BERLIN Ävnnerstag 26. November 1931 10 Pf. Tit. 554 B 272 48. Lahrgang ErscheintlSglich außer Sonntags. Zugleich Abendausgabe des..Vorwärts Bezugspreis für beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche. 3.60 M. pro Monat (drtfPit 95 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus »adldar. D o st b e j u g 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Postjeitungs- und 72 Pf. Postdestellgebüvrcn. ?l n z e i g e n p r c t S: Die einspaltige Nonpareillejetle 80'vi.. Reklamezeilc 5M. Ermäßigungen nach Tarif. P o st sch e ck t o n t o Vorwärts-Verlag G.m.b.H.. Berlin Rr. 37 530. � Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor' Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68. Lindenstr 3 Ferusvrecher: Dönhoß(A 7) 292—297 Die Blutpläne von Hessen Voller Erfolg der Haussuchungen/ Amtsanwali Best verschwunden T a r m st a d t. November. Amtlich wird mitgeteilt:?ie gestern nachmittag bei verschiedenen führenden Persönlichkeiten der Nationalsozialistischen Partei.(Kau Hessen, durchgeführten Haussuchungen, die sich auf die Nachprüfung der in den Besitz des Oberreichsanwalts gelangten Notverordnungen der illegalen nationalsozialistischen Ncgicrnng und andere Schriftstücke erstreckten» haben in vollem Umfange zun» Erfolg geführt. Die Echtheit der Dokumente steht nunmehr ebenso auper allem Zweifel, wie die Tatsache ihrer Abfassung durch Gerichtsassessor Dr. B c st und 5iompliccn. Or. Best verschwunden. Darmstadt, 2(j. November. tEigcnbericht.1 Die Haussuchungen, namentlich auf den» Boxheuuer Hof, haben zu einem völligen Erfolg geführt. Es liegt eine KnlTc von erdrückendem BclveiS- ntateria.l für die Echtheit der illegalen n a t i o n a 1 s o z i a 1 i st i s ch e n Dokumente v o r. ?eder Versuch, diese Dokumente abzuleugnen oder gar als»eälschung hinzustellen, ist damit durchkreuzt. Der B o x h e i m e r Hof des Dr. Wagner»uar das Hauptquartier der hessischen SA. In der Nacht vom 15. zum 16. Oktober» als die Nationalsozialiften den Sturz von Brüning in, Reichstag erwarteten, waren dort»nehr als 100 schwerbewaffnete SA- und SS.-Leute konzentriert. Tic waren die Wache des Stabes der SA. Norddeutsche SA.-Leute waren herangezogen worden. Nach dem Sturze von Brüning im Reichstag sollten die Pläne der Putschisten in Vollzug gesetzt werden. Ter Landtagsabgeordnete und Gerichtsassessor Dr. Best, der Verfasser der Dokumente, ist seit gestern abend nicht»nehr in seinem Wohnort Alzey. Er hat schleunigst Urlaub genommen und ist dann aus Alzey verschwunden, ohne sich von seinen Vorgesetzten ab- zumeldcn und zu verabschieden. Dr. Wagner, der Besitzer des Boxheimcr Hof, ist mit mehr als 200 000 Mark verschuldet und finanziell völlig zusa»nmengebroch«n. Das ist der Oberreichsanwalt! Er kann dabei nichts finden! Der Oberreichsanwalt Dr. Werner gibt dem Vertreter der Telegraphen-Union über seine Beziehungen zu den Darm- städter lLorfällen folgende Darstellung: „Das Vorgehen der Darmstädter Polizei ist nicht auf meine Veranlassung hin geschehem Wie die Polizeibehörde zur Kenntnis des Verdachts strafbarer Handlungen gelangte, ist hier nach nicht bekannt, wie ich auch' über das Ergebnis der bis- hörigen Ernntttungstätigkeit in Darmstaidt amtlich noch nicht unter- richtet bin. Ich hatte gestern eine Unterrcdimg mit dem preußischen Innenminister in Berlin, die auf Einladung des Ministers hin er- folgte, und bei der mir das Schriftstück vorgelegt wurde, in dem der Versuch des Hochverrats erblickt wird. Dieses Schriftstück fall von Best herrühren. Dazu gab ich den Rat, als Beweismitte! wenigstens die Schreibmaschine des Best zu beschlagnahmen, mit der das Schriftstück hergestellt worden fein soll. Das wird inzwischen ge- schehen sein Ich ließ ferner dem preußischen Innenminister raten, seine Absicht, die Presse in großem Ausmaße zu unterrichten, zu- nächst nicht ouszusührcn. weil die Untersuchung cmpsindli*) gestört werden könnte, wcnn wirklich der Tatbestand des Hochverrats vorläge. O b das der Fall ist, muß noch geklärt werden. Soweit das Schriftstück Vests als Stütze zur Feststellung des Tatbestandes in Betracht kommt, handelt es sich doch offenbar uin Maßnahmen, die sich gegen«ine auf Grund der jetzt geltenden Verfassung im Amte sich befindliche Regierung nicht richten. Vielmehr ist vorausgesetzt, daß eine solche legale verfassungsmäßige Regierung gestürzt und durch oic Herrschaft der„Kommune" ersetzt sei. Dies« ungesetzliche„Kommuneherrschaft" sei dann ob- aelöst durch die Nationalsozialisten und erst dann sollen die Maßnahmen zur Wiederherstellung von Ordnung, Sicherheit und Ruhe in Kraft gesetzt und durchgeführt werden. Regierungsprogramm der Nazi Wer min Ät wird ercehpssen! Nach dem in Hessen aufgefundenem Dokument Ob die weitere Untersuchung der Angelegenheit einen anderen Tatbestand ergibt, bleibt abzuwarten. Zur Zeit wird der Wirt- schoftsrefercnt Dr Schäfer im Reichsgericht vernommen. Er ist auf noch nicht geklärte Weise von Darmstodt nach Fronksurt a. M. gebracht und dem dortigen Polizeipräsidenten übergeben worden, der für Vorfälle in Darmstadt keineswegs zuständig ist. Dieser Frankfurter Polizeipräsident hat den Dr. Schäfer dann nach Berlin ins preußische Innenministerium bringen lassen und von dort erst ist mir Mitteilung über die Vorfälle in Darmstadt gemacht worden. Ich kann nicht in Aussicht stellen, daß über das Ergebnis der Ver- nehmung Schäscrs von mir Auskunft gegeben»Verden kann." Die Erklärung des Oberreichsanwalts ist ein P I ä- d a y e r gegen den preußischen Innenminister für die h e s s i s ch e n P u t s ch i st e n. * Am Mittivoch, dein 18. November, wurde die Darm- städter Wohnung des Kreisleiters der NSDAP., des Land- tagsabgeordneten Dr. Schäfer, von Nationalsozialisten be- setzt, Schäfers Vater gewaltsam festgehalten und das Inventar der Geschäftsstelle weggeschleppt. Was dieser Vorgang be- deutete, hat man gestern erfahren. Dr. Schäfer war mit seiner Partei in Konflikt gekommen, weil er die von Hitler beschworene Legalität ernst nahin und die Mordpläne seiner Freunde, nicht guthieß. Der Zweck des Ueberfalls auf die Wohnung Dr. Schäfers war, zu verhindern, daß Schäfer diese Pläne den Behörden übergab. Es war zu spät. Die Rechtspresse spricht von Fälschern und Spitzeln. Hätte sie recht, so müßte die Führung der Hitler-Partei in Hessen aus Fälschern und Spitzeln bestehen. Auch der treffliche Amtsanwalt von Alzey, der Landtagsabgcordnete Dr. B e st, müßte zu dieser Kategorie gehören, denn der getippte Ent- wurf des Regierungsprogramms, der sich beim Oberreichs- anmalt befindet, trägt handschriftliche Aenderun- gen von Dr. Best. Aber die Fälscher- und Spitzellegende ist eine ungewöhn- sich schlecht erfundene Ausrede. Das hessische Programm für die Regierungsübernahme ist nichts anderes als die juristische Formulierung der Drohungen Hitlers, Fricks, S t ä h r s mit dem K öpfcrollcn, dem Aufhängen, dem Volks- zorn, der Ausrottung, der Vernichtung usw. Dieses Pro- gramm ist Geist vom Geiste der K a p p- R s g i e r u n g 1920 und des Hitler- Putsches von 1923. Es ist in seinen Todesdrohungen kaum viel freigebiger als das be- rüchtigte Claß-Hugenberg-Programm zur Ueber- nähme der Rcgierungsgewalt, das im Mai 1926 beschlag- nahmt wurde. Die 5)ugenberg-Presse spricht von einem Werk„politischer Dilettanten". Das kommt der Sache schon etwas näher, obwohl es sehr zart ausgedrückt ist. Eher könnte man schon von Halbidioten mit tierischen Instinkten sprechen. Regieren heißt für diese Leute, andere erschießen lassen. Ihre Phantasie ist angefüllt von Hinrichtungs- szenen, Lust an Macht ist für sie gleichbedeutend mit Lust an Mord. Es entspricht dem Geisteszustand dieser Partei, daß sie den Fememörder Heines zum Reichstagsabgeordneten machte und für ihn Plakate verbreiten ließ:„Redner Feme- mörder Heines, M. d. R." Es ist schon so, daß zwischen Sozialdemokratie und Na- sionalsozialismus ein Kampf. besteht, der.nur mit der Ver- nichtung des einen oder des anderen enden kann. Dem» wenn die Sozialdemokratie, das Menschentum im deutschen Volke verkörpert, so repräsentiert der Nationalsozialismus d i e B e st i e in ihm. Es ist die historische Aufgabe der deutschen Arbeiterklasse, im Zeichen der Sozialdemokratie den Faschismus niederzu- werfen. Mit dem Siege der Arbeiter maß d a s M e n f ch e n- tum über die Bestie triumphieren! (Weitere Berichte siehe 2. Seite.) Präsidentenwahl im Landtag. Don der sozialdemokratischen Fraktion seht Wittmoack- Magdeburg vorgeschlagen. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion hatte zum Präsidenten des Landtags den Abg. Leinert vorgeschlagen. Sie ließ sich dabei von der Ueberzeugung leiten, daß Leinert als bester Kenner der Geschäftsordnung des Haujes und als ein bereits hervorragend bewährter Präsident im Preußischen Landtag allgemein anerkannt war Deutschnationale und Deutsche Polkspartci init den verbündeten rechtsparteilichen Gruppen haben diesen Vorschlag zum Anlaß ge- nommen, mit ihrem Ausscheiden aus dem Vorstand des Hauses und der Gefährdung der Arbeitsfähigkeit des Landtages zu drohen. Irgendeine Begründung dieser Drohungen ist der sozialdemakrr- tischen Fraktion bisher nicht bekannt geworden und gibt es nicht. Die sozialdemokratische Fraktion hätte es daher für richtig und notwendig gehalten, den Kainpf gegen die Anmaßung der Reaktion rücksichtslos aufzunehmen. Die geführten Verhandlungen hoben jedoch ergeben, daß wir in diesem Kamps auf die feste Unterstützung der bürgerlichen Koalitionsparteien bis zum Ende nicht mit Sicher- heit rechnen konnten. Genosse Leinert hat deshalb dringend gebeten, von seiner Person Abstand zu nehmen, und nicht um einer Personensrage willen die Gefahr herauszube- schwören, die Arbeitsfähigkeit des Landtages und den Zusammen- halt der Preußenkoalition zu gefährden. Unter diese» Umständen hat die Fraktion den Genossen Leinert nochmals ihres einmütigen Vertrauens versichert und die Ueber- zeugung ausgesprochen, daß der Preußische Landtag einen besseren und würdigeren Präsidenten nicht finden könne. Sie hat mit Bedauern von der Berzichterklärung des Genossen Leinert Kenntnis genommen und nunmehr zum Präsidenten des Landtages den Ge- nassen Wittmaack-Magdeburg nominiert Wittmaack ge- hörte bereits der