BERLIN Nlenstag 3. November 1931 Ii Pf. JIr. 516 0 255" 48. ZahrganA ErscheinttAglich außerSvnntags. Aualcich Abendausgabe de«„Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, SMM. pro Monat. Redaktion und Erxedition: BerlinSW68,kindenstr.3 Fernsprecher: Dönhoff(A 7) 292—297 Anzeigenpreis: Die elnspaltigeNonparelllezeile 80 Pf., Reklamezeile ü M. Crmäßigunacn»ach Tarif. Postscheckkonto: Vorwarts-Verlag G. in. b. H.. Berlin Nr. 37 536.— Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Schiele will nichts lernen! Hochhaltung der Lebensmittelpreise— trotz Lohnsenkung? Wir haben heute morgen auf die Notwendigkeit einer st arten Getreideeinfuhr hingemiesen. Dos Reichsernährungsministcrium führt demgegenüber �u. a. aus: Bei der außerordentlich guten Qualität des deutschen Roggens in diesem Jahr ist er nicht in dem angegebenen Mnßc verfüttert worden. Die Notwendigkeit einer Einfuhr von bllllOOll Tonnen Weizen habe auch das Reichsernährungs- ministcrium stets anerkannt. Da wir bereits 200 ltt» Tonnen von Amerika gekauft haben, bleiben nur ZOOlZOO Tonnen zu beschaffen, was angesichts der großen vorjährigen Vorräte in Kanada und Argentinien gor keine Schwierigkeiten bereiten werde. Für Roggen bestehe keinel. Es sei auch nicht richtig, daß Futtergetreidc so knapp ge- worden wäre, die Preisentwicklung beweise das Gegenteil. Im Vergleich zu ISlZ stand Ende Oktober der chaferprcis auf 90 Pro- zent. Außerdem hätten wir noch ausreichende Mengen von Zucker und zuckerhaltigen Futtermitteln zur Verfügung, die an Nährwert SOOOOO Tonnen Getreide entsprechen. Es sei auch falsch, den Futtermittelbcstand nach der Schweinehaltung zu berechnen. Im Gegenteil rfchte sich die Viehhaltung in Deutschland nach den verfügboren Futtermitteln� Unter diesem Gesichtspunkt aber seien seht süns Millionen Schweine zuviel da und ihre A b s ch l a ch t u n g sei auch im Interesse einer Erhöhung der überaus niedrigen Schweine- und Rindviehpreisc durchaus richtig. Aus diesen Auslassungen ergibt sich mit aller Deutlich- keit: Minister Schiele will die Lebensmittelpreise unter allen Ilmständen hochhalten. Lohnsenkung auf der einen Seite— steigende Lebensmittelpreise auf der anderen Seite? Wir mahnen die Reichsregierung ernsthaft, deit Plänen des Reichs- crnährungsministers entgegenzutreten! Die Osthilfe. Neue Pläne.— Beratung im Wirtschastffbeirat. In den letzten zwei Monaten sind aus den Mitteln der Osthilse 13 Millionen Mark an Landwirtschaftsbetriebe gezahlt und 26 Millionen bewilligt worden. Mit dieser Summe sollen rund 3000 Betriebe saniert werden. Aus dem Hilfsfonds fiir gewerbliche Betriebe, der 50 Millionen Mark beträgt, wurden mehr als 3,5 Millionen ausgezahlt. Die'Absicht geht nun dahin, die Barzahlungen in Zukunft möglichst einzuschränken. Die landwirtschaftlichen Betriebe, und zwar nur sie, sollen künftig etwa 75 Prozent der Hilsssumme in Scheinen der Bank für Jndustrieobligationen und nur 25 Prozent in bar er- halten. Wie diese Scheine unterzubringen sind, steht zur Zeit noch nicht genau fest. Im Zusammenhang mit diesen Fragen steht zur Zeit der Wunsch der Landwirtschast nach einem Moratorium und einer all- gemeinen Zinsstundung zur Debatte. Es ist beabsichtigt, mit diesen Fragen auch den Wirtschastsbeirat zu befassen. Crdbebenkaiastrophe? Tausend Tote auf japanischen Znseli:? Tokio, 3. November.(Eigenbericht.) Von dem Erdbeben, das am Montag die japanischen Inseln Kinschiu und Shitoko heimgesucht hat. sollen nach den bisher vorliegenden Meldungen 1000 Personen tödlich betrosfen worden sein. Sämtliche Telegraphen- und Telephonleitungen in dem Erd- bchcngebiet sind zerstört, so daß genaue Meldungen über das Aus- maß der Katastrophe nur schwer zu erhalten sind. Aus Osaka wird im Gegensatz zu den in Tokio vorliegenden Meldungen berichtet, daß das Erdbeben nur geringereu Umfang gehabt hat und nur mehrere Häuser zerstört bzw. einige Personest leicht verletzt worden sind. Wirtschafissührer „Wenn ich nun fleißig studiere, ein paar Jahre prak- tisch arbeite, danach zwecks weiterer Ausbildung das Ausland bereise, kann ich es dann vielleicht auch bis zum General- oder Großbankdirektor bringen, Vater?" „Nein, mein Iunge, dann wirst du bestimmt zu etwas Nützlicherem gebraucht." Gebrüder Gaß festgenommen. Falschmünzerwerkstatt in ihrer Wohnung entdeckt. vor einigen Tagen sind von Beamken der Falschgeldzenlrale des Berliner Polizeipräsidiums zwei Männer festgenommen worden, die bei einer Firma unier Vorlage eines Gipstlischees einen Metall st empel in Austrag gaben. Die beiden Kunden gaben als ihre Adresse die vudapester Straße an. Der Firma kam die Angelegenheit verdächtig vor und man benachrichtigte die Polizei. Die Adresse erwies sich als fingiert, und als die Männer den bestellten Stempel abholen wollte», wurden sie festgenommen. Zu ihrer lleberraschung sahen die Beamten zwei alte Bekannte vor sich. Es waren die Gebrüder Erich und Hans Saß. die seinerzeit unter dem Verdacht des Bankraubes am Witlenbergplalz standen. Eine Haussuchung in der Wohnung der Saß forderte schwerbelastendes Wlalerial zutage. Es wurden Geräte und Apparate vorgesunden, die zur Herstellung von falschen Zehn- rentenmartscheinen dienten. Ob die Falschmünzer bereils Falsisikale in den Verkehr gebracht haben, lönnen erst die weiteren Rachsorschungen ergeben. Vom Untersuchungsrichter ist gegen beide Haftbefehl erlassen. 37 Staaten, darunter alle Großstaaten, haben bis jetzt dem Generalsekretär des Völkerbundes ihre Zustimmung zu dem Rüstiingsseierjahr mitgeteilt. Die Ausforderung dazu war an 55 Mitgliedsstaaten des Völkerbundes ergangen und an neun andere Staaten, die zwar nicht Mitglieder des Völkerbundes sind, aber an der Abrüstungskonferenz teilnehmen. Ein Nichter fürs Dritte Neich. Er schießt auf die Wohnung eines Gewerkschastssekretärs. Trier, 3. November.(Eigenbericht.) In der Nacht vom 26. zum 27. Oktober wurde hier aus die Wohnung des sozialdemokratischen Gewerkschasts- sekretärs Zakobs ein Schuß abgegeben, durch den eine Fenster- scheide zertrümmert wurde. Jetzt ist unter dem verdacht der Täterschaft der Richter am Trierer Amtsgericht S i d o n festgestellt worden. Sidon ist zwar nicht Mitglied der Nationalsozialistischen Partei, aber verkehrt an einem Nazislamm- tisch. An dem Abend, als er den Schuß abgab, kehrte er von dem Stammtisch nach Hause zurück. Die Obcrstoatsanwaltschast Trier äußert sich zu dem Vorfall ins- besondere zu der Täterschaft Sidons noch zurückhaltend. Die Polizei ist jedoch überzeugt, daß nur Sidon als Täter in Frage kommt. Nach Fricks Nezept! Prozeß gegen nationalsozialistische Mörder in Hamburg. Die TodeSfchüffe im Autobus. Hamburg, 3. November. 1 Der blutige Ueberfall, der in der Nacht zum 15. März in dem Nachtautobus zwischen Ochscnwärder und Hamburg verübt wurde, wobei das kommunistische Bürgerschaftsmitglied Otto Henning von drei Nationalsozialisten erschossen wurde, steht heut« vor den» Schwurgericht zur Verhandlung. Am Tage nach dem Attentat auf den Regierungsrat L a f s a l l y ereignete sich der Vorfall, der in Hamburg größte Erregung hervor- rief. Henning fuhr in der kritischen Nacht in Begleitung seines Parteigenossen E a h n b l e y von eine? politischen Versammlung nach Hamburg zurück. Unterwegs sprangen drei Männer, die rückwärts im Autobus gesessen hatten, plötzlich aus und schrien dem Führer zu:„Halt, oder wir schießen!" Der erschrockene Chauffeur folgte ihrem Ruf und nun spielte sich die Tat ab, deren Verlauf von den einzelnen Zeugen verschieden geschildert wird. Nach der Aussage von Zeugen, die in nächster Nähe des Er- mordeten saßen, trafen die drei Männer auf Henning zu und fragten ihn, ob er das kommunistische Bllrgcrschaftsmitglied Andre sei,. Henning verneinte und nannte seinen richtigen Namen. In diesem Augenblick rief einer der Männer aus:„Dich suchen wir ja gerade!" Gleich darauf knallten auch schon die Schüsse. Henning sank tödlich gelrosfen einer neben ihm sitzenden Dame in den Schoß. Die Angreifer feuerten nun wie wild weiter in der Richtung, in der Henning gesessen hatte. Hennings Begleiter erlitt einen Streifschuß am Kopf.>Die neben dem Getöteten sitzende Lehrerin Marcinowski erhielt sünf Schüsse in den Oberschenkel., Die Schießerei, bei der insgesamt etwa sünszehnmal gefeuert wurde, forderte auch mehrere Leichtverletzte unter den Fahrgästen. Zwei der Angeklagten stellten sich ain nächsten Tag selbst der Polizei, nachdem die Nationalsoziali st ische Partei sofort nach dem'Attentat eine Erklärung ausgegeben hatte, in der sie mit- teilte, daß die drei wohl Mitglieder ihrer Partei gewesen seien, daß sie aber jetzt ausgeschlossen seien, nachdem sie entgegen den Anord- mmgen Adolf Hitlers gehandelt hätten. Der dritte Attentäter wurde bald darauf verhastet. Adolf Hitler hat den Mördern Rochtshilse gestellt. Nun haben sich die drei— der 22jährige Albert Jansen, der 26jährige Otto Bammel und der 2!jjährigc Alois H ö ck m a y r— wegen Mordes zu verantworten. Jansen war früher Polizei- Wachtmeister, wurde aber wegen nationalsozialistischer Agitation entlassen. Heute 15 Masseoveninlonoen gegen den FascHisiis! Hugenbergs Klage. Adolf, spinnst du böse Ränke, Gräbst der Freundschaft du das Grab?. Adolf, sag, machst du Mekenke. Haust du jetzt zu Brüning ab? War in Harzburg die Parade Gar kein richtiger Alarm? Nahmst du mir nicht nur Mandate, Nahmst du mich auch auf den Arjri? Ach, ich dachte schon, wir beide Blieben immerdar versippt. Neigst du jetzt zur andern Seite' Bist du gar schon umgekippt? Aber diese Schadenfreude Laß ich Trost im Leid mir sein: So wie ich hereinflog heute, Fliegt der andre morgen rein! Hans Bauer. Oie befristete Legalität. Justizobersekretär wegen nationalsozialistischer Betätigung verurteilt. Frankfurt a. M., 3. November. Der Disziplinarscuat des Oberlandesgerichts Frankfurt a. M. fällte in einer Berhandlung gegen den nationalsozialistischen Stadt- verordneten Justizobersekretär Karl Lange, der sich wegen seiner politischen Tätigkeit zu verantworten hatte, eine bemerkenswerte Entscheidung. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 100 Mark Geldstrafe und betonte in der Urteilsbegründung, die NSDAP. sei bis zum Ausschluß des Hauptmanns Stennes als staatsfeindliche Partei zu betrachten. Die aktive Betätigung eines Beamten für sie stell««in Dienstvergehen dar. Wegen dieser Betätigung für die Partei, solange ihr Haupt- mann Stennes angehörte, sei der Angeklagte zu bestrafen gewesen. Die Hamburger Bürgerschaft. Eföfsnung am Mittwoch.— Man erwartet eine aufregende (Sitzung. Homburg. 3. November.(Eigenbericht.) Die ani 27. September neu gewählte Hamburger Bürgerschaft, in der Kommunisten, Nationalsozialisten und Deutschnationale, also die Opposition, über eine Mehrheit verfügten, tritt am Mittwoch, dem 4- November, zum erstenmal zusammen. Alterspräsi- d c n t ist ein K o m m u n i st. Die Kommunisten beabsichtigen, diese zufällige Eintagsmacht weitgehend auszunutzen. Sie und die Na- tionalsozialisten haben vorherige Bercinbarungen über den Ablauf der Sitzung abgelehnt. Es ist nach allem mit einer aufregenden Sitzung zu rechnen. Die Sozialdemokratie wird als stärkste Fraktion selbstverständlich einen Kandidaten für das Prä- fidentenamt nominieren. Nationalsozialisten und Kommu- nisten haben inzwischen erklärt, daß auch sie einige Vorschläge für die Wahl des Präsidenten machen werden. Für den sozialdemokra- tischen Borschlog ist eine relative Mehrheit gesichert, da Staatspartci und Bolksstartci den Sozialdemokraten wählen werden. Da ober die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich ist, wird nach zwei Wahlgängen eine Stichwahl zwischen den Sozialdemo- traten und den Kandidaten der Nazis erfolgen müssen; Ob es am Mittwoch schon zur Konstituierung der Bürgerschaft kommt, ist zweifelhaft, da die Kommunisten offenbar erhebliches Interesse an Tumulten haben und die Nazis sich diesen Bestrebungen bisher nicht eindeutig versagt haben. Neue Prüfung der Zahlungsfähigkeii. Keine Äiarritz-Konferenz/ Amerikanische Bankiersdrohung Paris, Z.November.