BERLIN Zreitag 30. SNober 1931 10 Pf. Nr. 310 B 255 4». Lahrgang Ersckeiat täglich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts'. Bezugspreis beide AuSgabeu 8ü Pf. proWoche,».60M. pro Monat. Redaktion und Expedition: BerlinSW68,Lindensir.3 Fernsprecher: Dönhoff(A 7) 292—297 SftcUaaigaße deb Anzeigenpreis: Die einspaltigeNonpareillczeile So Pf., Reklamezeile S M. Crmäßigun en nach Tarif. PoKscheckkoutv: VorwartS-Verlag G. m. b.H.. Berliu Nr. 37 536.— Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Groener korrigiert Magges Volksfreund-Verbot aufgehoben- Girafantrag gegen Vorwärts? Di« Entscheidung des Reichsministers des Inneren über die Beschwerde des Braunschweiger„Volksfreuud", gegen das Verbot durch den Naziminister ftlagges, ist jetzt gefallen. Das auf acht Wochen festgesetzte Verbot hat der Relchsminister des Innern aufgehoben, so datz der..Bottsfreund" ab Sonntag. 1. November, wieder erscheine» kann. Oer angeblich beleidigte Oberst. Wir entnehmen der bürgerlichen Presse, daß Herr Groener gegen den„Vorwärts' Strasantrag gestellt haben soll. Den Anlaß dazu sollen unser« kritischen Bemerkungen zu dem Bericht des Garnisonültesten von Braunschweig über die Vorfälle am Braunschweiger Hakenkreuztag gegeben haben. Herr Groener hat diesen Bericht offiziell der Presse mitteilen lassen. Er hat ihn damit der öffentlichen Kritik unter- st e l l t, und wenn diese KrUik nicht so ausgefallen ist, wie Herr Groener oder der Herr Oberst Geyer es gewünscht hat, so ist dies erstens noch lange leine Beleidigung und zweitens liegt das nicht an den Kritikern, sondern an diesem Bericht. Wir haben den Obersten Geyer nicht beleidigt. Wir hoben seineu Bericht kritisiert, und zwar sehr milde, angesichts der uns bekannten Tatsachen. Wir halten unsere Kritik an diesem Bericht im vollsten Umfange aufrecht, und wenn es gewünscht wird, werden wir jederzeit vor Gericht die Tatsachen von Braunschweig in. allen ihren Einzelheiten und den Bericht des Obersten Geyer gegenüber- stellen, um die Berechtigung unserer Kritik nachzuweisen. Bor längerer Zeit wurde es in der Justiz Praxis, daß jeder Richter eine Kritik an seinen Urteilen als Beleidigung auffaßte, und daß die öffentliche Kritik mit Strafandrohungen erstickt werden sollte. Diese üble Praxis ist inzwischen überwunden worden. Wenn Herr Groener die Absicht haben sollt«, eine ähnliche Praxis für Reichs- wehrfunktwnäre einzuführen, noch dazu in Füllen, in denen er sie selbst in politischen Fragen exponiert, so wird er bald zur Ueber- zeugung gelangen, daß er damit nur das Gegenteil von dem erreicht, was er will. Wir werden uns von keiner Tatsachenfeststellung und keiner gebotenen Kritik abbringen lassen— am allerwenigsten im Falle Braunschweig. «- Nach einer Meldung von Tel.-Union soll eine Karikatur, die der„Vorwärts' am letzten Sonntag veröffentlichte, Anlaß zu dem angeblichen Strafantrag gegeben haben!! Hitler besucht Schleicher. „Verständigung" oder nur„Klarstellung" zur Zufriedenheit? Ueber die Unterredungen, die zwischen dem Chef des Minister- amt- im Reichswehrministerium, General Schleicher, und Adolf Hitler stattgefunden haben, meldet neuerdings ein Berliner Blatt, daß in ihnen eine sehr weitgehende Verständigungzwischen Schleicher und Hitler stattgefunden hat. Dazu wird jetzt ..von zuständiger Stelle' erklärt, daß alle diese Meldungen nicht mit den Tatsachen übereinstimmten. Vor allem sei es nicht wahr, daß General Schleicher eingesehen habe, daß die nationalsozialistische Bewegung in so starkem Maße in der Reichswehr festen Fuß ge- faßt hätte, daß es gar nicht möglich sei, sie zu unterdrücken. In der vor vier Wochen erfolgten ersten Unterredung seien Hitler eine Anzahl von Einzclpunkten von Schleicher vorgelegt worden, über die das Reichswehrministerium Aufklärung haben wollte Hitler wollte, da er im Augenblick das notwendige Material. um die Fragen zu beantworten, nicht zur Verfügung halle, sich erst einmal orientieren. Es handelt sich da um Fälle, m denen der Eindruck bestand, als wollten die Nationalsozialisten Einfluß auf die Reichswehr gewinnen. Diese Tinge seien, so wird versichert, dann in der zweiten Unterredung zur Zusriedenhell des Generals Schleicher von Hitler aufgeklärt worden. Hugenbergs Gretchenfrage. „Sag, Adolf, wie halst du'el mit meiner Unternehmer- religion?" 3m Prozeß gegen de« argensinische« Expräsidenlen Zriaoyen und Genossen HÄ der Staatsanwalt gegen Jrigoyen und den früheren Kriegsminister Delle Piane je zehn Jahre Gefängnis mit gleichzeitigem Verbot, zehn Jahre lang öffentliche Aemter zu be- kleiden, beantragt, letzteres auch gegen die übrigen Mitglieder des Kabinetts Jrigoyen. Blutschuld der Kommunisten. Kommunisten leugnen alles. Gelsenkirchen, 30. Oktober. In der Angelegenheil der Ermordung des Schuh. polizeibeamleu Niederwerser wurden zwei weitere Personen, die als Mittäter in Frage kommen, festgenommen. Es handelt sich um die Arbeiter klink und kahmarzik. Beide sind er- heblich vorbe st ruft. Die Täter sind geständig. Die polizeilichen Ermittlungen haben serner ergeben, daß von kommunistischer Seite geplant war. einen P o l i z e i o f s i z i e r in Gelsenkirchen und einen Polizcio ssizier in Wanne zu ermorden. Interessant ist die Feststellung, daß Kloß nach der Tal die Pistolen der Schuhen nachgesehen hat. um sich davon zu überzeugen, daß auch alle geschossen hatten. Der geistige Urheber des Komplotts, ein gewisser Kottenhos. ist mit vier anderen Personen, darunter zwei Frauen, verhastet worden. Die Berliner„Rote Fahne" hat die Stirn, die Zugehörigkeit der Mordbuben zur Kommunistischen Partei zu bestreiten. Sie behauptet. der Mörder Kloß sei— am 10. Oktober, also kurz vor der Tat— aus der KPD. ausgeschlossen worden, ein anderer der Beteiligten gehöre schon seit einem Jahre der KPD. nicht mehr an! Mit diesen Behauptungen sollen die„dreisten Lügen des Vorwärts" schlagend widerlegt sein. Die freche Ableugnung der kommunistischen Blutschuld entspricht ganz der Taktik der KPD. Sie läßt ihre Anhänger, die im Sinne des bolschewistischen Terrors gehandelt haben, dem Schein nach fallen. Ja, sie scheut nicht davor zurück, die bravsten Kommunisten selbst als Polizeispitzel zu bezeichnen, wenn sie gefaßt sind. Wir erinnern nur an die Affäre des bekannten, inzwischen in Rußland versorgten Äonmmnisten Braun, dem während der Gerichts- Verhandlung sogar der kommunistische Verteidiger entzogen wurde, den man dafür aber um so lauter in der„Roten Fahne' als Polizeispitzel beschimpft«. Erst als der Mann mll Hilfe eines Rot-Front-Stoßtrupps gewaltsam aus Moabit befreit wurde, gab man offenherzig zu, daß man bewußt die Oeffentlichkell angelogen habe. Und heute sollen die fellgedruckten Unschuldsbeteuerungen irgendwelchen Glauben finden? Oer Brief aus Moskau. Bei der Prüfung des in der Wohnung des Agitators Ueberbrück in der Siedlung„Lindenhof" im Tempelhoz beschlagnahmten Schriftmaterials ist man u. a. auch auf einen Brief aus Moskau gestoßen, den der im Frühjahr dieses Jahres flüchtig gewordene Funktionär G u t s ch e an Ueberbrück geschrieben hatte. Gutschc war Führer einer Sprengkolonne, deren übrigen Mitglieder teils in Berlin, teils in Breslau verhaftet wurden und gegen die jetzt das Hochverratsverfahren beim Reichsgericht schwebt. Schon damals liefen also die Fäden dieser Spreng st offaffäre auch nach Schlesien, von wo Ueberbrück kürzlich mit zwei Kosfern voll Sprengstoff nach Berlin gekommen war. Der Brief aus Moskau enthält aber auch einen Hinweis auf die Beziehungen zu Schles- wig-Holste in, wo zur Zell ebenfalls Ermilllungen der Polizei im Gange sind. In dem Schreiben erwähnt Gutsche nämlich den der KPD. angehörenden Hamburger Bürgerschastsabgeordncten Presche, der schon einmal in den Verdacht geraten war, daß er zu Sprengkolonnen in Beziehungen stehe. Ringen um den Lohn. Schlichtung bei der Reichspost. Nachdem die Lohnverhaudlungen bei der Reichspost gescheitert sind, hat das Reichspostministerium den Schlichter angerufen. Die Schlichlungsverhandlungen sind auf Dienstag. 3. November. 11 Uhr. sestgeseht. Zum Schlichter ist Regierungsdirektor Dr. Zriedländer, Steltin, ernannt worden. Zechenverband gegen Arbeiter und Angestellten. Essen, 30. Oktober. Der Zechenverband hat wegen der schlechten Wirtschaftslage die ab 1. Oktober d. I. gültigen Vereinbarungen vom 14. Oktober 1931 betreffend Gehälter und soziale Zulagen der technischen und kauf- männischen Bergbauangestellten zum 30. November gekündigt, und zwar zu dem gleichen Tage, zu dem auch die Löhne der Bergarbeiter durch den Zechenverband gekündigt worden sind. Kürzung der.Hafenarbeiterlöhne. Hamburg, 30. Oktober.(Eigenbericht.) Die Hasenarbeiter Hamburgs haben den Schiedsspruch, der eine Lohnkürzung von 8,80 ans 8,30 M. vorsieht, mit 85 Proz. Mehrheit in der Urabstimmung abgelehnt. Die Unter- n e h m e r haben den Spruch angenommen. Oer Lohnschiedsspruch für die Seeschiffswerften. Der am Dienstag von der Hamburger Schlichterkammer gesällte Schiedsspruch mit einer Lohnkürzung um 10 Proz. für die Arbeiter der deutschen Seeschiffswerften, wurde von den Unter- nehmern abgelehnt. Die am Mittwoch in Hamburg zu einer Konferenz aus allen Werftvrten versammelten Werftarbeiterdelegierten haben den Schiedsspruch für die Werftorte des Nord- und Ostsee- gebiets fast einstimmig angenommen, um zu verhindern, daß ein tarifloser Zustand eintritt, der den Unternehmern die Möglichkeit gibt, die Löhne noch mehr zu drücken. Die neuen Stundenlöhne sollen fiir gelernte Arbeiter in Ham- bürg 85 Pf., in den übrigen Nordscestädten 76 Pf. und in den Ostseestädten 75 Pf. betragen. Ueber den Antrag der Werftarbeiter auf V e r- bindlichkeitserklärung des Schiedsspruches wird heute nachmittag im Reichsarbeitsministerium verhandelt. Vorläufig keine Verkehrseinschränkung. Keine Veränderungen am 4. November. Die in der Oeffeulllchkeit verbreitete Ansicht, daß im Betriebe der städtischen Verkehrsmittel bereits zum 1. November weitere Verkehrsbeschränkungell durchgeführt werden, ist nicht zutreffend. Bisher find über die Vorschläge der BVG. noch keine Leschlüsfe gefaßt worden Der Aufsichtsrat der BVG. wird sich voraussichtlich erst in der kommenden Woche mit den vorgeschlagenen Betriebs- ciafchränkungen befassen, nachdem diese in dem Verkchrsaus- fchuß eingehend behandelt worden sind. Es steht ober bis heute noch keineswegs fest, in welchem Umfange und zu welchem Zeit- punkt Einschränkungen im Verkehr nach Ansicht der Verwaltung vorgenommen werden müssen. Diese Beschlüsse unterliegen zudeni der Zustimmung der Aufsichtsbehörden, so daß mit Sicherheit gesagt werden kann, daß irgendwelche eventuellen Betriebseinschränkungen vor dem 1. Dezember nicht durchgeführt werden. 1 3)er 3>rosEeß um föreslJCHorvsk In Warschau finSet der Prozeß gegen die Opfer von Brest-Litowjk statt. Unser Bild zeigt im Hinter- gründe die Angeklagten. Don link« nach rechts, vorletzte Reche: Dr. Liebermann(X), Führer der Sozial- demokraten, Barlicki, Dubais, Mastek, Pragier{X), Ciolkosz: letzte Reihe: Witos, Kiernik, Baginski, Putek, Sawicki. Hygieneschau Berlin 100 Lahre deutsches Gesundheitswesen.