BERLIN Sonnabend 14. November 1931 10 Pf. Tit. 536 B 266 48. Zahrganj» ErscheinttSalich außerSonntagS. Zugleich Ab-»duo«gab- de«..Borwäets'. Bezug«vrels für beide Auggadcn 8ü Pf. pro Woche, SM M, pro Mona« ;he sozialdemokratischer Wahlkreis« durch Zentrumshilfe sicherte. Da» war für die damalige Zeit ein tapferes Unternehmen. für das ihm jahrelang die Anfeindung durch das kaiserliche System sicher war. Räch dem Kriege hat Müller-Fu�da noch der Nationalversamm- lung von Weimar angehört. Dann Hot er nicht mehr kandidiert. Die Gtraßenkämpse (Fortsetzung von der I.Seite.) kreuzler aus. Die Bande teilte sich und nahm an beiden Straßenecken Aufstellung. Als einige Arbeiter, die zur Frühschicht wollten, den SIraßenabschnitt passierten, wurden sie von den Burschen ohne jeden Grund überfallen. Mit dem Ruf:„Nieder mit der K o n: m u n e" schlug die Hitler-Meut« die Arbeiter zu Br-dcri. Dasselbe Schicksal ereilte zwei Passanten, die einige Minute» später vorüberkamen. Als eine Polizeistreise ein- griff, die alsbald durch das alarmierte Uebcrfallkommando Unter- stiitzung erhielt, flüchteten die nationalsozialistischen Rowdys. Bei der Verfolgung konnten acht Mann fest genommen und der Politischen Polizei übergeben werden. Von den Ueberfallenen hat,>.en zwei so erhebliche Kopf- und Kinnverletzungen erlitten, daß sie zur nächsten Rettungsstelle gebracht werden mußten. Blutige Schlägerei in Würzburg. München. 14. November.(Eigenbericht.) In Würzburg kam es in der Nacht zum Sonnabend auf der Julius-Promenade zwischen drei nationalsoziali st ischen Studenten und mehreren K o m m u n i st e n zu einer blutigen Schlägerei. Es wurde auch geschossen. Ein Kommunist erhielt einen lebensgefährlichen Bauchschuß, ein Student trug schwere Kopf- und Bauchverletzungen davon. Im Klagges-Lande. Braunschweig, 14. November.(Eigenbericht.) In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend übten sich Braun- schweizer SA.- Formationen wieder einmal in terroristischen Akten. Ein Teil der Zugangstraßen um Braunschweig war von Posten besetzt. Radfahrer und Passanten muhten sich„a u f Waffen" durchsuchen lassen Die Hakenkreuzler nahmen auch„Haussuchungen" in dem Arbeitervorort R a u t h e i m vor. Dort sollten Marxisten ausgestöbert werden. Da die Polizei versagte, war sehr bald das Reichsbanner zur Stelle, um die be- drohten, vielfach bereits geflüchteten Rauthcimer Arbeiter zu schützen. Hitlers Geldgeber. Es wird bei der Schwerindustrie geschnorrt. Während die Goebbels, Straßer und Co. den nationalsozia- listischen Arbeitern erzählen müssen, daß die Hitler-Partei nichts mit der sozialen Reaktion zu tun habe, reist Herr Gottfried Feder im Auftrag von Hitler im Lande umher, um die so- ziale Reaktion der Bundestreue Hitlers zu versichern und dabei das Geld der Scharfmacher locker zu machen. Am 23. Oktober sprach er in Essen auf einer„Wirtschafts- konferenz" vor der Auslese der Scharfmacher. Es nahmen an der Konferenz teil: Bankdirektor Ho ff meister, Hamborn: Direktor Riedel, Est«»: Direktor Storkebaum, Essen: Prokurist Lang, Ober- hausen: Brauereidirettor G. Rose. Essen: Generaldirektor Wiß- kott, Inhaber zahlreicher Aufsichtsratsposten: Direktor Wener, Oberhausen: Dr. H o l t h ö f e r, Oberhausen: Tengelmann aus Dortmund, einer der verhaßtesten Schwerindustriellen: Freiherr � v. L oe, Essen; Direktor Kuhn, Essen-, Oberbaurat Swirzeln, Oberhausen: Bergwerksdirettor Beckmann. Essen: Generaldirektor des„Dochumer Vereins" Rose. Essen-, Major v. Höllisch, Hamborn: Generaldirektor Wiemacke r.