Morgenausgabe Freiiag ###♦#' rf»'-�.°'» S'ÄTSCÄÄ■■ MM WT m IL» M auätoärf« 15 Pf. Imtg ins Hon«) w> voraus zahibar. JBS h�WB BH BH VM WB WM HB»H Bm g, EBB Paffbezug«LZ M. eiiUchli-tzlich soPf. MDiNt L>�Ä| W W H � H W Bj EH W W Us H �H f— Di- elnlpill. Nanparclllurtl« 80 «o'..ctaniBa.-nd 78 Pf.« oftbefteO«. B»WU?TH W B EH EH B» HE H M H■ KI I X R-tlam-z-ll«!>.- RM.„Aiewe An- kiihren.AusIandsabonn-nient S.-M. �WH» MM»M IM MI M» MM UjU DM �H MM BH teioen" das fettatbrudtt Won 2b U. vro Mai�t; Mr Länder mit ermiiKig» Tr«■■■ M Ml ML|H MM M W'.?äMg zwei i-u�druck,- W°n-> i-d» t-m Drucksachenporto v.- M. UA U» W HE JSBl.-JWWKsO�"»H\ M&xJHEv KKl M weitere War, 12 Pf Rabat, lt. Ta,i,. M M �Hl� � DB~y/ DM Stellengeluche das erste Wart>b Pf, MI I HH\ iy B jedes weiter- Wart lVPf Warle übe, SiSSLÄvv» � W'�MM xUMM«'«« Q|Wf X S S■l Sil Eff SlIdlllFfsyilkll M bnÄlfl.UViiinS.nSISj&ll.jbS — SÄ�r«-«- NtttMttv WlfHPUm saS«iHÄS.a Jentealorgan der sozialdemokratischen Vavtei Deutichlands Redaktion und Verlag: Verlin TW 68. Lindenstr. 3 ltcrnspr.. Tönbaii{K 7) 292—297 Teleoramm-Adi.:©mtallempfta, Berlin Stuttgart. 3 Dc�emder.(Cigenberi�it.) In einer Masienosriammlunz in der Stadtballe, die cms Anlaß der bevorstehenden württembergischen Gemeindewadlen slattiand und non mehreren zehntansend Personen frefudst mar, kennzeichnete Otto Wels die hentige politrsche Situation. Die Protlomation dcg Terrors durch die Beauftragten Ad oft Hitlers in Hosten habe den von dem Führer und seinen Trabanten bisher betriebenen itegalitätsschmindel entlarvt. In einem demokratischen Staat sei es die Pflicht der Regierung, im Kamps gegen die Bedrohung des Stames die Führung zu e r g r e! s e n. Das fordern wir von ihr. Geschieht das nicht, so richten mir uns selbst aiti den Entscheidnngskanrps ein. Es ist ein altes, gutes, deutsehes Recht, sich selbst zu wchveu, weun nmn angegriffen wird. Davon werden wir dann Gebranch machen,(«tiirmifchcr Beifall.) 'Abschließend führt« Wels aus: Die Sozialdemokratie Hab« auf Grund des Ausfalls der Wohl i>o>n 14. September nicht beftristen, baß von deck Nowcrordnungsrecht Gebrauch gemacht werden müsse. Der Verfasser der hessischen Blntdvkumente, Herr B c st. ist angeblich durch Hitler, von jeder parteiamt- lichen Tätigkeit entbunden" worden. Ter Wert dieser '.Haftnahme geht darans hervor, daß die LrtSgruppe Ehcmnib der NSDAP. Herrn Best für Freitag als Redner in einer Kundgebung vorgesehen hatte! Das Auftreten B e st s in Sachsen wäre eine nn- gchenerlichc Provokation der sächsischen Arbeiterschaft. Der sächsische Innenminister— nicht cttva Herr Hitler! — hat dies Austreten untersagt. ES steht also fest, daß die Reichslcitung der NSDAP. tcincswegS von Best abriickt, sondern ihn als agitato- rischrs Paradepscrd zu verwenden gedenkt! Hitler rückt von den Blutdokumenten nicht ab. Er kann sie nicht verleugnen! Bor dem Hitler-Putsch 1SÄ3 fertigte der Rat am Obersten Landesgericht von Bayern von der Pfordten im Auftrag Hitlers einen Per- fassungsentwurf an, der mit feiner Häufung von Todes- drohnngen ein Porbild der Befischen Blntdoknmente gewesen ist. Von der Pfordten ist aus dem Ldeonsplat, gefallen. Herr Best geht immer noch in Freiheit spazieren und kann für seine Blutpläne össenttich Propaganda machen. Hitler aber ist der Hauptverantwortliche— für von der Pfordten wie für Best! Bestialische Agitation. Karlsruhe. Z. Dezember.(Eigenbericht.) Aus einer Agilaftonsreise erklärte der nattonatsozialistische Aeichslogsabgeordncle. Oberpostsekrclär I e u k e, Breslau, in einer Versammlung i« LSsslingen(Baden) folgendes i „Kein Blulvergießen gibt es für solche, die mit Dreckiau, Dreck- hnnd, Schweineigel usw. tituliert incrden. Rein, diese lassen wir baumeln. Es sollen ihnen nur die Fungen heraushängen, und die Stricke müssen dick und stark sei», daß sie zum abschreckenden Beispiel aus lange Fest hängen bleiben— die Körper sollen nicht ocrsoulen, sondern ausdörren. Die Arbeitslosigkeit wird abgeschafsl durch den Zwangs- dienst der jungen Leute in schmucker Uniform mit freier Kost und Wohnung und 59 Pfennig Sold pro Tag. Die Arbeitskolonnen bauen u. a. Straßen, die spiegelblank sein müssen, auch die Waldwege und die Feldwege, damit der Bauer mit seinem Ochsengespann auch seine Freude am Dritten Reich hat. Bach einigen Jahren Zwang»- dienst kommen diese Arbeiter zur regulären Wehrmacht. Dividenden, Gewinne de» Freihandels und der Industrie werden konfisziert. Weltwirtschaft— da» gibt e» für uns nicht, das kennen wir nicht. Wst sind deulfch und bleiben deutsch und lehnen alles Zaier nationale ab. Reparationen— das kennen wir auch nicht. Wir werden durch unsere Sender der Well millellen: Wir haben Vorwäris-Verlaa G. m. b. H. Wenn aber Brüning jetzt eine neue Notverordnung vorbereitet. so sei es nötig, auszusprechen, daß für gewisse Dinge die Grenze jetzt erreicht sei. Jede Absicht nochmaliger Lohnkürzungen werde ans unseren erbitterten Widerstand stoßen. Wir werden Brüning dann fragen, mit wem er regieren will. Für diese Aiiseinandcrsoßunz appellieren wir an die Treue des ganzen arbeitenden Volkes in Deutichlond und rufen, es auf, im Kampf auf unserer Softe zu stehen. Die Ausführungen von Otto Wels wurden von der Massen- oersommlung mit stürmischem Beifall aufgenommen. Besprechungen mit Brüning erst heute. Die anfänglich für Donnerstag vorgesehene B e> sprechnng zwischen dem stteichskanzler und Per- tretern der sozialdemokratischen Reichstags- s r a k t i o n ist ans Freitagnachmittag verschoben worden. den Krieg nicht gewollt, wir hoben den Krieg nicht verloren, wir haben seit 1918 die Will'ardeu zu Unrecht bezahlt.