachf. G.m.b.H. Berlin SW68, Lindenstr. 3 u. sämtl. Vorwärts-Spedit. Mülfi Tapeten S-tMot. Kolonie. strafte 9. KieidanssstucKe. utösefle lisui. Wenig gelragene, re- irllich gut erhal- tcne Äcrrcnanzllge von 30,— an; Win» irrpalctots. lllstcr, ?ö.— an: Serren- pelze. Damen. velze. 20.— an. »eine Lombard» wäre, Leihhaus Lowidi, Prinzen. strafte Wä Treppe. Polierte Zimmer 390.—, Die- lengärnitureu 3a,— Riesenauswahl. Deifzahlung. K.v merliuq. Äastanien. astce bf>. an Fehr- bellinerstraße. .:«o? Kaiisen /'Sie Ihre 'Piöoeilgai.uud bis. lig? Iin grüßlen MobcUmus desSiid, ostcn MoritzHirsdio» miß. Ekalitzcrftr. B. Hochbahn«oltbusscr Tor, Andreasstr. Zg. gegenüber Leiser. � Von Zlonalicre»! wenig getragene- und neue Jarfettan»! züge. Emokingor.- zllge, ilraltanzllge, Ulster. Paletois.k iedc ssigur passend/ Serrcnpelze.Damen. pelze, enorm billig. Lcilllians Friedrich. strafte 2, Sallesches Tor, Keine Lom- bardware.» Suchen 93,—, Spiegel" schränke 103,—. Äie. scnauswahl. Teil- zobiung. Kamer. eine sing, Kastanien. jallee 30. an Fehr, beMnerstraße. fflusik- tnsfrjfTienie Wenig getragene Herrengarderobe. teils ans Seide, verlaufe spott- billig: Iackettan- ziigr,. Gebrockan- Emokingan. Paletots, Beinkleider. erstkiassige Garderobe, für Maft. Spe�iolilä!: Band). anzüge. Verleih von Gesellschaft� anziigen. Pfand- leibe Weingarten, Prinzenstraßc L3. S'lye A'ige. Ulster, sowie neue Ersetz Sinkpianos. Mletvianos über» aus vreiswert. Via:'.ofabrik Link. Brunneu llrake Lü.* Rlavier, gut erhalten, vor- tauft umstände« halber, 285.—. Stieg, Hennigsdorf, Rathenäustr. 1V. Fnnri'siisi' MV8I krbronchte Fahrräder. 13.-. L0,- 23.- 3ll.—. Machnow Äeinmristirstr. 14 ivabrikveue Kode. »adrr. .78,—. 8b.-, 43.- Machnow. Wein» meistcritrafte 74_ Ballonräder n wegen vorgesd rilte. | ner Saison viel bis, Liudenftrafte 71—72. Schreib, tische Stuhle illecaic 7«,— gn. im Sokspeielzer. liger. Dallonräder ictzt 43,—, 33,--. iiü.—, Dallonräder. Marke Bren nabor. 7ö.—. Balldltriider, Marke Slern. 73,— stabugebisse, Platiitabtäll«. Qucckniber Zinn» metallc. Silber» schmelze. Eoldschmel. zerei. Christivnat. Käpcniekerstraße 82. KaNestelle illdalber:» strafte. I»MC!»| Technische Privatschule Dr. Werner. Regie» rungsbaumeistcr, Berlin. Reandcr» strafte Maschinen. bau, Elekirolechnik. Hochbau, Tiesbau. Lleinmeftschule, Seizungstechnik. Karoiscriedau. Moschinenstzickerei für Striekkleidung crbitlet Austrage. teienc Straetz. euköll». Aller» strafte 4, v. 7.& \ EiemrmecMiiir Licht Licht Licht Llektrisdie Jnstalla» lian, Stube und Liichc 88.—. 2 Stu. den und Rstdic 41,— mit kamplcttcr oäh» Icrstation. Billige Belruchtungskörpei. steigeieilung billigst. Kostenänschlog unnerbindlid). Lcbn u. Co., Burgstr. 29. Potcntmatrolieu Primlmma". Sie. i!.*,. lin,_ tallbctteii Sufsege.' Machnow Unerhört hillige Wohnungen: Sin» zlmmerig 29,—: 7'e- 83,—, Original Ar. zjinmerin 28,—: cona- 2>allo»räder zweizimmerig'M,—: 2>r,. zimmerig 87,—. matrahe». Chaise. lonaucs'Walter Siaraarderstrafte achtzehn. ReinLaden Rüchen! Direkt an Privat! Weift, sarhig, na- lnr. lädiert, von 94,23 an. Aallrid,. schränke seder tSrvfte. Schinke» strafte 8—9(Aott» busser Brücke), stza» brikgebäude. Seöss. net bis 7 Uhr. gucheuscheanf, modern, verkaust Neubauer, Pank j strafte 42. 73'. Sin gang Bätfgerstraßc. Schfoszimmcr. Rstchcn, Einzelnio' bei, spoftbillig. auch aus Teilzahlung, liefert Wöbelhaus Ramil. Königs- bergerstrafte 7, an der Plaza. Deinmeislerstr. l l.> Zugendeäder, größte Auswahl, 83.—. 4».—. 43.—, 30.—, 53.—, 63.—. Machnow. Wein- meisterstr. 71 290 prima Markeurädre mit Torpedotreilau! und prima Berel. smig, in Lack und Nickel, etwas de» schädigt. Stllck nur 15,— und 53,—. Machnow. Wein- meisferstrafte 14. iKauloesücnel j Herrenfahrrad kaufe gebraucht. Angebote unter IL 122 Haupterpe. bition des„Bor- rvcirts�. G . zlmmerlg Kauswirt-vertrag. Haupert, Maybad)» ufer 4. �__ Kümmel. ältester Wohnung�- narbwels. Delle- Allianee- Plot; 4. Wohnungen. Äodv st, Iben, �t'erzim' mer, Tauschwol. nnngen. Niesen auswabl. Jederzeit beziehbar. | llminsr~~\ Zimmer. leer oder möblier i. Oerirl, Echlltzen strafte 28. G misigesucn« Beamter sucht jkleinwoh- nung, auch Roch- stube. Haupert, Zvanbachufer 4. DcokSll» 2709. 1600 Zeilen Hitler. Ein offener Brief an Brüning. Der langen Erklärung Fricks im Reichstag folgt ein noch viel längerer offener Brief Hitlers an Brüning in einer Extraausgabc des„Völkischen Beobachters", die gestern im Reichstag oerteilt wurde. Hitlers offener Brief, 1600 Zeilen lang, ist ein Dokument der vollkommenen Verbürgerlichung einer sogenannten„Arbeiterpartei". Der Sozialismus, die Arbeiter und die oielberedcte„nationale Revolution" werden nicht einmal mehr mit dem Namen genannt. Dafür ist jedes Wort sorgfältig so gewählt, daß es in höheren Re- gionen den Eindruck vollkommener bürgerlicher Gesetztheit und Wohl- erzogenheit erwecke. Von den besonderen Zielen und Methoden des Nationalsozialis- mus ist nichts, aber auch gar nichts übriggeblieben. Dafür wird mit desto größerer Dreistigkeit der Anspruch auf die allein echte und richtig temperierte„nationale Gesinnung" erhoben. Auch diese „nationale Gesinnung" ist ganz in die Formen und Worte gekleidet, wie sie ein behäbiges Bürgertum liebt. Das ganze Schriftstück ist auf zwei Thesen gestellt: Erstens wird der ganze Kampf für die Gleichberechtigung Deutschlands in der Welt nur vom Hakenkreuz geführt, und zweitens muß in Deutsch- land entweder der Nationalismus oder der Bolschewismus siegen. Beide Thesen sind willkürlich erfunden und stehen im Gegen- satz zur Tatsachenwelt. Denn in Wirklichkeit hat die Sozialdenwkratie für die Gleichberechtigung des deutschen Volkes in der Welt prok- tisch gearbeitet, während die Hakenkreuzler Phrasen droschen. Und zwischen faschistischem und bolschewistischem Widersinn gibt es noch den Sinn eines demokratischen Sozialismus, der nach innen und außen die Interessen der wirtlichen Nation, des ar- beitenden Voltes vertritt. Indes kam es Adolf Hitler sicher gar nicht darauf an, letzte Fragen zu klären: er wollte vielmehr durch ein« dilderbogenhafte Darstellung nationaler Bürgerbravheit auf der einen Seite und eines bolschewistischen Schreckgespenstes auf der anderen Seite zu bestimmten Zwecken einen bestimmten Eindruck machen. Eigentlich ist der Brief nicht nach Wilhelmstraße 77 gerichtet, sondern nach Wilhelmstrahe 73. Nicht an Brüning, sondern an Hindenburg.„Sieh doch, wir sind sooo brav! Bitte, bitte, laß uns ein bißchen regieren!" Rothschildmann bei Hitler. Der würdige Repräsentant des„Dritten Reiches". Unter den„Wirtschastsführern", die an der Harzburger Tagung teilnahmen und Hitler, Hugenberg und den Stahlhelm den Treu- schwur leisteten, finden wir Repräsentanten des sozialreaktionärsten Unternehmertums. Die Nationalsozialistische Deutsche„Arbeiter"- Partei hat sich m Harzburg nicht bloß mit der Schwerindustrie, ver- treten durch deren Syndizi und durch Geheimrat Poensgen vom Stahltrust, und mit anderen Scharfmachern der Industrie ver- brüdert, auch die internationale Finanz weit— bekannt- lich der Todfeind der Nazis— hat-in diesem edlen Bruderbund nicht gesehll. Zu Hitlers Bundesgenossen gehört nämtich auch Dr. Regendanz. Wer ist dieser deutsch« Wirtschaftsführer Dr. Regendanz? Wir erfahren es aus dem Handbuch der Direk- torcn und Aufsichtsräte von 1930: .«r... JDr. rur. W. G. R egendanr, gesdwitsfiiliTendes I«ifV�Ejwaltungsratsmitglied der Anjstelbank, Amsterdam. Amsfel216. Privatadresse: Paris, nie Mallet, Stevens 5." Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß Herr Regendanz noch ein großes Landgut in der englischen Grasschaft Essex besitzt und außerdem selbstverständlich auch eine hochfeudal« Villa in Berlin hat. Schon diese geographischen Angaben zeigen, daß Dr. Regendanz. der neue Bundesgenosse Hitlers und Hugenbergs, nicht gerade ein Repräsentant des„bodenständigen nationalen Kapita- lismus" sein dürfte. Ganz im Gegenteil: Regendanz ist ein inter- nationaler Finanzier, Vertrauensmann der größten euro- päischen Finanzmächte. Er hat mehrer« Jahr« lang dem Zünd- holzkönig Ivar Kreuger in Deutschland trefslichc Dienste geleistet, nicht zuletzt dank seiner schon damals glänzenden Be- Ziehungen zu den Hugenberg-Deutschnationalen— und ist später in den Dienst der Wiener Rothschilds getreten und damit offenbar zum Bundesgenossen Hitlers avanciert. Regendanz' Tätigkeit für Kreuger ist noch in bester Erinnerung. Als Stroh- mann des Aündholztrusts kauft« er— angeblich im Kampf gegen den Kreuger-Einfluß— Zündholzfabriken auf und spielt« sie dem Schwedentrust zu. Eine offensichtlich« Korruption wurde von der Sozialdenwkratie aufgedeckt, als von Regendanz der deutschnationale Abgeordnete Behrens, Aussichtsratsmitglied in deutschen unter Kreugers Einfluß stehenden Unternehmungen, zum Berichterstatter in den Reichstags- ausschuß vorgeschoben wurde, der über das Zündholzsperrgesetz zu beraten hatte. Aus allem ging hervor, daß Regendanz seine politi- schen Beziehungen zu den Deutschnationalen geschickt für den Kreuger-Trust ausgenutzt hatte und in seinen Geschäftsmethoden vor Irreführungen, Täuschungen und Bestechungen nicht zurückschreckte. „Die Gesundung Deutschlands ist eine Frage des Charakters", so meinte Schacht in Harzburg, und auf Grund dieses Nachweises möchte offenbar Schacht mit Hugenberg und Hitler gemeinsam und im Bunde mit Wirtschastsführern ä la Regendanz die nationale Wirtschaft wieder aufbauen. Später ging Regendanz in die Dienste der Wiener Rothschilds über und vertritt seitdem die Rothschildschen Interessen in zahlreichen holländischen, Schweizer und österreichischen Gesellschaften, linier seiner Führung brach die A m st e l b a n k zu- sammen, wobei die übelsten Privatgeschäft« und Privatspekulationen der Geschäftslettung bekannt wurden. Die wirtschaftlichen Zu- sammenhänge der holländischen und Schweizer Gesellschasten, die unter dem Einfluß von Regendanz stehen, sind wenig durchsichtig. In Fachkreisen pslegt man derartig« Gesellschaften„Verschiebe- bahnhöse" zu nennen. Privat ist Dr. Regendanz an einer S ch w e i z e r Hypothekenbank0 Mann. Dogegen sei in Schanghai der Kreuzer„Tokiwa" angekommen, von dem aus 230 Mann Verstärkungen für die Morinekasern« gelandet worden wären. Eine deutsche Meldung aus Mukden-Tientsin vom 14. Oktober stellt dagegen keinerlei Truppenbewegung fest, aber ein starkes Anwachsen der Boykott Handlungen und Demonstrationen seitens der Chinesen. Eine lange japanische Depesche meldet eine gewaltige Ausdehnung des chinesischen Boykotts. Während in der Mandschurei fast alle Banken wieder geöffnet seien und das kaufmännische Leben normale Formen anzunehmen beginne, bestreikten chinesisch« Arbeiter alle japanischen Schisse, die des- halb nicht entladen werden könnten. In zahlreichen Städten hätten chinesische Kausleute beschlossen, die Annahme japanischer Waren zu oerweigern und den Verkehr mit japanischen Kaufleuten abgebrochen. In Kanton hätten chinesische Studenten japanische Waren öffentlich verbrannt. Die chinesische Polizei lzabe das zu verhindern versucht und scharf geschossen. Die Opfer waren zwei Tote und viele Verwundete. Für das in der letzten Ratssitzung mitgetettte B o m- bardement zwei chinesischer Städte gab die japanische Regierung dem Rot auf Anfrage die alte Ausrede als Erklärung: Erst fei ein Erkundungsflug, das über Bewegungen von Banditen und chinesischen Truppen berichten sollte, mit Gewehren beschossen worden. Darauf habe es mit Bomben geantwortet. Auf Grund dieses Vorfalls seien später drei Flugzeuge ausgesandt worden, die wieder Gewehrfeuer erhalten und deshalb ebenfalls mtt Bomben geantwortet hätten. Kulturkampf in Spanien. Die Umbildung der Regierung.- Gefahr eines Aufstandes im Aorden. Madrid, 15. Oktober.