Morgenausgabe Nr. 541 Ä 222 4S.Iahrgang Wöchentlich SS Pf., monatlich Z>eo M. sdanon SS Pf. monatlich für Iuftcl» lung ins Haus> im voraus zahlbar. Postbezug».Z2 M. einschließlich so Pf. Ponzeitung«. und 7Z Pf. Poftbestelläe- biihren. Auslandsabonnemenl 6,— M. pro Monat; für Länder mit ermäßig- tem Druckfachenporto s.— M. Der„Vorwärts� erscheint wochentäg- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe flir Berlin und im Kandel mit dem Titel„Der Abends Illustrierte Sonntagsbeilage .Voll und Zeit". Mittwoch 'IS. November 1.931. Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 45 pf. Die ein|p alt. NonvareUlezelle 80 Pf. Rellamezeile 5,— RM.„Kleine An- zeigen" das fettgedruckte Wort LS Pf. tzuläffig Zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Tarif. Stellengesuche das erste Wort 15 Pf, jedes weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Llrbeitsmartt Zeile 60 Pf. Familien- anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannahmi im Hauptgeschäft Lindenstraße 3, wachen- täglich von bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vorl Acrttner voltSvlatt Jentvalorsan der Goziatdemokeatifchen Vaetei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 k�ernspr.: Tönboff(A 7) 292—297, Telegramm-Adr.: Sozialdemokiai Berlin. Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonto: BerlUr37 536.— Banttonto: iöflulliet arbeitet, auflettcElc« und Beamten, Lindenstr. 3. Dt.B.u.Disc.-Gel., Depositeur., Jernialemer Str.eS'Kü. Wer ist Hauptfeind? Eine Krage an alle Arbeiter. Durch die Arbeitormassen geht der Schrei nach Einigkeit im Kampfe gegen den Faschismus. Die Arbeiter interessieren sich jetzt wenig oder gar nicht für die Frage, wer an dem bisherigen Aitwachfen des Faschismus die Schuld trägt. Sie wollen den Sieg des Faschismus verhindern. Sie wissen, daß die Gefahr de- schworen ist, sobald alle sozialistisch denkenden Arbeiter einig zusammenstehen. Darum fordern sie die Einigkeit in der Abwehr. Die„Rote Fahne" will diese Einigkeit nicht. Sie ver- sucht, sich um die Forderung der Arbeiter herumzudrücken. Sie kann das nur, indem sie ein Spiel mit Worten treibt, indem sie die Begriffe„Faschismus" und„Einheitsfront" verfälscht. Zunächst versucht sie es mit der Ausrede, ein besonderer Kampf gegen den Faschismus sei gar nicht notwendig, denn die bestehende Regierung B r ü il i n g- G r o e n e r sei ebenso„faschistisch" wie Hitler und Hugenberg. Run kann man der Regierung Brüning-Groener alles Mögliche nachsagen, man kann sie aufs schärfste angreifen und verurteilen— aber sie als„faschistisch" zu bezeichnen, ist eine Irreführung. Nicht alles, was einem als schlecht und bekämpfenswert erscheint, ist faschistisch. Der Faschismus ist vielmehr eine ganz bestimmte neuartige Erscheinung auf dem Gebiet der Klassenkämpfe, die man zunächst geistig erfassen muß, um sie bckäiupscn zu können. Die bei den Kommunisten beliebten Begrisssinanschcreien— die u. a. dazu geführt haben, oaß auch mir Sozialdemokraten zeitweilig als„Sozial- fa schiften" bezeichnet wurden— dienen nur dazu, das Wesen des Faschismus zu verdunkeln und den Kampf gegen ihn zu erschweren. Keunzeichuend für den Faschismus ist die grundsätzliche Verneinung aller Persönlichkeitsrechte zugunsten einer natio- ual betonten Staatsautorität. Der Faschismus geht grund- sätzlich darauf aus, die Pressefreiheit, die Borsammlungs- freiheit, die Koalitionsfreiheit der Arbeiter zu vernichten. Es ist Klasscnherrschast des Großbürgertums m der aller- brutalsten Form. Man kann die bestehenden Verhältnisse in Deutschland aufs schärfste kritisieren. Aber an den Zu st än den gemessen, die i m f a s ch i st i s ch e n I ta l i e n b e- st che n, ist Deutschland ein freies Land. Der deutsche Faschismus will die Arbeiter Deutschlands in der gleichen Weife verknechten und unterjochen, wie das der italienische Faschismus an den Arbeitern Italiens getan hat. Die Sozialdemokratie kämpft gegen die Verknechtung der deutschen Arbeiter durch den Faschismus. Aber die„Rote Fahne" sieht keinen Unterschied zwischen Italien und Deutsch- land. Hauptfeiiide sind für sie nicht die deutschen Faschisten, die in Deutschland ähnliche Zustände einführen wollen wie in Italien, sondern die Sozialdemokraten, die die Einführung italienischer Zustände in Deutschland verhindern wollen. Hauptfeinde sind für sie nicht die Nachahmer Mussolinis, sondern die Gesinnungsgenossen M a t t e o t t i s. Genau denselben Humbug wie mit dem Begriff des Faschismus treibt die„Rote Fahne" mit dem Begriff„E i n- h c i t s f r o n t". Eine„Einheitsfront" ist eine Front, die mehrere P a r t e i f r o n t e n z u s a in m c n f a ß t. Eind Einheitsfront ilt nur dort möglich, wo die Partei führungen im Jntcr- esse einer gemeinsamen Aufgabe bestehende Gegensätze bewußt zurückstellen. Die Front einer Partei allein ist keine„Ein- heitsfront". Andernfalls würde ja j c d e Partei die Einheits- front wollen. Denn die Sozialdemokratie will natürlich alle Arbeiter in ihrer Front vereinigen, die KPD. alle in ihrer usw. Der Dreh der„Roten Fahne" besteht nun darin, daß sie von der„Einheitsfront" redet, wo sie die Front einer ein- z i g e n Partei— der Kommunistischen— und damit das Gegenteil einer„Einheitsfront" meint. Natürlich hat die„Rote Fahne" das Recht, die sozial- demokratischen Arbeiter zum Eintritt in ihre Partei aufzu- fordern. Aber sie hat nicht das Recht, ihnen vorzuschwindeln, sie könnten in die„antifaschistische Einheitsfront" der KPD. eintreten und dabei Sozialdemokraten bleiben. Indem sie sich dem Kommando der kommunistischen Parteiführung unter- stellen, werden sie Soldaten einer Armee, die nicht im Faschis- xnus sondern in der Sozialdemokratie den Hauptfeind sieht. Eine wirkliche faschistische Einheitsfront müßte natürlich innzig und allein gegendenFaschlsmus gerichtet fein. Gegen Terror und Mordhetze. Sozialdemokratische Vorstellungen beim Reichskanzler. Die Führer der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion. die Abgeordneten W e l S. Dr. B r e i t s ch e i t», Dr. Hilferding nnd Dr. Herb, hatten am Dienstag eine Besprechung mit dem Reichskanzler Dr. Brüning wegen der Mordhehc, die in ständig N»achse»dcm llmfangc von den Rattonalsozialiften betrieben wird. An der Besprechung nahmen auch der Reichswehrminister G r o e n e r und der preustischc Innenminister«ebering teil.' Bon sozialdemokratischer Seite wurde an Hand um- fangreichcn Materials der Nachweis geführt, das; von führenden Nationalsozialisten nicht nur zu Gewalt- tätigkciten ausgereizt wird, sondern daß von der Privatarmee deS Herrn Hitler, den IA.-Formationen, auch in zahlreichen Fällen solche Gewalttätigkeiten organisiert begangen werden. Auf diese Weise werde der Bürgerkrieg heraufbeschworen, da sich die übrigen Volksschichten eine solche Bedrohung von Leben, Gesundheit und Freiheit der politischen Betätigung nicht gefallen lassen können. Aufgabe der Staats- gcwalt sei es in erster Linie, durch das stärkste aktive Hervortreten im.Kampfe gegen Mordhche und Terror sichtbar zu zeigen, daß dieser Knlturschande eine Grenze gezogen werden muß. Geschehe das nicht, so könne man nicht erwarten, daß die Massen des Volkes, die zur Republik stcheu, Vertrauen zur Staatsgewalt haben, und man müsse begreifen, daß sie sich zur Se lb st Hilfe ent- schließen. GS werde ferner eine große Beunruhigung geschaffen, die die Absicht, die Regierung zu stützen, immer mehr erschüttern müsse. Sowohl der Reichskanzler als anch der Reichswehr- minister verurteilten die politischen Zlusscheitungcn nnd versprachen, alle zu ihrer Bekämpfung möglichen und aussichtsreichen Schritte zu unternehmen. Das von den sozialdemokratischen Abgeordneten vorgebrachte Material über Terror der Nationalsozialiste» soll dem Reichs- innenministerium schriftlich unterbreitet und aus da» sorgfältigste geprüft werden, Die Konferenz der Innenminister. Amtlich wird viitgeteilt: In der Konsereng der Innenminister der Länder fand nach den einleitenden Ausführungen des Reichs- innenminifteriums Dr. Gramer eine allgemein« und eingehende A ti s s p r a ch e statt. Die Innenminister der einzelnen Länder gaben einen Ileberblick über die pali tische Situation in ihren Ländern. Die Aussprache ergab die einmütige Ausfossung über die Notwendig- keit, dem politischen Terror, von welcher Seite er auch komme» mag, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln entgegen- zutreten. Englands Schutzzollpolitik. Zunächst zur Verieidigung des Pfundes.— Eine Ermächtigung für die Regierung. Das englische Unterhaus hat gestern mit gegen ZI Stimmen eine Entschließung angenommen, die der englischen Regierung besondere Vollmachten zur Erhöhung alter und zur Erhebung neuer Zölle erteilt. * Mit diesem Beschluß hat der Umschwung der bisherigen übe- raten englischen Handelspolitik zum Schutzzoll begonnen. Was die englische Regierung jetzt will, hat man durch eine Rede des Handels- nimisters Runciman erfahren. Es handelt sich jetzt noch n i ch s darum, daß England etwa eine allgemeine E i n f u h r o r o s s e- lung durch allgemeine Zollerhähungen durchführen will. Englands größte Sorge ist gegenwärtig der Schutz seiner Währung. Die englische Handelsbilanz ist in hohem Maße passiv, der Sturz des«ug- tischen Pfundes war ein« Folge dieser Passivität. Die Entwertung des Pfundes selbst und zugleich die Erwartung, daß mit dem Siege der Konservativen grundsätzlich zur Hachschugzollpolitik übergegangen wird, hat außerdem in der letzten Zeit die Einfuhr nach England sprunghaft ansteigen lassen. Im Oktober hat der Einfuhrüberschuß die Rekordhöhe von 8ks> Millionen Mark erreicht. Gegen die weitere Bcrschlcchterung der englischen Handelsbilanz richten sich die van der englilchen Regierung beabsichtigten Maß- nahmen in allererster Linie. Das kommt auch darin zum Ausdruck, daß die Ermächtigung auf sechs Monat« befristet ist und daß nur diejenigen Waren mit Zöllen belegt werden sollen, deren Einsuhr nicht unbedingt notwendig erscheint. Freilich sind für diese Fälle außerordentlich scharfe Maßnahmen in Aussicht gcnom- men. Die Erntächtigung soll Zollzuschläge bis zu 100 Proz. des Wertes vorsehen. Bemerkenswert ist es auch, daß ausschließlich Halb- und Fe.rtigfabrikate getroffen werden sollen, also in erster Linie diejenige Einfuhr, unter deren Drosselung die Dominions und Krön- länder des englischen Empire weniger leiden. Selbstverständlich kommt es für die Beurteilung der Wirkung für die Einfuhrländer auf das Ausinaß an, in welchem die englische Regierung von ihrer Ermächtigung Gebrauch mache» wird. Die Mengen sind außerordentlich groß, die betroffen werden können. Bon Januar bis Oktober d. I. hat England Halb- und Fertigwaren im Werte von 4,3 Millionen Mark eingeführt und in den ersten zehn Tagen des November handelt es sich nach Runciman allein um einen Betrag von etwa rund 700 Millionen Markt. Deutschland hat im Jahre 7930 mehr als 10 Proz. seines gesamten Exports in England abgesetzt. Davon sind ebenfalls der größte Teil Halb- und Fertigwaren. Sollte der Schutz des Pfundes nur ciu Vorwand sein, so könnte der Druck der englischen Interessenten natürlich auch in diesen sechs Monaten schon zu sehr schweren Schädigungen der Importländer führen. Jedenfalls hat jetzt England den ersten Schritt getan, der dazu führen kann, daß das gesamte europäische Handclsstistein umgebaut wird. Aber auch den englischen Konservativen sind für ihre Ab- sichten Grenzen gezogen. England ist und bleibt in erster Linie ein Exporlland, das auf großen Absatz in der ganzen Well angewiesen ist. Die Schutzzollbäume der englischen Konservativen können nicht in den Himmel wachsen, wenn nicht der englische Export selbst sehr bald die allcrschwersten Schädigungen erfahren soll. Arbeiterfraktion gegen die Antidumping- Borlage. tondon, 17. November. Die Parlamentarische Arbeiterpartei befaßte sich heute mll den Vorschlägen der Regierung bezüglich der Bekämpfung des Dumpings und beschloß, sich diesen Vorschlägen zu widersetzen. Aus der Hast entlaffen. Katzenellenbogen wird verschont. Der frühere Generaldirektor der Schultheiß-Patzenhofer A.-G., Ludwig Katzenellenbogen, ist gegen eine Sicherheitsleistung in Höh.' von 100 000 M. aus der Haft entlassen worden. Sie müßte aus Parteien bestehen, die alles Trennende zunächst einmal zurückstellen, um einen gemeinsamen Feind nach einem gemeinsamen Plan zu bekämpfen. Eine solche wirkliche Ein- heitsfront will die„Rote Fahne" nicht. Natürlich nicht! Denn sie will ja, wie sie selbst sagt, den Hauptstoß gar nicht gegen den Faschismus sondern gegen die Sozialdemokratie führen. Noch einmal: Die KPD. kann tun, was ihr beliebt. Wenn sie in Uebereinstimmung mit der Harzburger Front in der Sozialdemokratie den Hauptfeind sieht, so mag sie das ruhig sagen und dementsprechend handeln. Wir b-cgrüßcn die Offen- heit der„Roten Fahne", sie klärt die Situation. Nur freilich werden wir der KPD. und ihren Organen nicht gestatten, die Klarheit ihrer Stellungnahme durch Spielereien mit den Worten„Faschismus" und„Einheitsfront" wieder zu ver- dunkeln. Die Arbeiter stehen vor der ganz klaren Frage, ob sie mitderSozialdemokratiegegendenFaschis- mus kämpfen oder mit der KPD. den Bruderkampf zwischen den Arbeitern weiterführen und damit Klassenverrat treiben wollen— zum Nutzen des Faschismus. Bor diese Frage müssen die Arbeiter in den Betrieben. die Arbeitslosen in den Stempelstellen jetzt täglich gestellt werden. Und ein hüben und drüben nur gilt! Das Gesicht des gelben Terrors. Sozialdemokraten sollen aus Arbeitsstellen geworfen werden.— Die Stadt- Verwaltung Eutin verfährt nach dem Hakenkreuzbefehl. Folge« der Hessenwahl. ZentrumserNärvng: die Nationalsozialisten sollen zeigen, was sie können. Der Pressedienst der Zeutrumsp artei jäireibt über die politischen Konsequenzen der hessischen Wahlen: „Bei dem dcnteaden Teil der Natiormlsoziatisten ist man über dos Hessen. Wahlergebnis gar nicht so erfreut, wie man nach außen hin sich de» Anschein gibt. Immer näher rückt die Probe ?ufs Exempel. nun muß man zeigen, was man sann! Eines ist sicher: eine wesentliche Steigerung der national. sozialistischen Bewegung ist nicht mehr möglich, weil es für die Rationalsozialisten im bürgerlichen Lager, ans dem allein ihnen der Anhang zufloß, einfach nichts mehr, zu erobern gibt. Was zwischen dem Zentrum und den Zlationalsozlalisten steht, ist so gut wie aus- gerieben. Am Zentrumsturm bricht sich die Hakcnkreuzslut, und im linken Lager sind nur die Truppen durcheinander geraten, ohne daß sie aber irgendwie geschwächt worden wären. Nun aber müssen die Wechsel eingelöst und die Versprechungen erfüllt werden! Und da liegt das groß« Hakenkreuz für die Hakenkreuzler! Nun solle ii uns mal die Nationalsozialisten in Hessen zeigen, was sie können. Es wird für das deutsche Volk sich geradezu als ein Glücksfall herausstellen, daß in Hessen diese(8 c» neralpro�e für die Regierungs Weisheit der N a- tionalfoMalisten gemacht werden kann. Das wird ein sehr interessanter und lehrreicher Anschauungsunterricht für die anderen und größeren Wahlen bedeuten, die uns im Frühjahr beoorstehen. l!» ist etwas anderes, unverantwortlich in wilder und radikaler Opposition zu machen und die Massen mit Phrasen zu füttern, ünd es ist etwas anderes, an verantwortlicher Stell« gestellt zu sein und sachliche Arbeit leisten zu nnissen. Und wenn die Betörten, diejenigen, die sich in einen Rausch haben versehen lassen, und die- jenigen, die sich um ihre Hofsnungen und Erwartungen betrogen sehen, dann erfahren müssen, daß auch die Nationalsozialisten nur mit Wasser kochen können, dann wird in der Tat das Erwachen für alle diese Schichten bitter und schwer sein. Und dieses dann wirklich erwachte Deutschland wird die Zukunft meistern!" An anderer Stelle sagt der Pressedienst des Zentrums weiter: „Brundjählich haben wir folgendes zu sagen: Ehe nicht Sühne geleistet ist für die unerhörten Beschimpfungen des Zentrums und feiner Führer durch die nationalsozialistische Presse, insbesondere den„Völkischen Beobachter", können und werden wir mit den Ralionalsozialisten nicht sprechen" Nach diesen Darlegungen scheint man im Zentrum den Plan zu erwägen, in Hessen die Nationalsozialisten an die Regierung zu lassen— wenn sie vorher Genugtuung geben. Sie fordern die Leiche des Zentrums. München. 17. November.(Eigenbericht.) In einem schamlos hetzerischen■ Kommentar zur Rede Breit. scheid» in Darmstadt gießt der„Völkische Beobachter" neue Schmutz k übel auch über die Zentrumspartei aus. Es iktißt in dem Artikel: „Breitfcheids Rede ist aber auch deshalb zu begrüßen, weil sie mit einem Hieb die ganze Lüge der Zentrumspolitik zerschlägt, mit der diese verruchte Partei ihr Bündnis mit der Sozialdemokratie mach ver» st S r> d l i ch zu machen versuchte. Die schwarzen Brüder erzählten nämlich ihren Gläubiger, durch diese» Bündnis werde die SPD, an die Bürger gebunden und ein Abgleiten nach links verhindert. Nun ist auch diese alte Auered« der p fr ünd«' lüsternen Zentrumsherren al, Lüge entlarvt. Der SPD.« Jude Aushäuser ruft zur gemeinsamen Aktion mit der KPD. aus, Breitlcheid i nacht ein offizielles BLndnisongebot, die Reichsbanner- Mörder beweisen durch Massenmord ihre Bündnisfähigkeit mit dem Chaos der Unlemenschen. Aber noch immer sitzt des päpstlichen HavSprälate» Dr. Kaas' Zentrumspartei im Reichsbanner. Das Zentrum leistet dem blutigen Massenmord also unmittelbar weiteren Vorschub." An einer anderen Stelle des Hitler-Blattes ist zu lesen».„N U r über die Leiche de» roten Zentrum, führt der Weg zur Freiheit." Amerikanisches Echo der hessischen Wahlen. New Aork. 17. November. Die Morgenblätter beschästigen sich in ihren Leitartikeln mit dem Ergebnis der hessischen Wahlen.„Herald Tribüne" wirst die Frag- aus, ob die Führer der Nationalsozialisten wirklich beabsichtigen, ihr widerspruchsvolle» Programm, das ihnen so viele Wähler zuführte, durchzusetzen.„Times" erklärt, die hessischen Wähler hätten nicht den glücklichsten Beitrag zum Wohl ihres Baterlandes und zur Stabilität Europas geliefert. Obwohl das Wahlergebnis denjenigen Kreisen Frankreichs recht- zugeben scheine, die ein« unnachgiebige Politik gegenüber Deutschland befürworten, sollten die Mächte sich nicht abhalten lassen, ihre Politik des Entgegenkommens fortzusetzen. Eine Erklärung des Reichsbanners. Gegen Verleumdungen durch den Hugenberg-Konzern. Die Pressestelle des Reichsbanners teilt uns mit: Im Hugenbergschen„Montag" vom 16. Novcnüicr wird in der Besprechung einer Rede des Abg. Dr. Breitscheid die Behauptung aufgestellt, daß in der letzten Zeit eine systematisch« Bor- bereit ung des Reichsbanners zum Angriff auf gegnerische politisch« Aerbönde festgestellt worden ist. Dieser unerhört« Borivurs liegt vollkommen in der Lim« der van den Hugcnberg-Blättcrn sy sie malisch betriebenen Verleumdung des Reichsbanners. Da» Reichsbanner hat sich bis auf den heutigen Tag auf die Abwehr nallanalsozialistischer Terroraktionen be- schränkt. Die zahlreichen Gerichtsurteile, die in der jüngsten Zeit gegen Nationalsozialisten gefällt worden find, und nicht zuletzt die Vorgänge in Braunschweig sprechen mehr als alle Tendenzmacherei der Hugenberg-Blätter dafür, daß die Natio- » o l s oz i a li st e n Angriff« auf polltische Gegner systematisch vorbereiten. Sprechverbot tu Tirol für Hazigäslc. Die Tiroler Landesregierung hat gegen das Austreten nationalsozialistischer Führer aus dem Reich ein Sprechverbot ausgesprochen. Der Grund sür die Maßnahme der Landesregierung Ist die Stellungnahme der nationalsozialistischen Führerschaft im Deutschen Reich in der Frage Südtirol,„die vom Tiroler Standpunkt aus als glatter Verrat an Lüdtirol und damit am ganzen Land Tirol zu werten sei". Eutin. 17. November.(Eigenbericht.) Di« Nationalsozialisten hatten zu Montag abend im Tchloß-Hotel ein« öffentliche Versammlung einberufen, in der sie sich mit den Vorfällen der letzten Wochen beschäftigten. Nach allgemeinen Ausführungen über den Stand der Nazi- bewegung ging der Naziführer B ö h m k e r auf die einzelnen Eutiner Vorgänge ein. Böhmker bezeichnete die Erklärung des Reichsbannergauleiters Richard Hansen, der die Schuld den Nazis und der Polizei zumißt, als eine„schurkische Gemeinheit". Die Lübecker Reichsbannerleute seien Bassermannsche Gestallen gewesen, die man ebenso als gedungene Mörder bezeichnen könne. Böhmker fordert auch Aufhebung des Demonstrationsverbots, Verbot des Reichsbanners und Schließung des Ramm- schen Gasthofes, da in dessen Vorder, und Hinterzimmern„die Mordpläne ausgeheckt worden" seien.(!) Zur Haltung der Polizei erklärte Böhmker, daß er dem Bürgermeister als obersten Polizeiherrn im Stadtrat einige Fragen vorlegen wolle, die er in der Oeffentlichkeit nicht behandeln könnte, doch zu einigen Polizeibeamten müßte er unbedingt etwas sagen. Eine einzige Ausnahme bestehe hinsichtlich des Kom- missars Diercks, dem wir das Zeugnis eines sachlichen und durchaus korrekten Beamten ausstellen, und der seinen Aufgaben in jeder Weise gerecht geworden ist. Herr Diercks brauche keine Angst zu haben vor dem kommenden Dritten Reich, es werde ihm bestimmt den ihm zukommenden Posten übertragen. Für einige andere Polizeibeamte im Dritten Reich sei Platz in Arbeitskolonnen(Polizeitommissar Diercks nimmt in der Pause die Glückwünsche der SA. und SS. entgegen, man sieht ihn im freundlichen Gespräch mit SA. und SS. in der Vorhalle des Schloß-Hotels).* Böhmker fuhr fort:„Aber es gibt noch ein zweites Mittel, um diesem Terror von links zu steuern und hier richte ich e i n lg e Worte an die nationalen Arbeitgeber. Ich erkläre es hier alä eine Unmöglichkeit, daß nationale Arbeitgeber und Mitglieder deS Stahl- Helms noch weiter Marxisten in ihren Diensten be- schäftigen, während hunderte SA.-Leute erwerbslos sind. Die Marxisten müssen sofort entlassen werden oder aber eine schriftliche Erklärung abgeben, daß sie nicht mehr dem Reichsbanner und der SPD. an- gehöre«. Erfüllen die Arbeitgeber unsere Forderun- gen nicht, so begehen sie erneut schweren Verrat an der„nationalen Befreiung". Wir fordern von der Stadtverwaltung Aechtnng und Ausschluß aller Reichsbanner- und SPD.-Mitglieder aus der städti- schen Lebensgemeinschaft. Mitglieder dieser Mordorganisation dürfen von wirklichen Deutschen nicht mehr gegrüßt werden. Ergreift die Htadt keine Maßnahmen, um diese Forderungen zu erfüllen, f o werden wir geeignete Maßnahmen ergreifen, um zu unserem Ziele zu gelangen. Herr Bürgermeister, in mein Haus kommt kein roter Gasableser mehr! Ich schmeiße ihn raus, denn ich weiß nicht, ob er nicht auch einen Revolver bei sich trägt und nach vollendeter Tat erklärt, Herr Böhmker hat mich angegriffen und ick) befand mich in Notwehr!" Böhmker ist empört darüber, daß der„E u t i n e r A n z e i g c r" die Erklärung des Reichsbanners abgedruckt hatte und fordert von dem Verleger Andresen als Deutschnationalen, alle Marxisten in seinem Betriebe zu entlassen und erwerbslose SA.-Leute einzustellen. In Zukunft hätten Nozi-Angelegenhellen auf der Hauptseite zu stehen und von jetzt an müsse ein anderer Ton in die Zeitung kommen. „Sollte Herr Andresen diesen guten Rat nicht befolgen, so werden wir Mittel und Wege finden, um ihn von der Notwendig- keit unserer Forderungen zu überzeugen. I m kommenden Dritten Reich werde ich(!) oder mein Partei- genösse Saalfcldt bestimmen, was Sie schreiben sollen." Böhmker schloß: Ich erksöre ausdrücklich, alle Mittel sind uns recht, um zum Ziele zu kommen, wir wollen keine Gewalttaten, aber wir verleugnen nicht die Stimme unseres Blutes! Heute morgen hat die Stadtverwaltung— unglaublich, aber wahr!