verfassunggebenden Preußischen Landesversamm- lung und seither ununterbrochen dem Landtag an. Er war früher Redakteur an der Magdeburger„Volksstimme" und ist sei» 1920 besoldeter Stadtrat in Magdeburg, wo er auch seit vielen Jahren die örtliche Parteiorganisation als Vorsitzender leitet. Abgeordneter Grebe gestorben. Während der Landtagsiagung vom Schlaganfoll betroffen Das Mitglied des Preußischen Landtages, der Zentrums- abgeordnete Professor Dr Grebe aus Osnabrück, ii» am Donners- tagvormittag im Krankenzimmer des Preußischen Landtages an einem Schlaganfail ver' starben. Grebe war am 1. Januar 1873 zu Neuhof, Kreis Morienburg, geboren.. Der Nazi Lust. (Nach bekanntester Melodie.) Grsdiiefien ist des Nazi Lost, ErschieBen! Das müßt kein rediter Nazi sein, Dem je was Klügeres fiel ein: Grsdiiefien! Vom Lüttwitz haben wir's gelernt, Vom Lüttwitz! Der hat beim Kapp-Pntsdi so gedacht, Nur leider hat er's nicht vollbracht, Der Lüttwitz! Das seh n wir auch dem Stalin ab, Dem Stalin! Die Mühlen seiner GPU., Die dreh'n sich ohne Rast und Rnh', Bei Stalin! P i 1 s u d s k i selber, der Pollack, Pilsudski! Er tanzt in der Tyrannen Reih'n, Und mörht' der grimmigste gar sein, Pilsudski! Grsdiiefien, Schießen, meine Lust, Grsdiiefien! O Deutsche, laßt uns an die Macht, Dann wird nur egal fortgemacht: Grsdii— i— leßen! Jonathan. Schöne Arbeitervertreter. Kommunisten verhindern im Rathaus Arbeitsbeschaffung. Ans dem städlischen Gelände de» ehemaligen Rittergutes Vrih will die freigewerkschafttiche wohnungsbaugesellschasi, die Gehag, einen neuen Wohanngsblock errichten, der 354 Kleinstwohnungen mit niedrigen Mieten für Minderbemittelte enthalten soll. Die Finanzierung des Bauvorhabens, mit dem schon in den nächsten Tagen begonnen werden sollte, ist gesichert. Die Gehag wollte mit diesem Bauvorhaben nicht nur Wohnungen mit erschwinglichen Mieten schassen, sondern vor allem auch 500 vanarbeilern Arbeitsmöglichke» geben. Soweit war alles in bester Ordnung, wenn es nicht die Kommunisten im Berliner Rathans gäbe. Diese„Arbeitervertreter" haben es fertiggebracht, eine v e r s ch l e p- pnng des Bauvorhabens zn erreichen. Als vorwand dienten ihnen formalistische Klügeleien. Ob es nun noch möglich sein wird. den Vau vor Eintritt des Frostes in Angriff zu nehmen, ist sehr zweifelhaft. Die Gehag wollte den Bau durch ihre Tochtergesellschaft, die „Einfa", vornehmen lassen. Es handelt sich um eine Grundfläche von 34 900 Quadratmeter, wofür die Gesellschaft der Stadt Berlin rund 143 600 Mark zahlen soll. Der Kämmerer kann sich nun bei den Kommunisten gleichfalls dafür bedanken, daß die Stadt vorläufig diese Summe nicht erhalten wird. Der Oberbürgermeister hatte den Stadtverordneten eine Dar- läge über den Geländeverkaus zugehen lassen. Im Grund» st ü ck s a u s s ch u h der Stadtverordnetenversammlung sollte über die Vorlage Beschluß gefaßt werden, als plötzlich die kommunistischen Vertreter erklärten, sie verlangten eine Vertagung dieses Ver- Handlungspunktes, weil sie nicht rechtzeitig in den Besitz der Borlage gelangt feien. Alle übrigen Mitglieder de« Ausschusses hatten die Vorlage, wenn auch ein wenig verspätet, so doch noch rechtzeitig erhallen. Es wäre den Kommunisten ein leichtes gewesen, die Vorlage während der Sitzung zu studieren. Das aber lehnten die Herren großspurig ab. Den Schaden tragen die Bauarbeiter, die weiter ohne Arbeit bleiben müssen. Hitler wagt nicht zu dementieren! Zurückhaltende Erklärung der ASOAP.-Leitung Die Presse der Rechten nimmt die Veröffentlichung der illegalen nationalsozialistischen Dokumente geteilt auf. Die Hugen- berg-Presse hält sich zurück, sie spricht von dilettantischen Dokumenten. So schreibt der„Lokal-Anzeiger": „Die Beweise für die Echtheit des Dokuments, von dem vorstehend die Rede ist, kennen wir nicht. Insbesondere ist uns auch unbekannt, inwiefern Beweise dafür vorliegen, daß die Gau- leitung der NSDAP, in Hessen, die soeben chren großen Wahl- erfolg errungen hat, nach den Vorschriften des Dokuments hat verfahren wollen. Die Vorschriften, die dort über die Lebens- mittelversorgung und über die privaten Einkommen vorgesehen sind, sind derart dilettantisch, daß wir uns vorerst nicht vorstellen können, irgendein Kreis von Politikern hätte tatsächlich die Absicht gehabt, vorkommendenfalls nach diesem Dokument zu regieren." Die D A Z. dagegen nimmt die Partei der Nationalsozialisten und schreft laut über Fälschung: „Dieser Aufruf trägt— ohne daß wir mit dieser Feststellung den Erklärungen der Hauptbeteiligten vorgreifen wollen, die Merkmale der plumpen Fälschung an sich. Gerade wenn man die Taktik der Nationalsozialistischen Partei seit den Septemberwahlen 1930 verfolgt, ist es durchaus unglaubhaft, daß «in derart ungeschicktes Machwerk in einer obendrein so unvor- sichtigen Weise entstanden und verbreitet worden sein soll. Wer auch immer das vorstehende gewissenlose Machwerk fabriziert hat— F ä l s ch e r oder Spitzel— ist mit der Ver- antwortung für eine große Irreführung des Inlandes und des Auslandes belastet." Dieser Ablenkungsversuch und das verlogene Fälschungsgefchrei werden dem sauberen Blatt der Putschfreunde bald vergehenl Die Selbstkompromittierung durch dies« Parteinahme für den bestiali- schen Blutwahnsinn wird diesem Blatt nicht vergessen werden! Inzwischen erläßt die Pressestelle der NSDAP, eine Erklärung, die außerordentlich vorsichtig ist: „Ans eine Aufrage bei der Pressestelle der RSVAP. wegen der Haussuchungen in Hessen, wird der Telegraphen-Union mit- geteilt, daß die nationatsozialistische Varteileitnng von den Meldungen aus Darmstadt vollständig überrascht worden ist. E» sei vollkommen ausgeschlossen, daß die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei oder der Parteiführer Hitler auch nur das Geringste mit dem in Rede stehenden Dokument zu tun habe. Die Partei habe nicht das Geringste zu verbergen, und es könne infolgedessen auch nichts an ihr hängen bleiben. Sollte das be- sagte Schriftstück la'sächllch vorhanden sein, so könne es sich nur um eine Fälschung oder aber um eine nnver- antwortliche Privatarbeit irgendeiner Einzel- v e r s o n handeln, die sich damit in schärfsten Widerspruch zu den Anordnungen des Parteiführers gestellt und automatisch aus der Partei ausgeschlossen hätte. Sine weitere Stellungnahme zu der Angelegenheit sei im Augenblick noch nicht möglich, da die Parteileitung, wie gesagt, von dchz Meldungen aus Darmstadt vollkommen überrascht worden sei und erst weitere Nachrichten abwarten müsse." Das ist der Versuch, die ganze Gauleitung Hessen der NSDAP. als„unverantwortliche Privatpersonen" hinzustellen! Immer noch legal? Die„Germani a" schreibt: Zunächst wissen wir nun, wie sich in den Hirnen maßgebender nattonalsozialiftischer Führer die Welt des Dritten Reiches ausmall. Eine andere wichtigere Frage ist die, wie es mit der von Hiller ! befohlenen und beschworenen Legalität der nationalsozialisti- 1 schen Bewegung in Einklang zu bringen ist. daß maßgebende Führer der Partei lang und brett illegale Aktionen erörtern und diese Erörterungen bis in das kleinste Detail hinein zu einem Gesamtplan Oer kommunistische Konsumskandal. Das Ende eines Trauerspiels. Hall«, 26. November.(Eigenbericht.) Das Trauerspiel, das die kommunistische Genossen» schafts Politik der halleschen Arbeiterschaft aufführte, ist aus. Es endete damit, daß der Hauptschuldige Karl E r t I n g e r und fünf seiner Helfershelfer wegen parteischädigenden Verhaltens aus der KPD. ausgeschlossen wurden. Während die um ihre Spargroschen und Geschäftsanteile gs- prellten Mitglieder dos zugrunde gerichteten Konsum- Vereins klagend den Trümmerhaufen umstehen, suchten sich die Hauptschuldigen an den kläglichen Ueberresten der Konsumpleite ge- sund zu machen. Eine ganze Reihe von Lagerhaltern, die bis zum letzten Augenblick die„Linie" hielten, hat sich s e l b st ä n- d i g gemacht und in den Läden des in Konkurs geratenen Konsumvereins eigene Lebensmittelgeschäfte mit Hilfe von privaten Großlieferanten eröffnet. Ertinger hat sich die von ihm gegründete„Migros" angeeignet und oersucht ebenfalls seinen Vorteil zu wahren. Diese neue Firma schickt an privatkapitalistische Ärohhandelssirmen ein verttauliches Schreiben, in dem die neue „Migros" um Offerten auf Waren bittet. Diese neue Gesellschaft will Zweigniederlassungen errichten in Bremen. Magdeburg, Zwickau, Plauen und natürlich in Halle, wo die Dummen trotz trüber Erfahrungen anscheinend nicht alle werden. Weil das nun die auf die Gründung eines neuen„roten Arbeiterkonsums" hin- zielenden Pläne der KPD. stört, flog Ertinger, bis zum Dienstag noch der große Konsumrevolutionär, aus der kommunistischen Partei hinaus! Wie gründlich Ertinger und(Bernhard) K o e n e n in dem einen Jahr chres Wirkens gewirtschaftet haben, beweist die in der ersten Gläubigeroersammlung vom Konkursoerwalter vorgetragene Pleitebilanz. Einem Vermögen von sage und schreibe 20 000 Mark, bestehend aus einigen dem Gerichtsvollzieher abgelisteten Ladeneinrichtungen und unverkäuflichen Warenresten, stehen Ver- pflichtungen in Höh« von 2266000 Mark gegenüber. Der Konkurs mußte kommen, well der zur Erfüllung des 35 Proz. vorsehenden Vergleichs notwendige Umsatz von 500 000 Mark monat- lich nicht im entferntesten erreicht worden ist. Auf Vorschlag des Konkursverwalters beschloß der Gläubigerausschuß einstimmig, von der Einziehung der 50 Mark betragenden Haftsumme der Mitglieder abzusehen, da doch nichts dabei herauskommen würde. Das also ist das Ergebnis eines Jahres„revolu- tionärer" Konsumgenofsenschaftsarbeit. Während die Hallesche Genossenschaftsbewegung einst auf die stattliche Zahl von 40 Verteilungsstellen blicken konnte, sind jetzt in zwei neben- einander bestehenden, sich gegenseitig bekämpfenden Unternehmungen nur vier Vertellungsstellen in Betrieb. Den Nutzen davon hat das PrivaUapital. der Machteroberung verdichten. Bei der unbedingten Führer, autorttät und Disziplin, die immer wieder von der Nationalsozia- listischen Partei für sich in Anspruch genommen wird, ist doch schwerlich anzunehmen, daß sich diese Vorgänge ohne jedes Wissen der nationalsozialistischen Reichs- leitung vollzogen haben sollten. Wenn es andernfalls möglich ist, daß in einzelnen