(Durch Telephon.) Die spanisch« Revolutionsregierung ist gesprengt. Attala Z a m o r a, der bürgerliche Führer im Kampf gegen die Bourbonen, und Miguel Maura, der Sohn des einstigen großen konservativen Ministerpräsidenten und erste Innenminister der Re- publik, sind zurückgetreten. Das Gesamtkabinett ist ihnen gefolgt. Unter der Führung des sozialistischen Kammerpräsidenten Professor B e st e i r o. des langjährigen Chess der spanischen Partei, ist das neu« Kabinett sofort zu stände gekommen. Es enthält im wesentlichen die bisherigen Minister der republikayischen Linken und der Sozialisten. Den Vorsitz führt der bisherige Kriegsminister A z o n a, eine der stärksten Energien, über die die spanisch« Politik überhaupt verfügt. Der Mann, der innerhalb dreier Monate die alt« königliche Armee von Grund aus mnbaute und etwa zwei Drittel ihrer Ossiziere entließ. Nur ein neuer Mann ist in die Regierung «ingetreten, der Rektor der Madrider Unwersttät Professor G t r a l. Da« ist einer der alten Frontkämpfer für die Republik. Der Marineminister Zamoras, Casares Quiroga, ist ins Jnnenmini- sttrium umgezogen, an einen Platz, der ihm schon seit Monaten be- stimmt schien. Damit ist die Front des Kabinetts erheblich nach links verschoben worden. Es hat an Homogenität gewonnen, ist zweifellos sür die entscheidenden Kämpfe der nächsten Wochen besser gerüstet als die erste Regierung der Republik. Alcala Zamora und Miguel Maura sind über die Trennung von Kirche und Staat gestürzt. Beide gehören der republi- kanischen Rechten an. Attala Zamora ist ein betont guter Katholik. Er und Maura waren bereit, die Trennung von Kirche und Staat hinzunebmen, ja forderten sie selbst. Aber sie waren nicht bereit, in die Austreib ng der Jesuiten und die Konfiskation ihres Vermögens einzuwilligen. Für Miguel Maura waren hier neben den rein religiösen zweifellos noch sozialrechtliche Gründe maßgebend. Er wollt« den Begriff de« Eigentums in keiner Weis« \ angptaftct wissen. Auch der Kirchen- und der Ordensbesitz war sür ihn Privateigentum. Die Mehrheit der Nationaloersammlung verlangte scharse Maß- nahmen gegen die Kirche und vor allem gegen die oerl>oßtcn Jesuiten. Sic wallte ihnen jede Machtgrundlage im Lande nehmen. Die dreilausenddrcihunderl Klöster. die in spanischen Städten und Dörfern stehen, erscheinen ihr als Zwingburgen Roms. Wenigstens die gesährlichsten van ihnen sollen gebrochen werden. Die Mehrheit hielt starr an ihrer Forde- rung fest. Auch die größte Beredsamkeit des überschwänglichen Redners Alcala Zamora vernwchte sie nicht von ihrer Haltung abzubringen. Damit wurde die Kluft im Kabinett, der Riß zwischen dem Ministerpräsidenten und der Kammermchrheit unüberbrückbar. Alcala Zamora mußte aus dem Kabinett ausscheiden, trotzdem sich alle Minister noch vor dem Sturz der Monarchie das Wort ge- geben hatten, allen Meinungsverschiedenheiten zum Trog bis zur Berabschiedung der Berfassung in ihren Ministerien auszu- halten. Wie im Mai regt sich draußen vor den Türen des Parlaments die k i r ch c n f e i n d l i ch e Masse. Die Regierung wird alle ihre Machtmittel anwenden müssen, nm folgenschwere Ausschreitungen zu verhindern. Gleichzeitig aber rüstet sich der baskische Norden zum bewaffneten Wider st and gegen die Durchführung der Kirchengesetze, sür die eine Mehrheit in den Cortes wahrscheinlich ist. Schon im August wallten die Bauern von Naoarra und Guipuz- coa zur Flinte greifen, um für sich das Recht zur Regelung des Ver- hältnisses zwischen Kirche und Staat zu erkämpfen. Damals ent- sandte Azana, der heutige Ministerpräsident, seine Gebirgsbataillone in die bastischen Täler, um einen Aufstand zu verhindern. Werden die Bersossungsparagraphen gegen die Jesuiten und vielleicht noch einige andere Orden jetzt tatsächlich Gesetz, so ist die äußerste Wachsamkeit des Staates geboten. Und nach dem Aus- zuge der baskischen Abgeordneten aus der Nationaloersammlung, denen noch mehrere andere kleine Gruppen folgten, wächst die Gefahr einer außecparlamenlarischen Auslragung des ollen Kompfes zwischen Madrid und dem Laskenland. des Wiederaufflammens eines Karlistenkriegcs, tatsächlich bedenklich. Spanien ist wieder einmal in zwei Lager zerrissen, in zwei Lager, die durch die kirchliche Frage getrennt sind. Die bürgerliche Rechte, die mit der Partei Alcala Zamoras und Mauras mit für die Revolution gekämpft hatte, ist zu ihren einsti- gen Gegnern hinübergedrängt worden. Lerroux, der greise Republikaner, hat sich schon bald nach dem Umsturz auf die Seite derer geschlagen, die allen Radikalismus in der kirchlichen Frage vermieden wissen wollen. Er glaubt an den religiösen Grund im Herzen seiner Spanier und hofft unter der Parole der D u l d- s a in k e i t bald die Massen um sich sammeln zu können, die ihn selbst an die Spitze der Regierung tragen sollen. Es gehen Gerüchte um, nach denen Alcala Zamora während der Abwesenheit Lerroux' in Genf dem päpstlichen Stuhl gegenüber bindende Berpflichtungen über die Gestaltung der künstigen spani- schen Kirchenpolitit eingegangen sein soll. Man munkelt, daß hier der innere Grund zum Sturze der ersten republikanischen Re- gierung zu suchen sei. Die nächsten Tage und Wochen werden für Spanien die grundlegenden Entscheidungen bringen. Der jetzt schon Monate währende Kampf um die Kirchengesetzgebung ist in slin entscheidendes Stadium getreten. Mau muß dringend hoffen, daß er ohne allzu schwere Erschütterungen für die junge Republik zu Ende geht. Starke Abstriche am Kirchenhaushali. Madrid. 15. Oktober. Der Ministerrat beschloß am Donnerstag, die Bischofs- gehälter um 50 Proz. zu kürzen und ob sofort neun Millionen Peseten, die im Hausholt des Kultusministeriums für die katholische Kirche vorgesehen waren, zu streichen. Die Regierung ordnete ferner die sofortige Beschlagnahme von Gebäuden unterrichten- der Orden an, falls sie ihre Unterrichtstätigkeit einstellen sollten. Auf diese Weise soll der Unterricht in den Ordensschulen Zwangs- weise aufrecht erhalten werden, bis das Sondergesetz, das den Orden die Unterrichtserteilung untersagt, in Kraft getreten ist. An- scheinend ist die Regierung der Ueberzeugung, daß die vorhandenen Bürgerschulen im Falle der Schließung der Ordcnsschulen die große Zahl der Kinder zur Zeit nicht aufnehmen kann. Die Einheitsfront der Köpferoller. Abrechnung mit den Bürgerkriegsparteien im Laadtag. «alles Militärdiktator. Hochspannung in Mexiko. M e x i k o- C i l y, 15. Oktober.(Eigenbericht.) Der frühere mexikanische Staatspräsident Talles wurde mit Rücksicht auf die gespannte politische Lage am Donnerstag zum Militärdiktator ernannt. Das mexikanische Kabinelt Ist inzwischen zurückgetreten. Es wird der Ausbruch einer Militärrevokle befürchte«. Am Anfang der Donnerstogsitzung des Landtages gab Vize- Präsident Dr. von Kries dem Hause bekannt, daß für den ausgeschiedenen Abg. von Eynern(D. Bp.) Abg. Dr. Grund- mann(D. Vp.) eingetreten ist. Hierauf beantragt Abg. K e r f f(Komm.) zur Geschäftsordnung, einen Zlntrag seiner Freunde auf die Tagesordnung zu setzen und sofort zu beraten, der die Freilassung des schleswig-holfteinschen Lombenallenläters Klaus heim verlangt. (Große Unruhe im ganzen Hause!)— Die Behandlung des An- träges scheitert am Widerspruch der Regierungsparteien. Es folgt die Fortsetzung der großen" politischen Aussprache über die Mißtrauensanträge und die damit verbundenen Vorlagen. Abg. Stendel(D. Vp.) erklärt, daß seine Freunde für die Miß- trauensanträge stimmen werden, da sie wegen der Personal- und Beamtenpolitik und der schulpolitischen Mahnahmen weder zum Innenminister noch zum Kultusminister Vertrauen haben. Abg. Keller(Landvolkp.). Die Regierung verdiene schärfstes Mißtrauen. Abg. Riedel(Staasp.) weist die Angriffe der Deutschnationalen auf den ausgeschiedenen Finanzminister Höpker-Aschoff zurück. Dieser habe nie verlangt, eine Reichsreform durch Notverordnung zu schaffen, sondern habe sich inimer vom Staatswohl leiten lassen. Herr Stendel hätte seine Rede vor dem Ausschuß seiner eigenen Partei halten sollen, die der größte Störenfried der deutschen Po- litik ist. In Preußen gelte noch nicht das Wort:„Wir tanzen „Dingeldepchen" hin und her!(Große Heiterkeit!) Abg. Leonhardt(Wp.): Mit rauher Hand fresse der Fiskus die Substanz der Steuerzahler auf!(Große Heiterkeit im ganzen Haufe!) Die Wirtschaftspartei werde für. die Mißtrauensvoten stimmen. Wg. Kliesch(Chrnat.) bezeichnet die Behauptung des Minister- prästdenten als unerhört, daß der christlich- nationale Volksdienst Opposition um jeden Preis treibe. Abg. Leinert(Soz.): Wir feiern heute das Jubiläum des 25. Mißtrauensvotums gegen die Staatsregierung. In der Behandlung aller dieser Miß- trauensanträge haben sich Rechts- und Linksbolsche- w i st e n überboten. Dieses Spiel wurde allmählich nicht nur lang- mcilig, sondern auch lächerlich. Manchmal weigerten sich die Anti- voden. für die Anträge von der anderen Seite zu stimmen, bis sich schließlich ein Konzern der sogenannten großen Opposition bildete. Die innere Ilebereinstimmuag zeigte sich am besten beim Volksentscheid. Darüber hinaus aber ist den extremen Parteien von rechts �und links auch die politische Roheit des Kampfes gemeinsam.(Sehr wahr! b. d. Soz.) In Leipzig sprach bekanntlich Herr Hitler das große Wort vom K ö p f c r o l l e n aus. Weniger bekannt dürste sein, daß in einer Versammlung der Nationalsoziali st Lehrs den SA.-Leuten ankündigte, daß die Rächt nach der Machtergreifung ihnen gehören werde, da sie die Rächt der langen Messer sein wird. (Hört! hört! b. d. Soz.) In Hameln wurde von den National- sozialisten ein in den gemeinsten Ausdrücken gehaltenes Flugblatt der Nationalsozialisten zum Volksentscheid verteilt, das die dortigen führenden Sozialdemokraten benannte und dazu aufforderte, diese niederzuschlagen oder an die Laterne zu hängen. (Hört! hört! b d Soz.) Wegen dieser Mordhetze hat unser Kollege Abg. Müller-Hameln eine Anfrage an das Innenministerium ge- richtet und darauf die Antwort bekommen, daß der Polizeibehörde in Hameln ein solches Flugblatt nicht bekannt sei und daß man auch nicht den Verfasser kenne. Der Kollege Müller hat daraufhin einen Waffenschein beantragt und bekommen. Es sind zwei Ratio- nalsozialisten als Verbreiter dieses Flugblattes festgenommen war- den, die sich gegenseitig beschuldigten. Der Hersteller wurde er- nnttelt und festgenommen, aber gegen Kaution wieder freigelassen. Der Mini st er ist also falsch berichtet worden durch die Polizeibehörde. Vielleicht ist das aus einer politischen Jdeenverbindung der Polizei mit den Urhebern der Mordhetze her- aus geschehen. Jedenfalls verlangen wir eingehende Nachprüfung dieses Falles.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Die Nationalsozialisten haben den politischen Kamps immer in diesem Ton und mit diesen Absichten geführt Die 1920 von ihnen noch unter Ludcndorsf bereitaehaltcne Proklamation, die Prämien aussetzte dafür, daß die„Landesverräter" Ebert, Scheidemann, Oskar Eohn, Paul Levi, Theodor Wolff, Georg Bernhard lebendig oder tot eingebracht werden, gilt heute noch.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Diese politische Roheit ist das verbindende Moment zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. Es sind die gleichen Me- thoden des Kampfes, wenn in Köln in Flugblättern die Kommu- nisten zur Ermordung der Pestbeule und des kapitalistischen Zu- Halters, des sozialdemokratischen Polizeipräsidenten Bauknccht auk- fordern, oder wenn sie an die Berliner Schupoleute Zettel mit der Drohung verteilen, daß für jeden erschossenen Arbeiter ll> Schutzpolizisten fallen werden. Erst gestern hat der kommunistische Abg. Grobis unserem Fraktionsredncr Haas zugerufen, daß er an den nächste» Laum gehängt werden wird.(Zuruf von den Kommunisten: wird auch geschehen! Große Unruhe b. d. Soz.) Damit bekennen Sic sich also(zu den Kommunisten) ausdrücklich zu dem Kampfmittel des politischen Mordes! Die'Kommunisten wollen den Faschismus bekämpfen und unterstützen ihn mit ihrem Kampf gegen Braun und Severing. Die Anhänger der nationalen Front haben in Harzburg gesungen: Holt die roten Fahnen nieder, wir wollen unser altes Preußen wieder! Also sür dieses olle Preußen der Reaktion stimmten die Kommunisten beim Volksentscheid und kämpfen sie heute noch.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Auch die V o l k s p a r t e i hat sich in die Front der natio- nalen Opposition eingereiht. Die Volkspartei hatte früher einmal einen Abg. von Eynern. Vor einiger Zeit leistete sich der..Kladde- radatsch" den Witz, daß die Volkspartei nur aus„Eynern und Nullen" besteht. Jnzwischcn ist Herr von Eynern weggegangen. Nun mag sich jeder ausmalen, was die Volkspartei noch übrig behalten hat.(Große 5)eiterkeit im ganzen Hause.— Protest des Abg. Stendel, D. Vp.) Nach einem Zeitungsbericht aus Hamburg hat eine einzige Rede des Herrn Stendel genügt, die Hälfte seiner Anhänger zu den Nazis zu treiben.(Heiterkeit.) Die Nationalsozialisten haben in ihrer kernigen Aus- drucksweise die Deutschnationalen und die Volkspartei„d e n st i n- kenden Mi st hausen einer verwesenden Klasse" genannt. Sie bezeichneten Hugenberg als einen„s ch i e l i g c n mießen Zwerg". Nach dem Sprichwort: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich! fanden sich aber in Harzburg alle brüderlich zu- sammen.(Hört! hört! b. d. Soz.) Und die Kommunisten, die den Nazis so treue Helferdienste leisteten, bekamen ihren Dank von dem Prinzen Auwi, der in einer Versammlung zu Hannover eine Fabel erzählte, nach der ein Schwein dem Löwen erklärte, daß sie als Tiere zusammenhalten müßten! Der Löwe antwortete darauf: Schwein bleibt Schwein! (Großer Lärm bei den Komm. Zuruf: Du alter Saukerl! Ord- nungsruf.) Richt der in Harzburg proklamierte Landesverrat der Inflation. sondern der so v>el geschmähte Marxismus wird uns aus der Krise herausführen. Keine Partei ist so mit Schmutz und Unrat beworfen worden, wie die Sozialdemokratische Partei. Sie ist die einzige Partei der Werktätigen. Sie vertritt noch genau so den Sozialismus wie früher, lind sie wird auch die einzige Partei sein, die die kapita- listische Gesellschaft überwindet.(Lebhafter Beifall b. d. Soz.) Abg. Borck(Dnat.) weist den Vorwurf des Landesverrats gegen seine Partei durch den Vorredner zurück. Das Festhalten an den Tarifverträgen sei ein Unglück.(Hört! hört! b. d. Soz.) Zm übrigen sei die Währung bereits im verfall. Das Zentrum habe immer aus der Politik ein Geschäft gemacht. Mit Angst sehe man jetzt, daß die.Harzburger Tagung der Aus- druck einer Volksbewegung sei. Diese werde die Jnteressengemein- schast des Landtages hinweqiegen. Abg. Dr. Ausländer(Komm.) kritisiert die Sparmaßnahmen und besonders den Lehrerabbau. Abg. Prelle(Dt. Fraktion): Wegen der Notverordnungen wllr- den seine Freunde den Mißtrauensvoten zustimmen. Hierauf wird die Weiterb/ratung auf Freitag 10 Uhr vertagt. Zur preußischen Notverordnung. Abänderungsvorschläge der Regierungsparteien. Die preußischen Regierungsparteien habe« im Landtag zu der Sparnotverordnung der preußischen Regierung folgende Entschließung eingebracht: Der Landtag wolle beschließen, das Stoatsministerium zu er- suchen: 1. Die Be f ö rd e r u n g s s p c r re wieder zu beseitigen. 