BERLIN Sonnabend 21. Aovember 1931 10 Pf. Tit. 546 B 223 43. Jahrgang Erscheinttäglich außerSonntags. Zugleich Abeudausgabe des„Borvärts�. Bezugspreis für beide Ausgaben 83 Pf. pro Wocke, 3.60 M. pro Monat (davon So Pf. monatlich fiir Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs-. und 72 Pf. Postbestellgebühreu. SfuUaukgaße Jeh„\bh0wd6 £ft cinfcaiti«, SluncarriBtjeUt 80 Vf., KtHamt j, U« SM. Erwäßiguiig«, nach Tarif, vokschcckkonlo: Bar«»rtt.B-rIa» G.m.b.H.. Brrlin Rr. A7SS6.- Der Lcria, b-hält sich dai Recht der Lblebnung nicht genehmer ilnicige» rer' Redakti»« und Srpeditio«: Berlin EM 08, xindcnstr. 3 Sernsvrecher: Dönboff(A 7) 297—207 Die Geistlichkeit warnt Es muß Schluß sein mit der Verelendung Bochum. 21. November.(Eigenbericht.) Die katholische Geistlichkeit Groft-Bochumö hat im Beisei» bes Bischofs von Paderborn eine Gntschliehung gefaßt, in der festgestellt wird, daß die Lage der Bergarbeiterfamilicn durch Lohn- Herabsetzungen, Feierschichten und Stillegungen eine kaum mehr tragbare Verschlechterung er» fahren hat. Die als..vorsorgliche Maßnahme" ausge- sprochene Massenkündiguus der Eiuzclarbeitsver- träge werde von den Bergarbeitern als Vorbereitung zu einer unfriedlichcn Lösung des Lohnstreits empfunden. „Daher", so heißt eS weiter,„warnen wir, ge» tragen von dem Bewußtsein unserer Verantwortung für die unserer Seelsorge Anvertrauten, im Hinblick aus eine wachsende Radikaliseruug der Bevölkerung des Nuhrgebiets auf das eindringlichste vor jedem einseitigen Schritt, der unabsehbare schlimm« Folgen nach sich ziehen könnte. Wir bitte« alle in Betracht kommenden In- stanzen, die Verbände und die Staatsbehörden zur Ver- hütuug dieser Gefahr rechtzeitig alles zu tu«, was der schwergeprüfte« Bevölkerung des Ruhrgebiets eine neue«« h e i l d r o.h e n de Kraftprobe zu ersparen geeignet ist." Grubenkatastrophe in England. 24 Äerglente getötet, 30 schwerverletzt. London, 21. November. Ein schweres Grubenunglück ereignete sich auf der Bcntley-Grube in der Nähe von Doucaster, durch das nach den bisherigen Feststelluugeu über 2 4 Berg- leute getötet und 3ll schwerverletzt worden ßnd. Einzelheiten fehlen noch. Von den benachbarte« Gruben kamen sofort Rettungsmannsckplsten den Ver- letzten zu Hilfe. Soweit in den frühen Morgenstunden des Sonnabend bekannt war. find 24 Sergleute bei dem Grubenunglück in der ventley- Grube iu der Sähe von Doucaster getötet und etwa Z0 verletzt worden. Das Unglück enlsland durch ein A e u e r in einem Auge». blick, in dem rund 1000 verglcule in der Grube arbeitelen. llrber g00 Sergleulen gelang es, sich vor den einstürzenden Schacht. lrümmern zu reiten. Shindenlong wurden die Toten und Ser- lxhten durch die hilssmannschaslen ans Tageslicht gebracht. Am Eingang der Grube warteten große Mengen von Frauen und Kindern. l_ Veranstaltungen am Totensonntag. Nur nichtgewerbsmäßige Veranstaltungen ohne Musik. Der Polizeipräsident von Berlin macht durch den Amt- licheu preußischen Pressedienst aus seine Vekanntwachung vom 4. Oktober aufmerksam, wonach össenlliche sportliche und ähnliche Veranstaltungen am Totensonntag nach der Zeit des hauplgoltesdlenfles. also ob 12 Uhr. unter der Voraussehung zulässig sind, daß sie nicht gewerbsmäßig betrieben werden und daß keine Musikbegleitung stattfindet. Schöning muß niederlegen. Heute nicht mehr im Amt erschienen. Das aufsehenerregende Ergebnis der gestrigen Vernehmung des Generaldirektors der Berliner Hafen- und Lagerhaus-Gesellschast. Schüning. im Sklarek-Prozeh hat dem Oberbürgermeister Dr. Sahm Veranlassung gegeben, sich über die Angelegenheit ausführlich Bericht erstatten zu tasten. Sine direkte Einsluhnohwe aus die Ge- schäflsführung der„Behala" steht der Stadt Berlin nicht zu, da sie oo diesem privaten Unternehmen nur mit 25 Prozent des Aktien- kapital» beteiligt ist. Es besieht jedoch fein Zweifel, daß der bis- herige Leiter der..Behala" in kürzester Frist sein Amt wird viedetlegeu müssen. Schüning ist heute nicht im Dienst er. schienen. Ein Rücktriltsgefuch von ihm liegt jedoch bis zur Mittags- stunde nicht vor. Der Aufsichlsral der„Behala" hat wegen der Kürze der Zell noch keine Beschlüsse fassen können, wird sich jedoch uoravssichkllch sehr bald mit der Angelegenheit befassen. Am Grabe der Hoffnungen „Hier ist doch was ausgerissen?" „Ausgerissen?- Wird der Direktor Seiffert sein!" Das System! Zum Zusammenbruch der Hausbesitzerbank. Deutschland hat einen neuen Bankkrach. Es gibt wieder einmal 36 000 Menschen und Familien, die um ihre Erspar- nissc in Sorge sind. Wieder einmal ertönt der Appell an den Steuerzahler, in erster Linie an die arbeitenden Massen, die heute fast allein die Steuerzahler sind» die Bedrängten vor größeren Verlusten zu bewahren. Die Ungerechtigkeit für die bedrohten Sparer wird dadurch nicht kleiner, daß es in erster Linie Fleischer, Bäcker, sonstige Handwerker und kleine Grundbesitzer sind, deren Gelder bedroht sind. Das Pikante an dem Zusammenbruch der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz ist, daß es der Führer der preußi- schen Wirtschaftspartei ist, der in hohem Maße mitverant- worllich und mitschuldig an der Schädigung der von ihm Geführten ist: aber das ist kein Trost für die Sparer und min- dert die Last nicht, die hier durch unverantwortliche und auch verbrecherisch« Wirtschaftsführung dem Reich wieder auf- erlegt wird. Und das Objekt selbst ist auch kein Pappenstiel. Es handelt sich um 90 Millionen Mark Verpflich- t u n g e n eines in leichtfertigster Weise aufgeblähten Banken- konzerns, bei dem die Verluste Dutzende von Millionen er- reichen werden. Die ganze um das Ansehen der privatkapitalistischen Wirtschaftsführung besorgte bürgerliche Presse ist wieder sehr eifrig dabei, auch den Fall Seiffert-Ladendorff nur als Ausnahmefall und als kriminelle Angelegen- heit zu bagatellisieren. Man hat das ja auch bei der F a v a g getan, man tat es bei der N o r d w o l l e und man hat es auch bei Schultheiß-Patzenhofer ver- sucht, von den Dutzenden anderer Skandale ganz zu schweigen. Man spekuliert auf die Vergeßlichkeit im Volk, man schreibt über die Skandale möglichst wenig, nicht mehr, als es die Furcht vor der Verletzung des journalistischen An- stand es noch zulaßt, und deckt den Mantel der christlichen Nächstenliebe im Dienste d« privatkapitalistischen Witefchasts- führer über alles, was das öffentliche Gewissen zur Schaffung einer vernünftigen Wirtschaftsführung wachrütteln könnte. Schon daß das Reich auch hier wieder mit Geldern einspringt, während man schuldlos aus der Arbeit Geworfene hungern lassen muß und für die Winterhilfe kein Geld hat, kennzeichnet das Unmoralische solcher Bagatellisierungsver- suche. Roch viel wichtiger aber ist ein anderes: Der Zusam- menbruch der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz, wo wieder 36 000 Menschen und Familien in Sorge und sehr viele in Verzweiflung geworfen werden, ist ein neues Glied Preußen gegen Gehaltsabbau. Erst muffen die preise herunter. Die Vertreter des Preußischen Beamtenbundes wiesen bei einem Empfang beim preußischen Finanzminister aus die Erregung hin, die innerhalb der Beamtenschaft durch die Gerüchte über eine bevor- stehende weitere Gehaltskürzung entstanden seien, Finanzminister Klepper erwiderte, daß nach seiner Ansicht weitere Gehaltskürzungen als ausgeschlossen anzusehen seien, solange nicht eine weitere Senkung der Lebenshaltungskosten eingetreten sei. Wir glauben an- nehmen zu dürfen, daß die Auffassung des Finanzministers der der preußischen Regierung entspricht. Die Flieger von Konstanz. Nur paßvergehen vorliegend. Ein Antrag der italienischen Regierung ans Bestrafung der in Konstanz verhasteten Italiener ist bisher nicht eingegangen und im Auswärtigen Amt glaubt man auch kaum, daß ein solcher Antrag noch gestellt werde» wird. Dann aber könnten die drei Verhafteten nur wegen p a ß d c l i k l s verfolgt werden. Bankenausschuß in Berlin. B.I.Z.-Ausschuß in Basel. Der Deutsche Bantenausschuß, auch„Schulduerausschuß" genannt, hat die Gläubigerausschüsse aus den beteiligten elf Ländern aufgefordert, nach Berlin zu kommen, um Über die Verlängerung des Stillhalteabkommens zu verhandeln, das am 29 Februar kom- inenden Jahres Abläuft, Für den Baseler Ausschuß der sieben Staatsbanken haben diese Vertreter zu ernennen. Diese sieben Mitglieder wählen vier weitere hinzu. Mitglieder des stüheren Wigginausschusses gehören diesem Baseler Ausschuß nicht an. Ebensowenig Mitglieder des Deutschen Bankenausschusses, zumal beide wahrscheinlich in ziemlicher Eni- fernung voneinander arbeiten werden. in der Kette jenes furchtbaren Zerstörungsprozesses, der durch die absolut unzulängliche privatkapita- listische Wirtschaftsführung im Rechtsbewußtsein des deutschen Volkes sich vollzieht. Da sind die Milliarden Fehlinvestitionen in der deutschen Großindustrie und die dabei eingefrorenen Hunderte von Kreditmillionen, die zwei Großbanken ohne Hilfe des Reiches zum Einsturz gebracht hätten. Die Börsen- kurse sind auf der ganzen Front zu Bruchteilen des Nominal- werts eingebrochen. Hunderttausende von Aktionären sehen heute ihr Vermögen dahinschwinden. Da sind Zehntausende von armen kleinen Beamten, die mit Ermunterung der Be- Hörden genossenschaftlichen Beamtenbanken ihr Gehalt und ihre Notgroschen anvertraut haben. Für sie hat es keinerlei öffentliche Hilfe gegeben, sie müssen als„Genossen" noch Nachschüsse zur Deckung der Verluste zahlen. Diese'Hehn- tausende aber sehen, wie nur deshalb, weil eine verantwort- liche Reichspolitik Großbanken und Schwerindustrie einfach nicht pleite machen lassen kann, man der großen Bankkund- schast ihre Einlagen und ihr Vermögen durch Staatsgorantie erhält, für die den Beamten noch Gehaltsabzüge gemocht werden müssen, wenn das Reich aus der Garantie Verluste zu decken haben wird. Auf derselben Linie liegt es, wenn in ihrem Vermögen durch eigene Mißwirtschaft bedrohte In- dustriemagnaten, wie Thyssen, Vogler, Wolfs usw. usw.. jede vernünftige Wirtschaftspoliti! in Deutschland ver- hindern, Lohn» und Gehaltsabbau fordern und die primitiv- sten Kommunal- und Wohlfahrtsmaßnahmen stillegen können, nur weil die neuen absolutistischen Herren des Hochkapitalis- mus die Domänen ihrer Herrschaft und ihres Einflusses nicht verringert sehen wollen. In dieser selben Bahn müssen auch jene 36 000 Geschädigten der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz zu jenem unabsehbaren Heer gestoßen werden, das daran verzweifeln muß, daß in Deutschland noch Recht und Billigkeit herrscht. Man soll doch endlich damit aufhören, dre Oeffentlichekit darüber zu täuschen, daß das System unserer privatkapitalistischen Wirtschaftsführung und auch die Halbheit der Reichsregierung bei den notwen- digen Eingriffen es sind, die zu jener politischen Verzweif- lungsstimmung im ganzen breiten Bürgertum geführt haben, das jetzt um jeden Preis nur„etwas anderes als das Ver- gangene" will und das so, und nur deshalb, der Charlatanerie der Hitler-Vewegung in die Arme getrieben wird. Der Fall Seiffert und Ladendorff ist ein Stück dieses Systems unzulänglicher privatkapitalistischer Wirtschafts- führung, von dem man— wie 1918 beim„alten System"— jetzt wirklich bald sagen kann, daß es niemand mehr hinter sich hat. Der Fall der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz gehört zu jenem System, das ohne organi- sierte gesellschaftliche und staatliche Kontrolle einfach nicht mehr lebensfähig ist. Es besteht kein grundsätzlicher Unter- schied zwischen dem Zusammenbruch der Danatbank und der Dresdner Bank und dem Zusammenbruch dieser Bank. Die Großbanken haben Milliarden fremder Gelder falsch in- oestieren und einfrieren lasten. Die Berliner Bank für Handel und Grundbesitz hat die Gelder ihrer Einleger eben- falls nur zu Profitgeschäften in Aktientäufen und zur Aus- dehnung ihrer Konzernmacht angelegt und die Risiken nicht geachtet. Bei den Großbanken sind die allerschwersten Ver- luste eingetreten? nur find diese Verluste, weil sie zu