- Wer zweifelt noch, daß die ganze Partei des Herrn Hitler eine einzige große gelbe Bewegung ist, die von den Scharfmachern be- zahlt wird, damit sie die Arbeiterorganisationen bekämpft? Der Mord um nichts Wie der Chauffeur ermordet wurde.— Die Täter wollten ihre Rerven zeigen Die schnelle Aufklärung des furchtbaren Verbrechens, da» In der vergangenen Sonnkagnachl an dem Chauffeur Pohl verübt wurde. besciligk alle Kombinationen, die an diese Mordtat geknüpft wurden. Am Dienstag wurde der 21 Jahre alte Streckenarbeiter Her» mann Witt stock von der Mordkommission festgenommen. Durch sein Gerede hatte er sich bei seinen Arbeitskollegen verdächtig gemacht. Als die Polizei davon erfuhr und ihn festnahm, bestritt er, von der Tat Irgend etwas zu wissen. Im Laufe der Untersuchung wurden aber so viel Indizien zusammengetragen, daß er, wie mit- geteilt, am Freitagabend das Geständnis ablegte. Sein Freund Paul Rohrbach, dessen Namen zu nennen er sich weigerte, wurde am Donnerstag bei einer Razzia festgenommen. Bei seinem gestrigen Verhör erklärte er, daß er in der Mordnacht, am 7. November, an der Endhaltestelle der Straßenbahn in Buch- holz gestanden habe. Sechs Stunden habe er hier auf seinen Vater gewartet, der ihm versprochen habe, ihn zu besuchen. Rohrbach ist seit anderthalb Jahren arbeitslos. Als er nach Berlin kam, fand er Beschäftigung als Nachtwächter. Diesen Posten hat er sofort wieder aufgegeben und lebte seit der Zeit von Unterstützungen. Mit einem Freunde zusammen pachtete er sich eine Laube beiBuch- holz. Bei einer Durchsuchung seiner Laube fand man nichts, was ihn hätte schwer belasten können. Seine wenigen Kleidungsstücke und besonders die Schuhe waren gereinigt. Anders war es bei W i t t st o ck. An seiner Hose waren sechs bis sieben Blutflecke zu finden, seine Sonntagsstiefel waren mit Lehm beschmiert Als Streckenarbeiter verdient er 33 M- in der Woche, 15 M. gibt er an seine Mutter ab, 6 bis 7 M. gebraucht er wöchentlich für Ziga- retten. Trotz seiner 21 Jahre ist er bereits seit zwei Iahren v e r- heiratet, und lebt seit einem Jahre von seiner Frau getrennt. Von seinem Lohne hat er auch seinen Freund Paul noch freihalten müssen. Die beiden planten, den Brot- wagen einer Bäckerei zu überfallen. Es blieb aber beim Versuch. Wittstock konnte die Waffe, die ihm Rohrbach gegeben halle, nicht bedienen. Mit etwa 10 M. in der Tasche beschlossen beide, nach Berlin hineinzufahren und sich zu amüsieren. Sie tranken mehrere Glas Bier, besuchten ein Kino und hatten zum Schluß nur noch 75 Pf. Auf dem Rückwege wurde ein neuer Plan gefaßt. Ein Droschkenchaufseur sollte überfallen und beraubt werden. Nach den Angaben von wittstock hat ihm sein Freund Paul die heftigsten vorwürfe gemacht, daß er„keine Nerven" habe. Er. Paul, wolle ihm zeigen, was er für eiserne Nerven habe. Aus einem Lokal, in dem Wittstock bekannt war, holte er eine Flasche Wein, die er schuldig blieb. Beide tranken sie auf der Straße aus. Gegen>�12 Uhr kamen sie in Pankow an und forderten Pohl zur Fahrt auf. Dieser ließ sich schließlich überreden. Noch in der Droschke besprachen sie beide, wie man„die Sache" machen wollte. Kurz vor dem Vorwerk Sperlingslust ließe i, sie die Taxe halten. Angeblich, damit die Leute dort nicht sehen sollten, daß