2. Bestimmungen zu treffen, durch die besondere Härten beseitigt werden, die Beamte und Angestellte des Staates, der Gemeinden und Gcmeindeoerbände durch die Verordnung vom 12. September 1931 treffen. 3. Die Verordnung vom 12. September 1931 dahin ab- zuändern, daß die Dienstbezüge der nichtplanmäßigen unmittelbaren Staatsbeamten den entsprechenden Bezügen der Reichsbeamten an- geglichen werden. 4. Die im Kapitel V 8 2 des zweiten Teiles der Verordnung vom 12. September 1931 enthaltenen Acnderungen des Polizeibeamtengesetzes vom 31. Juli 1927 wieder rückgängig zu machen. 5. Auf die Reichsregierung einzu- wirken, daß Befoldungsvorjchriften in Zukunft gleichmäßig für die Beamten des Reiches, der Länder und der Gemeinden erlassen werden, damit die Gefahr einer immer stärker werdenden Ver- lchicdenheit der Bcsoldungsverhältnisse von gleich zu bewertenden Beamten der öffentlichen Körperschaften wieder beseitigt wird. 0. Eingriffe in die Selbstverwaltung und die Ausschaltung der Ver- tretcr der Gemeinden und Gemeindcverbände auf die augenblickliche Notzeit und die dringendsten Fälle zu beschränken. (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) PcrantworMch litt Volitik: Victor Schill: Wirischoll:®.»liaaettölcr! Eewcrklchaltsbcweauniz: b. Steiner: Feuilleton: Z>r. Sod» Schilowoli: Sotolcs und Eonstiac-: Rti» ftarftätt; An�ciocn: Ti.«locke: sämtlich in Berlin. Derla«: Vorwärto-Berlaa S. m. b. L.. Berlin. Druck: Vorwärto-Buchdruckerel und Vcrläasanstvlt Paul Einaer u. Co., Berlin CW S8. Lindenstrakc S. Hierzu 3 Beilogen. WERTHEIM Sctvaii(Dotfalt Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leidif verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Obst u. Gemüse Frisch. Fleisch billige JKehettsntiiiel Eft- u. Kechüpfel Pfd. 0.09 0.12 Geldparmfinen.. Pfund 0.15 Kodibirnen....Z Pfund 0.18 Eßbirnen.. Pfund 0.10 0.20 Zitronen....... l>f,d. 0.28 Weintrauben... 2 Pfund 0.36 Fr. Ananas gt. FrücMo, Pfd. an 0.60 Rot- Weih- Wirsingkohl Pfd. 0.05 Möhren gewaschen, 3 Pfund 0.10 Märk.RUbdien.. 3 Pfund Sellerie....... 3 Pfund Blattspinat..... 3 Pfund Rosenkohl..... 2 Pfund Blumenkohl. Kopf von an 0.20 0.25 0.28 0.25 0.10 Käse u. Fett Sosidorangobet In prima Ochsentlelsch Suppenfleisch.... Fehlrippe...... Roastbeef mit Knoch,, Gulasch........ Roulade....... Pfund 0,62 Pfund 0.65 Pfund 0.74 Pfund 0 /8 Pfund 0.98 Gehadctes...... Pfund 0.60 Roher Talg..... Pfund 0.30 Sdiweinebaudi... Pfund 0.72 Bratfertiges Fett... Pfund 0.76 Kalbskamm..... Pfund 0.62 Kalbsbrusf-, ROdeen u. Blatt 0.70 Kalbskeule..... Pfund 0.80 Schweineköpfe frische. Pfd. 0.35 Euler Pfd. 0.34 Herzen Pfd. 0.52 Kahler mild gesalran, v. an 0.76 Geflügel, Wild HOhner.... Pfund von an 0.78 Hasen �"'"""p�Vo°nan 0.90 Enten..... Pfund von an 0.78 Gönsestückenfleisch Pfd. v. 0.90 Camembert voiHatt, i Portionen 0.M, dchachfal 0.28 Qamadou halbfett.. Stück 0.22 Harzorköse ca. i-Pfd..Pakai 0.35 Limburger"U' 0.48 0.84 Blodcköse(Tllsitar Art), halbf. 0.60 THsitar voHfatt.... Pfund 0.72 Bxiekösa voilfeff... Pfund 0.72 Hollönder u. Edamer Schweizer Margarine bayr., vollfaü Pfund von an 0.78 1.30 0.75 0.36 ,. 2 Pfund Talg ausgelassen, t-Pfd..Palc. Molkereibutter Pfund(.sc 1.14 Markenbutter... Pfund 1.40 Oönisdie Butter.. Pfund 1.46 Mastgänse Oderbrucher O M Pfund von an Pf. Schellfisch Pfund von an 0.16 Rotbars to-Kopf Seelachs te« �gpf Kabeljau) pid,» Fische Dorsch..•- Pfund von an 0.12 Fischfilet..■ Pfund von an 0.35 Grüne Heringe 3 Pfd. v. an 0.46 Leb. Spiegelkarpfen Pfd.v. 0.78 Hechte u. Schleie 0.98 geräuchert Fettbücklinge Pfund von an 0.28 SdielltisdlO•■ Pfund von an 0.34 Seelachs j_ Ä Rotbars[™n.dnÄ||p| Makrelen)-W W rr Fasanen.... stück von an 2.25 Rehblötier..Pfund von an 1.18 Wurst waren Speck- u. Sülzwurst Pfund 0.85 Dampf- u. Fleischwurst 0.88 Landleberwurst Pfund i.ij 0.9S Breslauer Brühwurst Pfd. 0.98 Jagdwurst...... Pfund 1.08 Mettwurst(Braunschw. Art) 1.98 Feine Leberwurst Pfd. i.«s 1,25 Zervelat u. Salami Pfund 1.35 Teewurst faina u.Filelwurst 1.38 Sp»Ck™ an 0.95 T.�n 1.15 Schinkenspeck t-Pfd.-sick. 1.45 Ar. 485* 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 46. Oktober 49Z1 max SSarthel:&WT die diftiSS Wir sprachen von einem bekannten Schriftsteller. Nolde blieb plötzlich stehen und sagte: „Ach, höre« Sie, bitte, auf mit dem, den kenne ich ganz genau. Wir sind zusammen auf die Schule gegangen. Alles, roas der Herr jetzt schreibt, ist für die Katz. Und da muß ich Ihnen schnell eine Geschichte erzähsen, die Sie sicherlich nicht in den gesammelten Werken Dieses großen Tierfreundes finden werden." Der dicke cherr Noldc schnaufte. Gr richtete die kindlichen Traumeraugen in eine nur ihm sichtbare Ferne und streichelte mit großer Zärtlichkeit seinen Bart. „Alles, was er schreibt, ist für die Katz", murrte Nolde.„Der Herr ist berühmt geworden, ober er hat sich ja noch gor nicht, verdaut. Für die Katz ist seine Arbeit und sie scheint mir nur die traurige Fortsetzung eben der Geschichte zu sein, die ich Ihnen erzählen muß. Bor fünfundzwanzig Jahren waren wir noch Lausejimgens, kleine, begabte Lümmels, wissen Sie, und in der vierten Klasse war unser Pauker ein Schulmeisterlein, mit blauen, erschrockenen Augen, einer spitzen Nase und einer übergroßen, blassen Stirn. Er hatte auch eine leise, weinerliche Stimnie und konnte uns wenig impo- nieren. Und ausgerechnet uns sollte er Ehrfurcht vor dem Gesetz, vor Dem Staat beibringen! Na, Sie wissen ja Bescheid, wie auf«inen solchen Mann die Kinder reagieren. Wir wußten auch Bescheid, und mein alter Freund, der Schrift- stellcr— hören Sie gut zu, vielleicht schreiben Sie mal ein« Bio- graphie über den Mann—, der nun berühmte Schriftsteller war sein Lieblingsschüler. Er kroch dem Lehrer sonst wohin, wie er dem Leser von heute sonst wohin kriecht und sich einbildet, dos sei Psycho- logie....' Nolde geruhte nun, weiter zu wandeln. Geruhsam setzte er Fuß vor Fuß, äugte nach schönen Frauen aus und reihte dabei ge- lassen Wort an Wort und erzählte weiter. „Der Herr Pauker brachte fast jeden Tag ein Päckchen mit in die Schule. Er legte es neben die Wandtafel auf das Fensterbrett. Uns interessierte das Päckchen natürlich sehr, wir witterten viele Geheim- nilse darin und lösten in Gedanken viele Male die himmelblaue Schnur, die es zusammenhielt. Ja, wir strengten schon unsere zarten Köpp: an, auch unser Freund, der Schriftsteller, strengte sein zartes Kopp- chen mächtig an. Und einmal sagte er: „Berzeihen bitte, Herr Lehrer, darf ich Ihnen das kleine Pack- chen nach Hause tragen?" Der Lehrer wurde noch hilfloser. Sein« Augen wurden noch er- schrockcner. Und dann erklärte er leise: „Das ist sehr nett von dir, mein lieber Iurtge, aber es lohnt sich nicht. Ich habe nämlich diesmal einen Hering darin sür meine Katz. Ihr wisset doch," wandte«r sich an uns,„ihr wisset doch, daß die Kotzen gern Fisch fressen im Gegensatz zu den Hunden, welche dem Fischgenuß abhold sind." Ja, er sagte„abhold" und rückte dabei die schwarze, geblümte Krawatte zurecht, die sich unter dem großen Adamsapfel üppig blähte. Dann führte er den Unterricht weiter und sprach von den erhabenen Beispielen der ollen Römer und Griechen. Na ja, Sie kennen ja selbst den Rummel, den ewigen Verschleiß bestaubter Ladenhüter aus der Geschichte. Für die Katz, Herr, ja. zum Teufel, für die Katz brachte das Schlckineisterlein ab und zu einen Hering mit, eingewickelt in braunes Papier, verschnürt mit einem himmelblauen Faden. Die Erklärungen des Herrn Lehrers stellten uns zufrieden, nicht zufrieden aber mar der später so berühmt gewordene Schriftsteller. Er versuchte sich mit Psychologie, da wollt« er mit dem Katzenbesitzer experimen- tieren, denn er selbst liebte keine Katzen seit der Zeit, da sich ein wilder Kater empörte, weil ihm der Lümmel eine Büchse an den Schwanz gebunden hatte. Er liebte keine Katzen, nein, weil ihn der Herr des Katers lebhost und lehrreich verdroschen hatte. Eines Tages,„eines wunderschönen, selten klaren Tages," würde der Herr heute in einem seiner vielen Romane bemerken, brachte der Lümmel Strychnin mit. Er blieb während der Pause im Zimmer, öffnete dos Paket, vergiftete den Hering, verschnürte den himmelblauen Faden und kant mit ehrbarem Gesicht und sauberen Händen zu uns auf den Hof. lind am itächsten Tage fehlte der Lehrer. Hören Sie bitte gut zu: die Mutter des Lehrers war am ver- gangenen Tage plötzlich verstorben. An Strychninvergiftung, jawohl, wenn Sie es ganz genau wissen wollen!" Herr Nolde holte ganz tief Atem und sagte entschlossen: „Der arme Teufel von Schulmeister hatte nämlich gar keine Katze! Er brachte nämlich seiner alten, arincn Mutter jeden Tag was mit, mal einen Hering, mal eine Tafel Schokolade, mal eine Wurst, mal«inen Handkäje, mal eine Weintraube, mal ein Psund Kaffee. Und oll das oerpackte er säuberlich in das braune Papier und verschnürte es mit dem himmelblauen Faden. Und dieser verdammte Lümmel, der sich an dem Mann, der ihn wegen der Katze verprügelt hatte, rächen wollte... nein, was sage ich nur, das ist doch ganz falsch: der sich an dem Katzengeschlecht rächen wollte, dieser ganz verfluchte Lünnnel hat dabei, natürlich ohne eigene Schuld, eine arme, alte Dome vergiftet!" Nolde blieb noch einmal stehen und sagte höhnisch: „Kein Wunder, daß er Schriftsteller geworden ist! Bei der Begabung! Und was sind denn seine verfluchten Romane anderes als heimtückische Vergiftungsversuch« an der annen Menschheit? Es sollte mich wahrhaftig nicht wundern, nein, wenn er als der größte Giftmischer in die Literaturgeschichte eingehen sollte!" Plötzlich warf der Berichterstatter Nolde die Hände in die Höhe, schleuderte sie drohend einem Auto entgegen, das auf der breiten Straße angebraust kam, und schrie: „Da koinmt er ja, da fährt er ja, da oerlusticrt sich der saubere Herr am hellen Tag mit seinem Auto, dieser katzenfreundliche Gauner, dieser Erzbetrüger, dieser Hunderttausendauflagemann, dieser... dieser... Giftmischer!" Nolde erregte auf der belebten Straß« mit seinem hysterischen Geschrei Aufsehen. Ein Schutzmann näherte sich neugierig. Nolde streifte mich plötzlich mit einem sehr kühlen Blick, riß den riesigen Hut vom Löwenhaupt und entfernte sich eilig. Jetzt konnte er sehr schnell lausen! Jetzt flogen seine Füße nur so über die Steine! Und dann winkte er ein Auto heran und fuhr davon. Do stand ich nun mit meinen Zweifeln und unausgesprochenen Fragen! Was war an der Geschichte Wahrheit und was war in ihr Erfindung? Bei Herrn Nolde wußte man nie, wo die Wahrheit endete und wo die Erfindung begann. Er war nämlich auch«in erfolgreicher Schriftsteller, wenn auch noch kein Hunderttausendouf- lagemann. Fünf Tage später hörte ich diesalbc Geschichte vom Hering, vom Strychnin, dem Lehrer und der vergifteten alten Frau noch einmal. Der berühmte.AchrzMellcr erzählt« sie. nstr. Aber, diesmal waren die Rollen vertauscht: der Herr Nolde war nun der Katzenquäler und Altedamenmörder. Ich lächelte, denn mir war plötzlich ganz klar geworden, warum der eine den anderen als Schuft und Schurke hinstellt«. Das war, wirtschaftlich gesprochen, der Kampf um die Absatzgebiete! Ich war für sie einfach Publikum und Bücherkäufer! Und dabei hatten die werten Freund« ganz übersehen, daß ich ja auch Schriftsteller bin und mich freu«, wenn meine Werke und nicht die von Herrn Nolde oder dem berühmten Schriftsteller gekauft werden. Mred Man: fflerbSWches Erlebnis In Naumburg übersprang ich, von Süden kommend, einen Zug, um mir den hochtürmigen Dom anzusehen, dessen Inneres Deutschlands schönste steinerne Anllitze birgt und in dessen Quadern die jahrzehntelang auf«in Ziel gerichtete Zähigkeit und der gemach, ober aus den Tiefen der Seele quellende Kunstsinn unserer Vorväter sich offenbaren. Der hastenden Zeit völlig entrückt, verließ ich die mächtig« Kathedrale und schritt durch weltabseitigc Gassen, die trotz vorüberrasender Autos mit stillen Blumenfenstern auf mich hernieder schauten, zur Stadt hinaus, wo zwischen modernen Villen und Miethäusern das Land sich zu den sanften Buchen- hängen hebt, die über der majestätischen Pappelstraße nach dem llostereinjamen Schulpsorta den Wandernden gütig empfangen. Jenseits der Saale aber leuchten südhelle Weinberge und wie eine 'Arche schwebt der gewaltige Donp hoch über den bünten Dächern der Stadt. Hier, mit dem Blick auf eine Mühle inmitten abgemähter Wiesen, ließ ich mich, aus den goldenen Buchenhallen durch ein natürliches Tor tretend, zur Rast am Hange nieder und schaute ins Tal, das so friedvoll fröhlich im weiten Umkreise mit spielerischer Phantasie und Vielfalt Bäum«, Häuser, Burgen und Weinreben, Hänge und User um die leuchtende Stadt an der Mündung der Unstrut in die Saale Z" einem kaum in der Welt zum zweitenmal wiederkehrenden anmutigen Bild zusammenfügte. Plötzlich merltc ich, daß noch jemand in meiner Näh« weilte. Etwa zehn Schritte weiter, von einem Brombeerstrauch halb ver- borgen, unter einer, dem großen Wald entsprungenen, einzelnen Buche, saß ein junges Mädchen. In die Landschast sinnend. Aber schwermütig, wie es schien. Ich wollte schon den Platz verlassen, da mir die Unbemngcn- ! eit. mit der Seele und Landschast sich in solchem Augenblick ich- nerrvehender Betrachtung ganz vermählen. du:ch die zerstört« Ein- samkeit verloren schien, doch da blickten mich zwei große graue Augen an. Boll Angst, wie es schien, und Abwehr zugleich. Ich versuchte zu lächeln. Ein Zucken der Lippen antwortete. Als ich auf sie.zuschritt, sprang sie auf, und ich sah. daß sie ein Kind trug. Doch nach ein paar flüchtenden Schritten kehrte sie um und sah mich trotzig an. „Was wolle» Sie? Mir kann doch keiner helfen", jagte sie. „Auch nicht der, der Sie liebt?" „Mich liebt keiner." Sie sah mein Erstaunen. „Er ist gestern tödlich verunglückt. Mit seinem Pdotorrad. Ich konnte hei mchnew Zustand nicht nnt. Aber«tn« andere hatte er mitgenommen. Auch sie ist gestorben. Dort unten, auf der Straße nach Schukpforta, ist es geschehen. Und nun sitze ich hier und werde mit dem Leben nicht fertig." Ich fand keine Worte des Trostes, konnte auch nicht wester fragen. Ich fetzte mich neben sie und wir starrten beide äuf die Pappelallee hinab. „Nicht wahr", sagte sie nach einer Weile,„da kann doch keiner helfen? Wenn Sie wüßten, wie solsch-freundlich er mich zum Ab- schied küßte. Und da, in dem Dorf vor der Stadt, wartet« die andere. Auf der Rückfahrt— sie waren bis Saalfeld gefahren— ist es dann geschehen." „Ja, das ist wirklich schlimm", sagte ich.