groß sind, zum Schaden der Gesamtwirtschaft nicht realisierbar. Bei der Seiffert-Ladendorff-Bank sind auf dieselbe Weise Verluste entstanden, nur werden sie möglicherweise bei den Sparern realisiert, weil die Verluste nicht groß genug sind und weil es sich nicht um Herren handelt, die genug Einfluß haben. In beiden Fällen ist die falsche Geschäftspolitik mög- lich gewesen, weil es keine Instanz gibt, die über die Gelder von Privatleuten bei den Privatbanken wacht, weil alle privaten Aufsichtsinstanzen wohl an der persönlichen Bereiche- rung durch Tantiemen, nicht aber an einer sorgfältigen Wirt- schafts- und Geschäftsführung wirklich interessiert sind. Nur so war es möglich, daß auch bei der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz die Verpflichtungen fünfzigmal so groß als das Aktienkapital und dreißigmal so groß als Aktienkapital und Reserven zusammen werden konnten. Die Möglichkeit, daß es zu einer solchen ungeheuerlichen Häufung von Buch-, Bilanz- und Prospektfälschungen, zu krimineller Fahrlässigkeit und krimineller Bereicherung in Deutschland kommen konnte, wie wir sie in den letzten Iahren erlebt haben, das hat mit den Menschen nichts Entscheidendes mehr zu tun. dafür ist allein noch das System der unkon- trollierten Wirtschaft oerantwortstch zu machen, das in hoch- kapitalistischen Verhältnisten und nach solchen Erschütterungen, wie sie Krieg und Inflation gebracht haben, in Deutschland langst nicht mehr existieren dürfte. Das ist die Lehre, die aus dem Beispiel der Berllner Bank für Handel und Grundbesitz und aus den Aengsten der neuen 36 000 Geschädigten und Betrogenen für Deutschland zu ziehen ist. Man hat noch wenig begriffen, daß die Siege Hitlers der Anziehungskraft der Hitlerschen Ideen nichts. der Verzweiflung des Bürgertums aber über die zerstörenden Ungerechtigkeiten der jetzigen Wirtschaftsführung in Deutsch- land alles zu verdanken haben. Das Bürgertum verläßt das heute ruinös gewordene kapitalistische System, es wendet sich nicht gegen den Marxismus, wie Hitler und seine Geld- geber glauben machen möchten. Rur die Ahnungslosigkeit, Gutgläubigkeit und intellektuelle Versührbarkeit des Bürger- tums läßt die Dinge bis heute noch anders erscheinen. Die politischen und gewerkschaftlichen Organisationen der Ar- beiterschaft haben dem Reichstag und der Reichsregierung feit Iahren ausgearbeitete Gesetzentwürfe zur staatlichen Kontrolle der Kartelle und der Banken, zur gesellschaftlichen Verhinderung des mit dem hochkapitalistifchen System notwendig verbundenen Machtmißbrauchs und der mit ihm unvermeidlichen Kapitalfehlleitung vorgelegt. Die Durchführung dieser Kontrollen sind die vordringlichen wirt- schaftspolitischen Kernfragen der Gegenwart schlechthin und werden es bleiben. Oie Pensionskürzung. Reichsbahn und Reichsbank werden eingeschlossen. Der Haushaltsausschuß des Reichstages begann die Einzel- beratung des Entwurfs eines Pensionskürzungsgesetzes, der im Dezember 1930 vom Finanzministenum eingebracht wurde, seinerzeit nicht zur Erledigung kam und teilweise in die dritte Not- Verordnung vom 6. Oktober 1931 übernommen worden ist. Sollte d«r letzt zur Beratung stehende»erfassungsändernde Entwurf mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit angenommen werden, so würde damit der entsprechend« Abschnitt der dritten Notverordnung außer Kraft gesetzt sein. Abg. R o ß m a n n(Soz.) als Berichterstatter macht darauf auf- merksam. daß mit dem Z 1 festgelegt wird, daß Pensionen beim Bezug von sonstigen Einkommen zu kürzen sind. Der entscheidende Z 1 wird in erster Lesung ohne Debatte und ohne Widerspruch(auch die Deutschnationalen widersprechen nicht) angenommen. Zum Z 2 wird ein sozialdemokratischer Antrag mit großer Mehrheit gegen die Deutsch« Dolkepartei angenommen, der Reichsbahn und Reichsbant in da« Penstonstürzungegeseg mit einschließt. Die Regierungsvorlage sieht vor(sj 5), daß Nebeneinkommen bis zu 6090 M. jährlich bei der Pensionskürzung außer Betracht bleiben sollen. Dieser Satz wird nach sozialdemokratischem Antrag auf 4000 W. herabgesetzt Kampf gegen den Krieg Verhandlungen im Rai— Japan marschiert weiter Pari», 21. November.(Eigenbericht.) Briand hat am Freitag nach der geheimen Beratung der Rats- Mitglieder, an der China und Japan nicht beteiligt waren, den chinesischen Gesandten Sze empfangen, den er von der japanischen Z u st i m m u n g zu der Entsendung einer Untersuchungskommission unterrichtet«. Es ist noch nicht bekannt, ob der chinesische Delegierte sich mit dem Vorschlag Japans einverstanden erklärt hat; er hat aber.nach der Unterredung zu einem französischen Journalisten gc- sagt, daß China Vorbehalte über die Untersuchung mache, deren Tragweite und Charakter noch nicht festgelegt sei. Selbst wenn sie beschlossen würde, betrachte China den sofortigen Rückzug der japanischen Truppen als Vorbedingung. Cs sind also noch große Schwierigkeiten zu überwinden, doch glaubt man in Rats- kreisen allgemein, daß China sich schließlich mit der Entsendung der Untersuchungskommission einverstanden erklären wird, da es diese ursprünglich selbst beantragt hatte. Nach dem„Matin" soll sich in der geheimen Beratung am Freitag, der eine Unterredung Briands mit Poshizawa voranging, ergeben haben, daß Meinungsverschiedenheiren zwischen den Rats- Mitgliedern und General Dawes einerseits und der japanischen Dele- gation andererseits über die Tätigkeit und die Abgrenzung der Boll- machten der Kommission bestehen. Gespräch zwischen Lapan und Sowjetunion. Moskau, 21. November. Litwinoff hat gestern den japanischen Botschafter Hirota empfangen. Hirota gab dabei Erklärungen ab. Litwinoff entgegnete auf die Ausführungen Hirotas: Die Sowjetregierung nimmt mit Befriedigung Kenntnis von Ihrer Erklärung, daß die japanische Regierung anerkenitt, daß die Sowjetregierung es strikte unterlasse, sich in den chinesisch-japanischen Konflikt einzumischen. Eine Aehnlichteit zwischen den heutigen Ereignissen in China und dem Konflikt zwischen der Sowjetunion und China im Jahre 1929 bestcht nicht. Ungeachtet der unzweifelhaften groben Ver- letzungen der Vertragsrecht« der Sowjetunion durch die chinesischen Behörden ist die Sowjetregierung nicht in die Mandschurei ein- gebrochen. Erst nach wiederholten Uebersällen einer chinesischen und russischen weißgardistischen Abteilung überschritten Sowjel- truppen dl» mandschurische Grenze, um den Ueberfall abzuwehren, diejenigen, die den Ueberfall oerübten, zu entwaffnen und weitere Ueberfälle zu unterbinden. Dabei ist die Frage, ob eine, wenn auch zeitweilige Okkupation chinesischen Gebiets durch Sowjet- truppen, die Absetzung der bestehenden Behörden und die Einsetzung neuer Behörden möglich sei, nicht aufgetaucht. Die Sowjetregierung machte dabei von ihrer militärischen Ueberlegenhett und von der Schwäche Chinas� keinen Gebrauch, um China irgendwelche neuen Bedingungen aufzuzwingen oder nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Konflikt entstandene Probleme zu lösen. Die s ü d- mandschurische Bahn steht unter voller Verwaltung und Kontrolle Japans und wird von japanischen Truppen beschützt, während sich die Ostchinabahn unter gemischter sowjetrussischer und chinesischer Verwaltung befindet und ihr Schutz ausnahmslos chinesischen Behörden unterstehenden Truppen anvertraut ist. Die Sowjetregie- rung hat freiwillig darauf verzichtet, von den Privilegien der Zarenregieruyg Gebrauch zu machen, wonach sie eigene Truppen auf dem chinesischen Tell der Ostchinabahn unterhalten darf. Daraus folgt, daß die Verhältnisse auf der südmandschurischen Bahn mir den Verhältnissen auf der Ostchinabahn nicht gleichgestellt werden dürfen. 15 000 Japaner in der Mandschurei. Tokio, 21. November. Der japanische Vertreter in Paris hat die Weisung erhalten, jeden Vorschlag eines Waffenstillstandes in der Mandschurei abzulehnen, da ein solcher nur gemacht werden könnte, wenn ein Kriegszustand bestünde. Ferner würde er es den Chinesen ermög- lichen, Streliträfte von mehr als 200 000 Mann gegen 15 000 Japaner zusammenzuzichen und Japan verhindern, sich gegen Soldaten- und Räuberhorden zu verteidigen. Sozialisierte Grundbesitzer. Ludwig Katzenellenbogen Ham'se nochmal rauc gezogen. Aber bei Direktor Scisfert Hat die Lage sich oersteifert. Seht mit Hundertfünfzigtausend — wuppdich— ihn ins Ausland sausend! Lodendorff ist jäh erblaßt: Denn hier winkt kein Wohnpalast, Sondern e« erscheint von ferne Jene düst're Miettaserne, Die— o welche Gänsehaut!— Oesfentlich der Staat gebaut. Darin wohnt ein jeder gratis (wie marxistisch dieser Staat ist). Ja. ihm dürfen diese sündigen Direktoren nicht mal kündigen. Ueb erreich an Paragraphen Droht die Haueordnung hier Strafen. Hauspascha, hier lernst du gut, Wie dem Mieter oft zu Mut. Schlüssel hat nur der Portjeh. Manchmal plagen dich die Flöh, Und zu allem noch die Pein: Hier darfst du nicht Hauswirt sein! Ladendorff, der du gepredigt, Der Marxismus sei erledigt: So erlebt ihn doch manchmal Da» privat« Kapital.......... werden. Gleichzeitig wird Marcus selbst vom Gerichtsarzt auf feine Haftfähigkeit untersucht. Von diesem Gutachten sowie von dem Cr- gebnis der amtlichen Vllcherprüsung wird es abhängen, ob Marcus weiter auf freiem Fuß gelassen wird oder nicht. Jonathan. Auf der Suche nach Seiffert. Die Untersuchung des Staatsanwalts.— Villa und Autos beschlagnahmt. Alle Nachforschungen der Staatsanwaltschast nad der Polizei über den verbleib de« stüchligea vankdireklor» Seiffert sind bisher erfolglos geblieben. Auch die ver- nehmung der Frau Seifserls hat zur Klärung nicht, bei- getragen. In der Zentrale der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz in der Kaiser-Wikhelm-Strah« ist seit gestern ein ganzer Stab von Hilfsbeamten der Staatsanwaltschaft I Berlin unter Leitung de» Staatsanwalts Rosga ununterbrochen mit der Ueberprüfung der Geschäftsbücher der Bank beschäftigt. Die erste Annahm«, daß man bereits heute einen gewissen Ueberblick ge- Winnen könne, hat sich als irrig herausgestellt. Cs ergeben sich immer neue Situationen, die zu einer ständigen Bergrößerung der Materie beitragen. Vor der Zentrale der Bank hatten sich auch heute vormittag wieder zahlreiche Bankkunden ange- sammelt, die in erregten Worten ihrer Entrüstung Lust machten. Zu Zwischenfällen Ist es jedoch nicht gekommen. Bon der Staatsanwattschaft sind inzwischen Maßnahmen er- griffen worden, um alle erreichbaren Vermögenswerte des flüchtigen Buntdirektors zu erfassen. In erster Linie hat der Staatsanwalt auf die Lichterfelder Villa und auf die beiden Privat- wagen Seifferts Beschlag gelegt. Man will weiter versuchen her- auszubekommen, wo Seiffert vielleicht unter fingiertem Namen Bankkonten besitzt. Man rechnet auch weiterhin mit der Mög- lichteit, daß Seiffert entweder nach der Schweiz geflüchtet ist oder in der Tschechoslowakei, wo er Freunde besitzt, Zuflucht ge- sucht hat. Oer Kall Marcus. In Sachen Marcus u. Co. hat nunmehr der Staatsanwall- schaftsossessor v. H a a ck e die Harren Kriminalkommissar B o h n- darf von der Dianststalle VI und den gerichtlichen Buchsachoer- ständigen Landeberger zu«iner amtlichen Prüfung der Bücher des Bankhauses Marcus u. Co. zugezogen. Dabei sollen auch die Anschuldigungen über die angeblichen Depotoerfehlungen geklärt Kulturschande. (Zbert-Oenkmal besudelt. In Arnewalde(Neumark) wurde nachts das F r l e d � i ch- Ebert-Denkmal mit Salzsäure übergössen und somit die Plakette des Gedenksteins zerstört. Auch der Stein wurde besudelt. Die Täter sind wahrscheinlich Nationalsoziali st en, die zwei Tage vorher im..Sprechtasten" der bürgerlichen Ortszeiturg ganz unverblümt Terrorakt« ankündigten. Das Denkmal wurde im September von Partei und Gewerkschaften errichtet. Arbeitst je hatten sich freiwillig und unentgeltlich in den Dienst der Sache ge- i stellt. Nunmehr ist das besudelte Denkmal zu einem Mal- stein deutscher Schande geworben, das die Httler-Banditen in ihrer Roheit herrichteten. Hakenkreuzskandal beim Gchulaueflug. Am 29. August 1931 machte eine Klasse der Humboldt-Gchule (Oberrealschule) in Erfurt unter Aussicht von Lehrern einen offiziellen Schulausflug. Hierbei wurden politische Spotllieder ge- sungen, und zwar mit folgendem Refrain: ,X> Herr S e o e r i n z, wie wird es dir am Galgen geh'n! OHerrHörfing.wie wird es dir im Zuchthaus geh'n!" Wegen dieses Verhallens der Schüler, gegen das die Lehr- Personen nicht einschritten, wurde die Republikanische Beschwerdestelle Berlin bei dem Provinzialschulkolleglum in Magde- bürg vorstellig. Nunmehr hat der Oberprästdent Dr. Falck alz Präsident des Kollegiums mitgeteilt, daß er wegen des„ungehörigen Verhalten» den gemeldeten Vorfall einer eingehenden Unter- s u ch u n g unterzogen und wegen der hierbei fe st gestellten Versehlungen das Erforderliche veranlaßt" habe. Schießerei am Spittelmartt. Zwei Beteiligte verletzt.