Morgenausgabe Sonntag � X/ 1. JioDemfier 1931 ,-4� AA)#4# A,� J Groß-Äerlin 15 Pf- ■ LB M» Ml/� U W 1 fl>l MW�»?-A r Auswärts 20 pf. lim« ins Hans) im mrous zahlbar ZW««MW W> Hai U\ IM i.MI KM■S3#/ HM P°sib«zug 4LZ M. amschiiaßlich soPs. �WW lUMB■ H VW" ES H WD Wl BM UM Uh H IKlV/ Dl-«Inipall. Nonpareille»!!-«> PI. PoNi-Mings-und72P�P°sib-stelloc. BBSWI ffffiB LW WD W» DW Wv BS HS Qh ES SM fjB 1/ R-ll-m-z-ll- ö>— RM.„Nlcin«»n- buhren.Ail-IandsabonnemcnIS.-M.■�K*l I WD EM WD WW r® WD DW HR WD WW JWWhj«�, zeigen" das seilzedruckle War, Lä PH pro Manai; für Länder mit ermäßig. V�H I U| kW WNi Wik WM< BBS BW UM DU lW jämk&tXSTf huSssig zw«! settgedruckle Wori.h ,ede- iem Drucksacheuporw S.- M. W> I BSl M �mMVENBLV HMl BM HRf �g weiter- Morl 12 PH Rabatt lt. Tai ih » WU I WD � W» J/ HIB Stellengesuche aar erste Wort ISPs, �W�j!"▼/ �HBV /e BH sc de« weiter« Won wPs. Worte üb« «SSL«««!» � WäM 8«Ä%t*taE: • VOWMOV VPDDAvßiM säSHäs Äentraloegan der Gozialdemokrattschen Partei DeuttGtands Redaktion und Verlag: Berlin SW öS. Lindenstr. 3 �ernspr.i Dönhoff{k 7) 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemolrai Berlin. Wenn d!« Verhandlungen des Wirtschaftsbeirates zu einem fruchtlraren Ergebnis führen sollen, so müssen sie eine Verteilung der wirtschaftlichen Lasten und Pflichten anbahnen, die eine Kräfti- gung des Binnenmarktes ermöglicht. Eine grohc Zahl der noch in Arbeit stehenden deutschen Arbeiter muß sich heute mit einem Monatseinkommen begnügen, das ungefähr 100 M. beträgt und nur in geringen Abweichungen über oder unter dieser Grenze liegt. Um so unbegreiflicher erscheint es. daß die Bürokratie in einem Älugenbvck, wo der Wirtschaftsbeirat sich um eine Lösung des Gc- famtproblems der deutschen Wirtschaftsnot bemüht, Entscheidungen trifft, die, wie der Schiedsspruch für die Reichsorbeiter, die Politik fortsetzen, die aus dem komplizierten Fragcnbereich der Senkung der Gestehungskosten einseitig nur den Lohnanteil herausgreift. vir Vertreter der Gewerkschaften haben daher mit größter Entschiedenheit im Wirtschaftsbeirat gegen diesen Schiedsspruch protestiert nnd nachdrücklich erklärt, daß es nicht angehe, willkürlich Entschei- düngen über«in Teilproblem wie deu Anteil der Löhn« an den (baslthungs losten zu fallen, während der ganze Fragenkomplex zur Diskusston steht. In der llcberzeugung, daß«s die Hauptaufgabe des Dienstag, den 3. November, 20 Uhr Hackescher Hof, Rosenthaler Straße 40— 41 Moabiter Qesellschattshaus, Wiclefstraße 24 Hochschulbrauerei, Seestraße, Ecke Amrumer Straße SwinemUnder Gesellschaftshaus, SwinemUnder Straße 42 Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16—23 Neue Welt, Hasenheide Türkisches Zelt, Charlottenburg, Berliner Straße 53 Viktorlagarten, Wilmersdorf, Wilhelmsaue 114—115 Hohenzollemschule.Schönebg., Belziger, Ecke Eisenach. Str. Llchterfelder Festsäle, Lichterfelde, Zehlendorfer Straße 5 Gohlkes Festsäle, Mariendorf, Chausseestraße 43 Spreegarten,'reptow, Alt-Trep ow 9 Aula das Reform-Qymnasiums, Lichtenberg, Parkaue. Ecke Möllendorfstraße SehJoBpavIllon, Weißensee, Berliner Alisa 206 HMbartwa-Fastsäla. Raimckendorf-Oat, Provinzstraße 64 Borwärts-Verlaa O. m. b. H. Wirtschaftsbeirates ist, Maßnahmen für eine Kräftigung des Binnenmarktes vorzubereiten/ und daß es dementsprechend die Pflicht der beteiligten Gewerkschaftsvertreter ist, allen Versuchen entgegenzutreten, die zu einem weiteren Absinken der Kaufkraft der breiten Masten führen können, haben sie mit aller Schärfe darauf hingewiesen, daß eine Forkfehung dieser gegen die Lebens- intereffeu der Arbeikerfchafl gerichteten Politik die weiteren ver- Handlungen ernstlich gefährden würde. Lohnabbau für Gemeindearbeiter. 4'/s Prozent Kürzung. 3m Lohnkcmfl>kt mit deu Gemeinden wurde um 1 Uhr nachl» folgender Schiedsspruch gefällt: Es werden mit Wirkung vom 1. November sämtliche bezirklichen und örllicheu Lohnlarise und Lohnregelungen wieder in Kraft gesetzt. Die am Zt. Oktober bestehenden Stunden-, Tage-, Wochen- und Monalslöhne ermäßigen sich um 4'/- Proz. Lohnschuhklauseln werden dahin abgeändert, daß ihre Lestimmunoen ab l. November ISZI nur auf die am t. November IgZt in den Betrieben befind- liche« Arbeiter angewendet werden, die 45 Stunden und weniger. ab l.llanuar 1032 44 Stunden und weniger orbeilen. Diese Rege- lnng kann mit einmonatlicher Jrist zum woaatsende, erstmalig znm Zt. März 1032 gekündigt werden. ft-oltsg, den 6. November: Stadttheater, Köpenick, Friedrichstraße 6 Sonnabend, den 7. November: 85. Abt. Tempelhof, Treffpunkt zur Demonstration 18'/, Uhr am Ulls'teinhaus am Kanal.— Anschließend große Kundgebung im„Birkenwäldchen", Manteuffelstraße. Redner; Erich Kuttner, M. d L. Redner: Clara Bohm-Schueh, Robert Breuer. Wilhelm Vitt mann, Albart Palkenberg, Gertrud Hanna,. Ernst Hellmann, Kurt Heinig, Marie Juehacz, Jürgen JUrgcnsen, Franz Künstler, Erich Kuttner, Karl Litke, Dr. Kurt Löwenstein, Otto Meier, Dr. Julius Moses, Erich Ollenhauer. Ferner sprechen Jaden Kundgebungen: Otto Grotewohl, Wolf- gang Bartels, Pau! Junker, Hans Rainewsklaus Braunechwelfl Vostscheckkonlo: Berlin 37 ZZS.— Bankkonto: BaiikdcrArlxttcr.Aiigestclltcn und Beamten. Lindenstr. 3. Dt. B.u.Dikc.-Gef., Depositenk., Jerusalemer Str. SöiLä. Legalität von Braunschweig. Sozialismus von Harzburg. In weniger Tagen vollenden sich acht Jahre, seit Adolf Hitler seinen Revolver in die Decke des Münchencr Bürgerbräukellers abschoß und die Reichsregierung in Berlin für abgesetzt erklärte. Damals erließ die Reichsregierung— Reichskanzler Dr. Stresemann— einen Aufruf an das deutsche Volk, in dem es hieß:„In München hat eine b e- waffnete Horde die bayerische Regierung gestürzt, den bayerischen Minister v. Knilling verhaftet und sich angemaßt, eine Reichsregierung zu bilden... Wer diese Bewegung unterstützt, macht sich zum Hoch- und Landesver- röter... Statt unseren Brüdern im Rheinlande und an der Ruhr zu helfen, stürzt man Deutschland ins Unglück, ge- fährdet die Ernährung, bringt uns in Gefahr eines feindlichen Einmarsches und zerrüttet alle Aussichten auf die Anbahnung wirtschaftlicher Gesundheit!" Der Putsch war schnell erledigt, aber doch nickst so schnell, daß die deutschnationalen Bertrauensleute von Berlin nicht Zell gefunden hätten,„die Brüder in Bayern zu begrüßen". Sie forderten am 10. November 1923„den sofortigen Rück- tritt der Regierung Stresemann und ihren Ersatz durch eine im Kampfe gegen den Marxismus unbedingt oerläßliche Reichsregierung, womit die Um- bildung der Regierung in Preußen Hand in Hand zu gehen hat". Später wurden sie etwas kleinlauter. Der Putsch mar zusammengebrochen. Des war eben Pech' Daß sich in dieser raschlebigen und rasch vergessciidcu Zeit fast niemand mehr an den 8. November 1923 so recht erinnern will, ist noch einigermaßen verständlich. Aber daß am Berliner K u r f ü r st e n d a m m Juden gejagt wurden, ist doch erst ein paar Wochen her— und heute vor vierzehn Tagen war der Schlachttag von Braunschweig! Man tonnte für die Täter immer noch einen Rest von Achtung aufbringen, wenn sie wenigstens noch zu ihren Taten stünden! Aber eine Partei, die mit der Verantwortung für den Berliner Judenpogrom und den Braunschweiger Bürgerkrieg beladen ist, zugleich aber in Ge- sprächen mit hohen Reichsfunktionären eine treuherzige Biedermannsmiene zur Schau, trägt, richtet sich selbst. Den noch rauchenden Revolver in der linken Hand, beschwört sie mit der rechten ihre Legalität. Und findet— das ist vielleicht das merkwürdigste!—, wie es scheint, sogar Leute, die ihr glauben! Es klafft ein unüberbrückbarer Gegensatz zwischen den Worten und den Taten dieser Partei. Aber der Gegensatz zwischen ihren Worten selbst, je nachdem sie in der Wilhelm- straßc öder woanders gesprochen werden, ist nicht minder groß.„Legal!" sagt Hitler in Berlin zum Reichspräsidenten. „... bis zum Tage des Sieges" fügt S t ö h r in München erläuternd hinzu. Wie sich aber dann die nationalsoziallstische„Legalität" zu offenbaren hat. das er- zählt der Reichstagsabgeordnete Frick-Pir masens seinen Landsknechten in Frankfurt a. d. O. in einer Weise, daß ihnen beim Zuhören das Wasser im Munde zusammenläuft.„Ausrottung des Marxismus mit Stumpf und Stiel." Was weiter, wenn dabei einige zehntausend marxistische Funktionäre zu Schaden kommen, meint Herr Frick achsel- zuckend. Dieser Herr Frick, der im Kriege gar nickst so blutgierig war— denn er verbrachte ihn in Pirmasens, daher sein Name—, kann es jetzt nicht mehr erwarten, ordentlich Blut zu saufen. Deutsches, denn das schmeckt besser! Dieser Herr Frick-Pirmasens war bis vor kurzem in Thüringen Minister. Und einer seiner Parteigenossen ist noch Minister— in Braunschweig! Genau so echt wie die Legalität dieser Leute, genau so echt ist auch ihr Sozialismus. Wer Zlaubt an ihre Legalität zwei Wochen nach Braun- schweigt Wer glaubt an ihren Sozialismus drei Wochen nach Harzburg? Haben nicht soeben erst ihre Sturm- abteilungen vor den kaiserlichen Prinzen und Generälen, vor den schwerindustriellen Scharsmachern, den inflationslüsternen Bank- trnb Börsenfürsten Parademarsch gemacht? Glaubt man den Eindruck dieses Bildes, das die Wahrheit ge- zeigt hat, durch Redensarten wieder an können? Rur eines ist an Diesem Bilde nicht ganz klar. Nämlich ob die Verlogenheit größer ist oder die K o n f u s i c> n. Es gitst keine wirtschaftliche, keine soziale Fxagc, in der die nationalsozialistischen Führer nicht mindestens zwei einander oöMg entgegengesetzte Meinungen mit genau derselben Ltm den Lohn. Wirischastsbeirat und Kaustrast.— Gewerkschasten gegen Lohnsenkung. Klagges gegen Groener. Rechisbruch in Braunschweig.— Oer„Volksfreund" soll verboten bleiben der Aushebung des Verbots durch den Reichsinnenminister. — trotz Braunschweig. 31. Qktober.(Eigenbericht.) iduf die Entscheidung bco Reichsinncnministers über ha» Verbot beS Vrannschweiger..B o l k s» t rennt»" hat Minister Klagges am Sonnabend mit folgendem Schreiben an den ,,Volksfrc«nd"-Bcrlag reagiert: „Gegen die Entscheidnng des Herr» Rcichsminifters des Innern vom 2g. d. M. habe ich den vierten Straf- senat de» Reichsgerichts angerufen. Da somit eine rechtsgültige Entscheidung noch nicht vorliegt, darf der„Bolksfreund" zunächst noch nicht er- scheine n." -i- Der Reichsinnenminister hat das Verbot des„Volks- freund" zum 1. November aufgehoben. Der„Bolksfreund" wird also ab 1. November rechtmäßig wieder erscheinen. Der Bersuch des Ministers Klagges. das Erscheinen zu verhindern. ist unrechtmäßig, er ist ein Affront gegen eine gesetzmäßige Verfügung der Reichsregierung. Im Abschnitt 3.§ 13 Abs. 2 der.Notverordnung vom 18. März 1931 heißt es, daß der Reichsminister des Innern der Beschwerde eines Blattes gegen sein Verbot„abhelfen" kann. Das heißt, daß der Reichsminister des Innern' ein Zeitungsverbot aufheben und abkürzen kann. Dar- über gibt es unter den'Juristen- der Reichsregierung nicht die geringste M c i n u n g s v«r f ch i.e de n h e i t. Der„Boiksfreund" w i r d am 1. November erscheinen.— auf Grund der Verfügung des Rcichsinnenministers. Was wird Herr Groener tun. um seine eigenen Verfügungen gegen Herrn Klagges zu schützen, um die �Autorität der Reichsregicrung gegen den Rechtsbruch zu wahren?. Steht das Land Braünschweig außerhatb des Reichsrechts? Qffentlidte Kundgebungen Gegen die Harzburg-Braunschweiger Reaktion, gegen Inflation und Bürgerkrieg! Zungengeläufigkeit vertreten hätten. Für und gegen das -Zrivateigentuin! Für und gegen die Enteignung der„Lank- und Börsen surften"! Für und gegen Inflation! Für und gegen Sozialversicherung! Für und gegen Tarifrecht! Für und gegen Kollektivverträge, für und gegen gewerkschaftliche Organisation! Nur auf alle Fälle— gegen den„Marxismus", gegen die Sozialdemokratie! Gregor Straßer erklärt sich bereit, sich auch mit dem Teufel, will sagen mit dem Zentrum zu verbünden, wenn auf diese Weise das nationalsozialistische Gebot der Stunde er- füllt werden kann: die Zerschlagung der Sozial- demokratischen Partei! •* t Zerschlagung der Sozialdemokratischen Partei, deren Mitglieder zu Hunderttaufenden in den Schützengräben stan- den, als Frick in Pirmasens Akten schrieb! Zerschlagung der Sozialdemokratischen Partei, die vor dreizehn Jahren aus den Trümmern des Kaiserreichs die Republik schuf und damit die nationale Einheit rettete! Zerschlagung der So- zialdemokratischen Partei, die den deutschen Ar- beitern alles erkämpft hat, was wert ist. verteidigt zu werden: staatsbürgerliche Freiheit, Koalitionsfreiheit, Tarifrecht, Arbeitslosenversicherung und vieles mehr!— Jeder Bissen, den ein deutscher Arbeiter über das trockene Brot hinaus zu verzehren hat, ist von den G e- werkschaften erkämpft, und in jedem dieser Kämpfe hat die Sozialdemokratische Partei Schulter an Schulter mit den Gewerkschaften gestanden. Und jedes Stück geistiger Kultur, das die Arbeiterklasse errungen hat, ist errungen im Kampfe gegen die noblen Herren von Harzburg und ihre Vorfahren unter Führung der Sozialdemokratischen Partei und der freien Gewerkschaften. Für all das, was die Sozialdemokratische Partei im Dienste der Arbeiterklasse geleistet hat und noch leistet, erntet sie den Haß der Ewiggestrigen: der kaiserlichen Prinzen, die um ihre Karriere gebracht wurden, der Großpensionäre, die ihre Pensionen verteidigen, der Unternehmer, die wieder Herr im Haüse spielen und die Löhne weiter senken wollen, der großkapitalistischen Schieber, die dem Staat jeden Einblick in ihre Geschäfte verweigern möchten. Sie alle jauchzen dem so- genannten Nationalsozialismus zu und sind bereit, ihn zu be- zahlen, wenn er sein Versprechen wahrmacht, wenn er d i e Sozialdemokratie zerschlägt! * Die Sozialdemokratie zerschlagen! Bismarck versuchte es mit dem Sozialistengesetz, der Hofprediger S t ö ck e r mit spitz- züngiger Demagogie. Wilhelm IL wollte sie zerschmettern — nichts half! Selbst die großzügige Unterstützung, die die� Feinde der Sozialdemokratie in der Nachkriegszeit von Mos» kau her erhielten, brachte nicht die ersehnte Entsckieidung, nicht die Zerschlagung der Sozialdemokratie. Jetzt hofft alles, was die Zerschlagung der Sozialdemo- kratie ersehnt, auf die„Legalen" von Braunschweig und die „Sozialisten" von Harzburg. Ist erst die Sozialdemokratie zerschlagen— dann wird man ja sehen, was aus Republik und Demokratie, aus Sozialversicherung und Tarifrecht, aus den Rechten der Gewerkschaften werden wird! Dieser Winter oder spätestens das nächste Frühjahr mit den Reichspräsidenten- und Preußenwahlen soll die Entscheidung bringen. Es mag fein, daß der Ratio» nalsozialismus bis dahin noch einigen Zulauf erhält, aber daß es ihm gelingt, für sich allein die Mehrheit zu ge- Winnen, ist gänzlich ansgeschlossen. Zur Macht gelangen kann er nur, wenn die bürgerliche Mitte den Rücken k? u m m nt a ch t, um ihn hinaufklettern zu lassen. Vorbereitungen dazu werden schon jetzt in oller Oeffont- lichkeit getroffen. Und wenn es auch einstweilen noch nicht so weit ist, so sei jetzt schon mit aller Deutlichkeit ausgesprochen. daß es sich in diesem Falle um mehr handelt als um das Spiel mit einer neuen parlamentarischen Konstellation. Zwischen der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften auf der einen Seite, der Sozialrcaktion und ihren„national- sozialistisch" vermummten Landsknechten auf der anderen wird eine geschichtliche Entscheidung fallen. Es wird eine geschichtliche Entscheidung sein im großen Kampfe Zwischen Kapital und Arbeit. Da gilt es, mit allen Eventualitäten zu rechnen und für alle bereit zu sein! Zerschlagen oder zerschlagen werden jedem Mann, jeder Frau des arbeitenden Volkes muß täglich in die Ohren gerufen werden, um was es geht! Wenn die Nebel der Lüge Zerreißen, scheint die Sonne auf unferenSieg! Justiz versagt gegen Hakenkreuz. Sin Tendenmrteil aus Bayern. München, 31. Oktober.(Eigenbericht.) Ein Tendenzurteil wurde am Sonnabend in der Be- rusungsinstanz durch das Landgericht München verkündet. 24 nationalsozialistische Landfriedensverbrecher und Aerfammlungs- sprenger wurden freigesprochen, obwohl durch Dutzende beeidigter Zeugen einwandfrei festgestellt wurde, daß die Nazis die Vcrsamm- lungssprcugung bewußt vorbereitet haben. Der Anklage lag die Saalschlacht im oberboyerischen Städtchen Murnau am l. Februar d. I. zugrunde. Die Versammlung war von der Sozialdemokratie mit dem sozialdemokratischen Landtags- abgeordneten Auer als Redner«inberufen worden. Die Nazis hatten durch einen besonderen Sturmbefehl aus einem Umkreis von 50 Kilometer geeignete SA.-Leme herangeholt, das Versamm- lungslokal mit einer Uebermacht besetzt und durch Absingen des Horst-Wessel-Liedes den Austakt zur Schlägerei gegeben, bei der es Dutzende von Verletzten gab. Schon in erster Instanz wurden die Landftiedonsbrccher ent» gegen dem Antrage des Staatsanwalts freigesprochen, lediglich«in 17jSt,riger SA- Führer, der sich besonders brutal benommen hatte. »«irde wegen Körperverletzung zu drei Wochen Gefängnis verilr- teilt. Das Berufungsgericht ging aber über das Urteil des Erst- richters hinaus und sprachauch diesenRohling frei, ob- wohl er bei seiner polizeilichen Vernehmung selbst zugegeben hatte, daß er ohne zwinzende Not mit einem Stuhlbein von hinten auf einen Rciäisbanner- Soolschutzmann eingeschlagen halte Hängen blieb lediglich der Postbeamte Jblher. der wegen Verletzung de» Telpgraphengeheimnisses m erster Instanz 5 Monate Gefängnis erhielt. Jblher hatte in seiner Funktion als sogenannter EZl.-Be» obachter ein Telegramm, das an die Murnauer Sozialdemokratie Krach bei den Harzburgern. Die Kreuzzeitung nennt ihre Bundesgenossen Betrüger. Die Reden von Stöhr und Straßer und die Pressediskussion zwischen der Zenirumspresse und der nationalsozialistischen Presse haben heftige Erregung im Lager Hugenbergs hervorgerufen. Man sieht dort, daß die Erklärungen von Stöhr und Straßer im vollen Widerspruch stehen zu der amtlichen Stellungnahme des Stahlhelms. Man erkennt ferner die Tendenz, Herrn Hugenbcrg begreiflich zu machen, daß er der Vasall Hitlers ist und nicht umgekehrt. Aus diesem Grunde hat Herr hugenberg bei dem ver- traueasmana hiklers, Hauptmann Göriag, Auf- klärungen verlangt über die Verhandlungen der Hitlcr-Dartei mit dem Zentrum. Hauptmann Görlng hat aber hugenberg diese Aufklärung unter ausdrücklicher Bezugnahme auf Adolf hiller verweigert. Diese Unterredung, die mit einem heftigen Zusammen st oß zwischen Hugenberg und Göring geendet haben soll, war das Vorspiel zu der Pressefehde zwischen der Berliner Hugenbergschen„Nacht- ausgäbe" und dem Berliner Göbbelsschen„Angriff". Die Hugenbergpresse hält sich augenblicklich noch zurück, um so erregter aber gebärden sich die übrigen Berliner deutschnationalen Zeitungen, die„Deutsche Zeitung" und die„Kreuz- Zeitung". Die„Deutsche Zeitung" spricht von einem jesuitischen Intrigenspiel des Zentrums. Die„K r e u z- Z e i t u n g" aber führt einen heftigen Angriff gegen Stöhr und Straßer. Sie schreibt über sie: „Was zunächst die Nationalsozialiften anbelangt, so mag hier die Person Hitlers vorerst aus dem Spiele bleiben. Seine j politischen Trabanten von heute— vielleicht Gegner von morgen?—. überschlagen sich förmlich in ihrem Siegesrausch anläßlich ihrer Wahlersolge und tun so, als ob sie allein die Nationalsozialisten die nationale Opposition schlechtweg darstellten." Das ist sehr interessant, daß die„Kreuz-Zeitung" in ihrem Zorne die Stöhr und Straßer als mutmaßliche Gegner Hitlers von morgen bezeichnet! Es ist gar kein Zweifel daran, daß die„Kreuz-Zeitung" das absolute Recht hat, für die soziale Reaktion zu sprechen. Nach diesen Ausführungen muß die soziale Reaktion Hinsicht- lich der Person Hitlers sehr ernsthafte Garantien besitzen, daß sie so offen ihn für die soziale Reaktion gegen seine eigenen Leute reklamiert. Besonders heftig wendet sich die„Smiz-Zeilung" gegen die Worte von Stöhr, daß„im Drillen Reich der Gedanke der So- zialversicherung ebenso wie die Tarifverträge und das Schlichtungswesen nicht nur aufrechterhalten, sondern zum Ruhen der Gesamtheit ausgebaut" würden. Diese Sätze können natürlich ebenso gut den Gedanken verbergen, daß im Dritten Reiche die Gewerkschaften zu Korporationen nach dem Muster des italienischen Faschismus um- gestaltet werden sollen. Sie sind also nichts weniger als eins An- erkennung der Gewerkschaften und der Arbeiterrechte. Aber selbst das geht der„Kreuz-Zeitung" viel zu weit, und so schreibt sie dazu: „Die Tendenz liegt aus der Hand. Die„Errungenschaften" der Arbeiterklasse sollen nicht nur itabttisiert. sondern sogar noch er- wettert werden, freilich mit dem Unterschiede, daß nicht mehr aus- j schließlich die Marxisten in den Genuß dieser„Errungenschaften" kommen sollen, sondern die Gesamtheit. Welche Gesamt- h e i t? so fragen w i r." Und schließlich widmet sie den Stöhr und Straßer die folgenden Sätze: „Gelänge es dem Zentrum, die NSDAP, oder wenigstens ihre „produktiven Kräfte" zu einer vom Zentrum geleiteten Reichs- Politik hinüberzuziehen, dann wäre ihm damit ein staatspolitischer Erfolg von unabsehbarer Tragweite bcschicden: die Zerschlagung der nationalen Opposition.