Landes- verbänden der Nationalsozialistischen Partei derartige Pläne ans- gearbeitet werden, dann ist die fortgesetzt betonte Legalität der Partei keinen psisserling wert. Zu dieser Frag« hat jetzt Herr Adolf Hitler das Wort! „Vossische Zeitung":„Der Glaube, den die Le- galitätsbeteucrungen vielfach fanden, ist jetzt schwer erschüttert. Ganz gleichgüttig. wie juristisch das von der Leipziger Reichsanwaltschaft eingeleitete Verfahren ausgehen mag, polllisch muß das Boxheimer Dokument klärend wirken." „Berliner Tageblatt": Insofern ist der Entwurf ein Beweisstück für die latente Illegalität der Nationalsozialistischen Partei, die unter der Hülle der Legalitätsbeteuerungen wellerherrfcht, und insofern sollte er auch ein nützliches Anschauungsmaterial fiir den Reichsminister des Innern sein, wenn er wieder Klagen und Beschwerden von Herrn Hiller erhält und wenn Abgesandte der nattonalsozialistischen Leitung um Audienzen bitten." Die„Rote Fahne" veröffentlicht den Inhalt der Dokumente. Sie beschuldigt— die Sozialdemokratie, die angeblick) diese Doku- mente sell langem besitze, daneben beweist sie mll HUfe von Zitaten aus dem helligen Lenin, daß— die Sozialdemokratie der Hauptfeind fei. Auch das noch... Im Preußischen Landtag hat die nationalsozialistische Gruppe, unterstützt durch die Hugenberg-Fraktion, einen Antrag eingebracht. worin das Staatsministerium ersucht wird, den Beschluß vom 25. Juni 1930 auszuheben, soweit durch ihn den Beamten die Zugehörigkeit und Betätigung für die Nationalsozialisten ver- boten ist, da sowohl der Herr Reichspräsident als auch der Reichswehr- und Reichsinnenminsster die Legalität der Hiller-Bewegung erkannt hätten. Der Antrag ist vor dem Bekanntwerden der Mord-Legali- tät von Hessen gestellt. Das mag ein mildernder Umstand sein! Oer Bluiplan des Bankrotteurs. Or Wagner ist bankrott- Meine Leute verlieren ihr Geld. Darmstadt. 26. November.(Eigenbericht.) Der Dr. Wagner. Besitzer des Boxheimer hose». Landtags- abgeordneter und Mitglied der Gauleitung der NSDAP., hat Dan- krott gemacht. Seine Gläubiger sind kleine Geschäftsleute aus Lampertsheim. Bürstadt und Lorch, eine vichhand- lang und die Vereinsbank in Lampertsheim. Aus der Gläubiger- Versammlung, die am Montag in Frankfurt a. Main stattfand, stellte sich heraus, daß die Aktiven so geringfügig sind, daß die Gläubiger leer ancgehen werden. Die kleinen Geschäftsleute, die sich mit dem hakenkreuzführcr eingelassen haben, haben die Kriegs- und Putschspielerei also aus ihrer eigenen Tasche bezahlt! Es ist verständlich, warum dieser Wagner nach dem Putsch und dem Blutbad lechzt— das allgemeine Chaos soll feinen Bankrott verdecken! Kürzung der hohen Gehälter. Linter Llmständen: Sonderst: uer zugunsten des Reichs! Im Haushaltsausschuß des Reichstages wurden heute diejenigen Plenaraillräge erledigt, die weiteren Abbau der Spitzen- g e h ä l t e r für die Leiter von Betrieben öffentlicher Hand oerlangen. Dazu gehört auch ein sozialdemokratischer Antrag zur Aenderung der Notverordnung vom 6. Oktober. Die Sozialdemo- kratie verlangt, daß das Notverordnung» recht privater Unter» nehmen, die Gchätter ihrer Direktoren usw. auch dann zu kürzen, wenn laufende Verträge vorliegen und wenn sie sich mll ihren Direktoren verständigen können, in eine Pflicht zur Gehalts- k ü r z u n g umgewandell wird. Sowell einzeln« Unternehmer auf Gehattskürzung bei ihren Direktoren dennoch verzichten, soll die Gehaltskürzung als Sonder st euer zugunsten des Reiches vorgenommen werden. Abg. Dr. Völker(Soz.) begründete die sozialdemokratischen Forderungen. Der sozialdemokratische Antrag auf Vorlage eines Gesetzentwurfes über die zwangsläufige Kürzung aller Spitzen- gehätter prioatindustrieller Gesellschaften wird angenommen. Am Freitag wird über die Winterhilfe beraten, zu der ein- leitend der Finanzminister Dietrich sprechen wird. Amerika hinter dem Ztaisbeschlitß. Gemeinsamer Druck auf Ehina/ General Dawes, der im Auftrag der Regierung der Vereinigten Staaten als Vermittler in dem chinesisch-sapanischen Konflikt tätig ist, hat eine Unterredung mit dem chinesischen Delegierten Sze über die Stellungnahme der Nanking-Regierung zu dem Entschließung»- entwurf des Völkerbundsrates gehabt und abends der Presse erklärt: „Die Regierung der Vereinigten Staaten billigt den Regelungs- entwurf, der in der vom Rat vorgeschlagenen Entschließung enl- halten ist und hat China und Japan davon unterrichtet. Die ameri- kanische Regierung hat diese beiden Länder dringend gebeten, die erwähnte Entschließung anzunehmen." Aus dieser Erklärung geht hervor, daß General Dawes, ebenso wie Briand die am Mittwoch vom chinesischen Delegierten über- mittelten Forderungen der NankinglRegierung, von denen die An- nähme der Entschließung abhängig gemacht wird, als ein Hin- dernis für die friedliche Regelung des Konfliktes bettachtet und aus diese Weis« einen Druck auf China auszuüben oersucht, seine Forderungen herabzuschrauben. Man hofft in Ratskreisen, daß die oeveinten Bemühungen des Rates und des amerikanischen Be- obachters die chinesische Regierung oeranlassen werden, heute ver- söhnlichere Instruktionen an chren Delegierten zu senden. Die Goldene Hochzeit feiern heute die Eheleute T i e s l e r, Charlottenburg, Sophie-Charlotte-Straße 4Ya. Dem Jubelpaar, das seit 25 Jahren den„Vorwärts" liest, unseren herzlichsten Glückwunsch. Der Ruhrschiedsspruch. Lohnabkommen bis Jahresschluß verlängert. Essen, 26. November. Zn den heute vormittag wieder aufgenommenen Verhandlungen über die Löhne im Ruhrbergbau wurde durch die Schlichterkammer mit den Stimmen der Arbeitnehmer ein Schiedsspruch gefällt, wonach das bestehende Lohn- abkommen bis zum ZI. Dezember 19Z1 verlängert wird. Der Spruch kann erstmalig am 1. Dezember zum ZI. Dezember gekündigt werden. von Arbeitnehmerseite wurden Bedenken gegen die kurzfristige Vertäugerung erhoben, weil dann die nächsten Verhandlungen vor Weihnachten stattfinden müßten und dadurch eine neue Beunruhigung in das Revier hinein- gebracht würde. Die Unternehmer haben den Schiedsspruch abgelehnt. Strolche in der Hedemannstraße. Wieder ein Arbeiter niedergeschlagen. Zn der Hedemauustrahe ist heute mittag wieder von Hakenkreuzlern auf einen harmlosen Passanten, der das Abzeichen einer Arbeiterorganisation, in diesem Falle des Arbeitersama- riter-Bundes, trug, ein gemeiner 11 e b e r f a l l verübt worden. Der Ueberfallene hatte im ZdA.-Hause in der Hedemannstraße Beiträge bezahlt. Auf dem Wege zur Wilhelmstraße fielen über den Arbeitersamariter mehrere Nazis her, rissen ihm das Zlbzeichen von der Mütze und schlugen auf ihn ein. Als der Ueberfallene sich energisch wehrte- flüchteten die Burschen in das Parteihaus der Nazis. Der Fall zeigt wieder einmal, wie völlig ungenügend der, Polizeischuh in dieser Gegend ist. so daß die nationalsozialistischen Wegelagerer selbst am hellen Tage ihre Schandtaten ausführen können. Der kommunistische Schneider Hermann heidrich, der den Polizeipräsidenten Zörgiebel in einer Gerichtsverhandlung im November 1930 tällich angegriffen hatte, wurde von der Straf- kammer nach viertägiger Verhandlung wegen Körperverletzung in Tateinheit mit tätlicher Beleidigung zu 4 Monaten Gefäng- nis oerurteill. Achtung, blinde Parteigenossen! Am Freitag, 27. November, findet im Lokal Brendgen, Sophienstt 5, eine Zusammenkunft aller in der Berliner Sozialdemokratie organisierten Blinden und Sympochisierenden statt. Die Zusammenkunft soll zur Gründung einer sozialdemokratischen Blindengruppe führen. Wir bitten alle blinden Parteigenossen, zu erscheinen und möglichst viel Schicksals- genossen mitzubringen. Die Funktir~~"' Veranstaltung hinzuweisen. ionäre bitten wir auf die 3rilSB Vlunerl gefiorben In der letzten Nacht ist Genosse Fritz Kunert in seinem 82. Lebensjahre gestorben. Noch vor wenigen Wochen, am IZ. Sep- tember, konnte er seinen 81. Geburtstag in verhältnismäßiger Frische verleben. Kunert war nicht nur an Lebensiahren, sondern auch an Partei- jahren einer der ältesten unter den Mitkämpfern in der soziakdemo- kratijschen Bewegung. Aus dem Lehrerberuf hervorgegangen— er hatte von 1871 bis 1886 als Volksschullehrer in Berlin amtiert, betätigte er sich seit 1887 als sozialistischer Schriftsteller. Von 1889 bis 1891 war er Redakteur der ain Ende des Sozialistengesetzes neugegründeten Parteiblätter Schlesiens. Dann war er viele Jahre hindurch— 1894 bis 1917— Rodaktionssekretär am„Vorwärts", zeitweilig auch verantwortlicher Redakteur. Seine journalistisch« Tätigkeit hat ihm zahlreiche Prozesse und fast zwei Jahre Gefängnis eingebracht. Seit 1890 gehörte Kunert bis 1918 dem alten Deut- schen Reichstag als Vertreter für den Wahlkreis Halle an; auch in die Verfassunggebende Nationalversammlung und den neuen Reichstag wurde er vom Wahlkreis Halle-Magdeburg gewählt, bis er im Jahre 1924 wegen vorgerückten Alters ausschied. Genosse Fritz Kunert hat in den langen Jahren seines politischen Wirkens manchen harten Kampf gekämpft. Sein Gedächtnis wird in der Parteigeschichte fortleben! Gklarek-prozeß ohne Ende. Verhandlungen über Weihnach.en hinweg. Der Beginn der heutigen Sitzung im Stlarek-Prozeß brachte wieder zahlreiche Erklärungen. Den Anfang machte heute der V o r s i tz e n d e s e l b st. Er teilt« mit, daß laut Feststellung des Magistrats der Angeklagte Bürgermeister Schneider zu der Zeit, als er feine ersten Zuwendungen erhalten haben soll, stch tot- sächltch auf Urlaub befunden habe. Die zweite Mitteilung des Vor- sitzenden betraf die Verhandlungsfähigkest Willi Sklareks. Professor C i t r o n habe berichtet, daß Willi Sklareks Zustand sich im Vergleich zum vorigen Jahre verschlechtert habe. Er sei zwar verhandlungsfähig, müsse aber außerordentlich geschont werden, und in ständiger ärztlicher Behandlung bleiben. Willi Sklarek: Ich lege unbedingt Wert darauf, verhandlungs- fähig zu sein. Mein Bruder und ich sind bemüht, sich während der Verhandlung so ruhig wie möglich zu verhalten. Man muß aber unsere Erregung verstehen, wenn alle Herren vom Magistrat hier von mchts mehr wissen wollen. Der Bürgermeister S ch o I tz hat deschworen, daß er nur Max kenne. In Wirklichkest hat er auch m i ch gekannt. Das Verhalten des Stadtrats Schöning war ganz un- begreiflich für denjenigen, der ihn früher gekannt hat. Der Borsitzende gibt dann neue Disposst'onen über den weiteren Verlauf des Prozesses kund. Da Professor Citron unbedingt darauf bestehe, daß Willi Sklarek stets einen Ruhetag habe, so werde in Zukunft nur dreimal in der Woche oerhandelt werden: am Montag, Mittwoch und Freitag. Ich habe wohl gehofft, sagt der Vorsitzende, daß wir bis Weihnachten wenigstens mit der Beweisaufnahme fertig werden. Bei allgemeinem gutem Willen wäre das auch ge- gangen. Das stundenlange Befragen von Zeugen macbt aber eine Abkürzung der Verhandlung des Prozesses unmönlich. Wir werden also die Weihnachtswoche hindurch verhandeln müssen. Wanderverein 1111. Wie die KpO.