BERLIN Zrettag 20. November 1931 10 Bf. Nr. 544 B 272 4». Jahrgang Erscheiattäglich außer Sonntag«. Zugleich ilbnidioigab« hti„SJurmörd*. Bt-ugspreis für beide U u i g d( c n sz Pf. pro Woche, 3,80 M, pro Mouot (da»o« 93 Pf. monatlich für Znstellung in« Han«) im voran« lahldar. P o si b e> n« 4,32 M, einschließlich 80 Pf. Postieitimg«, und 7? Pf. Pvstdrstellgedührr». XaieCf(■prcil: Die einspaltige N-mp-reill-l-tle«> Pf., Reklameieile 3 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheeklouto! Borw»rt«-B-rI-g G.m.b.H., Berlin Rr. 37338.- Der Verlag behält sich da« fÄtdit der Ublehnung nicht genehmer Anzeigen vor' R«d«»t«e» und Expedition! Berlin SW8S, LindenOr. 3 Fernsprecher: Dönhoff<�7> 292- 297. Banköirektor Geistert gesiohen Trotz polizeilicher Lleberwachung seiner Villa I» Zusamdmenhaua mit itv Zahlungseinstel» lunft der Berliner Baut für Handel und Grundbesitz ist von der Staatsanwaltsrhaft 1 Berlin gegen den Bor» stand Seisfert ein Ermittlungsverfahren wegen Bilanzverschleierung, Kontursvergehens und ab- sichtlichen Handelns zum Nachteil der Gesellschaft ein- gleitet worden. Die Geschäftsbücher der Bant sind sichergestellt. Seiffert ist nicht aufzufinden. Die Staats- anwaltschaft hat die Fahndungsmatznahmen eingeleitet. Der Zusammenbruch der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz hat durch das Verschwinden des Haupt- schuldigen, des 43 Jahre alten Direktors Seiffert, jetzt noch eine besonders sensationelle Wendung genommen. Seiffert ist seit - Drei Agrarier streiken. Sie wollen nicht mehr Wirtschastsbeirat fein. Die drei landwirkschastlichen Mitglieder des Mirkschastsbetrates der Relchsregieruug. Präsident Dr. Brandes, der Präsident des Deutschen Laadwirtschaslsrales. Rittergutsbesitzer von Oppen- Danvenwalde. Präsident der Brandenburgischen Londwirlschasls- lammer, und Dr. Haltmaier von der Vereinigung der Deutschen Bauernoereiae, haben seit Donnerstag an den Sitzungen des Wirt- schastsbciralcs der Reichsregierung nicht mehr teilgenommen. Sie haben in einem Schreiben an den Reichspräsidenten diesen Schritt eingehend damit begründet, datz die Arbelten des Wirt- schaslsbeiratcs sich in Einzelheiten und Kleinigkeiten verlören, ohne datz bisher an die Ausgestaltung eines einheitlichen und ersolgver- sprechenden Programms herangegangen wäre. Herrn Brüning haben die Streikenden mündlich unterrichtet. Es handelt sich bei dem Ausscheiden der drei Agrarier in der Hauptsache darum, datz sie eine allgemeine Zinssenkung sür land- wirlschastliche Hypotheken verlangen, hiergegen haben sich die ver- treler der Banken, namentlich der Candschastm und Hypothekenbanken gewandt, die eine weitere Erschütterung des Pfandbrief- und hypothckenmarkles durch ein solches vorgehen voraussagen. gestern aus Berlin verschwunden. Nach den Aussagen seiner An- gehörigen hat er einen Revolver bei sich. Hieran wird nun die Vermutung geknüpft, datz sich S. das Leben nehmen werde. Man glaubt jedoch, datz der Flüchtige, der über einen Auslands- patz verfügt, versuchen wird, die Grenze zu überschreiten. Vielleicht ist ihm das schon gelungen, denn es scheint, datz Seisfert bereits aestern mitlag Berlin verlassen hat. Wie wir erfahren, war die Flucht des Beschuldigten, um es gerade heraus zu sagen, nur durch die Laxheit der Behörden mög- lich. Bereits vor drei Wochen war bei den matzgebenden Stellen die bevorstehende Zahlungseinstellung der Bank für Handel und Grundbesitz bekannt. Aber erst in den gestrigen späten Nachmittags- stunden wurde die Staotsanwaltschast I um entsprechend« Matz- nahmen gebeten. Es wurde sofort«in E rm i t tlu n gs°e r- fahren wegen Bilanzverschleierung. Konkursvergehens und absichtlichen Handelns zun, Nachteil der Gesellschaft eingeleitet. Gleichzeitig wurden sämtliche Geschäftsbücher der Bant sichergestellt. Um ein E n t w e i ch e n des Bankdirektors aus seiner Lichterfelder Villa in der Augustastratze 23 unmöglich zu machen, wurde von der Staatsanwaltschaft I noch am gestrigen Spätnachmittag die Bewachung und Beobachtung des Hauses angeordnet. Leider kam die Behörde mit dieser Maßnahme zu spät. Die Beamten der Staatsanwalt,«lsaft bewachten ein leeres Nest, Direktor Seiffert hatte breits das Weite gesucht. Als heute früh zur Festnahme Seifferts geschritten werden sollte war«r spurlos verschwunden. Die Vermutung liegt nahe, datz schon wenige Tage nach der unumstötzlichen Tatsache der Zahlung?- Unfähigkeit der Bant Direktor Seisfert in Vorausahnung der kommenden Dinge für«ine wohlvorberyetete Flucht gesorgt hat. Die Angelegenheit mit dem Revolver ist doch zu durchsichtig, als datz die Behörden auf diesen Bluff hineinfielen. Jedenfalls sind heute früh durch Polizeifunk sämtliche Polizei- und Grenzstationen von der Flucht Seifferts in Kenntnis Hitlers Tank. Oes Spießers Geistesnacht— ist Hitlers Weg zur Macht! gesetzt worden. Es ist ein Steckbrief erlassen worden. Sollte Seiffert sich nicht schon jenseits der Landesgrenzcn befinden, so dürfte mit seiner baldigen Berhaftung zu rechnen sein. Bor der geschlossenen Bank. Das Hauptgebäude der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz in der Kaiser-Wilhelm-Straße Ecke Spandauer Straße ist seit heute morgen geschlossen, die Gittertür sperrt den Eingang, die Gitterfenster sind Heruntergelasien. Mehrere hundert Menschen haben sich angesammelt und stehen und debattieren noch um die vierzehnte Stunde, dem Äußeren nach zu- meist Hausbesitzer, viele ältere Männer darunter, dann zahlreiche Kleingewerbetreibende, Besitzer von Neinen Gemüsegeschäften oder Posamentierläden. Schutzpolizisten patrouillieren auf und ob, aber sie haben keine Veranlassung, einzuschreiten. Die Geschädigten sind aufgeregt, erbittert, empört, aber sie randalieren nicht. Eine alte Frau weint um ihre 300 Mark, die sie einzahlte. An allen Fenstern ist ein Zettel angebracht, auf dem zu lesen steht- „Unser Institut hat heute die Schalter geschlossen. Die Reichs- regierung hat die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um eine ruhige Abwicklung der Bank zu gewährleisten. Es ist beabsichtigt, die Abwicklung durch die Dresdner Bank vornehmen zu lassen. Die Reichsregierung wird zu diesem Zweck der Dresdner Bank «ine größere Summe zur Verfügung stellen, um mit ihrer Hilfe eine Vereinbarung mit den Kreditoren der Bank über die Art der Abwicklung herbeizuführen. Bank für Handel und Grundbesitz A.-G." Die Menschen lesen es, aber sie glauben nicht daran. Einer meint:„Wo soll denn die Reichsregierung überall helfen? Sie hat doch selber nichts!", und einem Journalisten, der sich die Erklärung der Bank abschreibt, wird gesagt:„Das schenken Sic sich nur! Das ist doch nur alles Schwindel!" Vertraulichkeit und Klagges. Verdächtige Mitteilungen aus der Innenministerkonferenz. Vrauufchweig, 20. November.(Eigenbericht.) Auch die„Braunschweigische Landeszeitung" bringt— offen- kundig auf Informationen von Klagges fußend— Einzelheiten aus der vertraulichen Innenminister- konferenz. Dem Hakenkreuzblatt zufolge ist Braunschweig wiederholt Gegenstand der Aussprache gewesen. Weil Seoering bei der Verurteilung der Terrorakte in einem Atemzuge Nazi und Kommunisten genannt habe, fei er von Klagges„gebührend zurück- gewiesen" worden. Der brminschweigische Innenminister habe Be- schwerd« darüber geführt, daß die preutzischen Polizeibehörden Ihn in seinem„Kampf gegen die Berrohung der politischen Sitten" nur mangelhaft unterstützt hätten. Klagges habe daher in erster Linie jene sozialdemokratische Presie im Aug« gehabt, die die unerhörtesten Falsch, und Lügenmeldungen über die hiesigen Vorgänge am 17. und 18, Oktober verbreitet hätte. Schlietzlich noch hätte ausge- rechnet der jetzige Naziminister auf der Konferenz die Behauptung aufgestellt, in Braunfchwcig sei die Meinungsfreiheit der Beamten besser geschützt als in Preußen.