- Dieser Bericht eines immer noch beamteten Demagogen ist dem Zentrnmsorgan des badischen Zentrums, dem„vadifchen Beobachter' Ar. ZZ0 vom 1. Dezember, entnommen. Dazu bestialischer Terror! Minden, 3. Dezember.(Eigenbericht.) In Preutzisch-Oldendorf(Kreis Lübbecke) wurde der 40jährige Aushilfskellner Karl Brand von dem 21jährigcn Nationalsozialisten Walter Borgemann nachts aus de in Hinterhalt über- fallen und mit einer Latte niedergeschlagen. Der Arzt fand Brand in einer Blutlache auf und veranlatztc seine sofortige Iloberführung ins Krankenhaus. Dem ileberfall war ein Disput vorausgegangen, in dessen Verlauf der Hilfskellner, gesagt hatte, daß er„auch nicht alles unterschreiben könne, was in dem Programm der Nationalsozialisten stehe'. Und die Justiz? Breslau. 3. Dezember.(Eigenbericht.) Dos Schnellgericht in Brieg ncrurtcilte am Donnerstag den Nationalsozialisten Hirsemann wegen schwerer Kor- perverletzung und verbotenen Waffenbesitzes zu3 Monaten und 1 Woche Gefängnis. Hirsemann hatte am 13. November in Würben, Kreis Ohlau, im Verlauf blutiger Auseinander- setzungen zwischen Nationalsozialisten und Rcichsbannerleuten einen Neichsbannermonn über den Haufen geschossen. Der Uebersallenc wurde mit einer schweren Ruckcnmarkverletzung ins Krankenhaus eingeliefert und ringt jetzt noch mit dem Tod«. Die Veweisoufnahmc ergab, daß die Nationalsozialisten den Streit begonnen hatten. Trotzdem wurden fünf gleichzeitig ange- klagte R c l chs b a u n c r l e u t e, die zum Teil überhaupt nicht tätlich geworden find, zu Freiheitsstrafen von insgesamt 32 Monaten verurteilt. Das Urteil wurde unter dem Vorsitz des in republikanischen Kreisen Schlesiens unrühmlich bekannten Land- gcrichtsrats Mguth gefällt. Konirolle des Waffenbesitzes. Die politischen Mordlaien der letzten Zeit haben im Reichs- Innenministerium u. a. zu Erwögungen über eine stärtere Kon- trolle des wassenbeslhe, geführt. Zunächst besteht die Absicht, den Ländern durch Notverordnung die Möglichkeit zu geben, für das ganze Staatsgebiet oder einzelne Bezirke eine Au- Meldung für alle Waffen anzuordnen und von solchen Personen. die unzuoerlässig erscheinen, die Waffen einzuziehen. Inwieweit auch die Wasscnproduktion von der neuen Verordnung dadurch ersaßt werden soll, daß sie koazesslouspflichtlz gemocht wird, sieht vorläufig«och nicht fest. TostlÄeckkomot Berlin 87 539.— Bankkomo: Bankder Ardenei. Äageli-llren mw Beamten. Lindenstr.L Dt B.n DiSc.»Gei.j Depositenk., Zern jalcmer Str. Ki/Kö. Halt! Wirtschastswende oder WirlschafiSende? V«,Q£5. Aufh&uaer. Der Auftrieb der deutschen Reaktion bei den politischen Wahlen und die steigende faschistische Gefahr für das av- bcitende Volk dürfen weniger auf die eigene Kraft der Hitler- Bewegung, als vielmehr auf die Schwäche des deut- fchen Bürgertums, sowie auf die völlig passive Haltung der Reichsregierung zurückgeführt werden. Trotz des Harzburger Anschauungsunterrichts über das Dritte Reich, trotz der schändlichen Braunschweiger Umtriebe und trotz der Boxheimer Dokumente über organisierten Hochverrat und Mord verharren die verantwortlichen Stellen des Reiches in einer unverständlichen Passivität gegenüber den Feinden von Staat und Volk. Die ständige Bedrohung der friedlichen Bevölkerung durch SA.-Truppen muß angesichts des Versagens der Reichs- behörden die von Hitler gewollte weitere Einschüchterung des Bürgertums herbeiführen, und so den Volksstaat für die „legale" Mochtergreifung sturmreif machen. Die daneben laufenden politischen Gespräche von Zentrumskreiscn und Nationalsozialisten tragen mit dazu bei, die ganze gegen- wärtige politische Konstellation als eine etwa bis Februar 1932 befristete Angelegenheit erscheinen zu lassen. Die nach der Oktobertagung des Reichstags not- wendig gewordene klare Frontstellung von Reichsregierung. Republik und Arbeiterschaft gegen den Faschismus und die Sozialreaktion ist nicht sichtbar. Darum heute der Mißmut in den Kreisen der republikanischen Kräfte, der nicht ohne ' weitgehende politische Konsequenzen bleiben kann, wenn es nicht gelingt, in diesen Tagen endlich die erforderliche A kti-> v i t ä t d e r Re i ch s r e g i c r u n g gegen die unerträglich ge- wordenen Umtriebe des Fgschismus wach zu rufen. Der Reichskanzler und Reichsaußenminister Brüning darf nicht länger zögern, dem deutschen Volk.die unerhört weittragen- den Folgen bekanntzugeben, die eine Auslieferung Deutsch- lands an Hitler-Hugenberg auf außenpolitischem Gebiet nach sich ziehen muß. Es ist diesem in Not darben» den Volk zu sagen, welch furchtbare Lebensbedingungen seiner harren, wenn die übrigen Länder der Welt mit dem Dritten Deutschen Reich zu tun haben werden. Es kann den deutschen Republikanern, insbesondere der Arbeiterklasse als der Kerntruppe der Republik, nicht länger zugemutet werden, sich für die Verteidigung eines Staates mit dem Leben einzusetzen, dessen Staatsgewalt selbst keine ansreichende Verteidigung gegen die Todfeinde dieser Republik betreibt. Dieses Ringen zwischen Volks st aat und Faschismus ist bereits, wie die Terrorherrschast in Eutin beweist, in ein entscheidendes Stadium ge- treten. Darum ist die nächste politische Entscheidung der Sozialdemokratie eine Entscheidung über dos Kabinett Brüning. Die Abwehr der faschistischen Gewalt hat ober auch mir einen Sinn, wenn sie zeitlid) verbunden ist mit dem Kampf gegen