BERLIN Zreitag 16. Mober 1931 10 Pf. Kr. 486 3 243 43. Iahreang erscheint täglich avßer Sonntags. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. Bezugspreis beide Ausgaben 86 Pf. pro Woche. s.MM. pro Monat. Uedaktion und Expedition: Berlin SW68,Lindenstr.3 Fernsprecher: Dönhoff CA T) 292—297 iMjfivtUfa AuietgeapretS: Die einspaltige Nonpareillezelle 8y Pf., Reklamezeile S M. Ermäßigungen nach Taris. Postscheckkonto: Vorwai'ts-Vcrlag G. m. b. H.. Berlin Nr.»? S36.— Der Verla, behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Entscheidung Hochspannung im Reichstag/ Kraktionssitzungen bis zur Abstimmung RFB.-Bombe gegen varieiblatt Bis zu den Mittagsstuirden war es noch immer ungewiß, wie sich das Schicksal des Kabinetts Brüning gestalten würde. Die Fraktion der Wirt schaftspart ei war vor Beginn der Reichstagssitzung noch einmal zusammengetreten: die B e- schlußfassung über das Verhalten der Partei bei der Abstimmung über die Mißtrauensonträge gegen das Kabinett Brüning wurde jedoch bis zum Nachmittag ver- schoben. Von der Deutschen Bolkspartei, die gleichfalls»och eine Sitzung abhielt, hörte man, daß ein Be- schluß gefaßt werden soll, wonach die Fraktion zwar gegen dss lestamem des Romiiiesers lauro de Boris itoer seinen Fremeltsllug vor seinem Flug noch Rom, bei dem er onf'foschistische Proklamationen abwors und von dem er nickt zurückgekehrt ist. weil er offenbar im ZRillelmeer abgestürzt und ertrunken ist, hat der junge italienische Dichter Laura de Basis fein Testament geschrieben, dos feine Freunde hinterher unter feinen zurückgelassenen papieren gefunden und uns gesandt haben, wir bringen dos Dokument, das zu veröffentlichen uns eine ehrenvolle Pflicht ist, auf der ersten Beilagenseile. das Kabinett Brüning sei, aber keinen Fraktion?- zwang bei der Abstimmung über die Mißtrauensantröge ausüben wolle. Man rechnet damit, daß 20 Mitglieder der Fraktion der Volkspartei für die Mißtrauensanträge, etwa sechs dagegen stimmen und daß ungefähr vier Abgeordnete fehlen werden. In den Wandelgängen des Reichstags herrscht starker Verkehr. Die Abgeordneten werden von Presseleutcn und an- deren Interessenten um Auskünfte bestürmt, vorläufig aber kann niemand etwas Gewisses sagen. Man rechnet mit dem Bleistift in der Hand, wie sich voraussichtlich das Stimmen- Verhältnis gestalten könne. Im allgemeinen erwartet man.daßsichBrüningmitcinerMehrheitvon etwa 20 Stimmen behaupte ll wird. Der Reichs- kanzler wird im Laufe des Nachmittags noch einmal das Wort nehmen: daß er dabei mit der Auflösung des Reichstages im Fälle der Niederlage seiner Regierung drohen wird, wie wiederholt behauptet wurde, ist nicht richtig. Die„Germania" hat in ihrer heutigen Morgenausgabc noch einmal an den ' Beschluß der Zentrumssraktion von Mittwoch erinnert, wonach das Zentrum„ein Kabinett der Rechten, dem durch die Miß- trauensanträge der radikalen Rechten und Linken der Weg frei gemacht werden soll, weder aktiv unterstützen, noch auch nur passiv tolerieren" werde. Die„Germania" fügt hinzu, es werde für alle Beteiligten gut sein, diesen Faktor in der heute abzuschließenden Rechnung nicht außer acht zu lassen! Auf der anderen Seite droht die natio- naleOppositionnocheinmal mit demPutsch, wenn es ihr heute nicht gelingen sollte, das Kabinett Brüning zu stürzen und den Weg für die Aufrichtung einer faschisti- schen Gewaltherrschaft freizumachen. Die„Deutsche Zeitung" erklärt in ihrer heutigen Morgenausgabe wörtlich:„Das Schicksal der Regierung Brüning wird durch die Macht der Tatsachen— wahrscheinlich aber außerhalb des Parlaments— entschieden werden... Ein Pyrrhussieg Brünings im Reichstag kann— wie sich die Dinge ent- wickelt haben— nicht darüber hinwegtäuschen, daß die poli- tische Umgruppierung im Gange ist und die Entschei- dung sich außerhalb des Reichstages an- b a h n t."' Das ist so deutlich wie nur möglich. Seit der Harzburger Tagung besteht völlige Klarheit darüber, daß am heutigen Nachmittag die Entscheidung nicht so sehr um das Kabinett Brüning fällt, sondern darüber, ob, wie es in der tommu- nistischen Presse ausgedrückt worden ist,„d i e n a ck t e D i k- tatur des S ch wc r k a p i t a l s und der Groß- agrarier zur Verteidigung des kapitalt- Ein Sprengkörper gegen das Kasseler Volksblait geschleudert—Rur Sachschaden Kassel, 1K. Ll tober.(Eigenbericht.) Heute morgen um drei Uhr wurde auf das Geschäfts- gebäude des sozialdemokratischen„Kasseler Volks- b l a t t" ein Bombcnattcntat verübt, das glücklicher- weise nur Sachschade» anrichtete. In den Laden der Buchhandlung wurde ein Sprengkörper gc- schleudert, der unter heftigem Knall explodierte. Tie Explosion war weithin in der«tadt zu hören. Tie Sprengkraft der Bombe war so groß, daß große Mauersteine herabgcrissen wurden und die großen Scheiben in Trümmer gingen. Ein Stück des Sprengkörpers flog in die Tecke der Buch- Handlung und riß dort ein faustgroßes Loch. Tie AuS- lagen des Ladens, der zur Zeit eine wirkungsvolle AuS- stellung der Zeutschcl-Bro schüre„Im Dien st e der kommunistischen Tcrrororganisation" enthält, wurden zum Teil vollkommen zerseht. Ein Splitter des Sprengstückes flog 23 Meter über die Straße und schlug indasFenstereincrWohnung. Gleichzeitig erhielt die Redaktion heute morgen einen Brief, der in ungelenker Malschrift den Redakteuren des Bolksblattcs androht, wenn sie daS Lügen nicht lassen, werde dHr Rote Front tä in pfcrbund ihnen einen Sprengkörper in den Bauch schicken. Unterschriebe» ist der Brief mit RFB. Die Polizeilichen Ermittlungen wurden noch in der Nacht aufgenommen und sind noch nicht beendet. stischen Profits und zur Niederschlagung der Arbeiter" aufgerichtet werden soll. Vor diese Entscheidung ist auch die kommunistische F r a k- t i o n, sind auch die sechs Mann der Rose nfeld- Gruppe gestellt. Bahnen sie heute nachmittag den Hitler, Hugenberg und ihren Verbündeten von der Schwerindustrie und dem Großgrundbesitz den Weg zur Machtergreifung, s o sind sie vor der Geschichte mit dem Fluche beladen, die Arbeiterklasse an die brutalste Reaktion verraten zu haben! Die heutige wahrhaft cntschcidungsschwerc' Reichstogssitzung hat bei Beginn durchaus nicht den Anblick eines besonderen Tage?, schon weil noch viele Abgeordnete außerhalb des Saales beraten: so auch die Wirtschaftspartei. Zunächst wurden auf Antra q Mumm(Chrsoz.) zahlreiche Petitionen, besonders von Kriegsbeschädigte» und Krieger- Hinterbliebenen, gemäß den Ausschuhonträgen< r l c d i g t. Mit der politischen Debatte werden noch Interpellationen der Nationalsozialisten und ein sozialdemokratischer Antrag auf Zinsen- Oingeldey und Loreley. Lch glaube die Wellen verschlingen Am Ende Fischer und Kahn! nochlaß und Zahlungsoufsckiub für die Darlehen an notleidend« Winzer verbunden. Abg. vippel(Chrsoz.): Es geht in dieser Schicksolsstundc dc.°> deutschen Voltes nicht um ein Mißtrauensvotum und um die Um- bcsetzung einiger Mimsterposten. Der stärkste Schrittmacher der Radikalisierung ist neben der Rot die französische Politik, die der Ausbeutung und Unterdrückung Hohn und Spott hinzufügt. D i e Radikalen wissen sehr gut, daß ihre Versprcchun- gen an die Massen nicht erfüllt werden können. Als der Redner bestimmte Fälle solcher Nazitoten auszählt und ihnen vorhält, wie sie ihr früheres Programm ver- raten, schreien sie wild, das sei nicht wahr. Dingeldcys und Oberfohrens Reden laufen auf weifercn Lohnobbau. Lockerung des Tarisrechls und Schlichtungswesens hinaus. Crfüllungspolitik aus Grundsatz wäre allerdings soziolrcartionör. Das aber will Brüning nicht. Iniiiier noch wird Lurus in den Gemeinden getrieben. Muß ein Provinztheaterintendant 40 000 Mark jährlich erhalten und die Stadt Duisburg 225 000 Mark mehr ihren höheren Beamten zahlen, als noch den Richtlinien der preußischen Regierung nötig wäre? Die Nationalsozialisten haben solange von der Agitation gegen die Riescngehälter in der Großindustrie gelebt, daß jetzt in der gemeinsamen Harzburgcr Front wohl Schluß damit gemacht werden wird: hoffentlich haben die Rationalsozialisten doch noch Rlännerstolz vor Mammonsthronen. Mir fragen die Rationalsozialisten, ob sie zusammen mit hugenberg und nach dessen Rezepten die deutsche Sozialversicherung zerschlagen und in eine unklare Sparkasse verwandeln wollen? (Horchpostcn Feder(Rsoz.): Sind Sie der Sprecher des„Bor- wärts"?) Da Sie uns die verlangte Klarheit nicht geben, können wir uns nicht einmal überlegen, ob wir Ihnen folgen wollen! Heute ist hier nicht nach Sympathie oder Antipathie abzustimmen. Schwanken vermehrt nur das Unheil. Nachdem der Christlichsoziale Nippel unter dem Hohngelächter der Nazis seine Rede gegen den Hakenkreuzschwindel beendet hatte, ergriff nicht, wie man schon erwartet hatte, der Reichskanzler das Wort, sondern der Ä o m in u n i st Dr. Neubauer, worauf sich plötzlich dos stark gefüllte Haus wieder leerte. 440 Millionen gezeichnet. Das vorläufige Ergebnis der steuerfreien Anleihe. Die Zeichnungen aus die neue steuerfreie Reichsbahnonleihe. die am 15. Oktober im Zusammenhang mit der Steueromnestie- Verordnung abgeschlossen worden find, erreichen nach unseren Informationen einen vcrläufigen Bekrag von rund 140 MU- Hohen Mark. Matuschkas Vorleben. Wie ist er zu Vermögen gekommen? Budapest, 16. Oktober. In der Angelegenhet des Bio Torbagyer Eisenbahnattentats war die Tätigkeit der Budapester Polizei hauptsächlich darauf ge- richtet, das Vorleben Matuschkas auszuktä«n. Die von der Budapester Stadthauptmannschaft mit den Erhebungen betrau- ten Organe haben heute festgestellt, daß Matuschka sich am Z0. 3a- nuar in Budapest ausgehalteu Halle, so daß er keinen Anteil am Anzbacher Attentat haben konnte, das er auf sich zu nehmen be- reit sei, anscheinend deshalb, damit er nach den österreichischen Ge- setzen abgeu teilt werde. Des weiteren hat die Oberstadthauptmann- schuft festgestellt, daß Matuschka im Jahre 1918 im �onvedregiment Nr. 6 eine Bewegung, die als Revolte anzusehen war, inszeniert hatte und nur unter den damaligen revolutionären Verhältnissen den Konsequenzen entgehen konnte. Ferner wurde festgestellt, daß Matuschka in den Zahren 1924 und 1925 auf mysteriösem Mege zu sehr ansehnlichen Beträgen gekommen war und vor einem Freunde erklärt hatte, er sei gezwungen, aus Ungarn zu flüchten und sein Vermögen im Ausland unterzubringen. Wien. 16. Oktober. Der von Matuschka mit dem Jüterboger Attentat in Zusammen- hang gebrachte Dozent der Wiener Universität Dr. Gustav Berg- mann wurde gestern abend zur Vernehmung auf die Polizei- direktion bestellt. Da ihm ein Zusammenhang weder mit Matuschka noch mit den Eisenbahnattentaten nachgewiesen werden konnte und sich auch sonst keinerlei Verdachtsmomente gegen ihn ergaben, konnte er sich noch am Abend wieder entfe.nen. Allem Anschein nach hat Matuschka, ebenso wie er sich in Berlin für den irischen Offizier ausgab, die zufällige Anwesenheit eines Wieners in Caputh dazu benutzt, diese Person als den Anstifter hinzustellen. „Oer Krieg geht alle an" Erklärung der Reichsregierung in Genf/Zapan völlig isoliert/Amerika eingeladen Plünderer im Buttergeschäst. Kriminalbeamter von den Plünderern niedergeschlagen. Zu einem wüsten Krawall kam es heule vormittag in der A u g u st st r a ß e 40. als ein Kriminalbeamter gegen Plünderer einschreiten wollte. Der Beamte wurde von einer größeren Menschen- menge angegrissen und erheblich verletzt. Um dis sich von Tag zu Tag steigernde Zahl der U e b e r s ä l l e auf Lebensmittelgeschäfte einzudämmen, hat die Polizei nicht nur Schupobeamte zu einem verstärkten Streifendienst, sondern auch Kriminalbeamte eingesetzt, die in Kraftwagen die Straßen patrouillieren. Als heute vormittag um Z�IO Uhr ein Kriminalbeamter in seinem Dienstauto unterwegs war und durch die August- straße fuhr, kam er gerade dazu, wie eine größere Schar junger Burschen eine Filiale der Butterhandlung Landau plünderte. Der Beamte grist sofort ein und es gelang ihm, einen Mann, der mit gefülltem Rucksack auf seinem Fahrrad zu flüchten versuchte, festzunehmen. Das war für die Komplicen des Plünderers das Signal zum Angriff. Etwa 30 Personen fielen jetzt über den Kriminalbeamten her und schlugen aus ihn ein. Cr erlitt am Kops und am Arm Verletzungen durch Hiebe und auch offenbar durch Messerstiche. Auch der Chauffeur des Wagens, der dem Beamten zur Hilf« eilte, wurde oerletzt. In dem allgemeinen Durcheinander tonnten die Plünderer entkommen. Der Haupttäter ließ sein Fahrrad, einen Radfahrerumhang und seme Mütze im Stich. Die verletzten Beamten wurden später im Polizeipräsidium verbunden. Von dem alarmierten Ueberfallkommando wurde ein Mann festgenommen, der von Passanten als Mittäter wiedererkannt wurde. Ztaubttberfoll auf ein Schanklokal. Zwei alte Leute überfallen, geknebelt und beraubt. Ein gewalltätiger lleberfall wurde m der vergangenen Rächt von zwei unbekannt gebliebenen Männern in Ehar- loltenburg auf die Inhaberin einer Gastwirtschast in der Knesebeckstraße SS, eine 70 Iahre alte Witwe Auguste Spicker- mann, verübt.