„Nun stehen Sie ganz allein und es ist niemand da, der für Si« sorgt?" Das Mädchen lachte auf.„O nein. Ich habe für ihn gesorgt. Ich bin Stenotypistin und er war arbeitslos. Wir wollten heira- tcn, ich verdiente genug. Sehen Sie, man hat mir nicht einmal gekündigt, als man sah, was mit mir los ist." „War er denn Ihre Liebe wert?" „Ja. Er war ein hübscher, kräftiger Kerl. Ich liebte ihn. Ganz tief. Da ist man rettungslos verloren und tut alles." „Lieben Sic ihn noch?" „Ja." Der große Dom, das weite Tal, der hohe Himmel, alles schien mir zu klein für das mächtig sich hingebende Gefühl, das in diesem liebenden Ja eines so sehr g«nmrt«rtcn Mädchcnherzens lag. Da saß sie auf dem Hügel und schaute den kreisenden Mühlenflügeln zu. Es war so still zwischen uns und in dem weiten Land, daß wir die Blätter fallen hörten. Ihre bleichen Hände ruhten im Schoß, ihr schwarzes Haar glänzte neben mir über der klugen, weißen Stirn: aber ich lvagte nicht mit vollem Blick in ihr Gesicht zu schauen, das nicht schön war im landläufigen Sinn, aber in dem sich mit feinem Glänze die ganze opferfreudige Hingabe spiegelte. „Er war doch Ihrer Liebe unwürdig?" „Das habe ich auch zuerst gedacht. Aber dann spürte ich: Ich werde nie einen anderen lieben. Bielleicht zum Mann nehmen. Damit das Kind einen Bater hat. Aber lieben? Das kommt und bleibt und ist nicht auszureißen." „Heutzutage vergißt doch die Jugend so leicht", sagte ich. „Das ist nur: man hütet sich. Man plänkelt, um keine große Schlacht zu schlagen. Wen es aber packt..." Sie hatte es gepackt und ließ sie nicht mehr los. „Wo ist er jetzt?" fragt« ich. „Mit dem Mädel zusammen dort unten, in des Mädels Hause. Seine Eltern wollten, daß er die heiratete, die er mitnahm." „Da lverden Sie womöglich gar nicht an seinem Grabe stehen?" „Ich wäre nicht hingegangen, auch ohne das Mädel. Er soll leben sür mich, verstehen Sie! Trotz allem: leben. So wie ich ihn zuletzt sah. Und darum sehe ich immerzu auf die Straße hin- ab. Die liegt ja ganz friedlich. Dort wäre es geschehen? Da müßte doch etwas zu sehen sein, nicht wahr? So einfach aus- gelöscht? Rein. Hier werde ich immer auf ihn warten, lind ivenn das Kind geboren ist, dann spielen wir hier zusammen.— Sie werden lachen. Das habe ich mir so ausgedacht, lind nur das wird helfen." Eine Turmuhr schlug in der Ferne. Ich mußte zum Zug. Immer wieder wendete ich mich, schon auf die Stadt zuschreitend, um. Unter der herbstlichen Buche saß unbeweglich die fanatijch Liebende. i)r. f'lie mobil*; S)ie tlisabeihstadl an der Xahn Wallfahrten aus der ganzen Welt, hessischer Katholikentag, Eröffnung einer besonderen Elisabeth-Ausstcllung, Tagungen kleinerer Organisationen und Bereinigungen: alles das vereinigte das kleine Marburg an der Lahn in diesem Jahr, dem Jubiläumsjahr der heiligen Elisabeth, in seinen Mauern. 700 Jahre sind vergangen, seitdem die?4jährigc Landgräsin ihr Leben in Marburg beschloß. Mehr als ein halbes Jahrtausend trennt uns von einer Gestalt, die von Sage und Legende so umrahmt, so tief umsponnen ist, daß sie zu der Märchenfigur wurde, als die sie Moritz von Schwind auf der Wartburg gemalt hat. Die Kräst», die ihr Leben formten. Verzicht auf sich selbst, Liebe zu dem Nächsten, die das Christentum vergeblich der Menschheit zu bringen»ersuchte, sind im Zeitalter eines erbarmungslosen, bis auf die Spitze getriebenen Kapitalismus, der Millionen dem Hunger preisgibt, immer noch für die Gläubigen mit dem geheimnisvollen Heiligenschein des Ueberirdischen umhüllt. Sie erhoffen und ersehnen Erlösung von seelischer und niatericUer Not, indem sie zu der Heiligen wallfahrten— eine rührend kindliche Gebärde, über die man lächeln könnte, wenn sie nicht von soviel Tragik begleitet wäre. Denn keine Heilige des Himmels wird jemals herabsteigen, um den Ungezählten zu Helsen, die heute i» Verzweiflung und bitterster Not ihr Leben fristen. In der schönen Universitätsstadt an der Lahn aber ist alles auf den Märchenton der wundertätigen Frau abgestimmt, die Brot und Wein in duftende Rosen verwandelte. Ucber ihrer Gruft wölbt sich der wundervolle Dom, die Elisabechkirche, die ihr Schwager Konrad von Thüringen wenige Jahre nach ihrem Tode errichten ließ. In eine unerreichbare Welt der Idee streben die Pfeiler dieses ältesten gotischen Domes. Er ist mehr als ein interessantes deutsches Baudenkmal, das Wahrzeichen Marburgs, er ist ein Denkmal europäischen Geistes, der Ausdruck eines künstlerischen Crgriffenseins, das weit über die Grenen eines einzigen Landes hinausging, als es um erstenmal nach Ausdruck und Form suchte. Diese Kunst, die ihre erste Verwirklichung in französischen Käthe- dralen fand, diente der Kirche, der unentrinnbaren Macht des Mittelalters, aber ihre Schönheit schwang sich weit hinaus über Intrigen und Priestergezänk. Die Materie wurde ihrer Schwer- kraft entkleidet. Der Stein fällt nicht zur Erde zurück— er strebt nach oben. Ins Licht getaucht, von Licht umflossen, ragen Bogen. Pfeiler, spitzbogigc, in allen Farben leuchtende Glasfenstcr, Tore und Türme in den Himmel. Was die Kirche der Menschenscele niemals geben koimte, weil sie zu tief verslochten ivor mit der dämonischen Welt des Hasses und der Vernichtung, das versuchte die Kunst andeutend auszusprechen. Nur so war es möglich, daß in einer Welt, in der die tiefsten Denker, die fortschrittlichsten Geister der Menschheit als Ketzer verbrannt wurden, die Gotik alle engen Schranken des Erdgebundenen durchbrach. Durch das kunstvoll geformte, von Blätterwert umrankte Portal verläßt man die Ruhestätte der Elisabeth und vertraut sich alten, winkligen Gassen und Straßen an, die über Treppen und Torwege führen und ins Innere des alten Marburg geleiten. Schmale, niedere Fachwerkbauten umgeben das interessante Rathaus, das mit seinen Patrizierhäusern dem Marktplatz sein charakteristisches Gepräge gibt. In mächtigen weißen Sandsteinquadern erhebt sich wenige Schritte weiter der Prachtbau der Universität. Aufwärts steigt der Weg und gibt den Blick frei aus ein Landschastsbild von entzückender Anmut— Wälder und Höhen, Obstgärten, fruchtbare Täler, durch die sich die Lahn windet, in der Ferne die dunklen Höhenzüge des Taunus. Wir sind in einem der ältesten, romantischsten Winkel Alt-Marburgs. Eine alte, wurmstichige Holz- tllr im Dachgeschoß eines schieferbedcckten Häuschens öffnet sich, man tappt mit unsicheren Schritten durch einen engen, dunklen Raum und findet sich schließlich beim Heraustreten in der tiefer gelegenen Gaffe wieder. Hier wurde das Mittelalter in einem Rest städtischer Bauweise bewahrt, der deutlicher als alle Handschriften und Manuskripte einen lebendigen Einblick in Wohnverhältnisse früherer Jahrhunderte, einen klaren Begriff von den unbeschreiblich engen Raumverhöltnissen innerhalb der Stadtmauern gibt. Um so gewaltiger und ausgedehnter wirken die Gebäude auf der Höhe des Berges, die das Marburger Schloß bilden. Hier war das Reich der Nachkommen Elisabeths, der Landgrafen von Hessen. Steil und massiv ragen Mauern und Türme hinaus ins Land, breit und behäbig dehnen sich die Räume. Wichrend die Häuser der Altstadt winzige Puppenstube» enthalten, während die Gassen nicht eng und schmal und unhygienisch genug angelegt werden konnten, wurden hier wahre Prachträume gebaut. Nicht weniger als 30 Meter Länge zeigt der berühmte Rittersaal des Schlosses, von dessen Fenstern der Blick weit hinausschweist über Stadt und Fluß. In weiter Ferne liegt Wittenberg, die Stadt des Resor- mators, der dem Katholizismus eine tiefe Wunde schlug, und hier in diesen Räumen kämpfte Luther selbst scharf und hartnäckig gegen Zwingli, ohne einen versöhnlichen Abschluß zu finden. Religionsstreitigkeitcn und politische Kämpfe rangen Jahr- hunderte lang um die kleine Universitätsstadt und hoben überoll ihre Spuren hinterlassen. Im Reich des Märchens und der Legende aber weiß man nichts van l>artcr Wirklichkeit, und so träumt auch heute nach die heilige Quelle Marburgs, der Elisabethbrunnen, weltenfern und unberührt, in dichtem, geheimnisvollem Hochwald von dem Wunder, auf dos die Menschheit seit Jahrtausenden wartet.... wie lange hält sich das Schlangengist? Es ist ein Irrtum. wenn man annimmt, daß dos Gift einer Schlange mit deren Tode seine Wirkung verloren habe. Der Schlangenzahn ist vielmehr auch nach dem Tode noch genau so gefährlich. Das Gift hält sich noch jahrelang in Pen Zähnen. Man hat sogar die Feststellung gemacht, daß das Gift, selbst nachdem es mit lauem Waffcr erweicht und verdünnt worden war, noch tödlich wirkte. Getrocknet hat man es zehn Monate aufbewahrt, und dennoch hatte es nichts von seiner Kraft verkoren. Sozialpolitik in der Krise. Sie ist nicht Luxus, sondern soziale Aotwendigkeii. Der Berwaltungsrat des Internationalen Ar» b e i t s a m t e s ist in G c n f zu seiner Herbsttagung zusammen- getreten. Der bisherige Verlauf brachte bereits bemerkenswerte Bc- schlüsse und Auseinandersetzungen. Zwecks Festsetzung der endgültigen Tagesordnung der Internationalen Arbeitskonferenz des Jahres 1933 wurde das Inter- nationale Arbeitsamt aufgefordert, über den Stand folgender Fragen Bericht zu erstatten: Bezahlter Urlaub, Arbeitslosenversicherung, Frauen- und Kinderarbeit unter Tag und Vierschichtensystem in der Glasproduktion Die Tagesordnung für 1932 steht bereits fest: Weiter- bcratung der Frage des Mindestalters für die Beschäftigung von Kindern in nichtgewerblichen Berufen, Alters- und Invalidcnversiche- rung und Beseitigung der gewerbsmäßigen Stellenvermittlung. Be- schlössen wurde serner die Verlegung der Schiffahrts- konfercnz über das Jahr 1932 hinaus. Ob es neben der Ver- waltungsratstagung noch zu einer Besprechung derNegierungsvertreter über die internationalen kohlenfragen kommt, steht im Augenblick noch nicht fest, da die englischen Regie- rungsvcrtreter wenig Interesse für eine solche Besprechung bekunden. Von Unternehmerseite ist im Verwaltungsrat ein Vor- stoß gegen die internationale Sozialpolitik unter- nommen worden. Die Unternehmer verlangen, daß jetzt infolge der Krise die Arbeit auf dem Gebiet der internationalen Sozialpolitik abgestoppt werde. Albert Thomas, der Direktor des Inter- nationalen Arbeitsamtes, wies das Ansinnen der Unternehmer energisch zurück. Er fragte die Unternehmer, wie sie sich denn eigent- lich das Abstoppen vorstellten. Zunächst oerpflichte der Friedensvertrag zur Wetterführung der internationalen Sozialpolitik und dann sei doch gerade jetzt in der Krise Sozialpolitik notwendig. Sozialpolitik sei doch nicht eine Art sozialer Luxus, sondern eine soziale Notwendigkeit. Die infolge der Krise entstandenen wirtschaftlichen Veränderungen in den einzelnen Ländern erheischten gebieterisch eine internationale Anpassung und Aus- gleichung der Arbeitsbedingungen, um die drohenden Gefahren unerhörter internationaler Schmutzkon- k u r r e n z einzudämmen. Der dem Berwaltungsrat vorgelegte Bericht des Direktors empfiehlt zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit vor ollem zwei Hilfsmaßnahmen: öffentliche Arbeiten in internationalem Maßstab und VerkürzungderArbeitszeit. Die Durchführung der internationalen Arbeitsbeschaffung hat die Bereitstellung eines KreditsvonüberSMilliärdenGold- franken zur Voraussetzung. In der Lösung der Kreditfrag« liegt die Entscheidung über die Genfer Arbeitsbeschasfungspläne. Eine Utopie sind diese Pläne keineswegs, wenn man im Finanzausschuß des Völkerbundes mit etwas Energie und gutem Willen an die Be- wältigung der Kreditfrage herangeht. Nach wie vor setzt sich Albert Thomas niit aller Krast dafür ein, daß zur Milderung der zu erwartenden erhöhten Arbeitslosigkeit auch in internationalem Maß- slaH unbedingt etwas geschieht, lieber die'internationalen A r b e i t's- 'l o s e nz i f f e r n gibt dos Arbestsamt in einer neuen Aufstellung Aufschluß. Daraus geht hervor, daß sowohl in Europa wie in Uebersee die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr erheblich gestiegen ist undzwar in 14 europäischen Ländern, in den Vereinigten Staaten, Kanada und Neuseeland, gegen 11 Millionen im Vorjahr auf etwa 161! Millionen Arbeitslose im August 1SZ1. Deutschland steht in der Arbeitslosigkeit an derSpitze. Internationale Arbeitszeitverkürzung wollen die Unternehmer höchstens in Form einer Notmaßnahme zugestehen, während die Arbeitergruppe eine allgemeine