(Die vielen wegen ihrer Zugehörig- keit zur Sozialdemokratischen Partei entlassenen und ge- matzregelten Beamten können ein Liebchen von dieser „Meinungsfreiheit" unter einem Naziminister singen.) Verkehrsprüfung geht weiter. Entscheidung über die Einschränkungen nächste Woche. Die Untersuchung des Polizeiprästdiums über den Umfang und die Tragbarkeit der von der BVG. geplanten Verkehrsein- schränk ungen zieht stch länger hin, als ursprünglich äuge- nonnm-n wurde. Es hat sich die Notwendigkeit herausgestellt, nicht nur jede eiizzelne Linie, die von den Matznahmen betroffen werden wird, eingehend auf ihre Frequenz usw. zu prüfen, sondern auch Feststellungen allgemeiner Art über den Spitzenverkebr bei allen Berliner Verkehrsbetrieben zu treffen und dabei zu mtterfuchen, wie sich bi« Berhältnisie auf den betreffenden Verkehrsmitteln mutmaß- lich nach Durchführung der geplanten Einschränkungen gestalten werden. Dabei muß noch immer betont werden, datz die BVG. in ihrem Antrag, wie er dem Polizeipräsidium vorliegt, von oorichsrein Einsatzwagen und-züge für die Zeiten des Spitzenuerkehrs zum Ausgleich für einzusparend« Linien in Ausficht gestellt Hot, daß sie also nicht, wie von anderer Seite behauptet wird, erst jetzt auf Grund der Prüfung des Polizeipräsidiums dahingehende neue Vorschläge gemacht hat. Die Befürchtungen bezüglich einer weitgehenden Um- fchichtung des Verkehrs von der Straßenbahn auf die U-Bahnen scheinen auch übertrieben zu sein, da in den meisten Fällen die Einsparinigen in Stadtteilen erfolgen, die für den U-Bahn-Verkehr gar nicht in Frage kommen. Der Polizeipräsident wird aber die jetzigen Feststellungen über die Berliner Verkehrsverhöltnisse viel- leicht dazu benutzen, uni seinerseits der BVG. Borschläge über die Besserstellung gewisser benachteiligter Stadtteile zu machen. Die Entscheidung über das Cinschränkungsprogramm wird erst Ende der nächsten Woche gefällt werden. Kürzung der hohen penfionen. Beratungen im HaushaltSausfchuß. Auf der Tagungsordnung des Haushaltsausschusses des Reichs- tags steht eine Reihe Plenaranträge über Pensionskürzun» gen, im besonderen die sozialdemokratischen Forde- rungen nach einem ernsthaften Pcnsionskürzungsgesetz. Auf Vorschlag des Vorsitzenden H e i m a n n(Soz.) gibt Abg. Roßmann(Soz.) als Berichterstatter einen allgemeinen Ucber- blick über die derzeitigen Pensionsverhältnisse und über die Anträge. Praktisch wurde die Pensionskllrzung zum ersten Male durch die Personalabbauoerordnung vom Oktober 1923(auf Be- treiben sozialdemokratischer Regicrungsmitglieder) vom Kabinett Stresemann durchgeführt. Danach wurde die Pension gekürzt resp. gestrichen, sobald Privateinkommen vorhanden war. Im Jahre 1925 wurde unter dem deutschnationalen Finanzminister v. Schlichen jene Pensionskürzung gegen die sozialdemokratischen und kommunistischen Stimmen wieder aufgehoben. Im Frühjahr 1930 kam die Pensionskürzungssrage endlich wieder in Fluß. Es kam zu einem sozialdemokratischen Jnitiativgesetzentwurf. Er wurde nicht endgültig erledigt, weil die Auflösung des Reichstages kam. Seither ist in der dritten Notverordnung vom 6. Oktober 1931 von der derzeitigen Reichsregierung eine Pensions kürzung vorgenommen worden, aber sie bedeutet praktisch nur einen Versuch der Beruhigung der öffentlichen Meinung, ohne ein ernsthafter materieller Eingriff in die hohen Pensionen zu sein. Das jetzige Pensionsrecht ist nach wie vor sehr großzügig. Die Forderung der Anrechnung von Bezügen aus Privateinkommen auf hohe Penfionen ist in solcher Notzeit wie heute berechtigt. Jetzt verlangt die Volksmeinung«inen besonders tiefen Schnitt, das könne man bedauern, es erkläre sich aber daraus, daß nicht schon früher etwas geschehen sei. In der Agitation wird im besonderen von den National- sozialisten gegen die hohen Pensionen viel ge- VZohnungswirtschast in Not Baugenossenschasten fordern Zins- und Mieifenkung Iin Reichstag fand heute vormittag eine eindrucksvolle Kund- Hebung des Hauptoerbandcs Deutscher Baugencssenschasten unter der Devise»Wohnuuge Wirtschaft in Not" statt. Zahlreiche Vertreter des Reiches, der Länder und der Kommunen wohnten dieser Kundgebung bei. I Es ist das erstemal in der siebzigjährigen Geschichte der Mneinnützigen Bauocrcine, daß sich diese Organisationen mit einem Notruf an die Oefsentlichkeit wenden. Aber die gegenwärtige Situation in der Wohnimgswirtschost treibt zur Katastrophe. Die Wurzel des Uebels liegt in erster Linie in der wachsenden Ver- armung der breiten Massen durch die anhaltende Krise. Wie sich diese zunehmende Verarmung auf die Bauwirtschast• auswirkt, beweist eine soeben veröffentlichte erschütternde Denkschrift der Ge- rncimiützigen C. G. M- B. ch. in Bitterfeld, deren Fall durchaus typisch ist. Diese Genossenschaft konnte trotz der Zunahme der Wohnungsuchendcn im Jahre 1931 17.4 Proz. ihrer Neubauwohnungen nicht vermieten. Von den Mitgliedern und Mietern dieser Genossenschaft, die zu 82,8 Proz. aus Arbeitnehmern be- stehen, sind 20,3 Proz. voll erwerbslos. Von den noch in Arbeit Stehenden arbeiten 64,1 Proz. verkürzt, das heißt unter 48 Stunden. 76 Proz. der Mieter verdienen 15 Proz. weniger und 57,5 Proz. der Mieter 20 bis über 50 Proz. weniger als im vergangenen Jahr. Von den Bewohnern der Genossenschafts- Wohnungen hatten weit über 60 Proz. mehr als ein lvierlel ihres Einkommens für Mete auszuwenden. während ein Jahr vorher erst 20 Proz. der Bewohner diesen hohen Mietantetl am Verdienst zu tragen hatten. Diese Feststellungen geben ein erschütterndes Bild der Einkommensentwicklung in Deutschland, die den Kern der Wohnungskrise darstellt und auch auf der heutigen Kundgebung im Mittelpunkt der Debatte stand. Das chauptreferat auf der Kundgebung des Hauptoerbandes Deutscher Baugenossenschaften hielt Verbandsdirektor Dr. Weber. Der Redner führte aus: Wenn die Gemeinnützigen Bauvcreinigungen sich jetzt mit ihrer Not an die Oesfcntlichkeit wenden, so bedeutet das, daß der gesamte Neuhausbesitz, ganz gleich, ob er von privaten oder gemeimiützigen Bauherren errichtet ist, durch die Verschärfung der Wirtschaftskrise in Not geraten ist. Von den vorhandenen 10 bis 11 Millionen Wohnungen in Deutschland sind etwa 2 Millionen Wohnungen erst nach dem Kriege erbaut worden, davon etwa 200 000 von gemein- nützigen Wohnungsunternchmen. Die Misten sind infolge der sehr hohen Baukosten und Zinssätze, die in den vergangenen Jahren den Wohnungsbau belasteten, überall zu hoch und können infolge des Kaufkraftschwundes nicht mehr bezahlt werden. Die Mietspanns zwischen Neuwohnungen und Altwohnungen beträgt etwa 40 bis 50 Proz. Infolgedessen hat die Nachfrage trotz vorhandenen Wohnungshungers scharf nachgelassen. Eine allgemeine Abwände- rung zu den billigsten Wohnungen hat eingesetzt. Die Bezahlung der Mieten ist heute für breite Kreise der Bevölkerung nur unter äußerster Zurückschraubung aller sonstigen Lebensbedürfnisse möglich. Den wichtigsten Posten in der Miete bilden die Zinsen für das Baukapital: diese betragen bei Wohnungen, die mit verbilligten Houszinssteuerdarlehen gebaut sind, etwa 75 Proz., bei den anderen Wohnungen steigen sie bis auf 90 Proz. der Miete. Gegen einen gesetzlichen Abbau des Zinsfußes sprechen starke wirt- schaftliche Bedenken, da eine derartige Maßnahme eine neue Ver- trauenszerrüttung der gesamten Sparerschaft hervorrufen müßte. Jeder andere Weg einer Zinsverbilligung ist daher einem Zwangsabbau vorzuziehen. Zur Zinsentlastung käme zunächst die Gewährung von öffentlichen Zinsbeihilsen in Frage, mit denen eine Umschuldung des Hausbefitzcs durchgeführt werden kann. Mit Beihilfen kann aber nur für eine Uebergangszeit ge- Holsen werden. Deshalb muß eine freiwillige Zinssenkung mit allem Nachdruck verlangt werden, da nur durch dieses freiwillige Zugeständnis den Forderungen auf einen zwangsweisen Zinsabbau vorgebeugt werden kann. Der Redner schloß seine Ausführungen mit dem Hinweis, daß der Umfang der Krise in der Wohnungswirtschaft vielfach noch nicht erkannt wird, weil tatsächlich die bestehenden Verpslichtungen im all- genreinen noch erfüllt werden. Dies ist aber nur unter Rück- stellung anderer Zahlungsverpflichtungen und schärfster Ein- schränkung der Lebenshaltung möglich. Alan muß sich darüber im klaren sei», daß das anhaltende Steigen der Mietrückstände eine akute Gefahr heraufbeschworen hat. Der Einkommensverlust der werktätigen Bevölkerung beträgt gegenüber 1930 rund 5 BUlllarden Mark, und es ist keine Aussicht vorhanden, daß dieser enorme Ausfall in absehbarer Zeit wieder wettgemacht werden kann. Das wirtschafts- politische Ziel muß daher sein eine Angleichung der Mieten für die Neuwohnungen an die entsprechenden Altwohnungen und Her- stellung eines wirtschaftlich gesunden Verhältnisses zwischen Ein- kommen und Miete. ü c tz t, eine wirklich zureichende Pensionstürzung, die keine Rechtsstreitigkeiten auslöse, sei ober nur möglich, wenn sich eine Zwei- d r i t t c l m e h r h e i t des Reichstags zusammenfindet. Aber die Nationalsozialisten entzögen sich durch ihre Abwesenheit dieser Mög- lichkcit, die Pensionen ordentlich zu kürzen. Abg. E r s i n g(Z.) wünscht eine endliche Erledigung der Pcnsionskürzungsfrage, damit die Hetzereien von ganz rechts her aufhören. Im übrigen seien die Pensionen schon zweimal um je 6 Proz. gekürzt worden und ab 1. Januar 1932 werde auch das Arbeitseinkommen bei