Morgenausgabe Nr. 559,, A 281 4S.Iahrgang Wöchentlich 8S Pf., monatlich 3.60 9*. (davon 95 Pf. monatlich filr Suftcl- luna Ina Hans) im voraus zahlbar. Vossbezug 4.32 M. einschließlich 60 Pf. Panzeltunga- und 72 PsPostbeltellac. biihren. Aualandaabonnement S.— M. pro Monat; für Länder mit ermäßig- tem Drucksachenporta M. Der„Sonvätta* erscheint wochentäg» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendauagabe für Berlin und im Sandel mit dem Titel„Der Abend", Illustrierte EonntagsdcUage .Volk und Zeit". berliner Volksblatt (Sonntag 29. November 1931 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf, Die einlpall. Nonparcillezeile SO Pf, R-klam-z-il- ö.— R».„»leine Au- zeigen" das f-ltg-druckte Wort 2ö Pi. izulässig zwei fettgedruckte Warle), icdez weiter- Wort 12 Pf. Rabati lt. Totti. Stellengejuche das erste Wort IS Pf, jedes weitere Wort 10 Pf. Watte über 1ö Buchstaben zählen für zwei Worte. Ilrbcitsmarkt Zeile bO Pj. Familien. anzeigen Zeile 40 Pj. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraß« 3. wachen- täglich von by-i bis 17 Uhr Der Verlag behäst sich das Recht der Ablehnung nicht genebnier Anzeigen vor! SeMvawesan der Sozialdemokratischen Partei Deutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Retnfpr.. Dönboff(A 7) 292— 297. Telcgrainni-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Poslschcckkomo: Berlin S7bZS.—Banttomo.-BailkderArbeili:r.Angeslellteii und Beamten, Lindenstr. 3 Dt. B. u.DiSc.-Ges., Depostienk., Jeruialciner Sir. LSlNi. Hitler deckt Best! Legalitätslügen ohne Folgen. Die Partei des Herrn 5)iiler hat ihre falschen Legalitäts- boteucrungcn wieder ciirmal wiederholt. Jeder Versaimntungs- bericht über nntionalsozialistische Versammlungen zeigt, was sie wert sind. Sic werden von den Agitatoren der NSDAP, in den Verfammliingen mit Grinsen vorg-trogen und von den Zuhörern mit verständnisvoller sttirmischcr Heiterkeit aufgenommen. Die Zuhörer nehmen sie nicht ernst. Wer nimmt sie er n st? Der Sänger, der. Legalität dieser Sorte ist Herr Gocdbcls. Seine Theorie zu Hitlers Eid lautet: wir sind legal vis zur Er- vkenlyg der Macht, was wir Hann tnn, ist unsere Sache Krasser als er Hot noch niemand ausgesprochen, dast die Partei des Herrn Hitler ans die tiersassung pfeifen will. wenn sie erst einmal an der Regierung ist. Diese versassungsseindlichc Legalitötsthcoric ist das geistige srundainent für die Plut plane der Borksheimer Putschisten. Diese verfässiingsfeindlichc Legalitätsthcorie chat die thevretiselze Grund- läge gsiicscri— die M a r d d r v h n n g e n der Hitler, F r i ck und S t r a h e r i>avcn den Inhalt dafür gegeben. Die Hitler. Friif und S t r v st e r haben niitst mit einen) eiiizigeu Wort Stellsing gxnlimmen gegen d«, wahnwihigen In- halt dieser Blutdokumente. Sic tonnen es Nicht; denn was in diesen Dokiimciitrn siehst wird von ihren Bürgerkrieg Struppen als ihr Programm und ihr Daseinszweck angesehen, und B e st hol nun einen jener Pläne vcrsastst die in der SA. aller Gaue verfolgt werden! Hitler hat dem Rcichsinncnministcr erklären lassen, dost er gegen alle illegalen Bestrebungen rücksichtslos vorgehen werde. Was geschieht gegen Best, Wagner, Wassnng, Davidsohn und Konsorten? Es geschieht nichts! Dieser Lest ist nach wie vor in der hessischen Gauleiluug der RSVAp.. Er geht dort aus und ein und dirigier». Er nimmt an den nationalsozialistischen Aührertagungen noch nach seinem Geständnis teil. Er fühlt sich von Hitler so sehr gedeckt, dost er eine dreiste Erklärung veräsfenllicht. deren Sinn ist: mir kann keiner! Es ergibt sich der Tatbestand: Bests bestialische Pläne werden van Hitler gedeckt. Hitler' stellt sich auf den Standpunkt: Bests Plan ist nicht illegal, also bleibt Best Nationalsozialist. Wer läßt sich danach noch durch die Legalitätsbctcuerungeu täuschen? Hitler hat den gemeinen ZA c u ch e l m ö r d e r n von Hamburg- parleianulich. Rechtshissc gestellt. Er Icistt die Hagener Mord schützen ebenso parteiamtlich verteidigen, wie er den Pogrom sührer H e l l Vor f parteiamtlich verteidigen liest. Er verkündet feierlich, dah kein SA.-Mann bewassnet sein dürfe, aber die SA.-Lcnlc haben die Pistole in der Tasche. Er schwört— aber er deckt die Verbrecher. Jeder Tag bringt neiic Beweise für die Verlogenheit der Legalitätsbcteucrnngcn! Diese.Holtung Hitlers ist austcrordentlich klärend. Sic zeigt die voll'c V c r a n t w 0 r t u n g H i t l e r s. Sie zeigt, dost er die Blutplänc ebenso billigt wie die wahnwitzigen Wirtschastspläne. Sie zeigt, dost Hiller kbetisowenig legal ist wie Best, dah das Ziel seiner Partei eine Orgie des Blutes und des Wahnwitzes ist! Zorns zurückgezogen. Nicht mehr an der Untersuchung beteiligt. Herr Jörn» ist an dar Voruntarsuchuug gegen Ä e st und Genossen nicht mehr beteiligt. Tas �teiehsjustiz- Ministerium hat eingesehen, das; die Untersuthiing dureh diesen Mann den Glanbcn an die fDbsettivität der Unter- surhung auf das schwerste erschüttert hätte.' Best aus öem Lufiizdienst enifernt. ? a r m st a d t. 38. November. sGigenberichi.) Der hessische Juftizministcr hat den Putschisten Tr. Best mit sofortiger Wirkung ausier Verwest» dung gesetzt. Best kehrt nicht mehr in de» Staats- dienst zurück. Alarm in Llugarn. Weiße Terroristen wegen verdächtiger Vorbereitungen verhaftet. Budapest. 28. Nlwcit.bcr.(Eigenbericht.) In den letzten Tagen waren Gerüchte vevlireitet worden, dost D 1 1 o H a b s b u r g sich in der?löhc von Budapest aushalle und in die Hauptstadt lammen werde, tun die Macht zu ergreisen. Durch Verrat soll die Polizei davon Kenntnis erhalten haben, dost in Budapest und anderen Städten Angehörige der Tcrrorgruppen von 1919/20 wiederum Banden organisieren und Waffen ansammeln. Die Polizei schritt darauf zu Haussuchungen und nahm ungefähr 1000 Personen fest, namentlich auch in den Städten Szolnok und Kecstemet. Unter den Verhasteten sind mehrere berüchtigte Ter- consten aus der blutigen Ansangszeit des weihen Schreckens, so ein gewisser C s a b k a von dem berüchtigten Detachement im Buda pester Hotel B ri ta nn i a, ferner ein Hosmetz, der 1921 an dem'Attentat ans ein Budapest»? Operettentheater beteiligt war. weiter jener Wanna i, der das Attentat auf den bekannten demo- lratischen Abgeordneten Dr. Vaszony verübt hat. Viele der Per- hasteten, darunter mich diese drei, sind nach Budapest gebracht worden. Kecskemet wurde auch bei Michael Francia-stis gehaussuchl. der Stabschef des Theist-Detachemenls des Iwan hejjas gewesen ist und unzählige bestialische Massenmorde begangen ha». Er ist nicht verhostet worden. Die Regierung wußte schon längere Zeit von diesen Vorgängen, sie stand mit den Leuten auch tn Verbindung, hat sie aber gewähren lassen, solange die Re- gierung glaubte, diese Elemente in jedem Augenblick zur Ber- fügung zu haben. Jetzt sind ihr diese Leute offenbar unbequem geworden, und die Regierung fühlte sich durch ihre Treibereien be° droht. Man glaubt, daß die'Aufdeckung und Verfolgung der Unter- whrrmngen dieser Terroristen benutzt werden soll, um dem Mehrmiaister Göwbös besondere Bollirachlen zu geben. die ihn zum Mililärditlator machen würden. Austerdcin hat die Regierung des bankrotten Landes ein großes Intere'ie daran, dem Auslände, von dem sie Hilfe erhosit, vorzumachen, daß sie die Ordnung in Ungarn unbedingt aufrechterhalte. * Wie Ungarns Volk wirklich denkt, kann es nur in den wenigen Fällen zeigen, wo geheime Wahl vorgeschrieben ist. Das war letzt- hin bei der Wahl der Komitatsvertretüng der Bauernstadt Hajdu- Nonas der Fall; dort errangen die Sozialdemokraten die absalute Mehrheit und infolgedessen alle Mandate. DaK Parlament aber, das die Regierung stützt nnd hält, wird zum allergrößten Teil, össentlich und unter gemeinstem Regierungstcrror „gewählt" Sorl Zörgiebel, der frühere Berliner Polizeipräsident, ist zum Polizeipräsidenten in Dortmund ernannt worden. Zörgiebel tritt sei» neues Amt sofort an. Funktionärkonferenz Dienstag, den 1, Dezember, pünktlich 19.30 Uhr, im großen Saal der„Neuen Welt", Hasenherde Thema: Sozialdemokratie und internationale Abrüstung Referent; Dr. Rudolf Breitscheld, MdR. Zutritt haben: Alle Funktionäre Oer Partei und die poli ischen Vertrauensleute in den Betrieben ♦ Parte buch ist mitg'eichlautender Funktionärkarte am Saaleingang vorzuzeigen DerBezirksvorstand Man darf nicht schweigen! Ein Appell an die �eichsjnstizverwaltnng. Von Wolkganx Lstno. Daß die ertappten Boxheim er Verschwörer leugnen, ist selbstverständlich und entspricht der Gesinnung solcher Helden. Daß sie sehr dumm leugnen, entspricht ihrem Maße von Intelligenz: sie merken offenbar gar nicht, wie sehr sie sich selbst bloßstellen, wenn sie behaupten, daß die ganzen blutig brutalen Pläne nicht einmal ihr Wille, sondern nur pervers gemeine Wunschträume politischer Impotenz gewesen seien. Das alles wäre nicht besonders interessant, wenn es nicht einer seit zehn Jahren geübten Methode entspräche, die die Nationalsozialisten mit ihren äußersten Gegnern— oder soll man nicht besser sagen Freunden?— den Kommunisten gemein haben. Beide beschwören ihre Legalität und rüsten zum Bürgerkrieg: aber nicht etwa, um die Verfassung zu ver- tcidigen, sondern angeblich um zu warten, daß die Gegen- spieler diese stürzen, und um dann ein eigenes terroristisches Geivattregiment aufzurichten. Genau so haben beide Teile es 1923 in der Zeit tiessten wirtschaftlichen und politischen Versalls des Reichs getrieben. Die Sturmabteilungen der beiden extremen Parteien hofften auf Bürgerkrieg und bereiteten ihn vor. Die kommunistischen Partisanen- und Terrorgrnppen mit reichlichem Aufwand von Dollarnoten, die ihnen nus Ruhland zuströmten, die verschie- denen Organisationen, die der heutigen Hitler-Partei cnt- ! sprachen, mit Geldern, deren Ursprung damals so dunkel war ! wie heute. Die Kommunisten wollten angeblich das Reich vor i den Faschisten retten, die anderen vor einer roten Revolution. � Auf der rechten Seite waren die unter Führung i von Roßbach stehenden angeblichen Sportvereine für den | Vorstoß ausersehen. Sie behaupteten, es stünde im April 1923 ! eine bolschewistische Revolution bevor, für deren Fall sie sich I zutn Schutze des Reiches zur Verfügung stellten. Roßbachs Adjutant lud im März 1923 eine Anzahl Offiziere, Unter- osfizierc und Mannschaften der Reichswehr zu einer„Ge- burtstagsfeier" nach der Villa Roßbachs in Wannsee ein. Das Geburtstagskind war wohl keinem bekannt. Dort bear- beitete man die erschienenen Offiziere, daß die Reichswehr sich bei einem bevorstehenden Kampfe gegen die Revolution „neutral" verhalten sollte. Die Reichsmehr neutral, wenn die Verfassung gegen die Bolschewiften verteidigt würde?-- Eine wunderliche Ziifnutung, hätte man nicht durchblicken lassen, daß unter den„Bolschewiften" die preußische Regierung mit Braun und S e v e r i n g zu v e r st e h e n war. Aus diesem geplanten Aprilputsch wurde nichts dank der Gewissenhaftigkeit eines Regimentskommandeurs. S e e ck t zeigte den Roßbachschen Emissären die kalte Schulter, der an- gebliche kommunistische Vorstoß erwies sich als Schwindel. Aber auch aus der Untersuchung wegen Hochverrats gegen Roßbach wurde nichts: die Reichsanwaltschaft untersuchte zwar, aber endlich schnitt eine Amnestie das Verfahren ab. Genau derselben Verkleidung bedienen sich jetzt d i o hessischen Nationalsozialisten. Sie wollen ihre verbrecherische Diktatur nur geplant haben für den Fall, daß die verfassungsmäßige Reichsregierung wegfallen und die „Kommune" besiegt wäre: dann aber soll es losgehen mit Morden und Konfiszieren, während das verhungernde Volk die Mitglieder des Regiments füttern fall. So wie für den Slpril 1923 wird jetzt für den August 1931 die Erwartung einer bolschewistischen Revolution vorgeschützt. Von dieser hat kein Mensch etwas gemerkt, und auch die Herren aus Box- heim, die Mitte September(!) die Bestschen Pläne be- rieten, korrigierten und genehmigten, müssen damals gewußt haben, daß die Kommunisten ihnen den Gefallen nicht getan hatten. Wozu also noch die Arbeit?— Gibt es wirklich einen vernünftigen Menschen, der sich durch diesen allen Trick täuschen läßt? Als i>n Winter 1923 zu 1924 der Münchener Hitlex-Putsch sich verlaufen hatte und die Hamburger kammunistische Revolte niedergeworfen war, bildeten die Kommunisten an vielen Orten bewaffnete Gruppen, angeblich zum Schutze der Republik gegen die Faschisten. Kein Mensch war so töricht, ihnen diese Absicht zu glauben- Ihr Ziel blieb ja die Sowjetdiktatur, durch die sie den„Misthaufen" der demokratischen Republik ersetzen wollten, sie bildeten Terror- gruppen, verübten Ueberfälle und Morde. Der Staatsgerichts- Hof zum Schutze der Republik, dem ich damals angehörte, hat vielmehr ganz mit Recht angenommen, daß der eigentliche oder wenigstens der Hauptzweck dieser kommunistischen Orga- nisationen die gewaltsame Errichtung ihrer Herrschaft, also d«r Sturz der Verfassung wäre. Dutzende von Kommunisten sind deshalb wegen Hochverrots mit hohen Strafen belegt worden, teils wirklich schwere Verbrecher, teils solche. deren Wirksamkeit weit hinter dem Maß der Borheimer zurückblieb. Was damals für die Kommunisten die Sowjetrepublik mar. ist bei den Hitler-Leuten das„Dritte Reich", das sie unter dem Vorwand, die Verfasiung vor einer.Kommune" zu schützen, aufrichten wollen. Wie es aussehen soll, zeigen die Boxheimer Beschlüsse. Dem Herrn Oberreichsanwalt muß die Recht- sprechung des Staatsgcrichtshofes und des Reichsgerichts bekannt sein. Unverständlich ist. daß er. bevor er noch die Beschuldigten hat vernehmen lassen, deren lügnerischen Ein- wand, es habe sich nicht um Pläne gegen die Verfassung gehandelt, statt ihn zurückzuweisen, vorausnimmt und als mög- licherweise durchgreifend anerkennt. Hat der Herr Ober- reichsanwalt sich nicht klargemacht, daß er damit den Beschuldigten und der Presse ihrer Partei diese Ausrede geradezu in den Mund legt? Und hat sich ferner die Reichsjustizverwaltung keine Gedanken gemacht, daß es auf die Oeffentlichkeit wie eine Provokation wirken muß, wenn kein anderer als Jörns diese Sache führen soll? Der Presse gegenüber wird die Schuld auf den Geschäftsplan geschoben. Aber jeder weiß, daß bei der Anklagebehörde dieser Plan nicht wie die Ge- schäftsverteilung der Strafkammern und Senate festliegt, sondern vom Oberreichsanwalt und Reichsjustizminister jederzeit geändert werden kann. Wie konnte man übrigens Herrn Jörns überhaupt ein politisches Dezernat über- tragen?— Der einfachste Takt hätte ihm gebieten müssen, sich selbst davon zurückzuhalten. Hat man noch nicht genug von der Zerrüttung des Ber- trauens in die Rechtspflege, die auch ich tief beklage? Es ist mir unmöglich, hierbei zu schweigen! Pharisäer. Deutfchnationale Entrüstung über den Trocad6ro-E>kandal. Die dcutschnationale Presse ver-«ichnet die skandalösen Vor- gänge auf der Pariser Abriistungskundgebung im Trocadero mit Schadenfreude, weil sie darin eine Schädigung des Ansehens Frankreichs in der Welt erblickt. Sicher ist, daß die Nationalisten, di« am Freitag abend Staatsmänner von Weltruf niedergeschrien haben, einen schweren nioralischen Schaden ihrem eigenen Lande zugefügt haben. Aber unsere eigenen Nationalisten haben gar keine Veranlassung, über diese Vorgänge zu triumphieren. Sie selbst sind es, die täglich neue Propaganda-Argument« jenen Kreisen von drüben liefern, die jede internationale Verständigungspolitik und jedes Zugeständnis in der Abrüstungsfrage als Landesverrat be, rompfen. Das Anwachsen der Hitlerbewegung in Deutschland kommt den gleichgesinnten Elementen in Frankreich zugute und erschwert die Aufgabe derer, die für die Verständigung mit Deutschland, für ein: entschiedene Abrüstungspolitik und für«ine Revision des �kr- iojller Vertrages kämpfen. Auch die Mittel, deren sich oi« Pgriser Qersammlungsstörer bedient haben, sind genau die gleichen, die hier von den„nationalen" Männern und Lausbuben gegen mißliebige Gegner angewendet werden. Die Radaustudenten van Hall«, die den religiösen Pazifisten Professor Dehn n ledergebrüllt haben, sind von derselben Hugenbergpresse in Schutz genommen und gefeiert worden, die über die Rüpel vom Trocadero Empörung mimt. Alles in allem laßt sich feststellen, daß bei den nationalisti- schen Krakeelern hüben und drüben nicht nur die gleiche Ge- f i.n n u n g herrscht, sondern auch die Kompfesweise auf dasselbe niedrige Niveau gesunken ist. Stilles Begräbnis. Das Ende der Fünftagewoche in Gowjetrußland. Mit lärmenden Fanfaren posaunte vor zwei Jahren die Sowjet» regierung die Einführung der Fünftagewoche in die Welt. Jetzt ist sie ganz still wieder abgeschafft worden. Keine russische Pratla- niation an das Ausland begleitet ihr Begräbnis, sondern nur» über- läßt die Bekanntgabe dieses Ereignisses den bürgerlichen Berichterstattern. Die fünftägige Arbeitswoche sollte ursprünglich so organisiert sein, daß die Betriebe kontinuierlich arbeiteten und je ein Fünftel der Belegschaft an je einem von fünf Tagen feierten. Damit sollte der allgemeine Wochenfeiertag abgeschafft werden. Aber auch in Rußland kann der Arbeiter mit einem freien Tag nicht viel an- sangen, wenn sein Vater, sein Bruder, sein Freund, mit dem er zusammen den freien Tag begehen inöchte, jeder an einem anderen Tage frei hat. Außerdem ließ sich die Regelung in den Betrieben keineswegs so schematisch durchführen, wie die Urheber es sich gc» dacht hatten. Aus der fünftägigen Arbeitswoche mit kontinuierlicher Arbeit würde nach und nach die fünftägige Arbeitswoche mit feststehe n- dem Feiertag. Dadurch aber wuchs die Zahl der freien Tage so stark, daß die Belastung nicht zu tragen war. Man ist jetzt deswegen zur jechstägigen unterbrochenen Arbeitswoche über- gegangen. Bor zwei Jahren war jeder ein Schuft und Lump, der nicht an das Wunder und den Segen der kontinuierlichen Fünftagewoche glauben wollte. In abermals zwei Jahren werden wir wahrschein- lich erfahren, daß die revolutionärste Einrichtung seit Erschaffung der Welt die— Siebentagewoche ist. Eine böswillige Erfindung. „Severiag behorcht den Aotfchaster Italiens." Ein Hamburger nationalsozialistisches Blatt bringt im Rahmen eines Artikels die unsinnige Behauptung, daß.„um etwaige Aeuße- rungcn von Deutschen an italienische Faschisten zu bespitzeln", der preußische Innenminister Severing die Telephongespräche der Jtalie- Nischen Botschaft, und zwar nicht nur jedes Gespräch des Botschafters und feiner leitende,, Beamten, sondern auch sämtliche dienstlichen und privaten Gespräche aller Unterabteilungen, die in den verschi«. densten Bezirken von Berlin untergebracht seien, regelmäßig bei Tag und bei Nacht abhorchen lasse. Der Amtliche Preußische Pressedienst bemerkt dazu, daß es wcchl nicht nötig sei, noch besonders zu betonen, daß diese un- sinnigen Behauptungen von Anfang bis zu Ende glatt erlogen sind. Das australische Parlament ist nach dem Sturz der Regierung am Donnerstag aufgelöst worden. Neuwahl am 19. Dezember. Reichsgericht Ein Llrteil gegen di Leipzig. LS. Skovewiber. I» heu» Hochperratsverfahue» gegen den Echrifllerteu her in Essen erscheinenden rechtsradikalen Zeitschrift „Ter deutsche Arbeiter", Fritz Annnnpinn ans Essen- Karnap, verkündete der vierte Strafsenat des Reichs- gerichts heute mittag folgendes. Urteil: Der Angeklagte wird wegen Vorbereitung zum Hochverrat nach K 86 StGB, zu einem Jahr sechs. Monaten Fcstnngshaft verurteilt. Ans die erkannte Strafe werden drei Monate nnd drei Wochen erlittener Untersnchnngshaft angerechnet. Die Begründung wurde von Senatspräskdent Dr. Bünger gegeben. Im einzelnen wird in der Begründung gesagt. daß in 8 86 des StGB, auch schon die entfernteste Vorbereitnngshandlung znm Hochverrat mit Strafe bedrohe. Es seien auch solche Schritte einbezogen, die die Borbereitung eines Hochverratsdeliktez gar nicht zum Abschluß bringen, sondern lediglich die Grundlage für weitere Borberei- tungshandlungen liefern sollen, Diese prinzipielle Judikatur sei keineswegs neueren Ursprungs, sie gehe vielmehr bis in di« ersten Jahre des Reichsgerichts zurück. Der Grund siege auf der Hand. Der Staat sei, wenn er sich behaupten wolle, ge- zwnngen, schon die allerersten Ansätze zu einer gegen ihn gerichteten Aktion zu treffen, und er könne nicht ivarten, bis an die Stelle der Vorbereitung die Ans- fiihrung getreten wäre. Bezüglich des Zeitpunktes fei lediglich erforderlich, daß der beab- sichtigte Stoß für die chn Planenden nicht mehr in„nebelhafter Ferne" liege, und was das Angriffsobjekt anlange, so werde der einschlägige Tatbestand bereits erfüllt, wenn die verfassungsmäßige Regierung in ihrer Handlungsfreiheit gehemmt werden solle. Protest des ANA. Gegen erneute Kürzung der Veamtengehälter. Gegenüber offizieller Regieruugsversicherung am letzten Donnerstag im haushaltsausschujse des Reichstages erhält sich hartnäckig das Gerücht, daß schon in den nächsten lagen eine erneute toprozenlige Kürzung der Beamten. geholter durch Notverordnung erfolgen wird. Sollte die Reichsregierung derartige Pläne verfolgen, so erheben wir dagegen allerschärfsten Protest. Eine Kürzung der Beamlengehäller würde eine neue pohnabbauwellc einleiten. Sie würde durch Schwächung der Massenkaufkraft die Wirtschaftslage ungeheuer verschärfen. Sie würde insbesondere die unteren und mittleren Beamten der allernolwendigfien Existenz- mittel berauben und sie zur verzwetsluug treiben. Bereits durch die bisherigen Gehaltskürzungen sind die Durchschniltsdezüge großer Teile der Beamtenschaft unter den Stand von 1g2? herabgedrückk worden. Eine erneute Kürzung um 10 proz. würde die eebenshallung der großen Maße der Beamtenschaft wieder auf den Stand der unzulänglichen Goldgehäller unmittelbar noch der Zaslalion zurückwerfen, die auch die Regierung wiederholt al« �hungergehälter" bezeichnet hat. Der Allgemeine Deutsche Beamlcubund warnt die Reichsregiernng in letzter Stunde, diesen Weg zu beschreiten. Der Borstand: Falkenberg. Oer Ehrenmann in der Z�eichsleitung. Sie Führerauswahl in der Hitler-Partei. Die Nationalsozialistische Partei hat den Dr. Schäfer zum Kreisleiter und Landtagsabgeordneten gemocht, obwohl ihr seine Vorstrafen bekannt waren. Der Putschist Dr. Wagner vom Bocksheüncr Hof bleibt nach wie vor Mitglied der Gauleitung der NSDAP., obgleich er durch seinen Van kr ott viele kleine Geschäftsleute auf das schwerst« geschädigt hat. Seit Wochen erhebt die Antifaschistische Pressekorrespondenz immer wiederholt die schwersten Vorwürfe gegen den Haupt- mann a.D. Wagner, Mitglied der Reichsleitung der NSDAP. Wir haben festgestellt, daß dieser Mann es nicht wagt, gegen diese Vorwürfe vorzugehen. So wird ihm vorgeworfen, daß er als kaiserlicher Offizier am ä. Mai 1918 infam kassiert worden sei. ferner, daß er mit seinem Kollegen, Hauptmann von Pfeffer, im Sommer vor- gangenen Jahres gemeinsam die stattliche Summe von 39999 Mark unterschlagen habe— einen Betrag, den der Deutsch- nationale Handlungsgechilfen-Verband für den Kauf eines� Reichstagsmandats des Herrn Dr. Krebs, Hamburg, an die Hitlerpartei zu zahlen sich verpflichtet hatte. Weder Wagner noch das Braune Haus ist dieser ersten Beschuldigung entgegengetreten, trotz stetiger Wiederholung. Herr Wagner ist nach wie vor Hitler eng attachiert. Nazis über ihre Kührer. Ver Ortsgruppenleiter der NSOAp. von Neiße. Mit Freudengeheul verkündet der rechtsradikale„Tag", daß der hessische Landtagsabgeordnete Dr. Schäfer vorbestraft sei. So» lange Dr. Schäfer für die Nazis kandidierte und agitierte, hat k e i n Mensch im Rechtslager an seiner Borstrafe Anstoß genommen. Erst als er das verbrecherische Treiben seiner Mitführcr aufdeckte, wurden die Herrschasten gegen Vorstrafen empfindlich. So ist es bei den Ztazis überhaupt. Wir sind in der Lage, über einen anderen Naziführer ein Dokument mitzuteilen, das Bände spricht. In Reiß« haben gegen ! Oberreichsausrede Im vorliegenden Fall« wäre nach der Borstellung des Zlnze- klagten die Zeit des Handelns naher bestimmt gewesen, denn er habe in seinen Schriften mehrfach davon gesprochen, jetzt sei die Zeit zum Handeln nah« herangekommen. Gegenstand des Angriffs sei nach der Vorstellung des Angeklagten unzweifelhaft die jetzige Re» gierung. dasoerfassun gsmäßigeSy st emvonhsute überhaupt gewesen, das mit Gewalt beseitigt werden sollte. Tie Schutz behanptnng des Angeklagten, daß die in seinen Schriften zum Ausdruck gekommenen Gewalt- maßnahmen sich nicht gegen die jetzige Regierung richteten. sondern für den Fall des Regiernngsrücktritts oder ihrer Absetzung Geltung haben sollten, fei wegen ihrer inneren Unlogik abzulehnen. » Mit diesem Urteil und seiner Begründung ist ein Prüze- denzsall von großer grundsätzlicher Bedeutung geschaffen worden. Der Angeklagte Kannapinn verteidigte sich mit derselben Ausrede, die die Boxheimer Putschisten anwenden wollen. Diese Ausrede besteht in der Behauptung, daß die illegalen Pläne nur Gellung haben sollen für den Fall, daß „die Kommune" die bestehenden Gewalten beseitigt habe. Der Oberreichsanwall hat— ohne einen Beruf dazu zu haben— sofort öffentlich erklärt, daß diese Ausrede stichhallig sei. Der vierte Strafsenat des Reichsgerichts hat diese Aus- rede abgewiesen, t?enatspräsident Bünger hat diese Abwei- jung besonders betont. Damit ist zugleich der Erklärung des Oberreichsanwalts eine scharfe Absage erteilt worden. Grotesk ist, daß der Oberreichsanwall selbst die Bestrafung Kannapinus beantragt hatte. Sein Plädoyer für Best und Genossen erscheint danach in ganz besonderem Lichte. Er hat sich beeilt, für Best und Genossen die- selbe Ausrede vorzutragen, die er im Falle Kannapinn selbst nicht für stichhaltig hielt! Wir fragen: Haidas Reichsjustiz. Ministerium dazu nichts zu erklären? 