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Dönboli 71 L92— 297 Tclegramm.Adi.i Sozialdemokrat Berlin, Probleme des Machtkampfes. Lleberlegene Taktik sichert den Sieg. Das Problem der Machtergreifung durch den National- sozialismus beschäftigt viele Köpfe und wird oft in einer Weise erörtert, die ber Klärung nicht dient. Es werden ver- fchiedene Dinge durcheinandergeworfen, die auseinander- gehalten werden muffen. Es ist zweierlei ob der Nationalsozialismus die Macht allein übernimmt oder ob er sie mit anderen teilt. Teilt er sie mit anderen, so wird alles darauf ankommen, wie die Teilung erfolgt. Es ist ein anderes, wenn er die Macht auf ver- fassungsmäßigem Wege erreicht, ein anderes, wenn er sie durch Gewalt erobert. Kommt er verfaffungs- mäßig zur Macht, so entsteht die Frage, ob er die verfassungsmäßigen Rechte der Opposition gelten läßt oder ob er sie umstößt, um sich gewaltsam in der Macht zu behaupten. Dabei wird es wieder weniger auf die Absichten ankommen als auf die Machtverhältnisse. Eine gewaltsame Eroberung der Macht liegt für die nächste Zeit außerhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Der National- sozialismus ist legal, weil ihm die Legalität zur Zeit viel besser bekommt als die Illegalität. Ebenso unwahrschein- lich ist es, daß der Nationalsozialismus in einem der niaß- gebenden Parlamente, im Reich oder in Preußen, für sich allein die Mehrheit gewinnt. Beide Wege, sich von allen anderen Parteien, besonders vom Z en t r u m, unabhängig zu machen, sind ihm bis auf weiteres versperrt. Dagegen besteht die Gefahr, daß bei der Reichs- Präsidentenwahl im Aprll nächsten Jahres ein den Nationalsozialisten nahestehender Kandidat siegt. Gegen die Macht eines rechtsgerichteten Reichspräsidenten kann mir eine regierungsfähige und regierungsmilligc Linksmohrheit des Reichstags ein Gegengewicht schaffen. Fehlt dieses, ja ist eine Mehrheitsbildung überhaupt nicht möglich, so kann der Reichspräsident durch Notverordnungen beinahe alles machen, was ihm gefällt. Freilich kann er nicht die Ver- fafsung ändern, das heißt, er kann ohne Staatsstreich nicht die Möglichkeit ausschließen, daß eines Tages eine Reichstags- Mehrheit seine Notverordnungen aufhebt, seine Regierung stürzt und ihn zwingt, eine Regierung nach ihren Wünschen zu ernennen. Jin Jahre 1923 ist der Sieg Hindenburgs über Marx nur dadurch herbeigeführt worden, daß die Kommu- nisten auch im zweiten Wahlgang ihre sinnlos gewordene Protestkandidatur aufrechterhielten. Das Experiment ist noch verhältnismäßig gut abgelaufen, weil Hindenburg die Hoff- nungen seiner Anhänger enttäuschte. Seine Wiederholung im Jahre 1932 würde die Gefahr in unmittelbare Nähe bringen, daß ein dem Faschisnius nahestehender Kandidat das Rennen macht. Dies aber könnte verhängnisvoll werden, Macht in die Hände eines Förderers des Faschismus gelegt wird. Parlamentarische Regierungen dagegen können, solange die Verfasiung funktioniert, jederzeit gestürzt werden. Jede Regierungsmel)rheit muß sich spätestens nach vier Jahren wieder zur Wahl stellen. Bestände die Sicherheit, daß die Nationalsozialisten die Spielregeln der Demokratie, nach denen sie zur Macht kommen wollen, auch beachten werden, wenn sie an der Macht sind, dann wären wir alle bereit, sie lieber heute als morgen an die Regierungsmacht„heranzulassen". Der ganze Schwindel nDre dann sehr schnell zu Ende. Solange jedoch gegen die Nationalsozialistische Partei das begründete Mißtrauen besteht, daß sie jede ihr anver- traute Machtposition zu verfassungsseindlichen Zwecken miß- brauchen wird, bedeutet jede Beteiligung der Nationalsozia- listen an der Macht Bürgerkriegsgefahr. Diese Bürgerkriegsgefahr würde brennend werden in dem Augenblick, in dem den Nationalsozialisten Machtpositio- nen von der Bedeutung des Reichswehrministe- riums, des Reichsinnen Ministeriums oder des preußischen Innenministeriums in die Hände fielen. Es gilt also, mit allen geeigneten Mitteln zu ver- hindern, daß solche Machtpositionen in die Hände von Faschisten gelangen. Daß eine Partei von der Macht fernegehalten wird, so- lange sie nicht für sich allein die Mehrheit hat und solange sie sich nicht den Parteien akkomodiert, die sie zur Mehrheit braucht, entspricht durchaus dem Geist und Wortlaut der Bsrfafsung. Es entspricht der Verfassung und olle« Ge- Vorwärts-Verlaa G.m.b.H. setzen der Vernunft, daß in den Ländern die alten Regierun- gen die Geschäfte weiterführen, solange neue nicht gebildet werden können. Es entspricht der Verfassung, wenn die Par- tcien der Mitte die Bedingungen bestimmen, unter denen sie mit den Flügelparteien eine Mehrheit und eine gemeinsame Regierung bilden wollen. Die Verantwortung dasür, daß ein Abrutschen in den Faschismus und in den Bürgerkrieg verhindert wird, liegt also noch immer beiderMitte. Und daran wird sich wohl auch, soweit die Parlamente in Frage kommen, sobald nichts ändern. Die Mitte trägt die Verantwortung dafür, daß keine wichtige Machtposition in die Hände der Verfassungsfeinds kommt und daß jedem Versuch» die Staatsautorität durch terroristische Methoden zu zermürben, der stärkste Widerstand entgegengesetzt wird. Die faschistische Gefahr ist keine dauernde. Der Haken- kreuzbewegung steht das Schicksal bevor, das bisher noch alle Bewegungen eines durch Wirtschaftskrisen radikalisierten Mittelstandes gehabt haben: Enttäuschung und Zerfall. Gc- singt es, den Damm zu halten, bis die Sturmflut abzuebben Postschecklonto: Berlins? öSS.—BanllomoiBankdttArdeiier.Sngesielli«»»nd Beamirn, Lindensir. 3 Dt,B.u.Dise..Gei.. Depostienk., Jernialemer Sir, beginnt, ist alles gewonnen. Und daß das gelingen wird, ist gewiß. Die größte Gefahr liegt für den Augenblick bei einer R e i ch s r eg i e r u n g, die die Zügel schleifen läßt. Im nächsten Frühjahr wird dann die Rcichspräsidentenwahl ein Gefahrenpunkt erster Ordnung sein. Aber solange es ver- sassungsmäßige Alöglichleiten gibt, für die Ideen der Demo- kratie und des Sozialismus zu kämpfen, liegen alle Sieges- aussichten bei diesen. Ein rascher Ueberblick über die gegebenen Möglichkeiten zeigt ein uns g ü n st i g e s Kampfgelände. Es zeigt, daß wir uns den Sieg sichern können, wenn wir zwei Fehler ver- meiden: nämlich wenn wir uns nicht auf eine zu starre Taktik festlegen und wenn wir nicht den Kopf verlieren. Die ge- schlossene Front der Partei, der Gewerkschaften, des Reichs- banners der Sportorganisationen steht bereit zu Abwehr und Vormarsch. Wir sind stark: wenn wir kaltblütig und unter sorgfältiger Ausnutzung aller tattischen Möglichkeiten den uns heimischen Boden der demokratischen Legalität verteil gen, werden wir unüberwindlich soin? Die Besprechungen mit Brüning. Die Lohnabbaupläne und der Kampf gegen den Faschismus. Die bereits angekündigte neue Besprechung der Führer der sozialdemokratischen Reichstagssraktion mit dem Reichskanzler Dr. Brüning ist aus Donnerstag festgesetzt worden. In dieser Besprechung werden die beiden wichtigste» Forderungen der Sozialdemokratie: Bcrzicht ans weitere Lohn- und Gehaltssenkung nnd die aktive Abwehr des Staates gegen die faschistischen Ge- fahren den Hanptgegenstand bilden. Diese Aussprache wird hoffentlich Klarheit über die wahren Absichten der Regierung bringen, vor allem über die gestern verbreiteten Meldungen, daß der neue Lohnsenkungs- plan von der Regierung zurückgestellt werden solle, bis ein Erfolg der Preissenkungsaktion sichtbar geworden sei. Bei der Preissenkung steht eines fest, sie wird beginnen mit der Einsetzung einer neuen Behörde, einem Reichskommisiar für die Preissenkung. Man nennt auch be- reits den Mann dafür. Es ist der ehemalige Kriegs- ernährungsminister V a t o ck i. Jede fühlbare Entlastung der Kosten der Lebenshaltung ist von einer Senkung der Mieten und der Gebühren für Gas, Wasier und Elektrizität sowie der öffentlichen Tarife abhängig. Eine allgemeine Senkung der Mieten ist offenbar nicht beabsichtigt. Eine Mietsenkung nur um Ist.Proz. entspricht einem Betrage von mindestens 499 Millionen Mark, deren Aufbringung man den Haus- besitzern nicht zumuten will und die die öffentlichen Finanzen nicht entbehren können. So scheint man lediglich an eine Senkung der Neubaumieten zu denken. Länder und Gemein- den sollen auf die Verzinsung und Tilgung der Häuszins- steuerhypotheken verzichten. 159 Millionen sollen aus der Hauszinssteuer bereitgestellt werden. Davon sollen 199 Mll« lionen als Zinszuschüsse für die Senkung besonders hoher Neubaumieten verwendet werden und 59 Millionen als Mictzuschüfse für arbeitslose Mieter in Neubauwohnungen. Ueber die Deckung der dadurch entstehenden Fehlbeträge in Ländern und Gemeinden hüllt man sich in Schweigen. Die angekündigte Erhöhung der Unisatzsteuer auf 1,7 oder 2 Proz. wird von den Unternehmern stark angefochten. Die westdeutsche Industrie hat sich in einen: geharnischten Protest gegen alle Steuererhöhungen ausgesprochen, insbesondere gegen die Erhöhung der Umsatzsteuer, weil sie die Preis- fenkung gefährde. Man verlangt aber die Erhebung einer be, sonderen Umsatzsteuer von der Einfuhr, also eine neue Be- lastung der Einfuhr durch einen zusätzlichen Zoll, der durch Drosselung der Einfuhr und durch Erhöhung der Belastung ebenfalls Preissteigerungen im Inland hervorrufen muß. Konferenz der Kinanzminister. Am Dannerstag findet in Berlin eine Konferenz der Fi nanz min ister der Länder statt. Die Aussprach« gilt vor allem dem sinanzpaktischcn Teil der ncnen Notoerordnung. Reichsbanner rust: Zupacken! Gewaliige Massenkundgebung im Sportpalast.— Zum Kampf bereit und gerüstet. Deutschland ist nicht Italien? Die Republik steht nicht ohne Republikaner da, sie ist nicht wehrlos machtgierigem Landsknechtstuin ausgeliefert! Millionen von Männern, die im Kriege tausendfach dem Tode gegenübergestanden haben, und hunderttausende ihrer jungen Kameraden sind ent- schlosien und bereit, selbst ihr Leben für Demokratie und Freiheit einzusetzen. Die gestrige machtvolle und in ihrer eisernen Geschlossenheit einzigartige Kundgebung des Reichsbann ersSchwarz-Rot-GoldimSport- palast rief nach den 12 Massenkundgebungen am Sonntag den verantworllichen Männern in den Regierungsstuben noch einmal zu: Jetzt ist es genug, zupacken ist die Parole! Man sah gestern fast keine Frauen in dieser Riesenver- sammlung, ein jeder der Männer, die den Sportpalast bis unter das Dach drückend füllten, war ein Kämpfer für die Republik. Der ungestüme Kampfeswille, der alle erfüllte, inachte sich immer wieder in minutenlangen Beifallsstürmen Luft. Das Reichsbanner wacht! Es ist gerüstet, in einer Front mit der großen Partei der deutschen Arbeiter, der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften, bis zum letzten Atemzug für die Erhaltung des Volksstaates zu kämpfen. Pünktlich um 8 Uhr begann die gewaltige Kundgebung. Unter den Marschklängen der von den Kreisen Friedrichshain. Treptow, Neukölln und Charlottenburg gestellten Musik- kapellen vollzog sich der Fahneneinmarsch. Als zu beiden Seiten des Parketts die Fahnenträger, geführt von den Trä- gen: der Bundesstandarte und der allen Fahne von 1848, erschienen, brach die Riesenversammlung in nicht enden- wollende begeisterte Ovationen aus. Hüteschwenken, Winken und minutenlanges Händeklatschen begrüßte die dann in voller Ausrüstung mit Tornister und Sturmriemen herunter einmarschierenden Formationen der Stafo-, Schufo- und Jungba-Organisation. Der Beifall braust noch durch das Haus, als die Fahnenabordnungen bereits auf dem Podium Aufstellung genommen haben, das im Hintergrunde einen riesigen Reichsadler zeigt. Impulsiv werden aus der Menge Freiheilrufe auf das Reichsbanner ausgebracht und von den Versammelten begeistert aufgenommen. Die'Ansprachen der Redner werden gleichfalls immer wieder von Beifallsstürmen unterbrochen, wie sie in diesem Ausmaße der Sportpalast selbst bei den größten republikanischen Kundgebungen nur selten erlebte. Im Namen des Gauvorstandcs Berlin des ReiäisbannerS Schwarz-Rot-Golb eröffnet« Kamerad Nowack die Kundgebung.„In ernstester Stunde rust das Reichsbanner zum Kampfe auf. Wie Ende 1923, so ist auch heute unsere Lage außer» Die Mnistergehälter der Nazis. Enthüllungen im thüringischen Landtag. Bdmar, 2. Dezember.(Stgeitbertdjf.) Der Thürillgljche Landtag behandelte am Mittwoch!« zweiter Lesung die von der Thüringer Regierung erlassene Not- Verordnung. Verbunden damit war die Beratung eines Mißbilli- gungsantrags der Nationalsozialisten gegen das Gesamtlabinett. weil es einen Beschluß des Landtags vom 27. Mai 1£)Z1, der die H e r a b» l e tz u n g der Ministergehälter aus 12000 Mark jährlich forderte, nicht ausgeführt hat. 'Staatsminister Baum führte in der Debatte aus. daß man es den Ministern nicht zumuten könne, für ein geringeres Gehalt als es die höheren Staatsbeamten beziehen, zu arbeiten. Dadurch werde das Ansehen' der Minister untergraben. Das kleine Land Braunschweig habe zwei Minister und zahle jähr» lick) fast soviel Gehalt dafür wie das dreimal so große Land Thüringen. Für Braunschweig genüge ein Minister. Die Nationalsozialisten hätten aber einen zweiten ver» langt, um einem von ihren Leuten«l«e» Posten zu verschaffen. Auf eine Anfrage, wie hoch das Uebergangsgeld fei, da« der frühere Innenminister Frick bisher vom Laud� Thüringen erhalten habe, erwiderte Minister Baum, daß Frick ab 1. April bis 31. Dezember 1931, also für ein Dreioierteljahr, die durch die Notverordnung festgesetzten Abzüge bereit» abgerechnet. netto 10 378 Mark ausgezahlt erhalten habe. Kick habe sich nicht einmal mit dem letzten Ministergehalt in Thüringen zu- frieden gegeben, sondern habe für sich sogar eine Swnder- Pension verlangt. Die Nationalsozialisten versuchten, den Minister während seiner Rede niederzubrüllen, so daß der Präsident gezwungen war, zahl- reiche Ordnungsrufe zu erteilen. Der zweite Vizepräsident des Land- tags Abg. Marschler(Nsoz.) mußte wegen gemeiner Zwischen- rufe einem sozialdemokratischen Redner gegenüber aus der Sitzung ausgeschlossen werden. Deutschland und die Schweiz. Schwierige handelspolitische Verhandlungen. Zwischen der deutschen und der Schweizer Regierung ist vereinbart worden, daß die Kündigungsfrist des deutsch-schweizerischen haadetsvertrages um weitere zwei Wochen verkürzt wird. Diese erneute Verkürzung der Kündigungsfrist gibt der Schweiz die Wäg' tichkeit, noch am 18. Dezember den bestehenden Handelsvertrag zum 4. Februar nächsten Jahres zu kündigen. Die Schweiz hat auf dieser Forderung bestanden, um die bisher ergebnislosen Der» Handlungen mit Deutschland bis zum 18. Dezember fortsetzen zu können, ohne daß hierdurch der Kündigungstermin im Februar berührt wird. Die Wirtfchaftsverhandlungcn mit der Schweiz haben sich von vornherein für die deutschen Vertreter außerordentlich schwierig gestaltet. Die ersten Forderungen der Schweiz, be- stimmte deutsche Einfuhrwaren zu kontingentieren, also auf eine bestimmte Menge zu begrenzen, konnte von deutscher Seite grundsätzlich nicht zugestanden werden, da durch eine derartige Konzession. Deutschland seinen übrigen Handelsvertragspartnern gegenüber in eine unhaltbare Lage gebracht worden wäre. Im Verlauf der Verhandlungen Hot sich die Schweiz den deutschen Ein- wänden gegen die Kontingentierung nicht verschließen können, hat dafür aber die Forderung aufgestellt, daß für 90 Warengruppen die Zollbindungen, die im Handelsvertrag für sie festgelegt sind, gelöst werden. Auch derartige Zugeständnisse würden eine außerordentlich scharfe Drosselung der deutschen Im- parte nach der Schweiz nach sich ziehen, so daß der scharfe Wider- stand der deutschen Delegation gegen die Schweizer Forderungen berechtigt ist. Beharrt die Schweizer Regierung auf ihrer Forderung, so muß mit einer Kündigung des haadelsvertrages und einem vertroglofen Zustand zwischen Deutschland und der Schweiz gerechnet werden. Hiiler geht zu Mussolini. Das Braune Haus bestätigt. München. Z.Dezember.(TU.) Auf Anfrage wird-vom Braunen Haus erklärt, daß die Gerüchte über eine noch bevorstehende Rom reise Hitlers unzutreffend feien. Doch sei es nicht ausgeschlossen, daß Hitler, sobald dies'chm erforderlich erscheine, sich ebenso wie nach anderen Hauptstädte», auch nach Rom begeben werde. Die Telegraphen- Union berichtet dazu: Aus dieser Auskunft ist zu schließen, daß Hitler tatsächlich eine Romreise plant, daß aber der Zeitpunkt der Reife von der weiteren politischen Entwicklung abhängt. nrdenKich schwer. Aber wir haben den Glauben und den Mut, daß wir die Schwierigketteu überwürden werden. wir wollen ein freies Deutschland nach außen und innen. Wen« die Masse der Republikaner aussteht, dann zerstiebt der Spuk der Reaktion. lStürmische Zustünmunz.) Wir sind bereit, zu kämpfen und werden uns nicht ergeben wie die Machthaber von 1918. Aber die Regieren- den sollen erkennen, wo ihre wirtliche Stütze ist! Sie sollen zupacken bei den Gegnern des Volksstaates, aber wich zupacken zu gemein- fawer Arbeit bei uns, den Hilfstruppen der Republik. Unsere Schufo- Kameraden stehen da, gernstet und bereit wie wie olle, ein neues Treuegelöbnis für Volksstaat und Republik abzulegen."(Lebhafter Beifall!) Sodann nahm das Wort im Auftrage des Bundesvorstandes des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold Landtagsabgeordneter Major a. O. Hauff. ..Wem die.Augen noch nicht geöffnet waren, dem müssen sie geöffnet sein durch die Boxheimer Dokumente, die uns die merkwürdige Dreieinlzeit aus Nationalismus, verarmten Mittel- schichten und Bolschewismus als widerspruchsvolle Dreieinigkeit der Nazis enthüllt haben. Der Name Nationalsozialismus ist für jene Horden viel zu schade, Nationalbolschewismus ist die richtige Bezeichnung. Die sozialistische Arbeiterbewegung der Vorkriegszeit wußte nichts von Erschießen und hängen und den anderen mörderischen Schlagworten, die uuter Hitler übjich sind. Soll das deutsche Volk Verbrechern und Dilettanten ausgeliefert(ein? (ötürniifchc Rufe: Niemals, niemals!) Noch nie hat die Fratze des Nationalbolschewismus die kultivierte Menschheit so an- gegrinst wie aus de» Boxhcittier Dokunicnie». Wo bleibt end- lich der Zugriff des Staates?(Anhaltende Zustimmungs- lundgcbungen.) Es geht mn Kultur oder Unkultur, grausiges Mittelalter oder neue Zeit. Unverständlich ist das Säumen des Reichsanwalisl(Lebhaftes: Sehr richtig!) Herr Hitler entschloß sich, von seinen kompromittierten Freunden in herrlicher Mannes- neue abzurücken. In fünf Tagen aber werden die Hochverräter bereits durch die Immunität als hessische Landtagsabgeordnete ge- schützt sein. Der Reichsanwalt muß zupacken. Wir aber verlangen eine republikanische Aktion, und das Reichsbanner.hat sie begonnen, indem es sich an alle anständigen Menschen in Parteien, Eewerk- schaften und Organisationen wendet, damit die Sumpsblnme des grinsenden Nationalismus im eigenen Gestank erstickt.(Lebhafter Beifall.) Wir fordern kraftvolle Abwehr, mannhaften Mut und Einstehen, sür Republik und Demokratie. Dir Boxheimer Dokumente sind Geist von Hitlers Geist und mitschuldig an dem Ausblühen der nationalsozialistischen Sumpfblüte ist der RUttelslaud, der sich zum Steigbügelhalter der Reaktion gemacht hat. Schassender Bürger und schaffender Arbeiter zusammen haben die Weimarer Verfassung geschaffen und Volk und Staat gerettet. Fügt euch wieder ein in die gemeinsame Front. Wir verlangen schonungs- loses Borgehen gegen Hochverräter und Wirtschaftsverderber jeder Art, Säuberung des gesamten Vcrwaltnngsapparates und uner» schülterlichc Ablehnung jedes Politikers, der flau macht. Die Republik braucht- hemmungslose Republikaner an ihrer Spitze. Nur Festigkeit bedingt Gefolgschaft, nur der Wille macht groß oder klein, llosere Parole sei; zupacken: unser Inhalt: republikanische Aktion."