— sich den unverschämten Forderungen Böhmkers unterworfen. Sie hat unseren Reichs- bannerkamcraden Siebenbrodt, der bei den städtischen Licht- und Wasserwerken beschäftigt gewesen ist, wegen angeblicher Vorbereitung ungesetzlicher Handlungen fristlos entlassen. Siebenbrodt hatte die Qaurtierzettel sür die Lübecker Reichsbanner- leute ausgestellt und allein aus diesem Grunde nimmt sich die Stadtverwaltung das Recht zur fristlosen Entlassung! Entlassung durch Roykottdrohung erzwungen. Franksurk(Oder), 17. November.(Eigenbericht.) Der sozialdemokratische Ortsverein von Königsberg-Neumark beschloß in einer seiner letzten Sitzungen, Beschwerde über einen Referendar Bährens zu führen, der beim Amtsgericht in Königs- Herg-Neumark beschäftigt ist. Bührens betätigt sich aktiv für hie Nationalsozialisten, er führt die SA.- und SS.-Leute der National- sozialisten an. Der Beschluß des Ortsoereins war den Nazis zu Ohren gekommen. Sie drohten dem Meister, bei dem der Vorsitzende des Ortsvereins. Genosse Kracht, in Arbeit stand, sie würden ihn von allen GutKbesitzern boykottieren lassen, wenn er Kracht nicht entlasse. Der Arbeitgeber, namens Kellermann, teilte daraufhin Kracht mit, er müsse ihn entlassen, dasein« Partei es befehle. Neuordnung der Osthilfe. Teilweise Zinskonveriierung im Osten. Die Osthllfe in ihee* bisherigen gsown ließ sich nicht durchführen, weil die geplante Finnnzierwng»uf der Basis ausländischer Anleihen nicht möglich war. Für den überwerteten ostdeutschen Grundbesitz fand sich kein »euer Kreditgeber. Deshalb arbeitete der nenernanute Lsthilfckommissar Reichsminister Schlange, Schönin- gen ein Hilfsprogramm aus. das in der Nacht zum Dienstag vom Reichskabinett verabschiedet und gestern als Notverordnung vom Reichspräsidenten unter- zeichnet worden ist. Oer Inhalt der Notverordnung. Der Inhalt der Notoerordnung ist, in kurzem folgender: Um die Vorbereitung der nächsten Ernte zu sichern und„im Interesse der Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe" wird ein be- sonderes Sicherungsverfahren eingeführt. Der Landwirt, der ohne Beeinträchtigung der Betriebsarbeiten seinen Zahlungsverpflich- tungen nicht mehr nachkommen kann oder der sich schon im Konkurs befindet, kann gleichzeitig mit einem Entschuldungsantrag einen Vollstreckungsschutz beantragen, durch den alle Ein- griff« seitens seiner Gläubiger unmöglich gemacht werden. Der Cntschuldungsplan kann dann für alle Personalkredite S t u n- düngen und Erlaß der Zinsrückstände, samie die Herabsetzung der Zinsen bestimmen. Die kleinen Gläubiger, vor allem Kaufleute und Handwerker, sollen nach den Ausführungsbestimmungen zur Notverordnung mit Hilfe von Reich»- und Industriebantmitteln möglichst bar ausgezahlt oder durch Hergab« von Gutscheinen befriedigt werden. Da für die gesainte Entschuldung die vorhandenen MUtel aber nicht ausreichen, muß'die Sanierung im Wege des Akkordes erfolgen. Vor allem soll eine Senkung der Zinsen erreicht«erden. Für die e r st e n Hypotheken aus privater Hand sowie sür alle Hypotheken von Landschastnen und Hypothekenbanken ist«ine Zinssenkung aber nur mit ihrer Zu st immun g möglich. Dagegen kann bei allen übrigen Realschulden ebenso wie bei den Personalschulden die Zinskonvertierung ohne Einoer« ständnis der Gläubiger erfolgen. Eine Herabsetzung der Kapitalforderung soll dagegen nur soweit zulassig sein, als es zur Aufrechterhaltung des Betriebes unbedingt notwendig ist. Sieht der Entschuldungsplan eine Herabsetzung des Kapitals nm mehr als die Hälfte oder eine Senkung des Zinssatzes auf weniger als 4% Proz. vor, so ist in|«d«m Fall« die Zustimmung de, Gläubigers erforderlich. In einer Pressekonferenz, die am Dienstagnachmittag abgehalten wurde, erläutert« Reichsminifter Echiange-Schöningen sein Programm. Er fichrte aus, daß das Kapital der Realkreditinstitute und der ersten Hypothek unier allen Umständen unangetastet bleiben soll. Er rechne aber auch hier mit Sicherheit auf ein freiwilliges Entgegenkommen in der Zinsenfrage, da die Schädigung der Gläubiger sonst bei einem Zusammenbruch der Betriebe erheblich größer wäre. Eine Antwort auf die wichtige Frage, was mit den Betrieben geschehen soll, die nicht mehr entschuldvngs- würdig sind, konnte er aber auch nicht geben. Er setzte sich für «ine großzügige Siedlung ein, bei der besonders die Landarbeiter berücksichtigt werden sollen. * Ein neues Osthilfeprogramm ist wieder einmal geboren. Diesmal soll auf Kosten der Gläubiger der über- schuldeten ostelbischen Landwirtschaft geholfen werden. Die Zinsenlast ist unzweifelhaft für viele Betriebe zu hoch, aber es ist ein zweischneidiges Schwert, wenn diese Belastung ein- seitig auf die Schultern der Gläubiger abgewälzt wird. Daß den kleinen Gläubigern in erster Linie geholfen werden soll, ist sehr erfreulich, denn ein Ausfall ihrer Forderungen würde zu einem Zusammenbruch großer Teile des ostdeutschen Gewerbes führen. Aber eine zwangsmäßige Herabsetzung der Zinsen für Personal- und Realkrcdite, die nicht an erster Stelle stehen, hat unzweifelhaft zur Folge, daß jeder zukünftige Kredit ström nach Ostdeutschland verhindert wird. Der Nutzen, den jetzt die Landwirte durch eine Herabsetzung der Zinsen, die im Ausgabenctat der landwirtschaftlichen Betriebe nur eine verhältnismäßig ge- ringe Rolle spielen, erhalten, wird also teuer erkauft wer- dem Im Interesse der ostdeutschen Landwirtschaft liegt es daher, wenn die Zins- oder gar die Kapitalzufammenleguna nur in beschränktem Maße vorgenommen wird. Besser ist es, wenn die kapitalistischen Sünden der ostelbischen Großgrundbesitzer auch durch eine k a p i- talist ls che R e i n i g u n g s k u r, das heißt durch einen K o n k u r s, ein Vergleich der Gläubiger erfolgt. Das ist aber naturnotwendig mit einem Abtreten der bisherigen Besitzer verbunden. Diesen Weg, der als einziger die ostdeutsche Landwirtschaft sanieren kann, will die Reichsrcgierung aber nicht gehen, wenn auch Herr Schlange-Schöningen beteuert, daß mit ihm kein„Schutzminister des Großgrund- besitzes" ans Ruder gekommen wäre. Den ocrhasleten anlisaschislische» Zliegem in Konstanz steht auf Veranlassung der italienischen sozialistischen„Sezione Socialisto und Lidu in Kreuzlingen"(Schweiz) der Konstanzer Rechtsanwalt Eduard Frank zur Seite. Cr hat gegen den Haftbefehl Beschwerde an das Landgericht eingelegt, worüber bald Entscheidung bevorsteht. Der Hokenkreuzkerrar an der Wiener Universität ist wieder ein- mal auf der Höhe, zumal die akademischen Behörden mitmachen. Nach srüheren Erfahrungen gibt Wien da» Kracksignal für die reichsdeutschen Hochschulen: sie sind gewärotl Ar. 341* 48. Jahrgang *1 Beilage des Vorwärts Mittwoch, 18. November 1931 Notruf eines Arbeitslosen Viele gute Ratschläge, aber keine Arbeit Der Arbeitslose B. L.«rfaßte es nicht ganz, daß das zweifellos mit Recht so unbeliebte Stcmpelngehen ein Symbol für die Be- imchung des Amtes, im Arbeit zu verschaffen, ist. Er hat diese Syinbolik in den letzten drei Iahren nicht erfaßt, er wird sie also nie begreifen. Er hält sich an Totfachen, und Tatsachen sind die elf Mark dreißig Pfennige Erwerbslosen- Hilfe, die er nun seit einem Jahre bezieht, Tatsachen sino seine 25 Lebensjahre und die drei Jahre A r b e i t s l o s i g- k e i t. Sein Denken scheint also nicht genug abstrakt zu sein. Tat- sache ist auch die Miete für die Kammer, die er bewohnt, im Beirage von 25 M.; sie betrug 28 M., aber er verzichtete auf die elektrische Beleuchtung und verwendet zum Leuchten und Kochen Petroleum. B. L. liest nämlich wenig und schläft viel. Selbsthilfe. Der L November war ein entscheidender Tag in B. L.s Leben, denn da setzte seine Selbsthilfe ein. Wir müssen festhalten, daß es B. L. bloß mittelbar ums Geld zu tun ist, vor allein will er arbei- ten. Infolgedessen schrieb er 85(in Worten nchtzigfllns) Plakate aus karierte Ouartblätter und klebte sie, anfangs bei Tag, später nur bei Nacht, an leerstehende Läden, Bauzäune, manchmal auch an Litsaß- faulen. Die Plakate haben folgenden Text: NOTRUF!! WER hilff einem Arbeitslosen? WER hilft einem, der schon drei Jahre ohne Arbeit ist? WER verschafft mir Arbeit? Ich scheue keine Arbeit. Das ist mein lefzierVersuch,daß ich mich an dieöffentlichkeit wende. Werte Zuschriften unter Postlagerkarfe Nr.... Berlin... Ein Werbefachmarm hätte die Stilisierung vielleicht künstlerischer getrofsen, aber B. L. ist Elektromechanikcr und tat sein Bestes. Wenn ihm rechts, neben den ersten drei Zeilen, die mit WER beginnen, noch Platz blieb, malte er das Wort junger" hin. Das war der Blickfang. B. L. mit seinen 1l,2l) M. Erwerbslosenhilfe, von denen»r nicht weiß, wie lange er sie noch beziehen wird, zeigte mir das Er- gcbnis seine Sclbsthilfeaktion. Rein ziffernmäßig betrachtet ist es groß, 15 Menschen hatten es der Mühe wert gehalten, bares(!) Geld für Porto auszugeben. Also ist der Mensch gut. Besonders gut ist vor allein der Mensch, der ihm schrieb: Lieber Freund! Ich, N. N., gebe Ihnen hiermit die Zustimmung zur deut- schen Arbeitsnot. Ran an die Kiste, es ist noch Zeit! hochachtungsvoll R. N. Dieser Scherz war doch wirklich I Pf. wert, nicht? Wirklich gut ivar aber der Plakatkleber, der diesen Notruf an einer Litfaß?- faule auf einem der belebtesten Plätze der Berliner City fand und ihn nicht abkratzte, wie seine Dienstvorschrift.es verlangt. Im Gegen- teil, er verletzte die Vorschrift noch weiter, denn er klebte seine, die bezahlten Plakate, eine Woche lang rundum diesen ge- s ch r i c b e n e n Anschlag. Wahrscheinlich hätte er es auch länger so gehalten, denn er ist wirklich gut, aber es fand sich ein nach besserer Mensch, der schnitt den Notruf sorgfältig mit einer Rasierklinge heraus. B. L. weiß nicht warum, kein Mensch weiß, es, der Gute wahrscheinlich auch nicht: vielleicht weil er nicht gedruckt war. Aesthetische Rücksichten mögen auch den Herrn in der Friedrich- straßc bewogen haben, den Anschlag von der Scheibe eines leer- stehenden Ladens abzuziehen— er klebte kaum eine Minute dort und B. L. konnte die Szene noch beobachten— und Klage bei einem Schupo zu führen. Der Schupo wollte sich aber nicht als Straßen- kunstwart betätigen: so konfiszierte also der ljcrr das Plakat. B. L. ist nämlich Elektromonteur und nicht Schriftzeichner. Sein Fehler. Oer liebe<3oit die Nazis und der Mitmensch. Ja, zweimal schrieb auch die Christian Science und schickte Bücher. Aber das war doch nicht das Richtige. Als B. L. die angegebenen Adressen aufsuchte, sagte man ihm, er sei im Elend, weil er nicht an Gott glaube, er solle sich behandeln lassen, dann werde er wieder glauben und Gott werde ihm zu Arbeit und Glück verhelfen. B. L. mar bereit, an Gott zu glauben, aber Arbeit wollte er ohne hnnmlischc Umwege. Also war es nichts damit. Interessanter war aber eine Aufforderung, in die hedemann- straße ins Nationalsozialistische Parteihaus zu kom- mcn. Man hott« sogar 8 Pf. riskiert und einen mafchinengcschrie- denen Brief geschickt, in dem es hieß: Kein Nationalsozialist läßt einen in Not befindlichen Pg. und SA.-Mann im Stich und durch Tätigkeit in der SA. werden Sic Ihre Bercwciflungsstimmung überwinden. Kämpfen Sie mit für das„Dritte Reich", in dem für jeden arbeitswilligen Volks- genossen Arbeit sein wird und muß, es ist der einzige Ausweg aus der Not von Ihnen und unseres Volkes! heil Hitler! Das schlechte Deutsch des Briefes war nicht das, ivas B. L. zurückhielt, sondern er sucht Arbeit und nicht Betätigung als SA.- Mann. Inoffiziell gab man ihm denselben Rot noch einmal, denn er fand auf einem seiner Plakate: Werde Nazi, so wird dir geholfen!(Und ein Hakenkreuz.) Wirklich geholfen hat nur einer: der schrieb: Lieber Mitmensch! Ihren Hilferuf um Arbeit habe ich heute gelesen: ich möchte Ihnen herzlich gern ein wenig helfen, soweit es in meinen schwachen Kräften steht. Ich kann Ihnen den ganzen Jammer nachfühlen, denn ich war schon selbst oft ohne Arbeit.... Ich möchte Sie bitten, mir Ihre Adresse anzugeben, um Ihnen eine Kleinigkeit in bar senden zu können. Verachten Sie es nicht, so wenig es ist, es kommt aus bestem herzen, und wenn mehrere Menschen dasselbe tun, dann hilft es Ihnen doch ein wenig und läßt Sie wieder Mut zum Leben fassen! Und schickte, als er die Adresse hatte, fünf Mark. Aber es taten nicht mehr er« Menschen dasselbe.... Der Rest an Zuschriften war nicht ergiebiger. Fünf Leute gaben B. L. Zldressen von Wohltätigkeitsvereinen an— B. L. will ober arbeiten, vergessen wir das nicht, und ihn plagt die Angst, im Leben stecken zu bleiben. Einer empfahl ihm den Verkauf seiner Salzstangen, ein alter Herr bot ihm Wohnung.und Wen in. sei.neni frauenlosen Haushalt, als Eist- gelt für Kochen und' Räuincn. B. Li hat aber Aukcrwickeln gc- lernt und. solche Dinge. Es ist wohl sein Fehler. Auch sein Nachteil. B. L. hat einen Tagesetat von 6 6 bis 67 Pf. pro Tag, denn Petroleum und Wäsche kosten auch etwas, B. L. ist 25 Jahre alt, seit drei Jahren arbeitslos, B. L. will kein Almosen, B. L. will arbeiten. Seine Kannner ist das Sauberste, das man sich vorstellen kann, aber feine Haut ist grau. Er will Arbeit. Indessen klebt er weiter. Das kostet Geld, aber wenn B. L. auf diesem Wege zu Zlrbeit und einem hohen Einkommen gelangt sein wird, dann darf cr diese Ausgaben wohl als Wcrbespesen vom versteuerbaren Betrag abziehen. Das hält ihn aufrecht. Die nächste Ausgabe des„.vorwärts" erscheint wegen des Bußtages erst am Donnerstagabend. Schneiders Hypochekengsider. Hat er sie doch von Max Sklarek erhalten? Die Verteidigung der Angeklagten Gäbet, Dcgner. und Schneider läuft immer wieder auf das gleiche hinaus: Zlile Wohltaten, die ihnen von den Gebrüdern Sklarek geworden, waren nicht mehr als Freundschaftsbeweise. Sie haben alle auch nicht das geringste getan, um die Firma Sklarek zu begünstigen, sie haben sich in keiner Weise gegen ihre Amtspflichten vergangen, sie haben sich nicht bestechen lassen. Sie wissen, wie schiver der Nachweis der Bestechung zu führen ist. Das Moralische dieses„Freundschaftsverhältnisses" zu. den Sklareks liegt auf einem anderen Blatt. Auch das wissen sie. Ob es mit der Weltanschauung eines kommunistischen Stadtrats ver- cinbar ist, sich unter Vermittlung eines städtischen Lieferanten eine Wohnungseinrichtung im Werte von 36 666 M. zu kaufen, darunter einen Waschtisch im Werte von 656 M.: ob es für einen sozial- demokratischen Bürgermeister tragbar ist, Sonntag für Sonntag mit einem städtischen Lieferanten im Hotel Esplanade, Hotel Adlon, Edenhotel und im Kaiserhof bei teuren Weinen zu dinieren— das steht selbstverständlich nicht in Moabit zur Verhandlung. Die Partei- instanzen haben bereits ihr Wort gesprochen. Es mutet aber gerade aus diesem Grunde eigenartig an, wenn die Herren vor oller Oefsentlichkeit immer noch so tun, als wäre an ihrem Gebaren nichts auszusetzen. Liegt aber Bestechung vor? Schneider will sich für die Sklarekschen Geschenke revanchiert haben. So hat er Max Sklarek z. B. ein Klavier ins Haus geschickt. Gelder will cr nur als Zahlungen für die Rennmetten erhalten haben. Es fei nicht wahr, daß er auch dann Wettgewinne gefordert habe, wenn das Pferd verloren hatte. Die Buchungen auf seinen Decknamen„Oranien- bäum" bestreitet er: sie scheinen ihm auch nicht mit Sicherheit nach- gewiesen werden zu können. Kritisch ist aber für ihn die Sache mit der Hypothek. Es gelüstete ihn, am Kurfürstendainm eine erste Aufwertungshypothek im Werte von 35 666 M. für feine Frau zu erwerben: sie sollte 25 666 M. kosten. Hatte Mar Sklarek 5666 M. davon als Darlehen gegeben? Schneider sagt nein. Eine einstündige Erörterung vor Gericht brachte nicht vom Fleck. Da entdeckte plötzlich die Staatsanwaltschaft in einem Geschäftsbuch eine eigenhändige Eintragung von Max Sklarek, 5666 M. f ü r 5) y p o t h e k Böhm, rückzahlbar im Oktober. Böhm ist aber der Mann, der Schneider die Hypothek vermittelt hat. Der Tag der Eintragung paßt auch. Schneider konnte darauf nichts erwidern. So liegen die Dinge vorläufig um Schneider War das aber eine Bestechung oder bläß ein Freundschaftsbeweis? Das soll die Beweisaufnahme ergeben. Leo und Willi Sklarek werden in ihrer Verteidigung immer be- stimmtcr: Alles, was wir an Summen gezeichnet haben, sagen sie, haben die Angeklagten bekommen Sie wissen gar nicht, Herr Vor- sitzender, klagte Leo Sklarek, wie es um Sklareks herging. Ich will hier kein Theater machen, es könnte aber ein Theaterstück sein, wie es herging um die Stadt Berlin und um Sklarek... Gesühnte Ladenplündemng. Juchchaus- und Gefängnisstrafen. Am 6. Oktober d. I. wurden Plünderungen in der Filiale „Nordstern" in der S o l d i n e r Straße verübt, wobei auch die Laden lasse geraubt wurde. Eine weitere Plünderung fand am 15. Oktober bei der Filiale desselben Lebensmittelgeschäfts in der D r o n t h e i in e r Straße statt. In diesem Falle konnten der Bauschlosser Edwin Kirr meyer und der Steinhaucr Willi Schröder festgenommen werden. Bei Kirrmeyer fand mau 15 Pfund Speck, während bei Schröder keine geraubten Lebensmittel gefunden wurden. Er behauptete auch, daß er nur in der Tür gestanden habe und dann mit den anderen weggelaufen sei. Dagegen ergab sich der Verdacht, daß Schröder auch an der erste» Geschäftsplünderung in der Soldiner Straße eine Woche vor- her teilgenommen hatte. Er bestritt das. Die Verkäuserinnen des „Ich wollte eigentlich lesen— aber das kann ich nachher noch. Ich freue mich auch, dich wieder mal zu sehen. Was hast du denn getrieben in diesen Jahren?" Plaudernd ging sie neben dem Schulkameraden her. Der zuckte die Achseln.„Lieber Himmel, da ist nicht viel zu erzählen. Zwei Jahre Lehrzeit im Geschäft, dqnn ein Jahr in England, eins in Frankreich, bei Geschäftsfreunden meines Onkels. Nicht gerade begeisternd, aber notwendig. Dann kam der Krieg, und seitdem bin ich wieder in Deutsch- land." „Jhe seid damals nach Hamburg gezogen, kurz nach dem Abstur— Mutter schrieb es inir nach Genf. Ich war näm- lich auch zwei Jahre fort. Aber du wolltest dach immer Offizier werden! Weißt du noch, wie du uns in de» Pausen vorgeschwärmt hast, den blauen Rock für König und Bater- land zu trogen?" Sie lachte. Der fuuge Mann wurde etwas verlegen.„Na ja, den Plan hatte ich allerdings. Aber als Onkel starb und Vater die Fabrik übernahm, da änderte sich natürlich die ganze Sachlage— und, offen gesagt, heute habe ich nichts dagegen. Im Ausland find mir meine militärischen Flausen gründlich vergangen— ich sehe die Welt heute mit anderen Augen au. Ick) wollte, wir hätten bald Frieden!" „Frieden!" wiederholte Gcrmaine.„Gibt es denn das überhaupt noch? Mir kommt dieser Krieg endlos vor." Schweigend überquerten sie eine schmale Gasse, die hin- auf zur Burg führte. Sie waren in der Altstadt. Rechts standen zweistöckige, kleine Häuser inst schiefen, alten Türen. mit morschen Fensterläden und abgetretenen Treppen, auf denen Kinder spielten. Gegenüber dehnte sich der große Park. Germaiue blieb stehen.„Ich schlage vor, daß wir zur Mensa zurückgehen. Da triffst du gleich die anderen. Es ist kaum fünf Minuten von hier entfernt." Der junge Mensch nickte. Aber nach einigen Schritten hielt er plötzlich an:„Sag mal, Germaine, warum studierst du eigentlich? Willst du denn nicht heiraten? Du hast doch sicher Gelegenheit genug..." Germaine blickte ihn erstaunt an. Dann lachte sie.„Na, weißt du, mein künftiges Ehegejpous hat nichts zu lachen. Vom Haushalt verstehe ich nichts, und beim Mittagessen, das der Aermste natürlich sich selbst zubereiten müßte, denn ich kann nicht kochen, würde ich ihm höchstens, um ihn zu trösten, ein gotisches Vaterunser vorbeten..Vttn nnsar, thu in himinam, weihnai uamo tlioiu..." Wieder lachte sie fröhlich. „Aber das bißchen Haushalt lernst du doch rasch. Wenn du einen Mann wirklich liebst, dann ist das doch sicherlich nicht schwer für dich", sagte ihr Begleiter halblaut und mit einer seltsamen Eindringlichkeit. Aber Germaine warf den Kopf in den Nacken.„Ich weiß nicht, ob ich überhaupt einen Mann jemals lieben kann— was man so im landläufigen Sinn lieben nennt. Zeit wärs jetzt allerdings, da hast du recht, ich glaube, ich bin schon im besten Begriff, eine alte Jungfer zu werden. Doch, doch—" Wieder lachte sie ihr helles, frohes Lachen. „Aber es ist doch sonderbar, daß ich mich gar nicht davor fürchte. Jetzt, wo uns Frauen die Universitäten offenstehen, wo wir Berufe ergreife» können, die uns ausfüllen und uns die Möglichkeit geben, unser Leben auf eigene Verantwortung zu leben, ist das anders als früher, als'unsere Mütter jung waren. Aus dieser Freiheit, dieser schönen Tätigkeit, die einen wirklich befriedigen kann, mich unter das Ehejocki zu beugen, einem Manne Untertan zu sein, nach seinen Leib- speisen fragen, fem Wohlbefinden als Sinn ineines Lebens betrachten— nein, das kann ich nicht." Der junge Mensch sah etwas betreten zu Boden.„Weiht du", meinte er dann zögernd,„das kommt bloß von deinem Studium. Ich bin wahrhaftig dafür, daß man die Frauen nicht dumm und ungebildet halten soll, aber ich fürchte, das Frauenstudium entfremdet gerade die besten und wertvollsten Mädchen ihrem eigentlichen Beruf, dem der Hausfrau und Mutter." Germaiue machte eine scherzhafte kleine Verbeugung. „Es ist ja riefig schmeichelhaft für mich, daß du mich unter die besten und wertvollsten Exemplare meiner Spezies rechnest, aber trotzdem muß ich dir widersprechen. Viele unserer Studentinnen sind verlobt, ein paar sind schon der Universstät untreu geworden und haben sich verheiratet. Nein, das liegt nicht am Studium, sondern das ist eine per- fönliche Sache. Vielleicht gibt es mal eine andere Form der Ehe, in der die Frau nicht mehr Objekt zu fein braucht, fon- der» in der sie Persönlichkeit sein darf, wie der Mann, nicht Hörige, wie es jetzt ist. Dann bekehre ich mich vielleicht auch noch dazu.— Aber wir sind da— hier um die Ecke ist der Eingang. Uebrigens— es ist der frühere hochfürftliche Mar- stall, in den du nunmehr die Ehre hast einzutreten." Zwei kleinere Räume und ein weit ausladender, lang- gestreckter Saal, in dem eine Anzahl von blumengeschmückten Tischen standen, empfingen die Ankömmlinge. Germaine gab zivei Marken ab und erhielt dafür zwei Nummern, von denen sie eine dem Schulkameraden reichte. „Hier müssen wir uns anstellen", sie deutete nach vorn, „was es geben wird? Na, natürlich Rüben in irgendeiner Auflage. Das beste für patriotische Gemüter! Aber da sitzen sie schon alle!" Sie ging ein paar Schritte zu einem Tisch am Fenster hinüber, wo freudige Gesichter ihnen zunickten. „Haltet zwei Plätze frei— wir kornmen gleich!" rief Ger- maine hinüber. Es gab eine undefinierbare Suppe und dann Kohlrüben mit einer bräunlichen Sauce. Geschickt balancierte Gennaine, ihre Mappe unter dem Arm, mit den beiden Tellern durch den Saal, während ihr Schulkamerad etwas langsamer nachkam. „Gut, daß du endlich kommst, Germoine." Der blonde, junge Student in Wandervogeljacke und Kniehosen, der die beiden Plätze belegt hatte, schob ihr höflich ihren Stuhl hin. „Wir streiten uns schon den ganzen Tag heute. Hier, unser Feldgrauer will uns alle rebellisch machen. Er sagt, wir seien Idioten, daß wir jetzt studierten und nennt unsere geheiligle Philologie die blödsinnigste oller Fakultäten." „Womit er gor nicht so unrecht hat", fiel eine junge, frische Stimme ein. Ein kraushaariges, junges Mädchen, das eben vorbeiging, blieb lachend stehen.