hohen Pensionen mit beachtet. Fmanzminister Dietrich erklärt, der Regierung sei erwünscht, daß die ursprüngliche Regierungsvorlage vielleicht mit Einschluß der entsprechenden Bedingungen der 3. Notverordnung vom 6. Oktober zur Grundlage der Beratungen gemacht werden. Der Reichstag könne dann mit Zweidrittelmehrheit klare Rechts- Verhältnisse schassen. Dos wäre das Beste. Heber 12 000 Mark llahrcspension Höllen beim Reich einschließlich aller wehrmachl, Post und Reichsbahn nach den zweimaligen Kürzungen noch 579 Personen. Diese Pensionen beirügen zumeist zwischen 12000 bis 14 000 Mark. Von der alten Wehrmacht find darunter 108 Gene- räle mit je 14 300 Mark Iahrespension. Der Vertreter der Deutschen Bolkspartei, Abg. M o r a t h, ist ebenfalls damit einverstanden, daß über den Regierungsentwurf im Plenuni mit Zweidrittelmehrheit entschieden wird. Wenn diese Mehrheit nicht zustande kommt, dann dürfe aber nicht nach dem sozialdemokratischen Vorschlag die Regierung das Gesetz dennoch verkünden. Abg. Lavcrrenz(Dnat.) meint, die Regierung habe sich mit der Penfionskllrzung durch Notverordnung auf den schiefen Weg begeben. Wenn erst mal der Ansang gemacht ist, wo ist dann der Haltepunkt bei den Pensionskürzungen? Abg. Drewitz(Wp.) schlägt vor, die nationalsozialistischen Anträge nicht zu behandeln, da die Nazis ja im Haupiausfchuß nicht anwesend seien. Gtrafaniräge gegen Aazi-Theari- giert.' F. Seil. Ergebnisse der Wegener-Cxpediiion Zu Ehren der helmgekehrten Mitglieder der Wegener-Cxpcdition veranstaltete am Donnerstagnachmittag die R o t g e m e i n f ch a f t der Deutschen Wissenschast einen P r c s s e e m p f a n g. Unter den Gästen befand sich auch die Witive Professor'Alfred Wegencrs. Der Präsident der Notgemeinschaft, Dr. Schmidt-Ott, sprach Professor Kurt Wegener den Dank dafür aus, daß er die übrigen Mitglieder der Expedition glücklich in die Heimat zurück- geleitet hat Die Ergebnisse der Expedition seien unabsehbar und würden erst im Austausch und Zusammcilarbeit aller Forscher reisen. Die Frage der Zyklone und Zlutiznklone, das-Fortschreiten des In- londeises feien für Luft- und Schiffahrt van hcrvarragender Be- deutung. Die Vergletscherung Grönlands sei sür das 4verständuis unseres eigenen Landes, den Aufbau der norddeutschen Tiefebene und viele andere Fragen bedeutsam, lieber oll das gingen neu« Auf- fchlüsse über die Kontinenwerschiebung weit hinaus. Professor Kurt Wegener dankte allen, die sich für das Zustande- kommen d«r Expedition eingesetzt hatten. Er führte dann u. o. aus, „Eismitte" müsse die Sensation der Uebcrwinterung in einem Schnee- palast mit dem Engländer Eourtauld teilen, der ebenfalls und sogar als einzelner in einem Schneehaus in ZZ00 Meter.höhe überwintert«. Die Messungen van„Eisinitte"»nd die Schachtarbeiten seien jedoch einzig in ihrer Art. Die Eisdickenmcssungen. Nioellierungen und Schweremessungen, die von der Wcststation ausgingen, seien eine Umwälzung in der Polarforschung. Insgesamt seien 23 000 Schlittcnlilometer von der Erpedition zurückgelegt worden. Die Expeditionsteilnchmer sind jetzt dabei, ein allgemein ver- ständliches Werk mit zahlreichem Bildmaterial über die Expedittans- ergebnisse zu beendigen. Am 0. Januar 1932 wird eine'Trauerfeier für Alfred Wegener veranstaltet werden. Stäche Dorsch wird in der nälbiten Premiere der Volisbubne. der Operette„Tie Großberzogin von Gerolstein" von Osscnbach, die Titelrolle spielen. Dl« Deutsche Snuftgemeinschast eröffnet Sonntag ihre W e i h n a ch t s« a u s st e l l u n g. Sie enthält wie immer Kunstwerke aller Techniken. Maler und Bildhauer oller Richtungen sind mit neuen Werken vertrete». In einigen Räumen sind dnrch Möbel Wohnräume angedeutet. Bachs Matthäusvassion als Kammermusik. Ter Magdeburger Madrigalchor siihrt unter Leitung von Martin Jansen am Toten- sonntag, 17 Uhr, m der St. Pctrikirche Ladis Matthäuspassioir in „Originaldesehung" aus. Bichuenchrnnit. Kammersänger Dar! Günther, der bekannt« Ganrburäer Tenor, ward« für«in« Reibe von Gastspielabenden«r d>« Stadttsch« Oper verpflichtet. Bei der Giraßenbahn in München. 600 Mann sollen abgebaut werden. Da die Mimchencr Straßenbahn über 2 Millionen Mark Fehlbetrag habe, sei der Gedanke erwogen worden, das Personal um etwa VM Mann abzubauen. Daß dabei auch der Gedanke mit erwägen wurde, durch Per- kürzung der Arbeitszeit auf 40 Stunden Entlassungen zu verhüten, das geht aus der uns vorliegenden Meldung nicht hervor. Das Land ohne Arbeitslosigkeit. Ein„Wunder" der Filmreklame. Ein Kino, das sich zum Unterschied von anderen Lichtbild- lheatern als„Das Theater des guten Films" bezeichnet, ist das am Kurfürstendamm ItS. Neben der Kulturcrrungenschast:„Keine Feier ohne Meyer" brachte es„einen hochinteressanten Tonfilm über den Faschismus— Mussolini oder das neue Italien(Ein Film vom Land ohne Arbeitslose), hergestellt vom staatlichen Filminstitut Italiens: L. U. C. E." Sollte die Einschaltung„vom Land ohne Arbeits- lose" von dem staatlichen italienischen Filminstitut vorgenommen worden sein, dann müßte es sich um einen sehr alten Film handeln. Das wäre dann kaum eine Empfehlung. Hat aber der Reklame- zettelschreiber des erwähnten Kinos diese Einschaltung vorgenommen, dann bedeutete dies eine leichtfertige Irreführung des Publikums, wenigstens des Teiles der Kinobesucher, der keine Zeitung liest. Kein Mussolini kann die Arbeitslosigkeit beseitige», noch weniger aber ein Hitler. Nur eine unlautere Agita- t i o n kann den Anschein des Gegenteils erwecken. Rundfunk am Abend. Freitag, 30. November. Berlin. 16.05 P. v. Le Fort: Skilanf und Alpinismus. 16.30 Unterhai tunssmusik. 17.30 Vom Arbeiter zum Studenten.(Paul Mensel.) 17.50 Programm der Aktuellen Abteilung. 18.10 Robert Musll liest eigene Prosa. 18.30 Das neue Buch. R. Schefflcr:„Berlin."(Am Mikrophon: Dr. Paul Mahlberg. 18.40 Obcr-Rcg.-Rat Dr. H. Tcipcl: Spannungen zwischen Volk und Staat. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Tanzabend. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10„Das Unaufhörliche" von Gottfried Beim.(Sprecher: Der Autor.) 21.35 Julien Krcin: Konzert für Cello und Orchester, op. 25.(Maurice Eiscn- berg. Berliner Funk-Orchester, Dir.: Bruno Scldlcr-Winkler.) 23.00 Dr. Josef Räuschcr: Zeitungsschau. 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Konzert. Königswusterhansen. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Mersmann: Höhere musikalische Formen. 18.00 W. Reinhold: Kleingartensiedlung im Umkreis der Großstadl. 18.30 Prof. Dr. Lohmeyer: Die Mystik in den Religionen. 13.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Acrzte. 21.15 Prof. Dr. Julius Petersen: Erlebnis und Dichtung bei Qoethe. Professor Kurl wegner spricht im Rundfunk. Professor Dr. Kurt Wegner. der Leiter der gestern in Berlin cingetrofscnen Deutschen G r ö n l a ii d c x p e d i t i o n, spricht über die Erlebnisse der Ex- pedition Sonnabend, 2l. November, Li) Uhr, im Programm der Aktuellen Abteilung(Vortragsreihe: Wovon man spricht). Frcuenvcranslaltungcn. � Kreis. Hcute� Freitag, 20. November, 191 j Uhr, im großen Saal der Pharus-Söle, Müllerstr. 142, F r a n« n w c r b e v e r a n st a l t u n g unter Vorführung der Filme „Lohnbiichhaltcr Kremke" und„Girgenti". Ansprache der Genossin Adele Schrciber-Kricger, M. d. R. Eintritt 30 Pf. welter für Perlin: Trocken und zeitweise heiter, Temperaturen wenig verändert, mäßige bis frische südöstliche Winde.— Für Deutschland: Ueberall Fortdauer des trockenen und zeitweise heiteren Wetters bei wenig geänderten Temperaturen, im Süden und Süd- westen mäßige Nachtfröste. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. eBudk SEivei engliidie Womane Schärfer als in den Romanen I. B. P r i c st l e y: Engelgasse, L i a m O' F l a h c r t y: Verdammtes Gold(beide bei S. Fischer Verlag, Berlin) kann der Gegensatz zwischen Engländern und Iren nicht sichtbar werden) dies gilt sowohl für das, was'das politische und wirtschaftliche als auch was das kulturelle und geistige Leben betrifft. Nirgends finden sich zwischen diesen so grundverschieden gearteten Inselbewohnern Berührungspunkte, kaum sogar im Menschlichen: und wenn Dichtung Gesicht und Seele eines Volkes widerspiegelt, dann werden uns bei Lektüre dieser beiden Bücher die jahrzehntelangen Kämpfe zwischen Engländern und Iren ver- ständlich. Mögen die beiden Dichter, der Engländer I. B. Priestley und der Ire Liam O'Flaherty, in der gleichen Sprache schreiben. im Ausdruck sind sie so grundverschieden, daß man zu der Fest- stellung gelangt, daß die Sprache selbst keinen spezifischen Ausdruck vermittelt, sondern daß man wirklich nur auf dem Umwege über die Sprache zu dem gewollten und erfühlten Ausdruck kommt. P r i e st l e y s„E n g e l g a s s e" ist typisches bestes England. Ein Buch, das ebenso reserviert als liebenswürdig ist, konservativ im Gebrauch der Gestaltungsmitteln, überlegen in der Einstellung zu den Dingen und Begebenheiten des täglichen Lebens: alles ist da beherrschte Ruhe, kühle Skepsis mit einem Schuß unaufdringlicher Ironie— hier weht eine Luft von Vornehmheit und gesicherter Lebensgrundlage, auch wenn sich bereits die ersten Erdstöße der englischen Wirtschaftskrise bemerkbar machen. Bei O'Flahertys„Verdammtes Gold" elkie Atmo- sphäre von hemmungslosen Leidenschaften, wilden Kämpfen um des tägliche Brot— wie sie eben nur Not und Armut hervor- bringen—, Aufruhr und Untergang. Bei beiden aber geht es um Geld und seinen Erwerb. In Priestleys„Engelgasse", einem engen, stickigen Sackgäßchcn inmitten der modernen Londoner City, spielt sich zum Gegensatz O'Flahertys felsenriffiger irischer Insel der Geld- erwerb geradezu märchenhaft versonnen ab. Die„Engelgasse" mit ihren dunklen, schlechtgelüftetcn Büros, ihren nicht übertrieben tätigen Chefs und Angestellten ist ein Idyll von beschaulicher Spieß- bürgcrlichkeit. Selbst die unvernieldliche Pleite wird mit Haltung getragen. Da sieht es in der irischen Kleinstadt O'Flahertys anders aus: Da lebt ein Volk von Bauern und Fischern, uiiterjocht und ausgebeutet von eineni einzigen: deni Großgrundbesitzer und Wucherer Ramon Mar Costcllo. Er ist der fleischgewordenc Äopitalisnius, eine Gestalt von symbolhafter Größe und von der menschlichen Eindringlichkeit eines Balzac. Ein Mensch, den man haßt und deni man trotzdem in den Stunden seines Verfalls soviel Mitleid entgegenbringen muß. Ja, dieser O'Flaherty versteht Menschen hinzustellen! Da wird Tiefstes, Letztes aufgerissen und gezeigt, da wird bis in die geheimsten Winkel unseres Unter- bewußtseins und des Trieblebcns'vorgestoßen und hineingeleuchtet. Da wirkt nichts konstruiert und erklügelt, eher vielleicht primitiv und formlos. Aber gerade diese Primitivität, diese nur scheinbare Formlosigkeit zeigt den Dichter O'Flaherty. Er verzichtet zu- gunsten des inneren Erlebnisses auf eine äußere Handlung. Und doch ist alles Bewegung— Vorgang— Handlung, die vicht um ihrer selbst willen da ist, sondern organisch aus den Charakteren und Schicksalen der Menschen herauswächst. So schildert er in dem knappen Verlauf von 24 Stunden den Untergang des Tyrannen Costello. Geld- und Geschlechtsgicr, Verbrechen, Verrat brodelt wie in einen 5)erenkessel schaurig und faszinierend, und wenn auch dem Dichter in seinem Draufgängertum manche Entgleisung widerfährt, so tun diese Denk- und Fannfchler der suggestiven Wirkung des Ganzen keinen Abbruch. Er bleibt ursprünglich und eigenartig. Den Roman von Priestley hat Paul B a u d i s ch übersetzt, wie immer form- und sprachvollendet, während die Uebersetzung des Romans von O'Flaherty so manches zu wünschen übrig läßt, ins- besondere was den Dialog, der in dem Buch einen brcsten Raum einnimmt, betrifft. kneärid, Liclitncker. Verantworil für dic NeiXlltion: Aich. Bcrngcla. T-rlin: Anzciocn: Zh. Slcde, SJerltu Berlao: Lorwäris Verla» ffi. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Berlaasanktalt Paul Tinacr k Co.. Berlin 353 68, Lindenktrake 3. Si«r»u 1 Btilaae. Und ill Dein vrlsnd nodi fo klein, Im CafasdiOneiicrd mntzl Du gewefen fein! Inhaber: Wolf gang Grunge, Haupfftralje 23/24 Lichterfelder Festsäle Zetalend« StfraSl« OeB Tl Mrt l"; Hariendor/cr W'ochejitg. IfiU-ljl Tonlichtspiele ß'/s, 9 Uhr Chaussccstr. 305 Auch Tolcnsonatag: Zwischen Nacht und Morgan (Dirnen tragödie) mit Osk. Homolk» Tonbolprogramm Tempeltioy Kurfurst wo.- 9 u. s. 7. 9 u. Dorfstraße 21, Ecke Berliner Straße Auch Totensonnlafi; Die andere Helte mit Conrad Veidt— TonT>elprog;ramm Titln Ii Ta«1- 5. 7- S Uhr. I ILOll sigs. 3 Uhr: Jugcndvoratell. Berliner Straße 97. Großtontilm! Auch Totensonntag: Jfenachen hinter Oittern mit Helnr. George— Tonbrlprogr. H weMHftim B Mercedes-Palast Hermannstr. 212. Woch. 6V«, 9. Stg. ab 3 Totensonntag ß Uhr: Die andere Seite mit Conrad Veidt.— Bühne: Konzert des I. Neu- köWner Mandolinenklubs. Primus-Palast Ä.Ä Sonnabends 5 Uhr Am Hcrmannplalz, Urfcanstr. 72/76 Totensonntag 6 Uhr; Donauinont. Jugendliche Zutritt. Bühne; Sic und ihre 10 musikalischen Matrosen Kukuk Koltbusser Damm 92 Wochent. 6.45, 9 ü. Totc.isonnlag ab 6 Uhr. Die Nacht der Entscheidung mit Conrad Veidt— Tonbeipr. Excelsior wochem. e.ts, 9 u. Kaiscr-Friedricb-Straße 191 Totensonntag ab 6 Uhi Menschen hinter Gittern mit Hciur. George.— Ferner Tonfilm-Kabarett. Stern, Hermannstraße 49 Wochent. 6.30, 0 U. Totensonntag ab 6 Uhr Das gewallige TonJihnwcrk: Tabu, Regie: F. W. Murnau;• Jugendliche haben Zutritt g Südwesten D Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12 W. ab 5. Tonfilme: Durchlaucht, die H'äscherin m. llansi Bfhsse— Tonbeiproffr. Totensonntag ab 0 Uhr: Täfer gesucht m.Caerda Maurus Beiprogramm Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1 W. ab 5.30. Stg. ah 3.30 Ü. lOOpror. Tonfilm! Die andere Seite mit Conrad Veidt Auch Totensonntag ah 6 Uhr. Süden Theater am Moritzplatz Beg. Wo. 5, 7, 9, Slgs. ab 4.30 Uhr Totensonntag ab 6 Uhr: Menschen hinter Gittern mit Hcinr. George— Tonbciprogfr. Am Görlilzcr Bahnhof Wochent. ab ßVj ü. Totensonntag ab 6 Uhr: Eupu Velcz j. d. dcutschsprcchen- den Tonfümscha-iispiel: Wo die Wolga fließt Bühnensohau Filmeck W. ab 6.30 Luisen-Theater Reichenberger Straße 34 Totensonntag ab 6 Uhr: Der erste Sexual- Aufldänings-Tonfilin Gefahren der l iebe Dazu Auf den Spuren der Azteken Stella-Palast Köpcnicker Straße 12—14 Wochtgs. ab ßV« U., Sonntags ab 3 U Totensonntag ah 6 Uhr: Conrad Veidt, Theodor Eoos in dem gewaltigen T onfilm-Krlegsdrama Die andere Seite Dühnenschau Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68 Beg. 5, So. 2,30 J.-V, Arm wie eine Kirehemnau« mit Grete Mosheim— Beiprojjr. Totensonntag ab 6 Uhr. Neue Philharmonie Kopenickcr Str. 98 riroßtonfilan! Auch Tolcnsonntag; Ellsabofh von Oesterreich, Lei- densweg einer Frau, m. Eil Da- srover— Tonbeipr.— Bühnen- schau � BaumsehuSenwecs � Lichtspielhaus s�S.Vr Baumschulcnstr. 78. Elisabeth von Oesterreich mit Eil Dagovcr— Tonbeiprogr.— Touwoche Totensonntag ab 6 Uhr Treptow-Sternwarte Sbd. 8. Totensonntag 6, 8 Uhr: ... deu schickt er In die weite W elt, ein Weltreisefilm ,Elysium ii Prenzlauer Alice 56 W. 5.15, 7, 9.15. So. 3.15, 5, 7.15, 9.11 TotensonnUg ab 6 Uiu-: Arm wie, eine Klrebcnmaus m. Gr. Mosheim— Foxtonwoehe Bühne Flora-Lichtspiele aÄT«" Tigl. 6Vi, 6?4. Sonnab. 5. 7. 9 Uhr Totensonntag ab 6 Ubx: 7Icn»ehcn hinler Gittern mit Heinrich George— Tonbeipr. ■ 0sten■ Germania-Palast Frankfurter Alice 314 Wochc.it. 6.30, Sonnab. 5 Uhr GroOtonfilm: Der grandiose Russen-Tonfilm Der Weg: Ins Eebcn Ein Tonfilm von Nikolai Ekk Gutes Beiprogramm Internationale Dühncnschaci Totensonntag ab 6 Uhr: Kasscneröffn. 5. Volles Programm Luna-Palast ÄaÄr Große Frankfurter Sir. 121 Tonwochc Lupe Velcz: Wo die Wolgra fließt Beipr. Bühncnschan: BiM de Voy, Amerik. Tingeltangel Schwarzer Adler au�m W. 5, 7. 9 Uhr, S. 3, 5, 7, 9 Ubr Totensonntag ab 6 Uhr: Der Hntib der Tfona Bisa mit Trade v. Molo, IVilly Forst Gr. Beipr.— Tonwochenscha« Jngendlichc haben Zutritt Viktoria- Theater Frankfurter Allee 48. W, 5. 7, 9 ULr Totensonntag ah 6 Uhr? Douaumont(Hölle von Ver dun) Tonboiprojgramm Jugendliche haben Zutritt Zentrur Babylon, am Bülowplatz Wochentags 5, 7. 9.10. Sonnt, ab 3 Uhr Totensonntag ab 6 Uhr: Die andere Helte mit Conrad Veidt Bühnenschau A Weu-ltehtenberg"ffr Kosmos-Lichtspiele Lückstraße 7C W, 5, 7, 9. 5. ,3. 5. 7, 9 ü. Totensonntag ßVi und 9 Uhr: E.Trenker: Berge inFlammon Tonbeipr,— Tonwoche.— JgdL Zufcr. c Weißensae Harmonie?«.* o. Langhansstr. 23 Tonoperette: Die grroB« Attrafc. tion m- Bich. Tauber, 8- Arno Beiprogramm Kino Bäsch* 3 Ait-FriedricbsfeMc 3 lOOproi. Toofilm Wenn dic Soldaten mit Gretl Thcimer.— Beipr. TotcrMtg. 8; Es gibt eine Frau, die dich niemals vergißt A Iham bra S�t« ßl36' W. 5, 7, 9 Uhr. S. 3. 5, 7. 9 Uhr Totensonntag Einl. 5 Ubr Die andere Seite m. C. Veidt, Tb. Goos— Tonfilmbeiprogr. Pha rus-L ich tspiele Möllerstr. 142 W. 5. 7. 9 U. Totensonntag ah 6 Uhr. Die grroßc Fahrt, Fox- Groß tvofilm i. deutsch. Sprache. 20 000 MJtwirk. 1000 echte Indianer Gewulüge BüffcL berden.— Jugend!. Zutritt ■ Pankow O Palast-Theater Breite Straße 21a. W. 7 u. 9. Stg. 5, 7,9U. GroBtonUIm: I- Trcnker: Berge in Flammen m. Eissi Arna, Claus Clausen u. a. ra. Titln Ii Wochent. 