* In der Geschäftsführung wird Frau Sp. von dem 65 Jahre alten früheren Lehrer Karl K ü t t n e r unterstützt, der in der Sihönerlinder Straße in Buchholz wohnt. Die beiden allen Leute halten das Lokal gewöhnlich nicht bis zur Polizeistunde offen, sondern schließen schon gegen 12 bis 12� Uhr. Unter den Gästen sind besonders viele Ausländer. Am Donnerstag, spät abends, war als letzter Gast eine Frau im Lokal, die an ihrem Tisch allein saß und ein Glas Bier trank. Auch sie bezahlte und verließ das Lokal. Frau Spickermann und Küttner, die nicht mit wellersm Besuch rechneten, begannen mll der Abrechnung. Plötzlich wurde aber die Tür aufgerissen und zwei Männer traten ein. Beide hatten die Hüte tief ins Gesicht gedrückt und die Kragen der Mäntel hochgeschlagen. Sie kamen an die Theke heran und forderten jeder ein Glas Bier. Es wurde ihnen auch eingeschenkt und sie nahmen einen Schluck. Auf einmal aber zog der größere der beiden eine P i st o l e und sein Begleiter einen Totschläger. Sie riefen den alten Leute zu„Hände hoch, oder wir schießen euch nieder!" Frau Spickermann ließ sich aber nicht ein- schüchtern, sondern rief um Hilfe. Es nützt« ihr aber nichts; sie wurde nebst dem alten Mann von den Räubern überwälligt und gefesselt. Dann entnahmen die Räuber der Ladenkasse zehn Mark, wühlten aber auch die Behältnisse der allen Frau in der hinter dem Loden liegenden Wohnung durch und fanden dort noch200Mark. Mit dem Geld flüchteten die Männer und entkamen ungehindert. Nach einiger Zeit gelang es dem allen Mann, den Knebel aus dem Mund zu stoßen und um Hilfe zu rufen. Die Rufe wurden von Vorübergehenden gehört, die in den Laden eindrangen und sofort die Polizei alarmierten. Frau Spickermann, die von den Schlägen und der ausgestandenen Angst noch sehr benommen ist, konnte von den Räubern nur unvollkommene Aussagen machen. Weder die Männer noch die Frau sind vorher als Gäste in dem Lokal gesehen worden. Aächilicher Keuerüberfall. Mitglied der Schlichtungskommission wird beschossen. Wuppertal, IS. Oktober. Die Wohnung des Beigeordneten Dr. Bragard, Mitglied der staatlichen Schlichtungs-Kommission, wurde gestern abend gegen 23,30 Uhr beschossen. Dr. Bragard kam um diese Zeit nach Hause. Als er in seiner Wohnung Licht machte, wurde durch die Fenster in die Wohnung geschossen. Aus den Einschlägen ist zu schließen, dahetwa14Schüsse abgegeben wurden. Am Tatort wurden mehrere Patronenhülsen gefunden. Die Hülsen stammen von zwei verschiedenen Patronensorten, so daß angenommen werden muß, daß aus zwei Pistolen geschossen worden ist. Personen wurden nicht oerletzt. Genf, 16. Oktober.(Eigenbericht.) Die öffentliche Ratssitzung wurde heute von Briand eröffnet mit einer ausführlichen Schilderung der Vorgeschichte für die Ein- ladung der Vereinigten Staaten. Er oerlas den Briefwechsel zwischen ihm und Boshizawa und teilte das gestern gemeldete Er- gcbnis der Abstimmung in der geheimen Ratssitzung mit, ebenso wie den Text der Einladung an Amerika. Darin wird wiederholt, daß Amerika sofort auf mündliche Einladung am Ratstisch Platz nehmen solle als besonders in der Frage interessierte Macht und Signaturmacht des Kellogg-Paktes ohne Stimmrecht und ohne Fest- lezung für die Zukunft. In der Aussprache gab Poshizawa nochmals eine Erklärung ab über die Haltung Japans. Nach seiner Anschauung müsse der Rat einstimmig beschließen, seine Regierung sei der Meinung, daß für den ganzen Völkerbund eine fundamentale Verfassungsfrage aufgeworfen werde, die nicht durch opportunistische Gründe ent- schieden werden dürfe. Deshalb habe er aus Prinzip gegen die Einladung gestimmt. Japan habe mit Amerika die herzlichsten Be- Ziehungen und werde sie weiter verfolgen. Dem Austausch der Nachrichten über den Konflikt durch den Rat habe er sich nicht widersetzt, und dieser Austausch habe allgemein befriedigt Deshalb sei er erstaunt über die eilige Art, mit der der Rat die Entscheidung über die Einladung gefällt hat. Lord Reo ding bedauerte, mit Voshizawa nicht llbereinstim- men zu können. Die Sache sei sehr einfach und frei von jeder juristi- schen Schwierigkeit. Man habe nur zu entscheiden, ob heute Ame.ika eingeladen werden solle, und über den vorgeschlagenen Text. Rea- ding wandte sich dann mit einer langen Begründung seines Stand- Punktes direkt an Pofhizawa. Es handle sich um eine einfach.' Präzedenzfrage, die kein Artikel des Paktes berühren könne. Nichts beanspruche die Befragung von Jrnisten. Es könne nicht der gs- ringste Zweifel daran sein, daß es sich ausschließlich um «ine mit bloßer Stimmenmehrheit zu entschei- dende Prozedurfrage handle. Deshalb richte er seinen Appell an den japanischen Vertreter, zufrieden zu sein mit der Auf- werfung seiner Zweifel, die genügend geklärt seien, und daß man nun zu einer tatsächlichen Entscheidung kommen könne. Es Hanole sich doch um«ine der wichtigsten Fragen, die je den Völkerbund beschäftigt hätten, der der Welt seine Wirksamkeit zeigen müsse. Wieder widersprach Poshizawa, er könne Reading nicht bei- pflichten, es handle sich um eine Verfassungsfrage. Er verlange für den Augenblick eine Untersuchung durch ein I u r> st e n k o m i t e e. Diesen Obstruktionsversuch überging Briand mit der Feststellung, daß niemand gegen die Mithilfe Amerikas gesprochen habe. Japan sei nur von juristischen Bedenken erfüllt. Der schriftliche Mit- tcilungsaustausch zwischen dem Rat und Amerika sei einstimmig beschlossen worden. Für den Uebergang zum mündlichen Aus- tausch brauche man dann keine Einstimmigkeit mehr. Er teile daher seinen Kollegen mit. daß die„mit Einstimmigkeit weniger einer Stimme" beschlossene Einladung an Amerika abgesandt würde. Er habe die Hoffnung, daß sie günstig augfenommen werde. Polen begründete seine Abstimmung dahingehend, daß sie unter der Voraussetzung der Wahrung aller Rechte des Rates für die kam- Menden Fälle vorgenommen worden sei. Wulms betonte frn Deutschland, daß die Regelung im fernen Osten den höchsten Grad von gutem Willen erfordere. Er begrüße Amerika am Ratstisch. Unsere Generation habe erfahren, daß keine isolierte Frage mehr bestehe in der Welt. Die gegenseitige Abhängigkeit de� Staaten mache jeden Krieg, gleichvie, wo er ausbreche, zu einer gemeinschaftlichen Angelegenheit. Die Stunde sei gekommen, wo einzig und allein Taten zäh'en könnten und nicht Deklamationen. Der Völkerbund sei aus den grausamen Erinnerungen an die Vergangenheit geboren. Er halte sie für die Zukunft der Menschheit lebendig. Wenn Japan und China in diesem Geiste ihren Zwiespalt legeln und nicht zu Methoden und Praktiken der früheren Politik zurückgreifen wollten, so gelen sie allen Völkern der Welt ein Beispiel der Gradheit, das ihr Prestige in der Welt nur steigern könne. Deutschland als entwaffneter Staat habe ein ganz besonderes Interesse, daß dieses Beispiel der Mäßi- gung und Voraussicht von Japan und China gegeben werde Grandi für Italien und die Bertteter Jugoslawiens und Nor- wegens erklärten ihre Uebereinstimmung mit Briand und unter- strichen die deutsche Erklärung. Endlich gab Szel für China seine Zustimmung zur Entscheidung und erinnerte an die große Dringlichkett einer Regelung des mandschurischen Konfliktes, an dessen friedlicher Ausführung China festhalte als Zeichen des Kellogg-Paktes. Briand schloß mit einer Aufforderung an die öffentliche Mci- nung, überzeugt zu sein, daß es u n m ä g l i ch sei, daß dieser Kon- flikt zu einem Krieg führen könne. Er habe mit Bewegung Deutschlands Erklärung gehört, hätte mau vor der Katastrophe von 1914 eine solche Einrichtung gehabt, wieviel Leid war zu verhindern möglich gewesen. Nun sei diese Einrichtung da und es sei gänzlich unzulässig, daß eine gewaltsame Lösung in Betracht gezogen werden könne. Heute sei keine Zeit verloren worden. In den folgenden Tagen müsse rasch und entschlossen gehandelt werden und alle Ratsmit- glieder seien dabei erfüllt von dem Geiste, der in Deutschlands Er- klärung ausgedrückt sei. Die nächste Sitzung heute nachmittag um 6 Uhr. Schuh gegen den Bürgerkrieg? Severins sprichi im Landtag über die Pläne der Bürgerkriegsparteien— Minister Grimme über den Schulabbau Im Preußischen Landtag nahm heute vormittag in der sortgesetzten großen polttischen Aussprache als erster Redner das Wort: Innenminister Severins: Der Abg. Stendel hat sich gestern redlich Mühe gegeben, die Stellung seiner volksparteilichen Freunde zu den Mißtrauensvoten zu begründen. Sein Material war recht dürftig. Sonst ist es unverständlich, daß er eine angeblich herabsetzende Aeußerung des Ministerpräsidenten über die Volksentscheidsparteien aus der Ber- liner Sportpalastrede, die ironisch gemeint war, heranziehen konnte. Der Ministerpräsident hat sich aus eine herabsetzende Aeußerung der Nationalsozialisten bezogen und es ist ganz selbstverständlich, daß er selbst nicht auf das Niveau nationalsozialistischer Redner und Redakteure herabsteigt(der Minister verliest den entscheidenden Passus aus der Sportpalastrede des Ministerpräsidenten). Selbst- verständlich hat der Ministerpräsident dabei beabsichtigt, den Bundes- genossen des Herrn Hitler zu attestieren, wie wenig Selbstachtung sie aufbringen!(Sehr gut! links.) Herr Stendel hat gestern die Forderung gestellt, endlich Buhe zu schassen. Aber ist e» nicht der große Lärm der Volkspartei. der ein so lebhaftes Echo erweckt hat?(Sehr gut! bei den Soz). Ich wende mich gegen den Vorwurf, daß ich in bezug auf die poli- tische Meinungssteihett der Beamten wortbrüchig geworden bin. Ich habe von meinen diesbezüglichen Erklärungen nichts zurückzuneh- men. Ich habe im Hauptausschuß ausdrücklich erklärt, daß ein Beamter, der die vorherige Auflösung des Landtags herbeiführen will, eine sehr laxe Auffassung von seinen Pflich- ten hat. Deutlicher konnte ich den Standpunkt der Regie: ung nicht zum Ausdruck bringen. Im übrigen ist doch wohl auch ein Unter- schied in der Gesamtlage vom März und vom Juni dieses Jahres zu machen, als das Volksbegehren eingebracht wurde. Die wirk- schaftlichen Folgen dieses Vorgehens mußten jeden Beamten zwin- gen, Uelerlegungen anzustellen, ob sein Vo. gehen zweckmäßig er- scheint. Die Stäatsregierung hatte es übriqens für ihre Pflicht ge- halten, noch in letzter Stunde die preußischen Wähler über den Ernst der Lage zu orientieren. Jeder Beamte mußte also wissen, was er tut.