Morgenausgabe Nr. 555 A 229 4S.Iahrgang Wöchemlich SS Pf, monatlich Z.so M. < davon SS Pf. monatlich für Zufiel- lung ins Haus> im voraus zahlbar Postbezug 4.32 M. einschließlich eo Pf. Poozeitungs- und 72 Pf. Postbestellae- bühren. Auslandsabonnement s.— M. pro Monat: fiir Länder mit ermäßig- tem Druckfachenporto S.— M. Der„Vorwärts" erscheint Wochentag- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlui und im Sandel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Sonntagsbeilage .Boll und Zeit" Berliner Solksvlatt Kreiiag 27. November 1931 Groß-Berlin 10 Pf- Auswärts 15 Pf. Die eiufpult. Nolipare.lle?ei!e 60 Pf. Reklamezeile d.— RM.„kleine An- zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. (zulässig zwei fettgedruckte Worte), icdcs weitere Wort 12 Pf. Rabatt it. Tonj. Stellengesuche das erste Wvn lö Pf, jedes weitere Wort lO Ps. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Ardeitsmarkt Zeile 60 Ps Familien« anzeigen Zeile 40 Pf Anzeigenannahm» im Hauptgeschäft Lindenstraße 3. wachen« täglich von S�/a bis 17 Uhr. Der Derlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor i Jetttvawvsan der GozialdemoSratiMen Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Ltndenstr. 3 kzernfpr.. Dönhoff(h T) 292— 29T Telegramm-Adr.: Sozialdemokra« Berlin Vorwär Damit ist zunächst das Geheut der faschistischen Meute über Fälschung und Spißelarbeft entlarvt. Zwestens zeigt es sich, daß der Verfasser des Blutdoku- fnents auf dje Brücke tritt, die der Oberreichsanwalt ihm und seinesgleichen mit seiner Erklärung gebaut hat. Zum dritten ist die innere Verlogenheit dieser Bestschen Erklärung deutlich erkennbar. Denn niemand in Deutschland glaubt bei der politischen Kräfteverteilung an einen kommu- nistischen Aufstand, und wenn dieser Best ihn am 1. A u g u st fürchtete, warum hat er dann Mitte September seinen Entwurf durchberaten lassen? Diese Erklärung ist die faule Ausrede eines S ch u l d i g e n. der zunächst geflüchtet ist und sich nun wieder hervorwagt, da er das Stichwort zu seiner Ausrede er- halten hat. Schließlich verlangt er für den Wahnwitz und die Bestiali- tat seiner Pläne noch den Dank der?iation! Er hat dem Le- griff„N a t i o n a l i st" seinen Sinn gegeben. Hunger und Erschießen— das ist seine Quintessenz! gemacht werden, zumal der Oberrcichsonuxilt noch weiteres AI a t c r i a l erwartet. Bei seiner Vernehmung erklärte Dr. Schäfer u. o.. daß sein Er- scheinen beim Polizeipräsidenten in Frankfurt und auch beim preußischen Innenminister nicht cliva den Zweck gehabt habe, ein Verfahren wegen eines hochverräterischen Unternehmens in Gang zu bringen. Daran habe er niemals gedacht, vielmehr habe er nur darauf hin- weifen wollen, daß in nationalsozialistischen Kreisen nach seiner Auf- sassung ganz unsinnige wirtschaftliche Ansiäzten und Anschauungen über die Maßnahmen wirken, die sür den Fall, daß die Nationalsozialisten an die Macht kommen, z u r Durchführung kommen sollten.?lus diese unsinnigen Anschauungen habe er die maßgebenden Kreise aufmerksam machen wollen. Der Anwalt des Reiches. Justiz mit und ohne Binde. l Ist's nicht so, Werner? Sag es, wenn ich lüge! Schilfers Teil, I., 2. prokfl gegen den Oberreichsanwali. Der hessische Innenminister stelli seine Erklärungen richtig. Darmstadt, 26. November.(Eigenbericht.) Der hessische Innenminister ho« zu den in der presse durch die Tclegraphen-llnion verbreiteten Darlegungen des Oberreichsanwalts salgeude Erklärung in die presse gegeben: „Ich habe die Erklärung des Oberrelchsonwalts, die heule mittag durch die Telegraphen-Union verbreitet wurde, zunächst für eine Mystifikation gehalten, da sie in wichtigen Teilen mit den geführten Besprechungen nicht zu vereinbaren ist. Nachdem mir aber bestätigt wurde, daß lalsSchlich diese Erklärung vom Oberreichsanwali stammt, sehe ich mich gc- zwungen, dazu folgendes sestzuslellen: I. Der Oberreichsauwall behauplet, Schäfer sei„aus noch nicht geklärte weise von Darmstadt nach Frankfurt gebracht und dem dortigen Polizeipräsidenten übergeben worden, der sür vorsälle in Darmstadt keineswegs zuständig ist". Dazu bemerke ich: Dr. Schäfer hat sich unmittelbar an den Frankfurter Polizeipräsidenten gewandt, der dann diese ihm amtlich zur Kenntnis gekommenen Vorfälle pflichtgemäß dem preußischen Innonminislerlum berichtet hat. Das hessische Innenministerium hat erst indirekt und zu einem späteren Zeitpunkt von den Vlit- teilungen des Dr. Schäfer Kenntnis bekommen. 2. Der Obcreichsanwalt belmuplct, dos vorgehen der Darm- städter Polizei sei nicht aus seine„Veranlassung" hin geschehen. führt aber dann selbst au», daß er bei der Unterredung im preußischen Innenministerium den„R a t" gegeben habe, als Beweismittel„wenigstens(!) die Schreibmaschine des Best zu beschlagnahmen". Lediglich dieser„Bat" des Oberreichs- anwalls ist von der VoHiki durchgeführt worden. Die bei den führenden Persönlichkeiten der Nationalsozialistischen Partei des Gaues Hessen durchgeführten Haussuchungen gellen lediglich dem Zweck der Sicherstellung solcher Beweismittel. 3. Der Zeilpunkt für eine rechtliche Würdigung des Falles durch die Behörden in der Ocssentlichkeit scheint mir im Gegensatz zu dem Herrn Oberreichsanwalt jetzt noch nicht gekommen zu sein, llaabhängig von der strafrechtlichen Würdigung der Angelegenheit ist festzustellen: An der Echtheit der Be- lastungrdokumente ist nach den bisherigen Feststellungen nicht zu Zweifel n." Die Vernehmung Schäfers. Seine Aussagen vor der Reichsanwaltschast. Leipzig, 26. November. Die Vernehmung Dr. Schäfers vor der Relchsanwaltschast dauert den ganzen Tag über an und wurde in den späten Abendstunden abgeschlossen. lieber etwaige Alaßnahmen. die sich au» der Vernehmung ergeben, können Alitleilungen zur Zeil nicht Es ist nichts Neues, daß die Republik dort, wo sie sich auf ihre Organe verlassen müßte, von ihnen verlassen wird. Die Erklärung des O b e r r e i ch s a n w a l t s in der Sache der hessischen Hochverräter ist nur wieder ein Beweisstück für diese Behauptung, die längst keines Beweises mehr bedarf. Daß die— bereits hitleroffiziöse—„DAZ." dick Erklärung des Obcrmchsanwalts unter der Ucberschrift veröffentlicht „Hitler und der Oberreichsanwalt gegen Severing", das müßte jeder dem Dienste der Republik ergebene Oberreichs- anmalt als Beleidigung empfinden. Aber wir wissen nicht, wie Herr Oberreichsanwalt W e r n e r es empfindet. In Leipzig, wo man mit Militär-Pnsmengläsern nach den Mikroben des Landesverrats ausspäht, übersteht man die Elefanten des Hochverrats. Zwar nicht immer und überall. Wir bescheinigen dem Reichsgericht, daß es auf k o m m u- n i st i s ch e n Hochverrat mit der Ueberempfindlichkeit einer überheizten Radioröhre reagiert, so daß die Schwingungen des gcsurtdcn Rechtsempfindens verzerrt und kreischend an unser Ohr gelangen. Das Reichsgericht ist so weit gegangen — es sei nur erinnert an die Urteile vom Februar 1927—, Buchdrucker, Schriftsetzer und Boten wegen Hoch- verrats zu verurteilen, weil sie bei der Herstellung und dem Versand von Schriften revolutionären Inhalts beteiligt waren. Das Reichsgericht hat allen Ernstes an Z e i t u n g s- jungen und Botenfrauen die Anforderung gestellt. den Inhalt der von ihnen ausgetragenen Schriften unter dem Gesichtspunkt der Strafbarkeit durchzustudieren. Es hat den Setzer zum Zensor über die Erzeugnisse des Schriftstellers ausrücken lassen. Ja. das Reichsgericht hat die phantastisch- vagen Deklamationen eines l y r f s«h e* Dichters für Hochverrat erklärt, es hcst sogar in Gedichten unseres Alt- meisters Goethe— würdigste Begehung des Goethe- Jahres!— Vorbereitung zum Hochverrat eiitdeckt, weil diese Gedichte in einer kommunistischen Anthologie abgedruckt waren! Aber nun wird bei einer Gruppe von Rechtsradikalen ein Dokument gefunden, das eine genau paragra- ph ie rte Anweisung für die Machtergreifung enthält mit Anordnung von Standgerichten, Konfiskationen, Erschießungen, von schwersten Eingriffen aller Zlrt in Leben und Wirtschaftsordnung,— und da verwandelt sich der Herr Oberreichsanwalt plötzlich in einen Pilatus:„Ich finde kein Fehl an ihm!" Er zweifelt, hier einen Fall von Hochverat vor sich zu haben. Konsequenz vermag man hier freilich nicht zu erblicken. Hat doch der Oberreichsanwalt zunächst das Dokument und die es umgebenden Umstände für so verdächtig angesehen, daß er sich zur Einleitung von Untersuchungen und Verfahren verpflichtet sah. Trotzdem gibt 24 Stunden später derselbe Obereichsanwalt eine Erklärung ab. die der Verteidiger der Angeklagten nicht besser und sicher nicht entfernt so wirk- fmn hätte abgeben können. Er stützt seine Zweifel am Hochverrat auf da«, ma* man sonst in der Sprache der Staats- anwälte als die„faulen Ausreden des ertappten Schuldigen" zu bezeichnen pflegt. In einem etwas dunklen Einlcitungssatz haben hie Verfasser de? Programmes bemerkt, daß dieses„nach Fortfall der Regierung und Niederwerfung der Kommune" in Kraft treten- solle. Daraus wird flugs geschlossen, daß dieses Pro- gramm erst noch Niederwerfung eines vorübergehend sieg- reichen Kommuntstenaufstandes geplant sei. Nun ist diese Auslegung schon an sich viel mehr als in jenem Sätzlein steht. Dann aber weiß jeder Kenner der Dinge, daß der„Kommunistenaufstand" von jeher der Vorwand der Rechtsputschisten war, auch wenn man nirgends etwas von ihm sah und hörte, siehe Kapp-Putsch! Die Voraussetzung ist außerdem vollkommen unsinnig, weil wie jedermann weiß, Reichswehr und Schutz- polizei vollkommen Herr der Lage find. Bei der Erlsdi» gung eines— in dieser Zeit höchst unwahrscheinlichen— Kommunistenputsches hat die SA. gar nichts zu suchen, und es gibt keinerlei Gelegenheit für sie, mit ihren blutrünstigen Pro- klamationen in die Oeffentltchkeit zu treten. Das deutsche Volk bedankt sich auch schönstens für„Retter", die an Blutver- gießen und wirtschaftlichem Wahnsinn noch jede Bolschewistenhcrrschaft übertrumpfen wollen! Das hieße vom Regen in die Traufe! Der Oberreichs anwalt sollte sich aber ganz be- sonders gegen den Standpunkt wenden, daß durch die Da- Zwischenschaltung eines„Hochoerrats der andern" der eigene Hochverrat des jeweiligen Angeklagten straffrei würde. Dann würde nämlich eine strafrechtliche Verfolgung des Hoch- vcrrats praktisch unmöglich! Zum mindesten, wenn dieser Standpunkt konsequent durchgeführt wird, was wir allerdings bezweifeln. Wir möchten einmal den Ober- reichsanwalt fragen: Wenn die Kommunisten jetzt aus seiner Erklärung die kluge Lehre ziehen, ihre hochverräterischen Pläne entsprechend zu„tarnen", daß diese nämlich erst nach dem vorübergehenden Sieg eines Hitler- P u t s ch e s in Kraft treten sollen— wird dann der Ober- reichsanwalt auch die Kommunisten ungeschoren lassen?! Wir sind wirklich auf eine Antwort sehr begierig. Der Oberreichsanwalt wird sich vielleicht hinter der oft gehörten Ausflucht verschanzen: den Kommunisten sei der Hochoerrat eben zuzutrauen, den Edelgestalten der Hitlerschen SA. dagegen nicht. Wir müssen daran erinnern, daß hier selbst das Reichsgericht anderer Auffassung ist. Erst ganz kürzlich hat der 4. Senat des Reichsgerichts die Be- schwcrde eines nationalsozialistischen Blattes in der bayeri- schön Pfalz wegen eines Verbots verworfen. Die Begrün- dung des Urteils sollte der Herr Oberreichsanwalt recht auf- merksam studieren, denn es heißt darin: Run ist es zwar richtig, daß der Führer der NSDAP., Adolf Hiller, in dem vom 23- September bis zum 4. Oktober 1930 vor dem Reichsgericht verhandelten Strafprozeh gegen drei Ulmer Reichswehr. osstzier« eidlich bekundet hat,«r verfolge fehl« Ziel« nur noch auf srreng legalem Wege. Wie indessen gerichtsbekannt ist. strebt die NSDAP, die Aenderung der Verfassung des Deutschen Reiche? ow. und es sind, wie dos aus zahlreichen Artikeln der nationalsozialistischen Presse gefolgert werden muß. zum mindesten Teile der RSDAP. der Aeberzeugung. daß die von der Partei angestrebte Aenderung der Verfassung nur durch einen Gewaltakt erfolgen könne, und daß deshalb dle breiten Massen Ideologisch aus einen iolchcq gewaltsamen Umsturz vorbereitet werden müssen. Wenn daher auch der Parteiführer 5)itler darauf halten mag, daß revo- lutionäre Bestrcbimgcn innerhalb der NSDAP, unterdrückt und mit Ausschluß, aus der Partei geahndet werden sollen, so schließt dy? doch nicht aus, daß solche revolutionäre vestrebungcn inner- halb der Partei auch ohne Zustimmung des Parteiführer, Hitler und falbst gegen seinen Willen stallsioden. Wir halten es für ausgeschlossen, daß diese Urteilsbegrün- dung des 4. Senats dem Oberreichsanwalt Werner unbekannt ist. Aber selbst wenn, so hätte er sich auch alles dieses selber sagen können. Doch es hat kaum Zweck, sich bei der Person des Ober- rcichsanwalts aufzuhalten. Seit Jahren stellen wir fest, daß die Reichsregierung eine Personalpolitik beim höchsten dout- säien Gericht treibt, die an S e l b st a u f g a b e grenzt. Der Justizminister Joel hat den Kurs des Staatssekretärs Joel nicht geändert. Beiläufig liest man dieser Tage, daß der Landgerichtsdirektor Erich Schulze vom Landgericht I Berlin als Hilfsarbeiter an das Reichsgericht berufen wird. Wer denkt sich etwas dabei? Wer kennt im Reichsjustiz- Ministerium die Urteile dieses Herrn, der in verdächtig enger Freundschaft mit bekannten Frondeuren gegen das preußische Jiistizwinisterium verbun- den ist? Man weiß im Reichsjustizmimsterium wohl nichts davon. Man wundert sich höchstens nachträglich über die Resultate solcher Personenauswohl. Oder vielleicht wundert man sich nicht einmal... Freilassung in Konstanz. Nie italienischen Antifaschisten aus der Hast entlassen.- Nie Fiiegeraffäre durch Strafbefchl erledigt. Konstanz, 26. November.(Eigeubcrichl.) heute abend wurden sämtliche in der Angelegenheit de, v e r- hinderten Propagandaflugs über Italien VerHaslete» — also dl« Italiener Lassanesi, Rosselli und T a r ch i a n i sowie der Deutsche haesner— auf freien Fuß gesetzt. Ein Hochverratsverfahren kam schon deshalb nicht in Frage, weil die italienische Regierimg einen solchen Antrag nicht gestellt hatte. Die Angelegenheit ist ohne Gerichtsverhandlung durch Strafbefehle erledigt worden und zwar in Höhe von 230 Mark gegen Bassanesi wegen Paßvergehen». 100 Mark gogen Rosselli wegen unerlaubten Waffenbesitzes, während Tarchiani straflos ausgeht. Als Aerteidiger fungierten die sozialdemokratischen Äonstanzer Reäitsonwnlte Dr. Wmncdey und Ednnrd. Front, unter- stützt von Rechtsomnolt Modigliani, der au» Poris herüberge- komme,, war. um sich seiner Landsleute anzunehmen. Die drei Italiener oerlassen am Freitag vormittag Konstanz. Das Geständnis. Erstens find es Fälschungen, zweitens können sie echt sein, drittens ist alles legal. Die Tatsachen, die die Nationalsozialistisch« Partei auf das schwerste belasten, können nicht mehr bestritten werden. Die Echtheit der Dokumente wagt keiner mehr zu be- zweifeln. Der Verfasser der Dokumente, der Landtagsabge- ordnete und Amtsanwall Dr. Best ist flüchtig geworden. Die Haussuchungen haben neues Beweis- material für die Echtheit der Dokumente und die Teil- nähme der führenden Leute der Gauleitung Hessen der NSDAP, erbracht. Je schärfer diese Tatsachen im Laufe des gestrigen Tages hervorgetreten sind, um so mehr hat sich der Charakter der Ableugnungs- und Abschwächungsversuche der Reichsleitung der Hitlcr-Partei und ihrer Freunde oer. ändert. Am Morgen schrien sie laut Fälschung. Voran die„Deutsche Allgemeine Z e i t u n g". die endgültig die Maske abgeworfen hat und sich offen als faschistisches Reptil zeigt. Am Mittag schrie der„Angriff":„Gemeine F ä l s ch e r d o k u m e n t e". Am Nachmittag kam eine Erklärung der Reichs- l e i t u n g der NSDAP., in der er heißt: „Die Parteileitung der NSDAP. Hat mit dem vom preußischen Innenministerium der Oeffentlichkett übergebenen Entwurf eines Schriftstückes, der angeblich von Parteimitgliedern des Gaues Hessen der Nationalsozialistischen Partei entworfen sein soll, nicht das gering st e zu tun und hat Kenntnis davon erst durch die Presse erhalten. Falls diese Niederschrift eines Entwurfes sich als echt erweisen sollte, was bisher noch nicht einwandfrei festgestellt werden tonnte, so kann es sich nur um eine Privatarbeit handeln, die allerdings schon in der kaum verstand» lichcn Sinnlosigkeit ihres Inhaltes den untrüglichen Stempel marxistischer Spitzelarbeit trägt. Die Partei- leitung, die ihren grundsätzlichen Standpunkt oft genug klar und eindeutig bekundet hat, kann unmöglich für dle privaten Stllübun- gen ihrer fast 600 000 Mitglieder verontworllich gemacht werden. Am Abend aber saßen die Herren schon nicht mehr auf hohem Pferde, sie hallen nur das Bestreben, die letzten Fetzen der Hitler-Legalität festzuhalten. Durch das Woljf-Büro wurde folgendes verbrellet: Reichstagsabgeordneter Göhring hat im Auftrag des Partei- führers Hitler im Zusammenhang mit den Vorgängen in Hessen dem Reichsinnenminister folgende Erklärung übermittelt: „Die Nachrichten über angebliche Hochoerratshandlungen der Partei in Hessen find der Parteileitung erst durch die Press« be- kanntgeworden. Die Reichsleitung sowie die maßgebenden Partesstellen haben damit nicht das geringste zu tun. Die Reich?- leitung steht nach wie vor auf ihrem oft genug zum Ausdruck ge- brachten und beschworenen Standpunkt streng st er Le- g a l i t S t. Sie wird die Vorgänge in Hessen untersuchen und gegen jeden, der nicht die Weisung der Legalität befolgt Hot, rücksichtslos vorgehen und ihn aus der Partei aus- schließen." Am Morgen Fälschergeschrei, am Abend Ankündigung, daß untersucht werden soll! Wir geben auf diese Legallläts- beteuerungen keinen Pfifferling. Sie sind ebensoviel wert wie die Methoden der Kommunisten, die rücksichtslos jeden ihrer Terroristen, der sich ertappen ließ, als Polizeispitzel bezeichnet haben. Der Wert dieser Erklärung liegt in etwas anderem: e r ist das Geständnis, daß die Dokumente echt find, und daß führende hessische National- sozialisten beteiligt sind! Es kommt aber noch besser! Der Hugenberger„L o k a l- Anzeiger" hat am Morgen von der Arbeit„politischer DUettanten" gesprochen. Am Abend hat er entdeckt, daß dies Dokument in vielen Punkten ein Abklatsch des hochoerräte- rischeil Dokuments aus dem Claß-Kreis von 1926 war, und nun findet er plötzlich, daß es g a n z l e g a l, und nicht nur vos, sondern auch zweckmäßig und vernünftig sei! Aus der„kaum verständlichen Sinnlosigkeit des Inhalts. die den untrüglichen Stempel marxistischer Spitzelarbeit trägt", ist plötzlich eine harmlose, legale und sinnvolle Sache geworden. Das ist das Gezappel der Füchse im Eisen! Eine Lüge schlägt die andere tot! Osa Berliner Reichsbanner beruft fOr lonntag, den 99. November 1981, vormittags 11 Uhr, In s 8 m 1 1 i< Ii e n Berliner Beilrken 11 Protestkundgebungen ein, In denen angesichts der Vorgänge In Hessen das Thema: .«imnmwiWliik behandelt wird, lokale und Redner werden noch bekanntgegeben. Die republikanische Bevölkerung wird aufgefordert, diesem Protest durch Massenbesuch Nachdruck?u verleihen. Die Schuld Hitlers. Es gilt, Farbe zu bekennen. Während der„L o k al- A n z e i g e r" sich bemüht, den Inhalt des Blutdokumentes zu decken, rückt die„Kreuz- Zeitung" weit von ihm ab. Sie schreibt: „?luf die offenbare Demuiziotion eines mjt seinen Parteigenossen In Differenzen geratenen Mitgliedes der NSDAP, ist die Polizei und weitcr die Ol-erreichsaikwaltschoft in Besitz von Schrifsstücken gelangt, die, ihre Echtheit vorausgesetzt, geeignet sind, die Partei, zum mindesten einen engeren kreis hessischer Parleisührer. schwer zu kompromittieren. Es steht zu erwarten, daß die offizielle Leitung der NSDAP, das vorgefundene„Material" zunächst als grobe Fälschung erklären und, falls der Nachweis der Echtheit doch erbrocht werden sollte, ge g e n die tatsächlich überführten Verfasser«inen deut- lichen Trennungsstrich ziehen wird. Und das wäre u. E, auch hochnotwsndig— immer den unanfechtbaren Nachweis der Echtheit vorausgesetzt. Denn die Gesichtspunkte, die in dem sogenannten„Entwurf" für die ersten Maßnahme» einer illegalen nationalsozialistischen Reglerungsgcivalt zutage treten, sind— selbst wenn sie als vorübergehende Nowiaßregeln gedacht sind—- von einem soradikalebolschewistischenEharakter, daß ihre Verwirklichung nicht mit den von uns vertretenen Begriffen ge- sellschasttichsr und mirtjchastlichcr Moral vereinbar sind. Eine Diktalur der SA. in derartiger Uebcrspil-ung müßte sich letzt«» Ende, in Terror nach dem Muster der Sowjet-Plulherr- schoft überschlagen. Und dann gäbe es statt der Ordnung das Chaos. Mir sind gewiß, daß die NSDAP, als solche und insbesondere ihr« Münchener Leitung allen derartigen Dingen, wie sie in dem„Ma- terial" zum Ausdruck gebracht werden, sernsteht. Wir könnten ihr jedoch— wieder die Echtheit der Schriftstücke und ihrer Urheberschaft vorausgesetzt— den Vorwurf nicht ersparen, daß sie es an der nötigen Sorgfaltpflicht hat fehlen lassen, wenn sie Männer, wie die Angeschuldigten, zu Führern in ihrer Bewegung gemacht hat. Wir sehen hier die Kehrseite der zahlemnäßig so bedeutenden Erfolge der nationalsozialistischen Bewegung. Daß man jedes einzelne Parteimitglied oder jeden bloßen Mitläufer nicht an der Leine halten kann, wissen wir. Und wir sind die letzten, die für jede Ausschreitung und jeden Verstoß gegen die oft genug profla- mierten Parteigebots die Parteileitung verantwortlich machen. Aber bei Führern, bei Vertretern der Partei im Parlament sollt« die vssziplin vvch avfrecht zu erhallen sein. Der übliche Ausschluß po?t festum lul da auch nicht mehr viel zur Ehrenrettung d«r Partei." Das ist eine schallende Ohrfeige für die nachträglichen LegalitäteschMÜrc, die Göhring im Namen Hitlers abge- geben hat.> Cs ist jedoch noch mehr: es zieht einen Trennungsstrich. Auf der einen Celle stehen die, die dm wahnwitzigen Inhalt dieser blutigen Diktaturpläne ablehnen, auf der an- deren Seite alle, die sich zur Bestialität dieses In- Halts bekennen. Hier hilft kein Drehen und Wenden, hier muß Farbe bekannt werden: für oder gegen den bcstia- lischen Wahnwitz dieser Zerstörungspläne! Echo aus Frankreich. Paris. 26. November.