„Einheitsfront" macht. Vor einiger Zeit nistete sich in unserem Parteiverkehrslokol in Schöneberg, Siegfriedstr. 9.«in harmloser„Wanderverein" ein. Auf die Frage des Wirtes, ob es stch um einen politischen Verein handelt, wurde das entschieden verneint. Unsere Genossen waren von vornherein überzeugt, daß es sich mn eine Zelle der KPD. handle. Wie recht sie mt ihrer Ver- mutung hatten, lehrt ein Einladungsschreiben der KPD.„Zelle tili". das unserem Bezirksführer und einer ganzen Anzahl Parteigenosse 1 zugegangen ist. In dem Einladungsschreiben, das für heute abend in das Lokal Siegfriedstraße 9 wirbt, wird der Empfänger als „werter Klassengenosie"(!) darüber informiert, daß„unsere Part.',- zelle der KPD." in dem genannten Lokal ihre Tagungen abhält. Gleichzeitg wird der sozialdemokratische Empfänger ausgefordort, eine straßenmäßige Einheitsfront gegen den Faschismus bilden zu Helsen und darüber in der Versammlung„längere Ausführungen" zu machen Es ist selbstverständlich, daß der„Wanderoerein 1111" dabei falsch spekuliert. Da aber zu erwarten ist, daß die KPD. auch in anderen Bezirken mit ähnlichen leninistischen Methoden ihre„Ein- heitsfront" aufzieht, warnen wir unser« gesamt« Berliner Mit- gliedschast vor diesem neuesten Wandervogelmanöver der KPD. HZellerberichl für Berlin: Ueberwiegend bewölkt ohne erheblich« Niederschläge, südöstliche Wind«, Temperaturen wenig verändert. — Für Dculschland: Im Osten zeitweise heiteres Frostwetter, ün Westen weiterhin mild und vorwiegend trübe. Berliner Kuns Neues aus dem Ostasiatischen Museum. Das Ostasiatische Museum hat drei neue Säle sich angegliedert und sie in derselben wahrhaft idealen Weiträumigkeit ausgestattet wie all die anderen Räume, aber Heller und freundlicher. Bekannt- lich liegen sie im Erdgeschoß des alten Kunstgewerbemuseums, um den Lichthof herum— keine sehr glückliche Kombination, wie denn überhaupt die Berliner Museen an einer nicht zu übertresfenden Verknäuelung ihrer Sammelgebiete leiden. Man besucht das Ost- astatische Museum am besten vom Völkerkundemuseum aus, durch die Galerie mit den Turfan-Fundcn. Dann kommt man sogleich in die neuen Säle und steht hier den schönen und uralten Grab- funden gegenüber aus dem China der Hon-Zeit(229 vor bis 239 nach Chr. Geb.); dazu die Neuerwerbung eines marmornen Voddhisawa-Torso, ein Stück edelster Skulptur, den besten Griechen des 3. Jahrhunderts ebenbürtig. Hier sind auch in zwei Sälen die Leihgaben aus der Sammlung des Frh. von der Heydt aufgestellt, chinc- fische Skulpturen des 3. bis 12. Jahrhunderts n. Chr. Es sind ent- weder Buddhaköpfe, in Stein oder Eisenguß, mächtige Tierskulp- turen von alten Gräberstraßen(prachtvoll in ihrer vitalen Ge- drungenheit ein Tiger, ein Widder), oder Weihestelen, ausrecht- stehende, mit zierlichen Tiefreliefs bedeckte Steinplatten. Diese erstaunlichen Dinge, Zeugnisse der monumentalen Gesinnung der alten Chinesen, sollten ebenso bekannt werden wie die kostbaren Bronzegefäße aus der Han-Zeit, die im nächsten Saale stehen. Sie gehören zu den stärksten, den unmittelbarsten Kunstäußerungen des Menschengeistes und sind beispielsweise den vielbestaunten Sen- sationen im Pergamonmuseum unendlich überlegen an Geist und Kunstwert. In zwei weiter gelegenen Sälen sind chinesische Porzellane der Sammlung E. und I. Baerwaldt als Leihgaben aufgestellt; vor allem schöner Blaudekor des 17. Jahrhunderts. Paul Klee und F. Xaver Fuhr. Jlechcheim zeigt, neben teilweise sehr schönen Kleinbronzen, Zeichnungen und einen bedeutenden Aktwrso von Kolbe, die neuesten Aquarelle und Oelbilder von P a u l K l e e. Es ist zu der aus magischen Empfindungstiefen emporsteigenden Malerei Klees kaum etwas zu sagen, was hier nicht schon gesagt worden ist. Jeder hat sich selber dazu zu stellen, er kann sie ganz ablehnen, weil ihm alles Phantasiewesen ein Unverstandenes und nur deutliche Natur- abschritt Kunst bedeutet, und er kann durch das Maß seiner Neigung bekunden, wie stark ihn die Gestaltungsweise aus der Vorstellung „Bob und Bobby." Deutsches Künstler-Theater. Unter lebhafter Anteilnahme der kleinen und der großen Kinder stapfen Bob und Bobby durch die 12 Bilder der geschickt benutzten Drehbühne direkt ins Wunderland. Simon K o st e r und Victor P a l f i lasten den Knaben und den Hund auf die Wanderschaft gehen, weil der Knabe sich durch Leistungen einen Radioapparat verdienen will. Die Leistung ge- schieht zwar nur im Traum, aber die pädagogische Absicht, die sie diktiert, soll Leitsaden fürs Leben sein. Das starke Eigenkönnen der beiden Verfaster berechtigt sie, mst allem alten Plunder aus- zuräumen und darum hätten sie den Burschen vom Wanderzirkus und das Gänfeliesel weniger dumm zeichnen sollen. Auch ist es gerade nicht nötig, daß die Zigeuner der alten Schablone gemäß als Kinderräuber und Diebe auftreten. Sonst aber werden viele vorzügliche Worte ausgesprochen, die Rudolf Plattes Regie unterstreicht. Ellen Schwannecke ist ein ganz ungekünstelter, frischer Bob und Paula Denke Hund, so grob und zottig er auch auf der Bühne erscheint, ist allerfeinste Filigranarbeit. Jede Bewegung ist berechnet, jedes Wort und jedes Bellen sind eigentümlich wirkungsvpll, und wenn die Erwachsenen aus ihrem Wachtraum vollends munter sind, dann denken sogar sie, daß ein brauner Pudel derart sprechen, bellen und handeln muß Was Hugh Lofting durch seine Tiere um Dr. Dolittle geschaffen hat, das schuf man hier, selbständig, durch diesen Bobby, Die Figur wird zum Erlebnis und zum Weiterträger von Ideen. Da alle an der Aufführung Beteiligten stch redliche Mähe gaben, tonnten Gelingen und fteudige Bejahung des Stückes nicht ausbleiben.«. Hohe Gagen der Gtaatstheater. Im Preußischen Landtag hat sich der Ausschuß für die Prüfung der Hausholtsrechnungen mit der Denkschrift der Oberrechnungskammer für die Rechnungsjahre 1927 und 1928 beschäftigt. Im Lauf« der Beratungen sind auch die Verhältnisse bei den Staatstheatern aus- führlich erörtert worden, wobei von Regierungsoertretern be- mertenswerte Angaben gemacht wurden. Ein Ausschußmitglied äußerte sein Befremden darüber, daß der Berliner Generalintendant nach der allgemeinen Gehaltskürzung einschließlich Dienstaufwand immer noch 49 990 M. bekomme. Ein Vertreter des Kultusministeriums erklärte dazu, die Bezüge des Generalintendanten, die immerhin niedriger feien als die des Generalmusikdirektors m Dresden und anderex Intendanten, die über 89 999 M, erhielten, erklärten sich daraus, daß der Generalintendant zunächst bei der Stadt Berlin tätig gewesen sei, Schon bei der Uebernahme durch den Staat sei sein Gehalt um 19 909 M, gekürzt worden, und es sei jetzt um fast 49 Proz. niedriger als im August v. I. Was die Bezüge des Tanzmeisters Laban angehe, so handele es sich bei der geübten Kritik um ein« Verwechslung mit dem früheren Tanzmeister Terpis, der 18 990 M. bekommen Hab«.(Von einem Ausschußmitglied war kritisiert worden, daß die Bezüge auf 23 999 M aufgebessert worden seien.) Laban sei mit 24 999 M. angestellt worden; sein Gehalt sei auf 21 999 M. vermindert worden und werde aus Grund der Spar- Verordnung um weitere 19 bis 15 Proz. gekürzt werden, Wie kürzlich bekannt wurde, bekommt der Dresdener Generalmusikdirektor Busch statt bisher 64 999 M.„nur noch" 32999 M. Die Generalmusikdirektoren unserer Staatsopcr be- kommen„nur noch" 39 999 M., dafür haben wir aber ihrer drei. Eine weitere Herabsetzung dieser Gehälter erscheint ebenso not- wendig wie tragbar._ Ein musikalisches Wunderkind. Musikalische Wunderkinder sind nichts Unerhörtes. Solange wir eine Musikkultur haben, hat es immer wieder musikalisch früh- reife Kinder gegeben, und sicherlich gibt es in Wirklichkeit viel mehr, als uns bekannt werden. Aber die kleine Ruth Slenczynski, die gestern im B a ch j a a l austrat, ist doch eine Erscheinung eigener ansprichr. Klee ist ein Prüfstein für natürliches Verhalten zur Kunst unserer Zeit. Die bei Flechtheim ausgestellten Arbeiten können teilweise irreführen, weil sie einer problematischeren Epoche ent- stammen, da die Darstellung zugunsten artistischer Experimente etwas zurücktritt. Gleichwohl gibt es auch hier so schöne Bilder wie den„Romantischen Part", den„Springer", den„Anderen Blick", den„Zlbgang des Gespenstes", die ganz auf der Höhe der unbegreiflich geheimnisvollen Kunst dieses Visionärs stehen. Der Kunsthändler Karl Nierendorf, verdient um die Entdeckung bedeutender Talente wie Dix und Christoph Voll, feiert das zehn- jährige Bestehen seiner Tätigkeit und die 199. seiner Ausstellungen durch Vorführung der letzten Werke von F. T a v e r Fuhr, den er ebenfalls ans Licht gezogen hat. Die geistreiche, mit graphischen Mitteln arbeitende Malerei Fuhrs bedient sich letzthin ironischer oder räumlich zwiespältiger Mittel, nicht ganz zu ihrem Borteil. Paul F. Schmidt. ISO Lahre Gewandhaus. Das berühmteste und älteste deutsche Konzertinstitut, das Leip- ziger Gewandhaus, beging am 23. November die Feier seines 159jährigen Bestehens. Die Gewandhaustonzcrte sind aus den 1743 von kunstsinnigen Bürgern gegründeten„Großen Concerten" hervor- geganzen. 