sie mit einer Droschke nach Hause gekommen wären. Rohrbach hat den ersten Schuß auf Pohl abgegeben. Als dieser aus der Chaussee taumelte und bat. man solle ihn leben lassen, feuerte Paul da« zweilemal und traf ihn in» herz. Sie raubten ihm die vriestasche. dann schleppten sie die Leiche, weil in der Ferne die Lichter anderer Wagen auftauchten, in den Graben. Wie die Zeugen richtig beobachtet haben, sind beide eilenden Schrittes nach dem Bahnhof Karow gelaufen. Hier untersuchten sie die Brieftasche und mußten nun feststellen, daß sie leer war. An der Panke trennten sie sich und gingen auseinander. Wittstock sollte am Sonntagfrüh Butter, Wurst und Brot seiner Mutter fortnehmen und Rohrbach in die Laube bringen. Er gehorchte auch, konnte aber seinen Freund nicht antreffen. Rohrbach will die Brieftasche im Ofen seiner Laube verbrannt haben. Die Waffe, die man bei ihm fand, ist nach dem vorläufigen Gutachten der Sach- verständigen nicht zur Tat benutzt worden. Er muß also eine zweite Waffe besessen haben. Wo diese sich befindet, weiß man noch nicht. Im Laufe des heutigen Tages wird R o h r b a ch, der vor- läufig die Tat noch bestreitst, erneut einem Kreuzverhör unterzogen werden. Später wird er dann seinem Freunde Wittstock gegenüber- gestellt. Favag-Aufsichtsrat Oer Aufs?ch« Freien Schwimmer Charlottenburg bei ihrem Novemberschwimmfest im Volkebad Charlottenburg, Krummestraße tl), auf. In drei Stunden, solange dauert das Schwimmfest, wollen morgen die Charlotten- burger beweisen, daß man auch heute noch, trotz der schlechten Wirt- schastslage, etwas zu bieten vermag. In volkstümlichen Vor- führungen, sei es der Frauenkunstreigen, die Rettungsvorführungen, die interessanten Tauch- und Paddelstafetten oder die zahlreichen Wettkämpfe aller Altersklassen wird ausgezeichneter Sport geboten. Uebcr 300 Schwimmer aus 22 Vereinen gehen an den Start, darunter find die besten Berliner und auswärtigen Sportler. Im Kunstspringen treffen wieder die beiden deutschen Olympiaspringer, Greusing-Lichtenberg und Nachtigall-jzellas zusammen. Greusing, den Sieger im olympischen Turmspringen, er- warten wir als knappen Sieger vor dem alten Kämpen Nachtigall. Köhn-Oberspree dürfte Dritter werden. Stoffeln und Einzelwett- kämpfe wechseln in bunter Folge. Die Eröffnungsbruststaffel 10 X 50 Meter sieht Hellas, Freiheit, Spandau, Lichtenberg. Mitte und Charlottenburg am Start. Ein Duell gibt es in der Lagen- ftqffel 3 X 100 Meter zwischen Hellas und Charlottenburg, bei dem Freiheit nicht ganz wird mithalten können. Stark belegt sind die Iugendschwimmen und die Wettkämpfe der L-Klasse. Die Ruder- und Kanuvereine beteiligen sich zahlreich an einer 4 X 50- Meter- * Bruststaffel und einem 60-Meter-Frauenbrustschwimmen. Den Abschluß bilden die Wasserballspiele, die Spezialität der Charlottenburger. Die erfolgreiche Dundesmeister- Mannschaft, die auch bei der Wiener Olympiade, als deutsche Ländervertretung gute Erfolge gegen Frankreich, Ungarn und der Tschechoslowakei erzielte und nur das Entscheidungsspiel gegen die österreichische Mannschaft verlor, spielt auch morgen und will ihr Können gegen Berlins zweitbeste Wasserballmannschaft Hellas und gegen Union unter Beweis stellen. Eintrittspreis 75 Pf.. Erwerbs- lose 50 Pf. Anläßlich des einjährigen Bestehen» der 2.. Zrauenabteilung Freie Scholle(Frauen über 25 Jahre) veranstaltet die Freie Spart- Vereinigung Tegel 1890 e. V. morgen, Sonntag, einen Werbe- »ach mittag in der Turnhalle de« Lyzeums Tegel. Graf-Roedern- l Sonntag Korso. In bunter Reihenfolge werden alle Abteilungen des Vereins einen Ausschnitt aus ihrem Uebungsbetrieb zum Besten geben. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Alle Partei- und Gewerkschaftsgenossen sind zu dieser Werbever- anstaltung herzlich eingeladen. Serienspiele im Arbeiler-wasserball. Am Sonntagabend kommen im Luttabad weitere wichtige Spiel« in der neuen Serie zum Austrag. Berlin XII hat durch seinen Sieg im Spandauer Blitzturnier eine klare Verbesserung erkennen lassen und wird für Union ein schwerer Gegner sein. Beginn des Spiels 20 Uhr. Frei- heit spielt um 22 Uhr gegen Möwe und muß schon sehr viel leisten, um gegen diese routimerte, schnelle Mannschaft zu bestehen. Vezirksricgenkegeln der Arbeiterfegler. Morgen, Sonntag, treten die Arbeiterkegler des Bezirks Berlin zum ersten Treffen um die Feststellung der Bezirksriege an. Der Kampf geht über 100 Kugeln in die Vollen(4 Bahnen je 25 Kugeln) und findet im Keglerheim„Mittelpunkt der Erde" in Oberschäneweide, An der Wuhlheidc 132— 154, statt; zu erreichen mit Straßenbahn 87, 187, 95 bis Oberschöneweide, Wasserwert, oder mit Stadtbahn bis Wühl- Heide(Sadowa) und 15 Minuten Woldweg durch das Ostendgestell. Startzelten:„Kampfhäyne" 9 Uhr,„Freie Schwimmer"-Spandau 9.50 Uhr,„Vorwärts" 10.20 Uhr,„Hohe Kante"°Eichwaldö 11.30 Uhr.„Zu spitz" 12 Uhr.„Frei weg" 1925 12.40 Uhr. „Knorke" 13.50 Uhr,„Rührige Mannschaft" 14.40 Uhr„Frei Holz"- Spandau lö.10 Uhr,„Frei weg' Brandenburg l7.30 Uhr. Ab 14 Uhr je ein« Bahn für Gäste- und Frauentegeln. Nach Schluß de, Kegeln, geselliges Beisammensein. Pholoausstellung der Naturfreunde. Vom 13. November bis 6. Dezember zeigt die Photogemcinschaft des Touristenvereins„Die Naturfreunde" in den eigenen Räumen, Berlin, Johannisstr. 15, ihre Photo-Jahresschau. Bei dem allgemeinen Interesse, daß heute ihre Photo-Jahresschau. Bei dem allgemeinen Interesse, da» heute stellung sehr lohnenswert. Sie ist geöffnet werktags von 10 bis 21 Uhr, Sonntags von 10 bis 20 Uhr, Unkostenbestrag 10 Ps. wer fährt m» den Naturfreunde«? Die nächste Wanderung. die die Jührerssktion des Tourtstenvereins„Die Naturfreunde" -Sonntag, 15. November, veranstaltet, führt durch das Stromgebiet der wendischen Spree. Treskpunkt 9 Uhr Wendenschloß, an der Endstation der Straßenbahnlinie 83.(Anschluß m Köpenick, Stadt- bahn.) Rückfahrt von Müggelheim mit Autobus 43. Fahrgeld 60 bi« 80 Pf. Gäste herzlich willkommen. Arbeilerschoch. Am Sonntag, 10 Uhr, wird in der �-Gruppe der Freien Arbeiter-Schochvereinigung Groß-Berlin die dritte Runde der Mannschaftswellkämpf« unter Teilnahme folgender Abteilungen gespielt: Abteilung Kreuzberg gegen Wedding, Plan- user 75/76 bei Krepp: Weißensee gegen Humboldthain, Lehder Straße 22 bei Gallas: Treptow 1 gegen Lichtenberg 1. Elsenstr. 