(Eigenbericht.) Ministerpräsident Loval hat am Montagabend den Vertretern der Presse erklärt, daß die Meldungen über die Einberufung einer Gläubigerkonferenz nach Biarritz unzutreffend seien. Der„Matin" erklärt, daß sich Laval auf keind neue grund- sätzlichc Diskussion mit Deutschland über die Erneuerung des Poung- Plans einlassen werde, die ohne Zweifel auch eine Abänderung gc- wisser wesentlicher Garantien des Bersailler Vertrages zur Folge haben würde. Da Deutschland gezwungen sei, ein Moratorium zu verlangen, müsse es also den vom Poung-Pkan vorgeschriebenen Weg einhalten. Jnfolgedesien werde es die Aufgabe des Baseler Sachvcrftändigenkomitees sein, von neuem die Zahlungsfähig- k e i t Deutschlands zu prüfen. Sobald das Komitee seinen Bericht erstattet habe, könnten die Arbeiten einer internationalen Konferenz beginnen. Was die heikle Frage der Deutschland gewährten kurz- fristigen Kredite anbelangt, so würden die Mächte, die im- stände sind Deutschland zu helfen, nur schwer darin einwilligen, ihr Guthaben gegen Wechsel einzutauschen, die nur von der deutschen Regierung unterschrieben sind Denn man könne etwas nicht Vor- handenes nicht diskontieren. Auf jeden Fall müsse Deutschland, be- vor eine Lösung dieses wichtigen Problems in Aussicht genommen werden kann, eine wirkliche Anstrengung unternehmen, um ehrenhaft und progressiv aus dem Nichts herauszukommen, in dem es sich augenblicklich befinde. Der Washingtoner Sonderberichterstatter des„Matin" gibt die Ansicht eines nicht genannten amerikanischen Bankiers über die Hal- tung Deutschlands gegenüber seinen finanziellen Schwierigkeiten wieder. Dieser erklärt:„Die U n g e s ch-titl i ch k e i t e n Deutsch- l a n d s kommen Frankreich ebenso zugute wie Frankreichs eigene Verdienste. Die Baseler Sachverständigenkonferenz, von der jede Politik verbannt war, und auf der sich einfach der Schuldner und die Gläubiger gegenüberstanden, hat vielen Leuten die Augen geöffnet und zu denken gegeben. Deutschland hat dort Ansprüche gestellt, die die amerikanischen Bankiers in Erstaunen gesetzt haben. Die Lage ist so, daß Deutschland entweder im Fe- bruar seinen Verpflichtungen nachkommt, und dann wird man sich trotzdem an seine Haltung erinnern, oder daß es nicht zahlt, und dann wird sein Kredit in Amer-ka auf 25 Jahre ruiniert sein. An! der Marne hat Deutschland sein militärisches Prestige verloren, heute � läuft es Gefahr, auch sein finanzielles Prestige zu ver- lieren. Eine Art moralische Solidarität bildet stch gegenwärtig zwischen seinen Kriegs- und seinen Friedensgläubigern heraus." Subveotionierung des Exports in Sitdafrika. Das Reprä- sentantenhaus ist für den 18. November zu einer Sondersitzung einberufen worden. Es wird über eine staatliche Subventionierung aller südafrikanischen Exporte von Rohprodukten(mit Ausnahme von Gold, Diamanten und Zucker) beschliehen. Die Subvention soll 40 Millionen Mark kosten. Hakenkreuz-Provokation in Kakau Organisierte Lteberfallversuche auf das Reichsbanner Salau, 3. November.(Eigenbericht.) Am Sonntag hatte der Bezirk des Reichsbanners Kalau-Senften- berg einen Republikanischen Tag angesetzt. Die Nationalsozialisten hatten Störungsoersuche planmäßig vorbereitet. Am Sonntag bereits in den Vormittagsstunden waren die von auswärts herangezogenen SA.- Trupps des Kreises Kalau und der angrenzenden Bezirkelmter Führung des aus dem Fememord berüchtigten Feme- Mörders Schulz eingetroffen und besetzten die Straßen der Stadt, insbesondere wurden die zirka 300 Personen zählenden Nazi- jünglinge um den Marktplatz gruppiert. Wie planmäßig die Nazis die Störungsversuche vorbereitet haben, geht daraus hervor, daß man die berüchtigsten Schläger der Nazibewegung, mit dicken Eichenstöcken bewaffnet, herangezogen hatte. Unter ihnen die aus wiederholten Prozessen bekannten und mit Gefängnis bestraften Gebrüdör Winz aus Senftenberg. Als der Festredner des Reichsbanners, Dr. Haubach, seine Red« begann, setzten Nazihände die auf dem Turm angebrachte Feuer- sirene in Bewegung, während auf den Straßen um den Markt- platz die angesammelten Nazihorden ein Jndianergeheul mit nicht wiederzugebenden Ausdrücken anstimmten. Das Reichsbanner stand während der ganzen Zeit wohldiszipliniert und fest in der Hand der Führer. Die Landjägerei und Schutzpolizei drängte die angrifsslustigen Nazihorden in die Seiteystraßen ab, so daß die Festansprache des Kameraden Dr. Haubach zu Ende geführt werden konnte. Während der Veranstaltung hatte sich hinter dem am Markt haltenden Omnibus das R o l l t o m in a n d o der Nazis ver- sammelt. Als die Reichsbannerleute sich im Abmorsch befanden und bereits sich der größte Teil in der Abmarschstraße bewegte, st ü r z t e das Rollkommando der Nazis auf den Schluß des Zuges, um von ihren mit Cisenspitzen versehenen Stöcken Gebrauch zu machen. Im Nu haste sich eine große Schlägerei ent- wickelt. Wäre nicht sofort von feiten der Polizei und den Führern des Reichsbanners eingegriffen worden, so wäre es zu dem, von den Nazis beabsichtigten Blutbad gekommen. Das Rollkommando schlug auf die marschierenden Reichsbonnerleute ein und oerletzte den Vorsitzenden der Ortsgruppe Luckau, den Kameraden Edgar Schulz, am Hinterkopf so schwer, daß er zum Arzt gebracht werden mußte. s wurden außerdem noch mehrere Kameraden leicht verletzt. Der t weitere Ummarsch durch die Stadt verlief trotz dauernder stärkster Provokationen, dank der Disziplin der Reichsbannerkameraden, in mustergültiger Ordnung. Es ist den Nazihorden nicht gelungen, die Veranstaltung des Reichsbanners unmöglich zu machen. Obwohl Frauen und selbst Kinder in der gemeinsten Weise angepöbelt und terrorisiert wurden, hatten sie keinen Erfolg mit ihrer Aktion. Man scheute sich sogar nicht, kleinen Kindern die Fähnchen der Republik zu entreißen und zu vernichten. Der Republikanische Tag verlief, wie immer wieder hervorgehoben werdcm>muß, nur infolge der straffen Disziplin und der eisernen Ruhe der Reichsbannermitglieder ohne weitere ernst- haften Zwischenfälle. Hier lag ein organisierter U eberfall der Nazihorden vor. Die republikanische Be- völkerung von Kalau erwartet, daß die gefaßten Provokateure und Schläger ihre Strafe erhalten. Reichsbanner überfallen. Ein„legales" Heldenstück der Hitlerbanden. Gadebusch, 3. November.(Eigenbericht.) In der Nacht zum Sonntag kam es in der Ortschaft K r e m z zu einer schweren Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Reichsbannerleuten. Die Reichsbannerleute hatten sich in Gadebusch aufgehalten und waren von den Nationalsozialisten unter Nennung falscher Namen angerufen und ersucht worden, nach der Ortschast. K r e m z zu kommen, weil dort angeblich eine sozialdemokratische Versammlung von Nationalsozialisten bedroht sei. Diese Anrufe hatten offensichtlich nur den Zweck, die Reichsbannerleute noch Krcm; zu locken, wo die Nationalsozialisten mit etwa 100 Mann angetreten waren. Als die Rcichsbannerleutc in Kremz ankamen, wurden sie von den Nationalsozialisten überfallen. Die Reich sbonnerlcute, die nur in einer Zahl von etwa 30 Mann erschienen waren, mußten sich zurückziehen. Die Nationalsozialisten marschierten ihnen noch und gleichzeitig kam van der entgegengesetzten Richtung ein zweiter nationalsozialistischer Trupp. Von diesen beiden nationalsozialistische,, Haufen wurden die Reichsbannerleute eingekeilt. Auf der Ehoussce zwischen Kremz und Gadebusch kam es dann zu einer wüsten Schlägerei, bei der mit Knüppeln usw. aufeinander zugeschlegen wurde. Fünf Reichsbannerleuto wurden verletzt, davon einer schwer. Die Serie der Ziaubüberfälle 50 Schüsse aus die Verfolger/ Passant ausgeraubt Troß aller Bemühungen der Beamten des Raubdezernals ist es bisher nicht gelungen, einen der gestrigen Raubüberfälle zu klären. Die Ueberfälle waren zum großen Teil so gut vorbereitet, daß ein Mißlingen ausgeschlossen war. -■*.. Besonders aufregend gestaltete sich die Verfolgung der beiden Banditen, die den Raub Überfall auf den 64 Jahre alten Häuser- Verwalter Neumann in der Steinbock st ratze in Neukölln ausführten und dabei annähernd 3000 Mark Mietsgelder erbeuteten. Die Tät»r flüchteten in Richtung des nahegelegenen Laubengekändes, um dort im Gewirr der Woge zu entkommen. An der Derfolgung der flüchtigen Räuber beteiligten' sich besonders ein Bäcker und ein Maurer, denen es auch gelang, bis auf 100 Meter an die FlieheniKn heranzukommen. Am Heidekampweg drehten sich die Verbrecher plötzlich um und eröffneten auf ihre Verfolger ein rasendes Schnell- feuer." Um nicht getroffen zu werden, mußten die beiden Männer Deckung suchen. Das genügte aber, um den Räubern einen solchen Vorsprung zu sichern, daß sie entkommen konnten. Wie aus den vorgefundenen Patronenhülsen hervorgeht, die im Laubengelände verstreut umher lagen, haben die Täter mindestens ZOSchü sseabgefeuert. Noch cm fünfter Naubüberfall war in der letzten Nacht in der Eifenacher Straße in Schöneberg zu verzeichnen. Als der Berichterstatter Sch. einer Berliner Zeitung sich auf dem Heimweg nach seiner in Mariendorf gelegenen Wohnung befand, wurde er in der Essenacher Straße von drei Männern überfallen. Sie fielen über Sch. her und raubten ihm seine Brief- t a s ch e, in der sich sein ganzes Gehalt befand. Die Verbrecher sprangen dann in ein bereitstehendes Auto und rasten davon. Leider erstattete der Ucberfallene erst so spät bei der Polizei Anzeige, daß sich ein« Verfolgung als zwecklos erwies. Der Lleberfall in Groß-Kreuh. Die Krau in Männerkleidvng.— Teilgeständnis der Täler Zu dem schweren Raubüberfall auf das Ehepaar Zingelmonn in Groß-Kreutz erfahren wir, daß die Nachforschungen, die Krim»- nalkommissar Nebe im Verein mit der Brandenburger Behörde geführt hat. ergeben haben, daß die Täter nicht von der Straße aus, sondern über einen Gartenzaun an das Haus herangekommen sind. Aus dem Zaun waren einige Latten herausgebrochen. Die Fußspuren deuteten darauf hin, daß zwei Personen beteiligt sein mußten. Der Verdacht gegen das Sicdlerehepaar K l« e n aus Ncu-Bochow hatte sich inzwischen so verstärkt, daß beide fest- genommen wurden. Während der Mann nach wie vor trog schwerster Belastung bestreitet, hat Frau Kleen in einem Einzel- verhör am Dienstagvormittag ein Teilgeständnis abgelegt. Sie hat zugegeben, daß sie, die von den Geldschwierigkeiten ihres Mannes wußte, in Männerkleidern an dem lleberfall teilgenommen hat. Sie erwartete ebenso wie ihr Ehemann, bei den betagten Eheleuten eine größere Geldsumme zu finden. Zingelmann und seine Frau, die schwer oerletzt wurden, liegen noch in ihrer Wohnung und sind stäii- big in ärztlicher Behandlung. Besorgniserregend ist der Zustand der Frau, die nur auf kurze Augenblicke aus der Bewußtlosigkeit er- macht. Trotzdem hoffen die Aerzte, ihr Leben erhalten zu können. Von der Verleumderkloake. 6 Wochen Gefängnis für eine frei erfundene Verleumdung Bon einem Nationalsozialisten war gegen den von der äußersten Rechten viel bekämpften sozialdemokratischen Regierungspräsidenten in Frankfurt an der Oder, Dr. F i tz n e r, in der Oeffentlichkeit der Vorwurf erhoben worden, er hätte sich in betrunkenem Zu- standaufderStraße geprügelt. Dr. Fitzner hat den Urheber dieser Behauptung vor Gericht gezogen. Hier wurde festgestellt, daß an der Behauptung kein wahres Wort ist. Der Beklagte selbst zog sich reumütig auf Aussagen von dritten Personen zurück, die ebenfalls keiner Prüfung des Gerichtes standhielten. Da das Gericht den Beweis für die Lügenhaftigkeit der Vorwürfe gegen Dr. Fitzner für erbracht ansah, wurde angesichts der besonderen Schwere der Vorwürfe gegen einen hohen Staatsbeamten auf Freiheitsstrafe erkannt und der Beklagte auf Antrag des Verteidigers Dr. Fitzners zir ö Wochen Gefängnis oerurteilt.» land und Wales, darunter 27 Stadtbezirke Londons, gewählt. In den Provinzen treten alljährlich ein Drittel der Abgeordneten von ihren Sitzen zurück, während in London olle drei Jahre Neuwahlen für die Stadtbezirke stattfinden. In den Provinzen sind 426 Ar- beitersitze freigeworden, öl Kandidaten der Arbeiterpartei wurden wiedergewählt, weil sie keine Gegner hatten. Der Kampf geht um 400 freigewordene Sitze der Konservativen, der Liberalen und Un- abhängigen und um 335 Sitze der Arbeiter. In London geht der Kampf um 1172 Sitze, um die 2470 Kandidaten kämpften. Unter ihnen befinden sich 4SI weibliche Kandidaten. In 8 der 28 Stadt- kreise Londons hatte die Arbeiterpartei bisher eine Mehrheit D�s Endergebnis der Wahlen wird erst später herauskommen. Oie Gemeindewahlen in England. Wieder starke Verluste der Arbeiterpariel. London. 