1781 stellte die Zunft der Tuchmacher und Wollwaren- Händler die Tuchhall« im„Gewandhaus"(in der heutigen Universi- tätsstraße) für die Konzerte zur Verfügung, und nach dem Umbau zum Konzertsaal fand am 25. November desselben Jahres das erste Gewandhauskonzert statt. Am 11. Dezember 1884 wurde das neue Gewandhaus feierlich eröffnet. Die Gewandhauskonzerte ge- langten schnell zu Weltruf und verschafften Leipzig den Ruhm der Musikstadt. Seine größte Blütezeit erlebte das Institut unter Felix Mendelssohn-Bartholdy und Arthur Ni lisch. Zur Feier des Jubiläums fand Mittwochvormittag ein Festakt und am Abend«in Jubiläumskonzert unter Leitung des jetzigen Gewandhauskapellmeisters Bruno Walter statt. Der sächsische Ministerpräsident Dr. Schieck hat folgenden Glückwunsch gesandt: Die Gewandhauskonzerte, geboren in der hehrsten Epoche deutschen Geisteslebens, erhalten von Geschlecht zu Geschlecht dank dem opfer- sinnigen Kunstsinn« der Leipziger Bürgerschaft, weltbekannt durch große Meister des Stabes und der Instrumente, sie müssen sich, ein stolzes Wahrzeichen bürgerlicher Kultur, in allen Zeitnöten behaupten für die heilige deutsche Kunst. Art. Der Dreikäsehoch, der in Kalifornien von polnischen Eltern geboren ist, geht mit einer breiten Sicherheit auf den Flügel los, klettert auf die Bank, mustert das Publikum und wartet wie ein Großer, bis es ganz mäuschenstill ist. Dann legt das Wunderkind los: Bachs Italienisches Konzert, sechs Variationen von Beethoven, nnt besonderem Impuls Schuberts„Impromptu" und weiter Haydn und Bach. Drei Walzer von Chopin werden mit Eleganz und Feuer zelebriert, und dann kommt ein„Perpetuum mobile" von Weber, das einem Hören und Sehen vergeht. Man kommt aus dem Staunen und Bewundern nicht heraus. Wie meistert dies kleine Wesen, das übrigens sehr fest aus seinen Beinen steht und gar nichts Kindlich-Unsicheres und Spielerisches hat, die bloßen technischen Voraussetzungen? Wie greift es die Oktaven, wie beherrscht es das Instrument bester als Erwachsene, die jähre- lang Unterricht gehabt haben? Zstelch eine staunenswerte Leistung des Gedächtnistes, alle diese schwierigen Stücke aus dem Kopfe zu spielen! Man erzählt, daß das Kind schon in ganz jungen Jahren von selber zur Mufik sich hingezogen gefühlt hat. Ihr Vater ist Musiker und der Großvater auch. Das Kind hat natürlich von klein an gründlichen und ausdauernden Unterricht genossen, aber das Rätsel bleibt doch bestehen und kann nur erklärt werden durch die Gesetze der Vererbung. Nicht das Kind spielt, sondern die Be- gabung, die im Laufe von Generationen sich angesammelt hat und hier nun zum staunenerregenden Ausbruch kommt. Natürlich kann von einer eigenen Interpretation der Musikstücke keine Rede sein, aber auch als bloße technische und Gedächtnisleistunq ist der Fall absonderlich. Möge ein günstiges Schicksal diese Naturgabe zur vollen Entfaltung kommen lassen und gleichzeitig von dem Kind die Gefahren fernhalten, die nur zu oft Wunderkindern drohen. D. Die Vorbereitung de» Goethe. Feierjahres IgZZ. Der Reichs- ausschuß für die Goethe-Feiern statin Weimar zusammen, um über die einzelnen Veranstaltungen des nächsten Jahres zu beraten. Er befaßt stch nur mit der Goethe-Gedächtnis- woche, während die übrigen Veranstaltungen der Verkehrsverein Weimar übernommen hat. Die eigentliche Reichsfeier wird in Weimar am 22. März und in Frankfurt am 29. August abgehalten. Di« Goethe-Gesellschaft begnügt• sich damit, ihre Festversammlung im üblichen Rahmen abzuhalten. Die beiden Weimarer Fest- spielwochen des Deutschen Nationaltheaters finden vom 9. bis 17. Juli und vom 29. bis 28. August statt. Dazu kommen im Juni. Juli, August und September Wochenendauf- führungen von in Weimar uraufgeführten Opern und Festspielen und zwar in Lauchstädt, Krugberg, Belvedere und Ilmenau. Auch eine große Zahl von Tagungen sind gemeldet. Die Berliner Volksbühne beabsichtigt mit einem Sonderzug nach Weimar zu kommen. Deutsch-sranzösischer Ausspracheabend. Am Donnerstag, dem 26. November, abends 8 Uhr, veranstaltet die D e u t s ch- F r a n- zösische Gesellschaft im ehemaligen Herrenhaus, Leipziger Straße 3, eine deutsch-französische Aussprache. Der französische Abgeordnete Ernest P« z e t spricht über die französischen Parteien vor den Wahlen, Reicheminister Dr. Peter R e i n h o l d über die deutsche Demokratie im Kampf. Karten zu 2, 4. 6 Mark. Mitglieder die Hälfte, im Sekretariat der Leutsch-Französischen Ge- s-llschaft, W 39. Haberlandsst 2 Ein« Kadarett-Matinee wird von der Volksbühne Sonntag vormittag ll.39 Uhr im Theater am Bülowplah veranstaltet. Zu den Mitwirkenden gehören Werner Finck. Rosa Baletti, Genta Söneland, Eugenie Rilolaseva, Max Ehrlich. Willi Rosen, Theo Lingen, Hans Teppe, Arthur Mainzer u. a. Kapell«: Eid KahS FellowS. „Kamps um Kitsch", das Schulstück von R. A. Stemmle, geht Sonntag, nachmittags 3 Uhr, zu besonders ermäßigten Preisen in der Volks- b ü h n e ,n Szene. Ein« Finnische Matinee wird unter dem Potektorat des finnischen Ge- sandten Sonntag, 11.39 Uhr, im Ufa-Thcater, Kursiirstendamm 26, veran- staltet. Außer der Vorführung eines Fwnland-Films ist ein wertvolles musikalisches Programm vorgesehen. Bon der finnischen Liedsängerin Olli Sinimi werden Lieder von Sibelrus, Kuula u. a. sowie Volkslieder dar- geboten. Zwischen dem 1. und 2. Teil des JUmS spricht Dr. W. Siikaniemi Uber Finnland als Touristenland. Im Staatliche« Schiller-Theater findet die Erstaufführung von Nieder- gull» Lokalposse„Tatterich statt. Im Lesfiag-Theater finden ab Donnerstag, abends 8.1ö Uhr, sechs Auf- führmlgen von„V i e l L ä r m um n i ch ts" statt. „Eroberung" der städtischen Betriebe. Naziflugblattverbreiter provozieren. Die Nazis haben eine F l u g b l a t t k a in p a g n e vor den stävtilchen Werksbctricbcn eingeleitet. Weil die im Gesomtverband organisierten Arbeiter der Anweisung folgen. d»e Flugblottoerbreitcr der Nazis mit ihren Druckerzeugnissen stehen zu lassen und sie ihnen nicht abzunehmen, werden die Burschen sroch und göbeln die Arbeiter an. Dafj diese sich die Nazisrechhciten nicht gefallen lassen, ist selbstuerstönd- lich. So kam es denn vor den Gaswerken in der Stralauer Straße, Inspektion Mitte, gestern zu einer Schlägerei, der das U e b c r- s a l l k o m m a n d o ein Ende machen muhte Die Arbeiterschaft der städtischen Werke wird nach wie vor die Naziflugblätter zurückweisen und sie sich auf keinen Fall aufdrängen lassen. Sollten die Nazis ihre Provokationen weiter fortsetzen, werden sie einer energischen Zurückweisung begegnen. Rückgang der Arbeitslosigkeit in England. Die Zahl der Arbeitslosen betrug am Ib. November 2648 42?, was eine Abnahme um 35435 gegenüber der Lorwoche bc- deutet. Die gegenwärtige Zahl der Arbeitslosen ist indessen noch um 362 442 höher als im Vorjahre. Texiilarbeiier in Kassel gekündigt. !lm auf die Schlichtungsverhandlungen einzuwirken. Kassel, 26. November. Die Lahntarife für die Textilindustrie Kassels und Umgebung sind zum 12. Dezember gekündigt worden. Von dieser Maßnahme werden etwa 266 Arbeiter betroffen. Es handelt siäi hierbei um eine vorsorgliche Mahnohme sür den Fall, dah die bevorstehenden Schlichtungsverhandlungen noch im letzten Augenblick ergebnislos verlaufen. Der Schiedsspruch sah eine Lohnkürzung van etwa 3 Praz. vor und wurde von den Unternehmern abgelehnt. Durch diese Entlassungsandrohung als„vorsorgliche Maßnahme" sollen also die Textilarbeiter unter Druck gesetzt werden, damit sie in den Schlichtungsverhandlungen eine größere Lohnkürzung schlucken. Lohnkürzung in der Metallindustrie. Schiedsspruch für Mitteldeutschland. Der Schlichter für Mitteldeutschland hat in dein Lohnstrcit der mitteldeutschen Metallindustrie einen Schiedsspruch gefällt. Die aus Grund des für verbindlich erklärten Schiedsspruches vom 7. Juni vereinbarten Lohntafeln für die Tarifgebicte Halle, Anhalt, Magdeburg und T h a l e u. a.«erden mit Kürzungen, die rund 7 Pro,, betragen, wieder in Kraft gesetzt. Die Erklärungsfrist laust am 2. Dezember ab. Vereinbarung für Siegen. In dem Lohnstrcit in der Siegencr Metallindustrie schlössen die Parteien unter dem Vorsitz des Schlichters für Westfalen eine Ver- einbarung, noch der die Tariflöhne u m 6 P r o z. gekürzt werden. Einigung in Kassel. Die Nachverhandlungen sür die Kasseler Metallindustrie hatten das Ergebnis, daß aus freier Vereinbarung eine A k k o r d k ü r- zung von süns P r o z. festgesetzt wurde. Die Unternehmer, die sich seinerzeit mit dem Schiedsspruch nicht einverstanden erklärt hatten, haben jetzt ihre Zustimmung erteilt und ihre Küiwjgungeu zurückgenommen. Die Vereinbarung gilt bis zum 12. Dezember. Der Schiedsspruch für die Marinewerften in W i l- helnishaven und das M a r i n e a r s c n a l in Kiel mit 4'- Pro;. Lohnkürzung ist von den ain Tarifvertrag beteiligten Organisationen angenommen worden. Berantworil liir die Ziedaltion: Ziich. Bclllstcu». Berlin: Anzeigen: Tb, Stocke Berlin. Verlag: Vorworts Verlag(6. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Berlagsanlialt Paus Singer a. Co.. Berlin 633 68. Lindenltroke 3 Hierzu 1 Beilage. �(Befcbäfis-Jbtjmger föezirfz Jlovden-Cfien Bevor Sie kaufen besichtigen Sie meine Ausstellung Zahlungserieichterung ohne Aufschlag, bei Kassa 5(Vo Ti schle rm eister Berlin ü, Chausseestr. 60 JULIUS KIWI Gegen Husten u. nur Ullrich ftCo..Ujfeißensee Pistorlusstr. 102 a Telephon: Weißensoo 1258 Ueberau erhältlich &ür den Vtemi kauft man g u t und preiswert Hüte, Mutzen, Oberhemden, Krawatten, sowte alle modernen Herrenartikel im Spezialgeschäft J>aul'illenael Küpenick, Scbiogstrahe 17. Hermann Lorenz MW«, Kaiiee.Tee, Kakao Eig. 