Morgenausgabe z-reitag Vg'Z. November 1931 A Hj) A) A M' Jf Groß-Äerlin 19 Pf.. ■■ MM Wr U■■ W M MMMW �- Auswärts �lS Pf. lung ins Haus) im voraus zahlbar«WW IW WI MM»MV Hj WW MI Mi WW f/ BB Postbezug 4.Z- M.-ii�chli-ßlich soPf. I Ii— WH W H»" W W H H H W �N. H«W �»I--inip-Il. Z!°n-ar-ill».i,. bo P,. Pollzeitmigs. und 71! Pb Postbestellae» W>» I frPB W W W W W W W W W W) IW/ ReNamezeU. b- RM.„Kleine«n- buhrea Auslandsabonnement e.-Pl. MM I M WW W WWW WW W W geigen" das fettgedruckle Morl Sä Pb pro Monat! fiir Lander mit ermaßig.-rmS, I 9H SH HB nH'ttDfevflM/ lzulblstg zwei fcttgedructte Wornb iedee tcm Drucksachenporto S,— M. Mb 1 I Dg» i �D IL. �W«t BK W/ m-itere Worl lg Pi Radall u. Toni „ �D 1 I �WSsPK> � IM J/ j Stellengesuche das ersle Worl IS Pi. "n>/ �H I lebe» weitere Wort lll Pi Worte Übel »er„Vorwärts- erscheint wochcntSg. � Z' W»! IS Buchsladen»ähl.n tili zwei Worle. sich zweimal, Sonntags und Montags 3eile 60 Pf. gomilien- einmal die Abendausgabe str Berlin �. �. V anzeigen Zell. 40 Pi Anzc.genannahm, und im Kandel mit dem Titel„Der M Mlck Oi�. MUM» � � Hauptgeschäft Lmd-N tr°S- ch Wochen. VOAINtOV V9ßksVß9n ixM'WM.« Jentrawrgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 fternspr.: Dönhoff(A 71 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Kommunist von Nationalsozialist erschossen. Gestern. Donnerstag, gegen lg Uhr. kam es am Friedrich-Sirch- Platz in Nowawcs zu einem Zusammensloh zwischen Nationalsozialisten und Sommuaisken. vier k o m m u n i st e n. die den Ariedrtch- Sirch.platz überquerten, wurden ohne Wortwechsel von einem Nationalsozialisten beschossen. hierbei erhielt der Kommunist Herbert Ritter, l? Zahre alt. Nowawes, Marienstrohe 30, wohnhast, einen herz st eckschuh. Der ver. wnndele lief noch ungefähr Sdi) Meter bis zur Arbeitersamariter- wache in der priesterslrahe, wo er zusammenbrach. Ans dem Transport noch dem kreistrankenhaus oerstarb der Verletzte. Einen linken Oberarmschuh erhielt der keiner Partei an gehörige Aredi Skrobrncha, 22 Jahre alt, Rehowstraszc 33 wohnhast. Der Täter, der lSjährige Günther Güstrow, Ziethenstr. ll>. konnte verhaftet werden. Cr ist geständig. In den späten Zlbendstunden kam es verschiedentlich zu Aufläufen, wobei der Schaukasten der Papierhandlung Rohrbach eingeschlagen wurde, wo der„Völkische Beobachter" aushängt. Die lommunistifche Bluttat in Neumünster. N e u m ü n st c r. l2. November. Vach den Ermittlungen im Lause des Heuligen vormittags steht nun mit Sicherheit fest, dah der Kommunist Emil w e i h i g Oas Ende der Rechtlichkeit. Im Jahre 1931 erteilte der Aufsichtsrat der Ver. Berlinischen und Preußischen Lebensocrsicherungsgesellschaft dem früheren Generaldirektor Vi a d j e, Angeklagter im Favag-Prozeß, volle Entlastung für das Jahr 1930, und befreite ihn damit von allen Ncgreßansprüchen. Der Vorsitzende des Auisichtsrats, Geh ei in rat Kastl, wurde vom Gericht nach den Motiven dieser unbegreiflichen Haltung gefragt. Er antwortete: „Man konnte den neuen Generaldirektor nicht mit einer solchen Aktion gegen den allen Generaldirektor belasten." Dieser Satz ist ein eindeutiger Beweis dafür, daß die Kräfte der Sell'stbereinignng in der kapitalistischen Wirtschast nicht mehr vorhanden sind. Oer Sohn des Generaldirektors. Als im Favag-Prozeß der Fall Keramik G. in. b. h., Wien, besprochen wurde, ergab sich das Folgende: Die herreit Direktoren der Favag übernahmen die Keramik als Privatgesellschaft der Direktoren, das heißt sie wollten die Gewinne einstecken. Das Risiko aber lzotten nicht die Direktoren, sonderü die Favag zu tragen. Besonders der Generaldirektor D u m ck e schaltete mit der Firma, als ob es sein privates Geschäft sei. Eines Tages ver- langte der Sohn Dumckes von einem Fachdirettor der Favag Generalnollmacht für Oesterreich. Der Direktor lehnt ab. Darauf ordnet Generaldirektor Dumcke an, daß sein Sohn die Generalvllmacht bekommt. Der Fachdircktor aber wird dadurch bestraft, daß er bei einer Reihe von Sonderver- gutungen beiseite gelassen wurde. Vater Dumcke, der Generaldirektor, Hot dem Sohn Dumcke die Generalvollmacht zu- geschoben, und die Favag bezahlte das Manöver mit Millionen- verlusken. Die großen Vermögen. Im Forwg-Prozeß wurde Generaldirektor Kißkalt von der Münchener Rückversicherungegesellschast befragt, welchen Eindruck er von den« Generaldirektor Dumcke von der Favag, dem größten der Favag-Gauner, gehabt habe. Kißkalt antwortete: „Man hätte früher bei uns die Nase gerümpft über Dumcke. später hat sich das verloren.„Nach der fünften Million kommt das Vedürfnis nach geschäst- li ch e m Anstand.(Nach Rathenan.) Dumcke hat immer kühne Sachen gemacht, die haben bei uns Anstoß erregt, aber Dumcke war eine ganz starke außerordentliche Persönlichkeit. Seine TrnnsnMonen haben wir oft mit Sopffchnltel» betrachtet." Borwärts-Verlag G. m. b. H. als h a u p t t ä l c r bei dem Ucberfall ans National- sozia'llsten in Frage kommt, weißig hat seit Jahren in der hiesigen kommunistischen Partei eine führende Rolle gespielt und wurde vor etwa zwei Jahren wegen eines Reberfalls aus Polizei- beamte. bei dem er durch Steinwürfc die Beamten schwer verletzte, zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Er ist auch wegen anderer Gewalttaten gegen die Polizei bekannt. Der getötete National- sozialist ist 22 Jahre alt und stammt aus wattcnbek. Ein Toter bei kommunistischen Demonstrationen in Lübeck. Lübeck, 12. November. Nach einer Erwerbslosenkundgebung, die heute vormittag in den Zcnlralhallen abgehalten wurde, versuchten die Kommunisten, trotz des in Lübeck bestehenden Amzugsverbols>m Innern der Stadt zu demonstrieren. Ein starkes Polizeiaufgebot bemühte sich, die De- monstratiou auseinanderzubringen. Der Ansfordernng der Polizei wnrde jedoch nicht Folge geleistet, sondern einTeilderDemon- strantcu griff drei polizeibeamtc au und schlug auf sie ein. Die Beamten griffen in der Notwehr zum Revolver. Es wurde scharf geschossen. Dabei erhielt derSOZahrealte Schumacher Friedrich Schott ans Lübeck einen Schuß in den Leib, an dessen Folgen er verstarb. Da ist in kürzester Form alles gesagt über die Entstehung der großen Vermögen und die Grundlage der Macht der Wirtschafts- sürsten. Wir bewundern den Mut, mit dem nach diesen schonungs- losen Enthüllungen über das Piratcntum in der Privat- Wirtschaft die Deutschnationalen unter Hilgenbergs Führung sich immer noch laut als Anhänger der Privatwirtschaft bekennen. Zum Tode Friedrich Bartels. Trauersihung des Parteivorstandes. Für den parleivorsiand hat Genosse Otto Wels den Ange- hörigen des verstorbenen Genossen Bartels persönlich dos herzlichste Beileid ausgesprochen. In einer Sitzung des Parteivorstandes am Donnerstag hielt Genosse Welg dem Verstorbenen eine kurze Gedächtnisrede, die die Vorstandsmitglieder in wehmutsvollem Gedenken an den langjährigen Kollegen und stets treuen Kameraden stehend anhörten. J5* Beileidskundgebungen sind eingegangen von der Dcutschöster- reichrschen Sozialdemokratie, der sozialdemokratischen Parteileitung Ungarns, der Sozialistischen Arbeiterpartei Polens, der Auslands- Vertretung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands, von zahlreichen sozialdemokratischen Bezirksvorstänoen, vom Bundesvorstand des Deutschen Baugewerksbimdes, vom Verband der Sozialistischen Arbeiterjugend-Verbände uno anderen. Nachruf des Landtagspräsidiums. Die Vizepräsidenten des Preußischen Landtages haben dem ver- storbenen Präsidenten Friedrich Bartels einen Nachruf gewidmet, in dem es u. a. heißt:„Der Verstorbene gehörte dem preußischen Parlament seit der versassunggebenden preußische» Landesversamm- lung für den Wahlkreis Potsdam II an. Zum Präsidenten der preußischen Volksvertretung wurde Herr Bartels erstmalig am 8. Januar 1925 gewählt, nachdem er von 1919 bis 1924 den Haupt- ausschuß des Preußischen Landtags als Vorsitzender geleitet hatte. Dom hohen Zimte als Präsident des Preußischen Landtags hat sich der Verstorbene mit Hingebung gewidmet. Güte und Zlnsgleich und das Bestreben, jedem Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, waren die Richtlinien seiner Amtsführung. Das Andenken des verewigten Präsidenten Bartels wird von dem Landtag stets in Ehren ge- halten werden." Der Nachruf wird im„Preußischen Staatsanzeiger" veröffent- licht werden. Zum Zeichen der Trauer für Friedrich Bartels vertagte der Hauptausfchuß des Preußischen Landtags seine Beratungen am«ne Stund«. Postscheckkonto: BerlinZ? S3K.—Bankkomo:BankdcrArbelicr. Angestellten und Beamten, Lindenstr. Z. Dt. B. u.Disc.-Ges., Dcpositenk., Jerusalemcr Etr. KSlKS. China und Japan. Der Krieg im Kernen Osten. Wenn der Völkerbundsrat am 16. November in Paris zu einer außerordentlichen Session abermals zusammentritt, wird er keine Entspannung, sondern vielmehr eine weitere überaus kritische Zuspitzung des chinesisch-japanischen Konflikts um die Mandschurei registrieren müssen. Der Ratsbeschluß vom Oktober, der Japan eine Räu- mung der neubesetzten Orte und Stützpunkte vorschrieb, ist nicht befolgt worden. Umgekehrt sind japanische Truppen weiter vorgedrungen, japanische Flugzeuge haben wiederum Bombenangriffe ausgeführt, und in anderen chinesischen Ge- bieten, wie in Tientsien, ist es neuerdings zu Schießereien zwischen chinesischen und japanischen Truppen gekommen. Wo die Chinesen können, setzen sie sich zur Wehr, und an der strategisch wichtigen Nonnibrücke haben sich regelrechte und blutige Schlachten mit wechselndem Erfolg abgespielt. Das alles schafft eine sehr ernste Lage, nicht nur für die unmittel- bar beteiligten Staaten, sondern auch für olle indirekt im Fernen Osten besonders interessierten Regierungen und schließ- lich nicht zuletzt für den gesamten Völkerbund. Als derzeitiger Ratspräsident hat V r i a n d beide Staaten, insbesondere Japan ermahnt, die Beschlüsse des Rates zu befolgen, aber der bisherige Mißerfolg dieser Mah- nung ist offenkundig. Die Regierung von Nanking beteuert immer wieder ihre Loyalität gegenüber dem Völkerbund, hat aber anscheinend die Generäle in den weitentfcrnten Gebieten der Mandschurei nickst mehr in der Hand. Sie leisten nicht nur militärischen Widerstand, sondern sind sogar zum Gegenangriff dort übergegangen, wo ihnen der Erfolg zu winken scheint. Die Regierung von Tokio hingegen versucht, die Gültigkeit des Völkerbundbeschlusses überhaupt zu bestreiten und ver- schanzt sich immer wieder hinter jenen Vorbehalt, dessen An- erkennung der Rat auf seiner letzten Tagung ausdrücklich ob» gelehnt hatte. Sie erklärt, daß China vorerst die„grund- legenden Prinzipien" des Konflikts, also die„Rechte" Japans in der Mandschurei, bestätigen müßte, bevor Japan mit China über eine etwaige Räumung der neubesetzten Ort- schaften überhaupt verhandele. Im übrigen begnügt sich Japan damit, die Richtigkeit der neuen chinesischen Änkiagen zu bestreiten, die Schuld an den blutigen Zusammenstößen auf die Chinesen abzuwälzen und vor allem mit dem Argument der chinesischen„Räuberbanden" zu operieren. Da aber Japan zu gleicher Zeit den chinesischen Vorschlag einer Eni- scndung von neutralen Sachverständigen an Ort und Stelle immer wieder kategorisch ablehnt, ist man berechtigt, seinen Darstellungen der Vorgänge das stärkste Mißtrauen entgegen- zusetzen. Wird es nun der Pariser Ratstagung gelingen, den sich immer weiter ausbreitenden Konflikt beizulegen, der neuer- dings um so bedenklichere Formen angenommen hat, als die Sowjetunion aus ihrer bisherigen Reserve hervortritt? Man muß den Mut haben, den Tatsachen, mögen sie noch so unangenehm sein, ins Gesicht zu sehen. Deshalb muß zu- gegeben werden, daß die Aussichten für den Völkerbund, seinen Willen durchzusetzen und den Frieden im Fernen Osten zu erzwingen, gegenwärtig nicht gut stehen. Japan hat viel- mehr mit vollem Bewußtsein für sein imperialistisches Vor- gehen in der Mandschurei den Augenblick gewählt, von dem es wußte, daß die Großmächte unfähig zu einer energischen Gegenaktion sein würden. Die Weltwirtschafts- k r i s e nimmt die Regierungen in Europa und Amerika so stark in Anspruch, daß sie zur Zeit nicht in der Lage sind, so energisch zugunsten Chinas in der Mandschurei einzugreifen, wie sie es in anderen Zeiten zweifellos tun würden. In den Jahren 1926/21 hatte Japan nicht nur die gesamte Mandschurei, sondern darüber hinaus den östlichen Teil Sibiriens militärisch besetzt. Damals mußte es unter dem stärksten Druck der Vereinigten Staaten und Englands diese Gebiete räumen und sich mit der Wahrung seiner angeblichen Rechte auf die südliche Mandschurei begnügen. Aber es hat seitdem geduldig und zielbewußt auf den Augenblick ge- wartet, in dem es seine imperialistischen Ziele ungestört würde weiter verfolgen können. Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen. An eine bewaffnete Intervention, die in anderen Zeiten zweifellos von den Vereinigten Staaten ernstlich er- wogen werden würde, ist angesichts der kritischen Lage der amerikanischen Finanzen auf absehbare Zeit nicht zu denken. Das gleiche gilt für die Völkerbundsinächte, die nach dem Wortlaut der Satzung eigentlich verpflichtet wären, China mit allem Mitteln, einschließlich der militärischen, zu schütze». -> Oer Krieg auf den Straßen. Kommunisten und Aaiionalsozialisten.— Aeue Todesopfer auf beiden Geiien. Fäulnis des Kapitalismus. Gireiflichier aus dem Favag-Prozeß. Indessen würde wahrscheinlich die Androhung w i r t s 6) a f t- l i 6) c r Zwangsmaßnahmen auf Grund des Völkerbunds- statuta und des Kellogg-Paktcs g'stügen, um Japan zum Ein- lenken zu bringen. Aber die Regierung von Tokio hat be- rechtigten Grund zur Annahme, daß die Großmächte zur Zeit nicht einmal in der Lage find, zu wirtschaftlichen Zwangsmaß- nahmen zu schreiten. Bei der Zusainmcnschrumpfung des Welthandels, bei der ungeheuren Arbeitslosigkeit ist es ein überaus schwerer Entschluß, auf den Handel mit Japan zu verzichten. Japan ist nun einnial einer der größten Ab- nchmer der europäischen und amerikanischen Industrie und liefert selbst an das Ausland wertvolle Rohstoffe, deren Aus- bleiben die Existenz zahlreicher Unternehmungen gefährden würde, ganz abgesehen davon, daß ein internationaler Bonkott Japans durch den Völkerbund die Gefahr militärischer Komplikationen erheblich näherrücken würde. Dennoch darf der Völkerbund, so schwer seine Aufgabe auch sein mag, in seinen Bemühungen nicht nachlassen. Im französischen Auswärtigen Amt soll unter den Berufs- diplomaten bereits eine starke Mißstimmung gegen Briand vorhanden sein, weil er sich als Ratspräsident im Mandschurei- Konflikt viel zu weit vorgewagt habe. Man sieht voraus, daß diese ganze Aktion mit einer moralischen Niederlage des Völkerbundes enden und obendrein zu einer Mißstimmung in Japan gegen Frankreich führen werde. Aus ähnlichen Erwägungen sind auch die anderen Ratsmächte bestrebt, sich bei der weiteren Behandlung des mandschurischen'Konfliktes möglichst zurückzuhalten. Die Stimmen aus Amerika klingen überaus gedämpft. Freilich besteht auf der anderen Seite die wachsende Sorge um die Haltung der Sowjet- u n i o n. Es wäre daher ernstlich zu erwägen, ob man nicht der russischen Regierung anheimstellen sollte, an der Pariser Ratstagung in der gleichen inoffiziellen Form teilzunehmen, wie es neuerdings die Bereinigten Staaten tun. Schlte es dem Völkerbund nicht gelingen, China gegen den japanischen Raubzug zu schützen und den Konflikt in der Mandschurei zu beenden, so wird das für den Völkerbund- gedanken eine schwere moralische Belastung bedeuten. Aber es wäre eine Katastrophe, wenn die Welt den Eindruck gewinnen würde, daß der Völkerbund im Gefühl seiner der- zeitigen Ohnmacht sogar auf den Versuch verzichtet, seine Mission als Friedensstifter zu erfüllen. Die Mordhetze. Sine freche Beschimpfung der Sozialdemokratischen Partei Seit einigen Wochen mehren sich die systematischen llcbcrfälle von Nationalsozialisten auf Sozialdemokraten und Reichsbanncrkameraden. Die Absicht ist unverkennbar. E s soll provoziert werden. Sozialdemokraten und Rcichsbannerleute sollen in den blutigen Straßenkrieg zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten hineingezogen werden, der nun täglich Todesopfer erfordert. Trotz der organisierten Ueberfälle und der Terrorversuche lassen sich weder die Sozialdemokratie, noch das Reichs- bänner von den ungesetzlichen Banden des Faschismus, von den Pürgerkriegtruppen Hitlers provozieren, den gesetzlichen Boden zu verlassen. Daß sie sich nicht wehrlos totschlagen lassen, ist selbstverständlich. Wir stellen die Verantwortlichkeit der nationalsozialisti- Ichen Partei für diese Provokationen fest. Am Donners- tag, dem 12. November, erschien der„Völkische Beobachter" Nr. 316 mit der folgenden Schlagzeile: „APD. und SPD. sind die Mordzculralen für unser Volk." Die Bezeichnung der Sozialdemokratischen Partei als Mordzcntrale ist eine ungeheuerliche Beschimpfung, eine freche Provokatilm. Die volle Verantwortung für die Folgen dieser Provokation durch das Zentralorgan der Hitler-Partei, für die organisierten Ueberfälle auf Sozialdemokraten und Reichsbannertameraden fällt auf die Leitung der national- sozialistischen Partei! Am hellen Tage niedergeschlagen. Aeberfall auf einen Reichsbannertameraden auf einer Berliner Straße. Am Mittwochnachmittag zwischen 2 und 3 Uhr wurde an der Ecke Prinzen- und Gitschiner Straße der ReichSbannertamerad Emil Gran vom OrtSverein Krcuzberg, der durch seine auf dem Mantel getragen« Reichsbannernadel erkenntlich war, von acht Nazis angepöbelt und nach kurzem Wortwechsel nieder- geschlagen. Der Namerad Gran trug Verletzungen im Gesicht davon. Es gelang der Polizei, mehrere der Nazis festzustellen. �eichsbannerführer-Tagung in Berlin. Besprechung der Hakenfreu pProvolationen. Am Mittwoch nachmittag waren im Preußischen Landtag der erweiterte Gauvorstand des Reichsbanners mit den maßgebenden Führern aus Berlin und dem Gaubcztrk zu einer Führer- besprcchung versammelt. Reben der Behandlung organisato- rischcr Fragen wurden Berichte über die Loge im Gau erstattet. Diese Berichte liehen erkennen, daß das provokatorisch« Austreten der Nationalsozialisten zu einer öffentlichen Gefahr wird. Nobelpreisträger für Chemie. Wie aus Stockholm gemeldet wird, wurde der Nobelpreis für Lchsmie für 1931 van der Königlich Wissenschaftlichen Akademie den beiden Forschern Bosch und Generaldirektor'Sergius zu- gesprochen. Für die fünf Nobelpreise, die alljährlich zur Bersügung stehen, ist nunmehr außer für den Friedenspreis, den der norwegische Storthing vergibt, eine Entscheidung gefallen. Da der literarische Nobelpreis dem verstorbenen schwedischen Lyriker Karlvcldt zugc- sprochcn wurde, werden beim Robetjest am 10. Dezember die drei Preisträger sämtlich Deutsche sein. Den medizinischen Preis erhielt bekanntlich Professor Worburg-Berlin. Gwener über den Rundfunkkonflikt Erklärung im Reichsrai: Ein Konflikt besteht nicht. Der R e i ch s r a t hielt am Donnerstag ein« Vollsitzung ab, in der Reichsminister Groencr den Dorsttz führte, der die Gelegenheit benutzte, sich dem Reichsrat als neuer Innenminister vorzustellen. In seiner Ansprache erklärte der Minister u. a.: Ich habe das Bedürfnis, bei der ersten dienstlichen Gelegen- heit, wo wir zusammenarbeiten Ihnen zu sagen, daß ich bestrebt sein werde, in meiner neuen Tätigkeit die innigsten Beziehungen zum Reichsrat zu pslcgen und dafür Sorge zu tragen, daß unsere Arbeiten möglichst gefördert werden im Sinne der einmütigen Ar- beit für unser Vaterland. Nichts liegt mir serner in meiner neuen Tätigkeit, als etwa durch Maßnahmen von oben her die selbständige Tätigkeit der Länder irgendwie zu beschränken. Am liebsten wäre mir persönlich, wir könolen ohne all die vor» ordnungeu arbcilen und leben, die leider Gottes durch den Zwang der Verhältnisse uns aufgenötigt sind. Sie werden bei mir stets ein offenes Ohr finden für alle Wünsche der Länder. Ich werde niemals einen Standpunkt einnehmen, der bei den sachlichen Auseinandersetzungen zwischen Reich und Ländern dazu führen könnte, irgendeinen Konflikt herbeizuführen. Im Gegenteil bin ich der Auffassung, und ich habe das immer als Nicht- schnür meines Handelns vorangestellt, daß manweitertommt, wenn man sich zusammentut und die oft schwiert- gen Probleme in aller Ruhe und Sachlichkeit be- spricht. Ich habe für nächsten Dienstag die Innenminister der Länder hierhergebeten, um über die laufenden Probleme der Innen- Politik eine Aussprache herbeizuführen. Ich bin ja mit einem großen Teil der Probleme bisher überhaupt nicht befaßt gewesen. Es ist mein aufrichtiger Wunsch und mein ehrliches Bedürfnis, in einer rückhaltlosen offenen Aussprache mit den Innenministern der Länder meine eigenen Anschauungen zu klären und daraus zu lernen» In den letzten Tagen hat die Presse etwas Wellen geschlagen, indem sie behauptete, daß ein Konflikt zwischen mir und der preußischen Staatsregierung ausgebrochen sei. Von diesem Konflikt habe ich zu keiner Stunde auch nur das geringste empfunden. Ich möchte das hier betonen, um jeder Legendenbildung vorzu- beugen. Die Sache, war außerordentlich einfach. Es waren zwei Anschauungen im Uebcrwachungsausschuh, und ich habe es für nötig gehalten, die preußische Staatsregierung dar- auf hinzuweisen und ihre Hilfe zu erbitten in einer Form, gegen die der preußische Ministerpräsident nicht das mindeste einge- wendet hat. Run ist die Sache aber nicht so, daß etwa sachliche Disserenzrn uns Irgendwie getrennt hätten. 