14 nationalsozialistische Mitglieder, meist Leute aus dem Klein- bürgertum, ein Fleischermeister, ein Autovermieter, ein Kansmann. ein Mechaniker, ein Büroangestcllter usw. usw. eine Beschwerde über ihren Ortsgruppenleiter, einen Dr. N i e b i s ch, an das Brauns Haus geschickt. Die Beschwerde geht davon aus, daß ein Ortsgruppenleiter die nationalsozialistische Volksgemein- schast nicht zu predigen, sondern auch vorzuleben habe, keine Cliquen- und Günstlingswtrtschaft treiben und«ine reine Weste haben müßte. Daraus fährt das Schreiben fort: Der jetzige Ogl. der Og. Reiße entspricht nicht den oben oer- langten Eigenschaften, die unseres Erachtens«in Führer gerade hier in unserem„Schlesischen Rom" haben muß. Dr. Riebst'ch hat es im Verlauf eines knappen Jahres fertiggebracht, di« Be wegung hier am Ort m o r a l i s ch und finanziell f a st aus den Hund zu bringen. Mit einer ehrgeizigen Esique von Konjunktur- und Bierbankpolitikern umgeben, terrorisiert er jeden, der unserer Bewegung seit Jahren mit heißem Herzen und sauberen Händen gedient und geopfert hat und noch heute dienen und opfern will. Alte verdiente Kämpfer, die sich rücksichtslos im schwersten Kampf für die Idee unseres Führers Adolf Hitler in der schwor- zeston Ecke Oberschlesiens in zahllosen Saal- und Straßenkämpfen eingesetzt haben, werden«iniach an die Wand g c- drückt, werden höhnisch als die unzufriedenen Ele- mente bezeichnet, werden verleumdet und beschimpft, vor den Uschla(Untersuchung� und Schlichtungsausschuß— D. Red.) gc- zerrt und oft aus den verlogensten Gründen aus- geschlossen, soweit sie nicht schon selbst, verärgert durch diese in der Og. sich breitmachenden Maulhelden und Spieher aus der Bewegung ausgeschieden sind. Niebisch ist ein Mensch, der fiel, in seinem"größenwahnsinnigen Führer dunkel nicht entblödet, öffentlich und versteckt andere verdient« Führer anderer Bewegungen zu beschimpfen und zu nerleurn- den. so daß m Kürze das G e r i ch t sich noch mit diesem Manu befassen muß, der sich w Saufgelagen öfters und öffenllich derart benimmt, daß er geseuschasllich und moralisch längst erledigt ist. Und dann wundert dieser Mann sich noch und spielt den Ent- rüsteten, wenn sich alte verdiente Pos. von diesem„Führer" nicht wie dumme Jungen behandeln lassen. Niebisch ist die Ursache. daß zahllos« ehrliche Deutsche besonders aus den arbeitenden Massen uns nicht beitreten wollen, daß viele gutsituierte deutsche Männer und Frauen es ablohnen, uns in dem schweren Stampfe hier in Neiße und Umgebung zu unterstützen, da man bei Niebisch nicht weiß, wo das Geld bleibt. Dr. Tliebisch ist vor kurzem wegen Uebervorlellung von kronkenkasien und pallenten aus dem großen Krankenkassen. verbände herausgeflogen. Der Ausschuß ans dem Oberschlesischen verbände der Zahnärzte ist ebenfalls erfolgt. So sieht nun unser„Führer" aus. Wir verlangen schleunige Mhilfe dieser unhaltbaren Zustände, sonst kommt es hier zu einem Riesenskandal, der unbedingt oermieden werden muß. Heil Hitler! (Folgen 14 Unterschriften.) So beurteill eine nationalsozialistische Ortsgruppe in einem Schreiben an ihre Parteileitung ihren eigenen Führer. Daß Hitler etwas auf die Beschwerde hin tun wird, glauben wir nicht. Er hat sich ja mit-Stolz für die„rauhen Kämpfer" in seiner Partei erklärt und dargetan, daß die NSDAP, kein Pensionat sei. Die offizielle Entrüstung über Dr. Niebisch wird aufgespart bis zu dem Tage, wo dieser etwa zu einer anderen Partei geht. Dr. Schäfer bleibt hessischer Landtagsabgeordneter. Darmstadl. 28. November. Im Landeswahlausschuß. der heute.zur Prüfung der Mandate aus den letzten Landtagswahlen zusammengetreten war, teilte der nationalsozialistische Ausschußvertreter Rechtsanwalt Dr. Klein mit. daß sich in seinen Händen eine Mandatsverzichterklärung des Ab geordneten Dr. Schäfer befinde. Daraufhin erklärte der Landeswahl- leitcr, Ministerialrat Bornemann, daß der Abgeordnete Schäfer ihn, die Annahme seines Lcindtagsmandats bereits anqczeint habe. M. 559* 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag, 29. November 4931 w ntrlekte Statt oit An den Maaern>änden in den irislen Gassen rings um den Alexander platz klebt Zettel neben Zettel, mit dem fast gleichen Text immer dasselbe verkündend: Männerheim! Geheizte Räume, Federbetten, ■ Morgenkaffee, Bett SO Pfennige. Folgt die Angabe der Straße, wo sich das Heim befindet. Für Tausende von zwanzigjährigen jungen Männern sind diese Ueime die vorletzte Station, das Mittelding zwischen Schlafstelle und Obdach. Mancher wird zweifeln, weil wir sagen: für Tausende von jungen Männern. Aber das stimmt. Einer hatte damit angefangen, sidt einen Tanzsaal gemietet, und wo einst zum Walzer aufgespielt wurde, da halte er Milit&rbcUen hineingestellt. So an die dreihundert. Sieben zig andere haben ihm das nachgemadü. haben Betsäle, Lagerräume oder Gastwirt- sdiaftcn, die nidil mehr gingen, gemietet und immer alles voll Betten gestellt. Das Geschäft geht. Denn das Obdach, das riecht für die Jungen zu sehr nadi Almosen, du sitzt muh die Kriminalpolizei um Eingang, du ist eine Hausordnung, die will respektiert sein, das ist alles nichts Reddes für die Jungen. In diesen Männerkeimen dagegen fragt kein Mensch danadi, wann sie kommen und wann sie gehen, wer beim Morgengrauen kommt, sddäft eben bis zum Mittag, gerade, daß er zeitig genug zum Stempeln kommt. Dann ist die Sache im Märnerheim billiger als in der Schlafstelle. Die kostet sedis Mark pro Woche. Und im Männerheim haben die Stammkunden Exiratarife: man zahlt nidil acht Grosdien für die Sacht, sondern drei und ein halbe Mark für die B oche. Die neugebackenen Herbergsväter leben dabei, mindestens die Hälfte aller Betten ist ständig belegt und die Sorgen eines recht sdia ß enen Hoteliers kennen sie nidil. Betteln, Handeln, Singen. Dirf« Herbergsväter interessieren nicht weiter. Wenn sie kein Monnerherm omgemacht hätten, würden sie mit 5tartossetn handein. Wichtiger sind die Jungen, die bei ihnen mahnen. Das sind lö-, tS-, �»jährige junge ZNänncr, die hosfnungsoal! aus Oberschlesieir, aus Westpreußen ader auch aus dem Rheinland nach Berlin kamen, die aber hier leinen Taler fanden wie ihre 70 Herbergsväter. Anfangs arbeiteten sie alle, aus dem Bau. in der Fabrik, im Berkehrsgewevbo, wo es etwas zu schassen gab, da faßten sie zu.„Mensch, seine Ar- beit habe ich gelabt," sagen sie lind sind tottrauria, daß sie heute betteln gehen müssen. Denn es ist keiner mehr unter ihnen, der Ztr. bcitslosenunlerstützung erhält. Die paar, die noch Krisengeld kriegen. sind an den Fingern herzuzählen. Di« n leisten betomiiKn im Monat ihre 37 Mark Wohltahrtsunterstütping. Dieser Saß ist so gering, weil sie als Zugewanderte noch nicht fünf Jahre in Berlin sind. Wer ISZb, kurz vor Toresschluß noch ankam, ist besser daran. Bon 37 Mark im Monat kann keiner leben. Wenn man nun IM der jungen Menschen henmmnt und sragj:„Was macht Ihr denn nun fp?", dann wird sich herausstellen, daß rund 40 Prozent betteln gehen, weilere 40 Prozent einen armseligen Handel betreiben und die restlichen 20 Prozent sind Hossänger. Das sind gewissermaßen die Kavaliere. Das Betteln, berichten die Jungen der ersten Gruppe, bringt in Arbeitergegenden nichts mehr ein. Wenn man zehn Häufer abgeklappert hat, besitzt man noch keinen Sechser. Die Leute knallen sofort die Türe zu und sagen:„Donnerwetter, die ewige Bimmelei, wir sind doch selber arbeitslos!" Man muß schon in andere Gegenden gehen. Da braucht man ungefähr 20 Häuser, um einen Fünfziger zusammenzutriegen. 2» Häuser abbetteln dauert ungefähr drei Stunden. Man sollte min annehmen, daß einer noch drei weitere Stunden„Klinke» putzen" geht, um.'eine Mark zu- s a mme iiz übe kommen, aber das macht kaum einer, nach drei Stunden Hot jeder die Rase voll. �Gefangen in maurischer Wüste..." Die Hofsänger geben noch eine Stunde zu. Bier Stunden taitg wird gesungen, dann sind sie heiser, sagen sie. Und morgen soll wieder gesungen werden. Run stimmen die Jungen merkwürdig« Bardenklänge an, soviel Rührung lind soviel Traurigkeit gibt es beinahe gar nicht auf einmal. Ein« Kolonne laßt zum Beispiel folgenden Hochgesang jeden Vormittag erschallen und ist noch ganz stolz darauf: „Gefangen m maiirischer Wüste. Sitzt verlassen ein Fremdenlegionär, Die Augen zur Heimat gerichtet, Denkt er an die Lieben zurück. Teure Schwalbe aus Frankreichs grünen Augen, Di« ihr den Weg durch Sand und Wüste sand't, Euch ist's vergönnt, die deutsche Flur zu schauen, Bringt uns ein' Gruß aus fernem Heimatland," Dieses Singen bringt bedeutend mehr ein als das Betteln. Der Zlerger dabei sind die Noubauwohnungen. Diese Ballten sind alles verschlossene Häuser, kaum eine Katze kommt aus den Hof, geschweige zwei Sänger. Die Jungen rechnen so: vier Stunden Singen st, Tempelhos bringen— bei zwei Sängern— jedem knapp zwei Mark! in Steglitz jeden, 1,50 Mark und in Charlottenburg jedem ungefähr 1,20 Mark. In Arbeitergegenden zu singen, hat wenig Zweck, da gibt es pro Hot höchstens einen Groschen. Aber ansonsten ist die Technik dieser Jungen verblüssend: die sind doch nun olle vor em oder zwei Jahren aus dem Kreis Ratibor oder aus dem Kreis Lauenburg oder sonst woher nach Berlin gokominen, aber daß in Steglitz kurz vor dein Ersten nichts und nur bis zum Achten d.'s Monats etwas zu holen ist, das wissen sie ganz genau. Der beste Singetag ist der Sonntag zwischen 10 und 2 Uhr. da sind alle Leute zu Hause. Montag uird Donnerstag sind auf der anderen Seite die schlechtesten Tage. Ganz lang stehen die Lauten- und Mandolinenkolonnen. Wenn die zu ihrer Musik noch den Refrain singen:„Das ist die Liebe der Matrosen," dann hat jeder in fünf Stunden seinen Taler. Wettlauf nach Essen. Wer um die Mittagsstunde von der„Tour" in die Gegend feines H�tuch �lrückkoiiuiit, geht ist die Riulacksträßc zum Pserdeschsächler und kauft sich für'2.5 Psciuiig drei Pjerdobulcttcn.»ut Kartöfselyi Das heißt die Bettler, die Sänger haben das kaum nötig. War'Scr Verdienst gut, geht es für 30 Pfennig in ein Kino. Wer eine Zeitung lesen will, und die neueste dazu, geht in ein Haus nachmittags um 4 Uhr und zieht sich ein Abendblatt aus dem Briefkasten. Das er- zählen die Jungen jedem, der es hören will. Wer knapp an Geld ist und nicht, schon wieder betteln gehen will, muß sich allerdings beizeiten auf die Strümpfe machen, um Essen zu bekommen. Eine bekannte Eßtour ist folgende: früh um 5 Uhr antreten am A l e x a n d c r p l a tz. Hier gibt eine Stadtküche an 30 bis'40 Mann je ein Biertelpfund gister Absäll« aus. Die Jungen begreifen übrigens nicht, daß die Stadtküche zu einem Delikatessengeschäft gc- hört, sie sagen immer„Städtische Küche" zu dem Laden. Dann schnell zur K a i s e r st r a ß c, hier gibt es im Taverius-Stist um 'AQ Uhr einen Teller voll Haferflocken-, Mehl- oder Reisstippe. Jetzt die Beine in die Hand und zur Riederwollstrahe, dort ist um 9 Uhr Stullenausgabe.. Es gibt ein Paar unbelegtc, geschmierte Oer pssestismijs bringt Tod und Hunger. Der Putscholan der Nazi-Hessen zeigt das wahre Programm der Hitler und Goebbels. Landsknechte sollen Uber Deutschland herrschen. Erschießen undAufhängen sind ihre Parolen. Da heißt es; Zusammenstehen! Aufklärung zu schaffen, ist die Aufgabe jedes Sozialdemokraten. Führer Werbt für eure in dem Kampf ist der ff VOr wrciriS Zeitung. Stärkt die Reihen der Partei und des ReichsbannersI Deutschland darf nicht faschistisch werden! Stullen. Wer noch nicht satt ist, rennt ül'er den Spittclmardt noch schnell zum Urslklinerinnenklastcr in die Lindcirstraßc. Hier gibt es von 8 bis ll Uhr einen Becher voll Kaff« und ein Paar Stullen, die mitunter belegt sind. Dos wäre das Frühstück. Da- Mittagsmahl beginnt im K g th a r i n e n st i f t in der Greifswalder Straße. Hier wird um*4.12 Uhr zu zweien aus dem Hof angetreten. Dann gibt es einen Cnmilletopf voll Reis-, Gries- Erbsen-, Bohnen- oder Linsensuppe. Wer nicht satt ist, stellt sich hinten noch einmal an, die Suppen sollen überdies vortrefflich sein. Wer es schosit, kann noch zum M a r i e n- K r a n k e n h a u s in die Karlstraße sliefeln. hier gibt es von l bis 2 Uhr Mittag, aber da muß man sogenamster„Staimnkimde" sein und eine Kart« hat,»»-, Außenseiter kriegen mir, was übrig bleibt. Im Hedwigs- Krankenhaus in der Großen Hamburger Straße muß bezahlt werden, da kostet es 10 Pfennig. Dafür gibt es zwei Teller voll, Reis, RndAn oder ähnlichen Kram. Hier essen jeden Mittag un- gesähr 200 Arm«. Als noch nachmittags um*.44 Uhr in der Karlstraß« Stullen» ausgab« mar, bot das Abendbrot keine großen Schwierigkeilen. Hellte müsssn sich die Bettel, nÄnner rechtzeitig aus die Strümps: mache», damit sie nach Schoneberg in die' Mühlensträße zum Rorbert-Krantenhaus kommen. Hier ist schon um 4 Uhr Sstillenau-gabe. Dann weiter, nach R e n- T e m p e l h o f, da ist eine geheim gehaltene Stelle für belegte Stullen! das soll die beste Stelle von ganz Berlin sein. Es ist auch sehr voll, man muß an- treten. Dann haben einige ,zu guter Letzt noch Montags und Donnerstags eine Stlillenquelle in der Hohenstaufenstraße, angeblich in einem Lyzemn. Montag und Dannerstag treffen sich übrigens gut, denn das sind ja die beiden schlechtesten Betteltage. Polizisten und Näuber. Ungefähr alte vier bis fünf Wochen ist Polizeikonlrollc in den 7I!ännerheii»cn. Einer von den Jungen schildert das: Wir sitzen abends so zu fünfzig Mann im Aufenthaltsraum, mit einemmal heißt es:„Die Bulle» kommen!" Aber so schnell Hobe ich keine» durch die Fenster und über den Hof verschwinden sehen, wie ungefähr zwanzig von den Jungen. Wir dreißig anderen mußten alle unsere Papiere vorzeigen, die Kriminalpolizerbeamten hatten verschiedene Steckbriefe in bei Hand, von uns dreißig wurden fünf Mann ver- hastet."—„Also, dann habt Ihr auch eine ganze Pmtion Rmiber unter Euch?"—„Ja." Kaum ist die Polizei weg, blüht der Handel mit crbellelten Sachen wieder aus. Schuhe kosten eine bis vier Mark, Pullover zwei Mark, dafür ist jetzt Konjunkttir, weil es kalt ist, Hemden kosten 40 Pfennig, am billigsten sind Unterhosen mit 30 Pfennig. Mon- tags ist Wasch sab gäbe im Männerheim: das Waschen kostet pro Hemd 10 Pfennig. Meist kostet jetzt das Betreten der Heime SO Pfennig, weil ständig Hundert« von Leuten Mi Besuch kaweu und die Schiasstellen die reinsten Wämwhallen waren. Allerdings sind die 3t) Pfennig nicht versallen, für das Geld kann Ware genommen werden. „Sagt mal. eine Frage zum Schluß, sprecht Ihr über Politik?"—„Nein, darum kümmern wir uns überhaupt nicht." xr-u........ 57 Pf. weiß......... 1 dauniger Rupf.... 3.80 gerissene Federn... 1.85 sehr daunige Ware.. 530 Fertiges Oberbett «cht türkischrot oder Uta. go!d, fraise Inlett, Indanthren und federdicht, mit daunl- {em Entenrupf, MAI 130X200..... O*»" 3seitlf jarn., ct. 150�250 � Oberbettbezug feinfädiser Linon, zum q45 Knöpfen, ca. 130 X 200.. L Kissenbezug m. Klöppel- u.Saumchen- QCLof Garnieruns, ca. SOXSO* Jr f. unfebl. Neasel, . 140X210. Frottier- Handtuch vre! stier Krauoelstoff. mit OQ fsrb.Streifen, Indanthren ff. Steppdecken Satin doppelseitli:. dl- ver«« Farben.•.>•' rein kunsta.Dsmast. Rück- AOoS «eiteSatin, Zieratich, 150x200 �" Daunendecken ® � rein kunstaeid. Damast, ...135 Barchentlaken weiß, mit tarblxer Kante, Jt 70 ca. 140X190....... 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Der Zusammenstoß ist nach den bisherigen polizeilichen Cr- mittelungen und den Zeugenvernehmungen auf das unvorsichtige Fahren eines Radfahrers zurückzuführen. Kurz vor der ihoch- bahniiderführung geriet der Radfahrer plötzlich vor die Räder eine? in Richtung Schönebcrg fahrenden Autobus der Linie 3. Rur durch scharfes Bremsen vermochte der Auwbussührer de» Radfahrer vor dem Uebecfahrenwerden zu retten. Dadurch wurde aber weit größeres Unheil herbeigeführt. Der starkbesetzte Autobus geriet ins Rutschen und prallte mit der Straßenbahn 74 zusammen, die gerade aus der Bülowstraße in die Potsdamer Straße einbiegen wollte. Bei dem sehr heftigen Zusammenprall gingen zahlreiche Scheiben in Trümmer. Die Mehrzahl der Fahrgäste wurden von Ihren Sitzplätzen geschleudert. Einige Personen erlitten stark blu- tende Kopfverletzungen, Verstauchungen und Nervenschock». Glück- licherweise stellten sich später die Verletzungen bei der Mehrzahl der Verunglückten als nicht gefährlich heraus, so daß alle, bis auf den SS Jahre alten Kaufmann Georg L ö w e l aus der Eisenocher Straße, in ihre Wohnungen entlassen werden konnten. Löwcl fand im Elisabeth-Krankenhaus Aufnahme. * Vor dem Hause Dresdener Straße S wurde gestern nachmittag die sechsjährig« Marie S ch w a r tz ans der Reichenberger Str. 10 von einem Lastauto überfahren. Die Räder gingen so unglücklich über das Kind hinweg, daß der Tod bereits auf dem Transport zum llrban-Krankeichaus eintrat.>— Das nächtliche Autounglück in der Brunnenstraße, über das wir im gestrigen..Abend"' berichteten. hat doch noch ein Todesopfer gefordert Einer der von dem Privatauto überfahrenen Passanten, der Ministerialrot Bell aus der Ringstraße in Steglitz, ist im Lazarus-Kranienhaus seinen Ber- letzungen erlegen. Auto vom Eilzug überrannt. Zwei Todesopfer eines schlveren Verkehrsunglücks. Hannover, 28. November. Am Sonnabend vormittag wurde auf dem Bahnhos Braun- schweig-Ost an der Helmstedter Straße ein Krastwagen aus Sickte vom Eilzug 142 überfahren. Der Kraftwagenführer und«ine Frau von Gosler wurden getötet. Der Besitzer des Wagens, von Gosler. wurde mit einem schweren Bruch der Schädelbasis in das Krankenhaus eingeliesert. Sei» Zustand ist besorgniserregend. Um 10.30 Uhr kam der Wagen durch die Helmstedter Straße und mußte vor der geschlossenen Schranke warten. Der Schranken- Wärter öfsncte die Schranke bis zur halben Höhe, um den Kraft- wagen noch durchfahren zu lassen. Im gleichen Augenblick nahte der von Magdeburg kommende Eilzug, der den aus dem Gleis be- f mdlicken Kraftwagen erfaßte und vollkommen zertrümmerte. Der Schrankenwärter wurde verhaftet. Es wird angenommen, daß er infolge der starken Kurve das Herannahen des Zuges nicht be- merkte und. wie es an dieser Stelle schon häufig geschehen ist, die Schranke bssnete, um wartende Fahrzeug« noch durchzulassen. Selbstmord durch Ersticken. Ein grausiger Weg in den Tod. Ein ungeklärter Todessall rief am Sonnabcndabund die Rc- savemorMommission noch der Simploustr. Z5. Hier wohnt im vorderhause drei Treppen der 45 Zahre alle vZostei: A h r e n d»nl seiner Zg Zahre allen Frau und seinem 17 Iahre asten Sohne. Die Frau ist am Sonnabendabend von dem heimlommenden Sahn l o< inil einem Knebel im Mund? aufgefunden worden. Vater und Sohn hatten am Sonnabend früh, kurz noch 7 Uhr, die Wohnung verlassen. Frau Zlhrenh pflegte sich nach dem Forlgang noch einmal zu Bett zu legen. Als der Sohn-gegen Äbend nach Haufe kam, fand er die Wohnungstür verschloß«!». Als ihm auch auf Klingeln nicht geöffnet wurde, untersuchte>tr das Schloß und fand, daß auch in dem Sicherheitsschloß der Schliflstl von ihnen steckte. Von einem Nachbarn lieh er sich Handwerkszeug, nahm die Schließbleche ab und öfflieto so die Tür. Mit einer Nachbarin ging er durch die Wohnung. In der Schkfstutve fand er seine Mitter noch in der Rachikieidung, neben dem Lest Legend, lok auf. Ein Arzt, der herbcigcnisen wurde, lieh die Frau anhebe» und aufs Veit legen. Man entdeckte, daß sie ein Taschentuch als Knebel tief im Munde hatte. Nach Ansicht des Arztes ist die Frau Zweifel- los erstickt. Die Wohnung zeigt nicht die geringste Unordnung. Nirgends ist ein Zeichen dafür, daß eine fremde Hand in Kästen oder Schränke» gewühlt hat. An der Leiche sizid keine äußeren Verletzungen zu sehen. Auch am und Im Munde, zeigen sich keine Spuren irgendwelcher Gewaltanwendung. Sc» merkwürdig die Umstände des Ausfindens auch sind, kann man kapin von einem Verbrechen sprechen. Es Ist vielmehr zu vermuten, daß die Frau sich s e l b st dos Taschentuch in den Mund gesteckt hat. Sie litt seit längerer Zeit an Verfolgungswahn. Im Todeskampfe hat die Fron sich dann aus dem Bett herausgewälzt und ist dann mit dem Gesicht auf die Erbe gefallen. Todesopfer des Amokläufers. Oer Wahnsinnige in eine Kieilanstait gebracht. Die Bluttat des 32jährigen Bankbeamten Ernst Lehnert, der am Freitag nachmittag in einem Wvhnsinnsanfall vier Frauen niederstach, hat gestern leider noch ein Menschenleben gefordert. Mit besonders schwercii Verletzung»! war die Haushästcri» Lehnerts, die Wirtschafterin Marie Koch, ins Naupner Kranken- Haus gebracht Warden. Dort ist sie am, Sonnabend mittag g«- st o rl> e n. Das Befinden der anderen lsrei verletzten Frauen ist gleichfalls noch ernst.— Der Täter soktte gestern im Polizei- Präsidium von Kriminalkommissar Thomgs vernommen werde». Man mußte das Verhör aber bald abbrchhe.'i, da Lehnert völlig teilnahmslos dasaß. An Stelle des Kriminalisten trat dann ein Kreisarzt, der Lehnert nach genauer Uptersuchimg für geisteskrank erklärte und seine sosorlige Internierizng in per Heilanstalt Buch anardnele. Oer Potsdamer Korruptioussäll. Oer bestochene war biederer Stahlhsinlmann. Polsbam. 28. Navencher. Der Magistrat hat am Sonnabend beim Landgericht ein«» Arrest auf das Vermögen des Tiejbauuntsrnehiners Dübener in Michendorf in Höhe von 80 000 Mark und auf das Vermögen des Bauamtmannes Kießling in Höhe von 30 000 Mark erwirkt. Auf Grund dieser Ermächiigung will der Magistrat versuchen, das Geld bei den Banken, bei denen es untergebracht ist, zu beschlagnahmen. Das S t a h l h e l m- B u n d e s a in t teilt inst:„Der am Sonnabend früh im Zusammenhang mst dem Potsdamer Skandal verhastete Stadtbauinspcktor Alfred Rauh war Mitglied des Potsdamer Stahlhelms. Die Gauleituug des Potsdamer Stahlhelms hat ihn, als ihr die schweren Verfehlungen bekannt wurden, aus dem„Stahlhelm" ausgeschlossen. Eine Schau der weltliche» Schulen Reuköllns wird am heutigen Sonntag im Asyl, T e u p i tz e r Straße, eröffnet. Die Ausstellung wird täglich von 17 bis 20 Uhr bis zum 13. Dezember ge- Ötfiwt sein. Der Eintritt ist frei. HEUTE! Ole Urnenbeisetzung des Genossen FRIEDRICH BARTELS findet um 11 Uhr auf dem Zentral» frledhof In Friedrichsfelde statt Treffpunkt pünktlich 10M Uhr In der Frankfurter Allee, Ecke Qudrunstr. Dia Genossen dos 13. und 17, Krelsae bolaINgen»ich geschlossen an der Trauerfeier. � Parteigenossinnen und -aenosson, d e sich an dar ealsetzung nicht bateillgan, besuchen die Kundgebungen des Reichsbanners Vier Bergleute tot. Schweres Unglück in Ostoberschlesien. �.» Ret«Staitz. 28. Nov««t»er. Auf der Mierlotte-Grubc In R y d u st a u flstreis N y b n 1 1) p Ingen durch tektonische Vrschlltterunge» auf dem Leo-Tchacht eine Strecke und ein Pfeiler zu Bruch. Tie dort beschäftigten sieben Bergleute wurden verschüttet. Nach mehrstündigen Nettnngsarbciteu konnte man drei der Bernuglückteu bergen, die unverletzt waren. Tie übrige« vier Bergleute waren tot. Die Oper von Bologna niedergebrannt. Das städtische Opernhaus von Bologna ist zum größten Teil ein Raub der Flammen geworden. Der Hintere Teil des Gebäudes uad die Bühne wurdeu vollständig zerstört, so daß ein Sachschaden von t!j Millionen Mark entstanden ist. Billige Karioffeln. Wo bekommt der Erwerbslose sie eigentlich? Em Erwerbsloser schreibt uns: Heute mittag 1H Uhr verbreitete der Rundfunk wieder einmal die Nachricht, daß der Crnährungs mini st er belanntgege-btn habe, daß für die Er- werbslosen die Kartoffeln verbilligt sind, und zwar der Zentner um 83 Pfennig: da» slimint aber gar nicht und ist geeignet, im bürgerlichen Lager die Verzweiflung der Erwerbslosen nicht als so schlimm hinzustellen. Ich alz Erwerbsloser habe ebenfalls die Kai'» toffelkarten erhallen, habe aber überall, ebenso auch im Konsumladen als Antwort erhallen, daß die Kartoffeln nach Eintragung in der Lifte nur SO(dreißig) Pfennig billiger sind und nicht SS Pfennig. wie im Rundfunk mitgeteilt. Wo bleibt die Bekanntmachung der Karts ffelpreise an den Anschlagsäulen, welch« dreimal wöchentlich erfolgen sMe? Ich habe von meinen Kartoffellar�eii noch keinen Gebrauch gemacht, erstens weil ich einen chrf&en Zentner mit einmal von meiner Unterstützung nicht laufen kann, was 1ö Pfennig ausmachen würde, zweitens weil man stellenwoist? auf den Wochemuärtten die-Kartofseln- well-unter dem verbilligten Presto erhält. 10 Pfund 25 Pfennig, wogegen aus Karten der Zentner 3,20 Mark kostet, also 10 Pfund 7 Pfennig billiger.— Wir geben diese Zuschrift wieder als Dokument des unglaublichen Wirrwarrs, der zur Zell herrscht und unter dem einzig und allein die bedanerns- werten schuldlosen Arbeitslosen bitter zu leiden haben. Bekämpft die Rollen! In der Zeit vom 28. November bis 1. Dezember I9S1 findet auf Grund einer Polizeivcrardnnng wieder eine allgemeine Rattenbekämpfung statt. Die Eigen- tüir.er oder Pächter aller Grundstücke, Lager- und Tchuttplätze, Bau- stellen, Parkanlagen und Friedhöse, die Vorstände van Lauben- kolonien und die Inhaber von einzelnen Lauben- und Gartengrund- stücken oder die gesetzlichen oder bevollmächtigten Personen haben mis ihren Grundstücken an geeigneten Stellen wirksame Ratten- vergrfkungsmittel auszulegen. Der alte Herr setzte sich ihr wieder gegenüber. „Wenn ich dich so sehe, dann muß ich immer daran denken, wie ich dich als 4jähriges kleines Mädel mal auf dem Arm hatte. Do brülltest du wie am Spieß und hast genau so ein böses Gesicht gemacht wie jetzt. Immer mit dem Kops durch die Wand! Das hast du von deinem Vaier geerbt! Deine Mutter war nie so. An der nimm dir ein Beispiel! Aber jetzt appelliere ich an deinen Verstand, Gennaine! Glaubst du, daß man mit deinem Individualismus bei diesen Meuschenmassen durchkommen kann? Glaubst du, daß man Millionenheere führen kann, wenn inan den einzelnen eben nicht als„Nummer" betrachtet. Glaubst du, daß man bei diesen Massen ohne Dtsziplin auskomint, nach der sich jeder richten muß— der Detbel muß ihn holen, wenn er sich nicht danach richtet! Es gibt kein anderes Mittel, Germaine, wenn nicht alle anseinanoerrennen sollen wie eine Schafherde!" „Von Ihrem Ätandpunkt als Soldat mögen Sie recht haben, vnkel Stetten. Aber— Sie stand auf. „Na, siehst du! Bist doch ein vernünftiger Mensch, keine hysterische Jungfer!" Er drückte auf die Klingel. ,Lie Erlaubnis kann ich dir nicht verschaffen, aber was anderes kann ich tun. Und ich tue es gern für deine Mutter und dich!" „Notieren Sie die Adresse", sagte er zu dem eintretenden Feldwebel,„und schreiben Sic sofpxl an das Lazarett, daß ich bitte, den Gefreiten Loriot sobald als möglich in ein deutsches Lazarett zu befördern- Sie werden es.zwar auch so tun. denn sie brauchen die Betten für die Schwerverletzten. Aber immerhin kanns nicht schaden, wenn der Brsej ankommt. Ich denke. Walter wird dann bald irgendwo in die Nähe kommen. sobald er transportfähig ist", wandte er sich wieder zu Ger- maine. Die streckte ihm zögernd die Hand entgegen. „Ich geh« doch ruhiger fort, als ich kam", sagte sie.