3.November. Bei den englischen Gemeindewahlen erlitt die Arbeiterpartei— wie bei den Wahlen im Parlament— schwere Verluste. Nach dem Stande vom Dienstag früh hatten die Sozialisten in London 78 Sitze verloren, während die bürgerlichen Resormparteien 66 Sitze und die Unabhängigen S Sitze gewannen. In den Provinzen stellten sich die Gewinne der Konservativen auf 149 gegenüber 5 Verlusten, die Gewinne der Liberalen auf 26 gegenüber 5 Verlusten und die der Unabhängigen auf 46 gegenüber 10 Berlusten, während die So- zialisten bei nur 5 Gewinnen 206 Sitze verloren. Das Abgleiten der sozialistischen Stimmen war wieder am stärksten im n ö r d- l i ch e n England. Derby, Birkenhead, Stoke, Oldham sind den So- zialisten entrissen. In Birmingham wurden sämtliche 24 Kandi- baten der Sozialisten geschlagen Im ganzen wird in rund 300 Städten und Gemeinden in Eng- Parteitag der litauischen Sozialdemokratie Kowno. 2. November. Zum erstenmal feit dem Woldemaras-Putsch vom Jahre 19? i hat die Sozialdemokratische Partei Litauens wieder einen Parteitag veranstaltet, nachdem das Verbot zur Abhaltung eines Parteitcn. bereits Ansang des Jahres aufgehoben worden war C r i s p i e n begrüßte den Parteitag und hielt ein Referat über die politische Lage in Deutschland. Den Hauptgegenstand der Erörterungen dev Parteitages bildete die Aenderung des Parteiprogramms. Die Friedensverhandlungen zwischen der Kanton- und der Rankingregierung in Schanghai sind endgültig zufammengebrochen. Der chinesische Präsident Tschiangkaischek warf bei einer Rede, die er in Nanking hielt, den Unterhändlern der Kantonregierung vor. Japan indirekte Hilf« zu leisten/indem sie seinen Rücktritt verlangten und damit die Stellung der Nankingregierung schwächten. Auch bei dieser Gelegenheit weigerte sich Tschiangkaischek, der Aufforderung Kantons, zurückzutreten, nachzukommen. Priestermord In Spanien. In Bilbao wurden zwei katholische Priester, die in den Abendstunden spazieren Dingen, von einer Gruppe zufällig ihnen entgegenkommender Arbeiter(?) überfallen. Es wurde aus Pistolen eine Salve abgegeben, die die beiden Priester sofort tötete Die Parlamente im November. Tagung der Ausschüsse.— ZieichSparteiauSfchuß des Zentrums. Mit dieser Woche beginnt im Reichstag und Landtag eine längere Periode größerer parlamentarischer Arbeiten. Im Reichs- tag tritt als erster Ausschuß am Mittwoch der Volkswirt- schaftliche Ausschuß zu einer Tagung zusammen, in der zu- nächst die Anträge über das Zugabewesen beraten werden. Am Freitag folgt dann der Sozialpolitische Ausschuß, am Montag nächster Woche der Siedlungsausschuß, dem die Richtlinien über die Erwerbslosensiedlung zur Stellungnahme vor- gelegt werden sollen. Es folgen dann noch zahlreiche weitere Aus- schüsse und schließlich am 19. November der Haushaltsausschuß, dessen Beratung besondere Bedeutung zukommt. Die Tagesordnung des Haushaltsausschusses umfaßt sämtliche Vorlagen und Anträge, die dem Ausschuß zurzeit vorliegen. Sie ist daher sehr umfangreich und enthält nicht weniger als Sl> Einzel- punkte. Die Erledigung des umfangreichen Beratungsstosfes wird mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Der erste Teil der Tages- ordnung betrifft mehr formale Angelegenheiten, Denkschriften und Mitteilungen der Ministerien, die den Unterausschüssen des Haus- Haltsausschusses zur weiteren Prüfung überwiesen werden sollen. Der Rechnungsausschuß wird ferner Bericht erstatten über seine inzwischen erledigte Nachprüfung der Reichshaushaltsrechnung von 1939. Es folgen dann die zahlreichen Anträge der Reichstags- Parteien, die in der letzten Reichstagssitzung dem Ausschuß über- wiesen worden sind. Mit an erster Stelle stehen die Anträge, die sich mit der Neuregelung der Pensionsfrage und der Einführung einer Hoch st pensionsgrenze befassen. Dann folgen Anträge der Sozialdemokraten und der Bayerischen Volkspartei, die eine Reihe von Aenderun- gen der letzten Notverordnung verlangen. Weiter stehen auf der Tagesordnung die Einsprüche des R e i ch s r a t s in der Gc- frierfleischfrage und zu einzelnen' Bestiinmungen des letzten Reichs- etats, ferner Antrage über Maßnahmen zum Schutze der Landwirt- schaft, der sozialdemokratische Antrag über das Aktienrecht und der Gesetzentwurf des Zentrums über die Rechtsstellung der weiblichen Beamten. Im Preußischen Landtag findet am Mittwoch eine Voll- sitzung statt, in der über den deutschnationalen Mißtrauensantrag gegen den Landwirtschaftsminister Dr. Steiger entschieden wird. Außerdem tagen auch im Preußischen Landtag während des ganzen Monats zahlreiche Ausschüsse und Untersuchungsausschüsic. Ebenso finden in den nächsten Tagen und Wochen in ver- siarktem Maße Beratungen der politischen Parteien statt. Am Donnerstag tagt im Reichstag der Reichsparteiausschuß derZentrumspartei.umzur gesamtpolitischen Lage Stellung zu nehmen. Die künftige Stellung des Zentrums zum Nationalsozialismus dürfte auf dieser Tagung eine be- sondere Rolle spielen. Am Sonnabend hält die Reichstagsfraktion des Chrisllich-Sozialcn Bolksdienstes in Mainz eine Sitzung ab, am Montag tagt die deutschnationale Fraktion in Darmstadt. Etwa Mitte Dezember wird der Zcntraloorstand der Deutschen Volkspartei zu einer Tagung zusammenkommen, um zu den letzten politischen Entscheidungen im Reichstag Stellung zu nehmen. Oer Kall Landbank. Die Untersuchung geht weiter. Der Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtags zur Nach- Prüfung der Finanzgeschäfte des Preußischen Staates mit den kon- � kursbedrohten Unternehmungen des Oeheimrats Hilgenberg setzte am Montag die Erörterungen über den Uebergang der Landbank in i Schneidemühl auf den Staat fort. Von der Firma A r o n s ist � dem Ausschuß ein Schreiben zugegangen, in dem gesagt wird, daß von den bisherigen Zeugen die Tätigkeit der Firma bezüglich der Landbank-Aktien und-Obligationen den Tatsachen widersprechend geschildert worden sei. Von einem Teil der Presse seien in diesem Zusammenhange schwere Beleidigungen gegen die Firma erhoben worden. Es wird um die Zeugenvernehmung des Mitinhabers der Firma, Georg Arons, vor dem Ausschuß ersucht, der über das Zu- siandekommen des Vergleichs mit den Minderheitsaktionärcn und Obligationären Auskunft geben könne. Der Ausschuß beschloß, Arons am Dienstagnachmittag zu ver- nehmen. Am Dienstagoormittag wird Geheimrat Hugen- b e r g als Zeuge vor dem Ausschuß erscheinen. Die Montagssitzung des Ausschusies wurde ausgefüllt mit einem Bericht des Berichterstatters. Abg. Kuttner(Soz.) über den In- balt des inzwischen von den verschiedenen Stellen eingegangenen Aktenmaterials über den Landbank-Konmplex, das rund 49 Akten- bände umfaßt. Giahlhelmsumpf in Waldenburg. Zahlreiche Geschästsleuke als Leidtragende. Waldenburg, 2. November.(Eigenbericht.) Der Stahlhelmsumpf, der mit dem Selbstmorde des Konkurs- Verwalters, Steueramtmanns und Hauptmanns a. D. Sachse, auf- gedeckt wurde, nimmt einen immer größeren Umfang an. Schon die zweite Nummer des von Sachse gegründeten Skandalblattes „Die deutsche Ostfront" tonnte nicht mehr erscheinen, da der Papierlieferant den noch vorhandenen Vorrat der für das Blättchen bestimmten Papierlieferung beschlagnahmt hatte. Die Walden- burger Druckerei, die den Druck der Zeitung ausführte, hat nun den Konkurs angemeldet. Zahlreiche Geschäfts- leute siivd die Leidtragenden. Gegen einen Gesellschafter der„Ostfront", eine treu nationale Stahlhelmgröße, den Walden- burger Rechtsanwalt und Notar Dr. Becker, i st Strafantrag wegen Betruges gestellt worden. Er hat Bürg- schaften und Wechsel zugunsten der Ostfront unterschrieben, obwohl er wußte, daß er nicht in der Lage ist, gegebenenfalls für die ein- gegangenen Verbindlichkeiten einzutreten. Die weiteren Unter- suchungen dieser Angelegenheit haben ergeben, daß Sachse nahezu 39 999 Mark unterschlagen hat. „Geschichten aus dem Wiener Wald" Horvath im Oeutschen Theater Es ist die Sehnsucht nach der Wiedererweckung des alten Volks- stücks, die Oedoen Horvath angeregt hat. Pate gestanden hat ihm dabei sicherlich wieder der„Fröhliche Weinberg" des Carl Zuck- mayer, der übrigens Horvach den diesjährigen Kleist-Preis für seine dramatische Produktion zugesprochen hat. Wie Zuckmayer ver- sucht Horvath ein Stück Leben zu gestalten, die Handlung scheint ihm dabei Nebensache zu sein. Sie geht zickzackartig hin und her und ist mit Melancholie und Rührseligkeit über Gebühr belastet. Marianne, das eigensinnige Wiener Mädel, soll nach des Vaters Willen den wohlhabenden und ernsten Schlächtermeister heiraten, aber sie wirft sich dem Nichtstuer Alfred an den Hals und hofft, ihn zu einem brauchbaren Menschen zu machen. Nach einem Jahr läßt er sie mit einem Kind in bitterer Not sitzen. Rapide geht es bergab mit ihr. Nackttänzerin in einem Tingeltangel, Unter- snchungshaft, Gefängnis und zum Schluß Rückkehr zum Vater, der sie verstoßen hatte, und zu ihrem Schlächtermeister, der sie immer noch liebt. Anders als sonst in den Volksstücken klingt Horvaths Komödie traurig aus. Resigniert findet sich Marianne in die Bürgerllchkeit, die sie gehaßt hat. Diese volksstückhafte Handlung zieht sich sozusagen nur neben- her durch eine Fülle großartiger Bilder, in denen der Dichter Wiener Leben, Wiener Stimmung und die Atmosphäre österreichischer Leicht- lebigkeit entzückend eingefangen hat. Da gibt es eine Wiener Gaffe mit naturechten Kaufläden, einen Familienausflug mit Picknick im Freien und der unvermeidlichen Gruppenphotographie, Freibad an der schönen blauen Donau, ein Heurigenfest mit der lärmend liebens- würdigen, weinseligen Laune, Nachtbetrieb im Tingeltangel Maxim und in ihrer natürlichen Belanglosigkeit bezwingende Gassenunter- Haltungen. Das ist die Stärke Horvaths, daß er die Alltäglichkeit bezaubernd lebendig macht. Wir bekommen Sehnsucht nach Wien, wenn wir diesen gemütlichen Menschen zusehen. Was wir vom Theater wollen, ist hier erreicht: vollkommene Illusion. Der Abend ist ein Triumph der Inszenierungskunst, Heinz Hilpert, unterstützt durch die famosen Bühnenbilder des Ernst Schütte, läßt«in Stück Wien wirklich und wahrhaftig lebendig werden. Die fünfzehn Szenen ziehen rasch und geschlossen vor- über. Er hat seine Darsteller fest in der Hand, von denen jeder st ine Rolle zu einer prachtvollen Type macht. Das Mariandel ist Carola Neher, ein zuerst schnippisch abweisendes Mädel, dann ein vom Leben gebrochenes armes Hascherl. Knapp sind ihre Nüancen und gerade dadurch einprägsam und unvergeßlich. Lud? Höflich bringt die Tragik der alten Frau ebenfalls gemessen. Hans Moser und Paul H ö r b i g e r steigern die Wirkung des Abends mit ihrem wienerischen Dialekt. und liebenswürdigen Humor. Alle sind zu nennen, denn jeder hat ein Verdienst für sich, Petter Lorre, Willi Trenk-Trebitzsch, Heinrich Heilinger, Josef Da- negger, Paul Dahlke, Grete Iacobsen und Karl Hufzar-Puffy. Ein berauschender Abend, eine fast gelungene Wiedererweckung des Volksstücks, und das Publikum läßt sich durch vereinzelte Pfiffe nicht beirre» und ruft Darsteller, Regisseur und Autor unzählige Male vor die Rampe. � Dgr. Carl Crede:„Madame Tallien". Hannoversches Schauspielhaus. Der Cellcr Arzt Carl Crede, der bekannte Verfasser des„Z 218* und der„Justizkrise", hat sich jetzt in dem dreiaktigen Schauspiel „Madame Tallien" zum ersten Male an einem historischen Stoff versucht. Der Verfasser bemühte sich, gewiss« Aehnlichkeiten zwischen unserer deutschen Gegenwart und der Direktoire-Periode(1794/99) zu zeigen, jenem schreckensoollen, durch das Rasen der Guillotine, Weiberherrschaft, Parteigezänk und Korruption gekennzeichneten Jahrfünft, dem dann vom 1. Konsul