3ch bin überzeugt, daß. wenn die Zell gewesen wäre, diese sachliche Angelegenheit in gegen- s-itiger Aussprache zu klären, überhaupt niemand davon er- fahren hätte. Aber emes möchte ich sagen, daß es für mich untragbar ist, wenn mir plötzlich wenige Stunden, ehe der Bortrag im Rundfunk steigen soll, eine Entscheidung vorgelegt wird, die nicht in wenigen Stun- den erledigt werden kann. Das ist ganz ausgeschlossen, und so habe ich das größte Interesse daran— und ich glaube, daß auch die Länder oasselbe Interesse haben—, daß wir so frühzeitig von all diesen Absichten, die mit dem Runbfimk zusammerchängen und politischer Art sind, unterrichtet werden, daß das Reichsinnenmintste» rium sich mit den betreffenden Ländern in Verbindung setzen kann ..........................i......................in und daß genügend Zeit bleibt, um etwa bestehende auseinander- gehende Meinungen zu beseitigen. Und daraufhin werde ich mir erlauben, die zur Zeil bestehen- den Bestimmungen nachzuprüfen und nach einer Aussprache auch mit dem preußischen ZNinislerpräsidenlen, die für nächste Woche vorgesehen ist. Ihnen zu gegebener Zeit mit cntsprechen- den Vorschlägen zu kommen. Zum Schluß bitte ich um Ihr Vertrauen und Ihre Mitwirkung. daß wir alles daran setzen, um gerade in diesen schweren Zeiten die Einigkeit und die unerschütterliche Zusammenarbeit zwischen Reich und Ländern sicherzustellen. Staatssekretär Weis mann dankte im Namen des Reichs- rats dem Minister für die Begrüßungsworte. Wie alle Ihre Bor- gänger, so fuhr er dann fort, haben auch Sie die Bereitwilligkeit zum Ausdruck gebracht, in möglichster Harmonie mit dem Reichsrat dem Reich und seinen Ländern zu dienen. Wie Ihren Vor- gängern gegenüber, darf ich auch Ihnen gegenüber die Zusicherung aussprechen, daß der Reichsrat seinerseits bemüht fein wird, zu diesem Ziele mitzuhelfen. Wir alle wissen, daß wir vor schweren Wtntermonaten stehen, deren Rot zu überwinden nur dann mög- lich ist, wenn Reich und Länder in voller Einigkeit gemeinsam nach einer Lösung der schwierigen Probleme, die auftauchen werden, suchen. Rur in harmonischer Zusammenarbeit kann die Lösung gefunden werden. Sie haben als Reichsinnenminister vor allem die Ausgabe, die Verfassung zu schützen und Sie haben in den Erklärungen der letzten Tage deutlich zum Ausdruck gebracht, daß Sie mit Ent- schlossenheit diese Ausgabe zu erfüllen gewillt sind. Wir kennen Sie alle, hochverehrter Herr Roichsminister, seit langen Jahren, und wir haben zu Ihnen das Zutrauen, daß Sie, falls es die Lage erfordert, Ihre Worte auch in Taten umsetzen werden. Wir haben ja Ihre Energie und Ihre Ausdauer bei der Ber- t e i d i g u n g des W e h r e t a t s, die ja oft hier vor dem Reichs- rat keine ganz einfache gewesen ist, tennengelernt und auch be- wundert. In diesem Sinne habe ich die Ehre, Sie namens des Reichsrats zu begrüßen und Ihrer Tätigkeit als Reichsminister des Innern einen guten Erfolg für Reich und Länder zu wünschen. Zum Schluß danke ich Ihnen, Herr Rcichsminister. für die Er- klärung, die Sie dahin abgegeben haben, daß zwischen dem Reichsministerium des Innern und der preußischen Regierung oder irgendeiner anderen Länderreglerung kein Konflikt in be- zug auf die Rundfunkangelegenhelten besteht, wir haben es auch nicht so ausgcfaßt. Im Übrigen ist die preußische Regierung, und ich bin überzeugt, alle übrigen Länderregierungen, gern bereit, alle etwa auftreten- den Meinungsverschiedenheiten wie bisher in gütlicher Aussprache mit der Reichsregierung zu erledigen. Wir werden uns überlegen, wie wir Ihren Wunsch erfüllen können, daß die Ueberwachungz- ausschüsse nicht in letzter Minute vor wichtige Entscheidungen ge- stellt werden. Es handelt sich dabei lediglich um eine tech- nische Frage, die einfach zu lösen sein wird, wenn die bereits vorhandenen Bestimmungen der Sendegesellschaften tatsächlich innegehalten werden. * Als wichtigste Vorlage wurde dann vom Reich?rat der Ent- wurs eurer Rcichsdienststrafordnung verabschiedet. Die Rolle von Scholz. Eine Erklärung de« Abgeordneten Riedel. Abg. Riedel, der augenblickliche Lorsitzcnde des Usber- wachungsausschusses der Berliner Funkstunde, teilt zu der neuesten Erklärung des Reichsinnenministers mit: In der heute veröffentlichten fonnuliertsn Erklärung des Herrn Rcichsutnernuimstets, in der sich der Herr Minister in vornehmster Weise vor einen Referenten seines Ministeriums stellt, befindet sich folgender Satz:„Ministerialrat Scholz hat mir das Manuskript des Vortrages in der vom Ueberwachungsausschuß genehmigten Fassung vorgetragen." Hier muß der Herr Innenminister einer irrigen Berichterstattung zum Opfer gcsallcn sein. Tatsächlich hatte der Ueberwachungsausschuß eine endgültige Fassung des Bortragcs Höltermaim am Montagnachmittag überhaupt noch nicht genehmigt, sondern unter Mitwirkung des Herrn Reichs- Vertreters die Leitung der Funtstunde ersucht, mit dem Bortragen» den selbst noch über eine ganze Reihe von Aenderungsvorschlägen des Ueberwachungsausschusses zu verhandeln, und es war durchaus offen geblieben, ob bei Ablehnung dieser Vorschläge auch der Ueber- wachungsausschutz nicht wieder hotte zusammenberusen werden müssen. Tatsächlich sind in der letzten halben Stunde vor dem Bortrage selbst noch ganz wesentliche Abände- r u n g« n mit den» Vortragenden vereinbart worden. Darunter befindet sich auch«in vom Reichsinneiuninisterium noch am Mitt- woch zu seiner Rechtfertigung verbreitetes Zitat, das in Wirk- lichkeit im Bortrag selbst überhaupt nicht mehr enthalten, sondern grundlegend geändert war. Es darf angesichts der Tatsache, daß eine andere, anscheinend nicht vom Minister selbst stammende Erklärung aus dem Reichsinnen- Ministerium von Unwahrheiten usw. spricht, nunmehr di« Frage an den Herrn Minister gerichtet werden, ob ihm der Herr Reichsver» treter auch berichtet hat, daß er im Ueberwachungsausschuß erklärt hat. er würde im Falle Höltermann ganz anders mit sich reden lassen, wenn ihm nicht in den letzten Tagen einige andere Darbietungendes Rundfunks, und zwar solche literarischer Natur, durchaus mißfallen hätten. Im übrigen hat in der Sitzung des Ueberwachungsausschusses der Herr Reichs» Vertreter selbst mehrfach anerkennen müssen, daß die preußischen Mitglieder sich durchaus im Rahmen der Richtlinien hielten, und er wird nicht bestreiten können, daß die preußischen Mitglieder sich die allergrößte Mühe gegeben haben, mit ihm zu einer restlosen Einigung zu gelangen. Aus diesem Grunde ist auch keine Ab- stimmuiig vorgenommen worden. Ich habe pflichtgemäß nunmehr dem Herrn preußischen Ministerpräsidenten einen eingehenden Be- richt über die tatsächlichen Vorgänge im Ueberwachungsausschuß erstattet, und damit ist für mich' die össentliche Diskussion dieses Falles erledigt. Die Zieattion wittert Morgen'ust. Der reaktionäre Reichsoerband Deutscher Rundsunkteilnehmer hat sich erneut an den. Reich sin neu mini st er Groener gewandt, und ihm Kenntnis von einem Tclcgrainm des deutsch- nationalen Landcsocrbaiüies 5)essen-Darmstodt gegeben. Das Telegramm weist darauf hin, daß für Sonnabend im südwestdeutschen Rundfunk eine Wahlpropaganda-Rede des sozialdemokratischen Staatspräsidenten von Hessen, Adelung, oorge- sehen ist, und erhebt hiergegen Einspruch. Der Reichsverband schließt sich diesem Einspruch an und weist im weiteren darauf hin. daß der Fall Höllermann in keiner Weise vereinzelt dastehe. Die auch vom Deutschlandsender übernommene Uebertragung einer proletarischen Feierstunde am letzten Sonntag. Jiei der Karl Marx' Ausführungen über„Das wahre Reich der Freiheit" verlesen wurden, und bei der der sozioldemakratische Abgeordnete Erispien länger« Ausführungen machte, werden vom Rsichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer als eine„propagandistische Heraus- stellung rein marxistischer Gedankengänge" bezeichnet, die auch außenpolitisch für bedenklich anzusehen seien. Das Ltmfallmännchen. Sin vergeßlicher Hugenberg-Mann. Wir überfliegen im Hugenbergschen„Lolal-Anzeiger" einen Leitartikel des ehrsamen Friedrich Hussong. Plötzlich bleibt unser Blick an einem Zwischentitel haften.„Die Umfallmännchen" lesen wir dort. Das Wort kommt uns merkwürdig bekannt vor, wir haben es doch schon einmal vor langer Zeit aus Hufsongs Feder gelesen?— Mal schauen, was gemeint ist: Der Artikel handelt vom Jahre 1924, von den Kämpfen um den D a w e s- P l a n. Und wer sind die„Umfallmännchen"? Nach Friedrich Hussong vom 12. November 1931 waren das damals die linksstehenden Blätter, allen voran der„Vorwort s", der damals— nach Hussong„wider besseres Wissen"— von einem großen Erfolg der sozialdemokratsschen Politik geschrieben hat.— Aber waren es nicht die D« u t s ch n a t i o n a l« n, die bei der Dawes-Abstimmung von 1924 umgefallen sind? Und plötzlich ist die Erinnerung wieder da: es hat s ch o n einmal einen Artikel mit der Ueberschrist„Dos Umfallmännchen" und mit der Unterschrift des gleichen Friedrich Hussong im „Lokal-Anzeiger" gegeben. Das war im Juli 1924, als die Deutschnationalen in der Regierung saßen und keineswegs daran dachten, die in London gepflogenen Berhandlungen trotz des erficht- lichen Ausganges zu sprengen. Sondern sie zogen sich zurück über di« Brück« chrer„sieben Punkte". Es war das das B o r s p i e l zu dem großen Um fall der Mampcabstimmung„Halb und Halb", durch die dann im August 1924 die Deutschnationalen endgültig dem Dawes-Plan zum Siege verhalfen. Damals war es Hussong, der in dem Artikel„Das Umfallmännchen" die Kompromißtaktik der Deutschnationalen ver- teidizte. der dieses Wort.als Ausdruck des Lobes auf die veulschnationoie volispartei münzte»nd schrieb: das Umfallmänn- cheu sei in der Politik eine Notwendigkeit. Würden die Parteien immer starrsinnig aus ihrem Standpunkt beharren, so könne nie etwas Positives erzielt werden. Daher erscheine, wenn alles sich sestgebissen und festgefahren habe, das Umfallmännchen als der Retter in der Rot. und dieses rettende Umfallmänn- chen seien im vorliegenden Falle— den Dawes-Derhandlungen— die Deutschnationalen! Jetzt, nach sieben Jahren, stellt der rückblickendc Hussong d-n „Vorwärts" als das Umfallmännchen von 1924 hin. Hussong hat sich damit seinen eigenen Ehrentitel verdient. Nr. SZ3» 4S. Jahrgang Freitag, �Z. November Spardebatte im Rathaus Oberbürgermeisterspricht imStadtparlament�StandpunktderSozialdemokratie In der Stadtverordnetenversammlung wurden gestern«ine ganze Anzahl von Anträgen der verschiedensten Frak» t i o n e n beraten, die alle Sparmahnahmeu vom Magistrat verlangen oder an bereits angeordneten Sparmaßnahmen Kritik übten. Die sozialdemokratische Fraktion hatte Anfang Septetpber dieses Jahres einen Dringltchkeitsantrag eingereicht, der zur Sicherung des Mitbestimmungsrechts der Stadtverordnetenversammlung den Magistrat ersucht, beschleunigt der Versammlung eine Vorlage zugehen zu lassen über olle Maßnohmen des Magistrats, die die Erzielung von Erspar- nissen zum Gegenstand haben. Was mit diesem Antrag bezweckt werden sollte, sagte der Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion, Genosse Flatau in seiner Rede. Das Verfahren, so führte Flatau aus, das der Ma> gistrat bei seinen Sparmaßnahmen beobachten muhte, kann in seinen Endauswirkungen nicht aufmerksam genug verfolgt werden. Es ist geeignet, die kommunale Selbstverwaltung auf da» schwerste zu gefährden. Mehr denn se sei in den jetzigen Notzeiten die Erhaltung der städti- schen Selbstverwaltung notwendig(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Zuvor hatte Oberbürgermeister Dr. Sahm sich zu dem Sparprogramm des Magistrats geäußert. Der Oberbürgermeister erinnerte zunächst daran, daß bei der Ver- abschiedung des Stadthaushaltsplanes für 193i ein Defizit von 67 Millionen Mark verblieb, dessen Deckung nicht möglich war. Wenn immerhin angenommen werden konnte, daß der vor- sichtig aufgestellte Haushaltsplan durchgeführt werden konnte, so hat sich im Verlauf der weiteren Entwicklung doch gezetgt, daß die Stadt ganz besonders durch die außerordentlich gestie- genen Ausgaben für dteWohlfahrt in arge finanzielle Bedrängnis gekommen ist. Dazu kam, daß durch die Notverord- nung des Reichspräsidenten vom S. August den Sparkassen und öffentlichen Banken untersagt wurde den Kommunen Kredit zu gewähren Die Stadt mußte also sehen, zpic sie selbst fertig wurde. Bareits in der ersten Hälfte des August begannen die Verhandlungen in den städtischen Körperschaften über die notwendigen Sparmaß- nahmen. Wenig später stellte der Magistrat sein..Notprogramm Die Berufung des Oberbürgermeisters auf die preußische Notver- ordnungen ist zu weit gegangen: in Berlin wäre es jedenfalls mög- lich gewesen, in gemeinsamer Arbeit mit den Stadtverordneten die Maßnahmen zu besprechen und durchzuführen, die notwendig wurden. Das gilt natürlich auch für die Festsetzung des kommen- den Haushaltsplanes für 1932. Hemmungen, die in dieser Hin- ficht der Oberbürgermeister haben sollte, müßten eben beseitigt werden. Allerdings sollten auch die Stadtverordnetenversammlung und die Deputationen und Ausschüsse davon abgehen, mit der bis- her beobachteten beschauliche« Ruhe ihre Beratungen zu pflege«: sie müßten intensiver, rationeller arbeiten. Eine Vereinfachung der ehrenamtlich besetzten Verwaltung sei auf jeden Fall anzustreben. So könnte man sich beispielsweise die lang- wierigen Spezialberatungen des Haushaltsplanes in den einzelnen Deputationen vielleicht sparen. Flatau erinnerte im weiteren Ver- lauf seiner Ausführungen an die noch ausstehende Erledigung einer Reihe von Anträgen der sozialdemokratischen Frak- t i o n. Einsparungen wären möglich gewesen bei der Verein- fachung des Stadtfuhrparks und ganz besonders bei der Umorganlsatiou der Hauptprüfungsstelle. Gerade die letzter» ist an Haupt und Gliedern reformbedürftig, sie maßt sich Befugnisse an, die ihre Kompetenzen weit überschreiten. Zum Beispiel sei ihr Gutachten in Sachen des Nachrichtenamtes so absurd und über ins Ziel hinausschießend, i.o anmaßend.und ohne jedes Verständnis für die Arbeit einer Modernen NachtichteNver» mittlung. daß selbst der Oberbürgermeister l« Haushallsausschuh von diese« Bericht in aller Form abrückte. Dieses Mißtrauensvotum hat allerdings auf die Herren in der Hauptprüfungsstelle keinerlei Eindruck gemacht. Die Experimente, die der Magistrat bei manchen Sparmaßnahmen mache, gleichen der Behandlung eines schwertranken Körpers, der bei völliger Blut» leere eben den notwendigen Lebenssaft nicht mehr abgeben kann. Vielleicht gelingt die bürokratische Operation, vielleicht ist der Patient dann aber auch tot. Genosse Flatau schloß mit einem Appell an den Magistrat, sein- weitereu Maßnahmen so zu treffe«, daß die Mkiwirkung der Stadtverordnetenversammlung garantiert ist. IS. Die kleine Stadt lag tief im Schnee versunken. Der Nordwind strich über Berge und Tannenwälder, er fegte eisig in den Straßen und den alten Torwinkeln, er klirrte an den Fenstern. Bon den Abhängen schlitterte und kugelte, rodelte und sprang die Jugend des Städtchens, und die Eis- bahn war noch überfüllter als sonst. Lachen und Jubel. Flirt und barmlose Kinderfreude überall Und wenn nicht die paar Soldaten gewesen wären, die humpelnd oder den Arm in der Binde in dem kleinen Restaurant der Eisbahn saßen— wer hätte denken können. daß man im Krieg lebte, daß nur wenige Kilometer von hier, jenseits des Rheins der Tod eine entsetzliche Ernte hielt? Daß Tag um Tag, Stunde um Stunde, jeden Augenblick ungezählte junge Menschen zerrissen und zerfetzt, verschüttet und erschlagen, vergiftet und erstickt wurden, daß aus allen Himmelsrichtungen Schwaden der Verleumdung, des Haffes, der Verzweiflung, der Raserei über die ganze Welt zogen... In der Ferne tönte Marschmusik. Hin und wieder warf der Nordwind einige Klänge herüber.„So leb denn wohl. wir müssen Abschied nehmen..."„Und unser aUerschonstes junges Leben..." Fenster öffneten sich, als der Gesang näher kam. Man blieb stehen auf der Straße. Die frisch aufgefüllte 2. Kompanie des Ersatzbataillons marschierte heute ab. Voraus rannten einige Buben und Mädel, begeistert mitsingend, Fähnchen schwenkend. Dann folgte die Musik, und hinter ihr, in respektvoller Entfernung, gleichsam in einem luftleeren Raum zwischen Kompanie und Kapelle, ein Hauptmann hoch zu Roß. Es war ein Herr Ende der Vierziger, eine starte, knochige Gestalt mit scharfer Nase und strengen Augen. „Der Seckendorf, unser einstiger Stadtschulrat! sagte ein Dabeistehender halblaut zu seinem Nebenmann.»Bei dem Das Riesenwerk Unser Bild zeigt den augenblicklichen Stand des Schiffshebewerk- baues bei Niederfinow. Hier muß der Großfchiffahrt»- weg Berlin— Stettin einen Höhenunterschied von 36 Metern überwinden. Das besorgen bisher vier Schleusen, die aber von An- beginn Sorgenkinder der Wasser- straßenverwalwng gewesen sind. Das Gelände ist gerade an dieser Stelle wenig zuverlässig. Nur den ständigen Bemühungen der Wasser- bautechniker ist e» zu danken, daß der Kanal bis heut« betriebsfähig blieb. Der Bau eines Schiff shebe- werkes wurde daher schon gleich nach der Dollendung der großen Wasserstraße, die Berlin gleichsam zur Seestadt macht(tatsächlich � liegen in dep- Kerkiner Häfen vft � genug kleiner« Seodampfer), be». schloffen. Das fertige Wert wird ein« einzig«, mit wunderbarer Genauigkeit arbeitende Maschin« sein. Im Hintergrunde unseres Bildes ist link« der vorläufige Ab- schluß der zum Hebewerk führenden Kanaiabzweigung zu sehen. Hier wird eine Drücke gebaut werden, über die das Wasser zum eigentlichen Schiffshebewerk geleitet wird. Absperrtore werden die Kanalhaltung sichern. Die Schiffe werden in einen großen Trog fähren, der dann gesenkt oder gehoben wird. Es hat jahrelanger, umfangreicher Borarbeiten bedurft, bevor an fängt der Mensch erst mit dem Leutnant an. Jetzt führt er die Kompanie bis zum Bahnhof, sitzt auf seinem Schimmel, als gings geradewegs in die Schlacht. Und dort fetzt er sich ins Auto und fährt wieder zurück auf den Truppenübungs- platz, und die Schinderei geht von vorne an. Ich war nie ein Freund vom Militär, aber die aktiven Offiziere sind mir immer noch tausendmal lieber als die Reserveschweine!" Der andere gab seinem Arbeitskollegen einen unfansten Rippenstoß.