10 Pf. Tit. 550 B 225 48. Jahrgang BERLIN Sienittag 24. Aovember 1931 ErscheinttSglich außerSonntags. Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts�. Bezugspreis für Heide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat (davon 95 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus iahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich 69 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. PostbesteUgebübren. SjicUauigaße xle& v\brH&xxs46 «nzetsenpreks? Die einspaltige Nonpareillezetl-«9 Pf.. Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. P o st s ch e ck f o n t o? Vorwärts-Verlag G.m.b.H.. Berlin Rr. 37 536.- Der Verlag behält stch das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor' Redaktion und Expedition: Berlin SW 68, Lindcnstr 3 Fernsprecher: Dönhoff(A 7) 292—297 Unternehmer sind entrüstet Weil der„Vorwärts" die Wahrheit sagt Der vorstand der sozialdemokratischen Reichstagssraktion tagt heute nachmittag. Zum Dienstag nächster Woche sind der parteiausschuß und die Reichstagssraktion einberufen. Der Vundesausschuh des ZlDGB. ist zu morgen, Witt- woch, nach Berlin einberufen. Er wird sich in erster Linie mit den neuen lohn- und wirtschaftspolilischen Leitsätzen der Reichsregiernug befassen. =* Die besondere Stellung, die der„V o r w ä r t s" im öffentlichen Leben einnimmt, zwingt zu einer Exaktheit der Berichterstattung, die in der heutigen Zeit, wo der Inhalt mancher Blätter fast nur noch aus Falschmeldungen besteht, beinahe unbekannt ist. Gestern konnten wir erleben, welchen Sturm es hervorruft, wenn"der„Vorwärts" einmal eine Meldung veröffentlicht, die in Einzelheiten nicht ganz genau stimmt. Wir erklären also nochmals, daß wir gestern in den letzten zwei Minuten vor Redaktionsschluß einem doppelten Mißverständnis unterlegen find: Erstens hat Genosse G r a ß> m a n n die von uns wiedergegebenen Ausfuhrungen incht am Montag, sondern-am Sonntag gemacht. Und zweitens bat er nicht zugleich für die christlichen und die Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften gesprochen, sondern diese haben besondere Erklärungen abgegeben, die allerdings im sachlichen Inhalt jener des Genossen Graßmann sehr nahe kamen. Nach dieser Entlastung unseres redaktionellen Gewissens wird es uns erlaubt sein, auf den Kern der Sache einzugehen. Uns scheint, daß die Unternehm erpresse iiber unsere Meldung in so große Erregung geraten ist, nicht weil Neben- sächliches an ihr falsch war, sondern weil sie in der Hauptsache richtig war. Gar zu gerne hätten die Unternehmer den falschen Anschein erregt, als ob die Gewerk- schaften mit der These von der Unvermeidbarkeit weiterer Lohnsenkungen einverstanden gewesen wären. Da diese These am Montag veröffentlicht wurde, die zuvor abgegebenen Gegenerklärungen aber formell unter die Vertrau- lichkeit fielen, kannte in der Tat sehr leicht ein falsches Bild konstruiert werden, das eine nicht vorhandene Einigkeit zeigte. Dieser feine Plan ist durch unsere Meldung zerstört worden. Darum die Wut! Durch unsere Veröffentlichung und die ihr folgende Intervention Breitscheids beim Reichskanzler sind die Fronten aufgehellt worden. Es ist festgestellt worden, daß die freien Gewerkschaften und die Sozialdemokratische Partei gegen die These von den„unvermeidlichen" weiteren Gehalts- und Lohnsenkungen den schärfsten Einspruch erheben und daß sie sich jedem Versuch, sie anzuwenden, auf das ent- schiedenfte widersetzen. Der Hinweis auf den gesunkenen Kurs des Pfundes und die neuen englischen Zölle kann nicht verfangen. Die Sozial- demokratische Partei verkennt keineswegs die Bedeutung des Exports, aber sie hält es nicht für möglich, einen wirtschaftlich zweckmäßigen Export auf einem total zerstörten Innen markt aufzubauen. Ein Volk, das in seiner Masse nicht mehr Kleider und Schuhe, nicht mehr Teller und Töpfe kaufen kann, ja, das nicht mehr genug verdient, um seine Arbeitskraft zu reproduzieren, verliert schließlich auch die Fähigkeit zur Arbeit für den Export. Die furchtbarsten Opfer, die für die Förderung der Aussuhr gebracht werden, sind mit einem Schlage wertlos gemacht, wenn das Pfund weiter sinkt, wenn die Auslandszölle weiter erhöht werden. Wie oft soll dieses Spiel wiederholt, zu welchem Ende soll dieses Wett- rennen geführt werden? Schließlich müssen dabei alle auf der Strecke bleiben! Wenn die Unternehmerpresse der Regieilung rät, die Warnungen der Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Partei nicht zu beachten, so liegt in einem solchen Rat eine ungeheure Frivolität. Sic wundert uns nicht von Leuten, die feit je mit Katastrophen zu spielen gewohnt sind und die sich der Hoffnung hingeben, wenigstens für sie würde sich nach jedem Sturm noch ein angenehmer Ruheposten „Sinheitefronl!!??" Das unten wiedergegebene Bild zeigt verkleinert einen Ausschnitt aus der„Roten Fahne" von heute. Darin wird behauptet, die Gewerkschaftsführer hätten„gemeinsam mit den Vertretern des Monopolkapitals geknobelt und geschachert, wie die neue Offensive zum Lohn- und Gehaltsabbau durch- geführt werden kann". MMGWM III Her Zlll WMmlji Tie i« Ifirte crtlarung, dotz fi»■* Win Wirt« Irfiflllebfitnt tciliwhmfB.«m,«. We V r a b u( I i an• I a fit■ der fe«at> I ch e„ ftaplianslo J* vi r< Tin iim. 3!«(ritiRcrca nu». bcij btr AJirtidtalUbmot Rd» nicht für bie 48 3luBbtn=2Poib«»hn« Lohnnn« gleich«nb mit EnilteNnn.q»jinnns an*« grsprachen bokc. Ja Wr Frag« bcr. H-abhebim? b», Zchlichtunii»»»!»», nnb tct Verbiablichkeitserlliirnng 6ot> tea sie„btiotbm B'bralra". Brü- ,iia,» Erklöraag bin««eber bi« ZN»gNchicil. bit. 2c6t artaUan jsfattrit in osnfKtiraWm M-äc tu(falra. nach töna» babuiA dir Vfifbung»er Wirt- sAaH WrbeifleiJbn•fTbca. Sa l«i. tu—-— bti.irdiirn. bah dl« ötatung bor tWIufcuabafbM»««lafclli* ja fialMa bar Säbn««nb«ehSIthr«rjalgt unb bU* a a H r a I« »r, breltr» Vkalse. aach»»i«»r schaiiich'n»lirb». Mit biejat SiUäung a?oU«a bit Saaterlschaliastihrrl ihre nitoerantvorhini für bit«rbf Utrfeinbliiben Btschlütze b« kapitaksitnatrtrtttr im Winschastabeirai atrhülltn. Sie walltn lich ein Alibi verichasstn.'.lnttr dem Druck- dtr Zuspitzung »er tzlalslNgegeniätzr machta jit ISr Manöper, mit ein poui Prottstwortrn obziiltnftn. botz sir nicht baran benken. mst der Wasfr bes«trt iks aegen btn Lohn« und Stdaltsabdau anzukarnpstn. ZülieiiMebeliiiiliiSmMlislkii I! D'.t Arbtitar anb Sneeiitllten sind aenalea aab verlauft. »tan sir dir geringste Hosinung aas bit Stweikschastssührer srtztn Ditsr Lrata hoben im faläiinschta WIxNchoil-deilat«emri-rla» mit d-a Vtrtrtttri- de, Monorallapitals getnobt» und geschachert. wie bi« neu« Osten live jum Lohn, und Rthallwibbau burchgesüdn •erben kann.€1« tuollefi 0I5 2fcfj!t be» kranken, aerfoulenben tropilalismue ihm helfen, sein« Krise auf. Kosten der Derklötigen Masjta zu Lhtra-inbtn. Di- Eiklärvn? B'üaiaga !(Sorlsttzuag ficht•. StUt.) So unterrichtet das Zentralorgan der KPD. seine Leser! So führt es den Kampf gegen den Faschismus! So fördert es die„antifaschistische Einheitsfront"! finden.' Auch diese Hoffnung könnte sich einmal als trügerisch erweisen... Wir aber warnen die Regierung noch einmal, einen Weg zu beschreiten, der nach unserer Ueberzeugung ein Weg der wirtschaftlichen und politischen Selbstoer- n i ch t u n g i st! Die Arbeit des Reichstages. Aeltestenrat am Donnerstag. Der Aeltestenrat des Reichstags ist ans nächsten Donnerstag einbenisen worden. Er wird sich mit Rücksicht aus das fernbleiben der Nationalsozialisten u. a. mit der anderweitigen Verteilung der Ausschuß sitze auf die anderen Parteien befassen. Ferner soll der Aeltestenrat zu Anregungen über eine Herabsetzung der Diäten für die Abgeordneten Stellung nehmen. Landtagspräsident Leinert. Vorschlag der sozialdemokratischen Landtagsfraktion. Die sozialdemokratische Fraktion des Preußischen Landtags hat sich heute vor der Plenarsitzung mit der notwendigen Neubesetzung des Landtagspräsidiums besaßt. Da sie nach dem bisherigen parlamentarischen Brauch als stärkste Fraktion den ersten Prä- sidenten zu stellen hat, faßte sie den Beschluß, als Nachfolger des verstorbenen Genossen Bartels den Genossen Robert Leinert- Hannover vorzuschlagen, der früher bereits eine Reihe von Jahren als Präsident des Landtags amtiert hat. Es ist damit zu rechnen, daß Genosse Leinert in der Mittwoch- sitzung fomell gewählt wird. Demokratie oder Kaschismus? Republikanische Kundgebung in München. Wünchen. 24. November. Im überfüllten Bürgerbräusaale sprach bei einer r e p u b l i- t�a nischen Kundgebung des Reichsbanners und des Sozialistischen Deutschen Studentenverbandes der Führer des öfter- reichischen republikanischen Schutzbundes, Nationalrat Julius Deutsch, über„Demokratie oder Faschismus". Der Redner schilderte die Entwicklung des Faschismus in Italien, Ungarn, Oesterreich und Deutschland und erklärte, daß gegenüber der faschistischen Ideologie die Sozialisten die Demokratie verteidigen. Ohne gleichzeitige wirtschaftliche Befreiung der arbeitenden Mensch- deit sei aber die Demokratie nicht denkbar. Der Redner kam auch ans den deutsch-österreichlschen Anschlußgedanktn 5« sprechen und betonte, daß die Sozialdemokratie Oesterreichs stolz darauf s«l, zu den Vorkämpfern des Anschkußgedanßens zu gehören. Strom darf nicht teurer werden! Städtische Vertreter gegen verhängnisvotle Tarifpläne. Seit längerer Zeil beschästigen sich leitende kreise der Der- liner krast- und Lichlwerke mit dem Plan, den jetzt be- stehenden S l r 0 m t 0 r i s einer grundlegenden Umgestaltung zu nnlerziehen. Nicht etwa, wie die Stromabnehmer annehmen werden. um den Tarif zu verbilligen, sondern um höhere Einnahmen aus dem Berliner Versorgungsgebiel zu erhalten. Eine Berliner Blillagszeitung bringt in diesem Zusammenhang heule die Alarm- Meldung, daß mit der Elektrizilälsverlenerung bestimmt gerechnet werden müsse. Diese Befürchtung kann nach unseren Znsormotionen als unbegründet bezeichnet werden, weil es den städtischen Berlretern gelungen ist, die verhängnisvollen Pläne der Kraft- und Lichtwerke zu durchkreuzen. Der Einfluß der Stadt auf die Tarifgestaltung der Elektrizi- tätswerke ist durchaus nicht so gering, wie es in der Meldung der Mittagszeitung dargestellt wird. Nach dem Konsortialvertrag dürscn nämlick alle K-Konsortcn, das sind die Reichselektrowcrkc, die preußhchen Elektrizitätswerke und die Stadt Berlin, einer Strom- oerteuerung nur zustimmen, wenn die städtischen Vertreter damit einverstanden sind. Zudem hoben auch Vertreter der Priuatindustrie im Aufsichtsrat der BKL. erklärt, daß sie im Augenblick einer Verteuerung des elektrischen Stromes ihre Zustimmung nicht erteilen würden. Das ober bedeutet, daß im A u f s i ch t s r a t der Elektri- zitätswcrke, der in den nächsten Tagen zusammentritt, die für eine Tarifumänderung notwendige Dreiviertelmehrheit unter keinen Hin- ständen zusammenzubringen ist. Die Hoffnung, aus dem Berliner Versorgungsgebiet höhere Ge- winnc als bisher herauszuziehen, wird mit diesem Mißerfolg von den Krast- und Lichtwcrken kaum gänzlich aufgegeben sein. Es ist die Pflicht der städtischen Vertreter, auch die weitere Tarifpolitik der Elektrizitätswerke genauestens zu überwachen. Die Strom- preise müssen herunter, eine Verteuerung ist untragbar! Oachstuhlbrand in Wilmersdorf. Zwei Feuerwehrleute schwer zu Schaden gekommen. Kurz vor Mitternacht brach im Dachstuhl des Vorderhauses Meimarischc Straße 5 in Wilmersdorf ein Feuer aus. das mit großer Schnelligkeit um sich griss. Die Feuerwehr rückte mit drei Löschzügen an die Brandstelle und trat unter Einsatz von vier Schlauchleitungen in Aktion. Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen der außerordentlich hesligen Verqualmung sehr schwierig. Der Feuerwehrmann Schuster erlitt eine Rauchvergiftung: bewußtlos mußte er von Kameraden ins Freie getragen werden. Bald daraus ereignete sich ein zweiter bedauerlicher Unsall. Von niederstürzenden verkohlten Dachsparren wurde derFeucrwehr- mann Welling am Kops und an der Schulter schwer verletzt. Die beiden Verunglückten wurden in das nahegelegene Wilmersdorser Krankenhaus in der Achenbachstraße gebracht. Der Brand konnte verhältnismäßig schnell eingekreist und nieder- gekämpft werden. Die Schaden ist erheblich, die Entstehnngsursache konnte noch nicht geklärt werden. Mchter in eigener Sache? Eine Anfrage über Solling. Ueber das Berhallen des Landgerichtsprüsidenlen S ö l l i n g hat Genosse K u t t n e r eine parlamentarische Anfrage an den Justizminister gerichtet. In dieser Anfrage wird Sölling zum Bor- wurf gemacht, in eigener Angelegenheit den Richter gc- spielt zu haben. Es handelt sich um den Fall des von Sölling ent- lasicnen Betriebsratsvorsitzenden Ernecke. Dieser hatte gegen Sölling bestimmte Anschuldigungen erhoben, deren Prüfung von einer höheren Stelle— vermutlich vom Kammergerichtspräsiden- ten— angeordnet worden war. Diese Nachprüfung hat sich nach der erwähnten Anfrage— in der Weise vollzogen, daß der Landgerichtspräsident Sölling sich persönlich die von Ernecke als Zeugen benannten Beamten des Landgerichts I kommen ließ und an sie, seine Untergebenen, die Frage richtete, ob sie gegen ihn— Sölling— Nachteiliges zu bekunden hätten. Daß diese Art der Befragung durch den angeschuldigten Vorgesetzten selber nicht gerade geeignet war. den betreffenden Zeugen den Mund zu öffnen, bedarf wohl keiner Darlegungen. Vielleicht benutzt das Ministerium einmal die Gelegenheit, um sich von den Beteiligten den ganzen Sachverhalt dieser Vernehmun- gen schildern zu lassen, bei denen es sehr seltsam zugegangen sein muß. Wie wir nämlich erfahren, hat Solling allen Beteiligten ein strenges Verbot auferlegt, irgend etwas über den Inhalt der Ver- nehmungen mitzuteilen. Das scheint, gelinde gesagt, sehr auffällig. „Rote Krankenkassen- Korruption!" Oer Schwindel in Reinkultur. Der charzburger Front wird bei ihren Angriffen gegen die Krankenkassen anscheinend der Atem knapp. Nachdem sie sich lange Zeit vergeblich abgemüht hat, die deutsche Krankenversicherung in einen einzigen Korruptionsherd umzulügen. versucht sie es jetzt mit der österreichischen. „Der Tag" chugenbergs und neuerdings„Die Berliner Warte" bringen in sensationeller Aufmachung Behauptungen über den Bau eines„palastartigen Hochhauses" durch die Krankentasse der Kellnergenossenschast in Wien und in Verbindung da- mit von riesiger Korruptron in der Kasse, die durch einen für die Kasse tätigen Zahnarzt aufgedeckt sei. Wir sind der Sache nach- gegangen und mußten feststellen, daß sie allerdings sensationell ist. nur in ganz anderer Beziehung als die Harzburger behaupten. Das„palastartige" Hochhaus, das angeblich von der Wiener Kellnerkrankenkasfe errichtet ist. existiert in der Tat. Nur gehört es nicht der Kasse, sondern der ga st gewerblichen Arbeiter- s ch a f t, die auch den Vau aus wöchentlichen Beiträgen ihrer Mit- glieder in Höhe von.ZO Groschen(30 Pf.) errichtet hat. Die gast- gerverbliche Arbeiterschaft hängt fest an ihrem stolzen Werke, das sie aus eigenen Mitteln geschaffen hat Die angebliche Korruplion in der Kasse dagegen ist zuerst von einem Wiener Revolverblatt behauptet war- den. Das Blatt hat inzwischen seine Behauptungen de- und weh- mütig zurücknehmen müssen und ist auch behördlich be- schlagnahmt worden. Der verantwortlich« Ncdakteur wird sich wegen seiner Verleumdungen demnächst vor dem Presserichter zu verant- warten haben. Das Interessanteste ist aber der Wiener Zahnarzt, der den „geradezu beispiellosen Skandal aufgedeckt" hat. Dieser Herr hat dieKasse lange Zeit betrogen und ist deswegen von ihr entlassen worden. Strafanzeige gegen ihn ist erstattet. Um die Oeffentlichkeit von seinem Skandal abzulenken, hat der Herr sich nicht gescheut, in Ehren ergraute Kassenfunktionäre zu oerleum- den. Und die deutsche Hugenberg-Presse beeilt sich, den Schwind»! zu verbreiten. „Fußballspiel" im Landtag. Freunde von rechts vor Gericht. Bor dem Amtsgericht Berlin-Mitte fand gestern die Verhand- lung in der Privatklage des deutschnationalen Landtagsabgeordneten Dr. Weisemann gegen den verantwortlichen Redakteur der„Täg- lichen Rundschau" Dr. M ü l l e r- S ch ö l l statt. In der Nacht vom 8. zum 9. Mai wurde im Preußischen Landtag der Haushaltsetat m zweiter Lesung und das Preußische Polizeigeseß angenommen. Die Deutschnationalen und die Kommunisten übten gemeinsam Obstruktion: sie hatten für die 87 Paragraphen namentliche Abstimmung beantragt. Die Christlichsozialen machten nicht mit und behaupteten in ihrem Blatt„Die Tägliche Rundschau", daß der Deutschnationale Weiscmann„schwer geladen" gesprochen habe und daß die deutschnationalen Abgeordneten mit einer Burgunderflasche im Plenarsaal Fußball gespielt hätten. W e i s e m a n n und seine Fraktion erhoben Beleidigungsklage. Der Prozeß wurde nach längerer Beweisaufnahme auf Mittwoch vertagt. China häli an Räumung fest. Oie Mandschurei-Verhandluugen stocken. Parts, 24. November.(Eigenbericht.) Die Stimmung in Ratskreisen ist nach der Ueberreichung des chinesischen Memorandums über die Studienkommission wieder pes- simistischer geworden. China ist fest entschlossen, den Entschließunzs- Entwurf über die Schaffung einer Kommisston nur anzunehmen, wenn in ihm deutlich zum Ausdruck gebracht wird, daß Japan sofort mit der Räumung der besetzten Gebiete beginnen muß. Der chinesische Delegierte Sze hat dies in einer längeren Unterredung, die er am Montagabend mit Briand hatte, nochmals betont und den Ratspräsidenten dringend gebeten, eine den Forde- rungen Chinas entsprechende Lösung zu suchen. Sze erklärte, er wolle den Entschließungs-Entwurf gerne feiner Regierung unter- breiten, er fei sich aber schon im voraus über die Antwort seiner Regierung klar. Auch in der Ratssitzung am Mittag protestierten mehrere Delegierte gegen die japanische These, die Räumung der besetzten Gebiete und das Aufhören der Feindseligkeiten nicht mit der Schaffung der Kommission in Verbindung zu bringen. Es waren dies vor ollem die Vertreter von Spanien, Südslawien und Nor- wegen. Der„Excelsior" glaubt, daß eventuell die Schaffung zweier Kommissionen in Aussicht genommen werden soll, von denen eine die Lage in ganz China prüfen, während die andere sich be- sonders mit den Verhältnissen in der Mandschurei beschäftigen soll. Ergebnislose Suche nach Seifferi. Gelbstmord oder Flucht ins Ausland? Die näheren Umstände, die über das Verschwinden des Direktors Seiffert von der Bank für Handel und Grundbesitz jetzt bekannt werden, lassen die Annahme, daß er sich das Leben g e- n o m m e n hat, wahrscheinlicher erscheinen, als es zu Be- ginn der Ermittlungen der Fall war. Nach der Darstellung seiner Frau war Seiffert schon am Tage vor der Schließung der Schalter seiner Bank außerordentlich deprimiert. Als dann am Donnerstagmittag die Schalter ge- schloffen wurden, rief er seine Frau an, teilte ihr mit, was ge- fchehsn fei, und verabredete mit ihr eine Zusammenkunft in einer Konditorei Unter den Linden. Dort schilderte er ihr unter Tränen, daß die Bank zusammengebrochen sei und daß er keinen Rat mehr wüßte. Die Ehegatten gingen dann noch zu Fuß bis zur Sieges- allee, wobei sich Frau Seiffert vergeblich bemühte, ihren Mann in seiner verzweifelten Stimmung zu trösten. In seiner Wohnung in Lichterfelde angekommen, erklärte Seiffert nach einigen Telephongesprächen mit Freunden plötzlich, daß er noch am Abend eine wichtige Besprechung haben müsse, und zwar in einem Restaurant in der Nähe des Rathauses Steglitz, wo er öfters ver- kehrte. Frau Seiffert, die ängstlich geworden war, drang darauf, daß sie ihn in ihrem kleinen Cabriolet— der große Privatwagen gehörte der Bank— selbst nach Steglitz bringen wollte, aber am Rathaus Steglitz bestand Seiffert darauf, daß sie anhielt und er ollein weiterging. In dem bezeichneten Restaurant ist er dann, wie späte?« Nachfragen ergaben, gar nicht eingetroffen. Obgleich die Möglichkeit eines Selbstmordes jetzt nicht ganz von der Hand zu weisen ist, oerfolgt die Polizei alle Spuren, die auf eine Flucht schließen lassen. Allerdings bisher mit negativem Erfolg. Schlanzes Osthilfe Beratung im Haushalisausfchuß des Reichstags Auf der Tagesordnung des Haushaltsausschusses stand die Organisation und der Betrieb der Osthllse(Oststell« bei der Reichs- kanzlei). Den Bericht erstattete der Vorsitzende des Ständigen Un- terausschusses, Abg. S t ü ck l e n(Soz.). Er machte einleitend darauf aufmerksam, daß die Beamten der Oststelle die Ministe rial- zulage bekämen, sie seien aber keine Ministerialbehörde. Des- wegen beantragte der Ständige Unterausschuß die Streichung dieser unberechtigten Zulage. Die Osthilfe sei nicht zu der er- warteten Funktion gekommen, weil die erhofften Geldmittel nicht zur Verfügung gestellt werden konnten. Minister Schlange-Schöningen hält für das wichtigste, daß die Osthilse nicht auf lange Jahre hinausgedehnt werde, sondern möglichst in Monaten zu einem Ertrag komme. 3m Osten könne man aber nur helfen und etwas le'sten. wen« es in Deutschland einige Monate Ruhe zur Arbeit gebe. Der Zustand sei am schlech- testen in denjenigen agrarischen Großbetrieben, die am intensivsten gearbeitet hätten. Selbstverständlich seien auch Fehlinvestitionen er- folgt. Die qualifizierteren Betriebe seien am meisten gefährdet. Heute habe man im Osten aber nicht mehr nur Krisenherde, sondern hoch- stens noch einige günstigere Oasen. Der Grundbesttzerkrise sei die Bauernkrise gefolgt und heute habe man im Osten auch eine Siedlerkrise. Er wolle kein Moratorium für den Osten, obwohl er anerkenne, daß die neue Osthilfe-Verordnung zeitweilig aus ein Moratorium hinauslaufe. Er hoffe, daß auch die landwirtschaftlichen Organisationen dafür Verständnis aufbringen würden, daß man nicht immer nur an die anderen Berufsstände um Hilfe appellieren könne. Die Arbeit könne nur geleistet werden, wenn die preußischen Landräte, die die örtlichen Verhältnisse genau kennen, mithelfen. Cr lehne es ab, politische Zerrereien gegen jeden sachverständigen Beamten mitzumachen. Er möchte es dahin bringen, daß unter dem Druck der Notverordnung die Gläubiger und Schuldner sich schon draußen auf den Betrieben durch Vergleich einigen, und so die Osthilfe in wenigen Monaten zu einem Resultat kommt. Der Angriff solle dabei nicht auf das Kapital, sondern auf den Zins erfolgen Im übrigen, wenn man hier auf eine Schädigung der Gläubiger hinweise, sei zu sagen, wo gebe es heute noch wohlsrwor- bene Rechte, die nicht Schaden litten? Er lehne es ganz entschieden ab, irgendwelche Reichsgelder für Großbetriebe zu oerwenden, die gesunden landwirtschaftlichen Anforderungen nicht genügen. Die Siedler seien zu oft zu teuer hingesetzt worden. Man müßte die Siedler so in ihre Stellen bringen, daß sie sich selbst ihr« Stelle ausgestalten, statt ihnen sofort ein fertiges Steinhaus hinzusetzen, um sie zu baldiger Rentenleistung zu zwingen. Abg. C r e m e r(DVP.) meint, es könne nicht die Aufgabe sein, die 20 bis 30 Proz. derjenigen wieder einmal durch Osthilfe auf- zurichten, die auch nach Meinung der Landwirte selbst für die Habt Vertrauen! „Rur die kapitalistische WirtittafiSordnung kann Oeutschland retten!" Landwirtschaft nicht geeignet seien. Die Sanierung auf Kosten der Gläubiger werde viele gewerbliche Existenzen dem kaufmännischen Tode ausliefern. Die Jndustriebelastung müsse in Zukunft außer Erhebung bleiben. die Volkspartei behalte sich entsprechende Anträge vor. Abg. H e i n i g(Soz.) spricht über die Organisation der Oststelle, die mit allen ihren Außenstellen und mit der Industricbank nahezu 1000 köpfe mit einem großen Elal umfasse, ohne daß bisher über Aklenarbeil hinaus irgend- welche erheblichen sachlichen Leistungen erzielt worden seien. Abg. Stolper(Staatsp.) wünscht, daß die Notverordnung durch die Ausführungsverordnung ganz gründlich geändert würde, sonst werde die Landwirtschaft diese Notverordnung noch teurer be- zahlen als frühere Maßnahmen gleicher Art. Llnhaltbare Osthilfe. Protest der Epihenorganifation der landwirtfchastllche» Genoffenschasten. Die dem Reichsverband angeschlossenen Verbände und Zentral- genossenschaflen. soweit sie sich in das Oslhilfegebiet erstrecken, haben zu der neuen Oslhilfeverordnung Stellung genommen. 