(Eigenbericht.) Der„Temps" schreibt zu der Enthüllung der nationalsozia- listijchen Hochoerratspläne:„Die Entwicklung dieser Dokumente erfolgt in einem opportunen Augenblick. Es ist mir allzu sicher, daß die Entwicklung der Hitler-Bewegunz in Deusschlond durch das Wohlwollen der Behörden und durch die Unterstützung begünstigt wird, die sie bei einflußreichen Elementen, besonders m Kressen der Schwerindustrie, nnfcet. Diese Element« sind zwar leineswegs für die absurden Pläne«imger gewerbsmäßiger Agitatoren, ober sie glauben, daß Hitler und seine Stoßtrupps mit den: gegenwärtigen Regime ein brutales Ende machen und so den Boden für eine Neuorganisation des Reiches vorbereiten können. Man erkennt, wohin ein derartiges Experiment führen kann, das tatsächlich ein Bürgerkriegsabenteuer wäre: denn man muß eine wahre Geistesverwirrung voraussetzen, um zu glauben, daß ein politischer Gewaltstreich nicht auf Widerstand stoßen und daß die nationalistischen Kampftruppen nicht mit den Organisationen der Sozioldemokrattc und den Kampfnerbänden der Kommunisten zusammengerate». Dia nationalistische Agitation hat in der ganzen Welt jedes Vertrauen z u dem Friedens- und Wiederaufrichtungswillen Deutschlands ge. tötet. Dieses Vertrauen und mit ihm der deutsche Kredit können nur wiederhergestellt werden, wenn die Hitler- Bewegung endgültig in Deutschland zerschmettert sein und man die Gewißheit hoben wird, daß das deutsche Volk sich endgültig von jedem Unternehmen dieser Art abwendet:" Gevering vor poisdams Republikanern Massenversammlung gegeu die Feinde der Republik. Potsdam, die unbefleckte Rauscher-Stadt, hatte heute seine Sen- sation. Di« Sozialdemokraten riefen zur össentlichen Versammlung mit dem Thema: Der Kampf um das System. Di« An- kündigung. daß der preußische Innemninister S e o e r i n g sprechen sollte, führte zur Uebersüllung des größten Saales in Potsdam, des Aonzerthauses. Ein« Paralleloersammlung war ebenfalls über- füllt. Genosse Scvering rechnete äußerst scharf mit den Gegnern der Republik und der Weimarer Beriassung ab. Sein Referat wurde durch stürmische Ovationen des öfteren unterbrochen. Besonderen Beifall fand er, als er sich gegen die Miesmacher wandt« und die Arbeiterschaft zur Aktivität aufforderte. Die Sovering-Beriomm- lung in Potsdam war der größte Erfolg der Potsdamer Sozial- demokraten seit langer Zeit. Befehlshaber vom Dritten Reich. Einer, der erschießen lassen darf...! Gätlingen, 26. November.(Eigenbericht) Das Göttiilgcr Schössen gericht verurteiltc den National- sozialisten H i l d e n b r a n d, der wegen schweren Dieb- stahls, Sachbeschädigung und Beleidigung sowie unzüchtiger Handlungen in Tateinheit mit Notzuchtoersuch erheb- l i ch o o r b e st r a f t ist, wegen Körperverletzung zu vier Mo- naten Gefängnis. Zwei Nazis, von denen der eine wegen Betrugs- und Körperverletzung vorbestraft ist, wurden in Ermangelung von Beweisen freigesprochen. Die Angeklagten hatten vor einiger Zeit in der Stadt Nort- heim mchrore Reichsbannerleute überfallen und sie schwer mißhandelt. Die Verhandlung ergab die alleinige Schuld der SA.-Rowdys. „Kim" Alfons. Der ehemalige König von Spanien. Alfons, hat gestern Fontainebleau verlassen, um sich zu einem drcitagizen Auf. enthalt nach Müuche« zu begeben. 7tr. 55S* 48. Jahrgang *1 Beilage des Vorwärts Kreiiag, 21. Aovember 1934 Bim Wort an Sahnt Sozialdemokraten und Sparmadnahmcn� laute SiadlvcrordnelcnsUzand Die Staütoerordnetenversammlung befaßte sich gestern zum dritten Male, mit der Beratung der Sparmaßnahmen. die der Magistrat und auch die Stadtverordneten vorgeschlagen hatten. In der Debatte über den Abbau in der Wohlfahrtepflege sprach für die sozialdemokratische Fraktion Genossin Rosenthal, oie gegen die Sparmaßnahmen des Magistrats schärfste Bedenken geltend machte. Auf keinen Fall ging« es so weiter, daß der Oberbürgermeistec von sich aus Anordnungen trifft, ohne dos Zusammenarbeiten mit der Stadtverordnetenversammlung, das er selbst so oft als not- wendig bezeichnet hat, herbeizuführen. Wenn jegt in der Stadtverordnetenversammlung Klage darüber geführt wird, daß der Magistrat von sich aus die Unterflützungs-Richtsätze in der Wohl- fahrtspflege herabsetzt, so wolle sie, die Rednerin, daran erinnern. daß sich oie Versammlung vor einigen Monaten selbst des Rechtes der Mitwirkung enthoben habe. Damals ist«in diesbezüglicher Antrag von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt worden. (Lebhaftes Hört, hört! bei den Soz.) Es gehe auch nicht an, so sagte die Redncrin weiter, daß beispielsweise die Kohlenkarten ohne besoncer« Prüfung der Bedürftigkeit rein nach Schema R verteilt werden. Eine besondere Frage sei die Unterstützung der Klein- und Sozialrentner und der ihnen gleichgestellten. Diese Kategorie von Unterstützungsempfängern hätte Anspruch auf um 25 Proz. höhere Richtsätze: trotzdem werden sie aber den in der allgemeinen Wohlfahrt Unterstützten gleichgestellt. Ein Unrecht sei es auch, die Ehegattenzuschläge oieser Unterstützungsempfänger auf die Höhe der allgemeinen.Fürsorge herabzusetzen. Es ergebe sich dabei für den einzelnen Ehegatten eine Differenz von etwa 5 M. Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß ein Teil der Ehefrauen selbst «inen gesetzlichen Anspruch auf volle Unterstützung hat. Wenn diese jetzt so nachteilig Behandelten gegen den Magistrat auf dem Wege der Klage vorgehen würden, müßten sie unter allen Um- ständen recht bekommen, und die Stadt hätte hohe Nachzahlungen zu leisten. Bei der allgemeinen Wohlfahrispfleqe sei es unbedingt notwendig, daß eine individuelle Für- sorge ausgeübt wird. Es sei zuzugeben, daß dazu das vor- handene Personal nicht ausreichen würde. Schon jetzt ist das Per- sonal in den Wohlfahrtsämtern so stark mit Arbeit überlastet, daß beispielsweise in der allgemeinen Wohlfahrt 1000— 1500 akten- mäßig zu bearbeitende Fälle auf den einzelnen Beamten kommen. Daß dabei von einer individuellen Fürsorge nicht mehr die Rede sein kann, versteht sich von selbst. Di« Maßnahmen des Ober- bürgermeisters zur Herbeiführung von Ersparnissen sind für die Sozialdemokraten nicht tragbar, sie sind aber auch nicht geeignet, die Finanzen der Stadt Berlin zu sanieren. Es sei unwirtschaftlich gehandelt, schloß Genossin Rosenthal ihre Ausführungen, wenn man dem Arbeitslosen nicht soviel gibt, daß er wenigstens seine Arbeitstraft erhalten kann. Kommunistenkrach. Während der Rede der Genossin Rosenthal machten die Kommunisten grotzernSpektakel. Sie hatten es darauf ab- gesehen, unsere Rednerin, die früher der Kommunistischen Partei angehörte, jetzt aber seit Monaten wieder bei der Sozialdemokratie ist, zu stören. Der Vorsteher, Genosse Haß, mußt/ mehrere Male eingreifen, um den Kommunisten wenigstens soviel Anstand bcizu- bringen, daß sie die Rednerin sprechen ließen. Der Hinweis des Vorstehers, daß er Machtmittel in der Hand habe, um die randä- lierenden Kommunisten zur Ordnung zu bringen, wurde von oer gesamten kommunistischen Fraktion mit lautem Hallo aufgenommen. Genossin Rosenthal setzt« sich aber durch und konnte schließlich ihre Ausführungen unter dem Beifall der sozialdemokra- tischen Fraktion beenden. Die gefährdete Milchaktion. Bei der Besprechung der Sparmaßnahmen auf dem Gebiet oer Gesundheitspflege bedauert« Sadtv. Strieder(Soz.), daß der Magistrat den Betrag für die Belieferung der Kinder der Er- werbslosen mit Milch gekürzt und dem Beschluß des Haushalts- ausfchusses, für diesen Posten 200 000 M. mehr anzusetzen, nicht beigetreten ist. Auf jeden Fall sei zu verlangen, daß die so not- wendige Milchbelieferung im alten Umfange aufrechterhalten bleibt. Genosse Strieder trat für die Beibehaltung des alten Taschengeld- satzes für Krankenpflegeschüler ein. Dem Antrag der■ Deutsch- nationalen, die K u r k o st e n in den städtischen Kranken- an st alten zu erhohen und die von der Stadt nicht mebr bewirtschafteten Anstalten an private Wohlfahrtsinstit u- tionen zu verpachten, könnten selbstverständlich weder der Magistrat, noch die sozialdemokratische Fraktion beitreten. Die Stadt Berlin könnte sich die Geschäftspraktiken der Privatkrankcn. Häuser nicht zu eigen machen. Hier baut man altes, erfahrenes Pflegepersonal ab und stellt dafür Schüler ein. Die städtischen Anstalten hätten eben ganz andere Aufgaben zu erfüllen als die privaten. Eine Abstimmung fand gestern noch nicht statt, sie wirb am kommenden Donnerstag vorgenommen. Die demokratische und die kommunistische Fraktion hatten in Anfragen den Magistrat um Auskunft über die BetAligung der Stadt Berlin an der verkrachten mittelftändlerifchen Bank für Handel und Grundbesitz ersucht. Es wird gefragt, ob die Sicherung dieser angeblichen Beteiligungen durchgeführt sei und die Komm»- nisten fragten weiter, ob die Einlagen der Handel- und Gewerbe- treibenden auch gesichert seien..Die Anfragen werden geschästs- ordnungsmäßig beantwortet. Debatte ums Hammelfleisch. Vorstoß der Schafzüchter.— Zwischenhandel arbeitet mit 300 Proz. Zuschlag. Der R c i ch s v e r b a n d für Deutsche Schafzucht wendet sich in einer Verösfentlichung an die Presse, in der er einer- seits auf die Spottpreise sür Lebendvieh hinweist und zum anderen auf die hierzu in gar keinem Verhältnis stehenden übermäßig hohen Preise für Hammelfleisch aufmerksam macht. Die Schafzüchter be- merken noch, daß sie durch die Reichsregierung in diese schwierige Lage geraten sind, die die in Aussicht gestellte Schafaussuhrbeihilsc nicht wieder bewilligt hat. Dadurch sollen in den deutschen Schäfereien Hunderttausende von Lämmern und Hammeln stehen geblieben sein, die zu einem Drittel des früheren Preises verkaust werden müssen. Mitunter bekommen Schafhalter nur 11 bis 28 Mark für ein Stück. Schließlich werden die Hansfrauen aufgefordert, sich mehr um die Ha m m c lf l e i s ch p r c is c zu kümmern. Das scheint allerdings notwendig zu sein, denn die letzten Be- richte von den deutscheWFleischmärtten(23. November) ergeben ein Bild, das einer aufmerksamen Betrachtung wert ist. Danach brachten Schafe folgende Preise: niedrigster Preis höchster Preis Köln......... 22 Pf. pro Pfd. 33 Pf. pro Pfd. Dresden....... 20„„. 42„.„ Mannheim...... 20„„, 22„„„ Chemnitz....... 20..„ 35,.. -- Zwickau:...... 46,„.. 32.„„ Das sind aber noch nicht die Stallpreise, sondern Marktpreise, d»e S t a l l p r e i s e liegen bei Schafen noch um ungefähr 18 Proz. unter den Zllorktprelsen. Sieht man sich dann die Preise auf dem Fleischgrohmarkt an. dann müssen die Ladenschlächter in Berlin bei Hammelfleisch für die Sorte s> 72— 76 Pf. pro Pfund bezahlen, für die Sorte d) 60 bis 70 Pf. und für die Sorte c) 48 bis 58 Pf. Zum Schluß liegt das Fleisch im Schaufenster oder auf dem Loden- tisch und das Pfund Hammelkeule kostet 1,20 M., dos ij�fund Hammelrücken 1 M. und die Hammcldünnung 80 Pf. Es sind also wieder einmal glücklicherweise aus den Pfennigen Markstücke ge- worden. Obwohl nun der Reichsverband für deutsche Schafzucht die Ladenfleischer auffordert, mit den Schafhaltern an einem Strange zu ziehen und für die Beseitigung der ü b e r h o h e n Handelsspanne zu kämpfen, schreibt die„Fleischer-Dcrbands- Zeitung", das amtliche Organ des Deutschen Flcischerverbandes, daß es„sich die Fleischer verdilten müßten, von den Schafzüchtcrn mit Fußtritten traktiert zu werden". Es wird niemandem ersichtlich sein, worin denn diese Fußtritte bestehen. Aber ansonsten sind die Fleischer wieder einmal vollkommen aus dem Häuschen. Wie er- innerlich, sand sich unter Punkt III der Richtlinie» des Wirtschafts- beirats folgender Satz:„Der Wirtschaftsbeirat hält daher einen Ausgleich und eine Verringerung der in vielen Gegenden noch be- sonders hohen Preisspannen sür geboten." Dazu schreibt die Fleischer-Verbands-Zeitung: „Wer heute die Preisanarchie in den Fleischerläden aufinerksam verfolgt— wir haben heute die Flcischpreisc von 1894 erreicht—, wer Kenntnis davon hat, daß zum Beispiel in Berlin 400 Laden- fleischer auf der schwarzen Liste der Großschlächter stehen, d. h. kreditunwürdig sind, wer sich weiterhin die Mühe macht, das Iln- kostenkonto eines Fleischereibetriebes nur einen Monat lang unter die Lupe zu nehmen, der wird mit apathischem Achselzucken die jetzt neu in Aussicht gestellten Schikanen hinnehmen... Wenn setzt auf Grund eines traurigen Kompromisses... die Rcichscegierung glaubt, erneut mit allgemeinen Redensarten und völlig sinnlosen Maßnahmen zur Herabsetzung der Kleinhandelspreise kommen zu müssen, dann wird dem unbefangenen Staatsbürger erst klar, wie groß die Gegensätze innerhalb dieses famosen Wirtschajtsbeirats gewesen fein müssen..." Also hier liegt der Hund begraben. Die Fleischermeister wollen die Fleischpreise eben nicht senken. Doch wer nicht hören will, muß fühlen. Die 630 000 Erwerbslosen Berlins kaufen kein Fleisch mehr, können es nicht, und wenn man zu jedem Erwerbslosen zwei Familienangehörige rechnet, dann ist ein Drittel aller Bewohner der Rcichshauptstodt als Flcischkonsuincnt aus- geschaltet. Und die 630 000 Erwerbslosen werden nicht die einzigen stin, die sich kein Fleisch mehr kaufen könne», solange ein anständiges «stück Hamelfleisch 1,20 M. pro Pfund kostet, für das der landwirt- schastliche Produzent vielleicht 20 bis 30 Pf. bekomint. Mit anderen Worten: Ehe das Fleisch in die Hände des Verbrauchers kommt, erfährt es einen Zwischen ha»dclszusch lag von 300 Prozent, und das noch in einer Zeit ungeheurer Massennot. llrtd doch fühlte sie eine innere Zugehörigkeit zu den Müllern und Frauen um sie her. Sic durchlebte ja die gleichen Aengste, die gleichen Sorgen. Sie hatte Walter nicht mehr wiedergesehen. Seit Wochen stand er an der Westfront. Ja, er schrieb immer beruhigend, sie solle sich nicht ängstigen, es ginge ihm gut, er habe treue Kameraden um sich, und der Krieg ginge auch mal zu Ende. Aber die quälende Sorge und Angst, das Warten von einer Post auf die andere ließ sich nicht wegwischen, es saß zu tief. Taumelnd oerließ sie die Bäckerei. Der Duft frischer Backwarc, vermengt mit der Ausdünstung der Menschen, die eng aneinander gepreßt im Laden standen, nahm ihr fast den Atem. Sie blieb einen Augenblick draußen stehen und atmetx tief die kühle Luft ein. Gott sei Dank, die Fleisch- ration hatte sie gestern bekommen, da brauchte sie heute nicht mehr anzustehen. Mitleidig sah sie zu)>en Frauen hinüber, die vor der Metzgerei Schlange standen. Dann ging sie lang- sam zur Gemüsehandlung an der Ecke. Die alte Händlerin stellte ihr einen Stuhl hin.„Setzen Sie sich einen Augenblick. Frau Professor, Sie haben ja keinen Blutstropfen mehr im Gesicht, Frau Professor!--" Aber die Angeredete hörte sie nicht mehr. Obnmächtig sank sie der Frau in die Arme. Die Händlerin nahm ihr den Hut ab und ließ sie sanft in den Stuhl niedergleiten. Dann eilte sie hinaus in die Küche und kam gleich darauf mit einer Tasse warmer Milch zurück, die sie der Frau an die Lippen setzte. � „Das fehlt Ihnen", sagte sie.„Jeden Tag sollten Sie einen halben Liter trinken! Ich weiß, ich weiß," wehrte sie ab, als Frau Loriot etwas sagen wollte,„Sie können? nicht bezahlen, wenn's nicht auf Marken geht." Frau Loriot nickte.„Gcrmaine macht jetzt ihr Staats- ex amen— dann geht es besser", flüsterte sie. „Ich wünsch's Ihnen herzlich, Frau Professor!" Sie bestand daraus, daß Frau Loriot noch den Rest der Milch zu sich nahm.„Wenn ichs nicht hätt', würd ichs nicht geben. Es ist eine schwere Zeit' vor allem für Leut, die früher in guten Verhältnissen waren. Die tun mir immer besonders leid. Der Frau Rechnungsrat gehts auch nicht besser, die wird jeden Tag spitzer. Und hier, da! So nehmen Sie doch!" Sic drückte ihr ein Ei in die Hand.„Geben Sie acht, daß es nicht zerdrückt wird— wir wollens lieber einwickeln und in die Handtasche tun.«so! Das können Sie mir bezahlen, wenn Ihre Tochter was verdient, das hat Zeit! Ja,'s wär gut, wenn der Krieg bald zu End ging!"— Langsam ging sWtu Loriot über den Kirchplatz, an dem alten, steinernen Marienbrunnen vorbei. Irgend jemand hatte ein sogenanntes ewiges Licht unten in die Nische gestellt, sicher als Bitte an die heilige Jungfrau, den Mann oder Sohn oder Geliebten da draußen in ihren Schutz zu nehmen. Es war ein winziges Fiämmchen, das da auf dem kleinen Oelbehälter schwamm und jeden Augenblick auszugehen drohte. Unsäglich rührend und trostlos zugleich sah es aus. Frau Loriot blieb einen Augenblick stehen und lächelte trübe. Dann bog sie in die Parkstraße ein, die den Hügel hinaufführte. Das Steigen fiel ihr schwer. Mehrere Male blieb sie stehen und schöpfte tief Luft. Bon der Stelle, wo die Straße einen scharfen Knick nach links machte, hatte man einen herrlichen Ausblick. Die Luft war klar und durchsichtig, das Gebirge schien ganz nahe, und sogar der alte Turm am Horizont war deutlich zu sehen. Es lag etwas Leichtes, Schwebendes über diesem Bild. Nur der Fluß, der um diese Jahreszeit weniger Wasser führte»Is sonst, und deshalb auch kaum Strömung aufwies, brachte etwas Ruhiges, Beharrendes, Stetiges in die bewegte Landschaft.' Frau Loriot ging weiter, aber von neuem übersiel sie eine Schwäche und das Gefühl, als müßte sie versinken. Er- schreckt lehnte sie sich an einen der hohen Gartenzäunc, die die kleinen Vorgärten der Landhäuser umgaben, und faßte mit der Hand einen der Eisenstäbe. „Ist Ihnen nicht wohl, Frau Professor?" Eine elegant gekleidete Dame blieb neben ihr stehen. Frau Loriot schüttelte etwas verlegen den Kapf.„Es ist schon wieder besser. Frau Köchlin, o vielen Dank, das Ist doch nicht nötig", fügte sie hinzu, als-die andere ihr das Einkaufsnetz aus der Hand nahm. Es war ihr nicht ganz angenehm, gerade jetzt ihre Mieterin zu treffen. Sie hatte Germaines Bedenken nicht vergessen und war bestrebt, es so einzurichten, daß man sich kaum sah, obwohl man im gleichen Haus wohnte. Und doch hatte.sie eigentlich nichts gegen die Familie einzuwenden. Mann und Sohn waren viel auf Reisen, die Frau besuchte Veranstaltungen aller Art und war verhältnismäßig wenig zu Hause. Bessere Mieter konnte sie sich eigentlich nicht wünschen. Aber irgendeine unsichtbare und doch fühlbare Scheidewand blieb. „Mir ist etwas schwindlig geworden durch das lange Stehen vor den Läden. Aber nun ist es schon vorbei." „Die andere aber zog resolut den Arm von Frau Loriot durch den ihren.„Stützen Sie sich etwas auf mich, das geht viel besser. Und nun. nehmen Sic mir mal'n offenes Wort nicht übel, Frau Loriot. Sie sind ja halb verhungert— na, nu erschrecken Sie bloß nicht, das is doch keine Schande heut- zutage, im Gegenteil. Es geht ja allen so, die bloß auf Marken kaufen können. Aber sehen Sie mal. Vor einem halben Jahr hat mein Mann mit der Miete ein Paketchen mit heruntergeschickt. Da waren lauter gute Sachen drin, die er mitgebracht hatte. Ich kann ja gar nicht alles essen. Und da kam Ihr Fräulein Tochter rauf und legte das Paketchen auf'n Tisch und sagte, das dürften wir nicht und das könnten Sie nicht annehmen." „Ja. das können wir auch nicht", sagte Frau Loriot. „Ich weiß, daß Sie es gut mit uns gemeint haben, aber es geht uns doch nicht schlechter wie vielen anderen." Die Kndere lachte etwas pikiert.„Aber jedensalls auch nicht besser, Frau Loriot! Ich weiß schon, wir sind für Sic immer die Proleten— doch, doch, mein Mann hats gerade damals, als Ihr Fräulein Tochter raufkain, aüch gesagt— und von denen wollen Sie nichts annehmen. Und doch sind wir klüger als Sie all�. Wir brauchen nich hungern, wir haben was vom Leben. Und mein Mann verdient sein Geld auch genau so ehrlich wie Sie. Soll mal einer aus- stehen und sagen, es wäre anders! Nächte lang liegt mein Mann oft auf der Eisenbahn— und zum Schluß ist es doch bloß ein kleines Geschäft. So glatt geht das auch nicht immer, wie Sie vielleicht denken, sondern da gehört auch Ar- best und Mühe zu!" Frau Loriot wußte nicht, wie sie ihre Verlegenheit oer- bergen sollte. Sie fühlte die Gutmütigkeit, die hinter diesem Gemisch von beleidigter Eitelkeit, van Materialismus, geistiger Ungeschultheit und Geschwätzigkeit sich verbarg und kam siäx hochmütig und eng vor. .(Fortsetzung folgt.) Polizeipräsident und Verkeiirseinstiiränkung. Berechtigte Kritik an den Zuständen auf der II- Bahn. Der Polizeipräsident Grzesinski hat dem Antrag der Berliner Verkehrs-Gesellschajt aus Einschränkung des Verkehrs mit dem gestrigen Donnerstag im Einvernehmen mit der Reichs. bahndirektion Berlin und preuhischen Kleinbahnaussicht im all- gemeinen entsprochen. Er hat aber seine Zustimmung von der Srsüllung solgender Bedingungen und Einschränkungen abhängig gemacht: 1. Während der Spitzen Verkehrszeiten muß auf sämtlichen vom Berufsverkehr berührten Strecken durch Einsatz- leistung(dichtere Zugfolge) und Führen von Anhängern das Platz- angebot mindestens in dem jetzt gefahrenen Ilmfonge erhalten bleiben. 2. Ob außerdem künftig mit einem gegen den jetzigen Zustand verstärkten Betriebsprogramm zu fahren ist, wird vom Polizei- Präsidenten entschieden, sobald sich der Verkehr der geplanten lim- stellung angepaßt hat. In der letzten Zeit haben sich bei der Ueberfllllung der Wagen auf einzelnen Strecken Z u- st ä n d e gezeigt, die zu berechtigten Klagen des Publi- kums Anlaß gegeben haben und vom P o l i z e i p r ä s i- dentcn nicht gebilligt werden. Insbesondere gilt dies für oie Untergrundbahn. Der Polizeipräsident hält es daher für notwendig, zunächst den b-Minuten-Fahrplan der Untergrund- bahn auch in der betriebsschwachen Zeit wiederum aus den Z-Minutcn-Fahrplan zu bringen, bevor Sechswagenzüge auf einzelnen Strecken gefahren werden. Eine dichte Zugfolge mit kürzeren Einheiten gewährleiste nach seiner Auffassung eine gleich. mäßiger« Verteilung des Platzangebotes als eine seltene Folge mit oerschieden großen Zügen. 3. Für Strecken, welche durch die künftige Linienänderung ohneVerkehrsmittel bleiben, behält sich der Polizeipräsident vor, bei Bedarf die Wiederaufnahme des Betriebes jederzeit zu fordern. 4. Nicht genehmigt wird vom Polizeipräsidenten die Einziehung der Autobuslinie A 28 und die vorge, jchlagcnen Aenderungen der Linien A 16 und A 2. Der Polizeipräsident hofft, den dringendsten Wünschen der Bevölkerung, die ihm durch die Presse und in zahlreichen Eingaben geworden sind, entsprochen zu haben. Im Einvernehmen mit der Reichsbahndirektion Berlin muß er alle Eingaben und Beschwerden mit diese? Veröffentlichung als beantwortet ansehen. Eine Stellungnahme hierzu wollen wir uns vorbehalten. Nur soviel mag gesagt werden, daß das Berliner Publikum dem Polizei- Präsidenten besonders dafür dankbar sein wird, daß er sich um den Spitzenverkehr(Berufsverkehr) besorgt zeigt und sich entschieden für eine Verbesserung des ll-Bahn-Verkchrs eingesetzt hat. Das stillschweigende und eigenmächtige Umwandeln des 5- und IlZ-Minu- ten-Fahrplans in 6- und sogar 12-Minuten-V«rkehr hat Zustände gezeitigt, die ganz unerträglich sind. VeWzenMKe/ Zwei Schnellschöffengerichtssachen. Zwei Schnellschössengerichlssachen: die eine Tat aus Rot und Leichtsinn: die andere aus politischer Verwahrlosung. Der eine An- geklagte ein Igjähriger SA.-ZNann: der andere ein Zljähriger ehe- maliger Zürsorgezögling. Dem Nazi steht eine Vertreterin der Gerichtshilfe zur Seile, um den Zürsorgezögling kümmert sich kein Mensch. Am Nachmittag des 16. d. M. stellte sich beim Polizeirevier ver- stört und erschöpft vor Kälte und Hunger ein 21jährigcr Bursche: Er habe in der vorigen Nacht einen Heuboden angezündet. Die Selbstbezichtigung entsprach der Wahrheit, der Boden mit 36 Zentner Heu war tatsächlich ausgebrannt. Neun Tage später steht er vor den Richtern wegen fahrlässiger Brandstiftung. Seine Antworten sind gedrückt, seine Erzählung wahrheitsgetreu. Acht- zehnjährig kam er in die Fürsorge: Er hatte dem Vater einige hundert Mark gestohlen. Während der dr�i Anstaltsjahre war er kein einziges Mal zu Hause— in Thüringen. Die Haushälterin, zu dem Jungen aber schlechter als eine Stiefmutter, erdrückte in ihm die Sehnsucht nach dem Elternhaus. Im September d. I. wurde er aus der Anstalt entlassen. Er wohnte beim Vater und arbeitete beim Bauern. Mit der„Stiefmutter" gab es wie früher Zank. Am 8. November machte er sich o h n e G e l d und ohne Sachen auf und fuhr n ä ch Per Ist n. Eine Woche lang'bettelte er sich durch, schlief in Schuppen oder verbrachte umherirrend schlaf- lose Nächte. Am Sonntag, dem 13. d. M., überkletterte er in der Swincmünder Straße ein Tor und erklomm über eine Leiter einen .Heuboden eines Pserdestalls. Er zündete sich eine Zigarre an und warf das Zündholz unvorsichtigerweise in das Hau. Im Nu loderten helle Flammen auf. Durch die Luke ließ er sich in den Stall herab und entkam durch die Tür. An die Pferde dachte er nicht in seiner ?lngst. Er lief die Nacht über und den nächsten Morgen durch Berlin und stellte sich, von Gewissensbissen geplagt, bei der Polizei. Der Staatsanwalt beantragte zwei Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte de» jungen Menschen zu drei Monaten: eine Bewährungsfrist versagte es ihm. Hätte sich die Gcrichtshilfe während der neun Tage der Untersuchungshaft seiner angenommen, er hätte vielleicht doch Bewährungsfrist erhalten. Er möchte so gern zu Weihnachten nach Hause, der Staatsanwalt will sich aber seinetwegen an die Soziale Gerichtshllfe wenden... Der zweite Angeklagte ein 1 9 j ä h r i g e r S A.