7. 9 U. i IVO II Sonnt. 5. 7. 9 U. Berliner Str. 27 Gr. Bühneuseha»! Der erste er. Nuzzen-Tonfilw: Der D ex ius l.ebeu— Gr. Bühncn- schüu.(Audi Totensonntag) * T*g*1 fc Filmpalast Tegel Sei" Wochcnt.ß, Sonnt�VaU- Tolensonnlag ab 6 Uhr. lOOproz. Tonfilm: Eni» Trenker: Berge In Flammen. Bcipro�r. Tonn oche Kosmos Cähl;« 5Vo 8-830 l!hr So. 4.15. 6.30, 8.13 Hauptstr. 6 Auch Totensonntag: Der erste grolkj Russenlonfikii: Der Wejf insEcbeu Tonbeipr ogsraniia € Hennlgsclorf Filmpalast Beg. W.«. 8.30 Ubr Berliner Str. 59 Jugendliche Zutritt Totensonntag ab 6 Uhr: lOOproz, TonfHm: Eui« Trcnker; Berge in Flammen— Belprot �ramm— Toniroche föeilage Freitag, 20. November 1931 VprÄbmd Sfiäiauiqaße du MtWtidi Gerhart Herrmann Mostar: Die Geschichte der Woche: Das Gesicht der Schönheit In einem norditalienilchen Dorfe ist ein schönes Mädchen von einem jungen Steinmetzen, dessen Liebe vcrjchinäbl worden war, überfallen und durch einen Mcißelhieb furchtbar entstellt worden. Er Hut es getan, als sie eben aus der Kirche gekommen ist. Vor all den feiertäglich gekleideten Dörflern, die um sie gewesen sind, hat er es getan. Er ist nicht jäh und wild über sie hergesallen: viel- inchr ist er langsam und schwer auf sie zugeschritten und hat den linken Arm gegen sie ausgestreckt und mit seiner grasten Hand ihren schmalen Nacken von hinten umfaßt. Ihren Kaps hat er zurück- gebogen und lange prüfend, mit zugekniffenen Augen, ihr Gesicht betrachtet, so, wie er als Steinmetz das Antlitz einer Madonna be- trachtet hatte, wenn es den letzten, entscheidenden Aug der Schönheit i mit sorgsam und doch hart geführtem Meißel anzubringen galt. Und schließlich hat er denn auch mit eben dieser Eorgsomkeit und eben dieser Härte das Eisen über ihr glattes, weiches Gesicht gleiten lassen, unterhalb des linken Auges hat er begonnen, hat die feinen Flügel der Nase umgangen und im rechten Mundwinkel sein Werk be- endet... Es bat ihn nieinand gehindert: sie hatte zuerst stillgehalten, nie- inand hatte ahnen können, daß der Griff um den Nacken jest genug gewesen war, um jede Bewegung zu hindern, niemand auch hatte für möglich gehalten, was dann gekommen war. Nun aber haben sie ihn lynchen wollen, die Männer, indeß die Frauen sich um die ohnmächtig Zusammenbrechende bemüht haben; er hat schon mehrere Schläge empfangen, ohne sich zu wehren— da hat die Polizei ihn gerettet. Der Polizist hat gewußt, wie er von ihr abgewiesen worden war, und hat ihn kopfschüttelnd gefragt:„Wie kann man nur so etwas tun— au» Nache und Hast?" Und er hat ebenfalls den Kopf gc- schüttelt und hat geantwortet:„Nicht aus Haß, sondern aus Liebe: nicht aus Ztache. um meinetwillen, sondern um ihretwillen..." Das sind dunkle Worte gewesen; und er hat dem Polizisten oft und genau alles erzählen müssen, was vorher gewesen ist, che er Verständnis gefunden hat. „Dri weißt doch", hat er dem Polizisten gesagt,„wir sind be- kannt miteinander gewesen von Anfang an, sie und ich. Wir wurden in einem Jahre geboren, wir wohnten nebeneinander, wir spielten miteinander, wir gingen zusammen in die Schule, verließen sie im gleichen Jahr— sie und ich, sie und ich... immer sie und ich... Nein, wir izaben uns nichts dabei gedacht, nein, ich auch nicht. Manchmal haben wir Mann und Frau gespielt, aber wir waren eben doch Kinder. Und weiht du auch, warum sie nur mit mir spielte? Weil die anderen nicht mir ihr spielen wollten, jawohl, nicht wollten. Denn, du weißt es vielleicht noch, sie war in der Schule ein blasses, kleines, nicht sehr kluges, gar nicht hübsches, etwas zurück- � gebliebenes Kind. Das mit ihrer Schönheit, das kam erst viel später, das kam, als sie sechzehn wurde, und das wurde immer mehr, bis heule, und nun ist Schluß damit, und das ist gut so, sehr gut ist das i>. Siehst du, da nrals, als Kind, da war sie also nichts Bedeutendes, nichts Beliebtes, da war sie nur eins: sie war nur gut. Wie gut sie in ihrem kleinen Herzen war, das wußte nur ich. Wenn es Herbst war, wie setzt-- wenn die Schwalben und die Lerchen und die anderen Singvögel aus dem Norden geflogen kamen und noch dem '* Süden wollten und über Italien hinzogen, dam: hal'e ich Leim- ruten gestellt und die Vögel gefangen, um st« zu essen, wie es Sitte ist bei uns in Italien. Und wer hat etwas dabei gesunden, wo es doch alle taten? Keiner; nur sie. Nur sie hat gesagt, das solle ich nicht tun, sie hat, wenn ich auch schimpfte, die Vögel befreit und mich dadurch beschämt. Ich habe mir damals gedacht, daß sie vielleicht darum Mitleid mit den Tieren hatte, weil sie selbst so ein wehrloses Vögelchen war, das die Großen aus der Schule oft oerprügeln wollten: in solchen Füllen mußte ich dann sie retten. So war das, und so blieb das— bis sie hübsch wurde... Seit das aber kam, fest ihr Körper größer wurde und ihre Augen Heller und ihr Gesicht farbiger und ihr Haar schwer— seither ist sie schlecht geworden, siehst du." Darauf hat der Polizist die Amtssprache zu Hilfe genommen und erklärt, es sei ihm doch aber noch nie etwas Nachteiliges über sie bekanntgeworden. Sie habe sich im Gegenteil weniger, viel weniger um die jungen Männer des Dorfes bekümmert als die anderen Mädchen. „Nein", hat«r rasch gesagt,„so meine ich es auch nicht. So weit war es noch nicht, wenn ichs so weit hätte kommen lassen, war es ja zu spät gewesen. Damit du mich verstehst, will ich mal wieder mit den Tieren ansangen. Siehst du, als sie hübsch wurde. änderte sie auch ihre Kleidung. Früher waren ihr- Kleider immer farblos und unvorteilhaft gewesen und ihr« Schuhe schwerfällig: nun begann sie aber, bunte, schöne Schürzen zu trogen, und an, Sonntag sogar Schuhe aus vergoldetem Leder und mit ganz hohen Absätzen Daran freute ich mich, denn es sah gut aus, wenn sie so mit mir spazieren ging. Sie sprach auch viel mehr als früher. sie war überhaupt lustiger geworden— nur— nur wenn sie jetzt an einem Vogelsteller vorbei kam. ließ sie sich den buntesten der , Vögel geben, hielt ihn an ihr Haar und sagte, so etwas trügen die Damen in Rom an den Hüten, ob es nicht hübsch aussähe. Und wenn sie einen Goldkäfer vor sich über den Weg laufen sah, ver- glich sie sein Gold mit dem Gold an ihren Schuhchen und zertrat ihn dann, lachend, sie drehte sich extra mis dem Absatz dabei herum... Gewiß, sie dachte sich nichts dabei, gar nichts dachte sie sich dabei— aber das ist«es doch, was schlimm ist am Schönsein. Was braucht ein schöner Mensch noch an andere zu denken? Alle anderen denken an ihn. So denkt er schließlich auch nur� an sich- So ist das. Dafür konnte sie also gar nicht, aber es kam so. Zille sahen ihr nach, alle freuten sich an ihr, da wurde sie eitel. Früher hatte sich keiner mit ihr abgegeben, sie wollten nicht, weil sie (läßlich war; jetzt wagten sie sich nicht so an sie heran, weil sie schön war, und weil jeder dachte, etwas so Schönes ist nicht sür mich bestimmt. Nur die Reichen und die Mächtigen, die haben keine Scheu. Und so konnte das mit dem jungen Herrn geschehen, der hier immer jagt. Der junge Herr ist aus Rom, er ist gut gekleidet, er ist auch schön, er ist reich dazu— da braucht er gar nicht bös« zu sei», um Böses zu tun. Sie gefiel ihm, er hatte keine Scheu, er ging auf sie zu und sprach mit chr, und als sie allein waren, küßte er sie; und sie fand es ganz in der Ordming, daß ein solcher, ein gleicher um sie war, und sie ging manchmal in den Nächten heimlich zu ihm. JDann suhr er wieder nach Rom und dachte nicht mehr an sie. Sie hat viel geweint, aber sie ist nicht häßlicher davon geworden. Ich habe ihr gesagt, was ich dachte. Aber sie hat mich nicht verstanden. Es war ihr wohl bequemer, zu denke», daß ich«ifer- süchtig war. Aber ich hatte nur Angst um sie. Früher hotte ich nie daran gedacht, daß sie meine Frau werden sollte; nun aber wollte ich es mit oller Macht, jawohl, das gebe ich zu. Aber ich war nicht wütend auf ihr Tun, ich hatte Angst um sie. Und der Mensch tut viel gute und viel böse Taten ans Angst um das Schöne. Lft, wem, ich in der Werkstatt an einem schönen Frauengesicht meißelte, dachte ich: was du hier meißelst, wird unwahr. Die Menschen wollen, daß dos, was sie anbeten, auch schön sei. Aber dos Anbetungswürdige ist nicht schön. Weil das Schöne nicht rein bleiben kann. Weil die Menschen das Schöne nicht in Ruhe lassen, sondern habe» wollen. Und alle wollten sie habe», weil sie schön war; nur ich wollte sie haben, weil sie gut war; gut gewesen war. Ich dachte: wie kannst du sie wieder gut machen? Gut war sie, als sie jung und häßlich war. Jung konnte ich sie nicht wieder machen. Aber ich konnte vielleicht all die begehrlichen Blick« von ihr