Arbeitszeitver- kürzung fordert. Sie hat sich die Forderung des JGB. auf inter- nationale Einführung der 40-Stundenwoche zu eigen gemacht. Trotz aller Schwierigkeiten und Hemmungen müssen in Genf die Bestrebungen der Arbeiterschaft um internationale Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und um Heilung der durch die Krise verursachten Schäden auf dem Gebiete der internationalen Sozialpolitik mit aller Energie forgesetzt werden, und daher ist die scharfe Zurückweisung der Unternehmerforderung auf Abstoppen der Sozialpolitik durch Albert Thomas nur zu begrüßen. Wcnn irgendwann, dann ist seht inlcrnalionalcr sozialpolitischer Forlschrill notwendig. In vielen Ländern versucht man durch direkten Lohnabbau oder durch Inslationslöhne wieder besser ins Exportgeschäft zu kommen. Der Endeffekt ist nur eine ungeheure Schlechter st ellung der Arbeiter in der ganzen Welt. Die neuen Lohnsenkungen im deutschen Bergbau sind ein warnendes Beispiel. Auch in Amerika sind trotz aller schönen Er- klärungen der Unternehmer die Löhne scharf gedrückt worden. Gegen- über der Verschärfung der internationalen Schmutzkonkurrcnz muß zur A b w e h r geschritten werden, weil sonst die Arbeiterschaft in der ganzen Welt an den Bettelstab gebracht wird. Dazu kommt, daß auch die sozialen Einrichtungen, Sozialversicherung und Arbeiterschutz, Tarisrecht und Schlichtungswesen durch die Krise, wie ja die Vor- günge in Deutschland zur Genüge zeigen, auss ärgste bedroht sind. Alle sozialen Errungenschaften der Arbeiter sollen, wenn es nach dem Willen des Unternehmertums geht, wieder verschwinden. Die sozialpolitische Einbuße der Arbeiterschaft ist bereits bedenklich groß. Keine Dfoichsarbeiislosensürsorge! Die beste Fürsorge bleibt Arbeit. Der Vorschlag der Gewerkschaften, durch Schaffung einer Reichsarbeitslosenfürsorge eine bessere und billigere Betreuung der Arbeitslosen zu schaffen, ist von der Reichsregierung, wie man nunmehr feststellen muß, endgültig beiseite geschoben worden. Man muß das bedauern. Es ist möglich, daß das Ausland, wie die Regierung vorgibt, die Schaffung einer Reichsarbeitslosen- fürsorge als eine neue Belastung des Reiches aufgefaßt hätte. Wie dem aber auch sein mag, der Haupteffekt der Ablehnung ist eine neue Belastung der Gemeinden. Womit nichts ge- bessert ist. Die Verkürzung der Unterstützungsdauer in der Arbeitslosen- Versicherung bedeutet eine weitere Vermehrung der Unterstützungs- kosten der Gemeinden: denn sie sind ja zur Krisenunterstützung mit einem Fünftel— das Reich zahlt vier Fünftel— herangezogen. Dazu kommt, daß ein großer Teil der Arbeiter heute gar nicht mehr die Anwartschaft für die Arbeitslosenversicherung erfüllen kann und infolgedessen gleich zur Wohlfahrt abwandert. Bedauerlich ist auch der in der Krisenfürsorge Stück für Stück vorgenommene Unter st ützungsabbau. Er beträgt insgesamt für die Zest seit der Schaffung der Arbeitslosenversicherung rund 2S Proz. Kein Wunder, wenn die Krisensätze vielfach unter die Unterstützung der Wohlfahrt gesunken sind. In der Krisenfürsorge ist eine Herabstufung der Unterstützungsgruppen, dann eine Senkung der Sätze und neuerdings noch eine indirekte Senkung infolge des Lohnabbaus eingetreten. Die Wohlfahrts- erwerbslosenfürsorge dagegen hat ihre Unterstützungssätze von vorn- herein nicht vom Lohn, sondern vom Existenzminimum und der Finanzlag« der Gemeinden abhängig gemacht. Schlimm ist schließlich auch die noch immer bestehende groß« Unvollständigkeit des Unterstützungskrcises der Krisenfürsorge: in Orten unter 19 999 Einwohner liegt die Einbeziehung in der Hand der Präsidenten der Landesarbeitsämter. Damit ist bis zu einem gewissen Grad der Willkür Tür und Tor geöffnet. Die sozialdemo- kratische Reich�tagsfraktion kann bei ihren Anträgen an diesen Mißständen nicht vorübergehen. Die Reichsregierung darf vor allem nicht vergessen, daß die beste Fürsorge innner noch Arbeit ist. Wenn mm«in«„ja- sätzlichen" Arbeit in irgendwie nennenswertem Umfange nicht ge- sprachen werden kann, so muß endlich die Arbeit vernünftig auf- geteilt werden. Wo bleibt die 49-Stunden-Woche? Erfolgreicher Lohnabbau. Auch Zeche Vereinigte Welheim wird stillgelegt. Effen. IS. Oktober. Die Stillegung der zum Stinnes-Konzern gehörenden Zeche Vereinigte Welheim in Karnap, die ursprünglich am IS. Oktober erfolgen sollte, wird nunmehr am 31. Oktober vor- genommen werden, nachdem der von der Verwallung gestellte An- trag auf Abkürzung der Sperrsrist zurückgezogen worden ist. Von der Stillegung werden jedoch nicht, wie zuerst vorgesehen, sämtliche 1499 Mann der Belegschaft betroffen werden, vielmehr werden vor- aussichtlich etwa 1199 bis 1299 Bergarbeiter zur Entlassung kommen, da einige Ncbenanlagen wie das Kraftwerk usw., in Betrieb bleiben sollen. * Herr Htegcrwald wird noch seine blauen Wunder erleben über die Resultate seines Zurückweichens vor den Unternehmern. Mehr als drei Viertel der Bauarbeiter sind berests arbeitslos, weil die Mittel aus der Hauszinssteuer zur Unterhaltung der Arbeitslosen verwendet werden. Der fortgesetzte Lohnabbau besorgt den Rest. Gegen die soziale Reaktion reden hilft gar nichts, wenn man sie durch Taten fördert. Ein sonderbarer Beschluß. LlSA.-Gewerkschasten gegen Arbeitslosenversicherung. New Jork, IS. Oktober.(Eigenbericht.) Der amerikanische Gewerkschaftskongreß lehnte einen Antrag auf Einführung einer bundesamtlichen Arbeits- lofenverficherung gegen eine starke ZNinderheil ab. Der Kongreß bezeichnet die Sozialversicherung als für amerikanische Der- hällnisse ungeeignet. Dieser Beschluß wird außerhalb der Bereinigten Staaten von niemandem verstanden werden. Auch wenn man weiß, daß die amerikanischen Gewerkschaften— wie ja schließlich die Gewerkschaften der ganzen Welt— das Hauptgewicht auf die Wiedereinreihung der Arbeitslosen in den Produktionsprozeß durch Verkürzung der Ar- bcitszeit und Erhöhung. der Löhne zur Stärkung der Absatzmöglich- kcitcn legen, auch dann bleibt uns der Beschluß— amerikanisch. Allerdings sind viele Führer der Gewerkschaften Anhänger des — reformierten— kapitalistischen Systems und glauben daher, daß dieses auch die Heilung der Krise in sich berge. Es kommt aber noch folgender Umstand hinzu, der wohl die wesentliche Ursache der ab- lehnenden Haltung ist: die amerikanischen Gewerkschaften setzen sich in der Hauptsache aus gelernten Arbeitern zusammen. Die Ungelernten sind meist unorganisiert. Diese leiden am meisten unter der Arbeitslosigkeit, nicht nur weil sie zuerst abgestoßen werden. sondern weil ihnen ihre erheblich niedrigeren Löhne kaum größer« Ersparnisse ermöglichen. Der gelernte Arbeiter dagegen kann es länger ohne Arbeit aushalten. Er hat auch Kredit. Und er fürchtet. bei einer allgemeinen Arbeitslosigkeit vor allem für die Masse de? Ungelernten zahlen zu müssen. Verständlicher— oder sympathischer — wird der Beschluß deswegen freilich nicht. RGO.-Lohn oder Tariflohn.— Gcharfmachermethoden der Borkriegszeii. Die Berliner freien Zeitungshän.dler führen zur Zeit einen verzweifelten Kampf gegen die b ü r g e r 1 f ch e n Groß- vcrlage, die ihnen eine Senkung der Zeitschriftenrabatte von 39 auf 25 Proz. und damit einen Abbau der schon sehr geringen Ver- dienste um etwa 29 Proz. diktieren wollen. Diesen Kampf versucht die KPD. zu benutzen, um die Leser der bürgerlichen Zeitungen für ihre Presse zu gewinnen. In einem an die Leser der bürgerlichen Zeitungen gerichteten kommunistischen Flugblatt wird der Eindruck zu erwecken versucht, daß es in den kommunistischen Verlagsunternehmen einen Lohnabbau nicht gebe. Da heißt es z. B., daß auch den Botenfrauen der bürgerlichen Zeitungsverlage der Austragelohn gekürzt worden sei. Diese Behauptung ist unwahr. Auf Grund des T a r i f o e r- träges zwischen den bürgerlichen Berliner Großverlagen und dem Gesamtorrband mußten vielmehr diese Verlage den Austragelohn pro Exemplar und Monat ab 1. April d. I. noch um einen Pfennig erhöhen. Bei der Allgemeinen Zeitungs- und Zeit- schriften-Vcrtriebs G. m. b. H., die den Vertrieb der drei kommunistischen Zeitungen„Berlin am Morgen",„Welt am Abend" und„Rote Fahne" besorgt, ist aber im Herbst vorigen Jahres der Lohn des Auslragepersonals um 3211 Proz. gekürzt worden. Wenn die bürgerlichen Zeitungsverloge jetzt den freien Zeitungs- Händlern die Zeitschriftenrabatte kürzen wollen, so ist das leider nur die Folge der Lohnpolitik der kommunistischen Zci- r u n g s u n t e r n e h m e n. Die KPD. ist aber den bürgerlichen Zeitungsocrlegern nicht nur in-der Lohnpolitik ein Borbild, sondern auch in der B e h a n d- lung gewerkschaftlich organisierter Arbeiter. Wir berichteten bereits darüber, daß der Vorsitzende der RGO.-Lohn- kommission Lehmann, von dem man die Unterschrift unter den famosen RGO.-Tarif mit dem 3311 proz. Lohnabbau der Austräger erpreßt hatte, ge maßregelt worden ist, weil er trotz' aller Schikanen Mitglied im G e s a m t o e r b a n d blieb. Wir berichteten weiter, daß dieser RGO.-Tarifvertrag vom Arbeiis- und Landesarbeitsgericht für rechtsungültig erklärt wurde. Auf Grund dieser arbeitsgerichtlichcn Entscheidungen hat eine Anzahl von Austrägern und Austrägerinnen der kommunistischen Zeitungen beim Arbeitsgericht Klage angestrengt auf Zahlung des Differenz- bctrages zwischen dem RGO.-Lohn und dem Tariflohn. Diese Differenz beträgt für jeden Austräger bis- jetzt durch- schnittlich 159 M. Alle diese Kläger sind von ihrem kommu- nistischen Unternehmer mit dem H i n a u s w u r f bedacht worden. Aber damit ist die Gewerkschaftsfeindlichkeit des kommunistischen PreuSsisch© Staats- Lotterie Ziehung 1. Klasse: 21. u. 22. Oktober WegeaMtBicBi verbesserter Oewiimpaon Gewinne auf SOOOOO Lose Ausspielung in 5 Klassen insgesamt rund 114 stlillionen RH AkcfBiefl-E-ose SS Rfl Viertel-Lose M. MW RM Ganze Lose Halbe Lose Z2MW RM Doppel-Lose bei aiien Slaetllotleric-Ctiinehinern«on GroO-Berlln HSchstgewinn (§ 9 des Planes) TPHElioiteiBM HöchitgewinD Ä MM 5 115 MM MM R auf! Ganzes los S IM»MMN MW MM 2Pr!!ln£»0000 2 Gewinne O ZOO 12M«£QOO Kr. 465* 46. Jahrgang 5. Beilage des Vorwärts Freitag, 46. Oktober 4934 2 Milliarden Exportüberschuß. Deutsche Außenhandelsbilanz Lanuar bis September-193-1. Wir haben gestern bereits berichtet, daß im September der Aus- suhriiberschuh Deutschlands mit 387 Millionen Mark einen neuen Rekordstand erreicht hat. Die in Großbritannien und in an- deren Ländern eingetretene Entwertung der Währungen durch Los- iäsung vom Goldstandard hat sich also beim deutschen Außenhandel bisher noch nicht bemerkbar gemacht. Die Entwicklung des Außenhandels zeigt aber, daß die Welt- Wirtschaftskrise immer schärfere Formen annimmt. Die Ausfuhrpreise sind gegenüber dem August im Durchschnitt um 5,5 Proz., bei den Rohstoffen allein sogar um 6,2 Proz. g c- funken, während bei den Einfuhrpreisen ein weiteres Abbröckeln um 3,6 Proz. und bei den Lebensinittcln allein um 3,9 Proz. ein- getreten ist. In diesen Preisbewegungen kommt der in allen Ländern sich v e r st ä r k e n d c Sl usfuhrzwang zur Geltung. Dies zeigt sich besonders deutlich in der Mengcnbewegung des Exports. Im Berichtsmonat September ist die Aussicht gegen- über dem Vormonat mengenmäßig um 10 Proz. gestiegen, eine Entwicklung, die über den saisonmäßigen Umfang bei weitem binausgeht. Infolge der eingetretenen Preisrückgänge beträgt die Wertsteigerung des Exports allerdings nur 4 Proz. Auf der Ein- fuhrseite der Handelsbilanzen ist mengenmäßig gleichfalls eine schwache Zunahme, wertmäßig dagegen(infolge der Preissenkungen) ein weiterer Rückgang von 454 auf 448 Millionen Mark festzustellen. Die Handelsbilanz im September schließt mit einem Aussuhrüberschuß von ZSZ gegen 322 Millionen im August. Rechnet man die Reparationssachlieferungen hinzu, so erhöht sich der Ausfuhrüberschuß auf ZS7 gegenüber 348 Millionen im Vormonat. Zn den abgelaufenen neun Monaten dieses Jahres steht einer Gesamt- einfuhr von 527l,3 Millionen Mark ein Gesamtexport von 7232,7 Millionen 2Nark gegenüber. Die deutsche Handelsbilanz hat also im laufenden Jahre bisher einen reinen Devisenüberschuß von s a st zwei Milliarden Mark ergeben. Die gester» veröffentlichten Mahnahmen der Reichsbank gegen die Saboteure der De- oiscnoblieserung werden mit ihren scharfen Bestimmungen hoffentlich endlich dazu beitragen, wesentliche Teile dieses Devisensegens in den Tresor der Reichsbank fließen zu lassen. Es ist äußerst bezeichnend für die Stellungnahme der„nationalen Opposition", daß der begrüßenswerte Entschluß der Reichsbank, die Devisenabliesernng durch scharfe Kreditsperre zu erzwingen, den heftigsten Protest deutschnationaler Presse- organe hervorgerufen hat. Diese Mut bestimmter Rechlsblätter zeigt deutlich, welche Kreise in Deutschland die neuen Druckmah- nahmen der Reichsbank zu fürchten haben. Die Entwicklung der deutschen Einfuhr läßt den fortschreitenden Schrumpfungsprozeß in der verarbeitenden Industrie Deutschlands deutlich hervortreten. Bei der Rohstoffeinfuhr sind Textilien weiterhin um ll Millionen gesunken. Eisenerze weisen einen Rückgang um 5 Millionen auf, ivährend Mineralöle ihre Ein- fuhr um 7 Millionen verringert haben. Andererseits ist die Ein- fuhr von Lebensmitteln faisoninäßig gestiegen. Erfreulich ist, daß an der Ausfuhrsteigerung im wesentlichen Fertigfabrikate, die den wichtigsten Aktivposten der deutschen Handelsbilanz darstellen, mit 39 Millionen Mark beteiligt sind. ZIn erster Stelle stehen Eisen- waren für 43 Millionen und ferner Textilien mit 11 Millionen Mchrousfuhr gegenüber August. Sächsischer Autotrufi. Nimmt die Autoindustrie endlich Dernuost an? Seit Iahren befindet sich die deutsche A u t o i n d u st r i e in einer verzweifelten Lage. Obwohl fast all« Werke in einem t e ch- n i s ch hervorragenden Zustand sind, obwohl die deutschen Fabrikate so ziemlich in jeder Hinsicht der ausländischen Konkurrenz gc- wachsen sind, kommt die Industrie auf keinen grünen Zweig. Daran ist nicht in erster Linie die Absatzkrise, der Rückgang der Kaufkraft schuld, das ist in der Hauptsache eine Folge der Produktion in einer viel zu großen Anzahl von selbständigen Unternehmen, Diese sind alle auf Serienfabrikation eingestellt, sie lzaben zusammen eine Produktionsfähigkcit, die die unter besten Verhält- nisten mögliche Nachfrage weit übertrifft. Daran lzat auch die jahrelange Krise bisher nichts geändert: die Tradition stand den Autoindustriellen höher als wirtschaftliche Vernunft: das Projekt „des" deutschen Zlutatnists ist längst begraben. Jetzt kommt aus Sachsen die Nachricht, daß man dort wenigstens einen Schritt auf dein Wege der so dringend notwendigen Konzentration der deutschen Autoindustrie tun will. Aber mich hier smd es nicht die Unternehmer, die siihrei,, auch hier kommt man nur unter mehr oder minder sanftem Druck des Staates vorwärts. Es handelt sich um die vier Firmen Horch, DKW, Audi und Wanderer. Di« drei ersten werden von der Sächsischen Staatsbank, also vom sächsischen Staat kontrolliert: die Wanderer-Wcrke, Schönau bei Chemnitz, sollet, mit der Dresdner Bank in Geschäftsoerbindung stehen. Die Horch-Werke A.