die Rot der Massen. Der Reichskanzler Brüning hat noch im Oktober im Reichstag erklärt, daß er zur Ueberwindung der Wirtschaftskrise in diesem Winter in keinem Falle gegen die Arbeiter regieren könne. Dazu wäre aber erforderlich, daß sich die Regierung schleunigst entschließen könnte, ihre im Anschluß ä'n die Beratungen des Wirtschafts» beirates bekanntgegebenen Leitsätze für has Winterprograimn zu verlassen, um von ihrer geradezu verhängnisvollen Schrumpfungspolitik zur konstruktiven Wirtschaftspolitik überzugehen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat soeben in Uebereinstimmung mit den Gewerkschaften eindring- lich und ernst gewarnt, jene Leitsätze des Wirtschafts» b e i r a t s zum Gegenstand einer der bevorstehenden Not- Verordnungen zu machen. Dieses Programm starrt von Halbheiten und es ermangelt jedes festen Willens, endlich der Staatsführung innerhalb der Wirtschaft Geltung zu ver- schaffen. Der Appell an die Freiwilligkeit der Wirtschafts» führer muß in der gegenwärtigen Situation zur Katastrophe führen. Der positive Teil des Winterprogramms erinnert allzu deutlich an die Vorschläge des Reichsverbandes der Deutschen Industrie und der Vereinigung Deutscher Arbeitgeberver- bände. Die Lockerung des Tarifrechts in regionaler, zeitlicher, betrieblicher und beruflicher Hinsicht muß in Verbindung mit der festen Zlbsicht weiteren Lohn- und Gehalts- a b b a u e s den schärfsten Widerstand aller arbeitenden Menschen In Deutschland hervorrufen und eine die Krise ver- schärfende Schrumpfung des Inlandsmarktes zur Folge haben. Die Begründung, wonach die Lohnsenkung eine Waffe Otto Wels warnt Brüning. Kampfrede in einer Maffenverfammlung in Stuttgart. Hitler deckt Best weiter! Best sollte als Nedner in Sachsen auftreten! gegen das Sinken des englischen Pfundes und den Zollwahn- finn anderer Länder werden müsse, ist ein Regierungspro- gramm ausgesprochener Massenoerelendung. Dazu kommt die in der Notverordnung zu erwartende Senkung der Leistungen in der Invaliden- und Unfalloersicherung. An die angekündigte Preissenkung können peak- 'usche Wirkungen in nennenswertem Ausmaße nicht geknüpft werden, nachdem die Regierung seit einem Jahr von ihren Bollmachten zur Senkung der Kartellpreise keinen Gebrauch gemacht hat. Die Einsetzung eines Reichskommisiars kann uns nicht zufriedener machen. Alle Preis- und Lohnpolitik muß auch passiv bleiben, wenn an der herrschenden Agrar- Politik, d. h. einer unaufhörlichen Subventionspolitik fest- geHallen wird. Zur Bankenreform im Sinne einer nack) volks- wirtschaftlichen Gesichtspunkten gerichteten Kapitalverteilung und Kreditorganisation fehlt in den Leitsätzen jede An- deutung. Soweit es sich um die Wohnungswirtschaft handelt, ist einer beliebigen Senkung der Hauszinssteuer der Weg ge- ebnet, ohne die geringste Sicherung, daß den Ländern und Gemeinden für den bisherigen Ertrag aus dieser Steuer Er- satz geboten wird. Auch das Versagen des Reichsfinanz» Ministeriums gegenüber den Landesversicherungsanstallen wirkt auf die Gemeinden zurück. Solange sich das Reich weigert, diesen Versicherungsträgern eine Flüssigmachung ihrer in Reichsschatzanweisungen festgefrorenen Vermögens- anlagen zu ermöglichen, sind diese außer Stande, ihren kom- munalen Schuldnern irgendwie entgegenzukommen. Der Leistungsabbau der Invalidenversicherung aber belastet wiederum den Wohlsahrtsetat der Gemeinden. Lohn- und Sozialabbau vermehren die Erwerbslosigkeit. Den zu senken- den Tarifen für Gas, Straßenbahn usw. steht keine Einnahme gegenüber. Diesen wachsenden Kommunallasten gegenüber fehlt ein aktives Reichsprogramm zur Hilfe für die zu- sammenbrechenden Gemeinden. Es wird immer sicht- barer: Massennot ist Gemeindenot! Angesichts dieses ganz ausgesprochenen Schrumpsungs- Programms hat die Sozialdemokratie erneut ihre konstruktiven Vorschläge zur internationalen Be- lebung des Güteraustausches, zur Aktivierung des Inlands- Marktes, zur besseren Arbeitsverteilung und zur Arbeits- beschaffung in Erinnerung gebracht. Ohne st a a t l i ch e Ko n t r o l l e und Wirtschaftsführung, ohne Aends- rung der versagenden Wirtschaftsverfassung und ohne Plan- Mäßigkeit auf dem Waren- und Kapitalmarkt ist eine wirk- liche Hilfe nicht denkbar. Die Regierung muß sich entschließen. ihre Abbau- und Schrumpfungspolllik abzulösen durch einen rücksichtslosen Kurswechsel. Entweder Wirtschaftsende oder Wirtschaftswende! Es kann der Sozialdsmo- kratie nicht zugemutet werden, ein Winterprogramm zu dulden, das in seiner Auswirkung die Krise oerschärst, die Rot vermehrt und so den Faschismus stärken muß. Die Reichsregierung hat sich zu entscheiden, ob sie entschlossen ist. die Führung im Kampf gegen den Terror der Faschisten zu übernehmen und ob sie gewillt ist.