100 bei Döhling: Westend gegen Prenzlauer Berg, Sophie-Charlotte- Straße 88 bei Jamin: Friedrtchshain 1 gegen Eharlottenburg 1, Strahmann-Str. 42 bei Albrecht. r Trabrennen zu Mariendorf. Vor Beginn der Winterkampagne wird in Moriendors am morgigen Sonntag, 14 Uhr. zum Schluß der offiziellen Trabrennfaison der Hindenburg-Pokal als letzte Zuchtprüfung des Jahres gelaufen. KlC~ Mcisicrschafien des„Reichskarteiis Republik" Die Ergebnisse der vom„Reichskartell Republik", Bund der republikanischen Kletnkaliber-SchützeNvcrelne Deutschlands, veran- stalteten Bundesmeisterschaften liegen jetzt vor. Dle Wettkämpfe wurden unter sehr starker Beteiligung auf den heimatlichen Ständen der Ortsvereine ausgetragen. Wenn man berücksichtigt, daß im„Reichskartell Republik" zum ersten Male Meisterschaften auegeschrieben waren, daß nur mit gebrauchsüblichen einfachen KK-Büchsen und ohne optische und mechanische Hilfsmittel geschossen wurde, dann kann man mit dem Erreichten sehr zufrieden sein. Die Ersten der Wettkämpfe erhielten den Titel„Bundesmeister" und die sechs Besten eine Ehrenurkunde des Reichskartelle. Die Resultate der ersten Drei find folgende: S«»auialeitslchl«kcn(50 Meter, i« 10 Schub liegend, kniend, stehend frei. Sändlg, erreichbar 800 Ringe): 1. Ncland.Altona 204; 2. Schulz, Altana 231: . Svlic-gardt.L-ndsberg a. d W. 242.— Schnclllcucrlchichcn(50 Meter, 4mal 5 Schuß in se 50 Sek.. erreichbar 200 Ringe): 1. Oestreich.Landeberg a. d. W. 185: 2. Roland-Altana 182; 8. Strabel. Magdeburg 179.— Genauigkeit«. Manoschafts» lchiehen(50 Meter, 8 Mann ie 10 Schub liegend, kniend, stellend freihändig, er- rcichbar 900 Ringe): I. Hamburg 10 700; 2. Altona 095; 8. Rarlheim OSO.— Schuellseuer-ManaschafteschieKen(3 Mann je 4 mal 5 Schuß, erreichbar 600 Ringe): 1. Altona 520; 2. Landeberg a. d. W. 516; 8. Magdeburg, Wilhelm. stadt 468.— Piftolenschießc»<30 Meter, Zmal 10 Schuß auf Iber-Scheibe, erreich. bar 800 Ringe): 1. stapv-Dnrmstadt 222; 2. Epliesgardt-Landeberg a. W. 218: 3. zenale-Landoberg a. d. W. 178. Die Meisterschaften für das vorwiegend in Bayern und Sachsen gepflegt« Zimmer st utzen-Schießen fielen nach Nörblingen und München. Das Springhiraier Im Springturnier in den Aaiserdammhallen sah man im Preis des Reichspräsidenten sehr gute Leistungen. Es entspann sich ein außerordentlich harter Kamps zwischen den Offizieren der Schutzpolizei und denen der Reichs- wehr. Da mehrere Pferde den Kurs fehlerfrei absolvierten, ent- schied die bessere Zeit. Sieger blieb Rittmeister von Jena auf Herrscher, der sein Pferd in 52 Sekunden über die Bahn brachte. Reichen Beifall fand auch dos Mannschaftsspringen, das auf un- gesattelten Pferden zum Austrag kam. Der Abend brachte«inen Preis der Zuchtgebiete, bei denep Hannooer siegreich blieb, doch konnte die letzte Abteilung lm Endkampf nicht konkurrieren, weil der Vertreter der Polizei nicht rechtzeitig zur Stelle war. Als Glanzpunkt des Abends hatte man sich eine Modenschau gedacht. die auch vielleicht ganz nett verlaufen wäre, wenn nicht Elsa Herzog sie am Mikrophon erläutert hätte. Man muß bedenken, diese Deranstaltung fand im Rahmen der Winterhilfe statt und Frau Herzog sprach Worte wie:„Der Chauffeur ist die beste Visitenkarte für die Frau." Ferner erzählte sie, daß ein öfter- reichischer Erzherzog nur im zerrissenen Rock auf die Jagd ging. Warum wurde das erzählt? Soll die Winterhilfe ihm vielleicht einen neuen besorgen? Das Publikum, soweit es nicht aus der Konfektion stammte und ja schließlich die eigene Veranstaltung ofsiziell nicht lächerlich finden durfte, lehnte Frau Herzogs Worte einmütig ab. Eishockey im Sportpalast. Bei dem gestern ausgetragenen Reronchekampf zwischen dem Berliner Schlittschuh-Club und dem SC. Rießersee siegte der BSC. mit S: 2(1:1, 1:0, 1:1) Toren. Sieger im Blitzturnier wurhe Brandenburg vor den Schlitt- fchuh-Club-Reserven durch da« bessere Torverhältnis bei je 5: 1 Punkten. Ergebnisse der zweiten Serie: Schlittschuh-Club— BSB.