(Die Bersammlung bringt dem Redner eine langanhaltcnde Ovation.) Das Wort nahm sodann Reichsiagsabgeordneker Fritz Tornow. ..Man wurde die nationalsozlallsttsche Bewegung nur halb begreifen, wenn man sie einzig in ihren polii ischen Erscheinungen lehen wollte. Alle politischen Machtkämpfe sind auch soziale Kämpfe. Der Kamps der nationaksozioliftifchen Front gegen di« Republik. gegen Demokratie und Parlamentarismus, gegen die Staatsbürger- rechte der breiten Volksmassen ist im Grunde nichts anderes als b«r Generalangriff auf die soziale Stellung der werk- tätigen Massen. Die chitlsr-Bewegung hat zu Propagandazwecken die Worte „Sozialismus und Arbeiter" auf ihr Firmenschild geschrieben. Eine schamlosere Verlogenheit kann man sich kann: vorstellen! Wie merk- würdig sind ein Sozialismus und eine Arbeiterpolitik, bei denen die extremsten Verfechter der kapitalistischen Klasseninteressen zu der Bewegung flogen, wie die Motten zum Licht.(Stürmische Zustünmung.) Man steht den großen Inflationsgewinnler h n g c n b c r g, den Scharfmacher Kirdorfs, den Großpeirsionär Schacht, Bank- und Börscnfürften, Feudal- Herren und Schwerindustrielle in dieser„Sozialistischen Arbeiter- Partei" oereint,(hohngelochter.) Die kleinen Agitatoren freilich werden mit blutrünstigen Reden gegen das Kapital auf die Reif« geschickt, um dumme Proletarier einzufangon. Hitler selbst hat ja gesagt, daß die Arbeiter oder Angestellten kein Recht haben, Anteil am Besitz oder gar an der Leitung der Betriebe zu nehmen. Der Unternehmer, der die Verantwortung trägt, schafft auch den Arbeitern Brot, so sagt er. und er fährt fort, daß es geradezu unseren großen Unternehmern nicht ans das Zusammenraffen von Geld und Wohl- leben ankonnne(stürmische Zurufe: Lahusen, Lahusenl), sondern nur auf die Verantwortung. Von der Arbeiterklasie dagegen sagt er, daß sie nichts anderes wolle als Brat und Spiele und kein Vncktändnis für Ideale lyabc.(Zum sc: Dos schimpft sich Arbeiter- führer.) Und Hitler erklärt weiter: Wir wollen eine Herren- schicht ohne tvtttleidsworal. die auf Gund ihrer besseren Rasse das Recht hat. ihre Herrschaft Uber die breite Masse rücksichtslos avsznüben. lStümische Psui-Ruse.) Arbeitslosenunterstützung beziehen, das macht nach Ansicht.hülcrs faule Bäuche und dumme Köpfe. Im Dritten Reich hört das ans, da heißt es noch dein hesflschcn Herrn Best: alles antreten zur Zwangsarbeit. Nach verrichteter Zwangsarbeit gibt es K a l l e k t i o s p e i s u n g. Wer nicht mitarbeiten will, bekommt nichts zu essen und verreckt. So sind die sozialen Fragen von Herrn Hitler leicht gelöst. Schwieriger ist es, von den Nazis Aufklärung über ihre wirtschaftlichen Ziele zu bekommen. Zwar hat mau eine nebelhafte Vorstellung von einer nationalen Wirtschaft, in der auf freiem deutschen Boden ein freies deursches Volk sich vom guten deutschen Roggenbrot und vom guten deutschen Kohl ernährt. Aus den Einwand, das industrialisierte Deutschland brauche einen großen Güteraustausch mit der Well- Wirtschaft, erwidert man, daß man den nationalen Wirtschastsrarnn ja erweitern könne, und man weist dabei auf den Osten, den man erwerben könne, wobei man gleichzeitig- minderwertige Rassen ausrotte. Hitler hat den klassische« Ausspruch getan, daß es gar keine« Unterschied zwischen Kapitalismus und Sozialismus gebe. Das ist eine ausgezeichnete Definition des Nazi-Sozialismus. (Stürmische Zustimmung.) Die hitler-Bewegung ist nichts anderes als die Prätorianergarde der Kapitalisten und Großagrarier. Darum ist sie die Zufluchtsstätte aller derer, denen in der Republik die politischen und sozialen Vorrechte der herrschenden.Schicht genommen sind.(Sehr richtig.) Die„natio- nale Front" ist aber auch die Zufluchtsstätte für viel« Unternehmer geworden, die än der schweren' Wkrkfchafts- katoftrophe mitschuldig sind. Auf sie allein ist die Wirtschaftskrise gewiß nicht �inmckzuführen. Aber das deutsche Unglück wurde un- endlich vergrößert durch die riesige Unfähigkeit und verbrecherisch? Verantzoortungslosigkeit gewisser deutscher Unternehmerschichtem I» keinem Lande gibt es eine solche Fülle von Wirt- schaftsskandalen wie in Deutschland..Das sind nicht mehr Einzelfalle, das ist ein System verbrecherischer Wirtschaftsführung. (Lebhafte Zustimmung.) Wir rufen der deutschen Justiz und den Behörden zu, daß sie erheblich derber und schneller zupacken müssen. In Deutschland hat man den Eindruck, daß man Nicht einen Tag sicher ist, wegen militärischen Landesverrats auf Jahre ins Gc> fängnis gesteckt zu werden, daß es aber für die schwersten wirk- fchasllichen verbrechen keine Sühne gibt,(hier setzt ein Zu- srimmungssturm ein, der Tornow für Minuten am Weiterreden hindert.) Noch eine Warnung an die Regierung! Sie hat den republi- kanischen Volksmassen schon sehr viel zugemutet. Wir kämpfen um die demokratische Republik nicht allein wegen der Staatsform, son- dorn auch wegen ihres sozialen Inhalts, und ich bestreite mit aller Entschiedenheit, daß die wirtschaftliche Lage Deutschlands durch einen Lohn- abbau gebessert werden könne.(Anhaltende Zustimmung.) Ich sage zum Schluß: die maßlose Verrohung des ganzen öfsenilichen Lebens, die unocrhüllle Vlordhehc. der offene Terror, das alles ist die wahre Schmach für die nationale Ehre des deutschen Volkes.(Stürmische Zustimmung.) Diesem Zustande muß ein Ende gemacht werden. Unsere Mahnung„Zupacken" richtet sich in erster Linie au die versonen. die nach ihren geschworenen Amtspflichten dazu verpflichtet sind, Leben und Gesundheit der Staatsbürger zu schützen. Wenn aber die Nazis glauben, daß sie Mordfreiheit besitzen, dann werden sie erfahren, daß auch die republikanischen Fäuste zupacken können."(Niinutenianger Beifall.) Als Vertreter der Berliner Zentrumsparei ergriff, herzlich empfangen. Gchulrat Kellermann das Wort. Sein Austrag war, auf die außenpolitischen Gefahren hinzuweisen, die Deutschland drohen, wenn sich die Welle des Nationalsozialismus zur Flut ausbreitet. Er hatte der mter- nationalen vorbereitenden Tagung für die Genfer Abrüstung»- kotiserenz in Paris beigewohnt und war Zeuge der Lärmszenen im Trocadero. Er betonte, daß dieses Erlebnis kein Ausdruck des französischen Volkswillens, sondern eine organisierte Heye der französischen Faschisten, der Lotion b'rancaiso war. Man hörte nicht Frankreich, fondern Leute, die vom Gelde des Parfümfabrikanten Coty bezahlt wurden. Vergessen wir nicht, es war nicht Frankreich, und auch Paris ist nicht Frankreich, denn die ruhigen, klugen und zum Frieden entschlossenen Politiker finden wir nicht in Paris, sondern draußen in der Provmz, wo keine nationalistische Hetze die Hirn« umnebelt hat. Der Sieg der französischen Demokratie ist der Sieg der deutschen Demokratie, und der Sieg der deut- schen Demokratie ist der Sieg der französischen Demokratie! In Frankreich lebt eine starke Bewegung gegen den Faschismus.> Noch nie sind die Länder und Völker aus dem Fofchismus gesund j herausgekommen, höchste Zeit ist es, daß wir den führenden Männern der deutschen Regierung ein energisches halt entgegen- rufen. Ich setze hinzu: Herr Reichskanzler Brüning, hier sind Tausende und aber Taufende von Menschen, willens, Blut und Leben hinzugeben, wenn es gilt, die deutscktc Republik gegenüber allen tjaiicmollfli- schen Horden zu verteidige.». Herr Reichskanzler Brüning, lassen Sie diese mannen herzen nicht erkalten, verstärken Sic in diesen Hirnen den Gedanken des Kampfes für den Staat ynd lassen Sie in Ihren Regierungsmohuahmen erkennen, daß Si: ein« sind mit dem Denke» und Fühlen diesi-r Millionen. Es Ist die letzte Stunde! Wir nehmen das Warnungswort nicht leicht in den Mund, und es fällt uns schwer, hier in aller Oesscntlichkeit zu sagen: der Republikaner beginnt zu zweifeln, wenn er sieht, daß trotz der heute noch festen Regicrungsgewalt nationalsozialistische Banden dnrcki Stadt und Land ziehen und blutigen Terror ausüben. Wir haben uns diesen Staat gefchafsen. Unsere Väter und Brüder haben sür ihn ihr Blut in den Feldern Rußlands und Frankreichs vergösse». Diesen Staat lassen wir uns nicht nehmen, und wir verlangen von den Regierungen in Reich und Ländern, jetzt in letzter Stund: energisch zuzupacken, denn dereinst sollen uns unsere Kinder nicht al» kleine Menschen in einer großen Zeil sehen." Der Redner, der immer wieder von stürmischen-Vegeisternngs- kundgebungen unterbrochen war, betonte dann aus seiner katholischen Weltanschauung heraus, daß der Faschismus für die freie Betätigung und Ausübung jeden Glaubens, jeder Erkenntnis und namentlich auch der katholischen Weltansehanung, schlimmstes Verderben bedeute. Er schloß seine Ansprache mit den Worten: „Herr Reichskanzler, auch hierin wende ich mich wieder an Sie, wir sehen, wie der Faschismus den Arm nach unserer Kultur ausstreckt und vernichten will, was uns heilig ist. Wehren Sie ab, Herr Reichskanzler, gebieten Sie halt."(Erneute anhaltende - Zustiimnung.) Der technische Führer des Berliner Reichsbanners, Kamerad Neidhardt, nahm sodann das Trcuegelöbnis der Schufo auf Republik und De, mokratie entgegen. „Hafer Appell erfolgt in ernster Stunde, eure Treue ist tausend- fach bewährt, sie bedarf keiner Erwähnung. Was euch bewegt. wissen wir. Seit acht Jahren bringt ihrGpser über Opfer an Blut und Gesundheit, an Zeit und Geld. Der Staat, dem ihr dient, dankte euch nicht, er nahm es als Selbstverständlichkeit.' Ihr, zu großem Teil orbeiislos, zerschlissen und zerrissen, von karger Mahlzeit lebend, tatet alles für die Republik, die nichts für euch tat. Mit verbissenem Grimm saht ihr. wie der Staat euch genau so behandelte wie seine erbitterten Gegner. Der Terror der Radikalen veranlahlc die Regierungen, uns das Marschieren zu verbieleu, so daß wir da« schwarzrotgoldene Bonner der Republik in Wachstuch hüllen mußten. um es durch die Straßen führen zu können. Staat, stütze deine Gc- kreuen. Laß fiic nicht verzweifeln, vergilt ihnen ihren Dienst, den sie dir erweisen. Verantwortliche, seid Wächter, nicht Rachlwächter der Freihelii Fort aber mit jedem Kleinmut. Republik, pack zv. Wir stehen da. Kolonne für Kolonne, die republikanische Aktion will aufräumen mll der braunen Mordpest, wir kämpfen und opfern dem besseren Deutschland, der wahren Republik, in der tu Wirk- lichkeit die Staatsgewalt vom Volke ausgeht." Nack? der Ansprache Neidhartds, die bei jedem Satze von stürmischer Zustimmung begleitet war. erhob sich die Bersammlung. Gemeinsam mit der Schufo wurde da? Treuegelöbnis auf die Republik geleistet und das Reichsbannerlied gesungen. Eine erhebende Kundgebung fand ein erhebendes End«. Nr. 565 ♦ 45. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Donnerstag/ 3. Dezember 4934 Weihnachtsbäume im Anrollen Der Markt mit Weihrtadiis- bäumcn ist in diesem Jahr recht im übersidi llidi. Während in den norigcn Jahren eine Art /entral- markt auf dein l'cmpelhofer Feld y.uftande gekommen mar, lassen die (rro/Hiändler die Bäume diesmal auf den oersdiiedensten Plätzen lagern. Diesem F instand ist wohl das in jedem Jahr wiederkehrende Gerildit zuzusdi reiben, daß es wenig W eihnadi isbäume gibt. Der Großhändler wird auf Befragen nie zugeben, daß genug Bäume da sind, denn er hat ein Interesse daran, glauben zu mudicn, daß die Bäume knapp sind. Ein Händler auf dem Teinpellwfer Felde, der hereiis ansehnlidie Berge von Weih- nadilsbäumcn angehäuft hat, be- ridiiet auch in diesem Sinne. Nadi seiner Meinung werden die Bäume nidit billig sein. Es sollen in diesem" Jahr die Zufuhren aus dem Ausland, speziell aus Dänemark und der Tschechoslowakei, in Fortfall kommen. Der Bahntransport ocrteuerl die Zufuhr ungemein, so daß auch die Aufkäufer in der Provinz sidi nur auf ein vorsidiiiges Gesdiäfl einlassen. Tatsüddich wurden für den Kleinhandel Preise genannt, die ziemlidi hodi liegen: bis 3 M. für eine mittelgroße Tanne. KIcintannen werden dasSdwck mit 30 bis 40 M. abgegeben; die nädiste Größe 70 bis 100 M. Sklareks deutschnationale Wahlgelder Oberbaurat Zangemeister„fand darin nichts" Die Zcugenreihe der Akogistralsmilglieder wurde gestern mit dem Stadlrat o. D. Wege, dem Obcrbourat Zange- m c i st c r und den, Obermagistratsrat Dr. k u n o w s k i vorläufig erschöpft. Sic werden ober noch fast sämtlich zu verschiedenen einzelnen Punkte« vernommen werden. Der Stadtrot Wege Hot als Stodtältestcr u. a. die Frage des Aarsijzendcn zu beantworten, ob es auch bei der alten Stadt- Verwaltung üblich gewesen sei, dast Unterschriften von blast zwei Mogistrotsmitgliedern beim Abjchluh van Verträgen genügt l)abcn. Der Zeuge bejaht das. Es sei vom Fingerspilzengesühl abhängig gewesen, ob der Vertrag wegen seiner Wichtigkeit dein Magistrat vorzulegen wäre oder nicht. Das gleiche gelle für einen M a- nopalnertrag. Diese Aussoge entlastet gewissermaßen die TNogistrnlsinltglicdrr Denecke und Gäbet. Stadtrat Wege hat von dem Fehlbetrag von l 4lX> 000 Mark gehört, den Dieburgs Bilanz ergeben hat: nichts aber Hot er von einer Straftuiriolgiing gehört. Er selbst habe Äieburg nie geschützt, und als dieser ihm etnes Tages begegnete, sagte er M ihm: Sie sind einer der wenigen, die bei uns nach nicht gekauft haben. Lasse,, Sie sich doch mal einen Anzug mache». Der Zeuge zog es vor, es nicht zu tun. Ob Burgermeister Scholtz korrekt gehandelt habe, indem er gegen Äieburg keine Strafanzeige erstattet Hobe, das müsse der Bürgermeister mit sich selbst ausmachen. Er hätte sich jedenfalls anders verhalten. Der Oberbaurat Z a n g e m e i st c r lzat Max Sklarek bei einer Gescllschait bei Stadtrat Benecke, an der auch der Obcrbärger- incislcr Bäst teilnahm, tennengelernt, ihn auch sonst mehrere Male zufällig bei verschiedenen Gelegenheiten getroffen. Persönliche Ve- Ziehungen hat er mit den Brüdern Sklarek nicht unterhalten, wohl aber van Max Sklarek einmal 6000 Aiark für de» dentschnationalen Wahlsonds bekommen. Bei welcher Gelegenheit, fragt der Vor- sitzende. Ob das etux, mit dem Abschluß des Grundstückskaujes zu- sainmcnhang. Nein, durchaus nicht, meint Obcrbaurot Zange- meister. Der Grundstückskauf war bereits längst abgeschlossen. Mar Sklarek hatte mich ausgesucht, um über Bauausführungen, über die Häuserflucht und über den Durchbruch zu sprechen. Und da ergab es sich während der Unterhaltung so ganz von selbst, daß Max Sklarek sich bereit erklärte, die 6000 Mark für den dentschnationalen Wahtsonds zu geben. Haben Sie denn gor nicht das Gefühl gehabt, daß das geschehen sei, weil er annahm, sie hätten ihm geholfen. Nein. Sklarek sei Demokrat gewesen, und Demokraten hätten den verschiedensten Parteien Mahlgelder zukommen lassen: und dann habe er ja auch gewußt, daß Sklareks reiche Leute seien. So, meint der Bor- sitzende, es gibt ja auch unter reichen Leute welche, die manchmal noch eine Ucbcrzeugung hoben. Die Unterschrift bloß zweier Magistratsmitgliedcr bei Abschluß von Verträgen hält auch dieser Zrüge für nichts Besonderes, Der Obermägistratsrat Dr. Künowfki war jimstischer'De- zcrnent für die Auisichtsräte der VAG. und KBG.! Juristen seien aber im Magistrat unbeliebt und so habe der Obmnagistratsrat Schalldach, der Geschäftsführer der BAG. nach Verabschiedung des Direktors Kieburg ihn, Kunowski, gewissermaßen kallgestellt: er sei aber der Auffassung gewesen, daß auch noch andere Personen an den Unregelmäßigkeiten mitgewirkt haben müßten. Der Bar- sitzende zieht daraus den Schluß, daß also auch S ch a l l d a ch, den Leo Sklarek immer wieder als absolut korrekten Beamten darstellt, auch gegen die Untersuchung der Kieburgschen Versehlungen gewesen sei. Diese Andeutung verursacht bei Leo Sklarek eine große Erregung. Die Verhandlung geht am Freitag, 10 Uhr, weiter. In einem Wäldchen bei Mahlow wurde, wie seinerzeit mitgeteilt, die 26 Zahre alte Hausangestellte R. neben ihrem 5 3 a h r e alten S ö h n ch e n h o r fl schwerverletzt ausgesunden. Der Unabe war bereits tot. Die R. wurde ins Krankenhaus gebracht und ist am Mittwoch aus der Charit� als gesund entlassen worden. Sie ist sofort von Beamten der Inspektion A einem Verhör unterzogen worden. Die Vernehmung entrollte folgende Tragödie: Das Mädchen, das früher in Breslau tätig war, lernte dort einen Mann kenne», der die junge Mutter nach der Geburt des Llindes mittellos im Stich liest. Bald halte sie aber in Berlin wieder Stellung als Hausmädchen gefunden und sorgte für ihr Kind so gut es ging. In der Elsasscr Straße fand sie bei einer Familie eine Unterkunft für das Kind. Diese Familie wollte den Knaben als eigen annehmen, verlangte aber eine einmalige Abfindung von S00 M. Von ihrem Lahn sparte sie zusammen. was sie erübrigen konnte und gab es den Pflegeeltern. Sie war nur von dem einen Wunsch beseelt, ihr Kind jederzeit sehen zu können. Dos Unglück wollte es, daß die Unglückliche st e l l u n g s- l o s wurde. Sie sah nun keine Möglichkeit mehr, das Geld herbei- zuschaffen und wandte sich an das Jugendamt in Trebnitz, schilderte ihre Verhältnisse und bat um Unterstützung für das Kind, bis sie selbst wieder Stellung gesunden haben würde. Die erhaltene Antwort war für sie vernichtend. Das Jugendamt schlug ihr nicht nur die Bitte ab, sondern erklärte, daß es selbst für das Kind und sie bereits 800 M. verauslagt habe. Man erwarte, daß sie das Geld bald zurückzahlen werde. Die junge Mutter holte am 3. November ihr Kind von der Pflegestclle ob. Sie besuchte noch ihre Schwester und andere Verwandte und fuhr dann nach Mahlow hinaus. Hier war sie einmal in der Villa eines Rechtsanwalts beschäftigt gewesen. Mit dem Plan, sich und das Kind zu töten, war sie schon längere Zeit umgegangen. Auf einer früheren Stellung bei einem Gastwirt in Wüusdors hatte sie eine Schußwaffe, die ihr bei der Arbeit in die Hände fiel, an sich genommen. In Mahlow bc- ging sie dann die furchtbare Tat. Die unglückliche Mutter, die bis jetzt in der Charitä lag, hat drei Selbstmordversuche unternommen, die vereitelt werden koimtc». Sie wird am Donnerstag dem Untersuchungsrichter zugeführl werden. Waffensund in Berlin N. 406(Schußwaffen und mehrere tausend Patronen. von der Politischen Polizei wurde gestern in der Werkstatt des Büchsenmachers Franke in der Brnnnenslr. 83 auf Grund einer Anzeige eine Haussuchung vorgenommen. Der Erfolg war geradezu überraschend, es wurden annähernd 100 Schußwaffe» und viele 1000 Schuß scharfe Munition euldeckl und beschlagnahmt. Es handelt sich um 57 Pistolen, zum größte» Teil Armee Massen,' 20 Militärgcwehrc,' 10 Karabiner, 18 Läuse für Karabiner 98 und 7 Schlösser für Gewehre 98. Außerdem wurden gefunden: 10 Pakete mit je 300 Schuß 8-Munition, 0 Kisten deutsche L-Munition und je eine Kiste Munition 88 und japanische Munition. Die Schußwaffen sind zum größten Teil deutschen Ursprungs, es befanden sich darunter aber auch Gewehre und Pistolen russischen, belgischen und englischen Fabrikats. Die Polizei glaubt zunächst, daß der Wassenftind keine» politischen Charakter trägt, sondern eine Art wilder Waffenhandel vorzuliegen scheint. Der Büchsenmacher wurde festgenommen. Die Untersuchung die Lieferanten und Abnehmer der Waffen sowie Munition geyr weiter. Ja, es wurde Frühling! Der Sturm packte ihren Mantel und zauste das Haar, das unter dein kleinen Hut hervorsah. Er stemmte sich ihr gewaltsam entgegen, er pfiff um die kleinen Landhäuser und stöhnte in den Wipfeln der Allee- bäume. An der Wegkreuzung warf Germaine einen Blich. hinaus in die Weite. Schäumend strömte der Fluß durch die Saatfelder, und über Bergen und Wäldern lag ein hellgrüner Schimmer. Der Sturm brachte einen herben, geheimnisvollen Geruch vnit geschmolzenem Schnee, von keimender Saat, von Wachs- tum und lommendcr Blüte herüber. Die Luft war mit allen Kräften gesättigt, die eine verschwenderische, unablässig treibeitde, von Fruchtbarkeit strotzende Natur frei werden ließ. Ein starkes, befreiendes Glüchsgcfühl kam über Gcrmaine. Jetzt war es vorbei init der Zeit lastender Dunkelheit und seuchtcr Nebclwolken. Ausatmend schritt sie durch den Garten. Da und dort kamen schon winzige, grüne Spitzen ans der Erde, Schnee- glöckchen und Krokus, und die Obstbäume hatten dicke, braune Knospen. Jahr um Jahr erlebte sie nun das gleiche, aber jedesmal erfüllte es sie von neuem mit einer seltsamen, unerklärlichen Erwartung, einer geheimnisvollen, inneren Freudigkeit. „Erzähle es doch auch Walter, daß du angestellt bist! Sicherlich freut ihn das! Bcrfuchc es doch wenigstens. Ger- maine!" Frau Loriot redete leise aus die Tochter ein.