� wahrscheinlich obendrein die Zertrümmerung der NSDAP. Wir mühten es bedauern, wenn wir einst die„produktiven Kräfte" der NSDAP, in der Rolle der betrogenen Betrüger sehen müßten." Da kracht es sehr vernehmlich in der Front von Harzburg, und das knapp drei Wochen nach der Kundgebung von Härzburg! Bei diesen Auseinandersetzungen erkennt das Volt deutlich genug, mit wem es zu tun hat: die um Hugenberg zeigen chre sozialreaktionäre Rolle noch deutlicher als zuvor, und sie zeigen zugleich die Rolle der Stöhr und Straßcr. Die„Kreuz-Zeiwng" bezeichnet sie ganz eindeutig und vor- behaltlos als Betrüger. Sie läßt ihnen nur die Wahl, ob sie einfache oder betrogene Betrüger sein wollen. Oer Orang nach den Ministersesseln. Hinter den Kulissen von Harzburg. In der„Täglichen Rundschau" enthüllt Dr. Hans Beyer Einzelheiten über die Verhandlungen, die die Harzburger untereinander hinter den Kulissen geführt haben. Er erzählt: „Hugenberg hat durch Jahre hindurch die Bersicherung ver- treten lassen, es gäbe eine einheitliche Front der nationalen Oppo- sition. Das ungeheure Echo, das die Gespräche über das Thema „Brüning und Hitler" ausgelöst haben, zeigt ihm, daß die Front von Harzburg eine zufällige Gemeinsamkeit war. Es zeigt sich ihm, daß diese Front eine taktische Koalition war, die bei jeder politischen Entscheidung, die eine positive Stellungnahme erfordert, auseinanderfallen kann. Er erinnert sich an die vielen und unerfreulichen Aussprachen in den Zimmern des Reichstages, bei denen die Deutsch- ualionaleu Ansprüche aus süns Rtinislersihe erhoben, der Dwgeldey-Flügel der Volksparlei die Teilnahme von zwei volksparteilcrn über den Winter hinaus lroh Reichslagsauf- lösung und ähnlichen Schicksalsfügungen garantiert haben wollte. bei denen die Wirtschaftspartci sich nach dem praktischen Wege der Regierung Hilgenberg erkundigte und die Nationalsozialisten chre Reservatio mentalis, bei Gelegenheit die bürgerlichen Koalition�- genossen auf den Soebbelsschen Misthaufen zu befördern, erkennen ließen." Dieser Blick hinter die Kulisien ist lehrreich. Wir werden mit Jnteresic abwarten, ob die Beteiligten gegen diese Ent- hüllung Einspruch erheben werden. Eine Aktion für die Lunglehrer. Meliere Lehrer und verheiratete Lehrerinneu können unter erleichterten Bedingungen freiwillig ausscheiden. Bereits bei der Vorbereitung der preußischen Sparvcrordnung vym 1Z. September d. I. hat die preußisch« Regierung eingehend geprüit unk» darüber verhandelt, ob und aus welchem Wege es sich verhüten läßt, daß durch die notwendigen Einschränkung-maß- nahmen auf dem Gebiete des ösfenllichen Schulwesen, allein die jüngeren, noch nicht festangestellten Lehrer betroffen werden. Die preußische Regierung hat schan da- mals erwogen, die gesetzlichen Vorschriften über das freiwillig« Ausscheiden von Lehrern zu ändern in der Richtung, daß die Mag- lichkeit solchen Ausscheidens für ältere Lehrer zugunsten des Lehrernachwuchses erlsichtert werden soll. Die Verhandlungen über diese Frage sind nunmehr zum Ab- schsuß gekommen. Wie der Amlliche Preußische Pressedienst mit- teilt, hat das preußische Staatsniinisterium in semer Sitzung am Freitag, dem 30. Oktober, eine Ergänzungsoerordnung zur preußischen Sparveroronung verabschiedet, nach der sich die Lage nunmehr folgendermaßen darstellt: Leiter und Lehrer an öffentlichen Schulen, die das 6 0. Lebensjahr vollendet haben, können auf ihren An- trag hin in den Ruhestand versetzt werden, ohne baß es künftig des nach gesetzlicher Lorschrift bisher notwendigen Nachweises der dauernden Dienstunfähigkeit bedarf. Die derart freiwillig in den Lluhestand Tretenden werden insofern günstiger behandelt, als sie bis zu dem Termin, zu dem sie die Altersgrenze erreicht hätten, statt 7 5 Proz. 80 Proz. ihres letzten Diensteinkommens als Ruhegehalt erhalten, und alsdann, wenn sie die Höchstgrenze bei ihrem Ausscheiden noch nicht erreicht haben, ihre ruhegehalts- sähige Dienstzeit trotzdem bi» zmn 65. Lebensjahr weiterläuft. Die Beträge, die durch das freiwillige Ausscheiden dieser Lehrer erspart werden, also der Unterschied zwischen GeHall und Ruhe- geholt, werden nach der Verordnung unverkürzt zugunsten des Lehrernachwuchses zur Verfügung gestellt; die Verordnung gewährleistet, daß nicht etwa Staat und Gemeinden diese ersparten Beträge für ihren allgemeinen Finanzbedarf ver- wenden. Im Vvlksschulwesen werden diese llitterjchiadsbeträgc der Junglehrerhilfe zugeführt. Es wird so möglich sein, eine Anzahl von Schul cnntsbewerbern, die jetzt nur den ver- hältnismäßig geringen Fortbildung? Zuschuß erhalten, in die besser. bezahlte Kategorie der Hilfslehrer hiniiberzu führen. Im höheren Schulwesen werden die Unterschiedsbeträge für die nicht in die Anwärtern st e aufgenommenen Studienassessoren oerwandt, für die bisher Fonds nicht zur Verfügung standen und die infolge der notwendig ge- wordenen Einschränkungsmaßnahmen zum größten Teil ausschcisen mußten. In der Verordnung ist ferner die seit Ablauf der Bestimmungen über den Personalabbau fehlende rechtliche Möglichkeit geschaffen worden, daß verheiratete Lehrerinnen auf ihren Antrag ausscheiden. Sie erhalten in diesem Falle für die Dauer von zwei Iahren nach ihrer Entlassung die Hälft« ihres letzten D i e n st e i n k o m m e n s. Die dadurch ersparte andere Hälfte des Diensteinkoinmens wird gleichfalls in derselben Weis« den Schul- omtsbewerbern und den nicht in der Anwärterliste aufgenommenen Studienassessoren und Studienaffesiorinnen zugeführt. Die Verordnung schafft also die von allen Seiten gewünscht« und auch in einem Beschluß des Preußischen Landtags geforderte Mögiichkell, daß ältere Lehrer und verheiratete Lehre- rinnen unter erleichterten Bedingungen ausscheiden, und sichert, daß die Ersparnis unverkürzt dem Lehrernachwuchs zugute kommt. Es ist zu hoffen, daß trotz der gewiß großen Opfer, die die sann Ausscheidenden aus sich nehmen, doch nunmehr«ine größere Anzahl von älteren Lehrern und von verheirateten Lehrerinnen von den neuen Möglichkeiten Gebrauch machen werden, und daß dadurch die Lage des Lehrernachwuchses wemgstens zu einem kleinen Teil gebessert werden kann. gerichtet war, um sie von der bcabstchiigtcn Sprengung zu verstän- digen, an die Nazi-Parteileitung weitergegeben Von den vielen Merkwürdigkeiten dieser Berufungsoerhandlung verdient besonders das geheimnisvolle Verschwinden eines die .Hakenkreuzler schwer belastenden geheimen SÄ.-Dokuments aus den Gerichtsakten Erwähnung. Dieses Schriftstück, das in den Akten des Erstrichters noch vorhanden.war, enthiell eine Anweisung an die sogenannten SA.-Beodachter des Bezirks zur strengen Bespitze- lung von Behörden. Organisationen aller Art, auch der Reichsbahn. der Post usw Das Gericht nahm von dem merkwürdigen Ver- schwinden dieses Schriftstückes ohne die geringste Aufregung Kennt» »is. In der Urteilsbegründung erklärt das Gericht all« wichtigen Beweisergebnisse, den Nazisturmbesehl, einen Brief mit der Be- merkung von der beabsichtigten Sprengung, der bei einem Nazi ge- künden wurde, ferner die Taffach« der Heranziehung auswärffger SA.-Leute kurzerhand für nicht stichhallig. Oie Türe gewiesen. Münster, 3l. Oktober. Die Pressestell« der Regierung in Münster teilt mit:„In mehreren Zeitungen ist ein Zwiegespräch veröffentlicht worden, das vor einigen Tagen im Regierungsgedäud« in Münster angeblich zwischen dem Regierungs-Vtzepräsideitten Dr Hettlage, tatsächlich aber zwischen dem Regierungspräsidenten Dr. Ame- lungen und 0«m nationalsozialistischen Reichs. tagsabgeordneten Dr. Meyer(Westfalen) statisand und damit endete, daß der Regierungspräsident dem Reiche tri gs- abgeordneten Oie Türe wies. Hierzu wird mitgeteilt, daß der Reichstagsabgeordnete, bevor ihm die Tür gewiesen würde, erklärt hatte:„Wir wollen die heutigen Staatsoerbrecher bekämpfen." [ Stand Betten �»-tiges oberb«tt fraurot Inlett, mit xrcuen Federn, 1 Oberbett. 1 Unter- 4 4 or bett. 1 Kfaen,| T ............. I m B*ttfedern Graua Federn.... 57 Pf. Weiße Federn.....1.— Haibdauoen...... 3*® Schleißfedern..... 1«5 Daunen......... 5�0 bUufold Inlett, indanthrm »nd fed erdicht, m. welchen OT cn chines.Emenfed. ,130x200 i~l Kiwen, punnd, SO'/SO 3� Fertige Inlette Oberbett Kitten Creoret cettreJft 3� rot oder irttme 7� 1�5 nri»» COrlcbchrcMt 11�0 ü• b e r I a k« n gut. Linon, mit Ltoguetterv und Hohis«um~VerzlenjnL ct. 150X250...... 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Heute sdüert das Wort keinen Mensdien mehr. Im Gegenteil, ein Vater, der sein exmillierles Kind ins Asyl wandern ließe, anstatt es zu beherbergen, oder ein Vaier, der seinen arbeitslosen Sohn bei fremden Leuten hungern ließe, den würde man einen Rabenvater oder sonst etwas nennen. So haben sidi die Zeiten geändert. Denn die Jugend, jene unglüdclidic Nadikriegsgeneration, die in einen der größten gesellsdiaftlidien I rnf ormnngs prozesse hineingeboren wurde, mußte beim Stärker werden der Arbeitslosigkeit zuerst daran glauben. Zuerst kamen die jungen Unverheirateten an die Reihe, wenn es Freitags die Papiere gab; sie werden sidi sdion durdischlagen, sagte man leidüfertig. Dabei dadite man immer an den der sidi durdisddagen sollte, aber in Wirklidikeit waren es Millionen, die desgleichen tun sollten. einen. Heute sind i>i« Betrieb« beinahe entvölkert von der Jugend, was noch zu schaffen ist, das machen gut und gern die alten Stamm- arbeitcr. Die Jugend sitzt auf dem Nachweis. Um dieses festzustellen, bedarf es keiner Statistik, der bloße Ailflei, schein genügt. Große Kinder, die längst flügge geworden waren, sind mit Sock und Pack wieder zu den Eltern zurückgekehrt, und sosern die Söhne oder Töchter verheiratet waren, haden sie ihre Ehegatten gleich mitgebracht. In Stube und Küche sitzen mitunter drei Familien, man geht stempeln, pellt Kartoffeln, bastelt am Radio oder spielt Schofkopp.— Dabei wartet jeder darauf, daß ihn der Voter einmal „nrttniinmt*. Mitnimmt in seinen Betrieb, wo er geblieben ist, sosern sich leise wieder einmal eine Kochunkturfträhne zeigen sollte und zwei oder drei Mann gebraucht werden. Hier sitzt nebenbei der Ausgangspunkt einer gefährlichen Entwicklung: das Arbeit- mmehmen um jeden Preis, die Umgehung des Arbeitsnachweises. Nachher siebt man dann jene merkwürdigen Maurer in den blauen Kitteln auf den Leitergerüsten stehen und Fassaden putzen. Daß diese Entwicklung nicht ins Uferlose mrsartet, ist das Verdienst unserer Sozialversicherung. Deshalb wissen auch die ch a r z b u r g e r,eteil!gungen. Beginn der Beratungen um 16?� Uhr. langen Umgang mit dem Quecksilber schon sehr in den Knochen z« sitzen hat, imiß Speise und Trank sür alle sieben heranschafsen. Nicht weit ab von dem Glasbläser wohnt ein Schneider. Der arbeitet teils„fürs Geschäft" und teils für Kundschaft. Wenn Saison war, ging es bis in die späte Nacht hinein und es blieb immer soviel übrig, daß auch in stilleren Zeiten Sonntags del Braten auf dem Tische stand. Der Mann hat drei Töchter. Die eine nahm «inen Bäcker. Sie schafften und sparten und glaubten immer noch an die eigene Bäckerei, wenn nur die 9000 Mark für den Patent« ofen zusammen wären. Obwohl aus dem Ofen mitde m Patent auch nach kein Brot herauskommt, wenn man nur die 9000 Mark hat. Aber nicht einmal die waren da, dcim der Bäcker wurde arbeitslos. weil der Meister selber«inen Sohn hatte, den er unterbringen mußte, da konnte er keinen Gesellen mehr gebrauchen und so fuhr eines Tages ein Möbelwagen vor des Schneiders großer Wohnung »or und man trug die Möbel des Bäckers zu den Möbeln des Schneiders. Die zweite Tochter nahm einen Le h r e r. Beim großen Schulabbou aber wurde der Mann entlassen. Also zog der Lehrer mit Sack und Pack zu dem alten Schneider. Jetzt stehen bei dem Schneider mehr Bettstellen als olles andere, der Vater pjriemt wie immer seine Naht herunter und die Jungen sehen ihm zu imd lasjen die Köpfe hängen. Mit ihrer kleinbürgerlichen Äcn- talstät hatten sie sülz alles so schon gedacht: gewerffchastlich erzogenen Eiscnd'rehern, die um die kapitalistischen Zyklen von Kon- junkiur und Krise besser Bescheid wissen, würde das nicht ganz so schwer fallen. Die dritte Tochter dankt unterdessen ihrem Schöpfer. daß sie noch unverheiratet ist. Einer nach dem andern rückt wieder an. Der dritte Mann, der hatte zuletzt eine Gastwirtschaft. So- lange die Arbeiter Geld hatten, ging es auch ihm gut und an manchem Wochenende reichte das Sacktüchlc nickst aus, um die blanken Taler von der Wirtschaft in die Wohnung zu tragen. Er brauchte nur zu bestimmen, ob er Kalbsschnitzel mit Spargel oder Rebhuhn mit Preißelbeersoße zu essen wünschte. Schließlich verkaufte er die Wirtschaft sür einen schönen Batzen Geld und setzte sich zur Ruhe. Seine Töchter hotte er noch vorher„Kanfleuten" zur Frau gegeben. Der eine Schwiegersohn wurde arbeitslos. Er pumpte den Alten um einen Tausender an und machte in den heißen Iunitagen eine Eiskonditorei auf. Wir lstrben das oft genug erzählt mit den Eiskonditareien, in die die Sonn« nicht schien. Auf alle Fälle ist der Tausender weg und der Mann sitzt mit Frau und Kind auf der Wohlfahrt. Der zweite, der war Expedient in einer Metallfabvit. Der hatte mit der Direktion einmal«inen Krach wogen einer Ueberstundenangelcgenhcit, man ging zum Arbeitsgericht, der Mann bekam recht, aber bei der nächsten passenden Gelegenheit saß er wegen Arbeitsmangel draußen. Der pumpte den Allen auch uni einen Taufender an und beteiligte sich an einem Winkelunternehmen. Der Teufel mag wissen, was die da produzieren wollten, jedenfalls mar der Mann froh, daß er den Taufender rettete, denn er wäre beinahe Kautionsschwindlern ausgosessen. Jetzt geht er mit seiner Frau zu dem Allen essen. Der dritte Schwiegersohn, der hat zu guter Letzt vor einem Monat die Kündigung zum Jcchresschlust bekommen. Und sitzt in einer teuren Neubauwohnung. Dannt den Alten nicht der Schlag rührt, hat er noch gar nichts davon gesagt, daß er gekündigt ist. Wenn nicht ein Wunder eintritt, wird er auch zum Alten ziehen müssen. Sturz aus der Stadtbahn. ??om entgegenkommenden Zuge erfaßt und mitgefchleist. 3n unmittelbarer Nähe des Bahnhofes Vellevue crcignekc sich am Sonnabend nachmillag ein aufregender Unglücksfall. Bei der Ausfahrt eines in Richtung Zoo freigegebenen Stadt- bahnzuges stürzte aus noch nicht geklärter Ursache der 40 Jahre alte Kaufmann Albert Rosenthal aus der Grolmanstratzc 14 in Charlortenburg aus einem Abteil lil. Klaffe auf den Bahnkörper. Zu allem Unglück kam in diesem Augenblick aus entgegengesetzter Richtung ein Stadtbahnzug heran. Der Verunglückte wurde von dem Triebwagen des Zuges erfaßt und etwa lö Meter mitgeschleift. Mit schweren inneren und äußeren Verletzungen wurde R. ins Moabiter Kronkenhaus gebracht. Achtjähriger Zunge totgefahren. Ein ähnlicher Unfall, der mit dem Tode des acht Jahre allen Schülers Heinz L o l t m a n n aus der Kommandantenstraße.53 endete, trug sich gestern an der Straßenbahnhaltestelle Berliner Ecke Prinz-Heinrich-Straße in Pankow zu. Kurz vor der Haltestelle stürzte das Kind vom Hinterperron des Triebwagens auf den Fahr- dämm. Dabei geriet der Junge unter die Räder des Anhängers und erlitt lebensgesährliche Verletzungen. Er wurde ins Pankower Krankenhaus gebracht, wo er an den Folgen eines Schädelbruches und innerer Verletzungen wenige Stunden nach seiner Aufnahme starb. Llnbestimmies Sonntagsweiter. Vermutlich neue Bewölkung— aber kein?iegen. Die Wetteraussichtcn für den heutigen Sonntag find nicht so günstig, wie es nach den am Sonnabend mittag vorliegenden Mel- düngen zunächst den Anschein hatte. Die gestern einsetzende Auf- klärung wird leider von nicht allzu langer Dauer sein, und bei leichtem Temperaturanstieg ist mit trüberem Wetter zu rechnen. Das Tiefdruckgebiet, das unserem Gebiet tagelang das naßkalte Wetter brachte, ist nach Westrußland abgewandert. Ueber Frank- reich hat sich ein flaches Hochdruckgebiet gebildet, das uns aber nicht das erwartete heitere Wetter bringen dürfte, vielmehr ist es wahr- scheinlich, daß an der Rordseitc des Hochs warme Luftmassen ent- zangglei�cn, die erneut zur Wolkcnbildung führen werden. Diese Wolkenwand scheint Berlin aber erst in den Abendstunden zu er- reichen, so daß tagsüber einigermaßen schönes Ausflugswetter herrschen wird. Die Prognose für heute lautet: Bewölkungszunahme, vorwiegend trocken bei abflauenden Winden. Oer Leichenfund in Hoppenrade. Mord oder Selbstmord? Der Lcichenfund in Hoppenrade bei Wustermark, über den wir gestern berichteten, scheint auf ein Verbrechen zu deuten. Die Leiche des 67 Jahre alten unverheirateten Gärlncreiarbeiters Franz eri. dcrß Keil Mitglied der„j o ziaidemrckratis chen* Reichs. grwertschaft deutscher Kommunalbeamten war. Wir begnügen uns dazu mit der Feststellung, daß Kell weder der Sozialdemo» kratischen Partei noch der Reichsgewerkschaft deutscher Kommunalbeamten angehört hat. Neuer Leiter des Messeamtes. Der Aufsichtsrat der städtischen Messegesellschaft bestellte in seiner Sitzung am Sonnabend den bisherigen stellvertretenden Direktor des Messeamtes, Albert Wifchek, der seit 1S27 die Sommer-Ausstellungcn, zuletzt die Bau-Ausstellung, lettete, zum Ee» fchäftsführcr der Gesellschast. Um die.«hrenamllcckie Mitarbeit des zum 15. November ausscheidenden bisherigen Direktors Dr. Schick dem Unternehmen weiter zu erhalten, beschloß der Aussichtsrat ein- stimmig, dessen Zuwahl zum Aufsschtsrat der nächsten Gesellschafter» Versammlung vorzuschlagen. Oder er will die Geschichte von den Kreuzfahrern hören, die einst hier entlang zogen, weit nach Osten, von denen nur ein einziger wiederkehrte, der drei Tage vor seinem Tode als uralter Mann die Heimat wiedersah. Das ist viele Jahr- hunderte her, aber man hat ihn nicht vergessen, diesen ge- heimnisvollen Kreuzfahrer, denn er hat Schätze mitgebracht, die hier irgendwo im Berg vergraben sind. Und so geistern tausend Erzählungen um diese Landschaft, Geschichten aus dem Mittelalter und der Reformation, aus dem 36jährigen .Krieg und der französischen Revolution, deren Nachwehen hier die Geister entzündeten und entflammt hielten, als drüben über dem Rhein längst der Korse, dem man hier Soldaten stellen muhte, das Kaiserzepter hielt. Erzählung reiht sich an Erzählung— jeder kennt sie. Der Erwachsene erzählt sie den Kindern, und die Kinder er- zählen sie untereinander und bauen sich aus ihnen eine reiche, bunte, phantastische Welt auf. Denn hier haben nicht nur die alten Bäume und die wuchernden Sträucher, sondern auch die Menschen ihre Wurzeln tief in das Erdreich ge- schlagen. Jeder ist ein Teil dieser Jahrtausende alten Ge- schichte, ohne es zu wissen, ohne es zu wollen. Denn hier, im Bereich der Ruinen und Tore, der Heerstraßen, der schwei- gcnden Wälder und Berge ist die Vergangenheit zu.Hause. lind wenn die Kinder in der Schule von der blauen Blume der Romantik und vom Volkslied, von des Knaben Wunder- Horn und den Märchen der Brüder Sriirtin hören, dann brauchen sie das nicht zu lernen, wie die kleinen Bewohner dsr Weltstädte, die nicht recht wissen, was sie damit ansangen sollen. Das alles ist ihnen von Kindheit an längst vertraut. In den kleinen Städten ist der Raum noch nicht zu eng geworden. Hier braucht man nicht di- Erde anszuwühlen. um unterirdische Verkehrsstraßen für elektrische Bahnen zu bauen. Die Straßenbahn, die nach ollen vier Himmels- richtungsn fährt, ist völlig auereichend. In den kleinen Städten gibt es zwar auch Armut uod Elend, Unterdrückung und Ungerechtigkeit, aber die sozialen Gegensätze haben die Menschen noch nicht zu Todfeinden ge- macht. Hier darf man dem Armen noch helfen, ohne ihn zu beschämen, und wenn Eermaine der kranken Frau des Schusters oder einer Kinderschar in engen Hinterhausstuben Geschenke und Weihnachtsgaben bringt, dann erntet sie heitere Blicke und frohe Abschiedsgrüße. Wenn im nördlichen Deutschland noch der Schneesturm über die weite Ebene fegt, dann sprießen hier bereits Krokus und Tulpe, Beilchen und Hyazinte. Die weißen Blüten der Kastanie, das leuchtende Gelb des Goldregens, das zarte Rosa des Rotdorns mischt sich mit den zarten Schattierungen der Fliedersträucher und dem dunklen Grün der hohen Tannen. Vom frühen Morgen bis in die Nacht ertont das Zwitschern und Jubilieren ungezähller Vogelarten, die ihre Nester in den alten Bäumen gebaut haben und in jedem Frühjahr wieder hierher zurückkehren. Hier triumphiert die Schönheit, das blühende Leben über den Tod. Die Friedhöfe gleichen ewig blühenden Blumen- gärten. Im Herbst duften hier Reseda und Hortensie, Chry- santheme und Dahlie. Die blühende Erika weicht der Christ- rose. Im Frühling und Sommer ober verwandeln sich die Friedhöfe in Rosengärten. Rosen, Rosen aller Sorten und Arten, aller Färbungen, aller Düste. Hier berauscht die un- erschöpfliche. überströmende Nattir sich selbst. Tief unten rauscht der Fluß durch das Tal. Der Blick umfängt Ebenen und Höhenzüge, fruchtbare Kornfelder und blühende Gärten, Wälder und Berge, ein herrliches, ge- fegnetes, farbenfrohes Land. Wer hier daheim ist, wer als Kind auf diesen Treppen und Terrassen spielte, wer unge- zählte Male von hier ans weit hinousblickte, der wird die Erinnerung an diese Jugend immer mit sich tragen als un- vcrsiegbares Geschenk, als unverlierbares Besitztum.— ♦ Seit Beginn des neuen Schuljahres besucht Germaine das Realgymnasium für Knaben, denn das Mädchen- gymnasium, das seil Jahren geplant ist, hat immer noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen, bevor es endlich aus dem Reich des Gedankens und der Entwürfe in die Wirklichkeit um- gesetzt werden kann. Die Bedenken, die nicht nur in den entscheidenden Stellen des Ministeriums, sondern auch in der Bewohnerschaft bestehen, sind ernst und schwerwiegend genug. Ob man den heranwachsenden Mädchen nicht ihr Bestes, ihr Frauentum nimmt, wenn man ihnen die Gelehrsamkeit sv bequem, sa einladend darbietet? Entzieht man sie dadurch nicht der Ehe. der Familie? Und wird nicht der Konkurrenzkampf, der ohnehin hart genug ist, für die Männer und Familienväter noch schwerer und erbitterter werden, wenn nun auch noch studierte Frauen auf das Kampffeld des öffentlichen Lebens treten! Seit Jahren wogt so der Streit der Meinungen hin und her, und niemand hat so recht den Mut, einen entscheidenden Vorstoß zu wogen. So hat man sich damit begnügt, eine kleine Auslese besonders begabter Mädchen im Real- gymnasium zuzulassen. Ihre Zahl beschränkt sich auf kaum ein Dutzend in der ganzen neunklassigen Schule, und sie wer- den von der Bevölkerung im allgemeinen ziemlich kritisch beobachtet und man versucht, da und dort festzustellen, ob nicht doch durch den dauernden Umgang mit Knaben, durch das Lateinlernen und die bunte Mütze, die sie tragen, die Weiblichkeit irgendwie gefährdet sei. Germaine ist das einzige Mädchen der Klasse unter 39 Knaben, aber das stört sie nicht. Sie ist den Umgang mit den Jungen gewöhnt und sie versteht sich gut mit ihnen. Der eine oder andere Hintermann steckt ihr wohl mal die Zöpfe in die Tinte, oder man reibt ihren Platz mit Kreide ein und was dergleichen Streiche mehr sind. Aber Germaine vergiU sofort gleiches mit gleichem. Und wenn man Heinrich Lohnes kurzgefchoreucn Kopf auch nicht in die Tinte stecken kann, so kann man ihn doch mit einer Stecknadel ins Bein stechen, wenn er gerade aufgerufen wird, um ein Kapitel aus dem„Ostermann" zu übersetzen. Und das tut Germaine in aller Ruhe und Freundschaft, aks ob es die selbstverständlichste Sache von der Welt sei, wie eine lächelnde Justitio, die dafür sorgen müsse, daß die Gerechtigkeit in der Welt nicht untergehe. Und so wird es auch aufgefaßt. Heinrich Lohnes würde sich lieber die Zunge abbeißen, als verraten, warum er ausgerechnet in dem Augenblick, in dem ihn der Professor aufrief, ein lautes und schmerzliches „Au!" brüllte. Und Germaine würde ohne Zögern einen wetteren Arrestzettel für zwei Stunden nach Hause bringen, um ihn vom Vater umerschreiben zu lassen, wenn der Mathematillehrer noch einmal beim Korrigieren ihres Heftes Seite um Seite mtt Juckpulver bestreut fände, das ihr der Nebenmann hineingeschmuggelt hat. So gitt sie bei der ganzen Klasse als„anständiger Lierl", obwohl sie„bloß ein Mädel" ist, und niemand würde sich nur einen Augenblick besinnen, ihr zu helfen oder sie zu beschützen. (Fortsetzung folgt.) Jtr. 513• 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag, 4. November 1934 Sowjetbauern gegen den Staat. Kamps ums Getreide.—„Zuerst für uns, dann für die Regierung." Ter Ausfall der Ernte in der Sowjetunion entscheidet nicht allein darüber, ob die russischen Arbeiter und Bauern sich satt- essen können oder darben müssen. Rußland bezahlt seine Einfuhr ausschließlich mit seiner Ausfuhr. Da nun Agrarp.odukte in dieser Ausfuhr eine ganz Heroorragende Rolle spielen, beeinflußt die russische Ernte nicht nur die Getreidepreise auf dem Weltmarkt, sie bestimmt auch in hohem Maße den Umfang des industriellen Exports aus Westeuropa und Amerika nach der Sowjetunion. Eine Miß- ernte oder eine ungenügende Erfassung der Ernte durch den Er- porteur Staat müßte unweigerlich, wenn auch nicht unmittelbar, zu einer Einschränkung des russischen Maschinen- i m p o r t s führen, was wiederum nicht allein die Industrialisierung verzögern, sondern auch die Krise in den Industrieländern ver- schärfen müßte. Ob die russischen Lauern genug ernten uud, was nicht weniger wichtig ist, ob sie genug abliefern, gehl also auch uns direkt an. Das russische Wirtschaftsjahr begann früher mit dem 1. Oktober. 