-Tegel 3:0(0:0), Brandenburg— SEE. 6:1(2: 0), BEB.- Tegel— SEE. 3:1(1:1). Das Haus hatte sehr schwachen Besuch. Hockey. Di« Spiele Derein für Leibesübungen Ostring 1 gegen Freie Turnerschaft Groß-Berlin Tempelhos 1 und Ostring 2 gegen den Freien Hockey-Club Spandau 1 sind nach Platz Ost, Laster st raße. verlegt. Maczyvski wieder gestürzt. Der beliebte Berliner Sechstoge- fahrer, der erst beim letzten Sechstagerennen im Sportpalast bei einem Sturz schwere Gesichtsverletzungen davontrug, hatte das Un- glück, beim gestern in Stuttgart gestarteten Sechstagerennen zum zweiten Male aufs Gesicht zu stürzen. Die alten, noch nicht vec- heilten Wunden brachen wieder auf. er mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Radfahrer„Salidarität". Touren am Sanntag, 15. November. 2. Abt.: Rad. und Araftf., nach Mahladorf(Dräger). Start! Radf. 18 Uhr. Kreil'. 10 Uhr, Rohde, Dieffenbachftr. 30. 8. Abt.:- Hirfchgarten, Start 18 Uqr, Mariannenplaß. 0. Abt: Start 12)4 Uhr, Ziel am Start, Zelt,«apenhagener Straße 17. Abt. Weddtna: Mlthlenbrcker Farft. Start 8 Uhr. Schreiber, Triftirr. 08. Abt. Friedrichahain(gemischte): Abfahrt der Ableitungen nach Dahnadorf, Start fitr alle 18 Uhr. P-ter-burger Platz. Abt. Neukölln: Met am Start. 18 Uhr, Sohenzollernola?. Abt. Wottzenfee: ziel am Start. 18 Uhr, Antonplatz. Abt. Rennfahrer, Derlin-Mitte: Kegeltour nach Adlerahos(Ziege), Start 13 Uhr, Bahnhof Treptow.— Touren fitr Bußtag: 2. Abt.: itraftf., Rundfahrt Neue MIthle— Schmöckwitz, Start 10 Uhr, Rhode, Diefsen bachstr. 80. Abt. Zriedrichahatn: Besichtigung de« lkTGB.-Setändea Groß. Besten, Start: Radfl 8 Uhr. Nraftf. S Uhr, Peteraburacr Platz. Abt. Schöne. berg: Fußtour durch den Grunewald, Start 12 Uhr, Bahnhof«kber-strahc.— Sitzungen der Abteilunzen: 1. Abt: 20, November, Rickert. Stlinmetzstr. 88». 2. Abt.: 18. November. Lock, Echönleinflr. 6. z. Abt.: 18 November, Forster Straße. Bereinahait». 8. Abt.: 12. November. Zelt, äopenh-gener Str. 17. Abt. Wedding: 18. November, Schreiber, Tritlstr. 03. Abt, Friedrichahain(gemischte): 20. Nooember. Generalversammlunq, Andreas. festfäle. Andreasstr. 21. Abt. Lichtenberg:>3. November. Kcnlel. Bderltr. 18. Abt. Neukölln: 19. November. Äaifer.Friedrich.Str. 171'172. Abt. Maablt: 19. November, Schmidt. Wiclefstr. 17.. Abt. Wilmersdorf: 18. November. Straß, Detmolder Str. 52. Abt. Charlottenburg: 12. November, Reimer, Wilmers. dorfer Str. 21. Abt. Schöneber«: 18. November, Ebert. Cbcrsftr. 18, AM. Steglitz.Lichterfelde: 18. November, Schulz, Dirkbufchstr, 2«. Abt. Weißensec: 20. November, Nagel, Pistoriusstr. 27. Abt. Reinickendorf: 18. November, Neumann, Proninzstr. 108. Abt. Oberschönewetde: 20. November. Cinmrich, Wilhelminenhosftr 04. Abt. Kauledorf: 21. November, Cschrich, Altkaulsdorf, kcke Dorfstraße. Abt. Mahlsdorf: 17. November, Ander», BaHnHofstr. 37. Rennfahrer, Berlin- Ntttc: 20. November, Ianetzke, S-idelstr. 21. Beginn Überall 20 Uhr. Kartell»— ir< Neukölln. Sitzung Sonnabend, 14. November, 17 Uhr, bei Schabeiko, Wcichsclstr. 5. Freie Turnerschast Groß-Berlin. Teilnehmer an der Prob« im Wintergarten treffen sich 8'� Uhr am Eingang Dorotheenftraße. Die Prob« heut«, Sonnabend, 19 Uhr, ist in Neukölln. Boddinslraße, Walther-Rathenau-Schule. Abrewining aller Kafsterer Montag, 16. November, 19 Vi Uhr. Sefchästsstellc.