- M a n n B. Sein Vater ist Kommunist. Im Gegensatz zu dem Fürsorgezögling, der verschüchtert dastand, muß dieser sich wegen seines ständigen Lachens vom Vorsitzenden rügen lassen. Am 16. November verließ B. gegen Mitternacht mit einigen SA.-Leuten das Nazi-Berkehrs- lokal in der Petersburger Straße 86, um einen Kameraden nach Hause zu begleiten. Er sah verschiedene Leute von der Roten Hilfe auf der Straße stehen. Plötzlich sielen vier bis fünf Schüsse. So stellt es der Junge da. Anders der Zeuge, ein junger Kommu- »ist. Er befand sich mit einigen seiner Genossen aus dem Nach- hauseweg, sah eine Gruppe von 13 bis 26 SA.-Leuten Herum- stehen, fühlte sich bedroht, lief schleunigst zu dem kommunistischen Vcrkehrslokal in der Eberthstraße. Da krachten vier Schüsse. Die Tür des Lokals zeigte einen Einschlag. Der Zeuge will mit Be- stimmtheit gesehen haben, wie der Angeklagte geschossen hat. Ein anderer Zeuge, der nicht zur Vernehmung kam, will gemerkt haben, wie der angeklagte SA.-Mann den Revolver ans der Tasche zog. B. ist von einem Schupobeamten verfolgt worden, er bestreitet auch nicht, sich unter den SA.-Leuten aus der Straße befunden, leugnet aber, geschossen zu Hadem Eine un- erwartete Wendung brächte die Aussage des Sturmführers: Nicht B., sondern ein anderer habe geschossen, allerdings als Erwiderung auf kommunistische Schüsse, von denen übrigens niemand außer diesem Zeugen etwas zu erzählen weiß. Auf Drängen des Gerichts nennt er den Namen des Schützen, gibt aber an, seine Adresse nicht zu kennen. Dieser Schütze habe sich nicht schon früher gemeldet, weil er in Braunschweig gewesen sei: auch er, der Sturmführer, sei dort gewesen. Das Gericht beschließt, di« Verhandlung zu vertagen, die Sache zwecks weiterer Er- mitllungcn der Staatsanwaltschaft weitcrzuleiten und den An- geklagten mangels dringenden Tatverdachts aus der Host zu einlassen. So— triumphiert vorläusig die Lüge. Das Ganze sieht einem versuchten Totschlag täuschend ähnlich. Was sollte hier die Gerichtshilfe, die in der Verhandlung gegen den Einund- zwanzigjährigen wohl am Platze gewesen wäre? Bürgersieuer-193-1. Erhebungssähe und Entrichtung der Steuer. Der Städtische Nachrichtendienst gibt folgendes Uber die Bürger- st euer 19 3 1 bekannt: Bürgersteuerpflichtig in Berlin sind alle Personen, welche am 16. Oktober 1931(Stichtag) in Berlin wohnten, über 26 Jahre alt waren und selbständig aus eigene Rechnung lebten oder selbständiges Einkommen hatten. Befreit sind diejenigen, die am Stichtag(16. Oktober 1931) vom Wahlrecht ausgeschlossen oder in Ausübung des Wahlrechts rechtlich behindert waren oder bei denen das Wahlrecht ruhte. Ferner diejenigen, die am Fälligkeitstage der Steuer reichsgeseg- liche Arbeitslosen- oder Krisenunterstützung be- ziehen, laufend öffentliche Fürsorge genießen, Renten aus der reichs- gesetzlichen Sozialversicherung erhalten(sofern ihr gesamtes Jahres- einkommen 966 Mark nicht übersteigt) oder eine Zusatzrente nach § 88 des Reichsversorgungsgesetzes empfangen. Die Stadt Berlin erhebt im Rechnungsjahr 1931(I. April 1931 bis 31. März 1932) die Bllrgersteuer mit 366 Proz. des Landes- satzes, der sich nach dem Einkommen im Kalenderjahr bzw. Steuer- abschnitt 1936 richtet. Es� betragen bei Einkommen der Landes- Erhebungs- bis zur einkommensteuerfreien Grenze 3 M. 9 M. über der einkommensteuerfreien Grenze bis 4366 M........... 6„ 18. von 4561— 6666 M........ 9, 27„ von 6661— 8666 M........ 12„ 36. von 8661—12666 M........ 18., 54„ Landessatz und Crhebungssatz steigen in weiteren 9 Stufen bis zum Höchstsatz von 2666 Mark bzw. 6666 Mark. Der Iah res steuerbetrog wird fällig: 1. bei Steuer- kartenanforderung mit je einem Sechstel am 16. Tage der Monate Januar, Februar, März, April, Mai, Juni 1932: wird aber der Arbeitslohn wochenweise oder in noch kürzeren Zeitabschnitten ge- zahlt, so tritt die Fälligkeit mit je einem Zwölftel am 16. und 24. der obengenannten sechs Monate ein: 2. bei den Nurveranlagten: mit je einem Drittel am 16. Dezember 1931, 16. Februar und 16. März 1932; 3. bei den zusätzlich Veranlagten: für den gesor- dcrtcn Zusatzbetrag mit je der Hälfte: am 16. Dezember 1931 und 16. Februar 1932, für den auf der Steuerkarte geforderten Betrag in je 6 bzw. 12 Teilbeträgen: 4. bei den übrigen Personen mit je einem Drittel am 16. Dezember 1931, 16. Februar und 16. März 1932. Die Bürger st euer ist zu entrichten: durch Einbehaltung vom Arbeitslohn, soweit sie auf der Steuer- karte angefordert ist, und der Pflichtige am Fälligkeitstage in einem Dienst- oder Arbeitsverhältnis steht�(vgl. Anweisung Seite 4 der Steucrkarte): durch Zahlung der im Steuerbescheid angegebenen Teilbeträge au die im Bescheid benannte Steucrkasse und, falls ein Arbeitnehmer an einem Fälligkeitstage in keinem Dienst- oder Arbeitsverhältnis steht, durch Zahlung des fälligen Teilbetrages an die auf der Steucrkarte angegebene Steuerkasse, wenn nicht Befreiung vorliegt: von den übrigen Personen an die für ihre Wohnung zuständige Steucrkasse. 1100000 nützen nichts! Freilassung Kahenellenbogens wieder rückgängig gemacht. Auf die weitere Beschwerde der Staatsanwaltschaft hat der 3. Strafsenat des Kammcrgerichts beschlossen, daß Katzcnellenbogen nicht gegen Sicherheitsleistung von 166 666 Mark von der Untersuchungshaft verschont wird, sondern daß es bei dem ursprünglichen Haftbefehl des Untersuchungsrichters vom 16. No- vember 1931 oerbleibt. Die Vollstreckung des Haftbefehls ist bis gestern abend noch nicht erfolgt, da Generaldirektor Ludwig Katzen- ellenbogcn bekanntlich in der Charit« wegen seines Darmleidcns liegt und von Geheimrat Prof. Dr. Sauerbruch behandelt wiro. Die Frage der erneuten Verhaftung Katzcncllenbogens wird sicher- lich davon abhängig sein, ob ihn die Aerzte für hastunfähig er- klären oder nicht. Im übrigen ist die Entscheidung des Kammer- gerichts letztinstanzlich, so daß die Verteidiger keine Rechtsmittel mehr dagegen einlegen können. In der Begründung stellt sich der 3. Strafsenat des Kammer- gerichts auf den Standpunkt, daß der Fluchtverdacht ange- sichts der zu erwartenden hohen Strafe durch die geleistet« Kaution von IM 666 Mark nicht entkräftet werde. Es fei auch nicht glaubhaft, daß der drohende Verfall der Kaution, die übrigens Katzenellenbogen nicht selbst, sondern durch seine Freunde habe stellen lassen, ihn an einer Flucht hindern würde, um so weniger, da er sicherlich über sehr weitgehende Verbindungen im Auslande oerfüge. Dieser Auffassung stehe auch nicht die Tatsache entgegen, daß das Vermögen einer Treuhandgesellschaft übereignet sei und daß Katzenellenbogen und seine Ehefrau nach der von ihnen abge- gebcnen eidesstattlichen Erklärung keine Gelder im Ausland besäßen. Haussammlung für die Winterhilfe. Groß ist die Gebefreudigkeit der Berliner Bevölkerung zur Linderung ddr Rot dieses Winters, aber noch reichen die ein- gegangenen Spenden nicht annähernd aus, um allen b e- drängten Mitbürgern zu helfen. Die Berliner Winterhilfe veranstastet deshalb am 1. und 2. Dezember 1931 eine Haussammlung, deren Ertrag hoffentlich die Weiter- führung des begonnenen Hilfswerkes gewährleistet. Sammler und Sammlerinnen der freien Organisationen der Wohlfahrtspflege werden mit Büchsen am 1. und 2. Dezember 1931 von Haus zu Haus gehen. Oefsnet ihnen Tür und Hand! Rundf«nkhörstunde: Der Parteibuchbeamte. Unter Leitung von Ministerialrat Dr. Faltenberg veran- staltet der Ausschuß für Rundsunkhörsiunhen eine Aussprache über das Thema:„Der Parteibuchbeamte, soziologischer Unterbau der neuen Beamtenschaft" iin Beisein von Vertretern sämtlicher Be- amtengewerkschaften, unter Zugrundelegung eines Rundfunkoor- träges von Dr. P s i r r m a n n über das gleiche Thema. Dr. Pfirr- mann wird in der Rundfunkhörstunde erscheinen. Sie findet, wie üblich, im Vortragssaal des Parteihauses, Lindenstraße 3, 2. Hof 2 Treppen links, am Freitag, 27. November, 19.15 Uhr. statt. Karten zum Preise von 16 Pf. sind erhältlich in der Buchhandlung Dietz, Lindenstraße 2, oder telephonisch unter Dönhoff 1886(Ar- bciter-Radio-Bund). heule Protestkundgebung gegen das Zvellbühnenurleii! Die Protestkundgebung der„Deutschen Liga für Menschenrechte", gegen die die nationalsozialistische Presse bereits Sturm gelaufen ist(man ging sogar so weit, in dreister Ueberheblichkeit chr Verbot zu fordern), ftndet heute im Bach-Saal, Lützowstr. 76, um 8 Uhr statt. Karten an der Abendkasse. Gaskatastrophe in Warschau. Sechs Todesopfer.— Fünf Schwerkranke. Warschau, 26. November. Im Keller einer Warschauer Mictkascrne brach in der Nacht zum Donnerstag ein Gasrohr, wodurch die unteren Räume des Hauses völlig vergast wurden. Sechs Personen, die in diesen Räumen wohnten, wurden t o t aufgefunoen. Fünf Personen, darunter zwei Kinder, mußten mit schweren Gas- Vergiftungen in das Krankenhaus übergejit�rt werden. Es besteht der Verdacht, daß es sich um einen Racheakt eines Mieters handelt, der mit den Getöteten seit längerer Zeit in Streit lag. Sonne, Wohnung, Licht für alle. Wochenendkongreß T93T geplant. In der Jahresversammlung des„Berliner Wochenend-Aus- schusses«. V." berichtete der Vorsitzende, Karl Vetter, üb«r dos Er- gebnis der seit der Gründung dieser gemeinnützigen Arbeitsgemein- schuft im Jahre 1928 geleisteten Werbetätigkeit für die Wochenend- bewegung. Mit verhältnismäßig geringen Mitteln und ehrenamt- licher Tätigkeit erreicht« der Ausschuß dank d«r verständnisvollen Mitarbeit o e r T a g« s p r e s se und der Berliner Funk- stunde, daß nach d«r im Anschluß an die Berliner Wochenend- Ausstellung von 1927 eingetretenen„Wochenendhausie" und ihrer teilweise nachteiligen Folg«» das Interesse an der grundsätzlich wertvollen Wochen«ndidee erhalten blieb. Der Ausschuß veranlaßte Vorträge im Berliner Runofunk und Fahrten der Berliner Presse in die Mark Brandenburg und ihrer wochenendnahen Nachbar- gebiet«. Im Berliner Rundfunk wurde in diesem Sommer mit dem „Fünf-Minuten-Wegwciser ins Wochenende" ein neuer, wirkungsvoller Weg der Bekanntgabe lohnender Wochenend- ziele beschritten, uno zwar unter Berücksichtigung kurzer und länge. rer Fristen, kleiner und größerer Börsen. Der preußische Wohl- fahrtsminister H i r t h s i e f e r hielt einen einleitenden Vortrag. Für 1932 wird der erste„Wochenend-Kongreß" vorbereitet. Vielleicht gewinnt diese Tagung besonder» Bedeutung im Hinb'ick auf die vom Berliner Ausstellungs-, Messe- und Fremdenverkehrs- amt für Sommer 1932 geplante Schau„Sonne, Wohnung. L i ch t s ü r a l l e". auf der die Probleme des Wochenendes gleich. fall» in umfassender Form zur Darstellung gelangen werden. Falschmeldung über das Reichsbanner. Ein Berliner Morgenblatt brachte heute die Meldung von der Gründung einer neuen Tageszeitung durch das Reichsbanner. Die Pressestelle des Gaues Berlin teilt hierzu mit: Der Bundes» Vorsitzende des Reichsbanners erklärt: Dos Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold hat mit der Gründung irgendwelcher Zeftungen nicht das geringste zu tun. Ein achtzigjähriger ,.vorwärts"'Leser. Der Metalldrücker Hermann Stoebe, Berlin SO. 36. Reichenberger Straße 74a, feiert heute seinen 86. Geburtstag. Der Jubilar, der sich bester Gesundheit erfreut, liest den„Vorwärts" seit desien Bestehen. reinwollener Ulster- Paletot, ganz auf Kunstseide und mit Xrmelfutter reinwollener blauer Kammgarn» Anzug, auf Reinleinen und Roßhaar gearbeitet Viele Tausende tragen ihn aehon seit langem tu voll- ator Zutrledenhel' I Oranlenftr.40 Am Oranlinplait Chauneeftr.113 KönlsstraDe 33 Oalm Stattlaar Bababof An Batuiliol AJcunderplaä /,Wir werden weiter schaffen." Ansprache �öbes an Reichsbanner und Partei. Reichebanner und Sozialdemokraiische Partei R e i n i ck e n- d o r s- O st hatten gemeinsam zu einer Kundgebung ausgerufen. die wieder einmal die innige Verbundenheit und Zusammenarbeit der beiden Organisationen demonstrierte. Der große Saal im Schützenhaus konnte die Fülle der Er- ichiencnen kaum fassen. Reichstagspräsident Genosse Paul L ö b e sprach über die politische Lage. Nach Ausjührungen üb'er die Wirt- ichaftskrise und ihre politischen Folgen sagte er: Koalitianspolitik entsteht aus der Erkenntnis, daß man Bundesgenossen haben muß, wenn man allein nichts erreichen kann. Mit der Tolerierungs- Politik ist es ähnlich. Vielleicht wird die Tolerierung bald am Ende sein, aber es ist die Frage, ob es dann besser oder schlechter werden wird. Der Sturz der Regierung Brüning würde keine sozialistische Regierung bringen. Wir haben die Pflicht, zu sagen, daß nach dem Sturz Brünings eine Regierung chugenberg-chitler kommen wird, vielleicht nicht sofort, aber in Etappen. Eine Regierung hugenberg-hitler wird aber nicht nur alle politischen Rechte der Arbeiterschaft beseitigen, sondern sie wird ihr auch alle sozialen Lasten ausbürden. Ehe wir daher eine Aenderung unserer Politik durchführen, müssen wir den Arbeitern sagen, daß es nicht besser, sondern schlechter werden wird. � Aber man würde später kommen und zu den Führern sagen: Ihr hättet es besser wissen müssen! Es ist kein Grund, den Mut sinken tu lassen. Wir wollen, jeder an seinem Platze, weiter schaffen, weiter arbeiten. Wenn der Gegner uns zwingt, den geistigen Kampfplatz zu verlassen, dann werden Reichsbanner und Partei bereit sein, die Republik auch mit Gewalt zu schützen ' und zum sozialen Volksstaat auszubauen. Lobes Rede fand die stürmische Zustimmung der Versammlung. Zahnärzte wählen. Nach den Aerztekammerwahlen fanden die Wahlen für die Standcsoertretung der Zahnärzte statt. Während bei den Aerzten sich neun Listen um die Sitze der Berliner Aerztekammer bewarben, waren es bei den Zahnärzten nur drei. Wie immer ging denn auch hier der Kampf letzten Endes um die Stellungnahme zu den Krankenkassen. Hier Kampf gegen die Krankenkassen, um, wie es im ofsiziellen Organ des Reichsverbandcs der Zahnärzte hieß,„gegen die Ver- weichlichung unseres Volkes� zu kämpfen, und auf der anderen Seite verständnisvolle Mitarbeit in der Sozialversicherung im Interesse der Versicherten. Wie notwendig diese ist, zeigten die Aus- führungen, die Dr. Drucker vor einiger Zeit über die Finanzlage der.Krankenkasse» machte. So sanken die Kasseneinnahmen von 2,1 Milliarden im Jahre 1929 über 1,9 Milliarden 1939 auf 1,1 Mit- liarde 1931. Völlig unverständlich ist es deshalb, daß sicifder Reichs- verband der Zahnärzte unter diesen Umständen bei der Bezahlung seiner Mitglieder auf einen sogenannten Falldurchschnitt, d. h. Be- Zahlung pro Patient, festlegte. Dr. Drucker führte aus, daß diese Art der Bezahlung, die vom Reichsverband der Zahnärzte als Fort- schritt gepriesen wurde, die Zahnärzte zu Betrügern machen mühte, und glaubte nntteilen zu können, daß es seinen Bemühungen ge- langen sein dürfte, daß man von dieser für die Zahnärzteschast ver- heerenden Bezahlungsart zu einer sogenannten Pauschale kommen werde, da es eine gute einwandfreie Behandlung der KassenmitgNeder verbürge. Diese Tätigkeit im Interesse der Zahn- ärzte fand auch ihren Ausdruck darin, daß feine Wahlliste in Berlin ein Drittel der Mandate der Zahnärztekammer für Preußen bekam. Interessant ist es, daß unter der Führung des aus der KPD. ausgeschlossenen Dr. Fabian eine Liste auftrat, die ganze 4S Stimmen und daher kein Mandat erhielt, während auf die anderen Listen Hunderte von Stimmen entfielen. (froks öNentuche Kundgebung am Sonntag:, dem Sv. Xovember, naelimiftagrN 17 Uhr im Lokal von Klu�. Blankenbnrg. DorlMraOe 2 Thema; Soxlallxmus oder Faschismus? Referent: Cottllob Reese. Volkspenossen! Erscheint in Aiassen! Gestaltet durch reren Versamm'ungsbe uch die Veranstaltung zu einer machtvollen Kundgebung gegen den Faschismus. S1>D.— Blankenburg. Oer Todesschuß im Heiiunoste'ler. Dert Tod des 26 Jahre alten Arbeitslosen Hermann Block aus der K r e f e l d e r. Straße 7 ist jetzt einwandfrei geklärt worden. Im Heizungskeller wurde von der Mordkommission noch einmal eine genaue Durchsuchung vorgenommen. Dabei wurde die Kugel gefunden. Sie war durch den Kops hindurchgegangen, an einen Eisenträger geprallt und schließlich in ein offenes Spind gefallen. Hieraus konnte die Schußrichtung rekonstruiert werden, und es ergab sich, daß unbedingt Selbstmord vorliegen müsse. Eine Bestätigung fand diese Feststellung in der chemischen Unter- suchung der Pistole. Im Laufe wurden noch winzige Fleischteilchen gefunden, eine tyvischc Erscheinung, wenn Selbstmörder die Waffe direkt an die Schläfe setzen. Der Vater, Hermann Block, der des Mordes an seinem Sohne verdächtigt worden war, ist auf Grund dieser Feststellungen am Donnerstagabend entlassen worden. l?r vcrspeknlicrte Bauaeld und verschwand. Nach verfehlten Spekulationen ist der Dentist Emil Zweigen- i h a l, der am Stuttgarter Platz 11 wohnt, verschwunden. Zweigen- thal war Geschäftsführer der Dentistenhausgenofsen- schaft, die von Berliner Mitgliedern des Reichsverbandes Deutscher Dentisten gegründet war, um ein„Haus der Dentisten" in Berlin zu finanzieren. Von Mitgliedern des Ver- bandes wurden dieser Genossenschaft größere Summen zur Ver- fügung gestellt, und Zweigenthal wollte das Geld anlegen und kaufte Effekten, die durch die Wirtschaftskrise unaufhörlich im Kurse sanken, so daß etwa 20 000 Mark verspekuliert wurden. Zweigenthal ist jetzt unauffindbar, und man befürchtet, daß er Hand an sich ge- legt hat. Aschingers Winterhilfe. Die Aschinger A.-G. hat im Rahmen der Berliner Winterhilfe eine große Anzahl von Freitischen bereitgestellt und versorgt eine Reihe ihr von vertrauenswürdiger Seite namhaft gemachter Personen regelmäßig mit Lebensmittelpaketen. Daneben werden an die verschiedensten privaten und amtlichen Stellen täglich in großer Anzahl billige Portionsessen geliefert, und zwar soll diese Bereitstellung verbilliater Mahlzeiten so ausgestaltet werden, daß täglich etwa 100 000 Portionen abgegeben werden können. Ferner wurde ein sogenanntes Studentenessen eingeführt, das von Gönnern der Studentenschast bezahlt wird und wofür die Studenten von den betreffenden Stellen Karten erhalten. An Erwerbslose und Wahl- fahrtsunterstützte gibt Aschinger im Rahmen der Brotverbilliguags- aktion sein Markenbrot mit einem Preisabschlag von 4 Pfennig gegen die bekannten Brotkarten ab. Die Berusungsverhandlungen io den beiden kursürstendamm- Prozessen gegen Schuster und Genossen, sowie gegen Gras Helldorf, Brandt und Genossen werden bekanntlich vereinigt und kommen gemeinsam vor die vierte Strafkammer des Landgerichts III unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Ohnesorge am 17. Dezember zur Verhandlung. Der Prozeß dürste sich über die Weihnachtsfeiertage hinaus bis in den Monat Januar hinein» ziehen. Die Znnungskrankenkasfe der Berliner Schueiderinnuna war im März dieses Jahres geschlossen worden. Die Schließung der Kasse war damals angeblich wegen grober Unregelmäßigkeiten, die dem Geschäftsführer der Kasse zur Last gelegt wurden, erfolgt. Die eingeleitete Untersuchung durch den GeneralstaatsanwaU bei dem Landgericht I Berlin hat jetzt ergeben, daß die gegen den Geschäfts- führer Böhme erhobenen Borwürfe jeglicher Grundlage ent- kehren. Die Staatsanwaltschaft hat daher, ohne Anklage zu er- heben, das Verfahren eingestellt. Wie wir weiter hören, ist B. vor Schließung der Kasse freiwillig ausgeschieden. Deutsche Hochschule für Politik. Der Direktor der Deutschen Hochschule für Politik, Dr. A. Wolfers, hält infolge Ueberfüllung der ersten Veranstaltung die„Weltpolitische I n f o r- m a t i o n s st u n d e" in Zukunft zweimal ab, und zwar Freitags von 17 bis 18 Uhr für die Studierenden der Hochschule, von 19 brs 20 Uhr für die Gasthörer. Beide Vorlesungen finden im Großen Hörsaal der Hochschule, Schinkelplatz 6, statt. Volkskonzerle der Philharmoniker. Das PhUharmpnische Or- chester veranstaltet Volkskonzerte in der Philharmonie am Diene» tag, 1. Dezember, 20 Uhr, und am Sonntag, 6. Dezember, 20 Uhr: Leitung: Prof. Julius Prüwer. venosse Pfarrer Rackwitz dum Bund religiöser Sozialifte« wird aw Sonntag, dem 29. November(1. Ndveni), 10 llhr, in der Philipp-Melanch- thon-Kirckie in Neukölln, Kranoldstr. 10— 17(dicht beim Ringbahnhof fbermannstratze), einen Friedcnsgottesdienst halten, der im Hinblick aus die Weltabrüstungskonfcrenz 1932 und im Gegensatz zu sonstiaen kirchlichen Kundgebungen ein klares Bekenntnis zur Frtedenssorderung des Evangelis- ntus und zu allen pazifistischen Bestrebungen sein soll. Alle entschiedenen Friedensfreunde sind hierzu besonders eingeladen. Die Abneigung in der Ehe. Ehebruch— Eeschlechtskrankheit. Bortrag der Ortsaruopc Berlin der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechts- kraulheiten am Freitag, dem 27. Nevember, 20 Uhr, im Brlldcrvereinahaus, Berlin W., Kurfllrstenstr. IIS— IIS. Redner: Professor Kronfcld vom soziafen Standpunkt, Frau Dr..garen Hörnet) vom psychofogischen Standpunkt. Eintritt frei.______ Aus der Partei. presseaufffiea in Holland. Die Presse der holländischen Sozialdemokratie bestand bis vor wenigen Wochen hauptsächlich aus dem Zentralorgan„H e t Volk" in Amsterdam und dem„Voorwaarts" in Rotterdam. Anfangs Oktober betrug die Gesamtauflage der holländischen sozialdemokrati- schen Presse 110 000 Exemplare. Da wurde eine große Reorgani-� sation vorgenommen, neben dem Zentralorgan sechs Provinzblätter geschaffen, Format und Umfang stark vergrößert und besonders der unterhaltende Teil ausgestaltet. Die hieraus begonnene Werbe- a t t i o n hat einen gewaltigen Erfolg aufzuweisen. Am 1. November war die Gesamtauslage auf 126 000, vierzehn Tage später auf 150 000 gestiegen, und sie beträgt zur Zeit 175 000. Damit ist der seinerzeit viel bewunderte Erfolg des„Daily Herold" relativ noch übertroffen. KalSMnünduiuf. Allgemeine Wetterlage. 