1930 wurden die Monate Oktober, November und Dezember zu einem„SonderquartaT erklärt und feit 1931 fallen Wirtschafts- jähr und Kalenderjahr zujaminen. Diese Aenderung im Kalender will die Aenderung in der Wirtschastsstruktur de5 Landes zum Ausdruck bringen. Rußland, heißt das, ist nicht länger das alte Agrarland, das von Ernte zu Ernte wirtschaftet: jetzt führt die Industrie. Sie bestimmt den wirtschaftlichen Rhythmus, I i e teilt die Zeit. Freilich ist das vorerst mehr Programm als Wirklich- k e i t. Tatsächlich hängt das Schicksal des.Industriestaates" Ruß- land noch immer unendlich mehr von der Weizen- und Roggen- Produktion ab, als von der Stahl- und Walzeisenproduktion. Roch immer überschattet die Frage, wie die Getreideaufbringung aus- fallen wird, alle anderen Fragen. Jedes Jahr wiederholt sich das gigantische Ringen des Staates mit der Bauernschaft um chr Arbeitsprodukt. Auch in diesem Jahr, auch noch dem Sieg der Kollektivisierung. Die Fronten haben sich verschoben, das Schlachtfeld sieht heute anders aus, aber es sind die alten Gegner geblieben. Wie die Ernte selbst in Menge und Qualität ausgefallen ist, läßt sich wegen der überaus dürftigen Meldungen nicht genau sagen. Anscheinend wird«s nicht die Rekordernte des Aorjahres sein, aber aller Wahrscheinlichkeit nach wird man mit einer guten Mitte lernte rechnen dürfen. Damit ist aber infolge der Eigenart der russischen Agrarverhält- nisse keineswegs auch schon gesagt, daß die russisch« Stadt aus- reichend versorgt sein wird und Rußland viel ausführen wird können. Man erfährt erst jetzt, daß von der vorjährigen Ernte ungeheure Mengen verloren gingen. Die Ber- luste werden auf 167 Millionen Doppelzentner, rund «in« Milliarde Pud, beziffert(siehe z. B.„Sozialistitschc- skoje Semled elie" vom 27. August), und das bei einer Ernte von 514 Milliarden Pud. Auch in diesem Jahre werden die Wirlschafksorgaue des Staate» wieder von der bangen Sorge beherrscht, ob es gelingen wird, die Ernte gut und rechtzeitig einzubringen, und weiter, ob die eingebrachte Ernte in dem vorgesehenen Umfang auchstn die Hände des Staates kommen wird. Die Voraussetzungen dazu sind ungleich g ü n st i g e r als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte aller Bauernhöfe sind jetzt in Kollek- tio wirtschaften zusammengeschlossen, und die Sowchose, die Staats- guter, haben sehr viel mehr Land bestellt als vor einem Jahr. Um so auffälliger ist es daher, daß gerade die„s o z i a l i st i- s ch e st e n" Teil« des„sozialistischen Sektors", die Sowchos«, die ihnen gestellten Aufgaben sehr unvollkommen erfüllen. Aus dem Schwarze: de-Gebiet wird der„Ekonomitscheskaja Schisn" am 29. August berichtet:„Bis zum 20. August ist der Monatsplan der Aufbringung erst zu 60 Proz. erfüllt worden. Viele Rayons, sogar solche im Süden, haben noch nicht den zehnten Teil der Aufgabe erfüllt. Die Sowchose, die führend sein sollten, haben sich ganz besonders schwach gezeigt. Schlechte Organisation der Arbeit und andere Fehler, schärffter Mangel an Arbeitern haben dazu geführt, daß sie bis zum IS. August nicht mehr als 3,9 Proz. des Iahresplanes erfüllt haben, bei einer durchschnittlichen Planerfüllung im ganzen Gebiet von 9,4 Proz." Bis zum 23. August wurde der Augustplan von den Sowchosen in der ganzen Union zu 51,6 Proz. erfüllt, schlechter als von den Kollektivwirtschaften. E» hat sich herausgestellk, daß die Staatsgüter vielfach zu groß sind, so groß, daß mit den verfügbaren Mitteln«ine gute Bcwirtschaf- tung gar nicht möglich ist. Die vielgerühmten„Giganten" werden daher, einem dieser Tage gefaßten Beschluß gemäß, ver- k l e i n e r t auf einen Umfang, der rationelles Wirtschaften erlaubt. Doch da» ist nur e i» Grund für die„Fehler", der andere ist der Mangel an Arbeitern. Dieser aber kann solange nicht be- hoben werden, als sich nicht d:« Struktur der Kolchose(Kollektiv- wirtschaften) gründlich ändert. Wir haben gezeigt(„Vorwärts" am 16. August), wie die Kolchose die halbbäuerlichen Arbeiter der Stadt ausgesogen haben und sie im Dorf feschalten. Ebensowenig wie es den Werbern der Staatstrusts gelingt, die Leute aus dem Kollektiv in die Stadt zu brmgen, ebensowenig gelingt es den Sowchosen, die notwendigen Arbester aus der Kollektive anzu- werben. Die Eigenart der agrarsoziali(tischen Gebilde tritt während der Ernte besonders deutlich zutage. Wenn in früheren Jahren die Bauern die Anbaufläche einschränkten, nur soviel Land bestellten, daß ihr Konsum gedeckt war und genug Saatgetreide übrig blieb, so haben sie jetzt chre Mechoden geändert. Die Bauern wissen, daß Nichtbestellung die unangenehmsten Folgen mit sich führt: erhöhte Steuern, Krediiverweigenrtg usw.'Es gibt aber andere Mittel zu dem gleichen Zweck. Eines davon ist, die Ernte nur in einem Umfang einzubringen, der etwa dem entspricht, was auf der verkleinerten Anbaufläche geerntet worden wäre. Das ander« bleibt liegen und man kann sich dann auf das Wetter hinausreden. Wenn das nur bei den Einzelbauern geschehen wäre, brauchte man sich nicht zu verwundern. Das überaus bemerkenswerte aber ist, daß auch Kolchose zu diesen Praktiken greifen. Die russischen Blätter dieser Tage sind voll von Klagen über Saumseligkeit bei der Einbringung der Enste in einer Unzahl von Kolchosen. Natürlich sind daran die Kulaken schuld, obwohl sie doch bekanntlich liquidiert such und gar nicht in die Kolchose aufgenommen werden dürfen. Man wird hoffen dürfen und auch anzunehmen haben, daß die barbarische Methode, als Mittel gegen die Ansprüche des Staates das Getreide auf dem Feld oerfaulen zu lassen, überwunden werden wird. Viel schwieriger dürfte es fein, wenn es überhaupt gelingt, der sogenannten„ftonsumlendenzen" Herr zu werden. Was damit gemeint ist, kann den solgenden Zitaten entnommen werden. Ein Bericht von der unteren Wolga: „In einet Reche von Kolchosen herrschen Konsumtendenzen, welche die Erfüllung des Planes bedrohen. Man korrigiert die Kontroll- Ziffern(welche bestimmen, wieviel an den Staat abzuliefern ist) und behält den Löwenanteil für sich. Viele Kolchose liefern nicht eher ab, als bis sie die Ernte unter ihre Mitglieder ausgeteilt haben. Ein Kolchos verteille auf den Kopf, wobei sogar Säuglinge voll gerechnet wurden, 3,4 Zentner." Oder:„Von den geernteten 7400 Zentnern lieferte der Kolchos bloß 1300 5)ektar ab, das andere wurde aufgeteill." Aus dem Schwarzerdegebiet:„Die Kolchose beschlossen, erst beiseste zu schaffen, was sie für den Winter brauchen, dann die Verteilung unter ihre Mitglieder vorzunehmen und den Rest abzuliefern." Die Zitate sind der„Ekon. Schisn" vom 24. und 29. August entnommen. Die Ueberschrift lautet:„Z u e r st für uns und dann erst für die Regierung." Doch schon vor eineinhalb Iahren schrieb I. Wareikis, ein be- kannter Agrarfachmann:„In manchen Kollektiven herrscht die un- gesunde, den Interessen des Staates faktisch feindliche Tendenz, bloß„für sich" zu produzieren. In einer Reihe von Fällen be- trachten die Kolchosmitglieder ihre Wirtschast als dazu bestimmt. ihre engen persönlichen Interessen zu befriedigen." Da heute nur der Staat taust und die Getreidepreise niedrig hält, wehren sich die Kollektiven gegen die Ansprüche des Staates in der rohen Form der Vernichtung eines Telles der Ernte oder aber sie.Huldigen . und das VQO-. sieht sie nicht! Aber Sie, gnädige Frau, werden weder die vollendete Schönheit dieser Kleidung übersehen, noch ihre modische Linie.' Und sicherlich auch nicht die Tatsache, daß angesichts der Güte dieser Kleidung ihr Preis ein erstaunlich niedriger ist. So viel Schönheit— so viel modische Eleganz— für so wenig Geld kann auch die Ihre sein: Sie brauchen nur dem Rat zu folgen: C&A BRENNINKMEYER Chaimeeitr.11 3 Königstraße 33 Mim Sttttlncr Bahnbof Am Bahnhof A!exand«rplatz Die ohlaen Anaeboto stehen Ihnen ab Nontas zur Verfügung I-SthrlftUdie Bestellunsen können nicht berücksichtisi werden! Klmsimnuieressen". Der Gegensatz Bauer— Staat wirÄ heute in anderen Formen ausgetragen als früher, dennoch ist es im Kern der gleiche Gegensatz geblieben. Oie offizielle Bestätigung der Gegensätze. Datz ein schweres Ringen zwischen Diktatur und Kollektinbaucrnschast' begonnen hat, mußte, als diese Zeilen geschrieben wurden, aus Hunderten von kleinen Mel- düngen und Berichten in der lokalen Press« erschlossen werden. Jetzt liegt die offizielle Be st ä t i g u n g v o r. Am 19. Oktober er» schien der Erlaß der obersten Leitung der Kolchose, die mit den Worten beginnt:„Das Kolchoszentrum hat eine Reihe von Fällen aufgedeckt, in denen die Kollektiven, statt in erster Linie die Getreide-- aufbringungspläue und ihr« Verpflichtungen dem Arbeiter-Baucrn- Staat gegenüber hinsichtlich der Getreideablieferung zu«rfüllen, feste Normen für die Nichfiittcmng mit Getreide festsetzen und alle möglichen Fonds, Fnttennittelsonds, Saatgutfonds, Lebensmiltelfonds usw. anlegen und so den Ausbringungsplan herab. setzen." Zollerhöhung für Heringe? Sie wird gefordert und muß rücksichtslos betämpst werden. Seit einiger Zeit setzen die deutschen 5)eringssischereien das Rcichscniährungsministerium unter Druck. Sic verlangen eine Er- hiihung der Heringszölle von 3 auf 6 Mark. Natürlich erklären sie dabei, daß eine Verteuerung dieses so wichtigen Bolksnahnnigsmittels durch die Zollerhöhung nicht ent- stehen werde. Man beabsichtige nur, die Heringseinfuhr zugunsten einer Ausweitung der deutschen Hertngssischerei herabzudrosseln. Deutschland ist der größte.Heringskonsuui�ent Europas. Es verbraucht jährlich 1,25 Millionen Faß Salzheringe, wovon durch die deutschen Heringefischcreien nur'259000 Faß beschafft werden. Vier Fünftel des deutschen H c ri n g s b e d a r f werden eingeführt. Bei dieser Versorgungsbilanz ist es ganz ausgeschlossen. daß eine Zollerhöhung van 3 auf 6 Mark pro Faß vom Aus- l a n d getragen wird. Der wahre Grund für die Wünsche der Heringsfischercien liegt auch gar nicht in der Absicht noch einer Verdrängung der Hcringseinfuhr, soirdern in der Sorge, daß das Reich wegen seiner schlechten Finanzlage den Heringsfischereien vielleicht im nächsten Jahr die bisher zur angeblichen Aufrecht- i rhallung der Betriebe gezahlten Fangprämien nicht mehr weiter geben könnte. Die vom Reich gezahlte Fang- Prämie beträgt je Faß 2 Mark. Durch eine Verdoppelung der Zolleinnahmen van knapp 3 Mil- lionen auf 6 Millionen Mark wollen sich die Heringsfischcreigesell- schaften die Weiterzahlung, vielleicht aber auch noch eine Er- h ö h u n g der Fangprämien sichern. Die Stellung der Sozialdemokratie zu diesen Zoll- erhähUngswünschen ist absolut eindeutig. Sie wird jede Zoll- « r h ö h u n g bei Heringen, die ein besonders wichtiges Volks- Nahrungsmittel darstellen, aufs schärfste bekämpfen. Die weiße und die schmutzige Weste. -'Zvviel Kredite, aber keine Verfehlungen bei der TlheiNifchen Landesbank. I Seit Jahren führt das Privatkapital in Deutschland eme wilde Hetze gegen die öffentliche Wirtschaft. Man hat sieh nicht gescheut, den öffentlichen Betrieben unwirtschaftliche Geschäftsführung, po- litifche Vetternwirtschaft, Korruption und Unterschleife vorzuwerfen, ohne für diese Beschuldigungen zugleich den Beweis zu erbringen. Ein einziger Fall von Insolvenz ist in der verheerenden Kre- ditkrifc seit dem Juni d. I. bei einem öffentlichen Kreditllistitut, der Landesbank der Rheinprovinz, eingetreten. � Die Prü- iungskommission des Provinzialausschufses hat jetzt zur Frage der Verantwortlichkeit festgestellt, daß die Kreditgewährung der Landes- dank an Kommunen zu großzügig gewesen ist, daß aber gewissen Bedenken gegenüber dieser Politik bei dem Verwaltungsrat die lieberzeugung vorherrschte, den rheinischen Kommunen wegen der besonders ftchlbaren Wirtschaftsdepression Un Westen nach Möglich- keit zu helfen. Dagegen mutz nachdrücklich vermerkt werden, daß die Prüstmgskommission weder satzungswidrige Ge- s ch ä f t e der Landesbank noch überhaupt Verlustgeschäfte festgestellt hat. Eine einzige Ausnahme bildet die Beteiligung an der Rheinischen Bauernbank, die kürzlich in Schwierigkeiten geraten ist und saniert werden muh. Nach den massenhaften GroMandalen in der deutschen Wirtschaft fragen wir, wo es öffentliche Banken oder öffentliche Unternehmungen gibt, bei denen derartig« Skandale und eine so offenkundige Mißwirtschaft auch nur denkbar gewesen wäre wie bei der R a i s f e i f e n, F a v a g, bei Nordwolle, Schultheiß, Wicking und anderen Pri- vatunternchmungen. 10 proz. Bubiag-Dividende. Aber immer noch überteuerte Briketts. Der Aufsichtsral des Bubiag-Sonzerus fBraunkohleo- und Brikett-Industrie A.-G.). eines der mächtigsten Unternehmen im oft- elbischen Revier, hat auf seiner Bilanzsihuug beschlossev, für dos am 30. Juni abgelaufene Gefchäflsjahr 1930 31 wiederum eine Dividende von 10 Proz. zur Zluszahluog zu bringen. Die Bubiag hält also auch iin schwersten Krisenjahr an chrer stabilen Konjuntturdioidende fest. Der Abschluß dieses große» Unternehmens ist für die Lage der Brauntohlcnkonzerne typisch. Unternehmen wie die Bubiag, Ilse und die Pctschsk-Gefellschasteii haben durch die enormen Leistungssteigerungen chrer stark redu- zierten Belegschaften die U m s a tz v e r l u st e im wesentlichen ausgleichen können. Im übrigen haben diese Gesellschaften in den vier fetten Konjunkturjahren vor der Krise Reserven und Rückstellungen in einem derartigen Umfang bilden können, daß sie, wie das Beispiel der Bubiag zeigt, auch in schwerster wirtschaftlicher Notzeit in der Lage sind, chren Aktionären Glanzdivchcnden aus- zuzahlen. An die Senkung der Brikettpreise wird aber nicht gedacht! Schwere Verluste in der Metallverarbeitung. 1,1 Millionen Llnierbilonz des Lüdenscheider Konzerns. Die Lüdenscheider Metallwerke A.-G. haben für das am 30. April abgeschlossene Geschäftsjahr 1930/31 einen B e r- lust von 1,1 Millionen Mark ausgewiesen, nachdem schon im vor- hergehenden Jahre eine Unterbilanz von 830 000 Mark zu vcr- zeichnen war. Für die Ursache dieser hohen Verluste ist es bezeichnend, daß die Umsätze kaum niedriger waren als im vorhergehenden Jahr. Die Verlustquelle liegt also im wesentliche» in der anhaltenden K u p f e r b a is s e, die auch einen ständigen Preisverfall für die Ferttgfcrbrikatc nach sich zog. Trotz der schlechten Ergebnisse der letzten beiden Jahre ist die Verwaltung der Ueberzeugung, daß die liefet ioBlelaritätl Genossinnen und Genossen 1 Ein harter Winter steht uns bevor. Hunger und Not zermürben Millionen unserer Klossengenossen. Täglich vermehrt die Wirtschaftskrise das Millionenheer der Arbeitslosen. Schon oft hat sich die Solidarität der arbeitenden Massen in schwerster Zeit erprobt.— In dieserZeit des Massenelends rufen wir unsere Genossinnen und Genossen zu einer großzügigen Hilfsaktion auf iiniiiiiiininiiiiniiiiiuiiiiniiiiiiiiiiininiiiiiiniiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiniiiuiiiniiiiiiHiiiiiiuniiiainiiiiiiiiiimiiiiiiiiniiiiini Der Bezirksvorstand hat bereits Sammelmarken an die Abteilungen versandt. Wir erwarten von allen unseren Genossen, die noch in Arbeit und Brot stehen, daß sie sich an dieser Aktion restlos beteiligen. An alle unsere Freunde, die nicht durch die Hilfsaktion in den Parteiabteilungen erfaßt werden, richten wir den dringenden Appell. Spenden auf das Postscheckkonto Nr. 48 743(Alex Pageis) einzuzahlen, jede, auch die geringste Hilfe zur Linderung des Massenelends und der Massen not ist uns erwünscht. liefet daher Solidarität mit euren arbeitslosen Parteigenossen! uumniimniimiinmiuiniMmnuiiumiimnminnniiuuiimmiuminmiinuiiiiimuiiuuiminuiuapiinfmiimia Der Bczlrkevarstand. allgemeine Rämiumg der Wger im Je» und Ausland bei Wieder» eintritt normaler Wirtschaftsverhällmsse dem Fabrikati cmsprogramm des Unternehmens gute Aussichten bietet. Der Lebenshaliungsindex. Auch im Okiober leicht gesunken. Der Teuerungsindex hat sich auch im Monat Oktober gesenkt. Das Reichsstatistische Amt gibt über die Entwicklung sol- gcnden Bericht: „Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten(Ernährung. Wohnung. Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und„Sonstiger Be- darf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichs- amtes für den Durchschnilt des Monats Oktober auf 133.1 gegenüber 134,0 im Vormonat: Der Rückgang beträgt somit 0,7 Proz. An dem Rückgang sind hauptsächlich die Bedarssgruppen Ernährung und Bekleidung beteiligt. Es sind zurückgegangen die Index- Ziffern für Ernährung um 1,2 Proz. auf 123,4, für Bekleidung um IL Proz. auf 134,2 und für„Sonstigen Bedarf" um 0.4 Proz. auf 182,5. Die Indexziffer für Heizung und Beleuchtung ist um 0,9 Proz. auf 148,8 gestiegen: die Indexziffer für Wohnung hat sich nicht geändert. In der Gruppe Ernährung sind hauptfächlich die Ausgaben für Fleisch und Fleischwarrn, Milch und Mllcherzeug- nisse sowie Gemüse zurückgegangen. Dagegen sind die Preis« für Eier weiter gestiegen: auch die Preise für Brot haben im Reichs» durchschnitt etwas angezogen." Ueber die Entwicklung des Tenerungsindex feit Oktober 1929 geben wir folgende llebersicht: 1929 1930 1931 (immer Ottober, 1913— 100) Gesamtindex....... USH 145,4 133,1 Proz. Ernährung....... 153,8 139,5 123,4, Bekleidung....... 170,8 158,6 134,2, Sanit Bedarf einschl Berkehr 192,2 192,7 182,5» Heizung und Beleuchtung. 152,6 153,5 148,8, Wohnung........ 126,5 130,7 131,6» Der Rückgang des Teuerungsindex beruht in erster Lima auf den Ernähruugs- und Bekleidnngskoften. Der Index enthalt aber starre Faktoren, wie die Verkehrskosten, die Kosten für Wohnung, Beleuchtung und Heizung, die sich äußerst Widerstands- fähig zeigen. Das erklärt sich aus den gebundenen Preisen, so die Festlegung der Miete auf einen sehr hohen Stand, die hohen Vcrkehrstarife und die hohen Kohlenpreise. Wenn man hier nicht zu einem Abbau der Preise kommt, ist anzunehmen, daß der Lebenshaltungsindex sich nur noch unwesentlich verändern kann. Den Kräften, die den Index nach unten drücken, stehen starke Gegenkräfte gegenüber. Deshalb ist auch ein Ausgleich von Lohnkürzungen durch Preissenkungen nach Loge der Ding« nicht möglich._ Kommt ein europäisches KunUeiöenkariell? Am 1. Oktober hat die Kunstseide- Berkaufsbüro G. m b. H. ihre Tätigkeil ausgenommen. Sie ist das Syndikat (Beckaufskartell) für den deutschen Markt: daran find die beut- sche» Fabriken mit 75 Prozent und die importierenden holländischen, Schweizer und italienischen Fabriken mit zusammen 25 Prozent des deutschen Absatzes beteiligt. Angestrebt wird aber eine Regelung, ein« Festlegung der An» teile am Absatz für alle europaischen Märkte. Di« Ver- handbmgen mit der tschechisch-österreichischen und der französisch- belgischen Praduzentengruppe sollen weit vorgeschritten sein. Für den deutschen Markt hat das Kunftseide-Verkaufsbüro eine mäßige Preispolitik versprochen, da die Unternehmer vor allem an einem hohen Absatz interessiert seien. Es wird behauptet. daß die heutigen Preise keine Rentabilität brächten. Tatsächlich sind muh die deutschen Preis« nach Bildung des Syndikats erhöht worden. Ein neuer Treurabatt im Ausmaß der Preiserhöhung bringt allerdings vielfach den allen Preis, aber doch nur für „treue" Mnehmer. Man wird abwarten müssen, ob die Ausschaltung der Konkurrenz unter den Produzenten nicht doch zu einer Be- lastung der Abnehmer sichren wird Schon jetzt wird die Ab- machung mit der Arbeitsgemeinschaft der Kunstseide verarbeiten- den Industrie, die den W nehmern Weltmarktpreise zusicherte, als nicht gültig bezeichnet, weil keine Zollerhöhung erfolgt fei. Man will sich also für alle Fälle in der Preisfrag« Handlungsfreiheit vorbehalten. Uni Uondon zu hören lesen Sie �Uondon� auf der Auto-Skala ab und stellen den neuen Radio-Apparat bequem und einfach danach ein. Denn die Auto-Skala trägt auf auswechselbaren Schildern die Namen Ihrer Lieblings-Stationen. 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Cr war für sie auch hier der Führer; im Sinne des Ge- sctzes war er der Rädelsführer. And wo der Oberführer seines Zlwtes waltete, dursten auch die Slaudarlenführer, die Sturm- bonnführec und die Slurmführer nicht fehlen. Natürlich befanden sich olle bloß zufällig aus dem Kurfürstendamm— darunter min- destevs drei von den sechs Berliner Standartenführern—. um in Kinos und Cafes das jüdische Reujahrsfest zu seiern. Mas deutsche R'chter sich nicht olles bieten lassen müssen. m Es marschieren Helldorss Unterführer auf: Zuerst der Polizeileutnant a. D. Tornow. Am Abend des 12. September saß er gemütlich bei seinem Abendessen, als irgendein SA.-Monn, dessen Stimme er nicht er- kannte, ihm von Krawallen am Kurfürstendamm Meldung erstattete.■ Er führte in aller Ruhe sein Abendessen zu Ende und fuhr darauf mit der Elektrischen zum Zoo. Um �10 Uhr traf er hier ein. Er sah anfangs nichts von Bedeutung, ging zur Kaiser- Wilhelm-Gcdächtniskirche hinunter und stieß hier auf Graf stell- dorss Wagen. Der nächste Zeuge ist der Standartenführer der Standarte �störst Wessel", Sander. Polizeihauplmanu a. D. Ausgerechnet an diesem Abend hatte er beschlossen, in Begleitung seiner Frau und seines Freundes ein Kino am Zoo aufzusuchen. Er hörte„Deutschland erwache" und„Wir haben.stunger" rufen, bat den Freund, seine Frau ins Auto zu setzen, damit sie nicht in irgendeine gefährliche Lage komme, und begab sich selbst in der Richtung zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, um hier nach dem Rechten zu sehen. Er traf hier Ernst und Graf stelldorf zu Fuß. Letzterer fragte ilm, was hier los fei. Er zuckte aber nur mit den Achseln. Graf 5ielldorf bat ihn. ihm doch zu helfen. Er möchte doch die SA.-Leute cnifs ordern, keine Dummheiten zu machen. �Giolze" Menschen? Eine nicht minder komische Figur als der Sturmführer Löwe macht der Standartenführer Schmidt, seines Zeichens Hauptmann a. D. Es hatte sich gerade so gemacht, daß er mit dem Major a. D. Keller ausgerechnet für den jüdischen Neujahrsabend eine Verabredung im Cafe Berlin hatte. Der Standartenführer von Hitlers Gnaden und Hauptmann a. D. Schmidt, Pensionär der Re- publik, stieß aber ganz unverhofft an der Kaifer-Wilhelm-Gedächinis- tirche auf einen Trupp junger Leute.„Was waren das für junge Leute", interessiert sich der Vorsitzende.„Ach so vom Typ der Reichsbannerleute."„Waren es nicht vielleicht National- Sozialisten?" fragt der Vorsitzende.„Nein, die SA.-Leute hätte ich sofort auf den erste» Blick erkannt. Es sind stolz und. aufrecht gehende Menschen." Vors.: Und diese gingen gebückt? Der Hauptmann a. D.:„Nnnn— a, eben wie Reichsbannerlcute." Im übrigen war die Aufmerksamkeit des Hauptmanns a. D. durch das brutale Vorgehen eines Polizisten, der um Kopfeslänge alle über- ragte, ganz' und gar in Anspruch genommen.„Er stand wohl auch stolz und aufrichtig da", meint der Vorsitzende ironisch. Im„Jnter- esse der Polizei selbst" bemühte sich nun der Hauptmann a. D.. den Namen des Beamten festzustellen und tat das mit einer derartigen Zudringlichkeit, daß er schließlich auf das Polizeiauto aufgeladen werden mußte. Mit dem Assessor Derichtsweiler zieht im Gerichtssaal wieder eine ernste Atmosphäre ein. Dieser Freund Schlageters hatte es sich nicht trämnen lassen, daß jein Assessorexamen in Berlin drei Wochen Krankenbett nach sich ziehen würde. Um 8�5 Uhr bog er von der Fasancnstraße in den Kurfürstendamm. Er wurde von Trupps in Stärke von 50 bis 60 Mann überholt; ein junger Bursche inachte eine seitliche Bewegung auf ihn zu—„er hielt mich wohl für einen Juden", sagt der Zeuge.„Wohl weil Sie dunkel sind", er- läutert der Vorsitzende,— und versetzte ihm einen kräftigen Schlag ins Gesicht.„Ich blutete, erhielt gleich darauf einen zweiten Schlag", fährt der Zeuge fort.