(Sehr wahr! links und in der Mitte.) In der Beurteilung der Folgen einer vorzeitigen Wahl befinde ich mich übrigens in Uebereinstimmung mit Herrn Dingeldey. Bei einem Interview aus Hamburg hat Herr Dingeldey die Be- fürchtung ausgesprochen, daß ein vorzeitiger Wahlkampf zu schärf st en Auseinandersetzungen und schweren Zusammenstößen führen müsse. Käme in einigen Wochen ein Wahlkmnvf(Zuruf rechts: er wird kommen!) Ich sage Ihnen, er wird nicht kommen, weil der Landtag viel zu verständig sein wird.(Heiterkeit.) Wir haben Kenntnis von Plänen der extremen Parteien, die es keinesfalls zweckmäßig erscheinen lassen, zu wählen. (Zuruf von den Kommunisten: Sie haben auch behauptet, die Kam- munisten hätten das Attentat von Jüterbog auf dem Gewissen.) Das habe ich nie behauptet. Dos Sündenregister der Kommunisten ist groß genug, als daß es sich lohnen würde, neue Sünden zu erfinden. (Sehr gut! links und in der Mitte.) Aber ich kann hier mitteilen, daß beabsichtigt war. zu einem großen Schlage auszuholen. Wenn dos nicht gelungen ist. so deshalb, weil Gewerkschaften und Polizei auf dem Posten waren. Aber wird nicht ein Kleinkrieg und ein Guerillakrieg, die Vorposten- qefechte des Bürgerkrieges, täglich geführt?! Die Terrorgruppen der kommunistischen Partei sind festgestellt worden. Wahlen in dieser Situation würden nicht mit den Mitteln der gegenseitigen Ueber- zeugung, sondern mit Zaunlatten bis zum Dynamit geführt. Die Polizei hätte die Zech« eines solchen frivol herauf- beschworenen Wahlkampfes zu bezahlen. Unter solchen Umständen war es unmöglich. Polizeiofstziere, die sich dem Volksentscheid angeschlossen haben und die noch dazu als Lehrer an Polizeischuleu tätig sind, in ihren Posten zu belassen. Von dieser Aussassung gehe ich auch nicht um eine« Millimeter ab.(Stürmische Zustimmung links uud in der Witte.) Ich bin dem Abg. Leinert dankbar dafür, daß er mir von unrichtigen Mitteilungen der Polizeioerwaltung von Hameln Mit- teilung gemacht hat. Sollten seine Angaben den Tatsachen ent- sprechen, werde ich für Reniedur sorgen.' Im übrigen ist es eine Entstellung des Abg. Borck, daß ich behauptet haben soll, daß die Polizei hinter mir persönlich stehe. Eine solche Aeußerung habe ich niemals getan. Es kann sich nur darum handeln, daß die Polizei hinter der Regierung steht, die ein Organ der Verfassung ist. Ich bin bemüht, ein gutes kameradschaftliches Verhältnis zur Polizei herzustellen und ich lasse mich in der Sorge iür die Polizei nicht übertreffen.(Zurufe des Wg. Borck: Aber die Zolizei darf nicht eine Regierung stützen, die die Verfassung verletzt!) Ich stelle also fest, daß auch nach Ihrer Auffassung die Polizei sich hinter die Re- gier ung zu stellen hat, die die Verfassung schützt!(?lbg. Porck: Jawohl.). Ich stell« also hier Ihre aus- drückliche Zustimmung fest.(Heiterkeit links und in der Mitte.) Auch die Behauptungen, daß Polizeibeamte wegen chrer poli- tischen Auffassung bespitzelt werden, trifft nicht zu. Ich würde das auf das schärfste mißbilligen. Die Bestimmungen über den Woffengebrauch zu ändern, würde dem Ansehen der Polizei abwegig sein. Das ist nicht notwendig, weil jeder Polizeibeamte, der die Polizeischule besuchte, weiß, in welchen Fällen er von der Waffe Gebrauch machen darf(Zuruf von den Kommunisten: Wenn Arbeiter dcmnnstrieren). Das ist nicht der Fall. Aber wenn Kommunisten die Polizei- beamten bedrohen, zum Angriff übergehen, und die Beamten Linter- rücks erschießen, würde ich es den Polizeibeamten verdenke» wenn sie sich dagegen nicht zur Wehr setzen.(Sehr gut bei den Soz.). Die Polizei soll Freund und Helfer des Polles sein. Aber auch das Publikum soll Freund und Helfer der Polizei sein. Trotz aller Kämpfe, die jetzt unsere Zeit erschüttern, wird die Polizei ihre Pflicht tun, und sie wird auch den schweren Aufgaben gewachsen sein, die ihr die folgenden schweren Monate stellen.(Lebhafter Beifall bei den Regierungsparteien.) Ku tusm'nister Gr'mme: Zu den Sparmaßnahmen im Schulwesen: Niemand kann die Auswirkungen der Notverordnung auf dem Gebiete des Schulwesens mehr beklagen als ich selbst. Aber meine Mitarbeit an der Not- Verordnung war notwendig, weil ich bestrebt war, diese Zwangs- läufigen Moßnabmen so zu lenken, daß ihre Härten auf da» mindestmögliche Maß beschränkt blieben. Rur schweren Herzens habe ich die Mi'verantworti'ng dafür übernommen, und ich will nicht den versuch machen, diese Röte dnrck Erklärungen zu bagatellisieren. Aber für mich muß die Richtschnur sein, daß nur die Vermeidung des Staats- bankrolts das Wittel ist, um Kultur und Schule überhaupt am Leben zu erhalten. Deshalb habe ich an der Notverordnung mitgearbeitet und bin dabei bis an die Grenze des mir möglich erscheinenden gegangen. So trage auch ich für die Notverordnung als preußischer Unter- richtsminister die volle Verantwortung mit Dabei mag die Kritik berücksichtigen, daß die Aufgaben für Kulturaufgaben ein Drittel der Gäsamt- ausgaben des Staatshaushaltes ausmachen und daß davon der größte Teil für Personallasten beansprucht wird. Daiaus ergeben sich zwangsläufig Personaleinschränkungen. Es gibt für die Emsparunoen nur die Wahl zwischen drei Wegen: 1. durch Ttchrbelastung der Lehrpersonen durch Erhöhung der Pslichtstunden- zahiei», 2. durch Einschränkung des Unterrichts/ 3. durch Vergröße- rung der Klassen zu sparen. Von der Einschränkung des Unter- richts habe ich den wesentlichsten Gebrauch gemacht, von der Ver- größerung der Klassen so wenig w:e möglich und von der Mehr- be'astung der Lehrenden so schonend wie möglich. Auch die schärfste � Kritik hat mir bei der grundsätzlichen Wertung der drei Wege recht gegeben! Aber auch andere brauchbare Vorschläge, die ich bis jetzt nicht gehört habe, würde ich selbstverständlich prüfen. Bei der Not de? Lehrernachwuchses ist zu beachten, daß die Pcrsonaleinschränkungen sich zunächst aus die nicht festange- stellten Lehrkräfte auswirken. hier drohl die Nokverordnung kalsächlich eine verordnete Nol zu werden. Ich verstehe die Enttäuschung, die die jungen Lehrer empfinden müssen und das gesamte Staatsministcrium hat die Verärgerung, die Verbitterung ja die Verzweiflung dieser jungen Menschen in keinem Augenblick der Verhandlungen leicht genommen. Aber wie groß muh die Not des Staates sein, wenn das Staats- Ministerium trotzdem diesen Weg beschreiten muß! Das ist die Tragik, daß junge Menschen, in denen alles zur Aktivität drängt, sich mit der Jugend verbunden fühlen, vom Berus abgeriegelt werden. Es geht dabei nicht nur um die jungen Lehrer, es geht um unsere Kinder. Gerade der junge Lehrer bringt von seiner natürlichen Altersstufe her die Jugend mit in die Schulstube. So sehe ich die größte Gefahr der Notverordnung mit der Oefsentlichkeit darin, daß eine Generation von Lehrern aus- zufallen drohl, die dem Lebensalter nach der Zugend am nächsten steht. Deshalb habe ich mich gegen diese Zwangsläufigkeit gewehrt und nach Wegen gesucht, sie trotz allem der Schule zu erhalten.(Sehr gut! bei oen Sozialdemokraten.) Zu erwägen wäre die Erleichterung der frei- willigen Pensionierung, indem man aus den Nachweis der Dienstuntauglichkeit verzichtet. Es ist gelungen, wenn auch mit verminderten Bezügen und verminderter Arbeit, IKllll Junglehrer in der Arbeit zu halten. Zu den Studlenasiejsoren beziehen IllXZ Anwärter weiter vier Fünftel ihrer Bezüge. Bei den hohen Ausgaben für die Anwärter ist es ober nicht möglich gewesen, für Nichtanwärter Unterstützungsmittel flüssig zu machen. Trotzdem soll versucht werden, sie in der Schularbeit zu halten und ihnen vor Vermittlung van Nebenverdienst Erwerb zu schassen. Ich werde weiter bemüht sein, auf Mittel und Wege zu sinnen, Raum für unsere Jugend zu schaffen, nicht nur um der Schule willen, nicht nur um des Lehrernachwuchses willen, sondern deshalb, weil das Schicksal Deutschlands davon abhängt, ob es gelingt, der deutschen Zugend trotz der schweren wirtschaftlichen Verhältnisse wieder Hoffnung zu geben zur Erfüllung ihres Lebenssinnes! Das halte ich für meine vornehmste Amts- und Gewissenspsllcht.(Lebhafter Beifall links und in der Mitte.) Gklareks Lieferungen. Dunkle Geschäfte mit dem Abbruchlager. Auch in der heutigen INorgensihung ging e» äußerst lebhast zu. Zur Verhandlung standen Sklareks Lieferungen an die VAG. Die hauptatteure dieses Prozeßabschnittes fehlen: Max Sklarek liegt im Sterben, Kirburg ist tot. Eine gewisse Rolle spielt dabei das Abbruchlager. Ein Teil der zu liefernden Ware sollte aus das Lager geschasst und je nach Bedarf den Bezirken ausgehändigt werden. Den Vorschuß erhielt Sklarek für die gesamte Lieferung. Das erste Mal Handelle es sich mn Decken im Werte von !lg7000 Mark. Di« Anklage behauptet, daß die Ware wenigstens zum Teil gor nicht auf dem Abbruchlager war, sondern erst allmählich hergestellt worden sei. Die Angeklagten bestreiten das. Ein Teil der Decken soll tatsächlich in der Fabrik des Herstellers gelagert haben, weil die Räumlichkeiten des Abbruch- logers zu klein gewesen seien. Die zweite Lieferung an Decken und Stoffen hatte den Wert von 200000 Mark. Das Geld wurde aus das Konto der Textllwerke Gebrüder Sklarek überwiesen. Die Angeklagten bestreiten, daß dos geschehen sei. weil ihre andere Firma zuviel Schulden gehabt habe. Die dritte Lieferung laut Auftrag vom 29. Mai 1925 im Werte von 299 000 Mark bezog sich ouf Stoffe und Anzüge. Hierher gehört ein Schreiben der Firma Sklarek: es wurde darin gebeten, angesichts der großen Verluste. die die Firma durch die Inflation gehabt habe, ihr einen Teil ihres großen Lagers, das Waren im Werte von l�ö Millionen aufweise, abzunehmen. Am 5. Juni war der Austrag mit geringen Streichungen p�rsekt, die angeforderte Vorschußsumme sollte über- wiesen werden. Aber schon am 29. Mai übersandte Kieburg ohne die später lm Magistrat vorgenommenen Streichungen den A u s- trag zur Ersüllung an Sklarek. Obgleich die Lieferung für sofort gelten sollte, wurde sie in Wirklichkeit erst später geliesert. Die Brüder Sklarek können über die Vorgeschichte des Aus- trags nichts sagen. Willi erklärt, seine Sache sei nur gewesen zu fabrizieren. Daß sie den Auftrag erhalten haben, sei auch weiter� nicht verwunderlich gewesen. Wahrend der Inflation seien sie die einzigen gewesen, die vertragsmäßig geliesert hätten, und so be- tracktete die Stadt es als ihre Pflicht, dafür zu sorgen, daß nun dos Personal der Firma auch beschäftigt werde. Auch Leo Sklarek weiß von der Bestellung gar nichts. Das Verhältnis zum Bruder Max sei damals bereits nicht nur ein gespanntes gewesen, sondern ein direkt feindliches. Max Sklarek habe sie. die Brüder, geradezu wie Stiefelputzer behandell. Es mag jetzt lächerlich scheinen, er. Leo Sklarek, habe sich vor Max gefürchtet. Leo Sklarek: Max hat alles gemacht, ohne uns zu fragen, höchstens beriet er sich mit der Wahrsagerin Frau Seidler. Wir hatten zum Beispiel IS 000 Mäntel von der Inflationszeit her. selbst für 6 Mark pro Stück konnten wir sie nicht los werden. Max Sklarek kam eines Tages und sagte: Ich gehe nach Kiel. Dann hörte ich. wie er mit Frau Seidler telephonierte:„Liebe, verehrte, gnädige Frau' Ich möchte Ihnen 10 000 Mark dafür geben/(Frau Seidler hatte ibm den Tip gegeben.) Ich sagte mir. wenn die Frau Seidler das kann so kann sie mehr als der liebe Gott. Der angeklagte Buch- Halter Lehmann bestätigt, daß die Brüder sich sogar ge- schlagen hoben. Herrschte einigermaßen gute Stimmung zwischen ihnen, so besprachen sie die Angelegenheiten zusammen. Oa6 zuaestopste Loch. Von ganz besonderem Interesse ist aber der Auftrag aus 26000 Decken im Werte von 499000 Mark vom Dezember 1925. Der Vorsitzende stellt fest, �aß die Stadt 8000 Decken für 1926 auf Lager halle, daß der Jahrcsbedarf an Decken bloß 6000 betrug und daß also nach dieser letzten Bestellung der Bc- darf sür sllnf Jahre gedeckt gewesen wäre. Leo Sklarek erklärt: Die Bestellung kam nur zustande, weil durch sie das Loch verstopft werden sollte, das bei der Kieburgschen Wirtschaft entstanden war. Lftn die Chin Aufklärung über die Schließung der Prof. Dr. Chajes. 