- Razls als Angreifer. In der Nähe des Spittelmarttes kam es in der ver» gangenen Nacht zu einer blutigen Schlägerei zwischen Haken- kreuzlern und Kommunisten. Im Verlaufe des Handgemenges wurden etwa 12 bis IS Schüsse abgefeuert, durch die zwei Ratio- nalsozialisten verwundet wurden. Der Zusammenstoß scheint nach den bisherigen Ermittlungen durch die Hakenkreuzler provoziert worden zu sein. An der Ecke Wall- und Inselstraße waren drei Mitglieder einer kommunistischen Malkolonne gegen Mitternacht mit dem Beschmieren des Bürger- steigs beschäftigt. Bei dieser„Arbeit" wurden sie von IS Haken- kreuzlern überrascht, die von einer Veranstaltung kamen und auf dem Fußsteig in losen Gruppen hintereinander gingen. Die Kam- munisten waren schnell umstellt, und es entspann sich im Augenblick eine wilde Schießerei. Die Hakenkreuzler Paul John aus der Blumenstraße und Hans Listelsti aus der Neuen Roßstraße wurden ins Bethanienkrantenhaus gebracht. Beide haben Bein- schüsse erlitten. Als die Polizei eingriff, waren die Täter bereits geflüchtet. Venztndampfer ln die Lust geflogen. New Zork. 21. November. Lei einer dreifache» Explosion o» Lord eines der Standard Oll gehörenden Oeldompfers wurden, wie ans San Franzieko gemeldet wird, fünf Wann der Lefahung gelötet und zehn ander- verletzt. Der Dampfer, der 100 000 Liter Benzin an Lord hatte, wurde vollkomm«» zerstört. Schönes Gonntagsweiier. Für den morgigen Sonntag wird trockenes Wettel: b«i zeitweise bedecktem Himmel vorausgesagt. Di« Tew- peraturen werden zwei bis drei Grad niedriger als heute liegen. Fast im ganzen Reich herrschte heute sonniges und Aares Wetter. Nur in den deutschen Mittelgebirgen war«» leichte Schate- fälle zu verzelchnev.< Wer hat Gott gelästert! Eine Theaterdiskussion. Gegen die Aufführung der„Heiligen aus USA." im Theater am Kurfürstendamm ist«ine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden, weil sie Gotteslästerungen«nt> halte. Der§ 166 des Bürgerlichen Strafgesetzbuches bestraft mit Gefängnis bis zu drei Jahren, wer öffentlich Gott lästert und damit Aergernis gibt oder öffentlich eine der christlichen Kirchen oder mit Korporationsrechten versehenen Religionsgesellschaften oder ihre Einrichtungen oder Gebräuche öffentlich beschimpft. Es ist klar, daß man Gott nicht lästern kann, zumal nicht seststeht, ob es einen gibt. Das Bürgerliche Strafgesetzbuch will auch nicht Gott schützen, sondern die Interessen der Kirchen. Nun gehört zwar die„christ- liche Wissenschaft", deren Gründerin in der dramatisierten Repor- tage in all ihrer Menschlichkeit gezeigt wird, nicht zu den geschützten Religionegesellschasten. Aber ein« Anklag« erscheint trotzdem nicht ausgeschlossen. Das Kurfürstendamm> Theater ist der Verhandlung zuvorge- kommen und hat gestern nach einer hervorragenden Aufführung des Stücke», in der wieder Agnes Straub aus der Heiligen ein« ebenso interessante wie bedeutende Persönlichkeit schuf, die Frag« der Gotteslästerung zur Debatte gestellt. Di« Autorin Ilse Lang- n e r, der Regisseur Ludwig B e r g e r— beide sollen, wie auch Agnes Straub, mitangeklagt sein—, Heinrich Mann als Vertreter des Schrifttums, Pfarrer Koch als Repräsentant einer christlichen Kirche, der bekannte Geheimrat Finkelburg und Justizrat Rosenberg er nahmen da« Wort und stellten einmütig fest, daß nach ihrem Empfinden weder in dem Drama noch in der Auffüh- rung von einer Gotteslästerung die Red« sein könnte. Heinrich Mann formuliert« sehr glücklich: Nicht die Verfasserin hat Gott g«° lästert, sondern die Baker, die die Religwn mißbraucht hat für chr« herrschsüchtigen und geldgierigen Zwecke. Was die Verfasserin des Dramas selbst ausführte, gab einen Einblick in die Motive. Sie hat diese Spekulantin der Seele, die hall» aus einem Heldenepos und halb aus einer Moritat stammt, diese religiös« Usurpatorin. diese Prophetin, die die Religion zu kapitalistischen Zwecken miß- brauchte, in ihrer Größe und Niedrigkeit zeichnen wollen. Berger wie« auf die Folgen hin, die dieser Prozeß haben könnte: alle Dar- steller von Verbrechen liefen in Zukunft Gefahr, angeklagt zu worden, weil man sie mit dem gleichen Recht al« Verherrlicher von Verbrechen belangen könnte. Der Jurist Rosenberger erzählte aus seiner Praxis, welche Bedeutung der ominöse§ 166 für die Dichter und Darsteller hat und beleuchtete besonders den Prozeh um da« Ehristusdrama von Einstein und um Schnitzlers„Reigen". Es ist grotesk, daß wir noch einen Gotteslästerungsparagraphsn haben, und daß im letzten Berichtsjahr noch 206 Bestrafungen auf Grund dieses Paragraphen erfolgt sind. Es ist nicht abzusehen, welche Folgen die Anwendung des Paragraphen auf Werke der Literatur und Kunst haben müßte. Es sei nur an den Fall G r o s z erinnert. Deswegen war es gerechtfertigt, daß das Theater diesen Prozeß im Theater organisierte. Er hat mit einem vollen Freispruch geendet. Variet6- und Theaiertanz. Ob und wie weit Tancanschwüng« für den modernen Au». druckstanz verwendbar sind, soll nicht untersucht werden. Allgemein und grundsätzlich läßt sich die Frage nicht beantworten. Es kommt, wie bei der Beurteilung aller gymnastischen Elemente, auf die in- dividuell« Anwendung an. Die Eancanschwünge der F l o r e n c e Forman im Wintergarten lassen sich d em Organismus neutänzerischsr Kunsttänze unbedingt eingliedern. Sie sind nicht nur technische Bravourleistungen, sondern auch künstlerische Aue- drucksmlttel von unerhörter Kraft und vielseitigster Anwendung«» Möglichkeit. Vollkommen überzeugend wirken auch die Vorführungen der kleinen Tanzkünftler L u c I« n n« und Ashour Hockney. Vor allem ihre„Apachen", eine rhythmische Pantomime, die mit großem Raffinement nur au« akrobatischen Elementen komponiert ist. Die Akrobatik steht hier durchaus im Dienst de» dramatischen und tänzerischen Kunstwerks und fügt diesem unaufdringlich ihre befonderen Reize hinzu.■ Die Art, wie das Ganze aufgebaut ist und die Einzelheiten ausgestaltet sind, kann als vorbildlich gelten. Was die Tanzgruppe Hans Weidt in einer Matinee im Deutschen Künstlertheater lot, entzieht sich ernsthafter Kritik. Es war ein totale« Versagen des durch manche bei'eren Leistungen bekannten Tänzers, Tanzkomponisten und Tanzregiiseur». Dies«„Passion eines Menschen" war textlich, choreo- graphisch und szenisch von einer entwaffnend dilettantischen Naivität und Hilflosigkeit. Unfreiwillig komisch die Versprosa, van einem Sprechchor gebracht, dem die Anfangsgründe seiner Kunst Mangel- ten. Einschläfernd monoton die Gruppenbewegungen mit ihren dürstigen, immer wiederkehrenden Motiven. Zum Schluß streckten sich aufgeregte.Rot-Front"-Fäust« von der Bühne ins Publikum. Das Ganze' sollte nämlich eine Propaganda-Aktion für den Kommunismus fein. 8. Moritz handelt... Sowohl nach rechts als nach links! Vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte hatte Gottfried Moritz-Zarnow, Verfasser der berüchtigten Schmähschrift von der„Gefesselten Justiz", gegen den verantwortlichen Redakteur des „Vorwärts", Genossen Victor Schiff, wegen Beleidigung Klage eingereicht, die jetzt verhandelt wurde. Schiff hatte Widerklage erhoben. Der Artikel in Nr. 297 des„Vorwärts", durch den Moritz sich beleidigt fühlte, trägt die Ueberfchrift„Der g« f e s s e l l t e Moritz. Weshalb Gottfried sich nicht traute, seinen Namen zu bekennen." Der Artikel, der Gegen- stand der Widerklag« bildet, war im„Völkischen Beobachter" ver- öfsentlicht, wo Moritz sich unter der Ueberschrift„Pro.zeßlügen de« .Vorwärts'" austobte. Schiff erklärte auf Befragen des Vorsitzenden, weitere Aeuße- rungen zum Artikel nicht machen zu wollen. Rechtsanwalt Otto Landsberg richtete an den Kläger Morih folgende Fragen: Ist es richtig, daß Sie Mitglied der Sozialdemo- kratischen Partei gewesen sind, daß Sie auf einem sozialdemokratischen Bezirkstag gesprochen und in der„Münchener Post" einen die Osfiziere beschimpfenden Artikel veröffentlicht baben? Ist es richtig, daß Sie, während Sie ZNikglled der Sozial- demokratischen Partei waren, volksparleilich gestimmt haben? Moritz muß sämtliche au ihn gerichtete Fragen bejahen. Nur sei der Artikel nicht in der„Münchener Post", sondern in der Mannheimer„Volkestimme" veröffentlicht. Sozialdemokrat sei er nur geworden, um die Akögsichkeik zu erhallen, dem damaligen Rsichcschahmeisker Lauer sein Material über Sorrnplion zu unter- breiten. Aus demselben Grunde habe er auf dem Magdeburger Delegiertentag das Wort ergriffen. Vierzehn Tage nach dem Delegiertentag sei er aus der Sozial- demokratischen Partei ausgetreten. Die Zugehörigkeit zu ihr sei für ihn nur Mittel zum Zweck, es sei ein artistisches Kunststück gewesen» daß er zwei Monate der Sozialdemokratischen Partei angehört habe. Im„Deutschen Spiegel" Hab« er selbst darüber geschrieben, daß zwei Monatsbeiträge für ihn nicht zuviel gewesen seien, um an Dauer heranzukommen. Daß er während seiner Zu- gc Hörigkeit zur Sozialdemokratischen Partei votksparteilich gewählt habe, gibt er gleichfalls zui Zum Artikel de,„Vorwärts" gibt Moritz folgende Er- klärung ab: Er habe auf der Iournalistentribüne des Landtags verschiedenen Journalisten erzählt, daß der Ministerpräsident Otto Braun gegen ihn wegen eines Artikel» in der„Ostpreußischen Zeitung"„Brauns unsterblicher Rehbock" Klage erhoben habe. Unter anderem habe er auch mit dem Berichterstatter von Ullstein, PhUippcborß, darüber gesprochen und ihm gesagt, daß ihm eine persönliche Beleidigung des Ministerpräsidenten Braun ferngelegen habe. Philippsborn habe sich angeboten, mit dem Ministerialrat Goslar zu sprechen. ob die Angelegenheit nicht durch ein« Entschuldigung aus der Welt geschafft werden könnte. Auf Vermittlung Phllippsborns habe er dann auch mit Goslar gesprochen. Da dieser aber«in« Ver- ösfentlichung der Ehrenerklärung im Amtlichen Preußischen Pressedienst oerlangt habe, sei aus dem Ganzen nichts geworden. Er könne allerdings im Augenblick nicht sagen, ob bei einer Unterhaltung mit Philippsborn die Aeußerung gefallen sei, er habe auf die Forderung Gaslars nicht eingehen können, da ihm sonst kein deutschnationales Blatt mehr einen Artikel abnehmen würde. Auf Bsfragen des Vorsitzenden stellt Rechtsanwalt Landsberg fest, daß rm Artikel d:s„Vorwärts" von Bsstechlichkeit überhauptksine Rede sei. E» hieße da nur, Alorltz-Zaruow 'zi aus Furcht, für feine Artikel in der deutschaalioualen presse k'lne Aluehmer mehr zu sladeu, auf Gortar, Forderung uicht ein- acgangea. Der Vorsitzende stellt seinerseits fest, daß der Vorwurf der Gesinnungslosigkeit, den Moritz-Zarnow in der Slentzerung des„Vorwärts" erblicken will, er Hab« sich an einen linksgerichteten Journollsten herangedrängt, nicht besondere s ch w e r w i« g« n d sei, da er es ja seinerzeit für möglich befunden habe, eck, Sozialdemokrat vvltsparleUich zu st'mmeu. Der Zeuge Journalist Philippsborn sagt aus: Moritz er- zählte mir. daß der Chefredakteur der„Ostdeutschen Zeiwng" ihn habe aufsitzen lassen, indem er seinen Namen nannte. Es sei ihm nicht eingefallen, durch eine derart dumm« Sache den Ministerpräsidenten Braun, den er schätze und für einen tüchtigen Staatsmann halte, zu beleidigen. Ich fragte Herrn Moritz, ob Braun seine Stellung zu ihm kenne und ob er nicht irgendwelche Beziehungen zu Braun habe. Moritz beant- wartete beide Fragen mit nein und weinte: Wenn Braun es doch erfahren könntel Er sprach auch davon, daß er sich in mate- rieller Bedrängnis befinde und daß er die Spesen, die ihm aus dem Prozeß erwacksen würden, nur schwer tragen könne. Ich habe mich darauf mit Goslar in Verbindung gesetzt Später er- fuhr ich. daß aus der Angelegenheit nichts geworden und daß Moritz-Zarnow zu 800 Mark verurteilt worden sei. Moritz- Zarnow sagte mir. daß er der gewünschten verösfenilichung einer Erklärung im Amtlichen Preußischen Presssdienst nicht habe zu- stimme» können, da so sonst keio rechtsstehende» Blatt von ihm la Zukunft einen Artikel abgenommen hätte. Der Kläger Moritz versucht, den Zeugen als unglaubwürdig hinzustellen, indem er ihn wegen angeblicher Hetze der Ullstein- Presse gegen ihn verantwortlich mache. In seiner Erwiderung teilt der Zeug« mit. daß Morih durch ihu versucht habe, seine Produkte beim„Tempo" anzubringen. Moritz gibt zu. daß er tatsachlich rm ..Tempo"«ine witzige Sache habe unterbringen wollen. Unter dem Eindruck dieser Beweisaufnahme erklärt sich Moritz bereit, sein« Klage zurückzunehmen. Genosse Schiff gibt im Anschluß daran die Erklärung ab, der„Vorwärts" habe den Vorwurf der Bestechlichkeit nicht erheben wollen und nicht erhoben._ Vitamin D gefunden. Dem Göttinger Proiessor Adolf Windaus ist es nach vierjähriger Arbeit gelungen, das Vitamin V. das Antl- Rachiticum, in remem kristallisierten Zustande herzustellen. Die Witwe von Georg Brandes, Frau Gerda Brandes, ist im Aster von 81 Jahren in Kopenhagen gestorben. Die Gerbart-Hauptmano- Stiftung hat ihren diesjährigen Preis Annett« Kolb zuerkannt. Di« Ausstellung.