„Nächste Woche kommt mein Verlobter aus Urlaub. Dann heiraten wir. Kriegs- trauung. Worum jetzt noch warten!" Sie drückte den Freunden die Hände. „Recht hat sie. Man kann jetzt wahrhaftig nur noch von einem Tag zum andern leben!" Kurt warf einen raschen Blick zu Germaine hin, die ihm gegenüber saß. Aber die schüttelte den Kopf. (Fortsetzung folgt.) Wannseebahn 1933 elektrisch Warum müssen Zossen, Strausberg und Königswusterhausen zurückstehen? starken Rückschlag erfährt, die Parzellen verwahrlosen werden, die errichteten Gebäude dein langsame» Versall entgegengehen. Aber es kommt noch besser: Mit miheimlicher Geschwindigkeit durchrasen Beamte der Reichsbahn unsere Siedlung und bemühen sich, mit dem Aufgebot aller Spitzfindigkeit die Siedler„festzustellen", die mehr wie 2S(10 Quadratmeter Laird ihr eigen nennen. Diese Siedler sollen alle die Disserenz zum vollen Fahrpreise für das Jahr 1931 nachzahlen Beträge bis zu 109 M. und darüber hinaus sollen nachgezahlt werden. Und das alles unter dem Ruf: Förderr den Sisdlungsgedonken! Die Rcichsregierung, die Länderregierungen zerbrechen sich Tag und Nacht den Kops darüber, wie sie am prak- tischsten den Siedlungsgedanken fördern können, aber die Reichs- bahn hat von diesen löblichen Bemühungen der Rcichsregierung anscheinend noch nichts gehört, denn sonst mühte sie wissen, daß mit der Entziehung der„Siedlerkarte" die Siedlertätig'cit der großen Masse überhaupt in Frage gestellt ist. Wir Siedler hoffen, daß es I einsichtigen Männern gelingt, die Sperrung der Siedler- karten aufzuheben und für die Berechtigung der Fohrpreisermäßigung die Grenze der Parzellen- gröhe heraufzusetzen. Eile tut not! Die Anträge auf Fahrpreisermäßigung für das Jahr 1932 müssen in nächster Zeit gestellt werden. Millionen Bolksvermögen stehen auf dem Spiel. Reichskommissar für das Siedlungswesen werde hart! Kaulsdorf-Mahiödorf zweigleisig. Die etwa 9,7 Kilometer lange Strecke zwischen Kaulsdorf und Mahlsdorf wurde bisher eingleisig betrieben. Vor Jahresfrist wurde der eingleisige elektrische Berkehr bis Mohlsdorf durch- geführt, die hohen Kosten machten es der Reichsbahn zunächst un- möglich bei der schlechten Kassenlage, den Betrieb gleich zweigleisig aufzunehmen. Im Oktober 1939 wurden dann aber die ersten Vor- arbeiten eingeleitet, um ein zweites Gleis zu legen. Vor wenigen Tagen waren die Arbeiten beendet. Die Strecke wurde abgenommen. es ergaben sich keinerlei Beanstandungen. In aller Stille wurde die Strecke Sonnabend zum ersten Male befahren. Gleichzeitig wurde der neue Tunnel am Bahnhof Kaulsdarf deni Verkehr übergeben, der den Zugang der Reisenden zum mittleren Bahnsteig bildet. Geschäfts erklärten aber, daß sie in dem Angeklagten den Mann wiedererkennen, der die Ladenkasse ausgeraubt habe. Das Schöffen- gcricht Wedding versagte dem schon mehrfach wegen Eigentumoer- gehens vorbestraften Schröder mildernde Umstände und verurteilte ihn zu einem Jahr und vier Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust, während der noch unbestrafte Angeklagte Kirrmeyer wegen schweren Landfricdensbruchs sieben Monate Gefängnis erhielt. Die Haftbefehle gegen beide Angeklagten wurden aufrechterhalten. Wissenschast, die dem Volke dient. Oeffentliche pathologische Echausammlung im Kranken- haus Iriedrichshain. Gerade auf gesundheitlichem Gebiet ist die Aufklärungsarbeit an den Massen von ganz besonderer Wichtigkeit und die demonstrative Darstellung der Schädigungen am menschlichen Organismus wird den stärksten und darum erfolgreichsten Eindruck hinterlassen. Das städtische Krankenhaus Am Friedrichs Hain hat jetzt nach jahrelangen Vorarbeiten als erstes und bisher einziges wissenschaftliches Institut nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen Welt Überhaupt, diese große Aufgabe gelöst und damit den Gedanken des großen Rudolf Virchow in die Wirklichkeit um- gesetzt. Mit unendlicher Mühe und Sorgfalt ist in dieser Schau alles zufanmiengetragen, wps die pathologische Anatomie in jahrzehntelanger Arbeit— die Begründung dieser Anstalt fällt in das Jahr 1896, das Krankenhaus selbst wurde 1874 erbaut— geschassen hat. D«r breitest« Raum ist naturgemäß den gefährlichen Massen- erkrantungen gewidmet, angefangen von der krankhaften Verbindung in: Mutterleib über die traurigen Entwicklungsstadien des erblich belasteten Säuglings, bis zur typischen Elendskindcr- trankheit: der Rachitis. Gewiß, man hat schon ganz außer- ordentliche Erfolge auf dem Gebiet dieser ftrankheitsbekämpfuug zu verzeichnen und die Krankheitsziffer um ein Beträchtliches her abgedrückt, vor allem durch die seit ewigen Jahren gehandhabte Bc- Handlung mit Ergosterin(bestrahltes Eholesterin, ein Gallen- Produkt), aber die einzige durchgreifende Heilung liegt ausschließlich in der Verbesserung des Lebens st andards. Luft-, Licht-, und Nahrungsmangel wirken verheerend. Man sieht die furchtbaren Verwüstungen, die Tuberkulose, Syphilis, Krebs und Tropenkrantheiten anrichten. Auch der Krieg wirkte furchtbar: Per- brannte Schädel, erfrorene Gliedmaßen und noch unzähliges andere. Au 59 9 9 Präparate in den neuzeitlichen Konservierungs- mrd Veleuchtungsforinen gibt es zu sehen und es ist mit dieser hoch- interessanten, großangelegten wissenschaftlichen Schau der Nachweis erbracht, wie unendlich wichtig die Zlrbeii der pathologischen Anatomie zum Aufdeckung infektiöser Schädigungen(Unfälle) usw. ist. Durch taUrästigste Unterstützung des Bezirksamtes, des Bürgermeisters Genossen Mielitz und Gesuirdheitsdezernenton Stadtrats Genossen Günther, kam die Leffming des pathologischen Instituts für das Publikum zustande. Gleichzeitig wurden die geradezu Vorbild- liehen Neueinrichtungen des Leichenkühlraumes uird der Leichenhalle gezeigt, die allen Anforderungen der Pietät und vor allem der Hygiene entsprechen. Lieder Nazikaserue geschlossen. Auf Veranlassung der Polizei ist gestern die N a z i k a s e r n e in der Kirchstraße 13 in Moabit geschlossen worden. Gleich- zeitig wurde das im selben Hause befindliche SA.- Verkehrs- lokal„S p r e e h a l l e n" in seiner Gcschäfiszeit beschränkt. Das Restaurant muß um 18 Uhr schließen und darf nicht vor 6 lllzr früh offnen. Diese Anordnung wird damit begründet, daß das Lotal als Sammlungs- und Stützpunkt gewalttätiger Elemente an- zuseh«n war. Der Zoo am Buhlog. Der Eintritt m den Zoologischen Garten kostet am Bußtag wie sonst an Sonntagen für Erwachsene nur 1 Mark, für Kinder nur 59 Pfennig. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Frage der Senkung der Neubaumieten in Kurze einer befriedigen- den Lösung entgegengeführt werden muß. Die M i e t r ü ck st ä n d e auch in den mit Hauszinssteuermitteln erbauten Neuwohnungen mehren sich und die Vermietbarkeit dieser Wohnungen schwinoct immer mehr. Gewiß muh auch jedes gemeinnützige Wohmmgsunternehmen die Mietsätze nach wirtschafllichen Gesichtspunkten berechnen. Die ver- teuerten Ba u k o st« n, die hohen H y p o t h e k e n z i n s e n. die gestiegenen Betriebskosten, die Kosten der Instand- Haltung der Bauten und der Wohnungen— alle diese Posten bestimmen letzten Endes die Höhe der Mieten und setzen auch bei Inappster Berechnung einer Aerbilligung der Mieten meist ein Ziel. Auf der anderen Seite ist aber ein großer Teil der Mieter nicht mehr in der Lage, selbst die niedrigst kalkulierte Neubaumiete auf- zubringen, weil Löhne und Gehälter einmal über das andere ge- senkt worden sind, ohne daß eine merkbare Preissenkung cm- getreten ist. Der Erwerbslose, der zu Zeiten semer regelmäßigen Be- schäftigung eine Neubauwohnung gemietet hat, kann nicht einmal im Wege des Erlasses der Hauszinsstcuer eine Mietsenkmig er- reichen, wie das im Altbau möglich ist. Der notwendige Lebens- unterholt nimmt auch bei größter Einschränkung einen so erheb- lichen Teil der geringen Einnahmen weg, daß der Rest nicht zur Bezahlung der Miete ausreicht. Auch die Nachsicht des gemeinnützigen Neubaubesitzers hat an der Grenze der wirtschaftlichen Möglichkeit ein Ende, wen» nicht das Unternehmen über kurz oder lang zusammenbrechen soll. Wenn mit vollem Recht eine Senkung der Neubaumieten ge- fordert wird, so soll diese Senkung keineswegs aus Kosten des Neu- boubesitzers gehen, soweit dieser nicht etwa die Mieten zu hoch be- rechnet hat. Bielmehr sollen die Ausgaben des Unternehmens für Zins und Tilgung, an Steuern und dergleichen ge- senkt werden, um in Höhe der dadurch verursachten Ausgaben- Verminderung anteilmäßig auch die einzelnen Mieten heruntersetzen zu können. Außerdem muh durch M> e t z u s ch Ü s s e aus Haus- zinssteuermitteln eine weitere Senkung der Überhöhteil Neubau- mieten herbeigeführt werden. Letzten Endes wird sich das gesamte Mietzinsniveau im Altbau und Reubau einmal ausgleichen. Die Gestehungskosten stellen den eigenllichen Gradmesser für die Preis- bildung auch im Wohnungsbau dar. Die Not unter den„kleinen" Mietern van Neubauwohnungen So erfreulich seinerzeit die Elektrifizierung der Berliner Stadt- und Ringbahn und einiger, wichtiger Bvrortstrecken war, so sehr hat man es bedauert, daß die gleichfalls wichtige Strecke Berlin. W a n n s e e, die sogenannte„Wannseebahn", von dieser Moderni- sierung ausgeschlossen wurde. Die Reichsbahn hat denn auch bald die Quittung dafür bekommen: das Publikum mied die Strecke und der Rückgang betrug rund ein Drittel des Gesamtverkehrs, bedeutete also einen schweren Verlust für die Reichsbahn. So hat man sich denn jetzt endlich entschlossen, auch diese Strecke zu elektrifizieren. II? Jahre wird die Bauzeit dauern. Die Baukosten werden auf 261- Millionen Mark berechnet. Der� seit vielen Jahren projektierie neue Bahnhof zwischen Z e h l c n d o rs- M i t te und L i ch t e r f e ld e- W e st soll, nachdem hier eine ungewöhnlich starke Bebauung eingesetzt hat, jetzt endlich zur Ausführung kommen, ebenso ein neuer B a h n h o s Feldstraße zwischen Steglitz und Friedenau. Zuerst wird der seit kürzerer Zeit im Bau befindliche Umsteigebahnhos Ebers st raße(Südring— Wannseebahn) fertiggestellt werden. Trotz der neuen zwischengeschobenen Bahnhöfe hofft man, die Reise- zeit, die jetzt etwa 24 Minuten beträgt, erheblich zu verkürzen. Allerdings fährt man jetzt schon mit den von Zehlendors-Milte nach Berlin durchgehenden sogenannten„Bankierzügcn" nur 15 Minuten bis Berlin. Die sogenannte Stamm bahn Berlin— N e u- babelsberg— Potsdams— Werder) bleibt wie bisher Dampfbah». Als nicht elektrifiziert bleiben dann leider immer noch folgende bedeutende wichtige Vorortstrecken übrig: 1. Berlin— Zossen, 2. Wannsee— Beelitz-Heilstätten, 3. Berlin.Lehrter Bahnhos— Spandau— Nauen, 4. Grünau— Königswusterhausen, 5. Mahlsdorf— Strausberg. Der schnelle Ausbau zum mindesten der Strecke nach Zossen, Strausberg und Königswusterhausen ist aber dringend notwendig, da hier eine sich von Jahr zu Jahr verstärkende Besiedlung eingesetzt hat. Daß die Strecke nach Trebbin immer noch keinen Borortverkchr hat, ist nach wie vor ein Verkehrsskandal. Reichsbahn, zeige dich großzügig! Siedler bangen um ihre„Siedler-Kahrkarte". Die verbilligte Reichsbolin-Fehrkarte für Siedler allein ermöglicht es vielen Berlinern, ii>r„lZeld" zu beackern und ihr Hünschen nor dcn Toren der Stadt zu bewohnen. Die Siedler von Beelig sind nun in größter Srregung, weil ihnen die so notwendige Dergilvstigung nickit mehr gewährt werden!oll. Wir veröffentlichen nachstehend eine Zuschrift dieser Leute in der Hossnung, daß die Reichsbahn- direltion Berlin sich dcn Klagen nicht verschließen wird. In B o r k in der Nähe von Beelitz ist ein größeres Gelände durch ein PrivatuntemeHmen zu Siedlungszwecken parzelliert worden. Das Land war billig— der Fahrpreis ungemein teuer. Die stcdlungsfreudigen Berliner machte man aber dadurch kauflustig, daß sie auf ihren Antrag hin eine„Siedlerkarte" von der Reichsbahn erhielten, die ihnen gestattete, die Siedlimg mit dem halben Fahr- preis zu erreichen. Auch das kostete immerhin noch 65 Pf. für eine Fahrt. Jahr für Jahr wurden die Anträge auf Siedlerkarten an- stand slns von der Reichsbahn genehmigt. Nachdem sieben Jahre ins Land gegangen sind, glaubt die Reichsdahn, den siedlungsfreudigen Berlinern in einer mehr als merkwürdigen Art ihre„Siedlerfveund- lichkeit" zeigen zu müssen. Die Reichsbahn verweigert jetzt nämlich die Ausstellung von Siedlerkarten, sofern die einzelnen Parzellen die Größe von 2599 Quadratmetern überschreiten. Das bedeutet für unsere Siedlung, daß es Hunderten von Siedlern zukünftig unmöglich wird, ihre Parzellen zu bewirtschaften. Denn wer hat die Kühnheit, zu behaupten, daß der Siedler mit Frau und Kind für die einmalige Hin- und Rückfahrt 6,59 M., mit 2 Kindern 7,59 M. bezahlen kann? Die Folge wird sein, daß unsere sich gut entwickelnde Siedlung einen ist groß, weil auch die Wohlfahrtsfürsorge schwer zu kämpfe» hat. Es besteht ein dringendes öffentliches Interesse daran, daß diesen Mietern bald geholfen wird, und zwar durch planmäßige Senkung der Mieten statt durch Inanspruchnahme der Für- sorgeeinrichtungen. Trotz der finanziellen Nöte des Reichs, der Länder und der Gemeinden darf an der Not der Hunderttausende von kleinen Neubaumietern nicht achtlos vorbeigegangen werden, wenn man bei ihnen nicht das Vertrauen in eine gerechte Führung der Regierungsgcfchäfte erschüttern will. Doppell Hilst, wer schnell Hilst! Neue Mieterproteste. Der Mietcrverein Wedding hielt am Montag, dem 16. November, eine öffentliche Kundgebung in übersiillter Schul- aula Müllerstr. 158/159 ab. Rechtsanwalt Preuß hielt das Referat. Er führte aus, daß die Mieten gesenkt werden müssen und gesenkt werden können, wenn die Hauszinssteuer von allen Hauseigen- tümern gleichmäßig erhoben und die Grundoermögenssteuer von denen erhoben wird, die das Grundvermögen haben. Die Mieter- schaft könne nicht dafür verantwortlich gemacht werden, daß der Hausbesitz für Spekulationen,- die mit der Verwaltung des Hauses nichts zu tun haben, Hypotheken aufgenommen habe. Gerade in der jetzigen Notzeit müsse die Mieterschaft den Schutz vor grundloser Kündigung und Mietsteigerung verlangen, da die größte Wohnungs- not für bezahlbare Wohnungen herrsche. Das soziale Mict- recht muß kommen, da sonst die Hausbcsitzerverbände durch die Fornmlarinietverträge die Mieter völlig entrechten könnten. Der Vorsitzende P a t t l o ch konnte das Einverständnis aller Anwesen- dcn feststellen, die auch einstimmig eine Resolution annahmen, in der es u. a. heißt: Die vom Althausbcsitz aus der Hauszinssteuer erzielten Zwischengewinne hält die Mieterschaft für ungerecht, und fordert deshalb von der preußischen Regierung und vom Landtage, diesen Mißstand zu beseitigen und gesetzliche Maß- nahmen zu erlassen, daß im Interesse der Erhaltung der Alt- Wohnungen und der Linderung der Arbeitslosigkeit die in der gesetz- lichen Miete enthaltenden Beträge für Reparaturen auch wirtlich ihrem Zweck zugeführt werde». Die Mieterschaft erwartet, auch im Interesse des Wiederausbaues von Staat und Wirtschaft, die Unter- stützung ihrer Forderungen durch Regierungen und Parlamente. An die sozial und fortschrittlich eingestellten kreise der Oessenllichkeit wendet sie sich in letzter Stunde mit dem dringenden Ruf, sie in ihren Bestrebungen wirksam zu unterstützen. Vorsicht bei Sprengkapseln! Vier Schüler durch Explosion verletzt. 3n der Stadt Lauenburg an der Elbe hoben Schutkuabcn Sprengkapseln, die sie in einem Brüllhausen gesunden haben, mit einem harken Gegenstand bearbeitet. Plötzlich erfolgte eine Ex- p l o s i o n. durch d'e die Kinder zu Boden geworfen wurden. Bier Jungen waren mehr oder weniger verletzt worden. Emern Knaben wurden Daumen und mehrere Finger der rechten Hand weggerissen. Außerdem trug er am Kops Verletzungen davon und mußte dein Krankenhaus zugeführt werden. Ein anderer Knabe wurde«bensalls erheblich verletzt. Zwei anderen drangen Splitter in die Körper, ohne größeren Schaden anzurichten. „Schon wieder ein Calmetie-Kind." Fortgang des Lübecker Aerzteprozesses. Lübeck, 17. November. Bei der heutigen Verhandlung im Tnberkulosoprozeß überreichte der Staatsanwalt dem Gericht eine Abschrift der Kranken- geschichte eines Kindes. Der Staatsanwalt wies darauf hin, das; das Original der Krankengeschichte nicht vorhanden sei. Dieses veranlaßt R.-A. Dr. Wittern, festzustellen, daß verschiedene kraalcv- geschichten fehlen, die wichtiges Bcweismaterial darstellten. Er bitte deshalb den Oberstaatsanwalt, ein Verfahren wegen B e- seitigung der Urkunden einzuleiten und zu diesem Zweck alle Personen, die in Frage kommen könnten, zu hören, wo sich die Krankengeschichten befänden. Der Oberstaatsanwalt ließ sofort Er- mitllungen anstellen. Frau Dr. Kusel, die seinerzeit im Lübecker Kinderhospital tätig war, äußerte sich als Zeugin zu verschiedenen Krankheitsfällen. Der Bemerkung„Schon wieder ein Cale mette-Kind", die sie bei der Aufnahme eines Kiiidcs angeblich gemacht haben soll, kann sie sich nicht entsinnen. Frau Bethge wurde zu den, Krankheitsoerlauf iljres Kindes und zu den Vorgängen im Kinder- Hospital vernommen. Sie sagte, daß sie schon bei der Aufnahm« ihres Kindes Frau Dr. Kusel gegenüber dcn Verdacht geäußert habe, ihr Kind sei infolge der Fütterung erkrankt. Das habe Frau Kiisel verneint. Als Professor klotz in dos Hospital gekommen war. sei Frau Dr. Kusel ihm entgegengegangen:„Herr Professor, schon wieder ein Ealmetle-Kind." Darauf Hab« Professor Klotz geantwortei:„So?" Der Ober- staatsanwalt fragte Professor Klotz, ob ihm der Befund der Kinder nicht Anlaß hätte sein können, zu erkennen, daß hier vielleicht eine Schädigung infolge der Fütterung vorliege. Darauf erwiderte Professor Klotz, die Diagnose sei schwer zu stellen gewesen, denn die mit B. C. G. gefütterten Kinder hätten keine einheitlichen Folgewirkungen gezeigt. Die Verhandlung wurde auf Donnerstag vertagt.- Winterhilfe dankt für 700 000 Mark. Die Berliner Winterhilfe teilt mit: Bisher sind an Geldbeträgen etwa 799 999 M.«ingegangeii. In Anbetracht der schlechten all- gemeinen Wirtschaftslage erscheint das Ergebnis als durchaus günstig, freilich reicht es nicht annähernd aus, um der Winterhilfe die Durchführung ihres Programms zu ermöglichen. Mit dem Ausdruck des herzlichen Dankes für die Spender muß deshalb die dringende Austorderung zu weiteren Hergaben von Geldmitteln vcr- Kunden werden. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Die llebungsstundc findet in dieler Woche am Freitaa, 191- Uhr, im Gcsangssaal der Sophienschule. Weinmeisterstraß« 16—17, statt. Frauen-Anmut und Schönheit sind von körperlichem Wohlbefinden abhängig!— Unzählige Frauen leiden an Siörungen der Verdauungsorg ine, aber Loxin ver- Ichaifl ihnen Wohlbefinden und Lebensfreude, die sich unverkennbar in ihrem Antlitz widerspiegele Lax in ist das ideale Mittel zur j Regelung des Stuhlgangs und schmeckt wie das semste Konfekt J Sin, nofe£«{(11 silr.L 1.50 ethsii 2t uiai. Die Not der Neubaumieter Aber auch die Altwohnungsmieter sind empört Sie fanden milde Richter. Mitglieder der SKl. ZS auf der Anklagebank. vor dem Schosfengrrichl Verlin ZNillc standen gestern mehrere Mlkglicder der onkionollozinlistischen Siurmabtci- lung 35. 5>'e fanden milde Richter. Der Sturm 3 5 dritte in Lichtenberg einen �genannten „StuntKibcnb" veranstaltet. Ruf dein Nachhauscrvege nach ihrem Heim in der Giirtelstrahe überfielen die Nazis, die zuvor sslbstveki ständlich reichlich dem Alkohol zugesprochen hatten, niehrere Kommunisten, die des Weges kamen. Sie griffen zu den Messern und schwere Verletzungen waren die Folge. Da es den Ileberfallenen gelang, etliche der Raufbolde festzustellen, saßen gestern sechs Nationalsozialisten wegen Körperverletzung auf d?r Anklagebank. Die Angeklagten, von denen einige in dem SA.-H« i m in der Gürtelstraße wohnen, sagten aus, daß sie auf dem Wege zum „Sturme benbV von Kommunisten überfallen worden seien, so daß auf dem Rückweg„fast oer gesamte Sturm in die Gürtel'traße ge- zogen wurde, damit sich die Kameraden gegenseitig schützen konnten". Nach dem Tatlestand aber haben Gruppen des Sturms 35 verschie- den« Kommunisten umzingeU, um sie dann zu verprügeln und nieder- zuschlagen. Besonders schlimm erging es einem Arbeiter, der durch Messerstiche so.zugerichtet wurde, daß er hilflos auf der Straße liegen blieb. Man zweifelte an seinem Auskommen. Nach seiner Angabe haben sich etwa 14 Mann auf ihn gestürzt. Die Angeklagten bestreiten natürlich, an den Schlägereien teil- genonunen zu haben. Bei dein Eturmsührer, der selbstverständlich auch unschuldig wie ein Engel ist, wurde bei der Haussuchung A d re ss e n ma t e r i a l über Kommunisten gesunde». Er behauptet, daß es von ihin gesammelt sei, um der„republikanischen Polizei als wichtiger Fingerzeig zur Aufdeckung des Schupomordes am Bülowplatz" zu dienen. Das Gericht erkannte nur gegen einen SA.-M a n n wegen gefährlicher Körperverletzung auf zwei Monate Gefängnis. Das Verfahren gegen zwei Angeklagte wurde abgetrennt, da ein Zeuge nicht vernehmungsfähig war. Die übrigen drei Angeklagten wurden ans Mangel an Beweisen frei- gesprochen. Feuer- und rauchlose Siedlung. Di« Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgesellschoft Heimat hat auf einem 100 000 Quadratmeter großen Freigelände zwischen Südendc und Steglitz, und zwar im wesentlichen für die in der Reichsversicherung für Ange st eilte Versicherten, 900 Wohnungen mit fast 60 000 Quadratmeter Wohnfläche erstellt. Die verantwortlichen Aaukünsller sind die Professoren Med es und Strauiuer und Regierungsbaumeister a. D. .Emmerich. Mit Ausnahme einer großen neuen städtebauiich-architct- tonisch bevorzugten Straße, den Munsterdamm, hat man, um gute Sannenbelichtung zu bekommen, den auch bereits von der Gohag in Zehlendorf angewendeten Zeilenbau bevorzugt. Wt besonderer Betonung nennt sich die Siedlung seuer- und rauchlos. Es gibt tatsächlich keine Ofeufeuerung und keine Herd- feuerung: auch nicht in den Gemeinschaftswaschküchen. Alles ist elektrisch, auch die Küche. Koch» und Lichtstrom wird auf Grund besonderer Abkommen den Mietern zu 7 Pf. die Kilowatt- stunde zuzüglich einer monatlichen Grundgebühr von 3,50 M. zu- Schüler an der Werkbank Die Bedeutung des Werkunterrichts � Vom Spiel zur Arbeit 31c CtatU Berlin hat vorgrsche», den W-rtimterricht In den Volks. lrfniltn um 80 Proz. ju kitrzr» und ihn ans dem Plan der höheren Schulen gänzlich verschwinde» zu lasse». ÄZie werden sich wohl die Städte in Preußen und im Reiche zu diesem Vorbild der Reichshaupt. ssadt stellen? Ein Leser des„Vorwärts" schreibt UNS zu diesem aktuellen Thema folgendes: Nach einem Wort des Ministers Grimme ist der Werk- Unterricht das Wesen der neuen Schule. Und diesem wichtigen Biidungsfach soll nun ein jähes Ende besästeden sein"? England, Frankreich, Amerika, selbst das kleine Finnland wenden erhebliche Mittel für den Werkunterricht ihrer Schulen auf. Unsere Kinder brauchen den Werkunterricht unverkürzt aus pädagogischeu und sozialen Gründen. Wo mehr als am Werkstattisch vollzieht sich der Uebergang vom Spiel zur Arbeit! Wo mehr als im Werkunterricht ist Ordnung und Disziplin selbsterlebies Gut! Es bietet kaum ein anderes Fach solche Gelegenheit, Geschmack und Sinn für K u n st zu bilden wie der Wertunterricht. Es ist unbestreitbar, daß wir der Jugend am besten an der Werkbank Liebe und Lust zur Arbeit anerziehen. Welcher Junge könnte je ermessen, welche Sorgsalt und Mühe Arbeiterhände aufwenden mußten, um ein Wertstück fertigzustellen. Auch am Werkstück muß Wille, Verstand, Geschmack erkannt werden. Welcher Junge von heute würde je die Arbeit seines Vaters von gestern verstehen und würdigen, wenn er selbst nie in ein Verhältnis zum Werkstück gelangen würde! lind wie wäre es wohl gerade in jetziger Zeit besser am Platze, dew Jiil5i-:,he der Jugeird aus das Praktische zu lenken und wegzuführen von item Wahne, dos akademische Proletariat und die unendliche Menge der Beamtenanwärter noch zu vergrößern. Warum der höhere Schüler gänzlich von der Werkbank fernge- halten werden soll, bleibt auch unklar. Woher soll«in akademisch vorgebiideter Mensch Verständnis jür Arbeiter und Wertstück haben, wenn er in seinem Leben niemals selbst in ein Verhältnis hierzu gekommen ist! Man sollte nicht spötteln und sragen, warum z. B. ein späterer Jurist sich als Schüler mit einem Nagelkasten plagen sollte. Wir wissen alle, daß dieses kleine Können nicht nur gut und„pral- tisch", sondern daß es auch sonst überaus wertvoll ist. Die Reichs- Verfassung hat sehr wohl die vielseitige Bedeutung des Werk- Unterrichts erkannt und verlangt, daß er Unterrichtsfach wird. Es sollte uns deshalb kein Opfer im Interesse unserer Jugend zu groß erscheinen, das gebracht werden muß, um den Werkunterricht zu erhalten. Für die höheren Schulen aber wäre zu wünschen, daß den Schülern nicht blaß die Möglichkeit zur Teilnahme am Werk- Unterricht im fakultativen Unterricht gegeben wird— jetzt ist sie ganz genommen—, sondern daß der Werkunterricht Pflichtfach wird U. geführt. Sämtliche Unkosten eines kleinen Haushalts betrogen hiersür etwa 8—9 M. Gas ist vollkommen ausgeschaltet. Jede Kohlen- zufichr ist unnötig. Besondere Isolierungen sollen gegen Lärm und Geräusche und die oben unter dem Dach liegenden Wohnungen gegen Kälte und Hitze schützen. Zwei Zimmer einschließlich Zentralheizung, Warmwajser und mechanischer Waschküche kosten 82 bis 86 M., VA Zimmer 98 bis 102 M. monatlich. Das Llrteil im Waffenschieberprozeß.