— Derir! Mitte: Montag. 10. November, 20 Uhr, Sitzung aller Handballspieler bei Arndt, Schröderstr. 2. Für die Aufstellung einer neuen Mannschaft werden noch einige Mitglieder benötigt. Gäste willkommen.— Bezirk Süden und Polkssvort Reu- lällu: Gemeinsame Technikersitzung Montag, 10. November, 23V, Uhr, bei Doigt, Bopvstr. 8. Frei« Kanu-Unio» Groß.Berli». e. B., Atzt. Savelr Morgen, Sonntag, treffen sich alle im Bolksbad Eharlottenburg, Krumm« Ceraße, zum Schwimm» fest, 15 Uhr. ASD. Neulöll». Sanntag, 10 Uhr, Waldlauf fm Sport, und Boffspark Neu- kölln UmNeideloial: Krüaer, Smser Str. 86. Bußtag. 15 Uhr, Werbeturncn in der Hall- am S)-rtzbergvlatz. Arbeiter-Schach. Di« Abteiluna Bestend der Freien Arbeiter-Schachvereini- aung Groß-Berlin hat ihren Svielabend von Donnerstag auf Montag verlegt. Jeden Montag bei Jamin, Sophie. Eharlatte. Str. 86. Gäste herzlich willkommen. Kinderleiter und Hell«r im 4. Bezirk. Neue Adreste: Otto Schiftan, Berlin. Britz, jetzt Lowile-Reuter-Ring 21. «olkasvort Neulölln-Britz. Perwaltunasauaschußsttzung Montag, 16. Novem- her, 19V» Uhr, Sonnenvlatz. Wichtig« Jnsormattouen»um 22. November. 8oiin»d«nck, 14. 9iovemder.- v« r 1 1». 16.23 UMcrlialtunesmusik. 18.10 Zehn Minuten sillm. 18.20 Dr. Leo Jacobsohn: Seelische Krankicitszus lande. 18.40 Für den Siedler und Kleinsärtncr. 18.55„Stimme zum Tag": Herbert Iberiug spricht. AusiShtUche Mitteilungen im„A r b e i t e r f u n K". 19.05 Ernst Krenek; I. Drei Lieder, op. 48. 2. Zyklus ans„Worte in Versen" von Karl Kraus, op. 67(Erstaufführung)(Lucy Siegrist, Sopran. Mitgl. * des Bcrl. Slnl.-Oreh., Dir.: Dr. prleder Weidmann). 19.35 Erzählung der Woche(Otto Steinieke). 20.00 Kioll-Oper; WoltltäiigkeUsiest. 21.20„Pünfzig Minuten Spannung", Sketchfolge. Regie: Max Bing. 22.10 Wetter-, Tages- und SportnachrielUen. Tanzmusik. KönigswusterHauset. 16.00 Prof. Dr. Hermann Mobl. Oötlingen: Pädagogen der OcccavarL 16.30 Hamburg: Konzert.- 17.30 Viertelstunde für die Gesundheit 18.00 Lesestunde.(Vllma Mönekeberg-Colmar.) 18.30 Prof. Dr. Lelsegang: Die benkfomten des Menschen. 18.55 Wetter füt die Landwirtschaft 19.00 Englisch für Anfänger. 19.30 Stille Stunde; Lichtblicke. ' Sonniag, 15. November. Berlin. s.oo Pur den Landwirt. 8.55 Morganfeler. 10.05 Wettervorhersage. 10.30 Jahresverjammlung der Bibliophilen 12 00 Else Rüthel liest eigen« Qedseht». 12,10 Daios Bila»pielt. 14.00 Märchen(Catrine Gwynne-On»»haeh>- 14.30 Zltherorcbesletkonzert 16.15 Peter Seher liest aus eigenes Arbeiten. 16,40 Unterhaltung, tmitlk. 16.00 Heinrich Plellltr; Oitainkamsche lagdgeeehtchten l».30 Kllngler-Ouarteit. I. Havdn; Streich gua riet» D-Dur. np J0. Nr. 4. 2 Beethoven: Streichquartett A-Dur. op. 15. Hr. 5. 19.20 Von drej Millionen Drei(Leonherd Frank). 19.50 Sportnachrichten, 20.00 Kroll-Oper:„1001 Nacht." Operette von lohen» Strand 21.40 Wetter-. Tage»- und Sportnachrichten. AnschlieBend bte 00.30: Tanzmusik. Köaifswuiterbtza»«*- 7.00 Hamburg: Hafenkonzert 11.00 Oskar Baum»est aus eigenen Werken 14.15 Leipzig; Das literarische Weimar sprich* 15 30 Eine Erzieliangsberalungsstelle. Lehrspiel von Pf. Hans HaJek 18.00 Langenberg: Vortrag. 18.20 Professor Dr. Bastian Schmid: Alien in der Qefaogeesehaf*. 18.40 2um Winterhilfswerk: Regierungsrat Dr. vohringer- 19.00 Dr. Hans Krey: Hugo Lederer zum 60. Geburtstag. 