„Du bist wohl verrückt! Du willst wohl ins Loch wandern oder k. v. werden!" „Werd ich noch früh genug...!" Ein junges Mädchen zwängte sich zwischen sie. „Halt, Fräulein, hier darf keiner rüber, Sie müssen schon einen Augenblick warten." Etwas verwirrt blieb Germaine stehen. Sie kam von der Universstät und wollte nach Hause, etwas früher als sonst, denn eine Vorlesung war ausgefallen, weil der Dozent Soldat geworden war. Run mußte sie hier stehen, bis die paar hundert Menschen vorüber waren, mußte den armen Kerlen, die heute vielleicht zum letztenmal hier durchmarschierten, ins Gesicht sehen. Blasse, schmale Kinder�esichter neben weiter- gebräunten, tief gefurchten Zügen, fröhlich nach rechts und links schauende Mienen neben düsteren tief liegenden Augen, zusammengepreßten Lippen. Und doch eine einheitliche, auf geheimnisvolle Weise gleichmäßig sich fortbewegende Schar, eine graue Welle, ein nicht endenwollender Zug von Stahl- Helmen. „Auf Wiedersehen, Fräulein Loriot!" Dankend grüßte Germaine, ohne zu wissen, wer es war, der ihr die Worte zurief. Vielleicht ein Student oder ein Schüler der Musikhochschule. Sie waren alle so verändert in der grauen Uniform, sie tonnte sich nicht besinnen. Sie wollte sich auch nicht besinnen, denn es war ja so gleichgültig. Sie alle hatten das gleiche Schicksal, die gleiche Pflicht, den gleichen Weg. Was bedeutete da der einzelne! Langsam ging Germaine ksirrch die Parkstraße in die Höhe zum Villenviertel. Je höher sie stieg, um so schärfer hoben sich die Berge und Wälder ab, um so klarer war der Fluß zu sehen, der durch die weiße Landschaft zog. Blaue Schatten lagen da und dort auf dem Schnee. Glitzernd, von gefrorenen Schneeflocken eingehüllt, standen die Bäume. Aber Germaine hatte keinen Blick für die Land- schast. Mechanisch ging sie die längst gewohnte Straße, 1931" soft. Bei der Durchführung durfte kein Tag verlorengehen, weil jeder Tag, der ungenützt- verstrich, einen nicht wieder einzubringen- den Verlust von etwa 130 000 Mark brachte. Der Oberbürgermeister betonte dann mit besonderem Nachdruck, daß er letzt, wie schon immer, den größten Wert darauf lege, bei der Durchführung der Sparmaßnahmen in enger Fühlung mit der Stadtverordnete»»«?- sammlung zu bleiben. Im weiteren Verlauf seiner Rede teilte Dr. Sahm mit, daß die Einkommen- und Körperschaftssteuer am Jahresabschluß einen Ausfall gegenüber dem Anschlag von 15 Millionen Mark haben wird. Bei dem Hauszins st euer- a n t e i l für allgemeine Finanzzwecke fei mit einem Minderauf- kommen von 4.6 Millionen Mark zu rechnen, die Gemeinde- steuern werden«inen Ausfall von 13,4 Millionen, die Wert- z u w a ch s st« u e r von 1.6 Millionen, die G e t r ä n k« st e u e r von 1,8 Millionen, die Hundesteuer von 0,8 Millionen Mv'-r bringen. Znsgefonsi wird der Einnahmeaussall bei allen Slcuern nicht weniger al» 35 Millionen Mark sein. Dr. Sahm verbreitete sich dann über die ungeheuer gestiegenen Lasten bei der allgemeinen Wohlfahrt. In B e r l i n kommen auf 1000 Einwohner 45,6 Wohlfahrtserwerbslnse, ein Stand, der nur von Breslau mit 54,1 übertroffen wird. Bei einer so ungeheuren Belastung muß das Notprogramm des Magistrats Einsparungen auf der einen Seite und Mehreinnahmen andererseits bringen. Insgesamt will der Magistrat auf diese Weise 23,9 Millionen Mark für den Haushalt retten. Aber selbst alle nach so einschneidenden Spar- und Abbaumaßnahmen werden eine Ber- am Oderstrand die Ausführung dieses gewaltigen Ingenieurbauwerks herangegangen werben konnte, von dem folgende Zählen«ine Borstellung geben können: Der Trog, in dem die Schiffe schwimmend gc- hoben und gesenkt:verd-'n. hat eine Lange von 85 Metern, eine Breite von 12 Meten, und eine Wassertiese von 2,50 Metern. Dos Gewicht des Troges einschließlich de« in ihm schwimmenden 1000- Tonnen-Scknftes beträgt rund 4200 Tonnen. Diese gewaltig« Last wird durch Gegengewichte ausgeglichen. die an 256 Drahtseilen hängen. 128 doppelrillige Seilscheiben von 3.50 Meter Durchmesser, die beider- seits aut dem 60 Meter hohen S t a h l g e r ü ft des Hebewerkes aufgestellt sind, nehmen die Draht- 'sekie aUff.' Das Stahlgerüst selbst steht auf einer 122 Meter langen, 33,5 Meter dritten und 4 Meter starken Betonplatte. Rund 78 000 Kubikmeter Beton und 11 700 Ton- nen Stahl und Eisenteile kommen zur Verarbeitung. Die Kosten sind auf 23,7 Millionen Mark geschätzt. Davon kommen allein 10 Millionen aus die Filndamentierungsarbeiten, dit durch den schlechten Untergrund besondere Maßnahmen erforderten. Man hofft, die Arbeiten End« des Jahres 1933 äbschkießen zu können, wenn die Baukosten von der öffentlichen Verwaltung in regelmäßigen Raten aufgebracht werden können. mechanisch öffnete sie ihre Handtasche und zog den Schlüssel zum Gartentor heraus. In der Diele standen Möbel in buntem Durcheinander. ein Damenschreibtisch. ein Porzellanfchränkchen, zwei Sessel, ein polierter Tisch, Bilder. Ein Teppich stand aufgerollt in der Ecke. Germaine blieb erstaunt stehen. Das war doch das gesamte Mobiliar aus Mutters Zimmer, was sollte denn damit werden? Eben kam Frau Loriot die Treppe herunten. Hinter ihr stampfte ein Mann, der eine große Kiste schleppte. Im ! Zimmerflur setzte er sie ab und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Frau Loriot hatte verweinte Augen. Auch der Mann schien etwas bewegt. „Lassen Sie. Frau Professor", sagte er, als Frau Loriot ihm etwas in die Hand drücken wollte,„Sie brauchen jetzt jede Mark. Und in zehn Minuten bin ich wieder da und lade alles auf meinen Wagen. Ohne Sorge, ich bin vor- sichtig, kein Eckchen von den schönen Sachen soll abgestoßen werden, keine Vase soll entzwei gehen. Mir tuts selber leid darum— aber was muß man heutzutage nicht alles tun, um auszukommen!" Er warf der Frau einen mitleidigen Blick zu. Mit zwei Schritten war Germaine neben der Mutter. „Deine Möbel— was bedeutet denn das! Was ist denn ge- schehen?"» Frau Loriot machte eine ihrer müden Handbewegungen, die gleichzeitig abwehrend und beruhigend gemeint waren. „Lege erst einmal ab, mein Kind— so." Sie nahm der Tochter Mantel und Hut ab und führte sie in den kleinen Salotk. Die gelbe Tischlampe warf einen hellen Schein auf die beiden, so verschiedenartigen Frauengesichter. Rur die Formen von Mund und Kinn waren beiden gemeinsam. „Ich habe meine Möbel verkauft, Germaine", und als diese erregt aufspringen wollte:„Bleibe sitzen, mein Kind und höre mich ruhig an. Ich habe dich später erwartet, ich wollte die diesen Anblick ersparen. Run ist es anders ge- kommen. Aber du hast so viel Schweres hinter dir, Germaine, daß diese Aeußerlichkeit dich nicht mehr treffen kann." „Aeuherlichkeit nennst du das, Mutter, das alles, das mit uns verwachsen ist, das ich von den ersten Tagen meiner Kindheit an geliebt habe, das mir vertraut ist, wie etwas Lebendiges—" Die Stimme versagte ihr. (Fortsetzung folgt) Das Schiffshebewerk bei Niederfinow im Bau ringerung des eingangs erwähnten Ttat-Fehldetrages von S7 Ml» Uonen Mark nicht bringen. Die Hilfe von Reich und Land reicht absolut nicht au», um die Rotlage der Stadt auch nur nennenswert herabzusetzen. Trotz der außerordentlichen Drosselung der Ausgaben ist die Kassenlage unverändert ernst. Selbst die Transaktion bei den Städtischen Elektrizitätswerken brachte nur eine vorüber- gehende Erleichterung und Ende September war es nur möglich, durch die Ausnahme eines sechsmonatigen Kredites von 20 Millionen Mark und durch Hinausschiebung von Zahlungen die städtische Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Der Oberbürgermeister erklärte dann, daß er sich bei der Zuspitzung der Lage mit der Bitte um Hilfe an Preußen gewandt habe. Die angeforderte Summe von 20 Millionen Mark ist bisher nicht eingegangen, der Betrag von l Million, der der Stadt von Preußen überwiesen wurde, ist natürlich völlig unzureichend. Nach den oben genannten Zahlen über die von Berlin zu unterstützenden Wohl- sahrtserwerbslosen dürste aber gerade in erster Linie Anspruch dar- auf haben, von Preußen unterstützt zu werden. Der Oberbürger- meister schloß mit dem Bedauern, daß der Magistrat in der heutigen Notzeit gezwungen sei, der Bevölkerung ganz außerordentliche Opfer und Entbehrungen zuzumuten. Trotzdem werde der Magistrat weiter aus seinem Posten aushalten in engem Zusammenwirken mit den städtischen Körperschaften. Nach dem Genossen Flatau sprachen für die Kommunisten Die Vernehmung des Angeklagten Sohl in der gestrigen ver- Handlung befaßte sich mit der Hypothek aus sein Grundstück, war nur kurz und brachte keine Klärung. Ein» bewies sie aber: Wenn es darauf ankommt, ist es gut möglich, mit dem Angeklagten auch in einer weise zu verhandeln, bei der er sich nicht verletzt fühlt und durch die er nicht gereizt wird. Der Borsitzende, Amtsgerichtsrat K« s s n e r, versteht es ganz bestimmt, die Verhandlung interessant und abwechslungsreich zu ge- stalten. Auch die von ihm geleiteten kleinen Prozesse waren immer kurzweilig. Die geistreiche Pointierung ließ den Zuhörer stets auf feine Kosten kommen. Auch will es in diesem Prozeß mitunter scheinen, als müßten sich die Angeklagten als Menschen betrachten, denen bereits alles nachgewiesen ist, die schon verurteilt sind. Un- bedingt anerkennenswert ist die Gründlichkeit und Meisterschast, mit der Amtsgerichtsrat Kessner auf die Klärung sämtlicher in der Anklageschrift erwähnten Einzelheiten, selbst der unbe- deutendsten, manchmal vielleicht selbst bedeutungslosen, dringt. Aber auch hier scheint es mitunter des Guten zuviel. Anstatt durch Dutzende von Fragen die Wahrheit vom AngeNagten selbst erlangen zu wollen— vom Angeklagten, die im Gerichtssaal die Unwahrheit sagen darf—, wäre es vielleicht in vielen Fällen ratsamer, die A—sagen der Zeugen abzuwarten. Eine Kürzung der Ber- Handlung wäre damit unter allen Umständen erreicht. Daß die Durchführung eines solchen Monstreprozesses wie dieser, eine ruhige Gerichtssaal-Atmosphäre erfordert, dürfte einem jeden einleuchten. Zusammenstöße, einerlei von welcher Seite veranlaßt, sind tunlichst zu vermeiden. Wenn aber der Oberstaatsanwalt Dr. S tetn- ä ck e r den Rechtsanwalt Dr. Braubach einfach als„Herrn Brau- dach" bezeichnet und den Protest der Verteidiger hervorruft, wenn er dem Vorsitzenden mit Betonung zuruft, Staatsanwaltschaftsrat Dr. Weißenberg dürfe nur mit s e i n e r, des Oberstaatsanwalts, Erlaubnis Auskunft erteilen und dadurch die ironisch« Bemerkung des Vorsitzenden provoziert:„Gestattet der Herr Oberstaatsanwalt, daß Staatsanwaltschastsrat Weißenberg die Frage beantwortet?" so ist dies alles einem reibungslosen Verlauf der Verhandlung wenig zuträglich. Die Angeklagten haben das Recht, vom Vorsitzenden so behandelt zu werden, daß bei ihnen nicht das Gefühl auf- kommt, als stünde ihre Schuld bereits fest. Die Rechtsanwälte haben den Oberstaatsanwalt als gleichberechtigte Partei im Prozeh zu gelten. Im übrigen war der zweite Teil der gestrigen Gerichtssitzung nicht besonders ergiebig: Hat Gabel von den Brüdern Sklarek Zu- Wendungen erhalten und welcher Art? Seine Behauptung, er habe die von Gebrüder Sklarek empfangenen Summen zu wohltätigen Zwecken verausgabt, verdichteten sich zu einem Antrag seines Ber- teidigers, Rechtsanwalts Dr. Kurtzig, eine Anzahl Zeugen zu laden zum Beweise dasür, daß z. B. auf veranlasiung des Oberbürgermeisters Löß eine Reihe ssirmen, die mit der Stadt in Gefchästsbeziehnngen standen. durch gedruckte Formulare um Spenden ersucht worden seien Dr. Altstaedt im Kreuzverhör. Staatsanwalt erweitert die AnNage. Lübeck, 12. November. Die Verhandlung im Lübecker Tuberkulose-Prozeß wurde mit einer Erklärung des Oberstaatsanwalts Dr. Linau eingeleitet, der den offiziellen Antrag auf Erweiterung der An- klage stellte. Der Oberstaatsanwalt begründete diesen Antrag wie folgt: Im Laufe der Hauptverhandlung hat sich ein hinreichender Ber- dacht ergeben, daß sich die Angeklagten Prof. Dr. Deyck« und Dr. Altstaedt auch insofern strafbar gemacht haben, ass sie sich durch die Einführung des Calmette-Berfahrens der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung schuldig gemacht haben. Die' Anklage werde nunmehr Prof. Deycke und Dr. Altstaedt weiter zum Vorwurf machen, bei der Einführung des Calmette-Berfahrens in Lübeck im Winter 1329/30 durch Fahrlässigkeit unter Außeracht- lassung der durch ihren Beruf erforderlichen Aufmerksamkett den Tod bzw. die Körperverletzung der im Eröffnungsbeschlutz bezeichneten Kinder verursacht zu haben. Dann wird Obermedizinalrat Dr. Altstaedt noch einmal zu den Gebrauchsanweisungen vernommen, die dem von Professor Calmette versandten Mittel beilagen. Die Frage, weshalb man nicht auch in Lübeck solche Gebrauchsanweisungen an die Eltern» schast verteilen lieh, beantwortete Dr. Altstaedt mit dem Hinweis, daß ja der gelbe Zettel dem entspräche. Gleich darauf be- kündet er auf Befragen der Verteidiger, daß er sich an die Calmette- sche Gebrauchsanweisung bei der Abfassung de« gelben Zettels nicht Schaven habe. Der Widerspruch in diesen beiden Bekundungen des Angeklagten wird protokolliert. Stadw. Wisnewski und für die Deutschnationalen Dr. Steiniger. Stadtv. Kllnzer(Staatsp.) betonte, daß der Oberbürgermeister bei seinem Borgehen sich an die Bestimmungen der Nowerordnungen gehalten habe. Für das Defizit und die sonstigen Fehlbeträge mußten eben Einsparungen oder Mehreinnahmen geschaffen werden. Auch Künzer kritisierte eine Reihe von Sparmaßnahmen des Magistrats. Stadw. Schccbert(Staatspartei) hiev den Deutschnationalen vor, daß der Hinweis ihres Fraktionsredners auf Potsdams deutsch- nationalen Oberbürgermeister und seinen geordneten Etat ein klein wenig Demagogie sei. Die Deutschnationalen hätten dann wohl die Gelegenhett verpaßt, unserer Stadt den deutschnationalen Bürger- meister zu bringen, der aus Berlin Potsdam gemacht hätte. Der Willen des Oberbürgermeisters Dr. Sahm, mit den Stadtverordneten eng zusammenzuarbeiten, sei zu begrüßen. Die Rationalsozialisten schlafen. Als der Vorstcher-Stellvertreter Dr. Meyer(Staatspartei) dem nächsten Redner, dem Dr. L i p p e r t von den Nationalsozia- l i st e n, das Wort erteilte, zeigt« es sich, daß Lippert und seine Ge- sinnungsfreunde die Berhandlungen des Plenums im Foyer der Versammlung verlebt hatten. Lippert war nicht im Saal, er konnte infolgedessen auch nicht das Wort erhalten, und so schloß die allge- meine Aussprache über die Sparmaßnahmen des Magistrats und die dazu vorliegenden Anträge der Fraktionen, ohne daß die Nationalsozialisten ihren Senf dazu geben konnten. Di« Spezial- ausspräche und die Abstim-nnmgen- werden am kommenden Donners- wg stattfinden. und daß auch Stadträte derartige Spenden bekommen hätten. Di« Anklage behauptet aber, daß der Stadtrat Gäbel nicht bloß mit Bargeld, sondern auch auf andere Weise von Sklareks beschenkt worden sei. So habe er z. B. im Jahre 1920 einen Bisam- mantel erhalten: von der Firma Turgel sei eine Auswahlsendung ihm ins Rathaus geschickt worden. Gäbet will von alledem nichts wissen. Willi Sklarek gibt zu. daß etwa 20 bis 30 Stück Pelze in» Rathaus geschickt worden seien und daß nur die Hälfte davon wieder zurückgekommen sei. Diese Pelze seien aber für Max' Bekannte bestimmt gewesen, zu denen Gäbel nicht gehört Hobe. Bei ihm, Willi Sklarek, habe nur Frau Oberbürgermeister Böß eine Pelzjacke ausgesucht. Für die Brücken und Diwandecken sei Frau Gäbel verantwortlich, ebenso für einen Bücherschrank, der auf Empfehlung von Leo Sklarek im Preise von 1600 Mark bei der Firma B. bestellt worden ist. Daß Sklarek für all das bezahlt hoben sollte, habe er erst von dem Untersuchungsrichter bzw. aus der Anklage erfahren. Als der Oberstaatsanwalt den Brückenkauf mit dem Monopolvertrag in Berbindung bringen will, ruft Gäbel:„Ich wäre doch ein Idiot, wenn ich wegen dieser Dinge meine Existenz auf» Spiel gesetzt hätte." Schließlich kamen die Autofahrten des Augeklagten Gäbet und seiner Frau aus Sklareks kosten zur Sprache. Leo Sklarek stellte dem Ehepaar Gäbel ein Miewuto zur Verfügung und kam für Autofahrten in Höhe von 1700 Mark auf.„Mein Auto war besetzt", sagt Leo Sklarek,„und es war mir unangenehm, abzusagen. Jetzt kommt mir das wie ein Blödsinn vor."„Ich wundere mich, daß Sie überhaupt noch ein Hemd auf dem Leibe haben", meint der Borsitzende. Leo Sklarek hat aber gestern morgen regelrecht geweint: er wisie nicht, wovon er morgen seine Familie ernähren sollte... Heute wird in der Erörterung der Zuwendungen an Gäbet fortgefahren. - Mißbrauch eines Aamens. Oer„ittt" könnte etwas vorsichtiger sein. In der letzten Nummer des„U l k' war unter der Ueberfchnft „In vino Veritas" eine Karikatur erschienen, die unter Beziehung auf den Sklarek-Prozeß den bekannten, von dem deutschnotio- nalen Pfarrer Wolff gesegneten Pokal zeigte. In dem Bilde war auf dem Pokal auch der Name des sozialdemokratischen Stadtrates W u tz ky verzeichnet. Genosse wuhky erklärt uns hierzu. daß er keinen der Brüder Sklarek kenne, da er niemal» mit ihuen etwas zu tun gehabt habe, geschweige denn jemals mit ihnen Zech- gelage gefeiert habe. Im weiteren Verlauf der Erörterungen über dief« Gebrauchs- anweifungen kommt es zu einem Zwischenfall. Rechtsanwatt Dr. Frey erklärt: Ich stehe nicht an. hier in öffentlicher verhaudluug zu sagen. daß Dr. Altstaedt durch den Zeitungsartikel, der über das Ealmette-Versahren in der Lübecker Presse veröffentlicht wurde. die Elteruschast getäuscht hat. und zwar dadurch, daß er in diesem Artikel sagte, es handle sich um unschädlich« Bazillen, die im Magen und Darm verarbeitet würden. Wenn das ein Mediziner in seiner amtlichen Eigenschaft tut, so sei das eine Täuschung. Dr. Altstaedt wird dann in ein äußerst scharfes Kreuzverhör durch die Nebenkläger genommen, die erfahren wollen, was Dr. Altstaedt den Hebammen über das Mittel gesagt hat. Dr. Altstaedt erklärte, daß er in der Hebammenversamm» lung seiner Meinung nach eine genaue Aufklärung gegeben habe. Er habe gesagt, es handle sich bei dem BEG. um lebende Bazillen, die abgeschwächt worden seien, und er habe das Prä- parat sogar mit der Pockenschutzimpfung oerglichen. Die Hebammen seien von ihm angewiesen worden, die Elternschaft aufzuklären. Er habe allerdings nicht besonders betont, daß sie in jedem Falle den Ellern sogen müßten, es handle sich um einen Impfstoff. Die„Freie Sozialistische Hochschule" veranstaltet am 14. N o» vember, dem 100 Todestage Hegels, um 1914 Uhr, im Plenar» saal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Straße 3, einen Bor- tragsabend, in dem Professor Dr. S. Marck- Breslau über das Thema„Hegel und der wissenschaftliche Sozialis» m u s" sprechen wird. Alle interessierten Genossen und Genossinnen seien aus diese Veranstaltung besonders aufmerksam gemacht. Frauenmörder verhastet. In der Wohnung der Freundin ermittelt. Der Kriminalpolizei ist e» schnell gelungen, den 21 Zahre alten Kurl T h i e m e. der vor zwei Tagen seine Tante, die bOjährige Berta Schimmelpsenn ig. in ihrer Wohnung in der Stephanstrahe 19 erdrosselte und beraubte, festzunehmen. Th. wurde gestern nachmittag in der Wohnung seiner Freundin in der Stein- mehstraße S4 überraschend verhaftet. Entgegen der ersten Annahme, daß der Täter in die Provinz geflüchtet sei, wurde am Mittwoch festgestellt, daß sich Th. noch in Berlin verborgen halten müsse. In der Nacht zum Donnerstag wurde eine große Fahndungsaktton eingeleitet. Dabei wurde er- mittelt, daß ein gewisser Thiemek, der in der P a l l a s st r a ß e zur Untermiete wohnte, mit dem Gesuchten eine auffallende Aehn- lichkeit besitze. Als Kriminalbeamte in der Pallesstraße eintrafen, war der Untermieter nicht anwesend, er war in der Nacht über- Haupt nicht nach Hause gekommen. Die weiteren Nachforschungen ergaben dann, daß sich der angebliche Thiemek nachts öfter in der Wohnung seiner Freundin in der Steinmetzstraße aufhalte. Als die Beamten in die Wohnung des Mädchens eindrangen, fanden sie Thiemek, der sich schnell als der gesuchte Thieme entpuppte, in der Küche vor, wo er gerade einen Brief schrieb. Der Täter war so überrascht, daß er nicht an Widerstand dachte und den Mord auch sofort zugab. Der jugendliche Mörder war am 30. Oktober aus der Wohnung seiner Eltern plötzlich verschwunden und hatte die gesamten Ersparnisse der Leute mitgenommen. Nachdem er das Geld in vier Tagen in leichtsinniger Gesellschaft verjubelt und nichts mehr hatte, kam er auf den Gedanken, seine Tante zu be- rauben. Vorsätzliche Mordabsicht bestreitet er natürlich. In der Pallasstraße hatte er sich bereits einige Tage vor der Mordtat unter dem falschen Namen eingemietet. Kassenräuber in der Prenzlauer Allee. Mit vorgehaltenen Pistolen 200 M. erbeutet. Trotz der stärkeren polizeilichen Ueberwachung der Straßen, namentlich in den Abendstunden, ist es gestern wieder einigen jungen Burschen gelungen, im Nordosten der Stadt unter Massen- anwendung die Ladenkasie eines Lebensmittelgeschäftes zu plündern. Kurz vor Geschäftsschluß stürmten vier junge Leute in die Butterfiliale der Firma Hoffmann in dcr Prenz- lauer Allee 2 4. Drei von ihnen hatten Pistolen in den Händen. Das Verkaufspersonal und einige Kunden, die gerade anwesend waren, wurden durch die drohend auf sie gerichteten Pistolen so eingeschüchtert, daß niemand Widerstand wagte. Einer der Täter ging dann auf die Kasse zu, riß die Schublade auf und raubte etwas über 200 Mark. Mit der Beute flüchtete die Bande und entkam. Als das alarmierte Uebcrfallkommando einttaf, war von den jugendlichen Räubern keine Spur mehr zu entdecken. Großfeuer in Charloitenburg. Zwei Menschen ans Lebensgefahr gerettet. Bei einem Großfeuer, das gestern nachmittag nahezu den ge- samten Dachstuhl des Hauses Schiller st rahe 2 in Charlotten- bürg vernichtete, gerieten zwei Menschen, die sich in einem Künsller» atelier befanden, in schwerste Lebensgefahr. Im Dachgeschoß des Wohnhauses befinden sich mehrer« Maleratelier». U. a. ist dort auch das Maleratelier Herwig untergebracht. Kurz vor 1k Uhr brach im Dachstuhl an» noch unbekannter Ursache Feuer aus. Die Flammen griffen auf die Ateliers über. Als die alarmierte Feuer- wehr unter Leitung des Oberbranddirektors G e m p p mit fünf Zügen eintraf, ertönten aus einem Dachfenster laute Hilferufe. Es waren der Schriftsteller Bruno Reimann und sein Sohn Fritz, die bei der Arbeit vom Feuer überrascht worden waren. Die Flammen hatten den beiden Männern den Rückweg ins Freie ab- geschnitten. Beide wurden sofort gerettet. Di« Ateliers sind zum größten Teil vernichtet. Bei den Löscharbeiten erlitt der Oberfeuer- wehrmann Ben st er schwere Schnittvertetzungea. Kurchibare Explosion in Siebenbürgen. Ganze Familie zerriffen.