«ine aktive Wirtschaftspolitik aufzunehmen. Zell ist nicht mehr zu verlieren, es geht um das Schicksal von Land und Volk. Lüge gegen das Reichsbanner. Ein Nachspiel zum Fall Lewit. Die Presse des Hugenberg-Konzorns, voran die„Nacht-Ausgabe", hellt die verleumderische Behauptung aus. daß Reichsbannertanieraden nach der Sp or tpalast tundgebung in der Potsdamer Straße den :ftuf ausgestoßen hallen„Schupo oerreck«-. Die Lüge dient dem Zweck, den Polizeiinajor Leroit, der sich schwere Uebergrifs« zuschulden kommen lassen hat, zu decken. Die Hugenberg-Prssse befitzt ferner die Dreistigkeit, zu behaupten, daß diese Angabc im PolizeiprSsidium bestätigt worden sei. Der Zweck ist offenbar ferner, das Reichsbanner als eine disziplinlose Horde hinzustellen, die von Haß gegen die Staatsgewall erfüllt sei. Die Zwecklüge der Hugenberg-Press« ist jedoch sehr rasch zerplatzt. Von den zahlreichen Beonllen, die in der Potsdamer Straße waren, behauptet nur«in einziger, daß er diesen Ruf gehört habe, und dieser einzige ist— derPolizeinlajorLewit. Leimt hat diese Behauptung als Ausrode für sich selbst gebraucht. Er hat sich, als er Zeugen angeben sollte, aus einen anderen höheren Polizeibeamten berufen, der jedoch mll der größten Bestimmtheit erklärt hat, daß dieser Ruf nicht gefallen sei. Ebenso sägten olle anderen vernonnnenen Beamten gegen Lewll au-. Die Verlogenheit der Behauptungen der Hugenberg-Presse ist damit festgestellt. Es bleibt lediglich die Frage, woher sie ihre falschen Informationen bezogen hat. Gegen den Landbundierror. Aktenbeschlagnahme beim mecklenburg-flrelitzschen Laudbunb Neubrandenburg, 3. Dezember. Nach Mitteilungen des meckUnburg-strelitzschen Laichlmndcs hat die Staatsanwaltschaft im hiesigen Landbundbüro eine eingehende Haussuchung vornehmen lassen, in deren Der- lauf einige Akten beschlagnahmt wurden. Es handelt sich um den Kampfbeschluß der Kreisgruppe des Pommerschen Landbundcs in Rügen und um die Zustimmungserklärung, die der Vorstand des mecklenburg-strelitzschen Landbundes gesaht hat. Oberstaatsanwalt Dr. Weber hat das gegen den Vorstand des mecklenburg-strelitzschen Üemdbundes erhobene Verfahren nunmehr auch ausgedehnt auf § Hg(grober Unfug und ruhestörender Lärm), ferner aus§ 360.11 �Widerstand gegen di, Staatsgewall) und§ 129,1 Strafgesetzbuch (Teilnahme an einer verbotene» Verbindung). ärieggjchlffflbouUn in Holland. Die Zweit« Kammer lehnte am Mittwoch einen sozialdemokratischen Antrag auf völlig« Ein» stellung d»sFlottenneubau»»mllS4 gegen 27 Stimmen ab. Di« gleiche Mehrhell verwarf einen weiteren sozialbemo- tratischen Antrag, im folgenden Jahre keine Manöver obzuhallen, sowie einen freisinnigen Antrag auf Einstellung der Ueberweisungen von Geldern aus den Rüstungsfonds. Der Haushalt des Verteidi- gungsminiiteriums wurde mll öS gegen 27 sozialdemokratische, jrei- sinnige und kommunistische Stimmen angenommen. Geistesknebelung in Italien. Verfolgung der aufrechten Llniverfltätsprofefforeu. Im August dieses Jahre, ist auf dem Berordnungswege ein Gesetz erlassen worden, das die Eidesformel für die Lehrer der ita- lienlschen Hochschulen festsetzt Die Formel lautet:„Iijh schwöre, dem König, seinen Nachfolgern und dem'aschistischen R e- gime treu zu sein, die Berfasiung und die übrigen Gesetz« de» Staates loyal zu befolgen, und die Pflichten meines Lehramts, sowie die akademischen Obliegenheiten in dem Vorsatz auszuüben, arbells- same, dem Vaterlande und dem faschistischen Regime ergebene Bür- ger heranzubilden.- Als die Formel— in der Form einer Not« Verordnung, die nicht bis zur Eröffnung de» Parlaments warten konnte— dekretiert wurde, waren die Universitäten geschlossen. Sie blieb also so gut wie unbeachtet. Mll dem Beginn des akademt- fchen Jahres ist nun den Professoren der Eid abgefordert worden. Bis setzt Ist nur von einigen Universitäten bekannt ge- worden, wie sich Hochschullehrer zu der Zumutung gestellt haben. Die Senatoren Francesco Rufsini. Ordinarius für Kirchen- recht an der Universität Turin, und Lutgi Cinaudi, Ordi- narius für Volkswirtschaft an derselben Lehranstall, haben sich gewetgeri, den Eid abzulegen, und daraufhin ist aus Rom die 5? a u s- s u ch u n g in ihren Wohnungen angeordnet worden. Professor Z a m p i e r i in Padua, den keine Zugehörigkell zum Staat schützt, wurde verhaftet. Wahrscheinlich will man durch dies« Zwangemoßnahmen den allseitig beklagten Mißstand abstellen, daß die wissenschaftlich angesehenen Professoren keine Faschisten, die faschistischen keine Wissenschaftler von Ansehen sind. Es wird inter- essant sein, zu erfahren, wie der Faschismus gegen di« Universität?» lehrer verfahren wird, die den Treueid nicht leisten werden. Es handell sich um Persönlichkeiten, von denen Mussolinis Bruder vor längerer Zell schrieb, daß sie es nur der faschistischen Großmut dankten, wenn sie überhaupt noch am Leben sind. «.Osservatore Romano" gegen die Gdeeiformel. Rom. 3. Dezember. Der..Osservatore Romono-, das Blatt des Vatikans. beschäftigt sich heute in einer redaktionellen Notiz mll dem könig- liehen Gesetzesantrag vom 8. Oktober d. I?.. der die Form des Eides enthält, welchen die Hochschullehrer zu leisten haben. Das Blatt schreibt: Es wird nicht wenige geben, besonders unter den Katholiken, die im Zweifel sind, ob gerade Kathollten einen derartigen Eid leisten können, wenn sie sich der früheren Enzyklika des Papstes erinnern, die auf den Eid hinweist, der bei der Annahme der faschistischen MUgltedskarte geleistet wird-.(Die Enzyklika rügte seinerzeit, daß in diesem Eid der Faschisten Gott und Kirche nicht genannt waren. D. Red.) Um jeden Zweifel zu beheben, so folgert das Blatt, entspricht es durchaus den Grund- sätzen der Katholiken, dem Staate in jeder Hinsicht zu g e- horchen. Auch werde ja von den Katholiken bei jeder Eide»- leistung auf die Rechte Gottes und der Kirche hingewiesen. Nazistäupung in Thüringen. Die Sozialdemokratie deckt das Aazischuldkonto aus. Weimar, 3. Dezember.