Napoleon ein Ende gemacht wurde. Die militärisch? Aera begann. Gewiß ein reizvoller Stoff; rein äußerlich die Fortsetzung des Büchnerfchen„Danton", den man allerdings nicht zum Vergleich heranziehen darf. Der Eindruck, der sich schon beim Lesen des Textbuchs aufdrängte, daß hier eine er- eignisreiche und mit Spannungen aller Art geladene Zeitspanne mehr„für die Bühne zurechtgemacht" als dichterisch gestaltet wurde, und daß wahrscheinlich die diktaturlllsternen Faschisten, die unent- wegten Rufer nach dem„starken Äkann", manchen Bloßstellungen und Verzerrungen der Republik, vor allem aber den leeren Dekla- mationen Napoleons freudig Beifall zollen würden— dieser Eindruck wurde durch die Ausführung leider bestätigt. Große Aufmachung. farbiges Panorama ohne nachwirkende seelische Inhalte. Kaum«ine durchgebildete Gestalt. Dieses johlende Volk von Paris blieb in der Aufführung nichts als entfesselte Oper. S o können die Träger der großen französischen Revolution unmöglich dargestellt werden. Die Madame Tallien, diese Intrigantin großen Stils, blieb auf der Bühne, trotz oller sprachliche» Qualitäten der Darstellerin Maria Stoldt, ohne Fludium. Die Fehlleistung kommt auf das Konto vön Autor und Regie(Georg A l t m a n n). Dos yn- entschiedene, mancherlei Deutungen zulassende, immerhin in der Szenenführung nicht uninteressante Stück, in dem mit den bewähr- ten Theatcreffekten ausgiebig gearbestet wird, wurde von den Krstik- losen heftig beklatscht. Der Republikaner und Freund ernsten dra- matischcn Theaters ist nachdenklich aus dieser Premiere gegangen. Cr ist der Meinung, daß Historie nur durch starke dichterische Kraft, die auch die seelischen Hintergründe aufhellt, bewältigt und uns nahe gebracht werden kann. Eredes Feld ist das Agitations-Schau- spiel. Hier hat er sich bewiesen, und diese Sprache beherrscht er. Werner Schumann. Oer Notschrei der Künstler. Eine protesiversammlung der Verbände. Die Rot der Zest hat nun auch die Künstlerschaft in einer Ein- mütigkeit, wie noch nie seit den TageWder Lex 5)e!nze vor dreißig Jahren, auf den Plan gerufen. Geschlossen demonstrierten die frei- künstlerischen Berufe unter Führung>-s Werkhundes, des Bundes Deutscher Architekten, Reichsoerbandes bildender Künstler, Schutz- Verbandes der Schriftsteller und der Komponiftenvcrbändo gegen die kulturfeindliche Tendenz unseres Krifonkurfes: in einer imposanten Versammlung im Plenarsaal des Herrenhauses, in der von politischen Persönlichkeiten unter anderen Kultusminister Grimme und Reichstagsprösident Löbe teilnahmen. Die Reden wurden, leider mit Ausnahme der interessanten und aggressivsten von Professor Bosselt(der sich der Funkzensur nicht unterwerfen wollte), auf Wachslatten aufgenommen und am gleichen Abend durch Rundfunk verbreitet. So steht zu hoffen, daß auch einige von denen, an die sich die Ansprachen vornehmlich richteten, Gelegenheit gehabt haben, sie anzuhören. Geleitet wurde die Versammlung von Dr.-Jng. Gellhorn, der auch einen in gleichem Geiste gehaltenen Brief des am Kommen verhinderten Generalmusikdirekwrs Schillings verlas und die Resolution zur Abstimmung brachte. Es sprachen Prof. Dr. Frei- Herr v. Pechmann, Walter v. Molo und Prof. Rudolf B o s» seit, und sie waren sich völlig einig in Gesinnung und Gehalt ihrer Reden. Dies wurde von ihnen endlich einmal gesagt, und es kann nicht nachdrücklich genug betont werden: daß die lulturfeind- liche Abbaupolitit unseres Staates in höchstem Grade selbstmörde- risch ist und daß es hohe Zeit wird, damit Schluß zu machen. Der geistige, der schöpferische Mensch, individualistisch und unorganisiert von Natur, tritt endlich als geschlossene Masse vor die Führer des Volkes und der Wirtschaft und verlangt, gehört zu werden Er ist sich bewußt, daß er das eigeytliche Triebwerk aller Kräfte der Na- tion ist, daß ohne die kulturellen Grundlagen, die er und nur er schafft, ein Volk nichts bedeutet und zum Absterben verurteilt ist. Auf diesem gefährlichen Wege sehen wir aber jetzt unsere Verant- wörtlichen: der Abbau des Geistes und der Kultur ist in vollem Gange, die Barbarisierung des vrutschen Kulturvolkes ist eine Tat- fache Dagegen erheben sich die Künstler, Musiker, Architekten, Schriftsteller, sie haben sich endlich auf die gemeinsame Rot und die gcmeinsvme Aufgabe besonnen, sie wollen nicht mehr dulden, daß man sie und ihr sundamentales Wirken zertritt, und fordern Stimme und Sitz in dem großen Rat des Volkes, der den Ausweg aus der allgemeinen Not finden soll. p. k. ,di. Keine Durchmärsche durch Preußen. Ais auf weiteres verboten. Von dem von dem preußischen Minister des Innern erlassenen Demonstrationsoerbot werden auch Durchmärsche durch j preußisches Gebiet betroffen. Diese Durchmärsche ssnd in Zukunft ebenso wie Demonstrationen und Umzüge unter freiem Himmel in Preußen bis aief weiteres verboten. Die Stickstosswerke in Piesteritz werden stillgelegt und zum S. November 1199 Arbeiter entlaijer». Der KOfährige Hann» Heinz Ewers. Der Brettlsänger von tinst, der mit Ernst von Wolzogcn das deutsche Kabarett begründete, der Möchtegern satanische Dichter der„Alraune" und anderer jetzt verschollener Werke, die das Schaudern und prickelnde Entzücken der gehobenen Sensationsbeflissenen bildeten, wird heute sechzig Jahre alt. Vielfach gehäutet— er hat auch für den Film künstlerischer Art sich eingesetzt— ist Ewers, der Ungefpundete, jetzt strammer Wotangläubiger und Nazi geworden. künstlicher Gummi. Die Dupont Company, die weitverzweigte Chcmieinteressen vertritt, gibt nach einer New-Porter Meldung be- kannt, daß es ihr gelungen ist, mjt Hilfe von Acetylen, Salz und Wasser künstlichen Gummi herzustellen. Das neue Erzeugnis, das den Namen Duprene trägt, wird aber vorläufig den Naturgummi nicht verdrängen. Die Herstellung künstlichen Gummis ist bereits wiederholt an- gekündigt worden. Bisher hat aber das Kunstprodukt dem Natur- Produkt noch keine Konkurrenz machen können. Sollte es der neuen Erfindung gelingen, so würde diese Umwälzung in der Weltwirt- schaft einschneidend- Wirkungen ausüben. Paul vartmanu lehrt vom Wiener Burgthcoicr zu Rcinardt nach Berlin zurück, Die neunie Sinfonie. philharmonisches Konzert. Wenn es Kunstwerke von unzerstörbarem Wert und Überzeit- lichcr Wirkung überhaupt geben kann— Werke, in denen das Genie eines einzelnen und die Entwicklung einer Gattung(der Sinfonie z. B. so glücklich zusammentreffen, daß ihre Möglichtesten erschöpft, ihr geistiger Sinn verwirklicht wird, daß Schassen von Generationen und Arbeit von Jahrhunderten resümiert, vollendet und gekrönt werden—, donn ist Beethovens letzte Sinfonie ein solcher Kri- stallisotions- und Höhepunkt musikalischer Kultur. Mit Recht wurde sie uns zum Symbol erhabener Musik, und Unzähligen brachte sie Trost und Freude im tiefsten Verstand— mochten sie nun das Be- kenntnis eines großen Bekenners an ihr lieben oder des größten Meisters meisterhaftestes Werk. Nun da sie unseren Ohren erklingt, ist sie nicht weniger„ungeheuer und kühn", wie Robert Schumann sie empfand: ursprüngliche Kraft und reifste Kunst oerschmelzen zu eigenartiger uns endgültiger Synthese, zu einem künstlerischen Me- dium, das uns über die Spanne von mehr als einem Jahrhundert hinweg das Erschütternde vermittelt und erleben läßt, als wäre es gestern geschrieben: Gram, Verzweiflung, Ueberwindung, unerfüll- bare Sehnsucht des ohnmächtig Einzelnen, Ringen um Freiheit und Freude für alle(zum erstenmal hier: für alle...),„Freunde, nicht diese Töne". Wer von uns wollte sich den„andern und freudc- volleren" in dieser, in so dunkler Zeit verschließen? Ausführende: die Solisten Ria Ginster, Hilde Ellger, Julius Patzak, Hermann Schey, der Bruno Ksttelfche Chor und das Phil- harmonische Orchester. Bruno Walter dirigierte— und wurde dem Werk gerecht. Gibt es höheres Lob, gibt es größere Befriedigung für einen Künstler? A. W. „Marys Giart in die Che". Ll.-T. Kurfürstendamm. Mary kneift eine Stunde vor der Hochzeit aus. Das kommt im Leben mitunter und im Film sehr oft vor. In der Elsenbahn wird ihr die Handtasche gestohlen, sie hält Herrn Blohm für einen Dieb, er sie für eine Diebin, und zum Schluß wird aus beiden ein Paar. Der Regisseur Johannes Meyer schuf einen sehr albernen Film, der jedoch teilweise ehrlichen Beifall verdient, weil Jenny I u g o und Hermann T h im i g ein ganz famoses Paar sind. Jenny Iugo ist nicht nur schön, sie ist auch drollig und diesmal ihrer Rolle gemäß ein echtes verzogenes Töchterlein reicher Eltern. Hermann Thimig charakterisiert gut und wirkt recht ergötzlich, wenn er von einer heiklen Situation in die andere gerät. Glänzend bewähren sich Kurt Lilien als Chauffeur und Maria Z i e g l e r als Trampel. Es ist ja noch nach wie vor die Mode der Filmindustrie, die Hausangestellten als dumme Tollpatsche darzustellen. Außer den sehr guten Schauspielerseistungen ist zu verzeichnen, daß wenig gesprochen und dann und wann gesungen wird, das Tempo ganz fehlt und dem Regisseur nichts von Bedeutung einfällt. Ein Kulturfilm„Dos Gold des Nordens" zeigt die Ge- winnung und Verarbeitung von Bernstein. Die textlichen Er- klärungen sind nötig, nur werden sie leider von einem Liebespaar gesprochen, dos zu stark auf Kurfürstendamm stilisiert ist. e. b. „Weißes Röss'l gegen Weißes Röss'l." Die Neue Philbarnionic nannte sich seit dem 1. November„Weißes Röss'l". Hiergegen bar die Direktion kiharell eine einstweilige Bersüaung auf Unterlassung beim Landgericht l erwirkt.'Bon der Neuen Philharmonie ist hiergegen sofort Widerspruch erhoben worden. „Das Deutsche Bollotheater", die mittelständlerische Tbeaterorgani- sation. wird im Wallner-Theater unter der Leitung von Hans Brockmann und Max Temmler spielen. Die Versuche, die Kroll-Oper zu erhalten, sind dejinitiv gescheitert. Diphtherie in Volksschulen Kein Grund zur Beunruhigung!— Starker Rückgang der Krankheit In einigen Berliner Volksschulen liegen einige Fälle von Dyphlherieerkrankungcn vor. Die notwendigen Schutzmahnahmen sind sofort ergriffen und die betcossenen Schulklasseu geschlosscu worden. Zu einer Veunruhi- gung liegt kein Anlast vor! Die gefährliche Sronk- heil gehl erfreulicherweise dauernd stark zurück. Ein Schüler der Klasse 8B der X. Knabenschule in Berlin- Wilmersdorf, Babelsberger Straße 24/28, Joachim R. erkrankte vor ungefähr acht Tagen. Seine Eltern hatten ihn zunächst wegen einer Erkältung entschuldigt. Erst im Lause der letzten Woche er- fuhr der Rektor, daß es sich um eine Diphtheritiscrkran- k u n g handle, und daß sich das Kind bereits in einem Kranken- Haus befindet. Daraufhin Hot der Rektor den Bruder des Knaben, der dieselbe Schule besucht, sofort vom Schulbesuch dispensiert und die Klasse 8 l> desinfizieren lassen. Am Sonnabend fehlte der Sohn des Konditorcibesitzcrs D a ß n c r, Berlin-Schöneberg, Innsbrucker I Straße'28. Das Kind war plötzlich so schwer erkrankt, daß es so- fort in ein Krankenhaus geschafft werden mußte, wo an ihm ein Luftröhrcnschnitt vorgenommen wurde. Trotz dieser Operation ist der Kleine am Sonntagmorgen g e st o r b e n. Wenn die Eltern auch behaupten, er sei einer schweren Angina zum Opfer gefallen, so glaubt der Rektor, daß das Kind an einer Diphchcritis gestorben ist. Auf Grund der zwei Krankheitsfälle hat der Schularzt an- geordnet, daß die übrigen Kinder der Klasse 8 B(46 Kinder) gestern sofort nach chause geschickt wurden. Der Rückgang der Diphtherieerkrankungen betrögt gegenüber dem Vorjahr in einzelnen Monaten beinahe öl) Proz. Während im Januar l9M noch 555 Berliner an der gefährlichen Krankheit erkrankten, waren es im Januar lN31 nur noch 2!)l. Für den Februar lauten die Vergleichsziffern: 1936: 438 Krankheitsfälle, l93l: 258 Erkrankungen. Achnlich liegen die Verglcichsziffern in den anderen Monaten. Auch der Scharlach weist erfreulicher- weise annähernd einen öOprozentigen Rückgang auf. Filme werben für uns. „Oer Kampf um die Erde",„Oas Tagebuch des Mr. pim". I>er Vildungsausschuß des Kneifes Prenzlauer Serg der Berliner Sozialdemokratie hotte mit einer künstlerischen Film- matinee einen starken agitatorischen Erfolg. Die