BERLIN Vonnerstag 12. November 1931 10 Pf. 7lr. 532 B 26t) 48. Jahrgang LrscheinttSglichaußerSoNNtags. M a££«n»«I«c»»r-i«: Tik cinspaMj,- N-nr-rkillcmI? Zuglnch Ab-uda-tgabr dci..Borwärts'. Bezugspreis für Ä Mg t ä B W§M i WO Reklamezeile SM. Ermäßigungen pach Tarif. Bostschcckkenlo! dcide Ausgaben«s Pf. pro Woche, Z,so M. pro Monat." M g m m i§ B Jf.." M~ BorwärtS-Bcrlag G, m. b. H., Berlin Rr. Z/S»«.- Ter Verlag tbaron V5 Pf. monatlich für Zuficllung ins HauS) im rorant Jg jfäf M g\ fB ft SJBlJ� f"ff jf U i�Tf JL. brbält sich daS Recht der Ablehnung nicht genchmer Anzeigen oor! i-»ibar. Post bezug i�2M. einschließlich so Pf. Postzeitungs. SST AAAlfJ 99 Redaktion und Expedition: Berlin DWS«. Lindcniir. Z und 72 Pf. Postbeftellgebühre.,./ Tf //' � Fernsprecher- Donboif 2!,2--'07 Kampf der Wirtschastsnot! Der Vorstand des Internationalen Gewerkfchastsbundes tagt Heute teert i« Berlin der Vorstand des Jnternatio» nalen Gewerkschaftsbundes zu seiner ordentlichen Tagung zusamme». Auster den» Generalsekretär Schcvcncls und dem Untersekretär Ttolz nehmen an ihr teil: Citrine» England. I o u h a u x- Frankreich, L c i p a r t- Deutschland, M e r t e n S- Belgien, I a c o b s c n- Tänc- mark und T a y e r l c» Tschechoslowakei. Am erste» Tage beschäftigt stch der Vorstand vor- nehmlich mit de« Fragen, die die ungeheure Welt- Wirtschaftskrise sozusagen automatisch auf die Tagesordnung gestellt hat. Zunächst beabsichtigt der Internationale Gewerkschaftsbund eine grostc Aktion zur Durchführung der 40-Stundcn-Wochc zu unternehmen. Im Zusammenhang mit dem Stampf gegen die Wirtschaftskrise werden auch die Fragen zur Besprechung kommen, die die deutschfranzösischc Wirt- schaftskommission beschäftigen und die besonders einen deutsch-französischen Wirtschaftsausgleich zum Ziele haben. GS wird wahrscheinlich in diesem Zusammenhang auch die Frage erwogen werden, ob nicht zur Klärung aller wirtschaftlichen Fragen zur Ueberwindung der Krise ein austerordeutlicher internationaler Kongreß ein- berufen werde« soll. Zum Tode Friedrich Bartels. Bestattung am Montag. Ueber die Veisetzung des verstorbenen Landtagspriisidenten Genossen Friedrich Bartels sind bisher folgende Be. siimmuvgen getroffen worden: Die Leiche wird zunächst in der Amtswohnung des Land- logspräsidenten aufgebahrt werden. Die Ehrenwache stellt dos Reichsbanner, desstn Mitglied und Förderer der Der- siorbene war. Am Sonnabend erfolgt die llebersührung des Sarges in die Wandelhalle des Landlagsgebäudes. Dort wird am Montag um 3 Uhr nachmittags eine Trauerseier abgehalten. Im Krematorium Gerichtstraße, wohin die lleberführuog erfolgt. wird dann die Partei ihre Abschiedsseier für den toten Freund und Führer veransialten. Beileidskundgebungen. Bei den Angehörigen des verstorbenen Landtagspräsidenten laufen fortwährend neue Beileidskundgebungen ein, so vom Reichs- lanzler Brüning namens der Reichsregierung, vom Oberbürger- meister S a h m für die Stadt Berlin, vom Kultusminister E r i m m e und viele andere Behörden. Oer Fall Scholz. Groener deckt feinen Beauftragten. Zum Fall Scholz übergibt Reichsinnenminister Groener der Presse heute eine formulierte Erklärung, in der es heißt: „Gegen meinen Vertreter im Ueberwachungsausschutz der Funk- stunde, Ministerialrat Scholz, ist in einem Teil der Presse der Vorwurf erhoben worden, er habe mich in der Angelegenheit des Rundfuntoortrages Höltermann falsch unterrichtet und getäuscht. Diese für die Ehre eines mir unterstellten Beamten schwer ver- letzende Bemerkung weise ich entschieden zurück." Groener sagt dann weiter, Scholz habe ihm das Manuskript in der von der Mehrheit des Ueberwachungsausschusses genehmigten Fastung vorgetragen und ihn auf die Punkte hingewiesen, die seiner Ansicht noch zu beanstanden waren. Der Minister schließt seine Erklärung mit den Worten: „Ministerialrat Scholz hat mir ferner die Stellen bezeichnet, die nach dem Beschluß des Ausfchustes in einer Besprechung zwischen dem Intendanten der Funkstunde und Höltcrmann noch geändert . werden sollten. Alle anderen Darstellungen sind falsch." Daß Herr Groener sich vor den angegriffenen Beamten seines Ministeriums stellen würde, war nach seiner ganzen Vergangenheit «.cht anders zu wwpi-s-«, Es ehrt ihn sogar. Aber es ändert nichts Wermnnn ITlüllers Grabmal auf dem Friedhof in Sriedridisfelde an der Tatsache, daß ein in seinem ganzen Wortlaut und seiner Tendenz jetzt ja bekannter Vortrag von dein Beauftragten des Reichsinnemninisteriums und nachträglich vom Minister selbst b e- anstandet worden ist. Diese Beanstandung eines in seinem Wortlaut so schlechthin patriotischen Vortrags, der nur in loser Beziehung zum 9. November steht, ist das, was die Repu- blikaner wirklich beanstanden müssen. Will Herr Groener wirklich für seine Person verhindern, daß in Zukunft überhaupt von der Revolution und von der Republik am Mikrophon gesprochen werde? Einstweilen möchten wir daran noch zweifeln. Aber wir machen darauf aufmerksam, daß die republikanisch Denkenden und für die Republik opfernden Arbeitermassen bereits sehr hellhörig geworden sind. Sie werden die weitere Entwicklung mit g e st ei- gerter Wachsamkeit verfolgen. Neue Straßenschlachten. Opfer der Bürgerkriegshehe. Die Pressestelle des Reichsbanners teilt uns mit: Rachdem am Dienstagabend nach einer Gewerkschaslsversamm- lung in Reumünster zwei Gewerkschastssunklionäre durch Ralionalsozialisten schwer und mehrere leicht verletzt worden waren, ereigneten sich gestern abend neue Zusammenstöße zwischen Rationalsozialisten und politisch Andersdenkenden. Man halte den Eindruck, daß die Rationalsozialisten förmlich Zagd aus ,.M a r x i st e n" und Reichsbannerleute machten. Es kam dabei zu schweren Zusammenstößen, bei denen ein Rationalsozialist getötet und zwei weitere schwer verletzt worden sind. Röhere Fest- stellungen fehlen zur Zeit noch. Unter dem dringenden Verdacht, die Schüsse aus den National- sozialsten abgegeben zu haben, wurde heute früh der k o m m u- nistische Führer Weißig oerhastet. Die Untersuchung dauert an. Schreckensßerrschast in Eutin. Eutin, 12. November.(Eigenbericht.) Die Stimmung in der Stadt ist fürchterlich. Das Reichsbanner ist zum Freiwild geworden. In größeren Gruppen ziehen die Nazis durch die Stadt und bedrohen jeden Reichs« bannermann. Eine Anzahl Personen, darunter auch gänzlich Unbeteiligte, such von ihnen niedergeschlagen worden. Frauen werden beleidigt und angerempelt. Beschwerden bei der Regierung und beim Polizeichcs sind ergebnislos geblieben. Beide Stellen er- klären, daß von polizeilicher Seite der Bevölkerung ein größerer Schutz gegen die Nazihordcn nicht gewahrt werden könne. Zuchthausanirag gegen Nazibandiien. Oie Mörder von Hamburg. Hamburg. 12. Rovembcr. Zn dem Prozeß wegen der Ermordung des kommunistischen vürgerschaslsmilglieds Hönning erklärte heule der Oberslaals- anwatt in seinem Plädoyer, er sehe eine Verabredung nichl als gegeben an. sondern halte Totschlag für gegeben. Die Tal fei aber so feige und gemein, daß keine Milde am Platze sei. Er beantragte für Hoeckmayr zehn Zohrc Zuchthaus, für Jansen neun Jahre Zuchthaus und für Bommel acht Jahre Zuchthaus. Vor der Dezemberkonferenz. Deutschland beantragt Einberufung des BLZ.-Ausschufses. In Berliner diplomatischen Kreisen verlaulet, daß die Pariser Besprechungen über das Reparalionsproblem vor dem Abschluß stehen. Infolgedessen sei zu erwarten, daß von deutscher Seile bald der Antrag aus Einberufung des beratenden Sonderausschusses bei der Baseler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, die gleichbedeutend ist mit der späteren Einberufung einer internationalen Konferenz, gestellt wird. Der Reichspräsident empfing am Mittwoch den Reichskanzler zu einem längeren Vortrag über die außenpolitische Lage und den Stand der Arbeiten in den Unterausschüssen des Wirtsck)aftsbeirats. Waffenstillstand in der Mandschurei. Bülow und Dawes als Vertreter Deutschlands und Amerikas in Paris. London, 12. November.(Eigenbericht.) Der amerikanische Botschafter in London und frühere Vize- Präsident von USA. General Dawes hat von seiner Regierung den Auftrag erhalten, an den bevorstehenden Pariser Verhandlungen des Völkcrbundsrates über den Konflikt in der Mandschurei tcilzu- nehmen. Dawes wird London Ende dieser Woche verlassen. Aus Tokio wird gemeldet, daß zwischen den Japanern und Chinesen ein vorläufiger W a f f e n st i l l st a n d an der Nonni-Brücke vereinbart worden sei. Danach verpflichten sich beide Parteien, ihre Truppen aus der Brückenzone zurückzuziehen, und zwar die Japaner unter der Voraussetzung, daß die R e- paratur der Brücke in der vereinbarten Zeit von vier Tagen beendet ist. Japan verpflichtet sich ferner, seine Expeditionskorps nicht in die Brückenzone zurückzuschicken. Allerdings geschieht auch das nur unter der Voraussetzung, daß die Chinesen weder die Brücke zerstören noch den Verkehr über die Brücke in irgendeiner Weise stören. Als Vertreter der Reichsregierung wird nicht der mit der Führung der Geschäft« des Auswärtigen Amtes beauftragte Reichs- kanzler, sondern Staatssekretär von Bülow an den Pariser Ver- Handlungen des Völkerbundsrntes teilnehmen. Berliner Elekirizitäis-Llnion. Beich, Staat und Preußen gründen neue Gesellschast. Der Magistrat hat beschlossen, einer Anregung der Elektro- werke A. G. und der Preußischen Elektriziläts-Akliengesellschasl zu folgen und sich an der Gründung der Berliner Eleklrizitäls- Union G. m. b. h. zu beteiligen. Eine Dringlichkeilsvorlage wird bereits heute der öladloerordnelenversammlung zugehen. Von der Berliner Kraft- und Licht A.