3u der ein- stimmig angenommenen Entschließung wird daraus hingewiesen. daß die Notverordnung einen durch nichts gerechlfertiglen Unter- schied zwischen Hypothekar- und Personalkredit mache. Sie gebe den Personalkredit und damit die wichtigste Grundlage für die Täligkeil der landwirlschafllicheu Geuosseuschaslen völlig preis; sie rühre damit an der Wurzel des Bestandes des landwirtschastlichen Genossenschaflswesens. dessen Gesunderhaltung auch für den Auf- bau der östlichen Laudwirlschafl dringender notwendig sei denn je. Osthilfe— aber nicht für Arbeiter«. Ein Zeitdokument zum Kapitel Osthilfe. Wir erhalten Kenntnis von dem folgenden Brief: Vorwerk Birken, den 19. November 1931. Geehrter Herr...! habe eine große Bitte an dich, und Teile dir mit, das ich in einer Kuhversicherung 1928 am 1. Oktober eingetreten bin, und ich habe die Kuhversicherung bis zum April dieses Jahres bezalt, und seit dem 1. April dises Jahres war ich nicht mehr instande dises zu bezahlen, und ich habe mehrnials an die Versicherung geschriben das sie mich freilassen sol, und habe auch drei mal gekündigt, was aber um mich armen Menschen kein erbarmen ist. Am IS. April habe ich wieder eine zalung bekam von 7 Mark 55 das tonte ich nickst bezalen, da haben sie mir oerklagt, und es kam so weid das sie mir für die 7,85 vier Schweine senden wollten, um allen Schaden aus der feite zu gehen ist mir der Schpaß von 7,85 auf 20.99 Pf. gekom dosier habe ich die ganze Ernte gearbeitet, jetzt zum l. Oktober habe ich wider 8, SO bezalt, nun bekam ich wider eine Rechnung, weil es sich um die Schlechte wirtschaszlage handeld und sie keine Kredit« von den Banken nicht mehr bekam, Sie fühlen es auch bei uns in der Landwirtschaft mit wie schlecht es.Hit ist. Sie schreiben mir wegen der großen geldknappheit, und haben mir eine Nach- schußpremie von 8 M. geschickt, dises sol ich bis zum 1. Dezeber eischicken, sag doch mahl Usber H. wo sol ich den das geld bei einer siben Köpfige Familie hernsmen. und ich aleinstehender Feodiener bin, wo ich jetzt den ganzen Tag 75 Peng habe und das getrekde wird in der Familie oerbraucht, es langt noch nicht mahl zu, ich habe meine Kuh auf 350 m. oersichert aufs Jahr bezale ich 17 M. ist das nicht schon genug geld, nein sie müssen den arm Menschen den letzetn Tropfen Blud aussaugen. Liber H. ich kann das geld nicht mehr bezalen da ich mich führ dieses nicht verflichtet habe. Lieber H. ich möchte dich büken fileicht hättest du die Macht mir von dieser Versicherung zu befreien, fileicht konst dur dich mahl erkundigen nach der Versichrung sie Schreibt sich Perleberger Veritas Versicherungsgesellschaft a. G. Verlin W. 62. Beireutherstr. 35. ich stecke dir den letzten Zalungsbefehl mit reim sei du so gut und schreib mir noch vor den 1. Dezember mit grüß... Die großen Gutsbesitzer bekommen Millionen über Mil- lionen, dem kleinen Deputanten mit fünf Kindern will man aber die vier Futterschweine aus dem Stall holen, weil er nach Ankündigung und versuchter Kündigung der Ver''che- rung 8,50 Mark nicht bezahlen kann. Das Vorwerk Birken ist halb polnisch und halb deutsch. Wird hier auch einmal die Osthilfe eingreifen? Oer Potsdamer Bestechungsskandal. Kiesling in Hast. Zu den viel erörterten Mitteilungen über«ine Ausdehnung des Potsdamer Bestechungsskandals wird von zuständiger Seite mitgeteilt, daß bisher von der Staatsanwaltschaft lediglich der Fall Dübener- Kiesling verfolgt wird. Der noch auf freiem Fuß befindliche Bauunternehmer Dübener aus Michendorf wird heute von der Potsdamer Kriminalpolizei vernommen und sich dabei auch über feine angeblich dem Finanzamt gegenüber ge- braucht« Behauptung zu äußern haben, daß er rund 80 000 Mark an Schmiergeldern nach Potsdam gezahlt habe. Aus seinen Be- kundungen hierzu wird sich ergeben, ob und in welcher Richtung diese Bestechungsasfäre an Ausdehnung gewinnen wird. * Der Sladkbauamimonn kiesling ist in Untersuchungs- Haft genommen worden. Gklarek verhandlungsfähig. Aber ernstlich krank.- Eine Erklärung des Vorsitzenden. Die Verhandlung im Sklorek-Vrozeß begann heute erst um 10 Uhr. Willi Sklarek ist erschienen. Anwesend sind auch die medizinischen Sachverständigen Medizinalrat Dr. S l ö r m e r und Professor Litron. Der Vorsitzende Amlsgerichlsrat Kehner gibt folgende Erklärung ab: Ich möchte folgendes vorausschicken: Von verschiedenen Seiten ist die Heranziehung Dr. Stürmers zur Untersuchung von Willi Sklarek bemängelt worden: auch anonym von Leuten, die nicht den Mut haben, ihren Namen zu nenen. Um Mißverständnissen von vornherein entgegenzutreten, will ich sagen, daß das Gericht voll- kommen steie Hand hat in der Auswahl von Sachverständigen. Medizinalrat Dr. Störmer war bereits vom Gericht einmal gelegent- I lich der Untersuchung des Angeklagten Kohl vom Gericht als Sach- verständiger herangezogen worden. Medizinalrat Dr. Störmer erstattete dann sein Gutachten. Er hat Willi Sklarek gestern abend noch einmal eingehend unter- sucht, hat seinen Zustand gebessert gefunden, aber Symptome fest- gestellt, die auf eine ernste Erkrankung hinweisen. Es könne keine Rede davon sein, daß sein gestriger Zustand durch einen Diätfehler herbeigeführt worden sei: es liege objektiv eine wirtliche kronkhe'tt vor. Willi Sklarek ist heute verhandlungsfähig, wie lange ver- handelt werden kann, lasse sich im Augenblick nicht sagen. Jedenfalls wird er auch in Zukunft nicht in dem Maße der Verhandlung ge- wachsen sein wie ein gesunder Mensch. Professor Citron schließt sich dem Gutachten Dr. Stürmers an. Der Vorsitzende teilt mit, daß am Donnerstag und Freitag nur kurz verhandelt werden soll, Bürgermeister S ch o l tz und die übrigen Mogistratsmitglieder werden zu Montag geladen. Als erster Zeuge wird der Lagerhalter Breithaupt ver- nommen. Er hatte das Lagerbuch für die Bezirkslager zu führen: diese befanden sich durch Schilder kenntlich gemacht in einem großen Räume. Zeuge bekuitdeke. es sei vorgekommen, daß Privatkunden aus diesen Bezirkslagern Waren abgelassen worden feien, wobei die Ersatzwaren durch die billigeren Waren des Bezirkslagers vervall- ständigt wurden. Der Staatsanwalt bittet den Vorsitzenden dafür zu sorgen, daß der Zeuge hier nicht in einem derartigen Tone be- fragt werde. Leo Sklarek hält dem Staatsanwalt mit erHobe- ner Stimme vor, daß er in der Voruntersuchung die Zeugen in jeder Weise eingeschüchtert Hobe. Willi Sklarek gerät in starke Er- regung. Er ruft: Wenn wir nicht in die Vernehmung des Zeugen Schöning eingegriffen hätten, so hätte er durch Ihre Schuld hier einen Meineid geleistet. Der Ton beider Angeklagten wird vom Vorsitzenden gerügt und vom Staatsanwalt Dr. Weifcnberg zurück- gewissen. Er erklärt u. a., daß Schöning noch heute aus dem Standpunkt stehe, seine erste Aussage sei die richtige gewesen. Der Zwischenfall ist damit erledigt. Es wird in der Verneh- mung des Zeugen Breichaupt fortgefahren. Die Liste mit Löcher«. Hitler kontra Hitler. Die Nationalsozialisten sind eifrig bestrebt, ihre Blutschuld am deutschen Volke durch phantastische Zahlenangaben über Tote und Schwerverletzte ihrer Bewegung zu übertünchen.„8359 Tote und Schwerverletzte" verkündet der„Völkische Beobachter" markt- , schreierisch und gibt an, daß die Totenliste der NSDAP,„fast Todesopfer des roten Mordterrors" umfaßt. Derselbe „Völkische Beobachter" hat zehn Tage zuvor eine namentlich« Liste der nationalsozialistischen Toten seit 1923 veröffentlicht, die einen sehr interessanten Vergleich ermöglicht. In der namentlichen Aufstellung werden statt der„200 Todesopfer des roten Mord- terrors" insgesamt nur 112 Totes!) aufgeführt. Hiervon sind zunächst 16 abzuziehen, die bei dem Hitler-Putsch 1923, also durch ureigenste Schuld Hitlers, ums Leben gekommen sind, so daß noch 96 verbleiben. Weiter kommen Dietrich E ck a r d t, der eines natürlichen Todes gestorben ist, sowie Friedrich I u st, der nach Angabe des nationalsozialistischen Parlamentsdienstes von der„Reaktion" ermordet worden ist, in Abzug, ebenso kommen Schlageter, Knickmann, Dreyer und Müller, die nach eigener Angabe der NSDAP, vom„französischen Erbfeind ermordet" worden sind, nicht in Betracht für die Verluste, mit denen die SA. ihre Blutschuld verdecken will. Auch die verbleibenden 96 Fälle halten einer näheren Nach- Prüfung nicht stand: Paul Thewellis-Düren ist am 23. Januar 1931 an einem Kopfleiden im Dürener Krankenhaus gestorben. Nichts spricht dafür, daß der Tod infolge einer politischen Schlägerei eingetreten ist, aber bei den Nationalsozialisten wird er unter„ermordet" angeführt. Adalbert Schwarz ist in Wien ' bei einer Wirtshausrauferei ums Leben gekommen. Der Tod des Nationalsozialisten Günther Wolf-Beuthen hat, wie der Oberstaatsanwalt in der Schwurgerichtsverhandlung wiederholt erklärte, mit Politik nichts zu tun. Der National- sozialist Karl P a a s aus Gräfenrath ist durch Sturz aus einem Lastkraftwagen tödlich verunglückt. Infolge schnellen Fahrens in einer Kurve ist P. und eine Reche anderer Nationalsozialisten aus dem Wagen gestürzt. Weiter läßt sich an einer ganzen Reche von Beispielen bc- weisen, daß durch planmäßige Provokationen von nationalsozialistischer Seite Zusammenstöße hervorgerufen worden sind, die schließlich dazu geführt haben, daß Nationalsozialisten Opfer ihrer eigenen Methode geworden sind. So wird über den Nationalsozialisten Bauschen berichtet, daß er ein Provokateur ersten Ranges gewesen sei, dex sich nicht scheute, jüdische Frauen zu mißhandeln und der nicht davor zurückschreckte, seinem Haß gegen die Juden durch Mißhandlung eines Sterbenden Ausdruck zu geben. Auch in dem Verfahren, das wegen Tötung des Nationalsozialisten Messerschmidt-Kassel eingeleitet wurde, stellten Anklagebehörd« und Gericht fest, daß die moralische Schuld für die Zusammenstöße einzig und allein den Nationalsozialisten zuzuschreiben sei. Demgegenüber stehen die planmäßigen Mordtaten der National- sozialisten. Die SA.-Stürme, die durch kaltblütiges Niederschießen politischer Gegner, Bandenüberfälle, Versammlungssprengungen, An- griffe auf friedliche Straßenpassanten, durch Mord und Terror die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden, die in Deutschland Zustände wie in den Balkanländern herbeigeführt haben. Das Hakenkreuz ist das Kains-Zeichen! | Mordtaten wie die in Röntgenthal, Braunschweig, Bonn, in Berlin die Taten des berüchtigten Sturms 33, der allein innerhalb von neun Monaten fünf Ueberfälle ausführte, bei denen zwei Menschen getötet und elf zum großen Teil scbwer verletzt wurden, weiter die Mordtat in der Neusahrsnacht 1931. bei der zwei Sozialdemokraten in Berlin von Nationalsozialisten niedergeschossen wurden, die Flucht» �begünstigung der Mörder durch die Nationalsozialisten, die „Beseitigung� des Reichsbannermanns Arno Wolf in Riesa, der dsn Nationalsozialisten als Zeuge ihrer Untaten gefährlich wurde— alles das spricht«ine eindeutige Sprache. Di«„Totenliste" der Hakenkreuzler zeigt bedenkliche Löcher. Wenn der Nazi kein Geld hat... dann muß er die Giaaiskasse anpumpen Die Ertappten. Nachklang zum Moskauer„SchädlingS"prozeß. Vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte fand jetzt die Verhandlung gegen den verantwortlichen Redakteur der„Roten Fahne" wegen Beleidigung des Genossen R. Abramowitsch statt. In der„Roten Fahne" war Abramowitsch, das Mitglied der Exekutive der II. In- ternatwnale, als„ertappter Gauner" bezeichnet worden. Der Artikel befaßte sich mit der Pressekonferenz, in der Genosse Abramowitsch über die Lügenaussagen der Angeklagten in dem berüchtigten Moskauer Prozeß Aufklärung gegeben hat. Er hatte damals sämtlichen Teilnehmern der Pressekonferenz einschließlich der Kam- munisten ein eingehendes Kommunique überreicht, in dem sämtliches Material beigefügt war. Aus dem Material ergab sich mit voller Klarheit, daß Abramowitsch im Juli 1928 nicht in Moskau ge- weien sein konnte. Ungeachtet dessen stellte die„Rote Fahne" in ihrem Bericht die Sache so dar, als hätte Abramowitsch in der Pressekonferenz sein« Anwesenheit in Moskau zugeben müssen. In der gestrigen Verhandlung erklärte der Verteidiger, Rechts- aywalt Löwenthal, daß diese Behauptung von dem Angeklagten nicht mehr aufrechterhalten werde. Der Angeklagte lieh somit seinen Genossen, den bolschewistischen Generalstaateanwalt