Veranstaltung, in der man in der Programmgestaltung neue Wege ging, fand in dem schönen„Ellisium"-Lichtspiclcheater statt. Gezeigt wurden„Der Kampf um die Erde", ein Russenfilm, der den Aufbau eines landwirtschaftlichen Kollektivs schildert, und der Film unserer österreichischen Bruderpartei„Das Notizbuch des Mr. Pim", ein agitatorisch sehr wertvoller Film von der Aufbau- arbeit unserer Wiener Genossen. Beide auf künstlerisch hohem Niveau stehende Filme erregten bei den Zuschauern das regste Intcr- esse, der beste Dank für die vorbildliche Arbeit des Bildungs- obmanns Genossen Krüger. Aber nicht nur deswegen war diese Veranstaltung eine so ge- lungene, sondern in einer glücklichen Snnthcse zwischen Bild und Wort benutzte der 2. Kreielcitcr Genosse M a d c r h o l z, M. d. L., die Gelegenheit, um in einer kurzen Ansprache für den Sozialismus und die deutsche Arbeiterpartei, die Sozialdemokratie, zu werben. Wir dürfen trotz der unsagbaren Not niemals vergessen, daß durch den unbeugsamen Willen der Arbeiterschaft in zähem Kampf auch in der bestehenden Wirtschaftsordnung soziale Fortschritte erstritten worden sind. Die Veranstaltung war sehr geeignet, den oft nur zu grauen Alltag unserer Genossen ein wenig aufzuhellen. Dieser Vormittag war aber auch in seiner werbenden Wirkung sehr wertvoll. Auf die weiteren Filmmatinees, die in wöchentlichem Abstand wieder- holt werden sollen, kann man gespannt sein. Es wäre zu wünschen, daß der Versuch vom Kreis Prenzlauer Berg auch in anderen Vcr- liner Kreisen unternommen würde. Tragödie der Trunkfucht. Den(Schwager mit dem Küchenmesfer erstochen. Eine furchtbare Tragödie spielle sich in der vergangenen Nacht gegen 2 Uhr im Hause Urban sl rohe 5 ob. hier e r st a ch in der Trunkenheit der 27 Zahre alle Paul kube seinen 23 Zahre alten Schwager Otto Prcpens. Kube ist kaufmännischer Angestellter und zur Zeit a r b e i t s- los. Er wohnt zusammen mit seiner 31 Jahre alten Frau und einem kleinen Kinde. Das Paar Hot erst vor vier Wochen ge- heiratet. Trotzdem Hot die junge Frau schon die trübe Erfahrung machen müssen, daß rhr Mann, wenn er getrunken hat, gewalttätig und rabiat wird. Den ganzen Montag über hatte er sich umher- getrieben. Es war vorauszusehen, daß er wieder betrunken nach .Haufe kommen würde. Zu ihrem Schutz hatte Frau Kube ihren Bruder Otto Prepens gebeten, in der Wohnung zu übernachten. Sie hoffte, daß feine Gegenwart den Trunkenbold veranlassen würde, sickz zu beherrschen. Gegen 2 Uhr kam Kube nach Hause. Er fing sofort Streit an und versetzte seiner Frau mehrere Ohrfeigen. Als Prcpens ihm entgegentrat, ergriff der Trunksüchtige in wilder Wut ein K ü ch e n m e s s e r und stach seinen Schwager in die Brust. Prcpens brach blutüberströmt zu- sammen. Er verschied noch wenigen Minuten, da der Stich die herzschlogader getroffen hatte. Durch die grauenhafte Tot war Kube plötzlick) nüchtern geworden. Er ergriff eine Medizinflasche und trank den Inhalt aus, in der Meinung, daß er sich damit ver- giften könne. Das Medikament war ober ungefährlich. Auf die Hilferuf« der Frau holten Nachbarn Polizeibeamte herbei. Kube wurde festgenommen und in das Polizeikrankenhaus geschafft. Ofoichsarbeiier-Schiedsspruch abgelehnt Er geht noch über die Tlotverordnung. Der am 29. Oktober gefällte Lohnschiedsspruch für die Reichs- arbeitet mit 4>3 Pro;. Lohnkürzung wurde von allen am Tarif- verkrag beleiliglen Gewerkschaften abgelehnt. Neben der grundsätzliche« Gegnerschaft gegen den Lohnabb-iu war für die Ablehnung des Schiedsspruchs entscheidend, daß er noch über die Verschlechterung hinausgeht, die in der Notoerordnung vorgesehen ist._ Oer jüngste Lohnschiedsspruch. Sie Zleichswasserstraßenarbeiter an der Zieihe. In dem Lohnstreit bei der Rcichswosscrstraßenvcru�altung ist an, Montag in später Abendstunde mit den Stimmen der Arbeitgeber- beisitzer ein Schiedsspruch gesällt worden, wonach die Stunden- löhne der staatlichen W a s s e r ba u 0 r b« i t c r ab 4. No- vcmbcr dieses Jahres wie folgt gekürzt werden: bis zu 62 Pf- um 1 Pf., von 63 bis 72 Pf. um 2 Pf., von 73 bis 92 Pf. um 3 Pf.. von 93 bis 99 Pf. um 4 Pf-, über 109 und mehr Pfennig um 8 Pf. Außerdem ist der B e k ö st i g u n g s z u s ch u h für Schiss- befatzungen von 1,15 Reichsmark auf 1 Reichsmark und die Strcckenzulage für Untcrhaltungsarbciter von 50 Pf. auf 45 Pf. herabgesetzt worden. Erklärungsfrist 7. November. Die beteiligten Gewerk- schaften haben bereits zum Ausdruck gebracht, daß sie diesen Schiedsspruch ablehnen._ Iiundfunkhorstunde: Arbeitsrecht. Am Sonnabend, 7. November, 19.45 Uhr, wird im Vor- tragssaal des Parteihaufes. L i n d e n st r. 3/ 2. Hof links. 2 Treppen links, ein experimentell zu wertendes Lehrfpicl„Arbeits- r e ch t" übertragen. Die Aussprache wird unter Leitung des Ge- nassen Dr. Ernst Fraenkel in Anwesenheit des Veranlassers des Lehrspiels, Ministerialrat Joachim, vor sich gehen. Karten zum Preise von 10 Pf.(Erwerbsbeschränkte frei) sind erhältlich in der Buchhandlung Dictz. Lindenstr.2, sowie schriftlich oder telephonisch durch den Arbeiter-Radiobund, SW. 61, Gitschiner Str. 93(Dönhoff 1886)._ Gistgasfabrik geschlossen. L rüfsel. Z. November.' wie die„Nation Selgc" meldet, wird die chemische Fabrik in Engis(Provinz Lüllich). deren Giftgasen im herbst vorigen Jahres niehrere Vieri scheu leben im Viaostale zum Opfer fielen, auf Grund einer gerichtlichen Entscheidung am 10. November endgültig geschlossen. Wetter für verlin. Noch ziemlich heiter, am Tage sehr mild, auffrischende südwestliche Winde.— Für Deutschlaud. Im Nord- westen Eintrübung bei starken, an der Küste stürmischen Südwest- winden. Im übrigen Reiche Fortdauer des beständigen, am Tage milden Wetters. Dcravtworil. litr di- R-dakti-n:»ich.««»ftela, Berlin:'Anzeigen: Tb. Sl-Sc, Berlin. Bering: Bnrwärt» Berlng Die Kamera Täglich 3. 5, 7. 9 Uhr Die Dreidroichcnoper mit R. Förster, Carola Nchcr, R. Sdifinzrl WZ-IA l/*:—« W 6.45 u. 9 05 U W Cll-nmo Sonnt ab 3.00 U Alt-Moabit 99 Jugendliche Zutritt 5 ch alzenfest In Schiida mit Sieg fr. Arno, Kampers- Tonbeiprograi Tonvodse Mariendorr f"chwrlonenllwirg""fc Kant-Lichtspiele Kantsir. 54(an der Wilmersdorfer Str.) Meine Frau, die Hoctafaplerio mit Küthe r. Nagy, Heinz RQbmann W. 5, 7, 9 Uhr, S- 3, 5, 7, 9 Uhr Germania-Palast Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 53/54 Jeder fragt nach Erika mit Lya Mara, Walter Janssen, R. A. Robert: Woch. 5, 7. 9 Uhr, Stg. 3, 5, 7. 9 Uhr Schlüter-Theater Schlütcrstr. 17 Sonnt. 3 U.Jßd.- Vorst Schlacht von Bademfinde' mit Max Adalbert— Tonbeipr.— Tonwodhe O Wilwcrtdorf 1 Atrium Bcba-Palast KaiseraUee, Ecke Berliner Straße Wocht. 7 u. 9.15 Sbd. u. Stg. 5. 7. 9.15 Tonfilm-Uraufführung: Die andere Seite mit Conrad Vcldt, Theodor Loos, Paul Otto, Rciahold Berndt Regie: Heinz Paal T ODÜlmbciprogr amm Franziskaner J�rTorm, üeorgenstraße(Ecke FriedrichstraBe) Dia. Prtratsekretiris mit Reoate Maller— Die Abcnleaerin von Tonis Moabit Ärkmbnf F1,,n" w- ab 6 so U ***'— Bühne Sonnt ab 5 ü. Perleberger Str. 29 Tonius'spiel Tonbeiprogramm— Ton— oebe Trara um Liebe mit Fells: Press ert Tltania Schönebg. MF. Hauptstraße 49 Sonntags 3, 5. 7, 9 Uhr Der grobe Bergtonfilm mit Lnis Trenker: Berge In Flammen Beiprogramm— Jugendliche Zutritt W Friodenau"b Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 Wochentags 5, 7, 9 Uhr -> Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr Dienst ist Dienst, Militäihumorcske mit Roberls, bngllsdi, Schalz Beipr ■«toj.it, m Titania-Palast �.f6Vou Steglitz. Schloßstr.5, Ecke Gutsmuthsstr. Uraufführung ISdifin ist die Manöver seit mit Paal Heidemann, Gretl Tbcimcr, Ida Wöst, Oskar Öabo T onfilmbciprogr amm >»ehlnndorF-MIttn W 7— IS Beginn täglich irfCU 5. T, 9 Uhr Potsdamer Str. 40 Stg. 3 Uhr; Jugendv. 7- wisch co Nacht and Morgen mit Egcde Nissen, Oskar Hoatolka Tonbeipr ograeun Vf- f i MariendoHer Wochentg. i ja- i*l Tonlichtspiele 6'-. 9 Uhr Chausseestr. 305 So. ab 5 U. Gloria(Liebe und Weltrekord) mit Brigitte Helm, G. Fröhlich— Tonbeiprogramm. Jugend! haben Zutr fl Tgmpclhof I.-Vors Knrfilret Wo.7. 9U. So s. 7, 9 u fiuriursi Sonnt 3U.: Jgd. Dorfstraßc 22, Ecke Berliner Straße Dienst ist Dienst mit Frile Schalz, Lade Englisch—Tonbeiprogramm Tivoli Jägi s, 7. 9 u. tlVUlX Stgs. 3 Uhr: Jugendvorstell Berliner Str. 9/ 2 Tonfilme! 24 Standen aas dem Leben einer Fraa mit Henny Porten Dick u. Dof. Spak um Mitiemadit Dl Neukölln g Mercedes- Palast Hermannstr. 212. Woch. O1:, 9, Stg. ab 3 Or Bühnengastspiel: SdbCfers Lllipa- taner-Reyae.— Im Filmteil Das tanzende Wien.— Jugendl Zutritt Sonntag. 8. November, 2 Uhr Konzert Dolos tiela Primus-Palast �nm�u! Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/7t> Bcriin-Alexanderplatz m. Heinrich George. Bciprogr.— Bühnensdian l�iileiiV Wochent. 6.45, 9 U. Sonntags 3,5, 7. 9 U Kottbusser Damm 92 Weekend im Paradies mit Olto Wallbarg, JoU Faikeosiein.- Ton beiprogramm pyrr-asf es rss* Wochent. 6.45, 9 u tACCISlOr Sonnt. 5, 7. 9 U. Kaiscr-Friedrich-Stiaße 191 Der angetreue Eckehart mit Ralph A, Roberts, Locic Englisch.-- beipr Stern, Hermannsirafje 49 Wochent. 6,45, 9 Uhr, Sonnt. 3, 5, 7. 9 Uhr Tonlustspiel: Sein Scfaeidnngsgrand mit Lien Beyers.— 2, Tonkabareit Böhncnscfaau Südwesten 2 Lichtspiele Südwest Blüchers tr. 12 W. ab 5. So. ab 3Uhr Toniilmlustspiel; Nie wieder Liebe mit Brettart. Lillan Haryey, Liedtke Tonbeiprogramm Film-Palast Kammcrsale Teltower Str. 1 W. ab 5-30, S;g. ab 3 30 U. IMpror. Tonfilm- Bomben ant Monte Cork» mit Hans Albcrs.— Gnies Süden Th. am Moritzplatz Beg. Wo. 5. 7. 9. Stgs. ab 4.30 Uhr Berge In Flammen mit Lnis Trenker (aus dem Krieg in den Dolomiten) W Südosten"�1 Wochent. ab 6>? U- Sonntags ab 3 Uhr, Am Göriitzer Bahnhof Doaaamont(Die Hölle v. Vcrdun) 2 Jüta-Tonkabarelt Böhnenschaa Jugendliche haben Zutritt Landsberger Alice 40/41 Filmcck Luisen-Theater �g.Ä-o? Reichen berger Str. 34 Elisabeth y, Oeslcrreich mit Lil Da- gower Melaka, die Rose von Marakcsch, der etslc orientalische Tonfilm Stella-Palast Köpenicker Straße 12—14 Wochtgs. ab öVa ü., Sonntags ab 3 U Der große Erfolg! Berlin- Alex an der platz mit Heinrich George Gutes Beiprogramm Auf der Bühne: VarletetcfaaQ Flora-Lichtsp. TÄgl,6V«.«»;i, Sonnab. 5,7,9, Stg. 3, 5, 7, 9 Wer nimmt die Liebe ernri mit Max Hansen, Jenny Ingo— Dirk and Dof Kavaliere ffir 24 Standen Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Woch. 6.30, Sonnab. 5, Sonntags 3 Uhr Nur 3 Tage: Sd*fiizenfe*i in Sdhilda mit Siegfr. Arno, Kampers, Ida Wüst Beiprogramm Auf der Bühne: DoUyeoü Jaxzscfaaa(20 Mitwirkende) Jugendliche haben Zutritti ¥ im.51— ¥�4ll5l erf �'oc�- � Uhr *�unii-faiÄi�i.50nnLab3Uhr Große Frankfurter Str. 121 Tonwochc Nur bis Donnerstag: Sein Sdbcidungsgrand Bühne: Lnaaaüraktioncn Deutsch- Amerik.Theatcr Köpenicker Sir. 68 B gg. 5, So. 2,30 J-V Weekend im Paradies mit Otto Wallbarg— Groß, gut Tonbelprogr. Neue Philharmonie Köpenicker Str. 96. Großionfilm: Der Greifer mit Hans Albers— Bciprogr.— Bfihnensch W BaumxhulRnwa�� Lichtspielhaus s'vVTd.'u. Baumschulenstr. 78 Sonnt 2U; J.-V. Parpar and Wascfablaa mit Hami Niese— Gr. Bciprogr.— Tonvochc Treptow- Sternwarte Mittwoch 8 Uhr, Dorincrstag 8 Uhr; Tiere sehea dich an(Der große Tierfilm von Paul Eipper) g' HorOoirei, � � .Elysium" Wo. 5.15, 7.00, 9 15 So 3.15, 5, 7.15, 9.15 U. DI« Abenieoerin-na Tunis mit Elim Richter- BfihseSMbaa— Fc*- Schwarzer Adler Xn« 99 Woch. 5. 7, 9, Stg. 3,5,7, 9 U. Doexaumont(Die Hölle von Verdun) Grones Beiprogramm— Ton wo ehe Jugendliche hüben Zutritt! V iktoria-Theater Frankfurter Allee 48 W. 5, 7, 9. So. 3 Uhr Mein Herz sehnt sid> nach Liebe (Der Hellseher) Babylon, am ßOlowplaiz Wochentags 5, 7, 9.10, Sonnt, ab 3 Uhr Die Nacfat der Entsckcidang mit Conrad Veldt PROGRAMM für die Zeit vom Z. bis 5. November WeiSansce Hflrmntiis» wochent. 7 u 9U. narmome 5. 7 u. 9 u. Langhansatr. 23 JugendU haben Zutritt Um eine NaaenUnge mit Siegfr. Arno, Llcle Englisch.— Tonbeiprogramm FriodHctisrelda Kino Busch Begil�'�uhr Alt-Friedrichsfclde 3 100 pror. Tonfilm. ProzchMaryDngan mit Nora Gregor« Arn. Kortf.