— We: wolle Ausstellung im Gesnndheitshous Kreuzberg 3m Gesundheitshaus kreuzberg wurden gestern die von der Reichsregierung aus der 3nternationalen h y- gieneausstellung in Dresden gezeigten Tafeln über die Ent- wicklung des deutschen Gesundheitswesens zur Schau gestellt. Zln- lätzlich der Eröffnung dieser Ausstellung, die ungefähr die Hälfte des Dresdener Riaterials kostenlos während der winlermonate der Berliner Bevölkerung zeigen wird, sprach Staatssekretär Zwei- gert vom Reichsministerium des Innern. Er führte ungrfähr folgendes aus: Die Gesundheitspslege und -fürsorge bildet ein festgefügtes System, aber dieses System ist heute in seinem Bestände bedroht durch die zweifellos notwendige, jedoch mancherorts unzweckmäßig angewendeten Sparmaßnahmen. Das Reichsministerium des Innern hat den Wunsch nach einer mög- lichst planmäßigen Gestaltung der Sparmaßnahmen. Es hat deshalb auch die Arbeitsgemeinschaft sozialhygienischer Reichs- fachoerbände veranlaßt, mit tunlichster Beschleunigung ein Not- Programm für die nächste Gestaltung der Gesundheitsfürsorge aufzustellen. In einer Forderung sind sich die Sachverständigen einig: Kein Abbau in der der vorbeugenden Gesundheitsfürsorge dienenden offenen Gesundheitsfürsorge! Abbau nur in der Form organisatorischer Umstellung. Kein Abbau beim Fürsorgepersonal, aber Intensivierung der Arbeit. Das Fürsorgeperfonal über die Zusammenhänge des gesamten Gesundheitsdienstes aufzuklären, ist die eigentliche Aufgabe der Ausstellung. Im Sinne dieser Be- strebungen ist die Ausstellung von uns angefordert worden. Denn, um mit den Worten des Herrn Reichspräsidenten zu schließen: Die Gesunderhaltung des deutschen Volkes ist eins der wichtigsten staat- lichen Aufgaben. Rur ein gesundes deutsches Bolk wird ans der schweren Gegenwart den Weg in eine bessere Zukunft finden. Nach Staatssekretär Z w e i g e r t sprachen noch der Ober- bürgermeister von Berlin, Dr. Sahm, und der Bürgermeister des Bezirks Kreuzberg, Genosse Dr. Karl Herz. Beide Redner beton» ten die Notwendigkeit, auch in härtester Zeit das Werk der Volks- belehrung und Voltshygiene zu erhalten. Die Eröfs- nungsieier wurde durch den Rundfunk verbreitet. Die Uebersicht über Entwicklung, Stand und derzeitige Auf- gaben des deutschen Gesundheitswesens ist in zwanzig Haupt- abschnitte eingeteilt, über die als plastisches Jnhaltso erzeich» n i s der Schau ein R u n d m o d e l l Auskunft gibt, desien 20 Kreis- sektoren entsprechend jedem Fachgebiet des Ges undheitswes ens ein- geordnet sind. Die räumlichen Verhältnisse gestatteten die Unter- bringung von vorläufig nur zehn Gruppen der kulturhistorischen Schau. Der restlich« Teil soll in der zweiten Hälfte des Winter- Halbjahrs gezeigt werden. Den Hauptraum füllen in der Mitte das erwähnte Rundmodell und an den Seitenwänden die Gruppen „Staatliche Regelung des Gesundheitswesens",„Charitative und kommunale Gesundheitefürsorge" und„Sozialversicherung als Träger der volksgefundheillichen Aufgaben". Hieran schließen sich die für die Dolksgesundheit wichtigsten Gebiete der Hygiene:„Die Seuchen- lekämpfung" und„Das Ernährungswesen", während die nächst- liegende Gruppe Ausklärung gibt über den derzeitigen Stand des „Gesundheitlichen Schutzes für den Arbeiter". Es folgen zwei Gruppen besonderen Charakters, die der Betämpjung der wichtigsten Bollskrankheiten„Tuberkulose" uno„Geschlechtskrankheiten" gewid-- met sind. Den Abschluß der Schau bildet die Sondcrgruppe„Die Stellung des Arztes im deutschen Gesundheitswesen". Der Beschauer empfindet es als besonders wohltuend, daß die Darstellungskunst dieser Ausstellung dem Leitgedanken treu ge- blieben ist, nämlich selbst spröden wissenschaftlichen Stoff dem Laien durch leicht verständlich« Behandlung des Anschauungs- Materials verständlich zu machen. Die Ausstellung ist vom Freitag. dem 30. Oktober, ab allgemein zugänglich. Der Eintritt ist frei. Bölling. Oie„Verwarnung" vor dem Landesarbeitsgericht. Landgerichtepräsident Solling hatte dem Vorsitzenden des Betriebsrats am Landgericht I, Justizangestellten E r n e ck e, in aller Form eine ernste Verwarnung erteilt, die auch in den Akten der Justizverwaltung verzeichnet wurde. Das Arbeitsgericht hat aaf die Klage Erneckes dahin erkannt, daß der Vermerk der Ver- warnung aus den Akten zu entfernen ist. Gegen dieses Urteil hat der Justizfiskus Berufung eingelegt, die am Mittwoch vor dem Landesarbeitsgericht unter dem Borsitz des Landgerichts- direktors Rüben verhandelt wurde. Nach Erneckes Meinung, die sein Anwalt vor dem Landes- arbeitsgericht vortrug, ist der eigentliche Grund der„ernsten Ler- warnung" in den zwischen ihm und dem Präsidenten Solling be- stehenden politischen Gegensätzen zu suchen. Er, Ernecke, sei entschiedener Republikaner, während der frühere Sozialdemokrat Solling jetzt deutschnational sei und kürzlich sogar in einer Versammlung der Nationalsozialisten die Hand zum faschistischen Gruß erhoben und„Deutschland erwache!" gerufen habe, trotzdem aber von echten Faschisten unter dem Ruf „Juden raus!" angerempelt worden sei Das Landesarbeitsgericht gab der Berufung des Fis- kus statt uno hob das Urteil der ersten Instanz auf. Wie der Borsitzende, Landgerichtsdirektor Rüben ausführte, war es nicht � toadje des Gerichts, auf die politischen Gegensätze zwischen den Parteien einzugehen. Lediglich arbeitsrechtlichc Fragen seien.zu prüfen gewesen. Es gebe keine rechtliche Handhabe, um die Zurücknahme der Verwarnung oder die Löschung der betreffen- den Aktennotiz in diesem Prozeß zu fordern. Der Kläger sei jetzt in der Lage, gegen seine fristlose Entlassung und das ihm erteilte ungünstige Zeugnis zu klagen. Bei der Gelegenheit könne dann auch geprüft werden, ob die Berwarnung begründet gewesen sei oder nicht. Daneben in einem besonderen Prozeß eine Entscheidung über die Verwarnung herbeizuführen, könne nicht verlangt werden. Heute wurde nun vor dem Arbeitsgericht die Klage von Ernecke gegen den Landgerichtspräsidenten S ö l l i n g wegen fristloser Entlassung verhandelt. Ernecke hatte ssch in einem Artikel„K o n j u n k- t u r- P o l i t i t" mit dem politischen Gesinnungswechsel des Herrn Solling befaßt. Die Arbeit ist zwar nicht veröffentlicht, aber im Amt geschrieben worden. E r n e ck e hielt sich berechtigt, wahrheitsgemäße Tat- fachen über einen Borgesetzten zu berichten und sie gegebenenfalls den übergeordneten Stellen zur Kenntnis zu bringen. Als er auf den politischen Gesinnungswechsel und die Anwesenheit Sollings in einer nationalsozialistischen Versammlung im Sportpalast eingehen wollte, unterbrach ihn der Borsitzende, Landgerichtsrat Auerbach. mit dem Hinweis, daß er das nicht zulassen werde. Es bleib- einem Arbeitnehmer anheimgestellt, den Dienst zu quittieren. wenn er mit der politischen Einstellung seines Borgesetzten nicht einverstanden sei, es gehe aber nicht an, daß er stattdessen gehässige Schreiben über seinen Arbeitgeber(!) abfasse. Die Ver- Handlung wurde zwecks Beweiserhebung vertagt. Kür ein soziales Mietrechi. Vorbereitende Besprechungen im Reichsjustizministerwm. Am 9. November wird im R-ichsiustizministerium«ine Besprechung mit den Vertretern der Landesregierungen über die Schaffung eines sozialen Mieirechts stättfindeir. In der Notverord- pung vom Dezember sind bekanntlich schon feste Termine angegeben, an denen spätestens die Wohnungszwangswirtschaft völlig beseitigt sein soll. Gleichzeitig ist aber bestimmt, daß rechtzeitig vor der Außer- kraftsetzung des Mieterschutzgesetzes, des Rcichsmietengesetzes und der anderen Gesetze zur Regelung der Wohnungswirtschaft ein soziales Mietrecht geschaffen werden soll. Auch der Reichstag hat diese Forde- rung wiederholt ausgesprochen und noch in seiner letzten Sitzung am 16. Oktober eine Entschließung des Wohnnngsausschusses ange- Nammen, in der die Reichsregierung ersucht wird, keine Aende- rungen der Wohnungsgesetze vorzunehmen, bis nicht das soziale Mietrecht gesichert ist. Die Reichsregierung ist durchaus gewillt, ihr Versprechen, ein soziales Mietrecht zu schaffen, einzulösen und wird die Vorbereitungen für ein solches Dauermietrecht schon in nächster Zell in Angriff nehmen. Ein Entwurf des Reichsjustizmimsteriums liegt zur Zeit noch nicht vor. Die Verhandlungen mit den Ländern sind zunächst nur als vorbereitende Besprechungen beabsichtigt. Erst auf Grund dieser Fühlungnahmen wird da« Justiz- Ministerium an die Ausarbeitung eines Entwurfes herangehen, der dann später den gesetzgebenden Körperschajten vorgelegt werden spll. Eine Regelung durch Notverordnung ist in dieser Frage angesichts der einschneidenden Eingriffe, die ein neues Mietrccht gegenüber dem geltenden Rechtszustand bringen müßte, n i ch t zu er- warten. Die Regierung wird vielmehr für die Regelung dieser Materie den ordnungsmäßigen parlamentarischen Weg einschlagen. Zehn Nazi unter Anklage. Man wollte sich eines angeblichen SpihelS entledigen. vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte haben sich heule 10 Nationalsozialisten vom Sturm 27 wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung mittels hinterlistigen Ueberfalls, Nötigung und wegen Bedrohung mit dem verbrechen des Totschlages zu verantworten. Am 18. und 19. Oktober vorigen Jahres hatte der Sturm 27 eine Propaganda- und Uebungssahrt nach Mecklen- bürg unternommen, an der auch der Arbeiter Stanislaus Dulinski, der provisorisches Mitglied der NSDAP, war, teilnahm. Dulinski war in den Berdacht geraten, ein Polizeispitzel zu sein. Am Morgen des 19. Oktober zogen die Mitglieder der Uebungssahrt in der Nähe von Wustrow die Parteinnisormen an, die in einem Prioatauto besonders mitgeführt worden waren. Bei den be- ginnenden Geländeübungen wurde Dulinski dem Sturm- trupp l zugeteilt. Der Bankangestellte L ü d t k e, der Führer dieses Sturmtrupps, machte Dulinski Borhaltungen, daß er die U e b u n g s- fahrt der Abteilung 1-� verraten habe, und schickte ihn zum Sturmtrupp II, dessen Führer, der kaufmännische Ange- stellte K r e m i n, Dulinski sofort an den Kragen packte, mit der Fgust ins Gesicht schlug und ausrief:„Das ist der Polizeispitzel non l A, haut zu, heut mußt du 5)und verrecken." Das war das LKgiml für die übrigen Sturnüruxpmitglieder. über Dulinski her- zufallen. Er wurde mit Fäusten bearbeitet, zu Boden gestoßen und mit SK-feh-bsatzen im Gesicht und Rücken bearbeitet, so daß er start blutete. Nachdem Dulinski gezwungen worden war. euren Sckjiaur zu tun, des» er ein Polizeispitzel sei und daß er keine Anzeige er- st,'ten werde w-bei man ihm drohte, daß er sonst erledigt werden würde, riß man ihpi die Uniform vom Leibe und ließ ihn, lediglich mit Stiefeln und Unterzeug bekleidet, auf dem Uebungsgelände � siegen. Dulinski hat etil Anzeige erstattet uno führt auch wegen i der eingetretenen Schädigungen gegen die Angeklagten einen Zivil- prozeß auf Schadenersatz. Zu der Verhandlung sind eine Reche von Zeugen geladen. Die Angeklagten, die durch die Rechtsanwälte Dr. Kurt Becker und Zarnock verteidigt werden, leugnen zum größten Teil chre Beteiii- gung an dem Ueberfall und den Mißhandlungen. Dulinski ist auch als Zeuge geladen. Rauöübersall in Groß-Kreutz. Greises Ehepaar niedergeschlagen- Täter erbeuten 400 M. Die Ortschaft Groß-Kreutz. etwa 10 Kilometer von der Havelstadt Werder entfernt, war in den gestrigen späten Abendstunden der Schauplatz eines schweren Verbrechens. Zwei maskierte Räuber drangen in das Anwesen des /Sjährigen Landwirtes Hermann Zingelmann ein. Die Banditen schlugen Z. und seine KS Jahre alte Frau mit einer Eisenslange nieder und raubten etwa 400 wart. Groß-Kreutz war vor zwei Jahren bereits einmal der Tatort eines blutigen Vorfalles. Zwei polnische Schnitter, die wegen Mordes gesucht wurden, liefen bei Groß-Kreutz einem Land- jäger in die Arme. Die Polen waren schwer bewaffnet und er- öffneten aus den Polizeibeamten sofort Pistolenscuer. Der Revolver- kämpf, an dem sich noch zwei Landwirte beteiligten, die dem Polizisten zur Hilfe geeilt waren, dauerte längere Zeit. Einer der Landwirte wurde dabei getütet und der Landjäger wurde gleichfalls durch einen Schuß schwer verletzt. Die beiden Täter, von denen einer blind- geschossen war, flüchteten und konnten erst viel später, bei der Be- gehung neuer Schandtaten festgenommen werden. Der gestrige Ueberfall hat in der Ortschaft abermals größtes Aufsehen erregt. Das greise Ehepaar befand sich allein in der Wohnstube seines 5)auscs, als plötzlich zwei Männer eindrangen, die ihre Gesichter durch vorgebundene Taschentücher unkenntlich gemacht hatten. Als sich Zingelmann den beiden entgegenstellte, wurde er mit einer Eisen st ange niedergeschlagen. Auch Frau Z., die hitseru-send ans dem Hause laufen wcllte, wurde durch einen wuch- tigen Hieb niedergestreckt. Einer der Täter machte sich dann an die Durchsuchung der Behältnisse und raubte ans einer Kassette 400 M. Mit der Beute flüchteten die Täter und entkamen. Als Dorf- bewchuer durch die Hilferufe des Mannes auf da» Verbrechen auf? rnertsani gemacht wurden, hatten die Banditen bereits einen solchen Borlprung erreicht, daß chre Verfolgung in der Dunkelheit zwecklos erschien. Nock? gestern nacht wurden vom Berliner Polizeipräsidium zwei Beamte des Raubdezerats und des Erkemmngsdienstes noch Groß- Kreutz entsandt. Bisher konnte von den Räubern noch keine Spur gefunden werden. Di« Verletzungen der Frau haben sich als sehr schwer herausgestellt. Sie hat am Hinterkops eine klaffende Wunde erlitten. Der Schädel ist an dieser Stelle vertriinirnert. Der Zustand des Mannes ist glücklicherweise nicht so bedenklich, obgleich auch er füns Schädelverletzunzen aufzuweisen hat. Das geheimnisvolle Holzhäuschen. Neue Spuren im Basdorfer Mord. Der furchtbare Mord an der Frau Fallin aus der Siedlung G ä n s e l n ch bei Basdorf ist immer noch nicht aufgeklärt. Der Verdacht, der sich gegen den Polen Guido D. richtete, ist immer noch nicht völlig enttröftet. D. behauptet bekanntlich, daß er am Mordtage mit einem Fahrrad nach Berlin gefahren sei und hier planlos die Straßen durchstreift habe. Ein einwandfreies Alibi sür seinen Ausenthalt in Berlin konnte er bisher nicht erbringen. Da D. Ausländer ist und sich seit längerer Zeit in Deutschland ohne Meldung ousgehatten hat, wird er der Abteilung IA übergeben. Diese wird ihn als lästigen Ausländer abschieben. Inzwischen ist in Basoorf selbst eine neue Spur ausgenom- inen worden. 