211. d. L.. schickt uns folgende Erklärung: Am 14. d. M. hat die„Berliner Medizinische Gesellschaft" eine Resolution angenommen, in der sie gegen die Schließung der von Geheimrat Bier geleiteten I. chirurgischen Universitätsklinik, die das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung zum 1. April 193Z verfügt hat, protestiert. Auch die medizinische Fakultät hat eine Entschließung im gleichen Sinne angenommen. So sehr man die Tatsache der Schließung einer altberuhmten Lehrstätte, an der u. a. ein Langenbeck und Bergmann gewirkt haben, bedauern muh, so wird man in Anbetracht der ungeheuren Finanznot verstehen, daß der Staat heute nicht in der Lage ist, diese alte, völlig unzeitgemäße Klinik neu zu bauen. Als im Jahre 1927 Professor Sauerbruch aus München nach Berlin berufen wurde, erhielt er vom Finanzminister die schriftliche Zusicherung, daß die chirurgische Klinik in der Ziegel- stratz« neu gebaut werden und daß er die Leitung derselben nach dem Fortgang Biers erhalten würde. Gerade weil mit Zustimmung Sauerbruchs mit dem Bau gewartet wurde, bis die Amtszeit Ge-' Heimrats Bier abgelaufen war— Geheimrat Bier hat ja bereits im November 1929 die Altersgrenze von 68 Jahren erreicht—, haben sich eben durch die Verschlechterung der Finanzlage Preußens die Schwierigkeiten eingestellt, die den derzeitigen Neubau unmöglich machen. Es ist zur Zeit für den Staat unmöglich, das Defizit der ver- alteten Klinik, das im letzten Jahre über 1Ä1000 Mark betrogen hat, nach dem Fortgang Biers noch länger zu tragen. Die Stadt Berlin mußte ja auch dazu übergehen, das H> n d e n b u r g- Krankenhaus, ebenso das in der Kirchstraße zu schlie- ß e n. Es wäre kaum verständlich, daß diese notwendige Sparmaß- nähme in einer Zeit, in der die notwendigsten Fürsorgeeinrichtungen abgebaut werden müssen, die Oefsentlichkeit so stark erregt hälle, wenn nicht mit unsachlichen oder unzutreffenden Argumenten gearbeitet worden wäre. Zunächst wurde die Be- hauptuna in die Presie lanciert, daß der Ministerialdirektor beim Ministerium für Wisienschaft, Kunst und Volksbildung Richter dem Cin Konzertrückblick. Philharmoniker und Berliner Sinfonieorchester. Wilhelm Furtwängler pflegt man bei allem schuldigen Respekt vor seinem unerreichten Können ost den Vorwurf der „Ueberinterpretation" zu machen, der Uebersteigerung, der persön- lichen Ekstase, der zu subjektiven Ausdeutung auf Kosten der Werke. In seinem ersten Konzert in dieser Saison war von all dem nichts zu merken: gewiß, er baute, gestaltete, stufte die Steigerungen und wog die Tempi gegeneinander ab, wie nur er es vermag(und die Philharmoniker spielten, wie nur sie es können), immer aber blieb er Diener am Wert und genialer Verwirklichcr der Klangvisionen der Meister. Schuberts Unvollendete, diese gesährlich bekannte, oft verzerrte, in flache Sentimentalität umgebogene Sinfonie— hier erklang sie in vorbildlicher Schlichtheit, sparsam in den Azenten und in einer bei aller Ausarbeitung der Einzel- Heiken großartigen Einfachheit. Fast schöner noch waren die Haydn- Variationen von Brahms, mit überraschenden Feinheiten, prickelnden Subtilitäten und doch durch große Bögen gebändigt und von un- erhörter stilistischer Geschlossenheit. Solistin des Abends war Erica Morini, ein einst vielbestauntes Wunderkind: dem Schicksal so vieler Wunderkinder ist sie glücklich entgangen, und es ist gar kein Zweifel, daß sie, ganz abgesehen von ihrer blendenden Technik, viel zu sagen hat; sicherlich mehr, als sie bei dem wirkungsvollen, aber äußerlichen und epigonalen Geigenkonzert von Glazunosf zu zeigen vermocht«. Den Schluß bildet« die Petruschka-Suite von Stra- minsty mit(enttäuschendem) Äonzertschluß vom Komponisten. So sehr auch bei diesem Stück die Bühne fehlt, deren notwendige Er- gänzung es ist, so erstaunlich war die unleugbar große Wirkung dieser amüsanten Musik voll pulsender Rhythmik, voll grellen Kolo- rits und barbarischer Pracht auf ein begeistertes und hingerissenes Publikum. An Stelle Helmut Thierselders wurde Frieder W e i ß- mann zum Dirigenten des Berliner Sinfonieorchesters gewählt, an dem«r(ein bekannter und geschätzter Schallplattendirigent übrigens) neben Ernst Kunwald wirken soll. Er absolvierte ein reichhaltige» Programm: leider halle das sonst so verdiente Sinfonie- orchester keinen guten Tag, jede einzelne Gruppe, Streicher sowohl wie Holz und insbesondere das Blech ließen an Reinheit und Prä- zision vieles zu wünschen übrig. Auch Weißmann mochte diesmal keinen hervorragend günstigen Eindruck. Debussys Nocturnes waren viel zu laut, zu grobschlächtig, zu wenig differenziert: Don Juan von Strauß dick, verquollen, in ewigem Expressivo, in ewigem Forttssimo— die schlanke Grazie dieser Musik, die Struktur, die unter der Farbe schließlich nicht ganz verschwinden darf, das ging alles unter. Auch eine Uraufführung war zu verzeichnen: eine Suite für Streichorchester mit Pauken von Wladimir Vogel (das Sinfonieorchester plant übrigens In dankenswerter Weif« ge- meinnützige Uraufführungskonzerte, die ohne Gewinnabsicht durch- geführt werden sollen). Durch einen Film Jaekel» war Vogel seiner- zeit(1920) zu dieser Musik angeregt worden; auch in der Ueber- arbeitung, in der Suitenform ist der Anlaß deutlich, das Ganze als absolute Musik nicht recht lebensfähig. Im Grunde impressionistisch, ist es mit damals fortschrittlichen Elementen gemischt und stilistisch uneinheitlich, etwas dürftig im Inhalt und anspruchsvoll in der Form; nicht aber ohne Reiz, nicht ohne Originalität: ein Jugend- werk eben, dos oerspricht, was andere hofsentlich halten werden. __ A. W. „Die Abenteuerin von Tunis." Ll. T. Kurfürstendamm. Durch eine alberne Consärence führte Max Ehrlich den Film sehr schlecht ein. Er hat freilich kein besieres Schicksal verdient. Weil zwei weiße Ausbeuter einen kleinen Prioatkrieg führen, werden in Tunis Einoeborenenaulstände in Szene gesetzt und als Makkaroni deklarierte Maschinengewehre eingeschmuggelt. Der Nesse des einen Großindustriellen transportiert die Schmuggelware durch die Wüste, im Berein mit einer Tänzerin, die mal Freude an Spio- nage hatte und darum von seinem Gegner erpreßt wird Zum Schluß bleiben noch ein paar Eingeborene als Leichen auf dem Schlachtfeld und die Europäer formieren sich zu Liebespaaren. Dieser Reisefilm ist außerordentlich leichtfertig gemacht. Man sieht eine sehr gute Gesamtaufnahme von Tunis, damit ist die ganze tunesische Herrlichkeit erschöpft. Vom Volksleben wird uns nichts lrgische Klinik ltniversitätsklinik in der Ziegelstraße Geheimrat Sauerbruch bei feiner Berufung nach Berlin versprochen hätte, daß nach der Pensionierung von Gcheimrat Bier kein neuer zweiter ordentlicher Professor für Chirurgie nach Berlin berufen werden sollte. Die Unrichtigkeit dieser Behauptung wurde oän der Berliner medizinischen Fakultät e i n st i m m i g f« st g e st e l l t! Es wurde dann weiter ins Feld geführt, daß nach dem Fort» gang von Professor Bier nur der Sauerbruchsche Lehr- st u h l den Medizin-Studierenden zur Verfügung stände. Dabei wir geflissentlich verschwiegen, daß die Chirurgische Klinik des Krankenhauses Moabit unter Leitung von Prof. Borchardt seit Jahren ebenfalls als Universitätsklinik an- erkannt ist. Es ist doch nicht angängig, daß in der heutigen Zeit der Stoo! neue Kliniken baut, lediglich um Traditionen ausrechlzuerhalten, wo mustergültige städtische Krankenhäuser zu Lehrzwecken eben- falls ausgenutzt werden können in gleicher Weise, wie es z. 23. in den Universitäten Frankfurt a. 2N., Köln und Düsseldorf geschieht. Es soll hier nicht die Frage angeschnillen werden, ob der Staat die Verpflichtung hat, seine Institute dem heute vorhandenen übergroßen und volksmirtschafllich nicht berechtigtem Zustrom der Medizin» studierenden anzupassen. Der Ausbildung des wirklichen Bedarfs an ärztlichem Nachwuchs genügen die beiden Berliner chirurgischen Lehrstühle jedenfalls. Sollte sich aber herausstellen, daß die not- wendige Ausbildungsmöglichkeit in der Chirurgie für die Studenten in Berlin nicht ausreicht, so wird auf dem angedeuteten Wege Abhilfe geschaffen werden können. Solange aber noch in den anderen preußischen Universitäten überalterte Institute und Kliniken vorhanden sind, die nicht durch gleichwertige städtische Anstalten erseht werden können, ist es unverantwortlich, lediglich aus Iradilionsgründen uavoll- kommene Anstalten mit erheblichem Znschußbcdars aufrechtzuerhalten und anderen Stellen dadurch die viel nötigeren Mittel zu entziehen. Es ist notwendig, endlich einmal hierüber die Oefsentlichkeit onfzuklärent übermittelt: denn indische und Neger-Lrtisten sind in Europa weit mehr Alltagserscheinung als in Afrika. Und was den Ton anbelangt? Nun, man hört eine arabische Bambusslöte, die man in Berlin bequem als Schallplatte kaufen kann und vernimmt Gebetsrufe, die im Film freilich zu unrechter Zeit erklingen. Für Ellen Richter ist das Tonfilmdebut bedenklich, ihre Stimme ist ungeeignet. Ein paar köstliche Momente bringen Karl Huszar-Pusfy als fliehender Mann und Senta S ö n e l a n d als verfolgende Ehefrau in den Film. Damit dieses prächtige Film- Ehepaar und Rosa Baletti als Film-Bordellwirtin zur Geltung kommen, braucht man die Handlung wirklich nicht nach Tunis zu oerlegen. Diesen Reisesilm tonnte man schaffen, weil man das Geld dazu hatte, es ist jedoch besser, es drehen derartige Filme Menschen, die das Können dazu haben. e. b. Tönende Kuliurgeschichie. Zur Schaffung des Staatlichen Lautinstituts. Bor wenigen Tagen ist Professor Wilhelm Do«gen wieder in seinen alten Wirkungskreis zurückgekehrt, um die Lautabteilung der Preußischen Staatsbibliothek ganz neu aufzubauen. Der Kern- punkt der Reorganisation ist die Loslösung von der Staatsbiblio- thet und die Bildung eines selbständigen Staatlichen Laut- i n st i t u t s im Rahmen der Universität. Als die Lautabteilung vor elf Ioh.en eingerichtet wurde, hatte man noch teine blaffe Ahnung von Rundfunk und Tonfilm. Man begnügte sich mit der Schallplatte und hat im Laufe der Jahre ein umfangreiches Archiv angelegt. Man findet da die Stimmen bedeutender Zeitgenossen neben Volksweisen und Ar- bellsliedern au» der Hemmt und oer Fremde, die Trommelsprache der Dualancgcr, den tibetanischen Tempelgesang und den Gebetsruf des Muezzin vom Minarett der Moschee. Auf anderen Platten sind Sprachen und Dialekte festgehallen, was für die Forschung und das praktische Studium von Nutzen ist. Auch die Tier- sprach« hat man durch Aufnahmen zu ergründen versucht. Für die physikalische Analyse der Lauterzeugung und des Schalles hat man das P f e r s e n des Windes, das Schlagen der llhr, das Abschießen des Gewehrs und das Geräusch des Donners auf die Platte gebannt. Rundfunk und Tonfilm, die dem Leben inzwischen ein ganz neues Gepräge gegeben haben, fordern aber unbedingt eine Anpassung des Lautinstitutcs an die neue Zeit. Auf diese Not- wendigkeit ist übrigens schon vor Jahressrist hingewiesen worden, als der Gedanke des„tönenden Museums" auftauchte. Aber auch die planmäßige Verwendung der Schällplatte im Schul- Unterricht bringt dem Institut neue und große Aufgaben, die nur in einer engen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und In- dustrie gelöst werden können. Mit dem Ausbau des staatlichen Lautinstitutes wird wohl auch noch eine andere Anregung in Er- fllllung gehen, die in letzter Zeit lebhaft erörtert worden ist, nämlich die Schasfung einer Zentralstelle zur Sammlung und Auswertung aller kulturhistorisch wertvollen Dokumente des Tonfilms. Die kulturhistorische Bedeutung des Lauttnftitutes dürfte beim Ableben Edisons, des Vaters der Sprechmaschine, besonders scharf in Erscheinung treten. Das Lautinstitut besitzt nämlich eine Walze, aus der Edison als junger Erfinder ein Zwiegzspräch mit dem deutschen Physiker H e l m h o l tz festgehalten hat. als vieler ihn vor Jahrzehnten in Amerika besuchtet Werden die deutschen Rund- f u n k h ö r e r wohl Edisons Stimme vernehmen? Das neue Laut- institut könnte sich, damit viele Sympathien erwerben und der attn- ellen Stunde des Rundfunks einen wertvollen Beitrag liefern! Dr. H. hin?