«Und wenn Walter bald in ein deutsche-! Lazarett gebracht wird, dann ist ja alles schon viel besser." t Der Major tätschelte ihr lächelnd die Wange.„Na. siehst du, Kleine! So gefällst du mir schon besser! Herrgott, wir Soldaten sind ja keine Unmenschen. Man muß nur nichts Unmögliches von eineni verlangen! Und grüße die Mutter von mir. Nächste Woche komme ich mal wieder hin und bc- suche sie." 23. Klar und hell brach der Novembertag an. In den ersten Morgenstunden verhüllten dünne, zarte Schleier die Land- Ichast, und die alten Häuser und Kirchen, die Brunnen und das mittelalterliche Tor standen herb und farblos in den Straßen. Als' aber die Wolkenschleier zerrissen, als aus blauem Herbschiminel die Sonne leuchtete, da lag ein warmer, heller Schimmer über den verblaßten Farben, den verwitterten Steinen. Hoch über den braunen Dächern der Altstadt funkelte das Zifferblatt der Hedwigskirche, und die zarte Or- namentik der Giebel und Säulen, die kostbare Schmiedearbeit alter Portale gewann etwas vom Schimmer der Vergangen- bell zurück und schenkte es weiter an die Gegenwart. Germaine war auf dem Heimweg. Sie hatte zwei englische Stunden in der Höheren Mädchenschule erteilt, wo sie seit einer Woche als Lehramtsprattikantin kandidierte. Jetzt standen zwei freie Stunden in ihrem Stundenplan und von zwölf bis eins mußte sie in Deutsch hospitieren. Rasch schritt sie aus. Diese beiden Stunden wollt« sie zum Klavierspiel benutzen: sie freute sich schon den ganzen Morgen darauf. Das war das Gegengewicht, der Ausgleich gegen die festgefügte Schuldisziplin, gegen das Gebäude staatlicher Ordnung, das ihr Verstand als notwendig aner- kannte, aber gegen das ein unbestimmtes Gefühl tief in ihrem Innern rebelliert«. Bis zum letzten würde sie der Beruf memllls ausfüllen, das wußte sie jetzt schon, wenn ihr das Unterrichten, der stete Austausch mit den jungen, heran- wachsenden Mädchen, in denen sie ihre eigene Kindheit wieder erlebte, auch viel Freude machte. Aber wenn sio musizierte, dann konnte das andere Gestast gewinnen, dann verwandest« sich alles, was sonst in einem verborgenen Winkel der Seele ruhte, in Melodien, sprach sich aus. löste alle Spannungen und kehrte verwandest in sie zurück. Germaine sang das freudige, lebensbejahende Thema des letzten Satzes der Waldstein-Sonate vor sich hin, es war für sie der Ausdruck ihrer eigenen frohen, erwartungsvollen Stimmung, die hinausschwang tn die helle Luft, in den licht- üb-rfkuteten, sonnigen Tag. Auf dem Kirchplatz standen Gruppen flüsternd und dis- i kutierend zusammen- In den Straßen der Altstadt dagegen war es menschenleer, die Läden schienen verschlossen, überall waren metallene Schutzgitter oder die Rolljalouisen herunter- gelassen. In der Ferne erscholl lautes Johlen und Hochrufen. Germaine blieb stehen. Es waren wohl wieder kleine Unruhen, wie sie jetzt häufig vorkamen. Ein Wunder war es nicht. Immer noch war der Krieg nicht beendet, in der Heimat wuchs die Verzweiflung, und draußen standen sie im schwersten Kampf gegen die Uebermacht, gegen unerschöpf- liche Reserven. Und Walter lag immer noch in irgendeinen: Lazarett, weil weg von hier. Der Oberarzt' hatte geantwortet, daß der Patient nur leicht verletzt sei und dringend wünsche, sobald als möglich wieder an die Front zu kommen. Langsam ging Germaine weiter, sie war jäh zur Wirk- lichtest erwacht und empfand es wie eine Schuld, daß sie noch vor wenigen Augenblicken froh und unbeschwert hatte sein können. Walter wollte selbst wieder an die Front. Er hatte es in einem kurzen Brief bestätigt. Hatte sie zu schwarz ge- sehen? War er seelisch trotz allem so unverletzt, so stark ge- blieben, daß er den Mut hatte, es von neuem auf sich zu nehmen?— Immer näher kamen die Rufe, immer deutlicher hörte Germaine das taktmäßige Hämmern schwerer Stiefel und da- zwischen das unregelinäßige Gehen von Frauen- oder Kinder- süßen. Nun bogen sie um die Ecke. Voran schritten Ma- trosen mit wehenden roten Fahnen. Dann folgte ein weit- hin sichtbares Transparent:„Frieden, Brot, Freiheit!" Atemlos starrte Gerniaine auf die Näherkommenden. Was war das! Sie hatte in den Zeitungen eine kurze Notiz von den Unruhen bei der Marine gelesen— was hatte es zu bedeuten, daß auch hier Matrosen an der Spitze schritten? Hinter ihnen Soldaten mit roten Binden um den Arm und dann ein langer Zug von Männern. Frauen und Kindern. „Frieden:„Frieden!"„Nieder mit dem Krieg!" Und Arm in Ann mst ihnen immer wieder Soldaten in feldgrauer Uniform, singend, rufend oder auch tiefernst vor sich hinsehend. In einer der letzten Reihen stritten sich zwei junge Leute um ein großes Piakot.�.Brüder, nicht schießen!" stand darauf. «Verlaß dich darauf, wir brauchen's nicht mehr!" sagte der eine.„Darum hat man uns ja jetzt auch nach hinten geschickt! Wer soll denn hier noch auf uns schießen» Die Bürger vielleicht?" Er lachte.„Die sind froh, wenn wir ihnen nichts tun."— „Na. mir wollen's wenigstens behalten bis zum Markt- platz", meinte der andere.(Forlsetzung folgt.) 2. Beilage des Vorwärts ?kr»59- 4S Jahrgang<��7 V 1 V"vS? ��1/1 I£7Q1 i& Sonntag, 29. November 4934 vi« n»u« Usberx�ip- Kappe, sehr flott und jugendlkh, mit{Un- zendcn Effekten, nur -H90 Der hochtchlcke.neue Uebergangshut, elegant aufgesehlagen, mit Stroh-EffektervfOr 75 Oer praktische iugendl! ehe Mantel, ganz so, wie er sein soll: in h ü b- schemuni Stoff. ganz tert. große reizkrage Sehr elegant und unbedingt behaglich In seiner molligen Wärme ist der moderne Velours- Mantel mit langhaarigem Pelz am üppigen Schal u.Aermel immer hübseh und modern auszusehen, gnädige Fraul Immer das zu trafen, was gerade Ihnen am besten steht, selbst bei aller- bescheidensten Mitteln. Ein Versuch, und Sie wissen es selbst! Man braucht nur dem Rat zu folgen——: Oranlenstr.40 ck» Oraalanplal« Chaiisseestr.113 Könlgitraße 33 Reim Stettieer Rebehof AmRebsbof AJesenderpietz Sie©feigen Angefe©»© stehen Ihnen eh Monte g Zw? VerfSgung?— Sehriftlkhe Bestellungen kBnnen leider nleh» herSeksiehtigt werden? 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Die Löhn« sind gesenkt worden, eine Welle folgte der anderen, aber die A rb e it sl o s ig k« i t hat sich dadurch nicht vermindert, sondern sie ist ständig weiter ge» wachsen. Nun sagt man mit großer Eintönigkeit„also sind die Lohne noch nicht weit genug gesunken". Nach der Statistik der Tariflöhne ist man etwa bei dem Stand« von Mitte 1928 wieder angelangt. Das hat nichts genutzt, und so lautet die neue Parole der unentwegten Vertreter des Lohnabbau- geschästs: zurück auf Anfang 192 7, und wenn man berück- sichtiat, daß das Jahr 19ZS ein Jahr des Lohnstlllstandes gewesen ist, so bedeutet das in Wirklichkeit die Forderung des Zurückgehens bis zum Stande von etwa 192 S. Stakistische Sünden geben ein falsches Bild vom Lohn- ndbau. Dabei wird zur Begründung unenkwegt mit den Zahlen einer Statistik gearbeitek, die bei aller technischen krorrektheit für diesen Zweck vollkommen ungeeignet ist. wenn gegenüber dem Höchststand von Milte 19Z0 in der Tariflohn st alistik, die die Stundenlöhne erfaßt, �nnr eine Senkung von etwa 10 Pro;, bi» heule zum Ausdruck kommen mag, so gibt das, was immer wieder betont werden muß. nur ein ganz unvollständiges Lild de» tat- sächlichen verlauf» de» Produkliooskostenfaktors Lohn wieder, well besonders in der ersten Lohndruckperiod« im Zahre 1930 der Abbau der übertarlflichen Arbeitsverdienste die entscheidende Form der Lohnsenkung gewesen ist. Der Grad, in dem die überlarkflichen Lohnzahlungen gesenkt wurden und gesenkt werden konnten, war in den verschiedenen Bernsen sicherlich sehr verschieden, und es ist auch ein bedauerlicher Mangel, daß es für diese Bewegung an einer zuverlässigen Statistik sehii. Man kann nicht eine Tatsache, die bedauerlicherweise und weil sie nicht in der Statistik erscheint, als nicht vorhanden be- krachte«. Sondern man muß aus Grund von annähernd zuverlässigen Schätzungen damit rechnen, daß der wirkliche Lohn- adbasLlm Durchschnitt näher an Z0 Proz. al« an kg proz. seit dem Höchststände gegenwärtig liegt. Von der sozialen Seite her betrachtet, das beißt von der Frage der Eintsmmensschrumpfung der Arbeiter, liegen die Dinge noch viel härter, weil hier zu dem Abbau der Lohnsätze die EinkamMensausfälle durch Kurzarbeit, Feierschichten und Ärbsitslosigkeit hinzukommen. Die Erfahrung der letzten anderthalb Jahre, daß man durch Lohnsenkung die Arbeitslosigkeit vermindern könne, ist so sehr als Irrtum erwiesen, daß man von niemandem mehr den Glaube» an dieses Dogma serlangen kann. Die Zerstörung der Massentau straft am inne- ren Markt muß die Krise verschärfen in einer Periode, in der aus Gnmd der Krisenlage der Anreiz zu neuen Investitionen fehlt und erst nach einer vorangegangenen Ubsatzbeledmig für die Güter des Massenkonsums Wiederekweckt werden kann. Di« Schädlichkeit der Zerstörung der Massenrauftraft am Binnenmarkt durch den Druck auf Löhn« und Gehälter kann ernsthaft kaum bestritten wer» den. Deshalb tritt gerade gegenwärtig dos andere Argument in den Vordergrund: die Lohnsenkung sei notwendig zur Aufrechterhaltung der SoukurrenzfShigkett gegenüber dem Ausland. Daß bisher das deutsch« Lohnniveau wiryich keine H e m- mung für die Konkurrenzfälsigkait des deutschen Industrleabsatzes ain Weltmarkt gewesen ist, beweist eindeutig die Außenhandels- statistik, nach der sich der deutscheJndustriewarenexpart bisher in der Krise besser behauptet hat als der Export irgendeines der großen industriellen Konkurrenzländer. Nun aber befürchtet man, und wahrscheinlich nicht mit Unrecht, eine Verschlechterung dieser Position durch'die Entwertung des englischen Pfundes und durch die Einfühnmg englischer Schutzzölle und die Vornahme zahlreicher Zollerhöhungen in anderen Ländern. Daß sich aus dieser neuen Wahnsinnswelle des Protetkionis- mus in der Welt schwierige Probleme der ökonomischen Umstellung und der Handelspolitik ergeben, braucht nicht geleugnet zu werden. Das eine ober steht fest, dieser Kampf um eine Umgruppierung der Absatzmärkte kann mit der Waffe der Lohnsenkung überhaupt nicht geführt werden. Kürzlich betrug die psundentwertung 20 Prozent, heute beträgt sie 25 Prozent, und in einige» Wochen kann sie vielleicht 30 Prozent betrage«. Di« Zölle werden von den Ländern, die Gewaltmittel anwenden, um ihre Handelsbilanz zu»erbessern, prohibiliv seinsuhrdrosselnd) gestaltet, d. h. so hoch geseht, daß sie jede Einfuhr verhindern sollen. Glaubt man einen» Wertzoll von 33 Prozent, von SO Prozent oder wenn es daraus ankommt, auch vou 100 Prozent durch Lohnsenkung die' Spitze bieten zu können? D« ist reiner Wahnsinn. Je größer aber, sicherlich zum Schoden der Krisenuberwindung in der gesamten Weltwirtschast, die protektionisüschen Absperrungen «erden, desto wichtiger wird für die Erhaltung der Arbeits- Möglichkeiten der Linnen markt. Kein Teilnutzen, den Man etwa an irgendeiner Stell« des Exportes durch hemmungslosen LohNdtuck erzielen könnte, kann den Schaden aufwiegen, den dieser Lohndruck uttd seine Rückwirkungen auf die Schrumpfung der Massenkauskraft am Binnenmarkt auslöst. Die Preissenkungsparole kann den Lohnabbau nicht schmackhaft machen. Wie schon früher wird auch jetzt die falsch« Paröle der Lohnsenkung ein wenig schmackhafter durch die Parole der Preis» sentunz zu machen versucht. Man mutz hier ganz scharf unter» scheiden zwischen der Frage eines allgemeinen Druckes auf die Preise imd der Frage der Beseitigung von über- Höhten Preisen, die auf unwirtschaftlichen Preisbindungen oder Monopolstellungen irgendwelcher Art beruhen. Die Preise des freien Marktes sind wie in jeder Krise, so auch in dieser Krise gesunken. Sie sind sehr stark gesunken, und es ist sinn- los, sie weiter herninterreden zu wollen. Im Gegenteil, man muß Höffen, daß die allgemeinen Preissenkungstendenzen in der Welt- Wirtschaft ihren Tiefstand erreicht haben, und daß der Wiederauf- stieg in einet allmählichen Preissteigerung seinen Ausdruck finden wird. Also von einer allgemeinen, Nur die Zurückhaltung dir Käufer verschärfenden Preissenkunzsaktion darf überhaupt nicht gesprochen werden. Was zur Krisenllberwindung in Deutsch- land notwendig ist, ist die Beseitigung von M i ß v e r h ä l t- Nissen zwischen gewisien monopolistisch gestützten Preisen gegen- über dem gesunkenen allgemeinen Preisniveau. Die Regierung Brüning hat bei der Begründung des Al,- fchniltes ihrer Rowerordmmg vom Zuli 1830, der die Bebersthrifl ..Verhütung unwirtschaftlicher Preisbindungen trägt*, sehr richtig ausgeführt,„daß die mangelhafte Anpassung der gebundenen preise in einer Zeit, in der die gesamte deutsche Wirtschaft unter dem Druck einer schweren Depression stehe, die Bcberivindung der wirtschaftlichen Rai erschwere und verzögere und zum Srochliegen menschlicher Arbeitskräfte und technischer Anlagen weit über das«»mittelbare durch eine Krise au sich bedingte Blaß führe*. Das gilt auch heute noch, wenn man nun aber vergleicht. wie die Lohnsenkungsmaschine seit Milte 1830 gearbeitet hat. und was in dem Kampf gegen nnwirtschastiiche Preisbindungen, geschehen ist, so muß man zugeben, daß auf der einen Seite eine starke Aktivität und aus der anderen Seite im wesentlichen ein sruchl- loses Gerede fleht. Karlellauflösung und Iollherabsehung als Zwangsmittel. Wir sind der Meinung, daß die Monopolpreise einer ganzen Reihe von großen Verbänden, so zum Beispiel bei Zement, bei Stahl- Und Walzwerksprodukten, bei Düngemitteln und bei Glas unier dem Druck von Kartellauslösutigen oder Zollherab- setzungen von ihrem überhöhten Stand herabgedrückt werden müssen. Wir glauben, daß weiter durch Aufhebungen oder Lockerungen der Bindungen der spätereil Wirtschaftsstufen die preisregelnde Konkurrenz des Handels ausgelöst werden muß, um erstarrte Preise auf verschiedenen Gebieten in Bewegung zu bringen. Wir sehen allerdings jeder Aktion auf dein Gebiet der Monopol- preise schon deshalb mit großem Mißtrauen entgegen, weil es entgegen Seit sozialdemokrattsi�en Forderungen immer noch an der hierfür notwendigen Apparatur für die Ueberwachung fehlt. Das mannigfachen Einflüssen ausgesetzte Wirtschofts- Ministerium hat sich bisher als unzulänglich auf diesem Gebiet er- wiesen. Als ein Beispiel dafür, wie grotesk diese Dinge laufen ohne eine ständige Ueberwachungsinstanz, sei der Fall der Zement- preise erwähnt. Die Zementpre�e waren lange Zeit stark über- höht. Als dann im cherbst 1930 auch die Zementkartelle im Reichs- wirtschastsrat untersucht wurden, murde festgestellt, dah die über- höhten Listenpreise praktisch bedeutungslos geworden seien, well in- zwischen eine billigere Kamps marke, der sogenannte „P i o n i e r z e m e n t", den Markt beherrschte. Der Reichswirt- schaftsrat stellte daraufhin fest, daß im Augenblick von einer Preis- Überhöhung auf Grund dieser Kämpfe am Markt nicht gesprochen werden könnte. Er forderte aber trptzdem wie auf anderen Ge- bieten so auch hier die Beseitigung der.überhöhten Listenpreise. Das Reichswirtschaftsministerium Ijaf nicht einmal diese Forde- rung durchgesetzt. Inzwischen aber>�t die K a m p f m a r k e „Pionierzement" aus dem Markte wie h' er verschwunden, und überhöhte Listenpreise sind wieder durchaus effektiv geworden, ohne daß dagegen etwas geschieht! Der Fall zeigt deutlich, wie wenig mit gelegentlichen Untersuchungen zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden kann und wie not- wendig die Einführung einer ständigen Monopolkon- trolle, wie sie die Sozialdemokratie seit langem beantragt hat, ist. Man verschone uns mit Gerede, mit Versprechungen, deren an- geblich zu erwartendes Ergebnis womöglich zur Begründung für neue Lohnsenkungsaktionen herangezogen wird. Der Druck auf monopolistisch überhöhte Preise und der Druck auf finanzielle Bereinigung, der von den Banken ausgehen müßte und zu dem die Banken ihrerseits durch den Bankenkommissar angehalten werden müßten, können dazu dienen, den Prozeß der Sanierung, den Prozeß der 'Abschreibung des falsch investierten im Srisensturm zer- störten Kapitals zu beschleunigen. Dieser Prozeß der Kapitalabwertung, der indi- oidualisierten Abbuchung auch von Außenständen, die als verloren zu betrachten sind, ist aber notwendig, um auch auf der Seite der Kapitalkasten diejenigen Anpassungen durchzusetzen, die notwendig sind, um der Wiederbelebung der Wirtschaft den Weg zu bahnen. Mir wissen, daß der Spielraum der Srisenbekämpsung im Rahmen der nationalen Wirtschaflspolilik leider ein sehr begrenzter zst. wir wissen, daß gerade in der gegenwärtigen Loge Deutsch- londs die Regelung der großen schwebenden außenpoli- tischen Verhandlungen über Kreditverlängerung und Repa- rationen entscheidende Wichligkeil für die Möglichkeiten der Krisen- Überwindung haben. Aber trotzdem gibt es große Möglichkeiten einer nützlichen inneren wirtjchastspolitischen Aklivität zur lleber- Windung der Krisenerscheinungen und damit zur Minderung der Arbeitslosigkeit. Von diesen Möglichkeilen muß Gebrauch gemacht werden. Aber gleichzeitig muß der falsche weg des staatlich organi- sierlen Lohndrucks endlich verlassen werden. Denn dieser weg, der einzige, der bisher beschritten worden ist, Hot sich bereits als Irrtum erwiesen...3m Irrtum beharren..." Gehälter der Direktoren. Brauntohlenindustrie. Unter den B u b> a g- Aktionären befindet sich ein Mann, der � nicht begreifen kann, daß z. B. der Generaldirektor der Pubiag, Büren, ein Gehalt von 290 000 M. pro Jahr bezieht, obwohl die kaufmännische Tätigkeit im Braunkohlenvertrieb beim ostelbischcn Braunkohlcnsyndikat liegt, wo die maßgebenden Direk- toren noch einmal mit 120000 M. pro Jahr bezahlt werden. Der Vertrieb der Braunkohle ist also doppelt mit diesen phantastischen Direktorengehältern belastet, weshalb man sich nicht wundern kann, daß die Briketts immer noch so teuer sind. Der besagte Aktionär stellte in der Generakoersammkung der Bubiag den Antrag, die Direktorengehälter aus 24000 lffi. im Jahr herunter zu setzen. Dazu sollten dann noch 10 000 M. Tantiemen gewährt werden. Der Aktionär hatte schon im vorigen Jahr den Antrag gestellt. Damals wurde ihm aber gesagt, dieser Antrag wäre zu spät eingereicht. Andernfalls wäre man gern bereit gewesen usw. usw. Dieses Mal hat der Aktionär seinen An- trag rechtzeitig gestellt. Die Verwaltung hat ihn aber n-cht auf die Tagesordnung gesetzt. Begründet wurde das, unter dem Lächeln der hochbezahlten Direktoren, damit, daß er eine zu ge- ringe Unterstützung gefunden habe. So mußte sich dieser Aktionär damit begnügen, seinen Antrag unter„Vermischtes" vor- zubringen. Zum mindesten hat er die Genugwung, chn vorgebracht zu haben. Wo bleibt die Lohnsenkung der Reichsregie- rung für die Direktoren? Echte Verluste bei Hoesch? Oer dritte Mantanabschluß.- Aufschlußreiche Lohnziffern. Die Montanbilanzen für das Krisenjahr 1930/31 sind üneinheit- licher denn je. Die Konzerne, die durch eine ausgesprochen leicht- fertige Jnvestions- und Dividendenpolitik— wie G u t e h o f f- nungshütte und Stahlverein— von der Krise am schwersten betroffen sind, versuchen aus Prestigegründen, die tat- sächlichen Berlustc durch Bilanzretouschen zu verschleiern— was auch auf legalem Wege durchaus möglich ist—, andere Unternehmen wieder weifen aus sozial- und lohnpolitischen Gründen hohe B e r- luste aus. die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden sind. Zu diesen letzteren Unternehmen gehört der Konzern ch o e s ch, Köln-Neu-Essen. Das erstmalig als Betriebseinheit ab- schließende Unternehmen weist einen Verlust von 3,8 Millionen gegenüber einem Reingewinn von 8,32 Millionen im Vorjahr aus. Wie ist dieser Verlust errechnet? Die Abschreibungen sind mit 10,73 gegen 12,43 Millionen Mark fast so hoch wie im Vorjahr, obwohl im Berichtsjahr nur 8,39 gegen 18,42 Millionen Mark neue Anlagen im Vorjahr hinzukamen. Di« Neuanlagen, die der Hoesch-Konzern in den letzten beiden Jahren errichtet hat, sind also fast auf Heller und Pfennig abgeschrieben. Außerdem hat die Verwaltung neben anderen Abschreibungen aber 2,10 Millionen für eine Krise nrücklage abgesetzt: so daß sich bei einem Rohgewinn von 7,3 Millionen Mark ein Verlust von 3,8 Millionen ergibt. Der Verlust wird aus den offenen Reserven gedeckt. Also auf der einen Seite wird die Krisen- sperre um 2,1 Millionen aufgefüllt, und auf der anderen Seite nimmt man 3,8 Millionen ans den übrigen Reserven„zur Deckung des Verlustes". Das heißt, der tatsächliche Verlust bei Hoesch würde sich demnach höchstens auf 3,7 Millionen belaufen. Es ist aber stets wirkungsvoll, in Zeiten zwischen Lohnverhandlungen mit imposanten Verlustzahlen operieren zu können. Der Gesamtumsatz der Konzerne hat sich im Berichtsjahr von 222,3 auf 131 Millionen verringert. Kohlenförderung ging um 19,7 Proz., die Koksproduktian um 30,7 Proz. und die Hüttenproduktion um 28 Proz. zurück. Die Belegschaft wurde von 31 403 auf 23 774 Mann abgebaut. Im Bericht heißt es, daß die Kohlen- betriebe trotz des schlechten Absatzes noch einen kleinen Gewinn ab- warfen. Dies wird verständlich, wenn man die Rationalisierungs- Wirkungen einrechnet. So hat jeder Untertagearbeiter im Jahres- durchschnitt 400,0 Tonnen Kohle gefördert, d. h. je Mann und Schicht 1333 Kilo. Diese Leistungssteigerung hat aber weder den öprozentigen Lohnabbau verhindert noch die Unternehmer- forderungen«ines 12prozentigen Lohnabbaues unter den Tisch fallen lassen. Sehr aufschlußreich sind auch die Zahlen, die sich über die Löhne der Eisenarbeiler errechnen lassen. Die Rohstahlerzeugung je verfahrene Arbeitsstunde ist mit 57,3 Silo gegen 1929/30 fast uuver- ändert und liegt um 54 proz. über 1925 und um 65 proz. über der Leistung von 1913/14.»el �uer wochenardelkszelt«« 44 Stuudeu und einem auf 96 Pfennig gedrückleu Durchschnitts- stundenlohn stellt sich der Vrultolohu des Schwerarbeiter» iu den Eisenbetrieben aus 43 Mark. Unter Eiurechnuug der Abzüge verbleiben dem Eisenarbeiter pro Woche höchstens 36 Mark iu der Lohntüte. Und dann wollen die Unternehmer an diesen Hungerlöhnen noch abbauen, wozu durch krisenrücklageu künstlich hochgeschraubte verlustzifsern dienen sollen. Storker Schuhexport. Von Januar bis Oktober 22,4 Millionen Ausfuhrüberschuß Die Einfuhr von Lederschuhwerk ist im Oktober bis auf 33 731 Paar zusammengeschrumpft und liegt um 8,5 Proz. unter den Ziffern des Vormonats und um 33 Proz. unter den Einfuhr- ziffern des Oktober 1930. Dagegen hat sich d« r E x p o r t mit 330 662 Paar gut geHallen, denn er liegt nur um 5 Proz. niedrige? als der Export im September und noch um 6,3 Proz. höher als in dem gleichen Monat des Vorjahres. Der Wert der Schuheinfuhr betrug im Berichtsmonat 427 000 Mark, der Exportwert dagegen 2.87 Millionen Mark. Der Exportüberschuß stellte sich dementsprechend auf 2,44 Mit- lionen Mark und 338 321 Paar.— Don Januar bis Oktober d. I. stand einer Schuheinfuhr im Werte von 5,68 Millionen Mark«in Exportwert von rund 28 Millionen Mark gegenüber. In den ab- gelaufenen zehn Monaten wurde ein Ausfuhrüberschuß von 22,4 Millionen Mark erzielt. Die deutsche Walzwertsproduklioa betrug im Oktober arbeits- täglich 15 323 Tonnen gegen 16 983 Tonnen im September und 23 III Tonnen im Oktober vorigen Jahres. Braunkohlendividende. Die Braunkohlenindustrie A.-G.„Zu- kunft", die jetzt dem Rbeinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk gehört, verteilt für 1930/31 sechs Prozent Dividende gegen sieben Prozent im Vorjahr. Für das jetzt laufende Jahr erwartet die Verwaltung eine gleiche Dividende. Zahlungseinstellung der Brennabor-Werke. Die seit 60 Jahren bestehende Firma Gebrüder Reichstein Brennabor-Werke in Branden- bürg a. d. Havel, eines der größten deutschen Privatunternchmen, ist infolge der Wirtschaftslage gezwungen, sich an sein« Gläubiger zu wenden. verlustobschluh beim Gußstahlwerk Döhlen. Di« Sächsische Gußstahlwerke Döhlen A.-G.-Dresden, deren Stillegung seinerzeit nur mit Hilfe des Sächsischen Staates und der Kommune Freital verhindert wurde, legt jetzt chren Geschäftsberickit für 1930/31 vor. Die im vergangenen Jahr vorgenommene Zusammenlegun-s des Kapitals hat einen Buchgewinn von 6,6 Millionen er- geben, der zur Deckung des lctztjahrigen Verlustes und für Sonder- abschreibungen in einer Gesamthöhc von 3,4 Millionen verwendet wird. Der Rest von 1,9 Millionen wird mit Hilfe der restlichen Buchgewinne aus der Sanierung abgedeckt. Die Bilanz ist trotz der Sanierung nach wie vor sehr angespannt. Gegen die Schuhzollwelle. In einem Bericht über die Sitzung seines Außenhandelsausschusses bemerkt der Deutsche In- dustrie- und Handelstag,„daß unbeschadet der gnind- sätzlichen Linie der deutschen Handelspolitik mit großem Ernst die Förderung erhoben werde, daß die deutsche Handelspolitik Ab- sperrungon des Auslandes nicht ohne weiteres hinnimnit, sondern das Geeignete zur Abwendung und Gegenwehr tut." Weiter wurde mich die Aufmerksamkeit der zuständigen Stellen aus die Schwierigkeiten gelenkt, die aus der Devifenbewirffchästüng zahlreicher Länder der Einbringung deutscher Ausfuhrerlöse erwachse. Golddiskonlbank stellt von Pfund Sterling auf Reichsmark hm. Der Reichsbankpräsident hat zum 21. Dezember 1931 die Aktionare der Golddiskontbank zu einer außerordentlichen General- Versammlung eingeladen, in der eine Satzungsänderung zur Umstellung des bisher auf Pfund Sterling lautenden Grundkapitals auf die deutsche Reichswährung beschlosien werden soll. Jen Xeppick von DEUTSCHE TEPPICHE Boucle... 200x300 36.- Haarvelour. eooxaoo 81.- WollplÜSCh 200x300 86.- Velvet. Special. Saraba. 200x300 88- 200x300 68.. 200x300 63. DIESE WOCHE 20% ORIENT-TEPPICHE Atscnar.. 138x18« 135.- Karadja.. 190x095148.- Hamedan. i«2x103 llv.» Shiias... 183x151 160.- Beloud]istani37x084 70. 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Bildungsarbeit in Krisenzeiten. 