28.Nok«34.abdn - «MtkenloaO beiter.Ahalbbedeckr « wolkig,•baleckt'RegeiViGraupeln =Neb8l,�Gewinet@Wn4stille Die bemerkenswerten Witterungsgegensätze zwischen dem Osten und Westen Deutschlands, die schon seit einer Reche von Tagen be- stehen, dauerten auch am Donnerstag an: Während in Ostpreußen zeitweise heiteres Frostwetter herrschte, blieb es am Rhein weiterhin recht milde. Dabei war es fast im ganzen Reiche trocken: nur im Westen und Süden kam es zu leichteren Niederschlägen. An der Südseite des mit seinem Kern bei Irland befindlichen Tiefs, das sich im Laufe der letzten?4 Stunden rasch aus einer Randstörung ent- wickelte, dringt jetzt wieder ein Schwall ozeanischer Lust gegen den kontinent vor. Infolge des immer noch von Ost nach West gc- richteten Luftdruckgefälles über Mitteleuropa dürften die ozeanischen Lustmassen nur verhältnismäßig langsam vorwärts kommen und bis Freitagabend nur etwa bis zur Weser gelangt sein. Unser Be- zirk wird daher voraussichtlich am Freitag noch im Bereich konti- nentaler Winde oerbleiben. -i- lvetker für Berlin: Meist stark bewölkt, keine erheblichen Niederschläge, Temperaturen wenig verändert, auffrischende Winde aus Südost bis Süd.— Für Deutschland: Im Nordosten Fortdauer des trockenen, zeitweise helleren Frostwetters: im Westen des Reichs veränderliche«, aber noch ziemlich mildes Wetter mit einzelnen Regenfällen. In Mittel- und Süddeutschland bewölkt ohne erhebliche Niederschläge, etwas milder. Partemachrichten für Groß-Berlin stet» au da» Bezirtsletretariat i. Jos, 2 Treviiea recht», zu richte» Siateslrnngca für diese Subtil iiud Berti» SSB 68, Liudeustrabe 1 Di« Beisetzung der Aschenurn« unseres verstorbenen Genossen Friedrich Bartels findet am Sonntag, dem 29. November, auf dem Friedhof in Fried- richsfelde statt. Sammelpunkt für unsere Parteiorganisation 10 Vi Uhr Frankfurter Allee Ecke Hagenstraße. Das Reichsbanner nimmt Auf- stellung ebenfalls 10# Uhr Frankfurter Allee Ecke Gudrunstraße. Zahnen stellen der 13. und 17. kreis.•; j Erweiterter Bezirksvorstand! Sitzung des erweiterten Bezirksvorstandes am Sonn- abend, dem 28. November, nm 18 Uhr im Sitzungssaal des Bezirksverbandes. Lindenstr. 3. 2. Hof. 2 Treppen. Beginn aller Veranstaltungen IS"# Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe? Heute, Freitag. 27. November: 4. Stets. S>it ßümittttta misse» testls« am Go»»taq, dem 29. Rsnemd«, not der Borsteluutg, um 10V. llhr im Elqstum'— .,»cht,»itHeuausttillsaelegeutieit ist uoehaude», Nutur ist»nmese»d. 7. Stei». Der sutfu« der Ardeiterbilduugsschule sDr. Manche») fallt heute au». Fortsetzung de» Kursus out Freitag, dem 4. Dezemder. Sozialistische Arbeiterjugend Wittenau Sonntag, den 29. November, 18 Uhr bei Heese, Berliner Str 73, am Wittenau-Kremmener Bahnhof Öffentliche Werbefeier Ansprache von Erich Schmidt, l.Vorsi'zender der SA|.,Gr.-Berlin »Für Sozialismus— Gegen Faschismus« Politische Revue— Rezitationen Unkostenbeltrog 20 f*fonnig Erwerbs. oto 10 Pfennig Alle Rar oigonosson. Vorwärts! es er. Sympathisierende sind hierzu eingeladen. Unterstützt den Kampf unserer Arbeiterjugend 1 SPD. 140a, Abt. Wlitenau. Ststtbftudchdzftatxbe. IstVi Uhr Vortray�saal Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen links, Vortrag über:„Der Papteibuchbeamte, soziologischer Unterbau der neuen Beamtenschaft", unter der Leitung des Genossen Falkenberg in Anwesenheit von Vertretern sämtlicher Beamtengewerkschaften. Karten zum Uncostenbeitrag von 10 Pf. in der Buchhandlung Dietz, Lindenstr. 2. 11. Abt. Zahlabend bei Niederstraß, Emdener Ecke Waldenserstraße. Morgen, Sonnabend. 28. November: fideleu Stempelbrüder". Festredner: Genosse I. C. Mover. Tanz, Tombola. 48. Abt. 18$& Uhr Abrechnung bei Koller, Fürstenstr. 1. 131. Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung bei Klindt, Am Friedensplatz. Parteibuch und Funktionärausweis ist vorzulegen. Sonntag. 29. November: 3. Anis, illle Mitglied» beteilige» sich a» dem Tr»»erzug für uasere»»er» storbcaea Seuoflea Friedrich Bartels. Sammelpuult pünlilich 10V. Übt «ranksurter Allee Säe S-genftratze. ' Kreis. 11 Uhr Filmmatiire« im Slusium, Preuz lauer Alle« Ecke Dauziger Strohe. Zwei Filure: a)„Der Kamps um die Erde", d)„Das Notizbuch des Zir—"""—'—*■''™"—— 4. Kreis. Mister Timm". Aussprache Gcaosie »» der Kalle. 12. Kreis. Besichtigung des modernen Gaswerk» Genosse» treffen sich Siä Uhr Slldholtestclle des lsium, Pr um die'______ aderholz, M. d.'L. Karte» z» s« Pf. Tegel. Die teilnehmend«» Antabi -,......... W,...-----»« 5, gegenüber dem Naibaus Steglitz. Beginn der Führnng in Tegel um llliH Uhr pünktlich. 17. Kreis. Zur Dcifetzung der Afcheaurne nnferes verstorbcucn'Gcnosicn Fried. rich Bartels erscheinen sämtlich« Abteilungen mit ihren Bannern. Sam. mclpnnki lllftz Uhr Frankfurter Allee Eck« Hagcnstratze. 29. Kreis. Alle jüngere« Parteigenosicn werde» zur Berbeoeranstaltnng der TAI. am Sonntag, dem 29. November(nicht wie irrtümlich angegeben, am Donnerstag, dem 2«. Nooemberj, in Wittenau, Lokal Heese, Berliner Straß« 73, herzlich eingeladen. Auch die ältere» sind ger» gesehene Säfte. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß-Berlin. Borstandssitzung. Heute, 20 Uhr, in der Geschäftsstelle. � Prenzlauer Berg. Boranzeige. Sonnabend, ö. Dezember, spielt | der Note Kasper in der Schule Danziger Str. ZZ. J Friedrichshai». Heute, 18 Uhr, Kreis.Noter.Falken-Abend im i Jugendheim Ebsrtystr. 12. Ausgestaltung; Gruppe Martha Demm. 1 nina. Landsberger Platz: Sonntag Gruppenfahrt nach Wuhlheide. * Treffen 8 llhr Fallenecke. Kosten für Nestfalken lll Pf., alle anderen 20 Pf. Ende 18 Uhr. Margarete Wengels: Heute, lS Uhr,„Bunter Eltern. abend" im Jugendheim Tilsiter Str. 4. Kreuzberg, Kotrtuflcr Tor. Donntag, 22. November, Treffpunkt zur Bolk». dithne 14 Uhr Falkenecke. Lichtenberg. Jeden Freitag von 18 bi» Itzsj Uhr Falien-Ezakan-Gemein. schaft im Jugendheim Gunterstr. 44. Renklllln. Am Sonntag besuchen wir die Ausstellung der Neuköllner melt- lichen Schulen. Wir treffen uns um 14 bh Uhr am Herzbergplatz. Lichlkämpfer. Heute. Freitag, gemeinsamer Gruppenabend im Heim Bergstr. 23 um 17 Uhr. Instrumente und Liederbücher mitbringen. Neinickendorf-West. Unser Elternabend findet am 8. November bes Hose in der Berliner Straße um 20 Uhr statt. Alle anbereu Gruppen sind eingeladen. Sterbetafel der Groß-Verliner Partei-Organisatioa 125. Abt. Am Mittwoch, dem 25. November, verstarb unser Genosse Michael Haas«, Buschalle« 54. Dir werben ihm ein ehrende» Andenken b«. wahren. Einäscherung Donnabend, 28. November, 13 Uhr, Krematorium Baum- schulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten 1 SozialistischeArbetterjugendGroß-Verlm Einsendungen für diese Rubrik nur an da» Zugeudlekretariat Berlin SW 68. Lindenstraße L Porstellung für die arbeitende Jugend von 14—18 Jahre» Sonntag, 6. De. zember, 15 Uhr, in der Volksbühne. Gespielt wird:„Der grün« Kakadu", Groteske von A. Schnitzler.„Der Schlachtenlenker", Komödie von Shaw. Karten zu 80 Pf. sind im Sekretariat erhältüch. Kasstererlonferenz Montag, 30. November, pünktlich Igzj llhr im Bor. tragssaal des Parteivorstandes, EW., Lindenstr. 3, 2. Hof, 5 Treppen links. Streichorchester«roß.Berv»,«rnvve Seddins- Heute, ZV Uhr, Leben im Heim See- Ecke Turiner Straße. Heute, Freitag, 27. November, 19y2 Ahr: Zur Religion.— Moabit ll- Lehrter Str. 18—13. AußcnpoKuf.— Sport- Palast-, Eenthiner Str. 17. Falken abend.— Arnimplatz! Sonnsnbnrger Str. 20. Selbsterziehung der Jugend.— Arnswalder Platz l: Rasteiburaer Str. 10. Abrüstung.— Fallplaz I: Funktronärsttzung beim Genossen«chulze.— Kall. straß« L Das neue Deutschland.— Stralau«« Viertel: Goßlerstr. 61. Tage.-. politisch« Fragän.— Warschauer Biertel: Litauer Str. 18. Das Kommunistische Manisest.— Warschau» Biertel l,R..F.>; Litauer Str. 18. Was ist seit 1318 -eleiltet worden?— Luiseastadt: Dassertoritr. g. Wir und die Kirche.— Heim Lindenstr. 4.— Friedenau: 's und links von uns.— Schöne. W.WM......_ jöueberg IV: Hauptstr. 15. Deutsch, lano— Frankreich.— Ehorlotteabnrg: Ziosinenstr. 4. Kamps der Sewerk- schasten.— Lankwitz: Schule Schulstraße. Einführung in den Sozialismus, 2. Teil.— Steglitz II: Flemminzstr. IIb. Der Weg zurück,— Zehlendori: Waldschule, Schliessenstraße. Rechtsiraaen, Morgen Trefipunkt zum Wochen.. endkurlus in Nowawes 13 Uhr Bahnhof Zehlendorf.— Eharlotteaburg.Liid: Svetbestr. 12. Das Kommunistische Manifest.— Marieudors: Doristr. 7, Alte Schule. Arbeitsgericht.— Pritz: Parchimer Allee, Schule. Arbeitsgemeinschaft. — Renkällu II- Steinmetzstr. 91. Arbeitsgemeinschaft.— Neukölln III: Ziethen- straße 58. Tagespolitik.— Neukölln IV: Kanner Straße. Wir und die Kirche. — Neukölln VI: Treptower Str. 35. Internationales Arbeitsamt.— Neu- töllu Vll: ÄMS. Tagespolitik.— Neukölln VIII: Rütli-Schule. Arbeitsgemein- Ichaft.— Reukölln XI: Fluahafenstr. 68. Tagespolitik.— Baumschulenweg. Ernstste. 16. Aus dem Leben der Fürforgezöglinge.— Johannisthal: Rathaus. Arbeitsgemeinschaft.— Schöneweide ll: Berliner Str. 31. Lichtbilder: Schön. heit der Technik.— Treptow; Elfenstr. 3. Lichtbilder: Unsere Fahrten.— Köpenick U: Dahlwitzer Str. 15. Hosemann-Abend.— Fricdrichsseld«: Gunter. straße 4l..Literaturabend.— Karlsborst; Treskowallee 44. Segelfliegerei.— Lichtenberg-Mitte: Doffestr. 22. Wirtschaftsdemokratie.— Nen-Lichtenberg: Dunterstr. 44. Radio(Technik).— L>chtenb»g-Rordwest: Dossestr. 22. Die Walzbrüder erzählen.— Hermsdorf: Roonstraße. Das Proletariat in der Wirt- schastskrise.— Wittenau: Hauptstr. 13. Weltliche oder christliche Schule? Werbebezirk Prenzlauer Berg: Wochcnendkursu»(Aeltere). Jugendherberge Lehnitz.„Möglichkeiten des sozialistischen Aufbaues in Deutschland." Rese- rent: Genosse Dr. G. Decker. Jüngere: Jugendherberg« Neu.Peblefanz.„So- zialistische Wirtschaftspolitik." Referent: Genosse Dr. O. Friedländer. Treff- punkte morgen, 18 und 20 Uhr Bahnhof Weißenfee und Schönhauser Allee. Sonntag, 7 Uhr, Bahnhof Prenzlauer Allee. Werbebezirk Westen: Alle Karten zur Peranstaliung am 29. November müssen unbedingt morgen zwischen 20 und 22 Uhr im Heim Wilmersdorf, Wilhelmsaue 123, Keller 1, abgerechnet werden. Wittenau: Oessentliche Berbeiei» Sonntag, 29. November, 18 Uhr, in Reinickendorf-West, Restaurant Hesse, Berliner Str. 73. Werbebezirk Westen: Werbeveranssaltung„Rote Rebellen rufen" Sonntag, 23. November. Wilmersdorf. Biktoriagorten, Wilbelmsaue 114. Saalöffnung 1? llhr. Beginn 18 Uhr. Karten an der Kasse. Mitgliedsbücher mitbringen. Ein. tritt 65 Pf. Erwerbslose 35 Pf. Unter anderem wirkt auch die Kapelle der Karl. Marx. Schule Neukölln mit. Während Mutter Schuhe probiert... „Langeweile ist ein böser Gast", sagt Schuh-Leiser und hat in seiner Filiale am Spittelmarkt für die kindliche Begleitmannschaft allerlei kurzweiligen Zeitvertreib eingerichtet. Da ist erst einmal ein elektrisch betriebenes, ständig belagertes Karussell, wo man sich aus Liliputrädern zum Sechstagefahrcr ausbilden, am Volant chauffieren oder auf verschiedenstem Getier seine Reitkünste erproben kanni wer mehr für Gymnastik schwärmt, für den gibt es Pferde mit gymnastischer Gangart. Für Schaulustige ist eine riesengroße Gebirgslandschaft vorhanden, mit Gletscherglühen, einer fixen, über Anhöhen und durch Tunnels flitzenden Eilenbahn, während hoch oben auf schwindelnder Höhe eine Drahtseilbahn sich kühn von einem Gletscher zum anderen schwingt. Onkel Pelle, in Gestalt eines Riesenkaters mit Monokel und Seitengewehr treibt mit der kleinen Gesellschaft allerhand Allotria, sitzt plötzlich als Fahrgast mit im Auto und erzählt lustigen Schnickschnack. Er muß seine Sache gut verstehen, denn ein kleines Fräulein hat ihn bereits herzlichst und nachdrücklichst zu sich nach Hause eingeladen. Eine Kinder- gärtnerin betreut die klein««char und versuch!, sich durch Verteilen von Schokolade und kleinen Spielsachen ebenfalls beliebt zu machen, was ihr naturgemäß restlos gelingt. Wenn Mutter mit dem Eintauf fertig ist, dann gibt«l oft ein jammerndes Wehklagen, denn der Abschied vom kleinen Rummelplatz fällt manchem Besucher unendlich schwer._ Der Radioapparat fall nicht»Nr so billig sei», daß ihn jeder bezahlen .,......... fü,-» Apparateserie auf den Markt, welche beide Bedingungen"restlos"erfüllt. E.. stnd die Vollsempfönger mit drei nnb vier Röhre»,«in Einkreis-Dreier, zwei Zweikreis-Dreter mit Schirnigttterröhren und ein Zweikreis- Bierer. Dabei liegt der teuerste Apparat— nämlich der Bierer— noch unter 200 M., ohne Röhren. Aber bei allen Geräten ist darauf Rücksicht genammen, daß sie - Empfangsplatz und jeder Antenne ordentliches lelsten. während der Einlreis.Empfänger für Fernempfang«ine Hochantenne verlangt, können lämt. liche Zweikreis. Empfänger mit Innenantenne betrieben werden, wabei der Pierer sogar untertags guten Fernempfang gibt. Damit jedoch auch diejenigen. welche höchste Qualität der Wiedergabe mit böchster Selektivitätsleistung ver zu ihrem Recht kommen— diese beiden Wünsche"jedoch Aufbau der Geräte verlangen, als er bei Volks, Kunden wissen wollen, einen ganz anderen_______..1________ U.___....._______ emplängern durchführbar ist, hat Seibt ein zweites Banprogiamm durch. geführt: Die Höchstlelstunasgeräte mit drei und vier Kreisen. Diese Empfänger übertreffen infolge elektrischer unb mechanischer Präzision alles das, was bisher auch die amerikanische Industrie präzensiert hat. Telaf. Bestell, ab 5.00, unter F 6 Baerwald 0012, werden prompt erledigt. Mengenabgabe vorbehalten. FRISCHFLEISCH Rind.-Roulad. an Pfd. 0.98 Rd.-Schmorfl. an Pfd. 0.88 Rd.-Goulasch an Pfd. 0.74 Rd.-SuppenfLan Pfd. 0.58 Schw.-Koteletta.Pfd. 0.84 Schwein.-Schult.Pfd. 0.68 Schweine-Bauch Pfd. 0.68 Schw.-Nieren...Pfd. 0.68 Kalbs-Schnitz, an Pfd. 1-70 Klb.-Vorderfi. an Pfd. 0.92 KqBler. an Pfd. 0.74 OBST U. GEMUSE Sellerie, Weißkohl Pfd. 0.05 Blumenkohl.an Kopf 0.10 Amorettenbirn. Pfd. 0.10 Eßäpfel, feine.2 Pfd. 0.25 BUTTER UND FETTE Molkereibutter.Pfd. 1.10 Tafelbutter....Pfd. 1.24 Allf. Markenbutter. Pfd. 1.36 Marg� Cocosfett 2 Pfd. 0.75 Bratenschmalz..... Pfd. 0.52 Griebenschmalz...Pfd. 0.58 Speisefett..... Pfd. 0.48 KÄSE Romadour..... Stück 0.20 Harzer.. ca. 1 Pfd.-Pofc. 0.32 Süßrahmkäse. ,3 Stück 0.40 Frühstück�k. Rollo 1 Pfd. 0.55 Block k. o.R. Tils-Art Pfd. 0.56 Tilsiter vollfett...Pfd. 0.68 Holl., Edamer vollf. Pfd. 0.70 Camembertvollf.#/4Scht. 0.68 Gorgonzota...... Pfd. 140 Echter Münsterkäse Pfd. 1.50 Bayr.SchweirerPfd. 1.05 FISCHE Kabeljau_____ an Pfd. 0.12 Kabeljaufilet an Pfd 0.22 Gr. Hering.an 3 Pfd. 0.42 Leb. Karpfen an Pfd. 0.72 GEFLÜGEL U. WILD Wolgahühner. an Pfd 0.78 Mastenten...an Pfd 0.72 Gänsekeulen..an Pfd. 1.20 Gänseslückenf). an Pfd. 0.85 Gänseklein.an Stck. 0.95 Hirschblatt... an Pfd. 0.56 Hirschrücken an Pfd. 0.78 Diese Woche ganz bes. zu empfehlen Apfelsinen., wd 0.58 Mandarinen 2 pfd.0.42 Zitronen... an otz. 0.25 Smyr. Feigen m. 0.28 Datteln.---- pfd.0.38 Walnüsse an pfd. 0.32 Haselnüsse an nd. 0.45 Paranüsse. an Pfd. 0.45 Fettbücklinge Pfd. 0.28 Bratheringe 1 u-ds 0.50 GewUrz-Gurk.3 itr.-o. 1.00 Jg.Brechb.dPfd-o» 0.75 Erdbeeren... v.ds. 1.00 Gem.Marm.ca.sPfd.E. 1.85 Alter Korn, ur. m n. 3.75 Weinbr.jpax utr.m.n. 4.80 Rum-Verschnu»/,! 1.4.60 Apfelsaft alkfr.9r Sktfl. 0.90 Pfeffernüsse. Pfd. 0.50 Haush.Kakao pfd.0.50 Fr.Suppenhühn.a.Pfd 0.70 Mastgänse anptd 0.78 Hasen g»»«r. an stode 2.50 Wildlcaninch.a pfd 0.75 Rehblätter anpid 0.85 WURSTWAREN KOLONIALWAREN KARSTADT Kons. Sülze..... Fr. Blut- u. leberw. Dampfwurst____ Jagdwurst...... Bierwurst........ Wiener Würstchen. Feine Leberw... Cervelatwurst.. Teewurst I fein.. Schlackwurst!. F. Pfd.0.38 Weizenmehl____ Ptd. 0.20 Pfd. 0.58— Auszugmehl____ Pfd. 0.24 Pfd 0.78 Kartoffelmehl... Pfd. 0.20 Pfd. 0.92 Basseinreis..... Pfd. 0.18 Pfd. 0.92 Blue rose Reis..Pfd. 0.25 Pfd. 0.98 Weiße Bahnen an 2 Pfd. 0.25 Pfd. 1.10 Linsen...... an 2 Pfd, 0.S5 Pfd. 1.18 Viktoria Erbs. an 2 Pfd. 0.35 Pfd. 1.28 Mischobst____ an Pfd. 0.38 __ Pfd. 1.30 Kaffee....... an Pfd. 1.80 Plockwurst... Pfd. 0�98 Eierbandnudeln Pfd. 0.42 GEBÄCK Kranz- u.Streußelk. Strf. 0.50 Altdeutscher m.G. Stück 0.60 Alideutscher o.G. Stück 0.45 Bisquitkuchen____ Stück 0.60 KONFITÜREN ßurgm.4TH.Sortim. 200gr. 0.50 „Ariano" Vollm.-Sdiok. STtl. 0.50 Vohm.-Nußbr. Sch. Pfd. 1.00 Rhein. Spekulatius �td. 0.70 0.50 Schok.-Printen Pfd. 1.00 Spiizkuch.,Dominost.Pfd.1.00 Lebk-, Herz.-,Brez.6Stck. 0.20 KONSERVEN Jg. Brechbohnen. Os. 0.42 Jg.Kahlrabi Os. 0.38 Jg Erbsen mit Kar...Vi Ds 0.80 Pfirsiche gz. Fr..»/, Ds. 0.75 WEINE Bowl.Wein Ltr.O.BOSLtr 2.90 Rheinwein ür.1.10 Sl.tr. 5.25 MoselweinLfr.l.405Ltr.6.75 TarragonaLtr.l.005ltr.4.75 Sornas...Ltr 1.10, 51.fr. 5.25 Portwein.Ltr.1.91),5Ltr. 9.00 Johannisbw.Ltr.0.7&5 ltr. 3.50 „Sirafantrag" gegen Severins Sine Razifpielerei. Ab und zu leisten sich die NattonolsozialisU» auch cinntol ein Spähchsn� Der„Preuhisck,- Pressedienst der Nationalsozialistischen Partei" verkündet der Welt, daß der Landtagsabgeordnete Kube * beim Obcrstaatsamvalt beim Landgericht l. Berlin, Strafan- trag gegen den preußischen Lnneiiministcr Carl Severing gestellt hat. Was ist das für ein Verbrechen, dessen sich Minister Sepering schuldig gemacht haben soll? Der Polizeiminister hat nach Mei- nung des„streng legalen" Nube in eine Amtshandlung der preu- ßischen Polizei eingegriffen und— man höre und staune!— das Delikt der Gefangenenbefreiung begangen! Es handelt sich um die Sistierung einiger Reichsbannermit- glieder, die nach Schluß einer republikanischen Kundgebung am Dienstagabend im Herrenhaus wegen Hochrufe auf die Republik und Severing nnverständlicherweise von der Polizei sistiert wurden. Minister Severing, der davon sofort Kenntnis erhielt, hat be» kanntlich durch fein persönliches Eingreifen die Entlassung der Reichsbannermitglieder veranlaßt. Zur Sache selbst sei bemerkt, daß die sinngemäße Anwendung bestehender gesetzlicher Bestimmungen über die Bannmeile und der Notverordnung durch untergeordnete Polizeiorgane auf keinen Fall dazu führen darf, Leute, die keinesfalls die Absicht hatten, be- stehende Bestimmungen zu verletzen, die sich gegen die Gegner der Republik wenden, ausgerechnet wegen Hochrufe auf die Republik festzunehmen. Es sei in diesem Zusammenhang auch daran erinnert, daß seiner Zeit beim Empfang Hitlers durch Hindenburg weder die Bestimmungen der Notoerordnung noch die über die Bamrmeile den die Absperrung leitenden Polizeiofsizier veranlaßt haben, gegen die Ansammlung der Hitlerjünglinge in der Wilhelm- stratze einzuschreiten oder gar etwa 5?ochrufer aus 5)itler zu ver- haften. Die Auslassungen Kubes hätten uns keinen Anlaß zu irgend- einer Aeußerung gegeben. Aber da ein Teil der Berliner Rechts- presse, der sich geradenwegs zu Handlungen der Hanfseilpartei macht, die gleiche„Entrüstung" gegen Severings Eingreifen nach außen zur Schau stellt, so sei an die Duldung der Hitler- o v a t i o n in der Wilhelmstraße hier ausdrücklich erinnert. Sie hebt sich seltsam ab von dem Eifer, der gegen hochrufende Reichs- bannerleute angewandt wurde. England treibt zum Zollkrieg. Immer mehr Sinzelzölle. London, 26. November.(Eigenbericht.) Die englischen Schutzzöllner haben eine» neuen Sieg über die Regierung oder genauer gesagt über die sreihänd- lerischen Elemente in ihr errungen. Am Donnerstognachmittag kündigt« der Landwirtschaftsminister an, daß die Regierung in der nächsten Woche ein E r m ä ch t i g u n g s g e s e tz für die Verordnung von Zöllen auf Frühgemüse und andere Frühprodukte vom Parlament verabschieden lasten werde. Ferner verkündete er, daß die Regierung das Prinzip des Bei mahlungszwangs für englischen Weizen angenommen habe. Man rechnet mit einem Bei- mahlungszwang von IS bis 26 Proz. Das ist das letzte Ergebnis des ständig wachsenden Drucks, der von den Vorkämpfern des Protektionismus auf die Regierung aus» geübt wird. Nach den Runciman-Zöllen auf gewiste Fertigwbrikote. die am Mittwoch in Kraft getreten sind, find jetzt auch Zölle für Frühkartofteln. Tomaten, Spargel, Gurken, Schnittblumen, sowie Konserven zu erwarten, von denen in erster Linie Frankreich. BelgienundHolland betroffen werden. Diese Lander werde» natürlich zu Gegenmaßnahmen greifen, und der Zollkrieg erscheint unvermeidlich. Bereits jetzt bekommt England die Folge» ssiner neuen Handelspolitik zu spüren. Die ISprozeMigen Zölle auf die englische Einfuhr, die Frankreich unter der Begründung der Pfundentwertung erhebt, sowie vor allem die Herabsetzung der Einfuhrquote für englische Kohle von 8» auf 72 Proz. des Durchschnitts der letzten drei Jahre treffen die englische» Kohlenbergwerke in Wales sehr empfindlich. Die Regierung hat zwar im Unterhaus versprochen, bei der französischen Regierung vorstellig zu werden, doch ist ihre Position in einem Augenblick. in dem sie prohibitive Maßnahmen gegen die Einsichr französischen Frühgemüses ankündigt, nicht sehr stark. Trotzdem geht die Schutz- .zollwell- in England weiter. Schon werden Zölle auf Zuckerrüben. Fischereiwaren. Eisen. Stahl usw. verlangt. Das Ziel des Prvtck- tionismus ist, nach nnd nach so viele Cinzelzölle durchzusetzen, daß die Einführung eines Gencraltarifs schließlich praktisch keine Bcrände- rung der Lage, sondern nur noch eine gesetzgeberische Ordnung der tatsächlichen Verhältnisse bedeuten wirb. Acht Tote in Freiwaldau. parlamentarische Untersuchung. Prag, 26. November.(Eigenbericht.) Die Zahl der bei dem Zusammenstoß mit der Gendanneric ums gekommenen Personen hat sich auf acht erhöh«, da im Kranken. baus Freiwotdau zwei Verletzte ihren Verwundungen erlegen sind. Die Zahl der Verletzten beträgt 1-? und bei der Gonharmerie 14; vier Gendarmen erlitten Gehirnerschütterungen. Der amtliche Be- richt bestätigt, daß zwei Arbeiter im Rücken verletzt wurden. Die Verletzungen der Gendarmen sind entgegen dem von schwer;» Der- wundungen sprechenden amtlichen Bericht mir geringer Natur. Der Gendarmerieosfizicr. der den Befchl zum«.chießen gab, ist nur an der Lippe verletzt und befindet sich in häuslicher Pflege. Di« noch Freiwaldau entsandte parlamentarische Ilntersuchungs- kommistion hat ihren Bericht erstattet; cr stellt fest, daß ein tom- in u n i st i s ch e r Abgeordneter den Demonstrotionszug ge- fiihrt und nach den Kolbenstößen der Gendarmen gegen die voran- gehenden Frauen und Kinder, die Demonstranten zur Gegenwehr aufgefordert lzat. Jedoch erklärt der Bericht, wenn der Bezirks- Hauptmann(Landrat) das Kommando selbst geführt hätte, statt es dem Offizier zu überlasten, die mörderische Salve wohl nicht ge- fallen wäre. Im Freiwaidauer Elendsgebiet verdienen die Stein- und Kolk- orbstter, soweit sie noch in Arbeit stehen, wöchenttich— 10,88 Mark! Lohnabbauversuchr der Unternehmer haben die Erregung gesteigert und bereits einen Streik hervorgerufen. Regierungsflurz in Australien. Die Bundesregierung erhielt bei der Abstimmung nur 8? Stimmen gegen 37 Stimmen der Oppo- [itimr D-m Finanzminister Theodore wurde von der Opposition parteiliche Lerwattung der Unterslützungsgelder für Arbeitslose vor- geworfen. M«l rechnet mit Neuwahlen vielleicht schon im Januar. Blick ins Dritte Reich. Genau nach dem Regiemngsprogramm der Razis zusammengestelli. Laval und die Zieparationsfrage. Für Brüning— gegen die deutschen Rationalisten. Paris, 26. November.