Krylenko und dessen Kronzeugen im Moskauer Prozeß im Stich, da er vor deut- fchen Gerichten den Unsinn natürlich nicht nach Moskauer Muster „beweisen" konnte. Das Gericht verurteilte den Redakteur der„Roten Fahne wegen formaler Beleidigung zu 1S6 Mark Geldstrafe. Friedenspreis für paneuropa. Coudenhove.Kalergi für den Nobelpreis vorgeschlagen. Coudenhove-Kalergi, der Führer der Paneuropa-Bewegung. ist von dem tschechoslowakischen Außenminister Dr. Benesch und Reichsminister a. D. Dr. Erich Koch-Weser für den Friedens-Nobelpreis 1931 vorgeschlagen worden. Unter den Persönlichkeiten, die sich diesem Borschlag ange- schlössen haben, befinden sich: Reichstagspräsident Löbe, Minister Severins, Wirth, Becker, von Raumer, Solf, Külz, der frühere Reichsgerichtspräsident Simons. Karl Melchior, von Stauß. Graf Hermann Keystrtingt, Gerhart Hauptmann, Thomas Mann. Karl und Robert Bosch: serner der Präsident von Griechenland Zaimis, der österreichische Außenminister Schober, Nationalratspräskdent Renner, Jorga, Herriot, Loucheur, de Iouvenel, Amery, Colijn, der Generaldirektor der BIZ. Quesnay, Charles Rist. Daladier. Siegmund Freud, Selma Lagerlöf, Jvar Kreuger u. a. „fialinin". Der Vollzugsausschuß der Sowjetunion hat beschlossen, die Stadt Troer zu Ehren seines Vorsitzenden in Kalinin um- zubenennen. Aus dem Schwarzwald schreibt man der Mannheimer ..Volksstimme": Eine köstliche Geschichte wird zur Zeit in den Blättern unserer Gegend mit viel Humor und Spott behandelt. Das national- sozialistische„Schwarzwölder Tagblatt" in Furtwangen regt sich weidlich auf, well diese Blätter geschrieben hatten:„Reichstags- abgeordneter Ienke-Breslau wegen Zechbetruges in Villingen festgenommen." In aller Kürze handelt es sich um folgendes: Nach dem Villinger Polizeibericht vom 18. November gelangte ein Reichstagsabgeord- »eter aus Breslau zur Anzeige,„weil er sich in der Bahnhofswirt- fchaft Villingen mehrere Glas Bier geben ließ, dann ein Telephon- gefpräch führte, dann aber kein Geld zum Bezahlen hatte. Er versuchte dem einschreitenden Polizeibeamten Schwierigkeiten zu machen." Und hier beginnt dieser harmlose Fall politisch zu werden. Der Reichstagsabgeordnete Oberpostsekretär Jenke, der im 7. Wahlkreis Breslau gewählt und dort Bezirksleiter der Nationalsozialistischen Partei ist, wurde von seinen Parteifreunden berufen, in Donaueschingen. Löffingen usw. Agi- tationsversammlungen abzuhalten. Auf dem Wege dahin entdeckte er in Villingen, als er in der Bahnhofswirtschaft eingekehrt war, daß ihm seine Brieftasche fehlte. Er glaubte, er habe sie verloren. In Wirklichkeit war sie von Verwandten in Offenburg, bei denen er übernachtete, in seinen Reisekoffer getan worden. Eine alltägliche Geschichte, um die sich niemand zu kümmern braucht: sie wickelt sich aber anders ab, wenn man— nationalsozialistischer Reichstagsabgeprdneter ist. Die Wirtin wollte ihr Geld haben, etwa 1,90 M. Herr Jenke begab sich zum Bahn- h o f s v o r st a n d mit dem Ersuchen, ihm 20 Mark zu leihen! Das mußte der Villinger Fahrdienstleiter ablehnen, weil er Geld nicht ausleihen darf. Auch soll die Stationskasse— es war 3410 Uhr abends— schon geschlossen gewesen sein. Da stellte der Herr Nazi- mann die seltsame Behauptung aus: „Der Reichslagsabgeordnete hat die Berechtigung, bei der Skaakskasse Geld zu leihen." Diese großartige Entdeckung ließ aber— und mit Recht— der Villinger Bahnhofsvorstand nicht gelten: er verweigerte ihm den verlangten Geldbetrag. Da Jenke immer aufdringlicher wurde, rief der Fahrdienstleiter die Polizei herbei. Als sie erschien, sagte Jenke zu dem Polizeibeamten: „Das ist ja sein in Baden: da hat man gleich einen Schupo zur Hand. Aber Sie, junger Polizeimann. kümmern Sie sich erst um die kommunistischen Alkcnläler. die schießen und siechen. Meine Belange gehen Sie vorläufig nichts an." Der Polizeibeamte erklärte, er habe hier d i e n st l i ch zu tun Nur so lange kümmere er sich um die Belange des Herrn Jenke, bis die Jechschuld am Bahnhof bezahlt sei. Darauf schrie der Herr nationalsozialistische Abgeordnete: „Ich bin Bolksbeauftragter von 60 000 deutschen Bürgern" und machte weitere al fällige Bemerkungen über den Polizeibeamten Dieser konnte dann über die Zechange'egenheit nicht weiter mit Herrn Jenke verhandeln und ließ einen Kollegen von der Villinger Polizeiwache holen. Als dieser eintrat und sich vorstellte, deutete Jenke auf den erstgenaimten Polizeibeamten und sagte: „Da haben Sie einen schönen Beamten: der wird bei uns sosorl Oberwachtmeifler." So benahm sich das selbstbewußte Mitglied des Reichstags! Er fing auch mit dem zweiten Polizsibeamten Streit an und sagt« unter anderem:„Wehe euch Schwarzen, wenn wir einmal am Ruder sind!" Schließlich brock, te ihn der Beamte doch dazu, daß er wegen des Zechbetrages mit ihm verhandeln tonnt«. Jenke zog seinen Geldbeutel: er hatte noch 1,39 M., die er aber nicht hergebe, da«r sie morgen zum Leben brauch«. Nach Feststellung der Personalien und des Sachoerhalts konnte dann der Naziabgeordnete sich ent- fernen: verhaftet wurde er nicht.» Herr Jenke kann froh sein, daß er so gut weggekom- m e n ist: manche Schwarzwälder hätten den anmaßenden Abgeord- neten aus Schlesien anders behandelt, wenn er ihnen unter die Finger gekommen wäre und sich derart ausgeführt hätte, wie er es im Bahnhofsgbäud« in Villingen getan hat. „Oer Wetilauf mit dem Schatten." Komödie. Vor zehn Jahren schrieb Wilhelm von Scholz sein Schauspiel „Der Wettlauf mit dem Schatten". Mystisches Geschehen, mit starkem Theatersinn bearbeitet, und dieses Wissen um die Wirkung, um die Steigerung der Spannung fesselt heute noch, trotzdem der Stoff kalt läßt und als eine virtuose gedankliche Spielerei erscheint, als eine iast groteske Ueberspitzung bestimmter geistiger Tatsachen. Der Dichter ist Seher. Er erfühlt aus einer intuitiven Schau heraus den Lebensablauf. Die Figur im Roman ist das wahre Porträt eines Menschen, den der Schöpfer nicht kennt, der aber als unüberwindliche Erinnerung im Geist der Frau lebt. Dieser ehe- malige Geliebte sieht sich mit allen seinen Eigenschaften im Roman porträtiert. Er lernt ihn kennen bei einer Vorlesung des Dichters. Und nun beginnt der Wettlaus mit dem Schattengebilde. Das wirk- liche Leben rollt zwangsläufig so ab, wie es der Dichter erschaut. Jeder Augenblick findet seine Parallele im Werk. Der Dichter ist, wie Ernst Stadler einmal sagte,„nur Tor, durch das die Bilder gehen!" Was ist Wirklichkeit? Dies« Frage stellt der Dichter. Aber sie wird nicht weiter diskutiert. Das Ganze steht überhaupt als eine Gegebenheit da. die nicht erklärt werden soll. Es ist nur der Vor- wurf zu einem bllhnensicheren Theaterstück, zu der romanhasten Verknüpfung dreier Schicksale, entstanden in einer Zeit, die in den Abklängen de» Expressionismus gern mit der Mystik kokettierte. Scholz handhabt mit größter Sicherheit die Berzögerungstechmt, die Kunst des ahnungsvollen Andeutens, des Unterbrechens. Er um- kleidet die seltsamen inneren Prozesse mit den gesellschaftlichen Kon- ventionen der Gegenwart und macht sie dadurch noch dunkler, als wenn mittelalterliche Gestallen über die Bühne spazierten. Ein paar Szenen gelingen ihm von großer, dramatischer Spannung. Der Regisseur Hans D e p p e taucht die Bühne bis zum Schluß in geheimnisvolles Dunkel. Das ist zu viel Stimmungsmacherei. Schließlich spielt das Stück auch in einer realen Welt. Dagny S e r v a s bleibt in der großen Geste stecken. Bei ihr erscheint alles bedeutungsschwer, von Tragik umwittert. Der Dichter ist Heinrich H e i l i n g e r, ein Schauspieler von gespanillester Intensität und verinnerlichter Gestaltungskraft, dem man die innerliche Schau glaubt. Ludwig Andersen gibt das Gehetzte, Zerquälte des Fremden. Er ist ein Mensch, der mit sich nichts mehr anzufangen weiß, von der ersten Szene ein totgeweihtes Haupt. Das Programmheft hat die Namen der beiden Darsteller ver- wechselt. R. Sch. Or. Ooliiiles Abenteuer. Sin lustiges Spiel im Kroll-Theater. Der Doktor Dolittle mit all seinen Freunden aus dem Tierreich ist sicher in der heutigen Kinderwell mindestens so bekannt und be- liebt, wie es der alte Lederstrumpf oder Robinson in früheren Zeiten waren. Deshalb löste schon die Ankündigung, der große Tierfreund würde sich am Sonnabend aus der Bühne der verwaisten Kroll-Oper seinen Verehrern vorstellen, Begeisterung aus bei allen, die einmal ein Dolittle-Buch gelesen haben. Und welches Kind hätte das nicht! Alfred Braun von der Berliner Funkstunde stellt« unter Mitwirkung von Gertrud van Eyseren, Rosa L i ch t e n st« i n und vielen anderen ein lustig Spiel auf die Bühne, wobei er selbst den sympathisierenden Doktor gab, der bekanntlich die Tiersprache versteht und mit den Tieren als seinesgleichen umgeht. Sein« Ge- fährtenfchar. vor allem die aus der Tierwelt, war von gleicher spru- delnder Laune. Da tauchten alle dje bekannten Namen wieder auf: der Papagei Polynesia, der Hund Jib, die Ente, da» hungerige Göbgöb, das Krokodil, das Aeffchen Tschitsche usw. usw. Ein« Reihe von bunten und lebhaft bewegten Bildern zieht im Rampenlich vor- über. Die tleine Welt staunt und jubelt ob all der Pracht. Zum Schluß aber wird das lustig« Spiel ziemlich unvermittell aus Weih- nachtsstimmung umgebogen. Aber da ist der Punkt, wo das kleine Publikum plötzlich sehr kühl bleibt. Sentimentalitäten dieser Art liegen ossensichtlich der Empfindungswelr der Großstadtkinder ziem, lich sern. Dafür fand jedoch der eingelegte Fism von der abenteuer- lichen Autofahrt einer Gesellschaft frischer Jungen um so lebhafteren Widerhall. Im ganzen war die Vorstellung eine reizvoll« Unter- Haltung für jung und alt. Kl* „Leichtsinnige Zugend." Marmorhaus. Es ist für den Staatsanwalt außerovdeMlich peinvoll, die geliebte Frau zu Gefängnis zu verurteilen. Der bekannte Konflikt zwischen Lieb« und Pflicht erhält eine neue, verkitschte Fassung. Und dann wandert die Millionen« rbin, die lcichtsinnigerweise einen Polizisten mit ihrem Auto totgefahren hat, hinter Gittersenster. Die junge Dame, die früher nur Rumba, Tango und Bridge kannte, muß Fußböden scheuern. Wer die heilsame Kur dauert nicht lange. Ein Gnadengesuch hat. da es für Millionen Dollars eintritt, Erfolg, und das heranbrausende glückliche Ende vereinigt nach kurzen seelischen Konflikten die Liebenden. Das Publikum amüsiert sich ungehemmt. Selten hat sich der Kitsch so blühend entfaltet. Im Dialog stehen nur Banalitäten und triefende Ri'chrsesigkeiten. Die Borgänge sind nicht mehr erträglich, besonders da sie sich stellenweise sogar sozial kostümieren. Eine verlogene Magazingeschichte im amerikanischen Stil, die nach einem Schauspiel geschrieben sein soll. Die Regie Leo Mittlers hat diesmal überhaupt kein Formal- Große. konventionell ausgebaute, pompige Räume, in denen sich Menschen mit den typischen Ausdrücken der Filmaffekte bewegen. bilden den dekorativen Rahmen. Camilla Horn weiß mit ihrer Begabung nichts anzufangen, und Woller R i l l a kommt über unglücklich zerquälte Gesichter nicht hinaus. Letzten Endes müßten die größten Talente an diesem Stoff scheitern.— t. Herbstkonzert des Lendvai-Chors. Der Berliner Lendvai-Chor, der am Totensonntag im Saoi- bau Friedrichshain sein Herbstkonzert gab, ist einer der besten Chöre des Deutschen Arubeitersüngerbund«» Unter seinem Chormeister Oskar Georg Schumann absolvierte er ein gut zusammengestelltes Programm, das nicht nur in allen seinen Teilen künstlerisch wert- voll, sondern darüber hinaus auch einheitlicher und geschlossener Ausdruck unserer Wellanschauung war. Es wurde vortrefflich ge- sungen: lediglich die letzten beiden Chöre(die schönsten vielleicht von allen), die„Bauernvevolution" von Hans Eislsr, das„Arbellerlled" von Zklaus Prlngsheim, schienen etwas zu langsam geroten und so um ihren Schwung gekommen zu sein. Zwischen den Vorgruppen waren Cellovorträge und Rezitation'n eingeschaltet. Von Georg Oskar Schumann begleitet, spielte Armin Liebermann Werke von Ceccles und Kaun, Martha John gab erneut« Proben ihrer Sprachgewall und Gestaltungskraft. Im ganzen: ein gut vorbereiteter, vorbildlich durchgeführter Abend, der Dirigenten wie Sängern zur Ebre oereichte A. W. Erich Waste, der Berliner Maler, hat für die Treppenflure des Neubaues der Polizei-Unterkunft in Berlin-Köpenick eine Anzahl von Glasgemälden geschaffen. Waskes Glasfenster verkörpern ver- schieden« Arten heutiger Polizeiarbeit: man sieht Radfahrerstreifen, beritte Schupos, Verkehrsschutz, Kampf gegen Verbrecher. Waste hat seine Glasgemälde, die von Gottfried Heinersdorff in Berlin- Treptow ausgeführt worden sind, in strenger Form den Bedin- gungen heutiger Baukunst eingegliedert. Ein unbekanntes Marx-Wanuskripl. Das Mostauer Marx- und Engels-Institut hat ein bisher unbekanntes Manuskript von Karl Marx entdeckt und zur Drucklegung vorbereitet. Das Manuskript behandelt Fragen der Technik und der Wirtschast. Rachtprobe bei Reinhardt im Rundsunl. Die Funkstunde überträgt heute""' � m am werden........ Mitarbeiter stattfinden. Viihnenchronik. Arthur Maria R a b e n a l i und Wilhelm Rein- k i n g inszenieren in der Volksbühne„Die Grostherzooin von Gerolstein". Theo Mackeben hat die musikalische Leitung übernommen. Cläre Eckstein studiert die Tänze ein. Die Premiere findet Sonnabend, den 12 Dezember, statt. Di« Tribüne hat für einige Tag« wegen Tantiemestreitigkeiten»ugc- macht. Bon Donnerstag ab wird die„Waterloobrücke" gespielt. Ott» Bebühr spielt zur Zeit täglich im Wallner-Thcater den Pfarrer Hoppe in May Halbes Liebesdrama„Jugend".. Di, Männerchöre Ost-Lhrauia und Prenzlauer Perg veranstalten Sonn- tag unter Leitung ibreS Dirigenten L. W. Karp ein Konzert in der Stadt- balle, Klosterstraiie. Mitwirkende: Herr Arnim Liebermann kCello). L. W. Karp(Harfe) und Frl. Crlly Brandenburg(Flügel). Beginn« Uhr. Eintritt 80 Pfennig. Oer Lohndruck im Ruhrbergbau Weitere Kürzung um �0 Prozent„durchaus tragbar" Bei den gestrigen Lohnverhandlungen vor dem Schlichter in üfssen erklärten die Zcchenvertrcter, eine weitere Kastensenkung sei notwendig und könne nur durch eine weitere Lohnkürzung l>erl'ci- geführt werdein Eine solche um 10 Proz. erscheine durchaus trogbar. Die Gcwerlschastsoertretcr wiesen daraus hin, dag für die wirtschaftliche und soziale Loge der Bergarbeiter nicht der tarifliche S ch i ch t o c r d i e n st, sondern das monalliche(Einkommen entscheidend sei. Dieses sei jedoch infolge der Feierschichten und des bisherigen Lohnabbaus schon derart stark gedrosselt, dost jede weitere Einkommenkschmälerung entschieden verurteilt werden müsse. Die von den Zcchcnoertretern angeführte ollgeinciue Senkung der Lebenshaltungskosten sei für die Lage der Bergarbeiter nichts- sagend, weil beispielsweise d i e P r e i s e f ü r B r a t u n d K a r- t o f s e l n, die chauptnahrungsmittel für die Bergorbeiter, trotzdem gestiegen bziv. nicht billiger geworden seien. Nachdem die Lohnkosten bereits um 20 Proz. gekürzt wurden, müsse man endlich einsehen, dast die geforderte Selbstkostensenkung unmöglich durch einen sortgesehten Lohndruck gefunden werden könne. Auch die Regierung habe bereits bei dem letzten Lohnkonflikt durch die Revidierung des Lohnschiedsspruchs dokumentiert, dost eine weitere Lohnverschlechtrrung für die Bergarbeiter nicht mehr tragbar sei. Nach den amtlichen Lohnausweisen, so betonten die Gewerk- schaftsvertreter weiter, wurden im zweiten Quartal dieses Zahres rund 40 Proz. weniger an Lohnsumme als im gleichen Zeitraum von 1323 ausgezahlt. Daraus ergebe sich, dast die notwendige Wirt- schaftsbelebung unmöglich durch eine weitere Verschlechterung der inländischen Kaufkraft gefunden werde» könne. Die Lohnabbau- forderung des Zechenverbandes müßte daher auch aus inarktpoliti- fchen Gründen als völlig verfehlt angesehen werden. Die Beratungen wurden nach halbstündiger Dauer ergebnislos abgebrochen und eine Schlichterkammer gebildet. 920408 Wohlwhrtserwerbslose. Besondere! starke Zunahme in der Rheinprovinz. In ganz Preußen ist die Zahl der Wahlfahrtserwerbslosen von 843 120 Ende September auf 320 408 Ende Oktober, also um 8,4 Proz. gegen den Vormonat gestiegen. In der Rheinprovinz haben die Wohlfahrtserwerbslosen van 27 708 auf 31 203, mithin um 12,5 Proz. zugenommen, und bei den 'Landgemeinden in Westfalen beträgt die Steigerung sogar 10,0 Proz. bei einer zahlenmästigen Vermehrung von 20 312 auf 24 330 im gleichen Zeitraum. Von den einzelnen Regierungsbezirken stehen die Land- gemeinden im Bezirk T r re r mit der ganz außerordentlichen Zunahme um 150,5 Proz. an der Spitze, es folgen Düsseldorf mit 14,1 Proz., Koblenz mit 11,8 Proz., Aachen mit 5,3 Proz. und Köln mit 5,1 Proz. In der Provinz West- f a l e n ist die Steigerung im Bezirk Arnsberg mit 17,1 und im Bezirk Münster mit 17,3 Proz. ungefähr die gleiche: im Bezirk M i n d e n beträgt sie 13 Proz. Auf einer kürzlich in Berlin abgehaltenen Tagung der Vertreter der preußischen Landgemeinden wurde in einer Entschließung eine „vorübergehende Slufhebung der Arbeitslosen- Versicherung" und die Rückkehr zu der Erwerbsloseichilfe mit Nachprüfung der Bedürftigkeit als eine unabwendbare Notwendig- keit erklärt. „Die zur Zeit bestehende Dreiteilung der Erwerbslosen in Versicherte. Krisen unter stützte und Wohlfahrtserwerbslose, sei weder gerecht, noch sozial, weder finanziell durchführbar, nach verwaltungsmäßig zweckdienlich. Von dem Versicherungsschutz werde heute nur noch höchstens der vierte Teil der Erwerbslose» ergriffen, und zwar auch nur während eines ver- hältnismäßig kurzen Zeitraumes, während alle übrigen Arbeits- losen und gerade die langfristig Erwerbslosen diesem Schutz nicht mehr unterlägen." Also weil die Versicherung„geloikert" wnrde und reformbedürftig ist, soll sie„vorübergehend" vollständig beseitigt werden. Die Beitragspslicht aber soll offenbar beide- halten werden. Die„Bedürftigkeit" aber soll nicht mit Rücksicht auf Personen und Familien der Arbeitslosen, sondern noch den Mitteln der Gemeinden abgestellt, sämtliche, auch die nicht- ausgesteuerten Versicherten, als Wohlfahrtserwerbslosc behandelt werden 1400 Arbeiter im Lohnabwehrkampf. Bei den Klöckner-Werken in Troisdorf. Köln, 24. November.(Eigenbericht.) Vor dem Schlichter für das Rheinland wurde am Montag über den Schiedsspruch für die Klöckner-Werke in Troisdorf verhandelt, der eine Lohnkürzung von 9,0 Prozent vorsieht. Es kam zu einer Verständigung mit dein C h r i st l i ch e n Metall- arbeiter- Verband dahin, daß für den Monat November der alt« Lohn gezahlt werden und vom 1. Dezember ab der Schiedsspruch in Kraft treten soll. Der Deutsche M e t a l l a r b c i t c r- V e r b a n d nahm zu dieser Vereinbarung in einer Versammlung am Montagabend in Troisdorf Stellung. Hier wurde diese Vereinbarung ein- st i m m i g abgelehnt. Damit sind die Verhandlungen gescheitert. Der Kampf geht weiter. Heute morgen hat keiner der 1400 aus- ständischen Arbeiter, auch kein christlicher, die Arbeit wieder aufgenommen.� Neuer Ehefkandal am rumänischen Hof. König Carol gegen die Ehe des Bruders. Wien, 24. November.(Eigenbericht.) Im rumänischen Königshouse, zu dessen Tradition ewige Familie nskandale uno Liebesasfären gehören, ist ein neuer schwerer Zwist ausgebrochen. Prinz Nikolai, der Bruder des Königs, Hot sich heimlich und ohne Wissen seines Bruders mit der geschiedenen Bojorensrau Dumitrescu-Tohan in irgendeinem Dorfkirchlein trauen lassen, wodurch er sich den Zorn seiner -Familie und besonders des Königs.zugezogen hat. Dieser ließ kurzerhand das Trauungsregister des Popen beschlagnahmen und zerfetzte das Protokoll. Nikolai, der sich widerspenstig zeigt, wurde die Entziehung sämtlicher militärischer Dienstgrade so- wie aller Vergünstigungen des königlichen Hauses angedroht, falls er sich nicht in kürzester Zeit von dieser„Mesalliance" losmache. In dem leichtlebigen und skandallüsternen Bukarest schmunzelt man vergnüglich über diese neueste„Sensation", die der Hof geliefert hat. Im übrigen soll man in Bukarester politischen Kreisen der Meinung sein, daß König Carol am wenigsten Ursache habe, sich' über seinen Bruder aufzuregen, dem er schon mehrere Schul- beispiele geliefert habe. Oer Hafenarbeiierstreik in Duisburg-Nuhrort Vor der Wiederaufnahme der Arbeit. Duisburg, 24. November.(Eigenbericht.) Der-Streik der Hafenarbeiter und Kranmaschinisten im Duis- burg-Ruhrorter Hafen kann als beendet betrachtet werden. Di« Ber- handluitgen zwischen den zuständigen Instanzen der Arbeiter und Unternehmer lassen die Erwartung zu, daß heute die Arbeit geschloffen wieder aufgenommen wird. Die Arbeitslosigkeit in Holland. Haag, 24. November. Einer offiziellen Statistik zufolge beläuft sich die Zahl der Arbeitslosen in Holland auf 1 2 1 0 0 0. Auf die beiden Großstädte 'Amsterdam und Rotterdem entfallen allein 5 1 000 Ar- beitslose. Die verhältnismäßig größte Arbeitslosigkeit herrscht unter den Diamantschleifern, von denen etwa 0000 ohne Arbeit sind. SPD.-Frattion L. Löwe, Sesfürel. Versammlung bei Sturz, Huttcustr. 9. W mm R-rgen. Mittwoch, WA Uhr, Der Zcaktions vorstand. W M I I*-i i— i j Wetter für Berlin: Milder und wechselnd bewölkt, zeitweise etwas Regen, südwestliche Winde.— Für Deutschland: Allgemein stärker bewölkt und in der nordwestlichen Reichshälfte einzelne Niederschläge, überall Milderung. Pcrantworil. iur die Redaktion: Rich. Bernstein. Berlin: Änzeigen: Th. SUxie, Berlin. Berlag: Vorwärts Berta« G. m. d. S.. Berlin. Druck: Borwaris Buch. druckerei und Verlagsanstalt Bvul Singer& Co. Berlin EW W. Lindenftrab« S. Sirrin l Beilade. PRO GRAMM >ür die Zeit vom. 24, bis 26. November I N O-T A F E L PROGRAMM für die Zeit vom 24. bis 26. November Potsdamer Straße 38 Jeder fragt naeb Erika mit TMia Jl.ira, Ralph Arthur Ko- berta, Walter Janaaen W. 5. 7. 9 Uhr.• Rheinstraße 14 I>ie Drei von der Tankstelle mit Lilian flarvey, W. Fritarh Außerd.; I'fa-Ton-Kabarett IV r. 1 Für JugendUrbe W. h, 7. 9 Uhr. Odeon, Potsdamer Str. 75 Gloria mit Brig. Helm. Guafav Fröhlieli. Frtflr. Kümpers.— Für JugornUicbc freigegeben yt 5. 7. 9 Uhr. Turmstraße 12 Keine Feier ohne Uej er mit It. A. Rohorts. Eurie Englisoh Für Jugendliche freigegeben •W 7. 9 Uhr. Alexanderstraße 39-40 (Fa�aago) Die Abenteurerin von Tuniw mit Ellen Richter. Ein Sensationsfilm.— Dt-n ganzen Tag geöffnet S Westen~fc Primus-Palast Potsdamer Str 19 Ecke Margaretenstr. I>er lustigste MiHlärfilm: Reiterve ha< Ruh itirt Fritz KamperM. Faul llörbiger. Euelc Eng '«M'h l'laire Ronuner. Hugo Fischer- Köppe. Senta Söne- land. A. Faulig.— R. gu» M. Obal W. ,5.1/), 7.15, 9,15 Uhr � Friodrich Stadt"H Die Kamera undViT Täglich 3. 5. 7. 9 Uhr Bis Donnerstag: 1 nter d. Linden 14. Bis Donnerstag: Der Weg in« Eeben. Der große rtfes. Tonfilm.— Regie Nikolai Ekk Franziskaner J'n/1"0,,/; GeorgcnMraße fEcke Friedrichstraßc'i Durelilnucht die WäKelierin mit II.\ie*e.-- Ich heirate meinen Mann mit �Kakall Hoabit Arfnrhnf riI?1 u- W ab 6 30 u. flTlUvROr Bühne Sonnt, ab 5 U. Perleberger Str. 29 Der erste russische Größtonfilm; Der Weg In« Eeben.— Bpr. Tonwoche IVotf-fCinn Alt- Moabit 99 ff ei l-IilflO\V 6.45 u. 9.06 ü. Sr»Dtita�sabend 4.45 Uhr. Tonoperette: Ojperiiredotit« mit Eianellaid. Georg Alexander. T*elpr. Tonwoohe •• Kant-Lichtspiele Kautstr. 54(an der Wilmersdorfer Str.) Herzen in Flammen mit Marlene Dietrich, Garj' C'oopcr. Adolphe Itlenjou W. 5, 7, 9 Uhr. Germania-Palast Charlotte'nburg, Wilmersdorfer Str 53/54 Das» Konzert mit Olga T«che- chen a. Urania firabley. Walter Janssien. Oakar Karlwei» W. 5. 7. 9 Uhr. Schlüter-Theater s/tTu Schlüterstr. 17. Slg. 3 Uhr Jgdvorst. kleine Kusine»«« Warschau mit Liiane Haid. F. Schulz.— Beipr.— Woche E_. WeilmersdorS Atrium Beba-Palast Kai�erailee, Ecke Berliner Straße W. 7. 914. Sbd. u. Stg. 5, 7, 9 Vi Tonfilm-Uraufführung; EiebeSkoni- mando mit Dolly Haa«. Gu«tav Fröhlich. Anton Fointner. Harcel WittriNch. Ein Film aus dem Kadettenlebcn.— Tonfilm Beiprogramm € Sgheänebe.-g H Titania Schöneberg Haupts tr 19 Sonnl�s 3. 5, 7, 9 Uhr SrhtttKenfest in Mcliilda mit Nlctpfr. Arno. Kunipor..— Ton- bciprutrrunuu.— JugL-ncJI. Zulritt E steaiiti■ Titania-Palast Steglitz. Schloßstr. 5, EckeGutsmuthsstr. Der Herr Bürovorsteher (Konto X) mit Felix Bressart. Ton fllmbei programm � Zehlen. Stgs. ab 3 Tonlustspiel: Hchülzenfest in Schiida mit Slegfr. Arno, Fug. Kcx.