5�ann in Notzeiten für die Arkeiterliilduna geworben werden? — diese Frage untersucht Heinrich Schul; im Ddovemberheft der„S o z i a l i st i s ch e n Bildung". An Hand der Erfahrungen der Parteibildungsarbeit in den letzten Jahrzehnten stellt er fest, 'atz die Arbeiter, ildung auch in Zeiten wilder Gärungen und Er- schütrerungen aus wirtschastlichem und politischem Gebiet der zu- uerlässizste Helfer der sozialistischen Arbeiterbewegung ist und daß man sich deshalb auch in der jetzigen Notzeit aus innerster lieber- zeugung zur Bildungsarbcit betennen mutz. Unter einem anderen Gesichtspunkt behandelt A. S ch i f r i n denselben Fragenkreis in seinem Aufsatz„Die Problematik der Krise und die Bildungsarbeit", in dem er vor allem auf die große politische Bedeutung der Kultur- und Bildungsarbeit hinweist/ die der geistigen Verwurzelung des Sozialismus in den Massen dient. In derselben Nummer finden wir auch einen sehr gehaltvollen Artikel von Prof. A. Klein- b« r g„Das Jugend- und Massenbuch", der namentlich den Pädagogen lmd Bibliothekaren willkommen sein dürste. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Die sozialistische Arbeiterpartei cuxembnrgs hat auf ihrem Parteitag zu Tetingen die Parteileitung zusammengelebt aus de» Genossen Blum, Clement, Hack, Krier, Nicolas, Paulus. P a u l y, T h i l m a n y, Weiler, P. Kiefer und o ch m i t. Sven Trier. Abgeordneter und Finanzfachmann unserer dä- "ischen Bruderpartei, Direktor des Staatsamts für Gewerbeaufsicht, ist— nur 54 Jahre att— gestorben. SoziallstischeArbetterjugendGroß-Verlm Einlendungen für diele Rubrik nur an das Zugendselretariat Berlin EW SS Lindensirabe S Streicharchestcr«rab-Berlin: Heute, Sonntag, U Uhr, Neben in Neukölln, Sieinmctzstr. 114. Gruppe Neukölln: Morgen, Montag, ISr. Uhr, SMS.(Ueben). Sassiererlonferenz morgen, Montag, Ill'.H Uhr, im Bortragssaal des Par. leivrrstandes, EW.. Lindenstr. z, s. Hof, 2 Treppen links. Jede Gruppe muß rnbcdwgt verlreteu fein. Ernntag, 6. Tc-cmder, 19 Uhr, Dorstrllung fiir die arbeitende Jugend in i-r Vrl.'sbübne.„Der griine Kakadu", Groteske von%. Schnitzler.„Der Streichorchester Groß-Berlin und Singekreis: Oeffentliche Musizier. stunde Sonntag, 6. Dezember, 2» Uhr, in der Schulaula NO., Pastcur- D stratze 44— 46. Eintritt 30 Pf. Karten sind im Sekretariat erhältlich. Ez heute. Sonntag, 29. November: Arnewalber Platz I: Rastenburger Str. 16. Heimabend.— Weihensee i Zlarlstr. 36. Gesellig»» Beisammensein.— Britz: Ehausseestr. 48. 1» Uhr Heimabend.— Neukölln VIII: Bergslr. 29. Bunter Ndend.— Neukölln IV: iuseenbesuch. Treffpunkt 9 Uhr Bahnhof Hermannstraße.— Schöueweide l: Berliner Str. 31. Elternabend.— Köpenick II: Dahlwitzcr Str. 1Z. Leseabend. Neukölln IV und IV: Besuch der Sternwarte. Treffpunkt IvZ- Uhr vor dem ■ eirn Schierkestr. 44. •:' t f T i s-! T �-4.4? 44-4-4- t l. k b-I-t I-I ,-! ,.h pt-s- l'rz N'' Wittenau: Bei Heese, Neinickendorf-West, Berliner Str. 73. öffent. M � liche Werbefeier:„Fiir Erzialismus— hegen Faschismus". Referent:'' J Erich Schmidt. Politische Revue. Rezitationen. Untostenbeltrag 20 Pf. 1-s Erwerbslose 10 Pf. Beginn 18 Uhr.=j ««rbebezirk Wilmersdorf: Biktoriaqarien, Wilmersdorf, Wilhelms. � � nue 123, Werbeveranstal tnng:„Rote Rebellen rufen". Mitwirkung der f j 1 Kapelle der Karl-Marx-Schule Neukölln. Eintritt 6S Pf. Erweroslofc iH 1 Si Pf. Beginn 18 Uhr. Karten sind an der Sasse gegen Vorlegung des Rv T Mtgliedsbuche» erhältlich.•-' g . Rerbebezirk Wedding: Willdenowstr. 5. 18 Uhr. Sacco und Banzetti. Werbebeziri Osten: Litauer Str. 18. 18 Uhr Heimabend. Werdedezirk Rtinickendori: Wir beteiligen UN» an ber öffentlichen Werbe. oeronftaltvnq der Gruppe Wittenau..„,„_ Werbebözirk Neukölln: Arbeilskurfus de» Borstand«« Bergstr. 29, Raum Hl, s> iL Uhr. Werbebe?fr? Nchteoberq: BeteMgung an der Sundgebung des Reichsbanners in Tempels FestflÜen, Prinzenallee, 11 Uhr. Morgen. Montag. 30. November. 19% Uhr: Moabit I: Walbeniersir. 20. Funk, und Bildreportage.— Moabit U: Lehrter Str. 18—19. Politischer Ausspracheabend.— Mpabit lU: Bremer Str. 70. sionatsrllckblick.— Sportpalast: Genthinrr Str. 17. England.— Humanu. I'latz: Gleimstr. 33— 35. Hugo Haas«.— Arnswaldcr Platz Iii Rastenburger Straße 16. Tagespolitik.— Nordosten N: Danzigcr Str. 62, B. 3. Bälker. Verständigung.— Schönhauser Vorstadt: Sonnenburger Str. 20. Au» der Gc. schichte der Ardeiteriugend.— Renköln VII: SMS. Funktionärversamm. lung.— Baumschulenweg: Ernststr. 16. Fahrtenberichte.— Schöneweide II: 'erliner Str. 31. Arbeitsgemeinschaft.— Friebrichsfelde: Gunterstr. 44. Mit. oliederversammlung.— Hermsbors: Roonstraße. Borstandssstzung.— Sott- !»sser Tor: Wassertorstr S. 20 Uhr Funktionäroerfammlung.— Falkplatz II: Sonnenburger Str. 20. Das Mädel in der Bewegung.— Köpenick II: Dahl. vitzer Str. IS. Funktionärsitzung. Sontikng, 29. November: 6: Funkgymnaslik, Anschließend rcuhkoiuert. 8: Pur den Landwirt. S-Sä; Morgenfeier. Anschließend Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. II: Elternstunde. I1..10: Aus Leipzig: Bacb-Konzert. 12: Kurt Erich Meurer liest eigene Cicdichlo 12.15: Aus dem Admiralspalas*: Matinee. 14: Klnderstunde. 14 30: Altred Semerau liest eigene Novellen. 15: Deutschland wirbt fiir Deutschland. 15.30; Zeitgenössische' Ceatbalomuslk. 16: Ans der Volksbühne:„Der Kainniersängcr" von Erank Wedekind. 16.50: Unterhaltungsmusik. 18.30: Hans Friedrich Blunck liest eigene Balladen. 18.55: Konzert. 1 19.20: Tagcsglosscn. 19.50: Sportnachrichten. 20:„Nord-Süd.** Funk-Potpourri. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Montag, 30. November: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frabkonzert 1Z.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 15.20; Lebawschicksal bedeutender Frauen. 15.40; Wie kräftigen und festigen wir die Nerven unserer Jugend? Ifc.GS; Die Entthronung des Goldes. 16.30; Finöische Liederkomponisten. 16.50; Klaviervorträge. 17.30; Jugendstunde. 17.50: Das kulturelle Leben der Deutschen in den Randstaaten. 18.10: Der Zeittyp. 18.35: Unterhaltungsmusik. 19.20: Stimme zum Tag. 19.30: Bedeutung und Aufgaben der landwirtschaftlichen Siedlung. 20: Aus Breslau:„Das Stauwerk", Hörspiel von Gerhard Menzel. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Orchcstcrkonzcrt. Danach Tanzmusik. Dienstag, 1. Dezember:* 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frflhkonzcrt, 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert 15.20: Die kleinen Freuden des Alltags. 15.40; Vom Rechte, das mit uns geboren wird. 16.05: Erinnerungen an eine Weltreise. 16.30: Unterhaltungsmusik. 18; Jugendstunde. 18.20: Bücherstande. 18.30:„Kaiserwetter" von Karl Jacob Hirsch. 19: Stimme zum Tag. 19.10: Die geistige Lage der Gegenwart und die Geltung der Wissenschaft 19.35: Bep und Qit singen heitere Duette. 20.05: Hans Sommer spielt Walzer. 20.30: Aus Magdeburg; Ausschnitt aus dem Konzert des Magdeburger Lehrer- Gesangvereins. 21: Tages- und Spcrtnachrichten. 21.10; Ein Mensch mit Büchern und Schallplatten. Mittwoch, 2. Dezember: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonrcrt 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20: Ein Rundgang durch den Betrieb der Berliner Verkehrsgesellschaft 15.40; Eine Viertelstunde Technik. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30; Unterhaltende Kammermusik. 17.30: Wie reguliere ich mein Körpergewicht? 18; Bücherstunde. 18.10; Jugendstunde. 18.30: Alice Berend liest aus eigenen Werken. 18.55: Mitteilungen des Arbeltsamts. 19: Stimme zum Tag. 19.10: Heiterer Jazzgesang. 20: Ein bunter Abend. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Orchesterkonzert. 22.15: Politische Zeitungsschau. Danach Tanzmusik. Donnerstag, Z. Dezember: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert 9. Aus Frankfurt a. M.; „Die Handelskammer." Hörbild von Dr. Paul Laven. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert 15.20: Die Frau im Schutz des öffentlichen Rechts. 15.40: Die Zwergstaaten der Erde. 16.05; Traum und Dichtung. 16.30; Mozart-Konzert 17.30; Jugendstunde. 17.50: Bücherstundc. 18: Ursachen und Bekämpfung der Rostgefahr. 18.25; Was hat Deutschland für Jen Wiederaufbau geleistet? 18.50; Hanns Michael Ken liest eigene Prosa. 19.10; Stimme zum Tag. 19.20: Großer Wiener Tanzabend. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10; Aus dem Theater des Westens;„Der Vogelhändler", Operette von Zeller. 22.10: Konzert. Danach Tanzmusik. Freitag, 4. Dezember: 6.30; Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzcrt 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Sophie la Roche(geb. 6. Dezember 1731). 15.40; Winlerschönheit des Gartens. 16.05: Die Winterhilfe des Sports. 16.30: Gesänge 16.50; Jugendstunde. 17.10: Unterhaltungsmusik. 18: Bücherstunde.. 18.10: Die Mission Wiens innerhalb der deutschen Kunst. 18.35; Das gesellschaftliche Leben im Zeitalter der französischen Revolution 19: Stimme zum Tag. 19.10: Rhapsodien. 20: Rückblick auf Schallplatten. 20.30: Aus der Staatsoper Unter den Linden:„Carmen", Oper von Bizet. 21.10; Tages- und Sportnachrichten. 21.20:„Anabasis" von Ernst Glaeser und Wolfgang Weyrauch. Danach Stunde für die Winterhilfe. Sonnabend, 5. Dezember: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt,- 14: Schallplattenkonzert 15.20; Jugendstunde. 15.40: Medizinisch-hygienische Plauderei. 16.05: Jochen Klepper liest eigene Erzählungen. 16.40: Biasorchesterkonzert. 17.50; Zehn Minuten Film. 18: Die Erzählung der Woche. 18i30: Bücherstande. 18.40; Kurz vor Redaktionsschluß. 19: Stimme zum Tag. 19.10: Hans Goslar spricht einleitende Worte zu der üebertragung „Figaros Hochzeit" am Sonntag, dem, 6. Dezember 1931 19.30: Aus Wien: „Aus Mozarts letzten Tagen." Von Prof. Baumgartner. 20.15:„Dornröschen 1931." Von Andre Baron Foclckersam. 20.45: Tages- und Sportnachrichten. 21:„Trautes Helm, Glück allein." Ein bunter Abend. Danach Tanzmusik. Königswusterhausen Sonnkag, 29. November: Ab 6.30; Üebertragung aus Berlin. 12: Wo Liebe ist, da ist Gott Aus den Volkserzäliluno,eri Non Tolstoi. 14; Vom gesunden Menschenverstand. 14.30: „Lisettchens Entführung" von Ina Seidel. 15: Das Kirchenjahr. 18.15: Stefan Zweig zum 50. Geburtstag. 19.20: Aul dem grönländischen Inlandeis. Aufschließend Üebertragung aus Berlin. Montag, 30. November: 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Die' Wiederholung in der Musik. 18: Die Mystik in den Religionen der Völker 18.30: Von der Biologie zur Naturphilosophie. 18.35; Stunde des Landwirts 19.30: Üebertragung aus Berlin 20.30: Felix Timmermanns spricht Ocutsch- landsender: 20: Unterhaltungsmusik- 21.10; Üebertragung aus Berlin. 22.15: Polltische Zeitungsschau. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Üebertragung aus Berlin. Dienstag, 1. Dezember: 16.30; Aus Leipzig: Nachraittagskonzert 17.30: Vorkämpfer deS britischen Wcltreichgedankens. 18: Gibt es noch eine deutsche Handwerkskunst? 18,30: Wandlungen im Krisenbilde seit 182,5. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Englisch für Fortgeschrittene 19.20: Die neuen Rundfunkbestim- nmngen der Deutschen Reichspost 1932 20.15: Die konservative Idee und die geistige Lage der Gegenwart 21: Weihuachtsl jeder zum Advent Deutsch- landsender: 19.30; Aus Leipzig; Konzert 21.35: Aus München: Weltliche Musik der Gotik und Renaissance. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach. Unterhaltungsmusik. Mittwoch, 2. Dezember: 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Hamburg: Nachmittagskouzert. 17.30: Franz LIszt 18: Bücherstunde. 18.30; 1931, ein Jubiläumsahr des Geistes. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Stunde des Beamten. 19.30: Die Bedeutung der kurzfristigen Verschuldung Deutschlands. Deutsch- landsender: 20: Aus Köln: ,.Pni\r Friedrich von Homburg" von Heinrich von Kleist Anschließend; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Üebertragung aus Berlin. Donnerstag, 3. Dezember; 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin; Nachmittagskonzert 17,30: Zehn Jahre als Deutscher auf Sumatra. 18; Die Wunder Aegyptens. 18.25; Spanisch für Fortgeschrittene. 18.45: Viertelstunde Funktechnik. 19; Stunde des Landwirts. 20�5: Geburtenrückgang und Lebensgestaltung des deutschen Volkes. Deutschlandsender: 21.25: Aus Breslau;.Advent", Hörfolge von Rudolf Mlrht. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30: Aus Köln: Beim Kölner Sechstagerennen. Anschließend: Aus Köln: Nachtmusik Freitag, 4. Dezember: 16: Pädagogischer Funk 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30? Hören musikalischer Formen. 18; Die Reparationsfrage in der internationalen Diskussion 18.30: Das Tierexperiment in der Medizin. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19.30; Besuch in der städtischen ArhelterkoloUic. 20.50; Stille Stunde. Deutschland- sender; 20. Aus Hamburg: Uraufführung Kurt Thomas„Weihnachtscratorium". 21.20; Aus Königsberg; Sinfonlekonzcrt Anschließend: Üebertragung aus Berlin. Sonnabend, 5. Dezember; 16; Pädagogischer Funk. 16.30? Aus Hamburg: Nachmittagskonzert 17.30; Viertelstunde für die Gesundheit. 18; Deutsch für Deutsche. 18.30: Unser gcr manisches Kulturerbe. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Englisch für Anfänger. 19.15: Kauft deutsche Ware, fördert deutsche Arbeit! Deutschlandscnder: 19.30: Üebertragung aus Berlin. 20.20: Aus Köln: Lustiger Abend. Anschließchd: Wetter-, Tages- und� Sportnachrichten. Danach: Üebertragung aus Berlin. SBctbcbcm! Wedbing, Tambourkapelle: Heben fflt alle Spielleute S erste. 84. Trommler ohne Instrument. Pünktlich 20 Uhr. Wcrbebezirk Reukölln: Zusammenkunft der Erwerbslosen 11 Uhr Bergstr. 29. Spvrt. Rennen zu Strausberg am 28. November. I. Rennen: I. Amönenwarte(Wolfs); 2. Hauptmanns Schwester*, 3. Fanfare, Toto: 11:10. Platz: 10, 11:10. Ferner lief: Spola. 2. Rennen: 1. Freiwilliger lEpcrjeM; 2. Vergangenheit; 3. Gm- garh 16. Toto: 39:10. Platz: 25, 44:10. Ferner liefen: Till Eulenfpicgel, Mika(gcf.). 3. Rennen: 1. Süßkirsche(Wolfs); 2. Wohlauf; 3. OceanuS. Toto: 17:10. Platz: 15, 65, 25:10. Ferner: Chklap, Astoria, Suhle, Parzcnländer, Marbod Älflug, Jlsha, Unfug. 4. Renneu: 1. Barfuß(Buschke); 2. Trumpfkönig: 3. Edelstein. Toto: 20:10. Platz: 14, 23:10. Ferner liefen: Hol' Gulden, Kcrmak, Manfredia (gefallen) 5. Rennen: 1. Rexana(Scharff): 2. Eroica*. 8. Dogmatikcr. Toto: 75:10. Platz: 29, 80. 4l:l0. Ferner liefen: Stern, Ledon(gef.), La Margna (ges.), Bellac, PatraS, Taupcrle. 6. Renneu: l. Castor(Müschen): 2. Aarcnkind: 3. Immerzu. Toto: 84:10. Platz: 17, 18:10. Ferner liefen: Ledum, Khedivc(51. st.). Doppelwette: Süßkirsche— Roxana 236:10. kvrzschrisNehrgäage für erwerbslose Jugendliche. Anfang Dezember beginnen im Wilmersdorfer Städtischen Jugendheim Kurzschriftlehrgänge für erwerbslose Jugendliche. Ueber den Unter- richt ist bei der erstmalig stattfindenden Zusammenkunft am Dißns- tag, dem 1. Dezember, vormittags 11 Uhr, im Jugendheim Wil- Helmsaue 123, Näheres zu erfahren. Voraussichtlich findet der Unterricht an drei Wochentagen statt. Ä Crepe Marocain reine Kur.sheide, hervorrag. Qualität, moceme Faibcn, ca. 10 j cm breit«Mtr. M. 2: W Ia: Flamengo reine Wolle mit Kunstseide, ta. 1 0 cm breit, herv rraq. Kleider-#«75 qualitär in modernen Farbtönen,£ Diagonal �35 reine Wolle, großes Farbsortiment I G ............................... M.■ Haustuchlaken 140x225, mit allmählich verstärkter Mitte, außorordentl. haltbor M. 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Gestern erfreuten sich des A r e i s p r u ch s die drei SA.-Leute, die drei Revolver gesunden haben wollten. Wie war denn das mit dem famosen Reooloerfund? Der Sturm- sührer Kraut, seine Truppsührer Mari in und iwch ein SA.- Mann befanden sich aus dem Wege zur Sturnibannversommlung. Aor ihnen gingen im Kleinen Tiergarten drei„verdächtige Kommunisten". Die SA.-Leute waren gerade im Begriff, auf sie zuzustürzen, um sie noch Waffen zu untersuchen, da ließen sie ein Paket fallen. Die SA.-Leute hoben es auf und siehe da: drei Revolver. Der Sturmsührcr erteilte dem Truppsührer den Auftrag, die Schuß- wassen ins Polizeirevier zu schaffen. Dieser hatte es atier eilig, in die Versammlung zu kommen; er verstaute die Revolver in das Köfferchen seiner Bekannten, die er gerade getroiscn Halle und bat sie, ihn um 22H Uhr an der Stromstraße zu erwarten. Christensen nahm ihr das Köfferchen ab. den Polizeibeamten kamen die Gruppen der SA.-Leute in der Näh« des Derkehrslotals in der Stromstraße verdächtig vor, sie wollten sie nach Waffen untersuche», Christensen lief mit den oitderen davon und warf das Köfferchen weg. Ein Lügengebäude ebenso durchsichtig wie drei st. » Wie tarnen denn die Kommunisten dazu, den SA.-Leut«n die drei Revolver vor die Füße zu werfeic? Wie konnte der Trupp- sührer es wagen, anstatt den Auftrag seines Siurmfiihrers auszuführen. die Revolver seiner Bekannte» zu übergeben? Wieso sollte diese nicht bemerll haben, wie Martin die Revolver in den Koffer verstaute? Welchen Anlaß hatte Christensen, das Köfferchen, das er kaoattermäßig der jungen Dame abgcnonnnen hatte— also nicht von einem Unbeianntcn bekommen hatte—, ohne dessen Inhalt zu kennen— in der ersten Perhairdlung log er von verbotenen Schrift- stücken—, ins Wasser zu werfen. Das Gericht erklärte aber: zwar bestehe gegen die Angeklagten der Verdacht, daß die Revolver ihnen gehörten, es fehlten jedoch die Baweisgrundlagen. um sie ZU verurteilen. Bielleicht finde» die Richter in der nächsten Instanz die erforderlichen„Beweisgrund- lagen" und sagen sich dos, was jedem Laien ahne weiteres klar ist. Die SA.-Lem« hotten wieder einmal nach chrer Versammlung eine kleine Aktion vor, sie erachteten es nicht für ratsam, die Waffen in die Versammlung mitzunehmen und hielten sie deshalb in einem Köfferchen na rat. Sollte man von der Polizei überrascht werden, so war man um die Ausrede nicht verlegen. Die Sack;« hat geklappt: Wer feste darauf loslügt, wird freigesprochen... Petershagen baut. Eüu vorbildliche Siedlung vor den Toren Berlins. In Petershagen ist bei einem neuen Siedlungsoorhaben jatzt der erste Bauabschnitt vollendet, der den Vertretern der Presse gezeigt wurde. Petershagen, an der Ostbahn gelegen, ist in etwa 30 Minuten Bahnfahrt vom Schlesischen Bahnhof aus zu emichcn. Bisher war das etwa 4500 Morgen umfassende Gebiet von Petershagen das typische Bild einer Streusiedlung, ilm den alten Dörflern herum liegen noch jetzt große Feldzwickel der ackerbautreibenden Bevölkerung, daneben sind gut erschlossene Siedlungen mit reichem Baumbestand wie die Südkolonie. Petershagen hat et aber verstanden, eine sehr weitsichtige Lodenpolllik zu treiben Und dann ist man ans Bauen gegangen. Man wollte für die zahlreichen Ar- bellslosen Arbeit schassen, man wollte aber auch den örtlichen Handwerkern Aufträge zukommen lassen. So hat der rührige Gemeinde- Vorsteher G r a s n i ck mit Unterstützung der s o z i a l d e m o k r a- tischen Gcmeindefraktion alle Widerstände besiegt, die der Ge- meindesiedlung im Wege standen, und es haben alle feiernden Hände in diesem Jahr Arbeit erhalten, ebenso wie das kommende Jahr weitere Arbeit bringen wird. Die Häuser sind sehr solide mit bestem Material gebaut, z. B. sind das Fundament und die Schornsteine in Eisenkliakern ausgeführt. Jedes Haus hat drei Stuben und Küche, bietet im Ausbau des Bodens noch Raum für Kammern, hat sopstiges Nebcngclaß. wie Badestubc, Stallanbau usw., und ist nollständig unterkellert. Schlüsielfertig geliefert tostet jede Sicdlerstclle 9635 Mark, wovon 2535 Mark angezahlt werden müssen. Pechvogel und Wucherer. Moabiier Kleinkram.— Einer der ausging« das Stehlen zu lernen« Lcbcnstragödien rollen in Moabiter Gerichtssälen zu Dutzenden jeden Tag ab. Nur wenige lassen sich vom Berichterstatter ein- fange». Der Mann da km» nie mir den grünen Zweig. Jetzt wollte er es mit dem Obsthandel versuchen. Wagen und Pferd besaß«r. Nur die Ware sohlte. Er brauchte 300 Mark und fand sie durch ein Inserat. Der Jnjerem hatte den Geidmann zur Hand.„Schön", jagte dieser,„du kannst die 300 Mark haben Zur Sicherheit übereignest da mir Pferd, Wagen und Obst. Und dann noch eins. Willst du die 300 Mark von mir. so verürher« dich bei meiner Gesellschaft aus 3000 Mark." Natürlich versicherte der Pechvogel sein Leben auf 3000 Mark. Mchr war es ja auch nicht wert.„Wie wird es aber mit der Prämie?"„Die 1,30 Mark bezahle ich für dich," sagte der Geidmann und Bersicherungsagent. Außerdem rechne ich sofort auf die Schuld 12 Prozent Zirsten dazu und dann ine Provision für den Vermittler. Das macht im ganzen 490 Mark. Du gibst mir darauf 10 Wechsel je 49 Mark, zahlbar in zehn Monatsraten. Der Pechvogel stellte die 10 Wechsel aus und erhielt als Darlehen 285 Mark: 15 Mark waren als Provision für den Vermittler abgezogen. Also wurde er Obsthäudier. Als der erste Wechsel fällig war. zahlt« er prompt dl« 49 Mark. Er sah den Himmel voller Geigen hängen— da siel sein Pferd. Der zweite Wechsel war fällig. Er konnte ihn nicht einlösen. Er läutet« bei dem Geidmann an: der war gerade picht zu Hause.„Ich kann nicht zahlen," sagte der Obsthändler,.Holt euch den Wagen."„ Wvs solle» wir mit einem Wagen?" erhielt er zur Antwort,„mache mit ihm was du willst." So oerkaust« er den- Wagen für 50 Mark und bezahlte mit dem Geld« den zweiten Wechsel. Der tSekdmann, der übrigens nur die Hälitc der Prämie bezahlt hatte, verllagtc ihn aber wegen Untreue: er habe den ihm übereigneten Wagen vertaust. Vor dem Amtsgericht verteidigte sich der Obsthändler und Pechvogel mit dem Tslephongespräch; man habe ihm doch gesagt, er könne mit dem Wagen machen, was er wolle. Das Gericht sprach den Mann frei. Der Amtsanwalt ließ sich aber die Akten komme», um sie daraufhin zu prüfen, ob gegen den Geldmann und Versicherungsagenten nicht ein Verfahren wegen Wuchers eingeleitet werden könne. » Dieser Angeklagte ist ein„Dichter". Von den Wiritichkellen des Lebens ahnt er nichts. Um so üppiger blüht seine Phantasie. Als er sisben Jahre all war, starb feine Mutter. Er kam ins Kinder- heim, dann ins Waisenhaus, von dort in verschiedene Fürsorge- anstalten: Strausberg, Struweshof, Lindenhof, in das Psycho- pathenheim Kiickenmühl« lrsw. Anfangs gab es mehr Prügel als Essen. Später wurde es besser. Die Jungen waren aber überall gleich schlimm, und man lernte von ihnen nur Schlechtes. In Strausberg wurde„Hartgeld" gemacht. Hans wurde wechseln geschickt und bekam sechs Monat« Gefängnis. Aus anderen Anstalten brach er aus— unter Mitnahme von Kleidern; er konnte doch nicht in der Zlnftollsuniform herumlamen; das war Diebstahl, es gab Gefängnisstrafen mit Bewäbrungsfrist. Das letztcmal beging er einen Einbruchsdiebsiaht uild kam ins I u g e n dg« f ä n g n is. Mittserweile war er 2l Jahr« alt, die Fürsorgeerziehung zu Ende. Er stand nach Verlassen des Gefängnisses draußen in der jrcini Welt und kannte sie nicht. Er arbeitete in den Dcarkihallen, schrieb lyrische Gedichte, die man ihm manchmal abnahm, und dachte es sich so hübsch, der Kriminalpolizei Diensie zu leisten, indem er half, Verbrechen aufzudecken. Ter Kriminalkommissar sagte ihm ab«r: Da mußt du erst die Schliche der Verbrecher kennen. Und so be- ging er selbst Diebstähle, um diese Schliche kennenzulernen.. So erzahlie er wenigstens vor Gericht. Vielleicht war auch das nur Dichtung. Sein Verteidiger hielt es aber für Wirklichkeit. Er bitte eine Aerztin mitgebracht, die den Jungen nicht kannte, ober ein Gutachten über ihn erstattete, dos auch wie Dichtung klang. Die Pu)chopat!)eriachia!t in Kücken» lühke zu erwähnen und den Jungen als minderwertigen Pil)chopathen darzustellen, oergoß sie. Auch der Verteidiger crwähnic das nicht, beantragte aber, den ganzen jelbstzeschriebenen Lebenslauf zu verlesen. Also eine ganz unwirkliche Verteidigung, Angeklagter und Verteidiger bloß Dichter, nicht van dieser Weit. Das Gericht hotte mit beiden viel Geduld und ver- »rtciite den Jungen zu einem Monat Gefängnis. Vorträge der Woche. Kulturarbeit der Freidenker. Vom Deutschen Freidenker-Verband wird uns geschrieben: Der Wunden sind viele, aus der die deutsche Arbeiterklasse nach 13jäHrig«r Beendigung eines 4�jährigen Völkermordens noch blutet. Ungezählte Opfer fallen weiter aus dem Schlachtfelde der Arbeit, dauon der größte Teil als Opfer einer Gesellschaftsordnung, die nur noch aus Grund der politischen Zerrissenheit der Arbeiterklasse be- stehen kann. Em Meer von Tränen, Händeringen der Berzweiselten, Krankheit und Siechtum, sind die Ergebnisse für das Proletariat. Der Deutsche Freidenker-Verband fühlt mit diesen Kriegs- und kapitalistischen Wirtschaftsopfern. Neben einer gewaltigen sozialen Hilfeleistung mildert er ihre seelische Not. In Heilstätten. Kranken- Häusern usw. bringt er ihnen durch musikalische und Gesaiigsdar- bietungen srohe Stunden. Vor«inigen Wochen in dem Friedrich- Wilhelm- und Hufeland-Hyspital, am Sonntag, dem 7. November in den Hospitälern Buch-Ost und-West. Am 13. Dezember wird er auch den Insassen der Beelitzer Heilstätten eine solche Feierstunde bieten. Irele Sozialistische Hochschule. Am Sonnabend, dem 5. Dezember, 19 ick Uhr, im eheniaiigen Herrenhaus. Leipziger Straß« 3, Dortrag des Genossen Professor Leo Kestenberg über:„Kunst und Weltanschauung". Karten zum Preise von 50 Pf. sind zu haben nn Büro des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof. 2 Tr., Zimmer 8, Buchhandlung I. H. W. Dietz. Lindenstr. 2, im Zigarrenzeschäib Harsch, Engeluser 24/25. Gemerkschaitshous. ZdA.. Hodelnannstr. 12, Geschäftsstelle des Touristeiwereuls„Die Naturfreunde". Iohannisstr. 