BERLIN ZMttwoch 21. Oktober 1931 10 Pf. flr. 494 B 24? 48. Jahrgang erschetvttSsIichavKerSonotas«. Zugleich Abeudauozabe de«.Dorwärt«'. Betllg«orei« beide Ausgaben 8i» Pf. xroWvche. S.SNM.»ro Monat. Redaktion und Expedition: BerlinSWöS.Lindeniir.s Femsprecher: Döndoff(A 7) 292—297 Antetgenpret«: Die einspalttgeNonpareilleiiile «oPf..Re«ameitiIe bM. Crmäßigunzen nach Tarif. Poüscheckkvnt»: Vvrwärts-Derlag G. m. b. Berlin Nr. S? 536.— Der Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Ameigcn vorl Mner Skandal in Braunschweig Oer Naziminisier verbietet das sozialdemokratische Partei- blatt, weil es die Wahrheit über die Hitlerei berichtete Die Blutschuld der Hitler-Banden Oer Pressedienst der Oeutschen Volkspartei stellt sie fest Braunschweig, 21. Qttober.((Eigenbericht.) Der sozialdeutokratische„Bolksfreund wurde soeben vom Innenminister Klagges auf die T a u e r von acht Wochen auf Grund der Notverordnungen des Reichs- Präsidenten zur Bekämpfung Politischer Ausschreitungen verboten. Zur Begründung dieses aufreizenden Verbots wird behauptet, daß der„Volksfreund" über den Hitler-Aufmarsch in Braunschweig eine Reihe Artikel aufhetzerischen und aufrührerischen«harakters gebracht habe, die nicht den Tatsachen entsprächen und die die öffentliche Sicherheit und Lrdnung in erheblichem Matze gefährdeten. * Dies Verbot ist ein offener Willkürakt, ein glätter Rechtsbruch durch den Nationalsozialisten Klagges, unter dessen Ministerschaft in Brounschweig die national- sozialistischen Horden zum offenen Bürgerkrieg übergegangen sind. Herr Ä l a g g e s hat die Terrorakte seiner Parteifreunde bisher glattabgelcugnet.. Das Verbrechen des Braun- schroeiger„Volksfreund" besteht darin, daß er in einer Fülle von Augenzeugenberichten die Wahrheit über das Treiben der Nationalsozialisten enthüllt hat. Wer wissen will, was und wie der„Bolksfreund" ge- schrieben hat, der braucht nur den„Vorwärts" oder ein anderes sozialdemokratisches Blatt lesen. Mit genau dem- selben Recht wie der„Volksfreund" könnte die ganze sozial- demokratische Presse im Reiche verboten werden— und ein sehr großer Teil der bürgerlichen Presse dazu! Die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Braunschwcig wird also nicht dadurch gestört, daß nationalsozialistische Mord- banden Arbsiterwohnungen stürmen und Arbeiter ermorden, sondern dadurch, daß das nationalsozialistische Verbrechen öffentlich angeprangert wird! Dies Zeitungsverbot ist ein E i n g e st ä n d n i s der Schuld. Dieser Minister, der durch ein Zeitungsverbot die Wahrheit unterdrücken will, trägt schwere Schuld an den blutigen Vorfällen von Braunschweig! Er hat die Notver- ordnung parteiisch gchandhabt. Er hat den Auf- marsch der Hitlerbanden zugelassen. Er hat selbst in Hitler- uniform den Terrorakten seiner Parteifreunde zugesehen— und er wagt es trotzdem, sie zu leugnen! Dieser Minister ist ein Minister gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung, er ist ein Minister für den Bürgerkrieg. Die gesamte sozialdemokratische Presse im ganzen Reiche wird dafür Sorge tragen, daß die Rolle dieses Ministers und seiner Terrorbanden öffentlich in weitesten Kreisen bekannt wird. Das Reichsinnenministerium aber steht vor der ernst- haften Frage: wie lange will es diesen von Braunschweig ausgehenden Provokationen noch zusehen? Von Braunschweig aus erfolgt eine unaufhörliche Stö- rung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit. Es gibt in Braunschweig einen Mann, der sie ständig gefährdet: das ist der Innenminister Klagges! Gegen das rechtlich unhaltbare Verbot ist sofort— zunächst in Braunschweig selbst— Beschwerde erhoben worden. Es ist jedoch zu verlangen, daß das Reichsinnenministerium schleunigst eingreift, um die durch den gegenwärtigen Re- gierungsstand in Braunschwcig schwer gestörte Ordnung und Ruhe wiederherzustellen. Was tui Groener? Der Bericht des Garnisonältesten nicht objektiv. vraunschwelg. ZI. Oktober.(Eigenbericht.) vcr hier bekannt gewordene Verichl des braunschweigischcn Sarnisonältesten Oberst Geyer deckt sich nicht einmal mit den polizeilichen Aeststellungen und wird als Der Pressedien st der Deutschen Volks Partei, die„Nationalliberale Correspondenz", veröffentlicht den folgenden Bericht über die Vorgänge in Braunschwcig: „Die Nachlese des Tages der Hitler-Bewegung i» Braunschwcig ist wenig erfreulich. Zwei Tot«, schwer oder erheblich Verletzte, deren Zahl mit 40 angegeben wird, dazu die Zahl der leicht oder leichter Verletzten die darum nicht iestzustellev ist, weil von diesen viele privatärztlich« Hilf« in Anspruch nahmen. Di« Polizei gab am Montag mittag die Zahl der Verletzten mit 00 an; die Zahl ist sicher aber höher. Eine Erklärung, die dos Innen- Ministerium der Presse zugchen ließ, wendet sich gegen d'e Aussossung, daß in Brounschweig„Straßenkämpfe"� tobten. Mit Recht, denn der Begriff der„Straßcnkämpfc" weckt Vorstellungen, die mit dem, was wirklich geschah, nicht übereinstimmen. So etwas wie echen Strohsnkamps gab es am Sonnabend in der Langen Straße, denn die Polizei selbst spricht da von einem „Strahengesecht". Aber was sonst noch geschah, waren Zusammenstöße. Freilich waren auch diese„Zusammenstöße" olles eher als lmnnlos— die Toten und die Zahl der Verwundeten sind dafür ein trauriger Beweis. Ilnd hier wird die Regierungskundgebung den wirklichen Vorgängen nicht gerecht. Es geht nicht an, die Schuld an den Zusammen- stoßen lediglich auf die Kommunisten abzuwälzen. Bei der im übrigen ausgezeichneten Organisation ist das eine vergessen oder doch nicht ausreichend gewürdigt worden: daß Braun- schweig.zwar seit einem Jahre„der Vorposten Hitlers", iin übrigen aber doch ein recht heißer Boden ist. Die aufreizenden Kampf- lieber, die unaushörlich durch die Straßen schallten, gehören wohl zum nationalsozialistischen Bekenntnis. Daß sie aber gerade in Braunschweig stark aufreizend wirken und Zwischenfälle provozieren könnten, hätte man vor- aussehen und um des ruhigen Ablaufs und des stärkeren Eindrucks willen vermeiden sollen. Desgleichen die Sprechchöre. Wenn die„rote Front", die es in Brounschweig nun doch ein- mal in ansehnlicher Stärke gibt, immer wieder hören muß. daß sie„zerschmettert" werden soll, dann darf man sich am Ende nicht wundern, wenn diese rote Front sich regt und aus ihre AN dem Gegner zu beweisen sucht, daß sie da ist und gar nicht daran denkt, sich kampslos zerschmettern zu lassen. Die Kämpfe i» den Altstadtstraßcn hätten sich werngstens zum Teil vermeiden lassen. In der Langestraße haben sie eigentlich nie aufgehört. Warum? Es sind stadtunkundige SA.