- G., in die die Stadt oie städtischen Elektrizitätswerke und die Aktien der Berliner Städtische Elektrizitätswerke Aktiengesellschaft (Bewag) eingebracht hatte, besitzt die Stadt nom. 4 Millionen Mark A"Aktion und nom. 38 Millionen Mark L-Aktien. Sic verfügt mit- hin über ein Stimmrecht von zusammen 80 Vlillionen Mark Aktien, d. h. über Vt der Gesamtstimmen. lieber die nonr. 80 Millionen Mark L-Attiwl mit doppeltem Stiwmrecht, an denen außer der Stadt Die stillen Teilhaber Die Bestechungsaffäre bei der städtischen Gchulverwaliung Zo mehrtägiger Verhandlung beschäftigte sich die Grohe Strafkammer des Landgericht» III mit der Bestechungsaffäre des Stadloberinfpektors B o r ch e r t, des Leiters der städtischen Lehr- mlltelabteilung. Gegen B o r ch e r t selbst hat bisher eine Verhandlung nicht stattfinden können, da er sich bekanntlich nach Aufdeckung seiner Ver- fehlungen eine Kugel in den Kopf geschossen hatte, so daß er seitdem nicht verhandlungsfähig ist. Aus diesem Grunde hat auch gegen ihn kein Disziplinarverfahren eingeleitet werden können, und er ist in den Ruhestand versetzt worden. Dagegen wurde der Bestechungsprozeß gegen den Verlagsbuchhändler Herbert Herzog, die Gräfin Frieda v. Talleyrand-Perigard und den Buchhändler Karl Kugel durchgeführt. Das Schössen- gericht hatte Kugel zu drei Monaten Gefängnis wegen Bestechung verurteilt, Herzog und die Gräfin Talleyrand zu je sechs Monaten Gefängnis. Während Kugel die Strafe angenommen hatte, war für Herzog und die Gräfin Talleyrand Be r u s u n g bei der Strafkammer eingelegt worden. Borchert hatte mit Kugel, der der In- haber der inzwischen in Konkurs geratenen Firma Kurt Thiem G. m. b. H. war, ein geheimes Abkommen getroffen, daß er von den erteilten Aufträgen an die Firma 10 Proz. des Umsatzes erhielt. Seit dem Jahre 1926 wurde aber auch die Firma Vormann in steigendem Maße an den Lieferungen der Stadt beteiligt, und schließlich hatte diese Firma fast eine Monopolstellung. Herzog und die Gräfin Talleyrand, die seit 1925 verlobt sind, hatten 1926 die Akademische Buchhandlung Ernst Vormann erworben. Durch die Gräfin Talleyrand gelang es der Firma, an den Lieferungen für die Stadt beteiligt zu werden. Mit Borchert wurde nun ein eigen- artiger Vertrag abgeschlossen. Borchert erschien mit den beiden Firmeninhabern bei Justizrat Hallensleben und schloß als Bevoll- mächtigter seiner Kinder Erna und Albert einen Gesellschaftsvertrag ab, nach welchem die Kinder mit einer Einlage von je 5000 Mark und einer zehnprozentigen Gewinnbetelligung als Gesellschafter in die Firma Vormann eintraten. Borchert gab sich bei Justizrat Hallensleben als Privatmann aus und verschwieg, daß er städtischer Beamter sei. Bis Ende 1929 hat die Firma Vormann von der Stadt durch Borchert Aufträge in Höhe von 777000 Mark erhalten und fast in der gleichen Zeit sind an die„stillen Gesell- schafter"' 77 600 Mark ausgezahlt worden, so daß der Betrag einer zehnprozentigen Umsatzprovision entspricht. In der Berufungsverhandlung bestritten die beiden Angeklagten Herzog und Gräfin Talleyrand, daß es sich um einen Scheinvertrag gehandelt habe. Die Strafkammer kam jedoch zu der Ueberzeugung, daß es sich um Bestechungsgelder in Höhe von 77 600 Mark gehandelt habe. Die Berufung der Angeklagten wurde mit der Maßgabe ver- warfen, daß die Strafe auf je vier Monate Gefängnis herabgesetzt wurde. Den Angeklagten wurde eine Bewährungsfrist unter Auferlegung einer Buße von je 10 000 Mark zugebilligt. Gklareks und Gäbel. llm Kohls Äerhandiungsfähigkeit. Im Sklarek-Prozeß standen heute morgen Sklareks Zu- Wendungen an den Angeklagten Stadtrat G ä b e l zur Erörterung. Gäbel hatte 850 bis 1000 Mark monatlich zu verleben. Cr befaß in Karlshorst ein« bescheidene Wohnung und will nicht über die Grenz« seiner Vermögensoerhältnisse hinausgegangen fein. Die An- klage nimmt an, daß er sich ein- bis zweimal wöchentlich mit Leo Sklarek getroffen Hab« und von ihm wie von den anderen Brüdern Zuwendungen in verschiedener Form erhalten Hab«. Gäbel b« st r e i t« t das mit aller Entschiedenheit. Er erklärt, mit Max Sklarek nur einmal, mit Willi Sklarek äußerst selten, mit Leo Sklarek, dessen soziale Einstellung ihm am nächsten war, nicht mehr als ein- bis zweimal im Monat zusammengewesen zu sein. Man habe sich in Lokalen getroffen, auch er Hab« hin und wieder bezahlt— was Leo Sklarek übrigens bestreitet. Auch in Misdroy sei er für seinen Aufenthalt aufgekommen. Wenn er von Leo Sklarek irgendwelche Summen erhalten habe, so bloß zu wohl- tätigen Zwecken. Es folgen nun lange Auseinandersetzungen über die Wohltätigkeit der Angeklagten Leo und Willi Sklarek, ins- besonders Willi betont, in welch hohem Maße«r und feine Brüder Gelder zu wohltätigen Zwecken hingegeben hätten. Lehmann be- stätigt das. Es fei überhaupt üblich gewesen, daß die städtischen Lieferanten insbesondere auf Veranlassung des Oberbürgermeisters Böß hohe Beträge bald für den einen Zweck, bald für den anderen spendeten. Der Oberbürgermeister Böß habe nicht selten seinen Dezernenten zu den Firmen geschickt, um diese Beträge in Empfang zu nehmen. Gäbel bestreitet, gewußt zu haben, daß er in den Büchern der Firma Sklarek unter dem Namen Gabriel geführt worden sei, er gibt zu, Anzüge bezogen zu haben, behauptet aber, sie bezahlt zu haben. Die Aerzte über Kohl. Die Bernehmung des Angeklagten Gäbel wird dann abge- brachen. Es werden Prof. Dr. K r o n f e l d und Medizinalrat Dr. Stürmer über die VerHandlungsfähigkeit des Angeklagten Kohl gehört. Kohl ist im Gerichtssaal anwesend. Prof. Kronjeld hat den Angeklagten Kohl bereits feit vier Jahren behandelt Er nimmt in äußerst scharfer Weise dagegen Stellung, daß das Gericht Dr. Stürmer mit Kohls Behandlung beauftragt hat. Er wolle, erklärt er, deswegen mit seiner Standesorganifation Rücksprache nehmen. Er sei der Ansicht, daß das Gericht wohl einen Arzt mit der Begutachtung eines Angeklagten betrauen kann, nicht aber mit dessen Behandlung. Nach Ansicht Dr. Kronfelds ist Kohl im Lauf der nächsten vier Wochen verhandlungsunfähig. Medizinal- rat Dr. Stürmer widerspricht dieser Auffassung, bei schonender Be- Handlung sei die VerHandlungsfähigkeit des Angeklagten nicht be- einträchtigt. Das Gericht beschließt, Kohl sei verhandlungsfähig.. Das Gutachten von Prof. Dr. Kronfeld sei nicht imstande gewesen, dasjenige des Medizinalrates Dr. Stürmer zu erschüttern. Calmetie-Anklage erweiieri. Fahrlässigkeit bei Einführung des Verfahrens? Lübeck, 12. Rovember. Zu Beginn der Donnerslagverhandlung im Calmelke-Prozeß beantragt Oberstaatsanwalt Dr. L>enau dle Erweiterung der Anklage gegen Brofesior Dr. V e y ck e und Dr. Allstaedk auch auf E l n- s ü h r u n g des Calmette- Verfahren». Während der Verhandlung habe sich nämlich ein hinreichender Verdachi ergeben. daß die beiden Angeklagten sich auch insofern strafbar gemacht hätten, als sie bei der Einführung de« Calmetie-Verfahrens der fahrlässigen Tötung und fohrlässigen Körperverletzung schuldig seien. Er beantragte daher, die Anklage dahin zu erweitern, daß die Angeklagten bei der Einführung des Calmette-Verfahrens in Lübe. im Winter 1929 bis 1930 durch Fahrlässigkeit unter Außerachtlassung der durch ihren Beruf erforderlichen Aufmerksamkeit den Tod bzw. die Körperverletzung der im Eröffnungsbeschluß bezeichneten Kinder verursacht haben, und zwar Professor Dr. D e y ck«, indem er die Züchtung der BCG.-Kulwren und die Herstellung der BCG.-Emul- flonen übernommen hat, ohne sich vorher durch eigene Forschungen und Untersuchungen von der Unschädlichkeit der aus Paris bezogenen BEG.-Kulturen überzeugt zu haben: Dr. Altstaedt, indem er die Einführung des Calmette-Verfahrens in Lübeck erwirkte, ohne vorher beim Reichsgesundheitsamt oder bei anderen geeigneten Stellen, besonders bei Dr. Prausnitz und Dr. Buschmann, über die dort gemachten Erfahrungen und die dort ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen sichere Auskunft eingeholt zu habcn. Die Verteidiger der Angeklagten erklärten die formale Zustim- mung zu der Erweiterung der Anklage. Rechtsanwalt Dr. Hoffmann, der Verteidiger van Dr. Altstaedt, wies daraus hin, daß man nimmehr in weitem Umfange Beweisanträge stellen werde darüber, daß in anderen Staaten die Impfung vorgenommen worden fei, ohne daß Schädigungen«ingetreten find. Weiter wevde er den Beweis dafür antreten, daß außer bei Dr. Prausnitz und Dr. Buschmann auch noch in anderen Städten Deutsch- lands der BEG. zur Anwendung gekommen fei. Das Gericht verkündet nach kurzer Beratung, es nehme den Antrag des Staatsanwalts auf und erweitere die Anklage in dem vorgeschlagenen Sinne. Berkin die Reichs-Elektro-Werke und die Preußische Elektrizitäts- A.