- Berufung des Staatsanwalts verworfen. In der Berufungsverhandlung im Wasfenschiebcrprozeß gegen den Gastwirt Hoppe, den Polizeisekreiär Reimers, den Schlosser P a e t e l vom Zcugamt Spandau und den argentinischen Staatsangehörigen Werkzeughändlec Hochhaus wurde von der Dritten Großen Strafkammer beim Landgericht III nach zweitägiger Verhandlung die Berufung der Staat» a n w a l t s ch a f t in vollem Umfange verworfen. Ebenso wurde die Berufung der Verteidigung gegen das Urteil in bezug auf den Gastwirt Hoppe und den Schlosser Paetcl, die beide zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden waren, verworfen. Aus die Berufung der Verteidigung in bezug auf den Polizeisekretär Reimers, der in erster Instanz wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu einem Jahr Zuchchaus verurteilt worden war, wurde das Urteil aufgehoben und Reimers wegen einfacher 5)ehlerei zu ebenfalls sechs Monaten Gefängnis verurteilt. I Gegen hochlchulkerror— für eine starke Republik! Die end- gültige Rednerlifte für die vom Kartell der Republikanischen Ber- bände Deutschlands am Donnerstag, dem 19. November, 20 Uhr, im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3(Nähe Potsdamer Platz), ftallfindenden Ztundgcbung» gegen den Hochschul- rerror für eine starke Republik steht nunmehr fest. Es werden das Wsrt nehmen die Universitätsprofessoren Martin H o b o h m- Berlin, Dr. M ö l l n:- Berlin, der Publizist Dr. Rudolf Ol den, als Ver- treter der Studenten- und Schülerschaft: eönä. jur. Kurt Bley, Fritz L e f ä b r e, auncl. öcc. Joses Brunner, Hubertus Prinz zu Löwensteiii. Den Vorsitz führt Miiiisterialdiretior Dr. Spieckcr. Gäste gegen Erstattung des Unkostenbeitrages herzlich willkommen! Mitglieder republikanischer Organisalionen und Parteien zahlen nur 50 Pf. Jugendliche und Erwerbslose zahlen 20 Pf. Republikanisches herbstsesi. Der Ortsverein Berlin-Kreuzberg des Reichsbanners Echwarz-Rat-Gold begeht am vounabciid, dem 21. November, 20 Uhr. im Berliner Konzenhaus„Clou", Mauerstraße 82, sein diesjähriges irodiiiauelles Republikanisches Herb st f e st. Die Festansprache hält Reichstagsabgeordkieter Kamerad Dr. Rudolf B r e i t f ch s i d. Der Eintrittspreis beträgt 1 M. Karten find nur im Vorverkauf zu hoben, Reichsbanner- goubüro, S. 14, eoebostionstr. 37/38. Termine vor dem Reichsgericht. Der 4. Strafsenat des Reichs- gerichts verhandelt am Dienstag, dem 24.?tove>nbcr, wegen Vor- b c r e i t u n g zum Hochverrat gegen den kommunistischen Parteisekretär Josef Schlaffer aus«tuttgart und gegen den Bergorbeiter Anton Jadasch ans Verlin-Wittenau. Dos Fest der Goldenen Hochzeit feiert am 21. November das Ehepaar Wilhelm und Friederike R c i n s, Stolpische Str. 28, I., Portal III. Das Jubelpaar liest den„Vorwärts" seit 1883. die Wollspitze in einer oder mehreren auf einander abgestimmten Farben als Garnierung des Kleides Außerordentlich apart, kleid sam und in ungezählt reizvoller Mannigfaltigkeit. Wie jede Neuheit, so finden Sie natürlich auch diese— kaum daß sie heraus ist— bei uns in überraschender Auswahl und billig Chauneestr.11 3 KÖnlsstra&e 33 »«Im Sltlllnar Bahnhof Am Bahnhof Ale*«ndarpl«tt Die obigen Angebote stehen Ihnen ob Donnerstag zur Verfügung!- Schriftliche Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! Nedidiuck ___ Wort und Clid verboten I IhMfaht triffltq: 1 Wa/Mjcnc WadolwcMU- �üok. hervorragende Qualitäten- schöne Um ckmuster, modern e Tarhen Verkauf ah Vomier stafc 9 Uhr im grossen Li chtiof KARSTADT feuel 1 JitfrfV I AWt/V 1 tW-L. | müSOljb�t vuihehtlu*| rvrietä"* I| U-BAHNHOF HERMANNPlATZ• DER KARSTADT-BAHNHOF 'BilUgReit ist diesmal Trumpf T Waren aus nur guten Stoffen, die teilweise am Lager kleine, fast unmerkliche Fehler bekommen haben, werden heute zu phantastisch niedrigen Preisen von uns angeboten. Vortreffliche Gelegenheit zu Weihnachtsgeschenken. Zwei hervorragende Serienangebote Ein Sortiment schöner Nachmittags- Kleider aus reinseidenem Maro- cain, Flamenga, Kunstseide und ähnlichen wertvollen Stoffen in vorzüglicher' Verarbeitung, in den Größen 40 bis 54 nur Eine große Serie, Ball- und Tanz-Kleider aus vorzüglich. Marocain mit Schärpen.Binde- gürtel oder ähnlicher Gamie-- rung in allen eleganten Abendfarben.. nur, Das Haus für errosse Weiten Vf¥\\ iFlFlf J fcWHJ Eine Serie eleganter Mäntel Eine Serie reinwollener aus hochwertig.Stoficn im englischen Stil, auf feinem Steppfutter, mit breiten amerikanischen Besätzen, vorzüglich verarbeitet nur' auf Steppfutter mit schönem, großem Pelzkragen, speziell in großen Weiten nur! ncinwollenc Strickkleider IS: Bildschöne in schönen Mustern, in hellenFarhen Original Wiener Strick-Pullover mit Motiven, In- t.irsien und.ihn- liebem Schmuck,| in lichten Farben' MarocaiDbloseo 18; bis Größe 8 4 Praktischer Kleiderrock 8: in Stoffen englischer Art, bis Größe 54, Original W iener Strickwesten in Torrüglichcn StrickartcB Reinwollener H-Moigemk sches unc IC; ein praktisches und willkommenes' Weihnächte Geschenk nur �(falchäfis-Jlnsriger* föexirft fiiden-ltJeften VMinsoda (Kartonpadding) für Wäsdie, Küflie und Haushalt das Billigste! Haben Sie Bedarf In: Herrciutarderobe«ertiö nnd nadi Ha«), IteraüKJeidanC, HerrenartiKel, Reidisbanner- Aosrastunä, so empfiehü sldi Friiz Hamburg S»P«Kä»MMzr, ScSaloOstf rafft«: 10�2 103 Fahrverbl n d u n g: Autobus 5 und 20, Straßenbahn; 40, 43. 74., 174�, 77, 177, Blinde, Kriegsbeschädigte und über 65 Jahre: 5 Prozent Rabatt extra. Fenster- und Gebdude Reinigungs Gesellschall m.b.H. Berlin S036,SchlesischeStr.42 Fernruf: F8, Oberbaum 3553-54 Billigste und zuverlässigste Ausführung aller Reinigungsarbeiten/ Bohner- und Oelmaschinen/ Staubsauger/ Verfreier- •. besuch jederzeit unverbindlich Autobereifung« Wilhelm Grabs Vertrieb in- and autlSnditcher Reifen Auforelten- und Sdilaudi-Reparatur- Werkitätfe/ Autozubehör Berlin SW 48, Friedrichsir. 249 Nehc Belle-AIIIabce-Plalz— Tel. F 5 Bergmann 4786 Aufzüge Reparaturen i254 Neulieferungen Bln.- Wilmersdorf, Tfiliineer Str. 2/ Tel.: Plalzburd 1433 Julias Etil Eleldro-fiofore Ankerwickdei, Reparaturwerk, PrSt- •tation.Reterremotore, Störungthilfe Georä Worts ÄSf. Tel.« Fl Morii.pUlx 3«II »•' r M g A Buchdruckerei C. Janiszewski Elisabeth-Ufer 28 bis 29 Tel: Sammelnr. Moritzplatz 5471 empfiehlt sich den Gewerkschaften zur Herstellung aller Arten Druck- sachen in vornehmster Ausstattung bei billigster Preisberechnung Llclitpaus-Anstalt Plektra' Plandrnckerci Bln. C2, Molkenmarkt 12/13 »Tel. Kupfergraben 3701 Med. Maschinenbetrieb Vergrößerungen u. Verkleinerungen Technische Papiere/ Zeichnerische Arbeiten(214 Fritz Muth Butterg roßhandlung Filialen in allen Stadtteilen LudwidDorner Berlin-Bohnsdorf Zenfralheizong Sanitäre Anlagen BanKlempnerei Ami Grünau 6265 rR.240 tesonders übiiugn ««»SSO»»»» «Irksam sind die KLEINEN ANZEIGEN im „Vorwärts" und trotzdem Groß- Destillation August Schulz_ Dresdener Sfrafce 135 5 Kottbusser Tor August Krauss 1 Bln.- T empelhof , Germaniattr.143 Tel.: Sfidring 3961 Spczial-Bauauslührungen: Drahiputz-, Zug- und Bildhauerarbeiten Wäsdie Kartoffel-Kontor K. m.H.H., NW 40. Heideslr. 30.— Hansa 4848. liefert Speisekartoffeln für OroB-Verbraucher, Kantinen u. Behörden Slädflsclie BeslallundslnslUulc in Berlin Lichtenberg: Möllendorfstraße 14. E 5 Lichtenberg 1051. Neukölln: AnzengruberstraBe 23. F 2 Neukölln 2267. Niederschöneweide: Gronauer straoe 2(am Baiiniiof). f 3 ouerspree isob. Reinickendorf; Graf-Rödern-Allee 189. D 9 Rei. 0740. Erd- u. Feuerbestattungen zu behördlicfr festgesetzten Preisen. Kostenlose Erledigung aller Formalitäten. waschen blutcnweiC Dampfwascbwerke Reibedanz& Co., G.m.b. H.,TempeIhof C 5 Südring 6526— IMIrof 0696 TACO■ KralllatirzennwcrksiannB fi.m.ti H Charloitög.SchloBsir. W, Wilh. 9223/24 Rcparalnrcn«Smlllchcr Systeme Filiale. TACO- AUTO-DIENST Carl Tauifenbach Bln. NW 6, Luisenstr. 31a, Wefdm 3933 Bereifung s Autozubehör Gro�-Dampf-V nlkanisicranstall Butterhandlung Zu den drei Sternen *** Filialen in allen Stadtteilen ifeander-BadKüEky Neanderstraße 12•Ä-"——— A—■-------—■— 1 Tägl. geöffnet/ Boxhagener Str.17i HeringsrätiGiierei en gros— en detail Berlin 0 17, Langesiraße 51 Stinkbomben in der Llniversitat. Aokenkreuzlärm gegen Professor Heimann. Die sozialistische Studentsnschost hatte gestern abend zu einer Werbeveranstaltung aufgerufen, bei der Genosse Professor Eduard H ei in a nn, chamburg, über das Thema„Die Wirtschaftsordnung des Sozialismus und ihre gesellschaftliche Be» H deutung" sprach. Eine grohe Zahl von Studenten war erschienen, um die Darlegungen des sozialistischen Gelehrten zu hören. Einige Stinkbomben vor Beginn der Berfavmnlung wiesen darauf ■ hin. daß auch zahlreiche Nazis anwesend waren. Als Heimann mit seinem Referat beginnen wollte, setzten sofort organisierte Storungsversuche duräz fortwährendes Trampeln— nach Hallenser Vorbild— ein. Dem energischen Ein- greifen sozialistischer Funktionäre gelang es, nachdem mit Unter- Nutzung der Beauftragten des Rektors einige Nazis an die Luft gesetzt und die Stinkbombcnwerfcr f c st g e st e l l t waren, die Versammlung in völliger Ruhe durchzuführen. Einige Zwischenrufe der Nazis erregten die Heiterkeit der Versammlung. Heimann zeigte in wissenschaftlicher Sachlichkeit die schwierigen Problems, vor die auch eine sozialistische Wirtschaftsordnung gestellt ist. Aber der Sozialismus ist nicht nur eine ökonomische Notwendig- tcit, sondern besteht auch als eine sittliche Forderung. Nach dem ruhigen Verlauf des Vortrags versuchten die an- wesenden Nazis, durch freche Provokationen eine Schlägerei � zu entfesseln. Der Besonnenheit unserer Genossen gelang es,"diese Pläne zu vereiteln. So konnte wieder einmal auch Nichtsozialisken die Der- schiedenheit der Argumente gezeigt werden: geistig« Waffen bei den Sozialisten, Stinkbomben bei den Nazis. So war der Abend in jeder Beziehung ein Erfolg für die sozialistische Idee an der Ber- iincr Universität. Heute abend spricht der Genosse Heimann in der Hochschule für Politik vor den sozialistischen Studenten und ihren Freunden. Kaheneltenbogen wird„verschont". Gegen-100 000 Mark Kaution, Paßentziehung und polizeiliche Meldung. Auf Antrag der Verteidigung des Generaldirektors Katzenellen- bogen war gestern vom Untersuchungsrichter Hastprüfungstermin an- beraumt und abgehalten worden. Die Verteidiger haben in dem Termin die Haftentlassung Katzenellenbogens gegen eine Sicher- h e i t s l e i st u n g von tl>() 000 2R. beantragt. Di« Staatsanwaltschaft widersprach diesem Antrag, da sie eine Sicherheit von bOOOvo bis 600 000 M. für erforderlich hält. Die Verteidiger wiesen demgegenüber darauf hin, daß Katzenellenbogen vermög-ns» los sei und die Summe nur von Freunden Katzenellenbogens beschafft werden könnte. Der Untersuchungsrichter hat den Haftbefehl cmfrcchterhalten, aber beschlossen, Katzenellenbogen milder Voll- st r« ck u n g der Untersuchungshaft zu verschonen, wenn er eine Sicherheit von 100 000 M. leistet, seinen P a ß a b l i« f e r t uns sich . w e i m a l täglich beim zuständigen Polizeirevier meldet. Die Staatsanwaltschaft prüft zur Zeit, ob gegen diesen Beschluß Be- schwerde einzulegen ist. Beschwerde der Gtaatsanwaltschast. � In der Sache Katzenellenbogen hat die Staatsanwaltschaft I � pegen den Beschluß des Untersuchungsrichters Beschwerde eingelegt mit dem Ziel, daß die Leistung einer höheren Sicherheit als ■�000 M. für die Berfchowmg von der Untersuchungshast erreicht wird. Oer gesamte Schultheiß-Komplex wird untersucht. Wie gemeldet wird, beabsichtigt die Staatsanwaltschaft nicht nur die Untersuchung gegen die Direktoren der Schultheiß-Patzcn- hof«r A.-G. zu führen, sondern auch eingehend die Vorgänge zu prüfen, die sich mit den in Frage kommeirden Banken abgespielt laben; vor allem soll festgestellt werden, ob bei diesen Bank- t r ans a kti onen strafbare Handlungen vorgekommen. sinv. Wahlprüfung. Vas Fragezeichen auf dem Stimmzettel. Das Wahlprüfungsgericht beim Reichstag trat am Dienstag zur Prüfung der Reichstagswahlen in den Wohlverbänden V(Schlesien). VUI(Niedersachsen), X(Hessen) und XIV(Baycrn-Nordwest) zu- sammen. Bon den vorliegenden Wahlbeschwcrden waren die meisten unbegründet; die wenigen Fälle, in denen Beschwerden für be- gründet erachtet wurden, waren ohne Einfluß aus das Wahlergebnis. Fraglich war u. a.. ob solche Stimmzettel gültig sind, in denen der Wahlvorschlag, dem der Wähler seine Stimme geben will, durch Anbringung eines Fragezeichens kenntlich gemacht ist. Das Wahlprüfungsgericht stellte sich auf den Standpunkt, daß bei aller Freiheit, die dem Wähler für die Art der Kenntlichmachung gewährt werden muß. die Anbringung eines Fragezeichens den Willen des Wählers nicht zweifelsftei erkennen lasse, daß im Gegenteil aus diese Weise Zweifel ausgedrückt würden. Deshalb erklärte das Wahl- prüfungsgcricht in Uebereinstimmung mit den Entscheidungen der Abstimmungsvorständ« solche Stimmzettel für ungültig. Die Wahlen selbst wurden all- für gültig erklärt. Krediie nicht im Basel-Ausschuß. Frankreich will den Sonderausschuß auf Lfoung-Plon- Befugnisse beschränken. Paris, 17. November. Nach der Unterredung, die Botschafter von Hoesch gestern mit Finanzminister Flandin über die Frag« der Einberufung des im Aoung-Plan vorgesehenen beratenden Sonderausschusses der BIZ. hatte, erklärt das„Echo de Paris", daß die Schwierigkeiten für diese Einberufung immer noch fortbeständen. In der Unter- redung,- die der deutsche Botschafter mit Flandin am Sonnabend hatte, habe der Finanzminister unumwunden erklärt, daß die französische Regierung zwar dem Baseler Komitee größtmögliche Bewegungsfreiheit geben wolle, damit es sich nach sehr eingehender Enquete über die finanzielle Lage Deutschlands äußere, und daß sie dem Sonderausschuß gemäß dem Geist und Buchstaben des Poung-Planes volle Freiheit der Begutachtung lasse, daß sie aber seine Kompetenz in der Frage der eingefrorenen Kredite ablehne. Unter diesen Umständen würde die fran- zösische Regierung, wenn Deutschland die Kredite in seinem Schreiben über die Einberufung des Sonderausschusses anführen sollte, nach Basel eine Mitteilung gelangen lassen, in der hinsichtlich der Kam- petenz des Komitees sämtliche Vorbehalte gemacht würden. Falls dogeqen Deutschland sein« Forderung einer Ausdehnung der Kompetenz des Eonderausschusses auf Prüfung dieser Kredite fallen liehe, würde die sranzösifche Regierung sofort ihren Dele- gierte» für das Basel« Komitee bezeichnen. So stäudea die Dinge. Oer Nazi- Kuckuck im Harzburger Nest! Außenpolitische Debatte in Paris. Lava! wird interpellieri. Paris, 17. November.(Eigenbericht.) In der Kammer begann am Dienstagnachmittag vor schwach besetztem Hause die Jnterpellationsdebatte über die Außenpolitik. Die Regierung ist durch den Ministerpräsi- deuten Laoal vertreten, dem sich später Briand und Flandin zu- gesellten. Der erste Interpellant war der dem linken Flügel der Radikalen Partei angehörende Abgeordnete B« r g« r y, dessen Aus- führungen sich nur auf die französisch-russischen Verhandlungen be- zogen. Er schilderte die Geschichte der ersten im Januar 1027 ab- gebrochenen Verhandlungen und ging dann auf die vor einigen Monaten begonnenen Verhandlungen ein, die ebenfalls zur Zeit unterbrochen worden sind, da keine Verständigung über die von Rußland verlangten Kredite zum Ankauf französischer Waren zu erzielen gewesen sei und die Russen die Schaffung einer privaten Eleapingstelle für den Import und Export abgelehnt hätten. Der Redner kritisierte die Haltung der Regierung und perlangte am Schluß seiner Rede, daß sofort mit Rußland neue Verhandlungen über«inen endgültigen Handelsvertrag, über die Regelung der Bor- kriegsschulden und die Kreditstoge eingeleitet werden. Nach einer kurzen Pause begründete der Radikal« M i st l e eine Interpellation über die Ergebnisse der Besprechungen Laoals in W a s h i n g t o n. Mistler ging van den Vorschlägen H o o v e r s aus und erklärt, daß von dieser edelmütigen Initiative heiste nichts mehr übrig geblieben sei. Die Deutschland gewährten Kredite seien ein- gefroren und nur die Börsenspekulanken hälfen Ruhen aus dem Moratorium gezogen. Der Redner streifte dann die Londoner und Berliner Verhandlungen und bemerkte, in Berlin sei die Rede davon gewesen, Deutschland eine Anleche zu gewähren. Loval warf sofort ei«, wir haben nicht in Berlin, sondern in Paris mit dem Reichskanzler über die Möglichkeit einer Anleihe gesprochen. Mistler zählte dann die Ergebnisse der Washingtoner Beratungen auf. Das Wichtigste sei der Beschluß, wieder auf den sg o u n g- Plan zurückzugreifen. Der Interpellant bekämpfte die Thesen von einer gemeinsamen Regelung der Kredit- und Repa- rationsfrage und erklärte, die Reparationsschuld müsse ein Vor- recht vor den Krediten genießen. Bei den kommenden VerHand- lungen, so schloß Mistler, müsse die Regierung das Gleichgewicht zwischen den Interessen Frankreichs und denen Europas halten. Man müsse sicherlich der in Deutschland herrschenden Not Rechnung tragen, aber man dürfe auch nicht vergessen, daß es neben den notleidenden Klassen unerhört reiche Leute und Jndustriemagnaten gäbe, die ihr Geld ins Ausland geschafft haben. Als letzter Interpellant der Sitzung kam der radikale Abgeord- nete RIargaine zu Wort, dessen Ausführungen sich im selben Sinne wie die des Borredners bewegten. Die Fortsetzung der Debatte wurde auf Donnerstagnachmittag vertagt. Briands Gesundheitszustand scheint sich wieder verschlechtert zu haben. Der Außenminister sah während der Kammerdebatte sehr leidend aus und zeigte mehrmals Neigung zum Einschlafen, da er nachts immer noch an Schlaflosigkeit leidet und durch die Verhandlungen des Völkerbundsrats sehr über- anstrengt wird. Fast die ganze Kammer war von dem leidenden Aussehen Briands peinlich berührt. Vülow und Gir Zohn Simon bei Laval. Paris, 17. November.(Eigenbericht.) Ministerpräsident L a v a l hat heute vormittag nacheinander den englischen Außenminister Sir John Simon und den Staatssekretär von Bülow empfangen. Es soll sich um reine Höflich- k e i t s b e s u ch e gehandelt haben/ die mit den Verhandlungen über die Einberufung des Sachverständigenausschusses in keiner Be- Ziehung standen. Der englische Außenminister Sir John Simon hat, wie wir erfahren ebensowenig wie Staatssekretär von Bülow den Auftrag, während seines Pariser Aufenthalts mit der französischen Regierung offiziell über die Reparationsfragc und die Einberufung des Sachverständigenausschusses zu ver- wandeln. Der englische Außenminister wird Paris wahrscheinlich am Donnerstag verlassen, da er in London an einer Kabinetts- sitzung teilnehmen muß. Er dürfte aber am Ende der Tagung des Völkerbundes nach Paris zurückkehren. Wie der„Populaire" meldet, hat der japanische Bot- ichastcr Y o s h iza wa am Montagabend versucht, den Minister- Präsidenten Lavol zu sprechen. Die Untererdung Hab« nicht stati- finden können, da Laval abwesend war. Panzerkreuzer und Nüstungspause. Eine Vorloge für die französische Kammer angekündigt. Paris, 17. November. Wie die nationalistische Zeitung„Ordre" mitteilt/ wird der Marineminister in den nächsten Tagen in der Kammer einen Gesetz- entwarf einbringen, der die notwendigen Kredit« für den Boa eines 26 000-Tonnen-Krevzers verlangt. Der Bau dieses Schiffes war in dem letzten Morinebauprogramm vorgesehen, aber im Sommer von der Kammer gestrichen worden, die dem Marineministor nur Kredite für die Konstruktionspläne des Schiffes bewilligte. »i° Diese Nachricht wird die Weltöffentlichkeit außerordentlich über- raschen. Es existiert nämlich seit der letzten Bölkerbundsversaminlung das sogenannte Rüstungsfeierjahr, nach dem sich die Re- gierungen— auch die französische— dazu verpflichtet haben, ihre Rüstungen nicht zu steigern, damit die Abrüstungskonferenz nicht in einer Atmosphäre des Wettrüstens stattfindet. Zwar haben sich die Regierungen nicht verpflichtet, ilste Schiffserfatzbauten und andere normale Materialerneuerungsprogramme einzustellen. Aber ganz zweifellos widerspricht die Einbringung eines Gesetz- cntwurfes über einen noch nicht begonnenen Schiffsbau völlig dem Ecist und Wortlaut der Genfer'Rüstungspausc. Wir möchten vorläufig nicht annehmen, daß sich die Meldung des nationalsozialistischen Blattes bewahrheitet— und wenn die Re- gierung auch wirklich die Vorlage der Kammer zuleiten sollte, so wird sich dagegen wohl wie im Soinmcr die schärfste Opposition einer sried- liebenden Mehrheit erheben. Jedenfalls wird man sich in Frankreich wohl keiner Täuschung darüber hingeben, daß die Vorlage und Annahme einer solchen Kreuzerbauvorlage wenige Monate vor der Ab- rüstungskonferenz dem Ruf Frankreichs als einer Vormacht des Friedens nicht gerade zuträglich sein würde. London, 17. November. Zu der Pariser Meldung, daß der französische Marineminister dem Parlament den Bau eines 26 000-Tonnen-Kreuzers vorschlagen werde, bemerkt„Daily Telegraph": Dieser Schlachtkreuzer ist nicht nur eine niederschmetternde Antwort aus die deutschen„Taschen- schlachtschiffe", sondern wird auch beinahe jedem'jetzt schwimmenden Großkampfschiff gewachsen sein. Sein Bau wird das Ende der Schlachfchiffbauseicrzeit bedeuten, die darin zu sehen war, daß seit Dezember 1922 keine Seemacht Kriegsschiffe von mehr als 10 000 Tonnen auf Stapel gelegt hat. Mstu'ngspause in Kraft. Genf, 17. Nödember. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat an die Staaten ein offtziellcs Schreiben gerichtet, daß nach den nunmehr vorliegenden Zustimmungen sämtlicher Regierungen die auf der letzten Völ- kerbundsversammlung beschlossene Vereinbarung über den einjähri- gen Rüstungsstillstand mit dem 1. November in Kraft ac- treten ist. Die sozialistische Kammerfraktion hat beschlossen, einen Gesetz- antrag einzubringen, der zur Verminderung der Arbeitslosigkeit!n Frankreich bis auf weiteres die Einwanderung ausländischer Arboiter verbietet und bcstimnü, daß kein Unternehmer mehr als 10 Prozent ausländ ilsche Arbeiter beschästigen darf, falls cc nicht von einer paritätische» Kommission besondere Ermächtigung dazu erhall. Der Franz Joseph im..Weißen Röss'l hat der Polizeikasse in T r o p p a u(Tschechoslowakei) ZOO Kronen Strafe eingebracht, die der deutsche Journalist Fischer zahlen mußte, weil er„auffällig" Beifall gespendet hotte. Außerdem wurde dem Schauspieler— die Franz- Joseph-Maske und dem Ensemble der Gäbrauch des Wortes „Majestät" w diesem heiteren Spiel oerboten! Llm den VBMZ- Schiedsspruch. Schlichier entscheidei Donnerstag.— Stellung der Arbeiter. Gesicrn wurde vor dem Schlichter für Berlin-Branden- bürg über den Antrag des ZNetallkartells verhandelt, den be- kannten Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses im Lohnstreit der Berliner Metallarbeiter verbindlich zu er- klären. Die Bemühungen des Schlichters, eine V e r st ä n d i- g u ng zwischen den Parteien herbeizusühren, s ch e» t e r t e n. Der Schlichter will am Donnerstag seine endgültige Eni- scheidung treffen. Auch bei diesen Verhandlungen prallten die gegensätzlichen Meinungen der Parteien hart aufeinander. Während die Gewcrk- schaftsoertreter ein stichhaltiges Argument nach dem anderen gegen die unsinnigen Lohnabbauforderungen der Metall- industriellen anführten, umhüllten diese sich mit einem Nebel von .zurechtgestutzten Statistiken, Zitaten und Theorien, um die Not- wendigkcit eines neuen Lohnabbaues und vor allem seine„Trag- barkcit" für die Arbeiter nachzuweisen. Der in dem Schiedsspruch vertretenen Auffassung, daß es der sozialen Gerechtigkeit widerspreche, wenn die Senkung der Gestchungskosten immer wieder von der Lohnscite her vorgenommen wird, könne der VBMI. nicht beipflichte». Ebenso auch nicht der Meinung des Schlichtungsausschufscs, daß jede gesellschaftliche Arbeit ihren Sinn verliere, wem, ihre Erträge nicht wenigstens die zum Lebens- unterholt unbedingt notwendigen Ausgaben decken. Die Mctallindustriellen feien vielmehr der Auffassung, daß die ge- sellschaftliche Arbeit auch dann noch nicht ihren Sinn verloren habe, wen» ihr Ertrag infolge der Entwicklung der wirtschaftlichen Ver- Hältnisse nur noch dreiviertel der zum Lebensunterhalt notwendigen Ausgaben decke, das heißt, ivenn der Arbeiter trotz intensivster Arbeit sich noch nicht einmal satt essen kann. Auf die„gcsellschastliäie Arbeit" der Direktoren und Auf- s i ch t s r ä t e war diese Acußerung bestimmt nicht gemünzt. Herr von B o r f i g gefiel sich darin, dem Schlichter Lohnstatistiken des Vereins Deutscher Maschincnbauanstalten und sogar„Beweis- Material" aus Arbeiterkreiscn zu überreichen, aus denen angeblich hervorgehen soll, daß die Preise der Lebensmittel sowie der übrigen Konsumgüter schon bedeutend mehr zurückgegangen seien als die ArbeiterlöhncI Die Argumente des Herrn von Borsig waren so beweiskräftig wie die Kalorienberechnungcn der Ernährungswisten- schaftler im Kriege, die aus den Kohlrübenmcnus der Bevölkerung eine mehr als ausreichende Nohrungszufuhr errechneten. Die Ver- trcter des Metallkartells erinnerten Herrn von Borsig, der unter anderem auch die niedrigeren Löhne der Metallarbeiter im Reiche angezogen hatte, daran, daß die Metallarbeiter im Reich noch L c i st u n g s- oder ü b e r t a r i f l i ch e Zulagen bis zu 18 Pf. pro Stunde erhalten, in der Berliner Metallindustrie aber diese Zulagen fast restlos, im Betriebe des Herrn von Borsig sogar gänzlich abgebaut worden sind. Im übrigen hatten d i e Metallindustriellen selb st zugegeben, daß die Leistungsfähigkeit der Berliner Mckallarbeiter um etwa 25 proz. höher liege als die der Metallarbeiter im Reiche. Wohin dieser sinnlose Lohnobbau führe, gehe am besten daraus hervor, daß zur Zeit der Lohnocrhandlungen im vorigen Jahre in Berlin rund 51 000 Metallarbeiter arbeitslos waren, heute dagegen 80 000. Anstatt mit fragwürdige» Statistiken zu operieren, sollten sich die Unternehmer lieber die tatsächlichen A e r d i e n st e der Berliner Metallarbeiter vor Augen führen. Wenn heute ein qualifizierter Facharbeiter bei ZOstündiger Arbeitszeit — und nur in zwölf Betrieben des VBMI. wird heute noch 48 Stunden gearbeitet— als Akkordarbeiter einen Netto- verdien ft von 80,52 M. pro Woche erzielt, und ein H i l f s- a r b e i t e r 24,50 M.. ist es kein Wunder, wenn diese Arbeiter im Betriebe mit Arbeitsanzügen herumlaufen, die nur noch aus aneinandergcsetzten Flicken bestehen. Nachdem noch der Schlichter de» vergeblichen Versuch gemacht halte, durch Einzel- Verhandlungen mit den Parteien eine Einigung herbeizuführen, brach er die Verhandlungen mit der Erklärung ab, daß er seine Entscheidung den Parteien am Donnerstag bekanntgeben werde. Die Stellung der Metallarbeiter. Die zu Montagabend noch den Sophiensälen einberufene G c- n e r a l v e r s a m m l u n g der Berliner Metallarbeiter nahm trotz der reichhaltigen Tagesordimng einen schnellen und glatten Verlauf. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Neuwahl der halbjährlich turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder der Ortsver- waltung. Während sonst die„Opposition" gerade diese Neuwahlen dazu benutzte, ihre Tiraden vom Stapel zu lassen, erfolgte diesmal gegen den Vorschlag der engeren Ortsverwaltung, die Ausscheibenden wiederzuwählen, kein Widerspruch. Ohne Debatte wählte die Generalversammlung gegen zwei Stimmen die Genossen Eckert, Tirpitz, Holz, Köcher, Gustav Müller und Skubella cn bloc wieder. Eine längere Debatte entstand lediglich über einen t o m m u- nistischen Antrag, daß die Generalversammlung durch einen Beschluß die Berliner Metallarbeiter auffordern soll,„in revolu- tionärer Einheitsfront den schärfsten Kampf gegen jeden, auch ver- bindlick) erklärten Schiedsspruä) mit Lohnabbau aufzunehmen." Die mittlere Ortsvcrivaltung hatte der Gencrolverfaminlung die A b- l s h n u n g dieses Antrages empfohlen, nicht etwa, wie Genosse II r i ch dazu ausführt«, weil sie mit der augenblicklichen Schlich- tungspraris einverstanden ist, gegen die sie vielmehr aufs schärfste protestiert. Ivenn durch die politische Torheit breiter Arbeilermasjen dem Staat aber die Möglichkeit gegeben worden ist. eins seiner Machtmittel, die Schlichlungsinstanzen. gegen die Arbeiterschaft einzusehen, so ist das für die Gewerkschaften noch kein Grund, in der Frage des Schlichtungswesens in das gleiche Horn wie die Unternehmer zu sighen. Viele Arbcitergruppen, auch in der Metallindustrie, denken trotz der augenblichlichen Schlichtungspraxis über das Schlichtungswesen anders als der Antragsteller. Diese Arbeiter- gruppen wissen, daß sie ohne das Schlichtungswesen vielfach über- Haupt keine tarifliche Regelung ihrer Lohn- und Arbeitsbedingungen mehr hätten. Die Generalversammlung lehnte diesen kommunistischen Antrag gegen drei Stimmen ab. Ebensalls abgelehnt wurde ein Antrag, der daraus hinauslief, in den Generalversammlungen wieder parteipolitische Meinungsverschiedenheiten auszutragen. Für den Antrag der Branbler-Oppo- sition, ihre Tageszeitung„Arbeiterpolitik" gleichfalls als Publika- tionsorgan der Ortsverwaltung zu erklären, stimmten ebenfalls nur die drei bis vier Anhänger dieser Richtung, so daß er gleichfalls der Ablehnung verfiel. Regierungskunst. Wie Reallohn und Tarifrecht erhalten werden. Mit der Verbindlichkeitserklärung des Reichsbahnschiedsspruches ist ein neuer Lohnabbau für rund 800 000 Arbeiter zum Abschluß gekommen: nämlich für 380 000 Eisenbahner, 300 000 Gemeindearbeiter, 60 000 Postarbciter, 35 000 Reichsarbeiter und 25 000 Wasierbauarbeiter. Ein Trauerspiel! 800 000 Arbeitern ist ihr Einkommen um 4,5 Proz. oder um rund 72 Millionen Mark gesenkt worden. Für die Reichsarbeiter ist, um nur ein Beispiel zu bringen, in Verbindung mit vorausgegangenen Arbeitszeltoer- kürzungen das Einkommen auf den Stand des Jahres 1924 heruntergedrückt worden. Es gibt genug Fälle, wo das Reichs- orbeitcreinkommen sich seit 1929 um 500 b i s 800 M im Jahr vermindert hat. Die Reichsarbeiter sind aber noch nicht am schlimmsten dran. Im Verlauf der Verhandlungen wurde van den Gewerkschaften überzeugend der Nachweis geführt, daß man bei allen hier in Frage kommenden Arbeiterkatcgoricn schon vor dem neuen Abbau nur noch von Hungerlöhnen sprechen konnte. Der Arbesterschaft ober wird der Hnngerricmen Nock) enger geschnallt. Die Kaufkraft der breiten Masse wird weiter eingeengt. Von neuem wird dadurch die Arbeitslosigkeit gesteigert Wieder einmal war die Regierung nur stark gegen die Arbeiter. Wie sich das mit schönen Warten des Reichskanzlers van der sozialen Gerechtigkeit vereinbaren läßt, bleibt das Geheimnis der Reichsregierung. Die Schlichtung spielte in dieser Lohnbewegung eine tragikomische Rolle. Für den Fall, daß die Schlichter eine geringere Kürzung der Löhne als Wi Proz. in den zu fällenden Schiedssprüchen festlegten, waren solche Schiedssprüche mechanisch durch die Notverordnung selbst außer Kraft gesetzt, den betreffenden Arbeitgebern war das Recht zugesprochen, die Löhne der Arbeiter in dem vorgesehenen Umfang mit„t a r i f r e ch t l i ch c r" Wirkung zu kürzen. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, daß die Schiedssprüche für die Reichspost, das Reich und die Wasser- bauverwaltung auf dem Anordnungsweg durch die Notver- ordnung �um„T a r l f" erhaben wurden, während die Schieds- spräche für die Reichsbahn und die Gemeinden vom Rcichsarbcits- minister für verbindlich erklärt wurden. Nach der Notverordnung vom 5. Juni gab sich das Reichsfinanz- Ministerium das Recht, die Löhne der Reichsarbeiter. zu. kürzen.. Zunächst hat es von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht, sondern in Ausführiingsbestimmungen festgelegt, daß die Lohnbewegung der Reichsardeiter ebenfalls durch ein Schiedsverfahren züm Abschluß gebracht werden solle. Das ist auch geschehen. Der Schieds- spruch ist dann von den Arbeitern abgelehnt worden. Nach normalem Verlauf der Dinge hätte nunmehr das Reichsarbeits- Ministerium die Verbindlichkeitserklärung aussprechen müssen. Das. ist abzr nicht geschehen, sondern das Reichsarbeitsministerium hat die Entscheidung wieder dem Reichsfinanz mini st erium zugeschoben. Dieses hat nun nicht von der Notverordnung Gebrauch gemacht, sondern de« Schiedsspruch angeordnet. Es ist also ein Schiedsspruch, der nicht Rechtswirksamkcit erlangt haste, nicht von dem zuständigen Reichsarbcitsministerium, sondern von dem Finanz- Ministerium in.Kraft gesetzt worden. Das alles nennt man bei der Regierung:„Wahrung des Tarifrechts." Der Arbeiter nennt es: Komödie. Der Konflikt in der Maßschneiderei. Die Situation in Berlin. Die zentralen Verhandlungen über den Abfchluß eines neuen Reichstarifverlrags für die Herren- und Damen- schnei der sind, wie am Dienstag im„Vorwärts" berichtet wurde, gescheitert. Der Tarifkonflikt muß nunmehr, nachdem der Rcichstarif am 15. November abgelaufen ist, in den einzelnen Tarif- orten ausgetragen werden. Die im Bekleiüungsarbeiterverband organisierten Berliner Herren Maßschneider nahmen am Dienstagabend im Eewerkfchafishaus zu der Frage Stellung, wie jetzt die Tarifbewegung in Berlin wcstergcsllhrt werden soll. Der Bevollmächtigte Genosse Lehmann teilte den Der- sammelten mst, daß die Organisation noch in dieser Woche versuchen wird, init den Unternehmern in Berlin zu örtlichen Verhandlungen zu kommen. Je nach dem Ausgong dieser Verhandlungen wird die Ortsverwaltung die weiteren Schritte unternehmen. Bon den Berliner.Horrennwhichneidern muß aber verlangt werden, daß st« in keinem Betiebe etwas unternehmen, was diese Verhandlungen un» günstig beeinstusien könnte. Auf keinen Fall dürfen in den Betrieben etwa Reverse unterschrieben werden, in denen schlechtere Lohn- und Arbeitsbedingungen anerkannt werden, als sie bisher im Rcichstarif verankert worein Selbst wenn einzelne Unternehmer dazu llbergehcu sollte», die Herrenmaßschneider zu solchen Unterschrif- len zu pressen, müsse» diese Versuche ungeachtet aller Konsequenzen zurückgewiesen werden. Die Versammlung bracht« einmütig ihren Willen zum Ausdruck, entsprechend diesen Anweisungen der Orlsverwaltung zu handeln. Eine Zierde der NGO. Kölscher, Betrüger und Rowdy. Der unter den gastwirtschaftlichen erwerbslosen Arbcitnehinern bekannte„F ü h r e r" der R G O... der Kellner Albert Bull, ein wegen Urkundenfälschung, Betrug, Hausfriedensbruch und anderen Delikten erheblich vorbestrastes Jndividuuni, stand jetzt wieder einnial vor dem Richter in Eharlotlenburg. Dieser„Arbeiter- führer" hatte sich wegen Hausfriedensbruch, begangen in den Räumen des Facharbeitsnachweises Rankestraße, zu verantworten. In einer unglaublich dreisten Art und Weise versuchte er sich über den Vertreter der Staatsanwaltschaft als auch über den Vor- sitzende» lnstig zu machen. Mit großem Wortschwall und den üblichen komnmmstischen Tiraden versuchte er, sich als ein weißes Lamm hinzustellen und donnerte die Angestellten des Arbeitsamtes in Grund und Boden. Aber alle seine demagogischen Kniffe und Umvahrheiten konnte ck ihm nichts nützen, er wurde unter Berücksichtigung seines frechen Auftretens vor Gericht zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte, der sich wegen anderer Straftaten in Unter- fuchungshaft befindet, versetzte am Schluß der Verhandlung dem iübteilungsleiter des Arbeitsnachweises, als dieser den Saal verließ, hinterrücks einen Schlag über den Kopf, so daß dessen Brille zur Erde fiel. Dieser Vorfall wird fiir B. ein weiteres gerichtliches Nachspiel hoben. Unverständlich ist es. daß der Vorsitzende. Amtsgerichtsrat Lehmann. B. wegen seines empörenden Verhaltens nicht sofort zur Rechenschaft zog. Ob die Anhänger der NGO. auf diesen„Führer" stolz sein können, wagen wir zu bezweifeln. Der Streik im Duisburger Hafen. Duisburg, 17. November.(Eigenbericht.) Im Duisburger Hafen streiken seit Dienstag etwa 800 Hafenarbeiter und Lk r a n m o f ch i n i ft c n. Der Streik wendet sich gegen einen Schiedsspruch, der eine Lohn- s e n k u n g von 5>- Proz. Vorsicht. Mit Ausnahme der staatlichen Kipperanlage und der Kohlenverladcanlogc des Kohlen- koniors ruht der gesamte Güter- und Umfchlogvcrkchr. Der Gesamtverband will die Streikbewegung inst aller Eni- schiedenheit durchführen. Er fordert von den Seeleuten Soli- d a r i i ä i mit den Hafenarbeitern. Jede Lösch- und Ladearbeit an Bord ihrer Fahrzeuge muh verweigert werden. Die Unternchmer haben den Schiedsspruch angenommen und fordern Verbindlichkeitserklärung. Die Nochosrhandlungen finden Sonnabend in Dortmund vor dem Schlichter statt. Aach 25 Zahren. Es war ein Beweis für das Vertrauen in die Wider- standskraft der Organisation, daß der Zweigvcrein Berlin des Zentralverbandcs der Hotel-, Restaurant- und Eafe-Angestelllen auch in diesem Krisenwinter es wagen konnte, die Riesensäle des Zoologischen Gartens anläßlich der Feier des 42. Stiftungsfestes mit einer frohen Menge von Mitgliedern und Freunden zu füllen. Ein besonderes Gepräge erhielt das Fest durch die Uebergaüe einer Fahne an die neugeqründeic I u g c n d f e k t i o n des Verbandes, während auf der anderen Seite die Mitglieder, die dem Verbände mindestens 25 Jahre angehären, in besonderer Weise geehrt wurden. Es befanden sich unter diesen noch einige, die dabei "waren, als vor genau 25 Jahren der damalige„Verband der Gastwirtsgehilfen" die im Zoologischen Garten und ähnlichen„vor- nehmen" Betrieben arbeitenden Berufskollegen zu einer B e r- fammlung znfammenbcrief. Damals war ein Kollege aus dem Restaurantbetrieb des Zoologischen Gartens Knall und Fall entlassen worden, weil er es gewagt hatte, in der vom„roten Verband" einbrnisenen Versammlung einige Worte zu sprechen: heute füllen die Mitglieder desselben Verbandes dieselben Räume nls Festteilnehmer, in denen ein Teil von ihnen sonst nur beruflich tätig zu sein pflegt. Ein Schwindler! Unter Vorlegung einer Somnicllistc und eines Lichtbildaus- weises, die beide den Stempel„Deutscher Bauarbeiter- verband" tragen, versucht ein gewisser Willi Schulz bei Geschäftsleute Gelder für ausgesteuerte und arbeitslose Kollegen zu kassieren. Er gibt sich als„Obmann des Bezirks" aus und ist, wenn man die Richtigkeit der Liste anzweifelt, ziemlich dreist uno frech. Da es einen„Deutschen Bouarbeiterverband" nicht gibt und überhaupt alle freigewerkfchaftlichen Verbände solche Betteleien ablehnen, kann es(ich nur um einen gemeinen Schwindler handeln, der aus der Rot der Bauarbeiter Vorteile zu schinden fucht. Es fei nachdrücklichst vor ihm gewarnt. SPD.-?raltü>» beim Bejirisamt Aricdrich»hai». Freitag, Uhr, � Antircas.Festsäle, Antieasstr. 21, Fraitiansversammlung. Seooss« Max W Hegdemann über„Die Stellung der Beamte», Angeftelltcn und Arbeiter W zur Wirtschaftskrise und volitischen Reaktion". � Bcamtcnwribeausschuß?cmpelbos. Freitag, 20 Uhr. Lokal Pomm«. rrnina, Tempelhof, Berliner Str. 100. Referent Genosse 91. Faltcnberg,;. M. d. R., über..Das kommende Beamtcnrccht". Mitgliedsbuch meist-: aus. Gäste können ciirgcführt werden. W »�reie Gewerkschafts-Iugend Berlin pLutc um 19' 3 Uhr tagen die Gruppen: Baumschulenweg: Jugend- heim Baumschulenweg, Ernststr. 16. Stfmifcelfahrt.— Weißensee: Gruppenheim Weißensee. Parrstr. 36. Wir sind auf Fahrt.— Hum- doldt: Jugendheim Graun- Ecke Lortzingsrraßc. Wanderung ins Blaue.— Nordriag:'Schule Sonnenbnrger Str. 20. Fahrt zum.Hölzernen See.— Tegel: Jugendheim Tegel, Scköncderger Str. 4(erst um 20 Uhr). Wir wandern.— Südwesten: Jugendheim Porckstr. 11(Fadrikgebaude). Schnitzclfahrt Rüdersdorf.— Flughafen: Gruvpenheim Flughafenstr. 68< U-Bahnhof Boddinstraßc). Krcisschnitzelfahrt.— Reuköllu: Bugendheim Neutösln, Bcrgstr. 29(Hof). Kreisschnitzelfahrt.— Gesundbrunnen: Wir sind auf Fahrt.— Spandau-�»«»- M noch lstrausbcrg. 7 Uhr Bahnhof Etralau-Rummelsburg. Donnerstag um 19� Uhr tagen die Gruppen:«löpenick: Jugendheim Grünauer Str. 3(Nähe Bahnhof Sprndlersfeld). Kabarett auf SchallplaUen.— Gesundbrunnen: Jugendheim Rote Schule. Gptenburger Str. 2. Allerlei Heiteres von Friedel Hall.-- Schönhauser Tor: Jugendheim Tieckstr. 1?(Feuer- trtchrhansl.„Gewertschoftsrichtungen."— Tempelhof: Grnppenheim Lnzeunr .Ge.rmaitiastr. 4—6. Der Zugang zum Jugendheim erfolgt durch den Eingang opf der Hinteren Seite der Schule Göhstrahe.„Der Funktionär als Träger der Gewerkschaftsbewegung/'— Südosten: Re,chcnberger Str. 66(Feuerwehrhaus). Dialektabenb.— Moabit: Jugendheim Lehrter Str. 18— 19. Boltstänze.— Staaken: Jugendheim 17. Volksschule, Gartenstadt, Kirchplaß(Endhaltestelle Autobus 31).„Ziele und Aufgaben der FG?."— Neu-Lichtenberg: Zugend. heim Guntersir. 44. Kretsmädche nabend. Landsberger Platz: Gruppen heim Diestelmenerstr. Kreismädcheuabend. Die Burschen gehen baden.— Lichten» dc?a: Jugendheim Hauff- an der Lessingstraße.„Der ADGB.. sein Wesen und Wirken."— Schöneweide: Niederschöneweide. Hasselwecderstroße(Mädchenschule in, Keller). Liederabend.— Ostende: Karlshorst, Trcskowallee 4t(Kontschule). .Kreismädchenabend. Der Gruppenabend fällt aus.— Frankfurter Allee: Jugendheim Tilsiter Str. 4. Kreismädcheuabend.— Äugendgrnppc des Ver- baudes der Rahrnngsmittel- und Getränkcarbeiter: Jugendheim Reue Schön- hauser Str. 4—3.„Lehrlingsstrcickic"(Selbsterlebtes).— Iugcndgrnppe des Gesamtverbandes. Fachgruppe Gärtnerei und Binderei: Jugendheim Gewerk- schaftshaus, Aufgang N. Lichtbildervortrag:„Friedhofsgestaltung in alter und neuer Zeit".— Iuqendgrnppe des Deutschen Textilarüeitcrverbandes: Äugend- beim Engelufer 24—23, Sitzungssaal, Aufgang B. Ucbungsabend.(Lieder und Schattenspiele.) .''iliaendqi uppe des! Zentralverbande«! der Anqestellten >,ule, Mittwoch, finden folgende Beranstnltungen statt: Spandan: tugendheim Lindenuser 1. Vortrag:„Wirtschastlicbc Berwicklungeu nnd ihre politischen Folgen", Rcscrent: Bernstein.— Po-»dam.Zi»wawcs: Zugendherberge in Nowanies, Priesterstraste. Kuulrrbuntes Allerlei.— Alle ruderen iSruppcnabende fallen aus!—»arten für die Zugendvorstelluug der Bollsbühne am 0. Dezember zum Preise von 80 Pf. sind im Zugendsekrctariat zu habe». Beranlworllich illr Polin: Victor Schiff! Wirtschaft: Ib. 5lli:igelli?icr: Erwerkfchaitsbewegunq: Z. Steuer! Feuilleiau: Dr. Jod» S.bilowsk:: Lotales und Sonstiges: Feig Sarftäbt: Anzeigen: Th. DIocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Borworls-Berlaa S m b.!>.. Berlin. Druck: Vorwäris-Buchdruckiref und Verlagsanstalt Paul Singer u. So. Berlin SW 68, Lindenst raste Z. Hierzu Z Beilage». Nr. 541* 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 18. November 19Z1 Erfolgreiche Devifenwirtschast? Neue Gold- und Devisenverluste.— Es konnte mehr geschehen! 3n der Woche zum lZ. Zlovembcr hol die Rcichsbank für Gold im Wert von KZ�Z Millionen Devisen kaufen und selbst für SL Millionen Mark abgeben muffen, um die Nachfrage zu befriedigen. Reichsregierung und Reichsbank wollen mit oller Beschleunigung eine neue Devisennolverord- nung— die siebeule— in Wirksamkeit sehen, um die Export- devisen restlos der Reichsbank zuzuführen. Die neuen Gold- und Devisenverluste der Reichsbank sind nach d?n letzten Wochen mit ausgeglichener Dcvijenbilanz eine p e i n- liche Uebcrraschung. Die Löcher im Basler Stillhalte- abkommen, die immer von neuem verschärfte politische und sinan- ziclle Weltbeunruhigung, die jedem Gläubiger die Kündigungo- Möglichkeiten auszunutzen nahelegt und die Psundentwcrtung, die deutschen Pfundschuldnern jetzt die Ruckzahlung ratsam erscheinen läßt, werden für die unausgeglichene Deviscnbilanz der Reichsbank verantwortlich gemocht. Die neuesten Verluste sollen aus reguläre Kredit- und Zinssälligkciten in der Hauptsache zurückzuführen sein. Man erfährt jetzt auch einige Zahlen über die Devisenbilanz der Reichsbank. von Ende Juli bis 7. Rovember 1931 sollen bestimmt über 1 Milliarde Mark Auslandskredite zurückgezahlt worden fein. Die Reichsbank selbst hat vom 1. September dieses Zahres bis zum 7. Rovember 129(5,9 Millionen Deviseneingänge gehabt und 1761,0 Millionen Gold- und Devisen aus- g ä n g e, so daß in diesen knapp. 10 Wochen Devisen- und G o l d- verlufte von 464,1 Millionen eingetreten sind. Jür die Zlusgabenseite der Reichsbank(für 1761,0 Millionen) ergibt sich dabei folgende Gliederung(in Millionen Mark): Bedarf für den Warenverkehr: Einjuhrzwecke...... 784,1 Versicherungen, Frachten, Zölle......... 22,9 Postzentralamt...... Ii, 7 818.7 Bedarf für den stapilalverkehr: Kreditrückzahlungen... 899,1 Zinsen und Tilgung... 186,9 Silberankauf des Reichs. 8,4 Durchlausende Posten... 