ablenken, ich konnte— ich konnte ihre Schönheit unsichtbar mache»... ich konnte sie mit Gewalt entführen und ihr dann Schleier vor? Gesicht und einen Mantel um den Körper hängen, wie es die Türken tun. Siehst du, aus so dumme Gedanken kam ich. Es waren ja nur Gedanken, aber es war doch schwer, sie los zu werden, diese Gedanken. Im nächsten Jahr kam der junge Herr aus Rom wieder. Er brachte Freunde mit. Den Freunden gefiel sie auch... Damals warb ich um sie. Sie lachte mich aus. Ich nahm es nicht einmal übel. Dazu hatte ich alles zu genau kommen sehen. Sie konnte ja nichts dafür. Der Mensch ist schwach, und die Dinge sind stark Einer Statue, die ich meißelte, hatte ich ihr Gesicht gegeben. Es war eine Madonnenstatue. Ich dachte: das geht nicht. Sie ist keine Madonna, sie hat keine Reinheit mehr, weil sie schön ist. .Gewiß ist die Madonna nicht schön gewesen... Ich muß die Ma- donna häßlich mache», dann ist's wahrhaftig und richtig. Das tat ich. Ich zog eine Narbe in den Stein— vom linken Auge bis zum rechten Mundwinkel... Das ist zwei Wochen vielleicht erst her. Heute aber— heute morgen erfuhr ich, daß sie demnächst nach Rom reisen werde. Ein Freund des jungen Herrn hatte sie ein- geladen. Sie sollte es dort sehr gut haben, sagte der, der mir's erzählte, sollte eine schöne Wohnung haben und reich werden, ohne arbeiten zu müssen. Ich dachte an die kleinen, bunten Bügel, die vor Iahren um diese selbe Herbstzeit in die lockenden Netz« ge- gangen waren, und die sie gerettet hatte... Man muß sich darüber nicht wundern, sagte noch der, der mir's erzählte: es mußte so kommen, denn sie ist ja so schön. Ich dachte: und wenn sie's nicht mehr wäre...? Und wenn fie's nicht mehr ist? Und wenn sie häßlich ist, dann wird sie wieder gut sein... Da ging ich hin und wartete, bis sie ans der Kirche kam und— tot es." Cr hat es getan. Er ist nicht wild über sie hergesallen: viel- mehr hat er ihren schmalen Kopf zurückgcbooen und lange prüsend ihr Gesicht betrachtet, so, wie ein Steinmetz das Antlitz einer Ma- donna betrachtet, dem er den letzten, entscheidenden Aug der Rein- heit geben will... Die Millionenstüdien des Doktor X Enthüllungen über das Roulettespiel** Von Heinrich Hemmer Psychoanalyse in A o p p o t. Vor dem Roulettesaal des Kasinos in A o p p o t(sagte Dr. TL., seine Asche abstreifend), steht ein Aschenbecher, 10,20 mal so groß wie dieser; es ist der größte Aschenbecher, den ich je gesehen habe— und zugleich der seltsamste. Von direkt symbolischer Bedeutung ist diese Messingschale voller Einkerbungen, die Ein- kerbunge» voller Zigaretten rund um den Rand, brennenden oder ausgebrannten, alle nur auf etwa ein Drittel geraucht... ein paar Züge, die man hastig macht, um wieder in den Roulettesaal zurück- zulaufen... später kommt man wieder, zündet eine neue Zigarette an und vergißt sie wieder, aber in diesen paar Zügen macht sich eine unerhörte Spannung Luft. Das ists. Dieser Riesenaschenbecher voll vergessener Zigaretten(keine einzige Zigarre liegt dazwischen) ist das einzige sichtbare Zeichen der Atmosphäre von verhaltener Nervosität, die drinnen im Roulettesaal herrscht, in. dem man. nicht rauchen darf. Oder sollte man etwa nicht nervo» werden, dem blinden Zufall ausgeliefert, wie man ist, der springenden Kugel...? Drinnen ober, was wiederum zu denken gibt, dos ist die be- dingungslose Höflichkeit sämtlicher Kasinoangestellter. Die Ruhe, die diese Leute dem Publikum gegenüber unter allen Umständen be- wahren, ist vergleichbar nur mit dem Verhalten der Angestellten von Nerven sanatorien gegen ihre Patienten. Ein sanfter Luftzug weht vielleicht von einem der über zwei Meter Höhe an- gebrachten kleinen Fenster(die eine zur Lesinnung bringende Aus- ficht aus» Meer nicht gestatten) in den heiße», wie von Elektrizität geschwängerten Saal. Einer der Spieler verträgt es nicht... „schließen!", natürlich, sofort. Diese Nervenbündel müssen ent- sprechend behandelt werden, unbedingtes Nachgeben ist oberstes Gc- setz, sonst könnten die Spieler leicht explodieren. So geladen sind sie. Sie konzentrieren sich. Die Spieler konzentrieren sich auf die Spielfolge, auf ein gewisses Einfühlungsvermögen in die Per- manenz. Sie sollten sich nicht konzentrieren. Sie sollten rechnen. Rechnen, rechnen, rechnen... Was gibt es noch... ein großes Plakat: Anträge auf Erstattung des Rllckfahrgeldes können nicht berücksichtigt werden... Hm! Und dann gleich diese andere Erschütterung: die springende Kugel. Man hat monatelang gearbeitet, zu Hause, am Schreibtisch, hat den Lauf der Kugel berechnet, hat ein System darauf gegründet, daß nach bestimmten Rouletteerscheinungen die andern kommen müssen. Daß nach einer bestimmten Folge von Nummern jetzt diese Glücksnummer kommen Muß. Mit den Resultaten solider Arbeit tritt man an einen der fünf Roulettetische heran... und sieht zu, wie die Kugel läuft. Wie das Biest von einer Kugel in ein Kästchen fällt... aber sie blsibt in diesem Fache nicht, sie springt noch mal raus, springt' jedoch nicht in das nächste, sondern drei Fächer weiter. Teufel! Ist man vielleicht doch dem blinden Schick- sal ausgcliesert... sollte es sich als unmöglich erweisen, den Lauf der Kugel zu berechnen... und jene andere Kugel, die im Revolver sitzt: die nur einmal losgeht, wird sie das Spiel enden... oder vielmehr den Spieler? Nicht so sehr den Männern, aber den Frauen sieht man es an, ab sie gewinnen oder verlieren: das eins Mal sehen die Weiblich- keilen frisch und das andere Mal verfallen aus.„Wo haben Sie eigentlich den B r i l l a n t r i n g gelassen, den Sie zu tragen pflegten?" sragt eine ältere Dame eine jüngere...... was, verloren? Mo n verliert doch einen Brillontring nicht so ohne weiteres ... ach so, i m Kasino verloren."(„Dort oben", wie man immer sagt.)„Man wird ganz mejchugge dort oben", sagte die jüngere Dame und lachte. Diese... lachte. Laien, Hyänen und Fachleute. Es gibt so allerhand Spielertypcn, suhr Doktor T. sort.(Er war öfter»ach ein paar Zügen aus einer immer frischen Zigarette ausgesprungen, als wolle er in den Spielsaal zurück, und ich be- handelte ihn wie ein Zoppoter Spielsaals-Nerven-Sanatoriums- Diener...) Viele, wohl die Hälfte der Spieler verachten das fest- gelegte System. Sie spielen nach inneren Eingebungen. Aber natürlich unterliegen sie dem Gesetz des Spiels, diese Inspirierten, die irgendwelchen mysteriösen inneren, wenn nicht äußeren Einflüssen folgend, das Spicltablcau mit Zwei-Mark-Stllcken be- pflastern. Hccha! Es gibt deren, die schnell setzen, sich vom Spieltisch entfernen und im Raipn aus und ab spazieren..., sie trauen sich nicht dem Schicksal nackt ins Auge zu sehen. Nein, dem nackten Schicksal ins Auge zu sehen. Sie haben nicht die Kraft, es mitzuerleben. Nach einiger Zeit kommen sie wieder, hoffend Berge von Geld vorzufinden, die der Abholung harren. Rechnen muß man!... nichts anderes. Aber mit naiven, plumpen Kniffen glauben die Spielsaallaien das Spielgesetz umgehen zu können. Auf die einfache Bauernregel, daß man für verlorene zwei Gulden vier, und für verlorene vier Gulden ach! setzt, um den Verlust hereinzubringen, kann man keinen soliden Erwerb gründen. Das geht ein paarmal gut, und dann...? Man kann nur elfmal verdoppeln, bis man das Maximum an erlaubter Satzmöglichkeit erreicht hat; gewinnt man beim elftenmal nicht, nun dann sind 4000 Gulden zum Teufel und die Progression ist zu Ende. Sie müssen sehr lange arbeiten, mein Herr, bis diese 4000 Gulden wieder verdient sind! Die einfache Progression sührt unbedingt nicht zum Ziel. Und auch nicht andere Mätzchen, un- durchdachte kleine Spielsysteme. Sechsmal schwarz ist gefallen, jetzt glauben gewisse Grünlinge eine Chance auf rot zu haben. Dos heißt, auf Regen folgt Sonnenschein. Einmal natürlich. Oder „Herr Croupier", sagt ein Habituö, dessen 2 Gulden dieser auf eine verkehrt« statt die Stammnummer gesetzt hat,„Sie könnten die Nummern wissen, die ich seit einem halben Jahr setze..." Der Narr: das sind gewöhnliche Lotterie kaprizen. Ein sich schlauzlaubend-m wartet viermal„noir" ab oder„i-oul«", einen sogenannten Bierercoup. Wenn die Gegenfarbe gekommen ist und wieder zweimal die ursprüngliche Satzfarbe, dann jetzt er dagegen: in der Annahme, daß ein Vierercoup in der ursprünglichen Farbe sich nicht wiederholt. Was ihn zu dieser Annahme berechtigt, dürfte ihm selbst unergründlich sein. Wieder einer fürchtet die Null(rero) und sonst nichts auf der Welt. Solche Methoden halten nicht lange aus und ihre Aichänger, wenn sie noch über einige Geldmittel verfügen, suchen„Rat und Hilse" bei dem prokesseur du jeu, einer gewissen