-' „Äuttlt in dieser Zeit", zweiter Abend der Sonderabteilunqen der Volks- bühnc E. V. am Sonnlag. Lv Uhr. im Bürgersaal des Rathauses. Eingang Königstratze. Thema:„Kampf um Kitsch und— Schule". Roh. Ad. Slemmle, Karl Heinz Martin und Junglehrer diskutieren. Unkostenbeitrag 40 Pf., Arbeitslose 20 Pf. Im Kaiser-Friedrich.Muieum hält Regierungsrat Dr. Berthold Daun am Sonntag, dem 18. Okiober, 10 Uhr, einen Bortrag über die Gemälde der italienischen Frührenaisiance. Amtlich« Museumssührungen: Sonntag, 9 Uhr: Direktor Andrac über „Die kultische Bedeutung Babylons" im Vorderasiatischen Museum.— 10 Uhr: Prof. Boß über„Malere! des 18. Jabrhunderts" im Kaiser-Friedrich- Museum: Dr. Doppelfeld über„Troja und die frühen Kulturen des Mittel- inecres" im Museum sür Vor- und Frühgeschichte(ehemals Völkerkunde- museum II). Zwergkrankenkassen in Not. Heilsberger Kasse stellt Zahlungen ein. Das ReichsarbeUsministerium muß in die Oeffenllichkcit flüchten, um sich vor der Flut von Telegrammen und Schreiben zu schützen, die chm von Bctriebskassen zugehen, um vor der Schließung kleiner Kassen zu warnen. In Verhandlungen mit dem Reichsarbeitsministerium sei nur mitgeteilt worden, daß die alten Kassenartcn bleiben, daß aber in vielen Bezirken Gcbietskrankenkasscn ocr- einigt werden können. Einem Verbandsvertrcter lei außerdem nahegelegt worden, keine kleinen Kassen mehr zu gründen und bestehende Zwerggebilde zu beseitigen. Den Beteiligten sei bekannt, daß für die ganze Angelegenheit zunächst der Weg der ordentlichen Gesetzgebung in Aussicht genominen ist. Zur gleichen Zeit kommt die Meldung ans Königsberg, daß die Orts- und Landkrankenkasse des Kreises Heils- b e r g in Ostpreußen ihre Zahlungen eingestellt lxit. In einem Schreiben teilt sie den Acrztcn mit, daß die Betriebsmittel auf- gebraucht und Rücklagen nicht vorhanden seien. Daher könnten die Forderungen nicht mehr befriedigt werden. Man werde bemüht sein, mit der Aufsichtsbehörde in Verbindung zu treten, um eine Aufhebung der Kreditsperre oder wesentliche Erleichterungen zu erlangen. Die Ldstuiigsunföhigkeit der Zwergkassen tritt mit der Vcr- schärsung der allgemeinen Notlage jetzt stärker hervor. Man sollte daher nicht erst warten, bis die auf schwankender Basis stehenden Zwergkassen zum Schaden der Krankenversicherten zusannnenbrcchen, sondern rechtzeitig eingreifen und ihnen durch Zusammenlegungen eine breitere, tragfähigcre Grundlage geben. Metattarbeiier in der Abwehr. Ausdehnung des Streiks in Breslau. Breslau, 16. Oktober. Der Streik in der Breslauer Metallindustrie Hot sich weiter aus- gedehnt. Außer bei der Linke-Hofmann-Buschwerke A.-G. und der E. F. Ohles Erben A.-G. wird gestreikt bei der Hydrometer A.-G. und den Firmen H. M e i n e ck e(Wassermesserfabrik) und F. W. Hoff m o n n. Insgesamt haben etwa 2300 Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Die Streiks, die vom Metallarbeitcroerband und den übrigen freien Gewerkschaften sanktioniert sind, richten sich gegen die Ver- suche der Brcslaucr Metallindustriellcn, die A k k o r d ü b e r- Verdienste und Leistungszulagen rigoros abzubauen, inuhdem über den Ncuabschluß des am l. Oktober abgelaufenen Lohntarifes, der einen tariflichen Spitzenlohn für die Facharbeiter von 79 Pf. pro Stunde vorsah, keine Einigung erzielt werden konnte. Gechsstundeniag in Ostoberschlesien? Und in Deutschland...? katlowih, 16. Oktober. Wie verlautet, werden gegenwärtig in Kattowitz und Warschau zwischen den Arbeitsinspcktorcn Schlesiens und den Industriellen Verhandlungen über die Einführung des sechsstündigen Arbeitstages geführt. Dies« Neuordmmg soll sich auf Stahl- werke, Kokereien, Elektrizitätswerke, Karbidfabriken und ähnliche Betriebe beziehen und würd« statt der bisher drei Tagesschichten öligem, f nnKflonärhonlerenz beginnt heute in der„Neuen Well", Hasenheide ersi abends 8 llhr Är'rrfEs vier Tagesschichten ergeben. Hierdurch würden etwa 2999 Ar- b e i t e r mehr Beschäftigung finden. Aehnliche Verhandlungen sollen in der K o h l e n i n d u st r i e geführt weroen. Hier könnten weitere 6999 Arbeiter neu ein- gestellt werde». Diese Nachricht, die die Telegraphen-Union verbreitet, erweckt unwillkürlich die Frage, was in diesem Punkt in Deutschland ge- schieht. Bekanntlich ist erst vor einigen Tagen für die Schwer- industrie des Ruhrgebietes ein Schiedsspruch gefällt worden, der eine Arbeitszeit bis zu 69 Stunden zuläßt. Wohl sind Beamte des Reichsarbeitsministeriums im Ruhrgebiet gewesen, um sich wegen einer Verkürzung der Arbeitszeit die Betriebe anzusehen. Bisher hat man aber noch nicht gehört, daß das Reichsarbeits- m i n i st e r i u m in dieser Richtung praktisch auch Mahnahmen ergreifen will. Nirgends in der ganzen Welt gibt es eine Arbeitslosigkeit von solcher Ausdehnung wie in Deutschland. Nirgends ober auch gibt es eine Regierung, die so willensschwach dieser Katastrophe gegen- übersteht. Lohnabbau in Oberschlesien verbindlich. Im Manteltarif-, Arbeitszeit- und Loh»streit des o b c r sch l c s i s ch e n S t e i n k o h l e n g e b i e t s ist der Schiedsspruch vom 8. Oktober vom Rcichsarbeitsminister für vcr- b i n d l i ch erklärt worden. Der Spruch bringt eine Kürzung der Löhne um 7 Proz. iin Steinkohlenbergbau und um 4 Proz. im Erzbergbau. * Zu den M a s s c n k ü n d i g u n g e n i in Siegerländcr Bergbau teilt die Telegraphen-Ilnion mit, daß die Kündigungen von den Unternehmern zwar beschlossen, aber noch nicht ausgesprochen worden sind. Vereinbarung für Mansfeld angenommen. Oer Beirieb geht weiter. halle, 16. Oktober. In Heldra fand Donnerstagabend eine Flmktionärkonfercnz statt, die sich mit dem Beschluß der am Tarifvertrag mit der Möns- fcld A.-G. beteiligten Gewerkschosten beschäftigte, in eine weitere Senkung der Tariflöhne um zehn Proz. einzuwilligen. Dieser Lohnabbau ist bekanntlich von der Reichs- und Staatsregie- rung zur Voraussetzung für ihre weitere Hilfeleistung gemacht worden. Nach längerer Aussprache billigte die Funktionärkonferen; mit großer Mehrheit den Beschluß der Gewerkschaften. Die Senkung der Löhne erfolgt ab 1. Oktober dieses Jahres. Das neue Lohn- abkommen gilt bis zum 31. März 1932. Aortbildnngskurfe für Erwachsene. Das Bezirksamt Schöneberg veranstaltet in diesem Winter wieder Kurse für Deutsch, Franzö- fisch, Englisch, Spanisch, Schwedisch und Russisch.\»ie finden ob 29 Uhr in der Hohenzollcrnschule(O.-R.j, Belziger Straße 48/39, statt und beginnen in dieser und der folgenden Woche. Aus- kunft: Rheingau 819, Anschl.42. Hörerkartcn in der Lehrstätte. Der Prozeß gegen den Schriftsteller Strecker.� Die Schrm« gcrichtsverhandlung gegen den Schriftsteller Karl Strecker cus Zehlendors findet am Montag, den 19. Okwber, vor dem Potsdamer Schwurgericht statt. Wetter für Berlin: Trockenes und beständiges, aber wechselnd bewälktes Wetter ohne wesentliche Temperaturänderung.— Für Deutschland: Ueberoll beständiges Herbstwetter ohne Niederschläge. Vielfach Nebel, Nachtsroftgcsahr nur noch im Süden und Südosten. „Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Sigrid Uudscls: Marriel Waage Im Jahre 1917 erschien in Norwegen Sigrid Undsets Roman„H a r r i e t Waag c", der nun, verdeutscht von I. Sand- meier und S. A n g c r m a n n, im Unwersitäts-Verlag heraus- gekommen ist. Das Buch will Schicksale von Menschen unserer Gegenwart aufrollen. Gelegentlich gleitet ein Satz durch den Roman, der den Weltkrieg andeutet, indem er von knapper werden- den Rohstoffen und von Kriegsverdiensten spricht. Für den deutschen Leser sind diese Sätze ganz ausdruckslos, ganz ohne Gestalt. Ging der Weltkrieg an dem norwegischen Menschen wirklich so unerlebt vorüber, wie, nach diesem Buch zu urteilen, an Sigrid Undset? Er ist in diesem Roman ein Nichts, keine noch so.schwach angedeutete Kulisse, nur Zeitbestimmung. Aber wie der Krieg in diesem Buch ist auch die Zeit darin dem deutschen Leser unwirklich. Menschen unserer Gegenwart leben und lieben und leiden in diesem Roman nicht. Man fühlt sich vielmehr eher in die Welt Ibsens und Strmd» bcrgs versetzt. Frau Harriet Waage lebt nicht weit ab von Noras Puppenheim. Aus der Kleinbürgerlichkeit ihrer Iungmädchenwelt gleitet sie in die Kleinbürgerlichkeit ihrer Ehe, die sie unbefriedigt läßt, weil sie darin statt großartiger Sensationen einen behaglich bequemen Alltag findet. Der Tod ihres überzärtlich und spielerisch geliebten Kindes steigert ihre krankhafte Gier nach großen Gefühlen, die sie selber weder hat noch erwidern kann. Von dem Mann, der sie liebt, gleitet sie hinweg in die Arme eines anderen, der um ihretwillen feine Familie, feine Frau und seiner Kinder, verläßt. Aber beide Menschen sind zu schwach für das Erlebnis, das sie heraufbeschworen lind unter allein ihnen möglichen Gesühlsouswand genährt haben. Sie heiraten sich, schließlich, nicht, weil ihre Liebe jede mögliche Bestätigung ihrer Geineinschajt erstrebt, smrdern weil Harriet Waage ein Kind von ihrem Geliebten erwartet und weil im Grunde jeder von ihnen beim anderen Stütze gegen die eigene Schwäche und Bereicherung der eigenen Gefülzlsarnnck sucht. Nicht ein starkes Gefühl, nicht ein zwingender Gedanke schwingt in der Grundlinie des Romans. Das zerfaserte, strukturlose und da- bei durchaus unproblematische Bürgertum an der Schwelle des zwanzigsten Jahrhuicherts scheint darin noch einmal lebendig ge- morden zu sein. Im Kostüm unserer Zeit, dos stc tragen, wirken diese Geschöpfe unwirklich, spukhast. Auch vieles von der Umwelt wirkt wie Thcaterstoffage, primitiv, unlebendig, mit einer oder zwei grell getuschten Eharaktcrfarbcn. Nur manchmal blüht ein Stückchen erlebter Welt ans und eine Momentaufnahme zeigt Menschen, Situationen, Landschaft in dichterischer Wirklichkeit. Drucke E. Schulz. S5crantiD0ti[. für die Redaktion: Aich. Bernftki», Berlin: Anzeigen: Tb. Slock«, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärt» Buch. bruckerci und Verlag sanZtait Panl Singer& Co.. Berlin 632 68, Linbenitrabe 3. Sirr,» 1 Beiloge. ©oa Potsdamer Strafe 35 öomben auf Monie Carlo mit Haas Albers, Anna Sien W. 5, 1,9,5.3 S, 7, 9 Uhr Rheimtrage 14 k�-eIcU Sein Scfaeidangstfriind mit Lien Dcyers, Johaoces Riemaon W. 5, 7. 