(Eigenbericht.) Der Thüringische Landtag lehnte am Donnerstag einen Mißtrauensantrag der Nationalsozialisten gegen die Regierung bei Stimmenchallung der Sozialdemokratie a b. Der Antrag war von den Nationalsozialisten gestellt worden, well die Regierung einem Beschluß des Landtags, die Ministergehälter auf 12 000 M. herabzusetzen, nicht nachgekommen ist. In einer sozialdemokratischen Entschließung wird den Nationalsozialisten vorgehalten, daß sie von 1924 bis 1927 den Erhöhungen der Mtnistergehälter von 7272 M. jährlich auf 21 80» M. zugestimmt haben. Auch 1930 beim Regtermtgsantrstt Fricks hätten die Nationalsozialisten den sozial- demokratischen Antrag, die Ministergehäller auf 12 000 Mark festzuletzen, abgelehnt. Sie hätten msolgsdessen kein Rechtzur Beschwerde. Die sozialdemokratische Fraktion hatte nach wie vor an ihrem Antrag, die Gehälter aus 12000 M. herab- zusetzen, fest Die Regierung habe die Aufgabe, diesem Beschluß des Landtags vom Juni 1931 Rechnung zu tragen oder zumindestens dem Landtag eine Gesetzeevarlage oder eine offizielle Begründung über ihr Verhalten zu unterbreiten. Angesichts dieser Haltung be- antrage die sozialdemokratische Fraktion, der Landtag maß«' her Regierung seine Mißbilligung aussprechen. Diese Entschließung wurde mii den Slllnmen der Sozialdemo- kraten, Kommunisten. Nottonolsozialisten und Staaisparteiler an- genommen. Ferner wurde ein Antrag auf gänzliche Aufhebung der Not- Verordnung mit den Stimmen der Kommunisten, Rattonalsozialisten und Deutschnationalen angenommen. Praktische Auswirkungen wird diese Abstimmung nicht haben, da sie sich gegen eine vom Reich dem Lande Thüringen auferlegte Maßnahme richtet. Der Landtag lehnte es fernerhin ab, noch einmal zu dem An- stellungsontrag mit dem Leiter der Staatlichen Bauhochschule Prof. Dr. Schultze-Raumburg Stellung zu nehmen. Dadurch ist der Anftellungsvertrag mit Schultze-Raumburg aufgehoben. Stöhr und der Hanf. Ein« internotlonal« Konferenz der Hanf- i n d u st r i e n, dl« auf Cinladuno der vereinigten Produzenten Ost- afrikos unter Tellnahme von Produzenten aus Großbritannien. Deutschland, Frankreich, Holland, Portuoieiisch-Ostasrika, Tangon- jika, Keni)a, Nyassaland und Mexiko in der L o n d o n c r H o n- delskammer stattfand, hat die Einsetzung e:nes internationalen Ausschusses beschlagen, der die Lage der Industrie untersuchen und Schritt» zur Herbeiführung einer Beslerung unternehmen soll. Wie wir hören, hat der Rotionalsoziolist Stöbr sich als Vorsitzender gemeldet. Oer Sturm gegen die Osthilfe. Vernichtende Stellungnahme von Or. Hermes. In der Sitzung des Gesamtausschusses de? Reichs- Verbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften— Raisfetsen. erklärt« der Präsident des Reichsoerbandcs, Reichsminister a. D. Dr. H e r m e s, am Donners- tag u. a.: „Die schwerste Kraftprobe, die dos ganze ländliche Kreditwesen, insbesondere auch die genosseuschastlich« Kreditorga- nisatton zu bestehen hat. sind dle Auswirkungen de? Not- Verordnung zur Osthilfe. Di« Reichsregierung hat hiermit einen gefährlichen Weg beschritten, der sich unheilvoll für dl« land- wirtschaftlichen Pe-'-ntalkredtt-Organisationeu auswirken muß. wenn nicht in die Lusführungs- und Ergänzungsbestimmungen noch nach- träglich dieser Schutz der Gläubigerinteressen, insbesondere auch für die Genossenschaften, eingefügt wird. Gerade der Personalkredit, der größtenteils auf das Vertrauen der Kreditgeber in Form von Spar- eiillagen aufgebaut ist, verlangt eine viel sorgfältigere Behandlung als der Realkredit. Als ganz bedenklich muß es angesehen werden, daß diese Notverordnung einen schweren Eingriff in das Privat- ei gen tum»nthäll, an dessen Erhaltung lein anderer Berufsstand ein so großes Iilleresse hat, wie gerade die östliche Landwirtschaft. Die Schädigungen, die bereits zum Tell eingetreten sind, durch Rückwirkungen, durch Abzug von Spareinlagen, durch Clnstellunz aller Kredite an die Landwirtschaft, Staatsgut usw., sind un» übersehbar. Ernste Bedenken müssen auch gellend gemacht werden gegen die Pläne der Relchsreglerung, einen verstärkten Schutz der landwlrtschasllichen Schuldner auch aus die Gebiet» außer- halb derOsthilf» auszudehnen. Wir verkennen zwar nicht, daß auch außerhalb des Osthllfegebietes durch den mangelnden Schutz der Agrarerzeugnisie, insbesondere auf dem Gebiete der Veredelungs- produktiv», die Verhältnisse sich außerordentlich zugespitzt haben. Wir können aber nicht anerkennen, daß der Landwirtschaft gegenwärtig mit einer Ausdehnung der kreditschödiZenden Maßnahmen der Osthilfe-Verordnung gedient lst.- Gemeindewahlen in Württemberg. Die Halste der Geme.nderräte wird am Sonntag neu gewählt. Slukkzark. Z. Dezember.(Eigenbericht.) In Württemberg wird nach der gesetzlich«» Vorfchrift all« drei Jahr« dt« Hälft« der G e m e i n d« r ä t e. deren Amtsdauer sechs Jahrs beträgt, n«u gewählt. Di« Wahlen müssen im Dezember stattfinden, doch steht den Gemeinde» lln einzelnen die Bestimmung d«s Wahllages. der ein Sonntag fein soll, frei. In diesem Jahre ist wieder eine Erneuerungswahl fällig. In den wichtigsten Gemeinden des Landes wird sie am kommenden Sonntag, 6. Dezember, vollzogen werden. Infolgedeb'm ist eine sehr lebhasle Wahlbewegung im Gange. Di« extremen Parteien der Rechten wie der Linken überschlagen sich förmlich in agitatori- schen Krastlerstungen, da sie schon aus Prestigegründen versuchen müssen, bei diesen Wahlen die Auftricbsturve weiter sor>- zusetzen, die si« bei den Wahlen zum Hessischen Landtag und in Btrkenfeld verzeichnen konnten. Die Sozialdemokratie sührt die Wahlbewegung in dem Bewußtsein, daß ihre Vertreter in teilweise jahrzehntelanger aus- bauend«? Tätlgkell di» Gemeincan-rwallungen do« Landes mit so- zialem Geist erfüllt und auch setzt noch in den Zellen der Rot da» Höchstmaß von Leistungen für die minderbemittelten Volksschichten dabei erzielt haben. Staatsbank und Vevolverblatt. Seltsame«! ans Brounschwelg. L raun schweig. 