„Schöll« Yandschrift-u", im Schaufaal der Staats- blblrothek, ist in den Stunven von 11 vis 15 Uhr, auch Sonntags, geöffnet. Der Deutsch« Lhi«um-El»b veranstaltet zur Zeit w seinen Räumen. Lutzowplatz IL,«ine Kunstausstellung„Aug große» Städten. We- öffnet von 11 bis 18 Uhr. RuseumSsühriwgeu. Sonntag: 10 Uhr Dr. Hennann: d i e D« n k- m a I« r d er Pvramidenzeitim Neuen Museum. 10 Uhr Proseslor Frt-dlandcr: d a s deutsche Bildnis im IS. Jahrhundert im Deutschen Museum. Ii Uhr Dr. Brau, im bäuerliche K°ram,k t« Museum für dcutsche Volkstuude cSlosteistiaße). Englische Schauspieler. Slu Teilung im Museum der Staatstheater. Der Berliner Schauspieler Loui» Schneider sammelte während seiner englischen Reise in den zwanziger und dreißiger Iahren Stiche, die feine berühmten Kollegen jenseits des Kanals in ihren Glanzrollen oder auch in schlichtem Bürgerrock dar- stellten. Diese graphischen Blätter, die die Namen größer englischer Graphiker tragen, hat jetzt das Museum der Staatstheater in der Oberwallstraße dem Publikum zugänglich gemacht. Sie zeigen mit absoluter Eindeutigkeit, welche Vorstellungen das Pu- blikum mit dem Begnss des großen Tragöden oerband und wie da- mal« im 18. und zu Deginn des 19. Jahrhunderts Theater gespielt wurde. Mit David Garrick setzt etwa um 1760 in England die Shake- speare-Renaissance«in. Dieser Schauspieler soll mehr aus dem In- tsllekt als au« dem großen schöpferischen Temperament gestaltet haben. Man rühmt ihm«in selbst im Aslett maßvolles Spiel nach. Davon ist allerdings auf den Stichen weniger zu merken. Man sieht vielmehr die Freude am starten, theatralischen Ausdruck, an der weit schwingenden Gest«, am rauschenden dekorativen Falten- wurf der Gewänder. Diese Uebersteigerung der Leidenschaft findet man selbst in seinem Richardporträt, das nach einem Gemälde von Hogarth gestochen wurde. Liegt diese theatralische, Bedeutung suchende Pose nur an dem Schauspieler? Sieht man heute die Reihe der Porträts eines Rey- nolds, Lawrence oder Romney durch, so stößt man immer wieder auf eine Haltung, die die dargestellte Person, ihren Beruf und ihre Bedeutung zu höher« Sphären steigern möchte. Ein kleiner Land- edelmann oder ein Spezereihändler geben sich das Aussehen eines wichtigen Diplomaten oder Manne» der großen Welt. Wieviel mehr wird der Schauspieler, Interpret starker Leidenschaften, diese Steigerung erfahren! In den Stichen nach Keans Macbeth, Hamlet oder Richard aus den zwanziger Iahren erscheint schon die dekla- motorische Pose des Heldentenors, die man auch noch auf Photo- graphien eines Mattowsky, Kainz oder Christians finden kann. Erst der Naturalismus brachte hierin eine Wandlung.— t. Wesensschau und Erfahrung. Wesensschau und Phänomenologie— das ist ein« von den großen Schlagwörtern unserer Zeit, die heute so oft gebraucht und so selten richtig verstanden werden. Es ist daher der„Gesell- schaft für Psychologie und Charakterologie" al» Verdienst anzurechnen, daß sie in ihrer Freitagsitzung Rektor Paul R u t h« zu einem Vortrag über„Arbeitsfeld und Methode der Phänomenologie" eingeladen hat, in dem der Referent in vorbildlich klarer und verständlicher Weis« das schwierige, heute allgemein interessierende Thema behandelt hat. Wenn die Naturwissenschaftler und Empiriker, so führte er aus, das Goeche-Wort:„Erfahrung bleibt des Lebens Meisterin" für sich in Anspruch nehmen, so könnte man mit demselben Recht einen andexen Ausspruch Goethes als Motto der„Wesensschau" voran- stellen:„Erfahrungswissen ist nur Schaum und Dunst und mit dem Geist nicht ebenbürtig." Geist allein aber, reine Gedankenwelt, interessiert den Phäno- mcnologen— für die Außenwelt dagegen, die Welt der realen Ge- schehniss«, hat er keinen Sinn, die klammert er ein: von ihr ficht er ab, weil er nichts anderes in Anspruch nehmen will als das, was er im Bewußtsein hat. Der Rest, der dann bleibt, ist die Erscheinung, das Phänomen, das dieser Richtung den Namen gab. Es gibt nur eine ungetrübte Quelle, sagt Husserl, der Alt- meister und Begründer der Wcsensschau— das ist die Bewußtseins- welt. Stellen wir uns z. B. eine Uhr plastisch vor und wollen nun chr Wesen erfassen, so müssen wir von allem Zufälligen ab- sehen, von Verzierungen, Farbe, Material, nicht absehen können wir mdessen von Zeiger, Ziffernblatt und den sich abhebenden Ziffern. Sie gehören zum Wesen der Erscheinung, zu ihrem Zweck... Dies« scholastisch-mystisch anmutende Denkweise hat in er- schreckendem Ausmaße in die verschiedensten Gebiete exakter For- schung Eingang gefunden. Wie gefährlich und abwegig indes diese Experiment und Er- fahrung mißachtende, allem von Idee und Geist beherrschte Denkungsart in der Praxis werden kann, das betonte in der Dis- kussion für lein Gebiet der Bodenreformer von Holten. Auch das drakonische Recht habe sich von einer Idee leiten lassen, dem Ver- geltungsgedanken nämlich, ohne diesen an der Erfahrung jemals nachzuprüfen und zu revidieren. Die Erfahrung aber hätte uns schon längst zeigen können, daß man durch Vergeltungsmaßnahmen das Verbrechen nicht eindämmen kann, sondern nur durch Erziehung und Resozialisierung entgleister Individuen. Immer habe man im Namen der Idee, des Geistes und un- geprüfter Thesen die Massen tn» Unglück gehetzt— aller Fortschritt dagegen m unserer menschlichen Gesellschaft sei noch stet» nur da- durch erzielt worden, daß wir unser« Handlungen nach der Er- f a h r u n g gerichtet haben. vr. L. H. „Gasparone." Theater am Nollendorfplah. Nun ist auch Mlllöcksrs„Gasparone", eine der erfolgreichsten Operetten von vor bald 50 Jahren, der zwangsläufigen Annäherung an unsere Zeit der Bearbeitung nicht entgangen. Im Dialogischen war sie sicher notwendig; und was dis Musik anlangt, ging es, wie es in diesen Fällen immer zu gehen pflegt: durch Veränderung der Handlung, Weglassen von Allem und Einschieben von Neuem w-rd die bei Millöcker immer deutliche, formale, opernnahe Struktur des Werts preisgegeben, wird es in eine unverbindlich«, reoueart'ge Folge von Bildern ausgelöst, die im einzelnen, das sei den Be> ardeitern Ernst Steffan und Paul Knepler gerne zugegeben, viel Reizvolle» enthalten. Die mit ersten Kräften besetzte, von Ernst Hauke dirigierte Aufführung war hervorragend. Trog der ausgezeichneten Leistungen der Margret Pfahl, der Emmi Sturm, des nun wohl endgüllig zum OpereUenliebllna gewordenen Michael Bohnen war der eigentlich« Star des Abends Leo Slezat, der den' dummschlauen Bürgermeister mll überwältigender Komik minte, nur leider viel zu wenig, wenn auch das wenig« herrlich, sang. Saltenburgs Regie, Arents Bühnenbilder, die Kostüme, die Tänze, für die Heinz Singen verantwortlich war(erfolgreiche Tanzsolistin war Marianne W i n k e 1 st e r n), alles ergänzte sich aufs beste und war geschmackvoll aufeinander abgestimmt. A. W, „Oer Herr Bürovorsteher." Titania-palast. Um die Vressart-Konsunktur. auszunutzen, versilmte man das Theaterstück„Konto X". So bekommt B r« s s a r t als Büro- Vorsteher eine Bombenrolle. Dummdreist ordnet er bei seinem Brot- geber, einem Rechtsanwall, jede Sache. Als er znm Schluß einen Schwindler entlarvt, kann der Rechtsanwall die Tochter eines pensionierten Admirals heimführen. Natürlich lacht'man stets, wenn Bressart auftaucht; aber der Tonfilm schablonisiert Bressart. Er muß durch die Stimme wirken und immer sprechen wie ein großer, durch Stockschnupfen ver- hinderter Redner, er muß auf seine unnachahmliche Art niesen und mit leicht jüdelnden Bewegungen(die stärkere Betonung der ge- wissen Geste reserviert die Filmindustrie«in für allemal für Arno), durch die Szenen fuchteln. Man sollte mal endlich Bressart eine Roll« ausspielen lassen. Der Regisseur Hans Behrendt entwickelt die Handlung nicht. Cr reiht bloß Episoden aneinander. Kein Wunder, daß Hermann T h t m i g, Maria M e t h s n e r, Margot Walter und Alfred � A b e l matt bleiben. Rur Eugen Rex und Henry Bender können in tleinen Rollen vollsaftig al« Spieher sein. Die Photographie ist oft recht schlecht. Charlie Rölltnghofss Witze am laufenden Band sind mehr albern als witzig, st« retten das Stück nicht, sondern vergröbern die Langeweile. Erwähnenswert ist der Schongcr-Film vom Spreewald, der im Beiprogramm läuft.«. b. In Bereitschaft sein ist alles Gewerkschastssroni gegen Gozialreaktion Die Gcneralvcrsammlung der Berliner Ortsverwaltung des Gesa mlverban des für dos& Quartal am Freitag im Gc- werkschaftshaus unterschied sich wesentlich von den bisherigen Ecncralversammlungcn. in denen die Ortsverwaltung ihre Viertel- jahrcsarbeit der kritischen Beurteilung der Funktionäre unterwarf. Die Generalversammlung glich einem Tribunal, vor dem laut Anklage erhoben wurde gegen eine Politik, die sich inimer wieder gegen die arbeitenden Schichten richtet. Von den vielen Abwehrbewegungen, die die Organisation im 3. Quartal zu führen hatte, behandelte der Bevollmächtigte, Genosse Schaum, in seinem Geschäftsbericht besonders eingehend die Be- wegung der G e m c i n d e a r b e it e r und der übrigen Arbeiter in den öffentlichen Betrieben. In dieser Bewegung galt es, gegen zwingende Bestimmungen der Notverordnung vom 5. Juni anzukämpfen, die einen Abbau der Löhne um ein Drittel vorsahen. Die Feuerprobe, die der Gesamtverband seit der Verschmelzung aus- gerechnet in dieser äußerst ungünstigen Zeit zu bestehen hatte, ist er- folgreich bestanden worden. Die gewerkschaftliche Organisation hat sich in diesem schworen Kamps aufs beste bewährt. An die Disziplin der Mitglieder der Organisation wurden in diesem Kamps große Anforderungen gestellt. Dadurch. daß selbst in den kritischsten Situationen die Mitgliedschaft keine Un- besonnenheiten beging, ist für die Organisationsleitung der Beweis erbracht worden, daß sie siel) auf die Mitglieder verlassen kann, wenn es in der nächsten Zeit notwendig werden sollte, die Schlagkraft der Organisation in einem Kampf um Sein oder Nachtsein der deutschen Arbeiterbewegung einzusetzen. Genosse Schaum wandte sich dann den Bewegungen zu, die in der Privatindustrie geführt wurden und bei denen es der Orgam- sation ebenfalls gelang, das Schlimmste für die Arbeiter zu ver- hüten. Unter lebhaftem Beifall der Generalversammlung richtete Genosse Schaum zum Schluß an die Reichsregierung den Appell, in der Lohnpolitik endlich das Steuer herumzureißen und mit dem Lohnabbau Schluß zu machen. Die Reichsregierung soll endlich chre Kräfte auf das Problem der P r c l s s e n k u n g kon- zentrieren und hier einmal so rücksichtslos zufassen, wie sie es bisher durch ihre Schlichtungsinstanzen gegenüber den Preisen für die Ware Arbeitskraft getan hat. Eindringlich warnte Genosse Schaum die Regierung davor, die Löhne, wie es jetzt gerüchtweise heißt, auf den Stand vom Anfang des Jahres 1927 drücken zu wollen. Dieser Versuch müßte zu Gegenmaßnahmen der Gewerkschaften führen. die nicht nur wirtschaftliche, sondern noch viel mehr politische Kon- sequcnzen hoben würden. Aus dem Kassenbericht des Genossen B r e tz k c ging her- vor, daß die Organisation auch finanziell noch völlig intakt ist. Das Berichtsquartal schloß trotz der hohen Ausgaben für Unterstützungen und des Rückgangs an Beiträgen infolge der Arbeitslosigkeit noch mit einer Mehreinnahmc von über 39 000 Mark ab. Der M i t g l i e d c r st a n d hat sich gegenüber dem 2. Quartal nicht wesentlick) verändert. Die Debatte war begreiflicherweise stark politisch gefärbt. Ab- gesehen von den Phrasen einiger„Oppositioneller" klang aus allen Ausführungen der Diskussionsredner der Wille heraus, die Organ,- sationslcitung in ihrem Kämpf gegen die verkehrte Lohnpolitik der Regierung wirksam zu unterstützen. Ebenso energisch forderte die Generalversammlung von der Regierung, dem Terror der Hitler- Horden endlich Einhalt zu gebieten. An die Adresse der Herren Frick, Klagges usw. waren die beifällig aufgenommenen Schlußworte des Genossen Schaum gerichtet, daß nicht nur die Funktionäre und Mitglieder des Gesamtverbondes, sondern aller freien Gewerkschaften den SA.