- Haus in die Lust geflogen. Bukarest, 12. Rovember(Eigenbericht) Zu der Siebenbürgcr Gemeinde Rischka halte ein kommunistischer Bergarbeiter in einem Ofen vier gestohlene Dyna- mitpalronen versteckt. Als die Frau des Arbeiters in dem Ofen Feuer machte, ohne von den versteckten Dynamitpatronen zu wissen, kam es zu einer furchtbaren Explosion. Das haus flog iu die Luft: die vierköpfige Familie wurde buchstäblich zerrissen. Der leichtsinnige Arbeiter, der Selbstmord versuchte, als er von der Kala- strophe erfuhr, wurde verhaftet. Gertrud Urenzel bleibt den Elter» fern. Die Beschwerde der Frau Frenze! gegen den Be» schluß des Amtsgerichts Potsdam, durch dem ihr und ihrem Manne, dem ehemaligen Bezirksschornsteinfegermeister Arthur Frenze!, die Sorg« für ihre Tochter Gertrud entzogen worden ist, wurde durch Beschlutz des Landgerichts Potsdam zurückgewiesen. vortrag»abe>ld be««epublilanische» Reichs fmade«. Hebet„Ctausewitz und wir- spricht Universitiitsprofessor Dr. Martin H o b a h m bei dem Vortrags. abend der Ortsgruppe Berlin des Deutschen Republikanischen Rei6)sbnndes am Freitag, dem 1Z. November, 20 Uhr, im Saal des Demokratischen Klub» Hause», Viktoriastr. 24(nahe der Potsdamer Brücke). Eintritt frei. e» Herz, siarke Nerven, ruhiser, tiefer Schlaf..• das sind Glüdcsgütcr, die man erst zu schätzen weist, wenn man sie nicht oder nicht mehr hat Das Coffein im Bohnenkaffee ist bekanntlidi ein Hers» und Ncrvenreizmittel. das bei Mißbrauch Schaden an. richten kann. Trotzdem kann heut« jeder feinsten Bohner.kaffe« ge» niesten, der völlig unschädlich ist: den weltbekannten Kaffee Hag. Für Kranke und Gesunde nichts Besseres eis der bewährt« eoffeinfreie Hag. Aber der echte Kaffee Hag must es sein. In jedem Paket liegt ein Cutschein für Kalk« Hag odsr Hag-PorzaDilW Gäbels Autofahrten Was Sklareks alles bezahlten Aus Staub wird Gold. ProvisSöHsreisende in Lumpen.- Tausendmarhsdieine werden eingesfampSL Die deutsche papiererzeugende Industrie ist durch den Verlust waldreicher Provinzen zu verstärkter Einsuhr von Rohstossen gc- zwungen So kommt der Altpapicrverwertung mit ihrer billigsten Rohstossversorgung erhöhte Bedeutung zu. Berlin ist in der Ziachkriegszeit zu dem größten Altpapierzentrum Europas geworden. In einer Zeit) in der die Produktion gedrosselt wird, weil die Läger überfüllt sind und die in Frage stehenden Käufer kein Geld haben, Armeen von Arbeitern sich kaum kleiden und nähren können, ragen wie eine Insel aus dem Meer Industrien aus dem Wirtschaft- lichen Chaos hervor, deren systematische Organisation den Anschein des Sinnvollen in der kapitalistischen Wirtschast erwecken. Es ist dn bestechender Vorgang, wenn Panzerplatten abgewrackter Kriegs- schiffe, ausgediente Lokomotiven und unmodern gewordene Ma- schinen in den Gießereien zu Brei geschmolzen werden. In der P a p i e r i n d u st r i e ist der Vorgang ähnlich. Hier wachsen aus eingestampften Kontobüchern neue Karteien heraus. Zirka 30 Pro;. Altpapier wird bei der Papierbereitung als Rohstoff verwendet. Augenblicklich gewinnt der Altproduktenhandel, wie stets m Zeiten der Not, für die breit« Masse der Bevölkerung, die mit jedem Pfennig rechnen muh, an Bedeutung. Und der Verkauf von Papier und Lumpen bringt nur Pfennige. Der Klein- bändler zahlt heute für das Pfund Altpapier U Pfennig, für ein Kilo Pfennig. Für einen Zentner Altpapier bekommt man also ben jammervollen Preis von 25 Pfennig. Welche Gedanken macht sich die Hausfrau darüber, was der Lumpensammler mit der Zeiwngsmakulawr anfängt? Einwickelpapier für den Krämer oder für die Marktfrau? Die gesteigerten hygienischen Anforderungen verbieten das schon von selbst. Der allergrößte Prozentsatz des Alt- papiers geht auf dem Umweg über die Lumpensammler in die Papiermühlen. Provisionsreifende auf Lumpen. Eine fein verzweigte Organisation der Aufkäufer beherrscht den Berliner Markt. Die Händler, die sich durch den bekannten Ruf: „Lumpen, Flaschen, Papier" auf den Höfen und in den Straßen bemerkbar machen, sind„Provisionsreisende in Lum- p e n". Unternehmer stellen ihnen Karren, Waage und Sack und zahlen sür die gesammelten Produkte eine Provision. Je höher die soziale Stufenleiter erklettert wird, desto vereinfachter ist das Sammeloerfahren. Man spezialisiert sich. Es gibt Spezialisten für Lumpen, Flaschen, Metall und Papier. Fast in allen Stadtteilen gibt es Keller, in denen Altprodukte angekauft werden. Zwischen meterhohen Ballen, die 3 bis 4 Zentner wiegen, stehen im Halb- dunkel patriarchalische Gestalten und sortieren die Altprodukte fein säuberlich. Im Norden Berlins ist eine der größten Papierverwertungs- anstalten des Kontinents. In den ausgedehnten Anlagen der Firma Schimek werden täglich mit einer Belegschaft von 250 Mann 150 bis 200 Tonnen Altpapier verarbeitet. 25 Gespanns bringen die schweren Lasten aus allen Stadtteilen heran. Mecha- Nische Entladungsvorrichtungen befördern die Säcke und Ballen auf den Boden des Fabrikgebäudes. Hunderte von Frauen breiten über Drahtgittern Papierspäne aus und sortieren sie nach zahlreichen Gesichtspunkten. Mühsam ist die Arbeit. Fein- und Mittelfeinpapier, Druck- und Tapetenpapier muß nach Farbe und Stärke getrennt werden. Allein 29 Rohstofsarten werden unterschieden. Das erfordert ein geschultes Personal, denn unachtsame Auslese macht sich bei der Papierbereitung außerordentlich unangenehm de- merkbar. Als man Ende des vorigen Jahrhunderts dazu überging, Altpapier einzustampfen, weigerte sich die Papierindustrie, nament- lich die Fein- und Mittelpapierindustrie, Altpapier zu verwenden, da es außerordentlich schwer ist, Altpapier maschinenfertig zu sor- tieren. Es mußte deshalb ein Stab von geschulten Sortiererinnen geschaffen werden, um allen Ansprüchen gerecht zu werden. Trotz aller erdenklichen Vereinfachungen ist die Handarbeit vorherrschend. Laufende Drahtbänder dienen dazu, das Altpapier von Fremd- körpern(Kirschkernen, Zigarettenstummeln, Bindfäden) zu reinigen. Spezialpresien formen die gewonnenen Rohstoffe zu quadratischen Blöcken. Durch Rutschen fallen die Ballen in die Lagerkeller und werden dort oersandfertig gemacht. Wertvolles Altpapier wird mit Sackleinen und Tüchern umhüllt, damit keine Nässe eindringen kann. Die größten Schwierigkeiten traten anfangs in der Wiederverwen- dung bedruckten Papiers, besonders der Zeitungsmakulatur, auf. Die chemischen Erfinder haben auch diese Hindernisse beseitigt. Die Druckerschwärze wird mit chemischen Mitteln aus dem Papier her- ausgezogen. Allerdings ist dieser Prozeh nur einmal möglich, da das weiße Papier bei diesem Umwandlungsprozeß eine graue Färbung annimmt. Millionen werden zu Glaub. Da» vor einem halben Jahrhundert noch verachtet« 2lbfall- Produkt wird in Tausenden von Tonnen der Wirtschaft wieder zugeführt. Selbst die Notenbanken, die regelmäßig unbrauch- bar gewordene, schlechte, abgegriffene Geldscheine ausrangieren, setzen die Papierverwertungsindustrie in Nahrung. Unkenntlich- machung von Wertpapieren und Geheimakten ist an der Grenze der Vervollkommnung angelangt. Di« Geldscheine werden zu Papier- staub gemahlen. Jeder Mißbrauch wird ausgeschlossen. Als man noch die Banknoten durch Verbrennen beseitigte, war diese Methode nicht nur sehr kostspielig, sondern auch mit dem Risiko verbunden. da nicht alle Scheine völlig verzehrt wurden. Die Reichsbank, die laufend Noten außer Kurs setzt, nimmt die Unkenntlichmachung selbst vor und verkauft den verhältnismäßig teuren Papierstaub. Ikazi-provokaiionen in Trepiow. Hakenkreuzler beherrschen bereits die Straße. Man schreibt uns: Seit dem Bestehen einer SA.-Kaserne in der Lohmühlenstrahe in Treptow oergeht jetzt kein Tag, ohne daß die Nationalsozialisten versuchen, die arbeitende republikanische Beoö.lke- rung Treptows zu provozieren. Bei Eintritt der Dunkelheit sieht man die Hakenkreuzhelden die Straßen unsicher machen. Sperrketten über die ganze Straßenfront werden gebildet und jeder, der versucht, an die Horden vorbeizukommen, muß sich erst eine Kontrolle gefallen lasten, ob er nicht Mitglied des Reichsbanners oder einer sozialistischen Organisation sein könnte. Haben die Nazis dann jemand erkannt, der als Republikaner oer- dächtig erscheint, so kann der betreffende damit rechnen, daß er be- schimpft, gestoßen und geschlagen wird, wenn ihm nichts Schlimmeres geschieht. Vor längerer Zeit hatten die Nazis, schon einmal die Schaufenster der Vorwärtsbuchhandlung in der Graetzstraße zertrümmert. Da man mit einem Attentat noch nicht genug hatte, versuchten am Montag diese Horden einen er- neuten Angriff auf die Buchhandlung, sie vermuteten, daß alles zur Massenkundgebung der Sozialdemokratie im Sportpalast war, so daß sie ungehindert das Eigentum der Arbeiterschaft hätten zerstören können Gegen 19 Uhr zog eine Horde von 70 Mann aus der SA.-Kaserne durch die Graetzstraße, um Leute zu belästigen und dann den„Vorwärts" hochgehen zu lasten, wie sie sich aus- drückten. In der Nähe befanden sich zufällig nur vier Reichs- bannerleute, die sich sofort zum Schutz des Ladens zur Verfügung stellten. Die Nazis tobten und lärmten, schlugen gegen die Scheiben und versuchten, ihren Plan auszuführen. Nur das auf Anruf er- schienen« Ueberfallkommando konnte da» schlimmste in letzter Minute verhindern- Die Provokateure wurden dem Polizeipräsidium zu- geführt. Eine dankbare Aufgabe der Polizei wäre es, die SA.- Kaserne mehr denn I« zu beobachten und auch zu kontrollieren. Kalscheid auch mal billig. Leichte Geldstrafe für früheren pinffch-Oirektor. Der Direktor Adolf Zillich stand jahrzehntelang dem Glühlampenwerk Pintsch in Fürstenwalde als Direktor vor. In den letzten Jahren war der Buchhalter Paul Lehmann seine rechte jfrnd. Im Februar 1929 kam man im Glühlampenwerk größeren Unterschlagungen auf die Spur und es wurde deshalb merkwürdigerweise Lehmann der Prozeß gemocht. Hauptbelastungszeuge war der Direktor Zillich. Die verschiedenen Verhandlungen ergaben nun, daß im Glüh- lampenwert nicht unerhebliche Gelder dafür verwandt wurden, der Konkurrenz tüchtig« Kräfte abspenstig zu machen und deren Kennl- niste für die Firma Pintsch auszunutzen. Direktor Zillich mußte sich nachsagen lasten, daß er verschiedentlich die Erfindungen und Ver- besserungen dieser Kräfte der Generoldirektion gegenüber als seine eigenen ausgegeben hat. Vertrauter des Direktors und der Mann, der dafür auch die Geldmittel flüssig machen und entsprechend ver- buchen mußte, war aber Lehmann, der im Prozeß behauptete, daß er keine Gelder unterschlagen, sondern für die erwähnten Zwecke auf Anordnung des Direktors Zillich verbraucht habe. Wegen der Unterschlagung läuft das Verfahren noch, wegen der Urkunden- fälschung erfolgte Freispruch Lehmanns. Im letzten Termin halte Zillich auf den Vorwurf, daß er bei seinem glänzenden Einkommen— 80 000 bis 100 000 M. pro Jahr— seilen Sohn wegen einer kleinen Zechschuld den Offenbarungseid leisten ließ, unter Eid erklärt, daß das Geld längst bezahlt gewesen sei und er nur erzieherisch auf seinen Sohn einwirken wollte. Verschiedene Zeugen bekunden nun, daß Zillich betont habe, daß die Schuld bereits vor Ableistung des Offenbarungseides beglichen war. Aus den in Frage kommenden Akten geht jedoch hervor, daß Z. junior im Februar 1929 den Offenbarungseid geleistet hat, die Schuld aber erst im April bezahlt wurde. Zillich kann sich an nichts mehr erinnern. Nach längerer VerhaMung verurteilt das Gericht Zillich wegen fahrlässigen Falscheides zu 70 M. Geldstrafe an Stelle einer Woche Gefängnis. Orkan über dem Kanal. Die Meere in Aufruhr.— Lleberall Schiffe in Seenot. London, 12. November. Die Stürme über dem Kanal dauern fort und richteten in der Nacht zum Mittwoch weitere große Schäden an der Süd- küfte Englands an. In den frühen Morgenstunden raste ein Orkan über den Kanal. Haushohe Wogen brachen über die am Strand gelegenen Häuser in Sandgate und Hastings, so daß die Bepohner teilweise ihre Häuser verlassen mußten. In Ports- m o u t h stand das Wasser in den Straßen teilweise bis einen Meter hoch. In P a t h a n wurden die Türen vieler Häuser von den Wogen weggerissen, so daß die Bewohner flüchten mußten. In S t. M a r y s aus den Scilly-Inseln wurde der Hafendamm von den Fluten durchbrochen. Der Dampferverkehr mußte ein- gestellt werden. Bei Newhaven erlitt ein Fischdampfer Schifsbruch. Die Besatzung konnte gerettet werden. Stadtverordneter als Nazi-Häuptling. Großer LandfrieSensbruchsprozeß in Oranienburg. 3n Oranienburg bei Berlin saßen gestern im größte« Saal der Skadt 55 Tlationalsozialisten auf noldürstig he*. gerichteten Anklagebänken: sie halten sich wegen Landsriedensbruchs zu verantworten. Am 24. September d. I. waren, damit„endlich mal mst den Kommunisten aufgeräumt wurde", rund 250 SA.- Leute mit Schlagringen und Knütteln, mit Latten und Stahlruten bewaffnet, vor dem kommunistischen Verkehrslokal erschienen. Angeblich hatten sie diese sonderbare Ausrüstung aus dem Jahr- markt gekauft, der gerade in Oranienburg stattfand. Vor dem Kommunistenlokal freilich kam es zu einer Revolverfchießerei. Die einen sagen, es waren die Nationalsozialisten, die anderen erklären. es waren die Kommunisten, die geschossen haben. Interessant ist die Rolle des Oranienburger Stadtverordneten Fuchs, der die national- sozialistische Ortsgruppe von Oranienburg leitet und beschuldigt wird, der Rädelsführer zu sein. Seine Parteigenossen nehmen ihn natürlich in Schutz: der wackere Stadtverordnete, der nach der Ueberzeuguno der Polizeibeamten das Kommando„Feuer" selbst gegeben haben soll, will nur dabei gewesen sein, um Ruhe und Ordnung zu stiften und seine Leute vor Unbesonnenheiten zu bewahren. Die SA.-Leute sind natürlich nur zufällig am Tatort gewesen, einmal, weil sie sich auf einem Spazier- weg, zum anderen Mal, weil sie sich aus dem Heimweg befanden. Stöcke und andere Gegenstände hätten sie nur bei sich getragen, weil sie sich gegen kommunistische Drohungen schützen müßten Für den Prozeß sind rund 14 Tage vorgesehen Freitag und Sonnabend werden die Angeklagten vernommen, am Montag beginnt die Beweisaufnahm«, die interessante Ergebnisse haben kann. Verhängnisvoller Irrtum eines Arztes. Drei Geisteskranke durch Morphiumeinspritzung getötet. Wien, 12. November.(Eigenbericht.) Im Krankenhaus von Neutra(Tschechoslowakei).wurden drs! Geistesgestörte die Opfer einer verhängnisvollen Verwechslung von Arzneimitteln. Den Kranken waren während eines Tobsuchtsanfalls von dem dienschabenden Arzt Injektionen verabreicht worden. Am nächsten Morgen fand man alle drei tot auf. Die Untersuchung ergab, daß die Jnjektionsslüsstgkeit aus einer Morphium- l ö s u n g bestand, die in der verabreichten Dosis unbedingt tödlich wirken mußte. Jahre Gefängnis für Vankier Securius. Das Schöffengericht Berlin-Mitte verurteilte den Bankier S e c u r i u s wegen Verbrechens und Vergehens gegen das Depotgesetz nach Antrag des Staatsanwalts zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis. Securius, der sich elf Mo- nate und eine Woche in Untersuchungshaft befindet, nahm die Strafe an, so daß das Urteil rechtskräftig wurde. Nach Verbüßung von weiteren drei Wochen der Strafe soll Bankier Securius für die letzten sechs Monate Bewährungsjrist erhallen. Securius hatte nach größeren Verlusten im Jahre 1923 kurz nach der Währungs- stabilifation Käufe und Verkäufe ohn« Aufträge vorgenommen und Kundenpapiere beleihen lassen. Die Unterschlagungen beiiefen sich auf rund 200 000 Mark. Revision Im Hansmann-Prozeß. Wie die Justizprestestell« aus Düsseldorf mitteilt, ist in dem Prozeß des Landrats Hansmanu gegen Dr Kifevius von der Staatsanwaltschaft vorsorglich Revision eingelegt worden. erhielt auf der Internationalen Hygiene-Aus- Stellung Dresden 1931 die höchste Auszekhnun' dls golden« Medaille! So kunstgerecht, den anatomischen Gesetzen an- gepasst, steht das Fusssertlst im MEDICUS- Schuht Eine Notwendigkeit für Knick-, Senk- und Ballen- füsse- eine Wohltat für den gesunden Fussl Oamen Die Vorzüge: I Ooppeiseltlge Gelenkstütze 4. Stahlgelenk 2. Ausgearbeiteter Ballen 6. Spezlalformen für alle Arten 3. Filzbrandsohle Einlagen MEDICUS-Schuhe jetzt auch für Kinder Matufchka gegen WienerArbeiterzeiiung Er will parteilos seia. Mea, 12. November. Matuschka, der Effenbohiwevbrecher von Jüterbog und Bio Torbagy, hatte aus dem Gefängnis heraus von der„Arbeiter- zeitung" eine Berichtigung oerlangt. In einem Artikel des Blattes hieß es, Matuschta sei kein Kominunist, sondern Weiß- gardist, was Matuschka dahin zu berichtigen wünschte, daß er keiner Partei angehöre. Da das Blatt die Berichtigung nicht aufnahm, verklagt« Matuschka die„Arbeiterzeitimg". Sie wurde heute verurteilt, der Berichtigung stattzugeben. Beschimpfung der Republik« 50 Mark. Ein Oberpostsekretär vom Berliner Postamt 77 hatte wäh- rend des Dienste» die Republik als„Judenstaat", die Reichs- färben mit..Schwarzrotmostrich" beschimpft, die Reichsregierung beleidigt und für die nationalsozialistisch« Press«— trotz Verwarnung— Propaganda gemacht. Auf den Antrag der Republi- kanischen Beschwerdestelle Berlin, welche für dieses Verfahren über 100 Beamte als Zeugen benannte, da der Beamte die Be> schimpfungen abstritt, wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, in welchem nunmehr der schuldige Beamte durch Urteil der Reichs- difziplinarkammer Berlin II mit„Strafversetzung und 50 M. Geldbuße" bestraft worden ist. Das Martyrium eines unehelichen Mädchens. Wegen grausamer Kindesmihhandlung verurteilte das Pots- damer Schöffengericht den 31jährigen Gutsarbeiter Josef Jersch aus Schmerwitz bei Belzig zu sechs Monaten Gefängnis und dessen Ehefrau Josepha zu einem Jahr Gefängnis. Die entmenschte Mutter hatte in die Ehe eine fünfjährige uneheliche Tochter mitgebracht. die den Eheleuten verhaßt wurde, als zwei Kinder der Ehe ent- sprossen. Das kleine Mädchen wurde von den Angeklagten mit Lederriemen, Besenstiel und Stöcken furchtbar mißhandelt Die Mutter hatte es einmal so lange gegen das eiserne Bettgestell ge» schlagen, bis das arme Kind blutend zusammenbrach. Ein nettes Früchtchen. Am 3. August dieses Jahres hatte der Bäckerlehrling Heinz W a ch s m u t h Anzeige erstattet, daß er im Tiergarten von Kommuni st en überfallen und mit Messern ge- stachen worden sei. Wachsmuth hat jetzt zugegeben, daß er die Anzeige erdichtet hat. um bei der Nationalsozialistischen Partei ausgenommen zu werden. Wachsmuth hat schon früher der Hitler-Jugend angehört, aus der er auf Veranlassung seines Meisters ausscheiden mußte. Gegen Wachsmuth ist ein Strafverfahren wegen wissentlich falscher Anzeige eingeleitet. Arbeilsgemeinschaften für Malen und Zeichnen. Das B« z i r k s- amtSchöneberg veranstaltet diese Arbeitsgemeinschaften abends von 8 Uhr ab in der Hohenzollernfchule(O.