-Leute in diese Straße geraten und haben ungewollt Anlaß zu dem„Straßen- gcsecht" gegeben. Aber warum hat man von der Lei- tung aus nicht den Befehl gegeben, diese und die anderen für„Braunhemden" nicht ungefährlichen Straßen zu meiden? Die Polizei hat ja verschiedentlich ver- sucht, die wichtigsten Zugangsftrahen abzuriegeln und Zusammenstößen vorzubeugen. In diesem Bemühen hätte man sie unterstützen sollen, und das ist nicht oder kaum geschehen. Die Polizei kannte nicht überoll sein, und sie konnte unmöglich alle Straßen, abriegeln. So aber gelang es immer wieder dem schrillen Ruf der Triller- pfeifen. Gruppen und ganz« Züge zu sammeln, die dann durch die Straßen stürmten. Der Ruf:„Fenster zu! Strohe frei!" in einer friedlichen Stadl hatte gewiß nichts mit dem Zweck der Tagung zu tun, und e? ist zu verstehen, daß er überall in den Zugongsstrohen Aufregung und Schrecken verbreitete. Dem Eindruck des Tages wurde damit bestiuimt nicht gedient. Damit nicht und mit manchem anderen auch nicht, daß zum Beispiel SA.-Leute vereinzelt Passanten anhielten und sie nach Waffen durchsuchten. Mit welchem Recht? fragten die, die das sahen. Die Hitlerleutc haben keine polizeilichen Befugnisse, und es muß erregend wirken, wenn Gäste einer S.todt sich als Herren gebärden und tun, was ihnen beliebt und was sie als erlaubt halten. Noch nlledem kann man es nerstehcn, daß die Reichsregierung Ileberlegungen anstellt, wie in Zukunft solchen Ereignissen vor- gebeugt wird." Oer Arbeitermörder Heymann. Ucber den von der Stoatsanivaltschast steckbrieflich verfolgten Nazi Rudolf Hey mann, der in Braunschweig den Reichs- banncrkameraden Fischer niederstach, wird unserem Plauencr Partciblatt solgendes mitgeteilt: Der Bursche ist etwa 23 Jahre alt. Er war im vergangenen Monat in Plauen und erzählte viel von seinem u n st ä t e n Wanderleben im In- und Ausland. In den vergangenen fünf Monaten will er fünf Staaten von Norwegen bis zur Schweiz durchwandert haben. Er besitzt einen Auslands- paß. Im September ist er nach Jena abgewandert. Möglicherweise ist er dort zum Dienst in den Nazikolonncn ge- kommen, woraus seine Anwesenheit beim Hitlertag in Braunschweig erklärlich wird.— Heymann gilt hier als verkrachtes Genie: er musizierte gelegentlich auch auf den Straßen der Stadt und hat sich auf den Wanderfahrten, die er mittellos zurücklegte, den llnter- halt in der üblichen Weise beschasst. Das ist das Material, aus denen die Nazis ihre Helden für das Dritte Reich rekrutieren. Der Auslandspaß wird dem Mörder die Flucht erleichtern. Hosfentlich wird er doch noch vor dem Entweichen gefaßt. nichk objektiv angesehen. Es liegt die Vermutung nahe, daß die Jnsormalionsquellcn de» Herrn Oberst nicht allzuweit vom Klagges- m'nisterium entfernt lagen. Wenn der Winisler Groener sich nur aus die nazisreundlichen Bekundungen Geyers und aus die selbst- oersländlich tendenziösen Berichte des in erster Linie ver- antworllichen Staalsministeriums stützen sollte, so würde das von der republikanischen Bevölkerung Brauaschweigs einfach nicht verstanden werden. Eine neue vienstbehinderung der Polizei durch den nationalsozialistischen Znuenministc, klagges am letzten Sonnlag glbt heule der..Bolksfreund" bekannt. Donach wollte sich der Pol'.zelhouptmonn Zogemann mit seinem Kommando gegenüber S S.- Ria nnschastea, die sich Polizeibesngnisse an- maßte«, durchsehen. Die Tlozis beschwerten sich bei ihrem Minister, der nicht» eiligere» zu tun hotte, als seinen ungesetzlich handelnden Parteifreunden zu Hilfe zu kommen. Klagges erklärte dem Polizcihauptmann:„Wenn die Führer der SS. und SA. die Absperrung so angeordnet haben, müssen die Leute so stehen bleiben, da sie ja den Beseht vom Führer haben." Der Polizeihauptmann mußte sich diesen Anordnungen seine» Ehes», der seinerseits dem„Führer" gehorchte, unter dem Hohngelächter der Nazis' fügen! Zwei MUalieder der Vereinigung der Arbeiterphologrophen Deutschland» aus Leipzig, die im Austrage der Portelpresse den Hitlerrummel in Brounschweig pholographlert und diese Ausnahmen auf etwa vierzig Filmen zur Kopierung und Entwicklung bei einer hiesigen Firma untergebracht halten, erlebten, daß ihnen da» gesamte Ausnahmematerial von der Srimlnol- Polizei beschlagnahmt worden ist. Anscheinend legl die Polizei Werl darauf, dast keine objektiven Bilder an die OefscnNichkeit gelangen können. -i- Der Bericht der Braunschweiger Landesregie- r u n g über die Vorgänge beim Nazitag ist im Reichsinnen» Ministerium eingetroffen. Er deckt sich, wie das Ministerium mitteilt, mit den Erklärungen des Braunschweiger Gesandten und auch mit dem Bericht des Reichswehrkommandeurs Geyer. Es wird hinzugesetzt, daß Minister Groener sämtliche Berichte, die er bekomme, also wohl auch die der republikanischen Organisationen, zur Grundlage seiner Entscheidung machen werde Ausdrücklich demen- tiert wird eine Meldung, daß Groener sich wegen der Folgerungen aus den Braunschweiger Ereignissen besonders mit dem Reichs- Präsidenten in Verbindung setzen werde. Fernsprechstörung in Braunschweig. Redaktion und Verlag des Braunschweiger„Voltsfreund"' waren, unmittelbar nachdem uns das Verbot gemeldet worden war, tele- phonisch nicht mehr zu ereichen. Nach Auskunft des Fernamtes war bei dem Braunschweiger Teilnehmer eine plötzliche Störung eingetreten. Was war am Kursttrstendamm? Ein Freund EchlageterS schwer verletzt. Die„Academia", Monatsschrift des(TV. der katholischen deutschen Studentenverbindungen, berichtet über die Haken- kreu�krawalle, die sich am 12. September am Kurfürstendamm abspielten, nachträglich noch das folgende: Die Mehrzahl der tätlich Angegriffenen waren überhaupt keine Juden. Unter den Schwerverletzten befand sich ein Hauptmann a. D.. ein Berliner Rechtsanwalt, der tagelang in Lebensgefahr schwebte und der weit über den CV. hinaus als der unentwegte Schützer und Pfleger des Andenkens u. l. Eartellbruders Schlageter bekannte Eartellbruder Dr. Peter Derichsweiler, der sich zur Ab- legung seines Assessorexamens in Berlin aufhielt und sich an dem Abend auf dem Heimwege befand. Er wurde ohne jeden Anlaß von Nationalsozialisten niedergeschlagen, so daß er blutüberströmt ins nächste Aranlenhaus gebracht werden mußte. Die Verletzungen sind derart, daß er noch jetzt völlig arbeitsunfähig ist und sich mUer ständiger ärztlicher Aufsicht befindet. Wie die„Germania" hinzufügt, hat dieser Dr. Derichs- weiter am 23. Mai d. I. bei der Einweihung des Schlageter- Denkmals auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf eine Rede an die deutsche Jugend gehalten! Alarm über Rußland. Noch eine Erttärung über einen auffälligen Aufsatz. Der Artikel der„Germania", der eine bevorstehende Z a h- lungseinstellung Rußlands ankündigt, ist nur in einer Vorausgabe, aber nicht im heutigen Morgenblatt des Zen- trumsorgans erschienen. Die zuständige deutsche Stelle erklärt dazu- bis jetzt nicht das geringste Anzeichen für eine solche Mahnahme Rußlands zu haben. Wohl ist die rusiische Handelsbilanz vom vorigen Jahr init 87 Millionen Rubeln, im letzten Jahr mit ZW Millionen Rubeln passiv gewesen, und an dem Einfuhrüberschuß nimmt Deutschland mit öt) Proz. teil, aber in dieser Passivität liegt ebensowenig ein Grund zur Zahlungseinstellung als in einer passiven Handelsbilanz bürgerlich-kapitalistisch wirtschaftenden Staaten. Während in diesen Staaten ein Moratorium als sozusagen normale Lebensäuherung des kapitalistischen Systems und keineswegs als ein Zeichen seines Untergangs angesehen wird. behauptet« der erwähnte Artikel, die Folge eines russischen Maro- toriums könnte wohl ein Umsturz in Rußland sein. Auch dafür sieht man an hiesiger amtlicher Stelle gar keinen zureichenden Grund. Die russischen Zahlungsverpflichtungen in Deutschland betragen im laufenden Vierteljahr-ZO Millionen Mark; sie übersteigen für das Jahr 1932 bis jetzt nicht 499 Millionen Mark, die unter« Grenze ist 399 Millionen Mark. Verschiedene Industrien, besonders sächsische, drängen auf Er- höhung der Ausfallgarantie für Rußlandlieferungen durch das Reich und die Länder, wofür zur Zeit insgesamt 799 Millionen Mark bestimmt sind. Diesen Wünschen kann nicht Rechnung getragen werden. Garantiesummen werden nur in dem Maße frei, als früher gewährte Garantien durch Bezahlung der Rechnungen wegfallen. Hoover gegen den 8oung-Z)lan. Amerika soll Frankreichs Sicherheit garantieren, um Abrüstung zu erreichen. New Bor!» 21. Oktober.