15. und in anderen bekannt«»'«tellen. Karten für Erwerbslose und Studenten zu ermäßigten Preisen an der Abendkasse. Xonzlimst unser« Zeit zeigt bat Volks bildungsamtTreP tow am Äomiiag, dem LS. Stoveniber. ZO Uhr, int Restaurant Ä v l s h a u s e r. R i e d e r s ch ö n e w e i d e. Berliner Str. 91. Als Mitwirkende wurden siir diese» Tanzabend gewonnen: Ruth Aöramowilscki, Ilse Laredo. Alice Uhlcn und Georg Grote von der Siädiäibeil Oper, die lungc Tänzerin JSxilo Lindner und Vera Skoroncl mit Mciücrtrio Gozialdemokraiie und Verwaliung» Simons vor den sozialistischen Swdenten. Zu der sozialistischen Studentenschoit sprach in der Hochschul« für Politik Regierungspräsident Genosie Dr. Simons über das Thema„Sozialdemokratie und Verwaltung" Ausgehend von den Leitsätzen des.Heidelberger Programms ging der Referent die un- gewohnlich schwierigen Probleme nach, vor die sich die Partei- Politik in Fragen des Verfassnngs- und Verwaltunhswesen? gestellt sieht. Er zeigte aus begründeter Sachkenntnis dieHhier vorliegenden Aus zabrn�stnd'Ziels../——- M ? Die Weimarer Verfäsflsitg halle endlich Rritom»le"3DHrotz tratie gebracht. Sie zur„sozialen" Denrokratie Pr erweitern� sih mit bemokrotischem Inhalt zu erfüllen, stieß auf uPMheur« Wider- stände und ist bisher nicht gelungen. Dabei sind ziveiiellos Fehler begangen worden insofern, als allzu viel vom Alten in den neuen Staat übernommen wurde, sowohl an gesetzlichen. Bestimmungen wie an Personen. Die Aufgabe, zunächst einmal hie Gesetzgebung in die 5)a»d zu bekommen oder maßgeblich zu beeinflussen, hotte lange— zu lange!— alleinbeherrschend im Nordergrnnde gcstan- den, aber Rechtsprechung und Verwaltung müssen mit neuem Geist erfüllt, mit neuen Personen besetzt werden, wenn man die so ziele Demokratie verwirklichen will Aber eines sei mit allem Nachdruck zu betonen: die Befreiung der Arbeiterschaft, die Schaffung einer sozialen' Demokratie habe stets zur Voraussetzung die demokratische Berfasinng, die formale Demokratie. Diese müsse bis zum letzten verteidigt worden. Loblied der Havel. Der Berliner, der in früheren Zeiten so oft als„Spreeathener" bezeichnet wurde, scheint für den zweiten„Strom", der heute zum Berliner Stadtbild gehört, sehr viel übrig zu haben. So etwas wie eine stille Liebe scheint ihn mit der Havel zu verbinden, denn sonst wäre die Aula des Pantower Lyzeums in der Görschstraße nicht bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen, als Dr. H i l z h e i m e r, der Kommissar für Naturdenkmalspfleg« der Stadt Berlin, von der Havel, ihrer Entstehung und ihrem Lauf, unterstützt durch prächtige Lichtbilder, sprach. Dos Loblied der Havel ist ja von Fontane gesungen worden. Ihre geheimnisvolle Entstehung auf der Höhe der Meck- lenburgischen Seenplatte, ihr Lauf, in den sich herrliche Seen wie Perlen zu einer loswaren Kette zusammeirgesügt haben, und die vom Hauch aller Geschichte berührten Städte und Dörfer ihres Strombsreiches babe'n die Havel zu einem der seltsamsten Flüsse der Mark, ja Deuts ch>a»bs gemacht. Der Berliner aber kennt sein« Havel berge, den Grunewaldturn'..«Schwanenwerder, den Wannsee, die Psaueninsel, Potsdam, Eapillh. Werder, den Tegeler See, dos Havelgcmünde bei Pichelsdorf und wie die Schönheiten alle heißen. Der Vorttazende zeigte ein seines psychologisches Verständnis, daß er gerade diese Teile der Havel besonders liebevoll behandelte. Interessant werden für viele Zuhörer auch die Bemerkungen über den H l ez�-"u n d, P z l a'tt'z"« n s ch u tz inninchblb der Naturschutz- gel�irtitt gewesen sein, die im Bereich der Havel liegen. ' Bielen mag oii"'dieseiii Abend, den das unter Leitung unseres Genossen Burkhardt stehende Volksbildungsamt Pankow veranstaltete, die Lieblichkeit und Vielgestaltigkeit unserer Heimat au-- gegangen sein. Mirtschaftsegoiswus und Kolouialpolitik. Der Reichsbund deutscher Technik vcranstallete zw«: Vortragsabende, die die gegenwärtige Wirtschaftslage zum Gegen- stand hatten. In beiden Abenden setzten sich die Rejercntcn mit der Krise auseinander. Die Maßnahmen der Rcichsregicrung wurden kritisiert. Als Ausweg aus der Krise wuvde an beiden Abenden der Wiedereintritt Deutschlands in die Reihe der K o l o n ia l v ö l k e r empfohlen. Afrika wurde als die Zukunft Deutschlands oder au«h Europas hingestelll. Es wurde vorgeschlagen, in den che- mnligen deutschen Kolonien 13- Millionen Deutsche sowohl in städtischen als auch in dörflichen Siedlungen anzusetzen. Deutschland muß sich selber Holsen. Der Wirtschaftsegaismus der Völker sei zu groß, als daß Deutschland von außen her ans Hilfe rechnen könne. Ein anderer Vorschlag will Afrika als gesamteuropäisches Sied- lungsgcdiet betrachtet wissen. Der schwarze Erdteil böte ungeheure Aufgaben, die nur von der Gesamtheit aller europäischen Völker gelöst werden könnten. Leider hörte man nichts über die Finanz!«- rung dieser Pläne und auch die politischen Voraussetzungen, die erfüllt werden müßte», bevor an eine Verwirklichung solcher Ideen gedacht werden könnte, wobei auf die Frage, ob es politisch wünschenswert ist, Deutschland in koloniale Abenteuer zu stürze», hier nicht«ingegangen werden soll. 4* Das Publikum hat ein Recht kür sein schwer verdientes Geld auf billige und troiidem gute Kleidung. Wir geben sie Ihnen und werden es welter tun. Warum kann die Horrenklelelerfabrlk Wagnei* mit ihrer QuallWIsware»o billig sein? I. durch Ausschaltung des Zwischenhandels, 2. durch Ersparnisse der doppelten Umsatzsteuer. 3. durch Ersparnisse der teuren Ladenmiete, 4. durch Ersparnisse der teuren Schaufensterdekoration, 5. durch Ersparnisse der teuren Lichtreklame usw. Alle diese Ersparnisse erklären die groben Erfolge und die büllgcn Preise der Herr«'Ji kiel derlabrik Wagner. Ulster aus garantier! reiner Wolle, ganz auf gesteppter Kunstseide getüllert. 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Neben den Sammelbüchsen habe» die Sammler auch Zeichnungslisten, in � die Geber, welche größere Summen spenden wollen, Namen und Adressen eintragen können.- Die eingehenden Geldmittel werden restlos in Ernäh- rungsgeld der Berliner Winterhilfe angelegt. Vorträge/ Vereine und Versammlungen # Reichsbanner..Schwarz-Rot-GoHT. DerNn£ 14. Cebastiauitr 87— J8 Kos 2.?r Ätfi« Osten(Yungba). Montag, November. 20 Uhr. Kreisjngend- Mitglied ervors am ml ung ini bekannten Jugendheim, Bundeskleidung. ?tesercn!: Kamerad Negierungsrat Kosb.- Mitte lOrtsverein). 1. Kamerad- Ichast. Versammlung Dienstag, l. Dezember. 29 Uhr, bei Klement, Sophien» Itrone. �llie-Arbeitslosen Kameraden müssen erscheinen. 8. Kameradschaft Köpe uicter Str. 5».',.— Nreuzberg(Ortsverein). Dienstag, l. Dezember. 20 Ahr, Mtigliederversammlung: Zun 1 bei Seehak, WiNibald.-Aleris.Str..1. Zug l bei C ründler. Zimmerttr. 80. Zug 5 bei Tetzlaff, Ritte rstr. 88. Mittwoch, 2. De- zember. 29 Uhr, Mitgliederversammlung: Zug 2 bei Krepp. Planuser 7ä— 79. .-»iic, 8 bei®rahl, Wartenburgstr. I I.' Zug 6 bei Wolf, Gräefestr 29. Zug 7 im Neichenherger Hof, Reichenberge, r Str. 147. Zug 8 bei Siedeutopf, Muskcvier Straße 8.',.~ Webdina(Iungbg und Vortrupp».'Montag, 80. November, 20 Ahr. Heimabend im Jugendheim Rote Schule. tHvtenburger Straße. Spieltrupp und Sprechchor miisseii unbedingt erscheinen.— Wedding sSportgruppel. Mittwoch, 2. Dttenrber, findet bei Reußner eine Sportlersißung und Besprechung der Kottbusiahrer statt.— Wilmersdorf lOrtsverein). Dienstag, 1. Dezember, 20 Uhr. Mitgl'edernersommlung bei Kulka. Lauenburger Str. 2l. Referent: Konlerod Dr. Y. S.chüßing-r.-- Treptow lIungba». Montag. 89. November. BrograulN'a.u/stelIttng uich Ze.itungsdiskusfion.- Lichtenberg(Iungba). Mon tag. 80. November, 20 Uhr. vollzähliges Erscheinen in Bundeskleidung im Jugendheim Frankfurter Allee 807. Evert-Saol.— Pankow(Ortsverein). Montag, 80. November, 18"'« Vhr,-Antreten sämtlicher. Kameraden in Bundeskleidung im Tiirkifchen Zelt, Tambourkorps und Fahnen. Arbeiter-Abstinenten�Bund. Bezirk Prenzlauer Berg. Zusammenkunft am Montag, dem 80. November, 20 Ubr. in der alkoholfreien(baststötle. Immanuel- tirchst.'. 0. Vortrog des Genossen Ruegg über:,.Meine Erlebnisse in Wittenau". Arbeitsgeweinschaft der Konf�ssianen für den Frieden.-Montag, 89. Ro- uember, 29 llhr. in der Si-adthalle. Klosterstraße., öffentliche Kundgebung der Konfessionen zur Abrüstung. Eröffnung: Suvenntendent Ungnod. Referenten: Professor der Theologie Piper- Münster, Professor Georg Bernhard, Pater Strat- monn. Schlußwort: Direktor Wassermann. Sturmvogel. Flngverband der Wcrttätige» e. B.. Bezirksgruppe Ost. Eißung am Dienstag, dsnr 1. Dezember, 20 Ubr, im Nevaler Vereinshans, Nevaler Ecke Simon Dach'Straße. Bauobende jeden Montag von l9 bis 22 Uhr und Sonntag von 0 bis 13 Uhr auf dem Sportplatz Hauffstraße. Weihnachts-Ausflellung der Lindcar-Werke. Auch i» dirsem Jahr vwanstaltoi das Liiidcar-flahrrad- w c r k> das Eigcaunt�riiehnccn der freien Geivcrkschasten. eine A ii s st e l l n ii 3 seiner Artikel. Die Ausstellung findet slalt in der Zeit nnm 9. bis 13. Dezember 1931 einschließlich iösstich von 14 bis 22 Uhr im Saal 3 des GewerNchostshcmses, Enpeluscr 24/23. Bor kurzem erst hat das Merk einen kostenlosen vierzehntäqipen Nah-, Stick- und Stopsiursus für feine Käuferinnen durchgcsührt. Achtung, Parteiveteranen! Alle Genoseinnen und Genossen, die vor und wfihrend des Soeialistcn- geselres für die Partei fÄfig waren, werden freundlichsf eingeladen, am Sonnabend, dem 5. Dezember, um 19 Uhr im groben Saal des Gcwerkschattshauses mit ihren Familienangehörigen zu einem gemOilidien Beisammensein zu erscheinen. L A.: Wilhrlm Gründe!. Die Weihnachtsausstellung im Gewerkschaftshaus soll neue Käusc- rinnen für die gut eingeführten und bewährten L i n d c a r- Nähmaschinen bringen. Die schon sehr niedrigen Preise er- fahren einen weiteren Nochlaß durch einen zchnprozenttgcn Aus- ftellmigsrabatt, der für alle Nähmaschinenkäufe gegeben wird, die sich wahrend der Ausstellungszelt vom 9. bis 13. Dezember 1931 abspielen. Dadurch stellen sich die Preise der Lindcar-Nähmaschinen auf 1 4 1 ,30, 170,— Mark usw. Auf die.Uotalagpreise für Fahr- rädcr liegt bereits seit dem 1. September d.?. ein Wintcrrabatt von 10 Proz. Auch die Preislage der Fahrräder ist angesichts der Qualität und Solidität günstig. Ganz besonders wird in Anbetrocht der nahen Weihnachtszeit aui die Kinderräder, Bubidreiräder und Roller aufmerksam gemacht, die ebenfalls onsgestclll werden. Einen Sonder- und ischlagerarlikel führt das Werk diesmal durch den Original-U I t r a p h o n- Ä o f f e r a p p a r o t durch einen günstigen Ankauf. Es ist ihm möglich, die bisher mit 38 Mark vertriebenen.itafferapparatc. die mit 0 Platten im Werte von 18 Mark auf 70 Mark zu stehen kamen, mit nur 46 Mark einschließlich 6 Original- Illtrophonplatten im Werie von 18 Mark anzu- bieten. Wie die Fahrräder und Nähmaschinen werden auch die Ultraphon-Äasserapparate gegen Teilzahlung und kleinste Roten abgegeben. Einen besonderen Reiz erhält die Ausstellung ober durch eine G r a t i s v c r l o s u n g. Der Eintritt der Ausstellung ist srci. Fcdcr Besucher der Ausstellung ist berechtigt, ans Grund der numerierten Einloßkortc an der Verlosung, die am letzten Aus- stcllungstagc abends 21.30 Uhr stattfindet, teilzunehmen. Eine neue Ketterecke bei Lutier& Wegner. Ol" historischen Mcllenmnfck von Cutter u. W e qn e r, wo E. T. A Hofstnann. Devrient und andere Größen am Kunsthiinmel nergangener Zeiten ihren Stammtisch hatten. Hot man angebaut. Es sind ein paar neue gemütliche Ecken und Winkel erstanden, die Professor Hans Balujchck mit künstlerischem Geschmack und Humor ausmalte. Das deutsche Volkslied grüßt von den Wänden, hier �dcr Bnabe. der das Röslein brach, dort der Wanderer, der das Städtlein verläßt, die Lore, der fröhliche Zecher und noch viele andere volkstümliche Gestalten. Schon vor 120 Jahren haben hier lebensfrohe Zecher ihre Füße unter den Tisch gesetzt und ein bißchen den grauen Alltag durch die rosige Brille betrachtet, und bis auf den heutigen Tag hat sich der Brauch erhalten, wenn auch die Tafel- runde ein wechselvolles Gesicht zeigte. Aber die Generation der tünsllerisch Schassenden ist es geblieben, die hier zusammentrisst und dem Ganzen sein geistvolles Gepräge gibt: zur Eröffnung hatten sich viele Getreue, an der Spitze Altmeister Professor Mar Licbcrmann, eingesunden, Leopold von Ledebur sprach einen lau- t "igen Fcstprolog, Professor Baluschek sekundierte trefflich. Die Er- össtiung am gestrigen Tage fiel zusammen mit der Reinhardtschen Neuinszenierung von„Hoffmanns Erzählungen" im Großen Schau- spielhaus.____ Schwarzkopf„Ertra-Vlond"— das Produkt 3vjähriger Erfahrung! hellt nad)' gedunkeltes Blondhaar bis zur gewünschten Nuance wieder aus. Der beigefügte„Haarglanz" konserviert und kräftigt das zarte Bloichhoar und gibi ihm gleichzeitig wundervollen Goldglanz. Allen. Liebhabern der altbekannten ,.Sauerstoff"-Packung fei empfohlen, jetzt die Schwarzkopf.Extra.Vlond.Packung mit„Haarglanz" und Schauuibrille zu verwenden. Die richtiqeu Weihnachtsgeschenke! Dieser Gedanke beherrscht auch in diesem Jahr uns aufs neue. Da kommt das Inserat der Firma Tcppich.Bursch, Berlin C. 2, Spandauer Str. 32, zur rechten Zeit, das einen Fingerzeig gibt, was wir für Weihnachten als Weihnachtsgeschenke kaufen können. Äer Gedanke der Qualitätsware ist zu großer Bedeutung gelangt. Das größte Epezialhaus für Teppiche, Gardinen, Möbelstoffe, eben die Firma Teppich-Bursä). pflegt Oualitätswarcn und bringt, ein Gang durch das Haus lehrt dies immer wieder aufs neue, ihre schonen Waren zu außergewöhnlich billigen, zeitgemäßen Preisen zum Verkauf. Die richtigen Weihnachtsgeschenke findet man bei der Firma Teppich. Bursch. nur Berlin<5. 2, Spandaucr Str. 32- Wie muß eine Zahnbürste gebaut sei», damit sie sich dem menschlichen Ge- biß sowobl von außen als auch von innen anpaßt? Es ist nicht so einfach: soll sie gerädc, soll sie konkav oder konvex sein? Es gibt eine Bürste, die konkav. konvex ist, die Odol-Zahnbürste, die damit der Lösung des Problems am nächsten kommt. Weihnachtsgeschenk« sollen Freude bereite», die ernsten Zeiten bedingen aber auch praktische Einstellung. Zu den praktischsten Geschenken gehören zweifellos Kleidungsstucke, wie-Anzüge, Ulster, Geh- und Svortvelze, mollige Haus-. sacken und Schlafröcke sowie modische Kleinigkeiten für den täglichen Bedarf,� z. B. Wäsche. Hüte, Binder, Socken usw. Auch alles, was der Herr, die Dame, das Kind für den Wintersport brauchen, wie Skianzüge, Dollwaren Geräte, wird stets größte Freude auslösen. Alles das finden Sie in größter Auswahl zu auffallend billigen Preisen, in vorzüglichen Qualitäten bei der Firm« S. Adam, Leipziger- Ecke Friedrichstraßc. Wer möchte nicht gern eine Zeppelinfahrt mitmachen! Sicherlich doch alle! Aber nickst jeder kann sich das leisten. Aber alle sollten ein warmes, gutes Lustig-Bett haben, denn jeder null und soll gut schlafen, und das können sich olle leisten! Dorum: Lustig Betten seinen Lieben zu Weihnachten! Das ist praktisch und macht Freude. Auch alle anderen Bettartikel, wie Bettfedern. Daunen, Bottinlette, Bettwäsche, Parade- und Sofatissen, Frottier- und Hand- tllcher, tünstseidene Stepp- und Daunendecken. Schlafdecken, Diwandecken. Mo- tallbettstellen, Bettvorleger, Couchs, weißlackierte Schlafzimmermöbel. Kinder- bettstelleu. f.'rncr Kniderwagen und Puppenwagen führt Bettfedern-Lusiig in fast unerschöpflicher Auswahl, für jeden Geschmack und für jede Börse berechnet und als Weih nach lsgeschenke ebenfalls außerordentlich geeignet. Drei Geschäfte unterhält die Firma: Prinzen- Ecke Sebastianstraße, Äilmersdorser Ecke Bismarckstraße und Frankfurter Allee 894. Wie alljährlich veranstaltet der Schlesische Berkehrs-Verband im Verkehrs- büro Danncberg. Unter den Linden ö eine Winterausstellung von Schlestea in prachtvollen Originalgemälden und plastisch wirkenderr Glasbildern. Es er- stehen vor dem Beschauer die Winterschönheiten der schlesischcn Hochgebirge. des Iser., Riesen-, Waldenburger-, Eulen- und Glatzergebirges. die sich bis über 1000 Meter hoch erheben und teils alpin, wie das Riesengebirgv, teils großartige Waldgebirge wie das Iser- und Waldeüburger Gebirge sind. Im n ei tausgedehnten Borgebirgslondc Schlesiens und in den Städten wird Winter- spert aller Art. Schnee- und Eissport, getrieben. Utber alle diese Gegenden und Orte unterrichtet die illustrierte Werbeschrift..Winter in Schlichen" und die Schriften der einzelnen Orte, die im Lerkehrsbllro Danneberg ousgeleot werden.'Aüch über die Preise wird Auskunft gegeben. Weihuachten rückt immer näher. Es wird Ihnen deshalb fetzt ein guter Rat. wie man nützlich schenkt und wo man immer gut und billig kauft, sicher srbr willkommen sein.— Nach sorgfältigsten Vorbereitungen ist das beliebte und bekannte Warenhaus H. Joseph ii7 Co., Beriin-Neukällu, Berliner Str. Sl 56» jetzt für vorteilhafteste Weihnachtseinkäufe ganz besonders gerüstet.— Besonderen Anklang findet allgemein die bedeutend vergrößerte' Spielwarenaus, ftellung im 8. Stock und die riesige, mit den modernsten Errungenschaften eingerichtete Lebensnstttelhalle. Der Weg zu H. Joseph u. E., Neukölln, ist für jedermann unbedingt löhnend! Da« allbekannte Deutsche Teppichhaus Emil Lefevre, Berlin, feit 4g Jahren nur Oranienstr. 158, Nähe Moritzylatz. hat für den Weihnachtsuerkanf aller. größte Vorbereitungen getroffen, um feinem großen Kundenkreis alle nur«r- denklichen. Eintaufsvorteile zu bieten. Der reich illustrierte Syezialkatalog wird auf Wunsch kostenlos übersa'ndt. WERTHEIM Leipziger Str. CVersand-Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Nur hervorragend billige In dieser Woche soweit Vorrat: Gelegenheits- Posten auf Extra"Tischen im Erdgeschoß Kunstseide b,nd.rü?MU5t.,. m..« 0.65 Afghalaine 1.95 Reinwoll. Tweed M 2.90 Mantelstoff 3.50 ♦ u. Samt Waschsamt bedrudU,,. 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November 1321 steht ein Leitartikel von gut anderthalb Spalten, in dem wir lesen:„Der ch a u p t- f e i n d der Arbeiter in ihren eigenen Reiheil...ist die So- ;ialüemokratisch« Partei." Eine Zeichnung stellt den Gewerkschaftsführer Eraßmann dar, wie er Löhne, Gehälter und Sozialoersicherung zerschlägt. Auf einem Balken heißt es:»Seve- ring untersagt Klassenkampfreden." Gegen Hitler aber finden wir an versteckter Stelle einen Kasten:„Kapitalisten aller Länder für .Eitler", und wir lesen mit einer hitlerfeindlichen Ueberschrist«ine Meldung von einem„politischen Massenstreik", der angeblich eine Demonstration des Reichsbanners und der Arbeiterjugend gegen ■, die Sozialdemokratie darstellte. Nummer 212(Sonnabend, 21. No» vember 1931) bringt über die' ganze Seit« die Hauptüberschrift: ..Severing beseitigt proletarische Redefreiheit. Drei neue faschi- stische Notoerordnungen Seoerings." Der Leitartikel dient dem Kampf gegen Severing. Nummer 212 hat die große Abkündigung: ..Stalin über die Geschichte der Sozialdemokratie." Der Artikel, voll von verlogener Gehässigkeit, füllt zwei Seiten. Weiter sehen wir die Bilder von Otto Wels und dem Naziminister Klagges mit der Ueberschrist:„Der Sozi rettet den Nazi." Gegen den Faschis- mus steht in dieser Nummer hinten irgendwo einzig die Meldung: „Das Hitler-Blatt verteidigt den japanischen Raubkrieg." Nummer 214 hat wiederum einen Leitartikel mit der These:„Die Sozial- demokratie ist der Hauptfeind der Arbeiterschaft." Die erste Seit« zeigt im Bilde den Genossen Graßmann mit dem Hinweis:„Gewerkschaftsführer tn der Front des Lohnabbaues." Die Karikatur ist den Sozialdemokraten gewidmet. An versteckter Stelle kämpft man gegen Hitler. Nummer 21S gibt eine große lleberschrift auf der ersten Seite von angeblichen Mißtrauens- beschlüssen in der Berliner Sozialdemokratie und einen Spitzen- artikel gegen Brüning, in dem im Schlußsatz Sozialdemokratie und Gewerkschaftsführer als die zu bekämpfenden Feinde bezeichnet werden. Man hat auf der ersten Seite weiterhin noch Raum genug gefunden, um den Genossen Leinert zu beschimpfen. Es ist Platz für einen Aufsatz gegen die sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer unter dem Titel:„Bon Borfig bis Graßmann", und einen weiteren Artikel:„Die Sozialdemokratie im Kampfe gegen revolutionären Ausstieg." Etliche Glossen gegen Grzesinski und andere Sozial- demokraten vervollständigen das Bild. Dem Kampf gegen die Nazis dient... ein Versammlungsbericht. In Nummer 216 findet iich wiederum«in Leitartikel gegen die Sozialdemokratie mit der Ilnterzeile:„Der Hauptfeind innerhalb der Arbeiterklasse." Die Reröffentlichung der Boxheimer Doku- mente wird mit dem Kommentar begleitet:„Daß die hessische sozial dcmok �tische Regierung erst jetzt mit ihren„Enthüllungen" herausrij/, hängt zweifellos mit der Angst der SPD.-Führung um Positionen zusammen." Beschimpfungen Seoerings, Grzegnskis, Leinerts und llrichs schließen sich an. In einem weite- ren Artikel heißt es:«Man kann gegen den Faschismus nur kämpfen, indem man«inen Vernichtungskampf gegen die Sozial- demokratie führt. Man kann den Faschismus nur zerschlagen. menn man vor ollem gegen die Sozialdemokratie kämpft." Wenn cj weiterhin auch zum Lochen sein mag. so müssen wir doch noch diese zweispaltige lleberschrift zitieren: japanisch« Sozialdemokra- i!« für Raub der Mandschurei.— Der japanisch« Gansrolstab von der Sozialdemokratie übertrumpft." Dem Faschismus weiht diese Nummer wiederum nur einen kurzen Qerfammlungsbericht. Nummer 217(Freitag, 27. November 1921) sagt auf d«r ersten Seite:„Die sozialdemokrotischen Führer sind im wahrsten Sinn« des Wortes durch ihr« Unterstützung der Brüning-Groener-Regie- rung die Schrittmacher d«r legalen und illegalen Pläne der Nazis." Eine Zeichnung wendet sich gegen Severing. es folgt die lleberschrift:„SPD. deckt Hitler« Henkerplan." 5iinten, heimlich, still und leise, wird gegen die Nazis polemisiert. Im Leitartikel aber heißt es:„Bon Severing bis Hitler läuft die große politische Linie." Gestern, in Nummer 218. endlich wird behauptet, daß die Sozialdemokratie Hitler tolerier«. Man oer- sucht, Wels mit einer blöden Karikatur zu verulken, und man schreibt !m Balken:»SPD. für die legalen Zlrbeitermärder". man bringt weiter verächtlich« Bilder über die früheren Arbeiter Grzesinski und Brolat, man sagt:»Urich leugnet", und man verkündet ein„Kom- platt", das der Reichsbahnpräsident Dorpmüller mit dem sozial- demokratischen Abgeordneten und Gewerkschaftsführer Scheffel an- gestiftet haben soll. Man schwafelt von„Hugenbergs SPD.« Betriebsräten", vom.Schmutzkübel" des„Vorwärts" und den „SPD.-Bonzen beim Futtertrag". Hitler und feine Leute werden durch zwei Glossen bedacht. Der Kampf der-Roten Fahne" gegen den Faschismus ist eine Bortäuschung falscher Tatsachen. Nach genauer und für die..Rot« Fahne" wohl- wollender Berechnung find SSV von 1000 Zeilen gegen die Sozialdemokratie gerichtet. SO wenden fich gegen die Nazis. wobei aber immer wieder gesagt wird, daß in Wahrheit für den '.>taii onolsozialismus ausgerechnet die Sozialdemokratie verantwortlich sei... Der sozialdemokratssch« Arbeiter indessen wird aus dieser Auf. stellung lernen, wie es um den Kampf der Kommunisten gegen den Faschismus in Wahrheit bestellt ist! „Eine hvndsgemeive, plumpe Fälschung, ein jämmerlicher Schwindel!" „Also sagen wir: Die privatarbeit eine« einzelnen, für den die Partei keine Veront- worlung trägt." Das Standgericht in Barauowitschi hatte nach dreitägiger Verhandlung neben Weißrussen wegen Spionage zugunsten Sowjetrnjjlands zum Tode durch de» Strang verurteilt. Da Berufung unzulässig ist, hat sich die Berteidiguug an de» Staatspräsident«» mtt der Bitte um Begnadigung gewandt. Da der Staatspräsident im Laufe von 24 Stunden von seinem Gnadenrocht keine« Gebranch machte, sind alle Siebe» hingerichtet worden. Ukrainer furchtbar hart verurteilt. Nach 37tägiger Verhandlung gegen 14 Ukrainer(Hochschül«. Journalisten und Angestellte von Genossenschaften) Hot das Schwur- gericht in Lemberg das Urteil gefällt. Der Hauptangotlogte Daszyszyn wurde zum Tode verurteilt, alle seine Mit- angeklagten zu Zuchthaus bis zu IS Iahren, zwei wurden frei- gesprochen. Die Angeklagten waren sämtlich des Hochverrats, der Zugehörigkeit zur geheimen„Ukrainischen Mllitärorganisation" bzw. zur Vereinigung Ukrainischer Nationalisten und endlich der Be- teiligung an dem Ueberfall auf die Post bei Babrta angeklagt- Auch bei diesem Prozeß stellte sich heraus, daß mehrere der An- geklagten in der Untersuchungshaft schwer gefoltert worden sind, doch ging das Gericht darauf nicht«in. Di« Per- teidigung hat Revision eingelegt. Vernichtende Zeugenaussagen im Brest»Vrozeß. Der Prozeß gegen die Führer der polnischen demokratischen Linksparteien dauert bereits einen Monat. Bisher sind über 290 Zeugen vernommen worden, die aber die Anklagevertreter auch nicht um einen einzigen Schritt ihrem Ziele näher gebracht hoben. Dagegen haben die Aussagen der Zeugen, unter denen bekannte Politiker, Parlamentarier und Staatsmänner sind, krasse Schlag- lichter auf die Regicrungsmechoden der Pilsudski-Diktatur geworfen. U. a. kam zutage, daß der gegenwärtige Innenminister Pll- sudskis, Oberst P j e r a z k i, noch vor dem Umsturz im Mai 1925 versucht hat. Banden zu bilden, um eine Revolution zu inszerne- ren. und der Staatspräsident Mosciski es nicht wagt, sich dem Marschall zu widersetzen, auch wenn dieser ihm rechtswidrige Schritte und Lerfassungsbeugungen zumutet. Ein besonderes Kapitel bildete bei den Zeugenaussagen die Terrorisierung der Wähler: Bezeichnend war ferner die Enthüllung einiger Zeugen, daß einer der Unterstaatssekretäre der gegenwärtigen Pilsudski-Regierung vor einiger- Zeit ganz Ostpolen bereist hat. um Staatsanwälte zu suchen, die die Anklage im Prozeß gegen die Opposition»- führe? übernehmen— jedoch ohne Erfolg. Der Prozeß mußte des- halb gegen alles Recht nach Warschau verlegt werden. Die Aussag« des sozialistischen Gewerkschaftsführers Prze- t a c z n i k ergab, daß die blutigen Zusammenstöße zwischen den Großes Schauspielhaus. „Hoffmanns Erzählungen." Leo Blech am Pult, Max Reinhardt führt Regie. Die Oper, die Musik— sse ertrinken in einer Fülle von Herrlichkeiten der Aufmachung. Bilder, Tänze, Spiel, Gesang, alles ist hervor- ragend, alles erstklassig, voll Pomp, Pracht und Prunk. Und so wurde es. was es werden mußte: der Triumph der Regie über ein Werk, von dem nicht viel mehr übrig bleibt als der Anlaß zu dieser technischen Großtat. Bezeickincnderweise der größte Applaus für die Bilder, für die Regie— für Reinhardt. A.W. als das irrsinnige Elaborat eines Spitzels." „Kurzum, ich werde schreiben: An Inhalt und Formulierung gleich ausgezeichnet, ein nur zu billigendes Programm." Sozialssten und der Polizei am 14. September 1920 durch Po Ii- zeispitzel hervorgerufen worden sind, ebenso der„Bombenanschlag" aus Piisudski. Tie Sicherheitsbehörde wollte siä, dadurch den Anlaß verjchajsen, gegen die Sozialisten und ihre Führer vorzugehenf Japan lenkt ein. Regieryng hält Vormarsch auf. Tokio, 38. November Der japanische Vormarsch auf Tschintschau ist durch Regierüngs- besehl aufgehalten worden. Di« japanischen Truppen werden hinter dem Liau-Fluß Aufstellung nehmen. General Honjo soll beschlossen haben, die Truppen, die gegenwärtig westlich von Mukd-n stehen, in das Eisenbahnschutzgebiet zurückzuziehen. Die schwierige Entschließung. Paris, 28. November.