-R.), Belziger Str. 48/52, für Laien. Alle, die Freude an praktischer Kunstbetätigung haben, finden hier Rat, Anleitung und Förderung ibrer Fähigkeiten. Dienstags: Zeichnen und Aquarellieren: Donnerstags: Kopf- und Figurenzeichnen. Auskunft: Rheingau 810, Anschluß 42 vi»ie»doage>> sitr Viele RudrU ftnB JBitli«®9B<8. eiubeolttafte». Partemachrichten Groß-Berlin stet» mi da» Bezirtsseteetartat i. Hot. 2 Steppen recht»,»n richten Begiw» aller Veranstaltung«» 19� Uhr. fofetn keine besondere Zeitangabe! . Heute. Freitag, 13. November. I.«reis. Ii Uhr gnsammenluntt aller erwertrlosen chenrifinnen nst Oe- nagen im Jugendheim Waisenstr. IS. Vartraa. 9. Meie.«rbeiierb!liung»schnle. Der Nnrsu» Dr. Steiftig muh heute wegen Verhinderung de» Dozeuieu au»|alleu. Nächster Sursuaabeud Freitag, 20. Rovcmdee. 4. Kreis. 3n der Schule Danziger Str. 29 Kursus Soldsteiu:„Siufiihruug in den Marxismus", 2 Abende. M. Abt. Jiingerengruppe. 18 Uhr Sitzung der Vexirk«iugendv«rtreter im Pur- teibtlro, gdealpassaae. 12«. Abt. Die Bezlrlsssthrer haben sich am Freitag, dem 18. November, xmischen ISS. strotze. Bunter Abend. Abholung des Material» Jugendheim Rosinen. Sbertsicdlung. 2» Uhr Versammlung aller Mitglieder bei Rllllee, Scharuweber- st ratze 14. Sympathisierende willkommen. Referent: Sustau Bauer. Leiter der„Eintracht". Morgen. Sonnabend. 14. November. 78. Abt. MitgUedaroersammlung in der„Deutsche» Eiche", Sönigstratze. Sonntag. IS. November. «1.«dt. Fahrt nach Köpenick, Wendenschlatz(Straßenbahn). Treffpunkt S Uhr Hncmonnplatz Ecke Katfer-Feiedrich-Stratz». Vezirksausschuf; für Zlrbeilerwohlfahrt. 4. Kreta Prenxlaner Berg. Freitag, lZ. November, lllstz Uhr. im Bexirksamt Danziger Str.»>W>W und Eltern laden wir ein. Unkosten 10 und 20 Pf. Tegel: Heute, Freitag, lS)4 Uhr, Elternabend im Jugendheim Schöneberger Siratze. __________._____________ Pin H Kreuzberg: Kampf um Kitfch in der Falken können fllr die Nachmlttagsvorstr—„_ IS Uhr, dt« morgen, 18 Uhr, Karten im Vorverlauf gegen Barzahlung bei der '- Pen. Preis 60 Pf. :qetzi es nicht, der„Rote Kasper" ist heute bei den Neuköllner lluna 15U Uhr. 2. Vorstellung 17)4 Uhr. All« Ardeiierkinder : wir«in. Unkosten 10'""" Sterbetafel der Groß«Berliner Partei«Organisation 124.«dt. Unser lieber Genosse und Abteilungsleiter, Erich«aganz. Buch. Lindenhoffftr, 10, ist nach kurzem Leiden plötzlich verstorben. Wir werden ihm ein ehrende« Andenken bewahren. Einäscherung Montag, 16. November, 18 Uhr, im Krematorium Gerichtstratze. Wir bitten um recht rege Beteilig: Genossinnen und Genossen treffen sich zur gemeinsamen Abfahrt mit 4.04 Uhr vom Bahnhof Buch. Alle 1 SozialistischeArbetterjugendGroß-Verlin Einsendungen fllr diese Rubrik nur an da« Iugendsekrctariat Berlin SW 68. Lindenstratze 3 Streichorchester Srotz-Berlin, Gruppe Sedding: Probe 20 Uhr im Heim See. Ecke Turiner Straße. Der festgelegte Rednerkurfn, beginnt morgen, Sonnabend, pünktlich 19)4 Uhr, im Jugendheim SW. 68, Lindenstr. 4, v. I. Heute, Freitag. 19 H Uhr. Arkanaplatz: Eltsabethkirchstr. IS. Jugend und Gewerkschaft.— Gewerk' schafishau«: Köpenicker Str. 92. lO.Mtnuten.Referate.— Köllnischer Park: Waisenstr. 18. Heimabend.— Zentrum: Landsberger Str. 80. Erlebnisse von der Walze.— Hansa: Bochumer Sir. Sb. Geschichte der SPD. bi« 1014.— Moabit l: Waldenserstr. 20. Revotutionsfeter.— Moabit II: Lehrter Str. 18/19. Politische Staatssysteme.— Moabit III: Bremer Str. 79. KPD., SPD., NSDAP. — Sportpalast: Genthiner Str. 17. Falkenabend.— Arnimplatz: Sonnenburger Straße 29. Repolutionofeier.— Ar»«walder Plah I: Rastenburger Ste. 16. Da» neue Spanien.— Balkan: Mandelstr. 2. Einführung in den Soziali«. mu», 1. Teil.— Falkplatz II: Sonnenburger Str. 20. Soziale» Wandern.— Freienwalder Str. 6. Glatzbrenner-Adend.— Nordisten l: mnziger Str. 62, SB. 3. Da« Heidelberger Programm.— Prenzlauer Bvrstadtt Kastanienallee 82. Tagespolitik.— Andreaeplatz I: Brommystr. 1. Don Revo. lution zu Revolution.— Frankfurter Viertel: Frankfurter Alle« 807. Licht. bildet: Proletarier zu allen Feiten.— Pctersdurqer Viertel: Ebertystr. 12. Muflkabend.— Stralauer Viertel: Falkenabend in der Alten Taverne.— Warschauer Viertel: Litauer Str. 18. Da« Kommunistische Manifest.— War- schauer Viertel(R..F.): Litauer Str. 18. Sexuelle Fragen, 1. Teil.— Luise». stadt: Wassertorstr. 9. Ziele und Aufgaben der SAJ.— Friedenau: Offen. bacher Str. Sa. Di- SAJ., FGI. und 31953.—«chöneberg IV: Hauvtstr. 18. Probe.— Eharlottenbura: Rossnenstr. 4. Politische Monat-rundschau.— Eharlotteoburg-Sstd: Soethestr. 12. Arbeitegemeinfchaft.— Sankwitz: ffie- meindeschnle. Lchulstratze. Lichtbildervortrag.— Lichterselde: Albrechtstr. 14a. Tageopolitische Fragen.— Steglitz Ni Flemminpstr. 14b. Die Geschichte de« 9. November 1918.— Marlendors: Dvrfstr. 7 kAIte Schule). Tagespolitik.— Britz: Schul» Parchlmer Allee. Arbeitsgemeinschaft. Morgen Illngerenfabrt. 18 und 20 Ahr Bahnhof Neukölln.— Neukölln II: Steinmetzstr. 94. Arbeit«. aemeinfchaft,— NeuköNn III: Zi-thenstr. 88. Di« Spaltungen in der SPD.— «»«kölla IV, Kann«:. Strahl..«rdeitsaamrinschaN. Morgen' Bahnhof" NeukWn um 18 Uhr.— Neukölln V: Kaiser.Friedrkh.Str. 4. Arbiitsaemeinschaft.'— Neukölln Vl: Treptower Str: 28. Die Bedeutung der Gewerkschaften. 2. Teil. — Neukölln VTI; KMS. Au« dem Leben großer Kämpfer.— Reuköll» Vlll: RLtR-SchuI«.. Arh«it»g«meinfchaft.- Neukölln IX: Schierkestr. 44. Heimabend. — Neukölln XI: Flughafensir. 88. Kulturfragen.— Baumfchulenwe«: Ernst, Straße 8. Dortragsabend.— Köpenick II: Dahlwitzer Str. 18. Brettspielabend. — Friedrichsfelde: Lichtenberg. Gunterstr. 44. Revolution 1918.— Karlshorst, derg.Rordwest: Dossestr. 22. Mitgliederversammlung.— Nicderschöuhousen: Lindenstr. 47. Arbeitsgemeinschaft. Werdebezirk Tiergarten: Der Singekrel» übt 19)4 Uhr im Heim Lehrter Straße 18—19. Werdebezirk Seddins: Sonntag. 19)4 Uhr, Billdenowstr. 8. Lkchaikde« „Vom Kaukasus zum Gelben Meer". Referent: Curt BIging. Wcrdedeztrk Prenzlauer Berg: Sonntag, 19 Uhr, Mitaliederverfammlunq Danziger Str. 62. Genosse Suhr spricht llber:„Weltwirtschaftluhe Fragen". Heimaband» sallen au«. Vorträge, Vereine und Versammlungen Retchsbaaner„Schwarz Rot-Gold". SekchSttrikelle Berlin L l« Sebastianllr 87—8« Hot 2. Tr. Lichtenberg(Kameradschaft Trau-platz). Freitag, 18. November, 20 Uhr, Sitzung bei fietpke. Enellsti Conreriitlonal Club founded 1878. Meetings evenr friday 8 p. rru Cafd König, Leipziger Straße 117/118. Lecturer:|. Bulrnan Srn th M..' „Social Inheritance/ Ouests, Ladies and Oentlernen, are welcome." . A on. Allgemeine Wetterlage. 42. Nov. 4934, abds. «äV-- Qwolkefttoe.Q heiter. 9 halb bedeckt ® wolkig,•bedeckt'RegenAGraupeln inee»Metel, PGewiftec@WiitoHle Bei anhaltender Luftzufuhr vom Ozean hielt da» milde Wetter in Deutschland an. Die Temperaturen stiegen fast überall über 10 Grad vil Verschiedentlich wurden 13 Grad im Schatten erreicht. Dabei war das Wetter in Ost- und Süddeutschland meist heiter. Das nordwestliche Deutschland hatte meist bewölkten Himmel mit einzelner, Regenfällen, die bis zum Donnerstagabend das Gebiet zwischen Elbe und Oder erreicht hallen. Zur Zell steigt der Luft- druck über dem größten Teile Europas. Die Luftdruckgegensatze werden sich weller abschwächen und damll die Luftbewegung schwächer werden. Da die noch vorhandenen Störungen absterben, wird auch die Niederschlagsneigung aushören. * wetteraussichlea für Setliti: Teil« wolkig, teil» heiter, am Tage mild, gräßtenteil, trackKu.-". Zür Deutschland: Im Süden trocken und inerst Heitels im Nordwesten Wetterbesserung, im Nordosten meist wollig, strichweise noch etwa» Regen: am Tage allgemein mild. Primn»-Palast, Neukölln, Hermannplatz- Sonntag, 15. November, 11)4 Uhr. Konzert de« Berliner Sinfonieorchester« unter Leitung du Herr» Dr. Britz. mann. Solistin: Silli Eleu«, Sopran(Staatsoper Wien). B-rantwortlich fllr Politik: Vtetor Schiff: Wirtfchakt: ch. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: Dr. Zahn Schikoroski: Lokalu und Sonstige«: Fritz«arstädt: Anzeigen: Th.«lacke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts.Derlag S m h. S.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Berlagsgnstalt Paul Singer u. Co,. Berlin SB, 68, Lindenstratze 8. Hierzu 8 Beilagen. -KUW-Z-Zl MlM. �-7� 7�K°to6. 0�5 ••l-s ■"-Aoa � tsovi i d |................................ I Blumenfcom..........* nfW-O." ............................ I R-ioerten•—..pid.O.« > Vondsbg* B-,rr,en..... 3 pW. «eN i k o w' JJ-s-rgiiS | Rhein- S�eI,............... 1 Kröoter-P"n'............ 1.0« i Cre«n« HÜt'" R V KOÜ4* Koi�Jü�r�i Bohnen**................; Unsen-—................ öni,'dC-3 � .......... q---• ;| I I I I i 1111 IM 11£ '...............-__ r* •"■T-im ■*'« uno�B. v��ner:::::.....-pHddffi ....... � ii i O.oö _..„itie•••*" Hakenkreuz und Arbeiterinternationale. Oie Hitlerpartei bewirbt sich um die Sympathie der englischen Sozialisten. Hitler bemüht sicki. die herrschenden Klassen des Auslands über die„richtigen Ziele" der von ihm geführten Nationalsozialistischen Arbciter-Partei„authentisch" zu informieren und sie zu beruhigen, damit sie nicht glauben, daß die„antikapitalistische" Propaganda der Nationalsozialisten ernst zu nehmen sei. Gleichzeitig versuchen die Nazis, ihx arbeiterfeindliches Wesen in den Augen der Arbeiter- schast anderer Lander zu vertuschen, indem sie siclp als eine wirklich sozialistische und wirkliche Arbeiterpartei aufzuspielen bemühen. Diese doppelte Buchführung wirkt lächerlich, ober sie wird trotzdem betrieben. Eine Probe aufs Exempel ist ein Brief des Londoner Berichterstatters des„Völkischen Be- o b a ch t e r s" an das Organ der ultralinkcn Unabhängigen Ar- beiterpartei Englands„New L e a d e r", der dort am 30. Oktober abgedruckt ist: „Die kapitalistische Offensive in Deutsch- l a n d."„Ich habe in Ihrer Zeitschrift den Bericht ihres Berliner Korrespondenten, datiert vom 20. Oktober, über das obige Thema gelesen, aber ich behaupte, daß da- eine Irrefichrung ist. Was die„Hitlerianer" anbetrifft, so kann ich autoritativ ver- sichern, daß sie mit den Großindustriellen oder ihren sozialen und nolitiichen Zielen nicht verbündet sind; im Gegenteil setzt sich jedes Mitglied der Nationalsozialiften, das am Streikbruch teilnimmt, der Gefahr aus. aus der Partei herausgeschmissen zu werden. Die Nazis verbünden stch zeitweilig mit einigen Industriellen, die zum großen Teil in der sogenannten Deutschnationalen Partei oder kn der Volkspartei organisiert sind, mit dem einzigen Ziel, die Brüning-Diktatur zu brechen. Andererseits hat Brüning selbst mit Hilfe der Sozialdemokratischen Partei den sozialreaktionären Forderungen der Industriellen den Weg freigegeben, indem er den Lohn und die Arbeitslosenunterstützung senkte, um die Re- parationszahlungen auzubringen. Das Ziel der Nazis ist, den Lebensstandard der deutschen Arbeiter zu bessern durch die Eliminierung der augenblicklichen unheilvollen Welthandelskonkurrenz, durch die Befreiung Deutsch- lands von den politischen Schulden(Reparationen) und durch die Förderung des Bauernbesttzes, indem Siedlungsaktionen auf dem Land durchgeführt werden. Gez. Dr. H. W. Thost. (Londoner Korrespondent des„Völkischen Beobachter".) Das ist nach Harzburg die dreisteste Lüg«, die uns vorge- kommen ist. Die Partei, die auf Kosten der großindu- ltriellen Scharfmacher aufgezogen ist, wird als Partei der Arbeiter, als Schrittmacher des sozialen Fortschritts hingestellt, während die deutsche Sozialdemokratie als eine Helfershelferin des sozialreaktionären Unternehmertums hingestellt wird. Die Putsch- parte!, die Tag und Nacht von einer Diktatur schwärmt und sie auf verscbwörerischem Wege vorbereitet, wird als Bollwerk gegen die Arüniiig-Dittatur hingestellt, die von der arbeiterverräterischeu Sozialdemokratie unterstützt wird! Lüge? Gewiß— aber zugleich ein beredtes Zeichen dafür, daß die Hülerleute stch unt die Sympathien des internationalen Proletariats bemühen, dos sie in Deutschland als . marxistischen Mob" beschimpfen. Das haben vor chnen schon die viel geschickteren italienischen Faschisten versucht, aber ebenso wie ihnen wird es den Nazis nicht gelingen, die öffentliche Meinung tes Weltproletariots irrezuführen. Lederers Antrittsvorlesung. pro ejfor Lederer mit demonstrativem Beifall begrüßt. Gestern nachmittag hielt an der Berliner Universität Genosse Professor Lederer, der au» Heidelberg nach Berlin berufen norden ist, seine Antrittsvorlesung. Der Hörsaal erwies sich als viel zu klein, um olle erschienenen Studenten aufzunehmen. Weit über 500 Berliner Studierende begrüßten Lederer mit demonstrativem Beifall. Bekanntlich ist er gegen den Willen der philosophischen Fakultät der Berliner Universität vom Kultusminister Grimm« nach Berlin berufen worden. Lederer gab einen kurzen Ucberblick über die Entwicklung der notionalökonomischen Theorie. Die Vorlesung verlief völlig ruhig. Die Unnachgiebigkeit der Behörden beim Hallenser Universitätsstandal hat den Nazistudenten offenbar gezeigt. daß es unmöglich ist, linksstehende Professoren durch Radauszenen an der Ausübung ihres Lehramtes zu hindern. Der starke Beifall der anwesenden Hörer galt nicht nur Lederer. Er war zugleich der Dank der arbeitswilligen Studenten an das Kultusministerium für snne Berufung nach Berlin. Jetzt endlich hat die sozialistische Wirt- schastsauffassung einen Vertreter unter den Dozenten der größten deutschen Hochschul«. Damit ist der unmögliche Zustand beendet, daß die Studentenschast lediglich von reaktionären oder liberalen Nationalökonomcn alier Schule ihr Wiste» beziehen muß. Watter Victor verurteilt. Ein Llrteit gegen die freie Kritik. Zwickau, 12. November.(Eigenbericht.) In dem Gotteslästerungsprozeß gsg-n den verant- wörtlichen Re-dakteur des Zwickauer„Volksblatt". W a l t h« r B i c- t o r. erkannte das Gericht am Donnerstag wegen Beschimpfung kirchlicher Einrichtungen aufzweiWochenGefängnis. Der Sachverständige Professor August Messer- Gießen hielt in längeren Ausführungen den Gedanken, daß ln der scaglichen Satire, Zwischen zwei Halunken" eine Gotteslästerung ent- halten sei, für absurd und verteidizte die Ausfastung des angeklagten Redakteurs� daß hier lediglich ein- straflose Satire gegen den Straf- vollzug vorhanden sei. Di- von der Staatsanwaltschaft beigebrachten Zeugen, die das notwendige Aergernis an der Satire genommen haben sollten, versagten in bezug aus die Gotteslästerung. Nach diesem Ergebnis der BeweiKautnohme konnte das Gericht dos Urteil wegen Gotteslästerung nicht aufrecht erhalten. Es hob dos auf vier Monate Gefängnis lautende Urteil auf. Dieser Rückzug des Gerichts kann nicht verbergen, daß auch hier wiederum ein gegen�dic Freiheit der Presse und der Kritik gerichtetes Urteil vorliegt: Trauerfeier für Lübbring. Dortmund. 12. November.(Eigenbericht.) Unter außerordentlicher Anteilnahme der Bevölkerung fand am Donnerstag auf dem Dortmunder Zentrolfriedhof die Trauer- f e i e r für den verstorbenen Polizeipräsidenten Josef L ü b b r i n g statt. Etwa 4000 Personen, Vertreter der Behörden, der Polizei, das Reichsbanner und Vertreter der Sozialdemokratie folgten seinem Sarge. Tausend« hörten aus dem Friedhof die durch Lautsprecher übertragene Trauerfeier. Horlhy ehrt hindenburg. Am 16. November werden drei im- gorische Offiziere im Auftrog Horthys dem deutschen Reichspräsidenten die„Inhaberschaft" eines Honoedregiments antragen. Bisher gibt es nur einen solchen Ehren-Oberst: den König von Italien, gegen dessen Truppen unzählige ungarische Soldaten gefallen find. Kapitalistischer Wirischastssegen. r/VV/V/X/V� 3n Brasilien heizt man jetzt mit dem unverkäuflichen Kaffee. Es sollen sogar ans Kaffeebohnen reguläre Briketts hergestellt werden. Infolgedessen wird man in Deutschland nun wohl Kaffee aus Briketts mahlen! Deutschland— Frankreich. Beginn der Wirischastöverhandlungen. ' Heute tritt in Paris die deutsch-französische Wirt- s ch a s t s k o in m i s s i o n zu ihrer ersten Beratung zusammen. Diese Kommission wurde bekanntlich gebildet in Verfolg der direkten Besprechungen, die zwischen dem französischen Ministerpräsidenten L a v a l und dem deutschen Reichskanzler Dr. Brüning in Paris und in Berlin stattgefunden haben. Die Kommission, die unter der verantwortlichen Leitung der beiden Regierungen steht, hat ein sehr weites, und man kann wohl auch sagen, sehr fruchtbares Feld zu beackern. Die deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen sind sehr ausgedehnt und vielgestaltig. Als Nachbarländer, deren Wirtschaft- liche Grundlagen einander ergänzen, gibt es ungeheuer viel Möglichkeiten, um das Zusammenarbeiten der beiden Länder enger zu knüpfen. Zu diesen natürlichen Bedingungen gesellen sich noch die Reparationsfrage und die Wirtschaftskrise, die beide ein engeres Zusammenarbeiten erfordern. Soweit die Reparationsfraze die Wirtschaftsbeziehungen be- rührt, kann es sich in diesem Rahmen nur darum handeln, die Sachlicfcrungen so zu gestalten und zu organisieren, daß sie der deutschen Wirtschast Beschäftigungsmöglichkesten in größerem Umfange geben, ohne den inneren Markt Frankreichs zu überlasten. Es ist in diesem Zusammenhange auf französischer Teste besonders von der Erschließung der Kolonien gesprochen worden, wo deutsche Unternehmungen und deutsch« Qualitätsarbeit«in größeres Betätigungsfeld finden tonnten. Bei der Frage der Zusammenarbeit der Indu- striellen Deutschlands und Frankreichs wird es unbedingt nötig sein, die staatliche Kontrolle und auch die Kontrolle der Arbeiter- schait einzuschalten, denn sonst könnte es sehr leicht kommen, daß diese Zusammenarbeit sich gegen die Konsumenten richtet und vor allem die Hochhaltung der Preise zum Gegenstand hat. Diese Gefahr birgt heute' jede internationale wirtschaftliche Zu- sammenarbeit, wie ja die Geschichte der internationalen Kartelle und Truste lehrt. Ein besonderes Problem ist die Frage der Zusammenarbeit zwischen deutscher Kohle und französischem Eisen- erz. Hier ist viel gutzumachen, was in den Nachkriegsjahren ver- darben wurde. Auch arbeitsmarktpolitisch könnte sich eine deutsch-französische Zusammenarbeit sehr günstig auswirken. Be- kannllich leidet Frankreich an einem Mangel an Arbeitskräften. Dieser Mangel macht sich besonders stark geltend in den Industrie- bezirken Ostfrankreichs. Zehntaufende deutsche Arbeiter der west- lichen Bezirke könnten dort Beschäftigung finden, ohne ihren Wohn- .sitz aufzugeben. Welches auch die Ergebnisse der Beratungen der deutsch- französischen Wstlschaftstommisston sein werden, es liegt auf de? Hand, daß die Zusammenarbeit nur eine friedliche sein kann und somit als Voraussetzung und als Ziel den Frieden hat. Und mau kann wohl auch sagen, daß der Frieden um so stärker begründet' sein wird, je enger und vielgestaltiger die deutsch-französische Zusammenarbeit ist. Bayern weist pfrimer aus. Oer Putschist als lästiger Ausländer. München. 12. November.