„Der Medizinalrat war heute morgen recht.zufrieden— Walter bat in seiner Gegenwart die ganze Milch ausgetrunken. Ich inuß sagen, so gut hat mir mein schwarzer Zichorienkafsee noch nie geschmeckt, wie heute!" Sie lächelte glücklich.„Die Hauptsache ist jetzt nur, daß jede Aufregung von Walter ferngehalten wird. Der Medizinalrat sogt, in seiner Gegenwart dürfen wir vor allem nicht vom Krieg sprechen. Aber das hätten wir ja auch ohne diesen Hinweis nicht getan." Waller blickte seiner Schwester etwas gereizt entgegen. �Komit ihr dcnu nicht etwas mehr heizeni Die Bude ijt ja eiskalt! Und aus diesen- verdammten hohen Fenstern zieht es herein— es ist nicht zum Aushalten!" Er hüllte sich frierend in das warme Daunenbett. Germainc warf mehrere große Holzscheite in den Kachel- osen.„Wird gleich schön warin sein", sagte sie beruhigend. Sic setzte sich an das Bett und nahm Walters eiskalte Finger zwischen ihre beiden warmen Hände. Aber der junge Mensch entzog sie ihr.„Laß das doch!" sagte er abwehrend. Germainc stand auf und schlang ihre Hände fest mein- ander. Leise ging sie zur Tür. Aber dann nahm sie einen innerlichen Anlauf. Sie wandte sich um und schritt zum Fenster, wo sie den wollenen Fensterschützer dicht an die Ritzen preßte. Dann setzte sie sich noch einmal zu dem Bruder. c.Wälti, draußen schauen schon die Schneeglöckchen ans deni Boden." Und als keine Antwort kam:„Du— ich habe die freie Stelle bekommen, ich werde fest angestellt hier..." Aber der Bruder zuckte die Achseln. Dann drehte er sich langsam der Wand zu. Germainc saß immer noch wie angewurzelt. Sie hatte den festen Willen, aufzustehen und leise hinauszugehen, wie so oft. Aber irgend etwas Gewaltsames stieg in ihr ans und zwang sie in seinen Bonn.„Er ist krank, man darf ihn nicht aufregen. Steh auf und geh hinaus", wiederholte sie sich immer wieder und versuchte damit, diese herrische Gewalt in sich zu erdrücken oder ihr einen festen Damm entgegenzu- stellen. Aber alles Eingedämmte zerriß und zersplitterte im Bruchteil einer Sekunde. Mit einem verzweifelten Aufschrei warf sie ihren Kops neben den des Bnideks in die Kissen. „Ick, halte das nicht mehr aus! Kann man sich denn so fremd werden � ist dcstn überhaupt keine Brücke mehr da! Ach, was verfluche ich diesen Krieg!" Der junge Mensch schrak zusammen und warf sich herum. Schweigend starrte er aus die Schwester. Dann hob er lang- som die Hand und legte sie aus das braune Haar.„Ger- maine..." Und als die Schwester immer noch fassungslos schluchzte: „Aber Schwesterchen.. Er strich ihr über den Kopf und versuchte, ihre Hand zu nehmen. Aber da übermannten Schmerz und Erregung auch ihn. Er legte seinen Kopf neben den der Schwester und weinte. Germaine faßte sich endlich.„Um Gottes willen. Walter, rege dich nicht auf. Es ist ja alles gut! Sei nur ruhig..." Aber der junae Mensch wehrte ab.„Laß mich— cs j ist eine Wohltat für mich..." Behutsam streichelte Germaiue die mageren Schultern« l die andauernd nervös zuckten.„Wälti, der Medizinalrai hat uns befohlen, jede Aufregung von dir fernzuhalten, und jetzt bin ich selbst schuld.. Walter schüttelte den Kops. Dann legte er sich in die Kissen zurück.„Davon verstehen die Aerzte nichts— es ist gut, daß du mich aufgerüttelt hast. Ich hätte doch einmal mit dir über alles sprechen müssen— nun ist es heute schon so weit!" Germainc sah angstvoll in das abgezehrte Gesicht.„Heute nicht, Walter. Versuche jetzt, etwas zu schlafen. Wir sprechen morgen darüber.. Walter drückte ihre Hand.„Laß mich ruhig, ich fühle es schon selbst. Außerdem ist gar nicht viel zu sagen. Es ist eben nur alles anders gewesen, als ich dachte! Es war meine eigene Schuld, wenn ich mir falsche Borstellungen ge- macht habe..."— „Walter— es kann dich nur ehren, daß du in diesem großen Glauben hinausgegangen bist..." Der Bruder schloß die Augen...Germainc", sagte er leise,„es wäre olles zu ertragen gewesen. Daß wir in Erd- höhlen gehaust haben wie die Tiere, daß ivir Strapazen. Eni- behrungen aushalten mußten, während andere in der Etappe saßen, daß wir stundenlang, tagelang in Dreck und Verzweiflung in unseren halb verschütteten Löchern saßen und auf den Tod warteten—- darüber wäre ich hinweggckoininen. Aber daß wir Frauen und Kinder aus ihren Häusern treiben mußten— es blieb uns ja keine Wahl, denn die Dörfer mußten geräumt werden—, daß wir Menschen erschießen mußten, die sich gegen das Kriegsgesetz vergangen hatten, das; ich die entsetzlichen Verwüstungen mit ansehen inußtc... Germaine, wo früher blühende Landschaften waren, Saat- selder. Wälder, Parks, Dörfer wie bei uns, kleine Schlösser, Landsitze— das ist alles zerschossen, verbrannt, abrasiert, dem Erdboden gleich gemacht. Wie entsetzlich die Verwüstungen sind, die ein Krieg anrichtet, das kann sich keine, auch die blutrünstigste Pbantosie nicht vorstellen. Und es bleibt dir keine Wahl, denn es ist alles notwendig, eines zieht das andere nach sich, die anderen, die Gegner machen es nicht besser, und man muß sich wehren.. Und dann die Ver wundungen, die Art der Verwundungen um dich her, die Qualen, die Schreie, der Wahnsinn, die Verzweiflung, der Todeskampf— Germaine, 38 Mann sind von unseren 250 übrig geblieben— daß ich überhaupt noch lebe, ist mir selbst wie ein unheimliches Rätsel." Auf den eingefallenen Wangen hatten sich rote Flecke gebildet, seine Hände zitterten. ________.(Sortierung folgt.) Umbau der Bewag-Tarife Preis für Haushaltungsstrom unverändert, für elektrisches Kochen verbilligt Die Aussichlsräte der Berliner Kraft- und Licht- A..G.(JKL.) und der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke ZL-G.(Bewag) haben in einer gemeinsamen Sitzung eine Abänderung der Bewag-Tarife beschlossen. Allerdings bleibt der für die Bewohner Berlins wichtigste Tarif, der für die fzaushaltungeii, vorläufig unverändert. Ans diesen« Gebiete werden weitere Ermittlungen angestellt. Für haushallungs- ström ist also nach wie vor die monatliche Grundgebühr(80 Pf., t.SO m., 2,40 BT. usw.) und je Kilowatlslunde Stromverbrauch 20 Pf. zu zahlen. Für Tzaushaltungen von Wichligteit ist aber die Einführung eines Sonderstromlarises für den Betrieb von elektrischen Küchen. Der Strompreis für elektrisches Kochen ist auf TO Pf. je Kilowattstunde festgesetzt worden. Eine Grundgebühr ist nicht zu zahlen. Für die Ermittlung des Stromverbrauches werden von der Bewag kostenlos besondere Zähler aufgestellt. Der Tarif kommt aber nur zur Anwendung, wenn ein bestimmter Stromverbrauch erreicht wird. Diese Garantie liegt aber nach Ermittlungen der Bewag so niedrig, daß jeder Haushalt, der zum elektrischen Kochen übergeht, diesen Stromverbrauch mit Sicherheit erreicht. Ferner wurde der sogenannte Speichertarif geändert. Für Elektrizität, die in der Zeit von 20 Uhr abends bis ti Uhr morgens zur Ladung von Akkumulatoren oder für Wärmespcicher entnommen wird, ist der Strompreis für die ersten 300 Kilowattstunden von 6 auf S Pf. je Kilowattstunde, für den Mehroerbrauch ans 4 Pf. herabgesetzt worden. Für die Meß- «inrichtung wird in Zukunft eine Gebühr von 1 M. monatlich er- hoben. Dieser Tarif soll auch die Slromabnahmc für Garagen- Heizung und ähnliches fördern. Für Kleingewerbetreibende wird die Grundgebühr uin durchschnittlich. 20 Proz. gesenkt. Der Preis je Kilowattstunde, der bisher von l8 bis 12 Pf. gestaffelt war, Hot eine weitere Staffelung bis zu lO Pf. herab erfahren. Um die Stromentnahme für Reklame zwecke anzuregen, wird ein neuer Tarif eingdführt. Die Verbraucher müssen aber mit einer Abschaltung ihrer Anlagen in den Houptverbrauchszeitcn, das ist von 16 bis 20 Uhr in den Monaten Roocnibcr bis Januar, einverstanden sein. Der Strompreis beträgt 12 Pf. je Kilowattstunde. Höchst unerfreulich ist aber, daß für die Inbetriebsetzung einer Anlage eine neue, einmalige, Gebühr von 3 M. beschlossen wurde. Wir hoffen, daß diese Bestimmung bald wieder beseitigt wird. Wie man sieht, ist allen diesen Tarifänderungen gemeinsam, daß der Derbrauch in den absatzschwachcn Stunden, das ist die Nachtzeit und die Mittagsstunden, gefördert wird. In diesen Stunden kann die Bewag den Stroni billiger als sonst abgeben, da ja ihre Anlagen so stark ausgebaut sein müssen, daß sie den Spitzem, crbrauch decken können und daher in den obsatzschivachen Stunden nichr ausgenutzt sind. In der Generalversammlung der Berliner Kraft- und Licht Zl.-G., der neuen Bcsitzgosellschast für die Bewag, war ein Kapital von etwa 21Z Millionen Mark ver- treten. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Bürgermeister Dr. Elsas, machte über den Geschäftsverlauf der ersten elf Monate dieses Jahres wichtige Angaben. Die Zahl der Zähler betrug Ende November 1 Olä 000 und hat sich in diesem Jahr noch um etwa 8 Proz. erhöht. Etwa 70 Proz. aller Berliner Haushaltungen sind nunmehr an das Netz der Bewag anges6)lossen. Die Stromabgabc ist um etwa S Proz. gesunken, ein Ergebnis, das als günstig de- zeichnet werden kann, da im Reich die durchschnittliche Abnahme etwa 12 Proz. beträgt. Den stärksten Rückgang mit mehr als 7 Proz. weisen die Hochspannungsabnchnwr �(Industrie) auf. Die Stromabnahme der Haushaltungen und Kleingewerbetreibenden ist um 6 Proz. gesunken, während die Abnahme der Verkehrsbetriebe gleichgeblieben ist. Bei den Verkehrsbetrieben spielte die Inbetriebnahme neuer elektrischer Verkehrswege eine Rolle. So steigerte sich die Abnahme der Hochbahn um 22 Proz. von 38 auf 47 Millionen Kilowattstunden. Diese Steigerung konnte aber den Rück- gang bei der Straßenbahn von 01 auf 80. Millionen Kilowattstunden(um 12 Proz.) nicht ganz ausgleichen. Bei der Stadt- unit Vorortbahn war«ine Zunahme von 116 auf 118 Mkl- llonen Kilowattstunden zu verzeichnen(Elektrifizierung der Vorort- bahnen!). Interessant ist auch, wie die Stromabnahme bei einzelnen Industriezweigen durch die Krise beeinflußt wurde. Während bei der Maschinenindustrie ein Rückgang um mehr als 22 Proz., bei der Nahrungs- und Genußmittelindustrie um mehr als 18 Proz. festzu- stellen war, betrug er in der elektrotechnischen und Metallindustrie und bei den Warenhäusern etwa 10 Proz. Bei Hotels und Gast- Häusern machte der Rückgang nur etwa 2 Proz. aus, während die chemische Industrie sogar eine Zunahme um 51- Proz. zu ver- zeichnen hatte. Die Einnahmen der Bewag bis Ende Oktober beliefen sich auf etwa 117(im Vorjahr 122) Millionen Mark, sind also um 4 Proz. zurückgegangen. Der Durchschnittspreis je Kilowattstunde ist von 11,8 auf 11,9 Pf. gestiegen. In seinen weiteren Ausführungen bezeichnete Bürgermeister Dr. Elsas eine generelle Senkung der Tarife als unmöglich, da ja die Gemeinden auf die Einnahmen aus den Tarlfen angewiesen seien. Würde man die Tarife ermäßigen, so müßt« man andere Steuern erhöhen. DerGchreibmaschinenautomat. Zehn Minuten für zehn Pfennig. Sie können Schreibmaschine schreiben? Sie haben aber keine Maschine? Da kann Ihnen geholfen werden. Gehen Sie zum Alex in das große Warenhaus. Dort können Sie, ohne ein Ver- mögen in der Tasche zu haben, sich zehn Minuten lang als Besitzer einer ausgezeichneten Schreibmaschine fühlen. Unentgeltlich fährt der Fahrstuhl zum zweiten Stock- werk, zum Schrcibwarenlagcr. Vielleicht suchen Sie erst ein wenig nach diesem neuesten Wunderwerk der Technik und verirren sich zu den Haarkünstlern. Das tut nichts. Die Leute wollen auch leben, und wenn Sie sich neu verjüngt auf die Suche nach Arbeit machen, dann kann das gerade die sonst sehlende Erfolgschanc« für Sie sein: Das gute Aussehen. Inzwischen aber haben Sie sich auf Ihre Arbeit an dem Schreibmaschinenmitomaten seelisch eingestellt. Auch bei Automaten kommt man, wenn man sich ihrer bedienen will, nicht ganz ohne Seele, ohne die richtige geistige Einstellung ans. Sie setzen sich also an den Schreibmaschinentisch. Links ist ein Schlitz. Da werfen Sie erst einmal 10 Pfennig hinein. Dafür erhalten Sie einen Bogen Schreibpapier, einen Bogen Durchschlags- papicr und schließlich noch das erforderliche Kohlepapier sowie einen Briefumschlag. Daun stecken Sie in den rechten Schlitz ebenfalls 10 Pfennig, und nun sind Sie zehn Minuten lang Herr einer �chreUmmschine. Wenn Sie die Tippkunst gut verstehen, dann lännen Sie in dieser Zeit mindestens eine Seite zu dreißig Zeilen tippen. Mancher schafft noch mehr. Man könnte auf den Gedanken kommen, eine Vergleichsrechnung anzustellen: Was würde es kosten. wenn nian eine eigene Schreibmaschine beschafft, und wie viele Bogen kann man an der Zehnpsennigmaschin« verschreiben, bevor man so viel geschrieben hat, bis der Preis einer eigenen Maschine in Form von Zehnpsennigstücken in die Schlitze des Automaten gewandert ist? Bei einem Maschinenpreis von 250 M. kann man an diesem Automaten 1250 mal zehn Minuten lang schreiben. Das sind nind 208 Arbeitsstunden oder 26 Tage. Es hängt also davon ab, wie groß der eigene Bedarf an Schreibmaschinenarbeit ist. Hat man genügend Ilmsatz, dann lohnt sich trotz des scheinbar billigen Benutzungspreises des Automaten die Anschaffung einer Schreib- maschin«. Hat man aber nur zuweilen etwas Arbeit für das Tipp- gerät, dann ist es wirtschaftlicher, Zehnminutenbenutzer im Waren- haus zu sein. Es ist gerade so wie mit der Rationalisierung: Ist ein großer Markt da, dann lohnt die Geschichte, fehlt der Umsatz, dann ist das Ganze zwar technisch schön, kostet aber mehr Geld als es einbringt. So kann man sich für die 20 Pfennig, die man opfert, um z. B. dieses Manuskript zu schreiben, gleich noch wirtschaftswissenschast- lich« Erkenntnisse gratis und franko dazu erwerben. Und man bc- dauert, daß manche„Wirsichnstsf, ihrer" nicht auch zuweilen ins Warenhaus gehen, um an einer allbekannten Schreibmaschine für 20 Pfennig wirtschaftliche Einsicht zu erwerben, die dem Voiksg.inzen wahrscheinlich Millionen eingebracht hätten.— Gaß gesteht Paßfälschung. Sic wählen anscheinend das kleinere llebel. Vor einiger Zeit wurde vom Verteidiger der unter dem Ver- dacht der Falschmünzerei festgenommenen Brüder Saß ein Hast- rntlasiungsantrag gestellt. Bestanden schon von vornherein Zweifel, daß das Gericht diesem Ersuchen stattgeben würde, so ist jetzt nach einem Teilgestöndnis des einen Saß mit einer Haft- tntlossung wohl überhaupt nicht mehr zu rechnen. Wie von den Sachverständigen der Reichsbank in einem Gutachten erklärt wurde. waren die in der Wohnung des Saß gefundenen und beschlagnahmten Platten durchaus zur Herstellung von lO-Ptark-Falsisikaten geeignet. Danach scheint also der Tatbestand des versuchten Münzverbrechews gegeben. Aus dieses Vergehen stehen hohe Freiheitsstrafen und viel- leicht geht man nicht fehl in der Annahme, daß einer der Brüder Saß nur die beabsichtigte Paßsälschung eingesteht, um dadurch das weit größere Ucbel abzuwenden. Die Untersuchung wird fortgesetzt und es soll festgestellt werden, ob das vorgefundene Fälschermaterial nicht schon zur Paßfälschung benutzt worden ist. Kahrlässigkeit beim Waffenreinigen. Tod eines Schupomannes. Auf tragische Weise ist gestern der 21 Jahre air« Schupo- Wachtmeister Rusch ums Leben gekommen. Rusch, der erst vor einem halben Jahre von der Polizeischulc nach Berlin gekommen ist, war in seinem Zimmer in der P o l i z e i u n t e r- I u n f t in der Karl strafte mit dem Reinigen seiner Dienst- pistole beschäftigt. Dabei stemmte er den Pistolenlaus gegen den Bauch. Die Wassc war nicht gesichert und plötzlich löste sich ein Schuß. Die Kugel drang dem jungen'Mann so unglücklich in den Unterleib, daß er schwerverletzt zusammenbrach. Rusch wurde in das Staatskrankenhaus gebracht, wo die Kugel durch «in« sofortige Operation entfernt wurde. Leider konnte der ärzt- iiche Eingriff das Leben des jungen Schupos nicht mehr retten. Gefängnis für Oranienburger Aazis. Das Schöffengericht Oranienburg verkündete das Urteil in dem Schnellgerichtsprozeß gegen 55 Nationalsozia- listen, die wegen eines am 24. September dieses Jahres beganze- ncn Landfriedensbruchs angeklagt waren. 21 Angeklagte wurden freigesprochen, 34 Angeklagte wurden wegen teils schweren, teils einfachen Landfriedensbruchs zu Strafen zwischen drei Monaten und einem Jahr Gefängnis verurteilt, unter ihnen der Vorsitzende der nationalsozialistischen Ortsgruppe Oranienburg, Stadtverordneter Fuchs, gemäß dcni Antrag des Staatsanwalts zu neun Monaten Gefängnis. Allen Angeklagten wurden mildernde Umstände zugebilligt, zum Teil wurden auch Bewährungsfristen ausgesprochen. Zwei(Selbstmorde bekannter Geschästsleute. Wie erst jetzt bekannt wird, haben zwei bekannte Berliner®e- fchäftsleute Selbstmord verübt. Im Schlafzimmer seiner Villa in der G r i e g st r a ß e in Dahlem wurde der 50 Jahre alte Tcxiil- tabrikant Arthur Ury leblos aufgcfiuiden. Ein hinzugerufencr Arzt stellte den Tod infolge Vergiftung fest. Wie es heißr, sollen finanzielle Sorgen Ury in den Tod getrieben haben. Geschäftliche Schwierigkeiten scheinen auch den 62jährigen Ge- fceitnrat Dr. Carl BeHeim-Schwarzbach in den Tod ge- trzeben zu haben. In einer Verlautbarung hieß e». daß Dr. BeHeim- Schwarzbach, der Gcschäslsinhaber der Darmstädter und National- bank ist. am Sonntag in seiner Villa im Grunewald gestorben sei. Inzwischen Hot sich herausgestellt, daß oer Geheünrat selbst Hand an sich gelegt hat. Zweifellos haben ihn die geschäftlichen Sorgen der letzten Zeit dazu getrieben. Die Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft stellten fest, daß einwandfrei Selbstmord vorliegt. Der Freitod wurde selbst den nächsten Angehörigen und auch der Dienerschaft verheimlicht. Das große Erlebnis." So endete der„Tranm ihres Lebens".— Zurück in die Enge Die Angesagte ist Tochter eines pensionierten Beamten. Sie sehnte sich aus der Enge der Provinzstadt hinaus in die weite Welt. Und eines Tages nimmt sie ihre Ersparnisse und verläßt Eltern- haus und Heimatstadt. Sie hat G l ü ck. Sie lernt unterwegs einen jungen Menschen keimen mit weltmännischen Allüren, einen Kavalier vom Scheitel bis zur Sohle. Nichts erobert so leicht ein weibliches Herz als Mitleid. Er ist politischer Flüchtling, führt ein unstetes Leben, fährt wie ein gehetztes Wild von Stadt zu Stadt. Sie ist bereit, sein Schicksal zu teilen, sie geht mit ihm und lernt so, wenn nicht gerade die Welt, so doch ihre Heimat kennen. Er ist Vertreter einer Frauenzeitschrift, schließt mit den Abonnenten Verträge und erhält seine Provision. In Wirklichkeit sind die Verträge gefälscht, die Unterschriften stammen von seiner Hand. Auch darin hilft sie ihm, die Beamten- tochter. Reicht die Provision nicht, so ist immer neues Geld zur Stelle. Woher es kommt, weiß sie nicht, sie fragt auch nicht danach. Weshalb sollte sie es auch? Eines Tages mietet er in einer kleinen Stadt ein Zimmer. Das Geld ist wieder einmal alle, sie versetzt ihren Ring, die Provisionen bleiben aus. Weder er noch sie haben auch nur einen Pfennig in der Tasche. Sie sind gerade ollein in der Wohnung. Die Wirtin hat sie gebeten, Obacht zu geben, daß nichts passiert. Da sagt er zu ihr: Wir verschaffen uns Geld. Sie wider- spricht, will nichts davon hören. Er droht, sie zu verlassen. Sie willigt ein. Im Wohnzimmer findet er 20 M., im Schlafzimmer erbricht er eine Kassette mit goldenen Pfunden und Dollars im Werte von 800 M. Dann oerschwinden beide. Bald darauf werden sie o e r h a f t e t. Ihm gelingt es, zu flüchten, sie bleibt allein da. Vor Gericht vergießt sie Tränen. Sie wußte ja nicht, wer ihre erste große Liebe war; nicht, daß er soviel Vorstrasen hat, daß, wie der Verteidiger sich ausdrückte, eine ganze Tapetenrolle nicht reichen würde, um sie alle hinzuschreiben: nicht, daß die Mittel, die er zum Leben immer wieder hervorzauberte, von Einbrüchen her- rührten, die er ohne sie verübte. Das vom„politischen Flüchtling" war auch erlogen. Das Gericht verurteilte die Angeklagte zu vier Bionaten Ge- fängnis. Die Beatntentochter hat nur noch einen Wunsch: zurück in die Eng« der elterlichen Häuslichkeit und der kleinen Prooinzstadt. Die soziale Gerichtshilfe hat ihr eine Freikarte nach Hause ver- sprachen. Das große Erlebnis wird noch lange in ihr nach- klingen... Autounfall Schachts. Der frühere Reichsbankpräsident Dr. Hjolmar Schacht hat gestern einen Automobilunfall erlitt««. Er befand sich mit feinem auf der Fahrt v o n B e r l i n n a ch R o st o ck. In dem Dorfe Klint, etwa 8 Kilometer von Waren entfernt, geriet der Wagc», eine schwere Merccdes-Ltmousine, infolge der vereisten Chausiec ins Schleudern und stieg gegen eine Holzmiete Dr. Schacht, der einen Nervenschock und einige unerhebliche Ver- l e tz u n g e n erlitten hotte, wurde in das Städtische Krankenhaus Waren gebrocht. Auf die Ergreifung der Täter, die in der Nach! zu Sonntag die Geldschränke im Relchsversicheriingsamt erbrachen, ist von dem Mini- stejeium 400 Mark als Belohnung ausgesetzt worden. Auf die Wieder- herbeischasfung der gestohlenen Summe entfallen 10 Proz. Zugunglück in Belgien. i5 weisende schwer verletzt. Brüssel. 