9. S. 3. 5, 7, 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 Per große Lacherfolg; Der nngetreae Er kehart mit Ralph Arthur Roberts, Lurie Enjjlisdk W. ö, 7. 9. 5. 3. 5. 7, 9 Uhr Turmstrage 12 Der große Lacherfolg: Der ungetreue Er kehart mit Ralph Arthur Roberts, Lude Englisch W. s. 7. 9 U.S. 3, 5,7,90. Alexanderstr. 39-40 (Passage) ?eT Jler Mona Lisa mit Willy Forst, Trudc von Moio Für Jugendliche freigegeben! Den ganzen Tag geöffnet! � We.t.n» Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstt. Uraufführung!„Dienst ist Oiensl" �>c.e englisch, H. A. Roberts, Fritz Schulz Wochemags 5.IS. 7.15, 9.15 Uhr Sonntags 3.15, 5.15. 7.15. 9.15 Uhi S Frledrlchstadt_ p Die Kamera Ä„deM Täglich 3. 5. 7, 9 Uhr UrauffühTung. Jacky Coogan, erster Sprechfilm; Tom Sawycr(n. Mark Twain). Sonntag, II1? vorm.: 30 Jahre deutscher Ulm: Hans Albers in einem seiner ersten Filme; Radie der Gefallenen Franziskaner Äinv00?£, Oeorgensiraße(Ecke Friedrichstraß«) Die große Attraktion mit Rlcbard Tanber— Liebe auf Berebl— Bclpr. c Moabit Ä i-ti i ah ftf Fi,m 0- w- ab 6 30 U. /\riUSnOI Bühne Sonnt ab 5 U. Perleberger Str. 2v Tonlustspiel. Um eine NasenlSnge mit Siegfried Arno— Tonbeipr.— Tonvodke Welt-Kino w- Alt-Moabit 99 Sonnt ab 4.45 U. Jugend). Zutritt Die grobe Aifraklion mit Rlcbard — Tonbi Tauber Toowodae beiprogramm— g"'CharloWow'burä' fc Kant-Liditspielc Kanistr 54 tan der Wilmersdorfer Str.) W. 5, 7. 9 Uhr S. 3, 5, 7. 9 Uhr Wer nimmt die Liebe ernst? mit Max Hanscu Germania-Palast Charlottenburg. Wilmersdorfer Str. 53/54 Woch. 5, 7, 9 Uhr, Sonnt J, 5. 7, 9 Uhr Brigitte Hclro. Gustav Fröhlich in „Gloria" mit Frllz Kampers Jugendliche haben Zutritt Schlüter-Theater Schiüterstr. 17 Sonnt 3 U.)gd.-Vorst Trara um Liebe mit Felix Bressarl Rgober der Unterwelt in. M. Paudlei Atrium Bcba-Palast Kaiseralice, Ecke Berliner Straße W 7 u. 9.15 Uhr S 5. 7, 9.15 Uhr Tonfilm-UrauKührung: Weckend im Paradies mit Ollo Wallborg, Clöre Rommer, Julius Falkcnstetn, Else Elster— Regie Robert Land— Ton filmbclprogramm SchPnebTa Titania Schönebg. MF. Hauptstraße 49 Sonntags 3, 5. 7. 9 Uhr Tonoperette: Wer nimmt die Liebe ernst? mit Max Hansen, Jenny Jugo — Tonbeiprogramm > Frieeiwu Kronen-Lichtspiele Rlieinstr. 65 Wochentags 7, 9 ohr Sonnab., Stg. ab 5 Uhr Der ungetreue Eckchart mit R. A. Roberts, Schn.z, Englisch— Beipr. ■ steant«» Titania-Palast*g.t«o99u Steglitz, Sehloßstr.5. Ecke Quismuthsstr Tonfilm-Uraulführung: 14 Stunden ans dem Leben einer Frau mit Benny Poeten, Waller Rllla. Friedrieb Kaysler, Margo Lion- Tonbeipr. g Eehlnndorf-Milte I Zeli Potsdamer Srr- 40 Stg. 3 Uhr:(ugendv Um eine Nascnlinge mit Siegfried Arno— Gutes Beiprogramm MarlnnOorf Vf a T{ Marlendorfer Wochentg. L— 1.1 Tooiicblspicle 6Vt. 9 Uhr Chausseestr. 305 So. ab 5 U. Tonlustsniel; Der ungetreue Eeke- hart mit Ralph Arthur Roberls T onbeiprogramm Knrflirct Täglich 5, 7. 9 Uhr ivunursi Sonntau: Jugd.-V. Dorfstraße 22, Ecke Berliner Straße Hirsekorn greif! ein mit F. Bressarl, Charlotte Snsa— Tonbetprogramm nPivmli Stgs.3Uhr: Jugendvorsteil. 11VU11 Berliner Str. 97 Tägi. 5, 7. 9 U. Stgs. 3. 5. 7. 9 Uhr Großtonfilm: Meine Fran. die Hocfa- stapleiln mit Küthe von Nagy Tonbeiprogramm g Neukölln j Mercedes- Palast Hermannstr. 212. Woch. 6'/i, 9, Stg. ab 3 Hirsekorn greift ein m. F. Bressarl Beiprogramm— BGhnensdiao lugendliche haben Zutritt Primus-Palast sonm�u Am Hermannplatz, Urbanstr /2(76 Berge In Flammen mit L. Trenker Bflhnenscbao— Jugendliche Zutritt! ICiiIntlr WochenL 6.45, 9 U. Sonntags S, 7. 9 U. Kottbusser Damm 92 Stgs. 3 U. Jgdvorst. Der Kcbrlnde Leutnant m Maarlee Chevalier— Tonbeipi ogr amm F*rg»Uinr Lochern. 6.45. 9 U. £rA.CClSlUr Sonnt. 3, 5. 7. 9 U. Kaiser-Friedrich-Straße 191 Bomben auf Monte Carlo mit Hau» Alber», Anna Sien— Toubeiprogr. Sonntag, vorm. llVs: Filmmaf&uee Stern, Hermannsirafje 49 Wochen t. 6,45, 9 Uhr, Sonnt. 3, 5. 7, 9 Uhr Meine Fran, die Hocbslaplerfn mit KIthc von Nagy- Ton beiprogramm Lichtspiele Sudwest Blücherstr. 12 W. ab 5. So. ab 3Ubi Der Schrecken der Garnison m. Felix Bressarl— Tonbeiprogramm Tonwocbe— Jugendliche Zutritt! SOcf an Th. am Moritzplatz Bog. Wo. 5. 7. 9. Stgs. ab 4.30 Uhr Der liebelnde Leutnant mit Maurice Chevalier- Zimmerl07 m.Fr.Scbotz m»fWastan■ Luisen-Theater s�u Reichen berger Str. 34 Erstaufführung: Der Ball(Raffkes geben einen Bai» mit Reinbold Scbünrel, Lucle Mannhelm Tonbeiprogramm Stella-Palast Köpenicker Straße 12—14 Wochtgs. ab b'/i v.. Sonntags ab 3 U. Der Storch streikt mit Siegfried Arno, Frllz Schatz Auf der Bühne: Amerlkan. Tingel-Tangel Sonntag nachmittag 2 bis 4 Uhr: Dajos Bela spielt auf der Bühne mit seinem verstärkten Orchester Karten 1.—, 1 20, 1.50 Neue Philharmonie Köpenicker Str 96. Bübnenscbaa Eine Frenndin so goldig wie da mit Anny Ondra, Bressarl— Tonbeipr, Pi1ma>e>le Wochent ab 6'h U. a llIHCwÄ Sonntags ab 3 Uhr. Am Görlitzer Bahnhof Lui« Trenker in dem giganten Berg tonlilm: Berge In Flammen— Auf der Bühne: Hallenlscbe Kapelle U Buumschulunwea�» Lichtspielhaus Baumschulenstr. 78 Sonnt 2 U: J.-V. Der ungetrene Eckeharl mit Roberls — Oswald In Alaska— Tonwocbe FUm-Palost Kammersäle Teltower Str. i W. 5�0, Stg. ab 3 30 U- 100 proz. Tonfilm: Hirtekora greift ein mit Felix Bre»»urt Gute» Beiprogramm Treptow- Sternwarte Sonnabend 8 Uhr. Sonntag 4. 6. 8 Uhr; Die. Bremen-, die Königin der Meere Filmvortrag von Kapitän Gottfried Speckmann. „Elysium" Wo. 5.15, 7.00. 9 15. So. 3.15, 5. 7.15, 9.15 U. Foxtonwocne: Wer nimmt die Liebe ernst? mit Max Hansen, J. Jugo BOkncascbaa mnee wu, � i T ägl. 6Vc. S'/c, Sonnab. 5, 7, 9, Stg. 3, 5, 7, 9 Boraben Ober Monte Carlo mit Hans Albers, Anna Sten ■ o»f n a Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Woch. 5J0, Sonnab. 5, Sonntags 3 Uhr Nor 4 Tages Großtonfilm: Im Geheimdienst mit Brigitte Helm, Willy Frlisrh, Oskar Homolka Bühne: Lola nnd Jonny Raeila hervorragende Tanzschöpfungen I lltl A-Pfllfisf Woch 5 Uhr Große Frankfurter Str. 121 VerUngerl! Tonfilm; Bomben anf Monte Carlo mit Hans Albers, Anna Sien, Rdh- mann— Böhne Schwarzer Adler Xn« � Woch. 5, 7. 9. Stg. 3, 5, 7. 9 U Bomben ant Monte Carlo mit Hans Albers— Toowocbcnsctaaa Viktoria-Theater Frankfurter Allee 48 W. 5. So. 3 Uhr Der größte Erfolg: Bomben anf Monte Carlo mit Hans Albers, Anna Sien, Heinz Rflbmann Gnies Beiprogramm Zentrum Babylon, am BQIowplatz Wochentags 5, 7, 9.10, Sonnt ab 3 Uhr Der Herr Finanzdirektor mit Max Adalbert, Elga Brink Beiprogramm Bahnen schau g__Meu�lc|rtenbefg H Kosmos-Lichtspiele Lückstraße 70 W. 5, 7. 9. S 3, 5, 7 9 U. Großtonfilm: Bomben ant Monte Carlo mit Haas Alben— Belpregr. Welßensee Hflrmnnif- Wochent 7 u 9U narmonie Sonnt z.? u. 9 u Langhansstr. 23 Tonlustspiel: Opernredoule m. Liane Haid, Georg Alexander Tonbeiprogramm Kino Busch BegliCnffoUhr Alt-Friedrichsfelde 100 proz. Tonfilm. Bomben ant Monte Carlo mit Hans Albers, Anna Sten— Beiprogramm AlhAmhra Müllerstraße 136. /«.Ilianusra Ecke Seestraße WochenL S. 7. 9 U.. Sonnt 3, 5. 7. 9 U. Hirsekorn greift ein m F. Bressarl, Charlotte Susa— Jugendliche Zutritt! Pharus-Licfatspiele Müllers tr. 142 W.5.7,9U, Stg.3.5.7.9U. Tonlustspiel: Der ungetrene Ecke- hart mit Ralph A. Roberls Gro�stadlpir alen Panko Palast-Theater Breite Straße 21«j W. 7 u. 9. Stg. 5, 7, 9 U* Tonlustspiel: Um eine Nasenl&nge mit Siegfried Arno, fcrxul Verebes, Lucie Englisch— Beipiogiainm Tixr/\li Wochent 7. 9 Uhr. AIVUil gönnt. 5. 7. 9 Uhr Berliner Straße 27 Gr. BQhnenschaa Die fidcle S&ngei fahrt mit Max Adalbert— Tonbeipr ogr amm Heute 4 Uhr: Große Märchenvor- steliung: Schneewittchen Tegel Filmpalast Tegel suXT Wochent 6, Sonnt. Vit U 10(i proz. Tonfilm; Kampf gegen einen Bau mit Dolly Haas. Schänzel Tonbeiprogramm G_Hannl9«cH»rr" Filmpalast Stg. Berliner Straße 59 100 proz Tonfilm: Um elac Nasenlänge mit Siegfried Arno. Lude Englisch- Tonbeä» Programm— Tonwoche -;• Pom Himmel 400 000 Briefe herabwrrfen würde. Dabei sollte ich entweder im Kampfe fallen oder zu meiner Operationsbasis zurückkehren, um weitere Schlögls vorzubereiten. Der Himmel von Rom ist bisher niemals durch antifaschistische Flugzeuge erreicht worden. Ich sagte mir: Du muht der erste sein, du mußt dich an die Arbeit machen, um die Expedition vorzubereiten. Diese Aufgabe war nicht leicht: denn für den Dichter� der ich bin, ist es sehr schwer, sein Brot zu verdienen. Ein Dichter im Exil sinkt sehr leicht von Stufe zu Stufe aus der Bahn der Boheme. Ich wurde zuerst P o r t i e r im Hotel Victor Emanuel III. in Paris, besser gesagt, ich war dort nicht nur Portier, sondern zugleich Geschäftsführer und Telephonist. Das war gewiß keine glänzende Borbereitung für meine Lustexpedition nach Rom. Ich hatte die Rechnungen der Lieferanten, sowie der Hotelgäste zu be- sorgen, aber zwischendurch fand ich doch Zeit genug, um meine Flugblätter zu entwerfen und die Karte des Mittclmecres zu studieren. Meine weiteren Vorbereitungen sind gewiß der interessanteste Teil der Geschichte. Leider darf ich sie nicht verraten. Im Mai 1931 unternahm ich meinen e r st e n F l u g a l l e i n an Bord eines Farman-Flugzeuges in der Nähe von Versailles. Ich erfichr jedoch, daß die Faschisten hinter mein Geheimnis gekommen waren und mußte aus Frankreich verschwinden und unter falschem Namen ,n England leben. Am 13. Juli 1931 stieg ich mit einem englischen Doppeldecker von Cannes auf, unter Mitnahme von 89 Kilogramm Flug- blättern. Da ich bis dahin nur insgesamt fünf Flugstunden hinter mir hatte, stieg ich allein auf. um nicht das Leben eines Freundes mit aufs Spiel zu setzen. Leider verhinderte ein Unfall die Ver- kvirklichung meines Vorhabens. Ich mußte damals auf Korsika landen und unter Zurücklassung meines Flugzeuges auf freiem Felde verschwinden. In Italien kam man aber sehr bald hinter den Namen des mysteriösen Fliegers. Die Polizei in England und Frankreich suchte nach nur mit einem Eifer, der für mich recht schmeichelhaft war. Von diesem Augenblick an konnte ich nicht mehr den Faktor der Ueberraschung in Rech- nung stellen, der eigentlich mein stärkster Trumpf gewesen wäre. Unb dennoch wurde Rom für mich das, was das Kap Horn für den „Fliegenden Holländer" gewesen ist. Ich halte mir zugeschworen, tot oder lebendig dorthin zu gelangen. Mein Tod, so wenig erwünscht er für mich persönlich sein wird, da ich nach soviel Dinge zu vollenden hätte, wird nur Den moralischen Erfolg des Fluges vergrößern können. Und da die Gefahren ausschließlich auf der Rückreise lauern, wird mein Tod erst nach dem Abwurf meiner 499 999 Briese eintreten. Schließlich hanöelt es sich doch nur darum,«in kleines Beispiel von Zivilcourage zu liefern und die Aufmerksamkeit meiner Lands- leute auf ihre tatsächliche Lage zu lenken. Ich stehe auf dem Stand- punkt, daß, damit der Faschismus stürze, es notwendig ist, daß etwa zwei Dutzend junger Leute ihr Leben opfern, um oen Geist Italiens aufzurütteln. Zu der Zeit des Risorxi. rnento zählte man zu Tausenden die jungen Leute, die zu diesem Opfer bereit waren. Heute sind es nur sehr wenige. Warum? Nicht etwa weil der Mut der jungen