(Eigenbericht.) Im Redakttonsausschuß, den der Rat mit der Ausarbeitung der Entschließung beauftragt hat, gab der chinesisch« Delegierte Gz« eine Darstellung der Forderungen Chinas: er zeigte ziemlich weitgehend« Kompromißbereitschaft, wünschte aber, daß in der Entschließung die Notwendigkest emes sofortigen Aufhörens der Feindseligkeiten und einer baldigen Räumung ant- halten sei. Der Rat will in der Entschließung zum Slusdruck bringen, daß, wenn bei Ankunft der Kommission die japanischen Truppen die Mandschurei noch nicht geräumt haben, die Kommission «inen Jnterimabericht über die Lage in der Mandschurei erstatte» soll. China teilte mit, daß am 26. November etwa 20 Zivilisten in pem Chinesenviertel von Tsicntse die chinesische Polizei ange- griffen haben. Unter dem Vorwand. daß aus die japanische Kam- Mission gefeuert worden ist, hätten die dort stationierten japanischen Truppen das Chinesenviertel mit 20 Granaten bombar- diert. Di« chinesische Polizei habe sich einem Gegenangriff ent- halten. Vier Polizeibeamte seien getötet und 20 ver- letzt worden.?lm Freitag früh hätten' die Japaner den Angriff erneuert und die chinesische Polizei gezwungen, das Viertel zu räumen. Der amerikanisch« Staatssekretär S t i m s o» hat Japan beut- lich an seine Verpflichtung aus dem Kellogg-Pakt erinnert. Angriffe auf andere Staaten zu unterlassen. Darauf hat der japanische Außenminister sehr scharf geantwortet. Stimson läßt nun sehr mäßig erwidern, der japanische Außenminister wende sich gegen Aeußerungen, die Stimson nicht getan habe. Da» wahlprüsimgsgerich« beim Reichstag hat die Reichstags- wählen in den Wahlkreisverbänden 6(Sachsen-Thüringen), 9(West- falen), 11(Rh«inland-Süd) und 12(Rheinland-Nord) für gültig erklärt. 2« eitauen ist Baron gornan. Zentralvorstandsmitglied der ehemal« regierenden Volkssozialistischen Partei, verhaftet worden, weil er zur Staatspräsidentenwahl aufgefordert haben soll: das gleiche Los erfuhr in Schaulen der christlich-demokratische Rechts- anwalt Kabalauskas. Urteil gegen die �Tägliche Rundschau". Im Betetdigu ngsprozeß, den die deutschnational« Fraktion des Preußischen Landtags gegen den verantwortlichen Redakteur der„Tägliche» Rundschau", Dr. Müller-Schöll, wegen des Slrtikels..Parlamcntskomödie in Preußen" angestrengt hatte, wurde der beklagte Redakteur wegen übler Nachrede durch die Presse zu 7S Nt. Geldstrafe venirteilt. Eine Fälschung. Umwege aus dem„Braunen Haus". Müluhen, 28. November.(Eigenbericht.) Die Leröfsentlichuilg der M o r d l i st e aus dem„Brau- nen Haus" hat eine seltsame„Klärung" gefunden. Die Erhebungen der Polizei in Hitlers Palais haben den Verdacht der Ur- heberschaft auf einen gewissen Nazimann Friedrich Lödel gelenkt. Bei dem Verhör gab dieser Lödel— wie der Polizeibericht meldet — sofort zu. daß er die Liste ohne Zutun und Wissen der Partei» leitung angefertigt und der„Münchener Post" zur Verfügung ge- stellt habe. Außerdem gestand er, daß er, um das sozialdemo- kratische Blatt hineinzulegen, einen vertraulichen Brief des Adju- tonten Rahm von Graf du Moulin-Eckart vorzeigt«, den er eben- ralls selbst oerfaßt habe. Di« Erhebungen der Polizei wurden in- zwischen der Staatsanwaltschaft übermittelt. Sieben Galgen in polen. Weißrussen standrechtlich gehenkt. Die Moral der Wirischastsführer. Im Licht des Kavag-Prozeffes— Parole: Bereichert euch! Länger als einen Munal bereits wird in Frankfurt über die Verantwortlichen am Zusammenbruch der Frankfurter Allgemeinen V«rficherung-A.-G. verhandelt. Dieser Prozeß soll die Ursachen er- gründen und den Verantwortlichen die Strafe zumessen für den ersten großen Konzcrnzusammenbruch im Jahre 1928, der zugleich der größte Dcrsicherungsskandal seit 159 Jahren war und der be- sonders im Ausland die Lawine des Mißtrauens in die deutsche Wirtschast aiksloste. Mit diesem Falle begann die wirtschaftliche Katastrophenperiode Deutschlands, deren Weg dann durch chitler- Wahlen, Ärcditknsc.Stillhalteabkoinmen und fünf Millionen Arbeitslose gekennzeichnet ist. Um Frankfurter Prozeh wurde enthüllt, daß deutsche Wirtschaftsführung in erster Linie eine Alelhodc der personlichen Bereicherung der Wirtschaflssührer ist. Der chouptschuldige freilich fehlt auf der Frankfurter Anklage- bant. Der Generaldirektor Dumcke ist gestorben, ehe der Glanz seiner Macht sich al? unecht erwies, che die anrüchige Grund- läge seiner Erfolge offenbar wurde. Ferner schlte auf der Anklagebank Direktor Becker. Sein Verfahren ist abgetrennt. Er hat das in allen Großunternehme» übliche System der Geheimbuchhaltung(für alles, was die Angestellten nicht kennen sollen) zu einer wahren Fälschungszentrale ausgebaut Hier wurden Belege gefälscht, fingierte Konten geführt, Driginalbriesc, von denen die Durchschläge als Bnchungsuntcrlagen dienten, vernichtet— ja, hier wurden auch Vergütungen verbucht, von denen die glücklichen Empfänger dann nichts zu„wissen" brauchten, und natürlich auch das Finanzamt nicht. Die Herrschast der Ahnungslosen- Der Aufsichtsrat. Ein halbes Dutzend Jahre lang ist der Aufsichtsrat vom Vorstand über alle wichtigeren Fragen in Unkenntnis gelassen worden. Im Anssichtsrat saßen große und größte Herren. Ist nicht der Auf- sichtsrat gesetzlich zur Prüfung verpflichtet, ob der Vorstand die Gesellschaft schädigt? Die Richtigkeit der Bücher und Bilanzen zu prüfen, ehe er sie genehmigte und unterschrieb? Statt dessen be- tätigte sich der Aussichtsrat in„Ausübung von Vertrauen zum Vor- stand", wie ein Richter feststellte. Niemals in oll den Iahren ist der Aufsichtsrat öfter als zu den üblichen zwei Sitzungen im Jahr zu- sainincngetrcten. Freilich wäre mehr auch nicht leicht gewesen, denn richtige Bankenführcr, wie sie dort saßen, machten es nicht unter efnigen Dutzend Aufsichtsratsstellen, und außerdem brauchen sie ja noch Zeit, um ihre Tantiemen zu verzehren. Und die„Prüfung" in diesen zwei Sitzungen? Niemals ist ein Buch oder ein Aktenstück eingesehen, niemals ein Finanzgeschäft nachgeprüft worden. Alles war mit einem Vortrag des Herrn Dumcke erledigt, dem vielleicht, wenn die Herren Anfsichtsrätc einmal noch nicht gefrühstückt hatten, einige kritische Fragen gestellt wurden, vor Gericht entschuldigte sich der Auf- sichlsratsvorsihende hoss, der 15 Jahre lang Handelsrichter war. damit, daß er juristisch nicht vorgebildet sei! Bereichert euch, Direktoren!— Oer Aufsichtsrat macht mit' Liest man die Berichte von der Gerickstsverhandlung, so bekommt man den Eindruck, als hätten die Direktoren ihre Zeit voll- nuf damit ausgefüllt, große und angeblich glänzende Geschäfte vor- zntäuschcn, für die sie sich„Sondervergütungen" berechnen konnten. Alle bezogen Gehälter zwischen 399 999 und 199 999 Mark, alle bezogen Tantiemen aus Reingewinnen, die in den Bilanzen standen, in Wahrheit aber überhaupt nicht existierten, weil die Favag seit 1924 tatsächlich mit ungeheuren Verlusten arbeitete. Die Direktoren-Einkommen für dos Jahr 1928 wurden angegeben: für Dumcke mit 550 000 Mark, für Becker mit 175 000 Mark. für Llnduer mit 192 000 Mark, für Schumacher mit 175 000 Mark. Dauebeu aber hat die F-wog-Dircklion in den Jahren 1924 bis 1929 nach Angaben im Prozeß 2J3 Millionen Mark Sonder- einnahmen gehobt: davon hat der Aufsichtsralsvorsihende etwa OL Millionen Mark bewilligt. Lecker hat an Sondervergütungen allein 919 000 Mark. Dumcke 759 000 Mark, Sauerbrey sjehl gerade 50 Jahre alt!) 525 000 Mark. Mädje 417 000 Mark erhalten. Rund drei Millionen in sechs Jahren haben diese Herren also neben ihrem überhohen Gehalt, neben ihren jährlichen Tan- tiemen bezogen. Wahrhaftig eine Summe, die vor den Angestellten zu ncrstecken sich lohnte und eine Geheimbuckzbaltnng rechtfertigte. Drei Millionen Mark— damit hätte man 1999 Angestellte mit einem Monatsgehalt von 259 Mark ein ganzes Jahr long bezahlen können. Alle 759 Angestellten der Favag hätten davon sechs Jahre lang eine inonatliche Zulage von je 55 Mark erhalten könne». Aber die Führer und �„Sachverständigen" der Wirtschaft kommen und machen die Klcinbürgermassen betrunken mit dem Schwindel, die Wirtschost gehe an überhöhten Löhnen und Angestellten- gehältern zugrunde. Die Parole«.Bereichert euch" herrscht überall' Die Zeugen bemühten sich zum größten Teil, die Ueblichkeit der Sondervergütungen a b z u st r e i t e n, weil sonst ein gar zu schlechtes Licht auf die deutschen Wirtschaftsführer fiele, der Staatsanwalt bemühte sich in gleichem Smne, da die Ueblichkeit solcher Vorgänge für die Anklage ungünstig wäre. Es ist kein Zweifel: ein großer Teil der geradezu phantastischen Vorgänge ist nackter Betrug. Das beweisen schau die vielen Falschbuchungen, die immer damit entschuldigt werden, die An- gestellten sollten nichts von den angeblich mit Recht erfolgten Sonder- Zahlungen merken. Wir erwähnen nur einige k r a s s e F a l l e: Die Favqg-Gescllschaft erzielte aus Beteiligung an einer Pkund- Anleihe einer deutschen Jndustnegesellschaft einen Gewinn von 91 895 Mark: aber der Gesellschaft wurden ganze 995 Mark gut- geschrieben, den„Rest" von 91 299 Mark verteilten Dumcke, Becker und Sauerbrcy unter sich. Die Vereinigte Berlinische und Preußische Lebensversicherungs A.-G., eine Konzcrngesellschaft der Favag, verkaufte an die Favag Aufwertungshypochekcn für 9 Millionen Mark: dafür war angeblich eine„Bereitstcllungsprooision" von 219 999 Mark(zu Lasten der Vereinigten Berlinischen und Preußischen) zu zahlen: sie wurde ver- teilt unter Dumcke, Becker, Sauerbrey und den Generaldirektor der Bereinigten Berliner und Preußischen, Mädje. Das sind zweifelsfrei B e t r u g s f ä l l e. Interessanter aber ist folgender Fall: Als die Favag sich die Deutscher Lloyd Versicherungs A.-G. angliederte, erhielten Dumcke. Becker, Lindner und Schumacher jeder 19 999 Mark Deutsche Lloyd- Aktien und in bar zusmnmen etrvv 59 999 Mark. Diese Hingaben erfolgten mit Genehmigung des Aufsichtsratsvorjitzcnden Hoff, dem dieses Geschäft als besonders glänzend gerühmt wurde. Es war aber tatsächlich alles andere als glänzend, so daß die Favag die Beteili- gung am Deutschen Lloyd schleunigst wieder verkaufte. Hätten nun die Direktoren die unter irrigen Voraussetzungen gezahlten Sonder- einnahmen nicht zurückzahlen müssen? lltach anständigen Grundsätzen sicherlich: sie aber gaben dos Bargeld überhaupt nicht zurück und die Aktien nur gegen Zahlung von insgesamt 29 939 Mark, so daß die Favag ihren Direktoren für dieses wahrhaft„glänzende" Ge- schüft mehr als 89 999 Mark gezahlt hat! Mädje, vom Gericht nach seiner Ansicht hierüber befragt, gab die k l a s s i s ch c A n t w o r t:„Das Herausgehen aus dem Deutschen Lloyd ist eben noch vorteilhafter gewesen als das Hineingehen", und damit hätten die Herren eigentlich Anspruch auf noch mehr Sonder- Vergütungen gehabt. Beeidigte Unternehmermoral. Woher hatten die Favag-Direktoren überhaupt Anspruch auf S o n d e r z a h l u n g e n neben ihrem hohen Gehalt und ihren jähr- lichen Reingewinntantiemen? Wir wollen hier nur die C r k l ä- rung des Generaldirektors der Jduna-Germania wieder- geben, der sich durch gewisse Aussagen getroffen fühlte:„Sollte jedoch durch die besondere Tätigkeit eines Vorstandsmitgliedes ein außergewöhnlicher effektiver... Gewinn erzielt werden, so liegt die Entscheidung über die Gewährung einer Sonderbonifikation einzig und allein nach Vorlegung der Jahresbilanz beim Aussichtsrat der Gesellschaft." Also Sondervergütungen für besonders gute Geschäfte find üblich! D'c Generaldirektoren erhalten Gehälter und Tantiemen wohl nur für die schlechten und weniger guten Geschäfte! Die Favag-Direktoren haben zweimal sehr erhebliche Beträge erhalten als Sondervergütungen für entgangene Tantiemen. Hier handelt es sich darum, daß ein Teil der Gewinne in der Bilanz nicht ausgewiesen, sondern als stille Reserven geführt wird. Das Gesetz hat Tantiemen Zahlung auf stille Reserven verboten, hier ist doch gezahlt worden, obwohl in Wahrheit gar keine stillen Reserven, sondern nur Berluske vorhanden waren? Auf die Frage, ob Tantieniezahlungen auf stille Reserven üblich und erlaubt seien, hat der Zeuge B o d e n h e i m e r, Geschäfts- Inhaber der Danat-Vank und Aufsichtsratsmitglied der Favag, geantwortet:„Meiner Ansicht nach ja! Wenn nicht ausgewiesene größere Gewinne vorhanden sind." Und ein ebenso prominentes Aufsichtsratsmitglied wie Direktor Sobernheim(Eommerzbank) hat von zahlreichen ihm bekannten Fällen von Sondervergütungen auf nicht ausgewiesene Gewinne gesprochen. Also sind in Deulschland auch die ungesetzlichen Tantiemen- Zahlungen üblich! Das bezeichnendste Kapitel aber, wie man in der deutschen Wirtschaft Vorstandsmitgliedern unberechtigt Gelder zuschanzt, ist das Emissionsgeschäft von 1928. Damals erhöhte die Favag ihr Kapital von 20 auf 25 Millionen Mark. Die Favog-Direktiou schlc durch, daß die Südwestdeutsche Bank(Konzerngesellschast der Favag) iu das Konsortium aufgenommen wurde, muhte dafür aber dem Konsortium die Provision von 500 000 ans 925 000 Mark erhöhen— zu Lasten der Favag! ver provifionsanteil der Südwefldeutschen Bank in höhe von 125 000 Mark wurde mit Genehmigung des Aufsichtsrats an„befreundete Herren" verteilt: diese befreundeten Herren waren niemand anders als die Zavag-Direkloren selbst. So landeten die Gelder der Favag-Gesellschoft in den Taschen ihrer eigenen Direktoren! Sondervergütungen für angeblich glänzende Geschäfte— Gr- heimbuchhaltuug schließt die Oeffentlichkeit aus! Sondervergütungen aus nicht ausgewiesenen Gewinnen— daß nur die Aktionäre nichts davon merken! Sondervergütungen bei Aktienemissionen— kein Mensch wird danach fragen!„Bereichert euch!", das ist die Devise, die in der deutschen Wirtschaft groß geschrieben wird, wie der Favag-Prozeß lehrt. Daß es sich nicht um Einzelerscheinungen. sondern um Gewohnheits„rechte" handelt, fleht fest. Daß nun endlich gründlich Wandel geschaffen wird, das ist die große Aufgabe. Baakcnkontrolle und Aktienrechlsreform sind die ersten Anfänge zu ihrer Lösung. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. Berintwortlich kiir Politik: Victor Schiff; Wirtschaft: 6. Nlingelböfer: Gcwcrkschaftsdeweouna: 3. Steinet; lftaiHcltm;$t. John SSiikow-Ii: Lokalco lind Lonftines: Si'ft iiarftädt;■Jtnciflcn: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Verlan: Borwarts-Berlaa ig m b. K.. Berlin. Druck: Born>ärt>»-Buchdruckerci und Bcriag-anstalt Paul Singer u. Co.. Berlin EW. 6S, LindcnstraKe 0. Äierfv 5 Beilagen. idungsverkauf crfp�haB 375 195Toghemd fc.v. rsJirÄ 4.» kA a n hinter-««mcknrd»'»••• Nachthemd go"c.l tZ-n-n.'-rt. 2.95 v/�kun.t»� HVfp�arocain—*** ÄÄ'm" Damen-StrOmpfe dornen Forben, ea. 2.95 kOnstlld«*«*- tQQ cm breit,..*ide, feintaaig® Domen-Handschuhe'gu,e Quo'jia«. 0.95 Wildleder- moderne roÄÄ 1-75 W.16 g..n..in.n B Tu»enschoner r o s ch e n t u«h e r Tefne Wolle-. ii:Outiend �(Z.EV[ «rtilßmlt bubschen 35 cm.-••- pasreUIorb. 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Jahrgang 296lf(l5� Sonntag, 29. November �931 12000 Angestellte in Berlin. Rezirkskonferenz des AfA-Bundes. Lolinkur�ungen ncxl) die ohne Lohnkürzungen bieten der Arbeiterschaft heute eine Garantie für ein bestimmtes Einkommen. Das vAchindert die Kurzarbeit in der Metallindustrie, das verhindern d>e Aeierschichten im Ruhrbergbau. Bei den Rachverhandluirgen im Ruhrbergbau erklärte Berg- Werksdirektor j) u e ck für den Zechenverband, der Rrchrbergbau könne die Krise nicht überwinden, ohne„Senkung der S c l b st- k 0 st c n", das heißt im llnternehmcrjargon— ohne weitere Lohnkürzungen. Der Zechenoerband hält heute noch an dem von der Berg- arbeiterfchaft freiwillig eingegangenen M e h r a r b c it s a b- k 0 m m en fest, aus dem er einen Zwang zu machen verftaird, der die Bergarbeiter unter Tage um ihre gaseßliche Arbeitszeit von sieben Stunden prellt und sie zu achtstündiger»ntcrirdi-scher Frau zwingt. Derselbe Zechenoerband straft dafür die Bergarbeiter oben- drein mit willkürlicher Einlegung von Feierschichten. Der Zechenoerband droht mit weiteren Entlassungen von Zb 000 big ZOooo Arbeitern. falls er die Feierschichten aufheben nüisje. Er denkt nicht daran, endlich einmal das Mehrarbcitsabkammen aufzuheben, durch das ein Teil der Feierschichten überflüssig würd?. Wie die Bergarbeiter„hie Krise übernjinden" sollen—- das kümmert den Zechenverband ebensowenig wie die Frage, wo die Masse der von ihm bereits entlasicncn Bergarbeiter bleiben sollen. Der Vertreter des Zechentapitols wagte bei den Nachverhand- tungen zu behaupten, der jetzt verbindlich erklärte Schiedsspruch gc- fährde die Lebenshaltung und die aUgemeiiie Wirtschaft mehr als eine Lohnkürzung. Dabei bleibt das Unternehmertum mmier noch die Antwort aus die Frage schuldig, wie weit es den Lohnlürzungs- wahnsinn denn eigentlich zu treiben gedenkt, bis es seine„Gc? stehungskosten" genügend gesenkt glaubt. Die Arbeiterschaft m u h d i c G r c n z e z i e h e»! Gegen Vierzigstundenwoche. Ltofür Kurzarbeit, Feierschichten und Lleberstunden. Die neuen A r b e i t s z e i t v c r h a n d l u n g c n im Reichs- arbeitsmimstormin sind auch für die Chemie ebenso wie für die Jndustriogritppc Steine und Erden resultatlos verlaufen. Die Unternehmer ersuchten die Rcgierungsvertrcter, von der ge- planten Notverordnung zur Einführuug der Vierzigstundenwoche abzusehen. Auf dem Wege der freien Uebereintünft sei das gesteckte Ziel eher zu erreichen. Die Gcwrrkfchaftsorrtretsr be- tonten, sie seien bereit, ans eine Notverordnung zu verzichten, wenn die Arbeitgeber auf eine Arbeitszeitverkürzung eingehen. Am Sonnabend begann im Berliner Gewerkschaftshaus die 3. Bezirkskon ferenz des B e z i r k s k a r t e ll s Bran- d c n b u r g des AfA-Bundes. Neben den mehr als 70 Delegierten aus allen Ortskartellen im Bezirk waren viele Vertreter der be-. ircundeten Arbeitnehmerorganisationen und der Behörden er- schienen, so u. a. des Bezirksverbandes Brandcnburg-Grenzmark der Sozialdemokratischen Partei, des Ortsausschusses Berlin des ADGB., des Landesarbeitsamts sowie verschiedener Arbeitsämter. Zu Konferenzleitern wurden die Genossen F l n t a u und Peters- d o r f- Berlin gewählt. Als künstlerische Einleitung brachte ein aus Mitgliedern der £ Berliner Staatsopcr gebildeter Chor Richard Wagners„L a t c r a n- ch d r" wirkungsvoll zu Gehör. Der Bezirksleiter Genosse F l a t a u berichtete über die Tätig- keit des Bezirkskartells für die Zeit seit der letzten Bezirkskonferenz im Jahre ISW. Diese Arbeit richtete sich nach den Grundsätzen, die vom AfA-Kongreß in Hamburg 1928 festgesetzt worden waren und die sich in jeder Beziehung als durchaus brauchbar erwiesen Iiabcn. Die Arbeit mar insofern nicht leicht, als im Mitlelpunkl des Bezirks die viermillionensiadt Berlin liegt mit ihrer dauernden wirtschaftlichen und politischen Hochspannung. Der Umfang der im Bezirk zu leitenden Arbeiten ist schon daran zu erkennen, daß von den rund ZZ4 Millionen Aoge. stellten im Reiche etwa eine halbe Million, d. L ungefähr ein Siebentel, in Berlin lebt. 6 Prozent der deutschen Bevölkerung leben in Berlin, aber 14 Prozent der gesamten deutschen Ange- stellten. Bon den Anfang 1981 im Bezirk sreigcwerkschaftlich organi- sierten rund 8Z 990 Angestellten entfielen allein auf Berlin last 72 999. Aus diesen Tatsachen erklärt sich auch, daß der - übermiegende Teil der Arbeit von der Geschäftsstelle des AiA- Ortskartells Berlin geleistet wurde. Die ungeheure Arbeit wäre aber nicht zu schaffen gewesen ohne die hingebungsvolle Mitarbeit der ehrenamtlichen Funktionäre der AsA-Verbände. In ogitatori- icher Beziehung gab es trotz der schweren Krise im Bezirk keine nennenswerten Rückschläge. i Am 1. Januar 19Z1 zählte der Bezirk 84 950 Mitglieder, zur Zeit 82 449 Mitglieder, wozu aber durch den Anschluß des Gesamt- Verbandes mit seinen Angestellten an den AfA-Bund 4399 neue Mitglieder gekommen sind, so daß der Bezirk gegenwärtig SS 749 Mitglieder zählt. Die organisatorische Entwicklung kann mithin nicht ungünstig genannt werden. S Genosse Fla tau gab dann noch einen gedrängten Bericht über die Arbeit auf den Gebieten, die für das Bezirkskartell in Frage kommen, wie z. B. in den Arbeitsgerichtsinstanzen, den 'Arbeitsämtern usw. Dabei kritisierte er besonders heftig , die Vergemailigung der Selbstverwolkung in den Institutionen der Reichsanstalt durch den Vorstand der Reichsanstalt. -------— Der Geschäftsbericht fand die einmütige Billigung der Kon- fcrenzteilnehmsr. Das kam auch bei der Neuwahl des Barstandes des Bezirkskartells zum Ausdruck. Die gischäftsführenden Vorstandsmitglieder Genossen F l a t o u, G o t t f u r ch t und I a e g e r sowie die übrigen Mitglieder wurden e i n st i m m i g wieder- gewählt. Reu in den Vorstand gewählt wurde Genosse Schaum von der Berliner Ortsverwaltung und Bezirksleitung des Gesamtverbandes. Dem Bericht des Genossen G o t t j n r ch t über den AfA- Kongreß in Leipzig schloß sich keine Debatte an. Zur Arbeitsdienstpflicht nahm die Konferenz einstimmig eine Entschließung an, in der es zum Schluß heißt: „Die Bezirkskonferenz des AfA-Bczirkskartells Brandenburg ersucht den AfA-Bundcsvorstand, mit allen Mitteln dahin Z» wirken. daß in jedem Falle der freiwillige Arbeitsdienst aus der Arbeits- losenversicherung beseitigt wird. Bis zur Erfüllung dieser Forde- rung haben die Angestslltenvertreier die Pflicht, in den zuständigen Körperschaften jeden Antrag, der Mittel ans der Zlrbeitslosen- Versicherung für die Durchführung des freiwilligen Arbeitsdienstes erfordert, genauestens zu' prüfen, damit die befürchteten Schädigun- gen nicht eintreten. Zwhrbergbauschiedsspruch verbindlich. Oer Zechenverband droht! Zm Lvhnjtreit des Ruhrkohienbcrgbaues hat der Reichsarbeitsminister den Schiedsspruch vom 2ö. November 19Zl, der die Bei- behällung der gegenwärtigen Löhne bis Ende des Jahres vorschlägt. am Sonnabend für verbindlich erklärt. Die gestern vormittag geführten Nachverhandlungen verliefen ergebnislos, worauf die Verbindlichkeitserklärung erfolgte. Damit sind die Löhne im Ruhrbergbau zwar bis Ende Dezember gesichert. allein die Bergarbeiter haben damit keineswegs eine ungestörte Weihnachtsfeiertagsruhc. Der am 29. November gefällt« und zwei Tage später für ver- bindlich erklärte Spruch kann schon nach weiteren Togen am l. Dezember wieder gekündigt werden. Das Zechenkapital wird diesen Tsrnnn sicher nicht verstreichen lassen, um erneut die weiter« Verkürzung der Löhne zu fordern, wie es der Verband B e r l i n c r M e ta l l i n d u st r i e ll c r durch die Kündigung des verbindliche» Schiedsspruches für die Berliner Metallindustrie bereits geian hat.' Selbst wenn es sich in beiden Fällen um Schiedssprüche m i t Lohnkürzungen handelte, würde sie das Unternehmertum airtomatisch fristgerecht kündigen, um noch weitere Kürzungen der Löhne zu fordern. Ausfällig ist jedoch, daß die S ch ÜftM s p r ü che ohne Lohnkürzung eine weit kürzere Geltungsdauer haben als die Lohn- kürzungsschiedösprüche. Doch weder die für verbindlich, erklärten Schiedssprüche mit Oer Gpihenlohn der Buchdrucker. Durch Schiedsspruch um drei Mark gekürzt. Das auf Grund des Deutschen Buchdruckertarifes gebildet: Zentral Ichlichtungsamt hat in.der Sitzung vom 28. No- veinber unter Borsitz des Prvsessor Dr. Br ahn folgenden Lohn- a b b a u s ch i c d s s p r u ch gefällt: l. Der Spitzenlohn wird ans 52 Mark scstgeseht Die sich aus dieser Festsetzung des Spitzenlohncs für die einzelnen Lphn- und Ortsklassen ergebenden Unterfchiedsbeträge kommen auch dann iLAHi ■iurtt Wzäg. nwm eht flVr R�ptiirr G�ssmNohn nmttt&ort ist Z. Dieser Lahntarif gill vom 1. Dezember 1931 fits zum -31. Januar 1932. Er kann zu diesem Termin erstmalig am 31. Dezember 1S31 gekündigt werden. Wird er an diesem Termin nicht gekündigt, so läuft«r jeweils mit monatlicher Äündigungs- frist um je einen Monat weiter. Die Kündigung ist jeweils am Monatsende zum Schluß des folgenden Monats auszusprechen. 3. Erllärmtgsfrist für die Parteien Montag. 30. No- nencher 1931. Dies ist die zweite Kürzung der Buchdruckerlohn« in diesem Jahr«. Im Februar wurde der Spitzenlohn um 3,50 Mark auf 55 Mark herabgesetzt. VBMZ.