2. Dezemft«. Frolichca Mücheln und Dussel stieß heute eis Zug der Strecke Brüssel— Antwerpen mit einem Zug der Strecke Lille— Zlukwerpco zusammen. Dabei wurden drei wogen de« letztgenannten Zuges umgestürzt und etwa füuszehn Personen schwer verletzt. Der Zug Brüssel— Antwerpen blled unbeschädigt, und auch die darin beförderten Passagiere erlitten keine Ver- lehnngen. Hecht, Aal und Karpfen. Die deutsche Binnenfischerei in der Ttoi der Zeit. Der Deutsche Reichs-Süßwasjersischausschuß, eine Spiheuorgani- fation. die die großen Linuensijchcreioerbändc umsaht, will sich in de» Dienst einer erhöhten Propaganda für das m>t der Rot der Zeit ringende Fischereigewerbe stellen. Drei Filme,.die die schwere und oft wenig ersprießliche Arbeit der Fischer auf deutschen F bissen und Seen jchildern, dienen in erster Linie diesem Zweck. Die Zugnetzfijcherei auf einem mär- tischen See schildert sehr instruktiv der Bildstreifen„M it de in großen Garn". Harte Arbeit bei Nacht und Nebel, Wind und Wetter, die koiun das tägliche Brot einbringt. Dann der„A a l f a n x auf der Elbe und des Aales wunderbare Lebensgeschichte". Nicht alle stromab nxmdenide» Blankaale werden von den Fischern ge- fangen. Ein großer Teil von ihnen wandert weiter abwärts in die Nordsee und weiter durch den Atlantischen Ozean den Laich- Plätzen im Golf von Mexiko, zu, in der Gegend der größten Tiefen des Atlantischen Ozeans(6000 bis 7000 Meter). Aus den Eiern schlüpft dort die Larve, ein kleines, durchsichtiges, weidenblatt- ähnliches Gebilde. Sie begibt sich auf die Wanderschaft und kommt, mit dem Golfstrom treibend, im Laufe von drei Jahren an die Küsten Europas. Hier vcnvandelii sich dann die Larven im vierten Jahre in Glasaale und ziehen, im Süßwasser allmählich dunkler färbend, in großen Zügen die Flüsse auswärts. Schließlich gibt es noch einen Film„L o m deutschen Weihnachtskarpfen"—„Teich- Wirtschaft mit Karpfen ist Tierzucht im Wasser". Sic ist der höchst- entwickelte Zweig der deutschen Binnensifchcrei. In etwa 60 000 Hektar ablaßbaren Teichen erzeugt sie alljährlich weit über 100 000 Zentner Speifekarpfen und große Mengen von Schleie», die in den Teichen als Futterverwertcr mitgehalten werden. Die den Winter über trockenliegenden Teiche werden im Frühjahr„bespannt",, d. h. durch große Zuleitungsgräben mit Wasser gefüllt, hierauf mit einer genau berechneten Anzahl von„zweisömmerigen". 250—500 Gramm schweren„Satzkarpfen" befetzt. Alljährlich wachsen die Sntzkarpfcn bei guter Natiirnahrung und entsprechender Zufütteruug von geschroteten Lupinen und Sojabohnenfchrot den Sommer über zu zwei- bis dreipfündigen Fischen heran. Im Herbst, ivenn die Zeit der„Karpfenerntc" gekommen ist werden die Teiche abgelassen. Die Fische sammeln sich in den die Teiche durchziehenden Äräben und schließlich in der am Abfluß liegenden„Fischgrube". Durch ein Netz hier noch enger zusammengedrängt, werden sie mit Käscheru herausgenommen und in Kübeln auf den Teichdamm getragen. Dort werden sie nach Größen sortiert, abgewogen und gezählt, um Stück- Zuwachs und etwaige Verluste beurteilen zu können. Nach Art und Große getrennt kommen sie dann in die Winterbehälier. Die Tinilenschis fahrt ist zwar nur ein tleiuer Zweig unserer Volkswirtschaft, aber ein sehr wichtiger, der über! Millionen Hektar Gc wässerfläche» zur Erzeugung von wenvollei, Nohcuiize- mitteln ausnutzt. Ohne Fischerci-Bewirtschaftung wäre» diese Nr. 565• 48. Jahrgang 2. Beilage des'Vorwärts Donnerstag, 3. Dezember 4934 s Teerfarben-Internationale? Die Möglichkeit einer deutsch-sranzösisch-schweizerisch-briiischen Verständigung. Die Bildung einer umfassenden europäischen Teerfarbenorgani- sation scheint nunmehr bevorzustehen, nachdem schon seit Jahren mehrfach Anläufe zur Gründung eines solchen SVnrtcds vergeblich verlaufen waren. Die Anregung zu den Lerhandlungen, die in der letzten Zeit stattgcsundcn haben und bisher günstig verlausen war, kam von England: die wachsenden Schwierigkeiten, unter denen der Tccrfarbcnabsatz heute infolge der Krise der Textilindustrie und anderer Zlbnchmcrgruppen leidet, hat natürlich in allen Ländern das Interesse der Farbstoffliescranten gesteigert. Die weitgehende Konzentration, die in ollen Ländern die Herstellung synthetischer Farben und Farbswssse kennzeichnet, erleichterte das Zustande- kommen der Berhandlmigen. Die englische Aarbsloffinduslrie, die während des Krieges unter starker Mitwirkung der Londoner Regierung entwickelt worden war, war zunächst größtenteils in einer Gesellschaft(British Dyestufs Corp.) organisiert, an der die englische Regierung auch kapitalmäßig stark beteiligt war. Dem internationalen Wettbewerb war sie aber nicht gewachsen, so daß im Jahre 1921 ein besonderes Gesetz zum Schutz der englischen Farbstoffindustrie geschaffen wurde(Dyestufss Import Regulation Act). Dieses Schutzgesetz, das die britische Industrie durch hohe Zölle vor der Einfuhr ausländischer Farbstoffe schützt, sollte eigentlich Ende vorigen Jahres ablaufen, das linterhaus hatte auch demgemäß beschlossen, doch warf im letzten Augenblick das Oberhaus diese Entscheidung um und verlängerte das britische Schutzgesetz abermals um ein Jahr. Im Januar 1932 wird also dieser Schutz zu Ende sein, falls nicht wiederum im letzten Augenblick die Entscheidung anders ausfällt. Während nun im Augenblick die britische Industrie noch immer im' Genuß dieses Sonderschutzes ist, durch den sie 93 Proz. des englischen Farbenbedarfs decken kann, kommt ihr die englische Pfundentwicklung in der Cxportentwicklung außerordentlich zugute. Englische Farbstoffe sind heute gegenüber den deutschen und schweizerischen billiger geworden und finden vor ollem auch in überseeischen Marktgebieten größeren Absatz.— Schon 1924 und 1925 wurde zwischen den deutschen Iarbenkonzerncn und der englischen Iarbslofsgesellschaft über ein Zusammengehen verhandelt, es kam jedoch zu keine m Ergebnis, die englische Farbstosfgesellschast wurde saniert, wobei die englische Regierung rund 22 Millionen Mark zusetzen muhte, und wurde alsdann ein Glied dcs großen britischen! C h c m i e t r u st s. 1927 kam eine provisorische Verständigung der deutschen und der französischen Farbstoffgesellschaftcn zustande, die dann 1929 unter Einbeziehung der großen schweizerischen Farbstofstmternehmungen zu einem festen Block ausgebaut wurde. Die Interessen dieses Blocks wurden im vergangenen Jahre noch dadurch gefestigt, daß die JG.-Farben-Jndustrie A.-G. ihren Ein- fluß auf die italienische Farbstossherstellung stark ausdehnte. Inzwischen ist auch mit den englischen Interessenten mehrmals wieder über eine Zusammenarbeit gesprochen worden, jedoch immer ohne Erfolg. Bisher forderte der britische Chemictrust den gesamten Markt des britischen Reichs für sich. Die deutschen, sranzö- sischcn und schweizerischen Produzenten setzten jedoch in diesen Ge- bieten einen wesentlichen Teil ihrer Exportmcngen ab. Von der deutschen Farben- und Firnisausfuhr des Jahres 1939, die einen Wert von 313 Millionen Mark hatte, gingen mehr als 25 Proz. nach Gebieten des britischen Reichs, und zwar für 39 Millionen Mark allein nach Großbritannien und für 27,5 Mil- lioncn Mark nach Britisch-Jndien Ein Verzicht aus diese Gebiete wäre somit für die deutsche Farbenindustrie ein großer Verlust, in den sie zweifellos freiwillig nicht einwilligen wird. Ebenso würde muh die schweizerische und die französische Farbcnindustrie sich nicht in einen solchen Verzicht einlassen. Immerhin müssen bei den jetzigen Besprechungen von beiden Seiten Zugeständnisse gemacht worden sein, zumal gerade in diesem Augenblick die Position der Engländer als günstig angesprochen werden muß. Durch eine Verständigung des deulsch-sranzösisch-schweizerischen Aarbenblocks mit der englischen Forbslofsindustrie würde der weitaus größte Teil derjenigen Aarbenproduktion, die für den Wcltniarkt bestimmt ist, zusammengeschlossen sein. Im Jahre 1928 lieferten Deutschland etwa 44 Proz., England knapp 12 Proz., Frankreich über 8 Proz. und die Schweiz knapp 6 Proz. der Wcltproduktion, zusammen rund 79 Proz. Darüber hinaus ver- fügen insbesondere die schweizerischen Firmen(zusammengeschlossen in der Baseler Interessengemeinschaft) über Beteiligungen oder Tochtergesellschaften in Italien, England und Amerika, und ebenso hat auch der deutsche Partner(JG.-Farben-Jndustrie) einige Positionen in Italien, in den Vereinigten Staaten usw. Was die restliche Wcltproduktion betrifft, d. h. in der Hauptsache die Pro- duktion der Vereinigten Staaten, Japans und der Tschechoslowakei, so haben zwar auch diese Länder den Wettbewerb im internotio- »alcn Farbstoffgeschäft vielfach verschärft, doch dürsten nunmehr Vereinbarungen mit ihnen ebenfalls möglich geworden fein. Man wird zwar nicht damit rechnen dürfen, daß das Ergebnis der jetzigen Verhandlungen die Schaffung eines inter- nationalen Kartells, etwa nach Art des internationalen Glühlampen- kartells sein wird, doch rückt mit der Verständigung der hauptsüch- lichsten englischen Gruppe die Möglichkeit einer internationalen Monopolisierung der Herstellung und des Vertriebs synthetischer Farben ein gutes Stück näher. 1 Privatisierung der Oanatbank? Wir fordern Klarheit über die Absichten der Ztochsregierung. Wir haben berests am 24. November angedeutet, daß Pläne für die Verschmelzung der Danatbon'k mit der Commerz- und Privatbank vorliegen. Inzwischen haben sich diese Pläne anscheinend bereits zu crnsthasten Verhandlungen ver- dichtet, über deren Richtung und Einzelheiten die O e f f c n t l i ch- keit im Dunkeln gelassen wird. Soviel scheint sicher zu sein, daß das Reich die Verhandlungen mit der Absicht führt, sich sobald als möglich von seiner Garantie für die Verbindlichkeiten der Danatbank zu entlasten. Diese Absicht ist an sich durchaus verständlich. Rur ist zu befürchten, daß das Reich für die Befreiung von der Garantie, salls sie im Rahmen einer Fusion Danatbank-Conunerzbank vorgenommen wird, einen sehr teueren Preis zahlen muß. Es drohl die Gefahr, daß man jene Geschäfte der Danatbank, aus denen die höchsten Risiken losten, in eine Abwicklung». gescllschasl überführt, für deren. Verluste das Reich onszu- kommen hätte. (Vom Antell der Geschäftsinhaber der Danatbank an der Haftung bzw. jener Kreise, die seinerzeit die 35 Millionen Danat-Aktien zur Verfügung gestellt haben, kann hier abgesehen werden.) Das wiirde mit anderen Worten bedeuten: das Reich wird zwar von der Garantie befreit, aber mit allen Verlusten be- lastet, die ihm aus dieser Garantie erwachsen könnten. Das wäre eine recht eigenartige„Bcfreiungs"methode, zu der vor allem der Steuerzahler ein Wort zu sogen hätte. Auf jeden Fall handelt es sich bei dem Schicksal der Danatbank um eine außerordentlich wichtige Angelegenheit für die� deutsche Wirtschast. Wir haben unseren Standpunkt in dieser Frage bereits früher klar umschrieben. Unserer Auffassung nach hätte die Regierung die Pflicht, den öffentlichen Einfluß nicht nur auf die Dresdner Bank, sondern auch auf die Danatbank aufrechtzuerhalten. Natürlich darf sie die Dinge dort nicht einfach wie bisher laufen lassen, sondern man muß mit klarem Wollen an die Durchorganisicrung der beiden Banken herangehen.� Eine eindeutige Lösung, wie sie uns vor- schwebte, wäre die Umorganisierung der beiden Banken in der Richtung von Depositenbanken zur besonderen Pflege des mittleren Industrie- und Handelsgeschäfts, die Loslösung von Geschäften spekulativen Charakters, die allmähliche Vereinheitlichung der beiden Banken, insbesondere in ihrem Filialnetz und chre allmähliche Ein- gliederung in das System der össentlichen Banken. Die Reich sregierung scheint mindestens bei der Danat- dank einen anderen Weg gehen zu wollen. Sie lädt danni angesichts der Bedeutung dieser Bank eine schwere Ver- antwortung auf sich. Auf keinen Aall aber darf diese Verantwortung zu einer Vrivalangelegenheit der Rlinisterialbürokratie werden. Aragen von so entscheidender Bedeutung wie die des endgültigen Schicksals der Danatbank dürfen auch beim heutigen Re- gierungefystem nicht in der Dunkelkammer der Ministerien entschieden werden, wo niemand private Einflüsse kontrollieren kann. Die Oefscntlichkeit hat ein Recht darauf, vom Reichssinanz- minislerium zu erfahren, wie man sich das weitere Schicksal der Danatbank denkt, unter welchen Opfern die Garantie des Reiches abgelöst werden soll, wie weiterhin der ösfenllichc Einfluß gesichert bleiben soll, was mit den 35 Millionen Aktien, die von den Verwaltungskreisen der Danatbank zur Verfügung gestellt wurden, geschehen soll und ob und wie die Haftung der Geschäftsinhaber über ihre Aktienhergabe hinaus sichergestellt werden soll, lieber diese Arage ist die Regierung Aufklärung schuldig, damit in aller Ocfsentlichkeit über die Zweckmäßigkeit der Regierungspläne diskutiert werden kann. Kleines Neichsbankgeschäst. Die Lage Ende November/ Nevisenbilanz im Gleichgewichi Der Reichsbankausweis vom 3 9. November zeigt eine für den Monatsschluß verhältnismäßig geringe Iiianspruch- nähme des Reichsbankkredits. Der Bestand an H a n d e l s w e ch s e I n hat sich um 249,3 auf 3991,1, der Bestand an L o m b a r d d a r- I e h e n um 135,3 auf 254,3 Millionen Mark vermehrt. Die Banken verschafften sich Gelder auch durch den Verkauf von Reichs- s ch a tz w e ch s c l n, deren Bestände bei dtlr Rcichsbank um rund 55,7 Millionen Mark zunahmen. Aus dem zinsfreien Konto der Giro gelder erfolgte noch eine Zunahme um 81,7 auf 596,1 Mit- lioncn Mark. Der Umlauf an Rcichsbanknoten nahm wie immer om Mo- natsfchluß zu, aber in verhältnismäßig geringem Umfange. Er stieg um 363,4 auf 4649,6 Millionen: der Umlauf an Reutenbank- scheinen erhöhte sich um 11,5 aus 429,1 Millionen Mark. Bei den Gold- und Devisenbeständen ergaben sich gegen die Vor woche nur kleine Verschicbungen. Die Goldbestände nahmen um 3,6 auf 1994,9 Millionen ab, die Bestände an deckungsfähi- gen Devisen um 2,7 auf 179,3 Millionen zu. Die N o t e n d c ck u n g mußte sich, wie immer om Monatsschluß, verringern. Der vor- handcnc Gold- und Devisenbestand deckte die umlaufenden Noten am 39. November mit 25,3 gegen 27,5 Proz. in der Vorwoche. Die Zollermächtigung. Sehr veitgehende Ausdehnung der j�egiernngsvollmochten. Die Reichsregicrung hat, wie wir gestern meldeten, sich durch eine neue Notverordnung zu Zolländerungeu und zur vorläufigen Inkraftsetzung von Handelsverträgen ermächtigen lassen. An sick? war eine Neuregelung durch den Rücktritt und die folgende Um- besetzung der Reichsregicrung notwendig geworden, da die alte Er- mächtigung nur für die damalige Reichsrcgierung Brüning galt. Wenn nun in den Presfekommentaren bemerkt wird, daß„irgend- eine sachliche Erweiterung der Ermächtigung nicht vor- genommen wurde", so ist das unrichtig. Zunächst ist die zeitliche Beschränkung der Vollmacht auf die Amtszeit der Regierung Brüning gefallen. Die bisher geltende Ermächtigung bezog sich ferner lediglich auf A g r a r- erzeugniffe, während nunmehr die Reichsregierung sich die Vollmacht hat geben lassen, alle Einfuhrzölle, also auch die Zölle auf Jndustriecrzeugnissc, im Falle eines dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses zu ändern. Damit ist ein« sehr weitgehende Ausdehnung der Regicriiiigsvoll- machten geschaffen worden. Die Ausdehnung der Vollmachten wird sehr zu b e a ch t.« n sein. Die deutsche Wirtschaft ist heute mehr denn je auf eine ver- nünftige Preispolitik und auf pfleglichste Behandlung der Export- bezichungen angewiesen. Die erweiterten Vollmachten dürfcti des- halb keinesfalls zur Begünstigung von Interessenten- wünschen ausgenutzt wevdct> mit der Folge bimienwirtschaft- lichcr Preisverschiebungen. Wir haben Verständnis dafür, daß in dieser Zeit der künstlichen Verschiebung der Wettbewcrbsgrund- logen durch Währungsverschlcchtsrungen und Cinfuhrerfchwerung« auch die deutsche Regierung für den Fall eines Fortganges dieser Entwicklung und einer Bedrohung der«inheimischen Wirtschaft sich Slbwchrmittcl schassen muß. Bon diesen darf aber nur im äußersten Notsalle Gebrauch gemacht werden. Die neue Welle des Protektionismus bedeutet Kriscnver- schärfung. Für Deutschland ist die weitgehende Aufrechterhaltung der Ausfuhr zur Lebensfrage geworden. Die deutsche >U. und Handelspolitik darf also nicht den proteUionistischen Be- strebungen Borschub leisten, sondern muh vielmehr bestrebt sein, einer weiteren Steigerung der Handelshemmnisse entgegen- zuwirken. Vergleich zwecks Ehrenrettung? Wie man Skandalpfozcffe verhindert. Der Name Ludwig Kotzenellenbogen war einer größeren Deffcntlichkeit zum ersten Male anläßlich des Zusammenbruchs der Industriebau Held u. F r a n ck e A.-G. bekanntgeworden. Da- mals nämlich erhob die A.-G. für Verkehrswesen, die die Mehrheit des Jndustriebaukapitals zur Zeit des Zusammenbruchs besaß, gegen die Borbesitzerin der Kapitalsmchrhcit, die S ch l e- s i sch c Portland Zement A.-G.(Schultheiß-Ostwertc-Kon- zern) und ihre verantwortlichen Leiter Katzenellcnbogen und von Bentivegni Schadenersaßklage mit schwerwiegendsten Vorwürfen. Die Lorwürfe gingen dahin, daß diese beiden die skan- dalösc Fälschung der Jndustriebau-Bilanzen gekannt hätten. Vor- würfe, die als weitgehend zutreffend erscheinen mußten, als im Frühjahr ein Urteil die Schlesische Zement zur Herausgabe von etwa drei Millionen Mark Verkehrsaktien und zur Zahlung von iWOOOO Mark verurteilte. Nachdem bisher nur von einer Prozeßführung durch alle In- stanzen die Rede war, wird man jetzt durch die Mitteilung eines Vergleichs überrascht. Dieser Vergleich kommt einem E i n g e st ä n d n i s der Schuld durch die Schlesische Portland Zement gleich, da das oben erwähnte Urteil anerkannt wird: der Betrag der zu liefernden Aktien ist etwas ermäßigt, die Zahlung der Barfumme sogar auf 500 000 Mark erhöht worden. Im Vergleich heißt es, daß die Klage gegen Herrn von Bentivegni zurückzuziehen sei, da die V o r a u s s e ß u n g e n für die Klage sich als irrig erwiesen hätten. Weiter wird der Schlesischen Port- land Zement versichert, daß sie bei Verkaufsabschluß in gutem Glauben gehandelt habe und daß sich damals beide Parteien über den inneren Wert der Industriebau A.-G. in einem Irrtum befunden hätten. Der Wortlaut des Vergleichs steht im G e g e n f a ß zu den ausgemachten Bedingungen, die eine Anerkennung des Schaden- erfatzanspruchs der A.