899 Meter von dem Faltinschen Grundstück entfernt, das das letzte in der Kolonie ist, liegt«in k l e i n« s Holzhaus. dessen Besitzer in Berlin wohnt und sich nicht viel um das Häuschen kümmert, sa es mit zur D e v a h e i m g e s e l l s ch a ft gehört. Als er in diesen Tagen hinauskam, stellte er fest, daß fremde Menschen die Tür erbrochen und sich im Innern wohnlich eingerichtet hatten. Es ist sehr leicht möglich, von dieser Stelle aus das Fattinschc Haus zu beobachten, wahrend das Häuschen se'bst versteckt liegt, uns es ist nicht ausgeschlossen, daß der Mord an dieser Stelle vorbcmtet worden ist. Nach dem Bewohner des Holzhauses wiro gefahndet. Ein Wächter niedergeschossen. Durch eine abirrende Kugel ist der S3 Jahre alte Wächter Paul H a s f o r t h, der am Mildenbergsr Weg 7 a in Pankow wohnt, in der vergangenen Nacht getroffen und schwer verletzt worden. Schupobeamte, die im Schloßpark in Pankow auf ihrem Dienstgange waren, hörten plötzlich mehrere Schüsse fallen. In der Kavalier- straße fanden sie gegen 1 Uhr nachts den Wächter Hasforth schwer verletzt aus dem Fahrdamm liegen, neben ibm sein Fahrrad, von dem er heruntergestürzt war. Sie schafften ihn sofort ins Kranken- Haus, wo die Aerzte einen Deckenschuß feststellten. Der Angeschossene konnte nicht angeben, wer aus ihn gefeuert hat. * Zwei deutsche Wanderburschen gerieten in der Dorf- schenk« von Gyulaj mit dem Waldhcger Kispal in Streit, in Sessen Verlauf der Waldheger mit seinem Gewehr auf die Wanderburschen schaß. Der Schlossergehilfe Adalbert Meyer wurde getötet, sein Freuno leichter verletzt. Der Waldhcger wurde verhaftet. Das Reparationsproblem. Beratungen in der Reichsregierung. Der Reparationsair-sschuß der Reichsregierung befaßt« sich am Donnerstagabeno unter dem Vorsitz des Reichskanzlers mit der Frage, wie und wann nach den Besprechungen zwischen Hoover und Laoal in Washington das Re parationsproblem von neuen, aufzurollen ist. Beschlüsse wurden zunächst nicht gefaßt, «eil die Rückkehr des französischen Ministerpräsidenten nach Paris in der Hoffnung abgewartet werden soll, daß Laoal bereits zu Beginn der nächsten Woche den deutschen Botschafter in der fran- zösischen Hauptstadt über den Werlaus und das Ergebnis seiner Be- sprechungen mit Hoover offiziell unterrichten wird. Das Reichskabinett, das sich bereits am Mittwochabend kurz mit dem Reparationsproblem befaßte, wird sich mit dem Gesamtkomplex der Rcparationsfrage erst nach der Rückkehr Lavals wieder be- schöftigcn. Internationale Diskussion. Der Mißerfolg der Amerikareise Lavals hat die Diskussion der Fachleute über eine europäische Sanierung ohne Ameritahilfe aufs neue angeregt. Dem Plan des Belgiers F r a n c q u i auf Schaffung eines internationalen Kreditinstituts zur Umwandlung der Deutschland gewährten kurzfristigen Kredite in mittel- fristigc gegenüber befürwortet der Franzose Rist das Projekt, daß die ausländischen Banken auf die deutschen Banken Wechsel ziehen, die vorher von der Reichsbank gegengezeichnet sind. Diese Wechsel sollen auf den Geldmärkten zu den regelmäßigen Diskontsätzen der Notenbanken in Umlauf gesetzt werden. Lamont, der Direktor der Morgan-Bank, der dem Aoung-Plan- Si'omUee angehört hat. schlägt für die Lösung des Repara- tionsproblems vor: Deutschland wende sich im Rahmen des Toung-Plans direkt an Frankreich und macht ihm ein vernünftiges Zahlungsanerbieten. Deutschland könne etwa eine Milliarde Mark jährlich zahlen, wie seinerzeit S ch a ch t auf der Young-Plan- Ksnserenz vorgeschlagen hat. Geht Frankreich daraus ein, so werde ohne Zweifel im Anschluß daran auch eine Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und den europäischen Ländern über eine Her- absetzung der Alliertenschulden zustande kommen. Inzwischen gehen die Bankzusammenbrüche weiter. In Paris ist der Leiter der Bank de Bernardi u. Co. in Faubourg Saint Honorc verhaftet worden. Das Unternehmen soll ein Passioum von zehn Millionen Franken ausweisen. Wallensteins Tod Gtaatstheaier Japan protestiert in Moskau. Karachans Antwort. Moskau, 30. Oktober. Der japanische Botschafter 5)irota hat den stellvertretenden Voltskommissar K a r a ch a n darauf hingewiesen, daß in der Mandschurei Gerüchte über eine Unterstützung des chinesischen Generals Ma durch die Sowjetregierung durch Entsendung von Militärinstruktoren, Lieferung von Waffen usw umgehen. General Ma soll geäußert haben, bei der Station Dauria würden 20 090 bis 30 000 Manu Sowjettruppen zufammengezoge n mit der Abficht, sie nach der Mandschurei zu senden. Alles das erreg« die öffentliche Meinung Japans und die Militärbehörden in der Mandschurei. Wenn die Sowjetunion Truppen an die chineflsche Ostbahn schicke, so werde Japan seine Truppen an die Eisenbahn- linie Taonan— Tsitsikar,„die mit' japanischem Gelbe erbaut ist", senden und dadurch werde sich die Konfliktssphäre erweitern. Kar ach an hat tags darauf dem japanischen Botschafter im Auftrage der Sowjetregierung geantwortet, daß sie ihr Er- staunen nicht oerhehle. Die japanische Erklärung stütze sich auf E r- s i n d u n g e n, die jeder Grundlage entbehren, und aus G e- rächte, die von verantwortungslosen japanischen oder chinesischen Personen ausgehen, die an der Verbreitung provokatorischer Ge- rächte interessiert sind. Die japanische Regierung muß wissen, daß es keine Sowjetinstrukwren in der Mandschurei gibt, und daß die Sowjetunion keiner einzigen der kämpfenden Parteien in der Mandschurei irgendeine Unterstützung zuteil werden läßt. Die Regierung verfolgt die Politik strengster Neutralität, weil sie die mit China geschlossenen internationalen Verträge respektiert und das Souveränitätsrecht und die Unabhängigkeit anderer Staaten achtet. Die Sowjetregierung ist der Ansicht, daß die Politik der militärischen Okkupation, auch in der Form sogenannter Unterstützung, mit der Friedenspolitik der Sowjet- union und den Interessen eines allgemeinen Friedens unvereinbar ist. Kein Rücktritt Hendersons. Vom Vorsitz der Abrüstungskonferenz. London, 20. Oktober. „Daily Herald" meldet: Arthur Henderson wird auf der Genfer Abrüstungskonferenz den Vorsitz führem Das Gerücht, daß er wegen des Wahlausfalles wahrscheinlich diesen Posten nieder- legen werde, nimmt keine Rücksicht darauf, daß Hendersons Er- nennung persönlichen und nicht politischen Charakter trug. Hendersons Sohn hat erklärt, das Gerücht könne mit allem Nach- druck dementiert werden: ein Rücktritt seines Vaters sei niemals in Frage gekommen. Kurze parlamentsiagung- Oumpingabwehr. London. 30. Oktober. Wie verlautet, wird das Parlament zu einer Kurzen Ta- gung einberufen werden, in der die Frage«mes Schutzes des inneren Marktes gegen die Gefahren eines Dumpings behandelt werden wird. Snowden wird, obwohl er die Peerwürde erhalten wird, im Kabinett weiter lzleiben, wahrscheinlich als G e- Heimsiege! bewahrer. Abwehrakiion in Holland. Ein Manifest an die Arbeiterklafse. Die Vorstände der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und des Niederländischen Gewerkschastsbundes haben in folge der Ablehnung ihrer Vorschläge zur Verbesserung der Lage der Arbeitslosen beschlossen, an die niederländische Arbeiterklasse ein Manifest zu richten. Es soll in einer Million Exemplaken herausgegeben werden. Gegen die sortgesetzten Versuche der Unternehmer und der Behörden, die Löhn« zu kürzen und die Kosten der Krise ganz allgemein aus die Arbellerklosse abzuwälzen, werden Partei und G e w e r k s ch asten eine scharfe Abwehraktion durch- führen,«ie wird durch große öffentliche Versammlungen und Demonstrationen eingeleitet. Die Dichtung trägt alles: den Bühnendaumeifter und Maler Cesar Klein, den Regisseur Jeßner, den Hauptdarsteller Werner Krauß, die Gräfin Terzty der Gerda Müller, den Octavia Walter Francks, den Max Piccolimini Hans Ottos, George als Butller, Witte als Jllo, Büttner als Jsolani, den Terzky Laubingers, schließ- lichten Gordon Kraußnecks. Cesar Klein schafft historische Räume von respektabelster Großartigkeit. Die Meiningerei, d. h. die aufs Theater übertragene Geschichtsmalerei romantischer Art, ist urall, sie ist vor allem älter als der fürstliche Erfinder dieses sensationellen Geschmacks. Die Meiningerei ist aber auch immer ganz modern dann, wenn historische Uniform, traditionelle Militärmusik, historisch protokollierte und nicht zu beseitigende Soldatenaufzüge mit traditionellem Ritual unter- zubringen sind. Der Dichter sah heroisch. Der Bühnenbaumeister, der die optischen Ideen des Genies nachformte, tat sehr gut daran, diese ins Unermeßliche gedachten Maßstäbe beizubehalten. Der Regisseur Jeßner, diesmal zugleich Dramaturg und kontrollierender Kopf für die Darsteller, beschäftigt sich nun bald zehn Jahre mit der Notwendigkeit, den Feuergeist und den Theater- geijt aus der Schillerschen Unsterblichkeit so sorgsam, logisch und ökonomisch herauszuschöpfen, daß alles bleibt, was dem Inneren des gewaltigen Werkes gehört, daß alles verschwindet, was ihm die schöpferische Ueberschwenglichkeit oder Rhetorik einst aufbürdete. Zu bewähren war diese theatralische Vernunft, dieser konstruktive Sinn, diese behutsam skelettierende Anatomenarbeit des Drama- turgsn, die jede Schönhest rettet und jeden Schwulst abstößt. Jeßner verstümmelt„Wallensteins Lager" Er wurde den „Piccolomint" schon etwas gerechter. Er löste seine Aufgabe an der Todestragödie Wallensteins mit der ihm verschwisterten Klugheit Zu sagen ist: Der Dramaturg Jeßner versteht, wenn er sich nicht allzu pedantischen und spintisierenden Marotten hingibt, sein Handwerk und so klar, so imposant, so unzweideutig ist die Psychologie der Wallensteinschcn Todestragödie, daß chr auch die Dramaturgenoperation nichts anhaben kann. Sie isi Produkt der tostbarsten Geschichtsphilosophie und Menschenkenntnis und der Kraft, alles das sinnfällig zu gestalten bis zum letzten Zuge, bis zum letzten Menschen, der für das Kolosialgemälde nötig ist. bis zum geringsten Ereignis, das die Geschehnisse verbindet mit historischer Erkenntnis und praktischer Seelenkunde. Werner Krauß. der Wallenstein: Er spielt in den Momenten des Monologischen und Grübelns und dann, wenn er nickst vor seinen Truppen steht, bejahrter und gekrümmter als man es dem Marschallstabsträger zumuten könnte. Es geht eher in ihm eine Eedankentragödie vor als eine Machttragödie Er kämpft mehr für ein Prinzip als für sich selber Er kämpft für das Prinzip des Cäsarischen und Napoleonischen gegen das Prinzip des Klcinstaot- lichen. Gewiß, er ist ein greulicher Militarist, der die Welt unter- werfen will. Dann aber will er ihr aufrichtig den Frieden geben, einen Frieden, den seine Gnade