(Eigenbericht.) In der Kammer antwortete am Donnerstag nachmittag Ministerpräsident Laval auf die verschiedenen Interpellationen über die Außenpolitik. Das Haus und die Tribünen waren stark besetzt. In der ersten Reihe der Diplomatcnloge sah man den beut- schen Botschafter von H o c s ch. Laval beschränkte sich in seiner Rede, die kaum eine halbe Stunde dauerte und nichts Neues bracht«, auf eine Erläuterung der internationalen Verhandlungen und Besprechungen, die seit J.uli stattgefunden haben, und schloß daran einige Bemerkungen über die„Ideen und Grundsätze, die die französische Regierung bei den kommenden Reparationsoerhandlungcn verteidigen werde". Während Laval in dem ersten historischen Teil seiner Ausführungen äußerst herzliche Worte über Brüning und die„wahrhafte Entente" fand, kennzeichnete er im zweiten Teil die Haltung Deutsch- lands und verteidigte das Recht Frankreichs auf Repa- r» tzi rn rn-.chr noftr-Sfoije�Wc. ihm zwar deir fttirmischen Beifall der Rechten und der Mitte brachte, in Delttschlond aber Mißfallen erregen muß. Allerdings muß man anerkennen, daß der'Minister- Präsident jede derartige Aeußerung sofort durch verständnts- volle Worte über die Lage Deutschlands abschwächte und die Bereitwilligkeit Frankreichs erklärte, dieser Loge Rcchwing zu ttagen. Ferner darf man nicht vergessen, daß Laval aus i n n e r politischen Gründen gezwungen ist, auf die Auffassung seiner Rechtsmehrheit Rücksicht zu nehmen. Wenn man in Anbetracht dieser Tatsachen die Bilanz aus feiner Rede zieht, kommt mau zu dem Ergebnis, daß Frankrcich bei den kommenden Reparationsverhondlungen unter Vorbehalt der Respektierung der Verträge eine versöhnliche Haltung einnehmen wird. Laval begann seine Rede mit der Erklärung, daß die Regie- rungschefs nie eine so große Verantwortung zu ttagen gehobt hätten wie jetzt. Verschiedene Interpellanten hätten die Regierung zum Handeln aufgefordert. Es fei leicht, dieses zu verlangen, aber weniger leicht, die Worte in die Tat umzusetzen. Er habe der Kammer vor den Verhandlungen versprochen, die Uitterschrift Frank- reichg nicht ohne die Zustimmung des Parlaments zu engagieren. Dieses Versprechen habe er gehalten. In feiner ersten cinstündigen Pariser Besprechung mit Brüning hätten Brüning und er ihre Standpunkte dargelegt. Sie hätten sich schätzen und achton gelernt, und cr, Laval, könne der Kammer nicht sagen, wie ergreifend dies« Aussprache gewesen sei. Leider habe sich schon bei dieser Gelegenheit gezeigt und später in London bestätigt daß es un- möglich sei, Deutschland«ine sofortige Unterstützung zu ge- währen. Allein Frankreich habe einen Plan gehabt. Es habe eine internationale Anleihe zugunsten Deutschlands vorgeschlagen, aber die Garantien der Regierung für die Anleihe hätten von ge> wissen Pfändern und gewissen politischen Maßnahmen seitens Deutschlands abhängig gewacht werden müssen, die sich als un- durchführbar erwiesen hätten. Der Empfang in Berlin sei durchaus herzlich gewesen und habe keinen Mißton hinterlassen Die Reise noch Washington habe man mit großen Hoffnungen erwartet. Es habe sich ober bei den Besprechungen mit Hoover nicht um eine Konferenz, sondern um ein« Aussprache über eine aktivere Politik internationaler Zusommenarbett ge» handelt Damit hätten Hoover nnd er nicht nur den Interessen Frankreichs und Amerikas, sondern denen der ganzen Welt gedient. Hoover und er hätten sich darüber verständigt, daß an Stelle des außerordentlichen Hoover-Rcgimes in bezug auf die Reparationen wieder das normale System des Poung-Plans treten stille. Zu dem zweite» Teil seiner Ausführungen übergehend, be- merkte Laval zunächst, daß Frankrcich seit dem Versailler Vortrag ständig große Opfer gebracht habe. An dem geheiligten Charakter der Reparationen müsse Frankreich aber festhalten. Deutschland habe sich auf dem Anleihewege Gelder beschafft, die es für ver- schwenderische Ausgaben und, für den Ausbau feiner Industrie ver- wandt habe. Als diese Gelder ober fällig geworden seien, habe es sich zahlungsunfähig erklärt. Als Gläubiger Deutschland« habe Frankreich das Recht, diese Politik schr.rf zu kritisieren.(Großer Beifall rechts nnd in der Mille.) Ueberaus zahlreich feien die uolionaliftischen Kundgebungen in Doulschlond, an denen ein großer Teil der TPählerschaft teil' nehme. Er erkenne zwar das Eleud des deutschen Polles in jeder weise an. müste aber die Frage stellen, wa»«au in Deutschland sagen würde, weva derartige Snudgebungea in Frankreich stattfänden.(Stürmischer Beifall rechts nnd i« Zentrum.) Ohne die Würde des deutschen Volkes zu verletzen, habe er das Recht und die Pflicht, so zu sprechen. Die Vorbedingung für normale Be« Ziehungen zwischen Deutschland und Frankreich sei die vertrauliche und normale Zusammenarbeit zwischen beiden Völkern. Laval ging dann auf den deutschen Antrag, betreffend die Einberufung des Sachverständigsnausschusses, ein. Er erklärte, Frankreich werde bei den kommenden Verhandlungen von Deutschland die Achtung der gegebenen Worte und Unterschriften verlangen. Die Haager Abkommen feien aus der Basis einer vollkommenen Gleichberechtigung abgeschlossen worden. Frankreich werde sich aber nicht weigern,, die Bedingungen und Modalitäten für einen neuen Zahlungsplan während der Jett der wirtschaftlichen Depression zu prüfen. Es liege im Interesse Frankreichs und aller onderen Staaten, daß Deutschand wieder zahlungsfähig werde. Auf eine Verringerung der Reparationen könne Frankreich nur eingehen, wenn elnc gleich heche Herabsetzung der Kriegsschulden erfolgt fei. Frankreich könne keine Priorität der kurzfristigen Kredit« vor den Reparationszahlungen anerkennen. An dem Prin« zip der ungeschützten Zahlungen des Poung-Plons könne Frankreich ebenfalls nicht rühren lassen.(Großer Beifall recht» und in der Mitte.) Im Anschluß daran erklärte sich der Ministerpräsident bereit. auf alle Fragen zu antworten, die von den Fraktionsrednern gestellt würden. Zusainmenfassend erklärte Laval am Schluß seiner Rede: Frankreich genieße zur Zeit ein unvergleichliches Prestige. Es hege keinerlei Hegemoniepläne, es hat keinen Ehrgeiz. Es will dem alten Ideal dieser Zivilisation dienen und den wahren Frieden schassen. Für dies« Aufgabe, der sich die Regierung gewidmet hat. verlange ich Ihr Vertrauen."(Großer. Beifall Rechts und in der Mitte. Die Radikalen und die S o z i a l i st e n hotten sich während der ganzen Rede vollkommen schweigend oerhalten.) Es wurde beschlossen, die Debatte in einer R a ch t s i tz u n g fortzusetzen. Franklin-Douillon verursacht Sturmszenen. Un der Nachtsihung verursachte eine nationalistische Hetzrede des Abg. Fraukliu- Bouillon mehrfache Sturm- szeoen, besonders als der Redner Laval daran erinnerte, daß er als Sozialist während des Krieges für die Entsendung einer sran- zösischen Delegation zu der Stockholmer Soziali st cnkon- f c r e n z eingetreten sei. Außerdem geriet Franklin-Bouillon mit den Sozialisten in Konflikt, als er der d e ul s ch e u Sozialdemokratie ihre Unterstützung der Regierung Brüning vorwarf. Die französischen Sozialisten, so meinte er. begrüßten die Einigkeit in Deutschland, nicht aber im eigenen Lande. Darauf gab es einen minutenlangen schweren Krach im ganzen Hause. Di« sozialistische Fraktion hat für den Abschluß der De- batte eine lange Resolution eingebracht, in der u. a. erklärt wird, daß die Mittel zur Bekämpfung der Krise in einer i n t e r- nationalen Aktion der Zusammenarbeit und Solidarität ge- sucht werden müsse; daß diese Zusammenarbeit auf der deutsch« französischen Annäherung aufgebaut sein nnd in einer europäischen Organisation fortgesetzt werden muß, die auf eine Stn- bilisierung der Währungen, Erhöhung des Warenaustausches, Re- gelung der Produktion und Erhöhung der Kaufkraft hin- zielt; daß die Vorbedingung für sie die Organisation des Frieden? und die allmähliche Herabsetzung der R ü st u n g e n bis zu einer gleichzeitigen und kontrollierten Ab- rüstung fei. Die Kammer fordere daher die Regierung auf, die entsprechenden Maßnahmen zu tresfen, u. a. das Abrüstungsmemorondum vom Zuli durch ein neues zu ersehen, das dem Geist des Völkcrbundspaktes und dem Willen der Völker entspricht, und geh« zur Tagesordnung über. Die Entschließung enthält also zwar weder den Ausdruck des Vertrauens noch des Mißtrauens gegenüber der Regierung, wendet sich aber durch ihre Schlußforderung deutlich gegen den Kriegs- ministcr Maginot. Die Radikale Fraktion hat unter Herriots Vorsitz beschlossen, für die sozialistische Resolution zu stimmen. Philipp Snowden ist als Ersatz für das Vertrauen der Arboiier zum Lord Jckenjhaw ernannt worden In Purpur und Hermelin gehüllt, unter den hierbei üblichen Zeremonien, hielt er seinen Emzug in das Haus der Lords. Die wenigen arbetterparteilichen Mitglieder fehllcu, Obstruktion Kommunistische Oauerreden gegen di In der Donnerstagsitzung des Preußischen Landtags gedachte Vizepräsident Dr. von Ä r i e s zunächst des am Vormittag im Landtag durch Herzschlag plötzlich verstorbenen Abgeordneten G r e b c(Z.).- Die Abgeordneten haben sich während der Trauer- kundgebung von den Plötzen erhoben. Einzigster Tagesordnungspunkt ist die Weiterbcratung der von dem Keschöftsordnungsausschuß vorgeschlagenen Aendcrungen der Geschäftsordnung.— In der sortgesetzten Allgemein- ausspräche wendet sich Abg. Schulz-Neukölln(Äomm.) gegen die angebliche Knebelung der kommunistischen Opposition durch' die beabsichtigten Aenderungen der Geschäftsordnung. Ohne Burgerkrieg werde sich das hungernde Proletariat nicht die politische ÜÖiacht erobern können. Das kor- rupte Parlament müsse mit Gewalt fortgejagt werden.(Vizepräsi- dent von Krieg crmahnt wiederholt den Redner, keine allgemeinen politischen Ausführungen zu machen, sondern zur Sache zu sprechen.) Die Tätigkeit der Kommunisten im Parlament könne nur darin bestehen, den bürgerlichen Staat revolutionär zu unter- höhlen. Mit einer verschärften Geschäftsordnung sei der Vormarsch der Kommunisten nicht aufzuhalten. Abg. Biester(D.-Hann.) begründet eine Reche von Ab- änderungsanträgen. Die Geschäftsordnung dürfe nicht dazu benutzt werden, die Rechte der Minderheiten zu beschneiden. Es folgt die E i n z e l b e r a t u n g der Paragraphen. Die Redezeit für den einzelnen Paragraphen ist für jede Fraktion auf zehn Minuten festgesetzt. Im ganzen stehe» 13S Paragraphen zur Abstimmung. An der Ausspracl>e beteiligen sich nur die Kommunisten, die also mit der Ausnutzung der vollen Redezeit bei jedem einzelnen Paragraphen obstruieren. Da die kommunistischen Redner, insbesondere die Äbgg. Schulz-Neukölln und Schwenk, sich wiederholt in schwer beleidigenden Acußerungcn ergehen und des- halb verschiadcirtlich zur Ordnung gerufen werden, beantragt Abg. Banmhofs(Z.), die Sitzung zu unterbrechen, da es un- möglich sei, in dieser unwürdigen Weise weiter zu verhandeln. im Landtag. e Abänderung der Geschästsordnnng. (Großer Lärm bei den Kommunisten.) Es sei notwendig, daß der Aeltestenrat sofort zusammentrete und eine Aenderung der fest- gesetzten Redezeit beschließe. Die Abgq. Schwenk(Komm.) und Schulz-Neukölln) protestieren gegen diese Vergewaltigung, die nur dazu dienen solle, eine not- wendige Kritik zu unterbinden. Die neue Geschäftsordnung sei ein Schanddokument. Die Mehrheit sei offenbar schwer mit Alkohol geladen.(Stürmische Entrüstung und minutenlange Schlußrufe im ganzen Hause.) Der kommunistische Abg. M ö l d e r s wird von der Sitzung ausgeschlossen, da er den Anordmingcn des Vizepräsidenten keine Folge leistet. Die Sitzung wird hierauf abgebrochen und aus 4)4 Uhr vertagt.• Nach Wiedereröffnung der Sitzung erklärt der Vizepräsident B a u m h o f f, daß der Aeltestenrat beschlossen habe, die Redezeit dahin abzuändern, daß für drei Abschnitte der Geschäftsordnung je zehn Minuten und für die übrigen drei Abschnitte je eine halbe Stunde Redezeit für die einzelnen Fraktionen festgesetzt werden. Die Kommunisten setzen die Obstruktion fort und beantragen, über diesen Beschluß des Aeltestenrats namentlich ab zu- st i m m e n. Die namernliche Abstimmung ergibt die Annahme des Vorschlags des Aeltestenrats mit allen gegen di« kommunistischen Stimme». An der weiteren Aussprache beteiligen sich nur noch die Kom- munisten. Das Haus vertagt sich schließlich aus Freitag l2 Uhr. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Wahl des Präsidenten. Da, wie bereits gemeldet, Genosse Leinert dringend gebeten hat, von seiner Kandidatur Abstand zu nehmen, hat die sozialdemokratische Fraktion den Genossen Abg. Wittmack(Magdeburg) nominiert. Ferner stehen auf der Tagesordnung die Abstimmungen über das Mißtrauensvotum gegen den Kultusminister und über die Gc- fchäftsordnung. Außerdem liegt dem Hause der Antrag des Ge- schäftsordnungsausschusies vor, die Immunität des Abg. Laden- d o r f f(Wp.) zur Strafverfolgung aufzuheben. Das Recht der Ausschußvorsihenden. Wichtige Beschlüsse des Aeltestenrats im Reichstag. Der Aeltestenrat des Reichstages beschäftigte sich am Donnerstag mit der Frage, ob die stellvertretenden Vorsitzenden der Ausschüsse berechtigt seien, die Ausschüsse einzuberufen. Anlaß zu dieser Erörterung boten die Beschwerden, die die nationalsozialisti- schen Borsitzenden des Rcchtsausschusses und des Auswärtigen Aus- schusies erhoben hatten. Der Vorsitzende des Rcchtsausschusics hat die Einberufung dieses Gremiums als geschäftsordnungswidrig bezeichnet, well sie von seinem Stellvertreter vorgenommen worden ist. Der Abgeordnete Dr. Frick hat sich dadurch beschwert gefühlt, daß sein Stellvertreter, der Abgeordnete Scheid cmann, nachdem Dr. Frick auf einen kommunistischen Antrag wegen Einberufung des Auswärtigen Ausschusses mehrere Tage lang überhaupt nicht reagiert hatte, die übliche briefliche Umfrage an die Fraktionen er- lassen hotte, durch die sie zu einer Stellungnahme zu dem kommu- nistischen Antrag veranlaßt werden sollten. Herr Frick ist dabei so weit gegangen, diktatorisch von sich aus zu erklären, daß er eine Einberusung des Ausichusses nicht vornehmen werde. Der Aeltesten- rot hat jetzt einen schon früher gefaßten Beschluß be- ftütigt, wonach die stellvertretenden Vorsitzenden ermächtigt sind, bei Versagen der ersten Borsitzenden Sitzungen der Ausschüsse anzuberaumen. Den Ausschüssen selbst bleibt es über- losien, im Falle des fortgesetzten Nichterscheinens der gewählten Funktionäre andere Vorsitzende zu bestellen. Die Kominunisten stellten sodann den Antrag auf Cinberu- i u n g des Reichstages für nächsten Mittwoch. Sie fanden die Unterstützung der Deutschnationalen und der Landvolkpartei. Die meisten übrigen Mitglieder des Aeltestenrats wiesen darauf hin, daß der Antrag gar nicht auf der Tagesordnung gestanden habe und daß sie nicht cn der Lage seien, ohne Befragung ihrer Fraktionen ein Votum abzugeben. Schließlich kamen noch Anträge und Anregungen auf eine neue Diätonherabsetzung zur Sprache. Der Vertreter der Bayerischen Volkspartei verlangte die Einsetzung eines Unterausschusses, in dem über eine ZOprozentige Diätenverminderung während der sitzungsfreien Zeit verhandelt werden soll. Außerdem lag ein älterer Antrag des Landvolkes vor, der ebenfalls Diätenver- türzung in verschiedenen Abstufungen fordert. Es entspann sich eine längere Debatte, in der von den Vertretern mehrerer Parteien>nit Nachdruck darauf hingewiesen wurde, daß man der falschen Auffassung, wonach die Arbeit der Wgeordneten nur in der Tellnahme an den Sitzungen bestehe, entgegentreten müsse. Die Antragsteller selbst legten in der Vertretung ihres Vor- fchlages keineswegs besondere Entschiedenheit an den Tag. Von kommunistischer Seite wurde der Vorschlag wieder aufgenommen, die Diäten nach den Einkommens- und Vermögensverhältnissen der Abgeordneten abzustufen. Schließlich aber wurde festgestellt, daß der Acltestenausschuß für irgendwelche Beschlüsse in der ganzen Frage nicht zuständig sei und daß sie deshalb bis zum Wiederzusammentritt des Plenums o e r- tagt werden müsse. Oer Schuldner Reich. Die Invalidenversicherung durch Reichsschasianweisungen gelähmt, aber die Regierung kennt nur Senkung der Renten. Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstags nahm am Donnerstag zur Behebung der Finanznot der Jnvalidcnver- s i ch e r u n g einstimmig folgenden sozialdemokratischen Antrag an: „Der Ausschuß beschließt, die Reichsregierung zu ersuchen, besondere Maßnahmen zu treffen, um den notleidenden Landesversicherungsanstalten die erforderliche Flüssigmachung von vor- handenen Vermögensbeständen zu ermöglichen" Ministerialdirektor Gricser vom Reichsarbeitsministerium gab eine ausführliche Darstellung über die F i n a n z n o t der In- validen- und Unialloersichcrung, ohne jedoch etwas über die Absichten der Reichsregieriing verlauten zu lassen Auch eine entsprechende Anfrage der Sozialdemokratie oermochte nicht, dem Regierungs- Vertreter den Mund zu öffnen. Immerhin machte er gewisse An- dcutungen, wonach die Leistungen der Invalidenversicherung wieder auf den Stand gesenkt werden sollen, wie er vor der Lex Brüning war. In der Unfalloersicherung scheint eine Aufhebung der kleinen Renten geplant zu sein. In der Aussprache bezeichnet es der Abgeordnete Müller- Lichtenberg(Soz.) als Irrtum, wenn gesagt werde, daß vom Reich weitere Leistungen zur Sanierung der Invalidenversicherung ver- langt werden. Das Reich schulde den Rcichsverjicherungsanslalten lalsächlich hohe Summen, und es habe der Zllvalidenversicherung! Verpflichtungen auserlegt, ohne die entsprechenden Zuschüsse zu leisten. Der Gedanke, die Renten bis zu 2l) Proz. zu kürzen, müsse entschieden abgelehnt werden. Eine Vorwegnahme der Rentenrege- lung vor der Verwaltungsreform sei gleichfalls unannehmbar. Abg. Aufhäuser(Soz.) verlangte eine sofortige Ent- s ch e i d u n g des Ausschusses zur Behebung der Kassenschwierig- leiten. Das Reich habe vor zwei Zahren der Invalidenversicherung Reichsschahanweisungen in höhe von löZ Millionen Mark auf- genötigt, die heute in der Zeit der Rot nicht flüssig gemacht werden könnten. Es dürfe der Invalidenversicherung nicht zugemutet wer- den, durch Verkauf von Effekten das Versicherungsvermögen zu ver- geuden. Aufhäuser verwies auf die Hilfsbereitschaft des Reichs- finanzministers bei den Zusammenbrüchen van Banken und ver- langte eine sofortige Mitwirkung des Reichs, um die Landesversicherungsanstaltcn davor zu bewahren, daß sie demnächst Unterstützungen nicht mehr auszahlen können. Kommumstische Fälschung erwiesen. Gericht stellt Verleumdung wider besseres Wissen fest. Die konmiunistischen Fälschermethoden wurden in einer Ver- Handlung an den Pranger gestellt, die am Donnerstag vor der großen Strafkammer des Landgerichts I in Berlin stattfand. Der Sachverhalt ist folgender: Der Angeklagte, ein zehnmal wegen gemeiner Vergehen vor- bestrafter Techniker D ö r s a m hatte sich in einer Rechtssache an den Abgeordneten K u l t n c r als Mitglied des�Prcuhischen Rechtsausschusses gewandt. Kuttner vertrat diese Sache auch, die aber wegen der falschen Angaben Dörsams erfolglos war. Zum Dank veröffentlichte Dörsam in dem kommuiiistischen„Echo des Ostens" kurz vor den letzten Reichstagswahlen einen angeblichen Brief Kuttners, der von A bis Z gefälscht war. Als Kuttner diese Fäl- schung im„Vorwärts" festnagelte, behauptete die„Rote Fahne" in drei Artikeln, daß der Brief e ch t sei und daß der„Vorwärts" lüge. Der Angeklagte Dörsam war in erster Instanz wegen übler Nachrede zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Hiergegen hatten er und der Staatsanwalt Berufung eingelegt. In der Berufungsverhaichlung wurde zunächst die vor deni kommissarischen Richter gemachte Aussage Dörsams verlesen, der wegen weiter Entfernung vom persönlichen Erscheinen entbunden war. Dörsam gesteht in dieser Aussage offen zu, daß der vom„Echo des Ostens" veröffentlichte Brief Kuttncrs an Dörsam niemals exi- stiert hat. Er habe ihn vielmehr selber erfunden und zu- sammen mit dem kommunistischen Redakteur Rosen- bäum die Verbreitung des gefälschten Briefes durch die kommu- nistische Presse verabredet. Allerdings will Dörsam insofern keine Urkundensälschung begangen haben, als er sie niemals als Original des angeblichen Briefes vorgelegt habe, sondern immer nur eine angebliche Abschrift ohne Unterschrift der Redaktion des„Echo des Ostens" vorgezeigt habe. Diese Abschrist habe er gleich nach Gc- brauch vernichtet.(Das ist der Brief, von dem die„Rote Fahne" behauptet hat, er existiere und würde im Termin vorgelegt werden!) Der als Nebenkläger und Zeuge anwesende Genosse Landtags- abgeordneter K u t t n e r erklärte zunächst unter Eid, daß er den im „Echo des Ostens" veröfsenllichten Brief, wie es auch Dörsam selber zugebe, niemals geschrieben habe, sondern daß es sich um eine glatte Fälschung handle. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte gegen Dörsam eine Gefängnis st rase von fünf Monaten. Der Nebenkläger Kuttuer gab seinem Bedauern Ausdruck, daß es nicht möglich gewesen ist, die kommunistischen Drahtzieher, die sich des vorbestraften Subjekts Dörsam als Werkzeug bedient haben, gerichtlich zu belangen. Der verantwortliche Redakteur des„Echo des Ostens", Schneller, hat sich hinter seine Abgeordneten- Immunität oerschanzt. Wenn aber tatsächlich die Redaktion des kommunistischen Blattes eine bloße Abschrift ohne Unterschrift als Dokument abgedruckt hat, obwohl Dörsam als Adressat doch im Besitz des Originals hätte sein müssen, so zeige das, daß die kommunistische Redaktion hier nicht etwa hereingelegt worden sei, sondern mit einem Fälscher niederster Sorte gemeinsame Sache gemacht hat. Da die Hauptschuldigen sich nun hinter ihre Immunität ver- schanzen, so bliebe ihm. dem Neoenkläger, kein anderer Weg, als gegen das Werkzeug, gegen Dörsam. vorzugehen. Er tue dos hauptsächlich. um der Oeffentlichkeit zu zeigen, mit welch verwerflichen Mitteln und mit Hilfe welcher Subjekte die Kommunisten ihre politischen Gegner bekämpfen. Das Gericht verurteille Dörsam zu vier Monaten G e- f ä n g n i s, indem es über das Urtell der Vorinstanz hinausging. Es stellte fest, daß Dörsam nicht iwr üble Nachrede, sondern eine Verleumdung wider besseres Wissen im Sinne des§ l8? StGB. begangen hat. Urkundenfälschung liege nicht vor, weil die Angabe des Dörsam nicht zu widerlegen sei, daß er nur eine angebliche Ab- schrift benutzt habe. Eine Abschrift sei aber keine Urkunde im Rechts- sinne. Im übrigen aber sei die Tat so gemein, daß eine empfindliche Strafe angemessen sei. Dörsam wird diese Strafe abzusitzen haben. Moralisch verdient hat sie die kommunistische Redaktion des„Echo des Ostens". Gchnelljustiz— gegen Republikaner! Urteile in Eutin. Eukin, 26. November. Im Zusaimnenhang mit den letzten politischen Zusam- m e n st ö ß e n in Eutin verurteille das Große Schöffengericht drei Angehörige des Reichsbanners wegen Waffenbesitzes und Landfriedensbruch zu Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu einem Jahr Gefängnis. Ein Nationalsozialist, der am Tage nach den Un- ruhen einen politischen Gegner mit einem Karabinerhaken verletzte, erhielt sechs Monate Gefängnis. lGcwerkschaftlichcs siehe 2. Beilage.) Lerantwortlich kill Politik: Victor Schiff: Z3irts>l«ft: 6. ftlinflclfiöict; iScwerkichaftsbeweauna: 3. Sic inet; Scjillcton: St. Jod» Stfiilomli; Lokales und Sonliisc»: Still Narftädt; ilitjetflcn: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Berlaa: Vorwärts-Veilaa S m b. S.. Berlin. Druck; Boewcirts-Buchdruckcrel und Bcelagsanstalt Paul Siuncr u. Ca.. Berlin SB S8, Lindensiraiic Ii. Lier,»•< Beilemea. WERTHEIM Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Sottfeit(Dowrati «.».Fe £ehensmitte1 Frisch. Fleisch Ochsen-SuppenfL. 