-G. für Verkehrswesen bedeuten. Wenn die Portland Zement totsächlich„in gutem Glauben" gehandelt hätte, wenn beide Parteien sich damals„geirrt" hätten, wie käme dann die A.-G. I>ir Verkehrswesen zu einem Schadenersatz- a n s p r u ch, wie käme dann die Schlesische Portland dazu, die Richtigkeit des Verkaufs anzuerkennen und alle Lasten zu übernehmen? Hier scheint man dach bemüht gewesen zu sein, der Ocffentlich- ksit einen Skondalprozch zu ersparen. Wenn man auch dieses Bemühen verstehen kann, so bleibt doch bedauerlich, daß eine g«- r i ch t k i ch e Klärung dieses Falles, in dem die private Wirtfchafts- führung sich von der übelsten Seite zeigte, unterbleibt. Wie hoch sind die Löhne? Aus dem Leben gegriffene Tatsachen. Gilverbergs Goldgrube bleibt fündig. Konjunkiurdividenden, aber kein Preisabbau. Der Silvcrbcrgsche Braunkohlenkonzem— Rheinische A.- G. für Braunkohlen- und Brikettfabrikation— gehört zu den wenigen Großunternehmen, die im Krisenjahr 1030/?)! ihre hohe K o n j u n k t u r d i v i d c n d e von l 0 P r o z. aufrechterhalten konnten. Wie jetzt aus der Halbjahrcssitzung des Aussichtsrates sestgestellr wurde, haben sich auch in den ersten sechs Moiwtcn des vom 1. April bis 31. März laufenden Geschäftsjahres 1031/32 keine K r i f e n c i n f l ü j s e geltend gemacht. So lag der Brikett- absatz im Somnier um 0 Proz. über dem Stande des Sommers 1030 und betrug rund 03 Proz. der SyiüZikatsbcteiligung. Der sinkende Industricabsaiz konnte durch erhöhten Hausbrandverkaus ausgeglichen werden. Die verminderten Erlöse wurden durch Senkung der Selbstkosten— Lohnabbau bei steigenden Bclegschajts- leistungen— wettgemacht. Da das bisherige Ergebnis im ersten Halbjahr dem des Porjahres entspricht, wird auch für 1931/32 voraussichtlich die gleich hohe Dividende ausgezahlt werden. Wie die Betriebe des Pctjchek-Konzerns, sowie die.Life" und Bubiag im ostelbischcn Revier, arbeitet also auch das führende Unternehmen im rheinischen Braunkohlenbergbau in der Krise mit unverändert hohen Konjunkturgewinnen, die sich mit Hilfe der überhöhten Syndtkatspreise leicht herauswirtschaftcn lassen. Wann wird sich endlich die Regierung ausrasfen, die Mononpolpreise dieses für die Konsumentcnmajsen lebenswichtigen Brennstoffes fühlbar zu senken? Weiierführung der Brennabor-Werke. Wie zu der Insolvenz der Brennaborwerke Gebr. Reichstem, Brandenburg a. d. H., mitgeteilt wird, erfährt der Brcnnabor- kundendienst durch die Ereignisse der letzten Tage keine Unter- brechung. Reparaturen werden in den Werkstätten der Brennabor- filialen und der Brennaborhändler nach wie vor ausgeführt. Die Ersatzteillieferungen sind keinen Einschränkungen unterworfen. Dar- über hinaus ist geplant, auch die Fabrikation in sämtlichen Betrieben weiterzuführen. Die bisher in dieser Rich- tung geführten Verhandlungen berechtigen zu der Hoffnung, daß die durch die Sanicrungsaklion bedingte vorübergehende Stillegung der Betriebe nur von kurzer Dauer sein wird. preußische Fiaanzwirlsckzast. Das Preußische Statistisch« Landcs- omt hat di.? Ergebnisse der Reichsfinanzstatistit sür Preußen und dos Rechnungsjahr 1020/30 in der handlichen Farm eines 96«eilen starken T a f ch e n b u ch s der F i n a n z st a t i st i k in Preußen vsröffsnilicht. Die Neuerscheinung hält das, mos man von ihr auf Grund der Vorgänger erwarten konnte. Sie ist gegenüber dm früheren Ausgaben des Taschenbuchs noch weiter vervollkommnet, bringt— was sonst nicht die starke Seite der amtlichen Statistik ist— zu einem erfreulich frühen Termin die neuesten Ergedmsfs der Statistik und vor allem auch in neun klar und übersichtlich an- geordneten umfassenden Tabellen das Ergebnis der gesamten preußi. schon Finauzwirtschaft(Staat und kommunale Körperschaften) der fünf Rechnungsjahre 1922/26 bis 1929/30. Das Taschenbuch, das wir empfehlen, erschien zum Preise von 2 M. im Verlag des Preußischen Statistischen Landesamts, Berlin SW., Lindenstraße 28. Die Löhne sind zu hach. Die hohen Löhne sind schuld an der Krise. Die hohen Löhne müssen nochmals, zum dritten, vierten und fünften Male abgebaut werden, damit die Krise endlich überwunden wird. So ist die Propaganda der Unternehmer, so die Handlungen der Regierung, so ihre Absicht, weiter zu verfahren. Die hohen Löhne? Wir haben eine Umfrage in Berlin gehalten. Wir haben nicht etwa besonders ungünstig liegende Fälle ausgesucht, sondern solche, die über dem Durchschnitt liegen. Denn der Durchschnitt ist heute der im Lohn oder Gehalt a b g c- baute Kurzarbeiter. Noch tiefer stehen die Arbeits- losen— wie die leben,'st ein noch nicht völlig ergründetes Gc- hcinmis—, darüber die Vollarbeiter, die aber nur noch eine kleine Minderheit sind. Unter den Betrieben, die dem Verband Berliner Metallindustrieller angeschlossen sind, gibt es nur mehr zwölf, die voll arbeiten!— Und nun das Ergebnis unserer Er- Hebung: Ein hochqualifizierter Holzarbeiter in der Möbel- industrlc, 4l Jahre alt. verheiratet, drei Kinder im Alter von 6, 9 und 13 Jahren, verdiente im Sommer vorigen Jahres bei voller Beschäftigung im Akkord durchschnittlich 80 M. pro Woche brutto und etwa 70 M. netto. Sein durchschnittlicher Akkordverdienst von 1,75 M. pro Stunde ist bis jetzt auf 1,35 M. ge- funken. Zudem arbeitet er schon seit fast sechs Monaten nur 24 Stunden in der Woche. Er hat jetzt nur noch ei»en Bruttovcrdienst von etwa 32 M. und bekommt am Zahl- tag nach Abzug aller Sozialbeiträge rund 27 M. heraus. Miete zahlt er für eine Zweizimmerwohnung im Norden 43 M„ so daß ihm nach Abzug der wöchentlichen Mictrücklagen, Fahrgeld, Verbands- und Parteibeitrag sowie Zeitungsgeld ganze 13 AI. bleiben, um die fünfköpfigc Familie zu ernähren und zu kleiden. Natürlich hat dieser Arbeiter alle Aufwendungen für Bildung und Erholung, Abonnement in der Volksbühne, Mitgliedschaft im Ar- bcitcrschivimmverein, Mitgliedschaft in einer Buchgemeinschaft usw. rücksichtslos streichen müssen. Da der Stundenlohn ober noch über dem vom Januar 1927 liegt, soll er nach den Wünsche» der BdA. noch weiter abgebaut werden. Um den Absatz zu steigern. Ein Sattler aus der Karosser iebranche, 28 Jahre alt, verheiratet, ohne Kinder, erzielte noch im Herbst v. I. bei 48ftündiger Arbeitszeit einen Akkordwochen verdien st von durchschnitllich 68 M. brutto und 59 M. netto. Er hat jetzt noch das in der Karossericbranche unerhörte Glück, voll beschäftigt zu sein. Die Akkorde sind stark gekürzt geworden; er kommt nicht höher als auf 57 M. Bruttoverdienst in der Woche, gleich 49 M. netto. Er hat eine Zweizimmerwohnung in einem Neubau in Neu- kölln, wofür er 63 M. Miete zahlt. Seinen Vater, einen 62jährigen Krüppel, unterstützt er mit 5 M. wöchentlich. Nach Abzug der üblichen Ausgaben für Miete, Beiträge, Gas, Licht, Heizung. Fahr- geid zur Arbeitsstelle bleiben ihm und feiner Frau wöchentlich etwa 20 211. zum„Leben". Womit er den Jnnsnmarkt zu heben hat. Ein Angestellter im Einzelhandel, 46 Jahre alt, verdiente bis Ultimo September d. I. monatlich 275 M. brutto. Nach Abzug der Sozialbciträgc und des Beitrages zur betrieblichen Penfionskässe v e rb li c b e n i h m 229,45 M. netto. Für seine Wohnung, drei Zimmer in ciiicm Altbau, zahlt er 62 M. monallich. Zu ernähren und bekleiden Hot er außer seiner Frau einen 20jährigen arbeitslosen Sohn, der keine Unter- stütz un g mehr bekommt, ein Iljähriges Kind und ein« 73jährige kranke und demzufolge völlig arbeitsunfähige Mutter. Sein Ausgobenbudget sah für den Monat September wie folgt aus: Außer der Miete von 62 M., an Bersicherungsbciträgc für die Mutter sowie an ständig benötigten Medikamenten für sie 10 M., Abzahlung für Kleidung und Wäsche 15 M., Berbandsbeitrag 5,25 M., Partei und Zeitung 4,70 M., Rundfunk 2 M., Stcrbekassc für sich 2,50 M„ Gas, clettrisches Licht und Heizung 15 M.. zu- sammen also 116,45 M. Für die sünftöpfige Familie blieben dem- nach im September für den nackten Lebensunterhalt 113 M. oder 3,76 M. pro Tag übrig. Im Oktober wurde ihm die bis dahin gewährleistete Leistungszulage abgebaut und pro Woche ein, natürlich unbezahlter, arbeitsfreier Tag eingelegt. Sein Bruttogehalt sank auf 221 M.. das Ncttogehalt auf rund 186 M., die Ausgaben blieben jedoch die gleichen, so daß dieser sünstöpsigen Familie nur noch bare 70 TN. im TNonat oder 2 HZ TN. pro Tag zum Leben übrigbleiben. Wo ist die Preissenkung, die eine derartige Schrumpfung der Kaufkraft ausgleicht? Eine Verkäuferin, deren arbeitsloser Mann schon seit Mitte November 1930 keinen Pfennig Unterstützung mehr erhält, hatte bis zum Jahresanfang ein Bruttogehalt von 151 M., und nach Abzug der Sozialbciträgc ein Nettoeinkommen von rund 133 M. Für ihre Wohnung, Stube und Küche in einem alten Hause, im Osten zahlt sie 39 M. Miete. Ihre über 60 Jahre alten Eltern unterstützte sie bis zum September mit 15 M. monallich. An nicht zu umgehenden Ausgaben für Fahrgeld, Ver- bandsbeitrag, Zellung ujw. hatte sie, 23 M.. so daß ihr und ihrem Mann nionallich 56 M. zum Leben blieben. Durch G e- Haltsabbau und Einführung von zwei Tagen Kurzarbeit im Monat ist ihr Nettoeinkommen im Oktober auf rund 117 M. gesunken. Infolge des Verdienstausfalls von 16 M. im Monat hat sie den Zuschuß an die Eltern um 5 M. gekürzt, der Verbands- beitrag ist um 75 Pf. geringer geworden, der monatliche Fonds für Ernährung und Bekleidung ist aber lrohdem um 10 TU. auf 46 TU. im TUonat zusammengeschmolzen. Davon soll die Wirtschaft angekurbelt werden! Ein Transportarbeiter der Metallindustrie, 5b Jahre alt, verdiente im Oktober v. I. bei voller B e s ch ä f t i- gung und einer Leistungszulage von 2 Pf. pro Stunde wöchentlich rund 41 M. Sein Nettoverdienst war etwa 30 M. Im Jahr« 1927 Holter er mit feiner Frau, seiner 19jälirigcn Tochter, seinem verheirateten Sohn und dessen Frau eine Neubauwohnung im Berliner Norden bezogen. Die Zweieinhalbzimmerwohnung kostet 75 M. Miete. Die Tochter gab von ihrem Nellomonats- geholt von 120 M. 7ö M. Kostgeld, also gerade soviel wie die Miete. ausmacht, der verheiratete Sohn 35 M. Miete für das Zimmer. Nach Abzug der notwendigen Ausgaben hatten die drei Personen— der verheiratete«ahn führte seinen eigenen Haushalt— ungefähr 37 M- m der Woche zum Leben übrig. Der verheiratete Sohn hat sich, auch eine der üblichen Beglcit- erscheinungcn des Zusammenwohnens der Eltern mit ihren verheiratete» Kindern, mit seinen EUcrn veruneinigt und mit seiner Frau das Haus verlassen. Die Tochter hat jetzt nur noch ein Netto- gehalt von 105 M., gibt aber weiter 75 M. monatlich ab. Der Vater hat nur noch den nackten Tarifswndcnlohn von 77 X> Pf., gegenüber 86 Pf. im vorigen Jcchr. arbeitet bloß drei Tage in der Woche und bringt ganze 1? M. nach Hause. Das vordem von dem verheirateten Sohn bewohnte Zimmer ist jetzt, nachdem es drei Monate leer stand, endlich vermietet worden. Der Erlös dasiir beträgt 25 M. monatlich. Den drei erwachsenen Personen, die alle drei arbeiten, bleiben sür die Woche etwa 22 TU. zum Leben, wobei aber noch kein Fahrgeld für den Familienvater, kein einziger Beitrag abgesetzt ist.— Woran, mag es wohl liege», daß die Krise bei uns so hartnäckig ist?— Natürlich an den hohe» Löhnen! Ein Reichsarbeiter bei einem Berliner Finanzamt bc- fchäftigb Er ist 32 Jahre alt. kinderlos, verheiratet und bewohnt im Berliner Osten eine Zwcizimmcrwohvung(Altwohnung) mit einer monatlichen Miete von 42,50 M Db'scr Reichsarbciter hatte im Frühjahr v. I. einen B r n t t o v c r d i c n st von 44,40 Ai. pro Woche und rund 38 M. netto Damals wie heute betrug seine Arbeitszeit 48 Stunden. Jetzt erhält er nur noch 35 M. in der Woche und bringt nur etwas über 29 M. nach Hause Die not- wendigen Ausgaben für Mictrücklagen, Gas, Licht, Heizung, Bei- träge usw. in Höhe von 17 M. pro Woche lassen sich jedoch nicht reduzieren, mithin müssen die beiden Leute von 12 TU. in der Woche„leben". Wenn in diesem Haushalt ein Paar Schuhe zu besohlen oder ein Hemd anzuschaffen ist, so bedeutet das ein unlösbares Problem. Die Reichsregierung beabsichtigt aber, den Loh» des Mannes noch- mals abzubauen. Das sind die..hohe» Löhne", die die Industrie nicht mehr zahlen kann, die noch weiter abgebaut werden sollen, damit der Absatz steigt. Diese Löhne sino innerhalb von wenigen Monaten ganz ungeheuerlich abgebaut worden. Die tatsächliche Einkommcnsschmälerung schwankt zwischen 12 und 60 Prozent. Ausfallend ist, wie die Mieten«infach erdrückend wirken. Es verlautet aber, daß der Reichsarbeitsminister die Mieten in de n Altwohn u�t gen nicht senken will. Man kann doch dem .Hausbesitzer nicht zumuten, etwa die tatsächlich eingetretene und die versprochene Preissenkung durch eine Senkung seines Nominalei»- kommens zn begleichen! Wozu gehört er dem privilegierten Stande der Hausbesitzer an? ilnd nun mag die Rcichsrcgierung, wenn sie die'Verwegenheit besitzt, diese Löhne durch eine Lohndiktat noch weiter abbauin. Die Wirtschaftskrise wird dadurch bestimmt nicht geheilt werden. Die politische und soziale Krise aber... Warum geht es in Preußen? 48-E»fundcn-Wochc in den preußischen Miniken. Der G c s a m t o e r b a n d hatte vor einiger Zeit an dos Preußische Staatsministorium den Anirag gestellt, in Anbetracht der ungeheuren Wirtschaftskrise für das Pflegepersonal in den prcußischcnStaatskliniken die 4 8- S t u n d c n- W o ä> c einzuführen. Der Antrag stieß erfreulicherweise bei der preußischen Staalsrcgierung auf Verständnis, So konnten dieser Tage, nachdem die verwaltunystcchnischcn Fragen in den ciiizelnen Kliiiikcn mit Hilfe der Betriebsräte und der örtlichen Verwaltung des Verbandes geklärt worden waren, in den Schlußvcrhondlimgen folgende Vereinbarungen getrofsen worden: .Die Leistung von llebcrstundcn für längere zusammenhängende Zeiträume wird verboten. Ausnahmen können in Einzelfällen vom Fachministcr mit Zustimmung des Finanz- Ministers zugelassen werden. Im übrigen dürfen Uebcrstunden nur noch zur Beseitigung von Betriebsstörungen und zur Erledigung sonstiger dringender oder uiworhergeschcncr Arbeiten, die keinen Aufschub vertragen, angeordnet und geleistet werden. Für das Pflegepersonal des Choritö-Krankcnhauscs Berlin und bei den UniversitätsUiniken und Polikliniken wird die rcqcl- mäßige reine Arbeitszeit ausschließlich der Pausen auf 48 Stunden in der Kalenderwoche einschließlich der Sonn- und Feiertage fest- gesetzt. Die Arbcitszcithcrabsctzung ist bis spätestens zum 3. Januar 1932(Beginn der Lohnwochc) durchzufiihrcn. In dem Umfang der durch das Ueberstundenverbot und durch die Arbeitszeitherabsctzung beim Pflegepersonal sreiwerdendci: notwendigen Arbeitsstunden werden neue Arbcitsträfte eingestellt, jedoch dürfen hierdurch das bisherige Maß an Arbeitsstunden und der gegenwärtige Gesamtlohnaufwand nicht überschritten werden. Bei der Ncucinstcllung sind entlassene Staatsarbeiter bevorzugt zu berücksichtigen." Durch diese Vereinbarungen werden in den preußischen Kliniken ungefähr 380 Personen neu eingestellt. Wenn auch diese Zahl, gemessen an der riesigen Arbeitslosigkeit, unter der wir leid?», nicht allzu groß ist, so ist doch der Schritt Preußens zu begrüßen. Zu wünschen wäre, daß die übrigen Länderrcgierungen das preußische Beispiel nachahmen. Darüber hinaus müßte die Reichs- regierung endlich einmal von den ihr zur Verfügung stehenden Macht- Mitteln Gebrauch machen und verordnen, daß in Deutschland nie- mand mehr länger als 48 Stunden arbeiten darf. Dann würde füe viele Zchntauscnde hoffnungsloser Menschen wieder eine Beschäs- tigiingsmöglichkcit geschaffen werden. Mißbräuchliche Arbeitsvermittlung. proiest der Stukkateure. Die Berliner Stukkateure und Rabitz er haben sich nach jahrelangen, sehr opferreichen Kämpfen einen Arbeits nach- weis geschaffen, durch den bis vor kurzem eine gerechte Arbeite-- oermitllung möglich war. Nach dem zur Zeit noch bestehenden Tarifvertrag sind die Bauunternehmer verpflichtet. Stukkateure und Rabitzcr nur von diesem Arbeitsnach. weis in der Gormannstraße anzufordern. Jahrelang sind die Unternehmer gegen diese Arbeitsvermittlung angerannt, weil sie WeHuuidifs-VwverKauf (vom 1. bis 15. Dezember 1931) rr»;»77/, lyrt&A VJtifT) Trfiyf*rrTffjffirf*n SCWNUP-, »nywr;.»*nx) ir. /j.'JJ;1 rffCÄ frrmrmrrrrr* SHHatüieHMC— SKCaluasw Allte 117— Lmlstirrtf t!!u 39— Henetcbuii« Trikotagen Strümpfe MMU für die Günftlingswirtschast fsiiKn Koum li«sz. Ihre Scmiiljungcr. blieben jedoch erfolglos. In diesem Jahr ist es ihnen aber mit Unterstützung des Landes- arbeitsamts gelungen, diesen Arbeitsnachweis zu unterminieren. Trotz der entgegenstehenden Bestimmungen des Tarifvertrages I)at ihnen das Landcsarbeitsamt das Recht gegeben, Arbeitskräfte nainciitlich bciin Arbeitsnachweis anzufordern. Dadurch ist wieder einer Günstlingswirtschnst der Weg geebnet worden, die sich besonders in den letzten Monaten z» einem Skandal ausgewachsen hat. Die Unternehmer fordern in der Hauptsache nur solche Arbeitskräfte an, die ihnen als willfährig bekannt find, so das; einzelne Ar- beiter kaum einige Tage arbeitslos sind und von einer Arbeitsstelle zur aiÄeren vermittelt werden, während gleichwertige Arbeitskräfte schon monatelang auf Arbeit warten und der Wohlfahrt zur Last fallen. Bon dieser ungerechten Vcnnittlung werden selbst bei dem Neubau des Arbeitsamtes Südost keine Ausnahmen gemacht. Mit diesen unhaltbaren Zuständen bcschästigte sich dieser Tage eine Versammlung der arbeitslosen, im Baugewerksbund organi- sicrtcn Stukkateure und Rabitzer, in der eine unbeschreibliche Em- pönmg über dies« Vermitilungsmethodc herrschte. Mit l>«ftigen Worten mochte z. B. ein Redner seiner Empörung darüber Luft, daß ihm, der innerhalb der letzten drei Jahre nur ■12 Tage gearbeitet hat, durch dieses Vermittlungsspstem immer wieder die schon zum Greisen nahe Arbeit von kaum arbeits- los gewordenen Kollegen vor der Nase weggeschnappt wurde. Einstimmig nahm die Versammlung eine Entschlic- tz u n g an, in der die Fackgruppenlcitung beauftragt wird, sich mit allem Nachdruck für die Beseitigung dieser Mißstände einzusetzen. An die arbeitslos werdenden Berufskollegen wird in der Entschlie- ßung der Appell gerichtet, mehr Solidarität gegenüber den schon lange Zeit zur Arbeitslosigkeit verurteilten Bcrussangehorigen zu üben. Den Arbeitslosen, die sich durch die namentliche Anforderung auf dem Arbeitsnachweis eine Arbeitsgelegenheit erschleichen, sprach die Versanunlung ihr schärfstes Mißtrauen aus. Goldene Worie Vöglers. Wird er zu seinem Bekenntnis stehen? Auf der Tagung des Vereins Deutscher Eisenhüttenlcute hielt der Generaldirektor des Stahltrustcs, Dr. Vogler, eine Rede, in der er folgendes Bekenntnis ablegte: „Ich stimme denen zu, die nicht in einer Forcicrung der Ausfuhr, sondern in einer Erstarkung des Inlands- Marktes das wünschenswerte Ziel sehen." chorr Vogler hatte diese lapidare Feststellung im Anschluß an feine Ausführungen über das Verhältnis zwischen Industrie und Landwirtschaft und die Kaufkraft der Millionen bäuerlicher Be- oölkerung getroffen. Wenn Herr Vogler eine Erstarkung des In- iairdsmarktes als das wirtfchaftspolitischc Ziel der Gegenwart an- erkennt, so wird er damit natürlich nicht nur die etwa 2l> Mit- lionen starke Landbevölkerung, sondern natürlich auch d i e ziffernmäßig noch stärkere Arbeit nehmerschaft in den Städten meinen. Wie aber verhätt sich dieses roirt« fchaftspolstifche Bekenntnis zur lohnpolitifchen Praxis. die dieser Stahlgcwaltigc mit den anderen Magnaten der Schwer- induftrie feit jeher getrieben hat? Diese PolNik war im Effekt nichts anderes als eine rücksichtslose und brutale Saufkraftoernich. lung und dementsprechende Zerrüttung des Inlandsmarktes. Streikabbruch in Troisdorf und Köln. In den Ktocknerwcrken in Troisdorf wurde an, Mut- »och nach IZtägigem Kampf die Arbeit g e f ch l o f f e n w i e d c r aufgenommen. Nach einer Vereinbarung vor dem Schlichter tritt die Lohnsenkung von 9 Proz. erst nm 