— Auf der Bühne; Fug. Rex Luisen-Theater Beichenberger StraBc 34 Meine Frau, die Hochstaplerin mit Käthe v. Xagy, Hans Rüh- mann.— Dazu 30 Minuten Tenkabarctt Stella-Palast Köpenicker Straße 12—14 Wocbtgs. ab BVs U.. Sonntags ab 3 U Xur bis einschl. Donnerstag. Militär- schwank: Mchön ist die Manöver zeit(Kartoffclsupp, Kartoffelsupp) mit Osk. 8abo, Faul Heidemann — Gute Bühnenschau Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str 68 Beg. 5, So. 2,30 J.-V. Die Schlacht von Badcmünde mit Adalbert-— Die Abenteurerin von Tunis Film-Palast Kammersäle Teltower Str.1. W. ab So. abBVs ü. löDproz. Tonfilm. Kriminaltönfilm: Hilfe, UoberfaU mit Charl. Kusa — Bunte Lichter. Woche Neue Philharmonie Köpenicker Str 96 Das Land des Lächelns mit Rich. Tauber.— Tonbeiprogr. Bühnenschau.— Jugendl. Zutritt Lichtspielhaus Baumschulenslr. 78. Stgs. 2; Jgdvorst. Der kleine Seitensprung mit Renate Müller.— Tonbeiprogr. Ton woche Treptow-Sternwarte Donnerstag 8 Uhr: Der heilige Berg, dramatischer Film aus dem Hochgebirge d NorOosfn[|m|� /T/'* Prenilauer ,,Jjl ySlüm Allee 56 W. 5.15, 7, 9.15. So. 3.1o, 5. 7.15, 9.15 Dienet iet Dienet mit Ralph Arth. Bebert». Fritz Schulz.— Gr. Bühnenschan, Foxtonw. Flo ra-Lichfspiele Aiiefw.T' Tägl. 6*4, Sbd. 5,7,9, Stgs. 3,5,7.9. Liebe und Weltrekord(Gloria) mit Brig. Helm, Gust. Fröhlich ■»"«N■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Woch tgs.. 6.30, Sbd. 5. Stg. ab 3 Uhr. Großtonfilm. Der grandiose Russen-Tonfilm: Der Weg ins Leben Beiprogramm— Bühnenschan Ab Freitag, den 27. November: Der Kongreß tanzt Luna-Palast S:»b s n,,- Gr. Frankfurter Str. 121. Touwochc Schön ist die Manöverzeit (Kartpffelsupp) mit Grell Thcimer, F. Heidemann.— Beiprogr. Bühnenschan Schwarzer Adler W 5. 7. 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9 Uhr Alarm um Mitternacht(Hilfe UeberfaU) mit Gerda Maurus, II. 8(üwc.— Beiprogr. Tonwoehe Viktoria-Theater Frankfurter Alice 48, Wochent. 5, 7, 9, St�. ab 3 Die Männer um Lucic mit Liane Haid, Oskar Karlweis W lentrum Babylon, am Bülowplatz Wochentags 5, 7, 9. Sonnt, ah 3 Uhr Die Mutter der Kompagnie mit Welß-Fcrdl Beiprogramm Bühnenschau N#U"M» sundheitsfürsorge, so ist es bereits Fortpflanzungsfürsorge oder Mutterschaftsfürsorge. Die Mutterschaftsfürsorge soll nicht nur Fürsorge für die Frau und ihr Kind in der Zeit während der Schwangerschaft, der Geburt, des Wochenbettes und des Stille,« sein. Darüber hinaus muß sie alle diejenigen Maßnahmen um- fassen, die dazu dienen, die Fähigkeit zur Fortpflanzung zu ent- wickeln und zu fördern. Dazu gehört z. B. Fürsorge für Klein- sind, Schulkind, kindliche und jugendliche Arbeiterinnen u. a. Die Mutterschaftsbefähigung ist dabei das Ziel. „Unversöhnbare Gegensätze.. Die Mutterschastsfürsorge im engeren Sinne gliedert sich in prägravide Fürsorg«(Fürsorge vor der Schwangerschaft), Schwanger- schaftsfürsorge, Geburtsfürsorge und Fürsorge nach der Geburt. Hygiene des Pubertätsalters, Schutz der jugendlichen Arbeiterinnen. Hygiene der Zeugung, Eheeignungspriifung, Geburtenregelung sind die wichtigsten Aufgaben der Mutterschastsfürsorge vor der Ge- b u r t. Die eigentliche Schwangerschaftsfürsorge beginnt mit der Empfängnis und endigt mit dem Beginn der Geburt. Schwanger- schaft, Geburt und Wochenbett sind, sozialhygienisch be- trachtet. Zustände erhöhter Gesundheits- und Lebensgefährdung. Unter allen sozialen Einflüssen kommt der Erwerbsarbeit bei der Frau ein ganz besonderer Einfluß auf die Mutterschaftsleistung zu. Schwangerschaft und Fabrikarbcit sind, wie Hirsch mit Recht sagt. „u nversöhnliche Gegensätze". Das Endziel der Mutter- schaftsfürsorge muß sein— Besremng der erwerbstätigen Frau van der Erwerbsarbeit während der ganzen Schwangerschaft. Die schwangere Arbeiterin soll aus dem Produktionsprozeß ohne wirt- schaftlichen Schaden befreit werden. Die Erwerbsarbest der schwangeren Frau in Industrie und Handel ist mit der Arbeit der Hausfrau nickt zu vergleichen. Wenn dies geschieht, so liegt darin v eine grobe Verkennung der Bedeutung des Arbeitsortes, Arbeits- daucr und Arbeitsintensität und Außerachtlassung der Tatsache, daß die verheiratete Arbeiterin in den meisten Fällen noch zu Hause alle die Arbeiten verrichten muß, die der Hausfrau allein zu- fallen. Die bestehenden Schutzbcstimmungcn und Fürsorgceinrich- tungen für die Frau vor und nach der Entbindung genügen nicht. um Mutter und Kind vor gesundheitlichem Schaden zu bewahren. Sie müssen erweitert werden. So muß insbesondere gefordert werden, daß die schwangere Arbeiterin mindestens acht Wochen vor der Niederkunst von der Arbeit be- s r e i t wird. Die ihr zustehende Wochenhilfe muh die Höhe des vollen Grundlohnes betragen bei gleichzeitigem Arbeitsoerbot. Eine wichtige Aufgabe der Mutterschastsfürsorge während der Schwanger- schaft besteht auch darin, die Zahl der Fehl-, Früh- und Totgeburten durch vorbeugende Maßnahmen herabzusetzen. Verbesse- rung der Aufzuchtmögllchkeiten für das Frühgeborene ist notwendig: dazu muß die Leistungspslicht der Krankenkasse nn Rahmen der Familienversicherung sich auch auf das Früh- geborene erstrecken Bei der Behandlung des Problems des Frühgeborenen beschäftigt sick Hirsch auch mit dem§ 218 und glaubt aus russischen Erfahrungen seine ablehnende Stellung gegen Aus- Hebung des§ 218 bekräftigen zu können Doch wird man hierin Hirsch kaum beistimmen und seinen Gedankengängen nicht ganz folgen können. Die wichtigsten biologischen mrd Unuveltbedingungcn, die die Schwangerschaft ungünstig beeinflussen und damit die Mutterschafts- leiftung beeinträchtigen(Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten einerseits, Wohnung, Ernährung, Erwerbsarbeit, Unehelichkeit u. a. andererseits), werden ausführlich erörtert, in ihrer Bedeutung ge- würdigt und hierin die Aufgaben der Mutterschastsfürsorge aus- gezeigt. Bei der eigentlichen Geburt? fürsorge spielt die Anstallsfürsorgc eure wichtige Rolle. Die Mutterschaftssürsorge nach der Geburt erstreckt sich im wesentlichen auf die Wochenbetts- fürsorge, Stillfürsorge und Säuglingsfürsorge. Organisatorische Forderungen. Zum Schluß bespricht Hirsch die organisatorischen Fragen. Von der Voraussetzung ausgehend, daß die Fürsorge vom Aerztestand getragen werden muß, setzt er sich für eine bessere Ausbildung ein, die den zukünftigen Arzt befähigen soll, an der Leitung der Mutterschastsfürsorge mitzuwirken. Auch die als Für- sorgerinnen ausgebildeten Hebammen und Krankenschwestern sollen zweckmäßigerweise organisatorisch in die Mutterschastsfürsorge ein- gegliedert werden. Hirsch bekämpft die Zersplitterung der Mutter- schaftsfürsorge, fordert chren Ausbau und stärkere Zentral!- s a t i o n und setzt sich sür eine Schaffung einer Reichs- g e b u r t e n st a t i st i k ein, die der Mutterschastsfürsorge als statistische Grundlage dienen soll. Selbst wenn man einigen Gedankengängen von Hirsch nicht ganz folgen wird, so bedeutet sein Buch doch die erste systematische und umfassende Darstellung der Probleme der Fürsorge für die erschwerte Mutterschaft, dem eine große Bedeutung zweifellos zu- kommt. Erst ein so ausgebauter Schutz und Fürsorge sür die werdende Mutter wird den Willen zum Kinde stärken können. Nicht Moralpredigten und keine Strafgesetzparographen! I-oe> Blum. Gefangfeneu�chick�ale Eine Umfrage unter Rechtsbreflierii Bei der heutigen katastrophalen Loge des Arbeitsmarktes ist es naturgemäß besonders schwer, entlassenen Strafgefangc- n e n Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Die allgemeine durch die Wirtschaftslage bedingte Berufs- und Arbeitsnot wird für den Bor- bestraften durch die Tatsache der Bestrasimg und durch die damit zirsominenhängenden Folgeerscheinungen wesentlich verschärst. Durch die Arbeitslosigkeit ist aber der entlassene Strafgefangene besonders gefährdet: die Not ist vielfach Ursache für neue Konflikte mit dein Strafgesetz. Wenn der moderne Strafvollzug den Rechtsbrecher bessern und wieder in die Gesellschaft als nützliches Glied ein- schallen will, dann ist es nötig, daß dem Problem der Arbeits- beschaffung nach der Strafoerbüßung größte Aufmerksamkeit gewidmet wird. Genaue Untersuchungen über die berufliche Einglredc- rung der Vorbestraften gibt es bisher nicht, da das weitere Schicksal der aus den Strafanstallen Entlassenen nur sehr schwer zu verfolgen ist Genaue Feststellungen wären aber für die Praxis von großer Bedeutung. Es ist ein Bcrdienft der Sächsischen Landeswohlfahrts- stelle, daß sie durch eine Preisoufgabe die Behandlung dieser wich- tigen Frage gefördert hat Von den bei der Landeswohlsährtsstell« eingereichten Arbellen sind jetzt zwei Bearbeitungen als selbständig« Schrift unter dem Tllel„Das Berufsschicksal entlassener Strafgefangener" erschienen.(G. B. Teubner, Leipzig und Verlin. 1931. bbsSeilen, broschiert 2 Mark.) Die erste,. Arbeit, von Fxanz Zeugner stützt sich im wesent- lichen auf Aussägen der Gefangenen über ihr« Berufsloge, über die Ursachen ihrer Arbeitslosigkeit und ihrer Straffälligkett und endlich über ihre Berufsaussichten nach der Entlassung. Zeugner hat das Material in sächsischen Strafanstallen mittels Fragebogen g«- sammell. Wenn natürlich dos Urteil des Gefangen«» sekbst auch durchaus nicht als objektiv gelten kann, so ist es doch in höchstem Maß« wichtig, die Meinung der Vorbestraften kennenzulernen. In den Berichten kommt immer wieder zum Ausdruck, daß die V« r- f e n> u n g durch die Gesellschaft die Berufsarb ell erschwer«. Der Vorbestrafte lebt in ständiger Angst, daß der Arbeitgeber oder die Kollegen von der Straf« erjahren. Die sozialen Folgen der Strafe werden schwerer empfunden als die Strafe selbst. Sehr häufig wird dies als Grund für erneut« Straffälligkeit angegeben. So schreibt eine weibliche Gefangene.: „Die Gründe, daß ich innner wieder rückfällig werde, obwohl ich von früh bis in die Nacht hinein arbeite, bestehen nur darin, daß ich keinen sesten Anhaltspunkt habe und immer und immer wieder die Sorge: werden sie nun heute erfahren haben, daß du bestraft bist, so daß du heute abend wieder aus der Straße liegst? Dies unstete Leben, nie wissen, wo man hingehört, und immer diese Sorgen, wann werden sie es erfahren." Zeugner zieht aus diesen Tatsachen die Folgerung, daß ein wesentlicher Faktor zur Umgestaltung des Schicksals dieser Unglück- lichen in der Aenderung der gesellschaftlichen Ein- st e l l u n g gegen den Rechtsbrecher liegt. Es ist eine sozial- pädagogische Aufgabe, die Verfemung des Vorbestraften zu be- kämpfen. Das Gefühl für die sozial« Mitoerantwortlichkell und für die Verbundcnhell alles Geschehens innerhalb einer Gesellschaft muß gestärkt werden. Einsicht in die vielfachen Ursachen der Verbrechen wird die Verfemung des Vorbestraften erschweren. Wenn ein tüchtiger Arbeiter entlassen wird, nur weil er vorbestraft ist, so wird er dadurch vielfach geradezu auf die schief« Ebene gestoßen, aus jeden Fall ist die Gefahr groß, daß er sich innerlich feindlich gegen die Gesellschaft einstellt. Neben diesem Kampf für eine andere Beurteilung des Vorbe- straften durch die Gesellschaft ist es nötig, daß der Wille des G e- f a n g e n e n gefestigt wird, daß er zur Erkenntnis der Wirklichkeit geführt wird. Zu diesen Tatsachen gehört auch die Haltung der heutigen Gesellschaft. Der Entlassene muß dies« Tatsache kennen, es muß ihm Mut gemacht werden, allen Anwürfen gegenüber Be- sonnenheit zu wahren. Dies ist eine wesentliche Aufgab« der G e- fangenenfllrsorge. Während die Arbeit von Zeugner ein Tatsachenbericht ist und die Meinung der Gefangenen über ihr Berufsschicksal zur Darstellung bringt, untersucht Johannes H ü n l i ch das Problem in systenKitischer Weise. Hünlich legt sich die Frage vor, welche Faktoren das Schick- sal der Vorbestraften beeinflussen. Eine Reihe von Erschwerungen liegen in der Person des Rechtsbrechers selbst, es kommen hinzu die Einflüsse, die in der Arbeitsstelle liegen, also vor allem das Vor- urteil der Arbeitgeber und der Mitarbeiter, endlich läßt sich der Rechtsbrecher als Glied der Staatsgemeinschaft auffassen, das führt zur Besprechung der gesetzlichen Hemmungen und Förde- rungen der Berufslag« der Entlassenen(Arbeitsvermittlung, Ge- wsrbeordnung. Anlernung