66,9 942,3 Es ist interessant, zu sehen, daß ohne den Kreditrückzahlungs- bedarf von 699,1 Millionen tatsächlich ein Deviscngewinn von rund 226 Millionen vorhanden gewesen wäre. Ferner ist die Beobachtung interessant, daß wenn der Ausfuhrüberschuß September bis 7. No- ocmber mit 847 Millionen angenommen und die Voraussetzung ge- macht wird, daß die ganze Summe in Devisen zur Reichsbank ge- kommen wäre, dann doch noch rund 199 Millionen allein zur Befriedigung des Devisenbedarfs von 942,3 Millionen für den Kapitalverkehr gefehlt haben würden. Praktisch ist aber auf den vollen Eingang der Aussuhrüberschußdcvisen nicht zu rechnen; viel- mehr liegt hier, weil die Importe jetzt kürzere, die Exporte aber � längere Zahlungsziele haben, eine Devisenschere vor, die die Devisenbiianz gefährden kann. Es ist deshalb begreiflich, daß man durch eine neue Notverordnung die restlose Erfassung der Ausfuhrerlöse setzt rücksichtslos anstreben will. Man muß ernste Zweifel hoben, ob die Devisenbewirtschaftung so erfolgreich war. wie sie sein konnte. Die Deviscnverordnungen dienten auch der Bekämpfung der Kapitalflucht. Deutschland Hot rund 8,5 Milliarden Aus- landsforderungen, davon nur rund 314 Milliarden kurzfristige. In der Schweiz allein liegen SV* bis 4 Milliarden, die zum weitaus größten Teil als Kapitalfluchtgelder an- zusprechen sind. Gibt es nicht auch ernsteste Lücken in der gesetzlichen Kapitalfluchtbekämpfung, Lücken in der Bestrafung der Kapital- flüchtlinge(noch nicht ein Fall der Bestrafung ist bekanntgeworden), und nicht nur Lücken im Stillhaltungsab kommen? Welche Kreditentziehungen hat die Reichsbank bisher bei Nichterfüllung der gesetzlichen Vorschristen vorgenommen? Ebenso wichtig wie die Ausgabenseite ist doch auch die Ein- nahmenseite der Reichsbank. Ferner wird man die Frage stellen müssen, ob denn auch aus der Ausgabenseite alle Kon- lrollen eingesetzt sind, um neue Kapitalslucht zu verhindern: die volle Gewißheit darüber scheint heute noch ausgeschlossen, daß die Devisen- ansorderungen für den Kapitalverkehr restlos als legitim anzusehen sind. Und schließlich muß sich ja auch die Schere der Devisenbilanz in verhältnismäßig kurzer Zeit einmal schließen. Man muß auch fragen, warum gegen die Ucbcrtragung von Markerlösen aus Efsektenverkäufen so spät einge- schritten wurde. Unter den mannigsachen Formen, in der die K a p i t a l f l u ch t betrieben wird, ist der Weg über die ausländischen Tochtergcsell- schaften deutscher Unternehmungen besonders in Mode. 5)ier ist gewiß der Nachweis von Kapitalflucht bei der meistens mit Absicht gewählten undurchsichtigen juristischen Konstruktion dieser Schachtclgesellschaften besonders schwer zu führen. Vielleicht lohnte es aber doch, die bei der Reichsbank angemeldeten Auslandsschulden verschiedener deutscher Industriegcsellschasten einmal besonders daraufhin unter die Lupe zu nehmen, ob die dort nachgewiesenen Gläubiger nicht in einem irgendwie gearteten Besitzvcrhältnis zu den Schuldnern stehen und ob nicht hier die gefährlichste illegitime Deviscnnachfrage sich breit macht. Der Versuch zur Aufklärung muß jedenfalls gemacht werden. Eine erfolgreiche und in ihrem Erfolg auch vom Aus- laud anerkannte Devisenpolitik der Reichsbauk ist mit dem Wirtlchaftsschicksal Deutschlands heute weilgehend identisch. 3n diesem Punkte können Reichsbank und Reichsregierung nicht unbe- scheiden und unerbittlich genug sein. Wir glauben, daß man schon in der vergangenheik Halle unbescheidener und unerbittlicher sei« können und müssen. Die neuen Maßnahmen. In einer Durchführungsoerordnung zur Devisenordnung wird angeordnet, daß künftig alle Waren, die aus dem beut- scheu Wirtschaftsgebiet ausgeführt werden, durch Ucbergabe einer Exportvalutaertläruug nach vorgeschriebenem Muster der Reichsbank anzumelden sind. Außerdem haben die Ex- porteure dreimal monatlich der örtlich zuständigen Reichs- bankanstalt mitzuteilen, an welche Devisenbank sie die eingegangenen Exporwaluten abgeliefert haben oder von welcher Reichsbankanstalt ihnen die Devisen freigegeben wurden. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden mit schweren Strafen bedroht. Reichsbank am-15. November. Kreditmäßig war im übrigen die Rcichsbankentwicklung in der zweiten Novemberwoche n o r m a l. Die Wechsel bestände nahmen um 48,7 aus 3781,4 Millionen ab, die Lombarddarlehen um 1,9 auf 113,4 Millionen z u. Gelder aus Girokonto mehrten sich um 7,9 auf 496,8 Millionen. Der Notenumlauf nahm wieder ab: der an Reichsbanknoten um 88,1 auf 4453,5 Mill., der an Renten- bonkscheinen um 9,8 auf 413,5 Mill.- Bei den D e ck u n g s m i t t e l n ergab sich der genaimte Rückgang bei den GoMcständen um 63,3 auf 1938 Mill., bei den Devisenbeständen um 8,9 aus 151,8 Mill. Die Notendeckung durch Gold und Devisen verringerte sich von 27,8 auf 26,7 Proz. Oer Kampf um die Nordwolle. (Schwierigkeiten bei der Gründung der neuen Gesellschaft. Der Kamps um die Gründung der neuen Nordwollcgesellschaft ist noch nicht beendet. Wie wir hierzu bereits mitteilten, geht der Plan des Gläubigerausschusses dahin, aus den fünf gesun- den Betrieben des ehemaligen Nordwollekonzerns ein n>« u e s Unternehmen aufzubauen. Die größten Schwierigkeiten hierbei sind von den englischen Bankengläubigern ausgegangen, deren Forderungen sich auf über 34 Millionen Mark belaufen. Die Engländer wehren sich dagegen, daß aus der Konkursmasse die wertvollsten Bestandteile— die allerdings augenblicklich kaum in klingende Münze umzuwandeln sind— herausgenommen werden. Der Gegenwert, den sie in Aktien der Neuen Nordwolle erhalten sollen, erscheint ihnen in dieser Zeit sehr fragwürdig. Weitere Widerstände gehen von den Woll- Händlern aus, die unter den Gläubigern mit 14 Millionen Mark Forderungen vertreten sind. Diese Gruppe wendet sich aber nicht gegen die Herausnahme der gesunden Betriebe aus der Konkurs- masse, sondern nur gegen die Zusammenfassung der fünf Betriebe in einem einzigen Unternehmen. Sie setzen sich vielmehr für die Neugrü>ü>ung von Einzelunternehmungen ein. Der Gläubigerausschuß wird, beoor er endgültige Beschlüsse in dieser Frage faßt, die bevorstehende Gläubigerversamm- l u ng abwarten. In der Zwischenzeit muß noch geklärt werden, ob die vcutschcn Banken bereit sind, dem neuen Unternehmen die notwendigen Bctriebskredite zu gewahren. Di« neue Nordwall« soll ein Aktienkapital von 15 Millionen haben, zu denen noch eine Gnindschuld in Höhe von 3 Millionen Mark und weitere 7 Mil- lioncn als Forderungen aus der Konkursmasse treten, während als Aktiva 7 Millionen Anlagen und 18 Millionen Vorräte erscheinen. Eine(Subventionspleite. Die Landkultur A.-G. wird endlich aufgelöst. Die Versuche, Traktoren in die Landwirtschaft einzuführen, haben das Reich eine erhebliche Menge Geld gekostet. Sie werden jetzt mit der von der Generalversammlung beschlossenen Auflösung der Landkultur A.-G. endgültig eingestellt. Offenbar ist der wirtschaftliche Vorteil, den die Landwirtschajt durch eine Bcschleum- gung ihrer Feldbestellung erfährt, erheblich überschätzt worden. Die eigentlichen Versuchsarbeiten wurden mit Ablauf* des Geschäftsjahres 1930 eingestellt. Sie haben 267 999 Mark ge- kostet; davon hat das Reich 259 999 Mark übernommen. Außerdem hat die Landlültur vom Reich einen Zuschuß von 159 999 Mark erhalten. Der Betrieb der Landkultur hat sich in diesem Jahre auf „Lohnarbeiten" beschränkt, d. h. die Landkultur hat mit den von ihr gekauften Traktoren die maschinelle Feldbestellung ausgeführt. Da sie dafür nicht die zur Deckung der Kosten erforderlichen Preise erhielt, lief dieses„Geschäft" auf eine Subvcntionic- rung der Landwirtschast hinaus. Interessiert an dieser Subven- tionierung waren aber auch die Produktionssirmen für Traktoren, da die Landkulstir einen umfangreichen Maschinenpark unterhielt. Pom Aktienkapital der Landkultur(9,5 Millionen Mark) besitzt das Z�cich mehr als die Hälfte. Dex wichtigste Aktivposten der Bilanz vom 31. Ottober sind die Anlagen(Traktoren) mit 9,3 Mil- lionen Mark. Forderungen machen 9,2 Millionen Marl aus, denen Rückstellungen in Höhe von 9,98 Millionen Mark gegenüberstehen. Die Schulden betragen 9,15 Millionen Mark. Die B c r l u st e haben sich auf 9,2 Millionen Mark erhöht und werden sich noch weiter erhöhen, da für dieses Jahr noch keine Abschreibungen und Rück- stellungen berücksichtigt find. Da bei der kommenden Abwicklung der Gesellschaft die Traktoren nur mit Äerlust zu veräußern sein werden, ist mehr als die 5)älfte des Aktienkapitals als verloren anzusehen. Insgesamt hat also das Reich bei dieser Subvention von Land- Wirtschaft und Landmaschinenbau annähernd 600 000 Mark zugesetzt! In früheren Iahren sind bereits an die beteiligten Traktoren- fabriken(darunter Linke-hofsmann und hanomag) aus den vce- schiedensten Wegen erheblich höhere Betröge gezahlt worden. Die Gesamtsumme, die das Reich als Subventionen für den Trattorenbau hinausgeworfen hat, soll die Aünf-Millionen-Grenze weit über- schreiten, hossentlich ist diese Subventionsmihwirlschast mil Auflösung der Landkultur endgültig zu Ende! Minimax streicht das Kapital zusammen. Wann werden die Großen folgen? Für das am 30. April 193l zu Ende gegangene Geschäftsjahr 1939/31 weist die M i n i m a x A.-G. einen Verlust von 9,54 Mil- lionen Mark aus, der aber durch den Reservefonds(9,67 Mil- lioncn Mark) überdeckt wird. Für das vorhergehende Jahr war aus einem Reingewinn von etwa einer Viertelmillion Mark eine Dividende von 5 Proz. gezahlt worden. Der Perlust dieses Jahres ist auf einen erheblichen Umsatzrückgang zurückzuführen, da vor allem für öffentliche Gebäude keine F-uerlöschapparate ange- schafft wurden. Obwohl also der diesjährige Verlust noch nicht einmal die offenen Reserven aufzehrt, hat die Verwaltung beschlossen, auf alle Altivwerte erhebliche Abschreibungen im Gesamtbeträge von 3,25 Millionen Mark vorzunehmen. Dazu wird das Aktienkapital im Verhältnis 5 zu 1 von 4 Millionen Mark auf 9,8 Millionen Mark zusammengelegt. Die Minimax-Vcrwaltung läßt sich bei diesem Eickschlliß von dem richtigeck und privatwirtschaftlich allein berechtigten Standpunkt leiten, daß Aktiva und Kapital den heutigen Berhältnissen, dem heute erreichbaren Umsatz anzupassen sind. Hier ist eichlich ein- mal die unsinnig« Methode, sich an einem überhöhen Aktien- kapital„reich zu rechnen", ausgegeben worden. Der Wunsch nach Rentabilität ist m-irtschaftlich nur dann zu erfüllen, wenn er sich beschränkt auf die Verzinsung eines angemessenen. Zu h. imter heutigen Umständen niedrigen Kapiials. Freilich desteht die Möglichkeit, daß die Minimax-Vermoltung noch Nebenabsichten mit der Zapitolhcrabsctzung verjalgt. Es befinden' sich nämlich drei Vierte l des Kopitals in Händen der Verwaltungsgruppe; für sie, die die Herrschaft über das Unter» nehmen hat, bedeutet die nominelle Zusammenstreichung des Kapi- tals nicht viel, da sie ja in der Bezahlung von Vorstands- und Aufsichtsratsposten den Hauptwert ihr�r Beteiligung hat. Wenn sie von den zukünftigen Gewinnen n.u r einen Teil als Dividende ausschütten sollte, da sich o u f f a l l c n d hohe Dividenden- säße ergeben könnten, so liefe die Kapitalzusammcnlegung auf ein« Benachteiligung der„freien" Aktionäre hinaus. Aber um dies« untergeordnete Frage haben sich die Minderhcitsaktionäre zu kümmern. Wir wünschten nur, daß man an anderen Stellen, wo es erheblich mehr„brennt" als im vorliegenden Falle, den von der Minimax-Verwaltung ein- geschlagenen Weg befolgen würde— um deutlich zu werden, daß endlich die Schwerindustrie die bisher aus nmchtpolitischen und Prestigegründen unterlassenen Sanierungen vornimmt! Die Stickstoffpleite. ?lekordtiefsiand des Stickstoffverbrauchs.— Die Fehl- investitionen. Noch den soeben veröffentlichten Ziffern über den Verbrauch der deutschen Landwirtschaft an künstlichen Düngemitteln war im Jahre 1930/31 der Verbrauch so niedrig, wie seit fünf und sieben Jahren nicht mehr. Die folgenden Ziffern veranschaulichen das: Düngcmitteloerbrauch der deutschen Landwirtschaft in 1000 Tonnen Düngejahr Reinstickstoff Phosporsäure Reinkali Besonders ausfällig bei diesen Ziffern ist der rclaliv starke Rück- gang des Stickstoffverbrauchs. während die Stickstoffanlagen, ver- glichen mit der Vorknegszcit. ihre Leistungsfähigkeit etwa verzehn- facht haben. Als im April 1930 das Deutsche Stickstofsfyndikat zu- stände kam, wurde als Gcsamtquotc der verschiedenen Gruppen rund 1,2 Millionen Tonnen Reinstickstosf angenommen. Hiervon entfielen auf die JG.-Farben und auf die A,-G. für Stickstoffdünger, die eben- falls zuin JG.-Farben-Konzern gehört, zusammen rund 773 000 Tonnen. Besonders die stark ausgebauten Ammoniakanlagen fanden immer geringeren Abfag. In Deutschland ist der Verbrauch der Landwirtschaft an den verschiedenen A m m o n i a k s o r t e n von 178 000 Tonnen im Jahre 1027 ununterbrochen zurückgegangen und bi trug 19Z0 niir noch III stOO Tonnen. Auch die K a l k st i ck st o f f- belieferung der deutschen Landwirtschaft ging in den letzten Jahren zurück, während der Verbrauch an Salpeter- und Ammonsorten, ferner an Ehilesalpeter wieder gestiegen ist. In den obigen Ziffern von 1930/31 ist bei Stickstoff der Ehilesalpeter diesmal nicht mitgerechnet worden. Man kann den deutschen Verbrauch auf rund 15 000 Tonnen schätzen. Selbst dann ergibt sich ein Stickstoffverbrauch von nur 360 000 Tonnen. Gleichzeitig mit dam verminderten Jnlandsver- brauch ist auch de? A us la nd s ab f a tz Zurückgegongen, und zwar wiederum am stärksten. der Export von fchwefelfaurem Ammoniak, der im Jahre 1928 noch 162 Millionen, sin Jahre 1930 ober nur noch 87 Millionen Mark einbrachte. Die Folge des verminderten in- und ausländischen Absatzes ist die mangelhafte Ausnutzung der Erzeugungsanlagen. die natürlich die Kosten außerordentlich ansteigen läßt. In beut- schen Unternehmerkreisen herrschte in den letzten Iahren vor der Krise die Ansicht, daß der Stickstosfoerbrauch beliebig gesteigert werden könnte; aus dieser Anschauung entsprangen große Fehl- leitungen von Kapital. Die Waldenburger Stick- st o f f w e r k e gerieten in Konkurs, das Stickstoffwerk der Zeche Moni Cenis wurde stillgelegt, die Reichsstickstoffwerke Piesteritz stehen vor der Schließung, und durch die großen Anlagen der JG.-Farben-Jndllstrie arbeiten schon seit Monaten nur noch zur Hälfte oder zu einem Drittel ihrer Leistungsfähigkeit. Eisenproduktion schrumpft weiter. Im Oktober ist nach den Mitteilungen des Vereins Deutscher Eisen- und Stohlindustriellcr die Produktion der deutschen Hoch- ofcnwerke auf 43-1211 gegen 438154 Tonnen Roheisen ge- j u n k e n. Bei 31 Arbeitstagen im Oktober gegen nur 30 Arbeits- tagen im September ist aber die arbeitstägliche Leistung erheblich stärker gefallen, nämlich um 4,1 Proz. auf 14 007 Tonnen. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres ist die Hochofen- Produktion gegenüber der gleichen Zeitspanne des Vorjahres um fast 38 Proz. von 8,44 auf 5,28 Millionen Tonnen Roheisen gesunken. Deutsche Sparkaffen-Einheii. Ein Äeitrag zur Lehre von der öffentlichen Wirtschast. Es sind gerade 50 Jahre her, daß in Deutschland Bestrebungen zu einer Organisierung der Sparkassen zur Tat wurden. Im Herbst 1881 wurde als erster Sparkassenverband überhaupt der„Ver- band der Sparkassen Rheinlands und Westfalens" in Hagen ge- gründet. Wie dieser Verband sich im Jahre 1884 zum Deutschen Sparkassenverband erweiterte, wie noch vielen An- slrengungen und Rückschlägen die organisatorische Erfassung aller öffentlichen Sparkassen Deutschlands im Jahre 1911 durchgeführt war, wie endlich im Jahre 1924 aus der Verschmelzung des Sparkassenverbandes mit dem Zentralgiroverband und dem Ver- band der kommunalen Banken der Deutsche Sparkassen- und Giroverband entstand, das und sehr viel mehr wird in der Denkschrift von Dr. Josef Hoffmann„Deutsche Spar- kassen-Einheit"(Verlag für Börsen- und Finonzliteratur) ausführlich geschildert. In dieser Schrift wird mit Recht betont, daß die Organisie- rung dieses großen Teiles des öffentlichen Bankenwesens, einer Kapitalmacht von rund 14 Milliarden Mark, ohne die Mit- Wirkung der Kommunen gar nicht denkbar ist. Auch diese Ver- bandsgeschichte der Gewährung von Kommunalkredit beweist aljo, wie sehr das Verbot an die Sparkassen und die rechtliche Trennung der Sparkassen von den Kommunen auf Grund der Notoerordnungen im Gegensatz zur historischen Entwicklung steht. Aber nicht nur Verbandsgeschichte vermittelt diese Schrift— was sie ja in erster Linie soll'—, sie gibt auch über die Aufgaben und Leistungen des öfsentlichen Bankenwesens, über dessen Stellung in der Gesamtwirtschaft weitgehend Aufschluß. Und die volkswirtschaflliche Leistung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes wird darin gesehen, daß er sich zum Träger der öffentlichen Bankenpolitik gemacht hat. Die Aufgabe der öffentlichen Bankenpolitik aber ist, einmal Ergänzung der privaten Bankentätigkeit zu sein und zum anderen ein Gegen- gewicht gegen Monopolisierungstendenzen der privaten Banken zu bilden. Diese Aufgabe zu erfüllen wären die Sparkassen einzeln nicht in der Lage gewesen; ober ihre im Ver- band geeinte Macht konnte sich bei und gegen Privatwirtschaft und Behörden durchsetzen. Was wollen Siemens und Brown-Boveri? Oer Vertrag über den patentaustavsch. Die Firmen des Siemens-Konzerns, also die Siemens- Schuckert-Werke und die Siemens u. Halskc A.-G., haben dieser Tage mit der A.-G. Brown, Bovert u. Co. in Baden(Schweiz) und den ihnen angeschlossenen Gesellschaften«inen Patentaus- tausch vertrag abgeschlossen, der sich auf einige wichtige Ge- biete der Starkstromtechnik bezieht. Mit diesem Bertrag sind irgend- welche kapitalmäßigen Verknüpfungen nicht verbunden. Dieser Patentaustauschoertrog bedeutet keineswegs schon eind Arbeitzgcmeinschast zwischen Siemens und Brown-Boveri, doch ist die jetzt zustünde gekommene Verständigung auf einigen Teilgebieten der Produktion der beiden Konzerne charakteristisch für da s wachsende Interesse der großen Elektrokon- zerne an der Vermeidung unnötiger Kämpfe. In diesem Falle handelt es sich darum, daß künftighin gegenseitige Prozesse vermieden werden, und daß die Konzen, e von den Pa. tenten und Erfahrungen des Vertragspartners Gebrauch machen können. Ob diesem Potenloertrog weitergehende Vereinbarungen folgen werden, ist nicht abzusehen. Ein im Jahre 1924 zwischen Siemens und der Westingho-u.se Electric and Manufacturing Co., dem zweit- größten amerikanischen Elektrokonzern, abgeschlossener Patentaus- touschoertrag geht wesentlich weiter als die jetzt getroffene Ver- einbarung mit Brown-Boveri, denn er bezieht sich erstens auf dos gesamte Gebiet der Starkstromtechnik und wird zweitens durch eine Aufteilung von Interessengebieten ergänzt. Sonderkoajuntlur bei der Chemischen Werke Rlarienfelde A.-G. Im Betriebsjahr 1930/31 hat die Chemische Werke Marienfelde A.-G. trotz der allgemeinen Berschärsung der Krise bei Steigerung des in- und ausländisch�, Umsatzes ihren Betriebsgewinn nicht nur auf dem Stand des Boriahres halten, sondern noch von 140 000 auf 150000 Mark erhöhen können. Bei dem niedrigen Aktienkapital von 220 000 Mark entspricht der ausgewiesene Neingewinn von 73 422 Mark einer Dividende von rund 30 Proz Absturz beim Einbruch. Mißglückter Ausflug in die Plaza. Ein Einbruch ist zuweilen mit ungeahnten Gefahren verknüpft, das mußt« ein junger Bursche erfahren, der einen Einbruch in die Plaza am K ü st r i n e r Platz ausgeführt hatte. Gegen 4 Uhr morgens hörte der Gärtner des Hauses Geräusche. Auf seinem Rundgonge entdeckte er. daß der.V e r k a u f e st a n d für Zigarren und Schokolade im Foyer aufgebrochen war. Er rief das Ueberfallkommando herbei. Die Beamten entdeckten auch bald die Diebe. Einer wurde in einer Dachkammer gesunden und fest- genommen. Dem zweiten war es schon gegPckt, das Dach zu erreichen. Er wollte hier an der Eisenbahnseite des Gebäudes a n einem Kabel herunterklettern. Das Kabel riß und der junge Mann stürzte aus 10 Meter Höhe in die Tiefe. Er blieb mit einem schweren Schädelbruch besinnungslos liege». An allem ist die Polizei schuld. Am 29. Juni dieses Jahres übten sich die Nazistudenten vor der Universität im Niederschlagen sozialistischer und t v m in u n i st i s ch e r Studenten. Ehe die Polizei ein- greife» konnte, wurden mehrere marxistische Swdeiüen mißhandelt. Die Schupo stellte die Ruhe her, mehrere nationalsozialistische Stu- dcnten wurden später gemaßregelt. Die„Rote Fahne" brachte an, 30. Juni mehrere große Schlagzeilen wie die folgende:„Rektor und Schupokommandeur dulden die Prügelszencn." Im Text zu diesen Schlagzeilen hieß es, daß Rektor und Schupokommondeur Zeugen der Mißhandlungen gewesen seien, ohne dagegen einzuschreiten; sie hätten dadurch zum Ausdruck gebrocht, daß sie den Terror der Nationalsozialisten gegen rote Studenten dulden und billigen. Der Kommandeur der Schutzpolizei, Heimannsberg, konnte diese Anwürfe auf sich nicht sitzen lassen und er stellte gegen die„Rote Fahne" Strafantrag wegen öffentlicher Beleidigung. Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte erklärte der Angeklagte Pankow, er habe nicht den Kommandeur der Schvtzpolizei, Hcimannsberg. per- sönlich gemeint, sondern den Polizeioffizier, der vor der Universität das Kommando hatte. Kommandeur Hcimannsberg sagte als Zeuge aus, daß er zu jener Zeit vor der Universität überhaupt nicht an- wesend war, soinit auch die Studentenausschreitungen nicht„ge- duldet" haben konnte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 300 Mark! Die vorgebrachte Entschuldigung genüge nicht, jeder Leser mußte der Meinung sein, daß es sich um den Kommandeur Hcimannsberg handele. Elternabend der Reinickendorfer weltlichen Schule. Die 9. weltliche Schule in Berlin-Reinickendorf veranstaltete einen Elternabend, um zu zeigen, in welchem Maße die Lehrerschaft für das Wohl der ihnen unterstellten Schüler sorgt. Zugrunde lag dieser Vernnstoltung eine vierwöchige Feriei-- fahrt der Schulkinder einer Klasse nach Tirol. In geschickter Weise ließ man einen Lichtbildvortrag oft unterbrechen durch kleine Schilderungen, so wie sie die Schüler erlebt hatten. Und diese Worte der Schulkinder ließen erkennen, wie tief eine solch« Ferienreise auf die Gemüter der Kinder wirkt. Es war eine Reise, wie sie die meisten Kinder kapii, wieder erleben können. Im pro- letarischen Bezirk Reinickendorf muß ein großer Prozentsatz der Schulkinder in Wohnlauben Haufen, und die Eltern können ihren Kindern manchmal kaum da? Notwendigste anschaffen. Aus dieser Atmosphäre heraus ist die Leistung der Lehrerschaft, die den Schülern derartige Ferienfahrten ins Hochgebirge vermittelt, nicht hoch genug anzuerkennen. Daß die Elternschaft diese Taten vollauf würdigt, bewies der ül'ervolle Raum der Aula, so daß die Veranstaltung am 20. November wiederholt wird. Ueberaus wirkungsvoll war«ine von den Schülern selbst gespielte Abschiedsszene aus dem Bohnsteig, die vielen Schilderungen des Selbsterlebtcn. Volkstänze und Volkslieder. Daneben spielte ein Blockflötenquartett auf alten Holzflöten Weisen aus dem 16. Jahr- hundert, die Madrigalvereinigung des„Jungen Chors" trug stim- mungsvolle, fast vergessene Weisen vor. Dem Leitvortrag des Führers der Feriensahrt, Hans Schulze, lagen ausgezeichnet« Licht- bilder zugrunde, die auch dem Auge eine Vorstellung der Herrlich- keit der Tiroler Alpcnwelt gaben. Die Zürsargestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene des Bezirksamts Tiergarten wird am Mittwoch. dem 25. November 193l, von Mt-Moabit 103 nach Flens- burger Straße 5, Ecke Claudiusstraße, verlegt. Die Büros bleiben am Mittwoch, dem 25. November, und Donnerstag, dem2 6. November, geschloffen. Die Sprech- stunde am Donnerstag, dem 26. November, nachmittags 4 Uhr, findet in den neuen Räumen statt. s: WlfoßMC-Mc •• y/ Ja, das kommt vor im HausKalt: Umgefallene Tinte, Obst, Wein, Kaffee, Kakao und manches mebr verursacht mitunter hartnädOge Flecken. Wenn sie nicht ohne weiteres in der Persilwäsche zu entfernen sind, dann versuchen Sie e» am besten mit Sil. Versteckte und vergilbte Wäsche erhalt durch einmaliges Kochen in kalt angesetzter Sillösung wieder ihr ursprüngliches gutes Aussehen. Voe« heriges F.tnweichen in Hcnko- Bteichsoda empfiehlt sich. 0/ 3Ir. 541• 48. 3iiSräon9 3» �00 Dliltwoch. 18.?!o»-mb«r 1SZ1 wamssauer: 3)urch drei Drei jung« Leutc, alle um die zwanzig herum, die ihre Sindcc- und Iünglingszeit miteinander verlebt hatten, saßcn beisammen. Da sie in den nächsten Wochen in die Welt hinaus verstreut wurden, aber nicht sür alle Zeit die Berührung miteinander verlieren wollten, gelobten sie sich, heute über zehn Jahre wieder an dieser Stelle zusammenzukommen.