-G. mit je nom. 21 Millionen beteiligt sind, ist anläßlich der Gründung der BKS. zwischen diesen drei Konsorten ein K o n s o r- tialvertrag geschlossen worden, der genaue Bestimmungen über die Z-Aktien trifft. Die beiden nichtstädtischen Konsorten haben nun vorgeschlagen, die gesamten L-Aktien in eine neu zu gründende Berliner Clek- trizitäts-Union G. m. b. H. einzubringen, um hierdurch im Sinne des erwähnten Vertrages eine möglichst wirksame gemeinschaftliche Wahrnehmung der Interessen zu erreichen. An dem Stammkapital der neuen G. m b. H. sollen die drei Konsorten nach dem gleichen Verhältnis beteiligt fein, wie bisher an den B-Akticn. Kampf dem Faschismus. Vortrag Vreitfcheids in Wilmersdorf. Die sehr gut besuchte Kreismltgliederversammlung von Wilmersdorf wurde mit einem Nachruf des Vorsitzenden auf den Genossen Friedrich Bartels eröffnet, der von der Ver- sammlung stehend angehört wurde. Dann nahm Genosse Rudolf B r e i t s ch e i d das Wort zu einem Referat über die politische Lage. Er sagte: Nie waren Unnihe und Unsicherheit so groß wie jetzt, und es ist ein geringer Trost für uns, daß diese Unruhe sich auf die ganze zivilisierte Welt ausdehnt. Der Reichskanzler Brüning hat von der Notwendigkeit gesprochen, das zerstörte Ver- trauen wieder herzustellen. In der Tat fehlt Vertrauen zu Dingen und Menschen, zu Gegenwart und Zukunft, zur Sicherheit des Geldes und zur Möglichkeit, durch das kapitalistische Unter- nehmertum die Wirtschaft anzukurbeln. Es fehlt auch das Ver- trauen zu den Staatsmännern. Aber auch innerhalb der Arbeiterbewegung besteht eine Vertrauenskrise. Man fragt: Hat die Sozioldemakratie als Vertreterin des arbeitenden Volkes alles getan, was getan, und alles unterlassen, was unterlassen werden mußt«? Oder hat sie geduldet, was nicht geduldet werden durfte? Di« Spaltungsbewegung, die Sie in Wilmersdorf besonders gespürt haben, war die Folge dieser Zweifel. Die Gründung einer neuen Partei steht im schroffsten Widerspruch zu den Grundsätzen des Sozialismus. Die neue Orga. nifation der SAP. wird keinen anderen Erfolg haben, als die Arbeiterschaft noch mehr zu zerreißen. Und ist es von dieser organisatorisch sehr hoffnungslosen Gruppe zu verantworten, gerade im gegenwärtigen Augenblick die Einheit der Partei zu gesährden? (Zurufe: Nein, nein!) Aber nehmen wir die Dinge nicht leicht. suchen wir nach den Wurzeln. Konnte eine andere Politik ge- macht werden? Wahrer Grund der Unsicherheit ist die Wirtschaft- liche Not: Zahlungsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Lohnsenkung, öffentliche Finanzmisere und Sozialabbau. Die schlimmste Geißel ist die Arbeitslosigkeit, namentlich für die Jugendlichen. Wenn die Kriminalitätsziffern steigen, so haben wir keine Veranlassung, uns an die Brust zu schlagen, sondern wir müssen die Ursachen au- der Not heraus erkennen. Diese Not bringt es auch mit sich, daß namentlich der Jugendliche radikalen Parolen folgt, die ihm gar bald eine Besserung oersprechen. Machen wir der Jugend klar, daß auf radikalem Wege das Heil nicht gesunöen werden kann, weisen wir ihr aber auch die Wege, auf denen es zu suchen ist. Breitscheid behandelte sodann das versagen de» kapitalistischen System», dessen Ueberwindung heute notwendiger ist denn je. In der Ueber- gangszeit der Gegenwart müssen wir erreichen, was auf dem Boden des bestehenden Systems erreicht werden kann. Wir müssen es tun in Angriff und Abwehr. War die Tolerierungspolitik richtig? Ist, so fragt man. Brüning ein Gegner des Kapitalismus? Nein! Hat er das Mögliche getan, um die Lage der Arbeiterklasse zu er- leichtern? Wir sagen klar heraus: Nein!(Sehr richtig!) Für die Politik der Notverordnungen aber tragen nicht wir, sondern trägt die Wohl vom 14.September 1930 die Schuld. Der Arbeit der Sozialdemokratie gelang es. wenigstens das Schlimmste zu verhüten und die ärgsten Giftzähne auszubrechen. Gleichwohl: die Löhn« sind heruntergesetzt, bei den Preisen beschränkte man sich auf ein erfolgloses G es» n d b e t e n. Trotzdem haben wir toleriert, weil wir einmal wissen, daß eine Harzburger Regierüng das End« der Verständigungspolitik bedeutet und zweitens, weil wir zwar lein Vertrauen zu Brüning haben, wohl aber ein weit größeres Mißtrauen gegen das, was nach ihm kommen würde. Gegen den Faschismus helfen nicht revolutionäre Phrasen, sondern nur die gesammelte Kraft der organi- siertep Arbeiterklasse. Deshalb sagen wir den Spaltern: Ihr sprecht von Sammlung der Arbeiterklasse? Sammelt man denn, wenn man spaltet?(Lebhafter Beifall.) Die rechte Sammlung aller Kräfte im Kamps gegen den Faschismus durchzuführen, ist die Aufgab« der Sozialdemokratie, damit wir, was auch kommen möge, bereit sind.(Anhaltende Zustimmung.) Nach einer sehr angeregten Diskussion, in der vor allem die Gegner der Tolerierungspolitik zu Wort kamen, sagte Breit- scheid in seinem Schlußwort: Ich freue mich über eine Opposition, die unsere Partei vorwärtstreiben soll. Aber macht Opposition inner- halb, nicht außerhalb der Partei! Es ist gesagt worden, man solle Hitler und Hugenberg ans Ruder kommen lassen, sie würden schon abwirtschaften. Denken Sie an Mussolini! Er regiert heute neun Jahre. Kommt der Faschismus, dann gibt es keine Wahlen, k«ine Pressefreiheit, keine Versamm- lungsfreiheit! Vielleicht würden die Harzburger nicht lange regleren, aber sicher lange genug, um die Arbeiterschaft aufs schwerste zu schädigen. Eine längere Herrschaft des Faschismus würde zur Zermürbung und zur Gleich- gültigkeit weiter Kreise auch des Proletariats führen, und das wäre ebenso schlimm wie eine Gegnerschaft. Es ist weiter ausgeführt, daß wir auch das Sozialistengesetz überwunden hätten. Gewiß, das Sozialistengesetz war schlimm, grausam, furchtbar, aber der Faschismus würde viel schlimmer, viel grausamer, viel furchtbarer sein! Es ist weiter der Klassenkampf gefordert: vom Klassen- kämpf redet man nicht, der Klassenkampf ist da. Im Dienst der Arbeiterklasse dürfen wir keine Katastrophen- politik betreiben und wir werden e» auch nicht tun.(Anhaltender Beifall.) Auf«ine Anfrage au» der Versammlung erwiderte Breitscheid, daß er eine Stärkung des Reichsbanners, namentlich durch die Jugend, für überaus wünschenswert halte. Achtung Eisenbahner! Ä-cgcii, Freit««, 1»'ii Uhr,«r»ß, Fu»ItI»»ä,k«»f«r-»» l». Drrscl« Acstsaic«, H»ljmarltltr«ße 72.»tcll«»an«hwe zum Schi«»«. s II r u ch. Vollzähliges Erscheinen erwartet die vetsnerwaltun« Berlin des Einheit««erdnudcs der Eisenbahner»eutschland«. Wetter für Berlin: Weiterhin wechselnd wolkiges Wetter mit etwas niedrigeren Temperaturen. Vereinzelt etwas Regen, schwache Sudwest» bis Westwinde.— Für Deutschland: In der westlichen Hälst» meist bewölkt mit etwas Regen. In der östliche» Hälfte. trocken und zeitweise heiter. Einzelne Nachtfröste. Suche nach dem Chauffeurmörder. Polizeirazzia im Laubengelände. Im Laubengelände zwischen Niederschönhauscn und V u ch h o l z wurde in der vergangenen Nacht von der Mord- kommlssion mit Unterstützung von Schupobeamten und Suchhunden, eine große Razzia vorgenommen. Zu den Kreisen, in denen man die Täter vermutete, gehören auch«ine grohe Anzahl junger Burschen, die wohnung s- und arbeitslos in den verlassenen Lauben jener Gegend ihr Winterquartier aufgeschlagen haben. Laube für Laube wurde in der vergangenen Nacht kontrolliert. Nur ganz wenige waren von dem rechtmäßigen Besitzer noch bewohnt. In vielen wurden die ungebetenen Gäste angetroffen. Soweit es sich ermöglichen ließ, wurden die Verhältnisse und die Papiere der jungen Leute geprüft. Manche konnten auch sofort ein glaubhaftes Alibi antreten. Andere wurden ins Polizeipräsidium gebracht. Im Laufe des Tages wird man hier ihren Aufenthalt in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag nachprüfen. Einer wurde im Besitz einer Pistole ange- troffen. Auch er wurde vorläufig festgenommen. Die Aktion war in den Morgenstunden gegen 5 Uhr beendet. Der am Mittwoch festgenommene Streckenarbeiter W., der sich durch sein Gerede selbst in Verdacht gebracht hak befindet sich noch im Polizeigowahrsam. Cr wollte von Freunden„mehr erfahren haben, als die anderen wüßten". Darum ist es mit der Nachprüfung seines Alibis allein nicht getan. Es ist selbstverständlich, daß die Mordkommission auch seine Freunde zu ermitteln sucht. Die Untersuchung, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, ist noch nicht abgeschlossen. Oer Mord an der Tante. Der jugendliche Mörder Kurt T h i e m e ist, wie wir bereits gestern meldeten, wahrscheinlich aus Berlin verschwunden. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei haben diese Annahme be- stätigt. Er wird irgendwie mit der Vorortbahn Berlin verlassen und draußen in weiterer Entfernung erst einen Fernzug bestiegen haben. Mit der Beute, die er gemacht hat, wird er nicht weit reisen können. Einige Schmucksachen, die er nach dem Verbrechen an seiner Tante ebenfalls mitgenommen hat, wird er zweifellos irgendwo versetzen. Das letzte Mal sah man Thieme in einem Lokal! in der Ouitzowstraße. Seit der Zeit fehlt jede Nachricht von ihm. j Das Auto auf den Schienen. Die aus der Richtung Halle auf dem AnhalterBahnhof einlaufenden Züge der Reichsbahn kamen heute früh mit beträcht- licher Verspätung an. An der Blockstelle Kliestow bei Treb- b i n ereignete sich nachts«in Autounfall, oer leicht schlimmer« Fol- gen haben konnte. In dem Augenblick, als das beladen« Last- a u t o einer Berliner Firma den an dieser Stelle etwas irnüber- sichtlichen Bahndamm überquerte, brach eine Achse des An- Hängers, so daß sich der Wagen quer über die Schienen legte. Dadurch trat eine Zugverspätung von etwa 2 Stunden«in. Es dauerte übermäßig lange, bis ein Hilfszug eintraf, der die Strecke frei machte. Die mit dem Frühzug nach den Berliner Markthallen fahrenden Geschäftsleute, besonders Gärtner, die Blumen nach her Lindenhalle bringen, hatten durch die Zugverspätung beträchtliche Verluste._ Im Faltboot über den Ozean. Lag Palmas(Kanarische Inseln), 12. November. Der deutsche Sportsmann Fritz E n g l e r. der den Atlan- tischen Ozean in einem kleinen Faltboot überqueren will, ist oo» Lissabon kommend hier eingetroffen. Kommunistischer Gimpelsang. Wir erhalten folgend« Mitteilung: Die„Rote Fahne" bringt heute die Ankündigung einer öfsen:- lichen Frauenoersammlung für heute im Brunnenpalast, in der die bewußt unwahre Behauptung aufgestellt wird, daß ich mich bereit erklärt hätte, in dieser Versammlung zu sprechen. In Wirklichkeit habe ich die Aufforderung der KPD., in dieser Ver- sammlung zu sprechen, ausdrücklich telephonisch am 23. Oktober, auch in einem Einschreibebrief am 4. November abgelehnt. Es hau- dclt sich also um ein« zielbewußte Irreführung. �uZilb Grüukol. Geburtstag, der auf den 12. November fällt, hat Professor Eduard Engel ein Buch über Kaspar Hauser veröffentlicht, in dem er den Hauptschlag zwar mit Hilfe einer neuen Zeugenaussage führt, im übrigen aber die Verfechter der 1lK)jährig«n Legende auf dem ganzen Gebiet in jugendlichem Eifer mst der Waffe der Vernunft bekämpft. Gesunder Menschenverstand, unerschöpfliche Arbeitskrast und leidenschaftlicher Angriffsgeist haben Engel in allen Kämpfen seines langen Lebens begleitet, ob es um Shakespeare-Bacon ging, um die Aussprache des Griechischen oder die Reform der Eisenbahntarise, um die ihm richtig erscheinenden Wertungen dichterischer Größen und vor allem um die Freihaltung der deutschen Mullersprache von fremden Elementen. Auf allen diesen Gebieten hat er zahlreiche polemische und darstellende Werke veröffentlicht, die stark, Wirkung ausgeübt haben. Seine„Deutsche Literaturgeschichte", seine „Deutsche S t i l k u n st" und sein Verdeutschungsbuch.