(TU.) Aus gutunterrichteter Washingtoner Quelle verlautet, daß Hoover vor Finanzberatern rundweg erklärt habe, der Noung-Plan sei ein ebenso trauriger Fehlschlag wie der Dawes-Plan. Hoover ist im Augenblick noch mit der Ausarbeitung des Programms für die Besprechungen mit Laval beschäftigt. Aus diesem Grund« wird er auch an der Beisetzungsfeier für Edison nicht teilnehmen. Abschwächung des Kellogg-Paktes wird betrieben. Paris, 21. Oktober.(Eigenbericht.) Wie der Washingtoner Korrespondent des„Petit Parisien" meldet, wird die Idee einer Vervollständigung des Kellogg-Paktes in Amerika mit der bevorstehenden Ankunft Lavals immer stärker. Im Staatsdepartement halte man es nicht für unmöglich, daß Amerika auf gewisse Neutralitäts- rechte im Kriegsfalle verzichtet, wenn die Wirtschaft- liche Blockade von anderen Mächten gegen einen Angreifer be- schlössen werden sollte. Die Vorbedingung dafür sei aber, daß die Vereinigten Staaten selbst den betressenden Staat als Angreiser anerkannt haben und sich nach Beratungen mit anderen Mächten vollkommen unabhängig aussprechen. Die Ansichten des Staats- departements liefen im allgemeinen mindestens ein Jahr denen des Weihen Hauses und des übrigen Landes voraus, doch habe sich in New Bork bereits ein Ausschuß unter dem Vorsitz des Präsidenten der Columbia-Unioersität Butler gebilbst, der prüfen soll, in welchem Maße es wünschenswert ist, daß die V. reinigten Staaten an wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Angreiser teilnehmen. Der Vertreter der„Associated Preß" berichtet von Bord des „Jsle de France", Ministerpräsident Laval habe zu verstehen gegeben, daß er bereit sei, dem Präsidenten Hoover auf halbem Wege ent- gegenzukommen, wenn Hoover irgendwelche Vorschläge mache, die für das französische Parlament annehmbar seien. Wenn er(Laval) die Zusage amerikanischer Zusammenarbeit erhalten könnte, die vom französischen Standpunkt aus eine Einschränkung der Der chinesisch-japanische Konflikt Drohende Zuspitzung— Erregung in Aanking N a u k i ng, 21. Oktober.(Reuter.) In den amtlichen Kreisen und in der Bevölke- rung hat die Ankündigung der fünf japanischen Forde- rungen für eine Regelung des mandschurischen Konflikts große Entrüstung hervorgerufen. China lehnt die fünf japanischen Punkte ab. Moskau, 21. Oktober. Nach einer russischen Meldung aus Peking hat Marschall Tschanghsueliang erklärt, die chinesische Regierung lehne die fünf Punkte Japans ab und oerlange, daß die japanischen Truppen in einer Frist von zwei Wochen aus chinesischem Gebiet zurückgezogen werden. Erst nach der Räumung des besetzten Gebietes durch die Japaner werde die Nanking-Regierung Verhandlungen mit Japan einleiten. Schanghai, 2t. Oktober. Etwa 20 000 Personen erwarteten heute vormittag mit Fahnen und Biusikkapellen in den Straßen die Ve r- treter von Kanton, die hier eingetroffen sind, um mit der Regierung von Nanking über die Einigung Chinas zu verhandeln. Unter den IS« Delegierten von Kanton befinden sich der Präsident der K u 0 m i u- taug Wangtschingwci, Dr. Eugen Tsche« und Tschang- fakwei, der Oberbefehlshaber der sogenannten„Eisen- feiten". Washington, 21. Oktober. Staatssekretär Stimson übersandte gleichlautende Noten an China und Japan, in denen er die beiden Mächte auf ihr« Ver- pflichtungen aus dem Kellogg-Pakt hinweist. Stimson unterrichtete Japan im übrigen, daß die Vereinigten Staaten von dem im Kellogg-Pakt vorgesehenen Mittel wirtschaftlicher Zwangs- maßnahmen keinen Gebrauch machen würden. Freigesprochene Nationalsozialisten Sind friedliche Reichsbannerleute schutzlos? Bor dem Schöffengericht Tempelhof wurden gestern zwei Nationalsoziali st en von der Anklage des Land- friedensbruchs und der Körperverletzung freigesprochen. Die Verletzten waren Reichsbannerleute. Der Zuhörer konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, daß bei besserer Vorbereitung der Ge- richtsverhandlung vielleicht ein anderes Urteil erfolgt wäre. Frei- spräche von Nationalsozialisten, die schuldig sind, kommen ungewollt einem Ansporn zu neuen ähnlichen Heldentaten gleich. Am 2. September d. I. hatte die Sozialdemokratische Partei im Sportpalast eine Versammlung. Den Reichsbanner- leuten wurde geraten, beim Nachhaufegehen Vorsicht zu üben, da die Nationalsozialisten am selben Abend in der Bockbrauerei eine Ver- sammlung haben. In der Belle-Alliance-Straße sahen sich die m losen Gruppen gehenden Reichsbannerleute plötzlich einer U e b e r- zahl von Nationalsoziali st en gegenüber. Der(31jährige Gewerkschastsangestcllte H. wurde von 2S bis 39 Mann umzingelt, es wurde auf ihn eingeschlagen und er erlitt drei bis vier Ver- wundunge n. Der 29jährige Schneidergeselle F. hörte Hilferufe. Er lief mit den Kameraden zu den Hilferufenden. Einige Reichs- bannerleute lagen bereits auf dem Boden. Die Straße war von 59 bis 199 Nationalsozialisten abgesperrt. Die Rcichsbannerleute wurden aufs gemeinste beschimpft. Auch F. wurde von etwa 29 Personen umzingelt, erhielt von dem ihm von früher her bekannten Angeklagten Höhr mit einem harten Gegenstand einen Schlag gegen den Kopf und trug«ine offene Wunde am linken Auge davon. Schwer verwundet wurde außer F. auch der Reichsbonnermann P. Die beiden Angeklagten Höhr und Kühn bestritten jede Schuld. Kühn erklärte, er habe sich, da er von einer Uebermacht angefallen worden sei, in Abwehrstellung befunden; Höhr wollte erst mit seinen Kameraden herangekommen sein, bevor die Polizei auf dem Schauplatze erschien. Deine Kameraden bestätigten das. Dagegen sagte ein junger Student und Reichsbannermann aus. daß auch er Höhr, den er seit langem kennt, in der Nähe von F. gesehen und ihn auch rufen gehört habe: Wollen wir sie auf Waffen untersuchen! In diesem Falle stand also Aussage gegen Au?- sage. Zwar berief sich F. noch auf weitere Zeugen, sie waren jedoch nicht anwesend. Man erhielt auch kein absolut klares Bild über die zahlenmäßige Stärke der einen wie der anderen Partei. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die oerletzten Reichsbannerleute, die als Nebenkläger dazu berufen gewesen wären, hatten es ver- säumt, durch Ladung von Polizeibeamten und anderen Augenzeugen der Vorfälle auf der Belle-Alliance-Straße für die notwendige Klarheit zu sorgen. Hoffentlich legt der Staatsanwalt gegen den Freispruch in bezug auf Höhr Berufung ein. Kmderschänder und Hiilermann. Dieser Hakenkreuzler stach Neichsbannermann nieder. Vor dem Schöffengericht in Frankfurt(Oder) hatte sich der 27jährige Nationalsozialist Anton Gierock aus Petersdorf bei Lagow wegen schwerer Körperverletzung zu verantworten. Gierock hatte am Tage des Volksentscheids, am 9. August d. I., gelegentlich einer von Nationalsozialisten in Lagow provozierten Auseinander- setzung den Borsitzenden des Reichsbanners in Lagow, Paul Müller, in hinterlistiger Weis« erstochen. Nach dieser feigen Bluttat fluchtete der Täter und ließ den Schwerverletzten mit dem Messer im Rücken hilflos liegen. Ueber die Persönlichkeit des Gierock gibt der Zluszug aus einem umfangreichen Strafregifter Auskunft. Gierock ist vorbestraft wegen K i n- derschändung mit Gewaltanwendung, wegen schweren und ein- fachen Diebstahls und Unterschlagung. Insgesamt tjat diese 27jähr>ge Zierde der Nationalsozialistischen Partei bereits 6-4 Jahre hinter Gefängnismauern zugebracht: sämtliche Strafen mußte er wegen teils sehr schwerer krimineller Derbrechen ver- büßen. Der Staatsanwalt hatte jetzt eine Gesamtstrafe von einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis beantragt. Das Urteil erkannte auf 1 Jahr 1 Monat Gefängnis. Allgemein wurde dieser Spruch als sehr milde empfunden. Rü st ungsaus gaben rechtfertigen würde, so würde der Spielraum für seine Washingtoner Verhandlungen erweitert werden. Im Zusammenhange hiermit verlaute, daß Laval bereit sei, ein Ab- kommen vorzuschlagen, daß im Falle eines Krieges, in den eines der beiden Länder oerwickelt würde, keiner der beiden Ber- iragspartner die Verwendung seiner Hilfsmittel gegen den anderen gestatten würde. Die französische Auffassung gehe dahin, daß ein derartiges Abkommen scharf umrissen sein und möglicher- weise noch andere Mächte als Unterzeichner einschließen. sollte. Falls dann Frankreich oder die Vereinigten Staaten oder eine andere Signaturmacht angegriffen werden sollten, würde keine dem Abkommen beigetreten« neutrale Macht den Angreifer durch Lieferung von Munition oder anderen Borräten unterstützen. Das Haager Gericht würde zu entscheiden haben, wer der An- greiser sei. Ausbruchsversuch Scheringers. Rechtzeitig bemerkt und vereitelt. Der frühere Reichswehroberleulnanl Scheriager, der bald nach seiner Verurteilung durch da» Reichsgericht von den Rationalsozialisten zu den Kommunisten übersiedelte, hat dieser Tage aus dem Untersuchungsgefängnl» in Moabit einen Aus- bcuchsversuch unternommen. Scheringer befindet sich seit der verbüßung der Festungshaft in Moabit, weil gegen ihn ein Versahren wegen verjuchten Hochverrat» schwebt. Zn der Rächt zum vorvergangenen Dienstag versuchte er. mit einer Feile einen Gitlerslab in seiner Zelle durchzufeilen. Der Ausbruchs- versuch wurde jedoch srühzeilig bemerkt. Scheriuaer wurde darauf- hin umquartiert und in einer besonders sicheren Zelle untergebracht. Unterbrechung der Sitzung sangen die Sozialisten revolutionäre Kampflieder. Darauf wurde die Aussprache sortgesetzt, jedoch vom Sejmmarfchall schließlich auf Freitag vertagt. Dem Verdienste die Tantieme! Hilgenberg belohnt Schmidt für Harzburg. Der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Hauptmann a. D. Otto Schmidt ist Geschäftsführer des Ausschusses der nationalen Opposition. Hugenberg hatte chm die Organisation der Harzburgcr Parade übertragen. Für seine Dienste hat ihn Hugenberg belohnt, er hat Herrn Schmidt einen Aufsichtsratsposten in der U s a mit den dazu gehörigen Tantiemen gegeben. Die Generaloersammlung der Ufa vom 12. Oktober wählte Herrn Schmidt neben den Herren Dr. K r e u t e r und Struck- mann neu in den Aussichtsrat. Giurm im Sejm. Die Opposition wehrt sich. Warschau. 21. Oktober. Im Sejm wird jetzt auf Antrag des Regierung-b�ocks eine Reform" der Geschästsordnung zur Knebelung der Opposition !„beraten". Als der frühere Justizminister Car am Rednerpult erschien, explodierte die Entrüstung der Opposition so heftig, daß die Sitzung unterbrochen wurde. Die Sozialisten riesen ihm „Rechtsbrecher!" und ähnliches zu. Als der Sejmmarschall zwei Sozialisten von der Sitzung ausschloß, weigerten sich diese, den Saal zu oerlassen. Auch die Bemühungen der S e j m w a ch e. die den Sozialisten Sledzinski gewaltsam aus dem Saale ent- fernen wollte, scheiterten am hartnäckigen Widerstand der Sozialisten. Es kam Zu einem regelrechten Handgemenge, bei dem zwei Sejmpolizisten verprügelt wurden. Nach der "12 Grubenopfer in Herne. Zwei weitere Bergleute ihren Verletzungen erlegen. Die Zahl der Todesopfer des Grubenunglücks auf der Zcchc Moni Ccnis hat sich aus 17 erhöht. Rachdem noch am Dienstagabend drei verletzle Bergknappen gestorben waren, find in der Rächt zum Mittwoch zwei weitere Bergleute ihren schweren Verletzungen erlegen. Zn den Krankenhäusern Bergmanns- heil und Börnig befinden sich noch 14 verletzte. Bergrutsch bei �aipnr. Madras, 21. Oktober. Eine schwere Bergrutschkatastrophe, die etwa 39 Todesopfer forderte, hat sich in der Nähe von Daipur ereignet. Das Unglück ist«ine Folge der großen Regenmengen, dis in den letzten Tagen in der dortigen Gegend n'edergegangen sind. Die Eisenbahnlinien nach Bengalen und Nagpur sind an vielen Stellen unterbrochen. Man befürchtet, daß es mindestens 19 Tage dauern wird, bis der Verkehr wieder aufgenommen werden kann Die pariser Gäste wieder abgereist. Der Präsident des Pariser Eonseil Municipal, Latour, ist heute srüh mit den Herren seiner Begleitung vom Bahnhos Fried- nchstraße nach Paris zurückgereist. Zum Wschied waren neben dem französischen Botschafter Franqois Poncet der Oberbürger- meister Dr. Sahm sowie einige Mitglieder der Stadtverwaltung anwesend. Llebersall auf Geldbriefträger. 8(X) Mark erbeutet.— Täter auf Motorrad geflüchtet. Auf den SSjährlgen Geldbrieflrägcr Schildeisen vom Post. omi in Pankow wurde heule miliag ein verwegener Raubüber- fall verübt. Zwei jüngere Burschen raubten Schildeisen seine Geld- lasche und flüchteten auf einem Motorrad. Bisher fehlt von den Tälern jede Spur. Die jugendlichen Verbrecher hatten sich zur Ausführung der Tat eine außerordentlich günstige Gegend ausgesucht Nach ihrem Vorgehen scheint es sich also um ortskundige Personen zu handeln. Der Geldbriefträger befand sich wie gewöhnlich auf seinem Bestell- gang und passierte gegen 11.15 Uhr die Ecke cheynstraße und Florapromenade. Die Straßenkreuzung liegt gegenüber einem freien Bahngelände. An dem Beamten fuhren zwei Motor» radsahrer vorbei. Der Führer des Rades stoppte ganz unvermittelt ab und fein Begleiter, der auf dem Soziussitz saß, sprang ab und stürzte sich mit einem Messer aus den Po st- b e a m t e n. Ehe der noch recht zur Besinnung kam, hatte der Bursche den Haltcriemen der Geldtasche durchschnitten und die Tasche an sich gerissen. Mit der Beute stürmte der Täter zu seinem Kom- plicen, schwänz sich wieder