-Mordbanden das Feld nicht räumen oder ihnen gor die Köpfe hinhalten werden. Zusätzliche Reichsbahnarbeii. Lleberstunden zur„Entlastung" des Arbeitelmarkts. Zur Entlastung des Arbeitsmarkts hat sich die Deutsche Reichs- bahn-Gescllschast auf Anregung der Reichsregierung im Juni dieses Jahres entschlossen, besondere zusätzliche Ilnterhaltungs- und Ernöuerungsarbeiten in der Bahnunterhaltung in größerem Umfang in diesem Geschäftsjahr anzuordnen. Beabsichtigt war, im Durchschnitt SO 000 Arbeiter aus den Kreisen der unterstützten Arbeitslosen auf«inen Zeitraum von S Monaten ob 1. Juni als sogenannte B-Zeitarbeiter zu beschäftigen. Die Reichsregierung legte besonderen Wert darauf, diese zusätzliche Ar- beitszeit möglichst vielen Arbeitern zugute kommen zu lassen. Darum der angeordnete Austausch der Arbeiter während dieser S Monate gegen andere Arbeitslose. Angeordnet wurde außerdem, daß diese Zeitarbeiter in jeder Woche ein« Feierschicht von 8 Stunden in vollem Umfange zu leisten haben. Insgesamt also 40 Arbeitsstunden in der Woche. So die Theorie. Und nun äic Praxis. Bei der Bahnmeisterei 13, Jannowitzbrücke. sind mehrere Unter- nehmer beim Oberbau beschäftigt. Die dort beschäftigten Arbeiter arbeiten seit Monaten laufend über 8 Stunden. Die Baufirma C h r i st i a n Z ö l l k e r wurde verpflichtet, das Fern- gleis 1 vom 30. Oktober bis 7. November neu einzubauen. Wäh- rend dieser 7 Tage leisteten 30 Arbeiter täglich 12 bis 14 Stunden, insgesamt also 2100 Arbeitsstunden anslatt der angeordneten 1200. Insbesondere die nachträglich noch hinzu- gezogene Firma C a m p h o f f soll in puncto Länge der Arbeitszeit- dauer den Bogel abgeschossen haben. Aehnliche Arbeitszeiten gibt es bei der Firma Klein, die mit Erneuerungsarbeiten der Luisenbrücke beaustragt ist. Auch die Firma Krause. Karlshorst, beschäftigt ihre Leute bei den Arbeiten zwischen Bahnhof Friedrichstraße und Lehrter Bahnhof von 24 Uhr bis 10 und 11 Uhr. Wiederholt wurde festgestellt, daß einzelne Arbeiter dieser Firma von 24 bis 13 Uhr ununterbrochen beschäftigt waren! Auch die mit Gleiserneuerungsarbeiten bc- dachten Firmen bei der Bahnmeisterei 20(Westend) lassen Ueber- stunden auf lleberstunden leisten. Bei der Bahnmeisterei 60 (Stettiner Bahnhos) liegen ähnliche Mißstände vor. Um sich zu decken, wird den Arbeitern von diesen Privatunter- nehmern statt der wirklich geleisteten lleberstunden nur die normal geleistete Arbeitszeit durch Lohn vergütet! die U e b e r st u n d e n werden in Fdrm von Prämien und sonstigen Zuwendungen abge- gölten. Arbeiter, die sich weigern oder sträuben, diese Mani- pulatwnen der Unternehmer zu unterstützen oder gar für die Ueber- stunden tarisliche Bezahlung verlangen, werden entlassen. Wir fragen die Reichsbahndirektion Berlin, aber auch die Ge- werbeaufsicht, ob sie von diesen Vorgängen nichts wissen. Wenn ja, warum führen sie die Anordnungen der Reichsregierung zur Ent- lastung des Arbeitsmarktcs— d. h. Durchführung der Vierzig- stundenwoche, Beseitigung jeglicher lleberstunden— nicht durch, damit auch andere Berliner Arbeitslose in den Genuß nicht nur des moralischen Wertes Arbeit, sondern auch eines Verdienstes kommen, der etwas höher liegt als die Arbeitslosenunterstützung. ßBuzh Wnaurst ZHonterialionslexikon Der Vorlag Knaur-Berlin bringt zu einem. Preis von 2,8S Mark ein Äonoersationslexikon heraus, das 25 000 Stichwörter, 2600 Illustrationen, 70 zörn Teil bunte Tafeln und geographische Karten, 18 Uebersichten und 115 statistische Schaubilder vereinigt. Druck und textliche Zusammenfassung sind gut. Der Wissensstoff— nach dem Gesichtspunkt des dem heutigen Menschen Dienlichen zusammen- gestellt— ist bis auf die jüngste Gegenwart ergänzt. Selbst die Per- sonalien des Reichskanzlers Brüning findet man bereits. Wenn Hitler als ehemaliger Dekorationsmaler bezeichnet wird, so ent- spricht dos der Wahrheit, wenn es auch Izitler selbst liebt, sich anders zu geben. Auch im übrigen sind die politischen Entwicklungen knapp, zuverlässig und objektiv dargestellt. Besonders beachtensvert ist die Bearbeitung des volkswirtschaftlichen und statistischen Teils. Hier wird das moderne Schaubild mit bestem Erfolg zur Verdeutlichung herangezogen. Theater der Woche. Vom 22. bis 30. November. Volksbühne: Jktaier am Sfiloraplak: 22. bis 27. und Z0. Der grün« Ztatadu. Der Sammersänzer. 28., 29. Liliom. Staalskheater: Oper Unter dc» Linden: 22. Parfifal. 23. Die Macht des Schicksals. 24. Schwanda, der Dudelsackpfeifer. 23. Das Herz. 28. Rigoletto. 27. Die Meistersinger. 28. Madame Bntterfln. 29. Margarete. 30. Becheme. Oper am Platz der Repudlit: 22. geschlossen. 23. bis 30. 1001 Nacht. Nach, mittaasovrstellungen: 25., 28., 29. Dr. Dolittles Abenteuer. Stadtische Oper, Eharlottenburg: 22., 28. Macdetl,. 23. Carmen. 24. Götter. dämmeruna. 25. Die Hochzeit des Zigaro. 26. Soldaten. 27. Boheme. 29. Loben- grin. 30. gar und Zimmermann. Staatsthsnter: 22., 24., 27-, 29. Liebelei. 23. und 28. WaLensteins Tod- 25. WaUenstelns Lager. Piccolomini. 26. und 30. Peer GnttL. Schiller. Theater: 22. und 25. Das Niirnbergisch Ei. 23., 24.. 27., 29. Die Herde sucht. 26. und 30. Dr. Älous. 23. Die Mitschuldigen. 33 Minuten in Griineberz. Theater mit festem Spieiplaa: Deutsches Theater: Geschichten aus dem Wiener Wald.— Zlurssirltcnda mm» Theater: Die Heilige aus USA.— Die Komödie: Jemand.— Theater am Rollcadarsplah: Gasparane.— Theater in der strcsemannstraßc: ftopf in der Schlinge,— Großes Schauspielhaus: Bis 26. geschlossen. Ab 27. Hofsmanns Erzählungen.— Thalia-Theater: Die Csardasfitrstin.— Lcss>ng.-TH-ater: Die Wotertoo-�riicko.— ftnmtifbr Over: 22. Nevolte im Er-:ebunosbaus. Ab so wichtig?— MctiDpoI'Thcot«: 22. Das Land des Lächelns. Ab 23. Die Blume von Hawai.— Theater im Admiralspalast: Die Dubarrp. 22. ge. geschlossen.— Theater des Westens: 22. Frtcderile. Ab 23. Der Bogerhiindler. — Zentral. Theater: 22. Die Flamme. Ab 23. Die Primessin vom Rrl.— Die Tribüne: Lunge Liebe. 22. geschlossen.— Internationales Theater: Asfcntanz. — Rllse-Theater: Ab 23. Die lcusche Susanne.— Casino. Theater: Wecker- Fritze.— Theater ia der alosterstratzc: 22. Die ewige Mutter. Ab 23. Die Gartenlaube,— Plaza: Das Dreimäbcrlhaus.— Wintergarten, Skala: Intel. nationales Baricte.— Neichshallen-Theater: Stettiner Sänger. Nachmillagsvorsiellungeu: BoUsbühnc. Theater am Pnlowplatz: 22. Der grüne Zlakadu. Der Kammer. sänger. 29. Kampf um Kitsch.— Deutsches Theatrr: 29. itobal« und Liebe.— Lurfürstend-MM-Theater: 29. Di« schöim.Helena.— Theater am Rollcndorfplotz: 25., 28.. 29. Anecht Rupprechts Fahrt tns Märchenland.— Thalia-Tbeater: 25. 15 Uhr. 29. 11 n. Uhr. Märchenvorstellung. 29. 17 Uhr. Die Csardasfürstin. —»omiiche Oper: 22. Revolte im Erzikhungshaus. 29. Zur gold'ncn Liebe.- Deutsches Lünstlartheatcr: 25.. 28., 29. Bob und Bobby.— Mstrapol-Theater: 26. 16V. Uhr. Max und Moritz und der Weihnachtsmann. 29. 15 Uhr. Schne-. wittchen und die sieben Zwerge.— Theater in der Alosterstrahe: 22., 29. 17 Uhr. 25. 16 Uhr. Aschenbrädcl. 23., 24. 15' 5 Uhr. Wilhelm Tell. 28. IS�IHr. 29. 15 Uhr. Rotkäppchen.— Plaza: Das Dreimädcrlhaus.— Wintergarten: 22., 28., 29. Interna tio,utles Bortet«.— Skala: Internationales Barieto.— Neichshallc». Theater: 22., 29. Stettiner Sänger. Erstaufführungen der Woche: Sonntag. Deutsches Theater: Wettlauf mit dem Schatten.— Dienstag. Zentral. Theater: Die Prinzessin vom Nil.— Zreitag. Großes Schauspielhaus: Hssfmanns Erzählungen. Scmusbenck, 21. �ovemder. Berlin. 17.50 Zehn Minuten Film. 18.00 Erjähluns der Woche.(Arthur Elocsser.) 18.30 O v. Kameke: Die Kriegsschtüdfrage auf dem KongreB der thrisflicfaeu Jungmännerverelnc in Clcveland(Ohio). 19.00 Stimme zum Tag 19.10 1. Beethoven: Sonate D-Dur, op. 12, Nr. 1. 2. Max Reger; Suite op. 93. (Boris Schwarz, Violine, und Joseph Schwarz, Flügel.) 20.00 Prof. Dr. Kurt Wegencr: Erlebnisse der deutschen Grönlandexpedition. 20-30 Konzert. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Unterhaltungsmusik. Königswustcrhausen. 16.00 Prof. Dr. W. Flitncr: Das Gesicht der Zeitschrift„Die Erztehung". 16 JO Hamburg: Konzert. 17.30 Prof. Dr. E. Frankel: Empfindliche Menschen. is.00 Gunther: Deutsch für Deutsche. 18.30 Prof. Dr. Leisegang; Die Denkformen des Menschen. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft, 19.00 Die Welt der weiblichen Angestellten. Lehrspiel von Else Hildebrandt. 19.30 Dr. Joseph Wrcde: Kirche und Gegenwart. 20.00 Breslau:..Das Leben des Ja-iues Offenbach." 21.15 Königsberg; Musik des Alltags. Sonntag 22. November. e s Berlin.".. �- rr 6.30 Funfcgymnastik. 9.30 Wettervorheisage. 12.15 Breslau: Konzart. 13.30 Märchen.(Lisa Tetzner.) 14.00 Reichstag: Totenfeier des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten- 15.15 Verstorbene Künstler(Schallplatten). 16.00 Gastspiel der Funkgemeinschaft engagementsloser Schauspieler der Bübncngcnossanschaft;„Die Stützen der Gesellschaft4' von Henrik Ibsen. Regie: Alfred Stöger. 18.00 Rostai-Ouartett. 1. Haydn: Quartett D-Moll op. 76, Nr. 2.? Quartett A-Dur(K.-V, 464). 18.45 St. Petrikirche: J. S. Bach; Matthäus-Passion H. Teil. 20.00 Wir wollen helfen! I. Ansprache; Reichskanzler Dr. Brüning. 2 Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 5.(Berliner Funk-Orch. Dir.: Herrn. Abendroth.) 21.30 Groß ist der Tod... Zusammenstellung: Hermann Kasack. Ltg.: Edlcf Koppen. 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Königs Wusterhausen. 7.00 Hamburg: Bremer Hafenkonzert. 11.30 Bach-Kantate. 12.15 Hamburg: Michael Faraday. 15.15 Oskar A- H. Schmitz; Der Wert unserer Erinnerungen. 15.35„Todesangst und Todessehnsucht" aus den Diebtungen des schlesischen Barockraystikcrs Daniel von Czepko. 15.55 Werner Schröter: Dietrich Buxtehude, ein Vorkämpfer Johann Sebastian Bachs. 16.20 Ein Totentanz nach alter Art. Zusammengestellt von Dr. Werner Plcister. Regier Dr. Konrad Dürre. 16.45 Mühlacker: Konzert, 18.00 Heinrich von Kleist Einführung: Dr. Karl Federn. Vorlesung: Karl Graef. SScrnnttDoril. füc die Reduktion: Rich. Bernstein, Berlin? Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. d. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Bud). druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer Lc Co.. Berlin SW 68. Lindenstrake 3. Sierzu 1 Beilage. Berliner HHKc TriO N 8 U k A i I N. w Lahnatr. 