1. Dezember in Kraft. Maßregelungen unterbleiben. Auch in den ch u m b o l d t w e r k c n in Köln kam es zu einer Vereinbarung zwischen Werksleitung und Arbeiterrat. Obwohl das Ergebnis die Arbeiterschast nicht befriedigt, brachte die geheime Ab- stimmung der Gesamtbelegschaft nicht die erforderlich« Dreiviertelmehrheit zur Weitcrsührung des Kampfes. So mußte der Kampf abgebrochen werden. Die Einstellung der Arbeiter erfolgt im Laufe dieser Woche. Roch nicht genug Arbeitslose? Saalbescher wollen Militärkapellen. Das leider nicht erlassene Verbot des außerdienstlichen■ g e- werblichen M u s t z i e r e n s der Militärkapellen hat die Saalbcsitzcr und Konzcrtlokalinhaber auf den Plan gerufen. Dieselben Saalbesitzcr, die verlangen, daß Rathaussäle, Schulaulen, Beamtenheime, Kantinen usw. für private und Vcrcinsfestlichteiten nicht zur Verfügung gestellt werden sollen, weil das eine Konkurrenz für die Saalbcsitzcr bedeutet, sind ganz aus dein Häuschen, wenn sie hören, daß de» vom Reich versorgten Militärmusikern der Doppcl- verdienst unterbunden werden soll. Wenn es darum geht, sich die eigene Konkurrenz vom Halse zu halten, ganz gleich, vb durch Konzessivnzspcrre oder sonstige behördliche Maßnahmen, dann ist der preußische Innenminister gut genug, Verfügungen und Bcstim- muiigen zu erlassen. Wenn der preußische Innenminister aber verfügt, daß die Landräte und Polizeibehörden vor Angabe einer gutachtlichen Aeußerung betreffend Spielen der Musikkapellen erst beim zuständigen Arbeitsamt anfragen sollen, ob die In- teressen der arbeitslosen Berufsmusiker geschädigt werden, dann schreibt der Bund der Saal- und Konzertlotal-Jnhaber Deutsch- lands E. V. in der„Saalbesitzer-Zeitung": „Wir fragen daher in aller Oeffentlichkcit: Ist der preußische Innenminister bereit, die durch seinen Erlaß herb-igesührten Mängel wieder zu beseitigen?" Nach der Meinung der Saaibcsitzer sollen die Militärmusiker nach wie vor doppelt verdienen und die arbeitslosen Berussmusikcr stempeln und hungern. Wir haben ja so viel Geld, daß es uns auf ein paar hundert Unterstützte mehr oder weniger nicht ankommt. Razis wollten eine Zelle gründen. Sie fanden ober keine Gegenliebe. Zum Sonnabend hatten die Nazis eine Bersammiung für ine Velogschasten der Firmen Peek und Cloppenburg und Bernward Leinweber einberufen Es sollte eine„Zelle" der NSDAP, gegründet werden. Ein Genosse, der der Versammlung beiwohnte, berichtet uns darüber: Das Thema lautete:„Verrat am Sozialismus ist Verrat am Volke". Anwesend waren 8 Angestellte der Finna Peel und Cloppenburg und 2 Angestellte der iFrma B Leineweber, aber 2ö bis 30 Angehörige der SA. Das Referat sollte der„Pg." Seifert halten. Dem Vorschlag des Leiters der Vcrsamnllung, sie auf einen anderen Tag zu ver- legen swcgen des schlechte:, Besuchs) widersprach ich, weil ich am cum infa-reifirrt sei. Der Leiter gai' dann bekannt, daß der Reseral. ins Thema streif c n würde und Fragen gestellt werden? jSnnteu. f Das Referat war ein Sammelfurüuu von allem Möglichen. Die Sozialdelnokratie fei für die Entwicklung des heutigen Wirtfchasts- syst eins verantwortlich. Die Krankenkasien würden im Dritten Reich so organisiert, daß ein Drittel der Beiträge für die schweren Krank- Heiken in einem Fonds reserviert würden. Bon den anderen zwei Dritteln erhielte jedes Mitglied ein Konto, dos entsprechend hock? oder niedrig sei, je nachdem, wie es von dem Inhaber in Anspruch gcnomen würde. P o l i t i s 6i e Schulden würden in Dritten Reich überhaupt nicht gezahlt, private Schulden nach Mäg- l i ch k e t t. In diesem Stil ging es weiter. Es wurde eine Diskussion vereinbart, eine Vicrtclstuich« Redezeit und Angabe, bei welcher Partei organisiert. 2lls erste meldeten sich ein Kollege von Pect und Eloppenburg, angeblich politifä) neutral, und ich, der ich angab, Mitglied der SPD. zu sein. Der erste Red- l-.cr fertigte den Referenten in eleganter Weise ab. Er könne nicht verstehen, was ein Prinz Auw, bei einer Arbeiterpartei zu suchen habe. In meiner Entgegnung wies ich darauf hin, daß vorläufig die Produttioiisimtel noch im Besitz der anderen(llntcr- nehmer), also wir nicht für das kapitalistische System verantwortlich seien, sondern es bekämpften. Außerdem stellte ich die Frage, warum die Nazis aus den, Reichstag herausgegangen seien, als soziale Anträge �zusätzliche Wintcrhikse für die Erwerbslosen) zur Debatte standen, die auch ihren erwerbslosen SA.-Mitgliedern zugutegekom- men wären. Das machte auf die anwesenden SA.-Leutc sichtlichen Eindruck. In feinen, Schlußwort faselte der Referent von einer Anleihe, die auch beraten werden sollte, deshalb seien sie ausgezogen! Ich widersprach sofort. Sie wollten eine Betriebszelle unbedingt bei Leineweber auf- ziehen»ich bekamen nur Vorwürfe zu hören. Als zun, Schlich ein paar SA.-Leute uns veranlassen wollten, aufzustehen, um n, ihr„Heil Hitler" einzustimmen, protestierten wir ganz energisch. Daß sie uns in Ruhe nach Hause gehen ließen, war wohl dem Umstand zu verdanken, daß ein Schupo vor dem Versa, mnlungslokal stand. �reie Gewerkschafis-Iugend Berlin leclirhiius). Sei, - Moabit: goi Seuic um lO!; llhr tonen die föcunpcn: iStiinauct 6tt. i(Näde Bahnhof«ptuMcräfcld). HeiuUieiprechunn.— Sesi-obbruaeo: Jugendheim Note(Zchnie, Eoteicbnrgcr vir. 2. Heim- I-eiprechung. Bunter Abend.— Schönhauser?or: Jugendheim Tieckstr. 18 syeuermchrhous).„Vom Lachein zum Lachen."— Tempclhos: Srnppenheim Lnzeum Germaniastr. 1— 0._?ec Zugang zum Jugendheim crsolgt durch den Eingang auf der Hinteren Seite der Schule Glibsirnhe. Zeimbeivrechnna...Die ��M��D�WWMW�WIWWWWWWWWWWDWWWMlW mg...Mit Buch und Echallviatte durch die Äelt." Lehrter Str. ,8— ig. Besprechung:„Unsere Weih- nachten".— Staaten: Sua->U>he>m 17. Boltsschuie, Eartenstadt, ztirchplah fEndhatiesteise Autobus Ali. Heimabend.— Reu- Lichtenberg: Jugendheim C-nnterstr. It.„Die Bedeutung des Liigendwanderns".— Landsberger Platz: v-ruppenheim Diestelm«i>°rs,r. S.„Kameradsckiaftseche."— Lichtenberg: Jugend. heim Dossestr. 72. Wir lernen neue Lieder.- Arnolfurter Allee: Jugendheim Lilsiter Str. ,.„Das Deutsche Reich."— Oster.dc: Jugendheim Narlshorf:. �restomallee 4(Ramschuiel.„Die Stellung der Frau in der Eelellschafi."— Schöoewcide: Jugendheim Laufener Str. 2(Rotes Zimmer).„Die FUhrer der ömverlschaiten."— Jugendgruppe des Berbandcs der Nahrungsmittel, und Srirani-arbeiter: Jugendheim Reue Sck)ötthauser Str.>— ä. Heimbesprechung. Spiel, und Liederabend.— Karten für die Iugendpors'ellung der Bolkobiihne am kämmenden Sonntag, C. Dezember, sind nach in der Jpgendzcntrale er. hältlich. i schänhon Osten:« Iugendgruppe des Zentralverbandcs der Angestellten .Heute, Donnerstag, finden folgend« Veranstaltungen statt: Narbe»: Jugendheim Lortzinqsir. t!>. Qmippenbesprrchung.— Paukow-Ricder. Arbeitsgemeinschaft:„Der Lehrling im Arbeitsrecht". Leiter: Borr uich Dies- ner.— Lchöneberg: Wir besuchen die Versammlung des Werbedezirls Schone» berg.— Die„Freie Angestclltenbanl e. G. m. u. H." tagt heut- pon 20 bis 23 Uhr im Verbandshaus.— Karten für die Jugendnorftellung der Volksbühne am 0. Dezember zum Preise pon 80 Pf. sind im Iugendselretariai zu haben. »5�7 Theater, lichtfpiele ufw. staai. 09er Charlottcnhurg UismarcicstiaO« 34 Donnerstag. 3. De, Turnus III Anfang 30 Uhr Boheme Ende 23 Uhr SCaM tibi. Su.BH Uhr NONI UNO HORACI LOUTA BENAVENTE 3 PIIRROTYS La BLAU DU CHARME IBAY uew. llelli«.Krilj»rlniiiTerlr.rl PLAZA TdoL S u. BW Uhr Stgs. 2, 5, SU U. Der Graf von Luxemburg Operette von Frans Leh&r öeotjöiss Tbeatei 8 ühr ßiüdiiditen aus dem wiener Wald von Ocdön Morvalh Regis: Hiinz flüjert Die Komödie 88: Uhr Jemand von Franz Molnar Rtgis: Gustaf Gründgrcs mit AUnit teaHHMU Theater Im AdmiralsDaiast Täglich S'it Uhr Die Dabarry mit Gitta Aipar Preise v. 0.50 Man Theater am NDlIendorfplati Rejii; Keim Ss trcSurj Täglich 8'.'» Uhr Sonnlag 4Vi Uhr sasparone Sonnabend 4 Uhr Rmdit Ruppredits Fahrt ins Härdiioland Staats Thealer DooBersiag, den 3. Dezember siaatsoper unter den Linden 20 Uhr Die dacht des Schicksals Staalliduuspietas Geotanasrtl. 20 Uhr Wallensteius Lager> Die PicGolomiDl Schiller-Thuter Charlottnlnrg. 20 Uhr Doktor Klaus Rose-Theater trnJe Fmkfgrtir Sinti 13? TtL WcidiM) E? 3(22 4JO Uhr Muund Moritz u. der Weihnachtsmann 8.1 ä Uhr Die Keusche Susanne metropot-itieaier Täglich SVi Uhr Die Blume von Hawai Preise ron 50 Pf. in Sig Vs3, S u.(P/4 Uhr lliekiWümüMi VotKsbtttine Thenter in Bülovplatz 8 Uhr Der grllne KaKadu Der Kammersfinger 5. u.6. Dezcitiber , 8 Uhr Liltom Stiitl. Sdiiller-teto 8 Uhr Doktor Klaus Winh5r -Garten- 8.15 lldi Flore 3A34 Riudien erlaubt Das beliebte Clown-Trio Bau-raceta Gsovsky-Ballett, Luisita Leers „Paolo" der joogste Ball-Joog' usw Inteniatlonaies Tltealer (KleinesTbcaien Unter den Linden 44. Täglich 8 Uhr Hedwig Wanget. H. Ad. Sdslcttov, Edith Edwards in Aflenlaaz von Vera Bern. RoOi®: Philip Ma n n I n o Reichshallen-Theater Abends 8 Uhi, Sonntag uadunittag 31/, Ubi Stettiner Sänger Die neue Burleske Oer arme Kassmir" fetettags tolbe Prem, volles PiogHnin! GROSSES SCHAUSPIELHAUS TÄGLICH 8 UHR Doffmanns Erzählungen MAX BEIIVHARDT INSZEMERUIVG Vorrcrkaul unnutarbrochen »•.uhrCASlNO-THEATERs'/.uh. Lothringer Strafe 37. unitiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieiiiiiiiiiiiiuiaiiiimiiMiiiiteitiiiiiiiii Wieder ein neuer Schlager! Wenn Kinder heiraten Dazu das gsofee Fest.Programm! Edith Bach. Die Hundsunknachtigall. Burllne u. Berty, Gesang u. Tanz, Chans-Tcc- See, Chineseu-Truppe Gutschein 1-4 Personen: Parkett 50 Pf., r'auteun I.— Mark. Sessel 1.5» Mark. OKW»« eMvMys Lerürns Lerttner ink'TriO N• H k B 1 1■. v Laiuustc. 7W7U Theater desWestens Täglich 8Vs Uhr Der Vogelb'ändler Ahlers, Jöken, Morgan, Carola, Preise d.Pl3t2ev.50P!.an Planetarium ii am Zoo—— 3, 3, 7. 0 Uhr Film umKDnlgsce und Watzmonu LidiUiDrg.BerliD-GesDoiitirDDQeQ DerKoogreotanz! mit LI Um Harvey, WUIy FrUsth Conrad Veidt, LU Dafiovcr Bühne: Lidla Walterstcin Hobe Schule im Wandet der Zeilen arcarlsNeapolilaner ItalienUc es National■ Orchester en Sachen, �Ä. so kommen Sie zu mir: trotz billigster Preise garantiert unverschnittcne, selbst importierte Süd- und Bordeaux-Weine. erstklassige, selbst hergestellte Spirituosen aller Art. feinste, echte deutsche Dessert• Obstweine. Ich biete an: Tafel-Aquavit und Nordhäuser Branntwein... Liter 3.20 s.eo 4.40 4.45 5.20 6.25 2.95 4.05 1.20 1.35 1.40 I.SO 2. SO I.OO Prima Weinbrand-Verschnitt"■♦♦Stern Echter deutscher Weinbrand„Masue" Feinster Jamaika-Rum-Verschnitt SB0/«....... 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Der helle knappe Knall war die eindeutig formillierte Antwort nuf die blödsinnigen Fragen, die ihm während der drciundzwanzig Jahre seines irdischen Wandels das Leben in Gestalt krächzender Tanten, prügelnder Lehrer, weichbirniger llnterofsizicrc, neugieriger Ilnivcrsitatsprafcssoren und einer treulosen Frau vorgelegt hatte. Eduard wahme, als er in dieser feindlichen Sekunde den schein- bar befreienden Abzugshebcl zag, mit der pauschalen Antwort gleichzeitig für immer jeder weiteren Belästigung enthoben zu sein. Er hatte sich geirrt. Die unvorstellbar winzige Zeitspanne, das zeitliche Molekül einer vielfach zerstückelten Sekunde, die der Bleikcrn für seinen zerstörenden Weg vom Eintritt in die Echläfenwand bis ins Gehirn benötigte, vergewisserte Eduard seines Irrtumes. Es war nicht ersehntes Ende; es mar verfluchter Beginn. Nach einer verschleierten, stark überblendeten Introduktion schob sich der krächzende Tantcnchor in den Bordergrund der Szene. Eduard hörte wieder, was er vor zwanzig Jahren gehört. Die keifende Kantilene geistig und körperlich verschnürter Erziehungs- Hyänen überfiel ihn, well, als sein Schaukelpferd sich eineni eleganten Galopp widersetzte, er ihm zur Strafe den Schwanz ausgerissen hatte. Er sah, wie Großaufnahmen eines Filmes, die physiognomifchen Stcckbriefzeichcn der vor Jungfernschaft, Geiz und Alter entarteten Tyrannen. Zwischen linkem Nasenflügel und der Stelle, wo andere Menschen die Oberlippe habeit, wuchs die- Warze einer Tante zu dräuender Realität, und der falsche rote Zopf ihrer pädagogischen Assistentin, hineingepslanzt in ergrautes Haargesträuch wie ein Witz in eine Sterbestunde, lohte knallig, wippend und gefahrbringend. Es war furchtbar. Der stinkende Schulraum nahm ihn auf. An grauen Wänden klebten die schäbigen Ocldrucke des alten Fritz, des Unterganges der Armada und der Pilzfamilien. Der riesige Kanonenofcn hatte gute Laune und sandte seine sengende Hitze über die fünf ihm benach- barten Bänke, auf deren einer er, Eduard, lange Wintervormittage braten mußte, dicwcil, hinter hohem Katheder und brüchiger Brille verborgen, der Lehrer die Seele seiner erzieherischen Talentlosigkeit, den Stock schwang. Die Bilder rasten. Schon stand er aus psützigem Kascrncnhof, beugte drcißigmal, ohne Notwendigkeit und Ziel dieser Aktion zu erkennen, die Knie, legte sich lang in den Dreck, weil es der betreßte Dompteur zischend gebot. Der Filmstreifen rollte jagend: ein Bild peitschte das andere: schonungslos Remonstrierte der geheimnisvolle Regisseur die Flut der Ereignisse. vin dem Augenblick, in welchem ein kraftvoller Mädchcnblick die wüste Bildscrie abschnitt und Eduards Augen und Seele traf, fuhr ein Licht in dieses Lebensbild. Szenen von großartiger Schön- hcit schienen den Ekel des ersten Teiles endgültig zu verscheuchen. Das Licht erlosch. Aus marternd langsamer Ueberblendung formte sich die verkniffene Bisage des zischenden Dompteurs: die oochgcschrobene Stimme des Paradeplatzcs zerschmolz zu weicher, fließender, werbender Stimme eines Galans. Die affektierte Ge- bürde des kommandierenden Dummkopfes verwandelte sich in die geschmeidige Süßlichkeit eines geilen Halunken. Mädchcnkopf und Dompteur begegneten sich: Mädchenkopf und Dompteur fanden sich. Eduard sah sich hinker Schnapsnebeln in einer Spelunke. Eduard sah sich, im Chaos seiner möblierten Existenz, erwachen. Ein Entschluß entsprang dem Willen. Das Bild leuchtete auf. Er arbeitete. Arbeit schluckte die Qual. Zudem war sie nützlich und frommte dem Examen. Szenen folgten, der Arbeit verhaftet: Schreibtisch, Bibliothek, Hörsaal, Seminarräumc, Buchberge. Cduard gewann Fahrwasser. Durch das Gekritzel engmaschiger Quellennachweise drückte sich das Bild des Universitätsprofessors mit kurzer Figur und langen Haaren. Im Examensraum verteidigte sich Eduard mutig gegen dessen Neugierde. Die Neugierde des Professors erwies sich stärker als Eduards Mut. Er stand auf der Straße. Es regnete. Ein entfalteter Regen- schirm spazierte über den Fahrdamm. Eduard entdeckte unter dem schwarzen Dach Mädchenkopf und Dompteur. Im gleichen Augenblick trippelte der Professor, dessen Neu- gierde siegreicher war als Eduards Mut, vorbei. Eduard sagte, er, der Professor, könne ihn. Jni möblierten Grauen log Eduard auf dem verlebten Sofa, dem Liebesdenkmal vieler Generationen und Semester. Er weinte. Er stand auf und kramte in der Schrcibtischlode. Eduard schob die Mündung des Revolvers gegen seine Schläfe, drückte ab, siel um und war tot. Der helle knappe Knall roat die«jndentig formulierte Antwort auf die b lösinnigen Fragen, die ihm während der dreiundzwanzig Jahre seines irdischen Wandels das Leben in Gestalt krächzender Tanten, prügelnder Lehrer, weichbirniger Unteroffiziere, neugieriger Unioersitätsprofessorcn und einer treulosen Frau vorgelegt hatte. Wiederum, mit unbestechlicher Konsequenz, wurde das ersehnte Ende zu verfluchtem Beginn. * Eduards Leib ruht, gemäß der goldverschnörtelten Aussage des Grabsteines, in Frieden. Der Geist aber rast zwischen Schaukel- pfcrdcpisode, DressurdarbieNmgen des Kaserncnhofes, Mädchenkopf, Examen und den: hellen knappen Knall im Kreise, unaufhörlich, ewig, ein entsetzliches Perpetuum mobile. Wenn wir folgerichtig und hartnäckig Eduards Schicksal und die unaufhaltsame Wiederkehr jenes Augenblickes, in welchem der zerreißende Bleikcrn zwischen Schläfenwand und Gehirn mit dein Tod eine nochmalige Reportage des Lebens erzwingt, überdenken, laufen wir Gefahr, verrückt zu werden. Wir wollen es also unterlassen und in der merkwürdigen Geschichte nur die etwas exzentrische Schllderung eines Schicksales sehen, die weniger die Präzisionsarbert der Gedanken als die j herzliche Teilnahme an Eduards Unglück herausfordert. marcella d'Jtrle: ,/ifUlle Sfrefätii Annie Bcfant, die damals noch Ann! Wood hieß, ist im Jahre 1847 als Kind eines englifch-irländischen Baters und einer Jrländerin in London geboren worden. In bürgerlichen Berhäktnisicn auf- wachsend, verlebte sie eine ruhige und glückliche Kindheit. Das sehr religiös veranlagte Kind verbrachte viele Stunden über den Büchern der Kirchenväter und den Lcbensgeschichtcn der 5?eiligen. Es tat ihm leid, nicht in einer Zeit zu leben, in der die Christen das Märtyrcrtum auf sich nahmen, um ihrem Glauben treu zu bleiben. „Meine einzigen Lcidenschasten", schrieb sie später,„wven Christus und meine Mutter". In dem Glauben, mit diesen ihr Leben lang auszukommen, heiratete sie, der Mutter zu Gesallen, den protestan- tischen Geistlichen Frank Besant. Bon der physischen Grundlage der Ehe wußte die Zwanzigjährige nicht mehr als ein kleines Kind und die Wirklichkeit verwundete ihre traumverlorene Seele. Fünf Jahre lang lebte dann die junge Frau in der kleinen Pfarre. Ob- wohl sie zwei Kinder halte, versenkte sie sich in Betrachtungen und Grübeleien, ganz außerstande, den Haushalt zu leiten, und war, wie sie später selbst zugab, eine„recht schwere Prüfung"- für ihren Mann. Für einen ryahrhast religiösen Menschen ist nichts schrecklicher als der Zweifel, der sich in die Seele schleicht, sich in ihr einnistet und immer mehr ausbreitet. Sic vermochte nicht, die Güte Gottes in Einklang zu bringen mit den ewigen Strafen in jenem und mit dem Elend und Schmerz in diesem Leben. Und es erschien ihr als Lästerung und ward ihr zur Qual, dieses Unvermögen, wo sie dach aus der Religion den Sinn und Inhalt ihres Lebens gemacht hatte. Endlich, nach dreijährigem Ringen gab Annie Besant den Kampf auf. Die Religion ihrer Kindheit war ihr zusammengebrochen, und sie fühlte sich grenzenlos allein. Und jetzt zeigte sich zum erstenmal ihre fast übermenschliche Wahrheitsliebe, die nach meiner Ansicht das wesentliche Kennzeichen ihrer vielseitigen Persönlichkeit war. Nun sie den Glauben verloren hatte, wollte sie an den Kulturhandlungen nicht mehr teilnehmen. Dazu war ihr die Religion eine zu lebendige und heilige Sache gewesen. So mußte ihr Mann sie vor die Eni- scheidung stellen, entweder die äußeren Formen der Zugehörigkelt zu der Kirche, deren Priester er war, beizubehalten, oder das gc- mcinsamc Leben aufzugeben. Sie hatte zu wählen zwischen ihrer Wahrheit und deni Kompromiß, was gleichzeitig die Wahl bedeutete zwischen Elend und Wohlstand Sie entschied sich für das, was ihr llaihan Qurdus: Chmelilch-$apanilchetepublikaner wird der Faschismus zerschellen.(Stürmischer Beifall.) Es gaben darauf die Vertreter der republikanischen Parteien ihre Erklärungen für das Reichsbanner ab, die mit großem Beifall aufgenommen wurden: für das Zentrum Kamerad N e u in a n n, für die Staatspartci Ingenieur D i n f c. für die Raditaldemo- traten Dr. B r a u b a ch und für die Sozialdemokratie in einem kurzen Schlußwort Kamerad Kutlner. Die Kundgebung wurde umrahmt durch Darbietungen des Tambourkorps des Reichs- banners. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Republik und auf Reichsbanner schloß der Vorsitzende, Kamerad K l ü h s, die glänzend verlaufene Kundgebung. Die Frauen des roten Weddiugs werben. Im Mittelpunkt einer großen Froucnwerbeocranstaltung der Sozialdemokratischen Partei in den Pharussälen, stand die An- spräche der Genossin Adele Schreiber-Äricgcr, M. d. R., die in Der A bbau der Fürsorgerichtsätze Was ab 1, Dezember gezahlt wird Beschwerde über Neuregelung 9cr Ientralvcrband drr Arbeitsineallt-» und Witwen Deutsch- Imids teilt uns ju der Verfügung des Oberbürgermeisters über die Aeuderung der für Berlin geltenden Fürsorgerichtsilt« ab t. Dezember folgendes mit: Nach der Verfügung des Oberbürgermeisters gelten ab 1 Dezember für die Berliner Fürsorge an Hilfsbedürftige folgende Richtsätze: 1. In der a l l g e m e i n e n Fürsorge sür A l l e i n st e h e n d e pro Monat 37 M., für Ehepaare pro Monat 55, Sil M. 2. In der gehobene n Fürsorge für Allein st ohende pro Monat 47 M., für Ehepaare pro Monat 55,50 M. 3. In der Fürsorge für Erwerbslose für Allein- stehende pro Monat 47 M., für H a u s h a l t s v o r st ä n d e pro Monat 42 M., für Ehepaare pro Monat 6ll,5l> M. Diese durch Verfügung festgesetzten Richtsätze bedeuten, daß für rund 25lM hilfsbedürftige Sozial- und Kleinrentner ab 1. Dezember 1931 deren monatlicher Unterstützungssatz um 5 M. gekürzt wird. Bei der sonstigen Kürzung der Neben- und Sachleistungen stellt der Abzug von 5 M. im Monat eine überaus harte Maßnahme dar. Weit wichtiger jedoch ist der Hinweis, daß die Kürzung des Richtsatzes der gehobenen Fürsorge sür Ehepaare um 5 M. pro Monat eine Maßnahme darstellt, die mit der reichsgcsctzlichen Vor- schrift im' Widerspruch steht. Nach§ 6 der Verordnung über die Fürsorgepflicht müssen die Richtsätze der gehobenen Fürsorge für Ktcin- und Sozialrentner sowie Gleichgestellte um K höher gegenüber denen der allgemeinen Fürsorge liegen. Besteht z. B. in der allgemeinen Fürsorge für Ehepaare ein Monaterichtsatz von 55,50 M., dann muß für die gc- hobcne Fürsorge ein Sag von 70,50 M. gelten. Die Frage der gehobenen Fürsorge ist zur Zeit wohl stark umstritten, fcdoch be- steht immer noch die reichsgesetzlich- Vorschrift der gehobene» Für- sorge. Erinnert wird hierbei an die Konferenz der Fachleute des Hauptausschusscs der Arbcitcrwohlfahrt, deren Stellungnahme in Nr. 17 Jahrgang 1931 der Zeitschrift„Arbcitcr-Wohlfahrt" nieder- gelegt ist. Diese Sachbearbeiter geben einstimmig der Meinung Ausdruck, daß vom sozialistischen Standpunkt betrachtet, die Gruppen- fürsorge abzulehnen sei. Ein einheitliche Fürsorge nach den gehobenen Richtsätzen unter gleichzeitiger Beseitigung der unteren Richtsätze sei anzustreben. In der augenblicklichen Situation jedoch bedeute die Forderung nach einheitlichen Richtsätzen die Ge- fahr des Lzinabglcitens auf die Sätze der allgemeinen Fürsorge, und daher konnte sich der Fachausschuß der Forderung auf Be- scitigung der gehobenen Fürsorge nicht anschließen. Gegen die jetzige Festlegung der Richtsätze durch den Ober- bürgermeister hat der Zentralvcrband der Arbeitsinvaliden bei der Aufsichtsbehörde, d. h. dem Oberpräsidenten, Beschwerde eingelegt und daneben, und weil es sich um eine Umgehung von Reichsvorschriften handelt, ist der R« i ch s a r b e i t s m i n i st e r angerufen worden. Zu allem kommt hinzu, daß laut Verordnung der preußischen Regierung der laut Gesetz zu bildende Beirat vor Acndcrung der Richtsätze gehört werden muß, was bei der neuen, durch den Ober- bürgermeister vcranlaßtcn Regelung nicht der Fall gewesen ist. eindringlichen Worten jener Zeit vor dreizehn Iahren gedachte, als sich die Arbeiterschaft ihren Staat, die demokratische Republik, gc- schaffen hat. Der Staat, den zu bejahen damals jeder bereit war, wurde von der Arbeiterschaft nicht mit der„Rüstzeug der Barbaren" ausgestattet. Wir haben leider die seit 1923 wachsende Gefahr des Faschismus in Deutschland unterschätzt, so daß die Nazis jetzt glauben, daß ihnen das deutsche Volk auf dem Wege über die Wahlurne den Freibrief zur legalen Machtergreisung ausstellen würde. Unser Kampf muß deswegen gehen um das Heer der Nazi- Wähler. Der Leidensweg des deutschen Volkes würde erst dann be- ginnen, wenn die Faschisten, bei denen ein Fememörder verHerr- licht wird, ans Ruder kämen. Und es ist ein Trugschluß, daß man ihnen erst nock) in den Sattel helfen soll, um so den Nährboden für eine neue Wirtschaftsordnung vorzubereiten. Man gibt freiwillig kein Quäntchen feiner Macht aus der 5iand. Es ist unsere Ausgabe, uns nicht selber aufzugeben und den Glauben an uns nicht zu verlieren. Die Sozialdemokratie hat schon oft schwer gelitten, sie hat sich aber auch stets erholt. Unser Ruf heißt:„Köpfe müsse w hell werden, Hirne müssen unser sein, denn nur so können wir Kämpfer für das Morgen heranbilden! Begeisterter Beifall dankte der Refercntin: Die Vorführung des Films vom Lohnbuchhalter Kremke, dessen trauriges Schicksal Ber- ständnis bei den Anwesenden fand, beschloß diese in jeder Hinsicht bemerkenswerte Veranstaltung. Explosion in einer Wohnung. In der Wohnung des Physikers Hans Winkhaus in der Marchstraße 9 in Eharlottenburg erfolgte gestern abend eine heftige Explosion, der unmittelbar darauf eine zweite weit schwächere folgte. In einem Zimmer, das als Laboratorium eingerichtet ist, hatte sich eine Verbindung von Phosphor und Magnesium explosivartig entzündet. Die Flammen griffen auf die Zimmereinrichtung über, die alarmierte Feuerwehr konnte den Brand jedoch schnell löschen. Ilm Zirkus Büsch gibt es eine M ä r ch e n s ch a u in sechs Bildern. Ein großer Weihnachtsbaum sorgt für die nötige weih- nachtlich« Stimmung und Bonbons und Pfeffernüsse, die gratis verteilt werden, find willkommene Gaben. Mit glänzenden Augen verfolgen blaue und braune Kinderaugen des armen kleinen Mäd- chens Schicksale, das auf dem Weihnachtsmarkt Streichhölzer ver- kaufen muß, von seiner Mutter aber nicht abgeholt wird und srie- rcnd einschläft. Dafür darf es dann aber auch in des Eiskönigs Reich und die Mutter kommt zu den Teufeln. Zum Schluß dann unter Ausatmen ein gutes Ende. Glitzernde Bilder find da gechaffcn worden und das Cisballett gefällt ganz besonders. Auch Artisten haben sich in den Dienst der guten Sache gestellt: so die 5 G c- rards mit ihren Spaßen, die' 4 Boncllis, die luftigen Schirn- pausen und sogar Therese Renz. m Das effektvolle. lange Gesellschaftskleid in Kunstseiden- Maro- cain mit Cr4- pe- Satin. In Schwan-WeiU u.a. modernen Kombinationen Das elegante Afghalaine- Wollkleid in besonders feischer Machart \ und aparter, \ sehr kleidsa- / mer Farben- kombinatlon Elegant In der schmiegsamen Glockenlinie. effektvoll garniert: das moderne Flamcngokleid mit Kunstseiden. Marocain In der Tat, gnädige Frau, wenn Sie diese Gelegenheit ausnutzen wollen, lassen Sie keine Zeit unnütz vergehen— machen Sie sich auf— Oranienstr.40 Am Oraalinplita Ein prachtvolles A f g h a- I a I n e-Kleid in sehr fescher Bolero form mit duftiger Spitze: Wolle mit Kunstseide—Neuheit— Pie obigen Angebote stehen Ihnen ab Donnerstag zur Verfugung!— Chausseestr. 113 Königstraße 33.„—________— •»im SI«ltl"«rB*nnhol am B»hBh.Al»ian«»f»l«l»"(§r§ Nachdruck von Wort und Bild verboten t Schriftliche Bestellungen können leider nicht berücksichtigt werden t Der Ruf nach Aktivität verpflichtet alle Parteigenossinnen u. Parteigenossen zur Beteiligung an der am Sonnabend, 5. Dezember, und Sonntag, 6. Dezember, von den bekannten Stellen aus. Heim für notleidende Angestellte. Aus dem Gedanken, daß langes berufliches Brachliegen unbe- dingt ein starkes cherabfinken der geistigen Spannkraft im Gefolge bat, wurde vom Berband Deutscher Staatsbürgerinnen im Haufe In den Zelten 21 a ein W i n t c r h e i m geschaffen: das Heim, für erwerbslose Angestellte bestimmt, soll in Kursen und Arbeitsgemeinschaften lebendige Beziehungen zu neuen Ausgaben und Zielen schaffen. Der von freiwilligen Lehrkräften erteilte 11 N° t e r r i ch t wird, wie der Leiter der Volkshochschule, Obermagistrats- rat Marquardt mitteilte, Gebiete des Sprachstudiums, der Fachwissen- schasten, der Wirtschaftslehre usw. umfassen. Daneben sollen auch die schönen Künste und die Hapdfertigkeit gepflegt werden. Zwei Stock- werke wurden dem Verein vom preußischen Staat kostenlos zur Verfügung gestellt, das notwendige Inventar von verschiedenen Seiten leihweise überlassen, der reiche Wandschmuck guter Bilder stellt eine Spende der Künstlerschast dar. Das Heim, das von mor- gens»l?- Uhr bis abends IV Uhr geöffnet ist, will seinen Insassen aber auch ein Heim im engeren Sinne bieten durch angenehme Aufenthaltsräume mit Büchern, Zeitungen und geselligen Zusam- menkünften. 150 jungen Menschen, die durch ihre Ber'ufsorganisa- tionen dem Verein nachgewiesen werden, will man auf diese Weise aus unverschuldeter, schwerer Bedrängnis helfen. Ein Heim für jüdische Angestellte hat der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in der M a g a z i n st r a ß e 17 I eröffnet. Das Heim ist täglich von IS— 20 Uhr geöffnet und steht allen Erwerbslosen und berufstätigen männlichen und weiblichen jüdischen Angestellten zur Verfügung. Allgemeine Wetterlage. 2.DsT.'13I�sdcls. M �£16. QHM 0 wolkenlos,® helter.0 halbbedeckr 9 wolkig,• bedeckt,* Rege n�Graupeln it=HBbel,"S(jewTftec(QWiniistille Auf der Nordhälste eines Ausläufers des russischen Hochs sind ciwas mildere und feuchte Luftmassen in Norddcutschland einge- drungcn: sie haben die seichten Kaltluftmassen weggeräumt und haben bis an die Grenze Ostpreußens merkliche Milderung gebracht. Innerhalb der milderen Luft kam es bei der schwachen Luslbewegung zu verbreiteten Rebclbildungen lieber Nordeuropa fällt zur Zeit der Druck, während er über Mitteldeutschland�schwach steigt. Das bedeutet eine weitere Verstärkung des von Südosten nach Nord- wcstcn gerichteten Druckgesälles und demnach über Norddeutschland eine südwestliche Luftströmung. Ivelleraussichten für Berlin. Vorwiegend trübe ohne erhebliche Niederschlage, Temperaturen nahe bei Null, schwache Südwestwinde. — Jur Deutschland. Im Nordwesten bewölkt, stellenweise Regen, auffrischende Südwestwinde: ziemlich mild: im Norden und Osten ncblig-trübe, etwas milder: in Süddeutschland keine Aenderung von Bedeutung. Swseadmlge» für diese Ziubrtt find Berti» SB 1», Lwdenstraßr 3, Groß-Berlin stet,»» de» Bezirlesetretariet !. Hof. 2 Trepp«» recht», zu richte» Zum Notopfcu für die Erwerbslosen wurden von den Arbeitern und Angestellten der Bauhütte Berlin 300 M. aus der Wohlfahrtskasse an die Bezirkskasse abgeführt, worüber hierdurch mit bestem Dank quittiert wird. I. A. Alex P a g e l s. Tieginn aller Veranstaltungen 19% Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! heule. Donnerstag. Z. Dezember. 5. Srris. Achtung, Abteilungsleiter! Die Kreisfunltiouärsigung ist»m Dienstag, 8. Dezember. 17. Abt. Die Wertmarken zum Notopfer sind umgehend beim Genossen Höhne abzurechnen. 43. unb 44. Abt. Lichtbildervortrag:„Die neuen Heiligen" der Truppe tö des Deutschen Frcidenkerverbandes bei Rabe, Fichtestr. 29. Mitgliedsbuch legi- timiert. 91. Abt. Arbcitokreis junger Genossen am Donnerstag fällt aus und wird auf Dienstag, 8. Dezember, bei Lübbecke verlegt. 198. Abt. 29 Ilhr im Lokal Blockwitz, Park-, Ecke Herrenhausstraße., Funktionär- Versammlung. Morgen, Freitag, 4. Dezember. 3. Abt. 20 Ubr Funktionärsstzung bei Lnkarschewski, Seorgenkirchstr. 38. Abt. Funttionärsitzung bei Raschle. Abt. 20 Ubr Funttionärkonjcrcnz bei Bartufch. Abteilungsvorstanä piinkt. lich Zi Stunde vorher. Abt. 2. Gruppe: Funktionärsitzuna in der Sportklaufc, Wielanbstr. 40. Abt. Abt. Abt. Abt. Abt. Abt. Abt. allen Zlbteilungsmitgliederversammlungell, heute. 19% Uhr. Norden: Lortzinq. Ecke Graunstraße.— Ai»»walber Platz II: Rastenburgcr Straße 10.— FaUplatz l: Eonnenburger Str. 20.— Humaunplatz: Gleim straßc 3.1—35.— Nordoste» II: Danziger Str. 62, B. 3.— Schi,»Häuser Borstabt. Eonnenburger Str. 20.— tzöpcuicker Viertel: Wrangelstr. 128(ohne Mitgliedsbuch kein Stimmrecht).— Ztottbusser Tor: Ilrbanstr. 167.— Schänebcrg III; Hauptstr. 13.— Nciuickeudors-Bcst: Seidelstr. 1.— Tegel: Bahnhofstr. 15. Sportpalast: Rickert. Stcinmetzstr. 36»:„Eozialdemokrateu und Kommu- nisten".— Aruimplatz: Funktlonäroersammlung bei der Gen. Äulisch.— LSG. Eharlotteabnrg: IS Uhr, Rosincnstr. 4;„Die politische Lage".— Wilmersdorf: Wilhelmsaue 123: Russischer Abend. Werbebezirk Mitte: Röpenicker Str. 92: gusammenkunft sämtlicher klassiere r und Rrvisoren. Werbebezirk Tiergarten: 10ZL Uhr Probe des Singkrclfc» mit Orchester, Heini Lehrter Str. 18— 19, gimmcr 2. Eätzilraße, Zimmer 1. Werbebezirk Reukölln: Erwerbslosenzufammenkunft 11 Uhr Heim Bergstr. 20. Besichtigung der AEG.-Ausstellung im Haus der Technik, Friedrich straße. 20 Uhr Mädclkursus, Zieihrnsir. 58. Werbebezirk Wcbbina: Oeffentlicher Werbefilmabend:„Die rote Front sind wir!", Aula drr Berufsschule. ErlintHaler Straße, I9\i Uhr. Ansprache; Erich Schmidt, Rezitationen, Rote Rcoue. Eintritt 30 Pf. -I- Abteilung Beißensre: Sonnabend, 5. Dezember, 19ig Uhr. Filmabend. Musik, Rezitationen, Rote Rebellen. Ansprache: Erich Schmidt. Reu« weltliche Schul-, Parkstr. 8i-82. Eintritt 25 Pf. 37. 38. 57. 79. 83. 9«. 91. 92. 93. 93. (TUUlllUllULflltUlltf I Fnnktionärsitzung. Fiinktionärsitzung bei Palm, Mainzer Str. 15—16. Funktionärsitzung bei Wolfs, Aaiser-Friedrich.Str. 173. tViiikibuk Oos i i«r.trieihri Kl- kf-rfc Funktionärsitzung 20 Uhr bri ftcii,' Bczirksfiihrern. 98. 108». 129. 141. bri Einkopf,«aiscr. Friedrich- Ecke Marrschitraße. rinz-Handirrn-Str. 38, Sitzung des Vorstandes mit >ie Bczirlsiiihrcr laden zur Flugblattvcrbreitung am Sonnadend von den bekannten Lokalen aus ein. Abt. Funktionärsitzuna bei Roack, Iuliusstr. 25. . Abt. Sitzung aller Funktionäre bei Schulz, Bahnhofstr. 34. Abt. 18>,h Uhr Borstandsiitzung, 20 Uhr Funktionärsstzung, Türkisches Zelt. Abt. Funktionärsitzung, Lokal Hoffmann, Edclwrißstr. 5. Arbeitsgemeinschaft der üinderfreunde Grosz-Berlin. Die Vok?sbühne»kartcn können abgekiolt werden. -Prenzlauer Berg: Die Gruppen Hermann Müller und Freiheit I�neranstalten Freitag, 4. Dezember. Ilhr, in der Schule Sonnen- Ii« burger»Str. Ä, Zimmer 60, eine wichtige Elternvcrsommlung. Iis �reuzderg: Morgen, Freitag, und Sonnabend, 16 Uhr, treffen M sich die 1ö Falken wieder zur Probe im Heim Belle-Alliance-Plah l. - � Heute, Donnerstag, 19 Uhr, daselbst Sprechchorprobe fllr unsere Feierstunde. Sonnabend. 5. Dezember. 19 Uhr, gehen olle Falten mit ihren Eltern und Helfern nach �Neulölln zur„Schau der weltlichen Schulen" ins frühere Obdachlosenasyl in der Toupiyer Straße. Treffpunkt für Falten, die ohne Eltern gehen, wird noch bekanntgegeben. Neukölln und Treptow: Der Hclferschulungskursus findet heute, Donnerstag. nicht statt. Wir find dafür alle bei dem Bastelkursus in der Baracke Ganghofcr- sttraße um 20 Uhr. Wir basteln für erwerbslose Genossen. Mariendorf: Donnerstag, 3. Dezember, 1S',s Uhr, Helfersitzung an der be- kannten Stelle. Lichtenberg: Donnerstag, 3. Dezember. 29 Uhr, im Jugendheim Gunterftraße. Kreishelferarbeitsgemeinsöiaft. Thema:„Basteln und Spiele". Bringt Schere und Bleistift mit. Die Gruppenkassierer müssen schon um 19 Uhr da sein. Hahenschönhausea: Wir gehen morgen alle geschlossen zur"Ausstellung. Wir treffen uns um 17 Uhr Haupt- Ecke Suermondtstroße. Sonntag gehen mir olle zur Äasperleoorstellnng, Boedernstraße� Treffpunkt wird auf der Ausstellung betanntqegebcn..,..,■«... Reinickendorf: Montag, 7. Dezember,'29 Uhr, Areishelfersitzun'g, neue"Schule Wittenau. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 18. Abt. Unser langjährifles Mitistird, der Schlosser Heinrich Kahlau, ist am 30. November im Alter von 81 Jahren verstorben. Genosse Kahla» war schon unter dem Sozialistengesetz als Parteigenosse tätig. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren! Einäscheruno Donnerstag, 3. Dezember, 11 Uhr, Krematorium Gcrichistraßc. Um regc Beteiligung wird gebeten. 36. Abt. llnlrr lieber Genosse Otto M a t b e s, Wichcrtstr. 54, ist am l. Dezember verstorben. Ehre seinem Andenken! Einäscherung Freitag. 4. Dc- zeuiber, 8', Uhr, Krematorium Gcrichtstraße. Um rrgc Beteiligung bittet der Abteilungsvorstand. 118. Abt. Am 28. November verschied plötzlich infolge Unglücksfalls unser lieber Genosse, der Gcwerkschaftsangestcllte W l l l p K u s k c im 46. Lebens- jabrc. Der Verstorbene war uns stets ein Borbild trcucster Pflichterfüllung. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren! Einäscherung Sonnabend, 5. Dezember, 18 Uhr, Baumschulcnweg.— Der Abtcilungsvorstand. 1 SozialistisKeArbetterjugendGroß-Verlm Einsendungen für diese Rubrik nur an das Zugendsekretarial Berlin SW 68. Lind-nstr-ße 3 Rebncrkursus, 2. Teil, Sonnabend, 5. Dezember, pünktlich 19 Vj Uhr, Bor. tragssaal des P.-B., SW., Ltudenftr. 3, 2. Hof, 2 Treppen links.„Sprechaus- druck und Stil". Leitung: Genosse Dr. E. Drack>. Sonntag, 6. Dezember, 15 Uhr, Poltsbühueuuorstelluug:„Der grüne Kakadu", Groteske von A. Cchnitzlcr;„Der Schlachtenlenkcr", Komödie von Shaw. Karten zu 80 Pf. sind noch erhältlich.— Sonntag, 13. Dezember, ll'/i Uhr:„Die Unüberwindlichen", Rachkricgsdrania. Karten zu 1,30 M. find ebenfalls im Sekretariat erhältlich. Streicharchestcr Geoß-Berlin und Siugekreis: Oeffenlliche Musizierstunde Sonntag, 6. Dezember, 20 Uhr, Schulaula Z!O., Pasteurstr. 4l— 46. Eintritt 30 Pf. Karten sind im Sekretariat erhältlich. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner..Schwarz- Kol-Gold". Geschäftsstelle: Berlin& 14. Sebastianstr 87—38, Lok 2. Tr. Mitte lOrtsvercin): Freitag, 4. Dezember. 20 Uhr, Versammlung oer 5. Kameradschaft im Rosenthaler Hof, Rascnthalcr Etr. 12. Kamerad Adler spricht über„Erwerbslofenorobleme". Sonnabend, 5. Dezem- bcr, 5..Kamcrodschafts>Bcrgnügcn im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße. Gaste willkommen.— Kreuzderg sOrtsvcrein): Freitag, 4, Dezember, 20 Ubr, Mitolicderarrsammlung bei Sicdcntops, Muskauer Str. 35.— Friedrichshain (ilnngba): Donnerstag, 3. Dezember, 20 Uhr. Pflichtturnen in bekannter Turnhalle.— Rciuickendors, Kameradschaft Hermsdarf: Freitag, 4. Dezember. 20 Uhr, Kamrradschaftsverfammfung bei Okrent. Bahnbof» Ecke Berliner Straße. Vortrag.— Kreitzberg lOrtsverrin): Freitag, 4. Dezember, 20 Uhr, Mitgliederversammlungen: Zug 2 bei Krepp, Planuicr 75; Zug 6 bei Wolf, Gracfestr. 26. Zeutralverboud bcr Arbcitsiuualidc» uub Witwen Dcutschlaubs, Gau Groß' Berlin. Gcschästsstelle: Berlin W. 57, Bülowstr.'9. rechter Sritenilllgrl. Donnerstag. 3. Drzembrr. Ebarlottenburq: Lokal Wachs, Rehrinqstr. 23—21, 18 Uhr.— Baumschulcnweg: Lokal Hotz, jlaumschulenstr. 72. 18 Uhr.— Fried richshain: Lokal Gaul, Bozhageuer Str. 114. 16 Uhr.— Tiergarlen II: Lokal Ratioualhos, Bülowstr. 37,>4 Uhr.— Buchholz: Lokal Rossack, Hauptstr. 7l, 10 Uhr.— Mitte II: Lokal Schulz, Elifabethstr. 30, 17 Uhr, Drutfcher Friedensbund. Donnerstag. 3. Dezember. 