(Eigenbericht.) Ter flüchtige Hcimwchrputschist Tr. Pfrittur hat München und Bayern verlassen, um-über die Schweiz und Italien«ach Jugoslawien zu reisen. Die Münchener Polizei hat ihn alel lä st igen Ausländer trnfge- fordert. Bayern so rasch wie möglich z» verlassen. Macdonald unter(Schuhzöllnerdruck. Churchill fordert sofortige Maßnahmen. London, 12. November(Eigenbericht). Mocdonald beginnt berests die Last der konservativen Mehrheit zu spüren. Nicht nur im Unterhaus, auch in der Re- gierung selbst entfalten die Schu tzzöllner eine reg« Tätigkeit, um Macdonald zu schnellem Handeln in ihrem Sinne zu treiben. In der Frag« des Zollschutzes ist es dem Führer der nationalen Regierung bisher möglich gewesen, sich allem Drängen durch den Hinweis auf die noch schwebende Untersuchung über diesen Punkt zu entziehen. In der Frag« der unmittelbar zu ergreisenden Einfuhrbeschränkung jedoch, die dem angeblich gewaltsam wachsenden Dumping ausländischer Waren begegnen soll, ist seine Lag« bedeu- tcnd schwieriger. Die neuerdings vcröfsentlichten Zahlen über den englischen Außenhandel im Monat Oktober werden von den Schutz- Zöllnern Englands in skrupelloser Weise ausgenutzt, um zu beweisen, daß das Ausland die letzte Chance vor der Einführung englischer Zölle benutze, um England mit Waren zu über- schwemmen. Der Ausweis für Oktober zeigt zwar ein Anwachsen der Einsuhr, jedoch ist dies zu erheblichem Teil saisonmäßig bedingt. vüe der Vergleich mit dem entsprechenden Monat des Vorjahres zeigt. Vom D u m p i n g kann schon gar keine Rede sein, wenn man sich die Ursprungsländer dieser Einfuhr nach England ansieht, die meistens noch Goldwährung haben, also gegenüber den eng- lischen Produzenten im Nachteil sind. Diese Tatsachen stören die Schutzzöllner jedoch keineswegs in ihrer Argumentation. Sic oerlangen sofortige Maßnahme» und der Premierminister wird es schwer haben, sich auf die Dauer diesem Drucke zu entziehen. An die Spitze dieser Bewegung ist neuerdings ein Mann ge- treten, dessen Talente eine«eitere Erschwerung der Lag« des Premierministers bedeuten. Es ist Churchill, der sich mit einer bestechenden Rede zum Sprachrohr dieser Bewegung gemacht hat. Am Donnerstag nahm die Diskussion über die Regierungserklärung Unterhaus geradezu die Form eines Sperrfeuers auf die Regierung an. Immer wieder erhoben sich tonservativ« Redner und bestürmten die Regierung mit Fragen, was sie gegen das Dumping gewisser ausländischer Produkte zu tun beabsichtige. Di« letzten Zahlen über die Einfuhr von ausländischem Weizen, deut- schen Kartoffeln, dänischer Butter, holländischer Milch usw. wurden der Regierung entgegengehallen, und der Handelsministcr und der Landwirtschaftsminister kannten immer nur mit Aus- flüchten antworten, da in der Regierung selbst noch keine Einigung über die zu ergreifenden Maßnahmen erreicht werden konnte. Schließlich sah sich der Premierminister gezwungen, selbst das Wort zu ergreifen und das Haus zu beruhigen. Cr hoffe, so sagte er, vor Schluß der Debatte über die Regierungserklärung, also späte- sten» nächsten Montag, eine Erklärung abgeben zu können. Das sind vorsichtige Worte, die dennoch mit stürmischem Beifall von dem Hause begrüßt wurden. Ob Macdonald die Maßnahmen, die er ergreifen wird, am nächsten Montag bekanntgeben wird oder ob er sich nur die Vollmacht vom Haus« geben lassen wird, solche Maßnahmen gegen das Dumping zu ergreifen, falls diese nötig sein sollten, ist zunächst noch zweifelhaft. Versammlungsstörung in Breslau. Heldentat der Eckstein-Spalter. Breslau, 12. November.(Eigenbericht.) Getreu dem Vorbild ihrer kommunistischen Freunde haben die Spalter von Oer SAP. am Donnerstagabend«ine öffentlich« Versammlung des Ortsvereins Breslau der Sozialdemokro- tischen Partei zu sprengen versucht., Der Redner, Reichstogsabgeordneter Genosse Zl u f h ä u j« r, wurde bereits während seines Referats, in dem er eine klare und überzeugenöe Analyse der gegenwärtigen politischen und Wirtschaft- lichen Lage bot, von sortgesetzten dummen Zwischenrufen unter- brachen. Als dann während der Aussprache einem Sprecher der SAP., einem.Mitglied des früheren Ortsparteworstondcs, noch Ab- lauf seiner Redezeit das Wort entzogen wurde, verursachten die Anhänger der Eckstein-Grupp« einen T u m u l t. Schließlich zogen sie singend aus dem Saal. Hierbei kam es zu erheblichen Schlägereien, so daß Polizei und Reichs- banner die Störenfriede unter Anwendung von Gewalt entfernen mußten. Danach wurde die Versammlung, an der etwa 2000 Partei- Mitglieder teilnahmen, in Ruhe zu Ende geführt. Die Spatter haben also nichts weiter erreicht als die Inszenierung eines unwüx- digen und traurigen Schauspiels, an dem lediglich die Gegner der Arbeiterklasse ihre Freude haben werden Judenverfolgungen haben in den letzten Tagen polnisch« Stu- denten in Warschau und Wilna verübt, bis die Polizei energisch wurde. Rumänien konnte da nicht zurückbleiben. In Ungheni wurde auf einem jüdischen Ball ein junger Jude erstochen, wahrend fünf ander« verletzt wurden. Die Tater sind verhastet WERTHEIM Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leidif verderbliche Artikel werden nicht zugesandt SctveSt(Verrat t G.».Fe Gehensmitte} Frisch» Fleisch Ochsen-Roastbeef. 0.76 Ochsen-Gulasch Pfd. 0.78 Ochsen-Filet.Pfund t.40 Talg 035 Gehacktes 0.60 Kalbsbrust Rccit. u. bi. 0.58 Schwatnebauch. 0.68 Schweineschinken. 0.76 la Berl. Bratwurst Pfd. 0.94 Kader.. Pfund von«n 0.78 Lunge Pfd. 0.32 Euter 0.34 Rinderherz u. Backe 0.44 Bratfertiges Fett Pfd. 0.68 Räucherwaren FettbücklingePfd.v.an 0.35 Sprotten Kisldr., Pfd.v. 0.34 Schellfische Pfd. v.»n 0.38 Seelachs Pfund von an 0.38 Kotbars u. Makrelen 0.33 Flundern Pfd. 0.36 Bd. v. 0.20 Geflagele Wild Oderbr. Mastgänse o.w o.st 0.78 Enten.. Pfund von an 0.76 Suppenhühner Pfd. v. 0.72 Kaninchen gesir.Pfd.v. 0.80 Hasen gasfralfr, Pfd.v.an 0 95 Rehblätter Pfd. von an 0.63 Fische Rotbars O. K„ Pfd. V. an 0.14 Kabeljau 0.16 Fischfilet Pfund von an 0.26 Dorsch 3 Pfund von an 0.20 Bratschollen 3Pfd.v.a. 0 28 Leb» Bleie Pfd. v. an 0*35 Obst u. Gemüse Kochbirnen. 3 Pfund 0.22 Eß-u. Kochäpfel3Pfd. 0.28 Rote Tafeläpfel 2 Pfd. 0.25 Jägeräpfel...Pfund 0,15 Tafelbirnen.. Pfund 0.22 Feigen Pak. 0.22 Pfund 0.28 Fr. Ananas Pfd. von an 0.68 Weiß- u.Wirsingkohl 0.05 Möhren gowa«ch.3Pfd. 0.10 Sellerie..... 3 Pfd. 0.18 Blattspinat... 3 Pfd. 0.23 Rosenkohl...2 Pfd. 0.25 Schwarzwurz..2Pfd. 0.45 Blumenkohl Kopf v. an 015 Würstwaren HausmachersQlzeo.5«0.45 Dampf- u. Fleischw. 0.84 Landleberw. Pfd. i.is 0.88 Jagdwurst. Pfund 1.20 0.92 Feine Leberw. Pfd. f.<5 1.1 5 Zervelatu. Salami Pfd. 1.24 Teewurstgrobau. faino 1.32 Füetwurst... Pfund 1.34 Zervelatw. i. Fetid. t.48 1.35 Speckfalfv. 0.88 mag. v. 1.05 Schinkenspeck Pfund 134 Gek. Schinken gesdin, ohne Schwarte, V, Pfund 0.75 Roh.Schinkengaschn. ohne ichwarfe, V, Pfund 0.95 Käse u. Fett Ramadou haibt.. Stück 0.20 Camembert voiifetf, 6 Portionen 0.*ciilgiTig«I Schwarzwald- mädel Jessel dirigiert üutstfL FarL-Faut. D.5D Sonntag 3 Uhr Harry öondy in Hinsel ii. Grete) Jid.Kind«rh31t«in Ciidienk Rose- ineater Grell Fmklortir Sfntt 132 Td. Viidnd E 1 3422 8.15 Uhr Frühling im Wiener Wald ToiKsbttiine Theater am Bälawplatz 8 Uhr Zum h Male Der ßrtme KaKadn üntnk« reit 4. Sämiltlir. Der Kammersänaer 3 Simn t. F. Wedakinil Forster, Stecke), Fein, Falken berg, Staat). SiiiHer- Theater 8 Uhr Doktor Klaus BETRIEB /JlS KEMPIHSKlO inlernallonales Iheaier (Kleines Thealer) Unter den Linden 44. Heule 8 Dbr zum 1. Male ab morgen tägl 8'/« Uhr Gastspiel der Spielgemeinsdraft Serliner Stepieler Scheidung «an Siegfrisf Neumson.— Regie: Heinz Slroux Planetarium Verläng, bis 15. Nov. Tägl. 3, 5, 7, 9 Uhr Eine Filmlahrf in Die Alpen Vorher Bstrantano d. äleroeohlmaels Elotriit BO. 3 U. 80 PI. ffletropoi-iheater Täglich 8>/. Uhr Sonntags 5 vnd g'/i Die Blume von Nawai Operettev.Abraham Preise von 50 PL an Sonntag Vsä Uhr Fledermaus Theater desWestens Täglich SV« Das Drel- maderihans mit Maria Paudler Guttmann.EngHsch Preise v. So Pf. an Sig«Z)3, 5 u. SV« U Oreimäderlhauj —•Theater in der— Stresemannstr. Bergmann 21 10 Täglich 8' 2 Dsohdi. Haack. Otto. Limlrafg. Sdiroth lopf In der Sdilinde �egle�uUch�j TheBter im AdmtralsuBlasi Täglich 8V« Uhr Die Dobarry mit ema Alpar Preise v. 0,50 M an Täglich 4, 5.30 und 8.15 Uhr Sonntags 3, 5,50 und 8.15 Uhr ""he Variete-, Kabarett- und Tonfilm-Programm Maria Ney» Lilli Flohr Lieh Iburg-Orchcsicr n. weliere Aitraktioncn INGAGI Der gewaltige Sensationsfilm Preise der Pldze«b 80 Pt. Vorverk. 7 Tage im voraus, tägl. ab 12Uhr Tel. Humb. 1635- Oeotjcnes meaier 8 Uhr Gesdiiditen pus dem WienerWald von Oedön Horvath Regie; Heinz Hilpert Die KomOdie Uhr Jemand Ton rrani Molnar Regie; Cnstaf GMgens. KoriOrsiennamm- Theater Bismarck 448/49 S'/i Uhr DieBeiliseanjOiH. von Ilse Langner Reg. Ludwig Berger Musik Ernst Toch TiMnlli: AgnesStraub Am II. November starb unerwartet nach schwerem Leiden unser Freund und Kollege, der Angestellte unserer Organisation Ernst Franke im Alter von 51 Jahren. Von der filihestcn Jugend bis zum ielzten Atemzug war er ein Vorbild treuester Pflichterfüllung für unsere Organisation und hat stehts sein Bestes für die Berliner Metallarbeiter-Bewegung gegeben. Wir werden ihm deshalb ein ehrendes Andenken bewahren. Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 17. November, 18 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Deutscher Helallarbeiler- Verband Ortsverwaitung Berlin u. deren Angestellten Nach kurzem, sehr schweren Leiden entschlief am II. November 1931, abends 8 Uhr, mein lieber Mann Ernst Franke im 51, Lebensjahr.]n tiefer Trauer Berlin-Reinickendorf-Ost,■— c-— Letteallee 24. FranKe. Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 17. November, 18 Uhr, im Krematorium Baum- schulcnweg statt. Theater am NollendoriplaD Woche! Täglich 8Vs Uhr Max Adalbert in: Der besehleunigte Personenzug Am Millwsch, bem II. November, betflotb nach Plötzlich cintretenbet Rranthelt unser langjähriger Abtei. lungsleiter, Genosse Erich Baganz Im 37, Lebensiahre. Wir verlieren in ihm einen her Besten. Sein Andenken werben wir stete in Ehren hallen. vi« GenoMen der 134. Abt. Berlfn-Bndi. M» Einäscherung findet am Ron» tag, bem IS. November, 18 Uhr, im Krematorium Gerichlstraße statt. Am II. November entschliel nach langem, schwerem Leiden mein innig. geliebter Mann, unser guter Dater und Großvater, der Kaulmann Max Seiffert im 59. Lebensjahre. Aognsle Seiffert, geh. Benzin, Frltc Seiffert Familie Eduard Slmoo E ch öne ich e(Sc. Nieberbarnim) Waibstr, 88. Einäscherung Montag, den IS. No. vember. 17 Uhr. ,m Arematorwm Baumschulenweg.«i-fhvlzsttaße. 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Oberbaum 1303 B esonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN Im „Vorwirts" und trotzdem I II billig D '-»-V• r- Deolsdier Metallarbeiter-ferbaDd Verwaltanßfstelle Berlin Todesanzeigen Den Miiaiiedern zur Nachricht. datz unser SoTege. der Dreher Brnst Schumann geh. 27. August 1874. am IL. November gestorben ist. Die Einäscherung findet Sonnabenh, den 14 November. 17>/, Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kies- holzstraße, statt. Am 10. Rvvenfder verstarb unser Kollege, der Eilberarbeiter Franz Mitzschke geb 6. Februar 185t. Die Einäscherung findet Sonnabend. den 14. November. 11'/, Ilbr. im Krematorium Gerlchtstratze stall. Ehre ihrem Andenken I Ncge Beteiligung wirb erwarteL Die Drt.verw.Itung xi.eir>K inunnimuinnnuuimiimiiiiiiuuiiiiiiiiimniimiimii, UeberschrifUwort25Pf� Textwort 12 Pf. Wlederholungsrabatt:10mal5Proz, 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Proz., 2000 Worte 15 Proz, 4000 Worte 20 Proz./ Stellengesuche: Ueberschriftsv/ort 15 Pf., Textwort 10 Pf/ Anzeigen, welche für die nächste Nummer Bestimmt sind, müssen bis 4Va Uhr nachmittags Im Verlag, LIndenstr. 3, oder auch In sämtlichen Vorwärts-Filialen und -Ausgabestel en abgegeben sein uemsuie Tapeten SsiUut, Kolonie- strafie 0. HieidungssiockB. wasche usw. Bon Kavalieren wenig getragene und neue Iackcttan- aiiflc. Smokinaan, »ilgc. Frackanzüge, Ulster. Paletots, jede Figur passend. Herrcnpelzs.Damcn. velAt, enorm billig. Leihhans isriebrich. ftratzc 2. Sallesches Tor. Keine Som- bardwar»..? Freie Tnrnerscbaft Gro�-Berlln c. V. M-d A.-T.-U Sp.-B. Plätzlich und unerwartet verstarb am II. November unser Mit» gtieb und Mitbegründer des Bezirks Buch, der«enosse Erich Ba�anz im Aller von 37 Iahren. In ihm verlleren wir einen immer tätigen und erfolgreichen Mitstreiter unserer Bewegung. SeinAndenken bewahren wir in Ehren. Die Einäscherung ist am Montag, dem IS. November, 18 Uhr. im Krematorium Serichistratze. Rege Beteiligung der Mitglieder erbeten. Oer Vontand. Wenig getrogene, wirklich gut erhall tene Scrrenanzüge von ZV,— an: Wim tcrpaletots, Ulster, 25.— an: Herren» pelze, Dame». pelze. SV.- an. Keine Lombard- wäre. Leihhaus Lowicki. Prinzen. straft« lvö. eine Treppe. Wenig getragen«. teils auf weide, verkaufe spott- billig: Jackettan» zstge, Smokingan. ziige, Paletots, Ulster. Beinkleider sowie erstklasfige neue Garderobe, Ersatz für Maft. Speztolität: Bauch. anzugc. Berleih von Desellschaftsan. zilgen. Pfandleihe Weingarten. Prin zenstraße 83. Wo? kaufen Sie polierte Schiaszimmer. Birke. Mahagoni, Ahorn, Birnbaum, Nnftbaum. schon von S5V.— Mark an f Rur im gräftlen Möbelhaus desSiid» ostens, Moritz Hir- schowitz, Skalitzer. strafte 25, üochbahn Kottbusscr Tor: An- dreosstrafte 31). ge» gcniiber Leiser.- Hochelegante polierte Schlaf» zimmcr. 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Es wurden alle vcr- sugboren Statistiken und Konsulatsberichte herangezogen: außerdem ueranstaltet« man Umfragen bei Industrie- und Finanzgesellschaftcn, bei Maklern, Banken und Bankiers. So beruht diese„Schätzung" auf einem denkbar umsassenden Material: stc ist nach dem Urteil des„Statist" die wissenschaftlich beste Untersuchung dieser Art. Es handelt sich bei dieser Arbeit nur um die langfristigen privaten Kapitalanlagen Amerikas im Ausland: es wurden also die Forderungen des amerikanischen Staates an die europäischen »iegierungen< Kriegsanleihen) und die kurzfristig ausgeliehenen Ka- pitolicn nicht berücksichtigt. Für Ende 1930 wird der Betrag der amerikanischen Kapitalanlagen mit 14,9 bis 15,4 Milliarden Dollar, das sind 62,6 bis 64,7 Milliarden Mark, ermittelt. (Die Kapitalanlagen sind in Wahrheit noch höher, da die Be- nrbeiter unsichere Forderungen, wie z. B. chinesische Anleihen, nicht in Rechnung stellten.— D. R) Fast die Hälfte dieser rund 65 Milliarden Mark ist in den letzten neun Zähren ins Ausland gelegt worden. Am 1. Januar 1922 betrugen die Kapitalanlagen Amerikas im Ausland erst 7,2 Milliarden Dollar oder 36,2 Milliarden Mark. Der jährliche Auwachs wird auf 794 Millionen Dollar oder 3,3 Milliarden Mark beziffert. Die Untersuchung macht stets die Unterscheidung zwischen „direkter" Kapitalanlage und der in Wertpapieren. Bei direkter Kopitalanlage haben Amerikaner ausländische Unternehmen, Berg- werke, Grundstücke usw. gekaust: auch der Erwerb von Aktien und Obligationen ausländischer Unternehmen durch amerikanische Pro- duktionsgesellschaften gilt als direkte Kapitalanlage. Da- gegen werden alle Anleihen, die an amerikanischen Börsen aufgelegt und von der breiten Masie gekauft wurden, olle Wertpapierkäuse von Versicherungsgesellschaften und Finanzgesellschastcn(Investment Trusts) als Kapitalbeteiligung in Wertpapieren bezeichnet. Diese Trennung der direkten Kapitalbeteiligung von der in Wertpapieren ist wichtig. Denn durch die direkte Beteiligung bindet sich das amerikanische Kapital viel stärker an die fremden Unter- nehmen, als wenn es nur Anleihcpapicre kauft. Diese Bindung bedeutet andererseits auch eine viel stärkere Beherrschung des Unternehmens. Wird nun festgestellt, daß amerikanisches Kapital an vielen oder den meisten Unternehmen eines Landes„direkt" beteiligt ist. so läßt sich daran die direkte Abhängigkeit der Wirt- schaft dieses Landes vom amerikanischen Kapital mesien. So bieten also diese Zahlen einen Maßstob für die direkte Macht des amen- konischen Kapitals über die Wirtschaft anderer Länder. Die langfristigen privaten Kapitalanlagen Amerikas in fremden Ländern werden für Ende 1939 im einzelnen wie folgt angegeben: (inMillionen Dollar: einDollar— 4,29 M) Direkte Beteiligung Anleihen und an Unternehmungen Wertvopiere zuiammen Deutschland........ 294,0 1177,0 1421,0 Großbritannien....... 497,3 143,6 640,9 Frankreich......... 161,8 309,5 471,3 Italien.......... 121,2 279,9 401,1 Unter den europäischen Ländern steht Deutschland weitaus an der Spitz e. Die Kapitalanlagen in Wertpapieren sind viermal so groß wie die direkten Anlagen. In den Jahren 1925 bis 1929 ist über eine Milliarde Dollar langfristiges Kapital von Amerika nach Deutschland geslossen. Niemals zuvor ist in so kurzer Zeit eine so gewaltige Summe Kapital von einem Lande in ein anderes gebracht worden. In Großbritannien ist das amerikanische Kapital zu drei Vierteln„direkt" angelegt worden: die Beziehung des amerikanischen Kapitals zur englischen Produktion ist also viel enger als zur deutschen. Die Ziffern für einige überseeische Länder zeigen folgendes Bild: (in Millionen Dollar: ein Dollar— 4,20 M.) Kanada.. Mexiko.. Kuba... Argentinien Ehilc... direkt 2048,8 694,8 935,7 358,5 440,8 in Wertpapicrc» 1892,9 130,8 449,3 260,0 zusammen 3941,7 694,8 1066,5 807,8 700,9 Wie eng heute schon die kanadische Wirtschaft mit der der Ver- einigten Staaten verbunden ist, zeigt sich darin, daß Kanada das Land mit den höchsten amerikanischen Kapitalanlagen ist. An alle europäischen Länder zusammen ist mit 4,9 Milliarden Dollar nur eine Milliarde Dollar mehr als an Kanada geslossen. Mexiko hat amerikanisches Kapital nur in„direkten" Anlagen erhalten: das beste Zeichen dasür, in wie hohem Maße die mexikanische Wirtschaft vom amerikanischen Kapital kontrolliert wird. Aehnlich verhält es sich mit Kuba. Wenn bei Argentinien die„direkten" Kapitalanlagen(In Versorgungsbctrieben, Elektrizitätswerken) geringer sind als die An- lagen in Wertpapieren, so erklärt sich das aus dem hohen Anteil der argentinischen Staats- und Stadtanleihen. Daß Chile derjenige der südamerikanischen Staaten ist, der am stärksten vom amcrikani- schen Kapital beherrscht wird, war schon bekannt und wird durch die oben gegebenen Zahlen erläutert. Warenhäuser in der Abwehr. Die Vorstöße gegen den organisierten MassenabsaH. Gestern fand in Berlin die Generalversammlung des Verbandes der Waran- und Kaufhäuser statt, deren Kernpunkt ein Referat des geschäftsführenden Präsidialmitgliedcs Georg Bernhard bildete. Bernhard setzte sich nachdrücklich mit den ständigen Angristen gegen die Warenhäuser und die übrigen Großbetriebe des Einzel- Handels auseinander. Der Redner erklärte zunächst unter deut- l'chem»Hinweis auf die Konsumvereine, daß sich neben den privaten Handel auch andere Systeme der Warenver- teilung gestellt hatten. Es sei grundfalsch, diese Systeme zu be- kämpfen, denn ihr« Existenz sei nur ein Beweis, daß in der heu- tigen Wirstchaftsverfassung mehrere Verteilungssysteme nebenein- ander existieren können, die sich gegenseitig befruchten. Gegenüber den agitatorischen Angriffen, daß„der Moloch Warenhaus" die Masie der Kleinbetrieb« auffräße, wies Bernhard nach, daß bei einem Gesamtumsatz des Einzelhandels von 35 Mil- liarden Mark im Jahre 1928 28,2 Milliarden, also 81 Prozent aus den selbständigen Einzelhandel entfielen, auf die Warenhäuser dagegen nur 1.5 Milliarden— 4,5 Prozent und auf die Äettenläden 1,2 Milliarden oder 3,6 Prozent. Auch die Vorwürfe von gegnerischer Seite, daß die Warenhäuser über- wiegend ausländische Waren bevorzugten, entkräftete der Redner. Durch eine Umfrage sei festgestellt worden, daß im ganzen nur 21- Prozent des gesamten Einkaufswertes bei Warenhäusern und Einheitspreisgeschäften auf Auslandswaren entfallen. Bernhard polemisierte darauf scharf gegen die Vorstoße des württembcrgischen Wirtschaftsministers Dr. Mai er. der eine linftiqe Konzessionierung für Warenhäuser und niiderc Großbetriebe beabsichtige. Bernhard betont«., daß diese Konzessionsvorschläge für die bereits bestehenden Betriebe ein Sonde rprivil-g darstellten, das als ein glattes Mona- pol anzusprechen sei. Der Verband deutscher Waren- und Kaust