der Entlassenen). Hünlich verbindet die Analyse dieser Faktoren mit Vorschlägen zur praktischen Verbesse- rung. Er nimmt besonders Rücksicht aus die heutige sinan- zielte Lage, die kostspielige Neuerungen nicht zuläßt. Er zeigt, daß eine Reche einschneidender Verbesserungen des Strafvollzugs ohne Mehraufwand durchgeführt werden können. So sollten die Gefangenen in noch stärkerem Maße als bisher durch Ausbildung in der Strafanstalt auf das Leben in der Freiheit vorbereitet werden. Bei längexen Strafen werden die Gefangenen oft ist ihren Berufen ungeschickt oder sie verlieren den Anschluß, da sie mit den technischen Neuerungen in ihrem Fache nicht genügend vertraut sind. Hünlich schlägt deshalb vor, daß die Ge- fangencn eines Berufes in einer einzigen Anstalt konzentriert werden, so daß etwa die ein« Anstalt eine moderne Weberei, die andere eine Metallwarenfabrik besitzt. Dazu müßte natürlich der Strafvollzug aus das Reich übergehen; denn nur so wäre es möglich, eine gem'igende Anzahl verschiedener Anstalten aufzubauen. Hünlich ist der Ansicht, daß dadurch das spätere Berufsschicksal der Gefangenen wesentlich gebessert werden könnte, während die An- stalten sich zum Teil selbst erhalten könnten. Ob solche Pläne sich durchführen lassen, ist schwer zu beurteilen, aber jedenfalls verdienen sie als wertvolle Anregung ernstliche Beachtung. Durch Spezialgefangenenanstalten dieser Art wäre es auch möglich, die oft erwünschte und zweckmäßige Ueberführung der Kriminellen in andere Beruf« durchzuführen. Wenn etwa ein Kellner zum Alkoholmißbrauch neigt und im Rausche wiederHoll mit den Gesetzen in Konflikt kommt, so ist es sehr ratsam, diesen Menschen einem anderen Beruf zuzuführen, der weniger Gelegenheit zu Alkohaiexzejsen bietel. Dieser Wunsch, wird vielfach von den Ge- sangenen selbst geäußert. Die bÄden Arbeiten erschöpfen natürlich das große Problemen keiner Weife: die Frage ist so tief mit den schwierigsten Problemen des gesellschaftlichen Lebens verknüpft, daß sie überhaupt nicht mit einem Schlage gelöst werden kann Aber gerade deshalb sind An- regungen zur Besserung beachtenswert Die Schrift ist geeignet, die Diskussion über diesen Ausgabenkreis zu fördern. l>r. S. Weinberg. Praxis des Arbeiterscliutzes Drei Fach- und Sachkundige haben sich zur Abfassung des Werkes Praxis des Arbeiterschutzes und der Ge- werbehygiene zusammengefunden: Dr.-Ing. Hermann E i b e l, Mannheim, Dr. med. F. Karl Meyer-Brodnitz, Berlin, und der Volkswirtschafter Or. piül. P r e l l e r. Dresden. Der Bundesvorsitzende des ADGB., Theodor L e i p a r t, hat dem Buche ein Vorwort mit auf den Weg gegeben. Er bezeichnet es als ein wertvolles Hilfsmittel für die Durchführung des Arbeiter- schutzes, das in die Hand jedes Arbeitnehmers im Betriebe gehört wie in die Hand jedes Gewerkschaftsfunktionärs.„Die Arbeits- kraft ist das einzige Kapital des Arbeiters und Angestellten. Es sind chr-eigenes Leben, ihre eigene Gesundhell, die im Betriebe durch den Arbeitsschutz geschützt und erhallen werden sollen. Daher ist es nicht nur die Pflicht, sondern vor allem auch das gute Recht aller Arbeller und Angestellten, für den bestmöglichen Arbeitsschutz einzutreten." Voraussetzung dasür ist die Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen sowie der Möglichkeiten ihrer Durchführung. Alle Gesetzes- bestimmungen sind toter Buchstabe, alle Instanzen ohnmächtig, wenn dfe Arbeitnehmerschaft selber ihren Schutz zu gering anschlägt und nicht in jeder Weise zu seiner Anwendung beiträgt. Mit dem gesetzlichen Schutz allein ist's aber noch nicht getan. Der Selbst- schütz muß hinzukommen. Das zeigt der 3. Abschnitt des Buches über den Gesundheitsschutz des arbeitenden Menschen, der die Arbellskleidung, die Ernährung während der Arbeit, die Ermüdung, die Erholung, während der Pausen wie in der Freizeit behandelt, die Lüftung des Arbeitsraums, seine Heizung und Beleuchtung, die Gesundheitsschäden durch Lärm, durch Staub, besonders ausführlich die Schädigungen durch Jndustricstoffe, die gewerblichen Infektionen, Hauterkrankungen, die entschädigungspflichtigen Berufskrankheiten, die Arbeit der Frauen und der Jugendlichen und die seelisdie Hygiene im Betriebe, Schon diese Aufzählung, ohne ihre zahlreichen Unterteilungen, läßt erkennen, wie vielseitig, sorgfältig und gewissenhaft in diesem Buche alles zusammengetragen wurde, was seinem Zwecke dienen soll. Die weiteren Abschnitte behandeln den Arbeitsschutz in der Betriebsanlage und die erste Hilfe. Dem Buche, das mit Zeich- nungen von Bruno S a ch e r und Karl H a a s e versehen ist, sind sechs Tafeln in einer Tasche lose beigegeben, die die gesetzlichen Bestimmungen über die Arbellszeitregelung, den Kinder-, Jugend- lichen- und Frauenfchutz, die Sonntagsarbell und die Schutz- bestimmungen für einzelne Gewerbe enthalten. Jeder Bezieher des Buches gibt dem Verlag, Berlagsgesellschaftdes ADGB., Berlin S. 14, Jriselstr. 6a, seine Adresse bekannt, so daß ihm alle etwa nötwendigen Aenderungen übermittelt werden könngn. Ein Stichwortverzeichnis erleichtert den Gebrauch des gut ausgestatteten Buches, dessen Preis 3,50 M.(Organisationspreis 2,60 9U beträgt. Sport der nächsten Zeit Eishockey im Sportpalast {jür die nächsten Eishockeyspiele im Sportpalast, die am Sonnabend und Sonntag dieser Woche stottsinden, schickt die Bnüsh-Ice-Hodcey-Associatioxi ihre spielstarke Nationalmannschaft gegen den Berliner Schlittschuh-Club- Interessant wird es sein, wieder einmal Vertreter des polnischen Eishackeysportes auf dem Eise des Sportpalastes zu sehen. Ein Warschauer Team von Legja, dem viele repräsentative Spieler angehören, trifft auf die Auswahlmannschaft des Brandenburgischen Eissport-Verbandes, der dank des letzten Blitzturniers und der jetzigen Trainingsmöglichkeit einen guten Ueberblick über hie Spielstärke seiner einzelnen Spieler hat und eine gute Kombination zusammenstellen kann. Der Vor- verkauf für die beiden Eissporttage am Sonnabend und Sonntag hat bereits begonnen. Preise ab 1 Mark. Sonja chenie wird an beiden Tagen auftreten. Die Kanadier kommen! Zum vierten Male wird eine rein kanadische Eis- hockeymannschaft nach Europa kommen, um hier ihre Eis- hockeykunst zu demonstrieren. Diesmal hat der kanadische Verband den Distrikt Ottawa mit der Vertretung seiner Interessen betraut und damit für die Zusammenstellung einer wirklich spielstarken Mannschaft Sorge getragen. Die Abreise der Kanadier ersolgt. wie nunmehr feststeht, am 26. November, und am 8. Dezember werden sie in Cherbourg eintreffen. Die Europatournee der Ottawa- Mannschaft, die der Berliner Schlittschuh-Club zusammenstellt, be- ginnt am ö. und 8. Dezember in Paris. Dann begeben sich die Kanadier nach London, wo sie am 10. Dezember zw spielen haben. Anschließend folgen am 12. und 13. Dezember zwei Weit- spiele �im Berliner Sportpalast, dann geht es weiser nach Schweden, wo vier Spiel«, deren Termine noch nicht fest- stehen, ausgetragen werden. An den beiden W e I h n a ch t s> f e i e r t a g e n wellen die Kanadier nochmals in Berlin zu Gaste, und mit zwei Wettspielen am 27. und 29. Dezember in Kattowitz wird der erste Teil der Europatourne« beendet. Für den Monat Januar sind dann noch weitere Gastspiele in Prag, Wien sowie in der Schweiz vorgesehen, und vor Antritt der Rück- reise spielen die Ottawa-Leute nochmals in Paris und in England. Nieder HaÜentennis Mit dem am 28. und 29. November in der Neuen AutoHalle am Kaiserdamm stattfindenden Länderwettkampf Deutsch- l a n d— F r a n kr e i ch verabschieden sich die deutschen Meister N ü ß l e i n und N o j u ch in dem Turnier gegen die französischen Meister P l a a und R a m i l l i o n von der europäischen Sportwelt, um einer Verpflichtung nach Amerika Fo'ge zu leisten. Nüßlein und Najuch werden erst im September 1932 in Begleitung von Til- den, chunter und Koceluh zur Bestreitung der Internationalen Meisterschaft von Deutschland für Tennielehrer zurückkehren. In der Kaiserdammhalle sind die Vorbereitungen für das große Turnier im Gang«, so daß mit dem Training bereits in wenigen Tagen be- gönnen werden wird. Da bei den bisherigen Hallentenniswettkämp- fen häufig ül er sch'echt« Sicht klagen geführt wurden, hat der Der- onstalter dafür Sorge getragen, daß zu diesem Turnier alle Plätze überhöht wurden und nur Sitzplätze zur Verfügung stehen, die im Vorverkauf 89 Pf. bis 4 M. tosten. Das Wintcrsporlprogramm des DWV. Auf seiner kürzlich abgehaltenen Vertretertagung hat der republikanische Deutsche Wintersportverband dos dies- jährige Sportprogramm festgelegt. Eine Weihnachtsfahrt gehtindieHoheTatra. Die Fahrt beginnt am 23. Dezember und dauert bis zum 19. Januar. Standquartier ist das in 1313 Meter chöhe gelegene Popperseehaus, von dem aus die schönsten Touren in die Karpathen unternommen werden können. Die Fahrt kostet einschließlich Bahn, Verpflegung und Ssiunterricht 133 M. Eine zweite Weihnochtsfahrt führt ins Riesengebirge und zwar vom 23. Dezember bis zum 3. Januar zum Preise von 73 M. Trainings- und Fortbildungskurse werden vom 31. Januar bis zum 7. Februar zum Preise von insgesamt 69 M. durchgeführt. Das Verbandswintersportfest hat der Verband vom 3. bis 7. Februar nach Braunlage im Harz gelegt. Anfang März wird dann noch eine Frühlingsskifahrt nach den Dolomiten ver- anstaltet. Der Verband hat Vorkehrungen getroffen, um alle An- Meldungen befriedigen zu können. Anmeldungen können schon jetzt durch die angeschlossenen Vereine oder an die Geschäftsstelle des Verbandes, Berlin SW. 68. Markgrafenstr. 22. abgegeben werden. Auskunft wird von dort gern erteilt. •ArheitersportlicheI Schach in Kaiishorst Die Freie Arbeiter-Schachvereinigung Groß-Berlin wird nun auch in Karlshorst am Freitag, 27. November, 29 Uhr, die Gründung einer Abteilung im Lokal von Bartel, Rheinsteinstraße an der Fhig- bahn vornehmen. Alle Schachspieler und solche, die es werden wollen, sind herzlich eingeladen. Mitglied kann werden, wer dje Satzungen des Deutschen Arbeiter-Schachbundes anerkennt. Schwerathletik Alt-Wedding I schlägt Alt-Wedding II In dem Serienkampf im Ringen um die Kreismeister- schaft�der Arbeiterathleten standen sich die beiden Kampfstaffeln des esportklub„Alt-Wedding� gegenüber. Die zweite Mannschaft unterlag gegen die kampfftärker« erste mit 9X: 18% Punkten, in der ersten Runde mit 3:9 und in der Wiederholung mit 4%:9Vs Punkten. Schlickeisen II siegte über Milritz I. die Punkte gingen aber an den Verlierer; ebenso unterlag Falke II gegen Lorenz I in beiden Gängen, erhielt aber dennoch die Punkte wegen Uebergcwicht von L. zugesprochen. Putzke I konnte gegen A. Münnke II nur ein Unentschieden erreichen. Das Treffen Bennin I gegen Münnke II endete zweimal mit dem gleichen Er- gebnis. Michael I bezwang Bronitowski II im ersten Kamps in der zweiten Minute und kam in der Wiederholung über ein Un- entschieden nicht hinaus. Der schwere Rosenkranz I rang mit dem leichteren Gast II im ersten Gang ohne Resultat, zur Schlußrunde trat G. wegen einer Verletzung nicht an. ❖ Berliner Boxer in Meißen. Am Wochenende startete die Kampf- Mannschaft des Arbeiter-Athletenvereins„Lichtenberg-Fried- r i ch s f c l d e 94" gegen eine kombinierte Boxmannschafr in Meißen; die beiden Staffeln trennten sich mit einem(8: 8) Un- entschieden. Der Berliner Fliegengewichtler Aloger erzielte das erste Unentschieden, Berendt teilte sich ebenfalls die Punkte mit seinem Gegner und Henneberg gewann nach Punkten. Der Leicht- gewichtler Preller mußte wegen einer Verletzung den Kampf auf- geben. Sobke verlor seinen Kampf nach Punkten, der Mittel- gewichtler Molinski gewann dagegen noch Punkten, der Halbschwer« Jahn erlag einem ko. und der schwer« Amelung stellte mit seinem Punktsiege den Gleichstand her. Neue Höchstleistungen in Oesterreich. Die österreichischen Ar- beiterkraftsportler führten im vorigen Jahre erstmalig nach dem Zusammenschluß der einzelnen Verbände ihre Meisterschaften im Mannschastsheben durch. Auch in diesem Jahre wurde der Kampf um die Landesmeisterschaft zu einem großartigen Arbeitersportfest. Aus vier Bundesländern stellten sich in Wien zweiundzwanzig Heberstaffeln zum Kampf. Da die