74l7tnl Wintaj. - Garten t.(S Uh/ Flora 3434 Hjuiien erliulil 4 Queens. Gaston Palmer 2 Olveras 2 Hockneys n. w. Sonnabend und Sonntag je 2 Vorsleilungen 4 Uhr u. 8.15 Uhr. 4 Uhr kleine Pr »•/.Uhr CASINO-IHEATER»'/, m» Lothringer Strohe 37. lillllllf II IHM IIIIIIIIIIIIIIIIVIll II II 111111111 14 IUI Nur nodi venige Aofiiiliningen mecKep- Fritze Volksstück mit Direktor Hans Berg dazu das bunte Novembcr-Progr. Gutschein 1— 4 Personen. Fauteuil 1.— Mark. Sessel 1.50 Mark Parkett 50 Pf., Sonntags Aufschlag Tägl. 5 u 8V U. Tolenstg. 6 u. 9 Dlir Walter BURE WAHL „Die Oricinale aller Eizentriker" 4 Urbanis Thesmarveis Charlons nni Mariooetten gi«. PLAZA Tägi. 5, 8.IS Totensonntag 6 und 9 Uhr Dar groBe Theater-Erfolg: Das Dreimäderlhaus siam. Oper Charlottenburg Bismarckstraße 34. Sonnabend, 21. Nov. Turnus I Anfang 20 Uhr Coppelia Josephslegende Ende gegen 22.30 U. Theater desWestens Heute �«8 Uhr Der Vogelliändler Ahlers, Jökcn, Morgan, Carola, Priem Totensonntag 6 und 8Vä Uhr FrlederiKe von Lehar Praisti Plätze v. 50 PL u BsoUflies MM 8 Uhr Geidiidiien aus dem Wiener Wald von Oedön Horvath Regie: Heinz Hilpert Die Komödie Slit Uhr Jemand von Franz Molnar Regie: Costaf RrRndgens mit Albert Bassermann Kurlürslenflaram Theater 8 Vi Uhr von Ilse Langner !>«?!«: Ludwig Berger Murik; Ernst Toch litiliillt: Agnes Straub VoiHsoutme Tbeatu am Bülowglatz 8 Uhr Der Diüne Kakadu Der Kammersflnoer Staatl Sdiiller- Theater 8 Uhr Doktor Klaus Theater am Nollendorfplata Täglich 8>,. Uhr Pramiara Gasparone Margret Pfahl, Michael Bohnen, Leo Slezak, Emtny Sturm. Rose- Theater Jreai Frankfurter Stntl 13? Iii. Weichsel k 1 3422 3 Uhr Sdineewiüdien 6 und 9 Uhr Die keusche Susanne Auasdineidcn! Zenlral-Tüealcr AlteJakobstr.30-32 Heute 8% Uhr Totensonntag 6 u. 9 Uhr Flamme von Hans Müller mli Christi Storm Ootsdi. Part-Fant. I.- Heute 4 U h t Hinsei u. Cretel Theater im Admlralsoalast Täglich 8V, Uhr Die Dubarry mii Gitta Aipar Preise v. 0,50 M an Totensonntag geschlossen inlernallonales Theater (Kleinet Theater) Unter den Linden 44. Täglich 8 Uhr Hedwig Wangei, H, Ad, Schlettow in: AHemanz von Vera Bern. Rooie: Philip Monnlng. metropoMtieater Täglich SV, Uhr Die Blume von Hawai Totensonntag 6 und 8V- Uhr Das Land des Lächelns Preise von 50 Pf. ao HMiWMHfi WlN/Myl Restaurant Berlins Die einzige Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist ciie-------------- Sfirankeit- uneS SdertoeBuossse für das Denfsdie PeicSs tfeeftrCtndaad Crsadzacasotei mmmmmrnmammmmBxmmtmt tran Aatar«: 1SCMI neuen Bahnstrecken und Feldbahnlinien, aus denen unübersehbare Mengen von Munition herangeschasft wurden; Batterie aus Batterie bis zu den schwersten Kalibern rollte in schier endloser Folge heran, so daß stellenweise die Geschütze Rohr an Rohr in der Stellung � sianden. Allein von den beide» französischen Angrisfsarmeen oer- fügte die Armee Aayolle für den ersten kampsmonot über den phantastischen Vorst von 7 bis S Millionen Granaten und einer halben Million Minen. Falkenbayn Was hatte sich inzwischen aus der deutschen Seite abgespielt? Trotz der dichten Luftsperre hallen seit Monaten die deutschen Flieger erkannt, daß bei dem Gegner Vorbereitungen für einen Angriff größten Formates im Gange waren. Die Fliegerphotographien redeten eine eindringliche Sprache. Die Gefahr war also in ihrer ganzen Größe erkannt. Hat die Oberste Heeresleitung— Falkenhayn— bei diesem durchaus klaren Tatbestand alles getan, um diesen gewalligen Stoß eines übermächtigen Gegners zu parieren? Die Kriegsgeschichte antwortet mit einem harten Rein. Jn�seinen Erinnerungen sagt Falkenhayn selbst, daß der Angriff an der Somme seit langem erwartet wurde und für ihn sogar erwünscht(!!) gewesen sei. Ist dies wirklich der Fall, so muß das Urteil der Geschichte für Fatkenhayn noch vernichtender ausfallen, Zell genug war vorhanden, um die Abwehrfront durch Heranführung starker Jnsanteriereserven zu stützen, Artillerie und Flieger bereitzustellen, kurzum, die bisher ruhige Sommefront auf Großkampf um- z U st e l l e n, Voraussetzung hierzu war aber, die nutzlosen, blutigen Angriffe aus Verdun einzustellen. R i ch t s d a v o n g e s ch a h. An der Sommefront standen den 52 frischen englisch-sranzösischen Sturm- dioisionen in erster Linie 8 deutsche Stc"ungsdivisionen und wellere S Divisionen in Reserve gegenüber, von venen ober eine soeben erst ausgebrannt von Verdun gekommen war. Hinter der schwachen Infanterie stand eine zum großen Teil mit russischen und belgischen Veutegeschützen bestückte Artillerie, von � der General Kabisch(„Das Volksbuch vom Welllrieg") sagt: „Insgesamt waren diese Geschützraritälen eher geeigne« für ein Arlilleriemuseum. denn als Artilleriebestückung auf etnem modernen Schlachtfeld." Das Reichsarchio bemerkt in seinem kriegsgeschichllichen Werk (Somme-Nord, Verlag G. Stalling-Oldenburg) hierzu: „Da die feindlichen Unterkünfte dicht mit Truppen belegt waren, hätten sich die lohnendsten Ziele für welltragende Kanonen gegeben. Aber das Armeeoberkommando verfügte nur über einige 19-Zentimeter-Batterien(!), und der Antrag an die Oberste Heeresleitung konnte... keine Erledigung finden. Die den Franzosen gegenüberliegende 12. Division verfügte auf einer 3 Kilometer breiten Front nur über 32 Geschütze. Bei dieser schlesischen Division stand also alle hundert Meter ein Geschütz und zwar überwiegend leichte Feldkanonen. Demgegenüber hatte die sranzösische Armee Fayollc auf 15 Kilometer Breite 1000 leichte und 850 schwere Geschütze, dazu 1999 Minen- werser. Me 15 Meier also stand drüben ein Minenwerfer und alle 8 Meter ein Geschütz. Angesichts dieser niederdrückenden Unterlegenheit ist kein Wort der Kritik scharf genug, um das Verhallen Falleichayns zu geißeln. Hier ist schon die Grenze überschritten, die die Unfähigkeit vom Verbrechen trennt. Nicht genug damst, daß dieser Ungeist von einem Generolstabschef die vergeblichen Massenopfer von Verdun aus seinem Gewissen hat, überließ er die Front an der 'Somme, die der bisher schärfsten Gewallprobe des Krieges ausgesetzt war, trotz vorhandener Heeresresecoen kallbtütig chrem Schickstü. Wenn die Sommefront nach dem siebentägigen Trommekseuer nicht in Atome zersprang, sondern allen Angriffen standhisll, so ist der Anteil der Obersten Heeresleitung an diesem erstaunlichen Erfolge gleich Null. Im Gegenteil, die Unterlassungs- sünden Falkenhayns und seiner engeren Mitorbeller haben alle Voraussetzung en für einen großen Durchbruch der Ententearmeen mit unabsehbaren Folgen geschassen. Tromnaelfeccei? Für die Truppen der acht deutschen Divisionen, die an der Angrifssfront fest langem in starken Stellungen lagen, war es seit Mille Juni klar, daß es mll der Ruhe an dieser Kampfront endgüllig vorbei war. Unberechenbare, überraschende Feuerstöße gingen über die Infanterie- und Artilleriestellungen nieder. Nächtliche Patrouillen- angriffe hiellen die Grabenbesatzungen in Atem. Schwere Kaliber punktierten die Front ab. Störungsfeuer schlug weit ins Hinter- gelände. Am 24. Iuni brach der Orkan los. 7000 bis 8000 Geschütze und Alineuwerfer spien Feuer auf 40 000 Aleter Breite. Die deutschen Gräben versanken in einer feurigen Lohe. Dichte Qualm- und Staubwokken lagerten über der Front, durchzuckt und zerrissen von.den Feucrstrahlen der Explosionen. Zwischen den ■ 1 FzinU-(»w SevUM�oe<üUA>4- DW-ci Aä-iMvtaexx haushohen Einschlägen der schweren Kaliber wirbellen Baumstämme, Eisenstücke und Steinschläge, untermischt mit riesigen Erdklumpen� durcheinander. Jnmillen dieser Vernichtungsorgie hockten die Be- satzungen in ihren Unterständen, abgeschnitten von aller Welt. Zu- sammengekauert in ihren Löchern mußten die Grabenposten in dieser Hölle aushallen, um die Truppen bei dem ersten Zurück- oerlegen des Feuers zu alarmieren. Meldeläufer versuchten im verzweifellen Rennen durch die zerstampften Gräben und das Trichterfeld Verbindung mit den Stäben aufzunehmen. Der Gegner ließ sich Zeit. Sieben Tage und sieben Nächte wütete das Trommelfeuer auf den Stellungen, ein Unterstand noch dem anderen wurde von den schweren Kalibern und Torpedominen eingedrückt und die Besatzungen verschüttet, verwundet oder zerquetscht. Die Hilseruse der Schwerv erwundeten wurden von dem Brüllen und Tosen der Artillerieschlacht verschlungen. Ent- setzliche, qualvolle Stunden, in denen man die Stunde seiner Geburt verfluchte. Die deutschen Batterien wurden von Tag zu Tag in immer engere Feuerzangen eingekreist und mll konzentrischem Feuer belegt. Das hinter der Front liegende Städtchen C o m b l e s wurde in der zweiten Nacht mit etwa 3900 schweren Grpnoten überschüttet und in Trümmer gelegt. Ein gerade einfahrender Munitionszug flog in die Luft. Die deutsche Artilleriebeobachtung war durch den Abschuß sämtlicher Fesselballons blind. In drei Etagen überflogen englische und französische Flicgerschwadronen die Front, mit Argus- äugen jede Bewegung, jeden noch feuerfreien Raum erfassend. In Cambrai, über 30 Kilometer hinter Front, wo Alarmsignale durch die Quartiere der Reserven gellten, sprengte das Trommelfeuer die Fensterscheiben und wirkte noch aus diese Entfernung, als wenn direkt über der Stadt eine Anzahl schwerer Gewitter gleichzellig zur Entladung gekommen wären. Nach einer seltsam ruhigen Nacht faßte die englisch-französisch« ?lrtillerie in den Morgenstunden des 1 Juli alle Kräfte zu einem gigantischen Feuerwirbel zusammen. Torpedominen rissen meterbreite Lücken in die letzten Grabenreste und wirbellen die Drahtfetzen hoch. Schrapnells und leichte Kaliber fegten die Trichter- ränder ab. Stolleuquetscher wühlten sich ttes in die Erde. Mit infernalischem Heulen rasten 38er Schiffs granaten heran. Schweres Flachfeuer lag weit im Hintergelände auf Straßen- kreu, zungen und Chausseen und hieb in die in Eilmärschen heran- keuchenden Reserven und Munitionskolonnen... Es war 8.39 Uhr msrgens, als sich der Feuervorhang über der ehemaligen ersten deutschen Linie hob und auf die hinteren Linien zurückverlegt wurde. Der Angriff begann... ftabbampte Aber die Hoffnung des englisch-französischen Generalstabes, chre Sturmtruppen sozusagen mit umgehängtem Gewehr über die zer- trommelten deutschen Linien marschieren zu lassen, wurde betrogen. An der nördlichen Angrifssfront, wo eine württembergische Diviston in langer Stellungszell eine große Anzahl bis zu 19 Meter tiefer Stollen getrieben hatte, stießen die jungen, aus Freiwilligen zu- fammengestellten Kllchener-Dioisionen auf erbitterten Widerstand. Acht englische Divisionen stürmten gegep den Abschnitt dieser deutschen Stelliingsdivisiou. Wie vor Langemark und Dixmuiden im Herbst 1914 die deutschen Freiwilligenregimenter in dem Feuer der allgedienten englischen Söldner zusammenbrachen. so sank vor den zertrommellen Gräben an der Somme die eng- lische Jugend, dicht massiert stürmeich, im«lselcheu, F«ter weniger, kriegserfahrener Regimenter dahin. Die Geschichte de, englischen W e st- U o r k s h i r e- R e g i m e n t s berichtet über diesen blutigen 1. Juli: „Die drei ersten Wellen des Bataillons wurden in Stücke geschossen. Von der ersten Welle erreichten nur einige Ileberlebende die deutsche Linie, wurden aber nicht mehr gesehen."