Leute von heute nicht so groß ist wie der Mut ihrer Väter, sondern weil niemand den Faschis- mus wirklich ernst nimmt, weil alle mit einem sehr baldigen Ende des Faschismus rechnen und daher meinen, daß es nicht nötig ist, sein Leben aufs Spiel zu setzen, um das Ende eines Regimes zu beschleunigen, das ohnedies vor dem baldigen Zusammenbruch steht. Das ist ein Irrtum. Man muß sterben. Ich hasse, daß viele' andere mir folg««-«»rds.n..und daß cs-ihtw»- gelingcn wird, endlich sie öffentliche Meinung aufzurütteln. Ich werde in 4000 Meter höhe über Korsika und über der Insel von Monte Christ» fliegen und über Rom gegen 8 Uhr abends ein» treffen. Ich werde die letzten 20 Kilometer im Gleitllug zurücklegen. Ich habe zwar nur die Erfahrung von 7% Flugstunden hinter mir, wenn ich aber abstürze, so wird das nicht durch einen Piloten- fehler geschehen, fondern: mein Flugzeug kann eine Höchstgeschwin- digkekt von nur 1ö9 Stundenkilometer entfalten, während die von Mussolini doppelt so schnell sind.. Und es gibt deren 999. Alle diese 900 hoben den strikten Befehl erhalten, jedes verdächtige Flugzeug um jeden Preis und mit Maschinengewehren zum Absturz zu bringen. Wenn mich meine Gegner einigermaßen kennen, müssen sie wissen, daß ich nach meinem ersten mißglückten Versuck) nicht nachlassen werde. Ist der Luftfahrtminister Valbo seiner Ausgabe gewachsen, dann müssen die gegnerischen Flugzeuge auf oem Posten sein und auf mich warten. Um so besser: wenn ich tot bin. wird mein wert größer sein als ivenn ich lebe! lauro de Bosis. Philosophie unserer Zeit Anmerkungen zu latpert: Die geiilige Situation der Zeit Karl Jaspers, Professor der Philosophie an der Univcr- sität Heidelberg, veröffentlicht soeben in der bekannten„Sammlung Göschen"«in Büchlein, in dem die erste umfassende philosophische Auslegung unserer Zeit versucht wird. Eine Philosophie unserer Zeit? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Gibt es denn eine Epoche in der Geschichte der Neuzeit, die philosophiefeindlichcr war als die unsere? Philosophie ist die radikal gestellte Frage noch dem Sinn des Seins: es gehört zum Wesen des menschlichen Seins, daß es nach sich selbst fragt. Sa ist Philosophie eine Weise des Seins. Auch ein Zeitalter, in dem die technischen Fortschritte und die Problem« der Weltwirtschaft im Vordergrund stehen, kann sich dcr� Frage nach dein Sinn der technischen und wirtschaftlichen Entwick-' lang nicht entziehen. Gerade heute, wo, offensichtlich für jeden, Technik und Wirtschast ihren Sinn, das menschliche Sein gemäßer und würdiger zu gestalten, keineswegs erfüllt haben, sich vielmehr augenscheinlich gegen den Menschen wenden, stellt sich die Frage nach der geistigen Situation der Zeit mit besonderer Dringlichkeit. Vielleicht kann eine gegen wartserfüllte Philosophie unseren Technikern zeigen, daß ihre Konstruktionen letztlich den Menschen betreffen, vielleicht erfüllt sie unsere Politiker wieder mit dem Be- wußtsein, daß das Wirken im Staate von der Ueberprüfung dessen, was dieser Staat überhaupt ist und welche Funktionen er im sozialen Sein der Gegenwart einnimmt, keineswegs ablösbar ist. Unter solchen Gesichtspunkten geht Jaspers an die schwierige Ausgabe,„die geistige Situation" einer verwirrten Gegenwart zu beschreiben. In einer kurzen Anzeige kann weder eine Darstellung noch eine ausführliche Kritik dieser Schrift gegeben werden. Es können nur die ungefähren Dimensionen dieser Ideen angezeigt werden. Denn es ist die ganze Fülle und Vielfalt unserer Zeit in dieses Buch eingespannt, und man kann diese Füll« nicht noch mehr zusammendrängen? Technik, Staat, Masse, Führertum, Oeffentlich- keit, Einsamkeit, Bildung, Wissenschaften. Künste, Tempo, Sport. Erotik, Liebe, Ehe werden durch das Bewußtsein des Philosophen auf ihr« Gehalte filtriert. Ich glaube nicht zu irren, wenn ich im Zuge der Jafperschen Ideenentfaltung etwas von der Tiefe und Intensität von Hegels„Phänomenologie des Geistes" spüre, jenem Werk, das ebenfalls in verwirrter Zeit(zu Anfang des vorigen Jahrhunderts) für eine verwirrte Generation das„wahre" Zeit- bewußtsein entdeckte. Vernehmen wir, wie Jaspers die heutigen Zustände beschreibt: „Als technische und wirtschaftliche scheinen alle Probleme plane- tarisch zu werden... Mit der Vereinheitlichung des Planeten hat ein Prozeß der N i v c l l i e r u n g begonnen, den man mit Grauen erblickt. Was heute für viele allgemein wird, ist stets das Ober- flächliche, Nichtige und Gleichgültige. Man bemüht sich um diese Nioellieruirg, als brächte sie die Einigung der Menschheit zuwege. In tropischen Pflanzungen und im nordischen Fischerdorf sieht man die Filme der Weltstädte. Ueberall sind dieselben Kleider. Die Manieren des Umgangs, die gleichen Tänze, derselbe Sport, die- selbe» Schlagworte eines aus Äusklärung, angelsächsischem Positivis- mus und theologischer Tradition gemischten Sprachbreies erobern sich das Erdenrund... Die Rassen mischen sich. Die geschichtlichen Kulturen lösen sich von ihrer Wurzel und stürzen in die technisch wirtschaftliche Welt und eine leere Intellcktualität... Es ist be- greislich, daß wir fast alle versagen. Wie Auswege zu leichterer Möglichkeit erscheinen Bolschewismiis und Faschismus. Man kann wieder einfach gehorchen, mit einer zugänglichen Reihe von Schlagworten zufrieden sein und alles Handeln jeweils dem einen überlassen, der das Regiment sich erobert hat. Diese Formen sind Ersatz für die Autorität: aber sie sind es nur um den Preis des Verzichts fast aller, s e l b st zu sei n." Die Schrift des Philosophen Karl Jaspers ist ein glühender Appell, die Freiheit der Menschen aus ihrer gegenwärtigen Be- drohung zu retten. Gewiß kann man gegen Jaspers einwenden, daß er gegen den Marxismus polemisiert und nur den Vulgärmarxismus trifft; denn im unverfälschten Marxismus besteht jene echte Spannung zwischen der Freiheit eines jeden und der Bin- dung aller an die Gemeinschaft.— Vielleicht ist auch diese Gegenwartsphilosophie zu wenig von Kierkegaard und Nietzsche abgehoben. Der Mensch ist einsam, ober nicht allein. Im Erleb- nis der sozialistischen Gemeinschaft vollzieht der Mensch der Gegenwart die Aufhebung seiner Be- s ch r ä n k u n g, g e w i n n t« r s i ch f e l b st.. dl. Gewerkschaften und Arbeitersport Der ADGB. als Förderer des Sportes Die guten Beziehungen des Arbeitersports zu den Gewerk- ch a f t e n und umgekehrt sind ein Erfolg der zunehmenden Ver- ständigung und des mehr und mehr an Bedeutung und Achtung gewinnenden Einflusses der Arbeitersportbcwegung. Der Bundes- oorstand des ADGB. bringt erfreulicherweise der sportlichen Er- Ziehung ein weitgehendes Verständnis entgegen. Das hat er bewiesen durch die mit dem Bau der ADGB.-Schule in Bernau verbundene Sportanlage, die der körperlichen Ertüchtigung der Kursusteilnehmer dient. Für die Arbeitersportler gab es in Frankfurt auf dem Kongreß der freien Gewerkschaften einige Momente, die besonders festgehalten zu werden verdienen. In dem vom Bundesvorstand des ADGB. herausgegebenen Buch:„Die 4 Ü- S t u n d e n- W o ch e"' wird auf die Sportbewegung besonders Bezug genommen. Es wird dort gesagt: „Es gibt manche alte Leute, auch innerl)alb der Arbeiter- bewegung, die diesem Drang nach Schulung des Körpers sehr 'keptifch gegenüberstehen. Im einzelnen Fall vielleicht zu Recht, m großen gesehen sicher zu Unrecht Abgesehen von den gesund- seitlichen Werten für viele Arbeiter, die den größten Teil ihrer Zeit oft unter gesundheitlich ungünstigen Verhältnissen verbringen müssen oder oerstrickt in den mechanisierten Arbeitsprozeß, einer einseitigen Musketbeanspruchung unterliegen, bedeutet der Sport eine Schulung des Willens, die gerade von der Arbeiter- sportbewegung auch geistigen Zwecken dienstbar gemacht wird. Der Sport weckt den Sinn für präzise Leistung, er kräftigt, �ndem er die Widerstandskraft stählt, die innere Sicherheit, das Selbst- gefiihl, er erzieht zu kameradschaftlicher Gesinnung.'" In der Aussprache über die verschiedenen Tagesordnungspunkte wurde die Notwendigkeit sportlicher Arbeit von: Gesichtspunkt der kulturellen Entwicklung stark unterstrichen und in der Zeit der großen Arbeitslosigkeit verstärkte Sportarbeit gefordert. -ARBEiTEü TUSSBALL Kommen am Sonntag Entscheidungen? Je mehr sich die Serie ihrem Ende zuneigt, umso spannender und interessanter werden die Kämpfe. Jede Mannschaft gibt sich noch einmal besondere Mühe, um nicht zu schlecht abzuschneiden. Am kommenden Sonntag finden nun gleich mehrere Spiele statt, die auf die Gestaltung der Tabelle von Bedeutung sind. In Pankow, Kissingenftraße, stehen sich Lichtenberg I und Pankow-Niederschön Hausen gegenüber Die Lichtenberger sowohl wie auch die Pankower haben sich stark verbessert. Hauptsächlich sind es die Pankower, die gegen den Kreismsistsr ein großes Spiel zeigten. Spielen sie gegen Lichtenberg mit dem gleichen Elan, dann dürfte die Frage nach dem Sieger schon beantwortet sein.— Eiche-Köpenick wird auf eigenem Platz zeigen, daß die 9: 9-NIederlage vom ersten Spiel gegen Adler 93 nur durch unglückliche Umstände zustande kam. Butab dürfte gegen Luckenwalde I in Spandau, Seeburger Straße, nur Punktlieferant werden.— Hertha 11 und Luckenwalde II sollten in Luckenwalde gegen Trebbin bzw. Teltow sichere Sieger sein Auch in der B e z i r k s k l a s s e gibt es entscheidende Kämpfe. Im ersten Bezirk treffen in Lichtenberg, Hauffstrahe, Normannia und ASV.-Neukölln aufeinander. Oberspree und Hoppegarten spielen in der Wuhlheide in Oberschöneweide. In Neukölln, Treseburger Ufer, stehen sich Britz 88 und Storkow gegenüber. Südost spielt gegen Wildau. Frohe Stunde gegen Lichtenberg I. Bezirk. Kagel gegen Eiche 2. Wacker 39 gegen Eiche-Bezirk. Osten gegen Frieders- darf. Schweifsterne gegen Baumschulenweg. Selchow gegen Lichten- berg II. Eintracht-Bezirk gegen Weißensee-Bezirk. Hansa 31 gegen Vorwärts-Wedding. Zehdenick gegen Wansdorf. Saxonia gegen Adler 98 Bezirk. Freie Scholle gegen Blankenburg. Potsdam gegen Rathenow-Süd. Brandenburg gegen Cladow Freiheit gegen Ketzin. Butab-Bszirk gegen Drewitz. Caputh gegen Charlottendurg. Schöne- berg gegen Friedenau. Luckenwalde-Bezirk gegen Dahme. Jüterbog gegen Woltersdorf. Zweite Mannschaften: Normannia gegen ASV.-Neukölln. Ober- spree gegen Hoppegarten. Britz 88 gegen Storkow. Osten gegen Dolgenbrodt. Südost gegen Frohe Stunde. Normannia 3 Südost 3. Hansa gegen Pankow. Saxonia gegen Wler 98. Scholle gegen Blankenburg. Templin gegen Pankow 3. Potsdam gegen Süd. Brandenburg gegen Cladow. Freiheit gegen Ketzin. Friedenau gegen Schöneberg. Schöneberg 3 gegen Friedenau 3. — Iugendmannschaften: Luckenwalde I gegen Dahme. Jüterbog gegen Luckenwalde III. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften IS Uhr. Zweite Männermannschaften 13.15 Uhr. Jugendmannschaften 19 Uhr. gegen Freie �Bepnhiik"- Meisterschaften An den letzten Tagen wurden die Meisterschaften des Gaues Berlin-Brandenburg im Reichskartell„Republik" aus- geschossen. Die Beteiligung der Verein« war sehr gut und die erzielten Resultate der ersten Veranstaltung dieser Art befriedigend. Es wurde auf den heimtlichen Ständen der Vereine geschossen und zwar ohne Unterschied der Schießklassen. Die Sieger erhallen den Titel„Gaumeister" und eine hübsche Plakette. Das Ergebnis bewies, daß der Ortsoerein L a n d s b e r g a. d. W. an der Spitze marschiert, was nicht nur auf den Besitz eines der schönsten Kleinkaliber- schießstände, sondern auch auf unermüdliches lieben zurückzuführen ist. Die Resultate: l. Genauigkeiteschießen(se fünf Schuß liegend, kniend und stehend, freihändig auf 19er-Scheibe, 59 Meter): Sieger Spliesgardt-Landsberg a. d. W. mit 126 Ringen. 