0.58 Och; nschmorfl.•.*«■ 0.86 Fr. Rinderzungen Ptd.0.90 Talg 0.40 Gehacktes 0.64 Kalbsbrustu. Rücken 0.t8 Kalbskotelett Pfund 0.98 Schweinebauch Pfund 0.68 Schweineschinken. 0.74 Schweinekamm Schuft 0.7Ö Bratfei tiges Fett Pfd. 0,64 la Berliner Bratwurst 0.94 KaBler.. Pfund von an 0.74 Euter 0.26 Lunge Pfd. 0,32 GetlOgcl, Wild Mastgänse Pfd. o.mo.mO 78 Hühner.Pfund von an 0.70 Enten.. Pfund von an 0.72 Gänsestückenfl.Md.v. 0.85 Rehfloisch«ö;*-"«uio Md. von an 0.85 1.10 1.18 Obstu.CemOse E6-u. Kochäpfel 0.07 0.10 Eß-u.Kochbirn.3Pid. 0.28 Tafeläpfel Pfd. 0.15 0.20 Hasenköpfe 2 Pfund 0.35 Amerikan. Äpfel Pfd. 0,25 Feigen Pak. 0.22 Pfund 0.28 Walnüsse...Pfund 0.32 Paranüsse...Pfund 0.45 WelB-, Wirsingkohl, Pfd. 0.05 Rotkohl, Sellerie Pfd. 0.06 Möhren gowaseh. 3Pfd. 0.10 Rote Rüben.. 5Pid. 0 20 B'attspinat..3 Pfund 0.25 Blumenkohl Kopf v. an 0 10 Rosenkohl..2 Pfund 0.25 Wurstwaren Hall. Blut- u. Leberw. 0.62 F.eischwurst..Pfund 0.80 Dampfwurst.- Pfund 0.80 Landleberw. Pfd. t.is 084 Jagdwurst. Pfund i.is 0.90 Me'.twurst(Br. ah) Pfd. 0.90 Feine Leberw. Pfd. i.«> 1.14 Zervelatwurst. Pfund]. ig Salamiwurst..Pfund 1.18 Teewurst faino, Pfund 1.28 Filetwurst... Pfund 1.34 Zervelatw. i, Faitd.t.«] 30 Speck fe I V. 0.85 mag.*.] 05 Schinkenspeck P,und1 28 Käse q. Fett Camembert voiiiatf,_. Halbmond, Schach dal 0.24 Harzerkäse ca. i-Pfuhd 0.30 Emmental. Art sPort. 0.58 Blockkäse(TilsllerArt) halbteH, Pfund 0.56 Tilsiterkäse voiif.,Pfd. 0.68 Holländer u.Edamer Volt fett, Plurd 0.70 Briekäse voiifet«, Pfd. 0.70 Margarine, Kokosfett 1 Pfund 0.75 Reh-, Bratenschmalz 0.52 Molr ereibutler 1.10 1.24 Markenbutter»iiarf. 1.38 Oän. Lut.er..Pfund 1.36 Fische Schellfisch Pid. V. an 0.1 2 Rotbars o. K., Pfd. V. an 0 12 Kabeljau o.k., Pfd.v.an 0.12 Kaboljaufilet Pfd. v. an 0.22 Grüne Heringe3Pid.v.0.42 Zander gafror. Pfd.v. an 0.35 Leb. Hechte, Schleie 0.66 Leb. Karpfen Pfd.v.an 0.72 gerjtuchcrt FettbücklingePfd.v.an 0.28 Schellfische Pfd. v. an 0.28 SeelachsPfundvon an 0.32 Makrelen, Steinbeiß. C. 38 Sprotten Pfund von an 0.35 FlundernPfo.0.38Bd.v.0.20 Aale Pfd. v.lVO Bd. v. 0.30 Kolcnisiwaren Olympia-Mehl 5 Ptd.-Beufol 1.55 4.45 1.35 Rauhreif- M hl 5 P.O.. deulel 1.55 Kartoffelmehl....020 SultaninenPfd. o.7ao«4 0,48 Rosinen.. Pfund o.6S 0.46 Korinthen.Pfund o.« 0 56 Zitronat 1.10 Orangeat 1.00 Mandeln Pfd. z.io t.o« 1.40 Kokosnuß gerasp., Pld. 0.42 Mohn blau 0.36 weifj.Pfd. 0.52 Bruchreis 0.12��0.14 Haferflocken.Pfund 0 22 Hartgrieß. Pfuna 0.19 0 27 Gelbe Erbsen pol.«.35 0.26 Aptefsinen pL 53, 68 pi. Hirschfleisch S?"75«.!gü8S-t LaChS gefroren ganze Fische, � BS__ Pfund von an P». Konserven Do» Sehn.- u.Brechb. 0.42 0.55 Gemüse-Erbsen.. 0.52 Junge Erbsen. fein 0.98 Kaiserschoten... 1 30 GemischtesGemüse 0.60 Gem. Gemüse, fein 1.25 Bruchspargel. afarkf.SO Spinat 0.42 Sellerie 0.68 Pflaumen 0.58 o. Stein 0.72 Wein Preise für l;i Flascne ohne Glas 1930 Edenkobener. 0.65 1930 Dürkh. Portugs. C.8J 1930Mesen.König b. 0.95 1928 Mand, Rosengt. 1.25 1924 Cnät.doReignac 1.20 1921 Chat. La Lagune 1.40 Tairagona... Liter 1.10 Span. Rotwe n liier 1.10 Weinbrand 3 Krön., Ltr. 4.60 Ar. 555• 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 27. November-1934 mueifeLeck: Abenteuer 2»! Xlffafooii Ich stand auf der Pra�a do commercio und überlegte mir, was zu tun sei, als ich vor dem Zollgebäude rechter Hand einen amerika- nischen Wagen bemerkte, der durch seine lackierte Eleganz oufsieb Ich trat einige Schritte näher: im gleichen Augenblick sah ich einen hochgewachsenen Herrn um das Auto kommen: ihm folgte ein Zollbeamter in Uniform und eine Dame, der ein Kenner unschwer die Amerikanerin ansah.„Aha," dachte ich,„reisendes Ehepaar aus USA., eins von den vielen." Ich habe mir im Laufe meiner zahlreichen Reisen eine gottes» fürchtige Unverschämtheit angewöhnt: ich trat also näher und ver- suchte die zahlreichen Leistungsplaketten und Klubschilder zu cnt- Ziffern, die an der Kllhlerwand befestigt waren. Der alte Herr, der vielleicht gar nicht so oll war(weil die meisten Amerikaner nach dem vierzigsten Lebensjahr ergrauen), konnte sich mit dem portu- giesischen Zollbeamten nicht verständige». Ich ging also noch näher und hörte, wie der Amerllaner um eine Auskunft bat: er wollte nach Villa Monserrate und Cintra fahren und wußte nicht, wie er das machen sollte. Während er unentwegt in nuschcligem Englisch auf den Zollbeamten einredete, entfaltete er eine Karte und fuhr mit dem Finger einer Linie nach, die er für den Weg nach Cintra hielt. Die Dam« war nun auch hinzugetreten: sie fügte ihre Erklä- rangen den Meinungen des Gallen hinzu: aber der gute Zollfritze stand, als wäre er gerade geboren worden. Die heiße Tejosonne schien ihm in seine erstaunten Augen. Ich hatte Gelegenheit zu zeigen, daß die Deutschen höfliche Menschen sind: ich sagte, ich kenne den Weg nach Monserrate und nach Cintra; wir können über Belem zurückkehren. Da ich es mit Amerikanern zu tun halle, nannte ich auch die Kilometerzahl, beschrieb genau den Weg, zählte einige Sensationen auf(z. B. die Grabdenkmäler des Vasco da Gama und des Camoens) und wollte mich gerade zurückziehen, als ich sehr herzlich eingeladen wurde, mll nach Cintra zu sahreu. Der Mann hieß Bürden, James Bürden, ein prachtvoller, heiterer Geselle, der mir später erklärte, er sei in Chikago 5)äuscr- matler gewesen.„Das ist Gwendolyn," sagte er und zeigte auf seine Frau. Ich sagte, diese Frau sei eine typische Amerikanerin; ich erkannte sie an dem hohellsvollen Blick, ferner an der Kette echter Perlen und an einem Lorgnon, von dem allerdings nur selten Ge- brauch gemocht wurde. Bürden, der Häusermakler sagte:„Wir sind von USA. hergekommen, um hier die Schönheit zu suchen— wenigstens meine Frau, die Gwendolyn."„Das ist wahr," stimmte Gwendolyn bei,„aber mein Mann vergißt manchmal, wo er ist." Ich wußte nicht, worauf sich das bezog: Bürden lachte gutmütig: „Wir beide, Gwendolyn sowohl als auch ich freuen uns, wenn wir mal'n guten Tropfen Wein trinken können." Es war wirklich ein prachtvoller Wagen; die völlig ausgehöhlten Wege nach Cintra fuhren wir wie in Abrahams Schoß. Der «eisende Häusermakler entpuppte sich als ein wahres Juwel von Mensch: während er mit großer Geschicklichkeit den Wagen lenkte, fand er viel Zeit, sich bei mir nach Land und Leuten zu erkundigen. Wahr ist. daß seine Anschauungen etwas einfach waren; obwohl er sich nach außey hin mit- Gwendolyn stets einverstanden erklärte, merkte ich doch, daß er eigentlich die Umgebung zu„malerisch" fand. Er vermißte die rauchenden Schornsteine, Krane, Wcllblechschuppen, /�Garageuhäuscr. Einmal hielten wir an, weil Gwendolyn darauf bestand, sich von einem Heckenrosenstrauch einen Zweig abzubrechen. Bürden und ich bekamen eine Blume ins Knopfloch gesteckt. In Cintra staunte Bürden über die Burg: Möbelstücke, die ihm gefielen, beklopfte er genau und untersuchte sie aus ihren Material- ivert. Wirklich interessant fand er einen Raum, in dem. wie der Führer crzählle. ein Königssohn sieben Jahre gefangen gesesien hatte. Gwendolyit, die sich das romantische Leben der Königinnen vorstellte, war begeistert Sie drückte mir mehrfach im Ueberschwang die Hand und bedankte sich dafür, daß ich mitgekommen sei. Ich wies energisch zurück; aber die beiden waren so voll überströmender LicbenswürdigkeU, daß ich mich gar nicht wehren konnte. Bürden wurde lustig wie ein kleiner Junge: der alte weißhaarige Knabe spielte mit den Portugiesenkindern auf dem Schloßplatz Nachlaufen. Gwendolyn mußte ihr übliches„Aber Jaines" inehrfach von sich geben, bis wieder Ruhe war. Die Jungs starrten uns an wie Wunder aus dem Märchen; Bürde» opferte olles Kleingeld, das er in der Tasche trug. Es gab ein Geschrei und ein Gcjubcl, daß man sein eigenes Wort nicht verstehen konnte. Wir saßen in dem Gastziinmer eines kleinen Restaurants: die Tischtücher waren befleckt und die Spaghetti kalt; ober James blickte nur nach der Weinkarte. Wir stießen auf das Wohl unserer Vater- liinber an Es war wirklich eine prachtvolle Stimmung. Auf der Rückfahrt sahen wir uns Belem an, vergaßen auch«»cht, einen Blick auf die von mir erwähnten Grabdenkmäler zu werfen. Die Hitze des Tages begann zu schwinden: gleichmäßig rollte unser Wagen dahin: ehe ich mich versah, stand ich wieder auf der Pra?a da commercio. Am folgenden Tag machte ich einen«Spaziergang durch die v.roße Freihellsallee; ich bewunderte. die eleganten Portugiesinnen lind staunte das ungezwungene Leben an. das sich vor den Kasfee- Häusern entwickelle. Ich dachte:„Sie haben hall den Schuß Cham- ; ogncr im Blut, den Bismarck bei uns vermißte." Während ich langsam weiter schrill mü, mir unter den glühenden Strahlen der Sonne die verschiedensten Begriffe. Bismarck. Champagner, Portu- giefinnen, Kaffeehäuser, wild durch den Kopf wirbelte», sah ich plötzlich vor mir die Hinterfront eines Menschen, der mir bekannt war. Natürlich. Bürden. Bürden allein. Er sah nicht anders aus als gestern, hatte die Pfeife im Mund, den Hut etwas keck aus der rechten Kopfselle: aber irgend etwas in seinem Auftreten wollte mir nicht gefalle». Er sucht wieder Fabritschornsteine und Wellblech- hallen dachte ich. während Gwendolyn in einem Museum sich um das Verständnis der Kunst plagt. Ich verstehe, daß er das Bedürfnis hat. mal ollein zu gehen; die beiden find ja doch ein wenig ver- schiedener Natur. ..'n Tag. Mister Bürden," sagte ich,„wie geht's? Ist Ihnen die gestrige Fahrt gut bekommen...?" Bürden sah mich etwas verschwommen an.„Das ist in Ord- nung," sagte er.„aber denken Sie sich, gestern, kaum daß wir uns von Ihnen getrennt verabschiedet hatten, traf ich einen Herrn, dessen Namen ich nicht verstanden habe."' „Einen Herrn, dessen Namen Sie nicht verstanden haben? Und Ihre Gattin... hat sie ihn auch nicht verstanden...?" Gwendolyn war schon im Hotel." „Sie waren also allein mit jenem Herrn, dessen Namen Sie nicht verstanden haben?" Bürden nickte; ich merkte, daß er geneigt war. seinem Herzen Luft zu machcit. Wir setzten uns an eins der kleinen Marinar- tischchen, die vor einem Kaffeehaus standen. Ein speckiger Kellner schob uns Tee hin; es gab hier mehr Fliegen als Gäste. Wir mußten um uns schlagen, um nicht van ihnen aufgefressen zu werden. Während Bürden erzählte, füllte sich die Avenida da Liberdade mit Spaziergängern und eleganten Automobilen: der abendliche Korso begann. „Es ist natürlich so," sagte Bürden,„daß ich einen gewissen Frecheitsdrang verspürte; darüber möchte ich Sic nicht im unklaren lassest. Ich sehe gern mal ein Tanzlokal, obgleich ich mich für zu gesetzt halte, um selbst noch an diesem Vergnügen teilzunehmen. Gwendolyn, die eine Seele von einem Menschen ist, denkt über der- artige Vergnügen zu streng. Der Manu, den ich kennen lernte, war ein Phänomen an Romaillik. Er sagte mir, er habe dreißig Jahre in Mozgnibique als Gefangener gesessen. Mojambique, müssen Sie wissen, ist eine wllde Insel irgcirdwo da unten bei Asritä. Never mind. Ich meine, wenn dieser Kerl, wie er mir gesagt hat, vor dreißig Jahren seinen Leutnant niederschlug, so daß dieser nicht wieder aufstand, verdiente er das ja wohl. Nun, sagte er, hätten sie ihn begnadigt, und er sei wieder in Lissabon. Glauben Sie das? Was sagen Sie dazu? Sie sind doch auch in der Welt herum- gekommen?" Ich zuckte die Achseln. Bürden fuhr fort:„Ich habe'ne gewisse Schwäche für außerordentliche Schicksale: das ist wahr. Bei uns in USA. geht der Tag so ziemlich regelmäßig seinen Weg, und wenn unsereiner nach Europa kommt, will er was erleben." „Es gibt hier auch viele Kerle," sagte ich,„die auf Reisende scharf sind so wie Sie Mister Bürden. Die erzählen dann das Blaue vom Himmel herunter, weil sie hoffen, irgendeinen Vorteil dabei zu erwischen." Bürden nickte:„Der Mann war ganz braunschwarz wie ein Neger. Habe mir gesagt, daß die Sonne in Mozambique natürlich allerlei Hitze in sich hat, und daß ein Mensch kein Pferd ist. Wenn man sich da unten dreißig Jahre lang aufhält, wird man'n braunes Fell kriegen. Was meinen Sie dazu? Sie sind doch auch in der Welt herumgekommen?" „'n braunes Fell wird man schon kriegen," sagte ich. „Eins war dem Burschen jedenfalls nicht ausgebrannt worden. Er halle'n feinen Riecher: er wußte gleich, daß ich mal gern so'n bißchen Frccheit genossen hätte. Ein kleines Tanzlokal oder so was, wo man die Damen nicht gerade gern mit hinnimmt. Und da Gwendolyn gerade im Hotel war und gesagt hatte, sie sei ermüdet und wolle sich früh hinlegen... Verstehen Sie jetzt...?" Ich verstand. Bürden machte eine ziemlich unglückliche Figur. „Was ist nun geschehen?" „O nicht viel! Wir sind ein wenig spazieren gegangen; und es war mir, als hätte der Kerl meine geheimsten Gedanken eher gewußt als ich selbst. Ich bin ein Mensch, der sich gern lenken läßt; aus reiner Bequemlichkeit, wissen Sie. Wir waren in der alten Stadt; ich habe meine Ohren aufgesperrt. Die alte Stadt, sagte der Mann immer in seinem scheußlichen englisch: ober das habe ich verstanden: man hätte es übrigens auch schon an den Straßen sehen können. Es gibt da Lanze Rechen von Häusern, die wir in Chikago nicht als Zeitungskioske benutzen möchten. Die Kneipe, in die wir schließlich gingen, hieß„Zum Hafen von Mozambique": das muß für den Kerl eine Art Wollust gewesen sein, jetzt, nachdem er bc- gnadigt war, sich in eine Kneipe zu setzen, die so hieß. Was mag er sich dabei gedacht haben? Wahrscheinlich: gut, daß ich hier bei einem kühlen Tropfen sitze, während die anderen unter der Sonne Afrikas schwitzen. Nicht wahr?" „Wäre auch möglich, daß er sich gedacht hat: Gut, daß ich jemanden gefunden habe, der mir eine Flasche Wein bezahlt„..." Bürden wehrte ärgerlich ab:„Das ist selbstverständlich, dos bedarf gar keines Wortes. Wem« ein Mensch aus einer dreißig- jährigen Gefangenschaft kommt, kann man ihm ja mal'ne Flasche Wein bezahlen. So ein Itlbiläum gibts ja schließlich nicht all- Tag«.� „Sicherlich! Haben Sie auch getanzt, Mistcr Bürden...?" „Ja, getanzt und getrunken.. „Und was ist nun los...?" Bürden neigte sich zu meinem Ohr:„Erstens ist Gwendolyn verschnupft, und zweitens, ist meine Brieftasche mit meinem Scheck- buch weg." „Gestohlen..." Bürden zuckte die Achseln. „Sie müssen die Schecks sofort sperren lassen..." Wir erhoben uns, zahlten und schritten die Avenida hinab. Bürden sagte:„Das lohnt sich nicht; da waren nur noch hundert Dollar drauf. Wenn mir einer das Scheckbuch geklaut hat, so soll er sich mll den hundert Dollar einen glllen Tag machen. Nee, ein Mister Bürden läuft hundert Dollar nicht nach." „Aber Gwendolyn..." Burdens Gesicht verfinsterte sich.„Das ist wahr," sagte er, „mit Gwendolyn ist die Geschichte schwieriger..." Bierden wollte mich bestimmen, mit ihm ins Hotel zu gehen; aber ich lehille ab: die Perlenkette und das Lorgnon hatten mir einen Respekt abgenötigt, der mir erst jetzt zum vollen Bewußt- sein kam. Ich sah Bürden noch eine Zeitlang: er schritt vorsichtig, in tiefen Gedanken. 3)r. Mmis Vieler: 3>ie weißen Stellen der Xandkarle In früheren Jahrhunderten haben die Hersteller von Land- karten die einzelnen Teile, die noch nicht bekannt waren, entweder aus sreier.�Phanfafic willkürlich ergänzt und damit manchmal größte Verwirrung gestiftet, oder sie haben dort allerlei schmi'ickendcs Beiwerk, auch Fabelwesen und Seeunqcheuer eingezeichnet. Erst im 1�. Jahrhundert, als 1716 der erste neuzeitliche wissenschaftliche Atlas von Homann erschienen war, verzichtete man auf diese phantastischen Beigaben und ließ lieber die tatsächlich noch unbe- kannten Gebiete auf der Karte unausgefüllt. Erst seit dem Beginn unseres Jahrhunderts sind, mit Ausnahme der Polargebiete, diese weißen Stellen aus den Landkarten allgemein verschwunden. Man will damll zeigen, daß das Bild unserer Erde heute in großen Zügen allenthalben bekannt ist. Trotzdem sind wir von einer richtigen genauen Vermessung und tartenmäßigen Festlegung aller. auch der bekannten und bereisten Gegenden der Erde noch sehr weit entfernt. Ja sogar für den weitaus größten Teil der Erde gibt es noch keine genauen Karten etwa in der Art, Ausführung und Zuverlässigkeit, die unsere europäischen Karten besitzen. Welche Gebiete sind wirklich erforscht? Wirtlich zuverlässige Karten gibt es nur für etwa 27 Mil- lionen Quadratkilometer, das ist ein Gebiet etwas größer als Nord- amerika, noch nicht ein Fünftel der gesamten Landoberfläche der Erdkugel! Für die übrigen vier Fünstel sind die Angaben der Landkarte sehr viel unzuverlässiger, da sie meist nur auf einer An- einanderrcihung von sogenannten Routenaufnahmcn und sonstigen Beobachtungen von Forschungsreisenden, aber nicht auf genauen Vermessungen beruhen. Auch unsere großen Handatlanten bringen für die meisten Länder nur Uebersichtskartcn in kleinem Maßstab, aus denen zwar die allgemeinen Obcrflächcnformen mit Ge- wässern, Gebirgen, Hoch- und Tiefländern zu erkennen sind, die ober keine Einzelhellen zeigen. Wollte man den Versuch machen, nur mit einer solchen Uebersichtskarte ohne andere Hilfsmittel etwa durch das Innere eines Erdteils zu reisen, so würde man sich nicht zurechtfinden; denn abgesehen von dem Fehlen aller nötigen Einzelheiten, die man zur Orientierung braucht, enthalten diese Karten auch noch manche Fehler. Auch in neuester Zeit gibt es bei Forschungsreisen gelegentlich noch große Ueberraschungen und wichtige neue Entdeckungen. Geographische Ueberraschungen. Eine solche Ueberräschung war z. B. im Jahre 1327 die Eni- deckung des Tscherskigebirgcs. Ich selbst konnte auf«neiner Reise in der noch wenig erforschten nördlichen Mandschurei feststellen, daß dort Flüsse und Gebirge aus den neuesten Karten um über 100 Kilometer verschieden eingetragen waren daß die deutschen Atlanten dort nicht unerhebliche Fehler aufweisen. Gewiß werden Ueberraschungen dieser Art immer seltener, und das Beispiel des Tscherskigebirgcs wird wohl eine der letzten dieser Art sein. Die kartographische Vcrmesstmgsarbeit stellt jährlich neue Karten von vorher weniger bekannten Gebieten her. So sind in den letzten Jahren durch eine deutsch-russische Expedition in dem schwer zu- gänglichen, wild vergletscherten Hochgcbirgsland von Pamir in Zentralasien Karten aufgenommen worden, deren Genauigkeit die- jenige von Spezialkärten Deutschlands erreicht, und sogar in der Szirtenrepublik der Mongolei wird ein- staatliche Landesaufnahme vorbereitet, welche die dortigen, bisher wenig erforschten Steppen- gebiete kartographisch vermessen soll. Die weißen Stellen der Landkarte. Auf genauen Karten nehmen die weißen Stellen, das heißt die ungenügend erforschten Gebiete, noch immer die Hälfte der gesamten Landsläche der Erde ein! Naturgemäß sind die Küsten der Fest- länder am srühesten erforscht worden und daher auch am genauesten kartcnmäßig aufgenommen. Seckorten von großer Genauigkeit, die freilich vom Lande nur die allernächste Umgebung der Küste dar- stellen und nur für Schisfahrtszw.ecke dienen, besitzen wir heute von fast allen FestlandSküsten und wichtigen Inseln. In Europa zeigt die Landkarte nirgends mehr weiße Stellen. Auch von de» karto- graphisch am schlechtesten bearbeiteten europäischen Gebieten wie Island und Albanien gibt es gut brauchbare Uebersichtskarte». Die ausgedehntesten weißen Stellen finden sich im Polargebiet und im Innern der außereuropäischen Erdteile. Wasscrlosc Wüsten und undurchdringliche Urwälder, unwegsame Hochgebirge und dürre Trockensteppen, feuchcheißes Fieberklima und ewig gefrorener Frostboden setzen in gleicher Weise den Forschung?- reisenden Hindernisse entgegen und erschweren im- besonderen Maße die Arbeit des mit topographischen Meßgerät, Meßplatte, Kompaß und empfindlichen, schwer transportablen Präzisionsinstrumenten arbeitenden Landmessers. Daher finden sich die großen weißen Stellen der Landkarte in den großen Waldgcbieten der Erde, wie in Sibirien, im Tieflandc des Amazonenftroms und' in der malaiischen Inselwelt einschließlich Neuguineas, und in Kanada, ferner in den eintönigen nordischen Sumpf- und Mooslandschaften, den sogenannten Tundren Sibiriens, Kanadas und Alaskas, so- dann in den steppen- und wüstenhaften Hochländern Vorder- und Zentralasiens, in den Sandwüsten Nordafrikas, Arabiens und Australiens und in der eisgepanzerten Ocdc der Polarwclt. Zu den naturgegebenen.Hindernissen, die sich der Erforschung entgegenstellen, kommen da und dort noch die politischen. Die unbekanntesten Gebiete der Erde. Will man unter den genannten Gebieten noch eine engere Auswahl derjenigen Gegenden treffen, in denen uns die Grund- lagen einer Kartendarstellung am meisten mangeln, so sind das außer den von Menschen überhaupt noch nicht erreichten Land- strichen im Nord- und Slldpolargebiet namentlich die großen Urwaldländcr. Seit Jahren schon steht das Flugzeug im Dienste der Kartenaufnahme, da es mühsame Bodenarbeit beträchtlich ver- einfachen und abkürzen hilft. Im nördlichen Südamerika sind in den letzten Jahren zur Feststellung und Regulierung der Staats- grenzen Kolumbiens und Venezuelas mit großem Erfolg vom Flug- zeug aus aufgenommene Flugbildcr verwendet worden, und ebenso ist in vielen anderen, sonst schwer zugänglichen Ländern eine ge- naue Kartcnaufnahme von der Luft aus in Angriff genommen. An einer internationalen Weltkarte im Maßstab 1: 1 Otill 000 wird In wissenschaftlicher Zusammenarbeit aller Staaten seit langem ge- arbeitet. So dürfen wir hoffen, daß die weißen Stellen unserer Landkarte vielleicht im Laufe weniger Jahrzehnte einer über die ganze Erde sich erstreckenden genauen Kartenausnahme Platz ge- macht haben werden. Rallen als Wellerpropheten. Während der Stürme, die in den letzten Tagen die Küste der Bretagne heimsuchten und schweren Schaden hervorriefen, hat man merkwürdige Beobachtungen über den Wellersinn der Rallen gemacht. Es fiel auf, daß zu Lorient »nd an verschiedenen anderen Orten der Küste Scharen von Ratten. die sonst in den Docks ihr Wesen trieben, plötzlich landeinwärts wanderten imbjhren Unterschlupf in Häusern, Ställen und Scheun?» siichten., 21 Stunden»ach dieser Rattenwanderung brachen die Stürme los. Die Tiere hallen die drohende Gefahr früher erkaniit als alle Wetterkundigen, denn in der Nacht, die auf ihre schleunige Räumung der bisherigen Wohnungen folgte, wurde der Kai von Lorient durch die Sturzwellen zerstört, und in dem nahegelegenen Badeort Larmon wurden die Badekabinen sowie zahlreiche fest- gemachte Boote von den Wogen fortgerissen. Da die prophetischen Ratten jetzt aiigenscheinlich besseres Wetter voraussehen, sind sie mit dem Steigen des Barometers sasart wieder nach den Docks zurückgekehrt Deutsche SMHaltungsgefahren. Bankbilanzen für Ende Oktober.