-Tarif getündigi. Der Verband Berliner ZNelallindufirieller hol dem Zstetallarbeiter- verband den Lohntartfoertrog zum ZI. Dezember 19Z1 gekündigt. Die„verkauften" Eisenbahner. Vergebliche„revowtionäre" Heche.. Mit der so sehr verlogenen wie groh gedruckten Ueberschrist ..Das Komplott Dorp mülIer» Scheffel" hat die„Rote Fahne" gestern„Geheime Abmachungen über Lohnraub und Massen» entlassungen gegen die Eisenbahner" veröffentlicht. Die Gewerk» schastsbürokraten der drei Eisenbahnerverbände hätten die Eisen» bahner in geheimen Aerhandlungen„verkauft" und alles daran» gesetzt, um den Widerstand gegen Lohnabbau und Massenentlassun- gen zu. brechen. Diese Nichtswürdigkeit der„Roten Fahne" ist nicht mehr zu überbieten. Sie stützt sich auf«in angeblich„geheimes Rund- schreiben" der Ortsverwaltung Berlin des Einheitsverbandes vom 21. Oktober 1931. Dieses Rundschreiben sei nur an die„höheren" Funktionäre gegangen. Das erwähnte Rundschreiben ist an alle Funktionäre versandt worden, um die gesamte Mitgliedschaft über die Situation zu unterrichten. In dem Rundschreiben ist im einzelnen auseinandergesetzt, welche ungeheuren Schwierigkeiten sich für die Eisenbahner neu auftürmen und welche Stellung die Vertreter des Einheitsver- bände s zur Abwehr neuer Zumutungen eingenommen haben. Ausdrücklich ist hervorgehoben, daß bei den Verhandlungen mit der Reichsbahn-Gesellschaft die Gewerkschaftsvertreter die Notwendigkeit in den Lordergrund gestellt haben, den Druck der Dienst- dauervorschriften zu lockern: nachdem die Post für ihre Beamten die Arbeitszeit auf 51 Stunden herabgesetzt habe, könne auch die Reichsbahnoerwaltung an de» jetzigen Arbeitszeiten Und Dienstschichten nach den Dienstdauervorschriften nicht mehr sesthälten. Es ist gefordert worden, daß die unterschiedliche Behandlung der Reichsbahnbeamten gegenüber anderen Reichsbeamten geändert wird. In den, Rundschreiben der Ortsverwaltung ist ferner darauf Hingewiesen, daß trotz des verbindlich erklärten Schiedsspruchs für die Arbeiter noch einmal eine VerHand- 1 u n g mit dem Generaldirektor stattgefunden hat, um diesen zu überzeugen, daß der verbindlich erklärte Schiedsspruch ungeheure Härten hat. und entsprechende Zusagen über Erleichterungen ge- fordert wurden. Schließlich ist in dem erwähnten Rundschreiben zum Ausdruck gebracht, daß die Gewerkschaftsvertreter eine Vermin- derung der Feierschichten verlangten und die Einlegung von neuen Feierschichten für die Bahnunterhaltungsarüeiter bekämpft Haben. Wie die„Rate Fahne" aus diesem infarmatonschen Rundschreiben, das an hunderte von Funktionären gegangen ist. eine derartige Niederträchtigkeit konstruieren kann, ist für normal denkende Menschen unerklärlich. An den gewerkschaftlich organisierten Eisenbahnern prallt die gagen den Einheitsverband wirkungslos ab- In den hun» derten von Versammlungen, die in den letzten Wochen abgehalten wurden, haben die Mitglieder des Einheitsverban- des ihrer Organisation ihr volles Vertrauen aus- gedrückt. Darüber hinaus aber hat eine große Anzahl von Rr''"" Strnjic 86, gtafttonsptcfapimlutio.®cnp(fc Otto JBad, fpr tftitic und Sälfetbunb". En gtakiinBsasißaah. SPD FraltlOn btt ASS. Trrpto«. Am Dunstoz, dein 1. De. zrnibrr. 16 Uhr. Froltioassttzung bei Wvlüom, Straß« ain Treptower Park 20. Das Erscheinen oller Genossen ist dringend erforderlick Der Fraltionso' d�reie Gewerkfchafts-Iugend Berlin 1 Heute. 19 Uhr, tagen die Gruppen: Rord kreis: Jugendheim Zieinicken. dorf.Ost, Lindauer Straße. Hosemann fingt und spricht nach unserer ' Wahl.— Südoftlrris: Jugendheim Tempelhof, Gernianiastrohe(Crin. gona Götzstraße). Unser Nilnstlerkolleltro sendet eine Tanbildsalge.— Rord- meitmis: Suacndheim Moabit, Lehrter Str. 19. Spieladeud.— Zlordostlrri«: Jugendheim Pankow, Elirschstraße. Gin Querschnitt durch die moderne Lite. ratur.— Jugendgruppe des Deutsche» Metaklaibeitcruerdaude»: tndemuseums. Treffpunkt 1 „ iaab onit»lrrenweroer non)■cemau. zneupunri» aar Gtngang Stettiner Bahnhof.— Schön«weide: Wir besuchen das Bau. und Verkehrs. Museum.— Morgen, Montag, finden nachfolgende Bcranstaltungen statt: Muflkgrupp«: li'i Uhr Zusammenkunft im Saal 9 des Gewcrkst' SSbaWel Sud kreis: . ipp«: 19>ch Uhr!>W»»MWW �___ Südost kreis: WA Uhr Sitzung im Zimmer 42 des Gewerkschaflshaufes.— Südkreis: 19>4 Uhr Sitzung im Zimmer 26 des Gewerkschaftshaufes.— Humboldt: IL'-ö Uhr Jugendheim Grau». Ecke Lortzingstrane. Die„Literarische ltdc' übt.— Zusammenkunst aller itrei«. und Griipprn-Madchcnucei.eierinae, um 20 Udr im Jugendheim de, Gewerkschaftshauses, Engelufer 24—26. Praktisch« Porschläge zur Ausgestaltung von Gruppenadinden. Ivgendgruppe des Zentralverbaodes der Angestellten Morgen, Mantaa, finden falaend« Beranstaltunga» statt: Gesnnd- bruun«»: Jugendheim Pank. Eck« Wieseustraße(weltliche Schule!. Bor. trog:„Ungarn und seine Ärbeiterdewegung". Referent: Szekcln.— chcdding: Jugendheim Turiner Ecke Scestrast«. Mustkadend.— Britz: Städtische- In- gentzheim'Rathaus). Suaendmitgltcderversaininlung.— Urb««: Jugendheim iobtofst- Ecke Sänderstraße. Gruppeninttgliederversammlung.— Rsrdost N: Juaendheim Rastenhurger Str. 16, Zimmer 3. Lichtbildervortrag:„Ggmnastik -inst»nd jetzt". Referent: Poleman».— Aorten für die Jugendvorstellung der Dollsbiihite am 6. Dezember zum Preise von 80 Pf. find im Jugendsekrr. toriot zu haben.— Weißensee: Jugendheim Pistoriuestr. 24.„Einer fragt, und gllc antworten." 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FRANKFURT cuM.• LEIPZIG Nr. 559* 48. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Sonntag, 29. November 4931 parteinachrichten Op|f ür Groß-Berlin Elntcnbungcn für diefe Nuürii sind SB SS. Liudcnstroß« Z. stet, da»«ezirtsfekretariat 2. Hof. u Treppe» recht», zu richte» Vcftitln aller Veranstaltttngci» Ii)'. Uhr. sofern keine besondere lieitangabe! heute, Sonntag. 29. November: e. sireis. II Uhr im Slysinm, Preailaver Allee Ecke Da»,ig«r Straße, graß« Filmmati»ee. Wir baue» eine»enc Welt. Wir bitte»»m recht rege?«. teiligung. Eintrittspreis 30 Pf. Torten sind noch an der Tasi» erhältlich. S. Tie,-. IS Uhr im Bittoriagarten, Wilhelm,-»« Nt/lIZ, Peranstaltnng der SAI. Sozialistischer Abend. Alle Parteigenosse» wollen dies« Beraastaltnag besuchen. Parteibuch ist als An-wei» witznbrinacn. 12«. Abt. IV flhc Besichtigung des Braftmerks Tlutgenbcrg. Treffpunlt tortsclbst. Morgen. Montag, 30. November: 4.»rei«. Sihung de» erweiterten Treisnorstande» bei Tlng. ö. Treis. Treisvorstaadssthnng Lokal Eadincr Str. 10. 7. Treis. Gemeinsame Sitzung des erweiterte»»rcisoorstandcs und der B«. »irts»erordnetensiattiou im Jugendheim Rostnenstr. 4. Treis. Fraktianssitzung lempelhof. Dorsstr. 42. Treis. Treisnorftandslitzung in Köpenick a» dekaanter Stelle. Treis. SamUiche Parteigenossen, die es möglich machen könne», beteilige» sich an der össcntlichen Kundgebung de» Zieicksbanner, um l» Uhr i» kiadners To«tcrtdan», Breite Straße. Res. Erich Tuttncr, M. d. L. Treis. Wichtige«reisfunltionärkonsercn, bei Sees«, Wittenau, Berliaer Straße 7Z. Stadtrat Zranz Ezeminski spricht über:„Die Erwerbslosen- fiedlung". Alle Funktionäre. Bezirksamtsmitgliedcr, Bezirk»,»»d Stadt. »crordnete nehme» daran teil. Abt. 30 Uhr Gas-Lehrvortrag In den städt. Gaswerken Reue Friedrich. ftraße IM(Eingang Etralauer Straße). Abt. flusamincnkunft der jungen Genossen bei Borkowsk!. Brüsseler Sir. 43. Erich Wendicke:„Die Privatwirtschaft". Abt. Abfahrt zur Trcisfunktioniirlonfereno IS'/- Uhr Straßenbahn SS. 1J. 16. 13. 4. Treis. Moniag, SO. Ziopember, 19 Uhr. bei Tlug, Danzlgrc Str. 71, Ausgabe der Karlen für den Kreiskrauenabend.— Mittwoch, 2. Dezember. 17 bis 10 Uhr, Besichtigung der ,.Bau,r>elt"-M»sterschau. Berlin Siv fitz, Cbarlottenstr. 6. Treffpunkt 17 Uhr vor dem Eingang. Auch die Genossen können sich beteiligen. 6. Treis. Agitation und Arbeiterwohlfahrt Dirnstag. 1. Dezember, lo'-) Uhr. bei Rabe. Fichtestr. 20, Dr. Hilde Wegschcidcr. M. d. L.: Dos Schicksal der Frone» in der Wirtschaftskrtsr."— In den Räumen findet gleichzeitig eine Ausstellung der Kon sunigeo offen schal I ttatl. l». Treis. Mittwoch. 2. Dezember. lO'/g Uhr. bei Linder, Pantoni. Breit« Straße S4, Wcrüeabend. Rezitationen. Anspreche der Genossin Panla Kurgaß. Mitn'irkung der Kleinkunstbühne. Arhcitsloir haben gegen Bor- zeigung des Mitgliedsbuches� und der öienip-lkarte siutritt. 20. Treio. Dienstag, i. Dezember, vonn. 10',; Uhr, Besichtigung der..Bau- we»"-Musterschou, tBV 68, Eharlotkcnstr. 6. Trrsfpunkt vor der Ausstrllung. Sonntag, 29. November. 137. Abt. Vesickiiigunfl de? ,,BauwM"-Musterschau, SW 68, iSbatloitcnftr. fi. Treffpunkt 10 lllir Vokksl�aus. Die Genossinnen und auch Genossen werden gebeten, zahlreich teilzunehmen. Montag, 30. November. 4. Abt. 20 Uhr im Vortragssaal der Städt. Gaswerke A.-S.. Strabmer Straße 56, Bortrag mit praktischen Borführunge»:„Das Oxis im Haushalt und Beruf. Reue Wege zum Sparen." Die Genossen beteiligen sich. Gäste willkoinmen. 2». 143. Fort- Dienstag, t. Dezember: 1. Treis. Sitznuq de« erweiterte» Treisvorstandcs an bekannter Stelle. 3. Treis. Der Dienstag-Tursus des Genossen Schlestuger fällt aus. setzung am Dienstag, dem«. Dezember, an bekannter Stelle. 5. Treis. Ardeiterwohliahet. Erweebslosenzusammeakunit im Hei», Zilsiter Straße. 15 bi» 1« Uhr. Iaoenpolitischr Information durch Gen. Paul Bern- iteia. Tlanlertanzert Hayd», Mozart, Beethoven, Gen. Haedrich Lutz. Ar. deiterbildnngsschulc. Radio-Adhörabrnd, Dicstelmrgerstr. 5/6, IB/, Uhr. Thema- �tonleroatioe Idee in»er Gegenwart". Leiwnq Gen. Lehrer Bauer. 6. Treis Trenzbcrg. Wege» der Fnnktionärkonserenz beginnt der Tnrs», de« Ge». Ott« Manche» bereit»»m 1« Uhr.— Arbeiterwohlfahrt. 15'/, bi« I« Uhr g»sa»rwenk»nft aller erwerbslose« Parteimitglieder im Heim, Urda»str. 167. 19 Uhr bei Rabe, Fichtestr. 2#, Ordner. 14. Treis, gusammenkuuft der erwerbslosen Parteigenossen im Jugendheim Tanner Str. 42. 1. Am Dienstag, dem 1. Dezember, Referat:„Sozialismus und der Weg aus der Trise". 2. Am Freilag, dem 4. Dezember, Unter. haltungsnachmittag, Mustk. Mittwoch, 2. Dezember: 1. Treis. Biet« Schiff spricht i» de- Ssphienschul«,«einmristl im Rahnien der a»ßenpolit!sche» Informationsadende über: Wie»lache» fenut aufmerksam ans de» am 14. Dezember Tnrsns Metz er!.Pom lammuiristischc» Manifest bis zum Seibelbergee Pro. gramm". Ort: Töllnjsche« Gymnasium. Der Bildnugsausschnß. Z. Treis. Er werb-iascn, Feierstunde de» Trcisc» Frirdrich-Hain. 20 Uhr Schul- onla, Petrrsbnrger Str. 4. Motto:„Trotz der Rot— Frrndr». Erhebung". Ansprach« Ge». Pros. Lea Testenberg. Mnstl: Bach-Buso»!, Ehopi». Liszt. Rezitat'wn: Barthel,».». Er»»-» lind Seit«««,.«rsa»g: Uthma«». Marsch»«-, Zelter. R-zari, Mcndclsodn, Silcher. Mitwirke«»«: Martha Iah», Lea Testenberg. Mä»»erch»r Friedrichshai». Es lade» ei«: Arbeiter. wablfahrt, Fran»»Ie>t»»g. Bildnng-ausschnf,. z. Abt. Der Arbeitstreis junger Sozialdemokraten beirrligi sich gesr dce Beranstaltung de.» Bildungsausschusses in der Schule W< ftraße 16—17. Vortrag des Gen. Victor Schifs über:„Frankreich". 6. Abt. Der Abend für dl« jüngeren Parteigenossen fällt aus. Dafür beteiligen mir uns au der krcisvcraustaltung in der Wemnieisterstraße. 33. Abt. Junge Parteigenossen. Werialla, Hohenlohestr. 3. Max Heydemann: ..Was bat uns das Jahr ISA gedraäit und was wird uns 1SZZ bringen?" 40. Abt. Junge Parteigenossen. Jugendheim, Wasserthorstr. 9. Disiussions- abend. Alfred Markwitz:.Da» kommunistisäie Manifesl"..!�'.'' 03. Abt. 20 Uhr bei Fritsch, Berliner Str. l2!ib, Funktionärstßung. 83. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Birkenwäldck)«n. Pianteuffelstraße. Gen. Erich Ollenhauer über:„Die Jugend im Kampf um den Sozialismvr". Einladungen sin» beim Gen. Schlawe abzuholen. »5. Abt. Arbeitskreis junger Parteigcvossrn. Schule Topfstr. 54, 20—22 Uhr. Ref. Dr. Arkadii Gurland. 37. Abt. Arbeiiskrei« junger Parteimitglieder. Dr. Theador Haubach:„Wehr. fragen und proletarisch« Wi'' i an Lehrhaft igkeii". Donnerstag. 3. Dezember: 7. Treis. II bis 10 Uhr Arbeitslosentzeranstaltung im Zugendhei». Rasine». ftraße.„Wie diskniieee Ich mit meinem politische» Gegner?"<3. Teil). Res. Ge». P. Bernstein. 24. Abt. Außerordentlickie Funktionärsitzung der Funktionär« der 1„ lr»nd 2. Gruppe bei Rösner, Immanuelkirchstr. 25. Freitag, 4. Dezember: Husannnenkunst der jungen Parteigenossen im Heim, Parckstr. II. ckeien in Deutschland". i Genossen bei Schulz, Biekbufchstraße. der Gewcrkschafteu". Krauenveranstaltungen. Für de» Baetrag de» Genosse» Testenberg am Sonnabend, ä. Dezember. im Rahme» der Freie« Sozialistische» Hochschule find Sarten zum Preise»«» 50 Pf. einschl. Garderobe im Frauensckrctariat»» haben. Da» Fra»«»sekr«t»ri»t. 2. Treis. Man dag, 30. November. 2. Abend der Arbeitsgemeinschaft der Ge- nossin Matbildc Wurm, M. d. R., im„Patzenhofer", Turmstraße 25. Vkkenttteke Kunclgedungei, »«rite. Gnrintnx.<1.29. Xor ember, nacliiuJttaes 17 Uhr im I,oka] von Klag, Blankenburg, DorlbtraB« 2 Referent;«ottlicb Bceac. Am ülittworh, dem'A.Dor.embcr. nachmittag« 1»'/- Uhr UokalHabertn«. nahlHdorf-Oitld, CSponteker Allee lOO Referent. Karl Brcaael. ' m Bonneratag, d. 3. Beaember, In Friedrichshagen AfTentllehc Protestknndgohung der Partei und de« Krirhsbanner« im großen Saal, FriedrlchntraBc 137 Referent: Knrt Heinig, 31. d, K. Thema in allen Kundgebungen: ««Sosiallsmus oder Faschismus T" Gestaltet dnreb regen Versaminlungsbesuch die Veranstaltungen rn einem macliivollen Bekenntnis gegen den Faschismus. A 14. 1t 17- 18. hl 25. 26. 27. 32. 3t. 4«. 41. 45. 51. 57. 60. TO, 82. 85. 80. 91. 92. 93. 95, 97. 98. 99. 19t. 152. 155. 107. 114. 119. 125. Abt. 10'» Uhr bei Richert, Eteinmetzftr. 35-1, Werbeabend.„Ernstes»nd Heiteres" sBortragende: schauspielerln Martha Johns. Abt. Schule Putbusser Str. ä. August Riemaun:„Unsere Borliwlpscr— itnrete«orkämpferinnim Abt. Leuschner, Ackerstr. 110. Dr. Herbert Lewin:„F rauen trankheiten." Abt. 20 Uhr bei Klinge, Sellerstr. U: Der Dichter Mar Barthel liest aus „Sozialistische eigenen Werken. Abt. 20 Ubr bei Sachse, Lindower Str. 26, Martha Lehmann Güsselz iuizz." Abt. Rote Schule, Gotenburger Str. 2, Map Brinitzer:„Frauen. Frieden, Abrüstung." Abt. Schmidt, Tnivrodestr. 109, Ecke Aurische Straße. Käthe Tern:„Die programmatischen Grundlagen der Partei." Abt, UVi Uhr bei Reche. Metzer Str. 26. Otto Most:„Der Wert der»»Ii. tisch geschulten Frau für die Arbcitertlosse." Abt. Reetz. Sonnendurgcr Str. I. Bürgermeister Ostrowski:„Rcisceindrücke aus Frankreich." Abt. Schmidt, Fruchtstk. Zßo. Robert Breuer:„Warum sind Millionen arbeitslos?" Abt. Busch, Tilstter Str. 27, Max Heydemonu:„Weltwirtschaft und Ei». kaufskorb." Abt. Färster, Dreibundstr. 11, Dr. Edgar Stristver:„Eozialtzhgieitische Forderungen für die Proletarierfrau." Abt. 20 Uhr bei Erdmann, Bellc-Allionce- Ecke Bcrgmannstraße, Heinrich Fakubowicz:„Partei u»d Jugend." Abt. Schule, Görlitzer Str. öl. Erna Büsiug:„Slreiszüge durch deu Orient." Abt. Schcllbach, Äönigin-EIisabeth-Str. 6: Rezitationen. Abt. 20 Uhr im Bahnho-sreffauraut Wur»bachor,.Dr, Wolfgang Serberth: „Franz Schubert und das deutsche llieb"(mit Srballplaiten vor trägen». bi» 72. Abt. 20 Uhr bei Kulta, Laucnburger Str. 2l, Heiterer Abend. Bor- tragender; Hanns H. Kamm. Abt. 20 Uhr im Ledigenheim Nora Henke:„Unsere Boriänipferlnnen." Abt. 20 Adr. bei Schesshasiv.Ahornstr. 15», Dr. Frida Alerander;„Bolksuot und Polksgesuudheit." Abt. 20 Ubr Frauenabend an bekannter Stelle. Abt. Granoneck, Sgndcrstr. 10, 2. Borrragsobend des Genossen John Uber: „Der Wert der politisch aeschulten Frau für Familie und Wirtschaft." Abt. Der Frouenabend findet erst am 7. Dezember statt. Abt. Schmidt,«aiser-Friedrich- Ecke Elbeftroße, Stadtrat Schneider:„Wohl- fahrt und JugendpNege." Abt. 20 Uhr in, Jugendheim Böhmisch- Str. 3, Luise Kahler. M. d. L.: „Unsere Borkampfer und Barlämpferinnen." Abt. Friedersdoick. Zägeestr. 3, Lichtbildervortrag der Genossin Großmann: „Die Böller der Erde im Bann von Zauberern und Wahrsagern." Abt. An bekannter Stelle Dr. J. Schlesinger:„Sowjet»Rußlaud." Abt. Teich, Tnesebeckstri 135. Haus Bauer:„Frauen, Friede». Abriisiung." Abt. 20 Mir im Bersammlungstellcr Hanncmannftr. 40, Maria Krisch«: „Feste und Feiern im Sinne vroletarischer Kultur." Abt. Im früheren Rennbahnlolal George am Bahnhof Treptow, Z Abend, Dr. Judith Grünseid:„Sowjet-Rußland" Abt. Baumschulouweg unb„AfA-Hos". Haß, Baumschulenstr. 72, Dr. Käthe Frankenthal. M. d. L.:„Die soziale Ausmirlung der Notverordnungen." Abt. Im„Waldiater". Stubenrauch. Ecke Kaiscr-Wilhesm-Straße, Dr. Iul. 139. 14». 140a 15. 21. 23. 33. »6. 10». Abt. Jugendheim Schöneberger Sir. 3, Helene Michaelis:„Unsere Bor- töiupserinNen. Abt. 20 Uhr bei Woilschach, Erustslr. l: Heiterer Adend. Vortragende: Elfriede Wöstmann. . Abt.'An detannter Stelle Hertha Gojthels:„Die Aufgaben der Frau als Sozialistin." Dienstag. 1. Dezember. Abt. Lenz, Demminer Str. 10, Heijcrrr Abend. Borlragend«: Elfriede Wollmann. ZNittwoch, 2. Dezember. Abt. Nachmitlogs 4 Uhr treffen sich die GenMinntn.zum Besuch der Ans- stelluug der„Vauwelr'-Mustorschau. Näheres wird am Dienstag bekannt- gegeben. Abt. Kroll. Utrechter Sie. 21, Heiterer Abend. Vortragende: Leonic'Brock- mann. Abi. Der Dezember-Frouenabeitd fällt ans. Dafür beteiligen sich am Will- woch, 2. Dezember, die Genossinnen am THeo-Marri-Abend in der Hochschul- brauerci, Abt. Die Genossinnen treffen sich zur Besickitigung der.,Bauwelt"-Muster» schau, 81V 68, Eharlottenstraßc 6, UNI 9sa Uhr atz. Hochbahnhos Warschauer Brücke. Abt. 20 Uhr bei Görlitz, Eftausseestr. 19, August Tiber:„40 Jahre Partei» arbeit". Abt. Der Frauenabcnd muß umständehalber auf den 9. Dzeinber verschoben werden. Donnerstag. 3. Dezember. 22. Abt. Im Ratskeller, Limburger Straße, Dr. Frida Alexander:„Hilgiene der . proletarischen Frau." 94. Abt. Achtung. Genossinnen! Die Besichtigung des Säuglingsheims Marien» dorfer Weg findet am Donnerstag, 3. Dezember, bereits um Osh Uhr statt. Treffpunkt am Eingang pünktlich 0' i Uhr. 118. Abt. Betriebsbesichtigung des Konsums In Lichtenberg, Rittergutstraße. Treffpunkt 9'/l Uhr am Freiapiatz bzw. 9?t Uhr vor dem BerwaUungs. aebäude in der Rittergutstraße. 123. Abt. 20 Uhr bei Hübner, Willielm. Ecke Bahilhosstroße, Heiterer Abend. Vortragender: Hans Fuhrmann. 136. Abt. 20 Uhr Baracke Lindauer Straße Diskutierabend. Die Frauenabteilung beteiligt sich an der Beranslalhing der Arbeiterwohlfahrt. Genossin Paula Kurgaß spricht über:„Winterarbeit." Voranzeige! 24. Abi. Sonnlog. 0. Dczcmbrr. Besichtigung des Partriarchivs. Treffpunkt 10 Uhr vormittags Lindenftr. 3. 2. Hof, 4 Tr.< Fahrstuhls. Die Senossiirnen der anderen Adteilungen sind eingeladen. Bezirksausschuß für Arbeiierwohlfahrk. 7. Treis Eharlattcnburg. Achtung, Lotterielose spätestens Mittwoch, 2. De» zemdee, von>8 bis 19 Uhr, abrechnen bei Henkel, Guerickestr. 41! 1». Teei» Pankow. Mittwoch, 2. Dezenibcr. Rathau» Pankow, Zimmer 218, htige Sitzung der partcigenössischen----.......'■------™ J- die Wohlfahrisdeputationsmitglieder sind wichtige Sitzung der partcigenössischen Wohlfabrtsiontmissionsuocsteher. Auch die Wohlfaheisdeputationsmitglicder sind eingeladen. Erscheinen unbedingt er. forderlich. Abrechnung der Lose im Treis muß am 2. Dezember erfolgen. 20. Treis. Freitag. 4- Dezember, pünttlich 10 Uhr, in der neuen Schul«, Wittenau, wichtiger Ausspracheabend. Im Anschluß daran Kursusabeud. 135. Abt. Donnerstag. 3. Dezember, 20 Uhr, Baracke Lindauer Straßr ge. mernlame Veranstaltung der Arbeiterwohlfahrt mit der politischen Frauen. abteUunge.velfer werden gesteten, dt« st«- treffenden Satten nochmals darauf, anfmerlfain zu machen. WMMmhf Prenzlauer»erg. Sonnabend, b. Dezember, spielt der Rote Kasper -OMMW in der Schule Danziger Str. A. Einlaß ab Ui Udr. Keginn Uiz.. Udr. Unlostenbeitrag fllr Kinder lä. Erwachsen« 25 Pf. Jeden Dienstag Selferarbeitsastend über Kollswirtschaft in der Danziger Str. b2. Friedrich Stert. An allen Abenden Basteln und lleben. Zreitag letzte Probe zum ..Heiteren Abend". Wir veranstalten Sonnabend, ö. Dezember, 1» Uhr. in der »«Ig ber weltlichen Schule Danziger Ttr. N für Sliern, Parieigenaffen«S Kinder einen, Leiteren Astend". Eintritt fstr Erwachsen- 15 Pf., für Kinder 1« Pf. Kreuzberg. Dienstag prosten die 15 gemeldeten Falken für die Bolls- stüstne. Reigungsgebictc. Dienstag Instrumentallreis Urbanftr llll. Mittwoch Baitellreis tbafsertorstr. lt. Sinac- und Tanzkreis Urbanftr. IS?. Donnerstag Restfallenstewegungsspicle Belle-Alliance-Platz 1. Freitag Flötenknrsuo 1?� Uhr Porckstr. U. Zieulella. Wir besuche« beute die Ausstellungen der weltlichen Schulen in Reukölln. Treffen UH Uhr am Hertzberaplag. Helscrkreis. Alle kommen Mon» tag zu einer Besprechung um 18 Uhr in die Baracke Ganghoferstratze. Mitt» woch, 2. Dezember, Kretshelfersttzung mit den Srnppenführern der«AI. um Z» Mr in ber Karl.ZKartz schule,»chiu-g, Eiter«: Die«chewe flir bie Sa?«. November, gfst Uhr, Krematorium Serichtstrasie. Um rege Beteiligung wird gcbeten. Senden nennenais er Klsi'ctunzzztvclcö nebsn5tekenclsr Perzonen. Fullen Sie die Kästchen im Bilde milden für die betr. Kleidungsstücke geltenden Preisen aus und senden Sie dies Inserat bis 20. Dez. an B.M.MAASSEN, BERLIN W LEIPZIGER STR. 42(Preisausschpeiben)ein. Die Verteilung der Preise findet am 24. Dez. statt, so daß Sie noch om Heiligabend Ihren Preis erhalten. Die Veröffentlichung der Preisträger erfolgt in unserm ersten Januar Inserat. Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los, Die Entscheidung des Preisgerichts ist endgültig u. unanfechtbar. Dnsern An* gestellten und deren Angehörigen ist die Teilnahme am Preisausschreiben nicht IpkisI Pelzjocke"*55 425- 2.' 1 0amemriante!-155.- Z.• 1 Herrenmanlel. 115/ 4.• 1 Abendkleid> 110.- 5.• 1 Nochmittoqskleid 6.' 1 Damenmantel- 7.> 1 Bluse 8.■ 1 Pullover• 9.• 1 Morgenrock- i«wr10raosrPßEl5E; Je 1 Gutschein über MtlO.- i 19H > Fi. Usvan- «•l tau«« («legn« o.cs läeidetxiofäe Boucld, namlngatte, 01 Flamlnso-Dlagenni■. Meter Waschsamt___ neuest« Druekmoeter, tlorfcete fa OK Ware.... M«tmr 1.7«, t-M Kleider-Diagonal 4 AK die ap-olle Mode...... Meter>» Kleider Diagonal.__ in xncxüemftQ Farben, dor b«ffehrie � ßA«5� Mod�stoff.......-.Meter m»W'chA CrCpe-Marocain_ ca. 100 cm broft, Baumwolle mit rkffB Kunn'.ieide, Ü«we Dessin#, Meter Lfnon-BetibezOge 1302009 Q0& au» bewÄhrten Stoffen«,7» Z.sodiSlS-»? 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Cs ist eins Familie,„Stadt" genannt, und die Häuser sind ihre Kinder: robust, lebenswillig. bean> spruchen sie ihren Raum zum Dasein— und die Anwohner der Außenbezirke, die nach des Städtern seltenes Glück, den Himmel, hoben... sie kennen den heimlichen Haß auf den Neubau, der sich zwischen ihren Blick und die Weit« stellt. Se�t, dieser Platz, um den sie nun die Planke gezogen haben. war vor vielen Jahren eine Wiese, auf der Ziegen und Kühe w«id«> ten. In der Nähe gab es Wald. Wo ist der Wald? Wo sind die weidenden Tiere geblieben? Sie zogen weiter hinaus, denn die üi steinernen Arme der Stadt begannen sie zu umschlingen. Aber die Wiese blieb unbebaut, und eines Tages war sie ein— immer noch offenes— anscheinend herrenloses Feld. An seinem Rande lag Ab» fall, von den nähergelegenen Häusern herangetragen: nachm ttags kamen Kinder mit ihren Fußbällen. Drachen stiegen In di« Lust— das Feld zog die sportlustige Jugend aus allen Straßen des Stadt» teils an. An den langen Sommerabenden saßen di« jungen Leute auf den letzten Wiesenflecken, die, inzwischen graugrün gewprden. aus der alten Zeit noch stehengeblieben waren. Sie sahen den roten Himmel abglühen, und es war ihnen, als hätten sie hier die Natur an ihrem Zipfel gefangen.• Inzwischen aber war die Sehnsucht des Städters nach der Natur zu einem allgemeinen Problem geworden, und man löste es durch die Ciarichtung kleiner Laubengärten in den vom Zentrum entfernten Teilen der Stadt. So verwandelte sich auch unser Feld in einen Kom- plex von bunten Parzellen. Hier saß der Besitzer des Schrebergartens am Sonntag, nach einer Woche der Arbeit in fremden Diensten, einem freien Bauern gleich auf eigenem Grund und Bodeit. Seine unpathetische, sachliche Liebe galt diesem kleinen Stück Erde, das er an länger werdenden Frühlingsabenden besorgte und hegte—, während seine Kinder um ihn herum in den Büschen zwischen den Beeten spielten und die erwachsenen Töchter zu den Klängen einer dünnstinunigen Gran,mophonvlotte mit ihren Liebsten oder Verlobten bis in die sternenbefäte Nacht sangen und tanzten. Die Kastanie blühte in slammendweißer Kerzenfülle, Aepsel- und Birnbäume ent» mckelten aus ihren kleinen, harten Bällen weiche, nachgiebige. schwellende Früchte. Und es gab Feiertage, an denen sich diese kleinen Gutsbesitzer wie eine große Familie zu einem bunten Fest ver» einten— von Bauin zu Baum zogen sich schwankende Leinen mit roten und blauen Wimpeln und Fähnchen hin: G'rlanden und rötlich leuchtende Papierlaternen, eine kleine Kapell« oon Harmonikasvielern. ein Rummelplatz. Karussell und Tanz. Lustige, einladende Sprüche wehten, auf Leinwand gemalt, vor den Lauben im Svätsommerwinde. Drind man tafelte noch lange, wenn die violetten Astern und roten Georginen, mitten im Treiben, dennoch in ihrer anderen Welt weit entrückt, still im einsamen Schlafe standen. Wer ahnt heute noch etwas von jenen Tagen der liebevollen Arbeit, von jenen Abenden und Nächtsn d»r fröhlichen Feste?