-G., Zwickau, produzieren große Personen- und Lurusautos: Acht- und Zwölfzylindcrwagen. Das Unternehmen mußte vor einem Jahre dos Kapital im Verhältnis 19: 1 don 5 aus 0,5 Millionen Mark zusammenlegen. Die neuen Aktien im Betrage von 3 Millionen Mark übernahm die Sächsische Staatsbank. Die Z s ch o- pauer Motorenwerke I. S. Ras müssen A.-G., Zschopau (DKW) produzieren Motorröder und Kleinautos(Zwei- und Vier- zylindcrwagen). Das Kapital wurde im Jahre 1929 von einer auf 19 Millionen Mark erhöht, wovon den größten Teil ebenfalls die Sächsische Staatsbank übernahm. DKW. besitzt auch die Aktienmehrheit der Audi-Werke A.-G., Zwickau, die Bier-, Sechs- und Achtzylinderwagen bauen. Das Kapital beträgt 2,6 Millionen Mark. Die Wanderer-Werke(Kapital 15,73 Millionen Mark) stehen nicht unter dein Einfluß der Sächsischen Staatsbank: sie produzieren Vier- und Sechszylinderwagen. Wenn sie sich dem Trust, der aus den Staatsbanl-Unternchmen gebildet werden soll, anschließen, dann deshalb, weil ihre AutoProduktion trotz einiger Erfolge in der letzten Zeit doch mit Verlust arbeitet. Den Ausgleich brachten die U e b e r f ch ü f f o aus dem Bau von Fahrrädern, Schreib- und Rechenmaschinen und aus der Fabrikation von Werkzeugmaschinen. Uebrigens fabrizieren auch D K W. neben Autos und Motorrädern noch Motoren und Kühlschränke. Wie der neue Trust aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Es ist aber anzunehmen, daß nur die Autofabrikation dieser vier Firmen vereinigt wird. Damit wäre wenigstens für einen T�il der deutschen Zlutomobilindustri«—- am deutschen Gesazyt-- absatz waren diese Unternehmen mit zusammen lÖVj Prozent beteiligt— die notwendige Konzentration erreicht, die die Voraus- setzung für eine.wirtschaftliche" Rntionolisierung bildet. Wann folgen die nächsten Schritte? Englands Schiffbau stark gesunken. Der Schissbau geht infolge der Weltwirtschaftskrise und der„Uebersetzung" aller Handelsflotten immer mehr zurück. Am stärksten betroffen ist E n g l a n d. Die Ende September im Bau befindliche Tonnage ist die kleinste seit 1887: es waren nur noch 9,42 Millionen Tonnen im Vau, das sind 6 2,5 Proz. weniger als Ende September 1939. Dogegen bcläuft sich der Rückgang bei den sechs anderen führenden Ländern des Schifsbaus(Vereinigte Staaten, Frankreich, Italien, Schweden, Deutschland mit 113 599 Tonnen, Holland) nur auf insgesamt 17,5 Proz. England ist zur Zeit nur noch mit 43 Proz. am Schiff- bau der Welt beteiligt, während es vor dem Kriege 73 Proz. der Weltwnnagc herstellte. Alarm in New iiork. Die zweite Diskonterhöhung in einer Woche. Tie New-Horker Notenbank hat ihren Diskontsatz von 2'A auf S'A Proz. heraufgesetzt, nachdem erst am Freitag vergangener Woche der Diskont von 1'A auf 2A erhöht war. Fnncrhalb einer Woche hat also die New-Porker Bundesrefcrvebank ihren Wcchscldiskontsatz mehr als verdoppelt. Der Beschluß der Rew-Porker Rolenbonk, eine zweite scharsc Diskontvcrteuerung vorzunehmen, ist ein Alarmsignal. Die Bar.k ist zu dieser scharfen Abwehrmohnahme infolge der anhaltend hohen Goldverlusie gezwungen worden. Die erste Diskonterhöhung vor einer Woche hat sich als wirkungslos erwiesen, ffauptsächlich ist die Wirkung wohl deswegen vcrpusst, weil die Bank von Frank- reich, die zu den größten Goldabziehern der Bundesreservebank gehört, unmittelbar nach der Rew-Porker Diskonterhöhung mit einer heraussehung ihre» Diskonts von 2 aus 2A Proz. folgte. Amerikanische Finanzkreise haben hierin eine Torpedicrung der amerikanischen Rotenbankpolitik gesehen. Die Frage ist, was die Bank von Frankreich jetzt unternehmen wird. Durch die Abrufe der ausländischen Notenbanken haben die vereinigten Staaten im letzten Wonat allein 2.4 Milliarden Gold sin Mark umgerechnet) verloren. In der Zeit vom l. Januar bi» lS. September betrug der Goldzuwachs in den Bereinigten Staaten rund l,6 Milliarden, womit er. in Goldmark ausgedrückt, einen Grsontbestand von 2l,2 Milliarden erreichte. Der Umfang der Abzüge in den letzten Wochen wird dadurch gekennzeichnet, daß die USA. in kürzester Frist mehr als 19 Proz. ihres Gesamtbestandes an Gold wieder ins Ausland zurückfließen lassen muhten. Lage des Baumarktes Ende August. Nückgang der Vauanträge und Baubeginne auf ein Viertel Roch Feststellungen im l. Oktober-Hest von„Wirtschaft und Statistik" ist die Bautätigkeit im August weiter zurück- gegangen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres sind nur 79 699 Wohnungen fertiggestellt worden: gegenüber der gleichen Zeit des Lorjahres, in der 196 699 Wohnungen fertiggestellt wurden, beträgt der Rückgang etwa 25 Prozent. Die Zahl der Bau- c r I a u b n i s s e blieb in der Zeit von Januar bis August um 39 Proz. gegnuber dem Vorjahre, die Zahl der Baubegnme sogar um 49 Proz. zurück. Daß die Lage des Wohnungs-Baumarktcs sich immer kata- strophaler gestalten wird, das zeigen die Augnst-Zahlcn für die B a u a n t r ä g e und die B a u b e g i n n e. Die Zahl der Bau- antrüge war im August um nicht weniger als 75 Proz. geringer als im August vorigen Jahres: die Zahl der Bau- beginne zeigt einen Rückgang um 74 Proz. Das ist die Folge der Bestimmungen der Rcichsbürokratie über die Verwendung der H a u sz insst euer: in der Notverordnung vom Dezember vorigen Jahres begann man mit tzer Kürzung der Hauszinsftcucrmittel für den Baumarkt, um die Realste ucrn senken zu können— noch der letzten Notverordnung bleibt für den Baumarkt s o g u t wie nichts mehr übrig. Auch der Bau von Nichtwohngebäudc»(Vcrwaltungs- und Industriegebäude) hat stark nachgelassen. Von Januar bis August wurden 3599 Gebäude mit 7,16 Millionen Kubikmeter Raum- inhalt hergestellt: dem R a u ml»halt nach ist ein Rückgang um 44 Proz. gegenüber dem Vorjahr festzustellen. 50 Jahre Statistisches Lahrbuch. Mit dem soeben herausgekommenen Jahrgang �931 erscheint das Statistische Jahrbuch für das Deutsche Reich zum fünszehnten Male(Verlag Reimar Hobbing, Berlin). Dieses für jeden Wirtschaftler und Praktiker schlechthin un- Schwarz-welsf, die grosse Modo. Lack mit Kappengarnitur, Haifisch gemustert, schlanker Louis XV.>Absata entbehrliche Handbuch vermittelt über fedes Gebiet des wirtschaftlichen, politischen und finanziellen Lebens Deutschlands ein umfassendes Zahlenmaterial, das durch Internationale Heber- sichten vorteilhaft ergänzt wird. Die äußere Form der ilebersichtcn ist, abgesehen van kleinen Verbesserungen, unverändert. Der Inhalt ist nicht unwesentlich erweitert worden; es werden weitere Ergebnisse der P r o d u t t i o n s st a t i st i k, der Erhebungen über die tatsächlichen Arbeitsverdienste und über Tariflöhne, über II in säße im Groß- und Einzelhandel und aus der Finanz- st a t i st i k mitgeteilt. Co sind vor allem die Schulden der össent- lichcn Unternehmungen und Zweckvcrbände und die Volkswirtschaft- lichcn Bilanzen(Bolkscinkmmnen. Zahlungsbilanz) neu aufge- nammcn. Bei allen Angaben werden V e r g l e i ch s z i s f c r n für frühere?ohre mitgeteilt; überall wurden die neuesten Ergebnisse (vielfach bis Juni 1931) zugrunde gelegt. Der internationale Teil ist durch Ilebcrsichten über das internationale Finanz- und Schuldenwescn und durch Ergänzung der Angaben über die Produktion des Auslandes erweitert worden. Zniernaiionale Trustgewinne. Trotz der 5krise haben im allgemeinen die großen intcr- nationalen Finanzierungsgesellschasten für E I e k t r i z i t äts- u n t e r n e hm u n g e n gute Gewinne erzielt; erstens, weil ihr« Einnahmen sich hauptsächlich aus Beteiligungserträgnissen aus dem vergangenen Jahr zusammensetzen; zweitens, weil überhaupt die Elektrizitätswerke viel weniger als andere Wirtschaftszweige von der allgemeinen Absatzkrise betroffen sind. Das Musterbeispiel hier- für war der glänzende Abschluß der belgischen S o f i n a, über den wir schon berichteten. Auch die Züricher Elektro dank(Bank für«lettrische Unternehmungen in Zürich) konnte ihren Reingewinn von 9,84 auf 9,93 Mill. Schweizer Franken erhöhen. Allerdings werden diesmal nur 10 Proz. Diokdeiche verteilt gegenüber 12 im vergangenen Jahr. weil die Verwaltung des Konzerns es für richtig hält, im Hinblick auf di« internationale Unsicherheit Reserven zu bilden. Die belgische Sidro, eine Dachgesellschaft, die der Zofina nahesteht und die besonders an mexikanischen und anderen latcin- amerikanischen Elektrizitätsunternehmungen beteiligt ist, teilt mit, daß sich ihre Einnahme van 87,6 auf 63,3 Mill. belgische Franken vermindert hat; demzufolge ist der Reingewinn von 83, ö auf 66,2 Mill. Franken zurückgegangen. Der weitaus größte Teil des Rein- gewinns wird nicht für Diaidendenausschüttung verwendet, sondern ebenfalls zur Stärkung der Reserven. Die ebenfalls belgische Hydrofina erzielte einen Rein- gewinn von 26,7 gegenüber 27,6 Mill. belgische Franken im vcr- gangensn Jahr. Der Reingewinn, der diesmal mit 11,9 Mill. Franken ausgewiesen wird, dient ausschließlich Abschrcibungszwccken. An der Hydrofina, die hauptsächlich in der rumänischen Energiewirtschaft tätig ist, ist außer französischen und belgischen Großbanken der schwctzcrischc Elektrokonzern Brown, Boveri u. C i e. interessiert. Eisen- und Stahlgewinnung weiter gesunken. Di« deutsche Produktion von Roheisen und Rohstohl ist im September weiter gesunken. Die deutschen Hochofenwerte stellten im September 438 000 Tonnen Roheisen her gegenüber 499 000 Tonnen im August. Die arbcitstägliche Leistung war im September mit l4 605 Tonnen um 9 Prozent niedriger als im Vormonat( 16 000 Tonnen). Im September des vorigen Jahres wurden 653 000(arbeitstäglich 21 762) Tonnen Roheisen produziert. Die arbcitstägliche Produktion vom September dieses Jahres mach: etwa 38 Prozent der höchsten orbeitstäglichen Gewinnung der Nachkriegszeit, die im Juli 1929 zu verzeichnen war, aus. Di« deutschen Stahlwerke stellten im September 1931 593 000 Tonnen R o h st a h l(im August 690 000 Tonnen) her. Die durchschnittliche arbeitstä gliche Gewinnung war mS KSA Tonnen um 14 Prozent niedriger als im August(26 535 Tonnen). Im September vorigen Jahres wurde,? 814 900 Tonnen RÄ>> stahl(arbcitstäglich 31 303) erzeugt. Die arbeitstägliche Produktion vom September dieses Jahres macht etwa 40 Prozent der höchsten arbeitstäglichen Erzeugung der Nachkriegszeit aus. Versorgungsbetriebe gehören in die öffentliche Hand! Di« Brandenburgische Ekektrizitüts-, Gas- und Wasser-i werke A.-G., Berlin, betreiben eine ganze Anzahl von Vsr- sorgungsbetrieben in kleinen Städten in gauz Deutschland. Im Geschäftsjahr 1930/31 hat das Unternehmen von der Krise nichts gemerkt, da es sich bei ihren Abnehmern von Gas, Wasser und Elektrizität un, Haushaltungen handelt, die ihre Abnahme kaum einschränken können. Wenn in diesen, Jahre nur 6,5(im Borjahr 8,5) Prozent Dividende verteilt wird, dann nicht etwa aus Gewinnrückgong, sondern weit sich das Kapital infolge der Auf- „ahme der A.-G. Körtings Elektrizitätswerk« von 4,2 auf 6,5 Mit- lionen Mark erhöhte. Die absoluten Gewinnziffern siui» gestiegen; außerdem hat man nicht weniger als 0,4 Millionen Mark vorweg in Reserve gestellt— man hätte also gut die doppelte Divwende zahlen können! Wären diese Betrieb« in öffentlicher Hand, dann hätten die Abnehmer entweder niedrigere Tarife oder niedrigere Konunu na l steuern zu bezahlen! Kein Wunddr, daß das Privat- kapital nach so sicher rentierenden Betrieben die Hand ausstreckt. Die Generalversammlung der Ufa. Auf der Gcneralversarron- lung der Universum Film A.-G.