üblen Art von P r o s e s s i o n i st e n, die in den Kasinozeitungen der aushorchenden Welt bekannt geben, wie man aus 200 Gulden in acht Tagen tausend macht, oder so ähnlich. Und es wundert einen nur, daß diese Spiel-Professoren ihre Erkenntnisperlen für ein Honorar von 50 Gulden vor die F. T. Säue werfen. In jeder Kasinozeitung finden sich etwa 10 solcher Anzeigen und man beginnt bei ihrer Durchsicht an dem Verstand der spielenden Menschheit zu verzweifeln. Viele der sogenannten Berufsspieler leben nicht vom Spielen, son- bern vom Verkauf ihrer recht zweifelhaften Systeme an noch minder Instruierte. Wirklich kenntnisreiche Spieler sind äußerst selten. Natur- gemäß! Menschen müssen, wenn sie etwas verstehen und sich dem Roulette gegenüber«ine Zeit behaupten wollen, eine beträchtliche Vorarbeit, Denkarbeit, Rechenarbeit geleistet haben. Und die Leute, die fähig sind und die Ausdauer haben, eine derartige Arbeit zu leisten, verwenden ihr Schmalz(in der Regel) zu anderen Dingen als zu spielen. Nur ein intensives Befassen mit dem Spiel, ein Ernstnehmen, ein Studieren, ein Analysieren der PernianenzUsten sührt zur Aus- deckung der wahren Spielgesetze und diese sind ebensowenig für 50 M. käuflich wie andere wissenschaftliche System«. Aber wie diese befreien sie von der Nervosität vor dem Schicksal. Der fachmännisch« Spieler weiß wie der Naturwissenschaftler, wo- mit er zu rechnen hat und teilt dementsprechend sein Kapital ein. Er erwartet nicht goldene Berge, keine Reichtümer, nur eine be- trächdichc Verzinsung seines Kapitals. Seine ist jedoch nicht die Bescheidenheit der so zahlreich in den Kasinos figurierenden älteren Domen, die, ach, nur wenig, nur 5 Gulden oder so gewinnen wollen ... als ob nicht mit derselben Chance 50 oder 500 solcher Dinger herauszukriegen wären. Wie in der Liebe erhält man alles oder nichts mit derselben Mühe und es hat keinen Sinn nach kleinen Happen zu ächzen. Der wirkliche Berufsspieler spielt auf lange Sicht, wobei wenig heraussieht, und man pulvert rein in den langen aufeinanderfolgenden Glücks- und Pechsträhnen... Fachmännisches Spiel ist nicht Geld ohne Arbeit. Wohl aber eventuell Arbeit ohne Geld! Also sprach Dr. machte wieder ein paar Züge aus einer neuen Zigarette und verschwand in den Spielsaal des Lebens. Seine höchst sinnreiche und schwierige Methode, alle seine»eigenen Spiel- saalerlebnissc und die eines blauen Spielfanatikcrs erfuhr ich ein andermal und ich muß nur das alles erst noch mal zusammensetzen: so wirr ist mir davon im Kopf. Es gibt keine so schwierige Arbeit. wie durch Millionenstudien sein Brot zu verdienen. Wahrhtzst>' Arbeiter-Rasenspiele am Sonntag Die Serien gehen weiter Am Sonntag wird in der Abteilung L der K r c i s t l a s s e ein bedeutsames Fuhballfpiel stattfinden. In Pankow stet?en sich auf dem Sportplatz in der Kissingenstrahe A d l e r 0 8 und L u ck e n lu a l d c II gegeniibcr. Die Pankower— noch stehen sie an der Spitze der Tabelle— werden alle Graste daransetzen müssen, um die Führung zu behalten. Nach der letzten Niederlage, die Adler in Luckenwalde von Hertha mit 4: 1 bezog, könnte man an einen leichten Sieg der Luckcnwaldcr glauben, wenn Adler nicht gerade mit der Stärke des Gegners wächst. Ein interessanter Äanipf um die Spitze ist deshalb zu erwarten.— In Teltow erwartet die dortige Turncrschaft den Ballspielverein Weistensce. Wenn die Tcltower sich nicht mehr Mühe geben als am letzten Sonntag beim Spiele gegen Eiche, dann sollte es bald mit der Herrlichkeit in der Kreisklasse zu Ende sein. Sie können jedoch bestimmt etwas und so werden sie einfach etwas zeigen müssen. Pankow- Niedcrschön- bausen fährt nach Luckenwalde zur dortigen fünften Abteilung. Ob es zu einem Sieg für Pankow reichen wird, ist sehr fraglich. Die Luckcnwaldcr haben in den letzten Wochen einen Elan an den Tag gelegt, wie man ihn selten sieht. Weitcrc Spiele:?m crsicn Bezirk soN am Sonntag die Entscheidung um die!?iihrung fallcn. Normannia und idbcrsprec stehen sich in der Wuhlheide, an der Rennbahn, gegeniibcr.?ISV. Zlcuköll» spielt gegen Boeker-Ciorkow. ssrohc Stunde gegen Eiche Ii. Südost gegen Baumschuienweg. Lichtenberg I lrrsft im Bereinsivettkanipf auf dein Sportplatz i» der nynaststratze ans Mi- iierva-Reukölin jiiil zwei Männern: nun schatten und einer Iugendmannschaft. Vansa gegen Saxonia.?n den Rehbergen erwartet Vorwärts-Wedding den Volkssport. Neukölln mit drei Miinncnnannschaften. Elstal gegen Staaken. Eharlottenburg gern Drewitz. Trechwitz gegen Kirchmöser, tbreb» gegen Ketzin. — Zweit« Matinschaften: Oberspree gegen Normannia. ASV.-Neukölln gegen Storkow. Ssidost gegen Wacker 30. Grebs gegen Ketzin, gehdcnick gegen Pankow. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften Uhr. Zweite Männer» Mannschaften 12V, Uhr. Bormittags spielen auf fast allen Plätzen die?ngcnd. nnd Schiilcrmannschaften. Handball 3n der 1. Klasse der Abteilung A wird dem Kreismeister Lolkssport-Weddiiig die Abteiümgsspitze nicht mehr zu nehmen sein. Die FT. Velten wird nicht viel bestellen können und Wedding das um 15.10 Uhr in den Rehbcrgcn beginnende Spiel gewinnen lassen müssen.— Ungewiß erscheint uns das Spiel Volkssport Wedding 3 gegen Eiche Köpenick aus demselben Platz um 10 Uhr.— Als interessanteste Begegnung dieser Abteilung dürft« das Treffen aus dem Platz in der Schönhauser Allee um 12.30 Uhr zwischen FTGB.- Nordost und FT. Velten zu nennen sein. Wir erwarten in Nordost den Sieger. Für die Abteilung B hat die Paarung FTGB.- Nordring mit FTGB.-Süden die größte Zugkraft: Platz in der Schönhauser Allee, Beginn 15 Uhr.— Eiutracht-Mahlsdors wird allerhand Mühe haben, wenn es ASV. Schöneberg auf eigenem Platz um 15.10 Uhr an der Hönower Chaussee bezwingen will. Die Luckenwalder Sportler haben die FTGB.-Oberspree zu Gast. Lucken- walde wird viel zu tun haben, einen Sieg herauszuholen. Beginn 15 Uhr in der Hetzheide. Bezirtsklasie Osten: ssTGB. Adlershof gegen Eiche-Köpenick ll um 10u Uhr Wuhlheide 254.—- SC. Rehfelde gegen FSB. Strausberg um l-t Uhr Richters- ivolde.— Frauen: Eintracht-Mohlsdorf gegen Eiche-Köpenick um 14'Uhr Mahlsdorf. BczirksNasie Norden: MTB. Bernau gegen FTGB. Rosenthal u�n 10 Uhr in Bernau.— FTGB. Norden l gegen ASV. Wedding um 13% Uhr im Humboldthain.— Frauen: FT. Hennigsdorf gegen FSB. Reinickendorf um 14 Uhr in Hennigsdorf.— FTGB. Nordring gegen AGB. Wedding um 15 Uhr Schönhauser Allee.— Volkssport Wedding gegen Bolkssport Wedding u um 14 Uhr Rehbcrae. Benrksklasie Süden: ATB. Rnhlsdorf gegen ASV. Schöneberg um 15 Uhr in Ruhlsdork.- Volkssport Neukölln M gegen FTGB. Silben Ii um 10.40 Uhr Volkspark Neukölln.— FT. Wilmersdorf gegen MTB. Sperenberg um 14 Uhr im Preußcnpark. Leibesübungen Ostring 1. Beginn 15 Uhr. Platz Ost Laskerstraße. Die Freie Turnerschast Groh-Berlin Tcmpelhof 1 und die Freie Sportvereinigung Pankow 1 treffen sich um 15 Uhr im Volkspark Mariendorf. Ein interessantes Spiel dürsten sich der Arbeiter- Sportverein Schöncbcrg 07 1 und die Freie Turnerschaft Groß- Berlin Osten 1 in Schöneberg, Rubenstraßc, liefern. Beginn 15 Uhr. Weitere Spiele: Sportverein Moabit is gegen Freie Sportvereinigung Pankow ll um d'.b Uhr Sportplag Tiergarten und Sportverein Moabit Iii gegen Arbeiter-Sport-Vercin Wcdding l auf demselben Platz um 10 Uhr.— Tennis Rot TV und DfL. Ostring III um Uhr Platz Ost.— Freie Turner- schuft Groh-Berlin. Tempelhof ll, gegen Arbeiter-Sport-Berein Rot Weih lll um r.v:3 Uhr Volkspark Mariendorf.— Freier Hockey-Elub Spandau ll gegen Volkssport Neukölln. Britz IT um 13 Uhr in Spandau.— In der Frauengrupve spielen: Arbeiter-Sport-Berein Rot-Weih gegen Verein für Leibesübungen Ost- ring um l-V-j Uhr Schönhauser Allee.— Tennis-Rot I gegen Volkssport Neu- kölln- Britz um 13 Uhr auf Platz Ost und Tennis-Rot ll und in um 14 Uhr auf gleichem Platz.