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Und an einem schönen Tage fuhren wir los, besuchten einsame kleine Flecken mit alten Kirchen und Häusern; verträumte Städtchen, wo die Häuser iin Schatten der Kirche stehen wie Küken um die Henne. Viele alte Kirchen, oft mit interessanten Einzelheiten aus den verschiedenen Epochen der englischen Geschichte. Und über- all fiel mir anderKirchcntür ein Plakat aus, das etwa sagte: „Der Krieg als ein Mittel der Auseinandersetzung zwischen den Völkern widerspricht der Lehre und dem Leben unseres Herrn Jesus C h r i st." Den deutschen Besucher überraschte diese Friedenspropaganda an einem Orte,, wo man sie eigentlich ja am ehesten erwarten sollte. Aber der deutsche Besucher erinnerte sich nicht, je in einer dcut- s ch e n Kirche ein ähnliches Plakat gesehen zu haben. Er weiß nur zu gut, daß man von den Vertretern besonders der e v a n g o- tischen Kirche in Deutschland auch heute noch eher das Gegenteil dieser Friedenspropaganda hört und daß der nationalistischen und kricgervcreinlichen„F e l d g o t t e s d i e n st e" kein Ende ist. Der deutsche Besucher sieht sich um und findet hier und dort und überall im öffentlichen Leben Englands Zeugnis und Ausdruck kirchlicher und religiöser Tätigkeit, die den versuchten Vergleich zwischen beiden Ländern unmöglich macht. Die Verschiedenartigkeit englischen Lebens vom deutschen zeigt sich aus diesem Gebiete mit am deutlichsten. Sowohl in der Organi- sation wie in der Stellung zur Politik. In den Parteien send die verschiedenen Glaubensbekenntnisse nebeneinander vertreten, das Parteileben bleibt vom Religiösen unberührt. Aber Ein- sluß auf die Politik wird ausgeübt auf dem Wege über das Ober- haus, in dem 24 Bischöfe und zwei Crzbischöse vertreten sind. Auf der einen Seite aktives Eingreisen, andererseits die völlige Trennung von politischer und religiöser Ueberzcugung. Auch hier wieder die typisch englischen Merkmale: keine Entscheidung, Abwarten, Kom- promih. Die Organisation des kirchlichen Lebens ist ungleich vielgestaltiger alz bei uns. In Deutschland spielen neben den beiden großen Kirchen, der evangelischen und der katholischen, andere Organisationen eine verschwindende Rolle. In England dagegen bestehen neben der großen anglikanischen Staatskirche und der unbedeuteu- deren katholischen Kirche— in England leben etwa drei Mit- lionen Katholiken, die jedoch meist sehr eng mit ihrer Kirche ver- bjmdetr lind— eine II n z a h l v o n kleineren Kirchen, den Disjcnterkirchcn und Sekten, die alle sehr eitrig sind und heftig mit- ei! Kinder konkurrieren. In dem klassischen Lande des Liberalismus ist das freie Spiel der Kräfte heute vielleicht am reinsten noch im religiösen Leben zu finden. Der Konkurrenzkampf um die Seelen beschränkt sich nicht nur aus den. Raum in der Kirche selbst, sondern wird aus die Straße getragen. Häufig sieht man Straßen- rcdner religiöser Organisationen, nicht nur in kleinen Städten, son- dcrn mitten im Verkehr der Großstadt. An einer ge- schützten Stelle Ist eine primitive Rednerkanzel aufgebaut, bald sammeln sich Menschen an und es wird mit Ernst und Sachlichkeit über religiöse Fragen diskutiert, die bei uns im gleichen Falle dem Fluche der Lächerlichkeit verfallen würden. Im Leben der Massen und vor allem der Arbeiterschaft spielt die.Kirche heute nicht mehr die Rolle von ehedem. Doch sie versucht wieder Fühlung zu bekommen und verlorene Positionen zurückzuerobern. Sie treibt Opportunitätspolitit und macht weit- gehende Zugeständnisse an das veränderte moderne Leben. In erster Linie war es da der Sport, mit dem sich die Kirche auseinander- setzen mußte. In den letzten fünfzig Jahren ist der Sport in Eng- land demokratisiert worden und bietet den Massen Ersatz für ver- loren gegangene Werte. Der heilige englische Sonntag hat unter der Spielfreude des Volles schon gelitten, obwohl auch heute noch kein großes repräsentatives Sportfest am Sonntag stattfindet. In den Großstädten sind die Sportplätze auch an den Sonntagen bevölkert, aber in den kleinen Städten und aus dem Land« zählt das Spiel am Sonntag zu den verpönten Dingen. Sonst ist die Kirche dem Sport gegenüber in weiser Zurückhaltung tolerant, sie hat ihren Frieden mit ihm geschlossen und sogar ein neues Feld der Betätigung darin gefunden. Viele Geistliche sind aktiv im spart- lichen Leben tätig, oft geben sie die Organisotoren ab. Und die Vermietung von Spartplätzen auf Kirchengrundstücken ist ein nicht zu verachtendes Geschäft. Aber die Toleranz geht oft noch weiter. Wenn die Menschen nicht mehr allein durch die seel- sorgerische Tätigkeit an die Kirche gefesselt werden können, ist man weitherzig genug, chncn auch in den weltlichen Gelüsten entgegen- zukommen. Klubs sind der Kirch« angegliedert, in denen nicht nur Theater gespielt und Musik getrieben wird, sondern auch Gelegenheit zu einem unheiligcn Tänzchen geboten ist und von Zeit zu Zeit vergessen wird, daß W h i st eigentlich zu den teuf- tischen Kartenspielen gehört. Ja, auch in England muß sich die Kirche anstrengen, um ihre Schäflein unter ihrer Obhut.zu behalten. Sie tut es mit Geschick und zueniirdest mit dem Erfolg, daß man zwar einzelne absolute Atheisten und Kirchengegner findet, in der breiten Masse des Volkes zwar auf Gleichgültigkeit, doch selten, fast nie auf eine f e i n d- selige Haltung stößt. Auch innerhalb der organisierten Ar- besterschoft nur ganz selten. Denn in England hat man die moderne Arbeiterbewegung nicht von der Kanzel herunter bekämpft. So findet man auch als eine Selbswer- ständlichkeit in derselben Gcwerkschafts- oder Parteigruppe Mit- glicder, die evangelisch, katholisch oder religionslos sind. Di« Mit- gliedschaft wird von Religionsunterschieden nicht berührt, die ein- zelnen Mitglieder kümmern sich nicht um das Glaubensbekenntnis der anderen, da dieser Gesichtspunkt überhaupt keine Rolle spielt in der Organisation. Es war ein Einzelfall, daß einmal ein Labour- genösse, mit dem ich näher bekannt wurde, die Frag« noch meiner Konsession stellte. Cr stammte aus einer irischen Familie, und man erklärte mir später, wenn ich Katholik gewesen wäre, hätte er mich sicher, bevor wir zum Tanzklub gingen, in«ine katholische Kirche ge- führt: als ein eifriger Läbourfunktionär sei er ebenso eifrig in der Pflichterfüllung seiner Kirche gegenüber. Man betrachtet das als durchaus miteinander vereinbar. Viele Führer der L a b o u r Party haben als Straßcnredner für eine kirchliche Organisation ihre öftentliche Tätigkcft begonnen, Artur H e n d e r s o n, der jetzige Vorsitzende der Labour Party, ist aktiv in der Heilsarmee tätig gewesen. Plan kann da beinahe von einer gewissen Tradition sprechen. Heute jedoch ist der Entwicklungsgang über eine kirchliche Organisation für den jungen Führer nach- wuchs nicht mehr typisch. Früher bildeten die Dissenterkirchen und die Sekten, in denen meist Kleinbürgertum und Arbeiterschaft ver- treten sind— im Gegensatz zur Staatskircbe, die mehr in den aristokratisch-konservativcn Bolkstcilen ihren Stützpunkt hat—, vielfach die Ventile für das Tätigkeitsbedürfnis, den Aktionsboden und das Arbeitsfeld derer, die dann die ersten Führerschichten der Partei bildeten. Heute kommt der Nachwuchs vom Ruskin-College und wird auf den Sommerschulen der Gewerkschaften und der Partei ausgebildet. Die englische Arbeiterbewegung ist zum Unterschied von den kontinentalen Bruderorganisationen gänzlich u»orthodox von Beginn an, und seit chren Ansängen religiös beeinflußt gewesen. Die sozialistische Bewegung machte sich den, englischen Ar- beitcr in einer religiösen Terminologie, die feiner Begriffswcst cnt- gegenkam. verständlich. Die religiöse Färbung und Tonart ist auch haute noch zu beobachten: gerade der linke Flügel der Partei weift emen stark religiösen Einschlag auf. Man kann es durchaus als eine Kuriosität betrachten, wenn von einem sozialistischen Pamphlet berichtet wird, das sagt:„Christus ist der Feind des Sozialisirms". Typischer und selbstverständlicher ist der Ausspruch von C. G. Amnion:„Sozialismus ist der praktische Ausdruck der Lehre Christi." Die Verbindung von Christentum und Sozialismus ist lebendig in der englischen Arbeiterbewegung, und es wird von der Stellung der Kirche gegenüber der sich ständig vergrößernden und ihre Aktionsbasis auf immer weitere Gebiete ausbreitenden sozialistischen Bewegung abhängen, wie sich dieses Verhältnis in der Zukunft gestaltet. eBuch Zur Einführung in die Soziologie In der im Verlag Quelle u. Meyer erscheinenden Sammlung „Wissenschaft und Bildung" veröffentlicht der Leipziger Soziologe Hans Freyer eine„Einleitung in die Soziologie", die weitesten Kreisen nachdrücklich empfohlen werden kann. Die Soziologie ist eine Wissenschaft, die heute weit über die Fachkreise hinaus in ihrer Bedeutung anerkannt wird. Aber man kann keineswegs behaupten, daß sich mit der Anerkennung ein- ebenso klare und emdeutige Kenntnis!ihrcs Wesens, ihrer Probleme, ihrer wissenschaftlichen Ziele verbindet.. Freycr versteht es, die g e s ch i ch t l i ch e Eni- stehung der europäischen Soziologie und ihren systematischen Aufbau in anschaulicher, gedrängter, ober nicht zu schwieriger Sprache dar- zustellen. Die Soziologie als Wissenschaft der Gesellschaft ist von der geschichtlichen Entwicklung der europäischen Völker nicht loszureißen: die französische Soziologie ist in der großen Revolution von 1789 verwurzelt-, Turgot, St. Simon und Augufte Comic begründen die Soziologie als Gegenwartswissenschaft. Die deutsche Soziologie beginnt in Hegels Rechtsphilosophie: Lorenz von Stein und Karl Marx bilden die Hegelschen Ansätze selbständig weiter. Wenn Stein die dialektische Spannung von Proletariat und Bürgertum durch ein soziales Königtum für auflösbar hält, erkennt Marx, daß nur eins höhere Gesellschaftsordnung, der Sozialismus, die Freiheit und Gleichheit der Menschen herstellen kann. So begründet Marx die Soziologie als Kampfwissenschost, als Wissenschaft von den not- wendigen Entscheidungen in der industriellen Gesellschaft. Hier schließt Freyer einen Ueberblick über die gegenwärtigen Richtungen der europäischen Soziologie an, der in der Einsicht mündet, daß heute die Soziologie im Rückgang aus die großen klassischen sozio- logischen Systeme und namentlich im Rückgang auf die kritische Soziologie von Marx wiederum als Gegenwarts Wissenschaft gefaßt und ausgebaut werden muß. Im Schlußkapitel des Bänd- chens gibt Freyer dann nach einige Hinweise aus den systematischen Aufbau einer solchen, aus die Gegenwart zielenden Gesellschasts- Wissenschaft, die im Rahmen einer gedrängten Einleitung nur frag- menwrisch sein können. In der gleichen Sammlung erscheint das 31. bis 33. Tausend des bekannten„Abrisses der Sozialpolitik" von Ludwig H e y d e. der sich als zuverlässiger und sachlicher Führer durch die weiten Bezirke der Sozialpolitik, wie schon die Auflagehöhe zeigt, einen Platz im deutschen Schrifttum erobert hat. Die neue Auflage bc- rücksichtigt die bis 1931 eingetretenen sozialpolitischen Wandlungen. Heydes Buch wird durch das„Jahrbuch für Sozialpolitik 1931", das vom Staatssekretär des Reichsarbcitsministeriums, Dr. G e i b, herausgegeben ist, wirksam ergänzt. Das Jahrbuch gibt einen aus- gezeichneten Ueberblick über die' sozialpolitische Gesetzgebung und Rechtsprechung des Jahres 1939: unter den übrigen Beiträgen finden wir Arbeiten van Lcipart, Tarnow, E. Heimonn u. a., die olle zentrale Probleme der Sozialpolitik behandeln. dl. 