auf das Motorrad und beide rasten mit Vollgas davon. Der Ueberfallene hatte noch versucht, den Täter sestzuhalten, mußte aber schließlich davon ablassen, da er mit einem dolchartigen Messer bedroht wurde. Die Tasche enthielt nach den bisherigen Feststellungen etwa 800 Mark bares Geld und einige Wertbriefe. Die Kriminalpolizei hat die Nachforschungen nach den flüchtigen Tätern, von denen bisher noch keine genauen Personalbeschreibungen vorliegen, aufgenommen. Bekannier Berliner Apotheker verhastet. Wegen Fälschung von Nauschgistrezepten! Der frühere Besitzer einer der bekanntesten Apotheken der Friedrichstadt, der Apotheker Fritz Sch., ist jetzt, nachdem man ihn länger« Zeit gesucht hatte, von der Berliner Kriminalpolizei fest- genommen worden. Sch. ist Mo r p h i n i st und verfiel diesem Rauschgift trotz mehrerer Entziehungskuren immer wieder. Als er noch seine eigene Apotheke besaß, hat er wiederholt die Gistschränke, die von seinen Angestellten abends abgeschlossen worden waren, nach Geschäftsschluß erbrochen, um sich Morphium zu beschaffen. Später ging er dann dazu über, in großem Umfange Rezepte zu fälschen, und es gelang ihm auf diese Weise, immer wieder Morphium zu bekommen, bis man diesen Fälschungen auf die Spur kam. Gherwood:„Die Waterloo-Brücke." Tribüne. Vor zwei Iahren kam der Amerikaner Robert C. Sherwood in historischer Vermuinmung.„channibal ante. Portas" bemühte sich, einen guten Shawschen Eindruck zu machen, war aber nichts weiter als ein schlechter Witz, denn die Pointe fehlte. Jetzt siedelt sich der Millionärssprößling und Literat im Kriege an, und.es wird fürchterlich. Ein kanadischer Parsifal in Kakiunifonn will sich von den Strapazen des Krieges und des Lazaretts in London erholen. Auf der Waterloo-Brücke trifft er sie, der sofort sein ganzes Herz gehört. Leider ist sie eine kleine, bescheiden«, in den Rinnstein gestoßene Nutte, was sie zwei Akte lang verschweigt. Der unberührte Ka-� badier merkt nichts, bis ihm im dritten Akt der Star gestochen wird? kurz vor der Kriegstrauung. Aber die Liebe sitzt mit Widerhaken in seinem Herzen, und auf der Waterloo-Brücke kommt es zu einem rührenden, wild-heißen Zlbschied. Er geht ins Feld, und sie hebt ein Streichholz hoch, um die Ausmerksamkeit des deutschen Fliegers zu erregen und durch einen Bombensplitter zu enden. Die Bombe bleibt dem Zuschauer erspart... Der erste Akt hat Stimmung. Ueber den Menschen liegt die Angst vor einem drohenden Verhängnis. Aus ihren Reden spricht die Mutlosigkeit, die Resignation über ein sinnloses Schicksal, über einen Krieg, für den keine Notwendigkeit besteht, dann gleitet alles ab ins Triviale, Dagewesene, Schematische. Die Menschen sind Magazinattrappen mit Zuckerguß. Verlogene, soziale Rührung soll dazu den Kohl fett machen. Die Aufführung der Sherwoodschen Mache zeugt für die Ziel- kosigkeit der Berliner Theaterleiter. Das amerikanische Publikum ist anders orientiert als das deutsche, und die amerikanisch« Dra- matik steckt in Stadien, die Europa hinter sich hat. Unterhallungs- wäre, die sich mtt kitschiger Problematik kostümiert, und in einem bunten, literarischen Röckchen spazieren geht, wirkt abstoßend in einer Zeit, die im schwersten Existenzkampf steht. Was gehen uns diese privaten Sorgen an, die nicht einmal künstlerisch geformt sind? Die schauspielerisch« Leistung, die Regieeinfälle entscheiden nicht, es kommt auf das Drama an. Schauspieler wie W i e m a n n, Grete Mosheim oder von Plate» können eine Situation retten, und man bedauert immer wieder, welche Darstellungskunst an unzureichenden Stoffen verschwendet wird. k. 8cd. Hegels Dialektik. Zweiter Tag des internationalen Hegel-Kongreffes. In der Vormittagssitzung des zweiten Verhandlungstages stand das Referat von Professor Nicolai Hartmann, Universität Berlin, im Mittelpunkt der Arbeit des Kongresses. Professor Hart- mann beschränkt sich nicht, wie so mancher Redner des Kongresses, auf schwierige Auseinandersetzungen in der eigenen und ebenfalls schwierigen Begrisfssprache Hegels, vielmehr nahm er als Syste- matiker zu Hegels Philosophie Stellung. Sein eigentliches Thema war„Denkdialektik und Realdialektik", d. h. Hart- mann versuchte in das Innere von Hegels zwar berühmter, aber wenig verstandener Methode einzudringen. Der Redner wandte sich mit aller Entschiedenheit gegen eine bloß formale Auffassung der Hegelschen Dialektik. Ihre übliche Charakterisierung als die Methode des Dreischritts von Thesis(Behauptung), Antithesis (Widerspruch) und Synthesis(Zusammenfassung), dringt zum Kern der Methode Hegels überhaupt nicht vor. Die Dialektik ist keine bloße Gedankenbewegung, keine bloße Denkdialektik, die Wirklichkeit selbst ist dialektisch, d. h., sich wider- sprechend und zu immer neuen Lösungen fortschreitend. Das Ver- hältnis von Proletariat und bürgerlicher Gesellschaft ist ein solches sich widersprechendes Verhältnis, das zu seiner Auflösung hintreibt. Hier liegt also ein dialektisches Verhältnis der Wirklichkeit, also eine Real dialektik vor. Marx war es, der diese Dialektik zum Angelpunkt seiner Welt- anschauung gemacht hat. Die Methode Hegels verflüssigt die Be- griffe der formalen Logik, aber auch die scheinbar festen Dinge gehen ineinander über. Die Well selbst ist ein ständiger Uebergang. Der Vortragend« stellt die Frage, was heute noch von Hegels philo- sophischen Einsichten bestehen kann: Er kommt zu dem Ergebnis, daß im Bereiche des Naturerkennens, aber auch vieles von Hegels Hauptwerk, der„Logik", heute nicht mehr haltbar fei. Aber wir sind heute noch keineswegs so weit, dies mit Sicherheit zu beur- teilen. Eine Kritik Hegels, die von solchen Voraussetzungen aus geübt wird, zerstört keineswegs sein Werk, eine solche Durchprüfung des Hegelschen Systems deckt nur seinen eigentlichen Wirklich- keitsgehalt auf. Profesior Hartmann bestreitet gegenüber früheren Rednern, daß Hegel historisch verstanden werden könne. Nur aus einer systematischen Fortarbeit kann sein Werk verstanden werden. Das Verhältnis von Real- und Denkdialektik wirft«ine weitere und noch grundsätzlichere Frag« auf. Wie steht es eigentlich mit der realen, wirklichen Welt? Wie weit erfordert diese Welt überhaupt ein dialektisches Denken? Erscheint nicht die Welt der Dinge stabil, fest? In gewissen engen Grenzen, ja. Aber sobald diese Grenzen überschritten werden, sind unsere überlieferten Begriffe fragwürdig. So ist z. B. der Begriff des Raumes aus der Anschauung unserer dreidimensionalen Wirklichkeit gewonnen. Schon die griechische Geometrie hat den Raum so verstanden. Aber haben wir nicht durch die Relativitätstheorie erfahren, daß die geometrischen Gesetze auf größte Räume, Welträume, an- gewandt, versagen? Der Raumbcgriff, und nicht nur er, mußte um- gebildet werden. Nur in engen Verhältnissen herrscht Sicherheit, in größeren Verhältnissen jedoch die Unsicherheit, der Widerspruch. Professor Hartmanns höchst eindrucksvoll vorgetragene Aus- führungen wurden begeistert ausgenommen. Mit Recht äußerte der Vorsitzende Lassan, daß dies« Ausführungen, ständen