2. Schnell- feuer(zweimal fünf Schuß in zweimal 59 Sekunden): Sieger Rohde-Landsberg a. d. W. mit 99 Ringen. 3. Pistolen- schießen(zehn Schuß auf 15er-Pistolenscheibe, 39 Meter): Sieger Spliesgardt-Landsberg a. d. W. mit 98 Ringen. 4. Mann- schaftsgenautgkeitsschießen(drei Mann je fünf. Schuß liegend, kniend und stehend, freihändig): Sieger Mannschaft Lands- berg a. d. W.(Oestreich, Rohde, Spliesgordt) mit 349 Ringen. 5. Mannschaftsschnellfeuer(drei Mann zweimal fünf Schuß in zweimal 59 Sek.): Sieger Mannschaft Landsberg a. d. W. (wie vorher). Die besten Trefferbilder lieferten Köhler-Neukölln liegend(49 Ring«), Spliesgardt-Landsberg kniend(48 Ringe). R. Pattke-Köpemck stehend freihändig(49 Ringe). Am aus- geglichensten schoß Wienand-Neukölln in den drei Anschlagsarten (38— 38— 37 Ringe)._ Der Boxerchampion Schmclings tägliche Arbeit Wenn Schmeling sich ein paar Tage im Ausland aufhäll, erfährt man verschiedenes, was er hier für sich behäll: er ist außer- halb auch gesprächiger und zugänglicher als hier. Also, man weiß jetzt, daß Schmeling nicht so untätig ist, als es den Anschein hat. Er arbeitet seit Jahren jeden Tag, und zwar morgens eine bestimmte Gruppe gymnastischer Uebungen und setzt dabei keinen Tag aus. Sagt er. Außerdem ist er jede Woche einmal draußen in der freien Luft, wo er sich die Zeit mit Laufen, Springen und Wurfübungen vertreibt. Die Schaukämpfe hält Schmeling für ein gutes Mittel, sich in Form zu halten: daß er gegen Stribling in so guter Verfassung war, schreibt er der amerikanischen Tournee zu, bei der er auch eine ganze Anzahl harter Kämpfe zu bestehen gehabt hätte. Der baronisierende Weltmeister wird nun bald etwas mehr arbeiten müssen, wenn er sich dem Anstrum Sharkeys gs- wachsen zeigen will, der ihm schon einmal vier Runden lang großen Aerger bereitete. Die Spekulation aus den alten Dempsey wird sich wohl als oerfehll erweisen, vorläufig steht Sharkey wieder im Vordergrund. Es hat noch nie einen Champion gegeben, der so weit außerhalb der Bewegung stand wie Schmeling. Daß Dempsen und Tunney selten kämpften, hatte andere Gründe. Sie hatten alle Gegner genommen, wie sie kamen, Amerikaner und Europäer, bis niemand mehr da war, der einen Anspruch geltend machen konnte Für Schmeling aber gibt es sogar noch in Europa Boxer, die ihm zu tun geben können. Vielleicht wird sich sein Bestreben. mit dem Titel auf Möglichst risikolose Weise Geld zu verdienen, eines schönen Tages biller rächen. Kleiner Sport von überall Berliner Schlitlschuh-Club abermals geschlagen. In seinem dritten und letzten Englandspiel mußte der Berliner Schlittschuh- Club«ine neuerliche Niederlage hinnehmen. Di« Deutschen spielten im Eispalast von Golders Green bei London gegen die englische Nationalmannschaft und wurden mit 3:1(2:9, 9:1, 1:9) ge- schlagen. Den Ehrentreffer für die Berliner schoß Rudi Ball. Mehner außer Gefechl. Der deutsche Boxmeister im Fliegen- und Bantamgewicht, Willi Metzner-Köln, kam am Donnerstag einer Verpflichtung in Paris nach, wo er im überfüllten Wagramsaal mit dem französischen Bantamgewichtsmeister Emile Pladncr zusammen- traf. Gegen den in Hochform befindlichen Pladner hatte der Kölner nie etwas zu bestellen. Bereits in der ersten Runde mußte Metzner so viel einstecken, daß ein schneller Sieg von Pladner unschwer vor- auszusagen war. In der zweiten Runde kam dann auch schon das Ende. Nach weiteren schweren Körper- und Gesichtstresfern mußte der"Deutsche auf einen gut plazierten Kinnhaken zu Boden: er wurde ausgezählt, noch ehe er sich auch nur einmal erhoben hatte. Leider hat sich Metzner tn diesem Kampfe eine schwere Verletzung zugezogen, denn wie die spätere ärztliche Untersuchung ergab, hat sich der Kölner einen Rippenbruch zugezogen. Dinale schwer gestürzt. Der bekannte italienische Sechstage- fahret Alsredo Dinale ist das Opfer eines schweren Automobil- Unfalls geworden. Auf der Fahrt von Vicenza nach Verona geriet der Wagen ins Schleudern und raste gegen einen Strahenmast, wobei die Insassen herausgeschleudert wurden. Dinale erlitt neben zahlreichen Quetschungen und Fleischwunden auch einen komplizierten Kieferbruch. Der in Deutschland sehr bekannte und beliebte Italiener, der auch im 26. Berliner Sechstagerennen starten sollt.«, ist dadurch aus einige Zeit außer Gefecht gesetzt. Ziu-Zitsu-Länderkampf. Der erste in Deutschland stattfindende Jiu-Iitsu-Länderkamps führt am 9. November in den Berliner Germaniasälen die Vertreter des Deutschen Athletik-Sport-Berbandes von 1891 mit einer englischen Mannschaft zusammen. Am gleichen Abend sollen drei Japaner gegen die besten Deutschen und Eng- länder kämpfen. Märkische herbslfahrk. Die Landesgruppe Berlin-Brandenburg des Deutschen Motorradfahrer-Verbandes schreibt ihre diesjährige „Märkische Herbstfahrt" für den 8. November nach Werneuchen aus. Die populäre Fahrt wird wiederum als Zuoerlässigkeitssahrt ver- anstaltet. Der Start erfolgt um Mitternacht in Werneuchen, dann geht es nach Brandenburg a. H., wo eine halbstündige Zwangspause vorgesehen ist, weiter über Döberitz, Wustermark, Brieselang, Flatow, Velten und Bernau zurück nach Werneuchen über insgesamt 369 Kilometer. Die Tagesstrecke ist zum Teil markiert, während sich die Teilnehmer auf der Nachtfahrt von Werneuchen nach Brandenburg über den Kurs selbst orientieren müssen. Nennungs- schluh ist am 31. Oktober. SoHtifJenntieiB„Die Slaturftcunbc". Eon.itag, 18. Oktober, 20 Uhr. im ...„v. o. Abend der Sonderabteiliuigen der >ema:„Kumpf um Kitsch und Schule". ________________________...... �____ Ische«inderchor; es diskutieren: Robert S.&olf Stemmle, Karl Heinz Martin und Zunglehrer. Unkostenbeitrag 40 Pf., Sirbsitsloie 20 Pf.— zusammeakünft«: Freitag, 16. Oktober, 20 Uhr. Abt. Charlotte nburg: Svrcestr. 80:„Neues aus der Arbeiterliteratur".— Faltbort. abteilung: Iohannisstr. 10:„Naturkuichliches".— Abt. Rrid: Ilhausseestr. 48: ..Soziale Wanderstudlen".— Abt. Humboldthaiu: Pank- Eck« Wiesenstraß«: „Unsere großen ssahrtcn in Wort und Bild".- Abt. Treptow: Elsenstr. i: üiederabeud.— Abt. Lichtenrade: 10 Uhr Bahnhos. Ecke Golßstraße:„Bogelmelt im Winter".— Abt. Binetaplaß; storßina- Ecke Graunstraße:„Von der Tier. und Pflanzenwelt unserer Heimat".— Abt. Sudost: Wranaelstr. 128! ö»i«l- abend.— Abt. Schönhauser Borstadt: Rastcnburger Str. lS: Mitgliederver- sammlung.— Photo Osten: Frankfurter Allee 807:„Bildaufmachung".— Photo Neukölln: Berqftr. 20.— Montag. 19. Oktober. 20 Uhr. Photegemelnschast: Iohannisstr. IS:„Ueber Posttio.Retusche".— Malgemeinschast: Wrangel- straße 128.— Fahrten: Abt. Mitte fährt Sonntag, 18. Oktober. 7.83 Uhr, nach Melchow.— Abt. Prenzlauer Berg: Sonntag, 18. Oktober, Fahrt nach Beruan. Treffounkt 7ZH Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. mm klu»„r mm~ enst ltas ß-rl � � W»reise-..... gabestelle noch einnial gevsfnet. Montag, 19. Oktober, 20 Uhr, Sitzung der „Porwärts" Arbeiter. Spoetkegelklud„Vorwärts". Trainingsabend leben Freitag um 20 Uhr Sporthalle, Alcrondrinenstr. 107. Gäste herzlich willkommen. Wassersporkvercln, Fratcrnitas", Berlin. Erkner. Sonntag, 18. Oktober, Ab- rudern. Abfahrt II Uhr bis Werls«« und zurück. "lockcgspiclcrgruppe des 1.»reises~ Freitag, 16. Oktober, ist die Paßaus. ig, 19. Oktober, 20 Uhr, Sitzung der Hocken. Schiedsrichtervereinigung, Geschäftsstelle. NB.„Vorwärts". Sonnabend, 17. Oktober, lö Uhr, Treffpunkt der 1. Hand- bollmannfchaft sowie der Iugendmannschast im Bootshaus zum Uebungsspiel. Bienstag, 20. Oktober, IS Uhr, Turnen und Gpmnastik, Turnhalle Holtelstraße. Freie»anu-Upion Groß-Berliu, e. V. Sonnabend. 17. Oktober, 1916 Uhr, Pollversammlung. llreisgeschSftsstcllc Slfässer Str. 88—88. Sonntag, 10. Okto» der, 9 Uhr. Handballspiel, Sportplatz Wuhlheide, neben dem Bootshaus. Freie Sportvereinigung Tegel 1889. Sonnabend, 17. Oklober, 19u, Uhr, Generalversammlung im„Alien»ru»". Tegel, Hauptstr. 18. Anschließend Bci- sammensein mit Familienangehörigen. �?%5 Freitag, 16. Oktober. Berlin. 16.05 Elscbeit: Turniersport-Jahresübersicht. 16.30 Lieder(Hans E. Hey, Baß-Bariton; Flügel; Julius Bürger.) 16.45 Unterbaltungsinusik. 17.25 Das neue Buch. 17.40 Dr. A. Habn: Zwölfhundert fahren ins Eismeer. 17.55 Clavichord und Cembalo. Charlotte Kaufmann. lr:.20 Funk-Notgemeinschalt des Deutschen Schrifttums. 19.00 Stimme sutn Ta�. 19.10 Mittellünfcn des Arbeitsamts. 19.15 Entstehmigsjabrc von Ueberbrettl and Kabarett. Manuskript: Erich Mühsam. 21.05 Tages- und Sportnachrichten. 21-15..Salome" von Richard Strauß. 22.30 Räuscher: Politische Zeitungsschau. 22.50 Wetter-, Tages- uud Sportnachrichten. Anschließend Tanzmusik und Konzert. Königswusterbausen. 16.00 Funkpädagogische Arbeitsgemeinschaft. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Alfred Auerbach: Christian Schubart auf dem Hohen-Asperg. is.00 Dr. Ernst Stern: Planwirtschaft des Kapitalmarktes? 1S.25 Prof. Dr. Saitschick; Menschenschicksal bei Shakespeare. 19.00 Wetter für die Landwirtschaft. 19.05 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19.30 Dr. Lufft: Lebensbilanz der Angestellten. 20.00 New York: Worüber man in Amerika spricht. 20.15 Breslau: Welt von gestern— Jugend von heute. /TV /�h/�S/v?V7N (> Theater, Lichtspiele usw. Slaals Tbealer Freitag, den IA. Oktober stealsoper unter den Linden 20 Uhr R i g o I e 1 1 o Staatl.Sikiu]«iilbns Qniannnnarki. 20 Uhr Florian Geyer Schlller-Theatcr CtirtottnMi). 20 Uhr Die Helral s'.uhr CÄSINO-IÜEAIER»'/. uh, Lothringer Strebe 37. IltillklllllMIMIIt■IIIIIIIII III II Hill llllllllll IUI IIMIIIIIIIIIIHIIII,),,,,,, Nor BOth»«Big« /VaifahrongeB Dodo, das Btfentiiche Aergernis und das bunte Pfograrnm Für die Leser: Outschein i-lPersonen. Parken nur SO Pf. Fauteull L— Mark, Sessel ISO Mark VolMsbtthne Thaater am Bülovalati 8 Uhr Zum I. Male Das vierte Gebot Yolksstfldc in 4 Aktm von Ludwig Anrengrubar Regie: K. H. Martin. Theater am Nollemiorfplata Täglich 8>> Uhi Max Adalbert In Oer beschleunigte Personenzug §ffidf.Oper Charloltenburg ßismarckstraße 34 Freilag. den 16. 10. Turnus IV Anfane 1«0 Uhi Hoflmanns Brzablangen Ende gegen 10% U Um-ItieatBi Dlr.Dr.Robert Klein Weidendimin 084«. 2797. 8'/« Uhr Der letzte Equipegew Homslka, Braasowetter, Sand rock, Faikenatein inlernalionalef Theater Kleines Theaten Unter den Undcn 44. S's Uhr: Fludif vor Midiael. BETRIEB K KlMPIHSKIl Boeten-Pdrsl Berlln- lUenkOllii Hermann- stralle 38 Berlin- Tenpeiho Berliner StraBe 13/ Gegrflndei 1908 F 2 NeakSIIn<414 Und Ut Dein Urlaub nodi fo klein» im Caie Sdiftncbcra muftl Du Sevelen felnl Inhaber: Wolfgang Crange. Hauptürache 23/24 I Sfotke, FabrikaHfille für Leib- siüft Belhvätäie varHauraaeit 8—5 Uhr. Sonnabendi 8—3 Uhr• Kleider und Salden»» Mechanisohe Fainwebsral Adlerahof A.-B. tSSTSSSSTSSTSTS, znaaDcroidemitH 0 llieea strelseo Kleider und Seldentterre aller Art Die Einnahmen sind kleiner, die Ausgaben mflssen eingescbrinkl werden. Wir passen uns diesen VarhiKnlssen an u. bieten Ihnen: Wundervolle pelzbe- oetzte Mäntel 39,75, 49.75, 69.-, 89.- Winter- Mäntel 22.60, 29.75, 39.75 Reinwollene Kleider plissiert 15.75 ' Jäckchen Flamenoa- Kleider 27.50 Ks. Marocaine- Kleider 19.75 Tweed- Kleider 10.75. 16.75 Oes bakennta Spealalhaua W. Bernhard Nachfl. 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