'Dr. Eln-cnspoek: IKord und Tolfchlag "Mit dem Untertitel„Polizei greift ein" erscheint dieses Buch aus der Feder Dr. Elwenfpoeks im Verlage Dieck u. Co. Hervorragende Kriminalisten haben dem Autor bei seiner Arbeit zur Seite gestanden, ein Polizeipräsident schrieb das Vorwort. Dos Ganze soll uns mit der neuzeitlichen Arbeit der Kriminalpolizei ver- traut machen. Keinem Kriminalisten kann man es vorwerfen, wenn ihm dos Gefühl dafür verloren geht, daß Schilderungen wie die einer Leichen- Zerstückelung oder der„Wiederherstellung" einer vier Wachen alten Wasserleiche widerlich sind Vorwerfen kann man das nur dem Autor, der nicht Kriminalist, sondern Schriftsteller ist. Dieser Schriftsteller gibt uns einen Ueberblick über die Blut- taten der letzten Jahrzehnte und ihre Aufklärung. Das könnte ver- dienstvoll sein— trotz der Uncrfreulichkeit des Themas—, wenn man die Angelegenheit mit der scharfen Sachlichkeit des Wissen- fchaftlers behandelt. Elwenspock aber will ein„spannendes Buch" schreiben und das geschieht etwa so: Nachdem uns mitgeteilt worden ist, wie, wo und in welchem Verwesungsstadium die einzelnen Leichenteile der Opfer des Massenmörders Eroßmann aufgefunden wurden, folgt der Zusatz:„Die Wurstfabrikantcn zahlten gute Preise für„Schwarzgeschlachtetes" m jener Zeit. Man ißt, was man kriegt!—„Die Braut auf der Stulle."— So geht das Seite für Seite. Um aber das Arbeiten der Kriminalpolizei zu zeigen— und diese Aufgabe hatte sich der Autor gestellt— ist an keiner Stell« eine derartig ins einzelne gehende Schilderung notwendig, das meiste hätte ganz wegbleiben können. Uotar Omaan. Allerlei Sport Ein Abendschwimmfcst bei FSGS.-Mittc Die Gruppe Mille der Freien Schwimmer Groß- Berlin führte gestern abend ein W e r b e s ch w i m m f e st im Stadtbad Mitte durch, das bei gutem Besuch schönen Sport brachte. Die Frauen zeigten einen Reigen, der viel Beifall fand. Im Springen zeigten die Brüder Greusing und Äöhn als Gäste ihre Äunft Das Wasserballspiel Oberspree— Mitte zeigte bis Halbzeit gleiches Können, in der zweiten Hälfte wurde Mitte besser, jedoch halle Oberspree viel Schußpech und der Torwächter von Mitte seinen guten Tag. Ein eifriges und schönes Spiel, das Mitte mit 2:0 gewann. In den Stafetten wurde heiß gekämpft und viele Resultate kamen anders als erwartet. Eriifsnungsstasctte: l. 4. Mannschaft 3:02; 2. 3. Mannschaft 3:07.— Er. gem. Bruststasette: 1. 3. Mannschaft 3:27,5; 2. 1. u. 2. Mannschaft 3:32.— 50 Meter Männer. Kraulen: 1. Hänschcl 0:81,1; 2. Schectct 0:34,2.— 50 Meter Alt« Herren: I. Pcpinsli(Mitte) 0:58,5; 2. Klein(Oberspree) 0:58,0.— 50 Meter Frauen, Brust: 1. Vaumann 0:55,1.— 50 Meter Jugend, weiblich: 1. Heim 0:54,8.— 50 Meter Jugend, männlich; 1. Ercustna 0:44,3; 2. Lenz 0:44,3.— Frauen.Pushball: 4:0 Punkte für 1. Damen. Wasserball: Mitte— Oberspree 2:0(0:0). biiederls�e der KPD.«Sportler Wieder ein wichtiger Prozetj verloren Der dem kommunistischen Sportverband angehörende und vom Arbeiter-Turn- und Sportbund e. V. ausge- schlossene Teil des Dresdner Sportvereins 1910 darf, laut Urteil des Oberlandesgerichts Dresden vom 19. November 1931, diesen Namen nicht mehr führen. Um die Niederlage der Kommunistensporller in ihrer ganzen Größe zu verstehen, muß man wissen, daß sie selbst zum Gericht liefen und den Prozeß gegen den bundestreuen TeU des Vereins führtenl Die Kommunisten klagten vor dem Amtsgericht Dresden gegen den bundestreuen Teil, daß er nicht das Recht habe, sich Dresdner Sportverein 1910 zu nennen. Das Amtsgericht entschied das Gegentell. Die Kommunisten legten dagegen beim Oberlandes- gericht Berufung ein. Nach einjähriger Prozeßführung vor dem höchsten sächsischen Gericht ist die Berufung abgelehnt worden. Die umfangreichen Kosten für beide Prozeß- sührungen muh nach dem Urteil des Landgerichts die O p p o- f i t i o n bezahlen. Wir können verstehen, daß der kommunistische Sportverband von seinen Mitgliedern Sonderbeiträge zur Sanierung seiner Rechtsberatungsstelle oerlangt. Die Spaltung der Vereine des Ar- beiter-Turn- und Sportbundes kommt ihm teuer zu stehen. Daß seine Beauftragten selbst zum Kadi laufen und sich dort zweifach bescheinigen lassen, Unrechtmäßigkeiten gegenüber den bundestreucn Mitgliedern begangen zu haben, das ist Ironie des Schicksals und verdient in der Spaltergeschichte des KPD.-Sportoerbandcs fest- gehalten zu werden. Erst das Geschäft... Oie Radweilmeisterschaft kommt nicht zur Ruhe! Kaum schien es, als könne das Thema„Schiebungen bei der Radweltmeisterschaft" verlassen werden, da kommt eine neue Nachricht, die wiederum viel Staub auswirbeln wird. Bei der Austragung der diesjährigen Radweltmeisterschaft der Flieger in Kopenhagen wurde, wie wir damals berichteten, der Däne Willq Falck-Hansen als Sieger erklärt. Und das, obwohl der bisherige Titelinhaber Lucien Michard, wie Augenzeugen be- richteten, mit mindestens doppelter Handbreite als Erster über das Zielband ging. Alles Protestieren half nichts, der belgische Ziel- richter C o l l i g n o n hielt sein Urteil ausrecht und Willy Falck- Hansen blieb Wellmeister. Wer sich nun mit dieser eigenartigen Urtellsföllung nicht einverstanden erklären will, ist die f r a n z ö- fische Z u b e h ö r f i r m a, für die Michard fährt. Diese Firma hat, wie jetzt bekannt wird, den Radsport-Weltoerband, die Union Eycliste Internationale(UCJ.) auf Schadenersatz verklagt, indem sie die UCJ. für den Irrtum ihres Funktionärs Collignon verantwortlich macht. Die UCJ. hat ihre Leute nach Paris zu einer Sitzung zusammengetrommelt und beschlossen, die Klage durchzu- fechten. Im übrigen wies Collignon die nach der Austragung der Weltmeisterschaften aufgetauchten Behauptungen, er habe nachträg- lich die Möglichkeit eines Irrtums zugegeben, zurück. Was nicht anders zu erwarten war. Daß die UCI.-Dersammlung Collignon nach seinen Ausführungen das Vertrauen aussprach, sei nebenbei erwähnt. Michard will Frieden schließen. Nachdem die Union Cycliste Internationale auf ihrer kürzlich in Paris abgehaltenen Sitzung die Richtigkell des von dem belgischen Zielrichter Collignon bei' der Fliegerweltmeisterschaft in Kopenhagen zugunsten von Falck Hansen gefällten Urteils bestätigt hat, sind letzt Schritte eingeleitet worden, um die sranzösische Fahrradfabrik zur Zurückziehung ihrer Schaden- ersatzklage gegen die UCJ. zu veranlassen. Exweltmeister Michard, dessen vom italienischen Verband angeregte Suspendierung wegen beleidigender Aeußerungen gegenüber Funktionären von der UCJ. abgelehnt wurde, wird sich selbst bei seiner Firma in diesem Sinne einsetzen. Sing-Sing spielt gegen Polizei Sportnachrichten aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika sind im allgemeinen„Sensationen". Nun kommt aus USA. eine Meldung, die kennzeichnend für die fenjätionshungrigen Amerikaner ist. Die Meldung besagt:„In einem Trainings-Fußballspiel standen sich die Zuchthäusler aus Sing-S'ng und die Ossi- ning- Miliz gegenüber: den Sing-Sing-Leuten gelang es, das Spiel mit 2:0 Toren zu gewinnen. Das Trainingsspiel war eine Vorprobe zu dem nächstens stallfindenden Wohltätigkeitsmatsch zwischen der New-Porker Polizei und dem Zuchthaus Sing-Sing." Diese gewiß auch in Amerika nicht ganz gewöhnliche Spiel» Paarung ist von dem New-Porker Oberbürgermeister Jimmy Walker gewünscht worden. Bekanntlich hat auch Amerika unter der Weltwirtschaftskrise zu leiden: auch in Amerika gibt es Millionen Arbeitslose und in New Port gibt es eine Winterhilfe, deren Bor- sitzender„Jimmy" ist. Aus einem Bankett der amerikanischen Sportfllhrer wurden Jimmy Walker Vorschläge unterbreitet, wie die Sportverbände in den Dienst der Wimerhilfe gestellt werden könnten, aber keiner der vielen Vorschläge erhiell Jimmys Zustim- mung. Nun erhofft der Oberbürgermeister, der doch seine New- Uorker kennt, von einem Spiel zwischen den Zuchthäuslern von Sing-Sing und ihren Freunden von der New- Porker Polizei Rekordeinnahmen. Der Anreiz soll noch dadurch gesteigert werden, daß man die Sing-Sing-Leute in ihrem schwarz-weiß gestreiften Zuchthaus-Dreß spielen läßt. Dem New-Borker Bürger soll etwas Sensationelles geboten werden, damll er seinen Geldbeutel für die Arbellslosen öffnet: es mag für chn ein angenehmer Nervenkitzel sein, wenn er die„Feinde der Gesellschaft" von zahlreichen „Linienwächtern" bewacht im friedlichen Fußballspiel sieht. Von» Berufsboxsport Die nächsten Boxtermine Für den Hqupttampf seiner nächsten Veranstallung am Freitag, 27. November, hat der Ständige Boxring in den Berliner Spichernsälen wieder einen Italiener oerpflichtet. Diesmal wird man den guten italienischen Bantamgewichtler Achille N e g r i kennenlernen, sein Gegner ist Exmeister Harry Stein. Im Halbschwergewichtskampf treffen Paul Vogel- Berlin und H ü l s e b u s- Bremen zusammen, Rudolf B o g u h n- Berlin geht mit seinem Landsmann Willi Bolz in den Ring und den Ein- leitungskampf besorgen die Berliner Mittelgewichtler Willi N i t s ch k e und G. Bäsch.— Ermutigt durch die Erfolge seines Kleinringes in den Spichernsälen, will der Berliner Boxkampf- Veranstalter E. Zirzow demnächst auch einmal mit einer Groß- Veranstaltung vor die Oessentlichkeit treten, für die die Kampfställe am Nürnberger Platz nicht ausreicht. Er hat sich zu diesem Zweck die Berliner T e n n i s h a l l e in der Brandenburgischen Straße in Wilmersdorf gesichert, wo am 11. Dezember ein inter- nallonaler Kampsabend in Szene gehen soll. Der Kleinring in den Spichernsälen bleibt weller bestehen. * Zur Vorbereitung auf seinen für Ende Februar in Miami ge- planten Kampf mll Mickeq Walker absolviert Weltmeister Max S ch m e l i n g eine fünfwöchige Schaukampftournee durch die Vereinigten Staaten. Auf dieser Rundreise, die am 14. Dezember in Boston beginnt und am 16. Januar in Ookland endigt, werden nicht weniger als 23 verschiedene Städte besucht. Die Ausreise Schmelings nach Amerika dürfte demnach in den allernächsten Tagen erfolgen. Hein Domgärgen ohne Titel. Gemäß den bestehenden Bestimmungen hat die Internationale Box-Union dem Kölner Hein Domgör gen den Titel eines Mlltelgewichtseuropa- meisters aberkennen müssen, da er ihn nicht innerhalb der festgesetzten Frist gegen den anerkannten Herausforderer Marcel T h i l verteidigt hat. Nach vielen oergeblichen Versuchen im Lauf« der letzten Jahre konnte Hein Domgörgen endlich im August durch einen Punktsieg über den Wiener Steinbach die Europameisterschaft gewinnen, die ihm jetzt, nur um dem Buch- staben Genüge zu tun, wieder genommen wurde, ohne daß der Kölner Gelegenheit hatte, den Titel zu verteidigen. Es ist höchste Zeit, daß dieser Paragraph in den JBst.