„Sprich deutsch".und„Gutes Deutsch",„Deutsche Sprachschöpfer" und „Deutsche Meisterprosa" haben well« Verbreitung gefunden. Seine Werturteil« in der Literatur, in der er nach unerschütterlichen Maß- stäben mißt, wird nicht jeder unterschreiben, seinen Kampf gegen die Fremdwörter wird mancher übertrieben finden, aber die Reinhell seines Wollens, fein« Verdienste um das deutsche Sprachgefühl, wird jeder anerkennen. Neben allen diesen literarischen Werken hat Engel sich besonders als„Eisenbahnmann" hervorgetan. Er war e», der den einheillichen Kilometertarifen und der drllten Schnellzugsklasse den Weg bereitet hat, der die Bahnsteigkarte erfand, die„Sommerzeit" ent- deckte und dafür gesorgt hat, daß die Schaffner nicht mehr aus glitschigen Trittbrettern entlangzuturnen haben. Bon seinen Begeg- nungen mit Menschen mannigfacher Art, von seinen vielseitigen Interessen berichtet sein Erinnerungsbuch:„Menschen und Ding e", worin er auch von Bebel und Fritz Ebert eigenes berichtet. Eduard Engel ist zu Stolp in Pommern geboren, studierte Sanskrit und neuere Sprachen und war lange Zeit, von 1882 bis 1904, als Borsteher im Stenographenbüro des Reichstags tätig. Hermann popert sechzig Jahre. Im Jahre 1919 erschien ein lebensreformerischer Roman „Helmut H a r r i n g a" von Hermann Popert. Nur wenige tausend Menschen kannten den Namen. Der Roman aber trug den Namen in 320 009 Exemplaren durch das deutsche Sprachgebiet. Millionen haben ihn gelesen. Noch immer bewegt und begeistert er Idealen zustrebende Jugend. Popert, der am 12. November in Hamburg 60 Jahre alt wird, hat für seine Gesinnung nicht nur geschrieben und gekämpft. Er hat sie gelebt. Als Sohn aus reichem Kaufmannshause ging er, Landrichter geworden, schon in jungen Iahren in die damals verachtete und verspottete Abstinenzbewegung. Er war der erste, der in Deutschland für das Gemeindeabstinenzrecht warb. Zwar blieb er in der antialkoholifchen Bewegung, aber sie füllte den rebellischen Geist nicht aus. Er gründete die Zeitschrift„Vortrupp", an der mit ihm der später von Gendarmen ermordete Edelkommu- nist P a a s ch e arbeitete. Im Kriege politisch sehend geworden, trat er für einen baldigen Verständigungsfrieden ein. Die Inflation machte den Millionärssohn vermögenslos. Er ging als Richter wieder in den Staatsdienst. Seine Urteile waren stets menschlich, manchmal beispielgebend. So, als er ein armes Mädchen, dos un- wisiend gegen den§ 218 verstoßen hatte, zu 3 Mark Geldstrafe verurteilte. So, als er Kommunisten, die sich bei der Verteilung von Antitriegs-Flugblättern des Hausfriedensbruchs auf dem Ge- laude einer Werft schuldig gemacht hatten, nur zu SV Mark Geld» strafe verurtellte, mit der Begründung, die Arbell gegen den Krieg sei eine vaterländische Tat. Popert steht in seiner kulturpolitischen Hallung dem Sozialismus nahe. Sein Leben galt und gilt dem Willen, das Barbarentum im Menschen zu bekämpfen. Jetzt, mit 60 Jahren, ist er wegen hemmender, aber nicht gefährlicher Krank- hell aus dem Staatsdienst geschieden. Die österreichischen Giaaisiheaier. Der Finanzausschuß des österreichischen Nationalrats ver° abfchiedete Dienstag das Budget der Bundestheater. Der Bericht- erstatter Abgeordneter Schmitz wie auch der sozialdemokratische Ab- geordnete Dr. Ellenbogen betonten die Notwendigkell, die beiden Bühnen als überaus wertvolles Kulturgut auf einem entsprechenden Niveau zu erhalten. Wie der Unterrichtsminister Czermak ausführte, war es niemals die Absicht der Regierung, die Bundcstheater zu sperren oder zu verpachten, vielmehr wolle man das erstklassig« Niveau der beiden Bühnen erhalten, dabei aber auf die Großzügig« kellen der Vorkriegszeit Verzicht leisten. Der Minister verwies darauf, daß auch im Deutschen Reich die Not der Staatsthealer und öffentlichen Bühnen so groß sei, daß Zuschüsie von Jahr zu Jahr in einem well bedeutenderen Maße als in Oesterreich erforderlich feien. Bei den meisten Theatern im Reiche werden die Ausgaben durch die eigenen Einnahmen kaum zur Hälfte gedeckt, während in den österreichischen Staatstheatern 61 Proz. der Ausgaben durch die eigenen Einnahmen ihr« Deckung finden. Das letzte noch fehlende Element entdeckt? Der amerikanische Gelehrte Fred Allison, der Leiter der Physikalischen Wtellung des Polytechnikums in Auburn(Alabama) erklärt, daß ihm die Entdeckung des einzigen bisher noch fehlenden Elements Nr. 83 gelungen fei. Er schlägt für das neue Element den Namen„Halogen" vor. da es in der Atomgewichtstabelle unter den„Halogenen" Fluor, Chlor, Brom und Jod steht. Während Fluor und Chlor bei Zimmertemperatur gasförmig find und Brom flüssig, ist das neue Clement— ebenso wie Jod— ein fester Körper. Die Entdeckung des„Halogen" ist an sich durchaus wahr- scheinlich, doch pflegt die Wissenschaft derartige Entdeckungen erst dann als sicher zu bezeichnen, wenn sie nochgeprüft und von anderer Seit« bestätigt worden sind. Oer Nobelpreis für Chemie. Der heute zur Verteilung gelangende Nobelpreis für Chemie wird wahrscheinlich den deutschen Wissenschaftlern Professor Bosch. dem führenden Generaldirektor der I. G. Farbenindustrie, und dem Generaldirektor Berglus zuerkannt werden. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß der Preis auch nur einem der beiden Forscher zugesprochen wird. Der Nobelpreis für Physik soll in diesem Jahre nicht verteilt werden. Das Potsdamer Schauspielhaus war in der letzten Zeit in Schwierigketten geraten, well die beiden es tragenden Organifatioiwn an Mitgllederzahlen verloren haben. Nach Fühlungnahme mit dein Magistrat ist setzt das wettere Bestehen des Schauspielhausos bis zum Ends der Spielzeit gesichert. Der Magistrat will einige tausend Mark Schulden übernehmen. Eine monatliche Garantiesumme für die lausende Spielzelt wird dann bis zum Mai weiter Helsen. Dürers„Rosenkranzsest" durch den Tschechischen Staat ange- kauft. Das aus dem Jahre 1SV9 stammende weltberühmte Gemälde Albrecht Dürers das„Rosenkranzsest", das sich gegenwärtig im Eigentum des Strahover-Klosters befindet, wurde von dem Tschecho» slowakischen Staat käuflich erworben. Für das Bild lagen aus dem Auslande verschiedene Kausangebote vor. Die russische Gotlloseu-llniversitäi. Mit einer Radiosendung der Sowsetunion wurde am Dienstag die Eröffnung der Gottlosen- Universllät vollzogen. Zum Ehrenrektor der Universität wurde der Leiter der Gottlosenpropaganda, Jaroslawski. ernannt. In Radio» kursen sollen etwa ,11 000 Hörer ausgebildet werden, die nach Ab« schluß des Kursus und nach Ablieferung schriftlicher Arbeiten Diplome erhalten. Tchiiitzlcr-Gedcnkfcler». Das StaatSthcater und die Wteilung für Dichtkunst der Preußischen Akademie veranstalten gemeinsam chrc Feier am Totensonntag, SV Uhr, im Staatlichen Schauspielhaus. Heinrich Mann hält die Gedenkrede, es folgt dann„Die Liebelei". — Die Schnitzler Gedenkfeicr des Deutschen K ii n st l e r- T h o a t e r s findet am Bußtaa statt. Aufgeführt wird„Professor Bernhard i' (mit Fritz«» r t n e r). Im Lcssiug-Theatcr findet Sonntag, 4 Uhr, nochmal« eine NachnnttagS« Vorstellung von Sheriffs»Die andere Seite" statt. Oer Weihnachisengel... »//• ■■i i■•jvogr*', . des Kapitalismus geht um! spannen die Kaiserhöf« in Berlin und Wien allerhand Pläne, was mit den nichtrussischen Völkern des eroberton Westrußland geschehen sollte. Aus den Herzogshüten der Hohenzollern im Ballikum ist ebensowenig geworden wie aus der„austropolnischen Lösung". Dagegen haben die Sieger 1919 all« diese Randstaaten errichtet und Rumänien um Besiarabien bereichert. Ob das alles mehr aus Be- geisterung für das nationale Selbstbestimmungsrecht geschehen ist, das man den besiegten Völkern, besonders den Lster- reichischen Deutschen, bis auf den heutigen Tag verweigert, oder nicht vielmehr zu dem Zweck, das bolschewistisch« Rußland durch einen breiten Gürtel bürgerlicher und militaristischer Staaten zu isolieren— ist eine Frage, die wir heut« nicht zu entscheiden haben. Do man ober Polen als ein Reich von 30 Millionen wiederher- stellte, wovon freilich nur 18 Millionen Polen sind, mußte man ihm einen Ausgang zum Meere geben. Das geschah durch jenen K o r r i- dar. dessen Schaffung den Nebenzweck verfolgt haben mag, auf ewig Feindschaft zwischen Deutschland und Polen zu säen. Soweit wollte man aber doch nicht gehen, auch das deutsche Danzig Polen einzuverleiben. Darum machte man daraus einen Freistaat, der zum polnischen Zollgebiet gehört, 7 Prozent der gesamten polni- schen Zolleinnahmen erhält, und außenpolitisch durch Polen ver- treten wird. Polen wurde die Verpflichtung auferlegt, den Dan- ziger Hasen zu benutzen. Aber Polen hat das früher vollkommen unbekannte Fischernest Gdingen zu einem gewaltigen Kriegs- und Handelshafen auegebaut. Es lenkt seinen Seeverkehr mehr und mehr über Gdingen und läßt den Danziger Hafen oeröden. Dauernde Proteste und Prozesse zwischen Danzig und Polen hängen beim Völkerbundskommissar. der zuerst ein englischer General war. wäh- rend es jetzt ein italienischer Marineoffizier ist. beim Haager Schied-- gcricht und beim Völterbundsrat. Oeuischösterreichs Giaatsfeiertag. Ein Appell an Vorah. Heut« feiert in« Republik Oesterreich den Tag ihrer feierlichen Errichtung. Das Gebot der Weltkriegssieger hat ihr aus dem Anfangsartikel der Verfassung den Satz gestrichen, daß dieses Land ein Glied der deutschen Republik sei und aus ihrem Namen das Wort„deutsch". Der