„Ich wehrte ab, im selben Augenblick fiel man über mich her. 3ch erhielt einen Fußtritt gegen den Bauch. Schläge gegen die Beust und aus den Hinterkopf." Ein sehr einprägsames Bild erhält man von der Aussage des Studenten Rathenau, eines Neffen des ermordeten Walter Rathenau. Aehnlich wie Rechtsanwalt Apfel beobachtete auch er, wie an der Spitze kleiner Trupps von Nationalsozialisten Führer gingen, die die Sprechchöre ihrer Leute dirigierten. Gegen 9 Uhr sah der Zeuge Ecke Fasanenstraße ein verdächtiges Auto; die rote Ampel gebot dem Wagen halt, die Insassen wurden von verschie- denen Leuten aus der Menge begrüßt. Zuerst kam ein Mann an das Auto heran, dann ein anderer: es war dos Auto von stell- d orf. Die verurteilten E>A.-Leute als Zeugen. Die letzten vier Zeugen waren die bereits vom Schnellgericht verurteilten Äiirfürstendamm-SA.-Lsute: der Gärtner Bolin. de? Student S o y, der Autobesitzer Kuhns und der Leiter der Wache des Stabes Gewehr. Bolin und Soy hatten bei ihrer Polizei» lichen Vernehmung die SA.-Führung stark belastet, ihre Aussagen liefern nur eine Bestätigung dessen, was diese Verhandlung ganz unabhängig von der ersten auf Grund neuer Tat- fachen ergeben hat. Die Sitzung findet in einem heftigen Zusammenstoß zwischen dem Staatsanwaltsthastsrat S teh n i g und Rechtsanwalt Dr. F r e i s l e r ihren Wschluß. Dr. Freisler verlangt von der Staatsanwaltschaft in der ihm eigenen provozierenden Weise, daß sie den Gewährsmann nenne, der die Veranlassung zur Ladung Dr. Goebbels als Zeugen gegeben habe. Goebbels soll über ein Gespräch bekunden, das zwischen ihm und dem Grafen stelldorf in Vorbereitung der Kursllrstendammdemonstration stattgefunden haben soll. Goebbels wird am. Mviüägmexluzmuzen..•, Glänzende Kundgebung in Pankow. Eine öffentliche Kundgebung der Sozialdemokratischen Backet. Krei« Pankow, fand im Schloß Schönbausen statt. Die Versammlung war von über 1000 Personen besucht. Der Referent, Reichstagsabgeordneter Anton R e i h n e r, be- handelte das Thema„Private Wirtschaft oder Sozialismus?". In kurzen, prägnanten Ausführungen schilderte er die Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft und zeigte, wie sich die UnHaltbarkeit des Systems durch die Zusammenbrüche und Skandale von Riesenunter- nehmungen erwiesen hat und dies System nur durch den So- zialismus abgelöst werden kann. Wenn die Gegner vom Zu- sammenbruch des Sozialismus reden und behaupten, der Morris- mus habe Fiasko erlitten, so ist dies bewußte Unwahrheit, lltoch nie haben wir ein sozialistisches System oder eine sozialistische sterrschaft gehabt. Durch solche Behauptungen will man die Oeffentlichkeit von den eigenen Sünden und der eigenen Unfähigkeit ablenken. Der Kapitalismus bediene sich zu seiner Rettung der National- sozialisten, wie sich das in starzburg mit seltener Klarheit erwiesen Hot. Der Referent fand stürmische Zustimmung der Versammlung, als er den schlüssigen Nachweis führte, daß die Nazis immer und überall bewiesen haben, daß sie nur die Interess�i des K a p i- t a l i s m u s, nie die der Arbeiterschaft vertreten. Den Rednern der gegnerischen Parteien waren je 10 Minuten Redezeit zugesagt. Es sprach ein Vertreter der Sozialistischen Ar- beiterpartei, der Kommunistischen Opposition und des Kommunisti- schon Iugendoerbandes. Der letztere war ein neueingetretencs Mit- glied, das erst 5 Wochenbeiträge in seinem Mitgliedsbuch geleistet hatte'. Es scheint, als wenn die KPD. andere Redner nicht mehr zur Verfügung Hai. Keiner der Redner konnte neue Wege zeigen. Die Kundgebung nahm einen glänzenden Verlauf. Für die ruhige und ordentliche Abwicklung der Versammlung haben die zahlreich erschienenen Reichsbann�rkameraden in erster Linie Sorge getragen, denen hiermit noch besonderer Dank abgc- stattet sei._ Herbstfcst für die Erwerbslosen. Ein sterbstfest zugunsten erwerbsloser Parteigenossen veran- staltete die 33. Abteilung am Sonnabend in der„Allen Taverne" in Stralau, das überaus stark besucht war. In seiner An- spräche betonte Genosse Lamprecht, daß die lltot uns alle zu stärkster Einheit zusammenschweißen müsse. Der Bezirk Stralau der Freien Turnerschaft Groß-Berlin wartete mit Vorführungen am Pferd durch die Männerabteilung auf, während die Frauen und Mädchen gymnastische und tänzerische Uebungen zeigten. Das Berliner Ulk-Trio erhielt besonderen Bei- fall für einige polltisch-satirische Vorträge. Ein ansehnlicher Heber- schuß kann den erwerbslosen Parteigenossen zugeführt werden. Morgen Wahlen zur Aerztekammer. Alorgen beginnen die Wahlen zur Berliner Aerzke- kammer. Sic dauern dir znm 1l. November. Die Wahl erfolgt nach den Grundsähen der Verhältniswahl durch ge- Heime und schriftliche Abstimmung. Der Wahlaufruf mit dem Aktionsprogramm der„Ar- beitsgemeinschaft sozialdemokratischer Aerzte" ist allen wahlberechtigten Aerzten zugegangen. Planwirtschaft in der ärztlichen Versorgung, freies Koalitionsrecht der Aerzte, Demokratie in den ärztlichen Spitzcnorganisationen, Förderung der Sozial- Hygiene, Sicherung des Arztes im Strasrecht— das sind einige der wichttgsten Forderungen der parteigenössischen Aerzte. Die sozial- demokratische Liste fichrt die Nummer 2. Zur Aerztekammerwahl sind neun Listen eingereicht ivvrden. Eine offizielle Liste des„Nationalsozialistischen deutschen Aerzte- bundes" befindet sich unter diesen nicht. Jedoch aus Liste S, auf- gestellt von dem bisher fast völlig unbekannten„Bund der Heilberufe für soziale Erneuerung", kandidiert eine Gruppe nationalsozia- listischer Aerzte, unter ihnen an der zweiten Stelle der Liste Dr. Leonardo Conti, der bekannte Gauarzt der Berliner national- sozialistischen Organisation. Die Tatsache, daß Dr. Quaudt-Weißen- see und einige andere Kandidaten der Liste 9 der Deutschnationalen Partei angehören bzw. dem Stahlhelm nahestehen, vermag au dem Eharattcr der Liste als einer„getarnten Naziliste" nichts zu ändern. Der„Bund der iheilbernse für soziale Erneuerung" will, wie aus seiner dem„Vorwärts" übersandten Satzung hervorgeht. ,zm die Stelle nrechanischer Resnrmbestrebungen ein von Grund erneuertes soziales Denken und Handeln" treten lassen. Warum äußert sich wohl der„Bund der Heilberufe für soziale Erneuerung" in seinem Programm und auch bei der Aerztekainmenvahl nicht deutlicher über seine Ziele?... kuiKla-Macisinski In Front! Und wieder Rundenhalz im Sportpalast. Sonnabend nacht. Für die Veranstalter von Sechstogerennen schlechthin die Nacht, die in den meisten Fällen den finanziellen Erfolg eines derartigen Unternehmens sicherzustellen hat. Nach einem solenne» Pfeifkonzert schlug das Feld ein flottes Tempo an und als der alle John S t o l, Waller R ü t t s einstiger Sechstagegefährte, eine Prämie stiftete, setzte eine Kette von Vor- siößen ein, in deren Verlauf die glänzenden Taktiker Fun da— M a c z i n s k i alleiniges Spitzenpaar wurden. Die Jagerei schien kein Ende zu nehmen, als sich in der Zielkurve ein Massensturz er- eignete und der etwa 40 Minuten währenden Jagd ein Ende setzte. Um 22.25 Uhr wird folgender Stand des Rennens bekannt: Spitze: Funda-Maczinski 29 Punkte. 1 Runde zurück: Kroll- Maidorn 31 Punkte. 2 Runden zurück: Charlier-Deneef 50 Punkte. 3 Runden zurück: Bulla-Micthe 45, Schön-Goebel 37, Richli-Buschen- Hagen IS Punkte. 4 Runden zurück: Siegel-Thierbach 44, Petri- Manthcy 36. Broccardo-Tietz 25 Punkte. 6 Runden zurück: Rausch- Hürtgen 26 Punkte. 7 Runden zurück: Ehmer-Kroschel 18 Punkte. 9 Runden zurück: Linari-Piemontesi 22, Wambst-Marcillae 4 Punkte. Bei Redaktionsschluß hält die Rundenhatz weiter an. Mißbrauch mit dem Namen der Arbeiterwohlfahrt. Der 5)auptausschuß für Arbetterwohlfahrt e. V. schreibt uns: Bon der Werbestelle für die gemeinnützige Arbeitsgemeinschast der Sozialen Radiohilfe Deutschlands werden Inserats für einen Kalender geworben. Di« Inseratenwerber behaupten, dah aus den Einnahmen aus diesen Inseraten 35 Prozent für Wohlfahrtszwecke abgeführt werden. Zu den Empfängern soll auch die Arbeiter- mohlfahrt gehören. Wir legen Wert auf die Feststellung, daß die Arbetterwohlfahrt von diesen Beträgen keinen Pfennig erhält. Wo in Zukunft versucht werden sollte, unter der Behauptung, daß aus dem Erlös ein Anteil an die Arbetterwohlfahrt abgeführt wird, Inserate für den obengenannten Zweck zu werben, bitten wir um Benennung der betreffenden Personen. Wir werden uns bei weiterer mißbräuchlicher Benutzung unseres Namens strafrechtliche Versal- gung vorbehalten. Material über das Mißverhältnis der Miete zum Einkommen. Bon dem von dein M i e t e r a u s s ch u ß der Sozialdemokratie her- ausgegebenen„Sozialen Mieirecht" ist eine neue Doppelnummer erschienen mit einem sehr reichhalligen Jnhall, der für olle partei- qenössischcn Funktionäre von Bedeutung ist. Wichtiges stattstisches Material über das Mißverhältnis der Miete zum Einkommen ist zum Abdruck gelangt. Notizen über die Stellung der Rational- sozialisten zur Mieterbewegung, über die Organisation de? Partei- genössischen Hausbesitzer, über die Mieterousschüsse in den Neubau- sicdlungen usw. ergänzen das Agitationsmatcrial. Einzelne für die Arbeiterschaft wichtige Gerichtsentscheidungen sind angefügt. Die Zeitschrift wird von dem Genossen Landgerichtsdirekwr Rüben. wW 11. Hafenplatz S, herausgegeben, an den sich Interessenten wenden mögen._ Aus der Partei. Ausstieg der holländischen Parleivresse. Das neue Zettungs» gebäude des Amsterdamer„H e t Volk" wurde mit einer Ansbrache. des früheren Ratsherrn Wibaut feierlich eingeweiht. Wibaut teilte u. a. mit, daß ob 1. Navember fünf neue sozialdemokratlsche Zeitungen in Provinzialhauptstädten erscheinen und die Zahl der iopaldemokraiischen ZeitungSleler allein. in den letzten Wochen TU» IffOOO gestregen ist. Ein gewaltige?' Fackelzug beschloß den sti? die Arbeiterbewegung bedeutsamen Tag. Wetteransflchien für Berlin: Wolkig bis bedeckt, keine oder nur unbedeutende Niederschläge, am Tage etwas milder, schwache Winde aus westlicher Richtung.— Für Deutschland: Im Südwesten und oüden oielsoch heiter, sonst meist bewölit und im Nordwesten leichte Niederschläge; in der westlichen Halste des Reiches etwas Milderung, im Osten weiterhin kalt. I« jeder K«h»-»g»«r«es«»iier. Die Heißwasserverforgung ist«i» hau� wirtschaftliidcs Problem, dao schon seit lan-ierer Zeit einer wirtlich»oll- tommenen Lösung harrt, ein gltiälicher Vedanle ist c» gewesen, einen Dar»'- wasterapparat;u schaffen, der leicht und deouenr an jede Wasserleitung angeschlossen werden lann und so das Ideal einer Waronoasseroersorgnug dor- ilell». Der Avparat ist dadei in der Anschatiung und im Gebrauch so dilsig. baß es jedermann möglich ist,(ich ihn}ii deichaffen. Die unserer heutiger 'tlnogabe öeigesiiale Beilage brinat einige Bilder»o« der umfassenden Ber» »>endunasmöglichkeit des Warmwasiera»»»rates. die durch geeignete Grgänziplgs- teile unterststßt wird. Der Änvarat wird an Stelle des Wasserhahnes an» geschlossen und Nlit Hilfe biegsamen Aluminiumrohres mit der Gasleitung verbunden, d-imechste Bedienungsweise und weitgehende Sicherheit zeichnen das Geröt l>-soude>» aus. JufjedeMJU�ML adMr K&fhrsiner» fagtäetJty'" Und dieseverordmmg kmn jeder bcjblgm.Onmlbtbmaer ist billig/ Ilnb schmeckt(richtig zubereitet) jedem gut... Feinfädia Wäsche tuch 1 Ob«rbenbezug. 130 x200cm 1 Kissenbezug glatt l KissenbeTug mit gesticktem Zierxtreifenoinsotz 82y 82 c» ) Bettlaken ott IQ" Sotx(4 Teile) jC I B a d e I a k e Weißer gewalkter Krciuselsteff... G'äß«t50 x 180cm jk n 60 Domen• Nachthemd Farbiger Botist. mit langen Ärmeln und eingestickter i» Verzierung,,.. JZ � Damen-StrUmpf« Reine Wolle, mehrfach verstärkte Sohle, schöne W Farben....... 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Gewerkschaftliche Illusionen. Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht Genosse Auf- Häuser in der Parteipress« einen Aufsatz über die Ge- spräche zwischen Zentrum und Nationalsozialisten, dem wir � die folgenden Stellen entnehmen: Es ist nicht anzunehmen, daß Reichskanzler Brüning Neigung verspüren sollte, gerade jetzt Hitler an die Staatsmacht bringen zu wollen. Dennoch verdient die sehr eingehende Aus- spräche der den christlichen Gewerkschaften nahestehenden Tages- zeitung ,chex Deutsche" und des„Völkischen Beobachters" aufmerksam verfolgt zu werden. Den Auftakt bildete ein Aufsatz„Brüning und Hitler", der in der„Handelswacht", dem Organ des Deutsch- nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes, am 2S. Oktober, einige Tage vorher aber bereits im„Deutschen" erschienen war. Es ist kein Geheimnis, daß der DHV. durch die wachsende Zahl seinir Nazimitglieder unerhörten Schwierigkeiten aus- gesetzt ist und deshalb nach einem Ausgleich auf politischem Ge- biete sucht. Die ganzen Betrachtungen, wie sie jetzt in maßgeblichen Or- ganen der christlichen Gewerkschaften angestellt werden, gehen von der Annahme aus, daß ein« Loslösung der Nationalsozialisten vom Harzburger Bündnis, also von dem geistigen Inspirator Hugenberg, auch gleichzeitig einer Loslösung von der Sozialreaktion gleichkommen könnte. Sie hoffen, die von Hugenberg befreite Hiller- Partei gewertschaftsfreundlich und positiv-fozial- politisch machen zu können. Hier liegt die große Illusion dieser christlichen Gewerkschafter. Die innige Verbindung der Ratio- nalsozialisten mit der Sozialreaktion erschöpft sich nicht in der Bindung der beiden Parteien von Hitler und Hugenberg. Die innige Wechselwirkung zwischen Faschismus und Sozialreaktion ist weit mehr als eine Parteifrage. Der Faschismus ist seinem ganzen Wesen nach eine Aufruhrbewegung ohne eigenes wirtschaftliches und soziales Wollen. Er ist vielmehr das Instru- ment des heute absteigenden und krampfhaft ringen- den Kapitalismus, wie einst die Gelben das Unternehmer- Instrument gegen die unabhängigen Gewerkschaften gewesen sind. Die Tatsache, daß durch die erwähnt« Diskussion das ohnehin lose gewordene Band zwischen den beiden nationalistischen Parteien bald reihen kann, besagt für die gesamte politische Situation noch nicht allzuviel. Kein Gewerkschafter kann hoffen, daß eine so ge- reinigte„national« Opposition" etwa weniger arbeiter- -feindlich werden könnte, als die Harzburger Gesamtfront. Wenn aber gar die Trennung Hitlers von Hugenberg mit einer Annähe- rung Brünings an Hiller erkauft werden sollte, so würde dieser ganze Gewerkschaftstraum zur Gefahr für die deutsche Ar- beiterklasse. Die Klassenfronten, wie sie Harzburg aufgezeigt hat, bestehen, und wer sie zu verwischen sucht, schwächt die breite Gewerkschaftsfront. Das Los der bedrängten Arbeiterschaft ist unlösbar verbunden mit dem gleichfalls bedrohten Volksstaat. Der Verteidigungskampf für Staat und Arbeiterklasse ist nicht zu trennen. Der heutige Staat aber kann seine Selbstbehauptung nur erringen, wenn di« Maatsführung enffchlosien ist. unterstützt von der Arbeiterschaft, den Kamps mit den Staatsfeinden Hitler und Genossen rücksichtslos aufzunehmen. Bei einem Kompromiß Brüning-Hitler aber wäre die werktätige Be- völkerung allein das Opfer. Di« Reichsregierung täte gut daran, bald volle Klarheit zu schaffen, was gespielt wird. 1. Bild: Herr Katzenellenbogen hat sich stark an Gchultheiß-Bier übernommen. 3. Bild: Oer braunschweigische Minister Klagges verletzte sich die Finger beim Aufhängen eines Haussegen«. Die deutsche Regierung hat zu dem Schlußtermin des 1. No- vember, an dem die Antworten auf den Vorschlag eines Rüstungsfeierjahres eingegangen sein müsien, in einem Schreiben an den Bölkerbundsrat ihre Stellungnahme bekanntgegeben. Es ist anzunehmen, daß die Antwort der deuffchen Regierung in zustimmendem Sinne ausgefallen ist. wenngleich in der Begründung die Einzigartigkeit der Lage in Rechnung ge- stellt sein dürfte, die gerade für Deutschland infolge der Zwangs- hestlmmungen des Versailler Vertrages in der Rüswngsjrage ge» geben ist. Auch Frankreich dafür— unier Vorbehalt. Paris, 21. Oktober. Amllich wird mitgeteilt: „Der französische Außenminister-wird noch am heutigen Sonn- abend dem Generalsekretariat des Völkerbundes di« Antwort der französischen Regierung auf den Borschlag eine» Rüstungsstillstandes übermitteln, der am 29. September vom Volkerbund angenommen wurde. In dieser Antwort teilt die französisch« Regierung mit, daß sie bereit sei, sich dem Rüstungsstillstand anzuschließen, wenn er auch von den Frankreich benachbarten Ländern angenommen wird. Die Annahme der französischen Regierung wird sich im Rahmen des Wortlauts der Entschließung bewegen, di« vom Bölkerbund verabschiedet worden ist, und unter den Bedingungen erfolgen, die in dem Bericht festgelegt sind, der diese Entschließung begleitete." LlSA. ebenfalls unter Vorbehalt. Genf. 21. Oktober. Am heutigen Sonnabend wurde der Wortlaut der Antwort der Vereinigten Staaten von Amerika auf die Anregung des Völkerbundsrates zu einem Rüstnngsstlllstand veröffentlicht. Die Regierung der Vereinigten Staaten nimmt den Vorschlag eines Rüstungsfeierjahres ab 1. November 1921 unter dem Vor- behalt an, daß ein gleicher Entschluß auch von den übrigen großen Seemächten gefaßt werde. Amerika ist weiter der Auf- sassung, daß sich der Rüstungsstillstand nicht bezichen konire auf Schiffsbouten, die schon begonnen seien oder für solche Bauten, für die schon Vertröge vor dem 1. November abgeschlossen seien. .Die Regierung der Vereinigten Staaten hofft, daß durch einheitliche Annahme des Vorschlages ein Zustand.des Vertrauens geschaffen werde, der dem Rüstungswettbewerb ein Ziel setzen und den Boden für die künftige allgemeine Abrüstungskonferenz und ihren Erfolg vorbereiten werde. Die Zustimmung der Vereinigten Staaten könne jedoch nicht die.Haltung ihrer Abordnung während der Abrüswngs- konfereizz beeinträchtigen noch Einfluß ausüben aus die Dorschläge, welche die Regierung der Vercinigten Staaten der Abrüstungs- konferenz unterbreiten werde. Immer nur Vorbehalte... Gens. 21. Oktober. Am 1. November beginnt die Rüstungspaus«, die di« September-Versammlung des Völkerbundes nach eingehender und bewegter Debatte im Abrüstungsausschuß beschlossen hat. Die Re- gierungen, die an der Abrüstungskonferenz teilnehm«? werden, sind in Verfolg dieses Beschlusses vom Völkerbundsrat aufgefordert worden, vom 1. November 1921 ab alle Maßnahmen zu unter- lassen, die auf eine Vermehrung ihrer Rüstungen zielen, ohne daß jedoch ein Präjudiz für die Entscheidungen der Konferenz geschaffen werden soll. Die Regierungen wurden ersucht, bis zum 1. November 1931 zu erklären, ob sie bereit seien,«inen derartigen Rüstungsstillstand für die Dauer ein«? Jahres anzunehmen. Bis zum 31. Oktober abends haben folgende Staaten der. Rüstungspause zugestimmt: Luxemburg, Aegypten, Ruhland, Albanien, die Schweiz, Japan. Spanien, Lettland, Tschechoslowakei, Chile, Belgien. Holland, Ungar«, Neu-Seeland, Australien, Däne» 2. Bild: Auf dem Wege zum Wirtschastsbeirat stolperte Herr Bankdirektor Beinhart. 4. Bild: Nur bei den Kommunisten herrschte eitel Freude und Wonne. wart, Italien und die Bereinigten Staaten von Amerika.(Inzwischen auch Deutschland und Frankreich. Reh. d. „V.".) Fast alle Regierungen weisen in ihrerer Antwortnote auf die Vorbehalte hin, unter denen sie die Rüstungspause an- nehmen. Diese Vorbehalte bestehen hauptsächlich darin, daß ge- wisse Maßnahmei., wie„die normale Durchführung gesetzmäßiger Bestimmungen über die Streitkräfte, die Ausführung vdn Programmenfurden Unterhalt und die Erneuerung?»? Materialien der Land-, See- und Luftstreitkräfte oder von Befestigungen und die Bereitstellung entsprechender Vorräte", nicht für unvereinbar mtt dem Prinzip des Rüstungsstillstandes geHallen werden. Verschiedene Regierungen, z. B. di« Schweiz, Japan, Lettland, Belgien, erklären ausdrücklich, daß ihre Zustim- mung nur für den Fall gelte, daß auch ihre Nachbarstaaten den Rüstungsstillstand annähmen. Man darf die Bedeutung dieser Zustimmungserklärungen nicht überschätzen, weil die Entschließung selbst, aus die sie sich beziehen, überaus elastisch gehakten ist, wie aus den obigen Meldungen bereits hervorgeht. Im Vergleich zu dem unsprüng- liehen scharfformulierten italienischen Lorschlag. der dann von den ftandinavischen Ländern übernommen wurde und für desien Annahme sich di« Sozialistische Arbeiter- internale eingesetzt hatte, ist infolge des Widerstands Frank- reich» und seiner osteuropäischen Bundesgenossen schließlich nur «ine verwässerte Entschließung entstanden, die in der Praxis nicht unerhebliche Umgehungen des Rüstungsstillstandes ermöglichen wird. Dadurch wird der moralische Wert dieser ganzen Aktion stark ver- mindert. pariser Tagung der GAZ. Gemeinsame Beratung mit Gewerkfchastsführem. Parts, 31. Oktober.(Eigenbericht.) Das erweitert« Büro der Sozialistischen Arbeiter- Internationale ist am Sonnabend in Paris unter dem Vorsitz Vanderveldes zu einer' Tagung zusammengetreten. Deutschland ist durch Wels und H i l s e r d i n g vertreten, Oesterreich durch Bauer. England durch G i l l i e s, die Schweiz durch Grimm. Frankreich durch Bracke, Blum Grumbach, Renaudel, das Sekretariat durch Friedrich Adler. In den beiden Sitzungen, die am Sonnabend vormittag und nachmsttag stattfanden, wurde über die Finanz- und Wirt- schaftskrise und die Stellungnahme der Sozialistischen Inter- nationale zu diesem Problem gesprochen. An der Nachmittagssitzung nahmen gemäß einem am Bormittag gefaßten Beschluß auch die Gewerkschaftsführer Iohaux(EGT), Tarnow, Schweitzer und Arans (ADGB.) teil, von denen Iohaux, Tarnow und Schweitzer Mitglieder der deuffch- französischen Wirtschaftskommission sind. Am Sonntag wird über die gemeinsame Abrüstungsaktion der Arbeiier-Jnternationale und der Gewerlschafts-Internationale und über organisatorisch« Fragen verhandelt werden, Die Vereidigung der neuen Unterhausmitglieder begann am Mittwoch und wird 2 bis 3 Tage beanspruchen. Die Eroffnungs- sitzung am 10. November wird nur kurz sein. Ende November wird man sich wahrscheinlich bis Februar vertagen, Die südsiawische Wahlkomädie. 674 Regierungskairdidaten, darunter 18 Minister, alle ohne Gegenkandidaten, stehen zur öffentlichen„Wahl". Der ehemalige Äußenmimster Dr, Trumbits ch, einer der Gründer des Südflawenreiches, ist in EM zwang» interniert worden. Gelbst Mussolini gegen Lohnsenkung. Aber Hitler in Einheitsfront mit den Scharfmachern Vom. 31. Oktober(Eigenbericht). Er»« weitere allgemeine Senkung der Löhne und Ge- hälter, die in Italien bereits den tiefsten Stand erreicht haben, wurde am Sonnabend von dem Zentralkomitee der Korporationen für unmöglich erklärt. Das Zentralkomitee der Korporationen, das in den Wwtfchasts- i tagen die oberste Entscheidung fällt, hat unter dem Lorsitz von Mussolini in mehrtägigen Beratungen festgestellt, daß eine weitere allgemeine Lohnsenkung säion vom wirtschaftlichen Stand- punkt aus keineswegs nützlich sei, weil sie die Konsumkraft des Volkes ungeheuer schwach«. Nur in ganz bestimmten Sonderfällen sei eine Ausnahme von dieser Regel erlaubt. In diesem Falle aber müßte von solchen Industrieunternehmungen 1.«ine völlige Garantie dafür gegeben werden, daß ein« länger« BeMftigungsdauer der Arbeiter mit der Lohnsenkung verbunden sei; 2. müsse gleichzeitig eine Senkung aller anderen Produktionskosten nachgewiesen worden: 3. müßte sich die Lohnsenkung in solchen Ausnahmefällen in vernünftigen Grenzen hallen: 4. dürfe sie überhaupt nur nach einem Abkommen mit den zuständigen Gewerkschaften erfolgen. Diese Gewerkschaften seien aber berechtigt, die wichtigsten Faktoren des Produktionsprozesses, die zur Bestimmung der Löhne und Ge- hätter führen, genau zu kontrollieren. Verordnung über Notgeld. Beichsfinanzmwifierium räumt mit dem Votgeldunfug auf. Der Reichs flnanzminister hat jetzt eine Verordnung erlassen, die die Herstellung, Ausgabe. Weitergabe und Annahme von Notgeld oerbietet. Ws Notgeld im Sinne der Verordnung werden unter anderem besonders die in der holsteinischen Landwirtschast eingeführten Aus- gleichsschecks, ferner Roggenanweisungen. Bauanteile. Tauschzettel und die in Süddeutschland in Umlauf gesetzten Wäraschein« ange- führt. Notgeld, dos bereits vor Inkrafttreten dieser Verordnung ausgegeben ist, muß in spätestens einem Monat nach Inkrafttreten der Verordnung aus dem Verkehr gezogen und vernichtet werden. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 10 000 Mark belegt. Notgeld, das in der festgesetzten Frist nicht aus dem Verkehr gezogen ist. wird beschlagnahmt. Ansprüche aus Entschädigung gegen das Reich werden durch diese Verordnung nicht begründet. Die Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Derkündung im„Rcichsanzeigcr", am 31, Oktober 1931, in Kraft, Diese Verordnung des Rcichsfimmzministeriums ist zu begrüßen, denn sie räumt endlich mit dem in verschiedenen Teilen des Reiches grassierenden Notgeld-Unfug auf. pilsudskistan. Die Verfolgung der Sozialtsien. Lodz. 31, Oktober. Hier hat ein Hochverratsprozeß gegen 32 Mitglieder der Pol- nischen Sozialistischen Partei begonnen. Die Anklagebehörde legt > ihnen Vorbereitung zu hochverräterischen Umtrieben zur Last. Dem Warschauer Prozeß wohnt Genosse Louis de Brouckere-Brüffel ols Vertreter des �Peuple" bei. Deutschland und Büstungspause. Grundsähliche Zustimmung in Genf mitgeieili. etsfeaAnngen für Mcfc Rubrik stnb B( x I i n SS 68, LindeustraHr 3, parieinachrichten �Mfür Groß-Verlin stet» a» das Beztrkssetretariat 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richten Von den Zeitungsfahrer» des„Vorwärts" wurden SO Mark gesammelt und diird, Genossen H. Elias als siebente Rate an die Bezirkskasse der SPD. abgeliefert.— Allen Spendern hierdurch herzlichen Dank.' I.A.: Zllex Pagels. q- Beginn aller Beranstaltungen l 9Vi Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! Heute. Sonntag. 1. November: Abt. Alle Parteigenoffen beteiligen sich an der Flugblattverbreitvng, ab- �ubolen von Kube. Holsteinische Straße 16. Morgen, Montag. 2. November: fircl». jtr«is»orst»at> und klbteilnng»leitcr uwstäudclisldrr erst um 20!» Uhr (■/?< Uhr ebcnd») ffaftinrr«troftc Ift B»rsta»d»s>Unuli. Strci». 20 Uhr im Iugrudhrim Ziosinrnftroßc wichin,- Siuunq de» Bildung«. «»»schusse». Nrri» israktionssiOuug Trmpclluif. Dorsstrohe<2, 1 Tr. ltrri» Reuköll».«ltzung der Vezirksverordnetcnfraktion mU BUrgerdepu- tlerte» im Rothau», Aimmer 137. Abt. isuullionärkoufere», bei Schölt, Lcvehowstrahe 21. Abt. FunttionärNiiuna mit dem Äbteilungsvorstand und den Bezirks- fllhrern bei Obigio. ötralsuudcr Straße II. Abt. Abteilungsvorliandssidung mit den Erupvenleitern bei Iouekeit. Rci6>enbergkr Straße 73a. Abt. Sibung des Borliandes mit den Zablabendleitrrn bei Lux. Abt. giisammelUunft der jiingcren Genossen in der Bibliothek, Weichsel» siraße Ä. Vortrag des Genossen Dr. Ernst Bock. Abt. Sißung der Vezirtsoorstehcr»nd Vsleger bei Brunn. Gen. Michlcnz spricht zur Winterhilfe. Abt. 20 Übt Zusammenkunft aller jungen Partcigeuassen bei Sonnet. . Abt. Zusammenkunft des Arbeitskreises der lungen Parteigenossen im Zugendheim Reu« Schule. Wittenau, Kaupisir. 13. Referat Han» Wald. mann über:„Jugend und Klassenkampf". Dienstag. Z. November: Z. Rrei» Wedding. Kreisbildungsausschuß. Sißung 19b» Uhr in der„Bor- wiiris"-Sl>9,70. Referent Bruno Lösche:»Partei und Zugend." 24. Abt. Wichtige Sißung sämtlicher Zunktionärc der 1., U- und 2. Gruppe bei Räsner. Zmmanuelkirchstraße 2.7. 26. Abt.. Verfaufmlung der Arbeitcrwohlfahrls- und Wohlfabriskommiffions- niitglieder der Abteilung. Vortrag der Genossi» Dr. Magnus. 27. Abt. Kreis junger Parteigenossen in der VolksspeifestcUe Gleimstr. 35. Thema:..Aussprache zwischen alt und luna." 51. Abt. Adleilungssunktionärsißung bei Iamin. Sophie. Charlotte. Straße 88. 5«. Ab». 20 Uhr Zunktionäroersammluiig bei Liersch, Kantstr. 62. Sämtliche Beiirkskasnerer sind dazu eingeladen. 74o Abt. 20 Uhr bei Schneider Zunktionärsißung. 84. Abt. Zunktionärssßung bei Lehmann, Kaisor-Wilbel»,. Straße 29/31. 90. Abt. Iüngerengruppe. Wir machen heut- bereits auf unseren nächsicn Abend am 4. November aufmerksam, auf dem Gen. Georg Decker referieren wird. Der Abend findet diesmal bei S ch a b e i k o, Weichielftr. 5. statt. 95. Ab». 20 Uhr Schule Kopfstr. ää. Arbeitskreis junger Genossr». Genosse Gurland:..Grundsoße der Sozialdemokratie". 140, Abt. 20 Uhr bei Heese, Berliner Str. 73, ssunklionilrsißlmg. Donnerstag, S. November: 7. Jh*t«. 10 Uhr Zofamwenkuuft«ller erwerbslose» Scnossiuuen oud Seuosse» I» Kugrubhelm Aossneuskr. 4.«rferent Pauk Berustrine.«« blrkuklerr ich wit«ciaem politischen Segucr? Jreitag. ö. November: 26. Abt. Zunktionärkonfrrenz. Thema:»Partei und Gewerkschaft."»Schwcdtrr Testsäle", Schwedter Straße 23. 95. Abt. 20 Uhr bei ffriedeisdorf, Zagcrstr. 10, Sißung des Barsiandes mit allen ssunktianären. l Adressen mitbringen!) 90. Abt. Zusammenkunft der jüngeren Parteigenossen in, Eißungsraum, Hannemannftr. 40. Dr. Otto Zricdländer:„Vom Werden des italienischen Faschismus." Araueuoeranstaltungen. Den Kursnsteilnehmern am Kursn» der Genossin Käthe Kern zur Kenntnis, haß der nächste itursnoabenb wegen der SssenUiche» Kundgebungen von Dienotag, 3. Ron., ans Mittwoch, 4. Ro».,»erlegt wird. Dos Fraucnselretariat. ch Tür den Dartrag am 14. Ronember Im Rahmen der Freien Sozialistischen Kochschule find Karte» im Frauensrkretariat zu habe». Da» Frauensekretariat. ch 20. Krel». Die für den 3. November vorgesehene Fuuktionärinn-nsißung fällt wegen der äsfentlichen Kundgebung aus. Späterer Termiu wird noch bc.- launtgegebeu. 9. Abt. Donnerstag, 5. November, 20 Uhr. im»Kcglcrheim", Verlebe rger, Ecke Ouißowstraße..Der Wert der politisch geschulten Frau für die Arbeiterklasse". Rcferentin Anna Nemiß. M. d. R. 18. Abt. Dienstag. 3. November. 10'/- Uhr, Besichtigung der Milchwlrtschakts- betriebc in Weißcnsec, Giarsstr. 1. Treffpunkt 9 Uhr Bahnhof Gesund- brunneu. 21. Abt. Mittmoch. 4. November, 20 Uhr. im Schradersaal, Malplaquetstrage. Berbevcronstaltung mit dem Film:»Unser Konsum". Rcfcrcntin Genossin Viclke._ 22. Abt, Donnerstag, 5. November, 30 Uhr. im Ratskeller, Limdurger Straße. Vortrag:»Erziehungsschwlcrlgkciten in der Familie". Rescrentiu Dr. Marie Faßbender. 45. Abt. Dienstag, 3. November, 11 Uhr, Besschtigling des Waisenhauses IN »er Alten Zakobstraßc. Di« Scnvssmneu treffen sich ganz pünktlich vor dem Eingang des Waisenhauses, Eingang Alte Zakobstraßc, 57. Abt. Montag, 2. November, 20 Uhr, bei Arndt, Kantstr. 51, Vortrog: „?Irbeiterwohlfahrt und öffentliche Wohlfahrt". Ref. Dr. Friß Schloß. 57. Abt. Zur Beerdigung unserer lieben treuen Genossin Maria Döring treffen sich die Genossinnen Montag, 2. November, 14'/, Uhr. auf dem Zentral. Friedhos in Friedrichsfride. Rege Beteiligung wird erwartet. 74» und 74h Abt. Donnerstag, 5. November, an bekannter Stelle, Bortrag: kv««,-n» itnit'TOJ�IVKirPK-.h'o-tfn'''»fl effmi 1 1« �rtrn hornstr. 15a, Vortrag:„Gegen »Frau und Wirtschaftskrise. Rcferentin Nora Henke. 82. Abt. Montag. 2. November, bei Schellhas«, Ahornstr. IM.»- Kitsch und Schund in Heim und Mode". R-sercntin Herta Gotthelf. 80. Abt. Mittwoch, 4. Rovembcr, 20 Uhr, bei Görliß, Ehausseestr. 19, Bortvag: »Moderne Frauenbewegung". Rcferentin Liesel Kahn.Frcund, 100. Abt. Mittwoch. 4. Novemder. 20 Uhr, im Stadtthcater, Markiplaß, Bortrog: »Ernste und heitere Rezitationen". Vortragender Hans Fuhrmann. 110. Abt. Montag. 2. November. 20 Uhr. bei Barß, Möll-ndoiffstr. 43, Vortrog: »Entstehung und Verhütung von Frauenkrankheiten". Referent Dr. med. Georg Löwenftein. 123. Abt. Tonnerstag, November, 20 Uhr, bei Hiibner, Wilhelm.. Ecke Bahn. Hofstraße, Vortrag:.Bolksnot und Bolksgcfundhett". Referent Dr. Edgar Stri ssver. 123» Abt. Dienstag, 3. Roventber, 20 Uhr, im Zögerheim, Zögerstraßc, Frauen. abend. 134. Abt. Mittwoch, 4. November, 20 Uhr, bei Sonnet, Park-, Ecke Schönow«! Straße, Vortrag:.Warum find Millionen arbeitslos?" Ref. Dr. Hans Cohn. Diskussionsabend über.Unsere Konsumbewegnng". Sozialistische Studenkenschafk Deutschlands und Oesterreichs. Ortsgruppe Berlin. und Vorstand der Sektion Universität. Täglich von 14 bis 15'/» Uhr. Studirn- bcratung der philosophischen Fachschaft: Montag. Mittwoch von 10 bis II Uhr, Dienstag, Freitag von 12 bis III Uhr. Swdicnberatung der iuristischen Fach. schaft: Dienstag von 15>4 bis 17ßÖ Uhr, Freitag van 17� bis l8>.z Uhr. Alle Adressenänderungen sind baldigst oem Vorstand bekanntzugeben. Bezirksausschuß für Arbeikerwohlfahrk. 1. Krei«. 7. Abt. Donnerstag. 5. Rovembcr, 20 Uhr, Sißung der Arbeiter- wohlfährt bei Veirau, Pflugstr. 1. Referat der Genossin Dr. Käthe Franken- »hat Uber»Di« Auswirkungen der Notverordnung auf die Wohlfahrispslege". 0. Krel» Kreuzbera. Montag, 2. November, 15 Uhr, Kreisausschußssßuug— Aktenberatuna bei Kruger, Grimmstr, 9. 0. Krei, Wilmerodorf. Donnerstag, 5. November, 20 Uhr, bei Straß, Det- nrolder Ecke Koblenzer Slraßc. erster Kutsusabend:„Einführung in die allgemeine Wohlfahrtspflege". Referentin Genossin Paula Kurgaß. ahzujj. «.»«4««chönederg. Mittwoch. 4 Nu innOer, 20 wie«ach«,«chsintcheog. Zimmer 144, Sißung der Ardeiterwohlfohrt. Referat de» Gen. Dr. Schminonn über„Che. uitb SexualberatungsfraAen"._. � �, 15. fttei». ÄurTusobenb Montag, 2. November, CchulzahnNimt Hassel. rzerderstraße.. 17. Kreis Lichteaberg. Die Losausgabe erfolgt ab Montag 2. November, bei Stein, Wagnerstr. 37. Arbeilsgemeinschasl der Sindersreunde Groß-Berlia. Heute: Fröhlich« Helferschan ab 16 Uhr im Kossnosaal der Frerreligiösen Gemeinde, Pavvelallee 15. Ausweise nicht vergessen! Groß-Berlincr Helserversammlnng Mittowch, 4. Ravembcr, Bezirksamt Kreuz- berg, Porckstraße 11. Ausweise mitbringen! In der Seschästsstclle liege»»ach immer Fnndgegenfiänd« vom Restsalienlager Blantensec. Gebastelte» Material»om»orjährige» Bastelknrsu» ist in der Geschästsstelle Prenzlauer Berg: Dienswg Arbeitsgemeinschaft, sosein keine Parteioeran- staltung. Schönhauser Vorstadt: Dienstag, 17 Uhr, im Jugendheim Gleimstr. 33— 33 Cchnlungskursus der Raten Fallen fPavier und Bleistift mitdringen!). 13 Ith c Turnen Sonnenburger Str. 20.— Freiheit: Falkenoollversammlung. Mitl. wach: Rote Falken, Donnerstag: Zungsalten. Montag: Rote Falten Aktuelle Adteilung.— Hermann Müller: Montag: Gesamtgrupve. Donnerstag: Jung- falleuaussvrachc:„Unsere Bastelarbeit." Freitag Rotfaltenvollversammlung. Friedrichshain: Montag, 30 Uhr, Litauer Str. 18. Zusammenkunft aller Jung- falkeuhelfer des Kreises. Dienstag, 18'5 Uhr, trifft stch Erw�K.»B. Eiugang Saalbau Friedrichshatn. Mittmoch Bollstanzabeud für Rote und Jungfalkcn. lOt.) Uhr nehnicn alle Helfer an der Groß. Berliner Helferversammlung teil. Donnerstag, l9?j Uhr. Krciskursus Tilsster Slr. 4. Sanntag, 10 Uhr, treffen sich die Gruppen au ihren Tresfvuukten zur Filmmatinee llO Pf. mitbringen!). — Paul Singer: Mittwoch. 19'/4 Uhr, Elternvcrsammlmig im Jugendheim Bronimpstr. I. Ref.: Maro Löwenftein. »rcuzbcrg: Reigungsaruppe»! Iustrnmcntalkrei» Dienstag. 18 Ubr, Urban- straße 167. Bastelkreis: Mittwoch. 17 Uhr, Wassertorstr, 0. Singe- und Tanz- kreis: Mittwoch. 17 Uhr. Urbanitr. 167, Bewegungsspiele ssür Restfalken): Donnerstag, l7>/i Uhr, Vclle-Alliancc.Ploß 1. Schöneberq: Zur Helferichan trefsen stch alle Helfer um 15 Uhr am Bahn- hos Ebcrsstroße. Gruppe Licht-rlelde: Achtung Veränderung! 17 Uhr Heimnachmittag, Ober- rcalschulc. Rote und Iungfallen. Mittwoch Unterhaltung fWinterhilse), anschl, Balkstäuze.— Jung- und Reftlalken: Freitag Singen, Volkstänze. Neukölln: K-llerkrei«: Treffpunkt zur Helferfchau ist heute. 1ä'/> Uhr, Rat- Haus ßloukölln. Alle erscheinen in Fallenklciduiig. Der Falkeurat tagt Montag, 18 Uhr. Baracke. Monatsberichtsbogen Mr Oktober müssen in der Arbeits- stunde abgegeben werden. 2. Fortseßnng des Helferschulungskitrsus Donnerstag, 20 Uhr, Karl-Marr-Schulc. Kruppe Köpenick: Di« Restfalken treffen stch beut«, Sonntag, 9 Uhr. an» Bahnhof Köpenick zu einem Spaziergang nach Ravenstein«! Mühl«. Ende gegen 12 Uhr. Sohenschönhansen: Montag Märchcnnachmittag mit Lichtbildern. Anfang pünktlich 17 Uhr. Reinickendorf: Montag. 20 Uhr. Kreisdrlfersißung. Nene Schule, Wittenau. Sterbetafel der Groß-Berliner partei-Organifatioa 11. Abt. Unser langsäbriger Genosse Wilhelm Jordan ist infolge eines Betriebsunfalles verstorben, Ehre feinem Andenken. Ernafchcrunz Dienstag. 3. November, 17>ß Uhr, Krematorwm Gerichistraße. Um rege Betrili- gung wird gebeten. 22. Abt. Durch Unglücksfall ist unser Genosse Alexander Krüger am Montag. 26. Oktober, verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Man- tag, 2. November, 19 Uhr, Krematorium Gcrichtstraße. Rege Beteiligung er» wartet der Adteilungsvorstand. 38. Abt. Am 25. Oktober vorstarb unser treuer Genosse EdnardLeichsen- ring. Friedrichsberger Str. 12. im Alter von 57 Jahren. Di« Einäscherung ist bereits erfolgt. Ebre feinem Andenken. 07. Abt. Unser liebe Genossin Döring ist unerwartet gestorben. Ebre ihrem Andenken. Familie Döring wurde unter dem Sozialistengeseß aus- gewiesen und hat der Partei immer gute Treue gehalten. Beeidigung Montag. 2. November, 14'/» Uhr, von der Halle des Zentralfriedhofes Lichtenberg-Fried- richsfelde aus. Rege Beteiliguug wird erwartet. 77. Abt. Unser Genosse Richard Zumbrach, Gleditschstraße, ist im Alier von 76 Jahren verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Montag, 2. November. 12\i Uhr, im Krematorium Wilmersdorf. Um rege Beteiligung wird gebeten._ Gewerkschaftliches siehe 3. Beilag«. Berantworillch file Politik: Victor Schiff: WirWchaft: G. Klingeldofer: Srwcrksck>aftsbeweguug: I. Steiner: Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lokales »nd Sonstiges: Friß Karstadt: Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwäris-Perlag G. m b. H.. Verlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Vcrlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Verlin SW. 68, Lindcnstraße 3. Hierzu 4 Beilagen. Deshalb Erhalten Sie die bekannt hochwertigen N.-J.-Qualitäten xu so niedrigen Preisen: Das beweist Ihnen von Neuem BOR-" Hoehth®�,«90--- v n Schlolonxu?. 39O A90 --—"• u»•— 3lr. 513• 48. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Sonntag/ 1. Aovember 1931 Wie lebt der Ruhrbergmann? Die Verwüstung seiner Arbeiiskrast.— Ein dritter Lohnabbau? Oer Lohnkonflikt rm Ruhrbcrgbau, der den Unternehmern ab Oktnber eine Lohnkürzung von 10 Proz. brachte, ist kaum beendet und die Z�chenbssitzer haben schon wieder den Tarif ge- kündigt und damit den dritten Lohnabbau für dieses Jahr g«- 'chiniedet. Die unglaublichen Zumutungen der Zechenherren ver- tragen sich durchaus nicht mit der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Ruhrbergleute. Will man das nominelle Einkommen der Vergarbeiler errechnen, dann muß man den täglichen Verdienst mit der Zahl' der Arbeitstage in einem gewissen Zeitabschnitt multiplizieren. Von dieser Berechimngsgrundlagc ausgehend ergibt sich auf Grund amt- licher Zahlen folgendes Bild: Jahr Barverd. je Schicht Mk Zahl der Schichten Nominaleinlommen Mk. (3m Quartal- durchschnitt) 1913 5,60 82 459,20 1021 5,96 63 375,48 1928 8,57 6S 582,76 1N0 8,92 70 624,40 1930 8,99 64 575,36 1931(I.Quart.) 8,45 62 523,90 1931(2. Quart) 8/43 60 505,80 Bei dem Bar verdienst handelt es sich um Gedinge- oder Schichtlohn einschließlich der Zuschläge für Ueber- orbetten, Hausstands- und Kindergeld sowie um die Arbeiterbeiträge zur Sozialversicherung, jedoch ohne die Beträge für Urlaub s- vergütung und wirtschaftliche Beihilfen(Deputatkohle). Um also das Gesamteinkommen zu ermitteln, muß man von dem ausgewiese- nen Barverdienst die Sozialbciträge abziehen, Urlaubsgcld und den Wert der Beihilfen hinzurechnen. Bergleicht man nun unter diesem Vorbehalt die Entwicklung des Barverdienstes, dann kann man fest- stellen, daß seit 1924 bis zum Höchststand im Jahre 1930 bettächt- liche Lohnsteigcrungen zu verzeichnen sind. Entscheidend ist jedoch nicht nur, wieviel die Bergorbeiter je Schicht verdienen, sondern wieviel Schichten sie verfahren. Die erste Zahlenreihe muß daher mit den übrigen verglichen wer- den. Daraus ergibt sich, daß in den Nachkriegsjahren, besonders in der gegenwärtigen Krisenzeit, der Beschäftigungsgrad wie 1913 bei weitem nicht erreicht werden konnte. Im Jahre 1924 wurde die Beschäftigungslage durch einen Ausstand, in den übrigen durch Feierschichten beeinträchtigt. Jnfolgedcsien erfuhr das Ein- kommen der Bergarbeiter bei weitem nicht die Steigerung, wie sie aus der prozentualen Vermehrung des Schichtverdienstes ersichtlich ist. Di« bisher erwähnten Zahlen besagen nun für die Wirtschaft- liche Lage der Bergarbeiter sehr wenig. Bon dem angeführten Verdienst müssen vor allem Steuern, Strafen, Sozial- beitrage abgerechnet werden, will man da» Nettoeinkommen feststellen. Welche Abstrich« dabei vom Bruttoeinkommen vor- genommen werden müssen, zeigt die Entwicklung der Soziolverstche- rungsbeiträge: Soziawersicherungsbeiträge je Ruhrbergarbeiter(Quartalsdurchschn.) 1913...... 19,68 Mk. 1930...... 77,94 Mk. 1924...... 45,34. 1931(1 Quartal) 73,54. 1928..»... 91,37„ 1931(2 Quartal) 73,20. 1929...... 85,43. Der Lollständiesteit wegen müßten nun auch die übrigen Posten, wie Steuern und Strafen usw. in Abzug gebracht werden, während das UrtaubsgeD, das 1930 je Quartal 21,39 M. betrug, hinzugerechnet werden müßte. Das mrf diese Weise etwas grob ermittelte Nettoeinkonunen kann nun keineswegs ohne weiteres mit dem Lohnstand von 1913 verglichen werden. Das könnt« man nur, wenn das Preisniveau und damit der Geldwert von heute dem Stande von damals ent- sprechen würde. Das ist jedoch nicht der.Fall, wie die Entwicklung des amtlichen Lvbenhaltungsindexes zeigt/ Man muß deshalb di« gestiegenen Lebenshaltungskosten berücksichtigen, will man den realen Wert des bergmännischen Netto- einkommens erfassen. Das reale Nettoeinkommen des Ruhrberg- mannes, über den Stand des Lebenshaltungsindexes errechnet, ergibt nachstehendes Bild: Netto-Realeinkommen im Quartals durch schnitt: Jahr Mark in Proz. Jahr Mark in Proz. 1913 439,52 100 1930 352,22 80,1 1924 267,04 60.8 1931(I.Quart.) 328,87 74,8 1928 335,94 76,3 1931(2.Quart.) 333,88 76,4 1929 355,94 81,0 Aus dieser Gegenüberstellung geht hervor, daß der Ruhrberg- orbeiter im ersten Quartal 1931 rund 25 Proz. weniger verdient als 1913. Weim sich das Verhältnis iin zweiten Quartal etwas gc- bessert hat, dann liegt das daran, daß ab 1. April mit dem Beginn des neuen Urlaubsjahres sehr viele Feierschichten als Urlaubstage angerechnet wurden Zur Beurteilung des gegenwärtigen Einkommens der Bergarbeiter muß berücksichtigt werden, daß die neue Lohn- kürzung ab Oktober bei den Untertagearbeitern 3,75 und bei den Tagesarbeitern 7 Proz. beträgt. Da die Feierschichten sich nicht ver- ringert hoben, so haben sich infolgedessen die Eiakommensverhältoifle noch weiter verschlechtert. Im Gegensatz zu der Entwicklung des Lohnes steht die Leistung der Bergarbeiter. während das Realeinkommen der Bergarbeiter heute erheblich unter dem Swade von 1913 Hegt, war der Förderaateil je Mann und Schicht im Ruhrbergbau im 3uli 58 Proz. höher als in der Bor- kriegszeil. Infolge dieser Entwicklung erscheint es auch verständlich, daß der Lohnkostenanteil, der 1913 absolut 5,94 M- betrug, bereits im Juni dieses Jahres 25 Pfennig unter der Stand von 1913 lag. Aus dieser Tatsache ergibt sich zugleich, daß das Argument, die hohen und starren Tariflöhne hätten einen besseren Veschäftigungs- grad und damit ein« Steigerung des Bergarbeitereinkonnnens ver- hindert, absolut falsch und irreführend ist. Völlig abwegig sind daher auch die Anklagen der Unternehmer, die Politisierung der Lohn- gestalwng habe sich zum Schaben der Zechenbesitzer ausgewirkt. Das Gegenteil ist richtig. Während man sich in Regierungskreisen, besonders im Reichs- wirtschastsininisterium, von dem kapitalistischen Rcchenstist leiten und von fragwürdigem Zahlenmaterial blenden ließ, hat man völlig vergessen, daß die wichtigste Grundlage des Bergbaues die Ar- b c i t s k r a s t ist. Mit dieser Arbeitskraft hat man aber bisher leider mit Duldung und Mithilfe des Arbxitsministeriums einen unverantwortlichen Raubbau getrieben. Muß man daher noch besonders betonen, daß die erneute Sündigungsaktion der Zechenbejitzer von den Bergarbeitern als eine Bcrhöhnung ihrer mißlichen Lage empfunden wird und daß durch die maßlosen Verschlechte- rungspläne innerhalb der Bergarbeiterschaft ein Grad der E r- bitterung erzeugt wird, der kaum noch zu überbieten ist! wollen die Zechenbesitzer den überreichlich angehäuslen Zündstoff für eine soziale Explosion noch vermehren und verschärfe«? Tagung der Bankangestellten. Am 7. und 8. November 1931 wird im Berliner Gewerkschafts- Haus der 10. Verbandstag des'Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bankangestellten abgchallen. Neben Neseraten von Marx(Ge- schäftsbericht) und Emonts(Tarifpolitik), wird im Mittelpunkt der Tagung die Frage„Deutsche S i l b st h i l f e in der Wirtschaftskrise?" stehen, wozu Prof. Dr. H e r m b e r g° Jena als Referent gewonnen worden ist. Den Beratungen des Parlaments der Bankangestellten dürfte in der jetzigen Situation besondere Bedeutung zukommen. Bäcker-Gesellenausschuß! Heute Wahl! Liste 4! Die Einheitsgemeinde Berlin hat 17 Bäckerinnungcn. Eine da- von. die Z w a n g s i n n u n g für die Stadtbezirke 1 bis 6. läßt noch langer Zeit wieder einen Gescllenausschuß wählen. Damit die von der Innung bevorzugten Gelben bei dieser Wahl nicht etwa gänz- lich abrutschen, bekennt man sich zu dem System der Verhält- n i s w a h l. Der Wahlvorschlag der Gelben hat die Nummer I bekommen. Durch Säulenanschlag hatten die Gelben eine öffentliche Bersanun- lung zur Propaganda für chre Kandidatenliste einberufen. Sie war von 78 Personen, einschließlich der Neugierigen, besucht. In dieser Ziffer erschöpft sich allerdings nicht die gesamte Wählerschaft der Gelben, da sie von den M e i st e r s ä h n e n Zuwachs zu erwarten haben. Weniger aus besonderer Vorliebe für die Gelben als aus Gegnerschaft gegen die freien Gewerkschaften. In der Versammlung sprach der dcutschnationale Landtags- abgeordnete W i s ch n ö w s k i. der von den sachlichen Ausgaben des Gesellenausschusses ganz merkwürdige Borstellungen bekundete. Dafür provozierte er im Schlußwort seine Leute,«inen Bertteter der freien Gewerkschaften zu verprügeln. Er fand zwar durch Zu- rufe Zustimmung zu diesem Plan, allein man traute dem Stärke- Verhältnis nicht recht. Daß die Gelben keine Arbeiteriitteressen vertreten wollen oder können, steht längst sest. Bedauerlich ist unter diesen Umständen, daß au 6) die Christ- lichen und Hirsch-Dunckerschen Listen eingereicht haben, weil jede Zersplitterung den Gelben hilft. Um so mehr müssen alle frei- gewerkschafllich organisierten Bäcker heute ihre Pflicht tun, in der Zell zwischen 9 und 1 Uhr in dtr Krautsttaßc zur Wahl erscheinen und für die Liste 4. verband der Rahrungsmitleb und Getränke- orbeiter, ihre Stimme abgeben. Die Lohndruckschraube. Metallindustrielte als Dreher. Hagen, 31. Oktober. Der Märkische Arbeitgebcrverband hat den Gewerkschaften er- neut das bestehende Lohnabkommen zum 30. November 1931 gc- kündigt. Durch diese Maßnahme ist der eben erst beendete Lohn- kämpf, der eine Lohnsenkung von 6 Proz. brachte, in der Metall- Industrie Hagen-Schwelm wieder ausgenommen worden. Die Gewerkschaften hoben den Rohmentarif zum gleichen Zeit- punkt gekündigt. halle. 