schenkt. Das ist etwas anderes als der Hofzelotismus der Habsburger, als der ausschließlich klerikale Imperialismus, zu dessen Ausbau die Wiener Hofburg ihre Marschälle und Soldatenmannschaften mißbrauchen konnte. Nach antiker Auffassung sind die Staatsmänner keine leichtfüßigen Faschisten, sondern gediegene, tiefschmerzlich und nachdenklich das Heereselement und Volkselcment hinter sich herschleppende, ge- alterte Männer. Solchen antiken Staatsmann spielt Krauß, solange er den Politiker spielt. Dann muß man sehen, wie er sich er- muntert, landsknechtsinäßig mit seinen Soldaten tändelt, sie sergeantenmößig an der Nase herumführt, wie er auch parademäßig stolziert, sobald er das Hauskleid ablegt und den Generalsrock über- wirst. Er ist ein glänzender Maskenspieler, aber auch ein Ge- dankenspieler. Er beherrscht die äußere Gestentechnik und die innerliche Rede. Es dienen ihm die Künstler des Staatstheaters durch richtige Rollenauffassung. Nicht mit der Kraußschcn Meisterschaft, nicht mit seiner blendenden Ueberlegenheit, der glücklicherweise heute noch jedes selbstbewußte Virtuosentum fremd ist. Walter Frank er- scheint als Octavio der stärkste Charakteristikcr nach Krauß. Er ist physisch mehr an sich gefesselt. Er muß düster wirken aus seiner eigenen Natur. Er wird jede Rolle nach dieser Schattenseitc nuancieren. Doch er wird keine Rolle geistig untergraben, und würdig ist er neben Krauß �u nennen. Wäre zu stresten mit manchem der anderen, so liegt das an der Ueberpointierung, mit der sie ihre Rolle geben. Aber den Streit hätte der kontrollierende Regisseur Jeßner auszutragen, der spekulative Kopf, der von seinem Hauptspieler weggeschoben wurde, der sich an die wichtigen Nebenspieler noch näher hätte heranschieben müssen. Trotz allem: solche Wallensteinaufsllhrung ist in Berlin möglich in einer Zeit, da die materielle Not als Nolksseuche grassiert. Die geistigen'Nothelfer müssen so beschützt werden, wie es der Geist verdient. Denn der Geist, der Gestaltungstrieb, der SpieUrieb, die Zauberkraft der Seelenoerwandlung, dieses Unfaßbare, das auch die Unglücklichsten wieder fassen kann, braucht außer dem toglichen Brot auch noch die tägliche Freude. Max Hochdorf. Konzertrückblick. Orcherster, Kammermusik und Solistenkonzert. Wadimir Bogel ist einer der' wenigen modernen Kom- ponisten, die in den sonst ganz traditionell eingestellten Furtwängler- Konzerten zu Wort kommen. Seine Orchesteretüden(die im Bor- jähr van Scherchen uraufgeführt worden waren) verdienen es zweifellos, an so exponierter Stelle zu stehen: in der Hauptsache rhythmische Studien, sind sie keineswegs nur in rhythmischer Hinsicht' interessant, sind, sie Stücke höchst persönlicher Prägung, von sehr eigentümlichem Reiz, durchaus ohne die leere Geschäftigkeit, obnc die verbrauchten Gesten der Pseudomoderne and mehr als aur geist- reiches Spiel mit Mitteln und Form Vorzüglich der Trauer- marsch— der hier ntmica fmjcbra heißt— ist eine erschütternde Klangvision, die Furtwängler(der bemüht war. alle Grell- heilen zu dämpfen, alle elementaren Härten möglichst zu mildern) in wirkungsvollen Steigerungen packend gestaltet«. Beethovens 6. Sinfonie, die Pastoral«, musizierte er in so subtiler Verfeinerung, phantastischer Transparenz und schon fast unwahrscheinlicher Durch- sichtigkeit, daß dem Werk seine bukolische Naivität, seine unmittet- bare Kraft genommen wurde, daß an Stelle unbewußten Mit- empfindens nurmehr bewußte Freude an artistischer Vollendung trat. Aehnlich erging es dem Geigenkonzert von Dvorak: auch hier Bergeistigung aus Kosten der Ursprünglichkeit, an Stelle süßer, stil- echt sentimentaler' Melodik und primitiver Tanzseeligkeit(die tschechische Musik ist, in welcher Verkleidung auch immer, stets„aus Böhmens Hain und Flur"). Don Solopart des Konzert spielte N. M i l st e i n, spielte ihn herrlich und erobert« Berlin im Sturm. Mit seinem vollen, reinen, kristallklaren Ton, seiner bei allem Können vorbildlichen Schlichtheit ist er ein wahrhaft großer, vor- nehmer und bezwingender Künstler. Das Berliner Sinfoni-Orchcster war in der Auswahl der Solisten seiner letzten Konzerte nicht sehr glücklich. Marc Laory dirigierte«inen Wagner-Tschaikowsky-Lbend. an dem Ihm, dem Deutschrussen. Tschaikowskys 5. Sinfonie am besten gelang: bei dieser Gelegenheit sang Erna S t e i n w e y(Sopran aus Chikagy) die Hallenarie und Jsoldens Licbestod: fang, wie es in einem Konzert eines repräsentativen Orchesters nicht erlaubt sein«ollte. Nicht viel anderes ist von dem Pianisten Franz Wagner zu berichten, der unter der Direktion Weißmanns eine Woche später Beethovens lis-Dur-Konzert nicht einmal technisch zu meistern verinochte: von allem anderen ganz zu schweigen. Die Möglichkeit sich an dem finanziellen Risiko eines Konzerts zu beteiligen, sollte an sich keine Legitimation zu so bedauerlichen Vorfällen sein, gar in Zeiten, in denen man es sich wirklich nicht leisten kann, das noch vorhandene Publikum aus den Konzertsälen zu treiben: Qualität der Leistung ist erst« setbstoerständliche Boraussetzung jeder Konzertpolitik! In dem gleichen Konzert war übrigens Aufführung und Interpretation der „Musik zu einer Lichtspielszene" von Schönberg durch Frieder W e i ß m a n n außerordentlich dankenswert. Kammermusik. Das K l i n g l e r- Quartett begann mit seinen traditionellen Kammermusikabcnden(der erste umfaßte Beethoven. Schubert und Brahm»), das L e n e r- Quartett mit dem Vortrag sämtlicher.Beet- Hooen-Quartett«: über beide Zyklen wird noch zu berichten sein. Zu dem klanglich gedämpften, auf Intensive inner« Spannung gerichteten Musizieren dieser Bereinigungen steht da» Spiel des Queinetto 4» Rom» in interessantem Gegensatz: hier musizieren Italiener in tem- peramentvoller Extensität und sinnlicher Freude am schönen Klang ihrer herrlichen und wertvollen Instrumente. Eine Uraufführung--- amerikanisches Kaleidoskop von Werner Janssen— vermochte weniger von der Güte der Komposition als von der Güte des Quartetts zu überzeugen, das ihrer großen Schwierigkeiten Herr wurde. Das flamsche Streichquartett Opus 36 von Glazunoss, das I-Moll-Quartett Opus 41 von Schumann wurden in einer Qualität der einzelnen Leistungen, in einer Exaktheit des Zusammenspiels und in einer brausenden Klangfülle wiedgergegeben. wie sie nicht oft zu hören sind. S o l i st e n k o n z c r t c. Sigrid O n e g i n feiert auch im Konzertsaal berechtigte Triumphe. Ihr herrlich geschulter Alt erweist feine Beweglichkeit und Virtuosität an den Läufen und Figuren einer Rossini-Arie, seine Wärme, Fülle und Ausdruckskraft an Liedern von Schubert und Brahms: beim Portrag süddeutscher Volkslieder— in äußerst anfechtbarer Weise von Hermann R e u t t e r„neu gesetzt" wurden die Grenzen des Geschmacks leider nicht immer gewahrt.— Wladzimiers Ä a c z m a r(der, von Alexander S e l o verständnisvoll begleitet, in einem Konzert des polnischen Hilfsvereins Arien von Verdi, Catalant und Boito lang) ist ein ausgezeichneter Bassist mit schöner Tiefe und erstaunlichem Stimmumfang. Von den In- strumentalisten ist an erster Stelle Mischa Elmau zu nennen, der Virtuosenwrbeern erntete, ohne für Probleme jenseits der Virtuosität viel Interesse zu zeigen. Cr wurde von Marcel van Gool überaus mäßig begleitet. Gunar I o h a n n s e n ist ein sicherlich begabter, vorläufig noch unfertiger Pianist ohne produktives Stilge'ühl.— Zum Schluß sei noch ein Wunderkind erwähnt: die hochbegabte sechsjährige Ruth S l e n c z y n s k i. der die Oeffentlichkeit im Interesse ihrer vielversprechenden Entwicklung, im Interesse der Be- hütung und Förderung ihres erstaunlichen Talents hosfenilich I och lange erspart bleibt. Imoid Walter. „Die andere Seite" Atrium. Bernard Shaw zertrümmerte den Begriff des pachetischen Helden, er zeigt auch die Schwächen eines Cäsar oder Napoleon, ihre Menschlichkeit, ihre Fehler. Der Engländer S h e r r i s f unter- sucht, durch welche Mittel der Held seinen Mut erkauft, er deckt die andere Seite des Heldentums auf. Englische Offiziere sitzen in einem Unterstand. Schüler, Studenten und brave Pfahlbürger sind plötzlich Helden geworden, die mehr ertragen müssen als der berühmte Hagen von Tronje oder ondere Recken der Sage. Sie führen wahnwitzige Befehle gleich- mutig aus. lassen sich von den deutschen Granaten zersetzen und be- wahren noch im Sterben Haltung. Aber hinter der Haltung bangt die Todesangst und diese Angst wird mit Whisky beschwichtigt. Di« andere Seite des Helden ist„Black cnd White" Der fürchterliche Unfug des Krieges wird mit HUfe von Alkohol ertragen. Vor zwei Jahren erlebte das Bühnendrama„Die andere Seite" seine deutsche Uraufführung. Bald darauf folgte die Romansassung, und jetzt ist der Stoff im Tonfilm behandelt, der sich übrigens eng an das Drama anlehnt. Heinz Paul der Regisseur von„Douaumont" inszeniert den Film, er inszeniert ihn fast als Theaterstück. Die Dynamik der Handlung liegt nicht in den äußeren Vorgängen— die Aufnahmen von Schützengräben und stürmenden Soldaten bleiben Dekoration—. der Hauptakzent ruht ouf der inneren dramatischen Spannung des Dialogs, und diese Spannung ist von größter Intensität. BerfUmtes Bühnendrawo! Und man muß in diesem Fall entschieden die Form bejahen. Dank Conrad V e i d t und Theodor L o o s. Höhepunkte deutscher Schauspielkunst im Film sind hier erreicht. Szenen wie die des Abschieds von Osborne und Stanhope in ihrer erschütternder Einfachheit und Natürlichkeit gehören zum Stärksten, das der Tonfilm bringen kann. Hier ist jede Spur von Virtuosentum verwischt. Das ist schlackenlos groß. Und dann noch eins: Der Film vermittelt die Atmosphäre um diese vom Schicksal gezeichneten Menschen, die Atmosphäre der dunklen Angst, des unterdrückten Grauens. Wenn sich die Kameraden nach Osbarnss Tod sinnlos mit Hekt vollpumpen, so lebt darin der wilde Wunsch zu vergessen und einzubrechen m ein holdere? Reich der Träum«. Neben Beidt und Lops eine Reihe vorzüglicher Gestalter wie Essel, de Äowa, Liebeneiner. Otto und Trenck-Trebitsch. F. Sch. Erste Heeder au» st elluug der Staatlichen At«!«e». Im R a s s a e I-- Teppichsaal des Kaiser- Friedrich. Museums wird am Sonnabend, dem 31., die erste der jetzt regelmZhig von den Htaapichen Aluseen veranstalteten Sonderausstellungen eröffnet. Hie �eigt wenige M e i st e r w e r t e der B i l d n i s i u n st von der ägyptischen Plastik deg dritten vorchristlichen Jahrtausend» angefangen bis zur neueren Zeit. Die Dauer der Ausstellung wird zwei Monate betragen. Sie ist ohne Soodergebühr au de» allgemeinen Besuchstage» zugänglich. Rundfunk am Abend. Freitag, 30. Oktober. Berlin. 16,05 Georg Neukircb; Keine Skifahrt ohne Training. 16.30 Lieder verschiedener Völker(Irma Weile-Barkany, Sopran; Flügel; Juljus Bürger). 16.50 Konzert. 17.20„Neues aus Potsdam.**(Dr. Max Osborn.) 17.40 Das neue Buch.(Am MiKrophon: Prof. Dr. Otto Hoctzsch.) 17.50 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 17.55 Hugo Landgraf: Der ausländische Student in Deutschland. 18.15 Ober-Ing. Nairz und Dr. Nespcr. Der Hörer und sein Apparat. 18.30 Prof. Nicolai Hartmann: Zur Erinnerung an Hegel. 19.00 Stimme zum Tag 19.10 Gustav Stolze liest eigene Prosa. 19.30 Operetten-Fantasien. 20.20 Julius Patzak singt. 20.50 Räuscher: Zeitungsschau. 21.10 Breslau: Peru wird erobert. 22.15 Wetter-, Tages und Sportnachrichten 22.35 Stünde für die Winterhilfe. 24.00 ca.: Berliner Sechstagerennen. Königswusterhausen. 16.00 Mm.-Rat Erich Hylla: Notraaßnahraen gegen die Ueberfüllnng der Volksschulklassen. 16.30 Leipzig: Konzert 17.30 Morsmann: Hausmusik 18.00 Landesrat Dr. Simon: Die moderne Organisation der Sparkassen. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19.25 Siegfried Aufhäuser, M d. R.: Wandel in Wirtschaft und Gosellscha.. 19.50 Dr. Würzburger: Vorschau auf das Novemberprogramm. 20.00 Von New York: Kurt G. Seil: Worüber man in Amerika spricht. 