österreichischen Stemmer auf der letzten Olympiade ein enormes Können gezeigt hatten, war auch diesmal zu erwarten, daß einigen Rekorden der Garaus gemacht würde. Der Straßenbahner Hangl-Wien er- richtete im Leichtgewicht im beidarmig Reißen 198,3 Kilogramm eine neue internationale Höchstleistung; im einarmig Stoßen stellte er mit 199,5 Kilogramm einen zweiten internationalen Rekord auf, und er änderte auch den Weltrekord im beidarmig Stoßen von 129 auf 131 Kilogramm. In der Mannschaftsmeisterschaft der Stemmer siegten: Leichtgewicht: Höllriegel 1688,39 Kilogramm; Mittelgewicht: D'Buren 1793,13 Kilogramm; Schwergewicht: Stra- ßenbahn 1922,95 Kilogramm. Die Musiker tagten Ein Bez':rksausfdiu6 wird für Organisation sorgen Die Delegierten der Spielmannszüge und Bläser. abteilungen der Bereine de« 1. Bezirks, 1. Kreis, im Arbeiter- Turn- und Sportbund tagten kürzlich in Berlin. Nach einem kurzen Bericht des Obmannes und des Technikers gab auf Wunsch der Versammlung der anwesende Bundes- und Kreisobmann der Musiker einen Situationsbericht. Er schilderte die jahrelangen Bemühungen der Musiker um Anerkennung durch den Kreisoorstand; wie es scheint, hat nun end- lich die letzte Kreisoorstandssitzung einen Erfolg gebracht. Er gibt bekannt, daß zur Zeit rund 899 Spielleute und 199 Bläser im Kreis vorhanden sind. Die Auffassung, daß die Musikerorganisation der Turnersparte unterstehen müsse, ist irrig; die Musiker des Kreises setzen sich aus allen vom Bund anerkannten Sparten zusammen. Es darf auf keinen Fall anders sein, als daß nur der Kreisvorstand die verantwortliche Stelle ist. Im Bund ist die Frage der Musiker- organisation auf das beste geregelt. Es besteht ein Bundesmusik- ausschuß, dessen Obmann Sitz und Stimme im technischen Zentral- ausschuß des Bundes hat. Der Bund hat 29 999 Spielleute und ungefähr 3999 Bläser. Auch die Mandolinenmusik soll später ein- mal zusammen ersaßt werden. Der Berichterstatter erinnerte zum Schluß noch einmal daran, daß nach einem Beschluß Spielleute und Musiker anderer befreundeter Organisationen wohl Mitglieder des Bundes, niemals aber auch hier als Musiker mitwirken können Nach einer kurzen und sachlichen Diskussion wurde ein Antrag auf Festsetzung eines Extrabeitrages für die Musiker gegen eine Stimme abgelehnt. Bei der Wahl zum Bezirksmusikausschuß wurde Fritz Krumm. Berlin 0. 112, Scharnweberstraße 52. zum Obmann, Edmund Gehhardt, Spandau. Kurze Straße 8, zum Techniker der Spielleute, und Hermann Mau, Berlin 0. 34, Zorn- dorser Straße 69. zum Technik« der Bläser de» Bezirk« bestimmt. Alle Anschriften den Bezirk betrefsend gehen an Krumm. Der Vorsitzende des Bezirks gab dann einen Bericht über die Stellungnahme des Bezirksvorstandes zu dem Bezirksmusikausschuß. Er verlangte, daß der Musikausschuß dafür zu sorgen habe, daß bei einer Bezirksveranstallung die Blasmusik sich unentgeltlich zur Verfügung zu stellen habe, wenn der Ausschuß vom Bezirk finanziert wird. Sollte bei den Veranstaltungen ein Ueberschuß übrig bleiben, so wird für die Musik das Fahrgeld ersetzt. Beschlossen wurde, am Sonntag, 6. März, eine Sternfahrt nach Erkner zu veranstalten. An die Tagung schloß sich-ine zweistündige Hebung an. eBuch „Arbeit und Kampf Am Mittwoch, 23. November, veranstaltet die Ortsgruppe Berlin des TV. Die Naturfreunde einen Kampfliederabend mit dem Titel: Arbeit und Kampf. Die Ausführenden sind das Streichorchester der Ortsgruppe und der Gesangschor Humboldthain. Die proletarischen Freiheitskämpfe aller Zeit haben stets Ausdruck in den verschiedenen Kampfliedern gefunden. Dichter und Kam- ponisten haben den Arbeitsrhythmus, die Unterdrückung des Prole- tariats und seinen Kampfeswillen in Gedichten, Gesängen und Musikwerken wiedergegeben. Die Veranstaltung soll ein Querschnitt durch die Entwicklung des proletarischen Kamps- und Arbeitsliedes fein. Sie wird bei allen Freunden des Gesangs und der Musik insofern besonderes Jnteresie erwecken, als Ur- und Erstaufführungen jüngster Werke vorgesehen sind. Der Abend wird weiter einen Einblick in der Arbeit eines Laienorchesters geben, das sich die Pflege der guten modernen, der klassischen und der alten Musik und den Kampf gegen den Musikkitsch zum Ziel gefetzt hat. Rezita- tionen proletarischer Gedichte werden das Programm ergänzen. Die VeranstaUung ist in der Schulaula Weinmeisterstr. 16/17; sie beginnt um 29 Uhr. Unkostenbeitrag 29 Pf. Gerhard nirniel: Wieviel JCiebe brauchl der Vtenfch? Es lebt ein gescheites, hübsches, innerlich sauberes Mädchen in der Provinz, das folgt einem jungen Komponisten in die große Stadt, denn es liebt ihn. Bald erkennt es, daß der Geliebte ein schwächlicher, unselbständiger Mensch ist; aber es hätte ihn weiter geliebt, hätte ihn stark gemacht durch seine Liebe—, wenn er in der großen Stadt nicht seinen.Kreis" gehabt hätte. Sein Kreis, das ist eine bunte, laute Gruppe junger Menschen, Künstler. Künstlerfreunde und Künstlerfreundinnen, die„modern", die„frei" mitsammen leben; sie brauchen alle Liebe, gewiß, aber sie verab- scheuen den Zwang, die Bindung in der Liebe; so geben sie dem Körper, was des Körpers ist, aber sie halten ihre Herzen kühl. Das Mädchen nimmt diese Lebensform hin wie ,ine Offenbarung: hier, nur hier wird die Qual von ihr genommen, indem man die Seele von ihr nimmt. Spät erst erkennt sie, die ein leidenschaftlicher Mensch ist und aus der Fülle, aus dem Ganzen leben und lieben muß, daß hier eine Bequemlichkeit, ein Betrug um das Beste in ihr, ein Verbrechen am Herzen vorliegt— da ist es zu spät. Sie ist oergiftet worden und hat weiter vergiftet, sie hat einmal ihr Kind und einmal eine ungeborene Frucht ihres Leibes dem Gift geopfert, sie hat einen Knaben, der sie in Reinheit liebte, in den Tod ge- trieben, weil sie selbst nicht mehr rein war— und es bleibt ihr nichts, als blutigen Schluß zu machen und den im ersten Anfang und in der Tiefe noch immer Geliebten mitzunehmen. Das sucht Gerhard Menzel, Kleist-Preisträger. Verfasser eines jetzt viel umstrittenen politischen Dramas, zu gestalten in einer bei Korn in Breslau erschienenen Romannooelle mit dem Problem- aufzeigenden Titel„W ieoiel Liebe braucht der Mens ch". Er wählt die konzentrierte Form einer Beichte der Heldin, ge- schrieben zwischen Mord und Selbstmord; diese Form wirkt etwas artistisch und gewollt, sie führt zwangsläufig zu einem oft anti- quierten Ressentiment, und in der Gestaltung der äußeren Handlung ist Menzel nicht immer glücklich: es gibt auf 139 Seiten fünf Leichen, und«ine liegt das ganze Buch durch auf der Bühne— „auf der Bühne", schreibt man unwillkürlich, denn der Theatraliker Menzel hat, besonders beim konstruierten Schluß, dem Epiker Menzel nicht anwesentlich geschadet. So bleibt entscheidend die geistige Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist oder dem, was sich so nennt: das glühende Sicheinsetzen des Autors gegen die Auskühlung und für die heiße Totalität des Liebeserlebens reiht mit. Dennoch: Menzel ist ungerecht wie jeder Fanatiker. Er ver- gißt, daß die ehemäßige Regelung erotischen Seins, die dieser unserer Zeit voranging, wirklich nicht wärmer und wahrhaftiger war, und daß jede Konvention, sie mag aussehen wie sie will, für den„leidenschaftlichen" Menschen eben nicht tragbar und nicht bin- dend ist. Immer haben die Leidenschaftlichen, die sich ganz habe» und ganz geben müssen, ihr Außenseitertum mit seinem tiefsten Kummer und seinem höchsten Glück ertragen, erkämpfen und meist bitter bezahlen müssen; noch kein„Zeitgeist" hat Platz für sie ge- habt; die Seele unserer Zeit aber, will mir scheinen, ist ihnen näher als die Seele jeder anderen Zeit bisher. Eben darum tritt ja ein Dichter dieser Zeit für sie ein: Gerhard Menzel— und das ist ihm zu danken. llerrmann �lsstar. Frei- SP»r»»ei«iuizv»g P»nl»w. Mittwoch, 25. Rooember, Sl-oolutionef-ier bei Lindner. Breit, Straße. Treffpuntt der Teilnehmer i»«portlleidnng 19% Uhr an der Garderobe. Donnerstag, 26. November, Hock-nsitzung bei L-h. mann, Milhlenstr. 36. Touristenverein„Die Raturfreunbe". Dienstag, Zt. November, 20 Uhr. Friedrichshain! Franifurter Ätllec 307:„Nommunalarbeit"(Lichtbilder).— Friedenau: Offenbacher Str. Sa:„Unsere WethnachtofahrL'.— Humboldthain: Silldenowstr. 8: Musilabend: Btzets Leben und Werfe.— Norden: Sonnen- .._.... 21> �hotograph die Landschaft?"— Mittwoch. 28. Rovember, 2« Uhr. Streichorchester: Echulaula Weinmeisterstr. 16— t7: stampflicderabcnd:„Arbelt und stampf-'.— liugendgruvv« Osten: ffranlsurter Allee 307:„Meine BeNeigung de» Sroh.Slock. nero"(Lllble).— Photo Mitte: Zohannisstr. tö.— Donarr-tag. ZU. November, 20 Uhr. Lichtenberg:(Sunterstr. tt.— Weißensee: Pistoriuostr. 2t.— Neufistln: Bcrgstr. 29: Ausspracheabend:„Aufgaden der Arbeiterllass«".— Prenzlauer Berg: Danziaer Str. 62. Baracke""'»" stak).— Eildroest: Porckstr." (Lichtbilder).— Tiergarten:__._______. WIM... Vorstadt: Weinmeisterstr. 16—17:„Soziologie und Sozialismus".— Lichtenrade: Igtt Uhr bel Lenß. staiser-Wilhelm-Str. 73: Eingrabend.— Naturkundliche Ab- teilung: yohannisstr. 18:..Allgemein« Geologie".— Streichorchester: 19 Uhr hei Seißenberger, Freiligrathstr. 9. Gäste sind zu allen B-ranstallung-n will- kommen. Rubeeee und staaufahrer, 1.»reis. Mittwoch, 28. November, 29 Uhr. Spartenausschußsttzung in der Geschäftsstelle. Arbeiter-Photo-Gnbe. Donnerstag. 26. November, 20 Uhr, Wastertorstr. 9: „Berfchiedcne Entwickler und ihr« Wirkungsweise".— Freie Pboto-Bereiaigung: Donnersiag, 26. November, 29 Uhr, Phusikziuimer, weltliche Schule Pank. Ecke Wl-fenstr-ß-. Nnberoerei» Tslleai». Jeden Sonnabend ab 20 Ubr stafienrudern. Sonn. tag ab 10 Uhr all- Mitglieder auf dem Sportvlaß Wilhelmstraß-. S, wird nicht nur Handball, sondern auch jede andere Sportart gespielt. Oieuststg, 24. November. Berlin. 18.05 Die Radioröhre(Reichenbach). 16.30 Unterhaltungsmusik. 17,30 BOcherstunde.„Verschollene Kulturen."(Am Mikrophon: Dr. O. Häuser) 16.00 Dr. Walter Schuck: Wirlschafts-Rundachau. 18.28 Stunde der Unbekannten. Ltg.: Alfred Braun. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Anna Schieber liest aus eigenen Werken. 19.30 Sauerbruch: August Bier.(Zum TO. Oebortstag.) 19.15 Tanzabend. 21.30 Konzerthaus Stettin. Tschalkowsky: Ouvertüre„1912". Dirig,: Hermann Abendroth. 21.50 Interview der Woche. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. KBnlgsvasterbansen. 16.30 Konzerl. 17.30 Dr. Schultze-Pfaelzer; Sucher nach neuen Wegen- 18.00 Oberst K. L. v. Oertzen: Abrüstung oder Kriegsvorbereitung? 18.30 Englisch für Fortgeschritfene. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft 19.00 Kretschmer: Körperbau und Charakter. 19.30 Leipzig: Orchesterkonzert 20.15 Weltanschauung und Gegenwart Liberalismus und Gegenwart. Prof. Dr. Hellpacb. Dr. j. Winsebub. Oberschulrat Dr. Bohner. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21 10 Leipzig: Orcheslerkonzert 21.45 Breslau: Das oberschleslscbe Gruben-Rettungawesen. 22.15 Riuscher: Zeltungsschau. Sliiaff Theafer Dicnsf«�» den 24. November Staatsoper Unter d. Linden 20 Uhr Sdiwanda. der Cndelsadipleifer StaitLStapielhios Gendanninmarti. 20 Uhr Liebelei Staatsoper an Platz Ur Rapgblit 20 Uhr 1001 Oaelit Sthlller-Theater tharlottulierj. 20 Uhr Die Bcrde sndit WintQr • Garten- 1.1 S Uhr Plora 343t Raedien erlaubt I chQaeens.GaitonPa'mcr Olvcra« 2 Hockneys sv, uhr tASINÜ-IHEAlER»1/. uh. Lothringer Strohe 37. IIIIIMIMIIIIIIIItimilMUlHIMinillllUIIIIIUIIIIIIUnillllWIMItllllllll Kar noch bis 80. Kovomher lEecKer- Fritze ond das eisdkl. bunle Programm Am 1. Deaember zum l. Male: Wenn Kinder heiraten Qu t sehe in 1-4 Personen- Parkett 50 Pt. Fauieuil i— Mark, Sessel 1.50 Mark. siaw.oper Charlottenburg Sismarcksttaüe 34 Diensia«, 24. Nov. Turnus II Anfana 18.30 Uhr Göller- därumerung Ende 23.30 Uhr Aus.cfaneiden! Zentral-Tbeater AltcJakobstr.30-32 Täglich 31/, Uhr Die Prinzessin vom Nil Ol' Komp. V. Holllndar dirigiert lilltSlll.Pilt-Fat.1.- Mlttwoch 4 Uhr Hansel o. Grete! VotKsuuliue ltieater an Bülovolai; 8 Uhi Der grüne KaUadu Der Kammersanoer Slaitl. Sdiiller-Diaatei 8 Uhr Die Herde sndii iletrapo-Tneaier Täglich gi/a Uhr DI* Blum* von Hawai Preiu m 50 PL n Sigs. auch Lad u.5U.