Oesterreich isch-Deutsche Voltsbund hat anläßlich dieses Tages an Senator Borah. den Vorsitzenden des Auswärttgen Aus- fchusses des Senates der USA., den Appell gerichtet, das schwere Unrecht endlich beseUigcn zu helfen, da-- in der fortdauernden Ver- ringernng des Selbstbestimmungsrechtes für das öfter- xeichifche Volt siegt. Künstliches Radium Sensaiionelle Leistung Berliner Gelehrter Unvorstellbare Kräfte birgt das Innere der Bausteine des Kos- mos, der Atome. Dort, wo die negativ geladenen Elektrizitätsteil- chen, die Elektronen, um den positiv geladenen Kern kreisen, sind Energien gebunden, die alle durch Menschenwerk bisher erzeugten weit übertreffen. Es ist seit langem die Sehnsucht der Physiker, mit den Mitteln des Laboratoriums Atome zertrümmern und die Kräfte dieses Inneren nutzbar mackM zu können. Vor einigen Jahren bauten drei deutsche Physiker, Lang«, Brasch und Ur- b a n, auf dem Monte Generoso ein« Blitzfanganlage, die den Zweck haben sollte, die gewaltigen Spannungen des Blitzes zur Zsrtrüm- merung von Atomen zu verwenben. Einer von den dreien. Urban, verunglückte bei den Montogearbeiten. Die beiden anderen arbeite- ten weiter an ihrer gewaltigen Aufgabe. Nach beträchtlichen Erfolgen mußte jedoch eine Unvollkommenheit dieses Naturlaborato- riums den Wunsch nach künstlicher Blitzerzeugung laut werden lasten- natürliche Blitze stehen eben nicht immer zur Verfügung und in ge- witterlosen Zeiten konnte man nicht experimentieren. Nun hat eine mit Hilfe der AEG geschaffene großzügige An- läge diese Lücke ausgefüllt. Es wurde ein sogenannter Stoßgenera- tor gebaut, der die ungeheure Spannung von 2!� Millionen Volt erzeugen kann. Allerdings war es mit diesem Erzeuger künstlicher Blitze allein noch nicht getan, es mußte erst noch ein Vakuumcnt- ladungsrohr gebaut werden, welches so hohe Spannungen aushält. denn die bisher gebräuchlichen Röntgenröhren waren dazu in keiner Weise geeignet. Brasch und Lang« habew nun ein solches Rohr konstruiert und in diesem werden Kathodenstrahlen und Gamma- strahlen(Röntgenstrahlen) in der Stärke von mehreren tausend Kilogramm Radium erzeugt. Diese Strahlen haben eine solche Durchdringungstrast, daß sie Bleiplatten von 20 Zentimeter Dicke durchdringen. Damit ist endlich der Weg zum künsttichen Radium frei geworden. Welche Leistung Sas Entladungsrohr von Lang« und Brasch zeigt, ermißt man, wenn man bedenkt, daß ber ganze wellbesth an natürlichem Radium etwa 500 Gramm beträgt. Der Stoßgenerator, der dieses'Wunder vollbringt, besteht aus einer Anzahl sehr großer Kondensatoren, die in Parallelschal« tung aufgeladen werden. Aber selbst dieses gewallige Instrument soll noch übertroffen werben durch einen neuen Apparat, der im Staat- liehen Physikalischen Institut gebaut wird und mit dem man eine Hochspannung bis 7 Millionen Volt zu erreichen hofft. Von größter Bedeutung werden vielleicht diese künstlichen Radiumstrahlen für die medizinische Forschung werden. Kathoden- strahlen von mehreren Millionen Volt Spannung l>aben eine der- artige Durchdringungsfähigkeit, daß sie schon bei ganz kurzer Be- strahlungszeit tief in das Körperinnere eindringen. Die natür- liehen Radiumstrahlen hoben bekanntlich die Eigenschaft, daß sie die bestrahlten tierischen Gewebe zerstören, also Operationen ohne Messer ermöglichen. Die Geschwindigkeit der Radiumstrahlen ist aber doch nicht so groß, so daß, um die erforderliche Wirkung zu erzielen. die kranken Stellen meist sehr lange und sehr oft bestrahlt werden müssen. Das aber bringt den Nachteil mit sich, daß häufig genug neben den kranken auch gesund« Körperteile, vor allem diejenigen, durch welche die Radiumstrahlen ihren Weg nehmen mußten, an- gegriffen wurden. Die Forscher Lange und Brasch haben nun mit ihren neuen Apparaten Bestrahlungsversuche an Mäusen vor- genommen und glauben schon setzt sagen zu können, daß die künst- lichen Strahlen weit günstiger wirken als die natürlichen Radium- strahlen. Denn durch die sehr hohen Geschwindigkeiten werden die Bestrahlungszeiten außerordentlich verkürzt werden können, und dadurch werden dl« gesunden Gewebe des Organismus bei der Bestrahlung geschont. Es könnte möglich sein, daß die künstlichen Radiumstrahlen— um diese natürlich nicht ganz zutreffende Be- Zeichnung zu wählen— in absehbarer Zeit besondere Bedeutung für die Krebsbehandlung erhallen. Allerdings sind sich die beiden Forscher Dr. Lange und Dr. Brasch darüber ganz klar, daß vorerst noch sehr viele Dorversuche gemacht und Erfahrungen gesammelt werden müssen. Auch ist noch nicht abzusehen, welchen Nutzen die Technik aus diesen Arbeiten ziehen wird. Sollte es wirklich gelingen, auf dem Wege über die Erzeugung bisher ungeahnter elektrischer Spannun- gen die Atomkräfte für die menschliche Energiewirtschast nutzbar zu machen— eine physikalisch« Möglichkeit, die von den hervorragend- sten Physikern durchaus bejaht wird— so würde das zweifellos eine Revolution nicht nur in der Geschichte der Technik, sondern viel- leicht in der Geschichte der Menschheit bedeuten. Dr. K. Heide. Gegen Eisenbahnerschiedsspruch. Oer Einheiisverband lehni ihn ab. Vor st and und Beirat des Einhcitsvorbandes der Eisenbahner Deutschlands haben den im Reichsbahnkonflikt gefällten Schiedsspruch mit Entrüstung zur Kenntnis genommen. Sie lehnen diesen Spruch mit grotzer Entschiedenheit ab. Die Eni- s ch l i« ß u n g fährt fort: Der Schiedsspruch ist die Auswirkung einer verfehlten Wirtschaftspolitik. Den Warten des Herrn Reichskanzlers, daß jeder Volksgenosse das Gefühl besitzen müsse, daß die Staats- Politik aus dem Grundsatz der sozialen Gerechtigkeit heraus geführt werden müsse, entspricht dieser Schicds- j p r u ch in keiner Weise, da selbst die heute schon aus Wohl- fahrtsunterstützung angewiesenen schlcchtbezahlten Arbeiter bei der Reichsbahn von der Kürzung betrosfen werden, vorstand und Der- bandsbeirat warnen die Reichsregierung dringend, diesen Schiedsspruch zur Durchführung bringen zu lassen. Dos Verholten der R e i ch s b a h n- H a u p t v c r w a l t u n q bedeutet eine Provokation des Eiscnbahnpersanals. Die Hauptverwaltung hat selbst die Notlage weiter Personalgruppen an- erkennen müssen. Wenn sie trotzdem hartnäckig auf einer Kürzung der Bezüge auch dieser Personolgruppe bestanden hat, so zeugt das von einem so erschreckenden Mangel an sozialem Verständnis, daß eine solche Politik die größten Gefahren für den Reichsbahnbetrieb heraufbeschwört. Lorstand und Beirat sind sich bewußt, daß die gcwerkschait- lichen und politischen Instanzen der Arbeiterbewegung im Verfolg dieser Lohnbewegung die größtmöglichen Anstrengungen gemacht haben, um einen solchen Schiedsspruch zu verhindern. Wenn diesen Anstrengungen der Erfolg versagt war, so tragen hieran die g e- samten politischen Verhältnisse die Hauptschuld. Es ist die Aufgabe aller Eisenbahner, für eine grundlegende Aenderung der politischen und damit auch der wirtschaftlichen Verhältnisse einzutreten. Dos geschieht durch Stärkung des Verbandes, um für die Zukunft die Tatkraft zu erhalten und zu steigern. Vereinbarung bei der BVG. Durch Arbeitszeitverkürzung Entlassungen verhütet. Zwischen den am Tarifnertrog beteiligten Gewerkschaften und der BVG. sind seit 14 Tagen Verhandlungen geführt worden wegen Verkürzung der Arbeitszeit, um Arbeitepentlassungen zu vermeiden. Diese Verhandlungen hoben zu folgendem Ergebnis geführt, das heute abend, von den Gewerkschaften den Funktionären zur An- nähme unterbreitet wird: „Die Direktion der BVG. ist berechtigt, bei Betriebsnotwcn- digkeit für das technische Personal, etwa 7YY0 Beschäftigte, die Ar- beitszeit bis auf 40 Stunden in der Woche zu senken. Bei-lOstiin- diger Arbeitszeit wird der Ausfall des Verdienstes zwischen 4l1 und 44 Stunden für die im Stundenlohn Stehenden mit Z 0 P ro z. vergütet, so daß also derjenige, der 40 Stunden arbeitet, 4 2 Stunden bezahlt bekommt. Diese Abmachungen gelten bis auf weiteres." Kommunistische Geeleuie. Don der russischen Polizei verhaftet. Das Schnellgericht über die streikenden Seeleute, die aus Leningrad zurückkehren, ist wieder in Tätigkeit. Am Mittwoch traf der Stettiner Dampfer„Lina Kunst mann" vor Holtenau ein. Dieser Dampfer ist wohl mit am stärksten am Streik beteiligt gewesen. Elf ZNarni der Besatzung, und Zwar alle Matrosen und Heizer, wurden unter Anklage gestellt. Sic haben sofort bei Streikausbruch die Arbeit eingestellt und bekennen sich auch heute noch zu dem Streik. Sie erklären, daß die V e r- bindlichkeitserklärung des Schiedsspruches für sie nicht maßgeb end sei. Ihr Verband, der kommunistische„Ein- heitsverband", hätte den Streik nicht obgebiojen. Die Erklärungen des Kapitäns und des deutschen Konsulats als Seemannsamt für Leningrad über die Wiederaufnahme der Arbeit und die Strafbarkeit ihres Vorgehens erklären sie eben- sals? als für sie n i ch t maßgebend. Sie haben einfach an dnZ Versprechungen ihres„Einheitsvcrbandes" geglaubt. Das kommt ihnen jetzt sehr teuer zu stehen. Alle elf Seeleute wurden zu je einem Monat Gefängnis verurteilt. Zehn der Angeklagten nahmen das Urteil sofort an, während einer Berufung einlegen will. Alle Ange, klagten blieben in Haft. Der Dampfer„Lina Kunstmann" hat erst a m Freitag Leningrad verlassen. Ich habe den Kapitän nach dem Schick- sol der freiwillig in Leningrad gebliebenen streikenden deutschen See- leule besraat. Der Kapitän erklärte mir, daß die in Rußland ge- bliebenen deutschen Seeleute durch die russische politische Polizei (GPU.) festgenommen worden sind und bei nächster sich bietender Gelegenheit nach Deutschland abgeschoben werden sollen. Die„Lina Kunstmann" sollte bereits einig« der Seeleute mitnehmen, doch brachte die russische Palizei sie nicht rechtzeitig an Bord und der Kapitän konnte nicht länger warten. Nach Aussage des Kapitäns sind nur wenige der Seeleute, und zwar diejenigen, die ein Handwerk erlernt haben, ins Innere abgc- schoben worden. Das ist also das Eni>c dieses kommunistischen Streiks. Der große Bruder Rußland weist die Streikarganisatoren und die Funk- tionärc des Streiks als„l ä st i g c Auslände r" aus Rußland aus. Das demagogische Doppelspiel, das mit den deutschen Seeleuten in den russischen Höfen getrieben wurde, zeigt, daß in Sowjetruhlar.d Intercssenpolitik und Geschäft höher im Kur» stehen als aller Kam- munismvs. Das werden die deutschen Seeleute sich merken. Kampf der unmöglichen Seemannsordnung von 1002, allerschärsster Kampf! Mehr aber noch dieser komnnmistischen„Ar- b c i t c r" p o l i t i k. Vreslauer Meiallschiedsspruch verbindlich. Am Mittwach haben die Tarifporteieu über den am Sonnabend gefällten Schiedsspruch im Lohnkonflikt der Breslauer Metall- industrie erneut verhandelt. Do wieder keine Einigung herbeigeführt werden komüe, wurde der Schiedsspruch für ver- bindlich erklärt. Damit sind die Akkordsätze zwischen 33 und 60 Proz. um 12 bis 15 Punkte gekürzt. Der Streik dürste nunmehr als erledigt gelten. Vcrantworll. fUr die Redaktion: stich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Th. Glocke Berlin. Bcrlag: Vorwärts Verlag 05. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Bertagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin 63B 68, Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. � ßefchäfte-Jbtseiger* diezivfc Jlovden-Cften maierhuue Berlin B.m.B.N. vormals malcheiqenossenschaft QEGRÜNOET 1911 N 018, LANDSBERGER ALLEE38-39 FERNSPR: E 4 ALEXANDER 5628—30 ALLE MALERARBEITEN MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG I R. 202 „Hawag" Heizung, Lilflung, Be- und Entwässerung NO 15, Landsberger Str. 92, Tel.: Alex. 9 130/1 y Deckt euren Bedarf in Eisenwaren, Werkzeugen, Haus- u. Küchengeräten bei Ernst Wiese Berlin O 34. Frankfurter Allee 16 Hermann Lorenz NMA Kan'«e.Tec, Kakao Eig. Rösterei seit 1879 1" 99 Boseatnaler Str. 11-12 3Sä{e,6VereiDszimmer zu Versammlungen und Festlichkeiten Siempelfabrih Werner& Schade Berlin N, Kastanieaallee 43 Fernsprechanschluß HumboldtlOlMOli liefert Kantsdink- nnd Metallstemgei prompt 0) e 3 E E RESTAURANT MÜNZHOF" Hünzstr. 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November 1931 OrrAbmÜ StuUauifaße Ja[otuärii Anö am Sonntag? Pfennig, und das ist immer noch billiger als das Kino. Und man hat den ganzen Tag was davon und nicht bloß ein paar Stunden. Herbert: Und es macht auch Spaß, wenn man mit mehreren geht. Oswald: Und mit einem Bund kann man mehr machen, als wenn alle verstreut sind. Fritz: Ich tue eigenllich alles, was ihr gesagt habt: mal gehe ich ins Kino, mal auf den Sportplatz, und im Sommer gehe ich auch gern auf Fahrt. A r t u r: Ich gehe Sonntags nach der Kirche. Fritz: Ist es da denn so schön? Artur: Ich mag die Musik gern hören, die Predigt auch. Alfred: Jeder kann tun und denken, was er will. Die Ge- danken sind frei. Irmgard: Ihr sprecht bloß vom Sonntagsvergnügen: einige müssen aber auch arbeiten. Herbert: Ich muß am Sonntagmorgen die Schuhe für die ganze Familie putzen und beim Kassieren helfen Nur nachmittags bin ich frei. E r n st- A u g u st: Ich muß Stube und Kammer sauber machen. I 0 n n i: Ich besorge das Aufwaschen. Sophie: Ich mach die Küche rein. Oswald: Ich muß aus dem Lande arbeiten. Erika: Ich muß aufdecken, abdecken und abwaschen. Und über Tag muß ich Kindermädchen spielen. Wenn ich Sonntags mal irgendwo hin will, dann jagen meine kleinen Schwestern: W'r wollen mit! Dann sagt meine Mutter: Dann nimm sie doch mit. Und dann hat man vom ganzen Sonntag gar nichts. Ärbeiterbilöung in NSA. 4Eitt/ Von Gerhard Krebs! Sozialdemokratische Lehr- nnö Lesebücher Seit die von Heinrich Dietz gegründete Internationale Bibliothek" den Stürmen der Inflation zum Opfer gefallen ist, sind zwar manche vortreffliche Aufklärungsschriften im Parteibuch- Handel erschienen. Aber es fehU bisher an einem systematischen Ausbau des Bestrebens, die Gedankenwelt des Sozialismus den Lerneifrigen näherzubringen, besonders unter Berücksichtigung der sozialen Strukturwandlung der Arbeiterklasse und der heutigen Ar- Di« Arbeiterblldungsbewegung Nordamerikas ist grundsätzlich in einer ungünstigeren Position als die der europäischen Industrie- länder. Sie findet keinen Holt in einer starken, umfassenden Arbeiterbewegung, weil es in USA. eine solche nicht gibt und die vorhandenen Organisationen entweder indifferent oder feindlich sind. „Nicht die Arbeiterbewegung trägt die Arbeiterbildung", wurde auf einer Tagung der amerikanischen Arbeiterbildner Ansang l?31 ausgesprochen,„sondern umgekehrt versuchen die an der Arbeiterbildung Interessierten, eine sortschristllichere Arbeiter- bewegung erst aufzubquen." Die amerikanische Arbeiterbewegung, im wesentlichen also die Gewerkschaften(da die politischen Organe praktisch ziemlich bedeutungslos sind), nimmt, von ein paar Einzelverbänden abge- sehen, keine der bestehenden Sozialordnung feindliche Stellung ein, setzt dem kapitalistischen System kein anderes, etwa gemeinwirt- schoflliches, entgegen. Sie sieht ihre Aufgab« vielmehr nur darin, dieses bestehende System für die amerikanischen Arbeiter— selbst das noch mit Einschränkungen— wohnlich zu gestalten, d. h. sich auf die Organisierung der einzelnen Gewerbe und den Kamps um bessere Löhne und einen kürzeren Arbeitstag zu beschränken. Aus dieser Einstellung, deren Ursachen hier nicht untersucht werden können, ergibt sich natürlich die Leugnung einer besonderen, klassen- mäßig bedingten Lage der Arbeiterschaft innerhalb der amcrikani- schcn Gesellschaft, in der sie ja(formal) die gleichen demokratischen Rechte genießen wie jeder Unternehmer. Für ein« besondere Arbeiterbildung mit spezieller Zielsetzung wird daher auch keine Notwendigkeit gesehen, vielmehr die Bildungsarbeit, soweit solche erforderlich, als in den Händen der Universitäten am besten aufgehoben betrachtet. Dort werden schwerlich Kritiker und Rebellen herangebildet, viel eher schon Arbeiter, die im Berufe besseres leisten als vordem. Ein Lehrplan, der die Billigung des Amerikanischen Gewerk. schoftsbundes findet, sieht dann etwa aus wie der für 1930 des Baitimors Labor College, das von einem Ausschuß aus Dele- gierten der örtlichen Gewerkschaften geleitet und von jenen finan- ziert wird. Er umfaßt Kurse in Englisch, Eisenbahnfahrpreisen, Psychologie, Reden, Neuhumanismus, Anthropologie und Literatur. Eine Arbeiterbildungsanstalt jedoch, die sich mit sozialen Problemen befaßt und dem Arbeiter seine Klassenlage zu verdeutlichen sucht, und als äußeren Ausdruck internationaler Arbeitersolidarität den 1. Mai feiert oder, in Ermangelimg eines amerikanischen Revolutionstoges, im November eine Revolutions- feier veranstaltet, huldigt bolschewistischen Tendenzen in den Augen des Gewerks�aftsbundes(vgl. Am. Arbeiter-Jahrbuch 1929, S. 117 Die lokalen Abendschulen. Es lassen sich heute drei Typen von Bildmrgseinrichtungen deutlich feststellen. Da sind zunächst die lokalen Abend- schulen, getrogen von einem örtlichen Arbeiterkartell, einer ein- zelnen Gewerkschaft oder sonstigen Gruppe. Infolge sehr starker Fluktuation läßt sich über sie nichts Einheitliches aussagen. Teils sind es jahrelang bestehend«, wenn auch im Umfang zurückgegangene beitsbebingungen, die«in vertieftes Stu&ium nur sehr wenigen starken Charakteren gestatten. Ein Versuch, diese Lücke auszufüllen, ist neuerdings von dem Partewerlag I. H. W. Dietz Nachf. unternommen worden durch Herausgali« einer Broschüren-Reihe„Sozialdemokratische Lehr- und Lesebücher". Diese Reihe wunde eingeleitet durch eine Slbhandlung Paul K a m p f f m« y e r s„S o z i a l d e m o k r a- tische Wahlpolitik nach Friedrich Engels und fort- gesetzt mit einer Schrift„Marx-Engels und der kapitalistisch« Staa t", von Kampfs nieyer und I. P. Mayer gemeinsam bearbeitet. Die Verfasser zeigen an dem Lebenswerk von Marx und Engels, an deren zahlreichen Schriften und Aeuhe- rungen die„vielseitigen und lebendigen Beziehungen beider führender Sozialisten zu ihrem Gegenwartsstaat, der ja auch seiner kapita- listischen Grundlage nach im wesentlichen noch unser Gegenwarts- staat ist". Nicht durch aus dem Zusanrmenhang gerissen«, mehr oder weniger revolutionäre Zitate, sondern durch eine zwar knapp«, aber lebensvolle Darstellung der gesamten Arbeit der theoretischen Be- gründer des wissenschaftlichen Sozialismus geben sie dankenswerte Anleitungen zum Verständnis auch der heutigen politischen Pro- bleme. Mitten in diese Tagesfragen führt die Arbeit Otto Fried- länders:„Der Staat der deutschen Arbeit." Hier werden noch einem kurzen geschichtlichen lieberblick über das Wer- den des neuen Staates, die sozialen Leistungen der deut- schen Republik aufgezeigt, Leistungen, die nicht nur in den Versicherungsbeträgen oder Unterstützungen im Wohlsahrtswesen sich ausdrücken, sondern vor allem in der Durchdringung der staatlichen Gesetzgebung mit sozialen Ideen. Auf dem Gebiet« des Arbeits- rechts wie der Schulbildung, der Jugendfürsorge oder des Woh- mingsbaues—, überall macht sich der gesellschaftliche Einfluß der sozialistisch denkenden organisierten Arbeiterklasse geltend. Der politische Kamps der Gegenwart richtet sich ebenso gegen die Sozial- reaktion der faschistischen Kräfte, wie gegen das mechanistische Schlagwortsystem der Bolschewisten. Jeder, der die Entwicklungs- Möglichkeiten verteidigen helfen will, die die demokratische Republik bietet, wird aus der Zusammenstellung Friedländers eine Füll« von Material, aber auch dankenswerte Anregungen für den Abwehr- kämpf entnehmen können. Auf ein anderes Gebiet führte ein weiteres Heft dieser Reihe: „Einführung in die Gedankenwelt Josef Dietz- gens", von Max Apel. Hier wird in knapper Form, aber in glücklicherweise leichkerständlicher Sprache, das Werk