sie zur Diskussion, Gegenstand einer achttägigen Aussprache sein würden. Vor allem, so scheint es uns, müßte man dann prüfen, ob Deichen und Sein so auseinandergerissen werden dürfen, wie es bei Hart- mann geschieht. Denken und Sein gehören zusammen wie das Ein- und Ausatmen(wi« Theorie und Praxis). Dieser Einwand betrifft jedoch die Grundvoraussetzung Professor Hartmanns. Er kann deshalb hier nur angedeutet werden.). P. M. Die schalkhaste Witwe. Lindenoper. Nie war ein Libretto leichter zu erzählen, so schematisch. so ohne Ueberraschungen, Komplikationen und Szenenüborschncidungcn läuft die Handlung ab. Man denke: vier Männer begehren eine schöne Frau: jeder einzelne macht ihr seinen Besuch, erklärt ihr seine Lieb«, jede einzelne übersendet ihr Brief und Geschenk, jeder einzelne(es wird alles umständlich gezeigt) erhall ihre Antwort— und diese einfachen Begebenheiten, die allerdings immer mit vier zu multiplizieren sind, füllen, es ist nicht zu glauben, zwei allzu lange Akte. Im letzten nun verfällt die unentschlossene, aber schalk- hafte Schöne auf eine ingeniöse und kapriziöse, wenn auch nicht ganz neue Lustspielidee: sie will die Treue der Braven erproben und tut es auch auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege der Ver- tleidung. Hier sondern sich zum erstenmal die bisherigen Schick- salsgenossen voneinander: drei sind wankelmütig, einer aber ist standhaft: der wird auch, o belohnte Tugend, prompt geheiratet, nicht allerdings ohne daß die schalthaftc Witwe eine erklärende An- spräche an alle vier, an einen nach dem anderen, gehalten hätte---- Dieser Text ist von Mario Ehisalberti nach einem Stück des unerschöpslichen Goldoni. Es wäre interessant zu wissen, wie-; weit der alte Venetianer hier versälscht ist; gerne mag zugegeben werden, daß gerade in der differenzierenden Multiplikation der Szenen, in der vielfachen Variation des gleichen Geschehens wirk-| same Lustspieleffekte enthalten sein können. Die Gesetze des Lust- lpieles aber sind nicht die der komischen Oper! Die Musik verlang- samt das Tempo, zerrt die Szenen auseinander und vermittell bei so hemmungslosen Reibungen eher den Eindruck der Gleichförmig- keit als den amüsanter Unterschiede. Die Liebhaber sind: ein feu- riger Italiener, ein dummstolzer Spanier, ein langweiliger Eng- länder und ein ewig lüsterner Franzose; im Italienischen mag die solcher Art gewonnene Komik viel wirksamer sein. Der Diener Arlecchino— dem auch die Partnerin nicht fehlt, die Zofe, die hier Marionette heißt— ist«ine Art Figaro; er vertauscht Briefe, schä- kert mit dem Mädchen, stürzt sich in Verkleidungen und ist leiden- schaftlich bemüht, die Fäden des allzu durchsichtigen Gewebes der Handlung zu verwirren, ohne daß diese paar Szenen das lahme Libretto zu beflügeln vermöchten. Zu diesem Text nun schrieb Ermanno Wolf Ferrari, der mit einer ganzen Anzahl komischer Opern bereits Glück und Erfolg hatte, die Musik. Eine Musik, die so tut, als hätte Mozart vor wenigen Iahren noch gelebt, die von der Entwicklung der letzten hundert Jahre nichts weiß, nichts wissen will. Wenn' auch eine stUistische Hauptströmung eine Zeit nicht ganz auszufüllen vermag. wenn wir sicherlich nicht alles für die Moderne in Anspruch nehmen dürfen, was in unserer Zett an Musik geschrieben wird, und auch anders geartete Künstler fruchtbar zu wirken vermögen, so ist wohl die Entfernung zu groß, die diese Musik von dem Empfinden un- serer Tage trennt, mag sie ihre Existenz bewußter Nachahmung oder einem Musikempfinden des Komponisten verdanken, das dem vergangener Zeiten entspricht. Auch in diesem Rahmen aber scheint uns Wolf Ferraris Musik— eine liebenswürdige Musik voll Fein- heit und Grazie— nicht kraftvoll genug im melodischen Einsall (auf den ja letzten Endes alles gestellt ist) und ohne rhythmische Fantasie, wenn ihr auch Meisterschaft im Detail, in der Orchester- behandlung, Meisterschaft überhaupt nachgerühmt werden muß. Franz Ludwig Hörth hatte das Werk staatsopernmähig prunkvoll, wenn auch nicht immer geschmackvoll in Szene gesetzt (Gesamtausstattung: Teo Otto). Die Aufführung unter Blech war ausgezeichnet. Vera Schwarz meisterte die schwierige und nicht sehr dankbare Titelpartie, Scheidt. Soot, Li st und W i t- irisch waren die vier ominösen Kavaliere; besonders rühmend zu erwähnen der Arlecchino Domgraf-Faßbaendcrs und die im Spiel entzückende Marionette der Tilly d e G a r m o, die Schwung und Bufostimmung in das Ganze brachten. Ein geschmack- volles Ballett(Laban) erhöhte die Schlußwirkung der färben- prächtigen pompösen letzten Szene. Großer Beifall. •Arnolck Walter. Gertrud Rauh und Elfriede vechmann, zwei der Klamt-Schul« entsprossene junge Tänzerinnen, sah man im Robert-Schu- mann-Saal. Beiden gemeinsam eine unfehlbare Technik und ein vornehmer Kunstwille, der nur mit soliden Mitteln wirkt und augenoerblendende Effekte ablehnt. Im übrigen aber zwei grund- verschiedene Persönlichkeiten, die nicht zusammenstimmen und kluger- weise nur einmal, im Eingangstanz, zu einem(zerflatternden und übergangslosen) Duo sich vereinten. Die Rauh kraftvoll, sicher be- rechnend und meist sicher wirkend, offenbar willens und befähigt. ein Günstling des Publikums zu werden. Die Bechmann nach innen gekehrt, suchend, in kargen Linien und zarten Farben schwer sich erschließend, aber in der tiessten Tiefe, in dem was not tut. vielleicht gehallvoller als die Kolleain. Iedensalls zwei wertvolle Hoffnungen für die moderne Tanzbühne. J. S. USA. ohne Licht— zu Ehren Edisons. Am Tage der Bei- setzung Edisons wird die Stadt New Ziork eine Minute lang am Abend in Dunkelhett gehüllt sein, um dem Andenken des großen Erfinders huldigen. Die anderen Städte der Vereinigten Staaten haben sich dem Beschluß New Jorks angeschlossen. Das Shubert-Iheater in New Jork, Amerikas größtes Bühnen- unternehmen, mußte seinen Bankerott erklären. Die Passiven be- tragen 20 Millionen Dollar. Der Shubert-Konzern unterhielt in Amerika Dutzende von Bühnen, die sehr häufig deutsche Stücke spielten und auch oft deutsche Schauspieler beschäftigten. Der Zu- sammenbruch des Konzerns ist nicht zuletzt auf die schwierig« Wirt- schaftslage, in der sich auch Amerika heute besindet. zurückzusührem Franziska Elmeareich, di« bekannte Tragödin, ist im Alter von 84 Iahren gestorben. StaatSoper Unter de« Lind«: Hans P s i tz n e r hat die Inszeniening seines am 12 November zur Uraufführung gelangenden Werkes„Tas Herz" übernommen. Di« Galerie Flechtheim eröffnet am 24. eine Ausstellung von neuen Gemälden von Karl Schmidt-Rottluff und Skulpturen des lata- konischen Bildhauers M a n o I o. ü Wieder 500 Bergleuie abgebaut. Die Vereinigten Stahlwerke haben Sorgen. Duisburg-Hamborn, 21. Oktober. Die bei der Bergbaugruppe Hamborn der Bereinigten Stahl- werke abgehaltenen Berhandlungen über die am 13. Oktober er- folgte Kündigung von 500 Bergleuten endeten mit der Aufrecht- erhaltung der Kündigungen, was damit begründet wurde, daß die Absatzschwierigkeiten im 5lohlenbergbau diese Mahnohme nicht länger vermeiden lassen. Die letzten 300 Mann entlassen. Von 1000 in der Hönninger Kali-Chemie. Hönningen(Rhein). 