„Wir find', so sagten sie,„noch jung. Noch ist die Form nicht gegossen, in die sich unser Schicksal süllen wird. Noch ist alles im Fluh und im Werden. In zehn Jahren aber sind wir fertig. In zehn Jahren werden die Umrisse unseres Geschickes scharf fixiert sein. Es wird sich gezeigt haben, was aus uns geworden ist.' Ein Jahrzehnt verging. Die drei Jugendfreunde fanden sich wieder zusammen.„Ich muß gestehen", sagte der erste, daß für mich der Zeitpunkt nicht gut gewählt ist. Ich bin Architekt ge- worden. Aber das ist eigentlich Nebensache und ist nicht das eigent- ü lich Wesentliche. Es hängt für mich jetzt alles davon ab, ob ich den Auftrag für den Bau eines großen staatlichen Gebäudes erhalte. Die Verhandlungen schweben. In vierzehn Tagen wird alles ent- schieden sein. Dann weiß ich, wie sich meine Zukunft gestalten wird." „Mir geht es nicht viel anders", sagte der zweite.„Ich habe ein Konfektionsgeschäft. Aber das ist- kein endgültiger Zustand. Ich bewerbe mich um ein steinreiches junges Mädchen. Wenn ich Erfolg habe, sitze ich mit einem Schlage üm Geschäft meines Schwiegervaters, dem größten in ganz Stuttgart." „Wie sich das trifft", sagte der dritte.„Auch für niich werden die nächsten Wochen entscheidend sein. In vierzehn Tagen wird mein erstes Theaterstück aufgeführt. Meine Zukunft hängt von der Aufnahme ab, die es findet." Die drei Freunde zechten und plauderte» und versprachen sich in die Hand, sich über zehn Jahre wieder hier einzufinden. Wiederum verging ein Jahrzehnt. Wiederum saßcn sich die drei Männer gegenüber. „Hast du deinen Auftrag damals bckonimcn?", wurde der erste gefragt. „Welchen Auftrag?" fragte er unsicher zurück. „Den Zlustrag für den Bau eines staatlichen Gebäudes", soviel wir uns erinnern. „Stand der damals in Aussicht? Kann schon sein. Aber das ist ja ohne alle Bedeutung. Hingegen führe ich jetzt einen Erbschafts- prozeß, bei dem, nach Meinung meines Rechtsanwaltes, 120 000 M. für mich herausspringen müssen. In drei Wochen ist Termin. Es ist schade, daß wir uns schon heute getroffen haben. Aber was ist eigentlich aus deinen Kieiratsabstchten geworden?" „Aus meinen 5)eiratsabfichten?" fragte der zweite erstaunt. „Jaso... ich erinnere mich dunkel. Fangt mir nicht davon an. Das war eine der lächerlichsten Episoden meines Lebens. Die Sache zerschlug sich damals irgendwie und ich bin nachträglich nickst böse darüber... Der Vater des Mädchens hat später pleite gemacht. Er hat sich als ganz trüber kommerzieller Glücksritter entpuppt. Aber was ich sagen wollte: Ein Vetter von mir ist in diesen Tagen aus Amerika zurückgekommen und will sich mit Kapital an meinem Geschäft beteiligen. Alles ist jetzt im Werden. Wir haben ungeheure Pläne. Von den nächsten Monaten hängt Außerordentliches für mich ab." „Ich soll die Redaktion einer großen Zeitschrift bekommen" sagte der dritte. Ich stehe mit zwei Mitbewerbern in engster Wahl. Eine einzige Woche noch und die Würfel sind gefallen." Wiederum zechten und plauderten die drei und gaben sich ihr Wort darauf, sich über zehn Jahre wieder hier einzufinden. Ein neues Jahrzehnt verging. Der erste und der dritte fanden sich zuerst an der gewohnten Stelle ein.„Um ein Haar", sagte der erste,„hätte ich nicht kommen können. Eine überaus wichtige An- gelegenhcit schien meine Anwesenheit in Stettin zu erfordern. Gott sei Dank ist die Sitzung um zwei Tage verschoben worden. Ich habe, wie du erfahren haben wirst, mich ganz der Politik zu- gewandt und es wird sich in Stettin entscheiden, ob ich als Kandidat aufgestellt werde. Ich stehe und falle mit dieser Kandidatur." „Auch für mich steht in diesen Tagen viel auf dem Spiel", sagte der dritte.„Der Verlag, bei dem ich das Lektorat habe, will sich mit einem anderen Verlag fusionieren. Kommt die Fusion zu- stände, dann werde ich in die Verlagsleitung aufgenommen. Dann ist mein Glück gemacht." Die Tür ging auf. Ein junger Mann trat ein. Er fragte, ob er hier recht komme. Er wolle zu den Jugendfreunden seines Vaters. „Und warum komnst Ihr Vater nicht selbst?"fragten die beiden. „Er ist vor vierzehn Tagen gestorben. Mitten in der Arbeit, mitten in Plänen, mitten in Hoffnungen. Hätte er auch nur noch drei Wochen gelebt, würde ihm wahrscheinlich eine schöne reife Frucht seiner Lebensarbeit in den Schoß gefallen sein: der Abschluß eines Vertrages mit einer brasilianischen Firma." Die beiden Freunde schwiegen eine Weile. Dann sagte der eine von ihnen:„Er ist der erste von uns, dessen Leben sich über- schauen läßt." Nach einer Pause des Sinnens fügte der andere hinzu:„Ja, auch ohne den Vertrag..." Der Sohn des toten Freundes fiel ihm ins Wort:„Ich werde das Werk meines Vaters ausbauen. In zehn Iahren wird es sich gezeigt haben, was ich ans ihm gemacht habe." Die Freunde sahen sich an-- und es stand plötzlich ein seltsames Lächeln auf ihren Gesichtern. i».niexauder von Sadier-tllafodi: 'Die kleine Prau Qibbs ,An der Stadt Melvill« im Staate Kansas besuchte die Mutter des vor eincni Jahre verstorbenen Filmschauspielers Gibbs ein Lichtspieltheater. Inmitten des zweiten Aktes er. hob sich die alt« Frau von ihrem Sitz und ging auf die Lein- wand zu..." Je näher sie kam, um so stärker flutete das mllchige Licht ihr entgegen, mild und klar wie«in Sonnenaufgang am Wintermorgcn ihrer Jugend. Doch auch dies Licht war wie jene vergangenen Lichter, ohne Wärme. Sie schlug die dürren Arme dicht um den Leib, wi« frierend, denn in dieses Licht mußte sie nun treten. Sie hatte geschrien. Dumpf empfand sie es noch. Kaum fünf- zig lhrer kleinen, schwanken Schritte nmßten sie an das Ziel bringen, das strahlend vor ihr lag, eine erträumte, fremde Welt in der e r lebte. � Im Viereck der Leinwand tat sich indessen großer Prunk auf. Jetzt hiest sie scheu sekundenlang inne in ihrem Gang, denn ihr Sohn betrat eben«inen Saal von unerhörter Pracht. Kronleuchter spiegelten sich in den Lackschuhen der Herren, das blanke Parkett und die marmornen Wände waren überflutet vom Licht. Und in diesem Bruchteil einer Sekunde lächelte die kleine, alte Frau im abgetragenen, bauschigen Möntelchen scheu i» sich hinein, denn sie dachte daran, wie sie sich wohl ausnehmen werde unter den vielen seinen Herrschaften dort oben. Aber der Gedanke war nur wie ein flüchtiges Licht, das nachts im Spiegel der schwarzen See aufglänzt. um gleich darauf spurlos zu zcrfluten, ins tiefe Nichts. Und mutig schritt sie weiter. Denn heute, das wußfc sie, heute nnißte sie zu ihm. Zwar waren da in ihrem wirren, atte» Hirn Ahnungen van Maschinen, von Rädern und Rädchen, die irgend- wo in der Dunkellstst surrend ineinandergrisfen und die irgendetwas zu hin hatten mit ihrem Sohn, mit den Gestalten dort oben und mit der Tanzkapelle, zu deren Weisen die vielen Paare im großen Saal sich eben zu drehen begannen... Jetzt sah sie ihn deutlich. Er näherte sich ihr. Er blickte suchend um sich und dennoch fanden sein« Blicke nicht die ihren. Freilich. sie mußte erst hinllbertreten in die andere Welt. Eben war ihr die Erkenntnis gekommen. Das Leben, die vielen Sorgenjahre, die An- spannung aller Kräfte und das Zusammenraffen des Letzten für den Sohn, denn dornig ist der Weg des Filmkomparsen, dies alles war die eine Welt, die sie jetzt im Begriff« war. zu verlassen. Aus dieser Well war er vor einem Jahr verschwunden. Tot? Sie glaubte nicht daran. In der ersten Woche noch, nach dem Brief aus Holly- wood. war sie wie betäubt. Aber dann kamen ihr Zweifel. Zu- fällig lief sie an einem der Lichtspielpaläfte der Stadt vorbei, stockte. trat ein, sah in der Dunkelheit und sah ihn, hörte ihn sprechen. Lebendiger dem, je. Wieder und wieder kamen im Laufe dieses Jahres Film« in die Stadt und auf den Plakaten erglänzte sein Name. Sie zählt«, während sie jetzt in der Dunkelheit dem Licht zuschritt, die Zahl der FUme an ihren Fingern ab: sieben'! Siebenmal hatte sie ihn gesehen, in sieben verschiedenen Gestatten. Aber immer war tr derselbe geblieben. Einer Mutter Aug« täuschte sich nicht. Ander« Mütter hätten in der anderen Welt ihren Platz ein- genommen, vornehme, reiche Mütter. Einmal war es sogar eine ihr ähnliche, kleine Arbettersrau gewesen, die sich mütterlich zu ihm neigte. Und stets begegnete er ihnen, den Müttern, mit der gleichen Achtung und Zärtlichkeit, die sie an ihn kannte und die, sie wußte es, in allen Formen ihr allein galt. Er hatte viele Leben. Und viele Schicksale. Er wechselte hinüber In ein anderes Dasein,� und weil sie nicht den Mut hatte, ihm zu folgen, blieb sie allein herüben, während er drüben weilte. Die kleine Frau Gibbs begann zu lausen. Zehn Schritts trennten sie noch vom Saale, den ihr Sohn eben durch eine Tür verlassen hatte. Sie stolperte und siel hin. Aber gleich war sie wieder aus den Beinen. Gestalten drängten aus der Dunkelheit auf sie zu. Arme griffen nach ihr, um sie zu halten, ober sie riß sich los und erreichte keuchend die vordere Barriere. Ein paar Stufen waren nach zu erklimmen, dann richtete sie sich auf, große Helligkeit umstrahlte sie. Und in diesem Augenblick schwankte die alte grau wie ein zerraufter, kleiner Vogel, glitt vor der Leinwand mit einem Lächeln hinab und ließ sich aus dieser Well hinüber- fallen in die Welt ihrer Sehnsucht. Das Licht drehte sich um sie, und während der letzte, zarte Schlag ihres greisen Herzens vcr- klang, vernahm sie bereits von drüben die Stimme des großen Regisseurs. Der große Regisseur hob sein Megaphon, das über den halben Himmel ging:„Führt diese Mutter zu ihrem Sohn, denn wahrlich, ich sage euch, aus sieben Wunden blutet ihr Herz!" 3>. Jl. Maupl: Jmi Cfl*fp Man kann wirklich nicht sagen, daß Jan G r iz' bei den Fisch- dampfern beliebt ist. Ordnung muß sein, sogar auf See— aber darum ist Jan Grip doch der größte Seeräuber aller Zeiten. Dar- über ist man sich einig auf den schwarzen Fischdampfern, ob man nun Deutsche hört oder Holländer. Franzosen oder Engländer. Man sieht die grauen, hechtschlanken Rümpfe der Jan Grips— denn es gibt sogar mehrere— lieber am Horizont verschwinden als aufkommen, und für die Kanonen auf Back und Heck hat man schon gar nichts übrig. Darum sagt man wütend und wegwerfend zu- gleich„Jan Grip" sür das. was in den offiziellen Dokumenten und Büchern mit dem geheimrätlicheren Namen„F i s ch e r e i i n s p e k- tionstreuzer" benannt wird. Jan Grip ist nicht beliebt, am wenigstens dort, wo er am nötigsten ist: an der zerrissenen und ebenso menschenleeren wie fisch- reichen Küste Islands, Da gibt es ein internationales Abkommen von 188ch in dem sich die Fischereistaaten verpflichtet haben, den Fang in Islands Küstengewässern, innerhalb der Dreimeilengrenzs, den einheimischen Kuttern zu überlassen. Schön und gut. Aber wenn der Wind tagelang von der See auf Land stand und die Fische von den Außenbänken schutzsuchend bis dicht unter die Brandung abwanderten? Dann kannst du mit dem größten Schleppnetz der Welt außerhalb der drei Meilen herumgondeln und sängst keine fünf Zentner. Draußen liegst du mit deinem großen Dampfer, schleppst mit voller Kraft und hast keinen Schwanz im Netz, wich- rend unter Land die Kutter das Netz kaum rauskriegen, so voll ist es. Da läuft einem dann das Wasser im Munde zusammen, und es soll vorkommen, daß Kapttän und Steuerleute kurzsichtig wer- den und eine Meile vom Lande für vier Meilen ansehen... Jan Grip aber ist ganz und gar nicht kurzsichtig. Jan Grip Hot die ausgezeichnetsten Peilinstrumente an Bord, und Jan Grip stellt erbarmungslos fest, daß eins weniger als drei ist. Jan Grip hat außerdem die stärkere Maschine an Bord und ist da. ehe man mit dem schweren Netz im Schlepp aus den drei Meilen heraus- gedreht hat. Und vor allein: die Kanone. Jan Grip schießt; er schießt ganz bestimmt, wenn man nicht beidreht. Dann geht's mit dem Fang anstatt nach Hause nach R e i k j a v i k. Das ist Islands 5?auptstadt und vielleicht ein ganz schönes Städtchen, wenn man dort nicht gerade als beschlagnahmter Fischdampser einlaufen muß. Aber Fang, Netz und Patent verlieren und außerdem noch 20 000 Kronen bezahlen müssen, das kann einem das schönste Städtchen verleiden. Nein. Jan Grip ist wirklich ein Seeräuber. Gewiß, wenn man unter Island liegt mit ein paar Fieber- kranken an Bord, und der olle ehrliche„Zieten", Deutschlands Fischereikrcuzer, läßt sich sehen mit seinem Arzt an Bord, dann läßt man sich's schon eher gefallen. Oder man treibt mit Havaris und der Isländer kommt zufällig, schleppt einen ab oder funkt nach Hilse— besten Dank! Manchmal hat Jan Grip auch sozusagen Gc- burtstag. Manchmal, wenn kein einziger Kutter unter Land ist und tin einzelner Dampfer schüchtern am letzten Tage seiner Reise unter Land die Fische wegzuholen sich anschickt, die er in den nenn Tagen auf hoher See nicht kriegen konnte, packt sogar Jan Grip ein menschliches Rühren. Langsam, ganz langsam zieht er heran. läßt es zu, daß.der Dampfer abdreht, umkreist ihn wie ein knurren- der, aber satter Hund und— fährt weiter, wenn der Dampfer das Land im Heck und seine Nase zur See hinaus genommen hat. Eins Viertelstunde Angst, bis der hechtgraue Kreuzer endgültig seinen Patrouillenkurs wieder aufnimmt, und dann ein Aufatmen: dies- mal sehen wir dich nicht, Reikjavik! Zugestanden, auch Jan Grip. der größte Seeräuber aller Zeiten, kann ganz menschlich sein. Und eigentlich tut er doch nur seine Pflicht. Und ist nicht nur Seepolizist, sondern auch Arzt, Rettungs- dampfer, Hilst mit Proviant aus, gibt Position, wenn man sie im Nebel verloren hat. Eigentlich, eigentlich sollte Deutschland statt der überflüssigen Panzerkreuzer ein paar bessere Fischercikreuzer bauen, für die deutschen Fischdampfer, die unter Island, im Weißen Meer und im Polarmeer um die Bäreninsel einsam und verlassen ohne Funk und fast ohne Rcttungsgerät bei Wind und Wetter fischen, Tausende von Seemeilen entfernt von jedem Arzt, unter uuwirt- licher, Nippen- und gletscherstarrendcr Küste. Fischcreilreuzer, die nicht„Jan Grip", sondern„Jan Help" sind. '.Mails Jfcljrll?: Sklavenhandel im ffiolen lUeer Im Roten Meer, September 1931. Aka, unser Schiff hat Djebel Tair und die Hanischinseln passiert, steile vulkanische Felsgebilde von pittoresken Formen, auf denen es nichts als Schlangen und Skorpione gibt, und nimmt Kurs auf Mokka. Acht Tage sürd wir nun schon in diesem Hexenkessel zwischen Arabien und Afrika immer hin und her gependelt. Kein Lüftchen regt sich. Die ganze Atmosphäre ist so voll Feuchtigkeit, daß olles schimmell und rostet, was irgendwie Neigung dazu verspürt. Und nun kommen die Korallenriffe. Man sieht sie kaum, denn die Korallentierchen bauen ihre kunstvollen Gebilde niemals über den Meeresspiegel hinaus, nur ein weißer Schaumgürtel darüber hin- brandenden Wassers läßt ihr Vorhandensein ahnen. Wie gesährlich sie der Schiffahrt gerade hier im Roten Meer werden, wo die arabische Küste nur ganz ungenügend mit Zeichen und Leuchtfeuern verschen ist, davon zeugen die zahlreichen Wracks von Djidda, vor Mokka und Hodeida, heut« fast die einzigen Warnungszeichen für die Seeleute, sich nicht zu nahe an die Küste heranzuwagen. Doch hier und da, mitten zwischen den silbernen Schaumstreifen, tauchen jetzt weiße Segel auf; das sind die Dans arabischer Sklaven- Händler, denen die Riffe sichere Schlupfwinkel bieten. Englische Kanonenboote machen auf die Sklavenhändler scharfe Jagd in diesen Gewässern, und Dampfer, die ein Sklavcnboot kapern, erhallen hohe Belohnungen. Aber arabische Kaufleute lassen sich dadurch nicht abschrecken. Sie ver- suchen es immer wieder, diese wertvolle lebende schwarze Ware von Afrika nach Arabien hinüberzuschmuggeln. In Erytrea, französisch Somasiland und Obok, einem kleinen, selten von Europäern de- suchten Ncgerrcich am Golf von Tadjura, werde» heimlich des Nachts die Sklavcntransporlc aus dem Inneren, die oft von weither; sogar aus den Bergen Abessiniens kommen, eingeschifft. Besonders im Winter, wenn der ständig wehende Südwind emfetzt, der schon zu Salomos Zeit die Schiffe der alten Aegypter, schwer beladen mit kostbaren Hölzern, in die Heimat zurücksührte, sieht man die Daus von Afrika zur arabischen Küste hinübcrkreuzen. Kommen sie aber in greifbare Nähe eines Sklavenjägers, dann wird die lebende Ladung einfach über Bord geworfen, wo sie bald den Wal- � fischen zum Opfer fällt. Wenn aber wirklich eine Ladung Schwarzer abgefaßt wird, ist es oft unmöglich, die Schankas oder Wollos oder was si« gerade sind, chrcn Heimatdörfern wieder zuzuführen, da sie selbst nicht angeben können, wo sich eigentlich ihr Wohnort bc- findet. Dann sitzen die Unglücklichen oft wochenlangj» den Hafen- plätzen und die Behörden haben die allergrößten Schwierigleiiew sie irgendwo unterzubringen. Gekauft und gehandelt werden Sklaven heute noch in ollen selbständigen Reichen Arabiens, also in Hedjas und Nedschd, in Jemen, Hodramaut und den anderen slldarabischen Ländern. In manchen von diesen werden Sklaven öffentlich aus dem Markt ver- kaust, während in Abessinien und in den anderen afrikanischen Ländern der Sklavenhandel offiziell verboten ist, im geheimen aber doch noch in weitem Maße betrieben wird. Der Preis eines Sklaven schwankt zwischen 50 und 100 Mark. Der Sklave wird im allgemeinen recht gut behandelt, bekommt Essen und Kleidung und hat für seinen Herrn Feldarbeit zu leisten oder die Kamelherden eines Scheichs zu beaufsichtigen. Manche haben es sogar zu besonderen Ehrenstellungen gebracht, sie werden Berttaute ihrer Herren, Minister, eines Sultans, denen sich sogar freie Menschen fügen müssen. Mokka, dessen weihe 5)äuscr wir jetzt an der.trostlosen Küste aufsteigen sehen, ist heute nur ein Platz des Sklavenhandels, denn gerade hier verbietet der völlig versandete Hafen und ein wirres Labyrinth von Korallenriffen, größeren Schiffen, sich allzunahe heranzuwagen, so daß die Sklavenhändler, die geeignete Landungs- plätze für ihre Daus wissen, einigermaßen sicher landen können. Jetzt, da die prachtvollen Fassaden blendend weiß vor unseren Augen in der glühend heißen Sonne auftauchen, können wir es glauben, daß hinter den kahlen Gestaden ein lebendes Volk wohnt, das seine zauberhaften Städte schon zu der Zeit baute, als Europa noch ein wüstes Land war. Doch heute ist auch Mokkas Zeit vorüber. Denn hinter all der Pracht, die uns die Fassaden glän- zender Paläste versprechen, ist nichts als Schutt und Steine ge- blieben, die meisten Häuser sind zerfallen; wo früher reges Leben herrschte, wo einst Händler aller Herren Länder ein und aus gingen, häuft heute unausgesetzt der Sturmwind seinen Wüstensand auf trostlose Trümmerhausen. Nur Sklavenhändler landen heimlich ihre Ware, um sie Ins Innere zu verkaufen. Dos größte Lastauto der Welt befindet sich in England. Für feine erste Fahrt durch London muhte die besondere Erlaubnis der Polizei eingeholt werden. Di« Steuerung befindet sich hinten im Wagen, wo der Führer von einem vorn sitzenden Auslugswann telephonifch seine Weisungen bekommt. Hinte» auf dem Wagen steht mit Riesenbuchstaben:„Sie befinden sich hinter dem größten Lastauto der Well! Vorsichtig fahren!" Ein ZOOjähriger Birnbaum. In Amerika gibt es einen Birn- bäum, der im Jahr« 1632 von dem Gouverneur John Endicott in der Gegend von Denvers in Massachusetts gepflanzt wurde und noch jetzt, nach S00 Jahren, reiche Ernten trägt. Mittwoch abend 20 Uhr, Sing- nOltGrmanll spricht Theater, Lichtspiele usw. Sfaafs Theater Mlüwod», den IS« November staatsoper Unter den Linden 19 Uhr P a r s i ff a I SlaatLStospielhaiis Pisümoiniirld. 20 Uhr Wallensteins Tod Schiller-Theater Qiirlottiiibiirj. 20 Uhr Das HQrnbergisch Ei pi. Aza HEUTE BUSSTAG 6 und S18 Uhr DAS DREIMÄDERLHAUS Mu>lk n*ch Pran« Schubart Theaier im AdmtralsDalast lleuts tiiitig uoi) Tofm- srnintsg gesdilonn sonst täglich SV» U Die Dubarir mit Cltta Aipar Preise v. 0,50 M an nietropoi-Ttieater Heute Bußtag 4 und 8V. Uhr Das Land des Lächelns sonst täglich SV, L. Die Blume von Hawai Preise von SO Pf. es GROSSES SCHAUSPIELHAUS Wegen Votbereitung aurMax- Rcinhardt-Insxenicrung „Hottmann« Erzählungen" bis einschl. 26. Novemb geschlossen Premiere: 27. November. Inlemalionales Theater tKIcincs Theater) Unter den Linden 44. Heule gesdilossen! Morgen 8 Uhr: Premiere; Anentanz von Vera Bern. Regie:. Philip Manning mit Hedwig tVangcl u. H. Ad. Sehlettow. Stadt. Oper Charlotlenburg Sismarckstraße 34 Mittwoch, 18. Nov. Turnus I Anlang 20 Uhr FSdelio Ende 22 30 Uhr mmm* epnugun� Kestaiibm Berlins! BETRIEB* K KEMPIHSHIV* sv» uhz CASINO-THEATER»1/» m». Lothringer tirage 37. IlMWHWIimilMllilllllllllllllilMMIIIIIIHiKilllMIIIINIIMnmtfnntl Heute oesdilossenl Ab morgen täglich SV. Uhr WecHer-Friize Volksstück mit Direktor Hann Berg; dazu das honte Novcmbcr-Progr. Gutsche in 1-4 Personen. Patketr nur 50 Pf. Fauteuil 1.— Mark, Sessel I.SO Mark Reichshallen-THeater Heute Keaelilossen! Ab morgen täglich Abeods 6 Uhr, Sonntag nadimittag 3l/2 Uhr Stettiner Sänger Die neue Burleske „Oer arme Kasemir" Hadimittags halho Preise,»olles Programm! WM I»MI Heute und Totensonntag S Uhr Kabale onil liehe Regie; Mai Reinhardt. VolKsbUhne Theater am BUlovplalz 8 Uhr Der drttne HaKadu Der KamiDersauoer Staad Sdiiller-Ihoafer 8 Uhr Das Nürnbergisifi El Theater desWestens Morgen v.J Uhr Premiere Der Yogelhändier Ahler«, Jbken, Hör f»n. Carola, PHem PrtittiPiätze».5aPl.an Planetarium — am Zoo—— Tägl. außer Montag 3 und 7 Uhr Ifalienllim 5 und 9 Uhr Mai Hntvich: Fllmvorir. „Tanger-Tripolis" Die Komödie 8 Uhr Georges Bakianofff Arien i. Lieder am Flügel; I. Slraslogcl. Preise: M. I.- bi« 6.- Kurlürsienfiamm- Tboater Heute geschlossen. Sonst täglich SV, U. von Ilse Langner Reg. Ludwig Berger TlltMi; AgnetStraub Aua: di neiden! s�Luftntfai-Tii AllcJako6sir.30.32 Meute Bußtag 4 und 8 Uhr Flamme von Hans Müller mit Christi Storni UutsdL Pirk.-Faiil. 1.— Sonnabend 4 Uht Sinse u. Greltl Allen Freunden und Bekannten die traurige Naeh- richt, daß meine liebe, trousorgende Pflegemutter Frau Alma lohn nach schwerem, mit vieler Geduld ertragenem Beiden sanft entschlafen ist. PrltS KrdCkol« Berlin, den 17. November 1931. Badstraße 41. Die Einäscherung findet Sonnabend, den 2J. November, abends 8 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Vj0S* JUERGENS Alexanderplalz Neu« Kinlgttr, 43 Statt Karten. Am Sonntag, dem 15 November, verschied unerwartet mein inniggeliebter Mann und unser guter Vater, der Geschäftsführer Fritz Pauligk Im 48. Lebensjahre. In tiefer Trauer Martha Pauligk und Kinder. Erkner, den 17. November 1931, Schützenallec 49. Die EinSscherung findet am Donnerstag, dem 19. November, I9V- Uhr. Im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraßc, State «»«»SNOG-: 5p Unserem tränen, nie schwaw j: keitben Samplgefaijctcii> Heinrich Linke ?(Eietü ietflt. 6. zum heutigen 2öJSl|r. Parteijutiliuim Srutz und Am • eefennuttfl. g. Mehrere®en der 20. Abt. ÄsssNZAA»« eeseee Waldparzellen 9Iiid) ohne Anzahlung. Direkt nnm Eigentumer: Sofort. Dauerlaufe. o.Bauzwang.»elneWertzuwachast. ZI. Monatsraten, im o. I,2S an SleHong JalM" Um% nahe dem e ragen geeleuer See 80 Minuten vom Bahnhof Kdnigswusierhauscn Kurz not Dorf Senzig am Wald- weg. der zur Siedlung führt: grohe» Schild! Fahrzell notn Borllg.Bhf. fei» ztünigstotisterhausen 40 Min., Siedlerkarte 80 Pf. lül.Krallvvvr. Wi Solmsstr. 37 Tel. Bergmann 270. Täglichen Verkauf in der Siedlung Venfaufs-BUrn: Tel. ttgow. 