20.15 Hamburg: Bunter Ab«""' � Buch .Karl Jakob Mir seh: Maisenteiler Kaiserwetter— das ist Schönwetter, wie es der liebe Gott be- scherte, wenn S. M. allergnädigst seinen allerhöchsten Besuch irgend- emer Stadt— sprich: Garnison— abstattete. Das war ein Tag. an dem es deutlich wurde, was für eine unnütze Kreatur der Zivilist war im Gegensatz zu denen, die in strahlender Uniform mit wehen- den Federbüschen einherritten. Da steht» seit Stunden wartend, die gestärkte Fracthemdbrust durchgeschwitzt, der stadtbekannte jüdische Rechtsanwalt de Vries und wartet, von S. M. angesprochen zu werden. Und plötzlich ist das Ereignis da— S. M. fragt den Mann:„Gedient?"— Das ist alles. Mit dieser einzigen Frage ist das Kaiserreich der Vorkriegszeit charakterisiert. In diese Zeit führt uns der Verfasser des Romans„Kaiser- weiter"(E. Fischer Verlag Berlin), Karl Jakob Hirsch. Hannover und Umgebung sind der Schauplatz. Da wimmelt es von Spießbürgern, die breit und behäbig, brutal egoistisch, despotisch und kriecherisch, moralinsauer und ausschweifend ihr Vorhandensein aus dieser Erde bekunden, von ihren Ehefrauen, deren Leben nur Subordination ist, von Geschäftemachern, Grundstücksmaklern, Dirnen. Da wächst eine Generation heran, gefühlsarm und kall, aber„lebenstüchtig", jene Generation, die dann in den Jahren von 1914 bis 1918 auf den Schlachtfeldern Europas ihre Seele verhauchte. Gutmütig, böse— zart oder robust sind die Menschen, deren Schicksal der Verfasser zeichnet, einfach oder verwickelt im Denken— tragisch, lächerlich, bedauernswert, oerabscheuungswürdig — eigentlich aber erstarren alle ihre vielfältigen Gesichter zu Fratzen, zum Ausdruck einer Zeit, die sich in sich selbst schon überwunden h-tte, reis zum Untergange, zur Katastrophe war. Und mitten in diese grausige, unheimliche Verfallszeit wetterleuchtet eine ferne, kommende Zeit— schon bereitet sich heimlich, aber sicher die Um- schichtung vor: Die junge Sozialdemokratie kämpft, wenn auch noch der Polizei» und Militärgewalt unterlegen, zielbewußt und hart- nackig den Kamps um Menschenrecht und Frecheit. Dieser Vorkricgsroman bezieht seine Stärke aus der trefflichen Charakterisierung von Menschen und chrer Umgebung. Trotzdem gelingt es dem Verfasser nicht, eine Atmosphäre zu schaffen, die typisch genug wäre, um uns diese Vorkriegszeit nahe zu bringen. Sie ist wehr der Hintergrund, vor dem sich Vorgänge abspielen, die keineswegs so zeitgebunden sind, als es der Verfasser annimmr Zeit und Menschen hätten verdichtet, ein einziger Begriff werden müssen Ueberdies fehlt dem Ganzen die Gebundenheit zwischen dem Einzel- und Gesamtschicksal. Es fft ein Nebeneinander, dessen Zusammenhänge undeutlich und verschwommen sind, manchmal so- gar allzu sichtbar gewollt. Das vermindert das wirkliche Betelligt- fem an den Vorgängen. Das Ganze hätte mehr Schärfe und Humor oertragen, so bleibt es eine blasse Satire, die nicht stark genug ist, den Vorwurf des Buches zu rechtfertigen. F riedriefa Liditneker. Scrantmotil, für die Redaltion: Rich. Bcrustei». Berlin: ilnzeigen: Td. SUxle, Berlin. B-rlaq: ijorwärls Berlaa s. m. b. s. Berlin Druck: Borwärls Buck' druckerei und Berlaasanstalt Paul«inaer Sa Co Berlin£® 68 Lindenftrak' Sie»»» I Bcilaae Liodkjuvsrdslill li-klzendsdnel Oeutsdiiands, Ortsgruppe Uerlin Wiederum hol der Ei enbadn» "etried ein Menschenleben aeioltel Am e? Ollober d z neruna übte der Betriedsralso'rlitzende beim Schicsu 'djtn Perionendahiilios, der Rangierer Max 3rnst bei einem zugMammenftotz E re seinem Andenlea' Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 31 ONober. IS Ulir, im Sremaiorium Baumichulenweg stau Es dcktel um rege Beteiligung Die OrlivCTwa lunj} Siaals Theater Freitag, den 30. Oktober Staatsoper Unter len linden 30 Uhr" Cavalieria nut.cana- Bajazzi itaatlidiaiispielbaus reetimmeurtl 20 Uhr Peer Gynl Schlller-Theoter Uurlotleotarj. 20 Uhr Oas Mürnbergisth Ei »■�CASINO-THfAIER�uF. Lothringer Strafte 37. iiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiuiiiiiiiMiuiiiiiiiiumiiiiiaiiiiiniiiiiuiiiiii VolkswtUck wecHep-FPltze Dazu das Singspiel„Erwischt" and du ncae bunte Programm Gutschein>-4 Personen Paiken nur SO Pf. rauteuil I.— Mark. SeSsei ILO Mark inlernallonales Thealer kleines Tbeaieri Unter den Uoden 44. Hente 8V3 Ulir Lea Romanesques Ab morgen tKffllch SW Uhr Flucht vor Michael mit Kltty Ascbenbaeh I s«Fe, Fahr Kabläile für leib- und Betiwäsdie Verkaufszeit 8— S Uhr Sennabends 8—2 Uhr tDanBerordeiitiiia D Uigeo Preisen Kleider und Seidenstoffe aller Art Mechanische Feinweberei Ad'ershof A.-G. 5!S!i?.'rAs"Ä®L�rd,e�e,t*,,465 MlmV'3?.?Z'.?« □ VoiKsüttltne Tbaattr am BQIowpIatz o Uhr Das vierte Gebof Siädf.Oper Char.olienburk dismarckstiaße 34 Fieitag, 30 Okt. Turnus Ii Anlane 20 ht Hacbelti :nde geeen 23 Uhr Theater am N llendortplab Täglich*t/3 Übt Sonataii nadmi. 4 Bör Max Adalbert in De» beschleunigte Personenzug Sonntag nadim. halbe Pr. Tneater Im Udmlralspalasi Täglicn Uhr Die Dnbarry Ml' oma Aipar Preise V. 0,50 M an WOEMNEUEN OELTSCHyUACHlG« TCNFICM DER UNfVERSAl mm- Im Beiprogramm:„Rhapsodie in blue" gespielt von Paul Whltemann mit seinem Orchester Täglich 5, 7, 915 MARMORHAUS Produktion: Universal Plctures Verleih: Deutsche Universal-Fllm A.Q. Die Einnahmen Bind kleiner, die Ausgaben müssen eingeschränkt werden. Wir passen uns diesen Verhältnissen an u. bieten Ihnen: Wundervolle pelzbesetzte Mantel 39.75, 49.75, 69.-, 89.- Winter-Mäntel 22.50, 29.75, 39.75 u Reinwollene Kleider V plissiert 15.75 « Jäckchen Flamenga- Kleider 27.50 Ks. Marocaine- Kleider 19.75 Tweed-Kleider 10.75. 15.75 Das bekannte 8pezlalhaus W. Bernhard Nechfl. Berlin, Belle-Alliance-Str. 105 1. 101 (Hallescbes Tor) Neukölln Äflitung.6art9n&9sitzer! Mm fiüH aal dem WoAeDmarkt: Obstbäume.. p. St. M I— Schattenmorellen-•»—,90 Rosen..... 10 St, 1,— Balkonedeltannen 10„.— 50 Franzen& Klöppel Pinncberg(HoUtein) Win er-Mäntei fesene Form« rein© Wolle. Prauen-MAntel größte Weiten 49.- ioden• Mäntel in allen Weiten 89.— 29.— Maßanfertigung besonders tQr stärkere Damen Oamsflniintal- Fabrikation und Handlun Reutarstr. 6f a. Kaia�Friod-St» 17.°' Paul Link Lichterfelder Festsäie Zelml« tr StfraOds S OMo Sdaftllftntl Festsäle för Telephon: Lichterfelde 0 3 1445 elageriditeteD 1 VeiM- r Art/ Hodizeitssäle/ Veieinsiiimnet für ZO bis 3QQ Personen PROGRAMM >ür die Zeil vom 30. Okt. bb 2. Nov. KINO-TAFEL PROGRAMM fDr die Zeit vom 30. Okt. bb 2. Nov. Eaia Potsdamer Strafe 35 Hirsekorn greift ein mit Charlotte »nsa, Tr. v. A ten- Jugdl freigegeb W. 5. 7, 9 Uhi. S. 3, 5, 7, 9 Uhr Rheinstra�e 14«i�E�he; Dienst ist Dienst mit Locie EngUscfa, R. A. Robert*. Frllz Schul* W. 5. 7, 9 Uhr, S. 3, 5. 7. 9 Uhr OdcOll* Potsdamer Str. 75 So'nWlndhnnd mit Lucle EoglUcb. Ralph A. Roberts, Max Adalbcri w 5. 7, 9 Uhi S. 3, 5. 7. 9 Uhr Turmstra�e 12 Dienst ist Dienst mit Lncie Entfllsd», Ralph A« Roberts« Fritz acfanlz W. 5. 7. 9 Uhr, S. 3, 5, 7. 9 Uhr Alcxanderstr. 39-40 (Passage) Oer kleine Seilensprnng m Renale MQller, H. Thimlg, H. Bransewctter Den ganzen Tag geöffnet! ■ wonte«. a Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. UrauffQhrungl Keine Feier ohne Meyer mit Loclc EnglUcfa, Siegtr. Arno, R. Au Roberts Wochentags a.lS, 7.15, 9.15 Uhr Sonntags'3 15, S.ls, 7.15. 9.15 Uhr Z Frlcdrichstacn M Die Kamera'i'Z'JZ Täglich 3, 5. 7. 9 Uht Uraufführgng; Tom Sawyer. nach Mark Twain mit jackre Coogan Jugendliche haben Zutritt Franziskaner Georgens raBe(Ecke FriedrichstraSe) 2 Tonfilme Er nnd sein Diener mit Oskar Sabo-»er Hellseher mit 1. Adalbert > HO.».. M Artushot Bohne Sonnte U Ptrrleßergei»tr. 29 Tonlustspiel Der Stordi streikt m. Siegfried Arno Frtts scbnU— Tonbeiprogramm Torswocke We-U-Kinr» w 6.45 u. 9 03 U yv CU-n.inO Sonnt ab 300 U Ut-Moabn 99 Qroßtonfilm: Bcree In Flammen mit LntsTr.nker Tonbeiprogramm— Jugendliche haben Zutritt Kant-Lich tspiele Kamstr 54(an der Wilmersdorfer Str.» Kyritz- Pyrilz mit M. Ada berl, P. H6rb gcr, Hansi Arnstadt W. 5. 7. 9 Uhr, S. 3, 5, 7. 9 Uhr Germania-Palast Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 33 34 Dienst Ist Dienst mit Fritz Scbnlz, R. A. Roberts, Lncie Englisch Woch. 3, 7. 9 Uhr, Stg 3, 3. 7. 9 Uhr Schlüter-Theater vf 9 u Schlüterstr 17 Sonnt 3 U. Igd-Vorst Solang nodi ein Walzer von Strang erkling! mit Q. Ftfilicb, Paod er. Tonbetpr. Tonwocfae. Jgdl.hab Zutr Atrium Beba- Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Wocht 7 u. 9.15 sbd. u. Stg 3, 7. 9.15 Tonfiltn-UraulfOhrung- Die andere Seite mit Conrad Vcldt, Theodor Loos, Pan Ol o. Reinhold Berndl Regie: Heinz Paol Tonfilmbeiprogramm j schöHobra h Titania Sdidnebg. lauptstraße 49 Sonntags 3 3. 7. Vuhr Oer groSe Bergtonfilm mit Lais Tienkert Ber.e In flammen Tonbeiprogramm W M Kronen-Lichtspiele Rhelnstr. 63 Wochentags 3, 7. 9 oh, Sonntaes 3, 5. 7. 9 Uht Dienst Isl Dienst, Milita liumore kc mit Roberts, LnglLet», Scholz Belpr. ■ fiteaiiti M Titania-Paiast stg.Ä/»u Steglitz. SchloBsti i. Ecke Qutsmuthsstr Der gigan ische Bergtunlilm: Ber in Fl»mmen mit tnts Trenker— Tonfilmbeipro ramm )ugcn liehe haben Zutritt W gohlnnderf-Mirto> Zdi B3e.87?n9ufc,CM Potsdamer Str. 40 Stg. 3 Uhr: Ingendv Oer kleine tciiensprnng mit Renate Mfliler, O.Wallbnrg.— Bclptogr. Marlendorf _I 4 Marlendorfer Wochentg. � S.S Tonliditsptclc y/t, 9Uhr Chausseestr. SO.-» So ab 5 U Tonlustspiel: Weekend Im Paradies mit Oilo Walbarg, Cl&re Rommcr. Tonbelprogi amm. Knrftir«* Wo.7.9U. So 5. 7. 9 U. ivuriursi Sonnt 3L'.: Jgd.-Vors Dorfstraße 22, Ecke Berliner Straße Gloria mit Brigitte Helm. Gnslav FrOhllch. Liebe nnd Wellrekord. Tonbelprogramm— Jugdl. Zutritt. Tivnli käg, 3. 7. 9 U. • 1* Uli stgs. 3 Uhr: Jugendvorstell. Berliner Str. Ii Tonlustspiel: Dienst isl Dienst mit Fritz seha z. Ralph A. Robert*. Tonbclprogri Neukölln Mercedes- Palast Hermannstr. 212. Woch. 6�. 9. Stg. ab 3 Sonnabends 3 Uhr Bühnengastsp� Schkicr* Llllpoianer •cfaaa. Film: Das tanzende Wien. Großes Orchester— Jugendl. Zutritt! Primus-Palast SÄ Am Hermannplatz, Urbans»<2/7ö Berlin-Alex ander platz tu. Heinrich George. Belprogr.— Bahnen* cfaaa. ICiileriL- Wochent. 6.43, 9 U. lYUKUK Sonntags 3, 5, 7, 9 U. Kottbusset Damm 92 Die Abtnieoerfn von Toni* mit Ellen Rieh. er.— I onheiptogi amm. Wochent. 6.45, 9 U. CXCClSlOr Sonnt 5. 7. 9 U. Kaiser-Friedrlch-Stiaße 191 Sefn Schetdnngsgrand m. L, Deyer» Uf a-Tankabarett Nr. 1.— Bctpr. Sonntag 230 Uhr lugcnd-Vorsteliung Stern, HermaniulraHe 49 Wochent. 6,45. 9 Uhr, Sonnt. 3,5 7. 9 Uhi Toniustspiel: Weckend im Paradies mit Otto Walbarg.— fonbc.progr - Bühncnschaa. > SOdwezten M Lichtspiele Südwest BIllche: s» U W ap 5. So ab3Uhi Oer Igdiclndc Leutnant m Mao rice Chevalier.— Belpr.— Tonwoche. Füm-Paiasi Kammersäle Teltower Str W ab L30. Stg. ab 3 30 U IOOdiol Tonfilm: Olenslist Dien«! m. R. Robert*. Schatz, Lade CngUtcb. Tonbelprogramm Süden Th. am Moritzplatz Beg Wo 5. 7. 9. Stgs. ab 4.30 Uhr Oer Ball(Kampfs geben einen Bai) mit Dolly Haas, Schänzel— Belpr. Wochent ab 6>- U nimCCK, Sonntags ab 3 Uhr. Am Uörlitzer Bahnhol Wer nimmt die Liebe ernst 7 mit Mate Hansen, Jenny Ingo Beipropraram- Varlettschaa Luisen-Theater Reichenherger Str. 34 Bomben ani Manie Carlo mit Hans Alben Anna Sien Dazu das ausgew Beiprogramm Stella-Palast Köpenickei Straße 12—14 Wochtgs. ab ft'-'t U„ Sonntags ab 3 U Heinrich George in dem großen Tonfilm: Berlin- Aletcanderplalz Gutes Beiprognaram Auf der Bühne: VarieMschan Deutsch-Amerik.Theater Köpenicker itr. 68 Beg. 5, So. 2,30 J-V. Hirsekorn greid ein mit Felix Brcssart— Groß, gut Tonbeipiogr. Neue Philharmonie Köpenicker Str. 96. Tonoperette: Solang noch einWalzer von Mraob ei klingt— Beiprogramm- Bühnen- schau— Jugendliche Zutritt �I���Mthulenwes�� Lichtspielhaus Baumschulenstr 78 Sonnt 2 U. j.-V. 8o'n Windhund mit R. Roherf». Mnz Adalbert.— Deipr. Ton woche Treptow- Sternwarte Sonnabend 8 ehr. Sonnta; 4. 6, 8 Uhr „chanl*, ein pac ender Film VON Mensch und Tier im siames sehen Urwald � WordosteTn � PKr.is.m" Frenzlauer „nlysium Allee 06 Wo. 5.13, 7 WO. 9 15. So 3.15. 3. 7.13. 9lI5 U. Berlin-Alexanderplatz mitH George Bühne: Amcrlkan. Tinge LTaogel Flora-Lichtsp. �-"«74?' Tägl, 61,'». 83/s, Sonnab. 