3. Dezember.(Eigenbericht.) Der Herausgeber eines nationalistischen Revolverblattes m Helmstedt hatte kürzlich behauptet, daß ihm vom Präsidenten der braunschweigischen Staatsbank ein billiger Kredit in Höbe von SOOO M. angeboten worden sei. W* Gegen- leistung sei die Unterlassung von A n g r i f s s u aus di« Staatsbank oerlangt worden. Später fei der Kredit in einen Inserats nouftrag bis 1937 umgewandelt worden, worauf 1200 M. gleich ausbezahlt worden feien. Der Helmftedter Zeitungs- Herausgeber brüstzte sich damit, das Geld tatsächlich empfangen, es aber wohltätigen Zwecken zitgesührt zu haben, um so„Beweise gegen die Staatsbank zu bekommen-. In einer Erklärung gibt die Staatsbank diese aussehen«rr«geirden Behauptungen im wesenttichen zu. Sie bestreitet zwar,„Schweige- gelder angeboten zu haben-, aber es wird nicht in Abrede gestellt, daß mll dem Skandalblatt wegen verschiedener Angriffe ein Jnferatmab kommen abgeschlossen wurde. Dies sei auf Anraten der Geschäftswett geschehen, um die„Beunnchigung im Ges6)äftsfn«den zu vermeiden-. 1200 M. seien von der Staatsbank als Lorschuß gezahlt worden. Der Empfänger hätte sich schriftlich perpflichtet. keine weiteren H e tz a r t i k« l zu bringen. Runmchr sei d i e Staatsanwaltschaft mll der Derfolzung der Angelegenheit betraut worden. Es ist mehr als außergewöhnlich, daß eine Staatsbank sich zu derartigen Subventionen gegenüber einem Revolverblatt versteht. Konkurs einer Stadl. Der seit einigen Jahren andauernde Konkurs der Stadt Glashütte in Sachsen ist nunmehr beendet- worden. Das Amtsgericht in Lauenstein hat die vor kurzem geschlossenen Vergleiche bestätigt. Dt« Schulden der Stadt werben in Zö Jahren durch eine Abläsungsanleih« abgedeckt werden. Die Landeshauptkosse der sächsischen Regierung wird die Abwicklung als Treuhänder überwachen. Der Preußisch« Klaalsral stimmte am Donnerstag der Po« lizeiverordnung zu, wonach von 5 Uhr nachmittag» b's 7 Uhr morgens Geländeübungen und ähnliche Veranstaltun- gen sowie die Vorbereitungen dazu und all« Märsche in geschlossener Ordnung unter freiem Himmel perboten werden. Auch gegen die Polizeiverordnung über das Verbat der?lbgadc von Hieb- und Stichwaffen an Personen unter 20 Iahren wurde» Einwendungen nicht erhoben. Nr. 567- 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Freitag, 4. Dezember 4954 Sparprogramm verworfen Tag der Abstimmungen im Stadtparlament—Tribüne„arbeitet" mit Jtad) laugmutigcn Jl&ftt tu mutigen übet die ElnzelankSge der Araklionen zu den Sparmaßnahmen des Magisiroks fand schließlich des Gesamlprogremm, das eine Einsparung von 24 Xsliölonen Mark vorsah, geffem im Sladtparlamenl keine Mehrhcil und wurde abgelehnt. Elnzelue kommunistische Tribünendesuchcr waren mit den Abstimmungsergebnissen nicht immer einverstanden und begleiteten die Zlbstimmungen mit lautem Geschrei. Rufe wie: „hier b c s! i in m c n wir!" oder„Zum Redenhallcn sind wir ja hergekommen" beonlworlelen die Ermahnungen des Vorstehers. Uns will scheinen, daß sich das Stadtparlament aus die Dauer dies« „Rlitarbeil" im Zntcressc seines Ansehens nicht ge- fallen lassen kann. Man konnte gestern wieder erleben, wie disziplinierten Tribünenbesuchern, die sich das Lärmen der Minder- heit verbat--»,„Abrechnungen" noch der Sitzung angedroht wurden. Im übrigen brachte die Sitzung keine Ueberraschnngen. Die General- debalkc über die städtischen Gesellschaften— Berichterstatter war der sozialdemokratische Stadtverordnete Robinson— wurde gestern rrössnet. Sie wurde jedoch bald wieder abgebrochen, weil die Ab- stimmunaen über dos Sparprogramm vorgesehen waren. -i> Der Aeltestcnausschutz hatte drei Dringlichkeits- antrügen des Magistrats über G r U n d st Ü ck s o e r kä u s« die Dringlichkeit versagt, weil die Vorlagen so spät eingegangen waren, daß sich die Fraktionen nicht mehr eingeheich damit befassen konnten. Im Plenum mar jedoch eine Mehrheit, bestehend aus den Sozial- demotraten und den Mittelparteien, anderer Meinung und geneh- migte die Dringlichkeit. Diese Dringlichkeit wurde dann allerdings bei der Abstimmung über Grundstücksangelegenheiten wieder illu- sorisch gemacht, da die Kommunisten der sofortigen zweiten Be- ratung widersprachen. Kohlen für die Armen. In der Erkenntnis, daß bei der plötzlich hereingebrockzenen Kälte eine schnelle uich ausreichende Belieferung der Unter- stützungsempfänger mit Kohlen dringend nötig ist, hat die sozialdemokratische Fraktion einen im„V o r» w ö r t s' bereits veröffentlichten Dringlichkeitsantrag eingebracht, der den Akagisiral ersucht, sosork größere Mengen Sohlen den Ve- zirkswohlfahrlsamlern zu überweisen, damli der Bedarf der Unkerslützungrempföngcr befriedigt werden kann. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Zugestimmt wurde auch einer vom Magistrat vorgelegten Reusassung der Fried. Hossordnung für die Gemeindebegröbnisplötze. Für die Wieder- inbetriebnahme von 40 Autorussäulen hat der Magistrat mit der DroschkLnbesitzerkvntwg einen Vertrag adgeschlossen�.der gestern durch die Stadtverordneten genehmigt wurde. Um 7 Uhr wurden die Abstimmungen über die Gparmoßnahmen des Magistrats und die dazu vorliegenden Anträge vorgenommen. Dabei wurde ein kommunistischer Antrag, der fordert, die Ausjpben für da» Rachrtchtenaml zu streichen, mit einer Zusallsmehrheit von 98 gegen 97 Stimmen angenommen. Der Magistrat wird selbst« verständlich diesem Beschluß, für den die Kommunisten, die Deutsch- nationalen, die Nazis und die Wirlschastsparteiler stimmten, nicht beitreten. Später gab es in der Angelegenheit noch einen heiteren Augenblick: erst stimmten die Nazi« für die Streichung aller Mittel, dann hielten sie ihren Antrag aufrecht, der die Besetzung de»(also abgelehnten Nachrichtenamtes!) mit einem„erfahrenen Fachjwxrnolisten" fordert. Das ist Noziorbeit im Stadtparlament! Eine große Anzahl anderer kommunistischer und natianalsozia- listischer Anträge wurde abgelehnt. Darunter befand sich auch einer, der die Wiedereröffnung der Nazikasernen fordert. Bei der E n d a b st i m m u n g wurde das Sparprogramm, das Ersparnisse in chöhe von 24 Millionen Mark bringen sollte, ab- gelehnt. Dos Zentrum, das erst für das Programm stimmte, erhob gegen die Abstimmung Einspruch, um dann in der Wieder- holung sich der Stimme zu entHallen. Damit waren auch alle Mil- deningen des magistratlichen Programms, die der Haushaltsaus- schuß beschlossen hatte, gcjallcn. Arn Schluß der Versammlung forderten die Kommunisten in einem umfangreichen Antrag ver- stärkte Hilfsmaßnahmen für die Erwerbslosen, wobei Stadtverord- neter Lange(Komm.) eine wüste Agitationsrede hielt, an der sich auch trotz mchrsachcr Mahimngen de» Vorstehers Genossen Haß die Tribüne beteiligte. Wegen Beschlußunfähigkeit des Hauses wurde die Abstimmung ausgesetzt. Gerüchte über neue Sktarek-Lieferungeu. Im Verlauf der gestrigen Stadtverordnetensitzung tauchten»n Rathaus Gerüchte auf, daß die Sklareks es fertig bekommen hätten, Liefeningen an die Stadt Berlin mit Hilfe eines Mittel- mannes bis zum Juli d. I. abzusetzen. Nach unseren Informationen kann von irgendeiner Liefenmg der Brüder Sklarek nach Bekannt- werden des Sklarek-Skandals selbstverständlich keine Rede sein. Di« Gerüchte sollen ihren Ursprung in der Tatsache haben, daß bis zum Juli d. I. zwischen der Berliner Verkehrsgesellschaft und einer Firma Fischer in der Gertraudtenstraße ein Lieserungsvertrag in Höhe von 13()000 Mark bestand. Der Inhaber der Firma ist ein früherer Zuschneider des Sklarek-Unternehmens, der sich nach Zusammen- bruch der KBG. selbständig gemacht hat. Da seine Angebote außer- ordentlich günstig und die gelieferte Ware einwandfrei war, erhielt er neben anderen Finnen einen größeren Lieferungsauftrag. Es liegt von Fischer eine eidesstattliche Erklärung vor, daß er mit den Gebrüdern Sklarek in keiner Weis« mehr liiert ist. T rauring- Wiese als Hehler Gemeinsame Sache mit Einbrecherkolonne— Darum so billig! Wie erst jetzt bekannt wird, ist vor einiger Zeit der Trauringfabrikant und Juwelier Hermann Wiese aus der Sltilleriest raste verhaftet worden. Gegen Wiese wird die schwere Beschuldigung der Hehlerei erhoben. Dar- über hinaus glaubt die Polizei Anhaltspunkte dafür zu habe«, dast Wiese mit einer berüchtigten Einbrecher- kolonnc gemeinsame Sache gemacht hat. Trauring-Wiese ist den meisten Berlinern durch seine. originelle Reklame bekanntgeworden. Er pries in der Hauptsache goldene Trauringe äußerst preiswert an. Daneben befaßte er sich aber auch mit dem Juwelen- und Silberwarenhandcl. Viele, die sich darüber wunderten, daß Wies« durch seine billigen Preise konturrenz- k o s arbeitete, haben nun des Rätsel» Äsung vor sich. Wiese kaufte Hehlergut und ließ es in seiner Metallschmelze verarbeiten. Der Goldwarenhändler hat sein Hauptgeschäft in der Aktilleriestraße. Hier fing er vor Iahren klein an und bald eröffnete er im Westen Berlins, in der Pastauer Straß«, und am Kottbuster Damm Zweig- geschäste Schon einmal war Wiese vor etwa drei Iahren in den Verdacht der Hehleroi geraten, man konnte ihm aber damals nicht, nachweisen. Diesmal gelang es jedoch, ihn einwandfrei zu über- führen. Die Angelegenheit kam von Leipzig aus ins Rollen. Dort war der Kaufmann Wenzel festgenommen worden, auf besten Konto mehrer« Billenelnbrüche kamen. Die Leipziger Polizei brachte weiter in Erfahrung, daß Wenzel häufig zwischen Leipzig und Berlin pendelt« und ersuchte die Berliner Kriminalpolizei nach den Helfershelfern Wenzels zu forschen. Di« Ermittlungsarbeft der Berliner Kriminalpolizei war auch nicht ohne Erfolg. Der Hauptkomplice konnte in der Person des früheren Schriftsetzers Stanislaus Z a ch l t n« w s k i in der Kur- furstenstraße festgestellt und verhastet werden. Wenzel und Zachli- tiemftt gaben eine große Zahl von Villeneinbruchen in Leipzig, Dresden und Berlin zu. In mehreren Grunewaldvillen waren den Verbrechern groß« Werte in die Hände gefallen. Die weiteren Nachforschungen nach dem Verbleib des Diebsgutes führten dann auf die Spur von Wies«. Eine Haussuchung förderte viel be- lastendes Material zutage. Zahlreiche gestohlene Silbersachen und Schmuckstücke konnten beschlagnahmt werden. Wiese wurde daraufhin sofort in 5)aft genommen. Zusammen mit Zachlinewski ist er inzwischen auf Ersuchen der Leipziger Polizei nach Leipzig gebracht worden. Soweit bisher festgestellt worden ist, waren die beiden Ver- brecher schon lange die„Lieferanten" Wicscs. Der Trauringfabrikant soll den beiden sogar regelrecht Aufträge erteilt haben, die von ihnen natürlich prompt ausgeführt wurden. Wieder 20 Bergleute tot. Tokio. 