31. Oktober. Zum Lohnstreit der mitteldeutschen Metallindustrie hat der Ver- band mitteldeutscher Mctallindustrieller, der den Tarif zum 31. Oktober gekündigt hotte, den Arbeitnehmern neue Vorschläge gemacht. Die Wiederholung einer nur ungenügenden Lohnsenkung bringe nicht die erforderliche Erleichterung in den Produktionsbcdingungen, sondern führe zu einem weiteren Abgleiten der Metallindustrie. was die Erwerbslosigkeit wetterer Tausender zur Folg« haben mühte. Der Jndustriellenverband will auss Ganze gehen, den taris- lichen Facharbeilerstundenlohn ans 65 Ps. herunterschraube« und dementsprechend auch die übrigen Positionen der Lohntabelle. Die Firma Adolf Gchustermann. Sie will wieder den Tarif„auflockern". Bei der Firma Adolf Schustermann, eine der größten Adressen- verlagsanstalten Berlins, spielen sich neuerdings wieder tolle Dinge ab. Die Durchsicht der Lohnzettel der A d r e s s e n s ch r c i b e r bei dieser Firma ergab, daß in einem Zeitraum von 14 Tagen bei einer pro Woche zwischen 48 und 72 Stunden schwankenden Arbeitszeit ein zwischen 19 und 34 Pfennig schwankender Slundenverdienst erzielt werden tonnte. Aber selbst diese Hungerlöhn« sind der Firma Adolf Schuster- mann, ihrem Geschäftsführer Hofheimer und ihrem Prokuristen Scholz, deren Einkommen im Monat um eine vierstellige Zahl her- um liegt, offenbar noch zu hoch. Um die gesamten Angestellten gc- haben ein November- Programm iur Schaffung neuer Arbelt aufgestellt und beginnen hiermit zum Ultimo. Wir hoben besondere Serien QualitSts- schuhe arbeiten lassen. Für 3000 Paare verkaufte Schuhe haben 1000 Arbeiter 1 Tag Arbelt. Wir betrachten fedes Paar dieser Programmserie als zusatzlichen Umsatz und bieten diese Schuhe ohne Verdienst der Verbraucherschaft an. Weitere sensationelle Angebote: Oam«n- Valour- Spangan Kindar-Lack» Spangenschuh* halbrund* Form mit J£5 bakanntes und da» tm 45 Lackgamitur u. acht Aat währte» Fabrikat#1 K*ptilaufl.UCV.Abs.V 31/3SM.4M,27/30M."r Erste Serie unseres November- Programms: Volker, braun acht Boxealf- Halbscnuh, ausgeführt In feinster Erfurter Rahmanarbalt SCHUHHOF ünksfr.11,Wilm€rsdorfersfr.117Jurmsfra5S€45 MüllerAttQssel43a3Dondoü.Breltestosse22 hörig unter Druck zu setzen, sind— bis auf die Mitglieder des Be- triebsrats— fast sämtliche Arbeitnehmer gekündigt. Erst anläßlich der vor Gericht erzwungenen Verhandlungen gibt die Firma eindeutig ihre Absicht kund: die unter Kündigungsdruck flehenden Arbeitnehmer sollen ans einen wesentlichen Teil ihrer larisvertraglichen Rechte verzichten: dann könnte die Kündigung zurückgenommen werden. Die Firma wird auch bei diesem abermaligen Versuch eines Tarisbruchs kein Glück haben. In mustergültiger Solidarität lehnen die Arbeitnehmer in bester Zusammenarbeit mit ihrer gesetzlichen Betnebsvertretung jede untertarifliche Vereinbarung mit der Firma ab. Dafür wird auch der Betriebsrat in jeder Weise schikaniert, beobachtet und gepeinigt, damit er sich ja eines Tages eine Blöße geben soll, um der Firma einen Vorwand zur Entlassung zu bieten. Am 31. Oktober setzte dann Herr 5?osheimer seinem Treiben die Krone auf Der Gewerkschaftsvertreter wollte in schied- lich-friedlicher Verhandlung die Kündigungsangelegenheit regeln lind ersuchte daher auf eine Rücksprache mit der Geschäftsleitung. Er wurde jedoch in unfairster Weise aufgefordert, die Ge- schäftsräumezuverlassen. Der ZdA. wird trotzdem alle notwendigen Maßnahmen treffen, um die Arbeitnehmer im Betriebe vor Ausbeutung �u schützen. Konflikt im Deutschen Beamtenbund. Wie uns mitgeteilt wird, haben die Mitglieder des Betriebsrats in der Verwaltung des Deutschen Beamtenbundes zum Protest ihre Aemter niedergelegt. Die Betriebsversammlung billigte ihr Verhosten und sprach dem bisherigen Betriebsrat einstimmig ihr Ver- trauen aus. Die Verwaltung beabsichtigt, die Gehälter der etwa 70 An- gestellten zu kürzen. Da dem Betriebsrat keinerlei Mitteilung da- von gemacht und er dazu nicht gehört worden sei, erblickt er darin eine Mißachtung und seine völlige Ausschaltung. Ob der Betriebsrat zuvor sich bei der Verbandsleitung er- k u n d i g t und um Verhandlungen nachgesucht hat, geht aus dem Bericht nicht hervor. Dem Zuge der Zeit folgend. Schuhfabrikanten fordern Lohnkürzung. Der Reichsverband der Deutschen Schuhindustrie hat mit im Namen der anderen am Reichstarifoertrag beteiligten Arbeitgeberverbände das Lohnabkommen zum 30. November 1931 gekündigt. Die Arbeitgeberverbände wollen eine Kürzung des Mindeststunden- lohnes für einen männlichen Arbeiter über 21 Jähre in Ortsklasse I von 90 aus 75 Pf., im übrigen gestaffell nach den Bestimmungen des chauptoertrages, und eine entsprechende Kürzung sämtlicher Zeit- löhne und Akkordsätze im gleichen prozentualen Verhältnis. Abbaupläne der Kilmhersteller. Am Montag waren die Vertreter von 33 Firmen der Film- industrie versammelt, um die einmütige Ausfassuirg herzustellen, daß ai.gestchts der heutigen wirtschaftlichen Not die Herstellungskosten der Filme gesenkt werden müssen, deutlicher: um die wirtschaftliche Not der Angestellten zu steigern. Daß die Stargagen„auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden sollen", läßt sich hören. Aber auch die Schauspieler- g a g e n sollen um mindestens 2 0 P r o z. der zuletzt gezcchlten Gagen gekürzt werden. In gleicher Weise, also ebenfalls um mindestens 20 Pro;.,„müssen abgebaut werden die Bezüge des technischen und des technisch-lünstl arischen Personals", der Regisseure, Kameralaut«, Architekten, Operateure, Kapellen und Musiker, Ton, meister, Cutter, Maskenbildner, Friseure, Requisiteure, Aufnahme- kiter usw. Jede Vermittlertätigkeit durch Manager, Sekretäre usw. soll völlig abgelehnt werden. Bei der Spitzenorganisation der Film- industrie m der Bendlerstraße soll ein besonderes Büro errichtet werden, das die Durchführung dieser Beschlüsse oorbereitet, ständig prüft und überwacht. Zur Berbilligung der Lizenzen soll mit Tobis-Klangsilm ver- handelt werden, ebenso eine Herabsetzung der Rohmaterialien, des Rohfilmpreises, der Ateliermieten erstrebt und auch an die Kopier- anstalten zwecks Preissenkung herangetreten werden. Kurse der Berliner Gewerkschaftsschule Zu nachfolgenden Kursen werden noch Hörer aufgenommen: C. 3. Ein- Mhrung in wirtschaftliche Grund- und Gegenwartsfraaen. Lehrer: Villi Mohns. Kursustag jeden Montag um 19 Uhr im Sophien-Lyzeum, Weinmeifter- ftraße 14—15.— SO. 4. Berufsschicksal und Ledensgcstallung der ardeitenüeu Frau. Lehrerin: Margarete Hartig. Kursustag jeden Donnerstag um 19� Uhr Aehtun9! Fliesenleger! Achtung! Dienstag, den 3. November, abends 7 Uhr Versammlung der am Tarifvertrag beteiligten 3 Arbeitnehmei Organisationen in der Lishtburg, BehmstraBe, Bahnhof Gesundbrunnen, BUhnen-Saal Tagesordnung: Bericht Uber die Lage im Gewerbe Mitgliedsbuch legitimiert:; Ohne Mitgliedsbuch keinen Eintritt Deutschar Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin Fachgruppe Fliesenleger Zentralverband christlicher Bauarbeiter Deutschlands Verwaltungsstelle Berlin, Berufsgruppe Fliesenieger reie Vereinigung derFliessnlegeru.HiltsarbeiterQroB-Berlin im Leibi äHaxtaimfirpIirf) 17—58.— O-r. 8. Sfeträbitt-itlf chast- liche Arbeilsgri�ppe für Anfänger. Lehrer: ssrih flricke. tturfustag feden Dien.» tag um IS Uhr im Unterrichtsranm der Berliner Gemerlfchastsschule, Engel. vser 2<— 25, O, Hof 1 Treppe rechts.— C. 12. Arbeitsgruppe für Wlrtschasts. recht. Lehrer: Dr. ffranz Neumann: Sursustag jeden Mon:og um 19 Uhr im Cophien-Lnzeum, Weinmeisterstr. II— 15.— H. J. 16. Ardcilsgruppc für 6o. ziat. und Gewerbehngiene. Lehrer: Dr. med. Norbert Marx. Kursustag jeden Donnerstag um 19 Uhr im oeminarsaal des Hygienischen Instituts, Doro» thcenstr. 2«-._ Achtung, Betriebsräte Der nächste arbeitsrechtliche Informationsabend für Betriebsräte findet Reichsarbeitsgeiichts besprochen. Die Teilnahme ist lostcnlos. Eine vorherige Nelchsarbeusqerichis besprochen. S Anmeldung ist nicht erforderlich. GPD.-Fraktion der erwerbslosen grophischyn Hilfsarbeiter. Morgen, ntag, llli Uhr, Lokal Laudahn, Luisenufer 52, Frakiionsversawm. Dj lung. Gcnosstn Käthe Lern über:„Die ffrau in der Krise--. ta Montag Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratr» in der Reichsfinanzner- waliuaq. Mittwoch, 4. November, 19!� Uhr, im Sitzungssaal des Bc. zirisoerdondes, Lindensir. 3, 1. Hof. 2 Treppen, gimmer 13, Versammlung. Genosse Hans Plettne: spricht über:„Die gegenwärtig« Wirtschaft- liche und politische Lage--. Parteibuch legitimiert. z�reie Gewerkschafts-Iugend Berttv Heute, Sonntag: Rordkreis: 18 Uhr im Jugendheim Tegel, Schötcholäer Straße 4, Spiel, und Tanzabends— Ofttreis: Suezendlursus in�drr ostkreis: Äede?_____,_________ Fischkutter bis zum Ozeandampfer,--— Jugendheim__... — Sädtrcis: Iuqendkursus in der Iuaendhcrbergc Nowawes.„Wirtschasis- geschichic."— Suacndgruppc des Gesamtoerbandes, Fachgruppe Handels- gcwerbe. Fahrt nach Rangsdorf. Tressen um.7 V~ Iugendaruppe des Deutschen Bekleidungsarbeiter-- : udcs, Fachgruppe Handels Uhr Potsdamer Bahnhof.- Perba Ildes. Um 18 Uhr in Zugendaruvpe Ves Zentralverbandes der Angestellten Heute, Sonntag, finden folgende Veranstaltungen statt: Geselliges Bei. j ammenfein in folgenden Jugendheimen: Lortzingstr. 19, gimmer 2, von 18 bis 22 Uhr: Neukölln, Bergstr. 29, Zwimer 1, von 19 bis 22 Uhr.— Morgen, Montag, finden folgende Veranstaltungen statt: Weddiug: Jugend. heim Turincr Cac öceftraße. Wir lernen neue Lieder unter Leitung von Alex Kechura.— Wcißeafee: Jugendheim Piitoriusstr. 24. Vortrag: Was ich im Gefängnis sah. Referent: LewinsN,— Bettz: Städtisches Jugendheim lRathausj. Aussprache: Was geht in der Politik vor? Leiter: Bunzel.— Urban: Jugend- heim Sobcecht, Ecke Sanderstraße. Bortrog: Karl Liebknecht und Rosa Luxem- bürg. Referent: Dr. Schütte.— Nordost II: Jugendbeim Rastenburaer Str. 16, Zimmer 3. Vortrag: Der Generalstreik— sein Zweck und serne Geschichte. Re- fireni: Lamm.— Südost: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks.— Nordwest: Wir besuchen die Veesamnilung des Werbebezirks. Wochenprogratntn des Berliner Rundfunks. Sonntag, 1. November: 6.30: Funkeymnastik. Anschließend frühkonzert 8: Für den Landwirt 9: Aus Wittenberg: Moreenkonzert zum Rcformationsfest 9.30: Aus Wittenberg: Reformationsgottesdienst. 11.15: Wettervorhersage. 11.30: Aus Leipzig. Bach-Konzert. 12.10; Jugendstunde. 12.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert 14: Elternstunde. 14.30:..ver Reisekamerad**, Schuloper frei nach Hans Christian Andersen. 15.30: Otto Stoff regen-Stauffen liest eigene Prosa. 16: Unterhaltungsmusik. 18: Heiteres von Karl Kinndt. 18.20: Marcel Wittrisch singt. 18.50; Aus dem Leben eines Leuchtturmwärters. 19.20: Albrecht Schaeffer liest neue Dichtungen. 19.50; Sportnachrichten. 20: Orchesterkonzert. 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Als Einlage: Ausschnitt aus dem Sechstagerennen. Montag, 2. November: 6.30: Funkgymnastik- Anschließend Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert, 15.20: Chicago, wie es wirklich aussieht 15.40: L�-bensbejahung. 16.05 Das Fremdwort und seine Uuersetz- lichkeit. 16.30: Blindenkonzert. 17.30; Jugendstunde. 17.50: Soziale Radiohilfe. 18.10; Der Kampf gegen Eisenbahnunfälle. 18.35: Nützlicher Zeitvertreib. 19: Stimme zum Tag. 19.10; Unterhaltungsmusik. 20: Programm der Aktuellen Abteilung. 20.30: Tages- und Sportnachrichten. 20.40: Kindertotenliedcr. 21; Konzert. 22.15: Aus Wien: Allerseelen in der Kapuzinergruft. Danach Unterhaltungsmusik, Als Einlage: Ausschnitt aus dem Berliner Sechstagerennen. Dienstag, 3. November: 6.30;.Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert, 12.30: Viertelstunde für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Klaviervorträge. 15.40: Der Aphorismus als Kunstwerk. 16.05: Jugendstunde. 16.30: Aus Leipzig: Miniaturen. 17.30: Bücherstunde. 17.55: Von der bildenden Kunst. 18.05: Charakter und Schicksal. 18.30: Orchesterkonzert 19: Stimme zum Tag. 19.35: Franz Werfel liest aus eigenen Werken. 20: Lieder und Musik vortrage. 20.30:„Welt von oben— Welt von unten.** Kleine Funkrevue. 21.30; Konzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Ausschnitt aus dem Berliner Sechstagerennen. Mittwoch, L November: 6.30: Punkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 9; Von der Deutschen Welle; Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landv/irt 14: Schallplattenkonzert 15.20? Frauenlcben in Södaraeri*' a. 15.40: Kakteen als Zlffufierpflanzcit. 16.05; Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30; Jugendstunde. 17.50: Annette Kolb liest eigene Dichtungen. 18.20: Konzert 19: Revolution und Wirtschaft 19.25: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.30: Aus Leipzig: Tanzmusik. 20.30: Uraufführung:„Wiederaufnahmeverfahren in Sachen Rcmbrandt'4 Hörspiel von Hans Kyscr. Danach Tanzmusik. Als Einlage: Aasschnitt aus dem Berliner Sechst agerccn eZ. Donnerstag, 5. November: SJA: rnnlcsrymiustllc- Aniebli'eBenck Prühtoiyert, 9: Aus Köaixsberg: Aus dem Heben in Staat und Wirtschaft 12JO: Di« VierteUtosde für den laad- wirt 14; SehaUpUftenkodzert. 1S-20: Vorn Bücher tarareeln. Uu40: AXüats- toirteo der Trau. W.M: Willy Sachse Ucit Oeschiciteo von der See. 16.90: Solistealcouert 17-30: Jueendstunde. 17.30: Religiöse Gera einschalten neben den Kirchen. 10.16'. Ueder. 18.30: Die Jugend nnd die Krise der internationalen Verständigung. 19; Stimme zum Tie. 19.10: Moderne Chöre. 19.20: Unterhaltungskonzert 20.30; Rückblick auf ichallplatten. 21: Tages- und Sportnachrichten. 31.10:„Michelangelo." Oper von Isouard und„Leonore" von Qgveaux. Danach Tanzmusik. 0.30: Nachthonzert Freitag, 6. November: 6�10: Funkgymnastik- AnschlicBcud FTühkouzcrt. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. U.30: NVettermelduDgeD für den Landwirt 14; Schall- plattenkönzcrt 15.20; Biologie in der Küche. 15.40: Kleine Fälle in Moabit Jugendstunde. 17.50: Das neue Buch. 18: Konzert(8.30: Hegel als Qeschicbts- philosoph. 19; Stimme zum Tag. 19.10: Politische Zeltungsschau. 19.30: Festkonzert des Berliner Sängcrvcreins. 20.10:„Pitt und Fox.* Roman von Friedrich HuCh. 21.10: Tages- und Sportnachrichten. 21.20: Orchesterkonzert Danach Stunde für die Winterhilfe. Sonnabend, 7. November: ü.30: Fimkgyraqastik- Auschlietzend Pnihkonzert. 12-30: Wettermeldatigen für dsu LandxvirL 14; ScbaUplattenkoazert. 15.20: Jugendstande. 15.40: Medizinjscb-hygleniscbe Plauderei. 15.05: Unterhaltungsmusik- Als Einlage; Ferdinand Kollmaneck(Zitherkonzert). 17.50: Zehn Minuten Film. 18; Jugend. Bernf, Politik. 18JS: MilUilungen des' Arbeitsamtes. IS-30; Die Erzählung der Woche. 19: Stimme zum Tag. 19 10: Konzert 19.45; Sozialpolitische Umschau. 20: Wovon man spricht 30.30: Ans Wien: Europäisches Konzert 22: Wetter-, Tages- und Sportnachriehten. Danach Tanzmnsik. Königswusterhausen Sonntag, 1. November: Ab MO: Uebertragimg aus Berlin. 12: Moslkerporträts. 14; Eltcrnstuade. 15,20: Sprechduetle von Goethe. 19: Die Hubertussage. 19.20: Edwin Erich Dvinger liest aus eigenen Werken. AnschlieOend Utbcriragnng ans Berlin. Montag, Z. November: 15: Pädagogischer Funk. 1&J0; An Berlin: Nachmittagskonzert. 17-30; Wir glauben an den Geist 18: Hochschulfunk. 18.30; Spanisch für Anfänger 18.88: Stande des Landwirts. 19-25: Eid nnd Meineid, AnschHeüend Viertelstande Funktechnik. 30 DenUcMandsendcr: Ans Breslau:..Totentanz." Zn- sammengesteüt aus Volksliedern nnd Dichtungen des 16. und 17. JjhrhuoJerts. 20.15; Tages- und Sportnachrichten- Anscfalieüend Uebertragung aus Berlin. Dienslag, 3. November: 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Musik in der Einheil der Künste. 18: Hochschulfunk. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Hochschulfunk. 19.30: Das faschistische Wirtschafsprogramm. 20.15 Deutschlandsender: Aus Köln;„Hubertus." 22.15: Politische Zeitungsschan. 22.30: Welter-, Tages- nnd Sportaachrichten. AnschlieOend Ausschnitt aus dem Berliner Sechstagerennen. Danach Tanzmusik. Mittwoch, 4. November: 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg; Nachmittagskonzert. 17.30; Modernes Musikschaffen. 18: Bleibende Werte der deutschen Dichtung. 18.30: Unser Recht in der Notzeit, 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft 19; Der heutige Staat und die Beamten. 19-30: Volkswirtschaftsfunk- 20 Deutscb- landsender: Aus Hamburg: Bunter Abend. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 3. November; 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzert 17.30: Die Schweiz und das Minderheitsproblera. 18* Theater in Berlin und im Reich. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Stunde des Landwirts 19.30: Die Betreuung der arbeitslosen Jugend. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag, 6. November: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Ans Leipzig; Nachmittagskonzert. 17.30; Hören musikalischer Formen. 18: Volkswirtschaftsfunk. 18.30; Uebertragung aus Berlin. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19s Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19.30: Die Welt des Arbeiters. Deatschlandsender: 20: Aus Köln: Heitere Stunde. 21: Aus Stuttgart; Sinfonie-Konzert. 22: Wetter-» Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 7. November; 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg; Nachmittagskonzert. 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 18; Deutsch für Deutsche. 18.30; Hochschulfunk. 1S.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Anfänger. 19.30: Stille Stunde. 20: Ein Lehrspiel vom Arbeitsgericht. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Einigung mit der Trumpf- Schokolade Der Verband der Nahrungsmittel' und Geiränkeardeiier, Ortsverwaliung Äerlin, ieili mit, daß unier Mitwirkung des Orts- ausschusses Äerlin des Allgemeinen Deut- schen Gewerkschasisbundes eine Aussprache mit der Trumpf-Schokolade stattfand, bei der es gelang, über die aufgetretenen Streitig- leiten eine Einigung zu erzielen. Da nunmehr alle Differenzen beigelegt stnd, ist gegen den Einkauf von Trumpf- Schokolade nichts mehr einzuwenden. Ä erlin, den 29. Oktober 1.93-1. Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter Trumpf-(Schokolade 'HAUSMARKE CORONAS ORIO. . FOr den anapruchsvoiien,«parsawen Raucher! CORONELLA...rocm 10 Pf CORONAS..,.rp/t cm 12 Pf. Edel-Tabaken CORONAS mittel izem 15 pt htrgestsltt CORONAS groß 13 em 18 Pf. CORONAS extra wu cm 20 pt. A» K/stan zu 100 und 50 Stück asJM OTTO 1 CORTADOS SUMATRA- KISTEN z.sou.ioosr. DECHBLA1 Q/W6.* ABBILD. 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Mit der Gewohnheit der Liebenden blickten sich Herbert und Ilse einen Augenblick mit stummem Lächeln an und wandten dann ihre Blicke wieder den fallenden Blattern zu. Das war etwas Neue auf ihrem Wege, den sie seit dem Frühsommer oft zusammen gegangen waren. Jedesmal war dieser Weg in an- derer Beleuchtung, unter einem anderen Himmel, verändert, und ebenso wie die Launen der Jahreszeiten ihn allmählich verwandelten, hatte auch ihr Gesicht die verschiedensten Stadien durchwechselt, von der zarten Färbung der ersten Verliebtlieit bis in den gesättigten Glanz der Erfüllung Jetzt, wo sie in einiger Entfernung neben- einander schritten, nicht mehr in den Anblick des anderen versunken, aber doch in ein gemeinsames Anschauen vertieft, schienen sie in besinnlicher Ruhe ihrer Neigung sicher. Ilses Augen klammerten sich an ein fliehendes Blatt fest: sie folgte dem schiefen Dahinsegeln mit einer Biegung ihres Körpers. reckte sich auf die Zehenspitzen und streckte die Hand aus, um das Blatt zu fangen. Herbert lachte:„Du fängst es nicht. Das ist nicht so einfach." „Ich fange es doch", rief Ilse und warf sich nach vorn; aber das Blatt fiel leicht neben ihr zu Boden.„Als Kinder haben wir dieses Spiel oft geübt. Ich gewann immer. Oft hielt ich zwei Blätter in der Hand: manchmal fielen sie mir in das Haar." „Ein Mädchenspiel", unterbrach sie Herbert.„Und trotzdem spielte ich es als Junge heimlich für mich. Das war irgendwie versteckter Kampf gegen den Untergang, gegen ein unvermeidliches Schicksal. Man warf sich dazwischen, ehe das Blatt fiel, man hielt das Sterben auf. Man triumphierte, wenn das Blatt nicht den Boden berührte, als hätte man die Schwerkraft überlistet. In diesem Schicksalhaften, das man als Kind nur dumpf vorfühlte, lag der geheimnisvolle Reiz des Spiels." „Ja, du hast recht", sagte Ilse.„Und Aberglauben gehörte auch dazu. Denn wer ein Blatt fing, der durste sich etwas wünschen, und dieser Wunsch ging bestimmt in Erfüllung." Herbert sah schweigend auf die Erde. Plötzlich wünschte er sich weit fort und empfand diesen Wunsch sofort als Verrat und im- geheure Lockung. Als Ilses Hand ihn streifte, wünschte er heftig diese Hand fort; brennend wünschte er, allein und schweigend in diesem Herbstwalde umhergehen zu dürfen. „Komm", rief Ilse und klatschte kindlich vergnügt in die Hände. „Wir wollen versuchen, wer geschickter von uns beiden ist. Wer ein Blatt fängt, hat einen Wunsch frei." Sie liefen. Herbert in langen gestreckten Sprüngen, den rechten Arm steil erhoben. Ilse jagte kreuz und quer über den Weg, drehte sich mehrere Male um sieh selber und fing zuerst ein Blatt, um das sie die Hand zur Faust ballte. Als sie die Hand wieder.öffnete, war das rötliche Buchenblatt zerknittert und halb zerrissen, ein purpurner Lumpen des ver- gangenen Sommers. „Und was wünscht du dir?" fragte Herbert, noch atemlos von dem Lauf. „Eine Wohnung für uns beide", antwortete sie ohne nach- zudenken. Aber du hörst ja nicht..." Nach ihren ersten Worten war Herbert wieder fortgestürzt, wild schlugen seine Arme gegen einige Blätter. Plötzlich kehrte er um, auf der flachen Hand ein braungoldenes unversehrtes Eichenblatt, das er stumm betrachtete. „Nun wünsche dir etwas. Irgendeinen Wunsch wirst du doch haben", sagte Ilse und strich mit zwei Fingern behutsam über das Blatt, das sich wie Pergament anfühlte. Herbert hob den Kopf und starrte in einen Baum. Ich wünsche nur, daß dieses Blatt wieder so zart und grün wurde wie im Sommer, daß ich es an diesen Baum lebendig herauspusten könnte, und alles müßte wiederkehren genau wie es war, die Lichtflecken auf dem Boden, der Geruch von heißem Moos, das Brausen der Jnsektenschwärme und wie wir unseren Lagerplatz suchten und dein Kleid im Gestrüpp hängen blieb— welches Kleid war es doch—, ja alles müßte sich noch einmal wiederholen. Aber das ist un- möglich, das ist vorbei."— „Vorbei?"