— Eine Stunde später:„Die.V-Kompagnie ging um 8.59 Uhr nach vorn. Als etwa um JlilO Uhr das nervenzerrüttende Rat-tot-tat der feindlichen Maschinengewehre, das rollende Gewehrseuer erstorben ZU sein schien, hatte die E-Kompagnie vorzugehen. Durch die Ruhe des Feindes irregeführt, bewegte sich der Stab gleichzeitig mit der Sturmivelle nach vorn. Als jedoch der Frontgraben erreicht war, wurde es auf einmal klar, warum das feindliche Feuer aufgehört hatte. Es gab im Niemandsland nichts mehr, was sich noch bewegte. Dieser Raum wqr besät Mit bewegungslosen Körpern... Bon dem Bataillon, das mit fast 739 Mann so siegesgewiß ausgerückt war, kehrten am Abend nur noch 217 Mann zurück. Bon dem Leeds- Bataillon meldeten sich am Abend bei der Namensverlcsung von 528 Mann noch 47 zur Stelle. Der ehemalige englische Kriegsminister Churchill berichtet über diesen Angriffstag:„Fast 69 999 brllische Soldaten waren gefallen. Es war dergröhteBerlnst, den die brllische Armee jemals in ihrer Geschichte an einem einzigen Tage erlitten hat. Bon der Angrisfsinfaillerie dieses ersten Tages war fast die Hälfte tot oder verwundet." Die Geschichte eines württembergischen Reserveregiments, das an dieser Stelle kämpfte, sagt über den 1. Juli: „Beim Heidenkops konille der Angreifer, gedeckt durch den Qualm und das Gelände, bis dicht an die Stellung herankommen und war schon im Graben, bevor die gesamte Besatzung aus den Unterständen herauskam. Hier spielte� sich ein erbitterter Kampf Mann gegen Mann ab... Am 2. Juli war auch dieser Teil der Stellung wieder in unserer Hand. Aber wie sah es am Heiden- köpf aus! Leiche an Leiche und an einzelnen Stellen ganze Haufen Deutsche und Engländer übereinander, inmitten eines Gewirrs von Waffen und'Ausrüstungsstücken.(Gesch. d. Res.-J.-R. 121) SamUäfevI Smti... Wer will sich unterfangen, die letzten Stunden derer zu schlldern, die sich zwischen zerspllltertem Gebälk, verwundet und verbrannt wanden, wer mag von den Schwerverwundeten sprechen, über deren hilflosen Körpern der Nahkampf mll Handgranate und blanker Waffe hin und her wogte? Wo war in diesem Chaos ärztlich« Hllfe zu finden? Aus dem Bericht des Rcgimentsarztcs vom Infanterieregiment 189 klingt der Menschhell ganzer Jammer. „Bald füllten sich alle Räume des Sanitätsunterstandes mit -Verwundeten. Tag und Nacht ohne Unterbrechung mußtey, hie, Aerzte ihre aufreibetlde Tätigkeit oerfchen. Der Abtransport. stieß bei dem schweren Feuer auf nicht zu bewälligeiide' Schwierigkeiten. Unaufhörlich kamen Notschreie von anderen Sanllätsunterständen. Wo nur ein Quadratmeter Boden vor- Händen war, lagen und standen Verwundete... Die Be- leuchwng der Keller durch stinkende Karbidlampen erlosch bei den schweren Einschlägen alle Augenblicke. Unentwegt kamen Melde- läufer und Trägertrupps die Stollentreppen heruntergestürzt. Neue Verwundete wurden heruntergeschleppt, Gasvergistete mit verzerrten Gesichtern eingeliefert."— Aus einem anderen Unter- stand:„Kaum war ein ischwenjerwundeter gestorben, wurde er berausgebracht, um Platz für die Nachdrängenden zu schaffen. Vor dem Sanllätsnntersiand türmte sich ein Berg von Leichen und amputierten Gliedern..(Reichsarchiv, Somme-Nord) Dies war der Anfang der Sommeschlacht, die bis Ende November in fast ununterbrochener Folge tobte. In den ersten Iulllagen war an der französischen Angrifssfront eine schwere Krise eingetreten, denn hier hatte das Trommelfeuer auf breiten Strecken jeden Widerstand ertötet. Aber schon in den nächsten Tagen hatte sich auch hier der Angriff m eine Anzahl erbittertster blutiger Einzelkämpfe um Dorftrümmer und persplitterte Wälder ausgelöst. Die Eindrücke deutscher Reserven beim Ablösen in vorderer Linie schildert das Reichsarchiv sehr treffend: „Die Gräben, die das bayerische Regiment... übernahm, waren nichts anderes als mll Schutttnasien angefüllte Vertiefungen, in denen viele in der Sommerhitze verwesende Leichen die Lust verpesteten... Im Abschnitt der 1. Kompagnie war nur ein einziger schußsicherer Stollen. In Löchern und Nischen grub sich die Truppe ein. Tote mit entsetzlichen Wunden lagen herum. Jammervoll wirkten verkrampfte Körper und die fahlen, wächsernen Gesichter im grauenden Zwielicht des Morgens." Das„Verdun" der anderen Von Monat zu Monat fraß sich die Sommeschlacht weiter. Wie die Franzosen ihre besten Sturmttuppen immer wieder einsetzten und die Engländer chre dezimierten jungen Regimenter mit neuem Ersatz bis in den Spätherbst angreifen ließen, bringt die Somme- schlacksi auf«ine Linie mit der„deutschen Tragödie vor Verdun". In der Tat ist die Sommeschlacht ein„Apern" für die Engländer und ein„Verdun" für die Franzosen geworden. Wie der Anfang, stellte auch das Ende dieser gigantischen Schlacht unvorstellbare An- forderungen an den einzelnen Mann. „Es war ein steter zäher Kampf mit Regen, Schlamm, Schnee lind neuem Schlamm. Die Granatlöcher füllten sich mit Wasser. . Die wenigen Unterstände ersoffen. Tagelang standen die Leute im Morast, nur die Zeltbahn über sich. Vielen blieben die Stiesel stecken. An«ine Verteidigung war nicht zu denken, denn die Gewehre waren völlig verschlammt. Ein Glück, daß es denen drüben nicht besser ging. Wenn der Regen es gar zu toll meinte, dann war für einige Sttmden Burgsrieden aui beiden Seiten, dann stiegen Freund und Feind heraus aus ihren Löchern, um sich wenigstens einmal auszurecken.(Gesch. d. Füsil.-Reg. 35.) 759 999 Mann, darunter 419 999 Engländer, hat diese Schlacht die Entente gekostet. 599 999 Tote und Verwundete Halle die deutsche Armee verloreji. Und der Erfolg? Aus 39 Kilometer Brelle waren 19 Kilometer Wüstenstreifen„erobert". Roch nicht 499 Quadratkilometer umfaßte das Schlachtfeld. Also jeder einzige Quadratmeter Erde ist mll dem Blute von drei Menschen gedüngt. Nur ein Bruchteil der Toten konnte bestattet werden. Die Masse der Gefallenen ist im Schlamm und Morast versunken, liegt ver- schüttet und zerrissen in dieser Stätte des Grauens. Noch heute, nach 15 Jahren, stößt der Pflug des picardischen Bauern auf die Schädel und Skelette Namenloser.— S o starben Soldaten im SSelUrtefie. Sport am Die Schwimm. Mei st erschaslen des 1. Kreises im ttrbeiler-Iuru- und Sporibund werden morgen, Sonntag, um lSiA Uhr. im Lunabad in holensee ausgetragen. Am Start sind die besten Schwimmer. Schwcrathletische Veranstaltung bei„cichtenberg-Friedrichsselde". Morgen, Sonntag, veranstaltet die Sportliche Vereinigung Lichten- berg-Friedrichsfelde 04 unter Beteiligung des Orchcsteroerenis Riga- letto und des Gesangvereins Lichtenberger Liederfreund««in« große Sportschau, aus der Ringen, Boxen, Jiu-Jitsu, Artistik und Gewicht- hoben gezeigt werden. Im Gewichtheben will die Vereinsmannschast als langjähriger Bundesmeister des Arbeiter-Athleten-Bundes zeigen, daß sie ihre bisherigen Leistungen noch überbieten kann. Di« Ver- anstaltung sindet in Tempels Festsälen, Friedrichsfelde, Prinzen- alle« 45, Endstation der U-Bahn, um 16 Uhr statt. 3n der Turnhalle Ulrechter Straße ringt morgen mn 9.36 Uhr früh die zweit« Staffel des Sportklub„A lt- W edd i n g* gegen die erste Kampfmannschaft um die Punkte für die Kreismeisterschaft. Der Bezirk Stralau der Freien Turnerschaft Groß-Berlin ladet Freunde und Bekannte zu heute, Sonnabend, nach der„Alten Taverne" in Stralau, Alt-Stralau 25/27, ein. Das dreijährige Bestehen des Bezirkes soll durch sportlich« Darbietungen der Männer, Frauen und Jugendlichen gefeiert werden. Beginn 29 Uhr. Eintritt 78 Pf. Der Arbeiler-Schüheobund. Ortsgruppe verlln. hält am Sonn- tag ab 9 Uhr vormittags ein Bogen- und Kleinkaliberschießen in Friedrichsfelde, Am Uppstchlweg, ab. Fußball nun auch in Steglitz! cheute. Sonnabend, findet in Steglitz im Lokal von Schultz, Birkbuschstraßc 90, die Gründungsversammlung einer Fußballabteilung statt. Da in diesem Bezirk noch kein bundestreuer Fußballverein besteht, hat es jetzt der größte Arbeitersportoerein des Bezirks, die Freien Schwiinmer Berlin XI l, übernommen, neben den Schwimm-, Turn-, Handball- und Tennis- abteilungen nun auch den Fußballsport in den Vereinsbetrieb auf- zunehmen. Da schon genügend Anmeldungen vorliegen, kann sofort i Sonntag mit dem Spielbetrieb begonnen werden. Interessierte Partei- und Gewerkschaftsmitglieder sind zu dieser Versammlung, die um 29 Uhr beginnt, sremidlichst eingeladen. Reukölln-vriher herbstwerbung! Montag, 23. November, 29 Uhr, beginnt die Bcllkssportwerbewoch« in Britz. Die zweite Frauenabteilung wird anläßlich des zweijährigen Bestehens einen öffentlichen Werbeabend in ihrer ständigen Turnhalle, Britz, Chausieestraße 137(gegenüber dem Teich), veranstalten. Die zweite Mädchenabteilung ladet Eltern und Kinder zu ihrem öffentlichen Werbeabend am Donnerstag, 26. November, 18 Uhr, in der- selben Halle ein. Diese Abende bringen: Gymnastik, Turnen, Sing- spiele, Sprechchor. Als Abschluß der Herbstwerbung steigt dann Sonntag, 2 9. November, in der Neuen Welt, die größte turnsporllich« Bühnenschou des Jahres unter dem Motto:„Mobil- machung aller Freunde des Arbeitersportes!" Die Freien Schwimmer Groß-Berlin, Gruppe Milte, veranstalten Dienstag, 2 4. November, 29,39 Uhr, im Stadt- bad Gartenstratze ein Abenbschwimmsest. Einzel- und Staffelkämpfe jeder Schwimmart, sowie ein Männerwasserball- und ein Frauen- pushballspiel kommen zur Austragung. Die Gruppe Mitte wird die Arbeitserfolge ihres diesjährigen Bestehens unter Beweis stellen. Die Werbeveranstaltung verdient besten Besuch, zumal die Eintritts- preis« für Jugendliche und Erwerbslose gegen Ausweis nur 29 Pf. und für Erwachsene 39 Pf. betragen. .* Tag der Winterhilfe in Mariendorf. Der unter dem Protektorat des Oberbürgermeisters Dr. Sahm vom Trabrennoerein Mariendorf zugunsten der Berliner Winterhilfe am M ontag, 23. No- v e m der, veranstaltete Trabrcnntag hat bei den Besitzern und Trainern starke Unterstützung gefunden, so daß mit ausgezeichnetem Sport auf der ganzen Linie zu rechnen ist. Die Veranstaltung beginnt um 13 Uhr. Die Eisbahn im Sportpalast ist ab heute, Sonnabend, täglich von 19 Uhr morgens bis 12 Uhr nachts geöffnet. Eintritt für Kinder 59 Pf., für Erwachsene 1 Mark. Harte Kämpfe, schlechter Sport im Spichernring Die gestrigen Kämpfe im Spichernring blieben noch selbst hinter den geringen Erwartungen zurück, die man gehegt hatte. Der Unterschied zwischen diesem und dem vorangegangenen Abend war gewaltig, auch im Besuch. Gekämpft wurde hart, aber mit den primitivsten Mitteln. Schon der Einlestungskampf der Halbschwergewichte V ä l k n e r- K r« i m e s war so ziemlich das Dürstigste, was geboten werden konnte. Völkner benahm sich wenigstens etwas boxermäßig, der ander« hotte noch wetriger Ahnung, darum gewann Völkner nach Punkten. Der Schwergewichtstampf Kölblin-Wallner zeigte beut- lich, daß der erstere nie über Mittelmaß hinauskommen wird. Kölblin hatte einen 12 Pfund leichteren Gegner vor sich, war in Größe und Reichweite begünstigt, verstand aber mit all diesen Bor- teilen nichts anzufangen. In der fünften Runde waren beide fix und fertig, hatten ihr Pulver nutzlos verschossen. Wallner muß man zugute halten, daß er ein Debütant war und zum ersten Male über acht Runden ging: er hatte zum Schluß noch etwas mehr drin, er blieb auch sauber, während Kölblin sich grobe Verstöße gegen die Regiln zuschulden kommen ließ. Wallner erhielt ver- dient di« Entscheidung, aber zu einer„Hoffnung" berechügt bei ihm einstweilen noch nichts. Der einzige, der eine angenehm« Abwechslung in das trübe Bild bracht«, war Trollmann, der Hölze! gegenüberstand. Der Hannoveraner boxte seinen eigenen Stil, seine blitzschnellen Vorstöße sind schwer zu parieren, es mag überhaupt schwer sein, sich auf diesen unberechenbaren Gegner einzustellen. Trollmann war dem einseitigen Hölze! technisch weit überlegen, bedeutend schneller, und das reichte, um seinen Gegner abzufertigen. Daß er einmal zu Boden mußte, tonnte das Gesamtergebnis nicht so be- einflußt Halen, daß das Treffen unentschieden gegeben wurde. Zum Schluß besiegte B o j a infolge seiner wirtsameren Arbeit Lauer, der mit einer Zähigkeit widerstand, die einer besseren Sache würdig gewesen wäre. Oempsey ausgepfiffen Jack Demsey traf aus seiner Schau kampf-Tournee mit ein paar Schwergewichten zusammen und erlebte dabei eine böse steb«r- raschung. Nicht nur, daß die beiden die vollen zwei Runden standen, mußte Demsey Schläge hinnehmen und mit blutenden Verletzungen den Ring oerlassen. Er wurde bei seinem Abgang a u s g e- pfiffen und sein Renommee hat hier einen argen Stoß erlitten. Und das soll ein Schmeling-Gegner sein. Ls wurde nicht geschoben— sogt der Bund Deutscher Radfahrer 3n der Nr. 599 des„21 b e n b" vom 24. Oktober d. I. gaben wir auszugsweise eine Meldung des„Kölner Tageblatts" wieder, wonach die Austragung der diesjährigen Radweltmeister- s ch a f t e n nicht einwandfrei gewesen sein soll. Es wurde offen behauptet, daß zwischen Sawall und Möller Abmachungen be- standen, die einen Sieg Walter Sawalls In der Weltmeisterschaft sicherstellen sollten. Der Sportausschuh des Bundes Deutscher Radfahrer bestrist das sofort. Inzwischen hatte der Bund Deutscher Radfahrer seine Tagung in Erfurt. Dort wurden auch die Ab- machungen zwischen den Wellmeistern Möller und Sawall be- Handell. Es wurde beschlossen, di« Sache in Berlin zu klären und das Resultat bekanntzugeben. Das Rcfullat ist jetzt da! Es ist alles in Butter, wie der Berliner sagt! In der Entscheidung des Sportausschusses heißt es: „Ein nach den Wettfahrbestimmungen zu bestrafendes Vergehen liegt nicht vor, und das Verfahren gegen Sawall und Möller wird« i n g e st e l l t. Die Entscheidung ist gemäß den Wettfahrbestimmungen endgülttg und unanfechtbar." In d«r Begründung wird zunächst hervorgehoben, daß die von Stevens aufgestellten Behauptungen sich nicht als stichhaltig er- wiesen. Die von Stevens benannten Zeugen sagten gegen Stevens aus.