-Bestimmunqen geändert wird. In den meisten Fällen ist der Meister am Verlust des Tllels schuldlos, fei es, daß sich kein Veranftaller sür den Titelkampf findet, sei es, daß der anerkannt« Herausforderer den M<>isterschaftstampf durch zu hohe Forderungen oder Auslandsreisen unmöglich macht. Aehnlich wie Domgörgen, den Marcel Thll durch zu hohe Börsen- forderungen um den Titel brachte, dürfte es auch dem Schwer- gewichtseuropameister Hein Müller gehen, da sein Heraus- sorderer Ollo Porat ein« Amerikareise dem Titelkampf mit dem Kölner vorzieht. Kranlee Berufssportler Das Befinden des in Berlin und in Stuttgart schwer gestürzten Sechstagefahrers Maczynfki hat sich erfreulicherweise sowell gebessert, daß man in den nächsten Tagen den Berliner von Stuttgart nach seiner Heimatstadt transportieren kann. An einen Start Maczynskis noch in dieser Winterradrennsaison ist allerdings nicht zu denken, da sich eine Gehirnblutung«ingestellt hat. die aller- größte Schoming erfordert.— Vom Krankenlager des Europa- meisters im Halbschwergewichtsboxen, Ernst P i st u l l a, der mll einer schweren Nervenerkrankung in der Berliner CHarlle liegt. hört man, daß sich sein Zustand in der letzten Zeit nur sehr wenig gebessert hat. Es ist eine sehr sorgfällige und langwierige Be- Handlung notwendig, so daß Pistulla mindestens noch zwei Monate ans Bett gefessell sein dürste. Jugenälicbe als Lohndrücker Di« Ortsgruppe Magdeburg des bürgerlichen Rsichsa.is- fchusses für Leibesübungen hiell kürzlich einen Werbetag ab. Im Rohmen dieser Veranstallung hielt Regierungsrat P a u t s ch- Magdeburg einen Vortrag über„Erwerbslosigkeit und Jugend". Bürgerlich« Sportzeitungen berichten darüber:„Des Redners Wunsch war es, daß es gerade die Leibesübungen treibenden Ver- eine sich zur Aufgabe machen müßten, die Jugend fern pon den Lockungen aller politischen Parteien zu hallen und wünschte sich als zur Zeit wirkungsvollstes Mittel neben dem freiwilligen Arbeitsdienst den Erlaß eines Gesetzes oder einer Notoerordnung, wonach jeder Arbeitgeber noch dem Verhältnis seiner Arbeitskräfte eine entsprechende Anzahl von jugendlichen als Dehrarbeitsträste einzustellen hätte." Mit diesem Vorschlag will also Herr Pautsch die Arbeitslosigkeit der Jugend beseitigen: wir können uns vorstellen, daß die Arbeit- geber diesem Vorschlage zustimmen: bekommen sie doch dadurch billige Arbeitskräfte, und dann können sie die„teuren" erwachsenen Arbeiter auf die Straße setzen Pankows Wcrbcvcranstaltung Di« Frei« Sportvereinigung Pankow wird am morgigen Frei- tag mit ihrer Männer- und Frauen-Abteilung ein Werbeturuen veranstalten. Allen Freunden des Arbellerfports ist damll Gelegen- hell geboten, die Vietseitigteit der Körperpflege und Körperschulung bei den Arbellersportlern kennenzulernen. Als besondere Note werden die Frauen mit der Vorführung„Anno und heute" hervor- treten. Ein Kopfballspiel der Fußballer wird das Interessanteste sein: die Veranstaltung findet in der Mittelschule, Eingang Neue Schönholzer Straße, um 20 Uhr, statt. Eintritt frei. Fahrgcld. Rückzahlung. Die Genossen Rnimond Dort, Gerson Melbcrt und die Eenosssn Ehstcr Eabriel werden gebeten, sofort das ihnen zustehende, zuviel gezahlte Fahrgeld nach Wien von Robert Oehlfchlägcr abzuholen. Wenn bis 1. Januar 1932 nicht abgeholt, wird es für die Arbeitslosen des Vereins ver. wendet. BEB. Schöaeberg.Friedeaan 07, Schwimmabteilnng. Die Echwimmcriugend hat heute, Donnerstag, 20 Uhr, im Zugendheim Hauvtftr. 15, einen Vortrag mit Schallvlatten und Büchern.— Freitag spielt im Stadtbad 1. Männer gegen 2. Männer und 1. Jugend tomb. um 20*; Uhr.— Am Sonntag trifft sich die Säiwimmcrjugend um 10 Uhr am K.-98.»Platz zum Besuch des Pcrgamon» müseums. Die Schwimmerhandballer spielen gegen Berlin XU auf dem ASV» Platz.— Dienstag, 1. Dezember, nach dem Baden bei Raguse Monatsver- fammlung. Arbeitcr-Spartkartell Wilmersdorf. Freitag, 27. November, 20 Uhr, Besicht!. gung der Tennishalle Brandenburgische Str. 53. Die zum i>. Dezember gemcldc- ten Heiser müssen erscheinen. Nachdem bei Kroitz Kartcllsitzung. Freie Ruderer-Vereiaianng 1013. Sitzung Freitag, 27. November, 20 Uhr, „Torkrug-, Hochbahnhos«chlcsisches Tor. Dienstags 20 Uhr Ruderabend im Rcalgpmnasium Treptow, Neue Krugallee 14—10. Mitglieder werden auf- genommen. Radfahrer„Solidarität". Touren Sonntag, 29. November. 1. Abt.: Botani. scher Karten. Start 13 Uhr Kroll, Bülowstr. 55.— 2. Abt.: Saatwinkel. Be. sichtigung der Rettungsstation des ASB. Start 10 Uhr Rhode, Dieffenbach. strotze 3?.— 3. Abt.: Plaza. Start 13>4 Uhr dortfelbst.— 6. Abt.: Ziel am Start 12).'. Uhr Seit, Kopenhagener Str. 17.— Abt. Wedding: Spandauer Forst. Start 8 Uhr Schreiber, Triftstr. 03.— Friedrichshain(gemischte): Für alle Botanischer Garten Start 11 Uhr Petersburger Platz.— Weitzcnsee: Ziel am Woche vom 30. November bis 5. Dezember. Eitzungen�beg�nnen um Ä Uhr. 1. Abt.: 4. Dezember, Rickert, Sternmetzstr. 30a. 2. Abt.: 2. Dezeinb �........-| aju|—'" Etratze 9.— 0. Abt. Dezember, Forster Wedding: Dezember, 171,172. 2. Abt.: 2. Dezember, Lock, Schänleinstr. 0.— 3. Abt.: Strotze.9.— 0. AM.: 3.—'-------------- f 2. Dezember, Schreiber. Horn, Zorndorfer Str. t._______________________.„., — Moabit: 2. Dezember, Schmidt, Wiclefstr. 17.— Wilmersdorf: 2. Dezember, Strotz, Detmolder Str. 52.— Gharlottenburg: 4. Dezember, Reimer, Wilmers- dorfer Str. 21.— Schoneberg: 2. Dezember, Ebert. Ebersftr. 18.— Steglitz- Lichterseide: 2. Dezember, Schulz, Birrbuschstr. 90.— Weitzensee: 4. Dezember, Nagel, Pistoriusstr. 27.— Rcrnickcndorf: 2. Dezember. Ncumann. Provinz- ....________________________________ De, er rich, Alt-Kaulsdorf, Eck« Dorfstratze.— TempeKof-Mariendorf: 4. Dezember, Lindisch, Königstr. 44.— Rennfahrer Berlin-Mitte: 4. Dezember, Ianetzke, Seidelstr. 21.— Wannsee: 5. Dezember, Reichsadler, Königstr. 27.— Achtung, Sugendgenossenl Am 7. Dezember, 20 Uhr, findet im Gewerkschaftshaus eine Jugendversammlung statt. Att-Ivedding II unterliegt in Luckenwalde. Der ehemalige Kreismeister im Ringen der Arbeiter-Eportoereine„Lucken- walde" konnte seinen zwellen Start in der diesjcchrigen Meister- schaftsrunde mit einem Sieg abschließen Die zweite Kampsstassel des Sportklubs„Alt-Wedding 83" unterlag im Gesamtklassement mit 13: IS Punkten.— Der Boxkampf zwischen Schröter-Tegel und dem Kreismeister Kloß-Luckenwaid« endete unentsckieden.— Arne- lung-Berlin verlor in Hannover seinen Kampf gegen Schröter nach Punkten.— Der Hannoveraner David erkämpfte gegen den Weltmeister Loigt-Fürch ein Unentschieden. Donnerstag, 26. Noyember. Berlin. 16.05 Karl Weiß: Soll man noch Feste veranstalten? 16.30 1. Bach: Sonate Nr. 4, C-Moll(J. Gumbert, Voilinc, und W. Kacmpfer, Klavier). 2. Beethoven: Lieder(Maria von Basilides, Alt. Flügel: W. Kaempfer). 3. Brabms: Sonate D-MoII, op. 108(J. Gumbert und W. Kaempfer). 17.30 Herbert Ihcrlns::..Für die Kunst!" 17.55 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.00 Fanny C. Hensel geb. Meudelssohn-Bartholdy(1805 bis 1847): Liener.. (Leni Ginsberg, Sopran; Karl Rockstroh, Flügel; Berliner Funk-Chor.) 18.25„Studenten diskutieren":„Brauchen wir eine evangelische Parte!?" (Ltg.: Prof. Dr. Otto Hoetzsch.) 19.00„Stimme zum Tag." 19.10 Ossip Kalenter liest eigene Geschichten. 19.35 Orchesterkonzert. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Budapester Stretchquartett. 1. Beethoven: Quartett G-Dur. op. 18, Nr. 2. 2. Bartök: Quartett, op. 7. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswustofhausen. 16.00 Schuirat A. Senner; Das Experiment in der ländlichen Fortblldungs-. schule. 17.30 Dr. Kurt Arara: Das Irrationale im modernen Weltbild. 18.00 Prof Dr. C. M. Kaufmann: Die Wunder Aegyptens. 18.30 Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Landw.-Rat Dr. Feuersänger: Viehpflege bei Winterstallhaltung. 19.25 Dr Leo Schwerins: Bethmann-Hollweg zum 75. Geburtstag. 19.45 Ob.-Ing. Nairz: Viertelstunde Funktechnik. 20.05 M. Müller-Jabusch: Weltpolitische Stunde. 20.30 Prag: Europäisches Konzert. Ltg.: Vaclav Talich. 1. Dvorak: Sinfonie D-Moll, op. 70. 2. Noväk: Sinfonische Dichtung, op. 33. 3. Maj-tinu: Quartett für Streichinstrumente mit Orchesterbegleitung(Erstaufführung). 4. Sük;„Praga", sinfonische Dichtung, op. 26(Orchester der Tschechischen Philharmonie, verstärkt durch Mitglieder des Orchesters von R.-J. Prag). 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tantmusik. Thealec LidtlspteU usw Staats Theater Donnerstag, den 20. November W'nt«är • Garten■ staatsoner Unter d. Linden 20 Uhi Staatsoper U» Platt dir Kipoblik 20 Uhr StaatLSdiausplelhius uadarmanmarkl. 20 Uhr Peer Cynt Schiller-Theater Uiirtoitnbiri. 20 Uhr Doktor Klaus internationales Theater Kleine» Theater/ Unter den Uaden 44. Täglich 8 Uhr Hedwig Wangei, H. Ad. 5ci»Iettow, Edith Edwards in AHefHanz von Vera Bern. Repie: Philip Mannin g. BETRIEB KEMPIHSKIlJ 8.15 Ubr Flora 3434 Rauchen erlaubt! 4 Queens. Gaston Paliner 2 Olveras 2 Hockneys _ Raadieo irlntl!■ iPalmer I ockneys I siam. oper Charlotlenburg SismarckstraBe 34 Oonnerst, 26 Nov. Turnus II Anfane 20 Uhr Soldaten Ende 22J0 Uhr Voiusoiiltne Tliutir an Bölowplali 8 Uhr Der ürtlne Kakadu Der Kammersänger Slaatl, Sdnllir-Thsatai s Uhr Doktor Klaus Theater am Nollendorfplatz Täglich«>:. L hr Gasparone Pfahl, Bohnen, Slerak, Sturm. Winkelstern. Steitner. Sonnabend, 4 Uhr KneditRnppreitits Fahrt Ins UBrm nland Rose- Theater Qtdle Fnntlartir Slnle 132 Iii. Wcidnel E 1 3(22 4.30 Uhr und Moritz u. der Weihnachtsmann 8.15 Uhr Die Keusche Susanne Reichshallen-Theater Mlilll 8 Uhr. Sonntag nadraiittai VI, Uhr Stettiner Sänger vi- neu. Burletke >„Oer arme Kasemlr' hadiniittaas halbe Prot», votin pnMnMl