— Beiprogramm-Woche ■■ AlliAmhrA Müllcrstraße ,36. Ainamora Ecke Seestraße Wochent 5, 7, 9 U� Sonnt. 3. 5. 7. 9 U. Dienst ist Dienst mit Ralph A.Roberts, Friix Scholz.— Tonbeiprogramm* Pharus-Lichtspielc Müllcrstr. 142 W.5,7.9U� Stg. 3,5.7. 9 U. Tonoperette: Meine Praa, die Hochstapler in mit HStbe v. Nagy,— Ton- beiprogamm �____ Pankow Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 7 u. 9, Stg. 5. 7.? U Großtonfilm: 24 Stunden ans dem Leben e*ncr Fraa mit nenny Porten. Tonbeiprogramm Wochent. 7, 9 Uhr, 1 1VUI1 sonnt. 5. 7. 9 Uhr. Berliner Straße 27 Gr. Bühnenscfaaa Zwischen Nachtund Morgen(Dirnen' tragödie) mit Oskar Homolka.— Tonbeiprogramm Tegel h Bühne: Panl Siegner W Wu-Uchlanbcrfl h Kosmos-Lichtspiele LücktlraB« 70 W. 5. 7. 9?. 3. 5. 7. 9 U Wetia die Soldelcn mit Cbarlofte Ander, Paul Uaidamum Gr. Bdh.enxchan— Toeboipfogr. T<---- Filmpalast Tegel suSSe l'" WochenL61Sonnt4,;4U 100proz.Tonfilm Donanmont, die HfiUe von Vcrdun. Baster ratscht ins Filmland . Flltn- Wo. 6. 8,30 Uhr HOSIIIOÖ bahne So 4,15. 6 30. 8.45 Hauptstfaßc 6 �wei Tonfilme: Hirsekorn greift ein mit Felix Bre* sarL Harold Lloyd, halt dich lest W HeniHgtdorf> Filmpalast Stg Berliner Sjraße 59 100 pror Tonfilm; In Wien hat «ituaal eis Mgdc) geliebt ran{ Tbeleae»— Btisrograsy- (Beilage Dienstag, 3. November 1931 DfrAbfttf Sin/nuigaßa A I�wä>6 So leben n ie.«o leben wie... t ml deshalb— Fiiraorge- Abbau?! So loben Menschen im Erzgebirge: „Eine 46jlchrige Äriegerwitwe wihnt in F. mit Kindern und Enkeln— zusammen zehn Personen— in dem früheren Armenhaus. In der niedrigen Wohnküche spielen die sehr dürftig gekleideten Kinder. In der S ch l a f k a m m e r sind zwei Betten; in dem eine» schlafen zwei Söhne von 17 und 19 Iahren, in dem anderen die Zvjährigc Tochter und deren 2jöhriges Kind. Licht und Luft kommt durch das 59X69 Zentimeter weite Fcnsterchen. Im Nachbarraum schlafen sechs Menschen, Mann und Frau > und vier Kinder von 1 bis 8 Iahren. In einer anderen Kam in er wiederum drei cngnebcnein- anderstehende Betten und ein Waschkorb. chier schlafen zwei Töchter von 21 und 12 Jahren, zwei Söhne von 12 und 29 Jahren, wovon der letztere Epileptiker ist, die Mutter, und im Waschkorb schläft das Baby der Einundzwanzigjöhrigcn. Im Dachgeschoß hinter einem Berschlogc wohnt die 77jahrlgc Urahne. Eine andere Wohnung, bestehend aus Wohnküche und Kammer, wird von der siebe nköpfigen Familie eines Holzarbeiters bewohnt. Die Wohnküche ist so eng, daß die Menschen sich zwischen dem wenigen unentbehrlichen chausrat nur gequält be- wegen können. Jenseits des Trcppenslurs liegt die Schlafkammer. beinahe finster, die Luft ist zum Umsinken. Hier stehen vier Betten eng nebeneinander. Darin schlafen: Vater und Mutter, drei Söhne <11-, 21- und 24jährig) und die Züjährige gci st essck) wache Tochter. Der älteste Sohn ist lungenkrank. Eine erwachsene Tochter, 28 Jahre alt, schläft in der Wohnküche auf dem Sofa. In der Gemeinde R. die gleichen Elendsverhältnissc. Familie eines Invaliden. Die Ehefrau schläft in einem Bett mit dem an schwerer offener Lungen- und Kehlkopftuber- t u l o s e leidenden Manne. In der gleichen Kammer schlafcy zwei Knaben von 5 und 7 Iahren. Mutter und beide Kinder zeigen be- reits Symptome der Ansteckung. Im selben chaus wohnt eine Familie von neun Köpfen in diei ganz engen Räumen. Ein Kind leidet an offener, eine 16jährige Tochter an geschlossener Lungentuberkulose. Die allen, zumeist ein- und zweistöckigen 5)äuser in L. sind wahre Tuberkulosennestcr." Diese Schilderungen zitiert chelcne Wessel in ihrem Buch „Lebenshaltung aus Fürsorge und aus Erwerbstätigkeit"(Verlags- gcsellschaft R. Müller, Eberswalde-Bcrlin) nach Berichten von Viktor Noack. Sie stellt sie mit anderen aus den verschiedensten Gebieten Deutschlands zusammen. Uebcr viele Seiten des Buches erstrecken fich die Elendsbilder, immer in fachlichster, knappester Form gehalten, immer das Einzelbeispiel zur Charakteristik typischer . L«chÄM«r--" c-'-■"7 �--—- Wenn man bei solchen Lebensbedingungen van sittlicher Gefährdung redet, so gebraucht man in sehr vielen Fällen sicher eine viel zu milde Wendung. Die Krcissürsorgcrin des Landkreises Trier berichtet aus ihrer Arbeit, daß die Töchter in der Enge der S ch la f st u b e n g e m e i n f ch a f t sich des Vaters und der Brüder nicht erwehren können, und daß sie aus Furcht davor im Sommer draußen auf freiem Felde, im cheu oder auf dem Abort übernachten. Schaurig, weil er das ganze Lebensniveau einer Menschen- schicht erhellt, klingt auch ein anderer Bericht dieser Fürsorgerin: „In einer anderen zerfallenen chütte, die zu ebener Erde nur einen Raum und darüber noch einen Verschlag hat, wohnt eine Familie, von den sieben Kindern sind sechs in der Fürsorge. Allein did Aelteste, ein 23jährigcs Mädchen, das ein uneheliches Kind hat, lebt noch mit den EUern zusammen. Der Dachraum hat kein Fenster. Man hat, um Licht und Luft hereinkommen zu lassen, einfach ein paar Steine aus der Mauer herausgebrochen. Die Mutter, die an chronischer Augenlidentzündung leidet, geht betteln. Als die Fürsorgerin ihr schonend mitteilt, daß eins von den in der Fürsorge untergebrachten Kindern wegen völliger Ver- b l ö d u n g nicht mehr ins Elternhaus zurückkehren dürfe, freut sich die ganze Familie. Immer wieder vergewissert sich die Mutter, daß sie das Kind nun wirtlich endgültig los sei." Von den sittlichen Zuständen in den Elendsgebicten des Erz- g c b i r g e s schreibt Noack: „Wir hören von amtlicher Seite, daß die normalen Grenzen geschlechtlichen Verkehrs nahezu aufgehoben sind, daß der gleich- geschlechtliche Verkehr nicht mehr so sehr verpönt ist, daß die Intimität des ehelichen Lebens von vielen nicht mehr für selbstver- ständlich gehalten wird, daß Gesellschaftsspiele beliebt sind, so schamlos, wie sie ein gesunder Mensch kaum auszu- denken vermag. So wurde z. B. ein Lehrer wegen Sittlichkeiisver- brechens an seinen Schülern festgenommen(z 175 StrGB.). Die Bevölkerung schickt eine Deputation zum Amtshauptmann: er solle doch den Lehrer wegen einer solchen Kleinigkeit nicht bestrafen, zudem er doch den Kindern die W-ihnachtsaufführung beizubringen Hobe und schon deswegen unentbehrlich sei.— Ein anderer Lehrer sollte wegen sittlichen Vergehens an seinen Schülerinnen zur Verantwortung gezogen werden. Die Eltern aber meinten, es sei ganz gut, daß der Lehrer die kleinen Mädchen auskläre, jedenfalls besser, als wenn es irgendein Bursche täte. Wie uns von amtlicher Seite berichtet wird, sind Geschlechts- krankheiten unter den Kindern jo verbreitet, daß das gesunde Kind die Ausnahme darstellt." Helene Wessel gibt diese Beispiele, um zu zeigen, wie der unter jedem kulturwürdigen Niveau liegende Lebensstandard breiter Schichten diese zur geistigen und körperlichen Verelendung verdammt. Sie stellt diese Lebensformen denen jener Menschen gegenüber, die alz anerkannt F ü r s o r g c b c d ü r f t i g e aus öffentlichen Mitteln gepflegt und unterhalten werden. An Hand von statistischen Erhebungen weist sie nach, daß für die gesamten Lebensbedürfnisse einer„Vollperson"(ein Erwachsener oder zwei Kinder unter. Ii Iahren) im Arbeiterhaushalt durchschnittlich— bei einem Familienjahreseinkommen von 3325 M.— 2,51 M. täglich aufgewendet werden können, im Angcstelltenhousholt— Jahreseinkommen 4712 M.— 3,69 M. im B eamtenhaus- halt— Jahreseinkommen 5349 M.— 4 M. Dagegen erfordert der Fürsorgezögling in den Provurzialerziehungsanstallen in Drschea ümchschmttluh täglich chLS ZL, der m der Aujtaltsfürsorge betreute Krüppel 6 M., der Taubstumme 6 bis 6,59 M, der. Geisteskranke 4,59 M. Aus dieser Gegenüberstellung zieht Helene Wessel den Schluß, daß jene, die durch ihre Arbeit aus dem Wege der Sozialabgabcn und Steuern die Mittel für die Fürsorge beschaffen, infolge der Einkommcnsschmälcrung selbst Gefahr lausen, in den Kreis der Fllrsorgebcdürftigcn herabzusinken. So verdienstvoll im übrigen die Arbeit Helene Wessels, die übrigens Mitglied der Zentrumsfraktion des Preußischen Landtags ist und die ausdrücklich betont, daß ihr nichts ferner liegt, als ein Abbau der sozialen Fürsorge nach Hugcnbergschem Muster ist, so entschieden muß dieser Schluß- folgerung entgegengetreten werden, die auf einem Verkennen der Wirklichkeit beruht und die fälschlich als ein Ruf nach Abbau des Sozialetats ausgelegt werden könnte. Der Sozialetat dient in seinen Hauptteilcn der Erhaltung von Volksgcsundheit und Arbeits- kraft, und nur zum geringen Teil jenen Elementen, die ihr Unglück zu minderwertigen Mitgliedern der Menschengemeinschaft gemacht hat: er ist außerdem wie auch der Kulturetat heute bereits auf ein Maß herabgedrückt worden, das selbst den notwendigsten Ansorderun- gen nicht mehr entspricht, ohne daß dadurch eine merkbare Eni- lastung eingetreten wäre. Der Kern des Uebels ist vielmehr in einer anderen Richtung zu suchen: die furchtbare soziale An- klage, die uns aus der Arbeit Helene Wessels cntgcgenschrcit, richtet sich gegen eine Wirtschaftsordnung, die derartige Hungerlöhnc zu- läßt, gegen ein System, das zu der Katastrophe der Arbeitslosigkeit geführt Hot und das keinen anderen Ausweg aus der Katastrophe sieht als die weitere Verelendung der Massen: sie ist eine Anklage gegen die Kapitalismus. Die Elcndsvcrhältnifse in Deutsch- land ändert man jedenfalls durch Abbau der öffentlichen Fürsorge nicht: man würde sie nur verbreitern. Gesunde Lohnpolitik, Hcraufsetzung der Grenze des steuerfreien Einkommens, weitgehende Hilfe für kinderreiche Familien— die auch 5ielc»c Wessel fordert—, Aufklärung über die Möglichkeiten und die Notwendigkeit der Gc- bnrtcnbcschränkung für wirtschaftlich schwache und gesundheitlich gc- fährdete Familien sind die einzigen Maßnahmen, die nnt Erfolg zu einer Herabsetzung der Fürsorgeausgaben führen können. Im übrigen weifen wir auf Nr. 18 der„A r b c i t c r w o h l f a h r t" hin, in der sich Hedwig Wachcnhciin eingehender, als es hier möglich ist, mit dem Für und Wider der Wesselschen Arbeit auseinandersetzt. Trutto E. Sdiulz. Wenig' essen hält gesund Zum Knpitel: Arbeitslosigkeit und Aolksgesundheit Es ist erschreckend, wie wenig Verständnis für die soziale Not breiter Volksschichten und namentlich der Erwerbslosen man jetzt noch findet, trotz der schrecklichen Erfahrungen der letzten Zeit. Da werden die groteskesten Argumentationen angeführt, um nachzu- weisen, daß das Los der Arbeitslosen gar nicht so schlimm ist usw. usw. Den Höhepunkt— und wir sind an vieles gewöhnt— stellt ein Aufsatz dar, geschrieben von einem Dr. Wilhelm Hahn, gewesenen Spitalchesarzt, veröffentlicht in den„Wiener Mitteilungen des Verbandes der kassenärztlichcn Vereine", Nr. 19 vom 15. Oktober 1931. Dr. Hohn will beweisen, daß die Arbeitslosen an den Stoff- wcchselkrankheiten seltener erkranken als andere Menschen. Zu- gegeben, daß das wahr ist: aber die Art, in welcher sich der Herr Dr. Hahn ausläßt, zeugt von einem beispiellosen sozialen Zynismus. Nur einige Kostproben(vön denen man allerdings schnell satt wird): „Die Arbeitslosen können sich— sollen wir leider sogen oder glücklicherweise— nicht überessen. Ihre karge Unterstützung reicht gerade für die einfachste Mahlzeit, also für Brot. Kurtosfeln, Reis und dünnen KMec. IM. dabei. bleiben sie trotz alledem gesund��._ Daß die Kinder der Arbeitslosen weder Milch, noch Buller, noch Gemüse oder Fett erhalten, zieht der gute Dr. Hahn nicht in Be- trocht. Er erzählt, daß Gandhi vielleicht noch schlechter als die Arbeitslosen lebt und kommt dann zu folgender Erkenntnis: „Auch im Weltkrieg hat man bei vielen Menschen, die früher ständig an Stoffwechselkrankheiten litten, ein ganz merk- würdiges Wohlbefinden angetroffen, welches nur auf die eben sehr mäßig« Ernährung zurückzuführen ist." Wer erinnert sich bei diesen Worten nicht an manchen famosen Mediziner, der den Hunger der Kriegszeit als ein wahres Gottes- geschenk für die Volksgesundhcit und in seiner patriotischen Auf- wallung darüber Mohrrüben und Ersatzmittel als wahre Levens- elcxiere gepriesen! Daß es daneben ober noch Hunger- epidemien, Skorbut und ein S ä u g l i n g s st c r