(Ufa) wurde die Berteilung der von der Verwaltung vorgeschlagemu, Dividende in Höhe von 6 Proz. beschlossen. Dies ist die erste Dividende, die von der Gesellschaft seit der Sanierung im Jahre 1927 ausgeschüttet wird. Nach den Erklärungen des Vorstandes hat sich auch im neuen Ge- schäftsjahr 1931/32(1. Juni bis 31. Mai) die Gsschöstslage im Hin« blick aus die allgemeine Situation günstig entwickelt, so daß die Verwaltung mit einem zufriedenstellenden Ergebnis rechnet. tipMcÄßH, itHW! j Verltaut soweit Vorrotl Mengenäbgäb» verbehalten! Warme Hausschuhe 1 7s1 Komelhcororv mit Filz- und Ledenohle................. I DAS WARENHAUS BERLINS IN ALLEN STADTTEILEN! ? Verlozsuntcrnehmens noch nicht erschöpft. Cs wird auch„rationaN- ftert". Infolge des chronischen Äbonnentenschwundcs. besonders bei der„Roten Fahne", ist das kommunistische Lerlags- unternehmen in der letzten Zeit dazu übergegangen, die Touren der Austräger noch mehr zusammenzulegen, um dadurch Austrage» personal einsparen und entlassen zu können. Entlassen werden alle, die heute noch dem Gesamtverband angehören, darunter Aus. träger, die schon jahrelang freigewerkschaftlich organisiert sind. Uni in der jetzigen Zeit die Arbeit nicht zu verlieren, leugnen natürlich viele Austräger ihre Zugehörigkeit zur freien Gewerkschaft. Die KPD. greift also die ZNelhoden wieder auf, die in den Sc. trieben der Scharfmacher in der Vorkriegszeit angewendet wurden und die sich die scharfmacherischen Unternehmer allmählich haben abgewöhnen müssen. Diese Maßnahmen morden aber die Verhandlungen gewiß nicht erleichtern, die in den nächsten Monaten mit den bürgerlichen Zei. tungsverlagen wegen der Neuregelung der Botenlöhne zu führen find. Nicht mit Unrecht können hie Vertreter der bürgerlichen Zei- tungsverlage behaupten, daß sie auf Grund ihrer wirtschaftlichen und politischen Einstellung mindestens zu den gleichen Abbaumaß- nahmen berechtigt sind, wie di� kommunistischen»Arbeiter"unter- nchmen. Wie so oft ist auch, sm Berliner Zeitungsgewerb« die KPD. wieder der Schrittmacher der Sozialreaktion. Oer Konfiikt in den Gpeichereibeirieben. Ein Vergleichsvorschlag. Im Manteltarifstreit mit dem Arbeitgeberverband der Berliner Hafeir. und Speichereibctriebe ist jetzt vom Vorsitzenden des Schlichtungsausschusses Gewerberat Körner«in Ver- gleichsvorschlag gemacht worden, über den die Parteien nochmals verhandeln. Der Vergleichsvorschlag ist ein Kompromiß— in vielen Punkten für die Speichereiarbeiter kein günstiges— zwischen den Abbauforderungen des Arbeitgeberverbandes und dem bisherigen Mantel- tarifvertrag. An Abänderungen des alten Manteltarifes sieht der Vcrgleichsvorschlog folgendes vor: Die U e b e r st u n d e n z u- schlüge sollen gesenkt werden. Auch der Zuschlag für die Nacht- schicht soll von 30 auf 10 Proz. reduziert werden. Weitere Ver- t schlechtcrungen sollen auch in den Tarifbestimmungen über den z 616 BGB.(Krankenlohn) und in der Urlaubsgewährung«intreten. Bis- her wurde den Hafen- und Speichereiarbeitern bei Krankheit ein Zuschuß zum Krankengeld gezahlt und zwar in der Höhe, daß Krankengeld und Zuschuß zusammen den Bruttolohn ausmachten. Dieser Zuschuß soll jetzt nur noch so hoch bemessen sein, daß nur SO Proz. des Bruttolohnes als Krankengeld erreicht werde. Weiter soll für die volle Zahlung des Krankengeldzuschusses ein« Karenzzclt von drei Togen eingeführt werden. Die Bezugsdauer des Kranken- lohncs soll in den einzelnen Staffeln um SO bis SO Proz. gekürzt werden. Der Urlaub soll je nach Beschäftigungsdauer um einen Tag Isis drei Tag« gekürzt und nicht mehr während der Sommermonate» fondern in der betriebsstillen Zeit, also im Winter, gegeben werden. Sollte in den Verhandlungen keine Verständigung über diesen Vorschlag erzielt werden, will der Schlichtungsausschuh in den nächsten Tagen einen Schiedsspruch fällen. Zugkrast der JUSO, schwächer. Vetnebsratswahl bei Losetti. In' der Berliner Zigarettenfabrik Iosetti fand am 12. und 13. Oktober di« Wohl zum Betriebsrat statt. Di« Angestellten betelligten sich nicht. Die freigewerkfchaftliche Liste erhielt mü 607 Stimmen 6 Sltze, die Lifte der RGO. mit 466 Stimmen 5 Sitze. Im 25 n r sji h r e war das Verhältnis 482 für die frei- gewerkschaftliche Lift« und 480 für die RGO. Der Wahlkampf war hart. Es gibt wohl keine Industrie, in der in den letzten Monaten die Handarbeit in solchem Umfange durch Maschinenarbeit ersetzt wurde, wie in der Zigaretten- industric. Nicht nur, daß schon vorhandene Maschinen durch tcch- nische Verbesserungen und erhöhte Tourenzahl eine gewaltige Lei- siungssteigerung ausweisen, geht man immer mehr dazu über, die jetzt noch bestehende Handarbeit in der Löserei, Packerei und Ein- schlägcrei durch Maschinenarbeit zu ersetzen und schältet alte boden- ständige Arbeiterinnen vollständig aus dem Produktionsprozeß aus. Der Deutsche Tabakarbeiter-Verband, der diese Entwicklung auf- merksam beobachtet, hat die Notwendigkeit einer Zlrbeitszeit- Verkürzung für die Zigarettenindustrie schon vor Iahren erkannt und auch bei allen Tarisoerhandlungcn die Forderung auf Verkürzung der Arbeitszeit in den Vordergrund gerückt. In diesem Jahre gelang es, durch den Zusatzvertrag vom 29. Januar für die gesamte Deutsche Zigarettenindustrie die Fünftagewoche (42!� Stunden) einzuführen, und zwar mit gleichzeitiger Er- h ö h u n g der Löhne. Die RGO. bezeichnet selbstverständlich diese Errungenschaft als „Verrat" und war auch in ihren Wahlflugblättern durchaus nicht bescheiden in chren Forderungen nach Verkürzung der Arbeitszeit mit vollem Lohnausgleich. Auch der Entzug der Tabotftsueruntcr- stützung durch die Notverordnung vom s. Juni wurde auf dos Schuld- konto der freien Gewerkschaften gesetzt. Wenn unter diesen Umständen bei der jetzigen Wahl eine wenn auch geringe S t i m m e n z u n a h m e für die freigewerkschaftliche Liste zu verzeichnen ist, so beweist dies, daß die Belegschaft von Iosetti jetzt doch etwas kritischer eingestellt ist und läßt auch für die Zukunft hoffen, daß den Worten der RGO. nicht mehr in dem Um- fange Glauben geschenkt wird, wie es bisher leider bei Iosetti der Fall war. Ein wilder Streik. Auf deutschen Schiffen in Sowjethäfen. Amtlich wird gemeldet: In einigen Sowjethäfen, insbe- sondere in Leningrad, ist auf deutschen Handelsschiffen ein wilder, d. h. gewerkschaftlich nicht anerkannter Streik ausgebrochen. Die überwiegende Zahl der Schiffsmannschaften ist arbeitswillig, wird aber durch unmittelbare Gewalt einer terroristischen Streik- leiwng an der Ausübung ihres Dienstes verhindert. Die deutschen Konsularbehörden in den Hasenstädten haben«nt- sprechend ihren Obliegenheiten sofort eingegriffen und sich mit de» Lokalbehörden in Verbindung gesetzt, um die Schwierigkeiten zu be- heben. Da ihre Bemühungen erfolglos blieben, hat das Aus- wärtige Amt durch die Botschaft in Moskau die Sowjetregierung selbst mit der Angelegenheit befaßt und sie gemäß dem Konsular- vertrag vom 12. Oktober 1925 um ihr Einschreiten ersucht. Die heimischen Reedereien sind über die Entwicklung der Lage von Anfang an fortlaufend unterrichtet worden. Aus Grund dieser Besprechungen haben die Reeder sich entschlossen, einen Schlepper nach Leningrad zu entsenden, um die dort liegenden deutschen Schiffe aus dem Hafen herauszubringen. Die Sowjetregierung ist hiervon auf diplomatischem Wege verständigt worden, mit dem Ersuchen, dem Schlepper Schutz zu gewähren. Inzwischen hat sich im Hasen von Leningrad, wo zur Zeit mehr als 40 deutsche Dampfer festliegen, die Lage durch S a b o» t a g e a k t e verschärft. Infolgedessen besteht augenblicklich keine Be- wegungsmöglichkeit der deutschen Schiffe. Die Reichsregierung hat die Botschaft in Moskau beauftragt, ihre nachdrücklichen Vorstellungen bei der Sowjetregierung fortzusetzen. Ltm die Löhne der Bergarbeiter. Siegen, 16- Oktober.(Eigenbericht.) Am 16. Oktober sollen im Lohnstreit der Siegerländer Bergarbeiter neue Verhandlungen mit den Unternehmern statt- finden. Am Donnerstag haben die Unternehmer sämtlichen 4000 Bergarbeitern gekündigt, um so freie Hand in den Tarifverhandlungen zu haben. Im benachbarten D i l l g e b i e t ist«ine Einigung über eine 6prozentig« Lohnkürzung zustandegekommcn. Kursusbeginn der Berliner Gewerkschaftsschule. Am Fr-iUg, dem 16. Oktober, beginnen folgen«« Surfe: Gw. 9. Betriebswirtschaft fiir Fortgeschrittene. Lehrer: Paul Aoske. Unterricht»»iinm,r der Berliner lbewcrkschaftsjchulc, Engeluser 21— 25, II. Hos, 1 Trt>. rechts.-*■ B'I. 10. Arbeitsrecht für Anfänger. Lehrer: Ministerialrat Joachim. Leibnig. wgmnasium. Mariannenplag 27—28. Horgebühr sstr jeden Kursus für zehn Abende 2 M. Jugendliche und Lehrlinge 1 M. Arbeitslose sind oom Beitrag befreit. SPD..Fi»ktion der erwerbslosen Buchdrucker ~' b« Nordlron" . � rechuna eimitgliedobu» mitbringen. Heute, flrlitaa. Kommandanten. Ecke Betriebsfraltion der SPck>..«rk«itU,.«»gestellt«»»»d-««»»t«» der«tadt Berlin(Zentral« vcrwaltnngens. Heule. Freitag, 19 � Uhr, im Bürgersaal de» Rathauses. Eingang Königltrabc sKauotvorlay, Mitgliederversammlung. Stgdtkammerer Genosse Asch über:./SM?t» nanzlage der Stadt Berlin und ihre Auswirkungen auf di« städtischen Betriebe und D-rvalwngen sowie ar'"-■- Beamten". aus die Arbeiter, Angestellten und SP?.-Fraktion bei« städtiiche» Obdach. Heute, Freitag, 20 Uhr, Lakai Suhfittig. Iablanskistr. 9, Fraktionsversammlung. Vortrag des Eenalsen chchwonebeck. Partei- und Gewerkschastsbnch mitbringen. Wittler, Brotfabrik. Fraktionsversammlung aller SP?.-Genossen mit Siisten om Sonnabend, dem 17. Oktober, 20 Uhr, bei Scholz, Adolsstr. 12. Thema: Die Sozialdemokratie im Kampf gegen die Re- aktion. Referent: Karl Dresscl. f ftrcfe GewerkfchaftS'Iugend Berlin Heute. lg>,a Uhr. tagen dl- Srupaen:«dlcrshaf: Gruppenheim Adler». Hof, Lismarckstr. 1. Sulheit bringt mal was Neues.—«oodrlag: Iuaendhcim Schule Eonneburger Str. 20. Zollunion und Wirtschafts- krise.— Reinickendorf-Ost: Jugendheim Lindauer Strahe sBaracken). Di». kuistonsadend.— Süden: Jugendheim Wassertorstr. 9. Friedel Hall auf Welle „Sachsen".— Eharlottcnburg: Jugendheim Spreestr. 30. Literarischer Abend. — Zeppelinplatz: Jugendheim Turiner Ecke Seestraßc. Sewcrlschasten und die Notverordnungen. strajje. Die' Die Mädels WWWWWWWW.—,-------—..W» am Sonntag, dem l. November. Zur Ausführung gelangt:„Kampf um Kitsch". Karten zum Preis von 80 Ps. sind in der Jugendz-ntr-l- erhältlich. @Lusiendc!ruppe des �entralverbandes der Angestellten Heute, Freiing, finden folgende Peranstaltungen statt: Südwest: Ju. g-ndhcim Porckstr. 11(2. Hof. Oueracbäude, 1 Treppe, Zimmer 5). Arbeitsgemeinschaft:„Einsührung in die sozialistische Gedankenwelt". Leiter: Paciu.— Heute lagt die Berliner Druckerei, unb Perlansgesellschaft M. b. H. von 20 bis 22 Uhr im Jugendheim Ebertgstr. 12.— Unsere Photo-Arbeils. gemeinschast kommt heut« um 20 Uhr im Vrrbandshau» zusammen. Eier ein »O** 50» - 9* M V-S zknbof UeTm-iiinvla.i'?, der Kä.rfftdoif-Ba.jinhDi l fl 0 l| M isf- die Prozen�essere Mischung/- chthk orienkalischer Tabake ti/ / kl 0 U/ isf* das skärkei« und längere Formal* // der Haus Bergmann(5(5 ■ // f|0y ,5: ist* die orahge und gelbe packung f der Maus Bergmann �,, n 0 U isl*die MundsKüddose'Haus Bergmann/V«/ mmmmmri/ Qelbe pacl. Abt. Gruppe sunger Sozialdemokraten. 8 Uhr Treffpunkt zur Gruppen. sahrt am Hufeisen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groh-Berlin. .breisleitersibung heute, Freitag, Ig't Uhr, in der Geschäftsstelle. Brei» Neukölln. Helserkreis. Am 17. und 18. Oktober Helserfahrt nach Lehniß. Treffpunkt Sonnabend, 16U Uhr, am Bahnhof Reukälln. Alle Heiser, die niä/t auf Gruppenfahrt sind, beteiligen sich daran. Die erste Rate sür i nseren Fahnenfonds ist am Montag(Arbeitsstunde) zu bezahlen.— Gruppe Lichtlämpser. Iungfalken. Morgen, Sonnabend, Fahrt zur Schwimmenden Jugendherberge. Treffpunkt um 16 Uhr am Bahnhos Neukölln. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an da» Iugendsekretariat Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Streicharchefter Groß.Perlin: Heute Pflichtprobe mn 20 Uhr im Jugend, Hein: See. Ecke Turiner Straße. Sinnst in dieser Zeit: 2. Abend der Sonderobteilung der VolkobShue. k..Kamps um Kitsch.") Käthe Stuhl singt Kitsch. Kinder der weltlichen Schule singe» Stampf. R. A. Stemmse, Karl Heinz Martin und Iunglebrer diskutieren. Sonntag. 18. Oktober. ID'.i Uhr, Bllrzersaal des Rathauses, Königstraße. Ein- tritt 46 Pf. Erwerbslose 26 Pf. Aebeitee-Tnrn- und Spoetbnnd. Proletarischer Tanzabend. 16. Oktober, 26 Uhr, großer Saal des Lehreeveeeinshauses, Alexandeeplaß, Jugendliche 46 Pf, Eewaäiiene 75 Pf. Karten sind im Sekretariat erhältlich. „Komps um Kitsch", Sondervorstellung der Volksbühne fllr Jugendliche »an 14— 18 Iahren am L November, 15 Uhr, in der Volksbllhne. Karten zu 86 Pf. sind erhältlich. Banderleiteeloufer», am 21. Oktober flndet nicht statt. heule. Areilag, IS. Oklober, ISU, Uhr: «rtonaploß: Elisabethkirchstr. 19. ADGB. tu Frankfurt a. M.—»ewerk. schaftshnn»: Köpenicker Str. 92. Das Neueste vom Reuen.-»öllnischor«nrk: Waisenstr. 18. Die palitische Lage tn England.— Rofenthaler Poestadt! Elisa. dethkirchstr. 19. Die Politik der KPD.— Moabit Ii Waldenferstr. 20. Oktober. Revolution.— Moabit II: Lehrter Str. 18—19. Die Finanzfrage.— Arn». watsxr Plag I: Rastenburger Str. 16. Iugendschuß und Jugendrecht.—»olkan: tlltanzdelstr. 2. Unsere freien Gewerkschaften.— Folkpl»» II: Sounenburger SbaSe iß. Der Lehrkruq und fein Recht.— Hohenschönhausen: Freienwald er, Sieaße 6. Heimabend.— Hnmonnploß: Gteimftr. 33— 35. Palitisch.satirischer! Ab>nd.— Weißensee: Parkstr. 36. Einfllbruugsabend-— Prenzlauer Vor» ftndt:'Kastanienallee' 827 Tägeöpolttik.— Andreasplaß I: Brammpstr. 1. Warum Arbeiterspart?— Stealauer Viertel: Gaßlerftr. 61. Heimabend.— Wae- tchauee Viertel: Litauer Str. 18. Bllegeeliche und soziale Kultur.