21. Oktober. Die Werkleitung des Hönninger Werls der K a l i- C h c in i e A.- G. Berlin hat der gesamten Belegschaft zum 15. November gekündigt. Damit werden die letzten 3 l) 0 21 r b e i t e r dieses Werkes, das»och vor kurzem 1000 Arbeiter beschäftigte, brotlos. Die Werkleitung sieht wegen des großen Absatzmangels für das Haupterzeugnis Baryt keine Möglichkeit, den Betrieb gegenwärtig weiterzuführen. ,/Einheitsfront" in der BVG. Kozis und Nazis gegen Gewerkschaften. Nach der jüngsten Betricbsratswohl in der Berliner Verkehrs- Ä.-G. besteht der Arbeiterrat aus 11 Freigewerkschaftern, 10 NGO.-Leuten, 2 Fachverbändlern(GJE.) und 2 Nazis sowie je 1 Deutschnationalen und 1 Christlichen. Im Betriebsrat haben die freien Gewerkschaften 15 Mitglieder, die NGO. 9, die Nazis 3, die Fachverbändler 2 Mitglieder und die Deutschnationalcn 1 Mitglied. Am Montag konstituierte sich der Betriebsrat. Bei der Wahl zum Geschäftsführendcn Ausschuß erhielten die freien Gewerkschaften 15 Stimmen und die REO. 12 Stimmen, bei 3 Stimmenthaltungen durch Abgabe weißer Zettel. In der engeren Wahl wurde der bisherige Vorsitzende Flieger wiederum zum Borsitzenden des Betriebsrats gewählt. Auch bei der Wahl des Slrbeiterrntsvorsitzenden wurde Flieger mit dem gleichen Stim- inenoerhältnis gewählt: 15 Stimmen gegen 12 Stimmen der kozis und Nazis, bei 3 Stimmenthaltungen. Bezeichnend ist bei dieser Wahl dos absichtliche Zusammenspiel der Kommunisten und der Nalionalsozialen. Die zwischen diesen Verbündeten vorher besprochene Regie hat tadellos funktioniert. Die RGO.-Leute hatten sich allerdings zuvor an die Fachoer- bändler, den Christlichen und den Deutschnationalen herangemacht. um die„Einheitsfront" mit 4 bzw. 3 Hilfsstimmen herbeizuführen. Nachdem sie damit kein Glück hatten, biederten sie sich bei ihren Bundesgenossen vom Volksentscheid, ihren„Todfeinden" an, um mit ihnen die Einheitsfront gegen Flieger, gegen die freien Ge- werkschaften zu schaffen. Was der„revolutonären" RGO. bei den„bürgerlichen" Gruppen nicht gelang, das erreichten sie mühelos bei den„rauhen Kämpfern" vom Hakenkreuz. Die Mühe hat sich nicht gelohnt. Da die„Bürgerlichen" von diesem Bündnis nichts wissen wollten, gelang es der Einheitsfront Thälmann-hitler nicht, die freigewerkschaftliche Position zu er- schüttern. Auch im neuen Betriebsrat der BVG. werden unsere Ge- werkschaftsgenossen Flieger, Loll und Arndt die Jnteresisn der Berliner Verkehrsorbeiter in freigewerkschaftlichem Sinne, das heißt in sachlicher Weise, vertreten. Die Einheitsfront zwischen Schmirgel, Heinen und den Nazis bleibt darum nicht vergeblich. Sie wird vielen Arbeitern die Augen öffnen. Verhütete Arbeiterschädigung. Lauscher Tuchschiedsspruch verbindlich erllärt. Der Schlichter für den Bezirk Brandenburg hat am 20. Oktober 1931 den am 2. Oktober vom Schlichtungsausschuß Frank- furt a. d. O., Abt. Kottbus, gefällteu Schiedsspruch für die Lau sitz er T u ch i n d u st r i e, der eine Verlängerung der bis- hsrigen Tariflöhne bis zum 31. Dezember 1931 vorsieht, für v e r- kindlich erklärt.__ Die Lohnverhandlungen in der oberschlesischen Eisenindustrie wurden ergebnislos abgebrochen. Genosse kehr, Mitbegründer des 3. Berliner Wahlkreises, jetzt 121. Abt., begeht sein oierzigiähriges Parteijubiläum. Sowohl der politischen als auch der gewerkschaftlichen Bewegung und den Freidenkern hat Genosse Kehr große Dienste geleistet und zum Aufbau und Ausbau der modernen Arbeiterbewegung beige- tragen. ZZcrantwliril. für die Nedatli-o: Aich. Bernstein. Berlin: Anzeigen: Tb. Stocke. Berlin. Verlag: Vorwärls Verlag w. m. b. S>., Berlin. Druck: Vorwärls Buch» druckerci und Bcrlagsanstalt Paul Einger Sc Co. Berlin EW SS. Lindenstrake Z Sierzu I Beilage. Staats Theater Miilvodi, den Ii. Okiober staatsuper unter Pen Linden 20 Uhr Fidelio StaatLSdiauspielhaiis üendanneunarkt. 20 Uhr Peer Gynt Schiller-Theater Charlottaborg. 20 Uhr Doktor Klaus «WRWv rerpugung* Restaurani Berlins! BETRIEB(fK KEMPIHSKIlJ Stadt operi 4" h n tt�n hnro Charlotten bürg SismarckstraBe 34 Mittwoch, den 22. 10. Turnus I Anfang 20 Uhr Macbeth Ende geeen 23 Uhr Vollubllline Theater am BQIovplatz 8 Uhr Das vierte Gebot Staat). Sdültef-Theatei 8 Uhr Doktor Klaus Theater desWestens Täglich 8Vi vas orei- mädermaas mit Maria Paudler Mnslk von SSabert Preise v. SO Pf. an bis ZU 12 Monatsraten BuiWab LeiD2ioerStr.122-123 I mlng-flieater Dir. Dr. Robert Klein Weidendaiue 0846, 219]. 8V1 Uhr Der letzte Equipageui Homolka, Brausowetter, Sandrock, Falkenatein Theater im Admiralsoalasl Täglich 80« Uhr Die Dubarry mit Gitta oipar Preise v. 0,50 M. an metropoi-Theater Täglich 8V. Uhr Sonntags 4 u 8h< U. Die Blume von Hawai Operettev. Abraham Preise 0.50-14.50 Adolf BOOSB Uhrmacher und Juwelier KW 40, Alt-raoablt III, Tel. Moabit 0272 Reichhaltiges Lager in Uhren. Juwelen, Gold-, Silberwaren und Bestecke. Preiswerte Geschenkartikel für lede Gelegenheit. Reparaturwerkstatt für Uhren und Goldwaren, erstklassig und billig. Taschen-Uhren•••• 91k-~.50 Armband-t'hren•••„ 3.75 TT ecker••*••••„ 2.4 o Salon-Uhren»»»».— 28.00 För alle Waren vlrd Garantie geleistet. hk OMFM-�n&iger /? GieziEh ftäden-lifeften Fenster- und GeDäude Reinigungs Gesellschaft m.b.H. Berlin S036,Schlesi8cheStr.42 Fernruf: FS.Oberbaum 3533-54 Billigste und zuverlässigste Ausführung aller Reinlgungsarbeiten/ Bohner- und Oelmaschinen/ Staubsauger/ Vertreterbesuch jederzeit unverbindlich tacq- Kralilanrigagnerksiatibn s. m.d.B. Charlottbg.,SchloBsir-60, VVilh.9223,'24 Rcparahsrcn«ÄrotHchcr Syctemc Filiale TACO-AUTO-DIENST Carl Taoffenbadi Bln. 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Fortgeschrittenenkursus.— Abt. Britz: Ve,uch der Sternwarte. 52®«.«er» der Kreisgeschäftsstellc.- altere «TuSpÄl Frirdrichssclde. Unter Leitung von geeigneten Technikern haben �rauen, Männer, Jugendliche und Kinder Gelegcnhelt ,ur Pflege der Sport erbalt jung 1 Den Beweis dafür, daß der Spart, richtig betrieben, ein wahrer Jungborn ist, trat der zweite Vorsitzende des bürgerlichen Süd- deutschen Fußball- und Lcichtathletik-Verbandes, Paul Flierl- Fürth, an. Der Fußballführer, der heute im 48. Lebensjahre steht, erwarb jetzt das Goldene Turn- und Sportabzeichen des DRA. mit folgenden Leistungen: 100 Meter Laufen in 13,2 Sek.: 300 Meter Schwimmen in 8:44,4: Weitsprung 4,82 Meter; Kugelstoßen 9,37 Meter; 10000 Meter Laufen in 47:23. Das ist«in Beispiel für viele. Es ist durchaus nicht nötig, daß Beharrlichkeit mit blechernen Sportabzeichen und ähnlichen Krims- kram belohnt wird. Unsere Partei- und Gewerkschaftsgenossen haben auch im vorgerückten Lebensalter die Möglichkeit, in den Arbeiter-Turn- und Sportvereinen Leibesübungen zu betreiben, die sie jung und frisch an Körper und Geist erholten. Fast alle Vereine haben Altersriegen, wo„Vater und Mutter" unter Gleichgesinnten und Gleichaltrigen ihre Leibesübungen zur Jungerhaltung des Körpers treiben können. FT®V. Vkrwoltuogsavsslhußsitznng Mittwoch, 21. Oktober, 19% Uhr, in Srei tu Leibesübungen." TÜrnabende-' Montags' 20 Uhr,' Dienstags' und Freitags 18 Uhr unv 20 Uhr Turnhalle Wilh-lmstraße. Mitgliederversammlung am 21. Oktober bei Tempel. Friedrichsfelde, 20 Uhr. Am 24. Oktober Teilnahme aller Mitglieder am Stiftungsfest der SPD., 118. Abteilung, bei Tempel, �UCas1�.' Neukölln, Sportabtciluvg. Training: Mittwochs um 20 Uhr in der Turnhalle Weisestr. 