b c n gab, das spielte für sie keine Rolle. Auch Herr Dr. Hahn sind, wie er mitteilt, die entsetzlichen Folgen der Unterernährung bekannt. Daß er ober in der Notlage der Arbeitslosen auch ein«ganz merkwürdiges Wohlbefinden" entdeckt, ist eine direkt sensationelle Ver- allgcmeinerung, die nur einem ausgeruhten Hirn entspringen konnte. Und die Maxime, die er aufstellt: wenig essen hält gesund, zu viel essen und prassen aller Art macht früh- zeitig krank, ist absolut richtig, soweit sie jenen Leuten vor- gehalten wird, die in der Lage waren und noch sind, sich Prassen zu erlauben. Die Millionen von Arbeitern, die noch arbeiten dürfen, oder die ihre Arbeit gar verloren haben, dürften das Wort„'prassen" v o in Hörensagen nur kennen. Wir hoben nie die Erfahrung gemacht, daß in Arbeiterhaushalten„ge- praßt" wurde. Unsere Arbeiter haben auch in den besten Tagen nie viel mehr als dos E x i st e n z m i n i m u m verdient. Heute sind sie meist schon unter diesem Minimum angelangt. Sie dürfen sich die dreisten Ratschläge eines Herrn Dr. Hahn mit Recht ver- bitten. Auch die Redaktion des Wiener Blattes glaubt ein übriges tun zu müssen, indem sie in einer Anmerkung, in der u. a. von einer „unangenehmen Belästigung durch Arbeitslose, die sich in den Krankenstand hineindrängen" gesprochen wird, geschmackvoll meint: „Chefärzte, Gruppenärzte und Sprengelärzte lassen es sich aber genug peinliche Mühe kosten, die Spreu vom Weizen zu sondern, wobei es dem Geschmack der Leser- überlassen bleibt, unter Spreu die Arbeitsfähigen und unter Weizen die Arbeitsunfähigen' oder umgekehrt, zu o e r st eh e n." lieber den Geschmack läßt sich eben nicht streiten. Darin hat die Redaktion auch in bezug auf sich selbst recht... Medicus. Schntz bei Pfandüngen Unbestritten herrscht heute auf dem Gebiet der Pfändungen Hochkonjunktur, zum Leidwesen der davon Betroffenen. Daher dürfen nähere Einzelheiten hierüber im allgemeinen als bekannt vorausgesetzt werden. Nicht so bekannt sind dagegen vielfach die dem Schuldnerschutz dienenden Rechtsmittel gegen Zwangsmaß- nahmen und die Handhabung dieser Rechtsmittel. Mannigfache Ursachen können es bedingen, daß bei Pfändungen ab und zu über das Ziel hinausgeschossen wird, sei es, daß gar nicht existente Rechtsansprüche aus Forderungen an Dritte aus angeblicher Beteiligung, auf Herausgabc angeblich in Verwahrung genommener Sachen, auf deni so bequemen Wege des Pföndungs- und Uebcrweisungsbeschlusses, vielleicht im Armcnrecht, gepfändet werden, oder daß Ueberpfändung oder verfrühte Pfändung vor- genommen oder daß ein Gegenstand gepfändet wird, der der Pfän- dung nicht unterliegt. Auch wird manchmal vielleicht zur Pfändung geschritten, ohne daß die Voraussetzungen der W 759 bis 752 der Zivilprozeßordnung(vorhergegangene Zustellung des zu voll- streckenden Urteils mit Vollstreckbarkeitsttausel pp.) vorliegen Zur Abwehr dieser unberechtigten Pfändungen gibt dos Gesetz dem Schuldner die Möglichkeit, im Wege der„E r i n n e r u n g" nach z 766 ZPO. seine Einwendungen zu machen, die entsprechend zu begründen sind, beispielsweise, daß gepfändete Möbel, die in einem für Untervermietung vorgesehenen, unvermieteten Zimmer stehen, tatsächlich zu den gemäß§ 811 ZPO. der Pfändung nicht unterliegenden Sachen gehören, weil sie zur Fortführung des Erwerbsgeschäftes, der Zimmervermietung, unbedingt erforderlich sind pp., oder weil die Pfändung weiter ausgedehnt wurde, als zur Befriedigung des Gläubigers erforderlich ist. Wird der Schuldner mit der gegen die Pfändung erhobenen .Erinnerung" abgewiesen, so bleibt ihm nur das Rechtsmittel der „sofortigen Beschwerde" an die nächsthöhere Instanz (Landgericht), die von einem beim Landgericht zugelassenen Anwalt einzureichen ist. Sind die gepfändeten Gegenstände Eigentum eines Dritten, dann kommt erforderlichenfalls die viel kommentierte Jntcrventionsklagc nach§ 771 ZPO. zur Anwendpng. Um indessen die Kosten dieser Klage, wenn angängig, zu sparen, ist es ratsam, daß der Eigentümer der gepfändeten Sachen den Gläubiger unter 2lngabe von Beweismitteln, z. B. einer eidesstatt- lichen Versicherung, davon in Kenntnis setzt, daß die gepfändeten Gegenstände sein ausschließliches Eigentum sind und er dal)«r deren Freigabe fordert, und zwar innerhalb einer bestimmten Frist bei Meidung der Klage. Gleichzeitig richtet, der. Sacheigeutümer au dos Prozeßgericht da Gesuch stwi Elustellusg dqr ZaasgsoaU« st r e ck u n g. Pfänduvgsprotokoll und Beweismittel sind beizufügen. Der Veräußerung der Gegenstände an dem festgesetzten Versteigerunostermin ist zu widersprechen. Jnterventtonsklage wird seitens des Eigentümers der gepfändeten Sachen gegen.den Gläubiger bei dem Vollstreckungs- gericht, in dessen Bezirk die Zwongsoollstreckung vorgenommen ist, erst dann eingereicht, wenn. die Aufforderung zur Freigabe vom Gläubiger a b.g« l e h n t wurde. Eine erhebliche Rolle spielen bei Interventionen als Beweis- mittel neben dem Gütertrcnnungsvertrag und den mit Eigentums» vorbehaltsklaufel versehenen Kaufverträgen die sogenannten, heute qua.-ij zum guten Ton gehörenden Uebcreignungsverträge, die in gewissem Sinn eine Ergänzung des Gütertrennungsvertrages darstellen, vielleicht in dem Bestreben, damit gegebenenfalls etwa später gegen ihn vorgehenden Gläubigern begegnen zu können. Indessen zeigt sich vielfach, daß diese Uebereignungsverträge verwundbare Stellen haben, sei es, daß die Klausel über das sogenannte Besitzsurrogat fehlt, die nämlich zum Ausdruck bringt, daß die Besitzübergabe ersetzt wird durch leihweise Ueber- lassung der übereigneten Gegenstände an den bisherigen Eigen- tümer zum weiteren Gebrauch, sei es ferner daß bei Uebereignungs- vertrügen mit nicht handlungsfähigen Minderjährigen ver- abfäumt wird, die Vormunds chaftsgerichtlich« Geneh- migung einzuholen usw. Derartige Mängel ziehen ohne weiteres die Ungültigkeit des Uebereignungsvertrages nach sich. Erscheinen die in der Interventionsklage vorgebrachten Beweis- mittel ausreichend, so erfolgt ohne weiteres Einstellung der Zwangs- Vollstreckung durch einstweilige Anordnung. Ein weiterer häusig austretender Fall ist der, daß der Gläu- biger trotz Befriedigung seiner Forderung aus irgendwelchen Gründen die Freigabe der gepsändcten Gegenstände verweigert. Alsdann muß Klage des Schuldners gegen de» Gläubiger auf Auf- Hebung der Zwangsvollstreckung, die sogenannte„Boll- st r c ck u n g s g e g e n k l a g c", erfolgen. Dies« Klage ist hingegen wieder bei dem Prozeßgericht erster Instanz, das über die Sache bereits entschieden hatte, einzureichen und wird sich in der Hauptsache darauf beschränken, nachzuweisen, daß inzwischen TUgung der laut Urteil zu zahlenden Summe durch Zahlung. Vergleich, Verzicht, Aufrechnung oder sonstwie erfolgt ist, daß aber diese Einwendungen in dem erst geführten Prozeß noch nicht geltend gemacht werden konnten bzw. die Möglichkeit des Ein- spruchs nicht gegeben war. Damit ist die Reche der dem Schuldnerschutz dienenden Rechts- mittel keineswegs erschöpft, doch empfiehlt sich bei schwierigeren Fäll« die Emhottwz firrtsttscheu Rats. Caxi Roßdeutedier.. Der ATSB. in der Krise Ein Gewinn von 4557 Mitgliedern— ein glänzendes Zeugnis In der Bundesschule des Arbeiter-Turn- und Sportbundes in Leipzig nahm am vergangenen Sonnabend der Bundesvor- st and des Arbeiter-Turn- und Sportbundes zu wichtigen aus der Krise bedingten Fragen Stellung. Trotz der großen Arbeitslosigkeit ist das O r g a n i s a t i o n s- leben zufriedenstellend; Die Werbekraft hat nicht nach- gelassen. Der Bundesoorsitzende Geliert konnte berichten, daß ein Gewinn von 4557 Mlgliedern und 178 Vereinen(der Bund zählt jetzt 7191 Vereine) zu verzeichnen ist. Finanziell wirkt sich die Krise in erheblichem Maße auch auf den Bund aus, so daß ganz wesentliche Einsparungen vorgenommen werden mußten. Für die Vereine aus Danzig und dem Saargebiet wurde die bisher gewährte Sonderumrechnung der Bundesbeiträge aufgehoben, so daß diese Vereine von nun an ihre Zahlungen in der vollen Währungseinheit zu leisten haben Dagegen wird von der Erhebung eines Sonderbeitrages ab Januar 1932, der von der Kreisvertreterkonferenz im Januar 1931 beschlossen war, mit Rück- ficht auf den finanziellen Stand der Bereine Abstand genommen. Für 1932 wird der Bundesbeitrag in bisheriger Höhe erhoben, die Sätze der Unfallunterstützung bleiben unverändert. Die Zahl der Unfälle ist erfreulich zurückgegangen. Besonders wichtige Be- schlüsse wurden vom Bundesvorstand zu den nationalsozialistischen Uebersällen und zur Erwerbslosen- frage gefaßt. In der Entschließung heißt es: Der Bundesvorstand des Arbeiter-Turn- und Sportbundes meist alle Bundesmitglicdcr hin auf die außerordentlich ernste Situation, in der sich die Arbeiterschaft gegenwärtig befindet und die in den Uebersällen auf Vereinseinrichtungen und auf Bundesaenossen, besonders aber in dem Ver-� halten der Nationalsozialisten in Braunschweig erneut in Er- scheinung trat. Der Bundesvorstand erneuert und unterstreicht seinen Aufruf vom Oktober 1930 und den Beschluß der Kreis- nertreterkonferenz vom Januar 1931 und erwartet von allen Bundesgenossen aktive Teilnahme an dem uns aufgezwun- gsnen Abwehrkampf. Besonders weist der Bundesvorstand darauf hin, daß Einheit und Geschlossenheit die erste Voraus- setzung für die Abwehrbewegung sein muß, und daß sich deshalb die Bundesgenossen nur an solchen Abwehrorganisationen be- teiligen, die von der Partei und den Gewerkschaften gemeinsam aufgerufen sind. Zum freiwilligen Arbeitsdienst beschließt der Bundesvorstand: Die erschreckend hohe Zahl der Arbeitslosen veranlaßt den, Bundesvorstand, die Vereine darauf hinzuweisen, daß die An- Wendung des freiwilligen Arbeitsdienstes zum Zwecke j der Arbeitsbeschaffung für die Arbeitersportler nicht tragbar ist. Dagegen sind die Vereine gehalten, die für den Arbeitsdienst zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel zu beanspruchen für den Ausbau der Vereinsheime und Plätze und zur Abhaltung be- sonderer Sportveranstaltungen für Arbeitslose. Zur Gründung der Soziali st ischen Arbeiterpartei wird festgelegt, daß die Stellung des Bundes zu dieser Partei von ihrem Verhalten abhängig ist. Eine Werbung für die SAP. ist in den Kreisen des Bundes nicht statthaft. Die Uebertragung der Parteizersplitterung auf den Arbeitersport muß vermieden werden. Der kommunistische Sport ist außerordentlich rührig; trotz aller Anstrengungen hat er jedoch keine Erfolge zu verzeichnen; die Arbeitersportbewegung ist in ihrer Aufwärtsentwicklung durch die Veschimpfungstampagne der Kommunisten nicht einmal aufgehalten worden. Im Gegenteil kann festgestellt werden, daß im kommu- nistischen Sport durch die Einführung eines Roten Sportor d e n s, von Leistungsbüchern(alles Dinge, die man früher als Einrichtung des bürgerlichen Sports in Grund und Boden ver- dämmte!) und durch die diktatorische Art der KPD., den kommu- nistischen Sport für politische Aktionen zu mißbrauchen, die Reibungeflächen immer größer werden und eine starke Unzufrieden- heit mit der Führung geschaffen worden ist. Die Krise wirkt sich auch auf die Geschäftsumsätze des Turnverlages und seiner Filialen aus. Eine grundsätzliche Entscheidung wurde noch insofern geschaffen, daß die Einrichtungen des Bundes, Organisation, Verlag und Bundesschule sich selbst tragen und unterhalten müssen. Ein wesentlicher Beschluß wurde in der Zeitungsfrage gefaßt. Ab 1. Januar 1932 wird eine Bundessußballzeilung herausgegeben. Die„Freie Sportwoche" erscheint unter anderem Namen ab 1. Januar 19oi! für Handball, Leichtathletik und Tennis. Im B e- richt der Bundesschulc konnte B e n e d i x aufzeigen, daß trotz der schweren Zeit der Schulbetr,eb aufrechterhalten wurde. 