bäuscr der gegen jedes Monopol in der Produktion se,. wende sich nachdrücklich gegen derartige Monopolbestrebunaen in der Güter- Verteilung. Durch derartige Maßnahmen wird die L e b e n s h a I- t u n a des deutschen Voltes bestimmt nicht verbilligt. Diele Verbilligung ist und bleibt aber die dringendste wirtschaftspolitische Aufgab« der Gegenwart„., �, Als.zweiter Redner sprach Georg Tietz über Warenhaus- typen verschiedener Länder. Die durchdachte wissenschaftliche Or- oanisation habe das Warenhaus in der modernen Wirtschaft mehr und mehr zu einem AnregerderProduktion gemacht. Es sei bemerkenswert, daß i n j e d« m L a n d e Kräfte am Werke seien, die die wirtschaftliche Bewegungsfreiheit der Warenhäuser u n t e r- binden wollen. Die gemeinsamen Interessen der Warenhäuser bieten die Möglichkeit, den Austausch der Ersahrungen im Rohmen eines internationalen Warenhausverbandes noch enger auszubauen._ Zunehmendes Vertrauen. Nach Mittellungen aus Genosienschaftskreisen ist der durch die Bestimmung der Notoerordnung vom 8. August 1931 festgelegte Dreimonatstermin für die Auszahlung gekündigter Gelder über 1000 Mark ruhig verlaufen. Eine Umfrage bei Genosienschaftsbanken ergab, daß überhaupt bis jetzt der Monat Novsmber im Unterschied zu den Vormonaten Verhältnis- Mäßig normal verloufen ist. Es stellt sich heraus, daß die Rückzahlungen gekündigter Einlagetz nur zn einenz geringen Bruch- teil tatsächlich erfolgen. Zum großen Teil findet eine Abhebung der Gelder überhaupt nicht statt. Masseneinfuhr in England. Angstkaufe vor der Zollerhöhung. Die täglichen Diskussionen über ein« dicht bevorstehende scharfe Zollerhöhung in England haben im Oktober zu beträcht- lichen Deckungskäufen und Masieneinfuhren unter den bisherigen Zollbedingungen geführt. Der jetzt veröffentlichte Abschluß der Oktoberhandelsbilanz in England läßt aber zugleich die ersten Wirkungen der Pfundabwertung im britischen Export erkennen. So Hot sich der Gesamtumsatz des englischen Außen- Handels auf der Einfuhr- wie der Exportselte erheblich ge- steigert. Bei der Ausfuhr, die von 582 auf 656 Millionen Mark zugenommen hat, beträgt die Steigerung gegenüber dem September allerdings nur 11 Proz., während die Einfuhr bei einer Zunahme von 1,36 auf 1,61 Milliarden Mark um 18 Proz. gegenüber dem Vormonat in die Höhe geschnellt ist. Daß bei dieser Einfuhrsteigerung Angstkäufe vor dem Inkrafttreten der neuen Zölle ausschlaggebend waren, geht daraus hervor, daß die Roh st offeinfuhr für die in dem Berarbeitcrland Graß- Britannien kein« Zollerhöhungen in Frage kommen, nur u n- wesentlich von 224 aus 238 Millionen Mark angewachsen ist. Dagegen ist die F e r t i g w a r e n e i n f u H r van 452 aus 544 Millionen, und die Lcbensmitteleinfuhr von 672 auf 816 Millionen gestiegen. Der niedrig gebliebene Stand der Rohstoffimporte zeigt, daß von einer fühlbaren Belebung in der verarbeitenden Industrie Englands bisher noch nicht die Rede sein kann. Die Passivität der Handelsbilanz, als» der Ein- fichrüberschuß, ist im Oktober van 694 auf 850 Millionen Mark gestiegen, hieraus läßt sich auch die erneute Pstindschwächo herleiten. DiD ungünstig« Entwicklung der Handelsbilanz wird für die englischen Schutzzöllner natürlich Wasser auf die Mühlen fein.- Preisrückschlag auf den Nohstoffmärkien. Das Konjvnkturinstitut zur Lage. Auf die sprunghasten Preissteigerungen an den amerikanischen G e t r e i d e m ä r k t e n ist jetzt ein scharfer Rückschlag er- folgt. So nahm die Spekulation an den letzten beiden Tagen um- fangreiche Gewinndeckungen vor, während bei starkem Angellot die Käufe auf ein Mindestmaß zurückgingen. Auch auf den L o n- doner Warenmärkten waren vielfache Preiseinbrüchc zu verzeichnen, die im wesentlichen von der Unruhe über die Ver- schärsung der internationalen Finanzlage diltiert waren. Auch der Kup s e rmar kt, der sich in den letzten Wochen kräftig erholt hatte, blieb von den Rückschlägen n i ch t v e r s ch o n t. Die Baisse- Partei erhielt durch Gerüchte über ein Auffliegen der amerikani- schen Äupserkonserenz starte Unterstützung. Auch die übrigen Metall- markte waren überwiegend schwach. Zu der Entwicklung auf den Weltrohstoffmärkten stellt das Kanjunkturinstitut fest, daß die Marktlage noch zu unübersichtlich ist. als daß die verschieoenen Preissteigerungen aus eine Hausse- welle schließen lassen könnten. Jedenfalls scheinen Verhältnis- mäßig gering« Schwankungen in der Nachfrage und dem Angebot die Preise bereits hochgetrieben zu haben. Eine nach- haltigc Entlastung der Märkte ist aber noch kaum zu sehe», wohl aber ist die Hoffnung berechtigt, daß der H ö h c p'u n k t o e s Uebcrangebots allmählich überwunden werden kann. Ob die Anregungen, die von diesen Morktbewegungen ausgehen, stark genug sind, einen neuen Aufschwung herbeizuführen, muß zur- zeit noch bezweifelt werden. Verantwortung bei Schultheiß. Hat auch Walter Sobernheim von den Garantieverträgen Kenntnis gehabt? Die bisherige Diskussion des Schulthciß-Skandals ließ es so erscheinen, als ob die engere Verwaltung des Schult- Heiß-Brouerei- Konzerns van Katzenellenbogcn und den Banken in Unkenntnis gelassen worden wäre über alle Verträge, die zu den schweren Verlusten gcsührt haben. Die engere Schultheiß- Verwaltung hat durch ihr eigenes Verhalte» diesen Eindruck g e- fördert. Demgegenüber sind Mitteilungen wichtig, die gestern abend das„Berliner Tageblatt" veröffentlicht hat. Hier wird behauptet, nur wird der Name nicht genannt, daß Generaldirektor Walter Sobernheim vor der Fusion zwischen Schultheiß und den Ostwerten über die Geschäfte zwischen Katzenellenbogcn und den Banken i» s o r nr i c r t gewesen sei und daß Herrn Sobernheim die Geschäjtc nicht verheimlicht worden seien. Bereits im August 1930 soll er Kenntnis von den Geschäften gehabt haben, zu jener Zeit nämlich, als die Verträge zwischen Äatzcnellcnbogcn und der Dauat geändert worden sind. Die Besprechungen über diese Aendcrungcn hätten nämlich i» der Villa des damaligen Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Ostwcrke, in Schwanenwerder, stattgefunden, womit augenscheinlich Herr Sobern- heim gemeint ist. der ja zugleich Generaldirektor bei Schultheiß war. Daraus folgert das„Berliner Tageblatt", daß Herr Sobernheim seinen übrigen Aufsichtsratsmitgliedern in den Ostwcrkcn hätte Kenntnis geben können und müssen. Ebenso wird der Schluß gc- zogen, daß das Verhalten der Banken bei der Veröffcni- lichung des Prospektes und auch bei der Wahrnehmung ihrer Auf- sichtsratstätigkcit deshalb entschuldbar'scheine, nachdem sie ja an- nehmen konnten, daß der Generaldirektor von Schultheiß durch seine Kenntnis der Dinge mit den Katzencllenbogcn-Geschästen einverstanden sei. Wir zitieren diese Feststellungen des„Berliner Tage- blattes", ohne sie uns zu eigen machen zu können, da über diese Dinge nur Herr Sobernheim selbst Auskunst geben kann. Die Vorwürfe des„Berliner Tageblattes" sind ober so ein- d e u t i g hinsichtlich der Person und schwerwiegend in der Sache, sie widersprechen auch so sehr der von der Schulthciß-Bcrwattung bisher eingenommene» Haltung, daß eine Stellungnahme des che- maligcn Aufsichtsratsvorsitzenden der Ostwcrke und gleichzeitigen Generaldirektors der Schulthciß-Brauercieii unbedingt notwendig sein wird. Wir sind freilich der Meinung, daß der Skandal hin nichts kleiner wird, wenn der Kreis der Verantwortlichen sich nach erweitert. Die Versicherungsfubveniionen. � Befreiung des Steinkohlenbergbaues von der Beitragcipflicht zur Arbeitslosenversicherung. Im„Reichsanzeiger" werden' die Verordnungen über die Be- freiunz des Sttintohlenbergbaucs von der Bcitragspflicht zur Ar- bcitslosenversicherung veröffentlicht. Danach werden auf Grund des Z 2 der Zweiten Verordnung über die Beilegung von Schlich- tungsstreitigteitcn öffentlichen Interesses vom 30. September 1931 die Untertagearbeiter und ihre Arbeitgeber im n i c d e r s ä ch s i- schen Steinkohlenbergbau mit Wirkung vom 8. Oktober bis zum 30. November 1931 und im n i c d c r s ch l e s i j�l, e» Steinkohlenbergbau für den Monat November 1931, ferner die unter Tage beschäftigten Angestellten und ihre Arbeitgeber im Steinkohlenbergbau des Ruhrgebiets mit Wirkung vom 1. Ottober bis zum 30. November 1931, im sächsischen Steinkohien- bergbau sür Oktober und November 1931 und im nicderschlesischcn Steinkohlenbergbau für November von der Beitragspslicht zur Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung befreit. Thyssens Amerikalegenden. 36 statt 32 Prozent. In unserem Aufsatz„Thyssens Amerikalegenden" vom 30. Oktober d. I., der Thyssens Vortrag vor der amerikanischen Columbia-Unioersität als im wesentlichen unwahrhaftig und schäd- lich sür Deutschland enthüllte, befindet sich eine unrichtige Zisscr. Der Lohn- und Gchaltsonteil bei den Vereinigten Stahlwerken be- trägt im Durchschnitt der Jahre 1929/30 und 1930/31 im Verhält- nis zum Umsatz an Fremde nicht 32 Prozent, wie es in dem Ar- tikcl hieß, sondern rund 36, genau 35,9 Prozent, gegenüber einem Lohn- und Geholtsanteil von 46 Prozent bei der United States Stcal Corporation. Aus diesen Fehler werden wir van einer amt- lichen Stelle aufmerksam gemacht, die unsere übrigen nachprüfbaren Angaben sür richtig befand. Herr Thyssen und die „Deutsche Zlllg eine ine Zeitung", die den Vortrag im Wortlaut brachte, hoben sich bis heute nicht geäußert. Zusammenarbeii Oaimler-BMW. Der Aussichtsrat der D a i m l e r- B e n z A.- G., S t u t t g a r t. hielt eine Sitzung ab, in der nian sich mit der augenblicklichen Lage des Unternehmens und mit dem Verhältnis zu den Vayc- rischen Motoren-Werken(BMW.) beschäftigte. In dem offiziellen Bericht wird b e st ä t i g t, was noch vor wenigen Tagen bestritten wurde, nämlich, daß eine weitere Verständigung erfolgt sei. Beide Firmen werden nicht nur wie bisher beim Verkauf zusammenarbeiten: sie haben sich auch über das Produk- tionsprogramm geeinigt. Das war notwendig, weil Daimler- Benz vor kurzem einen kleinen Mcreedes-Wagen herausgebrachl hat, der wohl dem BMW.-Wagen Konkurrenz machen dürfte. Das Karosseriewerk von Daimler-Benz in Sindelsingen wird in Zukunft die Karosserien für BMW. liefern. Weiter wird bekanntgegeben, daß der Umsatz von Daimler- Benz im lausenden Jahre etwa 70 Prozent des Vorjahrs- Umsatzes ausmache. Das Geschäst mit Diesel-Lastviagen und mit dem kleinen neuen Mercedes sei gut. Der Wert der Vor- j rät« sei von 39 auf 33 Millionen Mark zurückgegangen. AUrömifches Tier Jahre Ausgrabungen in 9€erkulaneuni Die Stalienwtfenben, die die Sehenswürdigkeiten des alten, aus dem Lavaschutt wieder auferstandenen Pompeji bewundern, müssen einen gewaltigen und neuen Eindruck erhalten, wenn sie jetzt die Ausgrabungen betrachten, durch die die Schwesterstadt cherkulaneum zu neuem Leben erweckt wird. Die großartige Arbeit, die hier in den letzten vier Iahren geleistet wurde, ist bisher nur Verhältnis- mäßig wenigen bekannt geworden: sie wird in ihrer ganzen Be- deutung gewürdigt durch einen zusammenfassenden Aussatz des Lei- Hers der Grabungen, Professor Majuri, in der„Times". Das Gebiet, das während dieser Zeit freigelegt worden ist, um* saßt etwa 4S. h. zusammenhängend« Flächen trockengelegten Landes, g'- wannen werden. Die Kosten wurden auf insgesamt KIZ Million m Gulden geschätzt. Bei der Durchführung diese? groß angelegten Werkes war nicht nur der Gedanke maßgebend, dem holländischen Staat ein« neue Provinz zu gewinnen, sondern es kam auch darauf an, nach dem Abschluß dieser Riesenarbetten«inen wirtschaftlichen Nutzen zu er- zielen. Und hier tritt nun die schwache Stell« des ganzen Projekts in die Erscheinung. Der Gewinnungepreis des neuen Trocke»landsz wird zu hoch— es wird sich kein Käufer finden, der den Ke- stehungspreis zu zahlen bereit ist. Wenn dieses dem Meer obae- rungcn« Land besiedelt werden soll, dann müssen die Kosten von der öffentlichen Verwaltung getragen werden. Der erste Polder ist in dem Dreieck zwischen Wieringsn, Winkel und Medemblick fertiggestellt worden. Di« Kosten für dieses 18000 Hektar große Neulan» waren ursprünglich auf IS Millionen Gulden veranschlagt worden. Di« endgültige Abrechnung aber zeigte, daß ein Kostenaufwand von 86 Millionen zur Fertigstellung des ersten Teils der Arbeiten notwendig gewesen ist. Di« ursprüngliche Reck:- nung sah so aus. daß der Staat hoffen konnte, bei einem Anlage- kapttal von 16 Millionen Gulden durch den Verkauf des neu ge- wonnenen Geländes 40 Millionen Gulden hereinzubekommen, lo daß ein Gewinn von mehr als 20 Millionen Gulden zu erwarten war. Dieses erste Reuland in der Zuider See ist also schwer erkauft worden, und man fürchtet nicht mit Unrecht, daß di« weitere Durch- führung des riesigen Werkes die Verluste ins Unermeßlich« steigern könnte. Von dem Damm zwischen Wieringea und Zürich sind bisher 18 Kilometer zuzuschütten, bevor dem Meerwasser der freie Zutritt verwehrt ist. Jetzt werden in Holland Stimmen laut, die fordern, daß die weiteren Dammarbeiten eingestellt werden und daß man an Stelle des Damms-,«ine Brücke baue, über die der ursprünglich vor- gesehen« Automobil, und Eisenbahnverkehr laufen könnte. Dadurch würde auch der Einbau der vorgesehenen 25 Entwässerungsschleusen vermieden werden. Die Wirksamkeit dieser Schleusen war so ge- dacht, daß sie bei Flut geschlossen werocn sollten. Nach dem ur- sprünglichen Plan verbleibt nämlich auch innerhalb des Dammes eine Wasserfläche von erheblichem Umfang, in die«in Mündung?- arm des Rheines, die Pssel, seine Wasser sendet. Da bei Ebbe das Meer tiefer liegt als der Rest der Zuider See. so würde sich dann durch die geöffneten Schleusen ein Wasserstrom meerwärts ergießen. Dadurch aber müßte der sprichwörtliche Reichtum an Fischen, den die Zuider See besitzt, vernichtet werden, denn allmöh- lich müßte durch den Zustrom von der Bssel dos ehemalig« Salz- wasser— in«in Süßwasserbecken umgewandelt werden Hinzu kommt, daß di« Abwässer von Amsterdam sicherlich auch nicht dazu beitragen werden, das Leben in dem neuen Binr»snse« zu fördern. Aus uraller Gewöhnung an ihren von Generation zu Generation oererbten Beruf weigern sich ferner die Fischer der Zuidersee, Landwirte zu werden, obgleich die Regierung bestrebt ist. ihnen diesen Uebergang durch Zuwendung van Geldmitteln zu erleichtern. Diese psychologischen Momente im Zusammenhang mtt der bisher festgestellten Unwirtschoftlichkeit der Arbeiten haben die holländisch« Regierung in der Zeit der Weltwirtschaftskrise veranlaßt, den Be- schluh zu fassen, die Inangriffnahme der Trockenlegung weiterer Gebiete innerhalb der Zuider See einzustellen und nur solche Ar- betten zu vollenden, durch die bisher investierte Wert« erhalten bleiben. So ist das gigantische Werk einstweilen in weite Ferne gerückt. Erst dann, wenn die Wirtschaftsloge stch geklärt und viel- leicht auch die Technik ihre Hilfsmittel noch erheblich oerbessert haben wird, kann der uralte Kampf gegen die Dämonen de, Me«re» er- neut beginnen. 3® 35» gegen Wirtschastsknse. Eine große Aktion im internationalen Maßstab. Die gestrig« Tagung des Vorstandes des Internationalen Ge- werlschastsbundes war ausschließlich den Wirtschaftsfragen gewidmet. Eingehend wurden Mittel und Wege zur Bekämpfung der Krise beraten. Im Mittelpunkt der Debatte standen die Möglichkeiten einer internationalen Aktion zugunsten der 40-Stunden- Woche, ferner das vom Internationalen Arbeitsamt vorgeschlagene Programm großer internationaler öffent- licher Arbeiten, sowie die Tätigkeit des deutfch-fran. zösischen Wirtschastskomitees. Es wurde u. a. be- schloffen, sich an die dem JGB. angeschlossenen Landeszen- tralen mit der Anfrage zu wenden, was bisher von ihnen zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise bzw. der Durchführung der 40-Stunden-Woche unternommen wurde. Gleichzeitig sollen die Landeszentralen zur energischen Einwirkung auf ihre betreffenden Bertreter aufgefordert werden, damit die Frage der internationalen Durchführung einer■40-Shmden-Wochc in Genf zur Behandlung kommt, wenn auch ein außerordentliches Verfahren zu diesem Zweck notwendig ist. Die Sozialistische Arbeitcrinternational« soll ersucht werden, in ähnlicher Weise an ihre angeschlossenen Landesorgani- sationen heranzutreten. Zu dem Borschlag der internationalen öffentlichen Arbeiten wurde angeregt, zwecks gründlicher Besprechung der Einzelfragen und der Möglichkeit der Finanzierung sowie einer eventuellen Er- Weiterung des vorliegenden Programms zu einer der nächsten Bor- standssitzungen Sachverständige aus den verschiedenen Ländern her- anzuziehen. Die Diskussion über diese Fragen ist noch nicht ob- geschlossen. Weiterhin wurde Bericht erstattet über die vorbereitenden Arbeiten des deutsch-französischen Wirtschaftskomitees sowie über die Vorbesprechungen zwischen den Arbeitervertretern der beiden Länder. Angesichts der immer drohender werdenden Loge in der Mandschurei beschloß der Borstand des Internationalen Ge- werkschaftsbundes dem Völkerbund seine Zustimmung zum Ausdruck zu bringen zu dem im Interesse der Erhaltung des Friedens unternommenen Schritte. Vorsorglicher Lohndruck. Geht es noch ttefer? Essen, 12. November. Der Zechenverbaod de» Ruhrbezirks teilt mit: Zu der heutigen außerordeatlichen Hauptversammlung de» Zechenverbandes wurde beschlossen, aus allen Bergwerken de» rheinisch-westfälischen Industrie- bezirk» die Eiazelarbeit»verträge zum Z0. November vorsorglich zu kündigen. Die Sündigung hat den Zweck, für den Fall de» nicht rechtzeitigen Zustandekommeus eine» neuen Tarifverträge» den Werken die Möglichkeit zu geben, ab 1. De» zember neue Löhne fest zusehen: denn noch der Recht- sprechung würden, fall» die Einzelarbeitsverträge nicht gekündigt sind, die alten Lohnsähe auch bei NichtZustandekommen einer neuen Lohnordnung in Kraft bleiben. » Die Zechenbefltzer scheinen sich sehr sicher zu suhlen, einen weiteren Lohnabbau vom Reichsarbeitsminister zu erhalten. Nur der Kumpels sind sie offenbar nicht mehr sicher. Die Begründung für die Generalkündigung ist oberfaul. Die Schlichtungsmaschine hat noch immer funktioniert, sei es auch mit Hilfe einer Not- Verordnung. Nach dieser Richtung besteht also keinerlei Gefahr. Werden aber di« Bergarbeiter«inen weiteren Lohn- abbau— auch aus dem Wege des Zwanosschiedsspruchs— er- tragen? Das ist unwahrscheinlich Der Reichsarbcitsminister hat mit seiner Politik de» hemmungslosen, wirtschaftlich in keiner Weis« zu rechtfertigenden Lohnabbaus eine Stimmung geschaffen, die über kurz oder lang zu Entladungen führen muß. Und es sind keines- weg» nur kominunistische oder sozialdemokratifchc Arbeiter, auch die christlichen Gewerkschaften haben das Bewußtsein, daß mit ihnen Schindluder getrieben wird und daß alles ein Ende haben muß. Radikalisierung der Lugendlichen. Abbau! Abbau'. Abbau! Wie wir schon in der Sonntagsausgabe berichteten, hat der Reichsorbeitsmwister durch seine Verordnung über die Krifensürsorge vom 22. Ottober mit einem Federstrich die Bedingungen der Krisenfürsorge so verschärft, daß nach den jetzt vorliegenden ersten Ergebnissen au» der Praxis glatt mit einem JZprozenttgenAbbauderKrisenfürsorge und einem gleichen Abbau der Arbeitslosenversicherung für verheiratete Frauen und Jugendlich« unter 21 Jahren gerechnet werden muß. Wie wir schon berichteten, ist in der Vedürftigkeitsprüfung der Freisatz von 10 W. für den antragstellendcn Arbeitslosen bei Errechnung der Freigrenz« de» Einkommens eines Verpflichteten ge- s-richen worden. Biel« arbeiten seit Jahren nur noch verkürzt. Wochenlöhn« für einen Familienvater mit einem Kind in Höhe von einigen 30 Mark sind also leider keine Seltenheit. Unzählig sind nun KONSUM- Genossenschaft Berlin u. Umgegend e.G.m.b.H. Was sind Wirt Kein Unternehmen rur privatkapitalistischen Rrofit- erzielung, sondern eine Verelnlgurg der Verbraucher rur gemeinschaftlichen Wahrung ihrer- Interessen. 