5, 7, 9, Slg.3.3,7,9 Dienst Ist Dienst mit Fritz Schulz. Reichhaltiges Beiptogramm. ■ 0«ta"■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Woch. 6-30. Sonnab. 3, Sonntags 3 Uhr Verlängert! Lais Trenker in dem giganten Bctg- tonfilm. Berge in Flammen mitLissl Arn«, Claas Ciaassen Beiprogramm VatleiFschaa Jugendliche haben Zutritt! LunasPalast��Ä Große Frankfurtei Str. 121 Tonwoche.— Gloria mit Brigitte Helm, Gustav FrOhllch. Bühne: Original neapolU. Kapelle Schwarzer Adler Xii« w W och. S, 7. 9, Stg. d, 5. 7. 9 U Wer nimmt die Liebe Ernst m. Max Hansen« Jenny Jogo. Deipiogramm. Viktoria-Theater Frankfurter Allee 48 W. 5, 7, 9 So. 3 Uhr Sein SchefdangtgTixnd mit Llen ucyerRg Johannes Riemann. Tonbelprogramm. W_____ Zentrum> Babylon, am ßülowplalz Wochentags 3, 7, 9.10, Sonnt ab 3 Uhr Gloria mit Brigitte Helm und Gustav Fröhlich Bühne; T. A Körner, Humorist am Flügel. jugendliche haben Zutritt! g Meu-Uchtanl>cr9""k Kosmos-Lichtspiele Lückstraße 70 W. 3.7.9 S.3.3.7.9 ü. Qroß'onfilm Im Geheimdienst mit Brigitte Helm, Wulv Frl sch. Tonbciprogr,— Gr. OflhncnKh.a WelOensea Harmonie IIS Langhanssti. 23 Tonlustspiel; Hirsekorn greift ein mit Felix Bressart, Charlotte 5usa Tonbelprogramm W Frledrtctisfclde W Kino Busdi Bcgi�f'�uhr Alt-Friednchsfelde 100 proz. Tonfilm. Um eine NasenlKnge mit S. Arno Beiprogramm— Jugendliche Zutritt ■ worden O R 1Korv.Kv.rs Müllerstraße 136, Alnamnra Ecke Seestraße Wochent 3.7.9 U.. Sonnt 3. 5. 7. 9 U Dienst Ist Dienst mit Ratob Roberts, Frllz Scbnlz.- Tonbeip.ogiemm, Pharus-Lichtspiele Müllerstr. 142 W.5.7.9U., Ltg.3.S.7.9U. Erstaufführung! SdhOtzenfcst in Schiida m Steg. Arno« Fritz Kampers, Ida Wüst.| alias Falkenslcin.— Belpr- Jgdl.h Zutr, Pankow Palast-Theater Breite Straße 21 a W 7 u. 9. Stg. 5. 7, c U. Großtonfilm Menschen hlnfcr Gifte n mit Heinrich George, Dil« Parlo.— Tonbeiprogramm. Tivoli Wochent,?, 9 Uhr, Sonnt 5, 7. 9 Uhr. Berliner Straße 27 Gr. BQhnenschaa Um eine NasenlSnge mit Slegtried Arno. Lncie Englisch.— Beiprorr. Grotze ofinnen schau.— Jgdl. Zutritt. • TC9e* Filmpalast Tegel Sf Cochem, b. Sonm 4hc u Er und«ein Diener mit Oskar Sabo — Oas eiserne Metz mit Lou Cbancy Film- Wo 6.830 Uhr IVOSmOS tiObne So 4,15 6.30 8,45 Hauptstraße 6 Meine Frau, die Hocfaslaplerlii mit Ktckrev. Nagy- Tonwoche. Ferner: Lndwl. Trautmann-pnchl anläßlich des 30jähr Filrnjubiläums über d.e Anfange des Film» ■ Henntssdor, Q Fiimpaiast Stg. Ä* Berliner Straße 59 10' prozent Tonfilm: Meine Cousine ans Warschau mit L ane Haid, Schulz, SzakaiL Ole Sache August (Kinder vor Qerichg Vellage Freitag« 30. Oktober 1931 DcrjUutiÖ ShnJauXgaße 4ܧ ioiwasü 'ISU.. tind der eine Ceßi im dbuniieC... Bin(faetiCet iieiCi iicfi gum ßnietvien} Wir tippeln durch den späten Abend. Ein leiser Schmuddel- regen hat die Straßen der City spiegelblank und menschenleer gemacht. Besonders im Bankenoiertel, in das wir jetzt ein- biegen, herrscht absolute Stille und Leere. Die direktorialen Rolls Royce und Packards, die tagsüber die Flucht der Bankpaläste ein- säumen, sind längst in den Garagen der Grunewaldoillen. Dunkel, wuchtig, unheimlich, brutal machen sich die Burgen des Kapitals breit. Wie auf Verabredung haben wir unser Gespräch nicht fortgeführt, schweigend starren wir die schwarzen Häuserfronten an, jeder spintisiert für sich. Endlich sagt der eine:„Das Geld... es schläft...�„Nein", erwidert der andere,„das Geld schläft nie..." In diese wenig fruchtbaren Meditationen knarrt plötzlich aus einem dunklen Mauervorsprung eine menschliche, männliche Stimm«. In der Nische hockt, die Beine an den Körper gezogen, ein alter Mann mit langem weißen Vollbart. Die linke Hand hält ein halbeingewickeltes Wurstende, von dem das Kartoffelschälmesser in der Rechten Stück um Stück abschneidet und es, begleitet von einem Brothappen, zum Munde führt. Ein alter Bettler, der ausgerechnet hier, umgeben von Millionen, sein spätes Groschenabendbrot ver- zehrt. Das Greisengesicht mit dem wuchernden weißen Haar wirkt wie ein Ueberbleibsel aus jenen vormärzlichen Filmen, wo das brave Kind am Gartentor dem guten alten Mann einen Sechser in den durchlöcherten Schiapphut wirst. „Na, Vater, wollen Sie noch nicht bald nach Hause gehen?" „Nach Hause?" Der Alte blickt kurz auf, um sich dann wieder seinem Wurstende, das jetzt schon zum Zipfel geworden ist, zu- zuwenden. Dann:„Heut feilt a mir doch raus, der Bost; vier Nächte Schlafjeld kricht a schon, im is Schluß, sacht a." Ruhig, sachlich, überzeugt davon, daß der„Bost" im Recht fft, kommen die Worte, unterbrochen von nmmmelndeni Zerkauen der Nahrung, heraus. Wir sehen uns an.„Bater, wollen Sie nicht 'ne Molle mit uns trinken?" „Eene Molle...? Ick mechte schon. Aber ihr wollt ma ja bloß ,mf de Schippe" nehm!" „Nee, Vater, bestimmt nicht." Vier Arme helfen den Allen hoch. Krumm, der zertrogene Mantel mit den vollgestopften Taschen berührt sast den Boden, steht er da. „Wohin gehn wir, Vater: nach'm Kaiserhof?" „Sehi'a, seht'a", empört macht er sich los. Wir wollen ihn doch ,mf de Schippe nehmen", denkt er, weil wir mit ihm in den ,„Kaiserhos" wollen. „Wer Dater, wir meinen doch den„Kleinen Kaiserhof", die Kneipe da hinten!" Der.Kleine Kaiserhof" in der Mauerstraß« will kein kleiner Bruder des, Kaiserhof" vis ä- vis sein. Diesem seine Diplomaten, jenem Taxichausfeure, Straßenfeger und Kutscher. In der kleinen niedrigen Kneipe schwebt ewig«in nahrhafter Geruch nach Gekochtem und Gebratenem........>■ Wir Drei nehmem. an. einem. Hülleren Tisch nahe der Küche Platz. Der Alte ist nicht dazu zu bewegen, seinen Mantel aus- zuziehen. Wahrscheinlich hat er kein Jackett darunter. Aber den Hut nimmt er ab. Das schlohweiße Haar legt sich über Ohren und Mantelkragen. In dem kupferroten Gesicht liegen zwei Augen, die ewig um Verzeihung bitten. Das Bier trinkt der Alte mil großen durstigen Schlucken, über das spendierte Eisbein macht er sich mit sachlichem Ernst her. Ab und zu blickt er auf vom Essen und sieht uns mit einem Hundeblick an. Als mein Begleiter sich einen Augenblick entfernen will, denkt er, wir wollen ihn mit der Zeche sitzen lasten, die Augen weiten sich. Er muh vor Schreck aufhören zu essen. Dag zweite Glas Bier und eine Zigarre machen den Alten etwas selbstbewußter.„Wo kommen Sie denn jetzt noch her, Vater?" Er map im W e st e n, in der Gegend des Wittenbergplatzes, auf der Bettellour. Hintertreppauf— hintertreppab. Seit 9 Uhr morgens ist er unterwegs. Und alle die„feinen Herrschaften" der dortigen Gegend haben, zusammengelegt, zweiundsiebzig Pfennig, einige Brotkanten und— der Alle zeigt sie stolz— zwei Glacehandschuhe allzu großer Aehnlichkeit, nämlich zwei rechte, entbehren können. Als er einen Fall erzählt, kommt sogar etwas wie Em- pörung über ihn: „Ick kloppe, vier Etaschen hoch, an eene Wchentür. Een Dienstbolzen will ma'n Sechsa je'm, da kommt de Madamm. Warum denn die Leutens immer Jeld jeden, ohne daß sie arbeeten dafür, sacht die Olle. Der Mann ist doch noch sehr„rüsterig", der kann doch den Schlaf st ubenteppich kloppen. Da kam ma aba de Wut hoch. Jeden Se man her, Ihrn ollen Abtreter, den wer ick schon kloppen. Ick krumma Iustov also vier Treppen runta, jekloppt, und wieda hoch. Und wat sacht die Olle? So lieber Mann, nu ham S« Ihre fünf Fennje auch v a d i e n t. Det wollte nu ne feine Frau sind!" In der Herberge in der Gollnowstraße ist der Alte vier Nächte Schlafgeld zu 80 Pfennig schuldig, und wenn er heute nicht min- bestens zwei Nächte bezahlen würde, würde der„Bost" ihn„raus- keilen". „Wie all sind Sie eigentlich, Vater?" „Bierundsiebzig..., nee: zweeundachtz..., siebzich Jahre..." Er weiß es nicht mehr genau. Geboren ist er in P o s e n. Ob er nun Pole ist oder Deutscher, Melker, der fixeste und der ehrlichste— er betont es— auf dem ganzen Gut. Und dann entließ ihn der Gutsbesitzer, der „gnädige Herr", weil er einer Kuh, die ihn schlug, in den Leib getreten hatte. Aber das tat nichts, er mußte doch zum Militär. Dann kam di« Landstraße. Deutschland, Oesterreich, Schweiz. Italien, Frankreich und Spanien, alles per pedes apostolorum. Jahre, Jahrzehnte. Bis er, kurz vor dem Weltkrieg, wieder in Deutschland landete, als alter Mann. Während des Krieges als Arbeiter irgendeiner Munstionsfohrik in Westfalen und wieder auf der Walze. Jahre und Jahre. Bis er in Berlin landet« und die Viermillionenstadt seine Landstraße wurde, weil es für weitere Wege an der Puste mangelte. Wo seine Eltern gestorben sind, er weiß es nicht, nicht wo seine fünf Geschwister, wenn sie noch leben, sind. Er ist n o ch nie in e in e m K i n o gewesen. Ein Buch ist ihm ein„Ding wo Geschichten drin stehen", und eine Zeitung scheint für ihn nur den tieferen Sinn des Einwickelpapiers zu haben. Aber eines hat ihn die lange Praxis gelehrt, sei es nun in Berlin, Italien oder irgendeinem oberschlefischen Nest: Geben, Schenken ist nicht desReichen Sache. Die hetzen Hunde auf den Bettler oder schlagen ihm die Tür vor der Nase zu. Geben mit der Selbstverständlichkeit des Wissens um Hunger und Elend wird nur der Arme. Der oberfchlesische Kumpel, der italienische Tagelöhner oder der Berliner Arbeitslose, Morgen will der Alte in die Arbeiterquartiere des Weddings. Die Gegend kennt und schätzt er. .Kupferfennje, nur Kupfersennje. Aber viel Klee nvieh macht o o ch M i st", sagt er und stülpt betulich den Hut auf, Ein Omnibus bringt uns in die Gegend seiner Schlafstelle Wir geben ihm einen Taler als„Honoraranteil" für den Artikel, zu dem er den Anlaß gegeben hat, und eilig verschwindet er um die nächste Ecke in sein Quartier. Er kann ja jetzt bezahlen, und der er weiß es nicht, es ist ihm auch gleich. In der Jugend war er f„Bost" wird ihn nicht hinaus„kellen". ZVeka Helnxich Hemmelt CLC(ßapene und andexe t£euie Irgendwann und irgendwo werden die unerbitllichen, lauter schrecklich-sachlichen Zwecken dienenden Kausalreihen des Lebens doch immer wieder lieblich unterbrochen und das Menschlich-all- zumenschliche macht sich in allerhand kleinen Impromptus des per- sönlich eingestellten Rede- und Antwortsspieles Luft, dem wir Männer im Grund« genau so ergeben sind wie die Frauen, bei denen man solchen Neuigkeitenaustausch ungalanterweise„trat- scheu" nennt. Uel-er der Arbell, zwischendurch, hinterher kommen die Kommentar«, die zurückgedrängten persönlichen Interesten kom- men zum Borschein, man wirft sich rasch ein paar Worte zu, zieht einander zur Theke der Vertraulichkeit, und in einem Zigarren- g e s ch ä f t mag ein ebenso ungehemmtes Mitteilsomkeitsbedürfnis Heroorbrechen wie in einem M i l ch l a d e n. Man kapert mich rn-t t Al C crp ö n e: Sehe ich wie ein Amerikaner aus? Die Stimme�es Zigarren- Händlers, als ich. ein Dampswölkchen der neu erstandenen Zigarette zurücklastend, das Freie gewinnen wollte, befragte mich, als fei ich die einzige in Berlin erreichbare Autorität dafür, über die Steuer- Hinterziehungen des Chikagoer Ober-Gangsters Al Capone— und ich blieb wie angewurzelt auf diesem Boden stehen, auf dem schon etliche Raucher zum Stillstand gekommen waren, und, nachdem sie ihr Liedlein gesungen, jetzt horchend umherlungerten. „Es ist jetzt schon das zwelle-, nein, das drittemal", begann ich (geschmeichell mein Wissen auskramend, jür das mich kein Chikagoer Schuljunge in seinen Apfel beißen lassen würde)...„daß man Agenten, bis zu hundert Regierungsagenten angestellt hat, um dem berühmten Gangster kleine Steuerverfehlungen nachzuweisen, statt ihm wegen systematischer Erpressungen, Gewalttätigkeiten und Morde den Prozeß zu machen... und was wird man bei aller Polizeiüberwachung erreichen? Al Capone hat in seinem Stadt- viertel(Cicero) das Volk auf seiner Seite... jawohl, meine Herren: an wen kann man sich denn in Amerika, in Chikago um Hilfe wenden— ein armer Teufel—. wenn alle Stricke reißen? Man geht zu Al Capone.., und braucht deswegen kein Gangster zu werden:„Al" verteilt Lebensmittelkörbe, taufende, gerade jetzt, um Weihnachten, dieser Groß-Berbrecher: er nimmt den Reichen er gibt den Armen, ein neuzestlicher Räuberhauptmann.... Ja- wohl, ich nehme noch«in« Zigarette. Die Erklärung? Al Capone hatte Erfolg, Glück vielleicht, er kam als Organisator hoch— kein Teufel, aber eine Ari Luzifer ist er: der moderne Geist der Finsternis, er hat Chikago von unten nach oben gedreht, der Polizei ein« verläßlichere Polizei entgegengesetzt, er bietet die sichersten� Garantien.... Versichern Sie Ihren Zigärrenladen bei Al Capone und er ist unantastbar: man wird dm Gegenteil Ihren Konku rr e n t e n ausräumen. 