— Ilse sah ihn mit weitgeöffneten Augen an. Plötzlich begriff sie. Vorbei war die tolle Freude dieses Sommer, vorbei das rätselhafte Entzücken, das sie zueinander gezogen hatte. Verblichen das Aufstrahlen, Aufslammen, die Selbstvergessenheit. Nichts miederholte sich, nichts kehrte zurück in seiner einmaligen Lebensgestalt, lind während Ilse das gefangene Buchenblait zwischen ihren Fingern wie dünnes Papier zerrieb, sanken auch ihre Wünsche ohnmächtig zu Boden. we iu-ru:£ondoner Slum£eben Man hört soviel von den Londoner Elendsvierteln, den „sl'ims"; jeder Fremde, besonders der, der dann im Carlton-5)otel logiert, geht einmal'eine Straße im Dockgebiet, oder in Whitechapel entlang, um seiiiiT' Sensationslüst zu befriedigen und erzählt dann von seinem Slum-Besuch. Aber von dem wahren Elend sehen und hören die wenigsten, und wollen es auch nicht. Ich hatte Gelegenheit, unter Führung eines guten Kenners dieser Gegenden einen tieferen Einblick in die trostlosen Verhältnisse, die dort herrschen, zu bekommen. Wir gehen durch enge, schmutzige Straßen, die schlüpfrig sind von Gemüseresten und zertretenen Früchten; denn Borough Market, der Obst- und Gemüsemarkt, beherrscht die Gegend. Die Häuser werden immer schmutziger und gleichförmiger. Endlich biegen wir in eine Straße ein, in der ein Haus aussieht wie das andere; eine öde Gaste nach der anderen; denn es sind nur Gasten, da ihre Breite von zwei Personen eingenommen werden kann. Unglaublich zerlumpte und schmutzige Kinder wimmeln herum und starren uns nach. Schon der Anblick dieser Häuser ist grauenerregend, kommt man aber hinein, so ist es noch schlimmer. Wir klopfen an eine Tür. Mein Führer ist hier bekannt, und so läßt man uns ein. Die Haustür führt direkt in einen Raum, der Küche, Wohn- und Schlaf- zimmer zugleich ist. Der Kamin, zugleich Kochherd, hat die ganze Stube geschwärzt, ein Tisch existiert gar nicht, deshalb liegt alles wüst durcheinander auf der Erde. Das Bett in der Ecke besteht aus einigen Brettern mit Lumpen darauf. Vor dem Fenster, einem kleinen Loch, mit Aussicht auf die Mauer eines Elektrizitätswerkes, hängen zerrissene Lappen. Ein Mann, arbeitslos, und drei Kinder sitzen und starren in das Feuer. Wie.soll man von der Arbeits- losenunterstützung, die jetzt noch um 40 Proz. gekürzt ist, leben, wenn dazu noch die Frau krank ist? Wir gehen eine steile Wendel- treppe empor, die direkt von diesem Raum in das sogenannte Schlaf- zimmer führt, in dem weiter nichts steht als ein Bett. Die Wände sind vollständig kahl; das Fenster, diesmal ohne jede Andeutung von Gardinen, geht auf das Dach und die Schornsteine des Nachbar- Hauses. Die Frau liegt apathisch in ihrem Bett, von dem aus sie gerade aus die kahle Wand starrt. Und so liegt sie schon lange. Der nächste Besuch gilt einer alten, über 70 Jahre alten Frau, die schwer asthinaleidend ist und in ein altes Tuch gewickelt am Kamin sitzt. Das erste, das man in ihrer Wohnung wahrnimmt, ist ein unglaublicher Geruch von ungelüfteten Betten. Zwiebeln, Ruh und Medizin. Die:b«deu Räiui>e„die<-sie.bewohnt, süid winzig: der eine von einem unordentlichen Bett eingenommen, der andere ist die Wohnküche. Auf dem Tisch steht eine Schüssel mit Zwiebeln in Essig, ein Teller mit verschimmeltem Käse und einem Stück Brot. Alles starrt vor Schmutz, alles ist zerrissen und zerlumpt; denn die Frau selbst kann sich kauin rühren und so geht alles seinen Gang. Die Küche hat noch eine Tür(außer der eigentlichen Haustür),- die direkt auf die Straße führt. Da sie aber nicht benutzt wird, hat die alte Frau sie abschließen wollen. Aber: das Schloß funktioniert nicht, außerdem sperrt die Tür; also ist das Ganze mit einem Leder- riemen zusammengehalten und der Wind pfeift durch den mindestens 5 Zentimeter breiten Spalt. Und kein Mensch kümmert sich um solche Verhältnisse, weder Stadt noch Staat, am allerwenigsten aber der Hausbesitzer. So sieht man oft notdürftig vernagelte Fenster und Türen, da alles aus den Fugen geht. Das Schlimmste aber ist. daß in diesen Höhlen, Häuser kann man sie nicht nennen, nicht einmal Beleuchtung ist. Es gibt kein Gas, ganz zu schweigen von Elektrizität, trotzdem in diesem de- sonderen Falle sogar, ironischerweise, das Elektrizitätswerk der Hausbesitzer ist; so muß man bei Kerzenlicht sitzen. Und für diese Locher bezahlen die Leute 4 M. pro Woche; dann bleiben z. B. der alten Frau noch b M. von ihrer Rente, davon muß sie leben, sich Kleidung und Feuerung besorgen und für den Arzt und die Medizin zugeben. Ist es da ein Wunder, wenn die Frauen erbittert sind und ihrem Haß gegen die Ausdruck geben, die in ihrem Sunbeam oder Rolls Royee ins Theater fahren? Nicht weit von diesen Elends- und Schmutzvierteln, in denen sogar die diensttuenden Briefträger rauchen dürfen, des entsetzlichen Geruchs und der Ungeziefergefahr wegen, werden jetzt neue jhäuser gebaut; denn man will doch allmählich die Slums räumen. Diese neuen Gebäude haben elektrisches Licht, Bad und Grünflächen als Tummelplätze für die Liüider. Aber die Bevölkerung sträubt sich, in diese neuen Häuser einzuziehen. Warum? Der wichtigste Grund ist in der Tatsache zu suchen, daß die Mieten zu hoch sind. Kann sich ja doch schon ein Zeitungsverkäuser, der 7 M. pro Woche ver- dient, kaum ein Kellerloch für 3 M. wöchentliche Miete m einem der alten Häuser leisten. Und dann steht man auch den technischen Errungenschaften und Bequemlichkeiten der Jetztzeit hilflos, ver- ständnislos, ja sogar mißtrauisch gegenüber. Mit Badewannen wissen die Mieter gar nichts anzufangen und speichern dann ihre Kahlen darin auf. Und für das Mißtrauen Gas und Elektrizität gegenüber ist die Ansicht einer Frau, die ihr ganzes Leben bei Herd- feuer und Kerzenlicht verbracht hat, charakteristisch, wenn sie uns sagt, daß sie schreckliche Angst vor Gas hätte, sie wage nicht es anzuzünden, es könne doch so leicht explodieren. Aber nicht nur in diesen Vierteln, die man offiziell als die Slums bezeichnet, ist das Elend zu Hause, sondern sogar mitten in der City gibt es Stellen, wo einen das Grauen überkommt. Sa z. B. in der Nähe der Victoria Embankments, an der Themse. Hier ist der Treffpunkt aller Obdachlosen und„tramps", die sich zur Nachtzeit hier einfinden und ihr Nachtlager aufschlagen. Unter den hochgelegenen Häusern der Themse ziehen sich lange, luft- und licht- lose Kellergewölbe hin, die direkt von der Straße aus zugänglich sind und in denen einige Lagerkeller und kleine Kontore sind. Bei Nacht, wenn die Kontare geschlossen sind, werden diese unheimlichen Kellergänge das Asyl vieler, die nicht einmal den einen Penny haben, um ins Obdachlosenheim zu gehen. Auf Papier, in Zeitungspapier gewickelt, liegen sie auf den kalten Fliesen. In vielen Ecken liegen ein paar Ziegelsteine, die eine Art Herd bilden, auf dem die Tramps eine Brühe bereiten, die sie Tee nennen; denn ein richtiger Tramp hat in den bis zur Erde reichenden ausge- weiteten Taschen feines zerlumpten Mantels(oft hat er zwei zerfetzte übereinandergezogen) und in feinem Sack alles, was er zum Leben braucht. Und über den Köpfen dieser Aermsten der Armen spielt sich Londons Nachtleben ab, mit seiner gleißenden Lichterreklame, seinen Ketten von Autos, seinen Theatern und elegantem Publikum. Einer der Ausgänge dieser unterirdischen 5)öhlen mündet nicht fern von einem sehr eleganten Theater, und man kann vom Grunde dieses Elendsortes die diamantengeschmückten Damen mit ihren eleganten Begleitern ins Auto steigen sehen. Ohrfeige in Wersen Auf einer seiner Reisen kommt Goethe, schon in vorgerückten Jahren, nach einer kleinen Universitätsstadt Mitteldeutschlands und kehrt in einem Gasthof ein. Niemand kennt den Fremdling, auch die Studenten nicht, die da in einer Ecke sitzen und durch sehr laute Reden bekunden, daß der Wein des Wirtes billig und gut, aber für junge Leute entschieden zu schwer ist. Sie verursachen einen Höllenspektakel, und der Wirt emschuldigt sich bei dem fremden Gast ab des Treibens der Angeheiterten. Der Dichter des„Faust" setzt sich in eine abgelegene Ecke und gießt sich ein wenig Wasser in den Wein. Kein Mensch würde sich darüber aufhalten, denn sogar trinkfeste Leute verschmähen an heißen Togen keineswegs einen„Gespritzten". Die Herren mit den bunten Mützen sehen jedoch darin einen Verstoß gegen gutes, alles deutsches Saufrecht, und es dauert gar nickst lange, so wird der Fremde zum Mittelpunkte des allgemeinen Gespöttes gemacht. Es fallen ziemlich alberne Bemerkungen herüber, denn wenn man viel Wein trinkt, hat man viel Mut. � Das geht so eine Weile. Bis der Gast aufsteht, zahll und dem Wirt einen Zettel in die Hand driickt„ mit der Bitte, den Schrieb jenen Weinakrabalen auf den Tisch zu legen. Der Frciitfcc verabschiedet' sich, Ein paar Keckheiten übe.r.den traurigen Philister fliegen ihm nach. Dann bringt der Wirt den Zettel und legt- ihn den ausgelassenen Zechern mit ein paar empfehlenden Worten auf den Tisch. Großes Gelächter, als man einen Sechszeiler findet:„Jetzt hat der Philister auch nach gedichtet! — Vorlesen!"— Einer steigt auf den Tisch. Die anderen hören sich an, was ihr Kommilitone unter besonderer Anstrengung seiner weinseligen Augen entziffert: Wasser allein— macht stumm; Das beweisen im Teiche die Fische. Wein allein— macht dumm; Das bewiesen die Herren am Tische... llnd weil ich keines von beiden will sein, So mische ich gern das Wasier mit Wein. Goethe. Während der Wirt sich kichernd entfernt, beratschlagen die offensichtlich stumm gewordenen Herren am Tische, wie man sich am besten entschuldigen könne. Einer wird vorgeschickt... Es ist aber schon nicht mehr nötig; die Kutsche mit dem„Philister" rollt bereits die Straße entlang, dem Stadttore zu. Der„Luxus der Reinlichkeit". Im Jahre 1044 erschien in Paris ein Buch, das als Thema den„Luxus der Reinlichkeit" behandelte und ausführlich darüber berichtete, daß sich jetzt die Sitte einbürgere. sich die Hände täglich und das Gesicht„fast täglich" mit Wasser zu waschen. JDas Buch wurde damals viel gelesen und begegnete, da es die neue Sitte schließlich doch empfahl, manchem Interesse. Es brachte aber auch wirklich etwas Neues, denn selbst Ludwig XIV. pflegte sich nie mit Wasser zu waschen, sondern Gesicht und Hände nur von Zeit- zu Zeit mit Alkohol abreiben zu lassen. Auch Liselotte von Orleans spricht in ihren Briefen nur von dem„Waschen der handt" mit Wasser, während sie sich das Gesicht mit„Königswasser", einer duftenden Essenz, abrieb. Eins der älkesiea Spiele der Welt ist das Polospiel, das aus dem alten Persien stammte. Von dort verbreitete es sich nach In- dien, China und Japan, ebenso aber auch nach Westen und wurde der Lieblingssport der byzantinischen Kaiser und ihrer� Höflinge. In England tauchte das Spiel im Jahre 1803 zuerst auf. HOteßit'ttotäse! ßecutäeKSi&uvis&te' Stiller aagmarsperk: Zweierlei Sprachen Sic leben in einem Land, in der selben Stadt, nicht nur das, sagar im selben 5)aus, sagen die gleichen Worte, aber sie reden doch nicht dieselbe Sprache.— Die einen sprechen die ihrer guten Erziehung, die anderen die ungeschminkte ihres cherzcns. Es muß die Sprache der Gut- erzogenen nicht notgedrungen Falschheit und die des Herzens nicht unbedingt eitel Güte fein? beide sagen unendliche Male das gleiche, unterschieden nur durch das„Wie". Dieses„Wie" hört jeder. Es ist wie eine Schale um einen Kern, jedem sichtbar. Das„Was" aber— den Stern, wer kennt den? Man vergißt, daß nur er allein wesentlich ist, verwechselt das Aussehen der Schale mit der Be- ichasfenheit des Kernes. Ja, so ist das... „Denken Sie, Meto, das Fleisch hat dem Herrn heute gar nicht geschmeckt!" Die Frau hat sich darüber geärgert, das dem so war und nock) mehr darüber, daß der Mann es ihr nicht lieber ver- schwieg. Das Mädchen steht am Fenster, dreht der Frau den Rücken zu und wendet sich nicht einmal bei der Mitteilung.„Der Herr Dr. hat ja immer was zu meckern", sagt sie. Ist ja eigentlich egal, denkt sie, aber auf jeden Fall, alles was wahr ist die Frau hat sich mit dem Fleisch heut« wirklich Mühe gegeben, und nu mäkelt der eklige SPerl wieder dran rum. Klar, daß sich die Frau darüber ärgert. Sie sollte das nicht hm, denn wie gesagt, er hat ja immer was zu meckern. Das Mädchen Meta denkt dal, ei an zu Hause, an ihre Mutter, wie die sich kränkte, wenn der Vater über das Essen brummte, wie st« und die Schwester zu der Mutter irgend etwas sagten wie: „Ach, mach dir bloß nichts draus, wenn der Olle dämlich quatscht." Das bedeutete Trost. Js ja immer und ewig dasselbe Meckern und Brummen. Gor nicht weiter dran denken.-- „Der Herr Dr. hat ja immer was zu meckern." Nein, die Person hat ja schon wirklich alles Maß verloren: die weiß ja rein gar nicht mehr, wie weit sie gehen darf, denkt die Frau verletzt. Nein, nein, man soll ein Mädchen überhaupt nicht so lange halten, und außerdem soll man mit den Leuten wirklich nicht so gut sein, wie sie es ist, sich nicht mit ihnen so einlassen. Ihre Freundin sagt es chr ja immer:„Du bist selbst dran schuld, meine Liebe, wenn sie dir stech kommt, wenn man auch die Leute so verwöhnt wie du, meine Liebe. Es ist ja auch wirklich lächerlich, wie du die Person behandelst, mit weicher Rücksichtnahme und— nein..." Die Frau geht ins Zimmer, legt sich aufs Soja, denn nach dem Essen muß sie wenigstens eine halbe Stunde Ruhe haben.— Man hat doch heute wirtlich genug Auswahl, überlegt sie, da hat man's dach nicht nötig... Man bekommt auch Leute für weniger Geld. Immerhin, es wäre zu überlegen, ob man nicht jemand anders nehmen sollte. Muß man mal sehen... Meta steht in der Küche, stellt das Geschirr zusammen und beginnt mit dem Abwasch.„Mein Gott, die Frau macht manchmal 'n Gesicht, eben auch mal wieder. Na ja, is eben so." Das ist alles, was sie denkt: dann wendet sie ihre Aufmerksamkeit dem Spülen der Teller zu. Es ist ungewiß: vielleicht wird die Frau überhaupt nicht mehr dran denken, statt Meta«ine andere zu nehmen. Im Augenblick war sie wirklich verletzt und geärgert durch Metas Art. aber es ist ganz gut möglich, daß sie das wieder vergißt. Sic ist ja kein böser Mensch, diese Frau Doktor, und sie hat sogar Gefühl(so eine Art) für das Mädchen, aber wenn die ihre Güte so lohnt... mit ihr frech und beleidigend ist— nein dann... Metas Schicksal wird möglicherweise davon abhängen, was sie in'den nächsten Tagen sagt, was sie antwortet. Es wird von den Worten abhänge», die sie infolge eines augenblicklichen Impulses spricht, sprechen muß, die, ohne zensiert zu werden, geraöeswegs aus ihrem Innern kommend gesagt werden. Ihr Schicksal wird vielleicht an einem dünnen Faden hängen. Wenn ihr die Frau kündigt, wird Meta den Grund hilflos erstaunt nicht recht be- greisen. Denn die Frau und Meta leben wohl in derselben Stadt, im gleichen Hause, und sie sprechen wohl die gleichen Worte, aber nicht dieselbe Sprache, deshalb können sie einander nicht wirklich ver- stehen. Nach unendlichem Elend, das der Krieg über die Menschheit gebracht lieft, der Krieg, der aus der Unmöglichkeit der Völkerverständigung entstand, ist man versuchsweise zu der Idee eines Schüler- und Studsntenausiauschs gekommen. Sicherlich will man damit der friedlichen Verständigung zwischen den Nationen dienen. denn, so sagt man sich, wie kann man noch eines Feind sein, dessen Sprach« man versteht und dessen Leben mit seinem„schwer und leicht" man einmal von der Nähe gesehen hat? Reben diesem Problem der Völkerverständigung besteht ein irgendwie dazu parallel lausendes, das des Friedens und freund- lichcn Wohlwollens innerhalb der eigenen Nation. Vielleicht könnte man die Lösung dieses Problems auf ähnliche Weise zu fördern versuchen. Den» Wohlhabenden, durch Generationen Gebildeten ist die Sprache und das innerste Wesen des Armen, des Primitiven, fremd. Der eine kennt nicht die Lebensbedingungen des anderen, weih nicht, in welcher Weise er Denken und Fühlen in Worte formt. Warum kam man noch nie auf den Gedanken, Kinder Wohl- habender einmal ein paar Wochen bei unbemittelten Eltern das Leben armer Kinder führen zu lasten und umgekehrt? Wäre dies« Idee nicht auch friedensfördernd? C. 3*. Jiiesgen: S)er In hellen Rechtecken und Quadraten liegen die Felder gegen die dunklen Gebirgswäirde der Pyrenäen. Die Schatten der Kastanienbäume zeigen talwärts und die weinrote Abendsonne umrandet mit verlöschenden Glutstreifcn die Gebirgspfade. Die Stille der Abendstunde beunruhigt das sichernde Auge und olle Sinne flüchten hin zum Ohr, das sausend in den Abend lauscht. � Plötzlich ertönt wie von Tamburinen Musik, schwillt wirbelnd ./ an' und bricht mit hellem Lärm in das nachtgewordcne Schweigen. Hundertfaches Schellengeläut erklingt und im Steigern des ver- wirrenden Spiele nähert sich in der Wegebicgung eine Karawane von 2l> Maultieren. Hell und klar öffnet der Mond sein Viertel. Die Tiere traben neckisch wie dressiert im rechtwinklig gehobenen Schritt. In messingbeschlagenen Lackledcrgcschirre», das Riemenzeug mit grünblaurotem Samt bepaspelt, traben die Tiere den steilen Ge- birgspfad hinab. Das Felsgeröll hat sie klug gemacht und kein Maultier stößt sich zweimal an einen Stein. In ihrer Bewegung spielen Wildheit, Freiheit und Stolz. Bei aller Gewandtheit und Sllugheit ist in den Tieren die ungebrochene Kraft der Berge lebendig geblieben. In sichernden Abständen gehen die Treiber nebenher im gleichen talwärts tänzelnden Schritt. Das gleiche Muskeljpiel gibt Männern und Tieren ein Verwandtscm, Wildheit, Freiheit und Stolz. Hoch oben in der Wildnis des Hochwaldes schlagen die Männer seltenes Edelholz für die Drechsler in den Gebirgsdörfern. Allwöchentlich tragen die vierbeinigen Gefährten die schweren Klafter unbeschadet zu Tal. In den Bergen droben sind zwei heiße Steine den weiierharten Gesellen Herd und Tisch. In 100 000 Jahre alten Höhlen, an deren Wänden sich uralle Zeichnungen finden, flüchten sie mit ihren Tieren vor dem Wintersturm. Juan ist der Anführer der Gesellschaft, ein stolzer Baske. Er hat vor Jahren seinem Lande den Rücken gekehrt, weil er nicht als Hyänenfutter für einen Prima in Marokko sterben wollte. Heute treibt er zum ersten Male wieder nach langen Jahren seine Maulliere nicht mehr nordwärts in die französischen Täler, sondern südwärts, seinem freien Spanien zu. Die harten Hufe der Maultiere klappern eilig über den steinigen Fußpfad zur Seite des schäumenden Gießbaches. Zur Musik des Schellengeläutes schwenken die Treiber ihre ge- winkelten Arme und tänzeln neben den Tieren den schmalen Steig zu Tal.---- Hinter Felsen, die wie Kulisien eine Häuserreihe verdecken, öffnet sich eine Straße. Das Schellengeläut vertausendfacht seine Melodie und wird zum ohrenbetäubenden Lärm. Sie gehen mit den Männern noch langen Jahren einen alt- bekannten Weg. Schnaufend und prustend saufen und drängen sich die Tiere um das runde Brunnenbeckcn. Die Lasten fallen gelöst van den Rücken der Tiere und Futter- krippen pollern über den Platz. Aus vollen Säcken fließt wie helle Stcrnensaat der Hafer nm die schäumenden Mäuler. In der Schenke wechseln die Abholer mit klingender Münze die Hölzer ein. Jauchzendes Wiedersehen umdrängt die dampfenden Tische. Mädchen flankieren die lärmenden Bänke und geben mit ans- gelassener Freude Scherze und Späße zurück. Heute schenken sie dag Beste#ous vollen Krügen ein und ver- gießen nicht einen Tropfen des blutflüssigen Weins. Mitten unter der Kreuzwölbung ist Juans alter Platz. Durstig faßt er sein Glas und trinkt im Fingerfpiel der Fäuste. Greift er das Brot, brechen die Fäuste wie Zangen den Leib mitten entzwei. Im Zermalmen der krustigen Kanten und im Hinunterwürgen der Bissen zeigt sein Gesicht Gebärden, die jedem eine Drohung sind, der ihm eine Krume mißgönnt. Ist sein Hunger gestillt, springt er auf den Tisch und singt seine eStex basischen Siede?. Vk& On daSes Scfap&i fa San fwste«« Gefängnissen Barcelonas und Figueras sang. Er zahlt Speise und Trank für den ganzen Tisch. Wozu ist Geld anders da, als damit den Hunger und den Durst aller Gleichgesinnten zu stillen? Montag, in aller Frühe, schrien die Tiere in den Ställen und gaben nicht Ruhe, bis sie das Eisen zwischen den Zähnen spürten und Stall und Schenke tief unten im Tale versanken. Dann kramte Juan seine Taschen um und klopfte jedes Stäubchcn aus dem Futter jeiner Taschen. Erwischt er noch eine Münze oder Banknote, oder sogar ihrer mehrere, schleuderte er sie im Bogen über das Steingeröll in den gähnenden Abgrund. Lachend schlug er seinem Tiere die Schenkel, daß es wie ein Handschlag von der Felswand schallte. Sein Sprechen war eine Unterhaltung mit dem Tier. „Freiheit ist Straft, sonst nichts!" Die Hand auf den Rücken des Tieres gelegt und den Körper eng an sein Tier gelehnt, schritt er bergan. Sein Schritt und der Hufschlag des Tieres wurden zu einem Rhythmus und er sang aus voller Slehle seine allen, baskischen Lieder. Gesang und Schritte tönten über den Weg, als wäre die Schwerkraft der felsigen Erde mit der Zugkraft von Tie? und Mensch ein einziger, zusammenhängender Klang. äßauen S)er Mafwiack 3m Bierlokal, zwei Tische entfernt von mir, saß eine animierte Gesellschaft, die viel lachte, viel lärmt« und ihre dröhnende Fröhlich- kell vornehmlich aus dem Gebrauch des Wortes„Hafersack" bestritt. Es war nicht zu ermitteln, was es damit auf sich hatte und wie die Hintergründe dieses- Begriffes waren. Irgend etwas, von dem ich keine Kenntnis hatte, mußte vorangegangen fein, ein Ereignis oder eme Erzählung, worin ein Hafersack«ine Roll« gespielt hatte: jeden- falls beherrschte dieses Wort die Situation, schwebte als Harlekins- mütze über dem Tisch, gab immer aiifs neue das Motiv herausplatzenden Gekichers ab. Die Tür ging auf und ein behädiger, aller Mann trat ein,«in Mitglied der Runde, ein gewisser Oslar, wie aus den Zurufen hervor- ging, die ihm cntgegenslogcn. Es stellt« sich heraus, daß Oskar im Theater gewesen war und es war ihm anzusehen, daß er nach einiger- maßen unter dem Eindruck des Gesehenen und Gehörten stand. Er schien, bei allem Verständnis für die alkoholfeuchte Stimmung, die hier herrschte, geneigt, ein mindestens oberflächliches Interesse für sein Kunsterlebnis zu erwarten und sagte ein paar Worte freundlicher Anerkennung für eine Schauspielerin, die er soeben genossen hat. „Hat sie eigentlichen einen 5)aftrsack gehabt?", scholl ihm da eine ultig verstellte Stimme entgegen. Brausendes Lochen begleitete diesen Einwurf, überschäumender Jubel der Gesellschaft. Oskar wußte nichl, was er mit dieser Frage, deren Voraussetzung er nicht kannte, an- fangen sollle. Wie er sich auch bemühte, ihren Simi, der allerdings. nur ein Unsinn sein konnic, zu erfassen: er tappte im Dunkeln und es bot sich ihm kein Anhallspunkt. Er zwang sich ein wohlmeinendes Lächelft auf, aber es mißglückte ihm und es kam nur eine Fratze zustande.„Was habt ihr denn", fragte er dennoch forsch,„warum soll sie denn«inen Szafersack gehabt haben?" „Mensch, Oskar", sprudelte sein Nachbar heraus, dessen Angc- trunksnhsit schon besondere Fortschritte gemacht hatte,„in hundert Jahren werden alle Menschen einen Hafersack hoben, wenn du da- noch nicht wissen solltest!" Neues Gekreisch, neues hingerissenes Gejolst biergerötctcr Köpfe. Oskar ergriff in seiner Verlegenheit sein Glas und sagte:„Na da: Prost' auf den Hafersack!" Aber es fehlte die Leidenschaft der Lustigkeit,«s klang ärmlich und kläglich. Niemand erwiderte seinen Zu- sprach: sie waren alle viel zu sehr mit ihrem Lachen beschäftigt. Oskar, der einzig Seriöse an diesem Tisch, würde diesem Kreis komischer Gestalten zur komischen Figur. Immer von neuem warfen sie ihn auf das Sprungtuch des Wortes Hafersack, prellten ihn jauchzend in die Höhe, spielten Fangboll mit ihm. weideten sich an seiner Unfähigkeit, in ihr Lachen einstimmen zu können. Wer auch immer jetzt hierher verschlagen worden wäre, wie weise und klug, wie witzig und geistvoll er hätte sein mögen: er hätte die Position eines Dummkopfes innegehabt, eines Analphabeten des Kodexes, der hier gebräuchlich war. Oskar trank Glas um Glas. Und allmählich geschah das Wunder- bar«. Er begann, den Reiz der sinnlosen Anwendung des Wortes 5)ascrsock zu erfassen. Zuerst bediente er sich seiner zögernd und tappend, doch später als Routinier: unter wollüstiger Ausschöpfung aller Möglichkeiten und bereit, es mit der überlegenen Geste des Wissenden gegen jeden auszuspielen, der ihm in die Klauen geriet. Es war, als habe er die Weihen eines Geheimbundes erholten und verwende nun mit ollem Eifer des Betehrten sein Vokabular. Es war nur der läppische Mißbrauch eines Wortes, in dem die Mitglieder dieser Runde sich einig waren, aber es wirkte doch als ein starkes, festigendes Band, und wäre es statt eines lustigen ein pathe- tisches Wort gewesen: es hätte es. trotz aller Sinnlosigkeit seiner Anwendung, in diesem Kreise eventuell zum Range einer Gesinnung gebracht. W�WWWWW�WDWMADWM *mh MM« LMM»» MWWMWIIW imTifeke Nur einige Beispiele herqutgegriffen H E BOUCLE-TEPPICHE reines Haargarn, in aparten neuteitlichen SMYRNA-ViLOU R TIPPICHI, Perssr und apart» modern« Muettti-, fehlerfrei. ca. 200 X 300 cm nur VELVET- TEPPICHE Pa. Qual., schwerstes Morkenfobriic, Perser o. modern, mit Franse, co. 200 x 300 cm nur TOURNAY- TEPPICHE fahrzehnte erprobte Gebrauchs• Qualitäten« fohlerfrei, ee. 200 X 300 cm nur 89- LÄUFERSTOFFE JACQUARD-LAUFER Boucle« oute Strapa-» � zlerqualitot, moderne DU apart.Must./Ca.jCOcm JP mtm breit, fehlerfrei« Mtr. nur GEBRAUCHS. 