20. Waldlaus: Sonntags um 10 Uhr Sport- und Volks. park Neukölln. Umllcideloial Krüger, Emser Str.«0. Sitzung: Donnerstag. 22. Oktober, 20 Uhr, bei Misfeng. Selchowcr Ecke W-isestraßc. FTSV., Fraueu-Ausschnß. Degen g-itmang-l fällt heute, Mittwoch, die Sitzung aus, dafür Uebc» in der Prinzenh-llc.— Kannbezirk. Hellte, Mttt. wach, Funktionarversammlung im Ncilaurant Kgiscr.Friedrlch.Stratze. 22. Ok. tober Sportabcnd in der Turnhalle Dicsscnbachstr. 00— 4>t. 23. Oktober Bade. abend in der Bärwaldstratze.— Verwaltungsaussch-ßfltzuug heute. Mittwoch, 20 Uhr, Kreisgelchäftsstellc. Arbeiter-Echü sc. idund. Donnerstag, 22. Oktober, 191, Uhr, bei Tristlan. Britz, Bürgerftraße. Ortsgruppenfunktionärfitzung. Freie Faltbootsohrcr Berlin E. V. Zufammenkllnite Donnerstag, 22. Ok- tober, 20 Uhr. Gruppe Norden im Jugendheim Willdenowsrr. 5, Zemmer 3. , Adamson"(Bilder ohne Worte, Epl). Gruppe Südosten. Heimabend fallt aus. Gruppe Nordosten im Jugendheim Eh-istburacr Str. 14. Vortrag MehI:..Ar. b-it-rschicksal im Spiegel der Literatur--. Gaste überall willkommen. Selbst. Hauer! l. Rate einzahlen. Zahltage Freitag, 18—20 Uhr, Geschäftsstelle Gropiusstratze ö; Sonnabend ab 18 Uhr bei Tummescheit, Brunnenstr. d, III. Sonntag 25. Oktober. Gruppe Südosten. Führung durch das Verkehrs, und Baumuseum. Treffpunkt 11 Uhr Museumseingang, Invalidenstratze. Sportverein Moabit. Heute, Mittwoch, 20 Uhr, Im Kleinen Gesellschafts. haus, Strcnistr 28, Vereiusoersammlung. Donnerstag, 20ZH Uhr, Stadtbad Turnistratze, Badeabend..„„... Freie Schwimmer Eharlottenburg. Mittwoch 21. Oktober, 20 Uhr, Sitzung der Frauen und weiblichen Jugend im Jugendhcim Spreestr. 30, Zlinmer 7. Sporlärztlicher Vortrog von Frau Dr. Bergmann. Kartell sstr«rdciierspart und Körperpilege, Bezirk MItt«. Sitzung Don- ncrstag. 22. Oktober. 20 Uhr, bei Prasser, Atichaelkirchstr. 29. „Solidarität--, Krastlabrer. Touren Sonntag, 23. Oktober. Abt. Kreuzberg: Uctzdorf. Start 12 Uhr Rcichenberger Str. 91.—«A-a— tal b-i Spechthausen. Start 10 Uhr Landsb«rg> bcrg(Gasthof Pütt und Düffort). Start 8 U. Mariendorf: Ziel am Start. Start 8 Uhr Kurkürsten. Ecke Schlltzcnstratze.— Abt. Wilmersdorf: Pflichtfahrt. Start 8 Uhr Barziner Straße.— Verfamm- langen. Abt. Charlottenburg: 22. Oktader, 20 Uhr, bei Reimer, Wilnrepsdaljer Slrafje 21. Freie»anu-Ullion Sraß-Berli» e.«. Freitag, 23. Oktober, 19 Uhr, kosten. lose Besichtigung de? Polizeiinstituts für Technik und Verkehr, Friesenstr. 16 (Endhaltestelle der Linie 24). Sonntag, 23. Oktober. Wanderung. 10 Uhr Treis. punkt und Abmarsch Endhaltestelle der Linie 128, Heilizensee, nach Brieselang. Finlenkrug. Arbeiter-Photo-Gilde. Donnerstag, 22. Oktober. 20 Uhr,«assertorstr. 9. Hcllwig:-Aufmachung von Photos.— Frei« Photooereillignug. Donnerstag, 22. Oktcber, 20 Uhr, Physik, immer der Schule Pank. Ecke Wicsenstraße. Die Romantik in der Photographie. Dlittvodi, 21. Oktober. B e r 1 1 16.03 Aktuelle Abteilant; 16.30 Gesinge(Irmgard preis. Sopran: Flügel: Willy Jäger). 16.50 Ingenieur Joachim Bocümer: Eine Viertelstunde Technik. 17.10 Aktuelle Abteilanf. 17.30 Volkslied und Schlager(Sprecher: Dr. Otto Mayer. Berliner Fuuk-Chor, Leitung: Maximilian Albrecht). 17.50 T. Schweriner: England in den letzten vier Wochen, IS. 10 Ein Mensch mit Büchern und Schallplatten(Sprecher: Rudol! Arnhcitn). 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 tieflfron; Rechtsfragen des Tages. 19.30 Unterhaltungsmusik. 20.30„König Richard III.", von Shakespeare, Regie: Alfred Braun. 22.00 Wetter, Tages- und Sportnachrichten. AnschiicOend: Tanzmusik. Königswustcrbausea. 16.00 Min.-Rat Dr. Wilhelm Gacde: Kultusministerium. Durchführung der Sparmaßnahmen. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Selten gespielte Sonaten für Violine und Klavier(Einführung und Klavier; H. Pachaly. Violine; Hildo Elgers). L Toraraaso Albinoni (1674—1745): Adagio und Allcgro aus der Kammersonate I(op. 6). 2. Joh. Ernst Bach(1722— 1777); Sonate Nr. 1 B-dur(drei Sätze). 18.00 Dr. Rudolf Peche!: Bleibende Werte deutscher Dichtung. 18.30 Prof. Dr. Ernst Cassirer: Die Einheit der Wissenschaft. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft, 19.30 Bernhard Otte: Qebundene oder freie Löhne. 20.00 Unterhaltungsmusik. 22.00 Räuscber: Politische Zeitungsschao. Rät seh Ecke des„Abend" iMWiumniiiuimr�iiuiiiHniiiinmnmmnimmnniirii Gilben-Kreuzworiratsel uimiBinmgMiniiiiiiuuiuiinuiiiiuiuiimuiiiiimim mnimnimiimiiuniisimii Waagerecht: I. Wettfahrt(Wassersport): 4. Baum; S. Ehren- gasso; 6. Haustier; 8. Anlage; II. Grenzstein; 13. italienische Stadt; 15. französische Stadt: 17. Gewebe; 18. Brückenschiff; 20. Werkzeug. — Senkrecht: 1. Palast des Sultans; 2. Betichterstattung; 3. Stadt. in Böhmen; 5. Gartengerät; 7. Mineralwasser; 8. Gs- treidebündel; 9. Saiteninstrument; 10. Frauenname; 12. Speisen- folge; 14. Fuge; 16. Lack; 17. Unwahrheit; 19. Faß; 20. Fisch. ak. Magisches Ooppetquadrat. Die Buchstaben a a a a a e e ee eeeeeflllmnnoorss s s t t t sind so zu ordnen, daß die waagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben: 1. Schornstein: 2. großer Raum; 3 einheimischer Name der Lappen: 4 Dickhäuter: 5. Heilpilanze: 6. Ton- zeichen: 7. Kohleprodukt. E. Kr. 12345678821 2 16 5 2 3 13 5 4 7 5 3 2 5 2 8 5 2 6 7 8 8 2 1 7 5 3 2 8 8 7 6 2 878528 2 18 7 1 7 4 2 8 Zahlenräisel. Verteidiger der Republik Hülsenfrucht.. Teil des Auges. Tanzschritt Landwirtschaftliches Gerät. Symbol. Erdteil. Teil des Rades. Polarforscher. Weiblicher Borname. Teil des Verdauungskanols. (ch— ein Buchstabe.)— ekr.- Silbenraisel. Aus den Silben a be be bi darf de« e ei cig gar ger i i land leb li ne ne ner ort ra rat re recht ri fol tat ten vi sind 12 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, eine berühmte Parole aus dem 18. Jahr- hundert ergeben.— Bedeutung der einzelnen Wörter: 1. mann- licher Borname: 2. Figur aus einer Wagneroper; 3. w-s man täglich braucht; 4. Berg im Bernär Oberland; 5. Küstenstreifen am Mittelmeer; 6. juristischer Begriff: 7. flaches Land; 8. Besitzer; 9. Erholungsort: 10. Entlastungsbewcis; 11. Beamter; 12. weib- licher Vorname._ hw._ Auflösungen in der nächsten Rätselecke. Auflösungen der lehien Näiselecke Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Air: 3. bis- 5 Stauv" 6. Hartem: 8 Reifen: 10. Shimmy; 11. kardial: 14 Tunika' 16. Rektor: 19. Eduard; 20. Sammet; 21. Eva; 22. Ern— SenkreckU- 1. Aaadir; 2. Rippe; 3. brach; 4. Salome; 5. Sir; 7. May- 9 Rarwa- 10. Stier; 12. Unruhe; 13.«tamin; 14. Tee; 15. Korea; 17. Scj Dreierlei: Hebel— Nebel— Bebel. ® ö J1' 3 5 3 u 9•„Leiden währt nicht immer,/ Ungeduld macht s schlimmer. Zoologie: Lachs— Dachs.