— Luisen- Söauptfte. 15. Da» Äebeitslasenpeodlem.— Ehaelottenbueg-Süd: Goethestr. 11. Saziälistisäie Bewußtseinserkläeung.— Lankwiß: Gemeindeschule, Schulstraße. Aktuelle Stunde.— Steglitz II: Flemminastr. 14b. Außerordentliche Mitgliedee» Versammlung.— Zehlendors: Waldschule, Schliesfenstroße. Eingang Völcke- straße, Zimmer 1. Polizeiaufeuhr.— Britz: Schule Paechimer Allee. Arbeits- aemeinsckialt.— Neukölln III: Kietbeniir. 56. Liebtbilder: Käte Kollwiä und ihr Werk.— Reukölln IV: Kanner Straße. Zeitungsberichte.— Neukölln V: Kaisee.Friedrich.Str. 4. Arbeitsgemeinschaft.— Neukölln VI: Treptower Str. 96. SAI. und Gewerkschaften.— Reukölln VII: KMS. Kultur, und Schulpolitik. — Neukölln VIII: Rlltlischule. Arbeitsgemeinschaft.— Neukölln IX: Brettspielabend. Funktionäre müsien unbedingt erscheinen.— Neukölln X: Berg- straße 29. Aebeitsgemeinschoft..— Neukölln XI: Flughafenstr. 68. Arbeits. aemeinschaft.— Baum schulen weg: Eenststr. 16. Lichtbilder: Frankfurt und die Feeienfahrt.— Johannisthal: Rathaus. Lichtbilder: Das Zeltlager in Namedn. — Schöneweide II: Berliner Str. 31. Heimabend.— Treptow: Elsenstr. 3. Eltern, und Werbeobenb.— Feiedeichstelbe: Lichtenberg, Gunterstr, 44. Wie arbeitet zur Zeit der Reichstag?— Lichtenberg. Mitte: Gunterstr. 44. Kurz. leierate.— Neu- Lichtenbergs Gunterstr. 44. Tagespolitik.— Lichtenberg. Nord: Gunterstr. 44. Organisiertes Kapital.— Lichtenbeeg-Noedwest: Dosse- straße 22. Demokratie und Aebeiteeklasse.— Rieberschönbousen: Lindenstr. 47. Tic eevalutionäre Bewegung van ihren Anfängen bis jetzt. 1. Teil. Weebebeziek Webbing: Beginn der Aebeitsgemeinschaflen: Die politische »nd wietschoflliche Entwicklung seit 1914 in Deutschland in den Jugendheimen Wllldenowstr. 5 und Turinee Ecke Eeestraße. Weebebeziek Reinickenboet: Schiitzenhaus, Reinickendarf-Ost, Keeismitgtiedee- Versammlung der Partei. Wir beteiligen uns geschlossen. Morgen, Sonnabend, 17. Oktober: Zehtenboef: Fahrt. Jugendherberge Rowawes. 1 3 12. Uhr Bahnhof Zehlen» borf-Mitte.— Neukölln IX: Fahrt mit der Kindeefeeunbegruppe„Quelle". 1564 Uhr Bahnhof Hermonnftraße. Unkosten 1 M. Weebebeziek Neinickenboes: Borstanbssitzuna mit den Iugenbbeiräten, Stet. nickendoei-Ost. Lindauer Straße, 19't Uhr. Alle Abteilungsleiter müssen wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung vertreten sein. Weebebeziek Neukölln und Obeefpeee: Arbeitsfahrt der Bildungsausschllsse »nd der Werbeobleute. Teeffpunkte werden noch bekanntgegeben. Montag erstmaliges Proben des Neuköllner Instrumentalkreises in der KMS., Siaum 3. 19'/j Uhr. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz- Rot-Gold'. Gekchäktsstelle: Berlin S 14, Sebaftianstr 57—38 Lok 2. Tr Freitag, 16. Oktober. Wedding fJungba). 26 Uhr wichtige Sitzung bei Koppeasch. Binetaplatz 8. Lichtenberg. 26 Uhr Kameradschatts- veisammlungen: Kameradschaft Ruinmelsburg. Thema: Republik und Wiet- schaitskrife.'Referent: Samerad Stieglitz. Kameradschaft Traveplatz bei Eeipke. Wichtige Tagesordnung und Portrag. Erscheinen Pflicht.— Sonntag, 18. 0k. tobee. Kreis Osten. Pflichtveranstaltung des Iungba Kreis Osten und Westen in Eteausbeea. Antreten grünes Hemd, großes Maeschgepöck, Windjacke im Torniftee. Fahrgeld ab Schlefischer Bahnhof 60 Pf. Antritlszeiten der Orts- rereine beachten. Friedrichshain lIungbai. 8 Uhr Pflichtantreten Madai. Ecke Feuchtsteaße. Lichtenberg(Iungba). 8 Uhr Antreten Madai. Ecke Fruchtsteaße zur Pflichtveranstaltung in Strausberg. Abfahrt 8.26 llhr. Proviant mitnehmen. Arbeiter- Samariter-Bund e. B.. Kolonne Berlin. Gelchästoftelle: R. 24. Gr. Hamburger Str. 29. Tel.: v 1 Slorden 534«. Anläßlich meines 86. Gednrtstages sind mir so viele Glückwünsche ___ zugegangen, daß es mir nicht möglich ist, jedem einzelnen meinen Dank auszusprechen, so daß ich mich veranlaßt sehe, auf diesem Wege allen Gratulanten zu danken. Gustav Dietrich, Klopstockstr. 25. Reichskartrll Republik. Zkrtiu-Oste». Sonntag, 18. Oktober, ob 10 Uhr, Bunbesmeisterschostsschießen auf dem Sportplatz Frledrichsfelde, .Sturmvogel", Flugueeboub dee«eektötige» e.®., Bezirksgeuppe Ost. Für dieses Iahe ist der Segelfluabetried in Strausberg eingestellt worden. Sonn» tag, 17. Oktober. Fahrt zur Besichtigung des neuen Fluggelöndes bei Trebbin. Absähet 8.19 llhr Anhalter Bahnhof. Radfahrer 7 Uhr Warichauer Ecke Renaler Straße. Dienstag. 20. Oktober,„Revaler Bereinsbaus", Renaler Ecke Slmon.Dach-Straße. 20 Uhr Lichtbildervortrag: Veltflug des Zeppelin. Gäste herzlich willkommen. Sport. Rennen zu Grunewald am 15. Oktober. Bernftein-Jagdrenneu: 1. Paroli iKusserow); 2. Lavalrtta: 3. Borgia. Toto: 25:10. Platz: IS, Ist, 24:10. Ferner liefen: Kermak, Girigarr 16,, Kuta�, Eminenz Kif Kif. Moni« Carlo. Saboyard-Jassdremieu: 1. Rechberg(Stn. v. MadevSti): 2, Test; 3. Rheinart. Toto: 29:10. Platz: 14, 21, 21:10. Ferner liefen: Merkur 2, Mariolf, Lohland, Koritza iges,). Qpee�ürdenrennrn: 1 Pikrfler fHaitfsrb;?. VallZ« 1 Prinzessii«. Toto: 16:10. Platz: 13, 17. 34:10. Ferner liefen: Auch emer, Laudinnker, Blauer Pogrl, Eilslug, Reicheiibäch.".—""....... Lalai-Flochrennen: 1. Immerfort(Dr. Liebrecht): 2. Liebhaberei, 3. LvsiaS. Toto: 24:10. Platz: 13, 22, 22:10. Ferner liesciu Gaffenjunge, Zlurelian, Malatcsta, Midzard. � Großer Preis von Grunewald: 1. Bigor sUnterholzner): 2. Helgo- läiidcr; 3. Dorn 2. Toto: 100:10. Platz: 27, 35, 34:10. Ferner liefen: Meine, Hcliian(angch.), Utamaro(angeh.). Liebe-, auber. Frundsbcrg, Siesta, Gulbrand>angeb.l.„.... D»rn-2-Fagdrennen: 1. Felek lAndrlc): 2. Thüringen; 3. Markgrafin. Toto: 160:10. Platz: 27, 16, 14:10. Ferner liesen: Leeanus. Hochwald(aus- gebrochen), Suhle, Astorio, � Parsisal-Hurdenrennen: 1. MartoniuS(.stukiilies): 2. Ledum: 3, Post- meister. Toto: 27:10, Platz: 19, 21:10. Ferner liesen: Bessin a. Tpala(gef.). Toppelwctte: Priester— Bigor 220:10. Allgemeine Wetterlage. 45.0kt4934;abds. Woltzpvlo6.cz hairtr.d hittbedackr woflog.obebedrt'RegwiAGrjupeln Mit den fühlen noridlvestlichen Luftmasser, hat sich das umfang- reiche westliche Hochdruckgebiet nach Osten verlagert. Da aber der Kern des Hochs noch über England lag, herrschten in Mitteleuropa nordwestliche Winde vor. Die Temperaturen lagen daher mittags meist zwischen 10 und 13 Grad Celsius. Einzelne Schauer gingen noch in Ostdeutschland nieder. Im Nordwestcri des Reiches kam im Laufe des Donnerstag neue Bewölkung auf. Vereinzelt fiel auch etwas Sprühregen. Bis zum Abend hatte sich das Wolkenfcld weiter landeinwärts ausgebreitet; es gehört zu den Randbildunxen der kräftigen Depression, die am Donnerstagabend über dem Eismeer lagerte. Da sich die erwähnten Randtieis nach Südosten zu ver- lagern scheinen, dürste das heitere Hochdruckgebiet bei uns eine Unterbrechung erfahren. * kvetterauesichten sür Verlin. Meist wolkig ohne nennenswerte Niederschläge, Temperaturen im ganzen ein wenig höher.— Jfir Deutschland. Im Südwesten und Nordosten vieisach heiter mit kalter Nacht; im KNittleren Teil des Reiches vielfach wolkig, ganz oereinzelt auch etwas Regen. �olomslwsttsn Weisse Bohnen... ftd. 0,14 Viktoria-Erbsen... Pick. 0,20 j Geschärte Erbsen pm. 0,28 j Bruchreis........... Ptck. 0,13 Burma-Reis........ Pfd. 0,1 B j Tafelreis........... Ptck. 0,20 Mischobst.»... Pfd. tod 0,40 Ringäpfel........... Pfd. 0,68 Aprikosene:etroekB�Pfd.T. 0,58. Birnen gatvocknet.... Pfd. 0,58 Pflaumen eetrocia>.IPfd.T. 0,28 Kakao lose, stark entölt, Pfd. 0,58 Kaffeemischung 40"l, Bohnen............ Pfd. 1,10 Gebrannte Gerste Pfd. 0,23 Auszugmehl5-Pfd.-Beatel 1,35 2-P(d.-Beutel............... 0,54 1 Sultaninen.......... Pfd. 0,40 Kokosraspel....... Pfd. 0,40. Süsse Mandeln...Pfd. 1,55 Wurstwaren Blut-u. Leberw....Pfd. tou 0,65 Bauern-Leberw. i.Risjm.PU 0,85 Sülzwurst.............. Pfd. 0,85 Speckwurst Thllr. Art.. Pfd. 0,85 Fleischwurst......... Pfd. 0,88 Dampfwurst........... Pfd. 0,88 Fetter Speck......... Pfd. 0,95 BreslauerBrühwurstPfd. 0,98 Hausmacher-Leberw.Pii0,98 Mettwurst Brschw. Art, Pfd. 1 ,04 Jagdwurst............. Pfd. 1,08 MagererSpecka Riwim, CM. 1,1 5 ff. Leberwurst......... Pfd. 1,25 Zervelat oder Saltmi....Pfd. 1,35 Gek. Schinken..... V, Pfd. 0,38 Gänsebrust.........'f, Pfd. 0,70 [ Zervelat im Kettdarm, Pfd. 1 ,38 Wild Wildragout........ Pfd. tou 0,38 Hirschblätter...Pfd. tou 0,65 Hirschkoule...... Pfd tou 0,95 Hasen pitr.«.a»sg»»oftM.Pit.Pfd.T. 1,23 Kalbsschnitzel...Pfd. von 1 ,60 Suppenfleisch... Pfd. von 0,64 Schmorst. o.Knoch.,Pfd. von 0,90 Rouladen.......... Pfd. von 1,10 Roastbeef o.Knoch� Pfd-v. 1,28 Rinderbacken........ Pfd. 0,46 Rinderherzen......... Pid.0,48 Hammel-Yorä«rfi»iicii. Pfd. t. 0,74 SchweinebauchaBiB.Pfd. 0,72 Kassler miiä....... Pfd. von 0,76 Fleisch Schweine-Schuit«rti.,».Bij,i,ft0,74 Schweineschinken. mit Bein................. Pfd.U,7o Schweinekamm od-Schuft ohne Beilage.......... Pfd. von 0,7o Schweinekotelett Pfd. y.0,88 Eisbein mit Spittb�gep«k.,Pfd. 0,60 Schweineköpfe n.Bieti.Pti 0,38 Rückenfett bratfertig, Pfd. 0,76 Schweinenieren...... Pfd. 0,76 Rinderlunge fTiseh....ptd. 0,34 Gefrierfleisch Suppenfleisch... Pfd. von 0,58 Schmorfleische. Kn., Pfd. v.0,88 HammeM«rd»rti«i»cht Pid. t.0,58 Rinderleber........... Pfd. 0,94 Geflügel Enten............. Pfd. von 0,78 Suppenhühner fri8ch,Pfd.T. 0,78 Wolgahühner gefror., Pfd. t. 0,88 GänsestUckenfleischnii.i.0,90 Gänsekeulen...... Pfd. von 1,35 Fasänen.............. stllck 2,25 1 Lachs... I geschnitten...... lli Pfd. von 0,48 Stückenlachs Pfd. von 1,50 Odemruther!1li!W!e,..0.L4 Kaffee Irisch gebrannt, Pfd. von BiltigeAngebote unsererWein-Abt. Preise ohne tusche Rheinpfälzer Tischwein.....................'U Fi- 0,60 10 Fi 5,80 1930er Siefersheimer Lauberfeld.........'i> FL 0,95 10 FL 9,00 1929er BingerSchlossbergSchwätzerch'/iti 1,60 10 Fl. 15,00 1925er Wiltinger Klosterberg.............. Vi FL 1,85 10 Fl 17,50 1930er Treiser Treppchen Natur...........% Fi 0,95 iofl 9,00 Rheinpfälzer Weisswein oder„Cider"...Ltr. 0,75 5Ltr. 3,50 Gold-Malaga sehr gute feltsasse Qnalitit........ Ltr. 1,60 5Ltr. 7,50 Original-Douro-Portwein...................... Ltr. 1,85 5Ltr. 8,75 Deutscher'"Weinbrand abgelagerte Qualität............. Ltr. 4,60 1920er Burgunder Kults Flasche 2|00 10 Haschen 18f50 .. ncfmyooaiciiu.»dpjniMisB.no u,# u ucuisoner wemDranQ apceiagertc tjusinai;............. tiir.«t.otj '' 1[1920er Burgunder»slUch---, Sl.EmiKon. Bonleaiu ■■■■'■■■■■■■■■■■I Hasche 2|00 10 Haschen löfSO Flasche ifZO iu Haschen»IfSO '»80 I Blühende Blumen auch im W>WW»�WWM FrUhblUhende, echt holländische Blumenzwiebeln, ausgesuc Obst und Gemüse Musäpfel............. 3 Pfd. 0,20 Goldparmänen........ Pfd. 0, 15 Renetten............... Pfd. 0,18 Kochbirnen......... apid. 0,18 Bi rnenGnunbkower, 2 Pfd. T. 0,25 Weintrauben......... Pfd. 0,1 8 Bananen.............. 3 Pfd. 0,95 Ananas............ Pld. von 0,60 Kranzfeigen........... Pfd. 0,32 Erdnüsse.............. Pfd. 0,28 Zitronen............ Dtz. von 0,28 Preisseibeeren....s Pfd. 0,78 Weisskohl........... Pfd. 0,05 Wirsingkohl.......... Pfd. 0.05 Rotkohl................ Pfd. 0,05 Rosenkohl........... 2 Pfd. 0,25 Spinat.................. Pfd. 0,10 Möhren gewaschen____ 3 Pfd, 0,1 0 Rübchen............. 3 Pfd. 0,20 Blumenkohl...... Kopf von 0,1 5 Winter Konserven>,. Dose Jung* Erbsen'«».... 1,10 Junge Erbsen mitt«ifetn 0,80 GemUseerbsen....... 0,55 Junge Brechbohnen 0,45 Junge Schnittbohnen 0,45 Leipziger Allerlei.... 0,85 Gem. Gemüse mitteifein 1,00 Berliner Allerlei...... 0,65 Junge Karotten...... 0,60 Karotten geschnitten.... 0,40 Spinat.................... 0,45 Kohlrabi i. Seheib., m. Grdn 0,45 Aprikosen'Ii Fracht...... 0,95 Erdbeeren.............. 1,25 Ananas......... 8 Scheiben 1,20 Apfelmus tafelfertig..... 0,60 Heidelbeeren.......... 0,85 SUsskirschenohneStein 1,10 Stachelbeeren........ 0,80 Sauerkirschen m. stein 1,00 Käse und Fette Camembert voUfett.soiiachisi 0,20 Allg. Stangenkäse 20i,P'd. 0,42 Harzer Käse.......... F'd. 0,35 Tilsiter Tollfett......... Pfd. 0,72 Münster-Käse voiuett Pfd. 0,95 Steinbuscher voiuett Pfd. 0,68 EdamerfO»/,............ Pfd. 0,78 Holländer«v....... Pfd. 0.78 Briekäse voiifett....... Pfd. 0,72 Schweizer Tolifett, Pfd. von 1 ,30 Blockkäse._. Tilsiter Art, 20«,.......... Pfd. 0,54 Molkereibutter...Pfd. von 1,14 Markenbutteritertiinst«. Pfd. 1 ,48 MolkereibutterallifWMi«. pu.1,44 Palmenbutter im°s»tzv..i>l>i 0,34 Margarine...... 2 Pfd. von 0,75 Bratenschmalz....... Pfd. 0,58 Rohschmalz........... Pfd. 0,58 Narzissen„Victoria-Trompeten", für Töpfo und Garten.Stflck 0,07 10 Stück 0,65 Narzissen, gefüllte, weisse, für Töpte und Garten........... Stück 0,06 10 Stück 0,55 Narzissen, gefüllte, gelbe, für TApfe and Garten........... Stück 0,08 10 Btflck 0,75 Chinesische heilige Lilien für Schalen.................. Stück 0,20 3 Stück 0,50 ausgesuchte Qualitäten T ulpen ein fache, gefällte U. Darwin- in separaten Pracht färben, fär Topfe und(ickrteu, Stack 0,06 5 Stück 0,25 Papagei-Tulpen........stock 0,09 3 stück 0,25 CroCUS Superieur in separaten Farben, fär Schalen, Topfe nnd Garten............ Stllck 0,05 S Stllck 0,25 Trauben-Hyazinthen fllr Garten, blanbldiend..... Stllck 0,03 s Stack 0,1 8 wammmmmmmmmmammmmam SchneeglöckcheniGarten,B<. 0,03 o stück 0,15 Iris hispanica lOr Garten, in«eparaten Prachtfarbep................ 5 Stllck 0,1 0 Anemonen einfache n. getaute, Pracnttuischang............. Stock 0,05 10 Stllck 0,40 Hyazinthen�51ä8ergriinfarbPt.0,20 s Stack 0,95 Hyazinthen-Tüten.4 staek 0,1 O iZ Stack 0,28