2. Versichern Sie allerdings nicht, dann wird man Ihnen früher oder später die Nachteile des Nichtoersichertseins in GestoU eines Revolvers oder Schlagringes vor Augen halten, man wird Ihnen die Schaufenster, und wenn das nicht hilft, den Schädel einschlagen, und dam: sehen Sie, wenn Sic lebendig aus dem Spital kommen, Al Capone großpratschig beim Baseballspiel sitzen.... Was ist das für ein« Marke—, die ich da rauche?" Berliner Banditen ä la rnode. „AI Capone", antwortete der Inhaber der R a u ch st u b e schmunzelnd, deren dampfendes Auditorium ich mit einer Handvoll neuer Glimmstengel automatisch durch meinen Beitritt vermehrte. als, durch eine Zahnlücke grinsend, ein paganiniähnlicher Pfeifen- raucher eintrat, der im Chorus nach seinem Zahn befragt wurde: di« gesprochene Zeitung wurde jetzt unter der geschickten Redaktion Lerlw irägf Leineweber- Ulsf er Vom 30. Oktober- 9. November werden wir uns selbst übertreffen DURCHWEG REINE SCHURWOLLE 3 ULSTER• 3 PREISE• 3 SCHLAGER Lelnewober UAS HAUS DAS JEDEN ANZIEHT• KÖLLN. FISCHMARKT• B RUNNENSTRÄSSE Jetzt auch Damen-Wintermäntel im Hauptgeschäft am Kölln. Fischmarkt ftts Aigarrenhändlers um ein neues, ich muß gestehen, nicht UN- 'nteressantes Kapitel moderner Brigantcrie bereichert. Der zahnluckige Paganini hätte am vorangegangenen Abend, ilhre acht, den fehlenden Zahn aus dem 2000 Stück umfassenden Lager seines Zahnarztes passend ergänzt bekoinmen sollen, aber das war unter den Umständen nicht so einfach gewesen. Als die beiden(der Zahnarzt hatte den Paganini bei Geschäftsschluß gleich inrtgenommen) vor der Tür airlangten, stand dort— erfuhren wir—, korrekt gekleidet, höflich grüßend, ein Mann... ein Kunde? Rein. Oder vielleicht doch... Der Zahnarzt will auf der e r st e n Etage noch mal zurück, als er unten läuten hört. In der zweiten Etage, vor seiner Wohnungstür, bleibt der Zahnarzt wie entgeistert stehen: höflich, ja, direkt bestechend verbind- lich grüßen ihn zwei elegante Herren, der eine in kurzem Sportpolz, die aus der Tür treten und diese hinter sich schließen. War das überhaupt seine, des Zahnarztes Tür? Er sieht auf das Schild.... Kein Zweifel! Und diese Herren? Das waren moderne Einbrecher, die er überrascht hatte und die die Rolle der Unbefangenheit so perfekt spielten, daß er, der Zahnarzt, sich einbildete, mit ihm sei etwas nicht in Ordnung. Paganini sah die beiden„Kunden" das Treppengeländer hinab- gleiten: auch das, ohne die Hallung zu verlieren, wie eine Variete- Produktion. Im Vorzimmer stand alles hübsch assortiert, was die Einbrecher in den neuen Lederkoffern des Dentisten hatten niit- nehmen wollen, ohne vulgäre Hast, ohne gefahrinsolvierende Er- regung: einfach gemütlich fachmännisch-sachlich— da mar ihnen der Zahnarzt in die Quere gekommen. Und der war es letzt, der Krach schlug und alles durcheinander warf, so daß man den Zahn nicht finden konnte: Nichts fehlte außer Paganinis Zahn, der war nicht zu finden.... Goldene Uhren und ein herrenloses Haus. Ein irgendeiner Iuwelier-Nebenbranche angehöriges Mttglied des Raucherkollcgiums verbreitete sich jetzt nach Ideenassoziationen fortfahrend über ein Einbreche r-J u b i l ä u m s b a n k e t t, bei dem es als Herrenspende goldene Uhren gab, nicht irgendwelche aus fremden Wohnungen mttgenommene, sondern neuestes Fabrikat, das er lieferte samt uniformer Gravierung, etwas besonders Apartes... aber der Zigarrenhändler, findend, daß eine Zeitung, selbst eine gesprochene, nicht zu vieles inst derselben Tunke bringen darf, wandte jetzt sein forschendes Antlitz einer zigarrenrauchenden Spezies von Hausverwalter zu, einer von der O r d n u n g s m a n i e Besessenen, das konnte man sehen... aber was nützt all die penible Genauigkeit, wenn man sie außer dem Raucherkonsortium nieman- dem vorweisen kann: das Haus, das er verwaltete, hatte keinen B e s i tz e r I Niemand, in ganz Berlin, will das Haus haben... nachdem es ein Ausländer für 30 Mille gekauft, mtt 00 Mille Hypotheken belastet hat, die Differenz irgendwo angenehm durch- bringend und das Haus verludern lassend, das abbröckell und modrig riecht, und das kein Mensch haben will, mtt allen seinen Schulden, obwohl es das bestverwaltetste Haus der Welt ist. Der helle Funkerund die streikenden Lappländer. Das Gespräch schlug, wie wäre es anders denkbar gewesen, aus Haps mieten über, sinkende, sinken sollende und gesunkene: „Was wollen Sie für die S-Zimmer-Wohnung bezahlen, 273 wird Ihnen zuviel... ISO sagen Sie, gut, Sie sollen ab heute für ISO wohnen." Der um 12Z Mark heruntergesetzte Wohnungsinhaber bestellte eine Virginia, um der Stube eine andere Atmosphäre zu geben. aber diese brachte vielmehr, als die gesprochene Zeitung im lokalen Teil zu versanden und sich in Klagen und Zeitbeschwerden zu ver- litten schien, ein junger Telefunkenmann mtt sich herein, der b'itt R undfahrten tätig, solche, die in das Bereich der Mitter- nachtssonne führen, wenn es bei uns heiß wird, ooer nach den ozurenen Mittelineergestoden, wenn es bei uns kalt wird: er wartet schon auf den nächsten Schub. Was erlebt so ein Funker? Viel und wenig... in Barcelona war es ihm passiert, daß er die spanische Revolution einfach übersehen hatte... er war bei einem Stierkampf gewesen und ahnungslos an Bord zurückgekehrt: nächsten Tag, als sie schon auf dem Meere schwammen, las er's in der Zettung— daß er die Revolution mit„erlebt" hatte. Jedenfalls, die Gefellschaftsfahrten sind, den heutigen Verhält- nissen entsprechend, billig, den Reisenden eigentlich noch immer nicht wohlfeil genug, während die Schiffahrtsgesellschaften angeblich zu wenig verdienen und sich nach Nebenverdiensten umsehen. Darin kommt ihnen die oft wahrhaft naive Schaulust des besseren, d. h. anspruchsvolleren Publikums entgegen, das gerne unter sich (sg Ossizieren a. D.& Co.) reist und andererseits doch gerne„Volks- leben" sehen will, dem dann ein findiges Komitee, nötigenfalls künstlich, auf die Beine hilft. Es verdienen ja nicht nur die(Sonder- fahrten arrangierenden) Gesellschaften, sondern auch die Ein- h e i m i s ch«n, indem sie sich recht drall und ursprünglich geben. Die H e l g o l ä n d e r z. B. müssen möglichst helgoländisch tun. das ist nun mal ihr hartes Los... die Türken sind zwar heute modern gekleidet, aber wo es angeht, im Janitfcharen-Museum oder so, maskiert man sie, drückt ihnen Fanfaren in die Hand: dann kommen die Sonderfahrer und schauen. Die Lappländer aber machen nicht mehr mit. Sie pflegten, 2000 Männer,.Frauen und Kinder, ein pittoreskes Lager aufzu- schlagen und die Nordlandfahrer durch ihr echt lappisches(nicht läppisches) Wesen zu erfreuen, wo immer es die Schiffsgcsellschaft wünschte. Es wurde dann an Bord die Nachricht verbreitet, daß Lappen, Läppinnen und Lappenkinder in der Nähe in ihren Volts- sitten und Nationalkostümen zu beobachten wären(Sonderfahrt ... Mark pro Person)... die Lappen richteten sich wie die Schauspieler schnell zurecht, die Reifenden zahlten— und der Häuptling bekam ein Geschenk. Die Gesellschaft hatte einen großen Prosit und der Oberlappe ein kleines Geschenk. Das paßt ihm nicht mehr. Er will die Sonderfahrtsgelder selber einkassieren. Das paßt wieder der Gefellsckaft nicht. Also ist's augenblicklich nichts mit den Lappen, „sie baben sich ins Innere verzogen". Es ist nur gut, dachte ick. daß sich die Lappländer in ihrer Enttäuschung nicht den Ersterklasse-Vassagieren gezeigt haben, wie sie wirklich sind:„sowie diese selber, nämlich, nur, vielleicht etwas vernünftiger. Dann beglich ich die Rechnung für siebzehn Al Eopones, begab mich in das Milchgeschäft gegenüber und hörte mir die Frauen an... Die Krise im bürgerlichen Fu�ballager Die besten Vereine haben keinen Nachwuchs In jedem Jahr, wenn die ersten Serienspiele im bürgerlichen Verband Brandenburgischcr Ballspiclvereine (ABB.) ausgetragen sind, stellt es sich heraus, daß es überall kriselt. Diese Anzeichen machen sich gerade bei den sogenannten Kanonen- vereinen am stärksten bemerkbar; fast immer ist auch Hertha- BSC., der augenblickliche deutsche Meister, dabei. Diesmal mußte sich der deutsche Meister selbst von den spielschwächsten Mannschaften Niederlagen gefallen lassen, an die niemand glaubte. Erst durch die Bestätigung in der Fachpresse mußte man sich von der Richtigkeit überzeugen lassen. So steht Hertha jetzt in der Tabelle an der achten Stelle, weit genug, um an die Berliner Meisterschaft nicht mehr heranzukommen! Wie ist ein solcher Formrllckgang möglich, werden sich die Interessenten fragen. In den Vorjahren stellte es sich stets heraus, daß Hertha nach einigen schwachen Spielen stets wieder obenauf war. So hoffte man auch in diesem Jahr wieder, daß Hertha sich auf sich selbst besinnen würde. Aber die Pessimisten, die schon vor dem Beginn der Serie an Hertha zweifelten, sollten recht behalten. Schon damals stellte es sich heraus, daß der Nachwuchs aus dem eigenen Verein noch lange nicht an die Durchschnittsfpielcr anderer Mannschaften heranreicht. Die„Einkäufer", die auf Reisen waren, um gute Ersatzspieler aufzukaufen, hatten in diesem Jahr kein Glück. Aus den Arbeiter-Sportoereinen ging keiner auf den Leim, obwohl man Arbeitsbeschaffung versprach und mtt Geld nicht sparen wollte. Auch bei den anderen bürgerlichen Vereinen waren„Käufe" nicht möglich. Was blieb dem„Meister" anderes weiter übrig, als zu den Reserven aus den eigenen Reihen zu greifen? Wie sich diese Re- serven schlagen, zeigten die letzten Spiele. Zu alledem kam noch, daß Spieler der Stammannschaft, wie Sobek, Ruch und Domscheit. „erkrankt" waren, merkwürdigerweise erkrankt in dem Moment, in dem es um Sein oder Nichtsein in der Oberliga ging. Sollte es wahr sein, daß. wie das Gerücht gehl, die Spieler die Nase voll haben? Beim Mgang von Appel und Hahn wurde öffentlich oersichert, daß genügender Ersatz vorhanden wäre oder beschafft werden könne. Wo bleibt aber dieser vollwertige Ersatz? Die Spieler der Arbeiter- Sportvereine, aus denen man sich ihn holen wollte, blieben jeden- falls fest. Da nun überall ein Sündenknabe gesucht und gefunden werden muß, glaubt man in diesem Fall die Presse verantwortlich machen zu können. In der Hauptsache wird die außerhalb Berlins er- scheinende Fachpresse als schuldiger Teil bezeichnet. Man glaubt, daß die Krttiken in den süddeutschen Zeitungen den Berlinern ge- schädigt hätten. Glaubt man denn in den führenden Bereinen, daß alle Berlintt Fußballinteressenten auch die süddeutschen Tages- zeitungen lesen? Allerdings wurde hier viel von dem„ungeheuren Glück", das die Berliner Mannschaft Hertha-BSC. bei den Meisterschaftsspielen gehabt habe, gesprochen. Daß das aber irgend- welchen Einfluß auf die Spieler haben könnte, ist wohl kaum zu glauben. Vielmehr wird wohl die Lobhudelei, in die die verschic- densten Zeitungen über Hertha verfielen, die Mannschaft zur Selbst- Überschätzung oerleitet haben. Die Hertha-Leule meinten, sie brauchten nur aus dem Platz erscheinen und der Sieg sei sicher! Mtt dem Glauben allein ist es allerdings beim Fußballspiel nicht getan, man muß auch Taten zeigen. Diese Taten ließ Hertha ver- missen, so kam es zum Zusammenbruch der Mannschaft. Aber nicht nur Hertha allein ist diesen Formschwankungen unterlegen. Andere Mannschaften wie Tennis-Borussia, Berliner Sportverein 02 und Union- Oberschöneweide, sowie mehreren Vereinen der unteren Klassen geht es nicht viel besser. Nur tritt die Krise hier nicht so stark in den Vordergrund. Tennis- Borussia hat immer noch annehmbaren Ersatz in den unteren Mann- schaften. Dagegen ist es um den Berliner Sportverein sehr schlecht bestellt. Hier hat man sich allerdings nicht auf den Nachwuchs ver- lassen, sondern auf die