—- Gines Tages machte eine amtliche Mitteilung den Traum dieser kleinen Königreiche«in End«. Di« Lauben wurden abgetragen, die 'stigrenzungen zerstört. Auf einem Karren fuhr man di» wenigen Möbel in die Stadtwohnung Helm; der Hund, der jahrelange Hüter der Laube, trottete mit einem deutlichen Gefühl dieser traurigen Stunde nebenher. Indessen war au» dem Nebeneinander der Gärten schon ein einheitlich öder Plag geworden: di« Bäume abgeschlagen, und die Sicht von der Straße her durch eine Planks versperrt. Eine kleine Bude für die Bauarbeiter wurd, in wenige» Stunden auf» gerichtet, bläulicher Rauch qualmte obenau». Im Anfang fanden die Kinder ihr Bergnügen an Klettereien auf Balkenstapeln. Dann be» gannen die Arbeiterschaufeln zu graben. Der erste Stein wurde in die Erde gelegt— und mit Kling und Klang beginnt nun ein Wachsen, Stein/Um Stein, schon baut sich ein Stockwerk sacht in die Höbe. Der Arbester und der Bauführer fühlen diesen stetigen Aufbau gleichsam mst, so als ob sie mst ihrem Bau durch die Arbeit organisch verbunden wären. Aber die Einwohner der umliegenden Häuser, deren Fenster den Blick auf di« Baustell« offen geben— sie hören mit einem Gefühl der Wehmut dies immer gleiche Klingen von Meißeln und Hämmern, dies HiU und Hott! und das Rafleln der schweren, säckebeladenen Wagen: ihr Auge, dos jetzt di« nackt in den Himmel starrenden Gerüsthölzer sieht, oergleicht diesen Anblick der rohen Un» fertigkeit, der Dürftigkeit, mst der Sicht von ehemals— über die rosaroten Blüten der Mandelbäume bis an den abendlichen goldenen Horizont. Hohle Fensteröffnungen gwtzen lautlos herüber, der Wächter humpelt an seinem Stock die Runde, mst klammen Fingern host er sich ein paar Hölzer her, um sein winziges, tristes Haus zu erwärmen. Eins Katze, die hier irgendwo einen Abfallhaufen ver» mutet, rast wie gehetzt quer über den öden Weg und saust im Anlauf die Planke hinauf und drüber hinweg. Ein Mädchen, das des letzten Frühlings in der Laube gedenkt, sieht in müder Melancholie vor sich hin... Aber nun kommen berests die zukünftigen Bewohner des neuen Hauses heran, um � sich vom droben hängenden Kränz mst Hoffnung und anderen frohen Gefühlen erfüllen zu lassen. Sie steigen vorsichtig die noch rohen Breiter der Treppe hinauf: oben stehen sie in den Räumen still, die ihr künftiges Glück, ihre künftigen Leiden mst ihnen erleben werden. Sie empfinden nichts von traurig stimmender Oeds des Neubaus, den ihre Phantasie bekleidet die kahlen Wände mst holdem Zierat und lebendiger Farbe, sie erwärmt die hallenden Räum« mit den Möbeln, die das Geheimnis der Heimat in sich bergen. Und eines Tages glänzen die Fensterscheiben im Strahl der Sonne! Die Türen sind eingesetzt, der Kranz ist gefallen, der First ist vollendet. Schon hast ein Möbelwagen vorm Hausportal. Elektro» tochntker, Telephonarbester eilen mit Leitern hin und her-, Glaser, Tischler, Maler blicken noch einmal flüchtig in Stube und Küche hin» ein. die Usberreste der Tapeten liegen verstaubt in der Ecke. Die Arbester und Handwerker haben ihre Arbeit getan, eine Well erbaut — eine West, durch die Wunder der Technik erstaunlich korrigiert. Man dankt ihnen nicht— man zieht in das fertige Nest, bezechlt fein« Miete und setzt sich mit gutem Gewissen und frierenden Füßen an di« anfangs noch schlecht funktionierende Heizung. Gardinen schmücken Fenster um Fenster... Siehe, ein Haus! Es hat sein« Nummer, und morgen wird es neue Geschwister haben, zu denen da, Rasseln der Wagen und Hupen der Autos hin» auflärmt. Eine Straße.. und eine nächst« schließt sich bald an. Wiese um Wiese, Feld um Feld überwältigt der steinerne Vormarsch. Heinrich Meining: Durch hohe Glaswände der Liegehalle blinzelt, wie gelb» flackernder Lichthauch einer schlecht regulierten Gaslaterne. die müde Helligkest des Mondes. Wenn ein verglimmender Sternfetzsn durch Pen Acther jagt, erhellt sich zaghaft für eine Sekunde der Raum, und die weißoerhülltcn Liegestühle schimmern wie unbenutzte Kindersärge im Schauladen eines Beerdigungsinstitutes. Das Sana» torium schläst. In den Schlafsälen pfeift, flötet und rasselt der Atem der lust» gierigen Lungen. Es Ist die unersreuliche Melodie einer unerfreu» lichen Krankheit. Eine verschlafene Nachtschwester schleicht durch die Gänge, schlurft an«in in der rechten Ecke etwas isoliert aufgcstellles Bett, beugt den Oberkörper vor und sieht in fieberkrank« blaue Augen, deren züngelnder Blick angstvoll umherirrt. Die Schwester bedient sich, bevor sie das Licht ihrer Taschenlampe einschaltet, kunstgerecht und routiniert ihres beruflichen Lächelns, faßt die über den Bett- rand hängende blauweiße, merkwürdig schmale, feuchte Hand des Kranken und flüstert, wie eine schelmische Drohung, gütig:„Der kleine Jakob hat wieder einmal geklingelt. Will er denn nicht schlafen?" Wir müssen wissen, daß der kleine Jakob fast zwei Meter groß, einunddreißig Jahre all und Kunstantiquar war. der. da seine Zeitgenossen Fußballspielen und Kinoprogrammen größeres Interesse entgegenbrachten als einer Rembrandt-Rodierung oder einer Handzeichnung des Guercino. Pleite gemacht und gehungert hatte. Eine Erkältung hinterließ als akustisch« Reminiszenz ein Botschaft! lRrbekter der Erde. wir sind wie das 221«er. ILnsrre Flnteu wandern linanfhaltfarn tzer. Xtnssrü Fluten wandern unqehewnrt iw SGritt, �MensGea aller Erde müssen, müssen mit. 'Völker werden fallen,. Welche s�nell vergehv, Arbeiter der Erde, aber wir bssitehn! Arbeiter der Erde. unser ist die Zeit. Arbeiter der Erde alle seid bereit. Arbeiter der Erde. reiGet curf) die Hand! Einst aus unser» Finte» Steigt das nene 5and! Hermann Elaadi«». monotones Hüsteln, er wurde, wofern sein langer und schmaler Körper es noch geftallete, immer magerer und war vor sieben Monaten mst der Absicht in das Sanatorium gekommen, es nach drei Wochen wieder zu verlassen. Er selbst bezeichnete laut seinen Aufenthalt in der Heilstätte als vorbeugende Maßnahme. Nach sechs Monaten war Jakob so müde, daß er das Bett nicht mehr ver» lassen konnte. „Schwester, die Wahrheit", schluchzt der merkwürdig kleine Mund. Den Körper rüttelt«in Fiebersturm. Dümie Fingerspitzen gleiten hastig und ruckhaft über die Wolldecke. Die Schwester streichelt, da ihr nichts Besseres einsällt, die an der Stirn des Kranken klebenden Haar« zurück und lächelt froh» sinnig und leise, wie es das Amt gebietet. Als ihr noch immer nichts einfällt, sagt sie:„Aber Jakob, kleiner Jakobus." Die Schwester, im Glauben,«inen guten Witz gemacht zu haben, krönt ihre Rede mit einer, der Schlafzeit gemäß, halb unter- schlagenen Lache. Jakob sagt dann:„Danke, Schwester, gute Nacht." Die Schwester schleicht schlurfend hinaus. Es ist wieder still im Raum: nur das Pfeifen, ähnlich dem Klagclaut hungriger Ratten, schwingt in"grausamen Dissonanzen durch den nächtlichen Saal. Jakobs Gesicht ist starr. Der sonst weiche, etwas schwörmenlche Ausdruck des Gesichtes ist hart und bestimmt. Seine Augen strahlen Entschluß. Wächserne Hände ballen sich zu trotzigen Fäusten. Langsam perzieht sich der Mund zu einem überlegenen Lcichekn. Der feste Blick der Augen entspannt sich. Die verkrampften Hände lockern sich befreit. Jakob hebt die linke Hand, legt sie quer über den Mund, als ob er ein schön«? Geheimnis hüten wolle, und flüstert mit vorsichtig hauchender Stimme, in der ein seltsam triumphierender Unterton mitklingt:„Ich werde ihm doch entgeh«»: ich werde ihn betrügen. dilsen Tod.„Ein heiseres, unterdrücktes, siegesfroh«» Lachen erstickt in der fest vor den Mund gepreßten Decke. Jakob erhebt sich, muß sich aber schnell wieder auf de» Bett- rand setzen, da ihm schwindelig wird. Scheu und geduckt hockt er. Plötzlich reckt er mit verbissener Energie seinen Körper, stapft vorwärts, tastet sich durch den Saal, torkelt wie betrunken durch/ die Liegehalle und öffnet vorsichtig eines der hohen Schiebefenster. Mühsam klettert er auf die Fensterbrüstung und läßt sich willen» los auf die Wiese fallen. Er springt sofort hoch, läuft, kriecht, rutscht, stolpert, wankt, rollt vorwärts, gepeitscht vom Tod. den er flieht. Nach zwei Minuten liegt Jakob besinnungslos vor dem Ab» grund. Unten wirbt brausend die junge Isar: die wolkig verhangene Mondscheibe grinst zwischen zwei massiven Bergkegeln. Jakob regt sich. Er erstaunt und erkennt. Ein irres Lächeln klommt sich in das schweißnasse Antlitz. Im hohen Diskant tzillt die leere Stimme:„Geglückt." Er kriecht keuchend vor bis an den unmittelbaren Rand der Schlucht, zieht die kalte Lust noch einmal energisch in seine Lungen- reste, stellt sich mit fieborgeschürtcr Kraft aufrecht und fällt vornüber in das Nichts. Den in diesem Augenblick in das Tal einbrechenden> Windstrom mag Jakob schon als den Atem der Ewigkeit empfunden haben. Am nächsten Morgen sagte der Chefarzt zu einem jüngeren Kollogen:„Ich habe schon viel orlebs- mein Lieber: aber daß einer aus Angst vor dem Tode Selbstmord verübt, do» ist wir noch nicht vorgekommen." £ola Mandate A«« 3lec RUf �FCUde Vielleicht erscheint es sinnlos, an das Wort Freud« zu rühren. in einer Zeit, in der die allgemein« Not uns an jeder Ecke ins Ge- ficht schreit, itnd dennoch, gerade im Widerspruch zu einer unvoll- kommenen krisenhaften Welt bäumt sich oer Mensch zu seinem ur- sprünglichen Lebensrecht auf. Denn Freude ist nicht Luxus, fon- dern elementares Lebensbedürfnis wie Brot und Arbeit. Wenn die Menschen wüßten, daß Freude Hygiene der Seele bedeutet, würden sie sich nicht wehrlos ihren Sorgen ausliefern. Wie wunderbar ist es zu atmen, einfach und tief ein- und aus- zuatmen. Cs ist Morgen, man ist noch müde und unlustig, man reißt die Fenster auf, holt tief Luft, und während man damit den neuen Tag einatmet, stößt man das trübselige Gestern aus sich her- aus. Denn heute kann olles anders sein, heute kann eine plötzliche Wendung alles zum Guten entscheiden. Jeder neue Tag bringt den Menschen eine neue Möglichkeit des Glücks. Welches unbeschreiblich« Wunder, daß man nach d-m Schlaf« aufwacht wie nach einem kurzen Tod« und daß man iminer wieder von vorne beginnen kann. Das ist die M o r g e n f r e u d e, die Freude des Wiedergeborenwerdens. Sie kostet nichts, da die Luft glücklicherweise nach nicht besteuert wird. Auch das Sonnenlicht wird uns von keinem Gasmesser abge- zähU, und je mehr wir davon verschwenden, desto reicher werden wir Sich in diesem Sinne freuen aber heißt nicht, sich betäuben, die Augen vor den drohenden Wirklichkeiten. des Tages verschließen. sondern im Gegenteil wach werden, hell werden und sich immer wieder erneuern für den Kampf um das Dasein. Freude ist eine innere schöpferische Arbeit. Wenn Atmen schon Freude ist, wieviel mehr ist es Schauen. Wer aber veisteht heute noch, seine Augen zu gebrauchen? Durch zuviel Anregung überreizt oder durch Müdigkeit abgestumpft, sind unsere Augen blicklos geworden. Für Menschen, die in der Nähe der Natur oder an der Peripherie der Großstadt wohnen, ist Schauen rocht schwer. Die kunstvolle Maserung einer Kastanie, die im ßiast flimmernden metallgoldenen Herbstblättcr der Birke, der schlangen- hafte Schwung eines Kiefernastes sind das nicht Freuden genug, Geschenke für das Auge? Und die Freuden der Natur erschöpfen sich nicht, sie altern niemals, und wenn sie nickst zu uns kommen, so können wir zu ihnen hinauswandern. Aber auch auf der kahlsten Großstadtstroße können wir«ine Fülle von Lebensreinem in uns aufnehmen, wenn wir nur die Augen dafür öffnen. Wir kommen am Wochennmrkt vorüber, und sofort beginnen in unseren sorgenvollen Köpfen die Rechenmaschinen zu surren, von denen wir heutigen Tages unaufhörlich geplagt wer» den. Aber wenn es uns gelänge, diese Rechenmaschine für kurze Augenblicke einmal abzustellen, so könnte das bunte Leben der auf- geschlagenen Buden, die flatternden Farben der Stoffe, die lärmen- den Stimmen der Händlerinnen uns plötzlich auf eine Reife in eine fremde Stadt versetzen. Arbeit sollte die höchst« Freude des Menschen sein, jedoch leider in den Mcchanifierungsprozeß unserer Zeit eingepreßt, hat die Arbeit me'sach den Zusammenhang mit dem strömenden Rhythmus ursprünglichen Lebens verloren und ist freudlos geworden. Daher ist es begreiflich, daß aus dem dynamischen Gegensatz von Spannung und Entspannung mechanische Arbeit oft in verkrampfte Freude übergeht. Wenn man heute einen Tanzsaal betritt, kann man sich bisweilen t«s Eindrucks nicht erwehren, daß das Vergnügen dieser Menschen nur«ine Fortsetzung ihrer rastlosen Arbeit ist und auch ihre Freude ein- atemlose Hetze bedeutet. Durch Rekordsucht und Ausbildung zur Höchstleistung wird sogar in den Sportspielen der menschliche Körper oft zur Maschine verwandelt. Der aufpeitschende Nervenkitzel eines Sechstogerennens, die Raserei von Automobilen, die Schnelligkeitcwut unserer Vergnügungen, alles dies ist nur der Ausdruck der Entspannung, in der sich die übertriebenen Spannun. gen unserer Zeit losem Aber dennoch müßte es möglich sein, die verkrampfte Hast unserer Erholungsstunden�n einem gesunden Rhythmus aufzulockern. Und dabei können wir wieder von den Kindern lernen, die wahre Künstler der Freude sind. Kinder verstehen nämlich, ihre Freuden zu stvccke'n. Sie wissen um das Geheimnis der Vorfreud«. „Dreimal werden wir noch wach. Hurra, dann ist Weihnachts- lag.* Das sagen sich vie'e Kinder schon drei Wochen jeden Abend vor dem Einschlafen. Diese Fähigkeit, auf eine bestimmte Freude wie auf«inen Lichtpunkt zuzuleben, ist uns Erwachsenen leider in«ist abhanden gekommen. Ebenso fremd ist das Glück der Nachfreud« geworden, einen starken Eindruck in der Erinnerung nachklingen zu lassen. Der Grund mag wohl darin liegen, daß die Phantasie heute unter dem Anstoß der grausamen Wirklichkeit verkümmert ist. Dennoch sollten wir dies« verschollene Freude wieder neu entdecken. Die Freude der Phantasie, welche den unscheinbarsten Dingen des Alltags Leben«inbläst, kostet gar nichts und schenkt unaufhör- Uch. Können wir nicht auf der Wand imferer ausgebleichten Tapete die schönsten Filme unserer Träume spielen lassen? Und in ein Buch versunken, während Stille uns umschließt, sind wir nicht verwandelt in jede einzelne Person, leben wir nicht hundert Leben zugleich durch unsere Einbi'dungskroft? Stille! Freude der Stille und des Lau- jchens verweile. Es gibt Beispiele großartiger Naturen, daß einzig und allein die Vorstellungskraft den Menschen beseligen kann, wie das Leben der taubstummen und blinden Amerikanerin Helen Keller. Ais unglücklicher Krüppel geboren, eroberte sie nur von innen heraus die Welt des Geistes. In das Gefängnis ewiger Finsternis ein- ! gesperrt, hat diese außergewöhnlich« Frau das Leben bejaht und sogar ein Buch über Optimismus geschrieben. Dabei war ihre Well- anschauung etwa keine sentimental« und unbegründet« Zufriedenheit, sondern sie war vollkommen der Wirklichkeit ihrer Zeit, am Ende des vorigen Jahrhunderts zugewandt und kritisierte die Schwächen eines oberflächlichen Amerikanismus. .Jeder Optimismus*, jagt sie, fördert den Fortschrllt und b«- schleunigt ihn, während jeder Pessimist die Well aufhält. Die Folge des Pessimismus im Leben eines Volkes ist dieselbe wie im Leben des Individuums. Der Pessimismus ertötet den Trieb, der die Menschen drängt, gegen Armut. Unwissenheit und Verbrechen anzu- kämpfen, und vertrocknet alle Quellen der Freude in der Welt.* Wie fein hat Helen Keller mit diesen Worten die soziale Der- knüpfung der Freude gekennzeichnet. In unserem Zeitaller, in welchem die überfeinerte Kultur des Individualismus im Absterben begriffen ist, kann auch unsere Freude nicht mehr isoliert sein. Die Einzelfreude wächst zur M i t f r e u d e, zur G e m e i n s ch a f t s- freude, und auch in den persönlichen Beziehungen der einzelnen Menschen zueinander von Mann zu Frau, von Freund.zu Freund schwingt diese klare Erkenntnis der größeren Gemeinschaft heute mll, nicht zuletzt dort, wo Komisches und Soziales miteinander ver- schmelzen, in der Freude der Mutter an ihrem Kinde. Der flämische Dichter Maeterlinck führt in seinem symboli- schen Spiel„Der blaue Bogel* zwei Kinder auf der Suche nach dem Glück auch in das Schloß der Freuden. Dort sind sie alle ver- sammelt, die feisten derben Freuden des brutalen Lebensgenusses, die kleinen spielerischen Freuden und in strahlenden Gewändern die großen Freuden, die Freud« am Denken, die Freude an der Ge- rechtigkeit, die' Freude gut zu sein. Aber plötzlich weichen sie all« zurück, um der größten und schönsten Freude Plag zu machen, der unvergleichlichen Freude der Mutterliebe. „Ihr glaubt, ihr seid im Himmel,* sagt sie zu ihren Kindern, „aber der Himmel sit überall dort, wo man einander umarmt.— Alle Mütter sind reich, wenn sie ihre Kinder lieben, sie sind niemals arm, niemals häßlich, niemals alt— ihre Liebe ist stets die hellste aller Freuden.* Und als sich bei Maeterlinck die Gestalt der Mutterfreude aus der Umarmung des Lichtes löst, sehen die Kinder voll Staunen, daß sie geweint hat. Die Freude der Mutterlieb« berührt also das Leid, so sehr, daß Freude und Leid fast eins wird. Aber jede tiefe Freude birgt ja das Leid in sich selber wie den Urkeim, aus dem sie erst gewachsen ist. Durch alle Schmerzen muß man hindurchgegangen sein, um echt« Freude zu erleben. Aus dem Druck der Wochen steigt der Sonntag, aus der Qual der Trennung der Jubel des Wiedersehens. aus Todesangst Lebenslust. Freude und L«id sind ja gar keine feind'ichen Gegensätze, sondern nur Wellen des gleichen Lebens- stromes, die ineinander überfließen. Deshalb kann heute in einer Zell, in welcher Kummer und Sorge fast an allen Tischen sitzen, nur solche Freude wirklich helfen, die nicht vom Leid sort'äuft. die sich nicht betäubt und ablenkt, sondern aus den Nöten selber das Leid zu überwinden sucht. Was nützen uns alle Kunststücke der Zerstreuungen, sie überlisten ja doch nicht die Sorge, die uns immer wieder vor jeder Tür erwartet. Aler die unaufhörllche Uebung. sich dagegen anzustemmen, das Gefühl der eigenen Kraft ist schon «in wachsendes Glück, über jedes Einzelglllck hinaus. Wir sind nicht allein. Da sind die Gemeinschaftsfreuden, die den stampfenden Rhythmus unserer Zeit wiederholen, der Gleichtritt wandernder Schritte, di� Kette verbundener Hände, die Chöre der Stimmen, di« zu einer gewaltigen Stimme weroen. Im Bewußtsein überpersön- lichen Schicksals wird Freude zum Mut, an«ine bessere Zukunft zu glauben und dafür zu arbeiten. Weare Stolbrook (lletvyork): Stüchhehr au Dank meinen Freunden und Bekannten, die Rußland bereist haben, bin ich über die Verhältnisse im Sowjetstaate stets aufs beste unterrichtet. Die Milfreds kamen als erste zurück. Schon vor ihrer Ankunft tappte ich, was Rußland anlangt, durchaus nicht im dunkeln. Fast jede illustrierte Zeitschrift, die ich in die Hand nehme, enthält ein Porträt Stalins oder eine Photographie seiner Schwiegermutter oder eine seiner Tanten. Auf diese Weise kenne ich die Familie Stalin sehr gut. Aber die Milfreds brachten uns Nachrichten aus erster Hand Sie hatten Puschkow gesehen! Frau Milfred sprach den Namen mit ehrfürchtig bebender Stimme aus und, obwohl meine Frau und ich nie zuvor diesen Namen gehört hatten, staunten wir bewundernd.„Es ist nicht allgemein bekannt*, vertraute uns Frau Milfred an,„daß Puschkow der Mann ist, der hinter Littwisky steht, und Littwijky ist der Mann, der hinter Stalin steht. Wir saßen also im Restaurant und warteten auf den Inspektor, der die Kalorien kontrollieren sollte, als mir plötzlich der Kellner ins Shr slüsterte:„Geben Sie acht! Hier kommt Puschkow!" Jedermann erhob sich, als Puschkow, gefolgt von acht Sekretärinnen, eintrat Sie setzten sich an einen großen Tisch, und alle bestellten Nudelsuppe, weil Puschkow Nudelsuppe sehr gern ißt Er verhielt sich bescheiden und leise— mit Ausnahme der Zeit, während deren er seine Nudelsuppe aß. Es war ein erhebendes Beispiel für den kommunistischen Grundsatz der Gleichheit aller. Hier saß einer der einflußreichsten Männer Rußlands und aß dieselbe einfache Speise, wie wir sie bekommen hätten— wenn welche dagewesen wäre. D? Pennyfcather, der ein paar Tage später als die Milfreds zurückkehrte, war ebenso begeistert.„Was ich am neuen Rußland besonders schätze*, sagte er,„ist der unbeugsame Individualismus seiner Bevölkerung. Sie haben alle sozialen Rangstufen abgeschafft und kennen keine Heuchelei. Wenn sie für jemanden Interesse haben, dann starren sie ihn ganz offen an, ohne von der Selle hcr heimliche Blicke auf ihn zu werfen, wie es bei uns üblich ist. Wenn ihnen jemand mißfällt, so zögern sie nicht, es ihm zu sagen. Als ich zum Beispiel einmal in der kleinen Stadt Plinsk spazieren ging, gab ich zu den heftigsten Kundgebungen des Abschsus Anlaß, weil ich Lackschuhe trug. Die Romanows sollen nämlich Lackschuhe getragen haben, und der Anblick glänzender Schuhe ist den Plinskern noch immer ein Dorn im Auge. Und als ich mich einmal in Nowgorod mit Kragen und Krawatte zeigte, rief man mir von allen Seiten.Burschui!* zu. Kurz und gut— es war ein unser- geßlicher Sommer. Ich wollte, ich könnte ihn ein zweites Mal er- leben.* Unter den letzten Heimkehrern aus Rußland befanden sich Herr und Frau Oddleigh. Sie sind überzeugt davon, daß nur der Kommunismus das Hell bringt.„Denken Sie nur*, sagte Frau Oddleigh.„denken Sie nur! Die ganze Zeit über wurden wir von keinem einzigen Bettler angesprochen* „Sie wußten, daß wir Amerikaner sind*, erklärte Herr Oddleigh. „Und jeder schien zufrieden und glücklich zu sein*, fuhr Frau Oddleigh fort.„Ueberall trafen wir Leute mit lachenden Gesichtern. Manche lachten laut aus. wenn sie uns sahen.* „Sie wußten, daß wir Amerikaner sind*, wiederHolle ihr Gatte. „Zum Frühstück bekamen wir Schwarzbrot und Romanow- Eier. Das sind nämlich ganz einfach hartgekochte Eier, die noch aus der Zarenzeit übriggeblieben sind. Zum Msttagesien hatten wir Schwarzbrot und Suppe, zum Abendessen Schwarzbrot und Fisch. Nach allen Mahlzeiten gab es Tee. Der Volkskommissar für Abfallprodukte Ospidioff hat ein neues Verfahren entdeckt, wie man Tee aus Maiskolben zubereitet. Es ist sehr einfach. Man gibt einige Maiskolben in einen Topf Wasser und läßt sie sechs Stunden lang kochen. Dann gießt man das Wasser ab und nennt es Tee. Man nimmt an, daß diese Entdeckung geeignet ist. den Fünfjahres- plan um mindest fünf Minuten zu verkürzen.* Ich kann mich der Zeit erinnern, da Auslandsreisen noch als eine Art Vergnügen, als körperliche und geistige Erholung ange- sehen wurden. Wenn man heimkehrte, wurde man gefragt:„Nun, wie war's in Paris?* und man antwortete:„Paris? O. Junge..." Man zwinkerte bedeutungsvoll mit den Augen, und dabei hatte es sein Bewenden. Aber heute ist das Reisen kein bloßes Ver- gnngen mehr Die Reisenden wissen, daß sie..die Verbältnisse studieren* müssen, weil die Zurückgebliebenen mit Recht von ihnen erwarten, daß sie über das Gesehene autoritative Auskunft geben. Und nur zu oft ereignet es sich, daß die Zuhausegebliebenen übep das Ausland besser Bescheid wissen als sie, die Weltreisenden. Dieser Umstand ist vielleicht auch die Erklärung dafür, daß das Land der Sowjets heute das Paradies der Reiseschriftsteller dar- stellt. Es ist so weit entlegen und so ungeheuer groß, daß sie mit dem angenehmen Bewußtsein in die Heimat zurückkehren können, daß ihre Erzählungen unangezweifelt aufgenommen werden. Denn was immer man über Rußland erzählen mag, stets wird es Leute geben, die es auch glauben. (Einzig autorisierte Uebersetzung au» dem Amerikanischen von Leo Lorten.) Bei der Stadt Crescent in Kalifornien liegt eine gefällt« kali- fornische Fichte. Dieser Baumstamm ist insofern merkwürdig, als aus ihm nicht weniger als vierzehn hohe, schlanke Fichten emvor- gewachsen sind, di« alle keinen Nahrungsmangel zu leiden scheinen, obwohl keiner von ihnen direkte Verbindung mit der Erde hak. Keiner dieser vierzehn Bäum« hat Wurzeln, es sind in Wirklichkeit ja auch keine Bäume, sondern nur Aeste des alten Stamms«. Nach- dem der Stamm gefällt war. begannen sie senkrecht in die Höhe zu wachsen und haben durchaus das Ansehen von sreiwachsenden, selbständigen Fichten. Die Schweißabsonderungen des Menschen sind von großer Wichtigkeit und ihre Unterbrechung oder Zurückdämmung können eine Art Vergistungszustand herbeiführen. Hunde, die mit mensch- licher Schweißabsonderung geimpft sind, verlieren ihre Munterkeit: in der Regel erfolgt heftiges Erbrechen und Muskelzittern. Nach starken Muskelanstrengungen Ist die Giftigkeit des menschlichen Schweißes stärker' als beispielsweise nach einem Dampfbad. Die während 24 Stunden zurückgeh allenen Schweißmengen eines Menschen genügen, um einen menschlichen Körper von öS Kilogramm Gewicht zu vergiften. « Alkbewöhrte Marken-Teppiche In allen Webarten Ii qi130* 200 ffl165*2S5 co.200*300 ca.230*330«250*350«300*400 DmimsW �'14:18:26:3? 21-24-31:39: 26:36:48:59- 45 6Z.N94»96:114: 6296-128:« . W»*____ a a � bA II Brücken Bettvorlagen«„<4 1 0 Bettumrandungen La u Pers toffe ÄÖ � s�mS.85 TOIkI WCTS8 iy'()C ca 68cm. breit Boucle flamm«, in vie- 02% M ten Farbenca68cnitir£ htei K Nur sowiit Vorroh | Theater, (, Lichtspiele usw. Sfdals 8% Thcafer Sonntag, den 29. November Staatsoper Unter d. Linden 20 Uhr Margarete StutLSdiausgielhiDs Siifennuiirkt 20 Uhr Liebelei staatsoper 2, tu• labelhalte« AkML 5, I» nroBo Attraktionen, » a�.fbtrooe 2 aar. nur blas«. 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Dezember, 17 Uhr, im Krema- lorimn Eetlchlftratze stall. Obre Ihrem Andenkev Z Rege Beteiligung wirb errnartet. via Oi Issel waitnng DentiiteillMaMei-VeU Idifum! ilditunsi! BflromasdiinenmdQstrie I Slensfag. den L Scjembec. nnchen.»>b Ahr. In» Zltzungofaai Z, 2 Treppen. VoNverzsmmwnS Tagesordnung: 1. Bericht von den Berhandwug»» mll dem Neichsverdand der Wir»- maschmenhiindler. 2. Emsa»idung üb« das vorliegende Ergebnis Es Iii Pflicht aller Sollsgen. nnbedii nnd pünktlich zu dies« Bersammlnng zu «scheinen. Di» FuoSionärs der einzeln»» Betriebe find pnnktlich um 5 Uhr zur Stelle. JUhlnntf! s. Bezirk! Sie Saclcanensmdnaacfanfetenj de» 9. Bezirk» findet in» Mono« Scjetnbec nicht am MUkrnoch. fonOetB an» Sonnecsfag. dem 3. Ocjember, nachm. 5 Ahr, Im Lakai Lohann, BrOderfir. 18,18. stakt. l>Ie vrkseerwaltang. VrlZkrsnkMszze Nir llik Kevervs Her TkiklBr BBS pjBBBfBNBsrdBller n Berlin SO 30, Oranienstr. 39 (Maladnil jne ardcnNIchea«nsschahfifzana Oonnetnlag. 9. 10. Sejambcc 11 i6>/, Uhr. im Sasseulolal, Lranieuftr. 38. 1. am 931. Tagesordnung: l. Bericht üb« die finanzielle Lage der Söffe. 2. Feftfezung de« Voranschlages für da» Rechnungsfahr I33S. S. Wahl des Rcchnungsausfchnffes zur Prüfung des Rechnnngs. und S-. fchällsabschiuffes für 1831. 4. Satzungsänderung. 5. Verschiedenes Der Vorst and. Fritz Kortum, Hermann Ebrlicb, Stellvertr. Borsitzend«. Schriftführer. Am 28. Novrmder, vorm. 10 Uhr. verschied nach kurzer, schmerer Krank- hell meine geliebte Frau und treu, Lebenskameradin. Frau Berta Klerneot geb. Müntz Die» zeigt tiefbeteübt an Eaflwirt.Alois Klement Berlin N, Sophienstr. 6 Die Beisetzung findet am Mittwoch, dem 2 Dezember, nachm. 3 Uhr, von der Halle de» alten Sophien-Fried- Hofe», Bergstratze. ans statt Am Donnerstag, dem 26. November. verschied nach schwerem Leiden meine teure Ledenskameraotn, unfre Herzens- gute Muttee und Oma InUise tterrxtith geb. Kasse im Alter von 66 Jahren. Zu stiller Trau«: Julia: Herrtznlh nebst Angehörigen Die Beerdigung findet am 1. Dezember. 14 Uhr, vom Trauerhause BIn.-Mahlsborf, Lemkestr 38, au» statt. Danksagung Für die überaus rege Deteilt- gung bei der Einäschenmg un- lere« mivergehlichen Toten sagen wir allen Paiteigenafsinnen und Genofseu, Verwandten, Freunde» und Bekannt en unseren herz- lichfte» Dank. �VUve Lmilie Appel nebst Kindern. Dantaegoog! Für die vielen Bernaile berzüch« Teilnahme anläßlich des Hinicheid rn» meines gellebten nuo«g�lichen Ehe- manne», de» Nestaurateurs Brost Berber sage ich allen Freunden, Bekannten und Verwandten sawte Vereinen. insbesondere allen Eenossen und" unser»» Wir die ersten Wlobrikeo aungen rosse»» Wer sich mit oig«« nen Augen davon Oberzeugen will, wie sehr alle Stoffe durch den Direkt-Var- kauf ab Fabrik verbilligt sind, ist zu einer unverbindlichen Besichtigung eingeladen ceaida. 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