des Arbeiter- Philosophen Dietzgens erschlossen, der auf die geistig« Entwicklung vieler älterer Sozialisten einen tiefen Einfluß ausgeübt hat. In der neueren Zeit mit ihrer sich überstürzenden Fülle von Ereig- Nissen ist die philosophische Vertiefung in gesellschaftliche Zu- sammenhänge leider beiseite gedrängt worden. Apel versteht es vor- trefflich, den Arbeiterphilosophen der neuen Generation näherzu- bringen. Seine Schrift ist wirklich ein gutes„Lehr- und Lesebuch" für Sozialdemokraten und solche, die auf dem Weg« sind, es zu werden. KL Institute mit einer Vielzahl von Kursen, so in P h i l a d e l p h i a, Denver, Seattle, teils sind es mehr zufällige Klassen in kleineren Orten, wo sich etwa ein Absolvent einer Arbciterhochschule mit Arbeitskollegen oder Freunden zu gemeinsamem Lesen und Diskutieren zusammentut, um nach kürzerer oder längerer Zeit in- folge unzureichender geistiger oder materieller Mittel oder wegen mangelnder Ausdauer der Teilnehmer wieder aufzuhören.. Red- nerische Zlusbildung und Be r s a m m l u» g s t e ch n i k sind meist die Lehrgebiete in kleineren Orten, wobei im Rohmen der Redeschulung ost wirtschaftliche und soziale Themen als Aus- gangspunkt dienen. Demselben Typ der örtlichen Abendschule gehören die seit langen Jahren in New Port City bestehende Barn! Schoos ok Social Science(Sozialistische Partei) mit im letzten Jahre über lOOll Hörern, die Workers' School(Kommunistische Partei) mit etwa der gleichen Anzahl von Kursusteilnehmern, sowie die Workers' University, eine Gründung des fortschrittlichen Ver- bandes der Damcnkonsektionsarbciter, meist osteuropäische Juden, an. Gleichfalls zu erwähnen sind noch die sog. Chanttauquas, ein- oder mehrwöchige Sommerveronstaltungen halb erzieherischen, halb unterhaltenden Charakters in Gegenden, in die sonst kaum je ein Aufklärungsstrahl dringt, also etwa abgelegene Bergwerksdistriktc, und unorganisierte Baumwollindustrieorte in den Südstaaten. Tommerschulen. Der zweite Typ sind die„Vereinigten Sommer- schulen für I n d u st ri e a r b e i t e r i n n e n". Da ist Bryn Mawr Summer School, die seit 1921 jeden Sommer 100 Arbeiterinnen mit mindestens zweijähriger Industrictätigkeit für einen achtwöchigen Kursus aufnimmt, Wisconsin Summer School(1924) mit 37 Arbeiterinnen für sechs Wochen, Barnard Summer School (1926) mit siebenwöchigem Kursus für 31 Teilnehmerinnen, sowie eine jeweils den Ort wechselnde Sommerschule im Süden, wo seit 1926 etwa 30 Arbeiterinnen während sechs Wochen zusammen lernen. Mit Ausnahme von Barnard(New Jork Csty) sind diese Schulen Heimschulen. Der Unterricht, in der Hauptsache Volkswirtschaft, Geschichte und Englisch, sowie Besprechung gewerk- schaftlicher und wellpolitischer Probleme, ist kostenlos: alle Aus- gaben, einschließlich der für Verpflegung, werden durch Stipendien und individuelle Spenden gedeckt. Die Schülerinnen, darunter durchschnittlich 50 Proz. organisierte, kommen großenteils aus der Textil- und Beklei- dungsind u st rie(wo in den Sommermonaten meist Arbeits- mangel herrscht), im Süden ebenfalls aus der Tabakbranche. Noch Beendigung des Kursus gehen sie in ihre Industrie zurück und otefe nehmen Führerstellungen in den örtlichen Gewerkfchafts- gruppen ein. Bryn Mawr veranstallete 1928 eine Rundfrage unter den 600 ehemaligen Schülerinnen. Von 209 Berichtenden haben 74 in kleinen Zirkeln Bildungskurse aufgemacht. Al rbc i t« r ho rstsest u lc n. Der dritte Typ schließlich ist die A r b e i t« r h o ch s chu le mit Kursen von längerer Dauer als 6 bis 8 Wachen. Die Summer Schools haben seit Oktober 1929 in Vineyard Shore School ein« solche Spitze, wo jeweils 16 Arbeiterinnen in 8 Monaten inten- sioer Arbeit den in einer Sommerschule oder anderswo aufgenommenen Stoff, in der Hauptsache wieder Sozialwissenschaften und Englisch, verttefen können. Ein ähnliches, seinem äußeren Aufbau nach jedoch mehr akademisches Instllut ist CojnmonweaU.h College(1923), dessen Eigentümlichkeit es ist, sich von der'Außenwelt weitgehend unob- hängig zu halten durch gemeinsames landwirtschaftliches und Hand- werkliches'Arbeiten der Lehrer und der zirka 30 Schüler. Die am meisten versprechende Arbeiterhochschule Amerikas, deren Leiter richtunggebend sind für die gesamte amerikanische Arbeiterbildung, ist Brookwood Labor College in der Nähe New Parks. Achtmonatige Kurse vereinigen 40 Arbeiter mrd Ar- beiterinnen von verschiedenem Alter, Berus und Herkunftsland. Analyse des gesellschaftlichen Prozesses und Probleme der Arbeiter- bewegung sowie ihre Geschichte gehören zum Lehrplan neben so praktischen Dingen, wie Versaminlungsleitung, Reden, Agitations- Methoden, Streikstrategi«, Dingen, die für ein Wirken innerhalb der so gering organisierten amerikanischen Arbeiterschaft ebenso un- erläßlich sind wie die bewußtseinsmäßige Klarheit. Es ist auffallend, daß sämtliche Arbeiterbildungsschulen Eng- lisch als Unterrichtsfach führen. Die Tatsache jedoch, daß z. B. van 100 Barnard-Schülerinnen nur 44 in Amerika geboren sind, während die übrigen 36 aus 13 verschiedenen Ländern stam- men, oder daß von bisher 186 Brookwood-Schülern nur 47 ein- geborene Amerikaner, 139 dagegen Kinder nichtamerikanischer Eltern oder direkt im Ausland geboren sind, macht die Notwendig- keit englischen Sprachverbesserungs-Unterrichts augenscheinlich. Rückblick. Vor zehn Jahren, im März 1921, als von einer Gruppe von Arbeiterbildnern und Gewerkschaftern beschlossen wurde, in einem ehemaligen Farmhaus, einer Schenkung, eine Arbeiterhochschule ein- zurichten, und als diese Schule, Brookwood Labor College, im Oktober desselben Jahres ihren ersten Kursus mit drei Lehrern und einem Dutzend Schülern begann, trat die amerikanische Ar- beiterbildung aus einem bis dahin sporadischen Dasein in einen festeren Zustand«in. Der gleiche Kreis von Lehrern gründete im April 1921 das Workers Education Bureau in New Port City, das als Clearing-Haus und geistiges Zentrum der gesamten Ar- beiterbildung gedacht war. Von den in der Folgezeit gegründeten Schulen— es war eine Periode größter organisatorischer Stärke der Gewerkschaften— bestehen heute nur noch die lebenskräftigsten. Das W. E. B., das sich von einem Mittelpunkt der fortschrittlichen Arbellerbildung zur Bildungsabteilung des Gewerkjchastsbundes entwickelt hat und außer der Herausgabe einiger Textbücher (The Workers' Bookshelf) kein« Tätigkeit nach außen ausübt, steht zu den meisten der vorhandenen Schulen indifferent, zu Brookwood seit 1919 offen feindlich. Das wahre geistige Zentrum der amerikanischen Arbellerbildung ist heute in Brookwood, unter der Leitung des Genossen A. I M u st e, und die einzuschlagende Polllik wird auf der alljährlich von Brookwood einberujencn Konferenz aller Arbeiterin ldner besprochen. Serienspiele in Handball und Hockey In der Abteilung A der Arbeiterhandballer der 1. Klasse wird die Freie Turnerschaft Groß-Berlin, Bezirk Osten am Sonntag vom Kreismerster, Volkssport Wedding, auf dem Platz in der Laskerstraße um 11 Uhr besucht. Wedding wird eine vollkommen eingespielte und technisch gut durchgebildet« Mannschaft bringen, die jederzeit cherr des Spiels sein und sich einen guten Sieg holen inird.— In Hennigsdorf wird die Freie Turnerschaft von Eiche- Kftpmick besucht. Die Gäste werden wenig Aussichten haben. In der Abteilung ö erscheint der Ausgang des Spieles ASV.-Schöne- berg gegen Volkssport Wedding 2 sehr ungewiß. Veid« Parteien haben letztens versagt und könnten auch diesmal wieder enttäuschen. Spielbeginn mn 11.10 Uhr auf dem Schöneberger Vereinsplatz in der Rubensstrahe.— Die Luckenwalder Sportler haben an diesem Sonntag auf eigenen, Platz in der Hetzheide die Mannschaft des Volkssport Neukölln zu Gast und werden wohl die Punkte den Berlinern überlassen müssen. Beginn um 14 Uhr. Bc,lrlc.k!asse vste«: Die gT.-Crtner muß zum letzten Scrienspiel zum TLB.-Saulsdorf, Platz Diirerstraßc, UM» Uhr, antreten.— FTGB.-Baum» schulenweg fährt zu Eiche-Köpenick 2 und wird das um>4 Uhr aus dem En deatnnende Spiel aanz sicher gewinnen. Ein hartnäckige» Spiel wird sich im tllchtenberger Stadion zwischen FTGB.-Lichlenderg und FTSD.. Osten 2 cnt. spinnen. Wir räumen Lichtenberg für den Kampf um 11 Uhr eine kleine Chance ein.— In Wildau wird der Athlet». Zport-Club den Sieger stellen. Die dortige Freie Turnerschaft erwartet die Gäste um 10 Uhr. Weiter spielen: Cichc-Vobusdorf gegen Freiheit. Fichtuiau um 11 Uhr in Bohnsdorf, Schulzen» dorfer Straße.— BsL.-Ostring gegen Eintracht-Mahlsdorf 2 um 14 Uhr im Lichtenberger Stadion. FSV.-Strausberg gegen FG..Oberspree um Ib.lb Uhr in Strausberg, Platz au der Zentrale. Frauen: Turn» u. Eportvcreini» " stsn um 1S.1S Uhr in Nowawe», darf um Ib.lb Uhr in TGB.»Baumschulenweg um 11 Uhr in gung Nowawcs gegen FTGB rieft erweu. viahlsdorf, ssee. FT.. Wildau gegen FTGB.-Baumschulenweg um II Uhr in B.-Lichtenberg gegen FTGB.-Stralau im Lichtenberger Stadion Eintracht-Mahlsdors gegen Ciche-Bohnsdorf um' IS.lS Uhr in Mahlsbors >MMM�Mrah»Wildau gegen~ Hönower Chaussee Wildau. FTGB um 10 Uhr Bezirtcllast« Norden: Rosenthal, Hauptstraße. HumholMfjaln. 655.'.'®oaBlt_ gegen TGB..Ros«nthal gegen »Hai, Hauptstraße. FT..Friedr>chsthal gegen MTB.-Bernau riedrichsthal. FTDB.-Norden 1 gegen Voltgsport.Wcdding 4 »umboldthain. FTGB.»Norden Z gegen ASV.»Äedding um Ii ioldthain. SB.-Moabit gegen ASB..Rot,Weiß um 15 Uhr, H berge. Frauen: ASV.-Weddlnq qcgen FTGB.-Nordost um 11.40 Uhr, Platz Rehbergc. FT.-Velten gegen FT.-Senningsdorf um 14.10 Uhr in Velten. Gruppe Gberswalde: FT.-Eberswalde gegen FT.-Schwedt um SB.-Tegel um 15 Uhr in um 15 Uhr um» Uhr g um 10.30 Uhr im .Rot-Weiß um 15 Uhr, Platz Reh. iederstnow um 10 Uhr 15 Uhr in Sberswalde. FT.-Finowfurth gegen in Finowfurth. VezIrksNasse Westen:. Freiheit Rathenow gegen FTGB.-Spandau um 15 Uhr in Rathenow. TGV.