— Die eingefrorenen Kredite. Tloch stärker als das Ausland gegenüber Deutschland halten die deutschen Banken gegenüber ihrer Grotzkuudschast still. Ans Ausland sltehen immer noch Gelder zurück, und da im Inland soviel Vankenkredile eingefroren sind— das ist die Still- Haltung gegenüber der Industrie—. muß auf der anderen Seile auch die Reichsbank gegenüber den Banken stillhalten. Im ganzen muß sogar die Reichsbank wegen der starken inneren Still- hallung der Banken gegenüber der Sundschasl und infolge des Rück- flusses von Krediten ins Ausland den deutschen Banken noch zu- faßliche Kredite gewähren. Das ist das Bild, das sich aus den nou der Reichsbank seht verösfenllichten Monalsbilanzcn der deul- schen Banken für Ende Oktober ergibt. Die Gesamtsumme der Kreditoren(fremde Gelder) ist bei den Großbanken von 7873 auf 7S Millionen wester gesunken: bei sämtlichen Kreditbanken von Ist 196 auf 9783 Millionen. Dem hätte normalerweise ein Rückgang der Debitoren, das heißt der ausgeliehenen Krebste, in einer Wirtschaftskrise wie jetzt eist- sprechen müssen. Aber im Oktober war das Gegenteil der Fall. Wo die Banken stillgehalten haben, hat man offenbar noch Kredite nachliefern müssen, um die alten nicht zu gefährden. Dem Rückgang der Debitoren im August und September ist im Oktober eine Steigerung gefolgt: bei den sechs Großbanken um IS auf 5430 Millionen. Bei sämtlichen Kreditbanken(Einfluß der Provinzbanken) zeigt sich bemcrkcnswerterwcise hier ein Rückgang, nämlich um 23 aus 6838 Millionen. Ein neuer Beweis, wie sehr in erster Linie die festgesrorencn Großkredite der Großbanken das deutsche Bank- und Kreditsystem belasten. chat sich der B a n k e n t o m m i s s a r darüber schon Gedanken gemacht, ob er hier nicht einmal eingreifen muß? Ztoch nicht 14 Tage sind fest dem Erlaß der neuen Osthilfe- Verordnung vergangen, aber kein Tag ist verstrichen, an dem nicht schärfste Bedenken gegen diese neue Verordnung von den ver- schiedensten Seiten geäußert worden sind. Landwirtschaft, Industrie, Handel und Bankenkreise sind gleichmäßig gegen die Verordnung ausgetreten. Schlange-Schöningen hat recht: seine Verordnung ist ein„bisher unerhörter Eingriff in das W i r t s ch a f t s- I e b e n". Aber dieser Eingriff ist alles weniger als ein Akt staats- und agrarpolitischer Weisheit in der Geschichte der Osthilfe. Die Geschichte der Osthilse ist trotz ihrer zweijährigen Dauer bereits äußerst wechselvoll. Sie begann mit einer Teilaktion für Ostpreußen im Jahre 1828, und zwar als Umschuldungs- Hilfe. Staatliche Mittel wurden bereitgestellt, um privaten Per- lonalkredst abzulösen und zu verbilligen. Der Sinn dieser Art Um- schuldungshilse mar es, durch Schuldenkonfolidicrung und Zins- sentvng eine Ueberbrückungsmoßnahme zu schaffen, bis zum „Wiedereintritt der Konjunktur". Die Konjunktur trat oder nicht ein, well sie nicht eintreten konnte. Di« Veränderungen in der Agrarstruktur der Well konnten in ihren Auswirkunzen auch von der deutschen Landwsttschaft nicht serngsholten werden. Immer wieder wurde von uns und auch von der bürgerlichen Presse darauf hingewiesen, daß es ein vergebliches Bemühen bleiben muß, die Struktur der deutschen Land- Wirtschaft von den wellwirtschaftlichen Wandlungen abzuhängen. Aber die Osthilse, in wiederholt erneuerter Auflage aus immer weitere Gebiete des Ostens ausgedehnt, marschierte ihren alten Weg unangefochten weiter. ilmschuldung und Zinssenkung, nicht Strukturanpassung blieben ihre Kernstücke. Di« erwartete Wiederherstellung der großbctrieblichen Rentabilität blieb aus. Schließlich erkannte man auch in der Reichsregierung, daß alles festgefahren war. So kam der neue R e i ch s k om m isf a r und legte seine Pläne vor, die jetzt fertig sind. Preußen, dem es schon lang« unheimlich war. mit der Verantwortung für ein falsch ge- stelltes Problem belastet zu sein, gab dem Reiche den Weg frei für seine neuen Absichten. Die Frage, ob die in der neuen Verordnung vorgenommenen Eingriffe politisch und wirtschaftlich das Richtige getroffen haben, ist nahezu restlos zu verneinen. Keine Empfehlung für die gewählten Methoden ist es ichon, daß ein schlechtes preußisches Beispiel aus dem Jahre 1815 Nachahmung gefunden hol, aus einer Zeit, in der es noch kaum wirkliche Geld- und Kapital- Wirtschaft im östlichen Preußen gegeben hat. In, Msttelpunkt der neuen Verordnung steht ein Sicherungsversahren, das Zwangsooll- ftreckungen jeder Art verbietet und den Gläubiger damit außer- sianh jetzt, von den bestehenden Rechtsgaranticn Gebrauch zu machen, Weder Zwangsvollstreckungen noch Konkurse noch die Jnanspruch- nähme aller Ranzsolgen bei der Verfolgung der Gläubigeransprüche sind zugelassen. Wenn diese Aufhebung der bisherige» Garantien auch für l«dcn einzelnen Betrieb gesoirdert ausgesprochen werden muß, so handelt es sich in Wirklichkeit doch um ein Moratorium für die gesamte ostdeutsche Landwirtschaft. Und diese? Moratorium ist nicht einmal befristet! Damit Hot die neue Notverordnung aber genau denjenigen Weg beschritten, den bereits im Jahre 1815„die preußische Krpne" gegangen ist. Unter den Kriczssolgen von 1806 und 1.807 waren die wcst- und ostpreußrschcn Landschasten in Rot geraten. Die preußische Regierung begegnete damals Pfandklagen kurzer Haiti» durch ein Moratorium, das die Geltendiuochuug der Hypotheken, und Psandbrisfrechtc außer Kraft setzte. Mit staatlichen Zlnszitschüsscn wurde die Zinszahlung und die Abdeckung der bei den Landschaften eingetretenen Aussälle erledigt. Der Staat über- nahm dos Risiko des landwirtschaftlichen Grundbesitzes zu Lasten der Zlllgem«iicheit. Prinzipiell, wenn auch init Abwandlungen in Einzelheiten, ist heuie nichts anderes geschehen. Dieses Vorgehen mar schon damals in hohem Maß wirtschaftlich und staatckpolitisch reaktionär. Nach 115 Jahren aber können Großagrarier in der deutschen Republik noch den gleichen verderblichen Ein- fluß ausüben. Damit ist ausgedrückt, daß es sich bei den getrojseuen Maß- nahmen nicht um e i ne Hilfe rein ökonomischer Natur handelt. Es gibt in der organisierten Arbeiter- und Ver- Da die Kredite eingefroren sind, die fremden Gelder aber zurückgehen. mußte natürlick) Ersatz geschaffen werden. Den hat man sich bei der R c i ch s b a n k geholt. Der Rückgang des Wechsel- bestandes bei den Großbanken von 1509 auf 1406 Millionen, bei sämtlichen Kreditbanken von 2165 auf 2105 Millionen und die gleich- zellige Tatsache, daß die sogenannten Indossamente(Querschriften bei der Weitergabe von Wechseln und ähnliches) bei den Großbanken von 1395 aus 1567 Millionen g e st i e g e n sind, lassen deutlich die Rcichsbank als wichtigsten Kreditgeber erkennen. Uebrigens zeigt sich an der kleineren Steigerung der Indossamente und dem kleineren Rückgang der Wcchsclbestünde bei sämtlichen Kreditbanken wieder, daß die Provinz weniger st a r k die Rcichsbank als letzte Kreditquclle in Anspruch nimmt. Auch hier eine Frage an den B a n k e n k o in m i s s a r: Es wäre Zeit, sich einmal darum zu kümmern, wieviel Finanz- Wechsel der Großbanken noch über die Reichsbank laufen und wie die Güte der Bankquerschriften bei den weitergegebenen Wechseln zu bewerten ist. V o r s ch ü s se auf lagernde und schwimmende Ware» sind trotz des wachsenden Außenhandelsüberschusses bei den Großbanken von 1283 auf 1227, bei sämtlichen Kreditbanken von 1489 auf 1439 Mil- lionen zurückgegangen. Im allgemeinen haben sich auch die Kassenbestände und Guthoben der Banken im Oktober v e r r i n- gert. Auch eine Folge der Kreditorcnabzllge, die ober nicht ein- zutreten brauchte, wenn die Kredite nicht massenhaft eingefroren wären. Man sollte daran denken, wie man mit diesem Mobili- sierungsproblem einmal fertig würde. Es ist viel wichtiger als alle Konvertierung?- und Zinssenkungspläne, mit denen sich ja auch die Reichsregierung beschäftigt hat. brauchers chast niemanden, der nicht freudig Maßnahmen zustimmen würde, die wirklich geeignet sind, den deutschen Boden vor dem Verfall zu retten und die Entvölkernng der östlichen Landstriche aufzuhalten. Der deutsche Arbeiter kann nur an einer kaufkräftigen deutschen Laudwirtschast interessiert sein, die dem Arbeitscrzeugnis seiner Hände einen Markt sichert. Solche wirt- schaftlich richtigen Maßnahmen können aber nicht in der Fortführung einer Umschuldungsaktion liegen, die an der eigentlichen Tatfache der Krise vorbeigeht, daß nämlich die Agrarstruktur des heutigen Ostens unter den gegebenen weltwirlschafklichen Bedingungen nicht zu halten ist. Der Reichskanzler selbst hat vor kurzer Zell aus dem Zentrumsparteitag darauf hingewiesen, daß die gesamte verschärfte Schutzzollgesetzgebung der Landwirtschast keine rentablen Preise, insbesondere für die Körnerfrucht, zu sichern vermochte. Aus dieser Erkenntnis hätte schließlich die notwendige Folgerung gezogen werden müssen. Das deutsche Land im Osten kann in der Tat mir gerettet werden, wenn es in die Hand von Bauern kommt. Rur der bäuerliche Betrieb und der Siedlungsbetrieb haben sich auch in der gegenwärtigen Notzeit verhältnismäßig krisenfest er- wiesen. Der Bankrott im Osten ist eine Frage schlechter Wirtschaft und extensiver Methoden. Das überschuldete Land aufzufangen und in die Hand des Bauern und Siedlers zu überführen, ist das allein zu billigend« Ziel der Verwendung großer öffent- licher Mittel. Gerade das will die neue Osthilfe ganz ausdrücklich nicht. So kann es nicht überraschen, daß auch der Verfehlung des Ziels die vorgesehenen Einzelmaßnahmen nicht nur keinen Nuhen bringen. sondern großen Schaden anrichken werden. Die Notoerordnung sieht vor. daß ohne Befragen der Gläubiger die Zinssätze gesenkt werden können. Die Zinskonoertierungspläne der Reichsregierung, die eben erst durch«ine einheitliche öffentliche Meinung abgewehrt wurden, sind aus diese Weise durch eine Hintertür wieder ein- geführt. Die Gerichte sind ausgeschaltet und durch ab- hängige Verwaltungsbehörden ersetzt worden. Kapitalabschreibungen, Stundungen, Zinserlasse und anderes mehr werden nicht auf den bisher natürlichem Wege der Konkurse und Zwangsversteigerungen oder des Akkordes vorgenommen, sondern durch einen nicht berufungsfähigen staatlichen M a ch t s p r u ch. Das alles aber sind Maßnahmen, die gerade der Anhänger der kapitalistischen Wirtschaftsweise hätte ver- meiden und die van sckiwercn Folgen begleitet sein müssen, so- lange die kapitalistische Wirtschaft noch besteht. Die Beseitigung aller Rechtsgarantien und die Aushebung des natürlichen Risikos,. dem auch der agrarische Unternehmer bei der Hingabe seines Geldes immer unterliegt, durch Zwongseingriffe der öffentlichen Hand untergräbt notwendig die Kreditwirtschaft. Die »Schließung der Produktenbörsen in Breslau, Stettin und Königs- berg war bereits die erste Antwort. Ihr wiid sehr bald die Unter- bindung jeden Kreditverkehrs im Osten folgen. Darüber hinaus ist aber zu- fiirchien, daß auch für die Gesamt- Wirtschaft eine noch weitere Erschütterung des Ber- traue ns erfolgt. Die letzten Schleusen zu einer organischen Heilung im Osten sind ja jetzt oerstopst. Erfolgen jetzt staatliche Z w a n g se i n g ri s f c in Gläubigerrechte, so müssen weitgehende schädliche Folgen für den deutschen Kredit eintreten. Und hierzu ist es wichtig, eines festzustellen: Wenn diese schädlichen Folgen eingetreten sein werden, dem Osten aber wieder nicht geholfen wird, so werden„össentliche Wirts chast und Marxismus" auch für diese Torheiten wieder verantwortlich gemacht werden. Antikaplkalismus zu großagrarischen Stühungs- zwecken in reinster Form liegt hier vor. der zer- stSrerisch sein muß für die kapitalistische Wirkschaft selbst. Der Umsatz der Konsumvereine. Wie der Wahnsinn der Lohnsenkung weiterfrißt. Beim Zentralverband Deutscher Konsumvereine ist im Oktober der durchschnittliche Wochen-MUzliedsumsatz gegen September weller von 6,51 auf 6.45 Mark gesunken gegen noch 8,52 Mark»m Oktober 1930 und 9,79 Mark im Jahre 1929. Wenn dos auch kein Bild der gesamten llmsatzentwicklung gibt, die günstiger ist, so ist doch der Wahnsinn der Lohn- und Gchattssenknug hier in seiner Wirkung von neuem erkennbar. Gewöhnlich bringt der Oktober wegen der Boreindeckung des Wintcrbedarfs gegen September«ine Steigerung. Aber die Mllglieder essen immer weniger und schlechter und leben von der Hand in den Mund. Freilich hat die Reichs- regierung, wo gegen die wucherischen Kartellindustrien und Groß- agrarier vorzugehen und eine Kauflraftstärkung wirklich zu er- warten wäre, auch jetzt noch immer kalte Füße, staatliche Wirtschaftspolitik, die W i r ts ch a st s m o rd ist. Wie langenoch?___ Das Pfund fällt weiter. Die Entwicklung der englischen preise. Das englische Pfund ist in der letzten Woche fortgesetzt ge. fallen. Am Donnerstag wurde es in New park mit nur 3,58 gegen 3.62 Dollar am Mittwoch und 3,69 Dollar am Dienstag notier«. Zn Berlin erreichte der Pfundkurs mit 15,20 Mark(Goldparität 20,40 Mark) den bisher tief st ea Stand seit der Aufhebung des Goldstandards. Die schweren Rückschläge, denen der Pfundkurs in der letzten Woche ausgesetzt war. sind zum Teil durch die starken Devisen- ansorÄerungen infolge der überhöhten Deckungseinfuhren vor Inkrafttreten der Notzölle bedingt, zum Teil liegen sie aber auch auf rein kredttpolitischem Gebiet. So sind jetzt größer: Dollar- Terminengagements, die noch aus der Zeit vor der Aufhebung des Goldstandards stammen, fällig geworden und beanspruchen erll- sprechend große Deckungstäufe von Dollardevisen. Außerdem hat mit der neuen rückläufigen Eillwickllmg des Pfundes ein st a r k e s P f u n d a n g e b o t aus kontinentalen Staaten, in erster Linie ans Holland und aus Frankreich, eingesetzt. lieber die Entwicklung der Preise m England in den ersten zwei Monaten der Pfundsillwcrtung hat das Konjuntturinstitut jetzt eine Untersuchung angestellt. Danach sind die englischen Preise. in Gold gerechnet, seit Mitte September um etwa 10 Proz. gesunken. Die Preise in Papierpfunden weisen dagegen eine steigende Tendenz auf. Dies kommt allerdings bei den Lebens- Haltungskosten bisher so gut wie gar nicht zum Ausdruck. So find die Kosten für Ernährung(1914— 100) im Monat Ottober insgesamt nur von 126 aus 128 gestiegen. Die Großhandelspreise sind seit Mitte September um mehr als 10 Proz. gestiegen. und zwar sind hieran ziemlich gleichmäßig inländische und ausländische Waren beteiligt. Die F e r t i z w a r e n p r e is e, für die keine Statistik vorliegt, dürften im Durchschnitt weniger gestiegen sein als die Rohstosspreise, da Löhne und Mieten bisher keine Ver- änderung erfahren haben. Bank für Handel und Grundbesitz. Warum so viele Gläubigerschuhverbände? 'Man liest jetzt jeden Tag von einem neugcgründeten Gläubiger- schutzvcrbemd der Leidtragenden bei der Bank für Handel und Grundbesitz. Ein halbes Dutzend fast ist schon genannt. Die Gründung solcher Verbände ist sicher eine private Angelegen- heit, aber die Zersplitterung der Interesscnwahrnchmung liegt ebenso sicher nicht im Interesse der Gläubiger. Hier verbessert die Quanti- tat sicher nicht die Qualität. Ocfseilllichkcll und Presse sind auch durch das Nebeneinander solcher Verbände an richtiger Information und on gesamtwirtschaftlich zweckmäßiger. Wahrnehmung der Gläubigerinteressen gehiitderl. Im übrigen wäre von den Behörden zu prüfen, inwiewell auch die Haus-"und Grundbesitzer-Vereinigungen jow'e ihre Wirtschastsunternehmungen selbst vermögensrechtlich zur Schadendeckung heranzuziehen sind, nachdem es jetzt feststeht. daß volle Personalunion zwischen der Lerllner Bank für Handel und Grundbesitz und der Revisionsoereinigimg d:r Haus- und Grundbesitzer-Institute bestanden hat. Seiffert war gleichzeitig auch der Geschöftssührer der Revisiousvercinigung! Eine Erklärung der Bankleitung lautet: Ueber die Verhältnisse bei der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz A.-G., Berlin, gehen die verschiedensten Nachrichten durch die Presse. Der Vorstand der Bank legt Wert daraus zu er- klären, daß die Ermitttungen über den wahren Status d-s Unternehmens noch nicht abgeschlossen sind. Es liegt deshalb im Interesse der Gläubizerfchaft, den Abschluß des Status abzuwarten. Zur Beruhigung darf gesagt werden, daß Inangriffnahmen der Kundendepots bisher nicht festgestellt worden sind. Zwölf Milliarden Agrarverschulduug. Darunter 7,5 Milliarden Bealtredite. Die Gesa mtvcr schuldung der Landwirtschaft stellt sich nach einer Untersuchung des Konjunkturinstituts Mitte 1931 auf insgesamt 12 Milliarden Mark. Hiervon entfallen rund 4,5 Milliarden auf Personalkredite, der Rest aus Realkredite. Seit Mitte 1930 ist die Verschuldung an Personalkredllen nur noch wenig gewachsen. Auch Realkrcdite(Hypotheken) wurden nur noä) in geringem Umfange ausgenommen. Die Versäiuldung der Landwirtschast bleibt gegenwärtig hinter der Vorkriegszeit erheblich zurück. Ende 1913 erreichten die Real- kredite etwa 13 Milliarden, die Personalkredite 4 bis 4,5 Milliarden Mark, die Gesamtverschuldung stellte sich also aus etwa 17 bis 18 Milliarden Mark. Die Zinsbelastuvg betrug in der Vorkriegszeit etwa 750 bis 800 Millionen Mark und 1930/31 etwa 900 Millionen Mark. Gute Gewinne bei der größten belgischen Bank. Die einfluß- reichste Großbank Belgiens, die Societe Generale d e B« l g i q u c. verzeichnet für das jetzt abgelaufen« Geschäftsjahr 1930/31 im Gegensatz zu den meisten europäischen Großbanken eine offenbar sehr günstige Entwicklung. Wie der Gouverneur der Bank, Louis Jean Jadot, dieser Tage ausführte, sind die Gewinne zwar etwas niedriger als im vergangenen Jahr, aber„unter den gegebenen Umständen sehr zufriedenstellend". Wenn diese Gewinn- eutwicklung anhält und kein außerordentliches Ereignis eintritt,>0 werde auch diesmal den Aktionären eine reichliche Dividende zu- stießen können. Cof feinfreier Kaffee Hag: niemals sdiSdlidi« Immer vorzflgildLi Coffeinfrei und Hag, darauf kommt's an! Die unmögliche neueste Osthilfe. Antikapiialismus im Dienst einer großagrarischen Giühung. Verschärfung stattHeilung der Krise Die Krisenursachen in Oeuischland. Die Formulierung der Aufgabe der in Aussicht zu nehmenden mirtschaftspolitrschen Maßnahmen, die der Reichskanzler in seinen Richtlinien fixierte in dem Sinne, daß die„A ufwcndunge»" der gesamten Wirtschaft den oeränderten Verhältnissen angepaßt, dos heißt gesenkt werden müssen, ist eine Fragestellung im Sinne der Unternehmer. Es hätte sich nur darum, handeln können, die Frage nach der Beseitigung der besonderen i n n e r w i r t- schaftlichen Krisgnursachen zu stellen, und hier hätte die zweite Frage lauten müssein Wie kann man unter Berücksichtigung der Beseitigung dieser besonderen Krisenursachen in Deutschland den Umsatz steigern und damit die Beschäftigung der Wirt- schast und der Menschen heben? Die Notwendigkeit einer Neu- regelung der ausländischen Stillhaltung vor dem Februar zu unterstreichen, ist eine Banalität, und die„baldige und klare Rege- lung des Verhältnisses zwischen der öffentlichen jzand und dem prwaten Bankensystem" ist zwar eine staatspolitisch und staats- finanziell wichtige, aber doch eine untergeordnete Frage unter dem Gesichtspunkt der innerwirtschaftlichen Krisenhellung. So kommt es, daß auch der positive Teil der Leitsätze nichts volkswirtschaftlich Brauchbares und Sinnvolles geben kann. Statt da« Verhältnis der preise und kosten einander gegenüberzustellen— denn in den Preisen sind neben den Löhnen auch die Faktoren der fixen K a p i t a l k o st e n. der laufenden Kreditkosten, des Materials und der Lei- tungskosten zu berücksichtigen— werden in völlig sinn- widriger, frellich durchaus kurzsichtigem Unternchmerdenkcn an- gcpaßter Weise Preise und Löhne gegenübergestellt. Kein Wort ist in den Leitsätzen enthalten über die notwendigen Abschreibungen nach den massenhaften Kapitalfehl- leitungen, kein Wort auch über die aufgeblähten Leitungs- k o st e n, die nicht nur bei den Direktoren- und P r o k u- ristengehältern sowie Aufsichtsratstantiemen, sondern auch bei den allgemeinen Umlagen für wirtschaftspoli- tische und politische Zwecke sehr ernsthaft zu Buch schlagen. Das Kredit- und Zinsproblem, das für die laufenden Kreditkosten wichtig ist, wird nach den jüngsten politischen Diskussionsgesichtspunkten der Schuldenabwcrtung und Zinstonversion behandelt, nicht aber unter dem krisenpolitisch allein interessierenden Gesichtspunkt, wie eine rationellere Sreditlenkung und Sreditleilung zum besten Betrieb hin erfolgen könnte. Die entscheidende Frage- siellung für die Senkung der M a t e r i a l k o st e n ist die. was mit den Kartellen geschehen wird. Die Freiwilligkeit der Kar- tcllpreissentung ist noch einmal— man hat aus der Erfolglosigkeit sämtlicher bisherigen Kartellaktionen nicht das geringste gelernt— zum Grundsatz erhoben, und nur wenn die Aufforderung zur frei- willigen Kartcllprcisseiikung nicht befolgt wird, erscheint wieder „eine sofortige Aufhebung der Bindungen erforderlich". Daß die Aufhebung von Zöllen in ollen jenen Fällen, wo die Markt- Herrschast der Kartelle nur durch den Zollschutz gesichert ist, die schärfste Waffe der Kartellprcissenkung ist, ist völlig vergessen. Das einzige Gebiet, aus dem heute mit aller Sicherheit zur Behebung der Wirtschaftskrise nichts mehr geschehen kann, das ist das Gebiet der Löhne und Gehälter der Arbeiter, An- gestellten und Beamten, der fünfte Faktor in den Produktionskosten der Wirtschast. Hier besteht einhellige Ucbcrzengung in Deutsch- land, daß jede weitere Senkung des Einkommens die Umsähe verkleinern. die Beschäftigung verringern und die Arbeiislosigkeit steigern muß. Die Leitsätze zur Lohnfrage zeigen, daß es mit dem Versprechen der Erhaltung des Reallohns nicht ernst sein kann. Die beabsichtigten Einbrüche in das Tarif- und Schlich- tungssystem entsprechen den Intcressentcnwünschen sogar in dem Sinne, daß der Tarifvertrags i n h a l t„sich mehr als bisher der wirtschaftlichen Entwicklung anpassen" solle, und daß auch „betriebliche Unterschiede" Berücksichtigung finden sollen. Wird hier auf der ganzen Linie durch Veränderung der Rechtsordnung die Einkommensbasis der noch arbeitenden Massen angegriffen, so handelt es sich bei den Leitsätzen zur Sen- kung der Lebenshaltungskosten um leere Versprechungen. Mit der einen Hand empfiehlt man eine Senkung der Licht-, Gas-, Wasser- und Verkehrstarife zur Senkung der Lebenshaltungs- kosten, reißt dainit aber ein neues Loch in die kommunalen und sonstigen öffentlichen Haushalte, das mit neuen steuerlichen Ab- zügen am Masseneinkommen gestopft werden muß. wenn die Löhne und Kvehälter gesenkt sind, dann soll durch Mehrverbrauch der in seinem Einkommen gedrosselte Konsument den Absatz der Gas-, Wasser-, Kraft- und Verkehrs- unternehmnngen steigern? Nicht viel anders ist es mit den Mieten, wo die Einkorn- mensenkung per Kasse hingenommen werden soll und per Termin nur gesagt wird, daß die Reichsregierung Pläne zur Senkung der Mieten habe. Wir fürchten, daß die Reichsregierung Pläne zur Mietensenkung, die nicht wieder nur die Hausbesitzer befriedigen, nicht hat. Derartigen Richtlinien mußten die Gewerkschaften und muß jede Vertretung der Arbeiterschaft ihre Zustimmung versagen. Es ist nicht ein Ausgleich erfolgt, die Gegensätze haben sich viel- mehr verschärft und zwar durch die Haltung der Rei�sregie- rung. Was die Reichsregicrung plant, ist die Umwandlung der Krise in eine Dauerkrise. Llm den Ruhrschiedsspruch. Bergarbeiter fordern VerbindlichkeitserNärung. Essen. 