20 Uhr, im Restaurant „Zum Patzenhoirr", Potsdamer Str. 123a, spricht Herr Landgerichtsdirektor Sello über das Thema„Der Machtgedante im Arbeitsrecht". Gäste willkounne«, Winterhilfe der Berlitz-School. Auch die Berlitz-School hat sich in den Dienst der Berliner Winterhilfe gestelli, indem sie fremdsprachliche Freikurse für Erwerbslose abhält! seit Oktober d. I. taufen Kurse, die bis zu Ostern dauern, in Englisch. Französisch, Spanisch und Russisch. Jeder Teilnelimer hat freie Wahl in einer Fremd- spräche, wobei es sich erwies, daß die englische Sprache am meisten begehrt ist. Man botte an eine Schülerzabl von etwa hundert ge- dacht und sich um Nächweis' von'Lernlustigen an die Be prksämter Mitte und Tiergarten gewandt als an die zunächst liegenden, damii die Teilnehmer kein Fahrgeld benötigen. Die eingelaufenen Anfragen erreichten aber die Zahl von über dreihundert, l73Schüler wurden davon angenommen und ihre Wahl durch Los entschieden. Den übrigen sollte ein Kursus gegen Bezahlung von 3 Mark zur Bor- fügung stehen, dieser kam aber nicht zustande. Außer dem freien Unterricht erhalten die Teilnehmer auch die Lehrbücher gestellt. Eine kunterbunte Gesellschaft Lerneifriger hat sich da zusammen- gefunden, alle Jahrgänge und alle Berufsschichten sind vertreten. Mit wahrem Feuereifer gehen sie alle an das Sprachstudium heran und die Lehrkräfte erzählen, daß ihnen gerade diese Kurse die meiste Freude machen, weil die Schüler den Unterricht wirklich ernsthast nehmen. Es ist ein ungemein erfreuliches Zeichen, daß die trostlose Lage des beruflichen Brachliegens bei all diesen Menschen die geistige Initiative nicht erlahmen ließ, daß sie froh und zuversichtlich an sich weiterarbeiten und auf ein besseres Später hassen. Da schreibt der eine, er hofft durch das Sprachstudium späterhin eine bessere Position in seinem kaufmännischen Beruf erlangen zu können, der andere', ein arbeitsloser Feinmechaniker, will zur Lektüre wissenschaftlicher Bücher Englisch lernen, jeder hat irgendein Ziel vor Augen. Verantwortlich für Politik: Bletor Echiss; Wirtschaft: G. Klingelhö!": Eewerlschaftsbcwegunq: Z. Steiner: Feuilleton: Dr. Zohu Schikowski: Lokales und Sonstiges: Fritz Karftäbt; Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Bcrlag: Borwärts-Verlaq G. m b. H.. Berlin. Druck: ÄorwSrts-Buchbruckerel und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68» Linbenstraße 3. Hierzu 2 Beilage». Achtung! Achtung! bringen SlNZklgglligS Gelegenheitskäufe, die als Fe»tge»dienke durch Hoch■Wertigkeit und sensationeile Billigkeit Aufsehen und Freude erregen werden. Niemand versäume es, von diesen Angeboten Gebrauch zu machen. Ein Rietcnpotfen fabelhafter neuester Ski-Anzüge fSr Damen, garantiert tcfance- und weiferfetf, in drei Serien .Jö:2l"25: Ein aparies, zweckmäßiges, äußerst billiges Geschenk! Ein ungeheurer Posten vorzstglicher WINTER-NÄNTEL auf feinem Futter, mit reichem Pelzsdunuck, in drei Serien ... 25: 39: 49? Ein großer Posten blidsdiöner Kleider aus nur werf vollen Stoffen, reinseid. Marocain, Flamenga, Afghalalne und ähnlichen in 3 Serien II- 15: 25: nur Ein enormer Posten BLUSE aus herrlichen Stoffen in reizender Verarbeitung, in drei Serien ..5:8:12: Das angeheure Sirldcvarenlager enthalt größte Aaswahl prach voller Pullover, Westen, Kleider, Jacken zu denkbar niedrigen PrcUen, darunter ein Posten OrigiDil Wiener reinwollen. Ucber. westen. in allen modernen Farben. in zwei Serien nur 8:9: Wärmt Damen- uml u Herren- Sctilafanülge£ nur Litt' Linon- Bettnarnituron, mit cdncni Klanen u. einem bestickten Kopfkissen nur Halbleinene Lake 6 .75 n 9 >nr• 15 Ein großes Soriimeni eleganter, reinseidener Herren-Krawatten in modernen Mustern. in schwerer QnaKf&t Einheitspreis nur 2: Die starke nationale Regierung. Zum erneuten Cturj des englischen Pfunde«. M Nun hat sie 10/ii. des Unterhauses und drei Parteien hinter sich— und ist immer noch nicht stark genug. Hakenkreuzpolizei in Thüringen? Offene Begünstigung nationalsozialistischer Llngesehlichkeiten? Weimar, 2. Dezember.(Eigenbericht.) In der Nacht vom 5. zum 6. November 1931 wurde der Polizei- oerwaltung in Gotha gemeldet, daß im Ostviertel der Stadt Gotha eine größere Abteilung von Nationalsozia- l i st e n einen verbotenen Umzug veranstaltete. Das sofort alar- mierte Ucbersallkommando entdeckte an der Ecke der Bufleber- und Pfullendorfer Straße lleinere Trupps durch den Scheinwerfer des Ueberfallwagens und nahm etwa ISO Nationalsozialisten fest. Ein Teil der Nationalsozialisten entkam durch die Flucht. Schon bei der Festnahme bemerkten einige Polizeiwacht- meister, wie die Nationalsozialisten Gegenstände, die Waffen sein mußten, wegwarfen. Trotz der Lorstellung der Beamten lehnte der kommandierende Polizeioffizier nicht nur eine Durchsuchung der Festgenom- menen, sondern auch ein Absuchen der Straße nach Waffen ab. Auch auf dem Transport zur Kaserne wurden von den Festgenom- menen Gegenstände, die nach der Beobachtmtg der Beamten nur Waffen fein konnten, fortgeworfen. Beim Einmarsch aus der Gartenstraße in das Kasernengrundstück bemerkte ein Oberwocht- me.ister, wie ein Notionalsoziolist eine Pistole fortwarf und hob diese Pistole auf. Die Festgenommenen wurden in den Speisesaal der Polizei kaserne geschafft. Der Revierleiter meldete den Vorfall dem Kommandeur der Schutzpolizei, Polizei- major von Brandt, der auch kurze Zeit darauf zur Stelle war. Außerdem forderte er von der Polizeidirektion Kriminal- beamte zur Vernehmung der festgenommenen Nationalsozialisten an. Fast gleichzeitig mit dem Polizeimajar von Brapdt betroten der Reichstagsabgcorduete Triebet, der Landiogoabgrordnete heunicke und der Gothaer SA.-Führer Zimmermann die Kaserne. und hatten dann im Dienstzimmer des Polizeimajors von Brandt mit diesem eine Unterredung, die% bis'/t Stunde dauerte. Danach begaben sich von Brandt, die nationalsozialistischen Abge- ordneten und der SA.-Fiihrer in den-Speisesaal. Von Brandt und der Revierleitcr, Polizeihauptmann Wiegand, traten aus dem Speisesaal zurück, nachdem die genannten Nazisührer in diesen ein- getreten waren. Sie begrüßten die Festgenommenen mit heil Hitler. Dieser Gruß wurde von den Festgenommenen erwidert, während die Beamten des Ueberfallkommandos zur Seite stehen mußten. Danach hielt der nationalsozialistische Landtagsabgcorduete hennicke folgende Rede: Parteigenossen seid nicht so aufgeregt! Es liegt ein bedauerlicher Irrtum vor. Ihr seid für Kommunisten gehalten worden. Es passiert euch nichts, ihr könnt nachher ruhig nach Hause gehen. Diejenigen Parteigenossen, die im Vstviertel wohnen, werden unter polizeilichem Schutz heimgebracht. Daraus wandte sich hennicke zu den Oberwachtmeistern des Ueberfallkommandss, die ihm anscheinend von früheren Vorkomm- nissen her persönlich bekannt sind, und sagte diesen in drohendem Tone:„Nach st es Jahr find wir hier! Da haben wir die Waffen! Da könnt ihrwas erleben" Der Offizier des Ueberfallkommandos fragte daraufhin die Festgenom- menen, wer die Waffe weggeworfen habe. Als eine Antwort nicht erfolgte, meldete sich der Obcrwachtmeister, der die Waffe aufgehoben hatte und sagte, Herr Leutnant, ich weiß, wer die Waffe weg- geworfen hat, gestatten Sie, daß ich den Burschen fasse. Daraufhin fuhr ihn der Polizeileutnont an, halten Sie den Mund, Sie haben hier nichts zu melden. Der Gothaer SA.- Führer Zimmermann führt« danach über einen Beamten, der ihn aufgefordert hatte, Im Speise- saal seine Mütze abzunehmen, Beschwerde, indem er sagte, da hat doch so ein Schwein gesagt, ich soll meinen Deckel abnehmen. Weiter beschwerte er sich, er sei bei seiner Festnahme geschlagen worden.(Zimmermann gehört zu denjenigen, die bei der Festnahm« durch Flucht entkamen.) Der Polizelleutnant fragte nun die Pe- omten, wer Zimmermann geschlagen Habe. Als keine Antwort erfolgte, ließ er das IleberfällkoiNmando auf dem Flur antreten. Der SA.-Führer Zimmermann schritt die Front ab und bezeichnete einen Oberwachtmeisier als den Schlager. Dieser stellte es in Abrede, in« dem er sagt«, er habe seinen Gummiknüppel überhaupt nicht ge« zogen gehabt. Oer Polizeileutnant hat daraufhin den Polizeiwachtmeister zur Bestrafung gemeldet, weil er angeblich auf sein Kommando hin nicht eingeschlagen habe. Der Polizeimajor von Brandt hat diese Sache damit abgeschlossen, als er zum Oberwachtmeister bemerkte:„Ihre Sache ist erledigt, es ist nur schade, daß Sie schon befördert worden sind" Die inzwischen angekommenen Kriminalbeamten in der Kaserne wurden wieder nach Hause geschickt. Die Hälfte der Festgenommenen wurde enllassen. die andere Hälfte mußten Beamte des Ueberfall- kommondo» in die Ostvorstadt zurückbringen. Ein Absuchen des Fe st nahmeortes nach Waffen hat nicht statt- gefunden. Die Dienststelle der Schutzpolizei hat offiziell bekannt- gegeben, daß auf dem Äasernenhof nur eine Scheintodpistole ge, funden worden sei. Die Beamten des Ueberfallkommandos sind befragt worden, ob sie den Eindruck gehabt hätten, daß es sich um einen verbotenen Umzug gehandelt habe. Alle Beamten haben diese Frage bejaht, trotzdem ist weder der Schnellrichter in Aktion ge- treten noch sonst irgend etwas erfolgt. Der der NSDAP, offiziell angehörende Polizeihaupt» mann Schmückte hat im Unterricht ein strenges Verbot, mit politischen Persönlichkeiten über solche Sachen zu sprechen, bekannt- gemacht. Unter der verfassungstreuen Polizeibeamtenschaft herrscht wegen dieses Borfalles eine ungeheure Erregung. Viele haben den Eindruck, daß die leitenden Polizeioffizicre mit den Nationalsozialisten in Gotha unter einer Decke stecken. Manche getrauen sich überhaupt nicht mehr gegen Nationalsozialisten einzuschreiten. Es ist dringend notwendig, daß der Vorfall objektiv untersucht und wegen der in den Handlungen der Polizeioffiziere liegenden Amtsvergehen und Disziplinarvergehen strengstens eingeschritten wird. Hugenberg in Aengsten. Sein Wort vom rechten Flügel macht ihm Sauchschmerzen. Auf der Tagung der Parteivertreter der DNVP. hat .hugenberg eure Programmrede gehalten, in der er den sozial- reaktionären Charakter seines Programms wieder einmal 1 unterstrichen hat. Diese Rede war im übrigen ein Bekennt- nis der Angst, daß seine Partei von hiller gänzlich aufge» fressen werden könnte. Er polemisierte gegen den„Marxis- mus", und fuhr dann fort: „Es ist einfach ein unerläßlicher Tell der politischen Hellkunde, die Köpfe von diesem Gift zu befreien. Ich muß auch offen aus- sprechen: Es ist gefährlich und nicht notwendig, dies in der Form zu versuche», daß man das W o r t sozialistisch gewissermaßen als Bestandteil einer Entwöhnungskur behandelt. Das ist nicht etwa mit Sozialismus zu hellen, sondern nur mit einer ganz gründlichen Abkehr nom Sozialismus. Aber jetzt ist es nötig, ein offenes Wort auszusprechen, um so mehr, als gerade jetzt van führender Stelle Worte ins Land hinausgehen, wie: Es werde in Deutschland erst Friede sein wenn der Nationalsozialismus den anderen Parteien den letzten Manu entreißt, oder wie das, wenn das gegnerische System tu Deutsch- land zum Sturze käme, es werde dies ausschließlich das Verdienst des Nationalsozialismus sein, hierzu nur eine Randbemerkung. Repräsentant des heutigen Systems ist doch wohl in vorderster Linie das Zentrum. Warum bezeichnet das Zentrum gerade mich als den einzigen Gegenspieler? Aus dem Lande kommen hunderte Anfragen an mich feit vielen Monaten. Die einen sagen:„Jur Wahlkamps von 1930 hast du gesagt: Macht mir den rechten Flügel st arkl Das haben viele Tausende dahin verstanden, daß sie für die Nationalsozialisten stimmen sollten, denn sie bilden doch heute den rechten Flügel!" Dazu ein kurzes Wort: Den rechten Flügel bilden noch heute wir Deutsch uationalen. Wenn ich also heule sage:„Macht mir den rechten Flügel stark!, so heißt das:„Macht mir die Deutschnatlonale volkspartci stark." Andere Freunde im Lande sagen mir:„Die Nationalsozialisten un- seres Bezirks kämpfen trotz der gemeinsamen Front ans das schärfste gegen uns. Der Hauptstoß richtet sich heute wahlpolitisch gegen die Bundesgenossen." Dazu muß ich bemerken: Ich kann mich nicht um jeden Stunk im Lande kümmern. Ihr müßt mit den Waffen kämpfen, mit denen ihr bekämpft werdet. Und wenn es irgendwo einmal zu schlimm werden sollte, so wird hoffentlich der gemeinsame Blick auf die Sache die Möglichkeit eröffnen, daß Herr Hitler und ich noch rechtzeitig Ord- nung stiften." Er hat Angst vor seiner eigenen Parole bekommen und interpretiert sich! Es wird heiter werden, wenn die Deutsch- nationalen nun noch Hilgenbergs Rezept den Wettbewerb in Beschimpfung und Verleumdung mit den Nationalsoziatisten aufnehmen wollen. In Pommern hat man einen kleinen Vor- geschmack davon erhalten. Man hat bei dieser Gelegenheit erfahren, daß das Kalisyndikat die National- sozialisten gekauft hat. Im übrigen hat hugenberg den deutschnationalen Reichs- K- tagsabgeordneten Schmidt-Hannover zum Mitinhaber feiner innerparteilichen Diktaturgewalt ernannt. Gregor Straßer wird operiert. Anstatt nach Moabit, fährt er nach Breslau. An ihren Führern sollt ihr sie erkennen! In ihrer ganzen Fichrergröße zeigen sie sich aber vor Gericht. Diesmal betrifft es hlllers Reichsorzanifationsleiter Gregor Straßer... Gregor Straßer war vom Schöffengericht Oranienburg wegen öffentlicher Beleidigung der Reichsregierung mit dem Reichskanzler Müller an der Spitze— er hatte sie„Agenten Frankreichs" genannt— zu 3 Monaten Gefängnis verurtellt. wegen Beleidigung des Vizepräsidenten Friedensburg zu 1 Monat Gefängnis und wegen Beleidigung des Bizepräsidenten Dr. Weiß zu 600 Mark Geldstrafe. Sowohl er wie der Staatsanwalt legten gegen die Urteile Berufung ein. In der Berufungsverhandlung war Gregor Straßer nicht erschienen. Der Staatsanwall nahm feine Berufung zurück, das Gericht verwarf wegen Abwesenheit die Berufung Gregor ötraßers. Das Reichsgericht hob das Urteil der zweiten Instanz mit der Begründung auf, das Gericht fei verpflichtet gewesen, die Zustimmung des abwesenden Gregor Straher zur Zu- rücknahme der staatsanwalllichen Berufung einzuholen. Also fand gestern zum zweitenmal die Berufuiigsverhaudlung stall. Wer wieder nicht erschien, war Gregor Straßer. Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Biek, gab die Erklärung ab, Gregor Slraßer fei am 30. November in Wüuche» opericrl worden und noch nicht reijefähig. Den Bescheid habe er von Strahers Privotfekretär Schulz, der am Dienstag aus München in Berlin eingetroffen fei. Das Gericht be- schloß, die Berhandlnng auf einige Stunden zu vertagen, um aus München telegraphischen Bescheid über den Gesundheitszustand des Reichsorganisationsleiters der NSDAP, einzuholen. Der Verteidiger ließ sich von Strahers Arzt telegraphijch be- stättgen, daß fein Klient am 23. November wegen einer eitrigen Nagelentzündung operiert und noch nicht reisefähig sei. Aber auch der Staatsanwoll Halls sich seinen Bescheid geholt, allerdings nicht beim Arzt des Herrn Gregor Straßer. sondern bei der Polizei- direktion München. Diese fragte das Braune Haus nach Gregor Straßers Aufenthall an und erhiell zur Antwort, daß er am Sonntag nach Breslau mit dem Endziel Berlin abgereist sei. Das mit der Operation am 30. konnte also nicht richtig sein. Da war es dem Staatsanwalt weiter nicht zu verdenken, daß er annahm, das Gericht sei bewußt irregeführt worden— entweder von dein Verteidiger oder von Strahers Prioatsekretär. Das Gericht beschloß, die Verhandlung zu vertagen und den Staatsanwall zu beauftragen, den Reichstag um die Erlaubnis zur Berhastung oder zur Vorführung des am Nagel operierten und nicht reisefähigen Gregor Straher nachzusuchen. An ihren Führern sollt ihr sie erkennen. In ihrer ganzen Führergröße zeigen'sie sich uor Gericht. Denn sie haben stets den Mut, dafür«inzutreten, was sie verbrochen... Der Aeltestenrat d�s Reichstages ist für Freitag, den 4. d- M-, nnchmittags 5 Uhr, einberufen worden. Er wird sich mit dem Antrag der komnnmistifchen Fraktion auf Einberufung des Reichs- tags beschäsligen. Der auswärtige Ausschuß der kommer hat an Stelle Paul Boncours den bisherigen Vizepräsidenten de Castellana(Links- repubkifaner) mit 16 von 3ö Stimmen zum Vorsitzenden gewählt. Japan nimmt Truppen zurück. Wettbewerb um die Mitgliedschaft in der Kommission. Paris, 2. Dezember.(Eigenbericht.) Der Redaktion sausschuß des Bölkerbundsrats hat sich am Mitllvochvormittag mit der Zusammensetzung der nach China zu e>Uf enden den Kommission beschäftigt. Die Meldung. daß der Rat bereits die Mitgliederzahl auf fünf und die Namen der fünf Mächte festgesetzt Hobe, entspricht nicht den Tatsachen. China wünscht zwar, daß die Äomwission aus fünf Mitgliedern besteche, Japan- hall jedoch an der ursprünzllch-vorgesehenen Zahl drei fest. Ferner befaßte sich der?lusschutz mll der Schaffung einer neutralen Zone in Tschingtschau und der Forderung Japans auf Polizeirechte gegen die Banditen in der Mandschurei, gegen dl« sich allgemeiner Widerstand bemerkbar machte. Man will ver- suchen, dieses Polizeirecht dadurch einzuschränken, daß einigen neutralen Beobachtern der Auftrag erteilt wird, den beiden Parteien Ratschläge zu erteilen, falls die Umstände es erfordern. Am Nachmittag tagte der Rat ohne die Vertreter Chinas und Japans und beschäftigte sich besonders mit der Schaffung einer neutralen Zone um Tschingtschau, die zur Zeit das.Haupt- Hindernis für eine Einigung bildet. Die französische Delegation hat dazu dem Bölkerbundsrat die Mitteilung überreicht, die besagt, daß auf Grund von Nachrichten französischer Beobachter in der Gegend von Tschingtschau die Presseineldungen von einem Stellungsweclstel und einer Verstärkung der chinesischen Truppen unbegründet sind. Ein weiteres Schreiben der französischen Delegation teilt mit, daß das japanische Truppenkommaudo beschlossen habe, alle Streit- tröste m die Eisenbahnzone zurückzuschaffen mit Ausnabme von zwei Bataillonen in der Gegend von Tsitsikar und je einem Bataillon in Kinn,'Ischangschun und am Liao-Fluß. Das Frauenstimmrechl in Spanien. Die Nationawersommlung beschloß, das Stimmrecht für- Frauen in der Ber- f as j un g festzulegen. Die Wahl Alcala Zamoras zum Staatspräsidenten Wirt) voraussichtlich atn 8. Dezember erfolgen. Mardonald führt die englische Abrüslungsabordvung. Auf eine Anfrage im Unterhaus sagte Ministerpräsident Macdonald, es sei sicher, daß folgende Kabniettsmiglieder in der Abordnung vertreten sein würden: er selbst, der Außenminister Sir Jobn Simon, d-r Minister für die Dominien, der Kriegsminister, der Luftfahrt- minister und des Erste Lord der Admiralität. Wiederum ein verblufiendeig imdtäfai&e&vh M«ng®nabgaba vorb«ho)t«n l�HB_ � Verkoof soweit Vorrot____. IM GW� WM , ÖFEN-HERDE . Wannen-Waschbecken-Wosefts, auch bis 18 Monalsraten Durch Ilugluckstal! Milcfj'cb am 28, Rovcmdrr plötzlich und imerwarlel mcm lieber Mann und Ledenskamerad, der Sewerllchastsangeftellte des Sc- iamtverbandcs Will)' Kuske Im 46. Lebensjahre, An tiefem Schmerz Marie Katke BIn.-Lichlenberg, Heinrich ftr 13 Die Einäscherung findet am b De- zcmbcr. nackmiltags 6 Uhr, im Are- matorium Baumschulenwcg statt. Am 28. Noacmber verschied pw into-ge Unaliickssall unser lieber Äol- lege und Genosse Willy Kuske Der Verstorbene war uns stets ein B'rbild»reuesterPfiichleriüllung, dem wir ew treues und ehrendes Ange- denken bewahren werden, Oi'tMiusdiiih Berlin de« ADGB., UnlcranMcliD h Lichten her jJ, Soziaidemokratisdie Partei Lidrlenbertz und 118. Abteilung. Die Einäscherung findet am 5, Dezember. nachmittags 6 Uhr, im stre- mraiorinm Baumschulenweg Natt Rege Beteiligung wird erwartet, Am 28 November verstarb uncr- wartet unser«vllege Willy Kuske infolge eines Unglücksfalle«, den er in seinem Hause erlitt. Der Verstorbene hat nur ein Aller von 4S Jahren erreicht Wir verlieren IN ihm einen außer- ordentlich aewissenhaUen Mitarbeiter und stets hilisdereiten Zlollegen, dessen plöliltcher Tod uns anis äußerste er- schilttert hat. Die Angestellten der Bezirk«- and Ortsverwaltnng Berlin In» Gesamlvcrband der Arbeitnehmer der OUenllldien Betriebe and de» Pertonen- and Warearrcrkcbn. Die Einäscherung erfolgt am Sann- abend, dem b, Dezember, 18 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Am Sonnlag. dem ZS. Novemter, trsth 2 Uhr. verschied nach langem, schweren Leiden unsere liebe Mutter Echwieger- und Srogmutter Eslissbetk Bowitz geb. Zahr Diese« zeigen tiesbetrübt an . Boa-lt» ijlie Bicbard Bonrlt« rtba a. bin»i hletsähke Familie Otto Zepp Berlin N 20, Prinzeuallee 58. Die Einäscherung findet am Freitag, dem 4, Dezember, nachmittag» IVt Uhr im Krematorium Gerichtstraße statt IIMMIMWIis-MSilll VervainmüsmiwUeUer: Am Freilag, dem 4. Dezember 1931. keine Sitzung der Mittleren Ort». Verwaltung. Ole OrbrervaUnng. Mfig�! JUERGEj Alaxanderplatz Neue Könjg8(r.43 Konkurs-Versteigerung! TRrtP/ldn Freitag«-et de ich in Berlin, vllviyClI Oranienburger Sir. 2, nm 12 Uhr» l Posten Bindfaden II Wurst gameug«. sowie I Posten Wohnmdbel aus einem Nachlaß, im Anschiulä daran am ZUhri Spreah n. Wenig getragene Kavaliergarderob» von Millionären. Aerzten. Anwälten. Fadelhatt billige Preise. 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