-Nowawes 2 gegen FT.»Bornstedt um 15 Uhr. Turnerschaft Brandenburg(1. Bezirk) gegen FT.-Raüen um 15 Uhr in Bran- denburg, Vereütsplatz. Be-irksklaffo Lüden: MTB.-Sperenberg gegen ATB.-Rnhlsdorf um 15.10 Uhr in Sperenberg. Berlin Xu gegen FTGB.-Vüden 2 um 15J0 Uhr, Platz im Lichtorselder Stadion. Bolkssport-Neukölln 2 gegen ASB.-SchSnederg Z um 14 Uhr im Neuköllner Stadion, Platz 0. FTGB.-Friedenau gegen FdA. um 14 Uhr, Platz Rubensstraß«. FTSB.-Süden S gegen FTSB.-Lanlwitz um 14 Uhr, Platz Dominiiusplatz. Frauen: ASB.-Echönebcrg gegen FSB.° Fichte um 11 Uhr, Platz Rubensstraße. FT.-Zehlcndorf gegen FTGB.» Süden um 14 Uhr in Zehlendorf, Spandaucr Straße. Hockey Ein interessantes Programm wickeln die Arbeiter-Hockeyspieler am kommenden Sonntag ab. Der Sportverein Moabit 1 mutz nach Pankow zur dortigen Freien Sportvereinigung fahren. Der sandige, schwere Boden hat schon vielen Mannschaften große Schwierigkeiten gemacht. Aber schlietzlich dürsten die Moabiter Sieger bleiben. Platz: Kissingenstratze um 40.30 Uhr. Der Verein für Leibes- Übungen Ostring 2 erwartet den Freien Hockey-Elub Spandau 1 um 13.30 Uhr im Lichtenberger Stadion. Anschließend empfängt Ostring 1 die Freie Turnerschaft Groh-Berlin-Tempelhof 1. Die Tempelhofer dürften dem Kreismeister einen Kampf liefern, wobei der Sieger noch nicht bestimmt ist. Der Arbeitersportverein Rot- Weiß 1 und Volkssport Neukölln-Britz 1 begegnen sich im Pflicht- spiel um 15 Uhr in der Schönhauser Allee. Die stark nach vorn gekommenen Neuköllner haben«ine hart« Prüfung vor sich. Arbeitersportverein Rot-Weiß 2 und Arbeitersportverein Schöneberg- Friedenau 07 werden ebenfalls im Pflichtspiel ihre Kräfte messen, den Schönebergern ist«in Sieg zuzutrauen. Beginn 13.30 Uhr. In der Gruppe C ist das Spiel der Freien Turnerschaft Groß- Berlin-Osten 1 gegen den Männerturnverein Bernau von Be- deutung für die Führung. Ein interessantes Pflichtspiel findet zwischen dem Arbeitersportverein Rot-Weiß 2 und dem Arbeiter- sportverein Schöneberg 07 statt und dürften die Schöneberger diesmal vor ihrer ersten größeren Aufgabe stehen. Beginn 13.30 Uhr, Schönhauser Allee. Arbeitersportverein Schöneberg 07 2 und Arbeitersportoerein Rot-Weiß 3 spielen um 9 Uhr in Schöneberg, Rubensstrahe. Weite» Spiel«: FHT.»Spandau 2 gegen FT«B..T«mpelhoi 2 um 9 Uhr in Spandau. Erer. Gruppe l>: AST. 2 gegen SB.-Moabit 2, II Uhr, Platz Ost. FSB.»Pankow 2 gegen Bolkssport-Neukolln-Britz 2, 9 Uhr, IN Pankow. Gruppe B: VfL.»Ostring 3 gegen SB.-Moabit 3, 9.30 Mr. Lichtenberger �_____________________,,_ Zlchtenberg. der Frauenarupp«"treffen fich BfL.»Östring und FSB.-Pankow um 11 Uhr Stadion Lichtenberg, sowie ALB.-Rot. Weiß und Bolkssport.Noulöiln.Britz 1ZB0 Uhr, Schönhauser All««. Schwimmfest in Charloitenburg Bei den Freien Schwimmern Am kommenden Sonntag, 15 Uhr, warten die Freien Schwimmer Eharlottenburg 04 mit einem Schwimm- f« st im Voltsbad Eharlottenburg, krumm;- Straße, auf. Weit über 300 Wettkämpfer treffen in den einzelnen Konkurrenzen zu- sammen, die gemeldeten 22 Berliner und auswärtigen Vereine treten mtt den besten Mannschaften und Einzelkämpfern an. Aus der Fülle des Programms ragen die 10X50.Meter>Bruststaff«l, die Lagenstasfel 3X100 Meter, ein« Tauchstasfel und die Männer- paddelstafette für Männer und bei den Frauen die Lagenstafette und Einzelschwimmen in den verschiedenen Schwimmarten hervor. Die bekannten Olympiasieger kämpfen im Kunstspringen um den Steg. Im 200-Meter-Krau!IchwImmen der>-KIasse trifft der Charlotten- burger Grün aus seine alten Rioalen Frohn-Groß-Borlin und Müller-Weißensee. Franz Grün und Brüssow müssen sich stark strecken, wenn sie gegen ein so gutes Feld wie Hornfeld-Hellas, Lehmann, Krienke und Meinert von Groß-Berlin, Lux-Union bestehen wollen. Die Ruderer und Kanufahrer treten in zwei Schwimmwett- bewerben in Aktion. Eine Bruststaffel 4X50 Meter steht die Frei« Kanu-Union, die Freie Rudervereinigung 1913. Butab, Collegia, Reichebanner u. a. am Start. Die weiblichen Mitglieder der Ruder- und Kanuoereine treffen sich im Brustschwimmen. Reben Rettungs- Vorführungen und einem Frauenkunftreigen werden besonders die Wasserballspiele den Höhepunkt des Festes bilden. Das Hauptspiel sollte der Bundesmeister Eharlottenburg sicher gewinnen. Die Kinder kommen in besonders angepaßten Konkurrenzen ebenfalls zur Geltung. Alle Freunde des Schwimmsports sind herzlichst ein- geladen. Die Eintrittspreise sind den Verhältnissen angepaßt. Erwachsene zahlen 75 Pf., Erwerbslose 50 Pf. vi» Jimmy Walkers Ehrenpreis Am sogenannten Auslandstag kam im Springturnier in oen Kaiserdammhallen das Jagdspringen zur Entscheidung, für das oer Oberbürgermeister von Rem Vork Jimmy Walter den Ehren-- preis gestiftet hatte. Das Springen verlief sehr interessant, stachen doch zum Schluß 5 Pferde, die vorher den Kurs fehlerfrei passiert hatteih um den Sieg. Sieger blieb Frees« auf Blacker, der als ein- ziger die erhöhten Hindernisse(Steilhindernis 1,80 Meter hoch, Ochser 1,40 Meter hoch und 1,85 Meter breit) fehlerlos nahm. Die Leistung dieses durch das Glück nicht gerade verwöhnten Reiters imponierten allgemein; denn obwohl nach einem kleinen Fehler, den sein Pferd machte, Freese die Zügel aus der Hand gefallen waren, wurde er dadurch nicht nervös, sondern oronete das Zaumzeug, um dann mit eiserner Ruhe das entscheidende Hindernis zu nehmen. Ocutsche Arbeiterringer siegen in Oslo Auf eine Einladung des norwegischen Arbeitersportverbandes starteten drei Mitglieder der Mannschaft des ostdeutschen Meisters, Stolzenhagen 25, auf dem in Oslo abgehaltenen großen inter- nationalen Ringerwsttstrcit, an dem die besten Ringer aus den verschiedenen nordischen Ländern teilnahmen. Zwei Tage lang wurde vom frühen Vormittag bis in den Abend hinein gerungen, denn jede Klasse wies ein« Besetzung von 20 bis 25 Kämpfern auf. Die drei Deutschen kamen gegen die Besten der nordischen Ringer- lönder zu beachtenswerten Ersolgen. Im Bantamgewicht belegte Döbler den ersten Platz vor Astory-Norwegen. Der Federgewichtler Lade belegte hinter Petersen-Rorwegen den zweiten Platz und der Schwergewichtler Schliebnitz kam ebenfalls auf einen zweiten Platz. Bundesmeisterschatten im Feien Keglerbund Die van allen Gauen Deutschlands des Freien Keglerbundes gut beschickten Bundesmeisterschaften erbrachten folgende Resultate: Slnzelmelster auf Bohle, 200 Kugeln Zwangsaufsatz: 1. Mekel fCorfo), Bnnöesmeister.>442 Holz: 2. Long» IBundestreue) 1438 Halz: 3. Brüning fOlpmpia) 1435 Holz. Cinzelineisler auf Asphalt. 100 Kugeln: Martin Berg (Bück dich) 500 Holz. Cinzelmeister auf Schere, loa Kugeln: Voigt4 Uhr. Bezirk Buch. Interessenten fllr Handball und Fußball melden(ich in der Turnt, alle am Bahnhof oder im Lokal Sonnet, Sa,önwalder Straße, 20 Uhr, an jedem Freitag. im 20 Uhr. ausgenommen. .....-. lha»Bi Kugeln Gasse: Hermann Brandt-Kiel 723 Holz. Freie Spartuereiulguua Paalow. Donnerstag, 12. November. Gründung«. Versammlung der Handdalljugendmannschaften bei Lehmann, Mllhl-nslr. 38. Arbcitcrspartneretn Schöneberg.Zriedenau«7. Hauptprobe Wr die Werbe- oeranstaltung am Bußtag Freitag, 13. November, 2V Uhr, Turnhalle Räther- straße. Alls Mitglieder müssen erscheinen. 8 Uh willkommeni Safte Donnerstag, 12. November. Berlin. 15.03 Dr. H. Grandel; Der Beamte ira deutschen VolkssUat. 16.30 Konzert. 1. a) Liszt: Sonate f-Moll; b) Chopin: Walser— Scherro (Eunice Norton, FlügeO. 2. Lieder von Debassv tmd Reatter(Pose Walter, Sopran). 3. Beethoven: Sonate G-MsII. op. 5. Nr. 2(Otto Uraok, Cello: Flügel: Waldemar von Valtee). 17. du Günther Ballin; Albert Ballin. 17.50 Dr. Ernst Cohn-Wiener: Von der bildenden Kunst 18.00„Gesinge gegen bar." Ein Lehrstück Liebe. Werte: Ofinther Franrke. Masik: Hans Hermann Rosenwaid. 18.30 Landgerichtsrat Dr. v. Holten; Am Wendepunkt der Strafrechtspflege? 19.00„Stimme iura Tag." 19.10 Mittellungen des Arbeitsamtes. 19.15 Walter von Hollander liest eigene Prosa. 19.40 Humor aus Düsseldorl. Kleine Funkrevne nach H. IT. Schmitz von Hans Winge.* 21.00 Tages- und Sportnaehrichten. 21.10 Heinrich von Kleist Zusammenstellung: Ernst Bulowa. Ltg.: Edlef Koppen. 22.10 Wetter-, Tages- and Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterbanseii. 16.00 H. Schlüter: Arbeit der ländlichen Fortbildnngsscbule. 17.30 Dr. Kurt Aram: Da« Irrationale im Weltbild. 18.00 Jäger: Antiker Geist und Gegenwart 18.30 Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. I 19.00 Qartenbaudirektor Grobben: Ueberwinternng von Gemüse. 15.25 Julius Kaliski: Fluch der Arbeit? 19.45 Ob.-Ing. Nairz: Viertelstunde Funktechnik. 20.00 Odd-Fellow Palais, Kopenhagen: Opera abend der Sfaatsradiophonic. Dir.: Egisto Tango, l. Verdi; Ouv. zu„Die sizlllanisehe Vesper. 2. Verdi:„Der Troubadour". 3. Mascagni: Vorspiel zu„Iris". Theater, Lichtspiele usw. Staats ifew Theater Donnerstag, den 12. November suiatsoper unter den Linden 19lh Uhr.— Uraufführung Das Herz Stutliduinpiilliius ütsdanBUiudit 20 Uhr Tod Schiller-Theater Ciudittabirg. 20 Uhr Die Herde samt stfidleOper eharlottenburg Sismarckstrafle 34 Donnerstag, 12. Nv. Turnus IV Anfang 20 Uhr Boheme Ende 22 Uhr sv, uhr CASlNO-THEATERsv. m» Lothringer Siruge 97. HlilihllTnittlllliiiiiiiHilfiiniilMiiiiiUiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii VolkeatUck mesher-FNize Dazu das Singspiel„Erwischt" and dua neae baute Urogramm (jutschain 1-4 Personen. Parkett nur SO Pt Faoteuil 1»— Mark, Sessel 1.50 Mark — Tbeafer in der— Stresemannstr. Bergmann 2110 Täglich 8Vs DeutsA. Haadc. Otto. Limburg, Sdiroth Kopf In der SdUlnge �egie�A�Ucho Rose-Itieater Sltie Fnnlfirtir Stnk 13! Id. Weidial E 7 3422 8.15 Uhr FrQbling im Wiener Wald VoiKsiiütiiie Thtaisr am BQIowiilaii 8 Uhr Das vierte Gebot Sinti. SAiliu-Ikalef 8 Uhr Die Herde sndit Theater am Nollendorfplatz Letste Woche! Täglich 8Va Uhr Max Adalbert in: Oer beschleunigte Personenzug