821 Auskunft auch Im Restaurant „Waldesruh". Inh. Richard Bock. Paneigmsenetiialt-VergDDSlg. Vom 17. bis 23. November Willy Forst, Trudev. Hol o, 6. GrUndgens. Roda Roda, A. Pointner usw. Im BOhnentoll: Joseph Plaut Deutschlands Vortragsmeister und weitere Atti aktlonen Theater am Nollendorfplab CienclilonHvn! Freitag, 7". Uhr Premier« Gasparone Margret Pfahl, Michael Bohnen, Leo Sler.ak, Entmy Sturm- Rose- Theater CrtSe Fnstfertlr Stnh 132 Iii. Wcldtul C 7 3422 CW�schloeMen. Leipziger Strasse? 122-�3 o-'�=fS5a�;tri a Tasse| j| AUF WUNSCH BEI TEILZAHLUNG IRATE ANFANG JANUAR| DeoisditrlüMaMcr-ileH AdtmiOl Sditnnit! Auto- ond Motorensdilomr! Donnerstag, hau 10. Jtoocmher, abeabs S Ahr, im Decbanbsbaue, Cintenflr. 03 83, diagang Slfäffec Strohe 86/88, Saal IV, 4 Treppen Tollversammlung aller Aulo- and Flasdiinen- sdilosser, der der Inlereuen-Gcmelnsdiaft engadUoeoeeen Betriebe Tagesordnung Bericht oon den stattgefunden en Lohn- oerhondtungen. Ohne Mitgliedsfeuch keinen Zutritt. Es Ist Pflicht, oller Zkollegen und Rolleglnnen, 0N diefer Bersammlmig leth zunehinen._____ VenvallunösmUdUeder! Am Freitag, dem 20. November 1831, abend» 7 Ufer, Sitzung der Mittleren Ortooerwaltmig. Dir Grlsvarevaltnag. W! Uff Du fch'öne Böden haben vNimm nur fc(yA Pmit dem Raben Mit Wertmarken! Am 14. Rooember. abends 8 Ufer, oerltarh nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, Bater und Onkel, der Restauratenr Jobannes Zastrow Im 71. Setcnsjofer. Berlin, Eiden aer Strotze Z2. Die leauernden Hlnlerblik denen: Anna Tesfracr geb. Voigt Ann! Wlldegas« aU Tochter Helene Müller als Nichte Die Sinälcheeung findet am Sonn. abend, dem 21. November.>4 Uhr, an ttrematormm Daumschulenweg statt. SPD. 44. Abieilang. Am 16, November verstarb unser Senosse Paul Hanke Mariannensiratz« 17. Di« Sinäschernng findet am Frei. tag. dem SO November, 14 Ufer, im Krematorium Baumschulemneg statt. - Rege Beteiligung erwartet VI!' Di« AJbteHau&sleUund iealsäier Melallsriieiter-irerliand VervalhmgMtellc Berlin Nachruf Den Mitgliedern zur Nachricht datz unser Kollege, der Eünler Emanuel Weps geb 25 Marz 1861, am 6. Rooember gestorben ist. Di« Einäscherung hat bereits statt» gesunden. Ehre seinem Andenken! Dt« Drtsvervreltang I kommen Sie zu mir; trotz billigster Preise garantiert unverschnlttene, selbst importierte Süd- und Bordeaux-Weine, erstklassige, selbst hergestellte Spirituosen aller Art. feinste, echte deutsche Dessert-Obstweine. Ich biete an: Tafel-Aquavit und Nordhäuser Branntwein... Liter 3.20 Prima Weinbrand-Verschnitt»"Stern...»,„ 3.60 Echter deutscher Weinbrand„Masue".....„ 4.40 Feinster Jamaika-Rum-Verschnltt 38%...... 4.46 Extra feiner Jam.-Rum-Verschnltt, ca. 45% Teerum. 5.20 Jam.-Rum-Verschnitt, die Qualität, ca. 55% Teerum„ 6.26 Echte Edel-Liköre, Qualität.......... Vi Fl- 2.66 Extra feine Edel-Liköre bis 38%. Liter 5.20,% Fl. 4 OS Unverschnittener Tarragona, eigener Import, Liter 1.20 ,, Malaga,»,>,„ 1*35 „ Griechenwein,„ mm 1.40 « Insel Samos,„ mm 1.80 Douro Portwein,„mm 2. SO Span. Rotwein,„„ I.OO Achtung: 1 Liter enthält ca. Vi» Liter mehr als eine Vi Flasche Preise ohne Glas Echter Ital.Vermouth, eigener Import, f. den Magen. Liter 1.16 Echter Pepsinwein, für Kranke........ Vs Ltr. 1.28 Prima WelOwein„SÜOkind Spezial".....% Fl. 0.65 Liebfraumilch, Niersteiner........... Vt PI O.SS Echte rote Bordeauxweine, eigener Import Vi PL v- 1 60 an Echter weißer Bordeaux, süß, eigener Import% FI. v. 1.25 an Feinste Dessert-Obstweine, süß...... Liter v. 0.72 an Direkter Verkauf vom Paß— Kostproben gratis Beste Bezugsquelle für Gastwirte und Kantinen. BERLIN: N. Brunnenstraße 42 N, Müllerstraße 144 N, Chautseestraße 76 O, Koppenstraße 87 N, Prenzlauer Allee 50 O, Petersburger Str. 42 SO, Grünauer Straße 15 SO. Köpenicker Str. 121 W. Martin-Luther-Str.86 Steglitz; Schloßstraße 1 21 Lankwitz;Charlottenst.34 Chtrlottenburg: Wilmersdorfer Str. 157 Neukölln: BerlinerStr.12u.HermanBitr.27 Sehöneberg: Kolonnenstraße 9 Oberschöneweide:Wilhetminenhofstr.40 Moabit: Gotzkowskystraße 31 Moabit: Wilsnacker Straße 25 Spandau: Potsdamer Straße 23 Wei Bensee: Berliner Ades 247 Tempelhof: Berliner Straße 152 Pankow: Wollsnkstraße 98 Lichtenberg: Wismarplatz 1 Reinickendorf: Markstraße 45 immwbSSSS EIN G.W. PABST HEUTE: 5 7 9" MORGEN 7. 8Ü. VORVERKAUF 12-2 FERNSPRECHER: BARBAROSSA 7068 Herren-Artikel Strickwaren Bett- u. Leibwäsche Betten/ Bettfedern JOnglings- und Knaben-Kleidung Backfisch- und Mädchen- Konfektion beispiellos billig auf bequeme TEILZAHLUNG zu kulantesten Zahlunssbedinsungen des* BRUNNENSTRASSE 197 KOTTBUSER DAMM 103 W8LMERSDORFERSTR.165 \ Fernsprechamt Dermsdorf mit Gelbsianschluß. In der Nacht zum S. Dezember wird die Vermittlungsstelle mit Sclbstanschlußbctrieb Dermsdorf mit dem Rufzeichen„V 7" in Betrieb genommen. Sie ubernimmt einen Teil der Anschlüsse der Vermittlungsstelle mit Handbetrieb Tegel. Es empfiehlt sich, vor jedem Anruf eines Teilnehmers der Vermittlungsstelle Tegel im Fernsprechbuch nachzusehen, ob der Teilnehmer etwa zur Vcrmitt- lungsstclle Hermsdorf umgeschaltet worden ist. Im Zusammenhang hiermit wird auf folgendes aufmerksam gemacht: Die technische Eigenart des Selbstmischlußbetriebcs bedingt es, daß die Nummern der Tcilnehmcranschlüsse in Berlin sich immer aus vier Ziffern zusammensetzen. Dabei kommt der Null dieselbe Bedeutung wie jeder anderen Zahl von 1 bis 9 zu, auch wenn sie an erster und zweiter Stelle steht wie beispielsweise in den Num- merg 9363 oder MSI. Diese Nullen müssen in allen Fällen mit- gewählt und bei Anforderung solcher Nummern der Vermittlungs- bcamtin mit angesagt werden. Das ist noch nicht immer beachtet worden. Einsam geendet. Gerüchte von einem Verbrechen waren am Montag im Westen Berlins verbreitet worden. In einem noch nicht fertiggestellten Billenneubou an der Heerstraße, in der Nähe der Romintener Chaussee, wurde die Leiche eines zunächst unbekannten Mannes gefunden. Der Tote ist jetzt festgestellt als der S4 Jahre alte wohnungslose Wanderbursche Paul Kroll. Der Arzt untersuchte den Toten und erkannte, daß der Mann an einer schweren Krankheit gelitten hat. Von Schmerzen geplagt hat Kroll vor einigen Tagen schon den Neubau, auf dem nicht mehr gearbeitet wird, betreten, um Schutz vor der Witterung zu suchen. Im Keller ist er dann einsam gestorben. SO Jahre Lehrter Bahn. Die ehemalige Berlin-Lehrter Bahn, heute ein Be- standteil der Strecke Berlin— Hannover— Köln, besteht gerade jetzt 69 Jahre. Nach Ueberwindung von mancherlei Schwierig- keiten war der Bau der bereits 1863 angeregten Linie 1868 von der„Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft" begonnen und im Herbst 1871 vollendet worden. Auf Wunsch der preußischen Regierung wurde gleichzeitig die Zweiglinie Stendal— S a l z w ed e l erbaut. Diese konnte bereits am 15. März 1879 eröffnet werden. Es folgte dann die Betriebserösfnung des Strecken- abschnitts Spandau— Stendal— Gardelegen der Hauptlinie am 1. Fe- bruar 1871, des Abschnittes Berlin— Spandau und des zweiten Gleises zwischen Spandau und Stendal am 15. Juli 1871 und schließlich des Schlußstücks Gardelegen— Lehrte am 1. November 1871. Zunächst wurde nur der Güterverkehr, am 1. Dezember 1871 aber auch der Personenverkehr aufgenommen. Seit 15. Fe- bruar 1872 verkehrten auf der Lehrter Bahn auch Schnell- züge, für die sich die Fahrzeit zwischen Berlin und Köln um nahezu 2 Stunden beschleunigen ließ. Lotterie des Proletariats. Es gibt nur eine Lotterie in Deutschland, die die Lotterie des Proletariats ist. Alljährlich veranstaltet der Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt seine Weihnachtslotterie. Von Jahr zu Jahr ist ihre Beliebtheit wegen der Billigkeit der Lose und der guten Ausgestaltung des Gewinnplans bei den breiten Volksmassen gc- . stiegen. Die Lose waren jedesmal sämtlich ausverkauft. Mit einem einzigen Los zum Preise von 59 Pf. winkt dem Glücklichen einer der beiden Hauptgewinne von 29 999 Mark. Dazu kommen nach zahlreiche andere Gewinne von 15 999 Mark bis zu 2 Mark. Im ganzen schüttet die Arbeiterwohlfahrts-Wechnachtslotterie G e- ••'*"-" �""—raus. Jeder Ar- „der kleine Mann" wsiine für eine halbe Million Mark aus. Jeder Ar- beiter. Angestellt«. Handwerker, Beamte, kurz„der kleine Mann" spielt künftig, und insbesondere in diesem Jahr nur in der Weih- nachtslosterie der Arbeiterwohlfahrt. Die Losverkaufsstellen werden überall, insbesondere in den Warenhäusern, den Ladenverkaufs» stellen und den Warenhäusern der Konsumgenossenschaft, bei den der Gewerkschaften eingerichtet. Etrweitermtg des billigen Sonnabends im Zoo. Mit Rücksicht auf die kurzen Nachmittage im Winter hat die Leitung des Zoologischen Gartens beschlossen, die von weiten Kreisen der Bevölkerung begrüßte Ewrichümg der beiden billigen Soim- abende im Monat zu erweitern, und zwar beträgt an den billigen Sonnabenden bereits von12UhiiMlttagsab(statt wie bisher von 2 Uhr nachmittags ab) der Eintrittspreis in den Zoo für Er- wachjene 59 Pf., für Kinder 25 Pf-: dieselbe Ermäßigung gilt für das Aquarium.___ Aus der Partei. ».Marxistische Tribüne." An Stelle des„Klassenkampf", dessen Herausgeber— Seyde» witz, Rosenfeld und Ströbel— nicht mehr der Partei an» gehören, hat die E. Laubsche Verlagsbuchhandlung soeben das erste Heft einer Halbmonatsschrift„Marxistische Tribüne" er» scheinen lassen. Es bringt Beiträge von Kurt L ö w e n st e i n, Karl B ö ch e l, F. P e t r i ch, A. G u r l o n d, Fritz C r o n c r, G. E. Graf und Kurt Laumann. In einem programmatischen Auf- satz von A. Gurland wird eine, /kritische Haltung gegenüber der stark resormistisch beloutxn Gegenwartspolitik der Sozialdemokratie" an- gekündigt, ober jedem„selbstmörderischen Bruderkrieg" eine schnei- dende Absage erteilt. Nicht darum handele es sich, irgendeinen organisatorischen Zufallssieg zu erkämpfen, sondern dannn, die Massen zu revolutionieren und zu aktivieren auf dem Boden der Partei l Die Tagung des Preußischen Landgemeiudeverbaudes findet am 21. November in Berlin im Reichswirtschaftsrat statt. Die an dieser Tagung teilnehmenden Parteigenossen treffen sich am Sonn- abend, dem 21. November, bereits um 8>s Uhr, zu einer wichtigen Vorbesprechung im Preußischen Landtag, Berlin SW. 11, Prinz-Albrecht-Straße, Zimmer 7(Obergeschoß). Der pünktliche Besuch dieser Sitzung ist Pflicht eines jeden Partei- genossen. Kommunalpolitische Zeulralstelle beim parieivorstand(SPD.). Sport. Hennen zu Strausberg am 17. November. 1. Nennen: 1. Hauptmanns Schwester(W. Murphy): 2. Eiland; 3. Hunding. Toto: 51: 10. Platz: 14, 14, 13: 10. Ferner liefen: Lcdum, Borgia, Till Eulenspieqel, Morgenrot. San Marco. 2. Rennen: 1. Hol'. Gulden(Müschen): 2. Trumpstönig; 3. Lohland. Toto: 84: 10. Platz: 25, 18, 24: 10. Ferner liefen: Kricgsspicl, Fasncr, Randglosse, Patras, Kern, Eilbrief, Ncgus, Taupcrlc. 3. Rennen: 1. Blankenstein(Hanser); 2. Garde: 3. Prinzessin. Toto: 74:10. Platz: 27, 16, 23: 10. Ferner liefen: Königssonnc, Limpurg, Wanda, Hyksos, Aurelian, Cyklop, Anker. 4. Rennen: 1. Rote Nelke(W. Wolsf): 2. Fastist: 3. Kermak). Toto: 22: 10. Platz: 13, IS: 10. Ferner liefen: Postmeister, Jnstructor, Manfredia. S. i_________......„......___________________ Platz: 10, 10, 10: 10. Ferner liefen: Marcion, Persea, Freiwilliger, Comet. 6. Rennen: 1. Barfuh(Buschke): 2. Girigar« XVl; 3. Signora. Toto 13: 10. Platz: 11, 12: 10. Ferner lief: Dorado Ik. Rennen: 1. Zarenlind(Wolfs): 2. Mika�3. Paroli. Toto: 24:10. : liefen: Mar' Allgemeine Wetterlage. Das Gebiet tiefen Druckes, das gestern über Polen und West- rußland lag, ist nach Westen gezogen, hat sich ober wesenttich ver- flacht. Am Dienstagabend befand sich fein Kern etwa über dem östlichen Pommern und der Grenzmark. Es hatte den meisten Gegenden Nord- und Ostdeutschlands leichte. Regenfälle gebracht. Die Temperaturen lagen am Dienstag in den meisten Gebieten noch tiefer als gestern. Im Durchschnitt wurden 5 Grad erreicht. Nur die oberrheinische Tiefebene war mit 19 Grad wieder wesentlich wärmer. Das erwähnte flache Tief wird sich weiterhin langsam nach Westen bewegen. Wetterausjichlen für verlin. Weiterhin meist trübe, nur un- erhebliche Niederschläge, Temperaturen wenig verändert, schwache Luftbewegung.— Für Deutschland: Größtenteils ziemlich trübes und ruhiges Wetter; im Norden des Reiches unbedeutende Nieder- schlage, im Südwesten tagsüber kühler. awl-ndu»ge» für diese Rubrik sind Berlin SB K8, Lindenstrotze 3, Groß-Berlin stet« an da» Bezirkssekretariat 2. Hos. 2 Treppen recht», zu richte» Zum Notopfer für die Erwerbslosen wurden van der Fraktion der TPT. im preußischen Statistischen Landesamt 190 M. an die Bezirkskasse abgcfiihrt.— Allen Spendern hierdurch herzlichen Dank. I. A.: A l e x P a g e l s. Beginn aller Veranstaltungen 19%. Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! Heule. Milkmoch. IS. November(Bußtag). ftrri«. Unsere iScnossrn und Eenossinne» treffen sich heute um Uhr im Kino„Tipoli" beim Film„Das keimende Lcden". Abt. Zufammenlunst der jüngeren Parteigenossen, Restaurant ltlabe, Sandjerystraße, um 20 Uhr. Genosse Gnrrewitsch:„Krieg im Fernen Osten?" Abt. Junge Genossen: 20 llhr Repolutionsfcier im Jugendheim Bcrgstr. 2!t, Saal. Morgen, Donnerstag, IS. November. Kreis. Deutscher Freidenter-Derband. Gruppe 1 und 2: Im Rasenthatcr Hos, Rosenthalcr Str. 10— ll, Lichtbildcroortrng:„Mutter Madonna". Gäste Haien Antritt. Krei». Kreismitgliederversammlung in der Kochschnlbranerei, See- Ecke Amrnmer Straße. Lichtbildervortrag:„Australien, das Aukunstsland, und mir". Vortragender: Karl Handrnä. Mitgliedskarten find am Saalcingang hinterlegt. Keei«. 19% Uhr beginnt in der Schule Danzigcr Str. 23«in neuer Kursus. Dr. Brun» Rcumann spricht über„Wirtschaslskrise und»ssentliche Finnn- ze»'. 4 Abende. Recht starte Beteiligung erwünscht. Kreis. 20 Ah«, Gcsellichaftshans des Westen», Sanptste. 30— 3l, Gruppen» »cranstaltung de» Deutschen Frcidenkervcrbandes der Stadtgrnppe 2 (Schiincberg). ll. a.: Lichtbildervortrag:„Die neue» Heiligen", Rrzita- tionc» der Frauen Rnder-Großmann, Martha John. Abt. 20 Uhr Ausspracheabend bei Stenzel, Schwedenstr. 13. Thema: „Welche Bücher lesen wir?" Abt. Die Genossinnen und Genossen beteiligen sich an der Filmvcran- staltung der Konsumgenossenschaft in der Klcistschnle, Levetzowstr. 1— ä. Einlaßkarten sind in den Konsumverkaufsstellen erhaltlich. Eintritt frei. Abt. Die Srüudungsscicr der Freien Turncrschast, Abt. Lichtenrade, findet nicht, wie schon angegeben, am Freitag, sonder» bereits schon am Donners» tag, 10. November, im Lokal Dchlam, statt. Abt. 15 Uhr: 5. Rachmittagsveranstaltung lür erwerbslose Parteimit» aliedcr und deren AngehSrigcn im Senosscnschastshau«, Melanchthonstr. 03. Außer dem bekannten Programm um Ahr Vortrag des Genossen August Riemann. Abt. Im Türkischen Zelt, Breite Straße, Sitzung der Bczirlsführer mit der ...... Unbedingtes(Etr 1». 81. 02. I. 3. ». 11. 20. 33. 83. 124. 129. Arbeiterwohlfahrt. fragen. Heine»' ist nötig. Ilnicrstützungs» Aceitag, 20. November. 14. ?. 30. 128. 28. 1. 20. und 8: Mit- aliedcrversammluna in den Atlantic-Sälen,«ahnhos Gesundbrunne». Rc- fercnt Genosse Fischer. Rezitationen Genossin Friedet Hall. Mitgliedsbuch legitimiert. Parteigenossen als Gäste willtommr». Kreis. Pünktlich 19 llhr Vollsitzung der Ordner, 20 Uhr erweiterter Kreis- vorstand bei Krüger, Grimmste. 1. Kreis. 20 Uhr im Lokal Schellhase, Stealitz, Ahornsir. 15a, wichtige Per» sammluag alle« neue» Parteigenosse«. Reserentin Genossin Käthe Kern: „Die Grundlage» unserer Partei". Alle Genossin»«» sind besonders ein- geladen. Kreis. 19 Uhr Sitzung des engereu Kreisporstandcs mit den Abteilungs- leiter» im Parteibüro.' Abt. Lokal Borsigstr. Zlb, Diskusstonsobend der jüngeren Parteigenossen. Dr. Gerhard Suckow:„Partei und Agrarreform". Abt. Funktionärsitzung bei Pohst, Lnchcner Str. 103. und 129. Abt. Arbeitsireis junger Parteigenossen: gnsammenlunst 20 Uhr Im Lokal Veeliner Str. 98—99. Georg Decker:„Das Birtschastsprogramvi der RSDAP." Abt. Voranzeige! Mittwoch, 25. November, 20 Uhr,>» den Berolina Fest. säten, Schönhauser Allee 23, Sozialistischer Abend. 40 Minuten politisches Kabarett. Bortrag von Dr. Karl Schröder:„Aufruf zum Soziasismus". Mitwirlende die„Roten Rebellen" und SA?. Karten für 20 Pf. bei allen BezirksfÜhrcrn. Frauenveranstaltungen. Kreis. Heute, Mittwoch, 18. November, im Jugendheim Rasinenstr. t, wichtige Funttionärinncnschung. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. Kreis. Freitag, 20. November, im großen Saal der Pharus-Sälc, Müller- straße 142, Werbeveranstaltung unter Borfübrung der Filme„Lohnbuchhalter ftremle" und„Girgenti". Ansprache der Genossin Adele Schreibe:- Krieger, M. d. R. Karten zum Preise von 30 Pf. sind bei alle« Ab- teilungsleiterinnen zu haben. Bezirksausschuß für Arbeiierwohlsahrk. 1- Kreis»itta. Freitag. 20. November, Dlumenstr. 88, Aufaang 8, 1 Fr„ 8. Kursu,aS»nh. Di« Genossin Aenne Weiber spricht über„Aufgaben Uno Durchsühruna zur B-kämvsung der Geschlechtskrantheiten". 8. Ztrel» Wedding. Donnerstag, 19. November, 19 llhr, 2. Kursusabevd im Schrader-Saal, Malplaguetstr. 14. Genossin Dr. Rosenfeld spricht über„Straf- entlassenenfürsoroe". 20. Zlre!» Sleinickenbars. Freitag, 20. November, in der neuen Schul« Wittenau, Hauptstr. 13, 3. Kursnsobenb. Genossin Ken:„Auswirlungen der Notverordnung auf die Wohlfahrtspflege". Sozialistische Slndeuieuschafl Berlin. Fnuktiovärsitzung Freitag, 20. November, 14 Uhr, im Biini). Das Erscheinen aller Funktionäre ij? Pflicht. Arbeilsgemeinschaft der Sinderfreunde Groß-Berlin. Porckstr. 11, an: .„Winterlieder". Leitung: »offmann und Rudi Barthel. Keeistasstererlonsire», am Mittwoch, 25. Mitte: Der„Rot- Kaspar"....... M weltlichen Schule Auguststr. 87 »ks Schöneberg: Unsere Eltcrnversammlung findet am Freitag, 20. November, 20 llhr, in der Hohenzollern-Schulc, Pelziger Straße, statt. Die Gruppen Hermann Müller. Lichtcnbcrg.Rord: Heute, Mittwoch, Fahrt nach SZildparl. Treffpunkt 8 Uhr Phf. Frankfurter Allee. 90 Pf. mitbringen. Helfersingestunde im Bezirksamt»reuzbcrg, eitaq, 20. November, 20 Uhr. Thema: November. heute, 17 Uhr, in.Jet Aula der Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 23. Abt. Unser Genosse Hans Walter, Transvaaler Str. 14, ist am 14. Noveinber verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Berlin O. 112, Blumcnthalstr. 22, verstorben. Lschcrung hat bereits stattgefunden. Ehre seinem Andenken! Ein» ,n lMis ousgesuchf und mit besonderer Sorgfalt anprobiert werden, denn Kinder wissen ja nie, wo sie der Schub drückt. Jetzt in unserer billigen Kinder-Woche kann unser geschultes Verkaufspersonal Sie sorgfältig und zu Ihrer vollsten Zufriedenheit bedienen. Sonder-Angebote in kräftigen schwarzen und braunen Winterstiefeln, doppelsohligen Stiefeln, warmen Hausschuhen, Schnallenstiefeln, Wellington-Ueberschuhen und Kinder-Strümpfen. Kinder-Spielplätze, Weihnachtsausstellung u.Weihnachtszugaben! Auf Klnder-Schuh- Reparaturen in dieser Woche 10«/» Rabatt. / iWSozialistischeArbetterjugendGroß-Verll'n Einsendungen für diese Rubrik mir on das Iugendfeirelarial Berlin EW 6S, Lindenstraße S Abieilungalciier! Reicht umgehend da» Dezember-Programm für unser „?ugend voran" ein. Streichorchester Groß-Berltn, Eruope Lichtenberg! Donnerstag, Ig Uhr, Probe beim Genossen Köllns, Friedrichstr. 56, vorn 2 Tr, B,.A,-Sitzung Donnerstag, Itzsh Uhr, im Vortragssaal de» PV. heute, Mittwoch. Ig'n Uhr. (hciundbruanen II: Christianiastr. 38: Dolitisch-satirischer Abend.— Reu- toHn.VH: Lergstr. 29, Raum 1.— Reu-Lichtenberg: Gunterstr. 4-1; Heimabend. 19 Ilhc Wassertorstr. 9. Werbebczirk Tempelhof: 20 Uhr Elternabend bei Pinger, Tempelhof, Dorf- stra»e 52. Eintritt frei. Morgen, Donnerstag. ISVi Uhr. Norden: Lortzing» Ecke Graunstraße:„Arbeiterführer", III.- Arnimplatz: Eonncnburger Str. 26: Funktionärvcrfammlung,— Arnsw-lder Platz II: Rastcnburgcr Str. 16:„Unsere Iugendinternationale".— Falkplatz 1: Sonnen- burger Str. 20; Bunter Abend.— Nordosten II: Dauziger Str. 62, Baracke IN: „Die englische Arbeiterpartei".— Kottdusscr Tor: Urbanstr. 167, Raum l: „Parteiprogramme"(Erfurt, Heideldcrgl.— Hasenheide: Wassertorstr..9; „Humor und Satire".— Südwest: Lindenstr. 4, vorn 1 Tr,:„Rationalisierung und Arbeiterschaft".— Schöncbera III: Hauptstr. 15:„Was ist für uns die VSG. Eharlottenburg: 18 Uhr:„Marxistische Krisentheorie", II. Volksbühne?" Wo steht der Frontsoldat? He«lrAJ>cnd, 20 Uhr, spricht in der Singakademie, Am Fcstungsgraben2 Genosse Karl Höltermann-Magdeburg ober die Frage;„Wo steht der Frontsoldati" Es nehmen weiter das Wort; Major Anker, Lrjidtagsabg. Kuttner, Landtagsabg. Riedel. Redakteur Olden, Dr. Hanbacfa, Dr. Klotz Utt Reichsausschuß für Volksaufklärung ruft zu reger Teilnahme auf Der Frontsoldat steht zur Republik! — Westend: Sportplatz Westend: Arbeitsgcincinschast.— Schoncwcidc I: Berliner Straße 8l: Arbeitsgemcinlchasl, I.— Rcinickeudors-West: Seidelslr. 1:„Staats- lehre".— Schönhauser Porstadt: Sonnenburgcr Str. 29:„Demokratie und Diktatur". Wcrbebczirk Neukölln: 18 Uhr Vorstandssstzung, Ganghoferstraße. Vorträge, Vereine und Versammlungen m Reichsbanner„Schwarz-Rot Gold". Eeschäktsstell«: Berlin S, 14. Seboftianstr 37—88 Hot 2. Tr. Lichtenberg. Die für den 26. November bei Tempel, s�riedrichsfelbe, abends Klubabend wie immer.— Fricdrichsbain(Iungbanner). Donnerstag, 16. November, 26 Ubr, Pflichtturnen in bekannter Turnhalle.— Neukölln- Britz(Ortsvcrein): Mittwoch, 18. November(Bußtag), gemeinsame Beran- stoltuug„Sport und Technik" mit dem Arbeiter-Athletenbund, 4 Kreis, Berlin» Brandenburg, in der Neuen Welt. Saaleröffnung 15 Uhr, Beginn 16 Uhr.— I Rcichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter- blicbcncn, Gau Berlin, Ortsgruppe Norden 14. Dannerstag, 19, Noncmbcr, 26 Uhr, Mitgliederversammlung in den Easino-Festsälcn, Pappelollee 15. Berliner Gesellschast für öfscntlichc Gcsnndhcitspslege c. V. Sitzung Dienstag, 24. November, 26 Uhr, im Hygienischen Institut der Universität Berlin, Dorotheenstr. 28o. Prof, Dr. ssriedderger:„Kur, er Beitrag ,iit Frage der künst. lidicn Beleuchtung von Wohn- und Arbeitsrünmen". Gewerbemedizinalrar Dr. Gcrbis:„Giftgefahren im täglichen Leben". Natursreundc. Abt. Prcn, lauer Berg. Donnerstag. 19. November, 26 Uhr, Altersheim Danzigcr Str. 62, Baracke 2, Vortragsabend über: Die soziale Bedeuturttz der Franentrankheiten". Referent ist ein Eozialarzt für Frauen- krankheitcn. Der Eintritt ist frei. Sozialistischer Esperanto-Bunb. Freitag, 26. November, 18')— 26 Uhr, in: Sitzungssaal des Mctallarbeiter-Vcrbandshauses, Elfässer Etr. 86,„Tradukoj el germana lingvö." Bund Entschiedener Schnlrcformer. Oeffentliche Versammlung am Montag, 28. November, Igl,ß Uhr, in der Schule Kodistr. 18 sgeichcnsaai). Es lvridu Nclly Wolffhcim über„Psychoanalyse und Kindergartenpädagogik". Jedermann eingeladen. Eongiellow Engllsh Debatlng Club, Bülowstraße 104, heute abend 8 Uhr spricht Mrs. Brayn über„China past and present". „Der Weihnachtsmarkt." So betitelt sich bie große Welhnachtsgeschenkeschau der Firma Raddatz, Leipziger Str. 122— eine Schau, die in Tausenden von Geschenken Anregung für jedermann zum Wcihnachtsfest bietet. Die Aus. steUung ist eine Sehenswürdigkeit selbst füt unsere verwöhnten Großstädter, um so mehr, als sie mit einem weihnachtlich ausgeschmückten Erfrischungsraum verbunden ist, in welchem jeder Käufer während der Eröfsnungstogc tostrnlos Kaffes und Kuchen zur Erfrischung erhält. ,nzerbrechl!ch F/n Druck � cferHafter /schwarz, farbig Angeste/ite.. Gold und Silber Vielschreiber« I Größtes Lager G o idfin kQro ß Q t50 Werbe- Halter i ■ Öofdflnk 1 Liebling� Reparatur Afte Ha/ter nehmen zu fnednehsfr. 7i. /