„Die von Herrn Sawall an Möller gegebenen 1999 Mark", heißt es weller,„stellen eine Abgabe aus Fabrikprämien dar. Der Sportausschuh kann derartiges zwar nicht gutheißen, da aber nach den Wettfahrbestimmungen keine Handhab« zum Einschreiten ge- geben ist und der sportliche Verlauf des Rennens einwandfrei war. konnte demnach eine Bestrafung nicht erfolgen.." Da diese Entscheidung endgültig und unanfechtbar ist, wird wohl Herr Stevens gegen das Urteil nichts unternehmen— und weiterhin Ehrenvorsitzender einer Organisation bleiben, deren Sport- ausschuß zur Fällung der oben mitgeteilten„endgültigen Ent- scheidung" kam. ver Bund bleibt der Bund! Ein kommunistischer Schwindel geplatzt Die juristische Beratungsstelle des kommunistischen Sportverbandes bestreitet dem Arbeiter-Turn- und Sport- bund das Recht, der alle, 1893 in Gera gegründete Bund zu sein. Sie behauptet, der 1939 gerichtlich eingetragene(e. B.) Bund ist nicht die Fortsetzung des alten, sondern ein völlig neuer Bund. Diese völlig falsche Behauptung wird in den kommunistischen Sport- vereinen und von den Beauftragten des KPD.-Sportverbandes in den Bundesoereinen verbreitet, mit der Schlußfolgerung, daß die Bundesoereine dem EB.-Bund gegenüber keine Verpflichtungen er- füllen brauchen und dieser nicht berechtigt ist, sie zur Erfüllung von Verpflichtungen anzuhalten. Weiter wird behauptet, die aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund E. V. ausgeschlossenen Ver- eine seien hie Fortsetzung des 1893 in Gera gegründeten Bundes und hätten demzufolge das Recht, sich als Mttglieder des gerichtlich nicht eingetragenen kommunistischen Arbetter- Turn- und Sport- bundes zu bezeichnen. Das ist falsch und dient lediglich der Irre- führung der Öeffentlichkett. „Fichte"- Berlin, der führende Verein des kommunistischen Sportverbandes hat sich trotzdem auf Reklametafeln als Mttglied des„Arbeiter-Turn- und Sportbundes" bezeichnet und Mitglieds- bücher mtt derselben Bezeichnung herausgegeben. Es kam daraufhin zu einer F e st st e l l u n g s k l a g« des Arbeiter-Turn- und Sport- bundes E. V., die vor dem Landgericht Berlin von„Fichte" verloren worden ist. Da die Entscheidung in der Fest- stellungsklage grundsätzlicher Natur ist, hat„Fichte" beim Kammer- gericht Berufung eingelegt. Die Berufung ist jetzt von diesem Gericht verworfen worden, weil es Fichte inzwischen einleuchtete, in einer völlig aussichtslosen Angelegenhett zu prozessieren und es deshalb vorzog, nicht erst die Berufungsgebühren einzusenden. Das Urteil de» Landgerichls Berlin ist somit rechtskräftig, wonach feststeht, daß der EV.-Bund kein neuer Bund, sondern der Rechtsnachfolger des 1893 in Gera gegründeten Arbetter-Turner- bundes ist. Nur die Vereine des EV.-Bundes dürfen sich als Mit- glioder des Arbeiter-Turn- und Sportbundes bezeichnen. Nlocb einmal: Handel um Leinbergcr Vor einigen Tagen brachten wir die Mitteilung, daß der inter- nationale Mittelläufer der bürgerlichen Sportoereinigung Fürth, Leinberge r, nach langer Irrfahrt— wußte er doch nicht, welcher Verein für seine Forderungen am finanzkräftigsten ist— in Berlin bei Hertha-!LSC. gelandet ist. Wir stellten zum Schluß di« Frage, wer wohl diesen Spieler bezahlt. Jetzt stellt es sich heraus, daß Hertha versucht. Herrn Leinberger bei zwei Berliner Vereinen als „Trainer" mit je 399 Mark Gchalt unterzubringen. Bisher sind diese Bemühungen allerdings erfolglos gewesen. Zum Schluß blieb man beim Sportklub Charlottenburg hängen. Bekanntlich besitzt der Sportklub Charlottenburg aber keinen Pfennig Geld. Die Tribünen und Geräte auf dem vereinseigenen Sportplatz am Bahn- Hof Eichkamp find zum größten Tell verpfändet-, der Verein steht vor dem finanziellen Zusammenbruch. Selbst die Gehäller für die Sportlehrer konnten nicht mehr aufgebracht werden, so daß man ihren Abbau beschloß. Wo kommen aber auf einmal die 399 Mark für Leinberger her? In Berliner Sportkreisen geht das Gerücht, daß Hertha-BSC. dem Sportklub Charlottenburg das Geld vor- geschossen hätte, nur um Leinberger für sich zu gewinnen. Wie stellt sich nun der Vorstand des Deutschen Fußballbundes, der doch an- geblich so sehr für die Amateurbestimmungen eingestellt ist, zu diesen Dingen? Unvorsefinffsmäliige Signalinsfrumenfc In letzter Zell werden den Automobilisten häusig Apparate mit mehreren, nicht gleichzeitig anklingenden Tönen angeboten. Wie der Reicheverkehrsminister in einer Zuschrift an den Automobilklub von Deutschland in Erinnerung bringr, ist die Anbringung und Verwendung von mehrtönigen Hupen, wenn die verschiedenen Töne nicht gleichzeitig in einem harmonischen Akkord anklingen, oerboten. Eine Zlusnahme wird nur gemacht bei Feuer- wehrfahrzeugen im Dienst. Kraftfahrzeugen der Wehrmacht, Reichspost und staatlicher Polizei Totensonntag Wenn wir Arbeitersportler am Totensonntag zusammen mit den Angehörigen der Gefallenen des Weltkrieges ge- denken, wenn wir gemeinsam mit den Vertretern der Sozial- demokratischen Partei, mit den Reichsbannerkameraden und> den Kriegsbeschädigten die Ehrenmale der Opfer in Trauer und Ehrfurcht begrüßen, dann leitet uns die Erkenntnis, daß die blutende Wunde, die der Weltkrieg uns Deutschen und fast allen Völkern schlug, auch heute noch immer nicht ge- schlössen werden konnte. Jeder Gedanke an Kriegsgeschrei und Kriegshetze liegt uns fern. Uns beseelt angesichts der Gräber das Gelöbnis, das nie wieder Krieg sein soll. Wir Arbeitersportler haben bei dem schaurigen Aderlaß des Weltkrieges bestes Proletarierblut hingegeben. Wenige Zahlen mögen dies belegen. Die Zentralkommifsion für Ar- beitersport und Körperpflege weist eine erschütternde Liste von nicht weniger als 50 000 Weltkriegstoten auf. 33 000 entfallen allein auf den Arbeiter-Turn- und Sportbund. Im Kartell Berlin, zu dem auch die Vororte gehörten, beträgt die Zahl der Gefallenen 4000 Mitglieder. Der 1. Kreis, der Berlin-Brandenburg umfaßt, zählt nicht weniger als rund 6500 Tote. Aus dem Berlin der Vorkriegszeit allein sind 2231 gefallene Arbeitersportler zu melden. Vor unseren Augen standen sie als kräftige, über- zeugungstreue Arbeiterjungen, die auf dem Sportplatz im Spiel, das froh und ernst zugleich war, im Dienste der Klasse den Körper stählten. Es war für den jungen Arbeitersportler wahrlich nicht leicht, den Sportdreß mit dem feldgrauen Rock zu vertauschen, denn was war so ein junger Arbeitersportler im Vorkriegsdeutschland des Wilhelminimus? Er war ein höchst verdächtiges Individuum, ein oaterlandsloser Geselle. Man verfolgte, drangsalierte ihn, man beobachtete ihn, wenn er sich mit seinen Sportsgenosien versammelte. Man ist oft versucht, sich zu fragen, wie es überhaupt möglich war. daß die deutsche Arbeiterschaft und in ihr die Arbeiter-Sportbewegung so ungeheuerliche Opfer an Leib und Seele, an Gut und Blut für dieses Deutschland Wilhelms II. aufbrachte. Die deutschen Arbeitersportler lagen nicht für den Kaiser, nicht für Fürsten und Junker, nicht für Bank- Herren. Großindustrielle und Kriegsgewinnler in den ver- schlämmten Gräben, in den zerrissenen Granatlöchern. Sein Fahneneid, nach außen hin dem Kaiser und König geleistet, galt in Wahrheit dem Volk und der Heimat, und die ganze Hohlheit der Parole:„Für Kaiser und Reich" ward offenbar, als der Fahneneid dann nicht vom„vaterlandslosen Gesellen", vom verdreckten, blut- und lehmbeschmierten Frontkämpfer gebrochen wurde, sondern vom obersten Kriegsherrn, der feige im Sonderzuge nach Holland floh. Nicht für den nerven- kranken Kaiser, nicht für den Eroberungswahn der Vater- landsparteiler, nicht für die Gier der Stinnes und Thysien nach den Kohlenbecken von Longwy, nicht für den Feldherrn-• ehrgeiz eines Ludendorff, sondern für das freie, demokratische und soziale Deutschland der Zukunft sind die 50 099 Arbeitersporller gefallen. Es war im Sommer 1S18, als einer unserer Besten, 1914 ein gesunder und kräftiger Mann, siech und gebrochen, der Hungerepidemie erlag. Der Mann, der damals der Hungers- 4� not des Krieges erlag, war unser Buudesvorsitzender Karl Harnisch. Wir haben gegenüber den 50000 Toten des Arbeiter- sports eine schwere Schuld abzutragen. Wir können sie nur erfüllen, wenn wir in der heutigen Zeit dem Ungeist des braunen Landsknechttums den Geist der Freiheitskämpfer, wenn wir dem Ungeist des Kasernenhofes den Geist recht- erkannten Arbeitersports entgegensetzen. Die Zeichen der Zeit deuten auf Kampf. Diesen Kampf für Sozialismus und Demokratie in Sieg und Ehre bestehen, das heißt wahrhaft unsere Toten ehren. Kleiner Sport von überall Skitrockeukurse in Eharlottenburg. Di« Freien Schwimmer werden in Charlottenburg vom 27. November bis 18. Dezember einen Stitrockenkursus durchführen. Gebühr für vier Abend«, wöchentlich zwei Stunden, 2 Mark, Erwerbslose und Jugendliche 1 Mark. Anmeldungen umgehend an Willi Tausendsreund, Char- lottenburg. Wilmersdorfer Straße 54, oder auf den Badeabenden der Freien Schwimmer Charlottenburg. Montags von 19 bis 29zb Uhr und Donnerstag 20 H bis 22 Uhr in der Badeanstalt, Krumme Straße 19. Die Rennfahrerablellung Berlln-INitie des Arbeiler-Rad- und Kraftfahrer. Bundes„Solidarität" hat für ihr« Mitglieder und für Radfahrer die sich erst dem Radrennfport widmen wollen, ein Hallentraining eingerichtet. Es stehen Trainingsapparate zur Ver- fügung, außerdem wird Ergänzungssport und Baden gepflegt. Das Hallentraining sindet jeden Donnerstag, 19.39 Uhr, in der Turn- halle Köpenick«? Straße 125: die Badeabende jeden Dienstag, 29 Uhr, im Stadtbad Mitte, Gartenftraße 6, statt. �fußballslürmer" und„Wurf und Ziel". Die„Freie Sport- wache", das Blatt der Fuß- und Handballspieler, Leichtathleten und Wintersportler des Arbeiter-Turn- und Sportbundes, sowie das Bundestennisblatt stellen am Jahresende ihr Erscheinen ein. Dafür gibt der ATSB. ab 1932 für die Fußballspieler die Wochenschrift „Der Fußballstürmer", und für die Handball, und Tennisspieler, Leichtathleten und Wintersportler die Wochenschrift„Wurs und Ziel" heraus. Der Bund wird dadurch den verschiedenen Wünschen aus den Kreisen der Mitglieder und Funktionäre gerecht. Künstler als Fußballspieler. Die Berliner Künstler-Vereinigung „Oase", die sich bereits einen Nomen durch Förderung des Fußball- sports gemacht hat, folgt am Sonntag abend einer Einladung nach Mannheim, um dort ein Spiel mtt einer Fußballmannschaft de» Mannheimer National-Theaters auszutragen. Es handelt sich um eine Veranstaltung zugunsten der Winterhilfe. Frei« Wafferfuhrer Auswärts 8. S. Jeden Dienstag, 20% Uhr, Badeadend in der S-richtstrahe. Sonntag, 29. November, Wanderung nach SeUigense«— Prieselang. Trcffvunlt Fährhaus HeUigensee 19 Uhr. Frei« Ztanu-llnio»«roß. Berlin e. B. Sonntag. 22. November, Wanderung nach Machnower Schleus«— Grunewald. Abmarsch 19 Uhr Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 99. Freie Photovereinigung. Sonntag, 22. November, Fahrt nach Drewi». Teufel-see. Abfahrt Uhr B-hnh-s Au-ft-llung.' �* 8