19.30 Uz- Dr. Hans Hertmann: Menschen im Kamnl ums tägliche BtoL Semd Sleuron: Khyß und Tuff, die Schlangen derQroßfiefde') In seiner lehrreichen, interessanten Weis» plaudert Soend Fleuron von einem Kreuzotternpaar. Mit diesen Schlangen er- leben wir die Heldelandschaft, in die kein ohrenbetäubender Donner Unruhe bringt: denn er ist ein bekannter Naturlaut, die sich aber in ihrem sensiblen Wesen ändert, wenn Schase, Ochsen oder der rast- lose Mensch über sie hinweggehen. Gleich groß und bedeutungsvoll wie seme Naturbeobachtung ist seine genaue Kenntnis des Tieres. Glänzend oersteht er es, die Schlange zu schildern, die nahezu taub ist und doch jedes Geräusch wahrnimmt, da ihr Körper mit dem Erdboden aus das innigste verbunden ist. Es ist nicht ein Quentchen Bosheit in der Kreuzotter, aber im Maule ist Gift und das ge- braucht sie rein automatisch, sobalv sie ihr Recht am Tisch des Lebens fordert. Wie packend berichtet er von ihrem Fraß. Wir erleben es, daß sie ihre ganze Umgebung leer frißt, fängt sie doch mit Leichtigkeit die Mäuse, weil es das Pech der Mäuse ist. daß sie niemals still sein können. Als eine große Ratte und sm Jungsuchs ihr unangenehm kommen, tötet sie auch die durch ihr Gift, doch zickzackt'sie von den großen Leichen weg, da sie zu schwerer Fraß sind. Ebenso unterhaltsam veranschaulicht er die Hochzeit der Schlangen, den Winterschlaf des schleichenden Giftes und die Häu- tungen. Eine Schlange schlüpft während eines Jahres in fünf verschiedene Gewänder, um in' der Farbe jeweilig der Pflanzenwelt angepaßt zu sein. Durch Schlangengeschichten, die, in der Art von Jägerlatein, Menschen erzählen, zerstört Svend Fleuron leider etwas die Einheit seines Buches. Eni» Büsing. tmil Holde: 3)as eigene«Ceben Von dem schweigsamen Künstler, der durch die Eindringlichkeit seiner Visionen und Traumfarben spricht, ist vor einigen Jahren ein schmales Bündchen Briefe erschienen, die ein« außerordentliche Innigkeit und Nachdrücklichkeit seiner Ausdrucksweise zeigten. Jetzt hat Nolde eine Selbstdarstellung herausgegeben.(Emil Nolde: „Das eigene Leben". J�Bard-Verlag, Berlin 1931.) Wie zu seinen Bildern, trieb ihn auch hierzu eine inner«, unabwendbar« Nötigung. Das Buch liest sich, trotz und wegen der wunderlichen Abweichungen vom landesüblichen Satzbau, spannend und erschütternd, e» ist wirklich, wie es in Cornelius'„Barbier von Bagdad" heißt, das „Märchen seines Lebens". Leider geht es nur bis zu seinem 35. Jahr, da er seine Lebensgefährtin heimführt«, von wo an er sein« eigentliche künstlerische Entwicklung rechnet. Aber dieses Leben eines nordschleswigischen Bauernsohnes, eines armen Kunstgewerbe- schülers, Schnitzschullehrers in St. Gallen und ruhelosen Sucher» nach der eigenen Bestimmung ist so packend, so erschütternd in den kargen Andeutungen und Bekenntnissen setner seelischen und materiellen Note, daß man allein daraus schon den Schluß aus«inen ganz ungewöhnlichen Maler und Menschen ziehen könnte, wenn man auch nichts von seinen späteren Werken kennen sollte. Für die Freunde (und, muß man hiyzusügen, auch für die Gegner) der Noldeschen Kunst ist es ein unschätzbares Bekenntnis des großen einsamen Suchenden, eine unerschöpfliche Fundgrube zur Erklärung seine« für viele so fremdartigen, immer aber großen und am Schluß alle Widerstände überwindenden Künstlertums: eines Ltünftlertums von echt deutscher Tiefe und Fülle der Geheimnisse. Paul F. Schmidt. *) Eugen Diedrichs Verlag. Jena. ggb. Z Dt, Leinen 430 5K.