26. November. Wie verlautet, werden am kommenden Sonnabend die Nach- Verhandlungen über den gestern gefällten Schiedsspruch für den puhrbergbau im Reichsarbeiksministerium in Berlin stattfinden. pl« Gewerkschaften werden um die Verbindlich- keitserklärung des Schiedsspruches nachsuchen. Falls das Belchsarbei tsw inifterium diesem Antrage entsprechen sollte, würde die Gencralkündigung der Arbeitsverträge, die dle Zechenverwaltungen zum 1. Dezember ausgesprochen haben, hin- fällig werden. Ein plumper Schwindel. „llrich schlägt 6 Prozent Lohnabbau vor." Mit der knalligen, dreispaltigen Ueberschrift oersehen:„Urich schlägt 6 Proz. Lohnabbau vor" bringt die„Rote Fahne" folgende „sensationelle" Mitteilung: „In den Nachverhandlungen vor dem Schlichter anläßlich des Schiedsspruches in der Berliner Metallindustrie erklärten Ilrich und die übrigen Vertreter des Metallkartells. daß sie zu einem scchsprozentigen Lohnabbau bereit sind. Sie schlugen eine freiwillige Vereinbarung auf Verlängerung des Lohntarifes mit einer sechs- pryzentigen Lohnkürzung vor. Der BBMJ.-Syndikus, Dr. Oppen- heiiner, lehnte dieses Angebot energisch ab mit der Begründung, daß 6 Proz. Lohnabbau viel zu wenig sei. Dadurch wurde die Ver- cinbarung verhindert. Ju den führenden Kreisen der Berliner Rietallindustriellen wird offen über diesen Vorschlag Urichs in deg Nachverhandlungen ge- sprachen. Man kann sich leicht vorstellen, wie dieses Kapitulation?- angebot die Angriffslust der Metallkapitalisten stärkt. Diese ungeheuerliche Tatsache muß die gesamte Berliner Metall- arbaiterschaft aufrütteln. In Betrieb und Gewerkschaft muß zu dem ' Dolchstoß Urichs Stellung genommen werden." An dieser Mitteil, mg, die angeblich auf einer„Indiskretion der Teilnehmer an den Nachverhandlungen vor dem Schlichter" beruht urch„on deren Richtigkeit nicht gezweifelt werden kann", ist nicht cin einziges Wort wahr. Die Mitteilung ist von A bis Z glatt aus den Fingern gesogen. Sie soll, wie aus dem Kommentar der „Roten Fahne" deutlich hervorgeht, offenbar nur dazu dienen, die im Deutschen Metallarbeiierverband organisierten Berliner Metallarbeiter gegen ihre Organisationsleitung aufzubringen und sie für die„Einheitsfront" zu gewinnen, wie sie die KPD, und ihre. RGO. versteht. In den Nachverhaudlungen vor dem Schlichter prallten die Akeüillngsgegcniätze der Vertreter des Metallkartells und des Ver- bandes Berliner Metallindustrieller mch stärker aufeinander als in den Verhandlungen zuvor. Die Metallindustriellen und ihr Hanpt- sprecher, Rechtsanwalt Oppenheim« r, waren so in ihren„weit- gehenden Lohnabbau" verbissen, daß es geradezu sinnlos gewesen wäre, ihnen überhaupt ein solches Angebot zu machen. Di« ganzen..Eiühülluiigen" sind eitr Produkt der verhaltenen Wut der RGO.-Strategcn darüber, daß ihnen durch den Schieds- spruch.des Schlichümgsausschusses und seine Verbrndlichkeits- erkkärung die Streckparolen, die schon so schön formuliert waren, verpatzt worden sind. Der Zweck der„Enthüllungen" wird vollends klar, wenn man den letzten Satz dieses Lügenartikels liest:„DMV.-Kollegen, die ihr die Einheitsfront gegen die Lohnräuber wollt, entsendet eure Delegierten zur Generalversammlung des roten Verbandes.. Die eigenen„Delegierten" reichen ostenbar nicht mehr aus, um eine Generalversammlung des roten Einheitsverbandes der Metall- arheiter mimen zu rönn«n. Die Blftglieder des DMV. werden auf diesen plumpen Schwindel nicht hereinfallen. Di« Ortsoerwol- t u n g des Metallarbeiter-Derbandes wird den Verleumdern Ge- legenheit geben, für ihre Behauptung den Wahrheitsbeweis on- zutreten. Holzarbeiter bleiben standhast. Fast alle ganz oder teilweise arbeitslos. Das dritte Quartal ist für di« Berliner Ortsverwaltung des Holzarbeiter-Berbandes wiederum eine schwere B e- lastungsprobe gewesen. Di« Arbeitslosigkeit hat zwar, wie der Bevollmächtigt«. Genosse Frei gang, in der Gene- ralversammlung am Dienstag im Gewerksduiftshejus berichtete, gegenüber dem 2. Quartal nur unwesentlich Zugenommen. Ihre Zunahme ist aber kaum noch möglich, wenn man bedenkt, daß von den rund 36lM1 Berliner Holzarbeitern über 25 600 voll arbeitslos find und der geringe Rest, der noch im Betriebe steht, zum erheblichen Teil verkürzt arbeitet. Die ebenso große, teUweisc noch größere Arbeitslosigkeit in den an Berlin grenzenden Vertragsgebieten und in den übrigen Bezirken des Reiches wider- legt besser als andere Argumente die bei früheren Tarifoerhand- lungen von den Unternehmern aufgestellte Behauptung, an der schlechten Geschäftslage im Berliner Holzgcwerbe seien in erster Linie die„Holzel," Berliner Holzarbeiterlöhn« schuld. Infolge der schlechten Beschäftigung und der Tariflosigkeit in der allgemeinen Berliner Holzindustrie kam es im Lauf« des Be. richtsqnartals in vielen Betrieben zu Lohndifferenzen. Wenn auch nicht alle Aiigriffe auf die Löhne und Akkorde restlos abgeschlagen werden konnten, haben die Unternehmer doch di« für sie bittere Erfahrung machen müssen, daß sie auch in einer t a r i f- losen Zeit nicht unbeschränkte Herren der Lage sind, Schwer« Auseinandersetzungen gab es auch in den Betriebe» wegen der Gewährung des Urlauvs. Ein nicht unerheblicher Teil der Holz- arbeiter konnte die bisher tariflich vereinbarte» Ferien halten, ein Teil mußte leider Kürzungen in Kauf nehmen, und eine Anzahl von Holzarbeitern bekam in diesem Sommer überhaupt keinen Urlaub. Die Kasse»läge war im dritten Quartal wieder sehr ge- spannt. Die auf Koste» der Hauptkassz gemachten Aufgaben für A r b e i t s l o f e Ii u n t e r st ü tz n n g usw. überstiegen die Einnahmen um mehr als 32 003 M. Bedauerlicherweise. aber durchaus natürlicherweise, ist auch ein Verlust von 1206 Mitgliedern eingetreten, so daß es Ende September in Berlin 23 468 freigcwerkschastlich organisierte Holzarbeiter gab. Daß der Deutsche Holzarbeiter-Berband auch in der Krise eine K a in p s- organisation ist. zeigen die Beröfsentlichungen des Haupt- Vorstandes für das erste Halbjahr, in dem fast 2 Millionen Mark für Streikunterstützungen ansgegeben wurden. In der Diskussion zeichneten sich einige Kommunisten besonders aus durch die Aufstellung haltloser Verdächtigungen gegen Verbands- funktionäre, durch„revolutionäre" Plnttheiten, und ein kömmuni- stischer Diskussionsredner besonders durch einige rüpelhafte. Be- mcrkurigen über di« Angestellten der Ortsverwaltung. Die„refor- mistischen" Disknssioiisredner blieben diesen Worthelden die Antwort nicht schuldig. Gegen wenige koimnunistische Stimmen beschloß die Generalversammlung die im Frühjahr nächsten Jahres salllgen Neuwahlen der Generalversaniinluiigsdel.'gierten auf Grund der augenblicklichen Verhältnisse nicht stattfinden zu lassen.. �einsall der„Noten Fahne". Ein„Bonze" wird entlarvt,- aber ein kommunistischer. Die„Rote Fahne" ist entzückt. Sie fand bisher bei den An- gestellten der Allgemeinen Ortskrankenkasse, die nach ihren eigenen Feststellungen zu 100 Prozent der SPD. angehören, keine Be- achwng. War es da nicht eine Wendung durch Stalins Fügung, daß sie von einem richtiggehenden SPD.-Angestellten— andere scheinen zu der„Roten Fahne" keinen Vertrauen zu haben— ersucht wurde, in der Allgemeinen Ortskrankenkajse einmal Ordnung zu schaffen und mit einem SPD.-Bonzen aufzuräumen, der sich erdreistet, Angestellte für unterlaufene Fehler haftbar machen zu wollen? Diese Gelegenheit durfte sich die„Rote Fahne" nicht cnt- gehen lassen. Sic entwickelte sosort einen Kriegsplan, stellte eine große Werbeversammlung der RGO- in Aussicht und konnte auch schon am nächsten Tage ihren aufhorchenden Lesern den ersten Er- folg mitteilen. Nach Mitteilung ihres Gewährsmannes sollen sich nämlich die Bonzen eine„Rote Fahne" gekauft haben und nach ihrem Lesen' längere Zeit nicht zu sehen gewesen sein. Ein durchschlagender Erfolg! Aber ein Lach er folg. Denn der Bonze, der die An- gestellten, haftbar machen will und den die„Rote Fahne" vernichten soll, ist ein— Kommunist. Und der SPD.-Angestellte, der die „Rote Fahne" um Hilfe gegen diesen Bonzen ersuchte, ist ein— Spaßvogel. Eine Werbeversammlung der RGO. kann als„5)citercr Abend" vor sich gehen. Oer Kamps in Troisdorf. Christliche werden gegen OMV. ausgespielt. Die Leitung der M a n n st ä d t- W c r k c in Troisdorf erläßt folgend« Bekanntmachung:.. „Gemäß dem mit dem Ehriftlicheb Metallarbeiteroerband«leg- bürg vor dem Schlichter in Köln am 23. November abgeschlossenen Tarifvertrag wird die Arbeit im Werk am Donnerstag, dem 26. November. wieder aufgenommen. Die Einstellung der Arbeiter erfolgt noch Maßgabe der betrieblichen Möglichkeiten. Für olle Arbeiter. die an diesem Tage sich zur Arbeitsaufnahme melden, gilt der mit dem THristlichen Mctallarbeiterocrband abgeschlossene Tarifvertrag." Auf diese Bekanntmachung hin traten am Mittwochabend die Funktionäre des Deutschen Metallarbeitcrvcr- bandes in Sicgburg zu einer Sitzung zusammen, um zu der neuen Lage Stellung zu nehmen. Man war einstimmig der Auffassunq, daß die Bedingungen der Werks leitung nicht an zu- nehmen seien. Der Lohnkamps sei fortzusetzen. GpO.-Fraktion der arbeitslosen Buchdrucker. heute 12 yi Uhr im Gcwerkschaslshaus, Saal IV, Engeluser 24/25, Kundgebung der arbeilslosen Buchdrucker. Kollege Beichstagspräsidenl Paul Lobe spricht über„Krise und Sozialismus". Die Genossen mis den anderen graphischen Berufen sind ebenfalls eingeladen. f Freie Gewerkfchafts-Lugend Berlin Lohntampf.— Reiaiors>vsi: Jugendheim Lindauer Strafte(Baracken). Uns»« Mildelz veranstalten einen Bunten Abend.— Siiden: Jugendheim Vassertorstr. 9. Frauenbewegung in Deutschland.— aharivtieiibnrg: Jugend- heim Spreestr. R. Gewerklchaiien und Sozialpolitik.— Zeppelinplaft:. In. gendheim Turiner Ecke Secstrafte. Liierarischer Abend.— Hermannpl.h: In. a«ndheim Sandersir. il, Ecke vobrechtstrafte. Durch die Well mit Buch und Schallplatte.— Treptow: Jugendheim Elsenstr. 3(am Bahnhof Treptows. Wir meckern.— Rcnköln: Jugendheim Treptower Str. 93. Unsere Arbeiterführer. — Jugeodabteilung des Vcsamtvcrbanbe«: Jugendheim Engelnfer 31— LS. Woo hat die Weltwirtschaft und da» russische Proletariat vom Fünfjahrcsplnn zu erwarten?— Jugcndvoestcllnng der Volksbühne am Sonntag, dem 3. De- zember.(£» wird gespielt:„Der grüne Kakadu", von Artur Schmftler.„Der Schlachtrnlenker", von Bernarb Shaw. Karten zum Preise von 89 Pf. find in der Jugendzentraie erhältlich. O Iuqendqruppe des Zentralverbandes der Angesiettten Air lernen S-slllschast m. b. H. von L9 di» LL Uhr im Jugendheim Sbertnstr. le. n.serr Photo. Arbcilsgemcinschaft kommt heute um 29 Uhr im Berdandshau» zusammen.— Karten für dl» Jugendvorstellung der Volksbühne am 3. De» zember zum Preise von 39 Pf. sind im Jugendsckrctariat zu haben. Oud Srü�dmv £seLers& IDyckhoff einen «5O y PREISE EÜR ANZÜGE J JO. Dabei gibt's dach so viele Geschäfte für gute Herren-Kleidung» Unsere Kunden sagen uns aber, daß sie so niedrige Preise für so gute Mäntel und Anzüge nur bei uns fänden..... 48. 58. 75. 48.- 58. 75. isrtraudsiutraQe£>9 Norirage, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Seschäftsstell«: Derlin S 14. Ecbaftionftr 37—38 Kol!. St Ottsuctein Treptow. Kameradschaft Schöneweide.Iohanuisthal. Sonnabend, 28. November, 20 Uhr. Monatsversammlung in der Ütrltckcntlause. Rcserat.— Ortsoerein Lichtenderg. Kameradschast Traveplah. Sonnabend, 28. November, 20 Uhr, Mitgliederversammlung in der Partei. Bibliothek, Wcichselstr. 28.— Kaineradschaft Biesdorf. Sonnabend, 28. Na» vembcr, 20 Uhr, Mitgliederversammlung bei Porath. Bortrag des Kameraden ?r Hertneck.— Kreis VIII. Sonntag, 29. November, 10 Uhr, Sitzung der beiden Bezirke Bernau und Ostbahn im Sitzungssaal des Gaubilros, Se» bastianstratze 87. Die Vereine entsenden die Vorstände.— Prenzlauer Berg. Sungbanner. Sonnabend, ZS. Nrwember. 19 Uhr. in der 9lu1a der weltlichen Schule, Danziger Str. 23, Iugendwerbeveranstaltung. Redner: Kamerad Baschke. Eintritt 30 Pl.__ Berliner Sonarienzüchtcrmoerein„Sdclroller'. Äanarienausstellung und Logelschau von Sonnabend, 28. November, bis Montag, 30. November, in der Suimstratze 28, Restaurant Schultheitz.Patzcnhofer. Di« Ausstellung ist ge. öfsnet von 9 bis 21 Uhr. Sozialistischer Ssperantobund. Freitag, 27 November, von 18V. bis 21 Uhr, im Mctallorbeiterverbandshaus, Elsässcr Str. 88(Sitzungssaal l), Vortrag: „Mateo Falcon»". Ssperanto-lSescllschast Charlotteuburg. Montag, 30. November, 20 Uhr, Konditorei Wolter, Charloltenburg, Bismarältr. 114(Knie), Klubzimmcr, Vor. trag des Herrn C. Körschenhausrn:„Die Berbreitung des Esperanto außer- halb der Esperanto- Bereinigung". Gäste willkommen. Deutscher Arbeiter- Sängerbund. Gau Verlin. Gcschastssielle:?. Schneider. Berlin 310. 55, huselondstr. 31. Der liunge Chor(MdDAEB.) gibt am Sonntag, dem 29. November, 19') Uhr, in der«ingalademie. Am Kostanienwäldche», ein»»ropells» _____ U__. unter Leitung seines Opernrncisters Heins Tiessen. Kum Vortrag gelangen internationale Valkslieber und alte»nd neue Kampflieder. Marth» st ahn rezitiert Arbeiterdichtung. Drr Eintrittsprris beträgt 00 Pf. einschließlich Programm. Laaläffnung 19 Uhr. Arbeiter- Samariter-Bund e. Kolonne Berlin. Gcickait-stclle: R. 24. Sr. Hamburger Str. 2». Tel.! v t Narben 3340. Sonnabend, 28. November, 49 Uhr, in der Geschäftsstelle Bortrag für die Genossinnen. Neferent: Genosse Tiedemann. W« ind.— Manganabgabo vorbohallan.— Verkauf soweit Vorrat.— Flalich und lolaht vordorbllcho eschloxon.— Olo Zusandung von Lobonf mlttoln erfolgt bei Bestellung von 5, OD Mark an * I (. m Wurstwaren Dampfwurst............ m 0,78 Sülzwurst............... pw. 0,78 Fleischwurst............ Fkä. 0,80 Landleberwurst....... fm. 0,85 Mettwurst n.Brechw. Art, Pfd. 0,90 ff. Leberwurst.......... Ftd. 1,15 Zervelat od. Salami fr 1,18 Teewurst fein............ Pfd. 1,28 Ochsenmaulsülze....fr 0,60 Corned beef........... FR 1,18 Gekocht. Schinken FR 0,33 Rollschinken........ fr 0,42 Landschinken i,suck.miin.pfd. 1,50 Fetter Speck............ fr 0,85 Magerer Speck........ fr 1,05 ichinkenspeck......... fr 1,28 Frisches Fleisch Kalbskamm o. Briig., frv. 0,50 Kalbsrücken o. Beiig.. Pfd. v. 0,58 Kalbsbrust o. Beilage, FR v. 0,58 Kalbskeule bis 9 Pfand schwer, ganz oder geteilt, Pfd. ▼. W|6B Kalbskotelett..... fr von 0,98 Kalbsroulade gerollt. Pfd. v. 0,98 Suppenfleisch...... Pfd. von 0,58 Schmorfl. o. Knoehen, FR r. 0,88 Rouladen........... fr von 0,98 Roastbeef ohncKnochen, Pfd. 1,18 Rinderfilet im ganzen... FR 1,18 Rinderiungen........... FR 0,32 Euter................... FR 0,26 Hammol-Vorderfl. fr t. 0,68 Schweinebauch ohne Beilage................ Pfd. 0*68 Schweineschink.mitBaia fr 0,74 Schweinekamm». Big. fr 0,78 Schweineschuft o. Big. FR 0,78 Schweinekotelett..fr v. 0,84 Kassler mild...........FR von 0,74 Eisbein mit Spitzb„ gep.. FR 0,54 Schweineköpfe m.fackt.FR 0,38 RUckenfett bratfertig, Pfd. 0,64 Schweinenieren....... FR 0,68 Hammelvorderfl.geir.ftd.r. 0,56 Schmorfleisch ojln., pfr.. Pid.>. 0,68 Suppenfleisch gefror., FR v. 0,42 Roastbeef mitKn., gefr., FR 0,56 Fische/Räucherwaren 'Kabeljau gros5,o.K.,i.gz.PR 0,12 'Schellfisch mit Kopf....FR 0,12 'Seelachs gross, o.K.,i.g«.,Ffd. 0,12 'Rotbars................ FR 0,12 'Kabeljaufilet.......... fr 0,22 'AmurlachS gefroren.... Pfd. 0,45 'Zander gefroren........ FR 0,35 Bücklinge........... fr von 0,28 Sprotten Kiste ca. I Pfd. brutto 0,32 Schellfisch geräacb., FR von 0,28 Seelachs gersacben. FR von 0 32 Rotbars geiäachort....... FR 0,35 Senfgurken.. s-Liter-Dos« 1,80 *ln allen Häusern ausser Andreasstrosse Wild und Geflügel Wolgahühner gefror, fr v. 0,78 Suppenhühner Hirschbiätter......... fr v. 0,56 Rehblätter............ fr v. 0,85 frische................. Pid. von 0,70 nasen Kaninchen Wildragout........... PRv. 0,28 gestreut a, msgewoifen, Pfd. von 0,88 gestreift n. ausgeworfen, FR von 0,7» Käse und Fette Romadour£0°|,....... stück 0,20 Harzer.................... fr 0,32 Bloekköse Tilsit. Art, 20>;o, Pfd. 0,36 Tilsiter voiifett............ fr 0,68 Briekäse voiKett........ Pfd. 0,68 Holländer ad. Edamor40*fkC>fd. 0,70 Schweizer voiUe«...FR von 0,95 Molkereibutter....... fr 1,10 Allarfolnito deutseho Markenbutter......... Pfd. 1,36 Margarine ,d. paimbuff. 2 FR 0,75 Bratenschmalz......... ptd. 0,52 Griebenschmalz....... fr 0,58 Rohschmalz............. FR 0,52 KONFITÜRE Bimer ca. 2 Pfd. Aprikosen, Johannisb... 1,10 Kirsch, Orange, Erdbeer 1,25 Kolonialwaren Linsen................... 2 Pfd. 0,25 Bohnen................. 2 fr 0,25 Erbsen polierte............ FR 0,26 Viktoria-Erbsen.... 2 fr 0,35 Burma-Reis............. ptd. 0,14 Brasil-Reis.............. Pfd. 0,20 Eierfadennudeln...... Pfd. 0,48 Konserven Do« Gemüseerbsen............ 0,52 Junge Erbsen fein.......... 0,98 Junge Erbsen mitteifein.... 0,74 Leipziger Allerlei......... 0,78 Karotten in Streifen......... 0,38 Eiermakkaroni........ m Pflaumen getrocknet... Pfd. v. Backobst.............. frv. Birnen getrocknet....... PRv. Kirschen sanre, getrocknet, Pfd. Aprikosenkalifornische.PRv. Krümelschok.-PulverpR 0,56 0,24 0,38 0,58 0,45 0,60 0,85 Voss Junge Brechbohnen..... 0,42 Spinat......................... 0,42 Birnen halbe Frucht.......... 0,90 Erdbeeren................... 1,00 Süsskirschen mit stein...... 0,90 Haushaltmischung aas getrockneten Erbsen....... Boee 0,38 Gemüse und Obs» Rot- und Weisskohl.. fr 0,05 Wirsingkohl............. fr 0,05 Möhren gewaschen...... 3 Pfd. 0,10 Sellerie................... fr 0,05 Rosenkohl............ 2 Pfd. 0,25 Schwarzwurzel...... 2 fr 0,45 Blattspinat............ 3 fr 0,25 Blumenkohl........ Kopf von 0,10 Mandarinen.......... 2 fr 0,42 Jägeräpfel............. fr 0,15 Boskop-Aepfel....... 2 fr 0,25 Walnüsse................ FR 0,32 Paranüsse.............. FR 0,45 Ananas.............. fr von 0,65 Datteln................Karton 0,45 Bananen.............. 2 ptd. 0,58 ——— Preise ohne Flasche..... IVaVor UobfreumUchVi, J jn 10 Fl. 1929erSonholmorlay f FLl, lU 10,50 1926 er St. imlllon| nnlOM. mlttelToll. Bordeanz. FL 1,411 11,50 OauttdiorWalnbrond lomaiko• Rum• Vor »dmlW, 40°;. dl Ltr. :}4,60 SLtr. 22,50 Konfitüren Nürnberger Gewürz- plötzchen............. i], fr 0,45 Gefüllte Dominosteine___ gute Qualität.............. l|j Pfd. Kokosmakronen...>/, FR 0,45 Spitzkuchen gBt.Qnai,',,PR 0,45 Russisches Brot..... v, Pfd. 0,35 Relnmarzlp. Kartoff� ,l>id 0,38 Marzipanbrote...... Stack 0,25 Schokoladenringo bettreut.................. � Pfd. OySO ENORM BILLI Gl Spezial- Liköre 2,95 wie Cherry Brand, Halb und Hall Curagao usw.>1, FL •in- eehL Fl 2S2 Staat» Theater Freilag, den 27.Novei Staatsoper Unter d. Linden 19 Uht Die Müiitersinger von iliimtiorg aber staatsoper M ltzrir dir lepnbüi 20 Uhr 1001 U Staafl.SdnuspieibaDs Gsndarmenmarkt. 20 Uhr Liebelei Sthlller-Theater Chariottenborg. 20 Uhr Die Berde sndil internationales Thealer (Kleines Theater) Unter den Linden 44. Täglich 8 Uhr Hedwig Wangci, H. Ad. Schleliow, Edith Edwards in; Alienianz von Vera Bern. Regie: Philip Mannin g. GKOSSES SCHAUSPIELHAUS UEir; r;7 1 im PREMIEBE MAX HKI.XHARDT IMsZENIEHUIVG Vorverkauf nnuntcrbreebca Stadl, oper Charlottenburg Qismarckstraße 34 Freitag, 27. Nov. Turnus II Anfang 20 Uhr Boheme Ende 22 Uhr VoiüsDUline Tinater am niowilatz 8 Uhr Der drtlne Kakadn Der Kammersänger Stull. Sdiilltr-Mer 8 Uhr Die Herde SDCtll Theater am Nollendorfpiat] Täglich 8Vi Uhr Gasparone Pfahl, Bohnen, Slezak. Sturm. Winkelstern. Stettner. Sonnabend, 4 Uhr KnemtRuDpredtts Fahrt ins Mardtmland Oeotsdiei Ikttlki 8 Uhr GeNhlditen ans dem Viener Wold von Oedön Horvath Rigii: Beta Bilpirt Die HomOdie 8'A Uhr Jemand von Franz Molnar Begli: Onstaf GiBailgins mit ilbrt BasKrnam Kurlflrsiendamm- Theater »?/« Uhr Linie Aanobrangcn von Ilse Langner hfh; Ludwig Berger bgslk; Ernst loch Tililulle: Agnes Straub Planetariom mmmm am ZOO mmmm Letzte Wodie 3, 5, 7, 9 Uhr Italienlilm Heute 7 Uhr Sondervorlrag lobanncs Belimann: IlllleMlImM gesdirlMD...? EinlritlspieisMk 1.- Reichshallen-Theater Uends 6 Ohr, Snntig naJintittai 37, Hin Stettiner Sänger Die neu: Burleske Der arme Kasemir" BiduiiitUit blk Pub«, nlta PretzBna! Aditung Variete-Freunde! Versäumt keinesfalls das November Programm im Wintergarten es ist das beste und abwechslungsreichste seit langer Zeil Nur noch wenige Tage Gesten Palmer/ 4 Queens Rosettl Familie/ Die schöne Florence/ Presc#& Campo Anna Wünsch/ z Hockneys usw. AuQerdem: Dr. nnlcelsMeln. das Rachonphänomen Tgl. 8.15 Uhr, Flora 3434. Rauch erlaubt Sonnabend u. Sonntag je 2 Vorstellung. 4 Uhr und J.15 Uhr. 4XJhr kleine Preise fcranugungf Rerfairani Berlins ZAuuch neiden! enfral-Tdeater AltcJaKobstr.30-32 Dönho« 2047 Heute x-b Uhr zun Ittzlei Malt Die Prinzessin vom Nil Tlcior Bolllaflir dirigiert Ab Sonnabend täglich 80, Uhr Sdiwarzwaldmädel Sonntags 3 Uhr HBnsei o. Bretel hrz-hlüe Prahl d SDK Theater desWestens Täglich SV* Uhr Der Vogeltiändler Ahlers, Jöken, Morpan, Carola, Prsistl PUtzt t.SO Pf. an Sonntag'«3 Uhr Viktoria und ihr Husar Sonntag.Su. SViUhr Der Vogelhändler Rose-Theater Grab Fmklarttr Strale 131 Id. Wriduel E 7 3422 8.15 Uhr Die keusche Susanne LiditbarUerliD-GesDnirDiiiieii DerKongreo tanzt mit Lilian Harvey.Wllly FrUtcfa Conrad Veidt, LH Dagover BOhne: Lidia Waltcrstein Hohe Schule itti Waddel der leiten Arcar 1$ Neapolitaner Itallenlsc es National Orchester »v.uh,CASINO-THEATER*/.u.. Lothringer Strafe 37, HiiiiminitniuitniiiiiiiiiiiniiiiiiiMiiiiiTiiiimiiiiiiitifttHiintiiiii Xnr noch bis SO. November Wecker-Frlize and da« erslkl. bante Programm Am 1. Dezember zum 1. Jlalc: Venn Kinder heiraten Gutschein 1-4 Personen. Parkett SO PL, Fauteuil 1.— Mark, Sessel UO Mark. nietropoi-Tiieaier Täglich SV, Uhr Die Blum« von Mawai PrriiT no 50 PL an Slg Vi 3, 5 u. Rt/I Uhr Theater im Admiralsnalasi Täglich 8 Vi Uhr Die Dubarry mit Gitta Aipar Preise v. 0.50 M an OeotiMMaiMHU aditnne. Betriebsräte I Sie Betriebst ate.stcitfditift Nr. 22 ist erschienen und kann gegen Vorzeigung der SeqUimallonofärte des Betriedsrats-Od- mannes im Verdandshause, Zimmer 5 läglich dis 4 Uhr. Freitag, bis 7 Uhr entnommen werden. Die Orlsverwolliiaig. Deutidier Metallarbeiter-Herliaßii Verwalhmgsslellc Berlin Todesanzeige .Den Mitgliedern zur Nachrichh daß unser Kollege, der Dreher Karl Zraly geb. 5. Juli 1885, am 23, November grstordrn ist. Die Beeedigung findet am Sonn- abend, dem 28. Novembee,>5 Uhr. von drr Leichenholle des EL Michael- Kirchhofes in Britz, Mari rndorfrr Weg. ans statl. Neg» Beteiligung wird erwartet. Nsckruf Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlei er Hermann Deckert geb. 4. November 1899, am 20. November gestorben ist. Die. Einäscherung hat bereiis statt. gesunden Schee ihrem Aubeufeu! D4e Orlsrrrw.lt an ß KLEINE ANZEIGEN iiiminiiiiiitniiitiiiiiiiiiiiiiiiiiimnjiiitiiiiiiiiiuiiiiimniiiiimiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiüiiii Pralsa: Ubarschrlftswort 25 Pf., Textwort 12 Pf. Wiederholungsrabatt: 10 mal 5 Proz.# 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Prot., 2000 Worte 15 Proz., 4000 Worte 20 Proz.- Stellengesuche i uberschrifts- wort 15 Pf., Textworl 10 Pf./ Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 4',, Uhr nachm. im Verlag, Lindenstr. 3, oderauch in sämtlichen Vorwärts-Fiiialen und-Ausgabestellen abgegeben sein I verkäme| Tapeten Szillat, Kolonie. strafte 9. hlsisungsiiiiel«. uiZzelis llzui. 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