200000 Familien aus allen Kreisen der Bevölkerung Grotz-Berlins sind die gemeinsamen Besitzer der Genossenschaft, deren Erträgnisse nur ihnen zugute kommen. Darum, Verbraucher, werdet Mitglieder der KansüinGeiiosssnscliali Berlin n. Umgegend In der konsumgenossenschaftlichen Reichs'Werbeweche und in der anschlleOenden Zeit bis zum 30. November worden in den 382 konsumgenossenschaftllchen Abgabestellen Aufnahmen in die Konsum-Genossenschaft Berlin und Umgegend ohne AuffnahmegebOhr vollzogen. die Fälle, bei denen der über 30 Mark hinausgehende Betrag auf die Unterstützung des Jugendlichen angerechnet werden muß. Hat nun gar noch die Mutter irgendeine Beschäftigung, so vermindert sich auch der Freibetrag um den Wert ihrer Arbeit. Am schlimmsten ist es aber, daß der anrechnungsfteie Betrag für den Berdienst eines Verwandten noch der neuen Verordnung nicht feststehend 20 M. für sich und 10 M. für jeden zu unterhaltenden Angehörigen ist, sondern daß dieser Freibetrag ein Höchstsatz ist. Nach den ersten Nachrichten aus der Provinz wird mit diesen Be- stimmungen der größte Unfug getrieben. Der Besitz von ein paar Hühnern oder einer Kuh oder gar einem kleinen Stückchen Acker bedingt dort manchmal schon die Herabsetzung der Freigrenze. Unmöglich ist z. B. auch, daß man auf Grund der neuen Be- dingungen der Krisenfürsorge auch Unterstützungsbeträge Jugend- licher oder verheirateter Frauen unter 50 Pf. nicht mehr auszahlen will. Der Anspruch auf Arbeitslosenversicherung ist ein gesetz- licher Rechtsanspruch. Läßt die Bedürftigkeitsprüfung auch nur noch einen Pfennig Unterstützung zu, so kann keine Verordnung die Auszahlung dieses Pfennigs verhindern. Mit der Auszahlung der Restbeträge steht und fällt die Krankenversicherung des Arbeits- losen und die Aufrechterhaltung der sonstigen Sozialoersicherungs» onwartfchaftcn. Heuie Entscheidung in Westsachsen. Die vnübersteigbare Grenze. Die Nachverhandlungen über den Schiedsspruch für di« Textilindustrie Westsachsens, die am Dounerstag im Reichsarbeitsministerium stattfanden, sind gescheitert. Die Ent- scheidung liegt jetzt beim Reichsarbeitsminister. Sie soll, wie ver- lautet, bereits heute fallen. Wie halle» es. trotz allem, was mau von- Stegerwald feft 1 X Jahren erlebt hat— für unwahrscheinlich, daß er auch dies« Hungsrschiedsspruch für verbindlich erklärt. Denn dann könnte er ebensogut erklären, die Arbeit« müssen umsonst arbeiten. Gewerkschaftlicher Zusammenschluß. Aeamte, Arbeiter und Angestellte ver Kommunen. Eine stark besuchte Delegiertenversammlung der Ortegruppe Berlin der Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunal» b e a m t e n nahm am Dienstagabend Stellung zur organisato» rischen Zusammenfassung der RDK.. de» Derbande» Deutscher Berufsfeuerwehrmänner und des Reichsbundes der Be- muten und Angestellten zu einer„Reichsgewerkschaft Deutscher Kom- munalbeamten und-angestellten" im Gesomtoerband. Genosse Lamprecht vom Berbandsvorstand der RDK. er- stattet» einen eingehenden Bericht über die mit dem Vorstand de» Gesamtverbandes geführten Vorschmelzungsverhandlungen. Im Rahmen des Gesamtverbandes ist der neuen Reichsgewerkschaft die Möglichkeit gegeben, mit größerem Nachdruck die Interessen» Vertretung der in den Kommunen beschäftigten Beamten und Angestellten auszuüben. Genosse Lomprecht ging in seinem Referat auch auf die Konzentrationsbewegung der internationalen Kopital- mächte und auf die Weltwirtschaftskrise ein, die eine stärkere organi» satorische Zusammenfassung bisher zersplitterter freigewerkschastlicher Kräfte erfordert. In der Aussprache wandten sich lediglich die Kommunisten gegen die Verschmelzung(!) der RDK. mft dem Gesamt- verband. Die Bersammlung blieb diesen sonderbaren„Einheit»- ftontveriretern" die Antwort nicht schuldig. Ausgerechnet den Kom- muniften blieb es vorbehalten, den Zusammenschluß mft den Ar- beitern und Angestellten des Gcsamtverbandes als eine„Gefahr für die Beamtenschaft" hinzustellen! Die Delegiertenoersammlung sprach sich mft 135 gegen IS Stim» wen bei 3 Stimmenenthaltungcn für die Verschmelzung mit dem Gesamtverband aus Der Bevollmächtigte des Gesamtverbandes, Genosse Schaum, begrüßt« das Abstimmungsergebnis und gab der Hoffnung auf«in erfolgreiches Zusammenarbeiten oller kommunalen Arbeitnehmer im Gcsaintnerband Ausdruck. Anschließend wählte die Generaloersammlung die Delegierter zum außerordentlichen Verbandstag in Bremen. „Nie Rowdys von Karstadt." Eine erfundene„Bluttat". Die„Rote Fahne" berichtote kürzlich(in Nr. 190) über einen angeblichen U e b e r f a l l auf einige ihrer RGO.-Funktionäre durch die„reformistischen" Arbeiterräte Diese Bchmrp- tungen sind vom ersten bis zum letzten Wort erlogen. Die SPD.-Fraktion hat berefts am Tage darauf ein Flug- b l a t t verbreftet, in dem wahrheitsgemäß der Sachoerhall dargestellt war. Daraus geht hervor, daß zwei NGO.-Funktionäre mit einem Betriebsfremden in ein Lokal in der Hasenheide kamen. in welchem einige Funktionäre mit dem Bcrbandsoertreter«in« Besprechung hatten. Das Trio begann sofort mit den wüstesten Beschimpfungen und suchte sortgesetzt unsere Genossen anzupöbeln. Die wiederholte Aufforderung, dieses Treiben Im Lokal zu unter- lassen, beantworteten die Hellten damft, daß st« handgreiflich wur» des. Sie wurden daraufhin lediglich an die frische Lust gesetzt an- Spangenschuha in braun a und Lade............... �75 Praktischer karomel-c farbiger Schnürschuh... 090 Fesche Lack- Spangen- z schuhe mit LXV Absatz 090 Bequemer Herrenschuh c in schwarz Rindbox..... �75 Solider Herrenstiefel, z bequeme Form......... 075 Original Good. Welt Braun Mostbox Herren- q schuh.................. 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Oktober, der«inen Abbau der Stundenlöhne um 3'- bis n_ Pf. vorsah, nur unter der Bedingung zugestimmt, daß die in den, tochicbsspruch- sestgeseßte Laufzeit des neuen Lohnabkommens vom 31. März 1932 aus den Schluß der ersten Lohmvochc im Januar zurückdatiert wird. In den nachmaligen Verhandlungen vor dem Schlichtungzaus- schuß kamen die Parteien schließlich überein, den Schiedsspruch in seiner vorliegenden Form anzunehmen, so daß die Lohne bei der Meierei Bolle jetzt bis zum 31. März nächsten Jahres festgelegt sind. „Reform der Reformen?" Zu dem so überschricbencn Artikel, den wir gestern im„Vor- ivärts" brachten, wird uns vom Zentraloerband der Ar- b e i t s i n v a l i d e n mitgeteilt, daß die Hinaufseßung von l 3 a u f 2 3 M a r k monatlich, die bei dem Unterstützungsbezug nicht angerechnet werden, nicht für die Sozialrenten, sondern lediglich für die Kriegsrenten gilt. Bis zum Inkrafttreten der Notverordnung vom 5. Juni war durch 8 des Arbcitslosenversicherungsgesetzcs bestimmt, daß Renten aus der Sozialversicherung und auf Grund des Reichsver- sorgungsgefctzcs auf die Arbeitslosenunterstützung nicht angerechnet werden, soweit sie im Monat den Betrag von 3 9 Mark nicht ü b e r st e i g e n. Die Notverordnung vom 5. Juni setzte diese Grenze gleichmäßig auf IS Mark im Monat her ab. Die Notverordnung vom 6. Oktober hat für die Kriegs- o p f c r insofern eine Verbesserung geschaffen, als sie bestimmt, daß von den Renten und Beihilfen nach dem Reichsvcrsorgungs- oesetz, die Beschädigte» und Hinterbliebenen auf Grund einer Kriegs- dienflbcschädigung gewährt werden, ein Betrog bis zu 2n Mark im Monat frei bleibt. Für die Sozialrenten bleibt es bei der bisherigen Grenze von IS Mark. Ernst Kranke gestorben. Am 1l. November ist der Angestellte der Berliner Orts- Verwaltung des Metallarb«iter°Verbandes, der Werkzeugmacher Ernst Franke, im Alter von S1 Jahren an den Folgen einer Operation plötzlich gestorben. Zweieinhalb Jahrzehnte stand Frank« im Vordertressen der Berliner Metallarbeiter- bewegung. Nicht nur im Kreise seiner Berufskollegen war er ein fleißiger und eifriger Berater und Mitarbeiter, er hat auch weit über diesen Kreis hinaus feine Person in den Dienst der gemein» samen Sache gestellt. Ueberall hat er insolge seines ausgeprägten K.imeradschastsgefllhls in fleißiger und emsiger Mitarbeit fein Bestes für seine' Kollegen und sür seine Organisation hergegeben. Er war immer, wenn es um die gemeinsame Sache ging, ein ganzer Mann, so daß er der jungen Generation als ein Beispiel treuer Pflicht- erfüllung gelten kann. Funktionäre zum VBMI-Gpruch Verirauen zur Organisation. Der Lohnschiedsspruch sür die Berliner Metall- i n d u st r i e stand gestern abend in einer Versammlung der Funktionäre der LBMJ.-Betriebe in den Kammersälen zur Entscheidung. Der Beoollmächtigte des Metallarb eitor-Verband es, Genosse Eckert, ging bei seiner Berichterstattung über die Schlichtungsver- Handlungen besonders ans die Begründung ein, die Gewerbe- rat Körner zu dem Schiedsspruch gegeben Hot. Diese Begründung entspricht einem wirklichen volkswirtschaftlichen Denken. Gewerbe- rat.Körner lzat mit diesem Schiedsspruch den heute leider u n g e- w ö h n l i ch e n Versuch gemacht, das Problem der Selbsttosten- senkung nicht losgelöst von der Notwendigkeit zu betrachten, den Metallarbeitern die Mittel zu sichern, mit denen die menschliche Ar- beitskrost reproduziert wird, wie Essen, Trinken, Kleidung, Wohnung. Der Schiedsspruch bedeutet, daß die ökonomische Einsicht, deren Tröger die Gewerkschaften sind, endlich einmal auch von einer Schlichtungsinstanz anerkannt wird. Der Schiedsspruch ist ein weithin sichtbares Haltesignal, das nicht ohne Einfluß auf die Träger der staatlichen Arbeitspolitik, aber auch nicht ohne Einfluß auf die Arbeiterschaft bleiben kann. Neben den Mctallindustriellen ist die NGO. über den Schieds- spruch aus das unangenehmste überrascht. Sie ist geradezu fasiunqs- los geworden. Die NGO. erklärt den Schiedsspruch, nachdem ihr zunächst die Sprache darüber stockte, jetzt als das Produkt der Angst vor dem„roten" Metallarbeiter-Verband und seinen„Streiks"! Da die RGO.-Strategen den Lohnabbau zu ihrer Hetze gegen die Ge- werkschaften unbedingt brauchen, der Lohnabbau aber diesmal wider ihr Erwarten ausgeblieben ist, stellt sie jetzt die ebenso blödsinnige wie infame Behauptung auf, die Gewerkschaften seien trotz des Schiedsspruches für den Abbau der Metallarbeiterlöhne. Genau wie im vorigen Kampf der Berliner Metallarbeiter die Taktik der RGO. zusammenbrach, die von der Annahme ausging, der Deutsche Metallarbciter-Verlwnd würde niemals streiken, so ist ihre Strategie auch in dieser Bewegung über den Haufen geworfen worden durch einen Schiedsspruch, der das Ergebnis der Bemühungen der Gewerk- schasten ist, in der deutschen Lohnpolitik eine Wendung herbeizu- führen. Nichts hat deutlicher als diese Bewegung gezeigt, daß die Reihen der Gewerkschaften nicht nur geschlossen bleiben, sondern noch fester gefügt werden müssen. Im Anschluß geißelte der Bevollmächtigte, Genosse II r ich. die unsinnigen Preisunterschiede auf dem Welt- und Binnenmarkt. Der Unterschied zwischen den Eisenpreisen auf dem Welt- markt und den deutschen Eisenpreisen beweist z. B., daß es ganz andere Mittel zur Senkung der Gestehungskosten gibt, als den Lohnabbau. Wenn von den Metallindustrjellen gefordert wurde, den Hilfsarbeitern in ihren Betrieben von ihren 24 Mark Nettolohn, den sie bei der 36stündigen Arbeitszeit nur erzielen, noch wesentliche Abzüge zu machen, dann zeigt dos, wie es mit der wirtschaftlichen Vernunft der Berliner Metall- industriellen bestellt ist. Mitleidiges Lächeln erweckten die kommunistischen Diskussions- redner, die entsprechende Aufforderung der REO. für A b l« h- nung des Schiedsspruchesandlungen vor dem Schlichter beigelegt worden. Mit einigen Acndcrungcn ist der Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses bzw. dos Ergebnis der letzten Parteiverhandlungen als Tarifvertrag ab- g e s ch lo s s e n worden. Hinsichllich der Arbeitszeit, die nach dem Schiedsspruch variabel zwischen 49 und 48 Stunden sein sollte, wurde vereinbart, daß die wöchentliche Arbeitszeit nicht unter 43 Stunden liegen darf. lieber den S o» d e r t a r i f für die dienstälteren Arbeiter der Berliner Hasen- und Logerhaus AG.(Behala) wurde gleichfalls «ine Verständigung erzielt. Der Sondervertrag soll unverändert bis zum 39. September 1932 in Kraft bleiben. Wie auf Helgoland gespart wird. Da AfA-Ortskartell in Helgoland schreibt uns: Das Wasserbauamt T ö n n i g, Büro für Ufcrschutzbauton, hat einen Polier gekündigt, der seit über 2 9 Jahre bei der Preußischen Wasserbauverwaltung im Angestelltenverhältnis tätig ist. Die Kündigung erfolgte zum Zwecke der Herabgrup- pierung und Weiterbeschäftigung als Vorar- beiter in Lohngruppe 1 1. Nach den bereits vorgenommenen Lohnkürzungen eine weitere empfindliche Schlcchtcrstcllung. Die infolge langer Dienstzeit erworbenen Rechte eines Dauerangestellten. der Kündigungsschutz insbesondere, fallen dann fort und der Angestellte muß aus der Angestelltenversicherung aus- scheiden. Da noch immer 22 ständige und 7 unständige Arbeiter und Handwerker unter Leitung eines Baurats beschäftigt werden, kann die Polierstelle nicht überflüssig sein. Es ist jedenfalls unbillig, einen langjährigen Angestellten derart zu behandeln. O Freie Gewerkschafts-Zugend Berlin Heute. W/i Uhl, tagen die Gruppen:?dler»haf: Gruppenheim Adl-r-.. Hof, Bismarckstr. l. Lustiges von Friedet Hall.— Nsrdriag: gugena.' heim. Schule Sonnenburger Str.?0. Aua dem»Unstlerleden.— Sei. niclendorf.Oft: Jugendheim Lindauer Straste'' platten durch die Welt.— Süden:? angriff der Unternehmer gegen die er Straße(Baracken). Mit Buch und(Schall. : Jugendheim Wassert orstr. 9. Der Genero). ite Ge werlschaften.— Shaelottendu rg: Ju. gciidhrim Sprcestr. 10. Proletarische Frauenbewegung.— Zeppelinplag: Ju, gendheim Turiner Ecke Scestraße. Nie wieder Krieg!— Aermauaplatz: Jugend. beim Sanderstr. II, Ecke Hodrechtstraßc. Herina» ciplaj) funkt.— Treptow: (am Bahnhof Treptow). Der Fünüahresplon.— Sien- Jugendheim Elfenstr. 3 � kölln: Jugendheim Treptower Str. 90. Das Sofortprogramm der Gcwcrkfchaften. — Iagendgruppe des Gesamtnrrbande», Fachgruppe Kandelsgewerb«: Jugend. heim Koppenstr. S4. Lichtbildervortrag: Fachgruppe Haudelsgewer „Mit einem Auto durch Berlin' Iugolldqruppe des Zentralverbandes de? Angestcllten m___— vftl) Südwest: Jugendheim Porckstr. ll(2. Hos, Quergebdude. 1 Trevpe, Zimmer 5). Revolulionsgedenkahend.— Heute tagt die Berlsnre Druckerei, und Berlogsgeselischaft m. b. H. von 2» bis 22 Uhr im Jugevdhcini Ebcrtystr. 12.— Unlere Photo-Arbeitsgemeinschast kommt heute um 20 Ulr im Berbandshaus zusammen.— Die Versammlung der Eportabteilung findet nicht heute, sondern erst am nächsten Freitag, dem 20. November, im Verband*. Hause statt. SuppeiMinetn 79 krisch........ ll.'ä. tos Uip| Sm WIWSImer ojg mnsimsner q�|q PM von Wurstwaren Hausrnacher-SUIze. Pfi 0,45 Speckwurst........... Ptd.0,72 Blut- und leberwurstPH. 0,64 Dampfwurst........... Pti 0,85 Landleberwurst..... P(10,78 Mettwurst Preotiw. zpt. Pfd. 0,92 Jagdwurst............. pm- 0,92 Wiener Würstchen..Pfd. 1,00 Schinkenpolnische..Pfd. 0,93 ff. Leberwurst......... Pfd. 1,1 6 Zervelat«der z,i Pfd. 1,24 T ee wurst fein.......... Pfd. 1 ,28 Gänseleberwurst R Pfd. 0,48 Gänsebrust seteimitiKi.'llPfd. 0,65 Rollschinken.......'/«Pfd. 0,44 Schinkenspeck...... Pfd. 1,35 Fetter Speck......... Pfd. 0,88 Mager. Speck oJtipp.,Pfd. 1,05 Gekochter Schinken mits«*#»*«,>/«?«. 0,35 Kolonialwaren Mehl................... Pfd. 0,22 Auszugmehl.......... Pfd. 0,24 Suitanas............... Pfd. 0,40 Brasil-Reis............ Ltd. 0,20 Linsen................ apid. 0,25 Weisse Bohqen... 2Pfd. 0,25 Viktoria-Erbsen... 2 Pia 0,35 Eier-Fadennudeln... Pfd. 0,48 Backobst......... Pfd. von 0,33 Pflaumen gelrockn.Pld.vun 0,24 Aprikosen getrocknet, Pfd. 0,60 Pfirsiche petrooknot... Pld. 0,62 Kaffee-Ersatzmischung 2(1%...Pfd. 0,58 dOV- Pfd. 1,10 Kaffee(riech gabrannt. Pfd.v. 1.80 Tee lose................ 25-0,18 Konfitüre Himer oa. 2 Pfd. Johannisbeer............ 1,10 Aprikosen................ 1,10 Kirsch...................... 1 ,25 Orange..................... 1,25 Erdbeer.................... 1,25 Auszugmehi Stadion rot, B.PM..BU.1, 30 2.P(d..Btl 0,54 Obst und Spinat.............. 3 Pfd. 0,28 Schwarzwurzel..... 2 P(d. 0 45 Rosenkohl........... 2 Pfd. 0,26 Feldsalat.............. Pfd. 0,25 Grünkohl............ 3 Pfd. 0,1 8 Märkische Rübchen Pfd. 0,06 Kohlrüben............ Pfd. 0,05 Zwiebeln............ SP«. 0.25 Gemüse Möhren(jeTiscIien.... 3 Pfd 0.10 Tafeiäpfel............. Pfd. 0,25 Kochäpfel grosse..,. 3 Pfd. 0,28 Erdnüsse.............. Pfd. 0,25 Walnüsse.............. Pfd. 0,35 Paranüsse............ Pfd. 0,45 Bananen......... ,...2Pfd 0,63 Zitron sn-.t......... titi vcn 0 20 Rot-, Weiss- oder Wirsingkohl pta. 0,05 Kalbskamm* Boiig, Pfd.-». 0,54 Kalbtrücken od.-Brust ohne Beilage......... Pfd. von 0,64 Kalbskeule m« S Pfund sohwer, ganz od. geteilt, Pf±v. 0,74 Kalbskotelett.... Pfd. von 1,20 Kalbsschnitzel..Pfd. von 1,60 Kalbsroulade geroUt.P(d.T. 1,1 4 Suppenfleisch...Pfd. von 0,58 Schmorfl.o.KnoohL,Pfd. von 0,88 Rouladen.......... Pfd. von 0,98 Roastbeef olmeKn.,Pfd. von 1,13 Rinderbacken o. Kn, Pld.0.44 Rinderherzen......... Pfd. 0.44 Rinderlungen........ Pfd. 0,32 Frisches Fleisch Euter...................Ptd.0,34 Hammel■»•rterlleleeh. Pfd.?. 0,68 SchwelnebauchaBi«. Pfd. 0,68 Schwolneblatt aBig.m 0,70 Schwelne8Chlnk.mttWn,PH.0,74 Schweinekamm oder -Schuft ohn« Beiloge... Pfd. 0,82 Schweinokotelett P'd-*. 0,84 Kasseler mild..... Pfd. von o,74 Schweineköpfe m.Baeia,PM. 0,38 Rückenfett bratferüg, Pfd. 0,68 Schweinenieren...... Pfd. 0,74 Schmorfleisch».lM»ir..W4r. 0,84 Rinderleber gefroren.. Pfd. 0,98 Mastgänse 0,78 Gänseriimpfej on Schweizer j aa Käse �rvLlyllli Moteeibufler...1,10 Billige Bowlen- und Tischweine Preis- ohne rusche l930erEdenkobener-nr Bowle............... ss, FL 0,68 iofi 6,50 TrelserTreppchenod.Montagna-Rotwein'Ji fi.0,85 10 PI. 8,00 1929 er Senheimer Lay od, Liebfraumilch'/, PL 1,25 1019.12,00 1929er Brauneberger Riesling............ n. 1,45 io Fi. 14.00 Burgund. Nuit8od.UerzigerWUrzgart.Ur»iici<,';iPL2,00 10 FL 18, 50 Spezial-Apfelwein nitorrein, rur Kur........... Ltr. 0,48 lOLtr. 4,50 Roter Johannisbeerwein«t*«, gute Qniiiut, Ltr. 0,75 sur. 3,50 Roter Tarragona»ehr gute Qnaiuit............ tir. 1,10 5Ur.5,26 Erdbeer- oder Kirschwein.................... Ltr.1,10 SLtr. 5,25 1938 er RholnpfÜlsar Tischwcin P lasche OySO 10 Flaschen S|80 DeutsehsrWainäTanil od. Jama!ce-Rum«Verachn«t 4C% Liter 4,60 ö Liter 22,50 238 Wild und Geflügel Hirschrücken....... Pfd. 0,68 Wildragout........... Pfd. 0,28 Hirschkeule.......... Pfd. 0,85 Rehblatt................ Pfd. 0,88 Rehrücken od.-keulePfd. 1,45 Wildschweinblatt....Pf4 0,88 WildschweinrUcken Pfd. 0,88 Hasen geatr.». ansgei», Pfd. 0,95 Gänsekeulen........ Pfd. 1,20 GänsestückenfleischPid 0,85 Gänsehautfett........ pm. 1,10 Gänseklein o. Magev, staet 0,86 Kaninchenerrtreiftund anngeirorfrn............ Pfd. 0,80| Fische und Räucherwaren "Grüne Heringe... 3 pfd.0,62 Flundern gei4nchert..Biuid 0,20 •Rotbars tm ganv«o....Pfd. 0,14 •Kabeljau Kr,o.iL.Ug,Pfd.T.0,1 6 •Seelachs-r.o.oodti.g.i'id,« 0,20 •Schellfisch mit Kopf, Pfd. 0,20 •Fltot von Kabeljau...'...Pld. 0,32 'Amurlachs p«r..U Mt». 0,45 •Leb. Hechte.......... Pfd. 0,88 "Schollen....... 3 Pfd. von 0,28 *ln all»» Htotern auiter Andrsaisfrstie Bücklinge.......... Pfd.?«» 0.35 Schellfisch geriachert, Pfd. 0.38 SeSlaChSgergiiehart....Pfd. 0 38 Rotbars gerdnehart..... Pfd. 0.38 Sprotten Kiste brutto t netto 0,34 IvassiL mnTwik» fSirdmwart),OoMO,35 Sprotten tu 0el...2 Dosen 0.95 Norw. Heringe inTMiatM Dom 0,53 j"Lebende Karpfen................... Pfch von 0,65 Käse und Fette Camembert voiif., Schacht 0,1 8 Edamer«»/«....... Pfd. von 0,68 Harzerkäse........... Pfd. 0,32 Briekäse roiifett....... pid. 0�72 Tilsiter vollfett......... Pfd. 0,68 Münster-Käse voii/ett Pfd. o!84 Steinbuscher roiifett Pfd. 0,68 Bratenschmalz...... Pfd. 0 55 Holländer«"/«....pm. von 0,68 lll-ti.(!>lit«-d«Marken butteri>i,15 Spinat...................... 0,42 Apfelmus tafelfertig....... o'55 Span. Aprikosen'/.Pruchi 0�88 Erdbeeren............... i.10 Sauerkirschen mit stein 0 90 Freissel beeren......... 0.85 Reineclauden............ o,98 Mirabellen................. i]io Ananaj In Scheiben........ 110 Gemüseerbsen Poe« 0,52