__ Um die Sdvwimineisterschaften im 1. Kreise des ATSB. Am Sonntag, 22. November, führen die Schwimmer des 1. Kreises im Arbeiter-Turn- und Sportbnnd im Lunabad die Kreismeisterschaften durch. Im Männercrawlschwimmen wird die Entscheidung Mischen G r ü h n-Chorlottenburg, Richter- Freiheit und F r o h n- Neukölln liegen, wahrend im 100-Meter- Jugend-Brustschwimmen zwischen O u i ß- Möwe und Lehmann- Berlin XII ein schorfer Endkampf zu erwarten ist. Im Jugend-- crowlschwimmen kann es der Neuköllnerin Menne r gelingen, E hr i n g s h a u s e n- Union knapp zu schlagen. Das Männer- kunstspringen, dos nach nie seine Anziehungskraft verfehlte, wird auch an diesem Tage wieder eines der besten Werbemittel für den Arbeitersport sein. Die meisten Teilnehmer vereinigt das Männer- brustschwimmen über 100 Meter. Von den 22 Teilnehmern haben B e ck e r- Neukölln, T i e d k c° Berlin XII und W a g n i tz- Hellas die größten Chancen. Der Kunftreigen, geschwommen von den Frauen des 1. Kreises, der in Wien großen Antlang fand, wird auch die verwöhntesten Zuschauer zufriedenstellen. Auf die-t-mal- IllO-Meter-Crowlstasfel kann man sehr gespannt sein. Die Hellas- Mannschaft, die sich in sehr guter Form befindet, wird sie nicht nur gewinnen, sondern auch den Bundesrekord ganz erheblich verbessern. Den Abschluß des Festes bildet das Wasserballspiel zwischen dem Bundesmeister Charlottenburg und Hellas. Beginn der Welt- kämpfe 18.30 Uhr. Nach Schluß des Festes findet ein K ü r b a d e n statt, an dem alle Besucher teilnehmen können. Eintrittspreise für Erwachsene 50 Pf., für Jugendliche und Erwerbslose gegen Ausweis 30 Pf. Karten sind an der Kasse des Lunabades erhältlich. Arbeiler.wasferball.vorschou. Aeußerst spannend verspricht das am Sonnabend, 21% Uhr, im Lunabad zum Austrag kommende Scrienspiel zwischen Charlottenburg und Möwe zu werden, denn Möwe zeigte sich am letzten Sonntag im Spiel gegen Freiheit.-i» einer ausgezeichneten Form. Daß der Kampf trotz der am darauf- folgenden Abend stattfindenden Kreismeisterschaften stattfindet, zu denen beide Vereine gemeldet haben, spricht für die Terminnot, der die Wasserballspieler in besonders hohem Maße ausgesetzt sind. Hockey In den Spitzengruppen begegnen sich der Arbeit«r-Sportverein Rot-Weiß 1 und Verein für Leibesübungen Ostring 2 um 14 Uhr in der Schönhauser Allee. In Spandau, Wilhelmstraße, spielen um 14,30 Uhr der Freie Hockeyklub Spandau 1 und der Sport- verein Moabit 1. Arbeiter-Sportnerein Rot-Weiß 2 empfängt Volkssport Neukölln-Britz 1 um 12,30 Uhr in der Schönhauser Allee, Im P f l i ch t s p i e l treffen sich Tennis-Rot 1 und Verein für H Jahre Tennis-Rot Groh-Berlin Die Gründungsfeier am Sonnabend in den Kammersälen bringt außer dem Fahnenaufmarsch die Mitwirkung des.Lungen Chores" und der„Roten Raketen". Mitglieder des Vereins werden eine Sportgroteske aufführen und der Vorsitzende begrüßte alle zum Fest Erschienenen. Anschließend an den Kunstteil Ball und Tom- bala. Eintrittskarten zum Preise von 1 Mark bei Dietz-Verlag (Genosse Hirsch), Berlin, Lindenstr. 3, Geschäftsstelle des ATuSB. (Max Richter), Berlin N., Elfäsfer Str. 86— 88 IV; Cilly Hilmer, Danziger Str. 52, und an der Abendkasse. Der Ucberschuh kommt den Erwerbslosen des Vereins zugute. Ungarische Amateurboxer in Berlin Im gut besuchten Saalbau Friedrichshain führte die Box- abteilung des Polizeisportvereins ein Turnier durch, das durch die Beteiligung einiger Ungarn internationale Bedeutung erhielt. Bon den ungarischen Gästen wurde der Mittelgewichtler S z i g e t i zwar Turniersieger, sonderlich zu gefallen wußte von den Magyaren jedoch keiner. Szigeti traf im Vorkampf auf den Mittelgewichtler Campe(Polizei), de» er nach Punkten abfertigte. Durch die gleiche Entscheidung blieb er auch über Hornemann (Polizei), der vorher den Kottbusser Geißler geschlagen hatte, er- folgreich. Mit einem Mißklang endete der Kampf der Leicht- gewichtler, zu dem der deutsche Meister Donner(Polizei) ausnahms- weise Starterlaubnis erhalten hatte. In der Vorrunde verlor der Ungar Forgas gegen Donner, der im Endkampf auf den Gubener Schwarz, der Pappstein(Polizei) gcsck, logen hatte, traf. Schwarz hatte in fast allen Runden leichte Vorteile aufzuweisen, das Kampf- geeicht gab aber dem Polizisten den Sieg. In de» Rahmcnkämpfen traf der Ungar Ken auf den Halbschwergewichtler Gaikowski (Polizei), mit dem er sich unentschieden trennte. Surma(Polizei) fertigte den Magdeburger Schwergewichtler Boumami nach Punkten ab._ Macht Kinder sroh! Unter diesem Motto eröffnet die Freie Turnerschast Groß-Berlin, Bezirk Tempelhof, heute. Freitag, eine zweite Kindcrabteilung für Knaben und Mädchen. Die Uebungs- abende finden jeden Freitag von 18 bis 20 Uhr i» der Turnhalle, Manteuffelftraße 66, statt. Das Stuttgarter Sechstagerennen endete mit dem erwarteten Siege der Kölner Rausch-Hürtgen. die damit zu ihrem fünften Sieg kamen. Ihre» ersten Sechstagesieg trugen die Kölner im Jahre 1928 in ihrer Heimatstadt davon, dann buchten sie im vergangenen Jahre drei Siege: in Berlin, Köln und Dortmund. Die Freie Tiirtterschnst G-osi-B-rlin. Bezirk Sndest-Trcvtew, nimmt zur Er. qänzunq der Sandballsvicl-Mannlchaiten für Männer nnd Freuen noch Ml«. olieder aus. Meldungen Dienstogs und Freitags um 20 Uär IN den Uebungs. obcndcn, Bouchsstr. 7V- Freikä-verkulturb-ziri. Der Hermabend der Gruppe I Moabit findet rcqelmäsiig Freitags um 2« Uhr in der Schule, Qultzowltr. ll.i. statt. Heute. 21). Nopcmbcr, Epiclabcnd.„, Radfahrcr„Salidarität". Touren Sonntag, 22. November. 2. Abt.: Bciuch des Planetariums am Zoo. Start vorn: Eingang um 1«',2 Uhr.— 3. Abt.: Fufitout. Streitzug durch die Müggelberae. Start: 13 lltzr Motiarmcnplo�. Endziel Schmctterlrngsharst.—(i. Abt.: Ziel am Start. Start: 12% Uhr oclt. Kopcnhaqener Str. 17.— Abt. Wedding: Elfen. Duelle, �tart: 8 Uhr her Schreiber, Triftftr.«3.— Friedrichshain igemifchte): Fsir all- Friedhot Fr, cd. richsfelde. Start fsir alle 13 Uhr Petersburger Platz.— Moablt: Ziel am Start. Start: 13 Uhr bei Schmidt, Biclefstr. 17.— Weißensee: Frei an, Start. Start: 13 Uhr Antc„platz.— Neukölln: Ziel am Start: Start: 13 Uhr Hohen. zollernplatz.— Rennfahrer, Berlin-Mitte: Traiuingstour nach Mlchendorl. Start: 8 Uhr Brandenburger Tor. Tauristenpercin„Die Raturfreundc". Freitag, 2«. N-vcmbcr. 20 Uhr. Abt. Eharlottenburg: Spreestr. 30. Sowjetrußland.— Faltbootabtetlung: Johann, s. straße 1ö. Epört und Kultur.— Britz: Chaufsc-ftr. 18. Ursprung der R-sor. mation— Iugcndgruvpc Humboldthain: Pank- Ecke Wicsenstratzc. Gruppen. fraaen— Treptow: Elscnstr. 3. Rezitation und Musik.— Vinctaplatz: Lartzing. Ecke Graunstraße. Auf großer Fahrt fLichtbilderl.- Ssidost: Wrangelstr. 128. Spiclabcnd.— Photo, Osten: Frank, urter Allee 307. Lichtbildervortrag.— lüioto Neukölln' Bcrgstr. 29.— Schönhauser Vorstadt: Raitenborger Str. 16. Die Urgesellschaft und ihre� Lebensfarm"- Rant.g, 23. N°°cmbee. 2« Ubr. Photogc, neinschaft: Johannisstr. 13. 30 Jahre Naturfreundcbewcgung flicht. bilder,'ortrag).— Malgcineinschaft: Wrangelstr. 128.— Fahrten am Sonlitag. dem 22. November:'Abt. Wedding! Hoppcgartcn— Zepernick. Treffpunkt s Uhr Bahnhof Hoppcqarten iSonnemann).<> Voltssport Reukölln-Vritz. 2. Jugendlichen-, 2. Iungmadchen-, 2. Frauen., 2. Männcrabtcilnng. Gcmcinschaftsversammlung heute, Freitag, 19'." Uhr. brr -Becker, Britz. Chausseestr. 97. Wichtige Informationen zur nächsten Woche („Voltsfport.Serbllwcrbung").,., Solibarität, Krattfahrer. Touren fsir Sonntag, 22. November. Abt. Frred. richsbain: Ziel am Start. Start: 10 Uhr Landsberger Vlatz.— Abt. Tempel. hof.Maricndorf: Ziel am Start. Start: 10 Uhr Kurfsirsten. Ecke Schsitz-i,. straße.— Kraftfahrer-Abteilungsleiter! Montag, 30. November, 20 Uhr, Holz. orbeiterverhandshana, Rungestraße.. Sonalistifchc FreikörperlnItur.Badeabendc. Die sozialistische Freikärper knlturbewegiinq(Vund der Körperkultnrfchule Adolf Koch, im Verband der V-lksa-sundbeit) veranstaltet jeden Montag 1891 Uhr und jeden Freitag Uhr Nacktbadeabcnde im Stadtbad Gartenstr. 5. Antragsberechtigt ,ur die Badeabende sind: Parteiaenosscn, Mitglieder der freien Gewerkfchaiten, der fazialiftlschen Jiiaend einschlicsilich Kinderfreunde und Arbeiterlportler. Un- kostcnsatz ciiischlieiMch Gnmnastik fsir Ballverdiener 10 Pf., fsir Arbeitslose und Juaenbliche 20 Pf., schulpflichtige Kinder unentgeltlich. «f«. Proles. Sanntag. 22. Nopember, Bereins-Riegentreffabist: Wendeii. schlotz zum Seqelklub Fraternitas. Gäste willkommen. Die Männeralters- ricgen treffen sich 8.40 Uhr Ecke Falckenstein. und Schlesische Straße. Unter- wegs Faustballspiel Osten gegen Nordgruppe. V/in sssovs rsias �/ol>s krsnen-k�SnTel gnäKts Wsitsn A9.— 39.— Loden- Mäntel in allen Weiten 39.— 29.— Maßantertigung besonders lür stärkere Damen Camsnmänlei» Fabrikation und Handlung LmU 19.- 29.- 17." aisidiänsiesWeilinadilsgeslieRk Cas entzilckeniie Kleid Der mollig? Ulantel Die sdiSRSte Eluse Oer waime Fuliower zu zeitpemäßen, söion ,'ptzt nordücesctEleo Preisen Das altbekannte Spezialgeschäft für Damenkonfektion UI. StiDM Kail., Sellin._ BeilHIIiance-ltralie 105 1. 101 1 BETRIEB /-Tk KEMPIHSkint* 9 StoUa Von[eher waren die Beziehungen der guten Welss-Kleidung zum bescheidenen Geldbeutel besonders gute. Jetzt aber wollen wir uns selbst übertreffen! Unsere Firma besteht in diesen Tagen Jahre. 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