wieder eingetretenen Spieler Appel und Hahn. Mit Hangen und Bangen sehnt man schon die Zeit heran, wo die Sperrfrist für diese Spieler abgelaufen ist. Während dieser Zeit werden aber wichtige Spiele und Punkte verlorengegangen sein und es wird sehr schwer sein, sie wieder einzicholen. Union-Oberschöne- weide zeigte bei den Gesellschaftsspielen vor der Serie annehmbare Leistungen: als es aber darauf ankain, war es mtt der Kunst vorbei. Spiel um Spiel wurde verbaut, irgendeine Aussicht auf eine führende Stellung ist nicht mehr vorhanden. Auch hier fehtt der Nachwuchs aus dem eigenen Verein, man hoffte auf Zuzug aus dem Lager der Ärbeitersportler. Es zeigt sich also, daß auch bei den kleinen Ver- einen die sogenannte Leistungskurve nicht nach oben, sondern nach unten geht. Es wird einmal der Tag tonnucn, an dem die Spieler erkennen werden, daß sie ün bürgerlichen Lager nur dazu benutzt werden, um einem Dutzend von Leuten, die sich gern rühmen hören, den Steig- bügel zu hatten. Dazu sollten sich die Sportler auf die Dauer nicht hergeben. Im Arbeiter-Turn- und Sportbund wird Massensport betrieben. Darin unterscheiden sich die Arbeiter- sportler von den angebliche» bürgerlichen Amateuren. Deshalb kann es für alle Fußballfportlcr nur eine Losung geben: Hinein in die Zlrbciter-Sportvcreinc. klorian Manz. In der FIFA krachis Rücktriü des allmächtigen Generalsekretärs Ganz überraschend kommt aus Amsterdam die Nachricht, daß E. A. W. H i r s ch m a n n, der Generalsekretär des Jitternationalen Fußballoerbandes und Vizepräsident des Niederländischen Fußball- bundes, von seinen Aemtern zurückgetreten sei Hirschmann, der auch im Vorstand des Niederländischen Olympischen Komitees saß, war der eigentliche Führer der FIFA., sein Rückttitt von allen Posten läßt vor allem auf Verwicklungen innerhalb des Vorstandes im Fußballweltoerband schließen, auf deren Veröffentlichung man gespannt sein darf. -ARBEilEH TUSSBALL Der kommende Sonntag bringt wenige Spiele von Bedeutung. Das interessanteste Treffen dürste in Reinickendorf, Scharnweber- straße stattfinden. Hier stehen sich zwei Spitzenvereine der Kreisklasse im Gesellschaftsspiel gegenüber: E i n t r a ch t- Reinickendorf und Eiche- Köpenick. Das Spiel, das um 14.30 Uhr beginnt, findet auf dem Platz 4 statt. Die Teltower werden in Luckenwalde gegen Hertha einen ungleich schwereren Stand haben als kürzlich gegen Eiche. Gerade auf eigenem Platz ist Hertha sehr schwer zu schlagen. Gewinnen die Tellower, was auch nicht ganz ausgeschlossen ist, so muß sich Adler 08 sehr vorsehen, soll der zweite Kreisklassenneuling nicht doch noch in die Spitzengruppe aufrücken. Die beiden anderen Spitt« der Kreisklasse, die ebenfalls in Luckeirwalde stattfinden, sind deshalb von Bedeutung, da es sich herausstellen soll, wer den letzten P'atz n der Tabelle einnehmen wird. Luckenwalde V kann sich sehr leicht in Sicherheit bringen, da Lichtenberg I wohl etwas aus dem Konzept gekommen ist. Butab sollte jedoch wenig Aussicht haben, die Punkte zu kassieren, zumal ja Lichtenberg I gegen Luckenwalde III auch sehr wenig ausrichten konnte. Weiter« Spiele: Osten gegen Herzfelde. Hoppegarieu gegen Slor. low Normannia gegen Selchow. A»B..NeutSlln gegen Deutsch. Wusteidaulen. Oberspree gegen Britz 88. Eiche-Bezirl gegen Wildau. Nagel gegen Minerva- Bezirk. Wacker 30 gegen Frohe Stande. Friedcrsdorf gegen Baumschulenwcg. Tokgenbrodt gegen Baumschulenwea Z. Wacker 2 gegen Schweiffterne. Blanken bürg gegen Borwärts-Wedding. Wansdorf gegen Adler Ü8-Be,iri. Hansa:U gegen Zehdenick. Eintracht. Bexirk gegen Freie Scholle. Wcigensce, Bezirk gegen Saxonia. Schöncberg gegen Wilmersdorf. Niemegk gegen Woltersdorf. Treue». brietzen gegen Ruhlsdorf. Wilmersdorf 3 gegen Lichtenberg II.— Zweite Mannschaften: Osten gegen Herzfeldc. Hoppegarten gegen Storkow, stlor. inannia gegen Sudost 3. ÄEB.. Neukölln gegen Froh« Stunde 2. Obcrsprce gegen Britz 88. Eiche 2 gegen Südost 2. Normannia 3 gegen Südost 2. Hansa 3L gegen Zehdenick. Mildenbcrg gegen Adler 3. Freie Scholle gegen Templin 1. Pankow 3 gegen Pankow 2. Blankenburg gegen Lochen. Smöneberg gegen Wilmersdorf. Friedenau 3 gegen Friedenau 2. Volkssport Neukölln gegen Teltow. Niemegk gegen Woltersdorf.— Iugendmannfchastcn: Die Spiele dec Jugend Mannschaften erhalten die Vereine zugesandt: Seginn der Spiele: Erste Männermannschaften 15 Ilhr. Zweite Männermannschaften 13.30 Uhr. Zugendmannschastcn 10 Ilhr. Freier Fußballverein Normannia sucht für Sonntag, 1. Nooem- ber, auf eigenem Platz in der Haufsstraße für 1. und 2. Mannschaft spielstarken Gegner. Spielangcbote heute an Wegener, Frankfurter Allee 23v. Welker für Berkin: Veränderlich, einzelne Scbauer, nachts Frost. Tagestsmperoturen etwas über Rull, noch ziemlich frische nördliche Winde,-r Für Deutschland: Im Oiten und Südon messt bewölkt mit Nichersck/ägen im äußersten West«» zeftwesse heiter, im übrigen Reiche noch einzeln» Schauer, allgemein sehr kühl. Der Ulster— die Staudapdform de, Winteemontel». Ob in der gewohnten wuchtigen?lrt oder in der den Körper nachmodellierenden T->ill«nfottn, immer ist der echte steineweder-Ulstei: etwas Besonderes: Um dem Berliner die hohe Omkchmncksiultue und die unübertreffliche Preiswürdigkeit'der eigenen Quo. litäts-Erneuguiss»»or Augen zu führen, neranftaltet Leineweder vom 30. Oktober bis!>. November im Hauptgeschäft am iröllnischen Fischmarlt und in der Br-unnenstratze 171«inen Werbc.Perkauf. Da» Kau» da» Jeden aneicht, wird (ich in diesen Tagen selbst übertreffen. Drei Ulster-Preisklasten: Ig.�, 59.�-, 70,-.- Mark, aber nur eine Zuverlässtgkeitsklasss! Niemand sollte sich zum Äaus entschließ«,, bavoe er nicht diese Leineweber-Ulster gesehen hat. Fleute um 10 Uhr beginnt das 26. Sechstagerennen Heute abend, um 10 Uhr, wird das 26. Berliner Sechs- tagerennen angeläutet, das die Berliner Radsportfreunde wieder Tag und Nacht in Spannung halten wird. Unter den 14 Paaren, deren Namen wir am Dienstag veröffentlichten, befinden sich wieder einige, die für abwechselungsreiche Jagden sorgen wer- den. Die erste Wertung findet bereits eine Stunde nach Be- ginn der Sechstagefahrt, also um 23 Uhr, statt. An den folgenden Tagen werden die sechs Abendspurts bereits um 22 Uhr ausge- fahren. Die Nacht- und Nachmittagsspurts werden wieder geteilt. Die ersten sechs Nachtspurts kommen nachts 2 Uhr„ die folgenden sechs nachts 4 Uhr zum Austrag. Die erste Nachmittagswertung (sechs Spurts) findet Uhr, die zweite mit. ebenfalls sechs Spurts löia Uhr statt. Die Vorrennen beginnen am Freitag, um 20% Uhr. Das Programm besteht aus einem Malfahren mit Vor-, Zwischenläufen und einem Endlauf, einem Mannschafts- und Verfolgungsrennen zwischen einem Bahnfahrer- und einem Straßenfahrerpaar und einem 100-Runden-Punklefahren. Berliner werden nicht unter sich sein. Hannover sst ausgezeichnet oertreten durch seinen besten Sprinter Bernhardt, der als Favortt des Malfahrens zu betrachten ist. Auch der in Berlin stets gern gesehene Westdeutsche Schenk hat seine Meldung abgegeben. Unter den vielen Meldungen Berliner Fahrer interessiert vor allem die des Ey-Amateurs Gröning. Schenks letzter Mannschaftspartner, der Italiener Piano, wird ebenfalls starten._ Erweiterter Uekmngsbetrieb der Freien Turnerschaft Groß. Vertin-Stralau. Zur Gründung einer 3. Handball. Mannschaft sinbet bei Bollenbach, All-Stralau 8, Montag. 2. No- vember, 20 Uhr. ein« Sitzung statt. Interessenten mögen sich dort einfinden. Weiter eröffnet der Bezirk in der Gemeinöeschule Goß- lerstraße eine Knabenabteilung, die Mittwochs von 18— 20 Uhr. beginnend mit dem 4. ÜlBvembcr, übt. Die Kinderturntage sind wie folgt geändert: Knaben Mittwochs Goßlerstraße, Mädchen Diens- tags All-Stralau 33, gemeinsam Freitags Alt-Stralan. Rennen in?,irlshorsl. Am Sonnabend, 31. Oktober, schließt die Bahn in der Wuhlheide ihre Tor«. Als besondere Attraktion kommt in dem Parforcejagdrennen«ine der bedeutendsten Prüfun- gen des deussche» Hindernissports zum Austrag. Die Rennen beginnen um 1212 Uhr. Treibt Rudersport im Reichsbanner. Der Reichs banner-Ruder- riege beginnt heute, Freitag, mit dem Kastenrudern. Jeden Freitag finden von 21 Uhr ab bei Pirsch, Michaelkirchbrücke, Stadtbahn- bogen 44, Anfängerkurse unter sachgemäßer Leitung statt. Außer- dem Ergänzungssport wie Handball, Waldlauf, Ski- und Eislauf. Auskunft erteilt Herbert Stöder, Bettin W. 57, Steinmetzstr. 63. FTGB., Bez. Südost-Treptow. Eonnabend, 31. Oktober, 19 Uhr, Bezirks- vcrfammlnng, Äcwcrkschaftshaus. Anschließend Deifammensein. Bereinslpiellciter im 2. Handballbezirk. Heute, Freitag, 20 Uhr, Sitzung, strclsgeschäflsstelle, Elsasserftraße 80-88. Spielausschuß dortselbst, 19 Uhr. Touristen. Verein„Die Raturlrcunde", Zentrale Wien. Freitag, 30. Oktober, 20 Uhr. Abt. Eharlottenburg, Sprecstraße 30: Historisches und Sagen aus der Mark.— Faltboot.Abt., Johanuisftraße 15, Nansen: Eskimoleben, Vorlesung. Abt. Britz, Chaustecstraße 48: Naturircundearbeit— Kulturarbeit.— Ougendgruppe Huniboldthain, Pank- Ecke Wiesenstraße: Heinrich Heine(Lands. — Abt. Treptow, Elsenftraße 3: Naturwissenschaftlicker Vortrag.— Abt. Lich- tcnrade, 19 Uhr, bei Pehlam, Bahnhof- Ecke Goltzstraßc: Marccll Salzer.— Abt Vinetaplatz, Lortzing- Ecke Graunstraße: Monatsversammluna.— Abt. Schönhauser Vorstadt, Rästenburger Straße 10.— Photo Osten, Franlfnr:er Allee 307: Unterhallungsabend.— Photo Neukölln. Bergstraße 29.— Abt. Süd. Ost, Wrangelstraße 128: Tagespolitisches.— Moatag, 2. November, 20 Uhr. Phologemeinschaft, Iohannissiraße lö: Fertigstellung der Ausstellungsbilder.— Malgemeinschafl, Wrangelstraße 128. Rabfahrer„Solidarität", Touren, Sonntag, 1. November. Abschlnßfahrt nacki Zehlendorf-Mitte, Restaurant Bonow, Karmraße 12. Dort Beisammensein. — Start der Abteilungen: 1. Abt. 13 Uhr, Kroll, Vülowstraße 55: 2. Abt. 13 Uhr. Rhode. Dieffenbachstraße 30: 3. Abt. 13 Uhr, Mariannenplatz: 0. Abt. 12.30 Ulir, Zelt, Kopenhogener Straße l7: 9. Abt. 13 Uhr. Schreiber, Triil- straße 03: Abt. Friedrichshoin sgemischte). All« 13 Uhr. Petersburger Platz. Lichtenberg 12 Uhr, Senkel, Oderstraße 18; Neukölln 13 Uhr, Hohenzollernvlotz: Weißensee 11 Uhr, Antonplatz. Für alle anderen Touren Startverbot. A b- teilungssitzungen: 1. Abt. 0. November, Rickert, Eteinmetzstraße 30 o; 2. Abt. 4. Nooember. Lock, Schönleinstraße 0; 3. Abt. 4. November. Forster- strdße 9; 0. Abt. 5. November, Zelt, Kopenhagen«! Straße 17;. 9. Abt. 4. November. Schreiber, Triftstraße 03. Friedrichshain(gemischiel«. November. Stirn, Zorndorfer Straße 9: Lichtenberg, 2. November, Senkel, Odcrstraße 18: Neukölln, 5. Nooember, Kaisar-Friedrich, Straße 171; Moabit, 3. November. Schmidt, Wiclefstraß« 17; Wklmersdorf, 4. November, Straß, Detmolder Str. 52: Ebarlottenbürg. 0. November, Reimer, Wilmersdorfer Straße 21: Schöneherq, 4.'November, Eberl, Ebersstraße 18; Steglitz. Li-Htcrselde, 4. November, Sckmlz. Birkbusckistraße 90; Weißensee, 0. November, Nvgel Pistoriusstraße 27; Nei nickenborf, 4. November, Neumann, Prooinzstrabe 108; Alt. Glienicke. 6. No vember, ZoV.an, Köpentckcr Straße 38: Köpenick, 3. November. Stivvekohl, Sebönerlinder S trade 5: Oberlchoneweite, 0. November, Emmerich, Äilhelminen- bofstraßc 04; Treptow-Daumschulenweg, 3. November, Mariental, Bavmkckiulen- strabo 04: Kaul,dorf, 1. November, Eschrich, Altkaulsdorf, Ecke Dorfstraße; Moblsdorf, 3. November, Ander«, Babvhofstraße 37; Temnelhof-Mariendort, 0. November, Lindilch, Könioftroße 44: Rennfahrer BerNn-Milte, 0. November, Sauetzke, Seidelstraße 21; Warmlee, 7. November, Reichsadler, Königstraße 27. Bolkssport Neuköllu-Beitz. Sonnabend, 31. Oktober. 19 Uhr. Onartals, Versammlung im Bereinsbaus„Einigkeit, Neukölln. Kirchhof, Ecke Wipperllroße sä Minute» vom Bahnhof Neukölln!. Ohne Mitgliedsbuch keine Stimm- baechluninq! „Arbeiter-Sportkeaelklub Borwörte". Trainingsabend jeden FreUaz, 20 Uhr, Alcxandrinenstraße 107. Gäste willkommen. NB. Vorwärts. Eonntaq. 1. November. 10 Uhr. NitgNeberverkannnImig mit Bortrag„Diktatur ober Demokratie". Dienstag: Turueu, Holteistraß«.