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Der Kraftstoffverbraucher hat das Recht, unter der Bezeichnung„Benzin" und„Betriebsstoff" eine Ware zu erhalten, die ohne Gefahr und Leistungsminderung verwendet werden kann. Die unterzeichneten Betriebsstoffgesellschaften haben nach langjähriger Erfahrung unter ständiger schärfster Kontrolle ihre Kraftstoffe geschaffen und legen Wert darauf.daß diese nicht mit jenen Stoffen verwechselt werden. Berlin, den 30. Oktober 1931. Benzol �Verband G. m. b. H. BV�Aral und BV-- Benzol Deutsch- Amerikanische Petroleums Gesellschaft StandardsBenzin, Esso Deutsche Fantos Mineralöl0 Industries Gesellschaft m.b. H. Fanto�Benzin LeunasBenzin, Motorin Derops Benzin, Deropen Autophil, Benzophil Rekordin, Rekordal BP-Autobenzin, BP-Olexin Deutsche GasolinsA.sG. „Derop" Deutsche Vertriebss Gesellschaft für russische Oelprpdukte A.sG. Philipp Mühsam A-G. Oelhag, Allgemeine Oels handelsgesellschaft m. b. H. „Olex" Deutsche Benzin- und Petroleum-G. m. b. H. „ Redeventza" Deutsch=Rumän. Petroleum- Verkauks-Ges.m.b.tt. Red- Benzin Monopolin, Albizol Shell, Dynamin Reichskraftsprit Rhenania-OssagsMineralöls werke Akt.sGes. Reichsverband der Garagenbesitzer LV.. Ortsgruppe Berlin, dessen Mitglieder alle obigen Markenbetriebs- storfe führen Auf Ihren Antrag habe ich am 25. Oktober i93l an verschiedenen in Berlin betindlichen Zapfstellen für Autotriebstoffe Proben gesogen .........«Ilt, und diese eingehend untersucht. Ich habe hierbei festgeste unter der Bezeichnung„Benzin" und„Betriebsstoff" Treibstoffe abge- gegeben werden, die wegen des Gehalts an korrodierenden und harzbildenden Körpern und hochsiedenden Bestandteilen nicht den Anforderungen entsprechen, die an einen handelsüblichen und unbedenk- lieh verwendbaren Treibstoff zu stellen sind. gez. Prof. Dr. Frank, offentl angest. beeidigter Sachverständiger im Bezirke der Handelskammer Berlin. Am 17. Oktober 1951 haben wir auf Ihre Veranlassung an verschiedenen Berliner Zapfstellen Proben von Autoben zin entnommen. Diese Proben haben wir einer eingehenden Untersuchung unterworfen und festgestellt, daß ihre Beschaffenheit zu Bedenken bei der Verwendung für Leichtmotore Veranlassung gibt. gez. Dr. Heinrich Zellner, offen tl. angestellter Chemiker. , fffn" fergroße�Äuberer enkeTs Madien Sie sidh seine unvergleidilidhe Reinigungskunst dienstbar! In Millionen Haushaltungen legt�J�täglidi die Probe seiner fabelhaften Vielseitigkeit ab. Das ist es, vas so. ganz besonders wertvoll macht: Es ist nicht allein det großartige' Helfer beim Geschirraufwasdien und Spülen— es ist das Universal-Heinigungs- m i 1 1 el von ganz erstaunlicher Leistungs�. fähigkeit. Schmier, Ol, Schmutz, und sei er noch so verhärtet und verkrustet— nichts widersteht seiner reinigenden Kraft. Je schwieriger die Aufgabe—-um so besser für Erproben ällfcfl Reöirgungs» zwecken! Erst dann gewinnen Sie das richtige Urteil über seine unvergleichlichen Vorzüge* I Eßlöffel(JJ) auftO UteFbeißes Wasser. ium GeschirrAufwAschen uSpülen und für jede"ßeinigrungsarbeit in Haus und Betrieb Hergestellt irrcieni Persil-WorKen 1108/31 1> Theater, Lichtspiele usw. Slssl» Theafer Sonniag, öcn I. November staatsoper unter fien Linden 20 Uhr Die schalttliaDe Wlbve Staad. Sdiaaspielhaos GrBdsrmeoniarkL 20 Uhr Walieosteins Tod Schiller-Theater Cbariotfenbarg. 20 Uhr Das NOrnbergisch Ei SCAtA Tlol. 5 u. SM Uhr— B 5 Barh. 9256 f f Wieder etnsensationellea Debüt W i n Europa: W „O/e Orfg/na/m a//or Exxontrlkmr" WALTER DARE WAHL Nach langer Abwesenheit zurück; 4 URBANIS Wunder akrobat. Kombination Fernerz. ersten Malel. Deutschland: THE 6 MARVELS Sensationelles Tanz-Sextett Chartons neue Marionetten Theaterchen im Theater u. eine Auslese attraktiver G Darbietungen! O f 8.15 Uhr Flora 3434 flauchen erlaobl 4 Queens. GastonPalmcr 2 Olveras 2 Hockneys U. 5. W. Heute£ Vorstellungen 4 Uhr u. 8.15 Uhr. 4 Uhr kleine Pr PItA�a : Tigl. 5 u. Bis— Sonnltg« 2, 5«.U£U.£ - HEUTE � PREMIERE 1 \ SoV d®r m x\�H MM. Sser ChanottenDurg BismarckstiaBe 34 Sonntag,! Novemb. Turnus II Anfang 19.30 Uhr Die Afrikanerin. Ende gegen 23 Uhr VoiKsiriUine Theafer am ßülowplatz 3 Uhr Kampf um Kitsch S Uhr Das vierte Gebot Oeutidies rtieam Heute geschlossen. orgen üraullötiruna 71.2 Uhr Oesthiditen us dem Wiener Wald von Oedön Hoivath Regie; Heinz Hilpert SPORTPALAST »v.uhr CASINO-THEATER»;. uh. Lothringer Strafe 37. iiiiiiMNimutniiiiiiiiiaiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiniiiiiiniimtiiifiiii Volksstllck mecKsr-Friize Dazu das Singspiel„Erwischt" und das neue bunte Programm t. Gutschein 1-4 Personen. Parkett nur 50 Pf, Fauteull 1.— Mark. Sessel 1.50 Mark. |NUR NOCH IS TAGE 1| BETRIEB 4 A K£MPlHSIfl'L> iteW QX\V Täglich 6 und 81« U.£ Sonntags� 2, 5 u.S'S U. 5 I. Voritcllune30Pf.bi»1— j u.U. lll.Vorit.60Pf. bis2.— S >AVVVVW\ AWWWWW lailernallonales Tliealer (Kleines Theater) Unter den Linden 44. TäsrllcU SV. Uhr Fluchtvor Michael mit Kitty Anchenbach Hcntc nachm. 4 L'hr Les Romanesques rennen lan Montag, den 2. November nachmittags 4 Uhr R&ichshallen-Theater Ahenüi 8 Uhr. Sonntag nadimittag 3*. Uhr Stettiner r, Sänger Die neue Burleske F«„Der arme Kasemir" HarfaniHags halbe Preise, volles Programm! Die Komödie SV- Uhr Jemand Von Franz Holnai gle; Gustaf OrüDilgens. KurlUrstenoainni- Theater Sismafck 448/49 SV, Uhr x Utile Aulfilhniioen Die schöne Helena von lafciocs Dllsnöaffl Regle: Hai Boloharfll. Theater am Nollendortplata Täglich V/- uhi Sonolag nachm. 4 Uhr Max Adalbert n Der beschleunigte Personenzug Sonntag na Um. halbe Pr. £upe Delcx... hat ergreifende lllomcnte, aarl In den Xicbcsfxenen, crfciiilHernd in Ihrer Tcrxireiflunp.(Vossischc Zeitung) Im Beiprogramm:„Rhapsodie in blue" gespielt v. Paul Whlteman m. seinem Orchester Täglich 5, 7, S15 MARMORHAUS Produktion: Universal Pictures Verleih: Deutsche Universal-Film A.G. Thealer Im itlrairalsoaiasi Täglich sv, Uhr Die Dnbarry Ml« vms Aipar Preise v. 0.50 M an SiBB• Dir. Dr. Robert Kleir ViEideodaTn 0846, 2107 ?-,s,: WMW 5 U.r SDP ig.-2�0*1. SValLsSOPfg,�— M. Um f Uhr; Pony- retfen u, Tombola. Küchen! nur Küchen Himmel Schönhauser Tor Rose■ Theater jreBe frankfurter StraSe 132 Tei. Weich«! E 7 3422 3 Uhr; Sttmeev/iltifieo 6 und 9 Uhr Frütiling im Wiener Wald Volksbühne£V.- 3. TanzmätTnVe"l93i"32� Sonntag, den 8. November, vormittags 11 �2 Uhr im Theater am Bülowplatz Raden Mas Jodjana Begleitung: Javanisches Gamelan-Orchester Platzkarten 2.—, 3— u. 4__ M. bei Uetz, Werthelm, Kantedl, Bote u. Bock, im KdW. u. an der Kasse des Theaters am Bülowplatz(11—2 Uhr)| Ueowet MUMn-MM Wahlkörper-Versammlungen der arbeitsSosen Mitglieder T* Dienstag, den 3. Jtoocmber, eoem. II'- Ahr. im �uaipirprper A. Sitzungssaal den verbanbshaufes, Linienstr. 83. SS: Bau- und Wcrkstalttlcmpner. Änkcrwidlcr, Autogenschweißer, Drabtarbeiter, Hiifsmontcurc, Elektromontenre, EmaUliercr. Bananschläger, Inbustrirschmiebe, Kessellchmiebe, Rupferschmicbc, Wagen- und Hufschmiede. IT Mikliooch. ben 4. Jlovcmber, aorrn, I1V- Ahr. im 2!.yUl/U0Tpcl KK Sitzungssaal des verboubslsoufes, Linieastr. 83 88- Sifenkonstruktions-, Auto», Maschinen-, Bau-, Schwarzblech- und Karofserie- schloffer. tRAftlfZit-M*,- TTT. Donnerstag, den S. ZTovember mittags IZ'i- Ahr. im -UlUyitvi pUl HI. Sitzungssaal de» verbanbshoufes.Linieaftr. 83 SS: Eisen-, Metall-, Revolver-, Karussell- und Bobrwerksbreher, Schraubendreher, Rundschiciser, Einrichter, Autvwaieneinrichter, Rohrleger und Rabrlegcrhelscr. TIT�IktsZiassn» TV. Jrpuog, de» 6. ITovember, aotm. g Ahr. im �ÜUlJ'IlJrpßr 1 t. sitzuagssoolde» verdaadohause»,Liulcnstr.S3 SS: Eravcure, Ziseleure, Gürtler, Drücker, Schleifer, Gawanisenrc, Eisrn-ormer, Metallsormer, Kernmacher, Arbeiterinnen, Krilenhauer,(Sieherei- und Hilss- arbeiter, Zigarettenmaschinenführcr, Betriebshanbwcrter, Kinvvorsührcr. TTT�tstP�ns»»� V. Jreilag, den S. ITovember, nachm. 2 Ahr Im �Ddl/Il Piper V. Sitzungssaal des verbondshause». Liuleaftr. 83 SS: Hobler, Bohrer, Etoher, Fräser, Echnittarbeitcr. Walzwertarb elter. Gold- und SUbcrarbciter, Mechaniker- Optiker, Uhrmacher, Werkzeugmacher, Echarfschlciser, Arbeiterinnen. Tagesordnung: Beralung der Anträge und Wabl der Delegierten zur Generalversammlung am 16. November. Zutritt haben nur diejenigen Mitglieder, die im Berdandsbuch die Berufs- dezeichnnng haben, jür welche die Versammlungen einberufen sind. Ohne ATitgliedsbuch und Ardeikslosenkorke kein Zutritt. Dienstag, den 3. ZTovomder. abends? Ahr. im Sitzungssaal U de» Acrbandshanses, Elscisser Stratzc SS SS, Eiagang A tiramvea VerZammiuvS Her Klebtromollleure uns Heller Tagesordnung Unsere Lohn- und Arbeitsbedingungen. Ohne Mitgliedsbuch t e i n Zutritt. Vollzähliges und pünktliches Erscheinen ist Pflicht. Dienstag, den 3. Itoecmbec, abends 1 Ahr, im verbandshan». Eingang Elfäfser Strohe SS/SS Braudien-Versaniiiiliinä der Baoansdiiader Tagesordnung:.1. Bericht Über unseren Streik. 2. Verband»- und Branchen- angelegenhetten— Ohne Mitgliedsbuch ketn gutrM. Jeder Kollege ist verpstlchiet. stch der Hauptkonlrolle zu nntcriiehen, damit in jedem Zolle icstgestcllt werden kann, od der Kollege ardeitslos ist oder in Arbeit (teht. Die Kollegen, die aus irgendeinem Grunde die Versammlung nicht besuchen können, müssen stch in der Zeit vom 4. bis(>. November zwischen 0 llhr vormittag« bis 6 Uhr abends im Streikdüro- Elsässcr Strohe 86/88, in dir Kontzoll-Lllfie eintragen lassen. vj« Ortsverwaltung. BANK UND SPARKASSE ALLER ARBEITNEHMER sätigkeitsfest für ein ErhoIungsheinrSef Be rl i n ei-�uerweh r am Mittwoch, den 4. November 1931 ffira e n gesamten Festsälen des Zoologischen Gartens Künstlerisches Programm Tanzgruppen Meisterturnef der Berliner Feuerwehr Tanz» Mehrere Kapellen• Tombola Kartoaverkool an den Theaterkassem Wertheim Bote& Bock• Invalidendank• Kadewe• Karstadt» Tietz Beginn 8 Uhr» Einfritlskarte 3,— RM BluntensMn jeder Art Gefort preiswert Paul Golletz formal« Robert Meyer Mariannenstr. 3 F8, Oborbawm 1303 Lagerplätze in ieder deliediaen Größe z. ver».. auch mit Büro. WcrMatI oder Lagerräumen. Honigsche Grund- stücksvermaitung Bellermannstr. 71). Hnmboib! 0322. Insecäke tm A Vorwärts sichern Erfolgt 157 DIE BANK DER ARBEITER, ANGESTELLTEN UND BEAMTEN, 8 BERLIN Zentrale: S 14. Wallstraße 65 Depositenkasse: SW 68, Lindenstraße 3 Kapital und Reserven: 15,3 Mill. RM. Einlagenbestand Ende 1930: 168 Mill. RM. Eigene GroBtabrlkatlon seit IBT8 SEEUSCH'MDB Riuaer»traiic 71(Ü-Bahnh. 8*iaantcrstr-)— Uackescher Markt 4(Bähe Labob. Bär»«)— Vcrlaagcn§ia Pxoajekt' ctzÜj. Trete Schadest 2U«t Ausstellung«- u. LagerrS„ I drossle Ausviahi Billigste Preise! Schlafzimmer„HILDE" CQ/\ echt Eiche, ICO cm, kOT'plett«Jw Ve* Speisezimmer ft C ö L N*« CCA echt Eiche, komplett..... Herrenzimmer„LOTHAR« 9 AP echt Eiche, komplett..... Küchen— Einzelmöbel Zahlungfserleichterung WSoziali«eArbetterjllgendGroß-Ver!m J Sinfeniungen für diese Rubrik nur an das Iugendlelretariat I Berlin SW LS. Lindenstraße S Ardritsgcsciaschast Abraham: Die verschobene Arbeitsfahrt findet heute statt. Treffpunkt 8'. Ilhr Bahnhof Rahnsdorf, Ausganz. Varsttzeudeakonferenz morgen, Iii',!. Uhr, im Sitzungssaal des Bezirksamtes Kreuzbcrg, Borckstr. 11. Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch kein Zutritt. Streichorchester Kroß. Berlin, Neukälia: Probe 20 Uhr SMS., Kaiser. Friedrich. Str. 208, Raum 3. Revolutionsseier: Montag. 9. November, 20 Uhr, int Sportpalast. Ansprache: Rudolf Wissest. Sorten zu 30 Pf. sind im Sekretariat erhältlich. Heule, Sonnlag, Heimabende: Söllitischcr Park: Waisenstr. 18.— Brunncaplatz, Gesundbrunnen I, Sum« baldthain, Leopoldplatz, Norden, Wedding.Nord: Wistdcnowstraße 5(18 Uhr). — Arnsioalder Platz I und II: Rastenburger Str. IL(19 Uhr).— Nordosten I: Tanziger Str. 62, B. 3(18 Uhr).— Nordosten ll: Danziger Str. 62, B. 2 (20 Uhr).— Neukölln III: Ziethcnstr. 58.— Nenköstn IV- Treptower Str. 96.— Mahlsdors: Bei Springer.— Rcinickeudors-West: Seidelstr. 1.— Tegel: Schöne» beiger Straße.— Lichtenberg- Nord: Gunterstr. 44. Funltionärfitzung.— Reu- kölln IV und IX: Sauner Straße(19 Uhr).— Neukölln I und V: Flughafen. sttaßc. Treffpunkt 19 Uhr Rcuterplatz.— Britz: 9 Uhr Wäldchen. Spaziergang durch Britz. 20 Uhr Thaussecstr. 48. Gchönemeidc I und II: Heim Oberschöneweide, Laufcner Str. 2, 19 Uhr, Filmabend: Wir bringen zwei Eh aplm. Filme und Lichtbilder. Uniostenbeitrag 25 Pf. Werbedezirk Prenzlauer Berg: Lichtbilderabend:„Dom Saukasus zum Gelben Mecr\ Redner: Genosse Eurt Biging. Beginn 19 Uhr. Allersheim Danziger Str. 62. Eintritt frei. Werbedezirk Osten: Heim Goßlerstr. 61. 19 Uhr satirischer Abend. ZRotilag, 19K Ahr, Ableilungsmitgliederversammlungen: Moabit l: Waldcnserstr. 20.— Moabit III: Bremer Str. 69— 70.— Sport- palast: Genthiner Str. 7.— Humannplatz: Gleimstr. 33—35.— Falkplatz 1: Sonnenburger Str. 20,— Falkplatz II: Sonneburger Str. 20.— Nordosten ll: Danziger Str. 62, B. 3.— Schönhauser Borstadt: Sonnenburger Str. 20.— Andreasplatz(R.-F,): Brommystr. 1.— Söpenick I: Grünauer Str. 5. -l° Hansa: Bochumer Sir. 8b. Ziele und Aufgaben der SAB.— Friedenau: Arbeitsgemeinschaft. Friedrichssel rsttzung tn i Mitl itglied erversammlung. Werbedezirk Srcuzbrrg: Informationsabend über„Gewerkschaften und Srise" Mittwoch, 4. November, im Heim llrbanstr. 167. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gaid". Geschäft» stelle: Berlin S lt. Sebastianstr 87—38. Hol 2. Tr. Sonntag. 1. Ranrmber. Prenzlauer Berg. Sameradschaft Battan. Samcradschaftsabeud verbunden mit Tanz in den Unians-Feft» reifswalder Str. 221—223. Beginn 18 Uhr. Ansprache: Samerad Ed. Zachert, M. d. L.— Montag, 2. November. Prenzlauer Berg(Jungba). 20 Uhr außerordentliche Versammlung im Restauran! Slug, Danziger Str. Ii- Mitgliedsbücher mitdringen.— Dienstag, 3. Nooembcr. Mitte(Ortsvercin). 19 Uhr Antreten in Bundeslleidung znoi Saalschutz im Hackcschen Hof, Rose». tbaler Str. 40. Eharlotteaburg(Ortsverein). Saalschutz zur Kundgebung der. SPD. im Türkischen gell.'Berliner Str. 53. Alles zur Stellge ab 18>:. Uhr. Wedding(Ortsverein). 15>ö Übe Bemminlung der erwerbslosen Sameraden in folgenden Lokalen: l. Kameradschaft beim Kauierad Soprasch, Binetaplaß fc, 2. und 3. Kameradschaft beim Kameraden Reußner, Seestr. 62. Friedrichshaiu. Sameradschaft Petersburg. Die für Dienstag angesetzte Versammlung findet Mittwoch. 4. November, im bekannten Lokal statt. Nciaickcndars(Ortsverein). 19 Uhr Antreten zum Saalschutz in Schönhoiz. Huhertussäle.— Mittwoch, 4. November. Tiergarten. 1. Sameradschast. Mitgliederversammlung bei Schmidt. PlatmfaW>WW»>W»>��W��W�>�WstM�W.W. Hof, Reichenberger Str.. 147. Zug VIII bei Siedentopf, Muskauer Str. 35. Ei» Slitrackeakursus für Reichsbanncrkameraden und deren weibliche An. gehörigen beginnt ow 13. November. Sursusgebühr 3 M.. für Jugendliche 1,50 M. Meldung und Auskunft: Rcichsbanner-Wintersportabteilung, Mark- grafenstr. 22. Telephon: 7870. > �llen Vetwandien, Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unser Vater, Schwiegervater, | Großvater und Onkel 1 Julius Hönicke am Donnerstag, dem 29. Oktober 19)1, vormittags 1 II1/» Uhr. nach kurzem, schwerem Leiden im' | 79 Lebensjahr sanft entschlafen ist Berlin, den 30 Oktober 1931 Frifx HSrlcke ncbsi Fraa und Kindern{ Richard Grelle und Frau Charlolie, geb. HOnldce und Kinder Karl Hfinicke nebst Fran und Kindern Otto Hönicke Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem| 3 November, lö'/j Uhr, im Krematorium Berlin- Wilmersdorf. Berliner Straße, statt Monatsraten $9*6 n, L e/pz � fr 722-03 $.-R. Dr. Voll mann Franenarzi hat seine Praxis wieder aufgenommen. ScfaleaUdie Str. 40«(4-6 Uhr). I Allen Bekannten. Partei-, Sied- lungs- und Wandergeuossen. weidie an der Bestattung meiner Frau kriaa meanm teilgenommen haben, sagen wir hier- mit vielen Dank Frili Friedrich und Sohn 67. Abtig. SPD., Grunewald Unsere liebe, treue Genossin vöriax in Eichkamp ist im Alter von 66 Fahren unerwartet geSorbe». Der treuen Mutter Düring bewahren wir ein ebenso treu« Andenken. Die Beerdigung findet Mantag, 2. November, nachmrtiags 2V» Uhr. von der Halle de» Zentral-Friedbofes Lichtenderg-Friedrichsfelde au» statt Für die zahlreich« innige Teil- nähme beim Hiaicheiden meines lieben, guten Mannes k»aul Qoerke sage ich allen Freunden und Be- iamllen. dem Verband der Buchdrucker und Schrifigießer und dem Korrel- toren-Verein für die herzlichen Worte meinen rtefgeiühüesten Dank. Helene Goerke, geb. Scheidhauer Danksagung. Für die überaus reiche Teilnahme bei der Gwäscherrrng meine» lieben Manne», unseres guten Vater Lrnst Lankow sagen wir allen Freunden und Be- kannten, sowie den beteiligten Organi- satianen unseren herziichnen Dank Albine Lankow geb. Oremek. nebst Kinder. pfanderverfleiaerung. Di« in den Monate» Zannar, Februar. März 1031 versetzten Pfände« kommen. soweit sie nicht emenert morden sind, zur Versteigerung: Set Abteilung U, EMsser Str. 74, vom Mov.oq. dem S. Nopemder lS3t, ab S Uhr. w. der Rechentotge: Fahrräder pp. Kleider, Pelzwerk Bäsch»; de» Abteilung I, ZSgerwkSt. vom Montag. dem 16. November IS3L ab 9 Uhr, in der Reihenfolge: Juwelen, Gold- und Silbersache». KriftaL. Fahrräder. Seger stände der Optik. Kleiber, Pelzwerk, Wäsche Für derfasten« Pfänder, welche erst»ach dem Ankttonsbegin» erneuert oder eingelöst werden, muß bestimmungsgemäß Ankttons- gebühr berechnet werden. Staatliches Leihamt. .»&&. MM»»«! Billig wie noch nie! InteMe? Oberbett.. Mk. 9.Ö0. 10.-, 1Z.- Kiesen.... m Z.4 4, Z.SS, 3.50 rot, tfirkUch, Makko. Steppdecken..... Mk. 19.50 Daunendecken....> 52,— Wandere. Wochenend. Decken In allen FreUlagen I Bettfedern und Daunen zu den bekannten billigen Freisen. K,l Finkaul GraHerelnlgungl BdhnL BelüBdern- SDeslalhaus Sächsele Stadler Berlin L. lanflsöeroer Str. 43-47 Nghe Alezandetplalz__ Waldparzelien- Aruh ohne Anzahlung. Direkt»am Eigentümer! Sofort. Bauerlanb. o.Bauzwanz. K-w-«ertzuw-ch»ft. 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Man nimnit Staubtücher, Taschentücher, Wolldecken und einfachstes Baucrnleinen. dazu in den Farben abge- töntes«teingutgefchirr. und der Efsekt ist dm Gerade in unserer stark bewegten Zeit soll der Begriff des„ruhenden Pols in der Er- scheinungen Flucht", den ja schließlich nur unser 5)eim verkörpern kanit, starker wie je in den Vordergrund treten: und es ist heute wirklich ein leichtes, da mit wenig Mittet viel zu schaffen. Daneben zeigt Grünseld auch Tischdekorationen, die mehr zu bieten haben. Damast- und Seidcndccke mit feinstem Wickclajour, Motiven und Einsäßen, geschmückt mit wertvollem Alt-Meihener Porzellan: putzige Kindcrtische mit ollem möglichen Krimskrams. Wechnachts- und Silvestertische, den Tisch des aszetischen Rohköstlers und des ü tpigen 5)uinmernfrcundes. � Nekordtage bei Karstadt. Es ist nicht leicht, bei gedrosselter Kaujkrajt seine Ware an den Mann zu bringen: da heißt es immer neue Mittel und Wege finden. um durch größtntögliche Preisreduzierung das Geschäft zu beleben. Das Kaufhaus K a r st o d t. Hermannplatz, hat jetzt Rekordtage, an denen man schon wirklich für wenig Geld nützliche und hübsche Dinge erstehen konn. Die Preissenkung reicht bei manchen Artikeln bis zu 20 Proz. des bisherigen Verkaufspreises und fast das gesamte Berkausslager, insbesondere Textilwaren, fertige Konsektion, Gor- dinen, Teppiche, Trikotagen, alle Hartwaren(darunter rechnen Leder, Uhren, Holzartikel, Lautsprecher usw.) steht jetzt unter der Devise „Rekardtage". Von der Kohlenischaufel zu 2S Pfennig, den Wasch- samt zu einer Mark pro Meter, der Teppichkehrmaschine zu 5 M. bis zu modischen Kleidungsstücken und allen möglichen anderen Bedarfsartikeln, harrt alles der Kauflustigen: auch in der Lebens- mittelabteilung gibt« befemders btffist Sfiten Gletch« zeitig mit den Rekordtogsn läuft ein Preisausschreiben. das all denen, die die Preise der abgebildeten Kücheneinrichtvng erraten, Gewinne von 5 M. bis 150 M. in Aussicht stellen: im Laufschrilt durcheilt alles die HaushaUungsobteilung, um sich über die jeweiligen Verkaufspreise der einzelnen Artikel zu informieren. Nun ist die Gewinnchance ober nicht ganz so einsach, denn der ab- gebildete Topf oder Tisch, oder Stuhl ist natürlich in verschiedenen Größen und Preisen vorrätig und wer errät nun ausgerechnet den abgebildeten Topf? Jedenfalls wird aber allseitiges Interesse ge- weckt und damit ist auch schon der Zweck erreicht. Das Schuhhaus Leiser bringt ein..Sportbüchlein für die Jugend" heraus, das an alle Schulkinder kostenlos abgegeben wird. Interessenten erhalten auf Wunsch das Büchlein kostenlos und unverbindlich durch die Zentrale Leiser, Berlin SO 10, Schmid- stroße 24/25, zugesandt. Einen sehe vernünftigen Rat erteilt die altbewährte Firma Teppich. Bursch, Berlin C. 2, Spantmuer Str. Si, allen denen, die als Weihnackitsaabe preis- irerte Teppiche, Brücken. Bettvorlagen. Länferstotfe, Decken, Garvinen und Möbelstoffe erwerben wollen. Die Firma Teppich. Bursch � empfiehlt dringend, schon int November zu laufen. Auycrgerwöhnlich ist die Änkiiubtgung der Firma Teppich. Bursch. Der Name Tevptch-Bursch ist allen Lesern dteser Zei- tung bekannt, die Veranstaltungen der Firma Teppich-Vurfch sind immer de- achtenswert, die Artikel immer Qualitätswaren und die Preise bedeuten für jeden Käufer einen Vorteil. Wenn dem heutigen Inserat das Stichwort ,.Ieftt- Preise" beigegeben ist, so bandelt es sick) wirklich um Ie�t-Preise. die jeder tm eigenen Interesse zu beachten hat, der in den Artikeln dteses größten Spezia!. Hauses irgend etwas findet, das er für die Ausgestaltung fernes Keimes� be- nötigt. Ferner konnte die Firma Teppich. Bursch auf Grund der heutigen Marktlage große Mengen feinster Perser-Teppiche und Brücken sehr günstig einkaufen. Es wird daher Außergewöhnliches geboten. Gibt's noch Wunder? Der aufgeklärte Mensch von heute vernoint natürlich diese Frage. Und doch stutzt er, wenn er an sich oder einem anderen die Tat- so(sie einer Perjiinqunq feststellt, vollbracht durch kurzen Gebrauch von..Scherk- Gesichts-Wasser". Ein Wunder? O, nein. Die moderne Kosmetik hat nur nach jahrelangen Versuchen endlich das Mittel gefunden, das auf einfachste Weise Pickel, Mitesser und andere Hautschäden beseitigt, die Haut strafft und glättet. kurz, alles das. was eben den Eindruck des Alterns hervorruft, verschwinden läßt. Da auch Herren, um das lästige Brennen nach dem Rasieren loszuwerden, inrt Borliebe. ,Ech erk- G e si ch ts-Wa st'-.r" verwenden, sollte dieses ausgezeichnete Kosmetikum auf jedem Toilettentisch Heimrecht haben. 3eties einzelne Angebot In diesem Ser ienverkauf ist eine Sensation- ein Biliigkeltsrekord. der noch vor kurzem fast undenkbar war. 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