1931 nahmen an 192 Kursen 454 Kursisten teil. Im Gegensatz zum bürgerlichen und dem kommunistischen Sport(der letztere nimmt, wie aus einem Rundschreiben ersichtlich, 35 Mark pro Schüler für Lehrgangsteilnahme) trägt die Bundesschule Eisenbahnfahrgeid, Lohnersatz, Tagegelder. Verpflegungsunkosten selbst. Zum Schluß der Sitzung gab Gellert einen Rückblick auf die 2. Arbeiterolympiade und einen Ueberblick über Teilnehmer und finanzielles Ergebnis der Olympiade. Ausgangs Dezember findet in Paris die Bürositzung der Sozialistischen Arbeitersportinter- nationale statt. BuKige Nacht im Sportpalast Drei Paare beherrschen das Feld Die vierte Nacht des 26. Berliner Sechstagerennens war. eine völlig müde. Angelegenheit. Es gab zwar um 11- Uhr einige Jagden, oie jedoch in der Spitzengruppe keinerlei Berände- rungen herbeiführen konnten. S ch ö n- G o e b c l, B r o c c ä r d o. Tieg und Funda-Maczynski beherrschen das übrig« Feld in überlegener Weise. Am Montagnachmittag gab Piewonterski die Fahrt auf. der hochbezahlt« Linari bleibt zunächst Ersatzmann. Die Stunden bis zur Abendwertung verliefen eintönig, daran oermochten auch die hierbei erfolgten Rundengewiime Rausch-Hürtgens und Kroll-Mai- dorns wenig oder besser gar nichts zu ändern. Als um 11 Uhr einige Jagden einsetzten, konnten sich zunächst Kroll-Maidorn, Ehmer- Kroschel und Petri-Manthey und später Richli-Siegel, Rausch- Hürtgen und Bulla-Miethe etwas Platz gutmachen. Damit waren die Ereignisse der vierten, der kritischen Nacht erschöpft. Um 6 Uhr morgens hatte das Feld 1930 Kilometer zurückgelegt und der Stand des Rennens war: 1. Schön-Goebel....... 147 Punkte 2. Tietz-Broccardo...... 94 Punkte 3. Funda-Maczynski...... 75 Punkte 1 Runde zurück: 4. Kroll-Maidorn....... 109 Punkte 5. Petri-Manchey....... 94 Punkte 2 Runden zurück: 6. Ehmer-Kroschel...... 47 Punkt« 3 Rurchen zurück: 7. Charlier-Deneef...... 151 Punkte 8. Richli-Siegel....... 129 Punkte 9. Rausch-Hürtgen...... 56 Punkte 4 Runden zurück: 10. Bulla-Miethe....... 110 Punkte 6 Runden zurück: 11. Wambst-R. Wolke..... 47 Punkte Linari: Ersatzmann. � Die Direktion des Berliner Sportpalastes wird auch den letzten Abend des 26. Berliner Sechstagerennens als„Volkstag" aufziehen. Die Eintrittspreise gehen von 1,50 bis 7 M. Kinder zahlen an allen Nachmittagen auf allen Plätzen 0,50 M., Erwachsene 1 M. bis 3 M. Arbeiter-W asserball Das Spiel der neuen �-Mannschaften Freiheit und Spandau enttäuschte. Es wurde oft mehr mit dem Gegner als mit dem Ball gespielt. Freiheit kam durch seine bessere Schwimmtcchnrk zum Sieg, zeigte jedoch noch wenig überlegtes Spiel. Bei Spandau haperte es mit der Ballbehandlung. Zu langsames Abfpicl ver- darb manch gute Chance. Zu Beginn war Spandau durch eifriges Spiel leicht überlegen und führte kurze Zeit 2: 1. Freiheit kam durch besseres Schwimmen auf und lag bei Halbzeit klar mit 4: 2 in Front. Im 2. Spielabschnitt wurde beiderseits wenig zusammen- hängend und vor allem unnötig hart gespielt. Beide Mannschaften bedürfen noch der planmäßigen Ausbildung. Neptun gewann danach sein Spiel gegen Berlin Xll mit Glück. Der Spielaufbau war im Gegensatz zum vorausgegangenen Treffen gut und slüssig, beide Mannschaften bevorzugten ein weites Zuspiel von Verteidigung zur Sturmreihe. Neptun legte in der ersten Spielzeit nach gutem Zuspiel im Sturn, 2 Tore vor. Einen Freiwurf in der 2. Halb- zeit spielte der erste Stürmer von Berlin Xll seinem Mittelmann gut zu, so daß er unschwer das Ehrentor schießen konnte. Neptun wurde gegen Schluß des Spiels stark in die Verteidigung gedrängt, konnte jedoch gefährliche Angriffe der Xller verhindern. Ber- lin XII war während des ganzen Spiels von unerhörtem Schuß- pech verfolgt und hätte zumindest dos Ausgleichstor verdient. Di- Lage von Berlin XII wird mit diesem neuerlichen Punktverlust kritisch. Die Mannschaft, die zeitweise schon zu den besten Berlins zählte, wird bei weiteren Niederlagen ernster Abstiegskandidat. Ringkämpfe in Tegel Ein interessanter Kampttag Im„Alten Krug" in Tegel veranstaltete am Sonntag die„Freie Sportvereinigung Tegel 1899" einen Ringer-Wettstreit, zu dem nur die Athleten der Mittel-, Halbschwcr- unk» Schwergewichts- klosse Startberechtigung hatten. Die Elite-der berliner Vereine „Alt- Wedding",„Tegel".„Einigkeit" und„Lichtenberg-Friedrichs- felde 04" gab sich ein Stelldichein. Vom frühesten Vormittag an wurden die Kämpfer pausenlos gestartet und die zahlreichen Zu- schauer bekamen schöne, flott« und kraftvoll geführte Kämpfe zu sehen. Die Ringer mit vier Verlustpunkten schieden aus, aber bei der oft allzu großen Gleichwertigkeit trafen die Endrunden-Gegner mehrmals aufeinander, so daß die Besten oft nur mit einem sehr knappen Vorsprung siegten. Aus dem starken Gros der Mittelgewichte rangen sich für die Schlußkämpfe Höhne-Tegel und P. Binder-LF. 04 durch. Mit wechselseitigem Erfolg kämpften die beiden gleichwertigen Gegner, bis es dem Tegler in der fünften Minute gelang, seinen Gegner mit einem kraftvollen Nackenhebel auf die Schultern zu zwingen. Auf eine Iwch auszutragende Begegnung verzichtete B. Höhne wurde so mit fünf Siegen und einer Niederlage der erste Platz zugesprochen. Binder erzielte vier Schultersiege und zwei Unent- schieden und mußte eine Niederlag« hinnehmen. Im Halbschwcr- gewicht siel der Sieg an den vielseittgcn Lichtenberger Walloscheck. vor Michael-Alt-Wedding. Der Tegler Rofentreter kam wegen einer Beinverletzung in dem Ringen mit W. um die weitere Teilnahme in der Endruirde. Die beiden Schwersten. Rosenkranz-Att-Weddinq und Hildebrandt-Tegel, trafen nicht weniger als viermal aufeinander, die ersten drei Gänge brachten jedesmal ein Unentschieden. In der vierten Begegnung konnte wieder keiner, der Gegner, trotz kraft- voller Versuche, eine klare Ueberlegenheit an den Tag legen, und so mußten die Schiedsrichter auch in der letzten Rund« ein Unent- schieden geben. Nach dem Reglement wurde somit aber der jüngere und leichtere Tegler Hildebrondt Sieger in der schwersten Ge- wichtsklasse. Berliner Arbeiterkegler in Stettin Bei dem Freundschaftstreffen der Berliner Arbeiter- kegler mit den Keglern in Stettin ließen es sich die Gastgeber recht angelegen sein, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Leider waren die Bohnverhältnisse sehr beengt, da die Stettiner vorwiegend Asphalttegler sind und nur zwei Bohlenbahnen zur Verfügung standen. Der Kamps wurde aus beiden Bahnarten ausgetragen und ging über je 100 Äugeln. Gcwcrtet wurden jedes- mal die sechs Besten. Berlin tonnte beide Mole den Sieg an seine Fahne heften. Die Resultate: Bohle: Berlin 4256 Holz, Stettin 4059 Holz. Asphalt: Berlin 32l9 Holz, Stettin 3118 Holz. Die besten Einzelkegler waren: auf Bohle: 1. Schick„Frei Holz" 731 Holz. 2. Karow Stettin 716 Holz, 3. Thiele„Frei Holz" 710 Holz, 4. Ladwig„Vorwärts" 709, 5. Bausdorf„Vorwärts" 707 Holz. 6. Schmolfeldt Stettin 705 Holz; auf Asphalt: 1. Knaak, R. M., 559 Holz, 2. Bausdorf„Vorwärts" 551 Holz, 3. Ieskc Stettin 540 Holz, 4. Krause, R. M.. 532 Holz, 5. Busch, R. M., 527 Holz, 6. Schick„Frei Holz" 526 Holz. .So unterschiedlich die Resultate sind, so dürfte doch auch für die Stettiner das Treffen zweifellos dazu beitragen, dem Arbeiterkegelsport neue Freunde und Anhänger zuzuführen. Männer: 3000- Meter- Mannschastslauf. Erster: Volkssport Neukölln-Britz, 16 Punkte. Zweiter: Süden, 21 Punkte. �— 2000- Meter-Mannschaftslauf. Erster: Volkssport Neukölln-Britz. Zweiter: Süden.�Beide je 16 Punkte.— Jugend: 2000-Meter-Mann- schastslauf. Erste»: Volkssport Neukölln-Britz. Zweiter: Zehlendorf. — Frauen: 1000-Meter-Einzellauf. Erste: Else Schwarz, Volks- sport Neukölln-Britz.— Männer. 5000-Meter-Einzellauf. Erster: Theek, Volkssport Neukölln-Britz. Zweiter: Zehlendorf. 30 Inkre kreier 8eglerverd«md Nun, nachdem die Boote den Winterschlaf begonnen haben. kann der Freie Seglerverband daran denken, sein dreißig- jähriges Bestehen auch festlich zu begehen. Am Sonnabend, 7. Ok- tober, findet in den Gesamträumen des Saalbau Friedrichshain die Jubiläumsgründungsfeier statt. So recht dem Cha- rakter des Jubiläums entsprechend wird die Feier veranstaltet, be- ginnend mit einem Konzert. K Dann folgt eine Festaussührung, die das Emporblühen des Verbandes verkörpert und von den Jugend- Mitgliedern der Vereine dargestellt wird. Gesangsdarbietungen des Neuköllner Sängerchors schließen sich an. Die Damen erhalten eine nette Damenspende, und dann steigt der Festball in allen Räumen, bei drei Kapellen. Eine Tombola wird wertvolle Gewinne zur Ber- teilung bringen. Der Eintrittspreis beträgt 1,50 Mark. Beginn um 20 Uhr. Saaleröffnung eine Stunde vorher. Ende 5 Uhr. Karten sind zu haben bei Willy Ternick, Berlin-Neukölln, Kanner Straße 17, Gartenhaus 3 Treppen, auch telephonisch unter Hermannplotz 0719; Restaurant„Zum Falkenstein", Falckensteinstr. 49, an der Ober- baumbrücke;„Nordwest-Kasino", Alt-Moabit 55; Zigarrenhaus Lüdde, Weinbergsweg 20; Hermann Schwenger, Reichcnberger Straße 135. Alle Freunde und Gönner des schönen Segelsports sind herzlich eingeladen, und wer die frohe Schar der Segler kennt, wird gern kommen. Cm Dcxtbtx Mlld4 Uhr, Lichtbildoortrag in der Schule Diefsenbachstr. 60—61. Novcmber.M!:. teilungsblatt mit wichtigen Informationen zum 29. November ist erschienen. Ausgabe in allen— anch den Kinderabteilungen. viendtag, 3. November. Berlin. 16. OS Dr. Ueberau erröblt. 16.80 Leipzig: Miniaturen. 17.80 Bücherstunde: Probleme der Wirlschalf. CArn Mikrophon: Prof. Dr. Julius Hirsch. 1 17.55 Prof. Dr. 0. Biermann: Von der bildenden Kunst. 18.05 Prof. Dr. E. Utilz: Charakter und Schicksal. 18.30 Orchesterkonzert. Dir.: Bruno Seidler-Winkler. I. Chopin: Klaiier. Konzert Nr. 2. F-Moll, op. 21. diso Elinson. Elugel.) 2. Pierre Maurice" Der Islandfischer, op. 8.(Funk-Orchester.) In der Pause(19.00 ca.): Stimme zum Tag. 19.35 Franz Werfcl liest aus eigenen Werken. 20.00 Wandlungsfähigkeit der Stimme. 20.30„Weit von oben— Weit von unten". Kleine Funk-Revue von R. A. Stemmle. Regie: Walter Qronostay. 21.30 Schuraann-Saal: Konzert der Internationalen Gesellschaft(ür Neue Musik. Serenade op. 24. Von Arnold Schönberg.(Erstauffflhrung.) 22.00 Wetter, Nachrichten und Sport. Sportpalast: 26. Berliner Sechstagerennen. Künigswustcrhausen. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Mersmann: Musik in der Einheit der Künste. 18.00 Dr. W. Hagemann: Deutschland und Südost-Europa. 18.30 Englisch für Fortgeschrittene. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Prof. Dr. Krctschmer: Körperbau und Charakter. 19.30 Prof. Dr. Q. Briefs und Rechtsanwalt Dr. H. Rcupke: Das faschistische Wirtschaf(sprogramm. 20.15 Langenberg:„Hubertus". 22.15 Rauscher: Zeilungsschau. Der Waldlauf der Arbeiter Sportler Vom Waldlauf des 4. Bezirks, der im hügeligen Gelände zwischen Schlachtensee und der Krummen Lank« bei einer Betcili- gung von 100 Läusern stattfand, sind solgendc Resultate zu registrieren: Allgem. Ortskrankenkassc Bcrliu-Wilmersdorf. Bekanntmachung. Durch Beschlutz des Berstcherungsamts der Stadt Berlin pom 26. Oltoder 108 i — Berf.-F 203— 51/31— kommen mit Wirkung vom 80. Oktober 1931 ab die in her Satzung der Kasse vargefehenen Mehr leiftungen jämtltch tn Wegfall. Oer Vorstand. R. Engelhardt, F. Wie man n, Borsttzenher. Schriftführer. Zttslß Theater Dienstag« den 3. Norcmber Staatsoper unter den Linden 20 Uhr Ein Maskenball StastlidiaiBtziillaDs utHaracnnirtt. 20 Uhr Peer Cynt Schiller-Theater Cbarfotlnbdi. 20 Uhr 33 Minuten in GrOneneru Winter ' Garten. n I 8.15 Obr Flora 3434 Faudian erlaubl I 4 Queens. Gaston Palmer LT Reichshallen-Theater Ibends 8 Dbr, Somtag nadunittaj 31 2 Dhr Stettiner Sänger Dia neue Burleske (wm»„Der arme Kasemir" Nadtmittags dalda Preha,»olles Programm! VOlKSDUltne Iteatar am BOlowjiati 8 Uhr Das vierie Gebot Staat!. Sdiiller-niaater 8 Uhr ZleMMiW 33 Minuten in arüneberg Slädi.Ogier Charlortenburg Sismarckstraße 34. Dienstag, 3 Novb. Anfang 20 Uhr Fidelio Ende gea. 22,30 Uhr ilir. Dr. Robert Klein Waidnutaun 0843, 2157. 8'/. Uhr DieWaterioo- Brßdie Grete Mosheim. Maihlas Wiemann Theater am Nollendoilplati Täglich 8l,z Uhr Max Adalbert in: Oer beschleunigte Personenzug "» caswü-THEai jKoh, Lothringer Strafte S7. »NiiaoimiauiiNiiiiKiaNiiiiiiMKmmiiniiiiiiiiiiiiiKiiiDiiHHpiHg Volkustlick WscHer-Frnze Dazu das Singspiel„Erwischt" und das neue bunte Piogrammi Gutschein 1-4 Personen. Parken ryir 50 Pf. fautenil k— Mark, Sessel 1J0 Mark.