3. Dezember. Ein schwere Grubenunglück ereignete sich in- folge einer Explosion in Jwamisawa in Nordjapa». S0 Bergleute würben getötet und zwhlveiche schwer verletzt. Neuer Frosteinbruch. Ganz überraschend ist die Temperatur in Berlin gestern abend wieder erheblich gesunken. Vormittags herrschten 2 Grad Wärme, in. den Abendstunden sank das Thermometer auf minus 3 Grad. Dieser neu«. Kalllufteinbrmh soll jedoch nur von kurzer Dauer sein und es ist bald wieder mit milderem Wetter zu rechnen. Nordwestdeutschland hat bereits 4 Grad Wärm« und oerbreitete. Regenfälle zu verzeichnen. Zusammenstoß zweier Torpedoboote. Siel. 3. Dezember. Am Mittwochabend stießen beim Torpedoschießen die Torpedo- boote„Falk e" und„Albatros" zusammen. Bei„Falke" wurde der Bug beschädigt, während„Albatros" geringe Beschädigungen über der Wasserlinie und am Oberdeck davontrug. Beide Boote find in das Arsenal eingelaufen, um die Schäden ausbessern zu lassen. Personen sind nicht verletzt worden. „Wolter", sagte die Schwester beschwörend,„sprich jetzt nicht mehr! Ich werde dir etwas zu trinken holen, und dann schläfst du ein wenig." Der junge Mensch sah sie an.„Germaine, das ist es ja nicht— das alles hätte ich überwunden, so schwer es war. Es hat mich furchtbar mitgenommen, aber ich hätte mich trotz- dem seelisch irgendwie wieder zurechtgeflickt. Aber als ich dann zum Lajonettangriff vor mutzte, als ich junge Menschen totschlug, erstach, erwürgte, ihnen Handgranaten ins Gesicht warf— und hinter uns der Leutnant mit der Pistole in der Hand, der jeden mederschotz, der nicht vorwärts wollte—— Germaine, ich schrieb dir, datz Hans Weigelt tot ist. Aber w i c er starb——. Ich höre noch sein Schreien, er mutz wahnsinnig geworden sein, er brüllte wie ein Tier, unmensch- lich, heulend, gellend— es übertönte alles. Er war einer der vordersten, ein paar Meter vor mir plötzlich wendet er sich um, den Mund weit offen, die Augen blutunterlaufen und rennt an mir vorbei. Der Leutnant wirft sich nach zu Boden, er bekam auch was ob. Aber Hans wurde buch- stäblich von der Granate zerrissen, zerfetzt,?lrm«. Beine, »Kopf, der Rumpf, das wirbelte und spritzte mit Dreck und Erde und Blut--. Germainc, das ist das letzte, was ich bewußt vom Krieg sab. Ich mutz wohl noch inst den anderen in den feindlichen Graben gesprungen sein, denn man hat uns dort ausgegraben— aber davon weiß ich nichts mehr..." Gerinaine hatte die Hand über die Augen gelegt.„Er wußte, datz er sterben mußt«, er hat es mir an jenem Abend gesagt."— � „Germaine, wir müssen olle sterben, aber auf welche An er sterben mußte, im tiefsten Gegensatz zu sich selbst, zerstört, ausgebrannt, erloschen, bevor noch sein Körper zerrissen war--. Und er mar nicht der einzige. Unzählige mvgei» so gestorben sein, nicht nur bei un«. Vielleicht habe ich selbst Menschen dieser Art getötet. Gennaine» manchmal sehe ich nachts ein Gesicht ganz nahe an dem meinen, ein junges Gesicht mit hellen Augen und blondem Haar— es war der erste Franzose, dem ich das Bajonett in den Leib rannte. Die anderen waren Schatten und sind Schatten geblieben— ich sah sie nicht mehr mit den Augen. Aber er ist geblieben...— Gerinaine, ich habe viel gesprochen mit ihm. in der ersten Zeit war er Nacht für Nacht hier--. Er hat mir die Finger in die Augen gestoßen, er hat mich gewürgt, und wir haben gekämpft aus Leben und Tod. Denn auch ich habe mich gewehrt... Aber dann wurde ich müde und wehrlos. Und dann wurde auch er ruhiger. Er kam nur immer und sah mich an. Und plötzlich sprachen wir zusammen-- und, Germaine, jetzt freue ich mich fast, wenn er kommt, so seit- sam es klingen mag. Denn er versteht mich, was ich ihm auch sage. Er versteht mich so gut, daß ich manchmal denke, er sei ein Stück meiner selbst.. Er schloß die Augen und schwieg. Auch Germaine saß stumm, unfähig sich zu rühren oder etwas zu antworten. Minuten mochten so vergangen sein. Es war still im Haus, und auch der Sturm draußen schien sich gelegt zu haben. Da öffnete Walter die Augen und faßte Germaines Hand. „Ja, Germaine, das ist es, stehst du. Ich bin gegangen, um einer großen Idee zu dienen, um ihr zur Verwirklichung zu helfen. Aber keine Idee, und auch die größte nicht, darf in den Mitteln, deren sie sich zur Verwirklichung bedient, so weit gehen, den Menschen in ein Tier, in eine Bestie zu ver- wandeln..." Germainc beugte sich zu ihm-„Walter, sagte sie stockend, und doch hast du dich im Lazarett wieder an die Front ge- meldet! Wie soll Ich dos verstehen?" Der Bruder richtete sich laugsam auf. Er atmete schwer. „Germaine— ich will dir auch dos letzte sagen, das noch zwischen uns steht- Ja, ich habe mich wieder hinausgemeldet, denn ich wollte sterben. Ich hatte das feste Gefühl in mir, zum zweitenmal nicht mehr zurückzukommen. Ich ivar inner- lia/ ja schon tot. Ich war weltenfern von allem, was sich hier auf der Erde Mensch nannte— ich bin es auch jetzt noch. Das mutz Ich erst langsam wieder lernen, mit einem Menschen in Fühlung zu kommen. Und darum müht Ihr mit mir Geduld haben." Er sah die Schwester an und lächelte, ein seltsam ruhiges, stilles Lächeln.„Du bist ganz blaß geworden, Schwesterchen, es hat dich erschreckt, daß ich mit dem Tod und der Weit da drüben so vertraut bin. Ja, ich habe in diesen Monaten viele Leben durchlebt, von denen ich nichts ahnte. Aber nun will ich ganz ruhig sein. Willst du mir jetzt eine große Freude machen, Germaine? Dann spiele mir das Andante aus der Appassionata. Ich habe plötzlich Sehnsucht danach.. 25. Seit Jahren war kein Frühling so mitd. so hell und leuchtend, so blütenübersät gewesen wie dieser. Es war, als wolle die Natur die Menschen für olle Schrecknisse des Krieges entschädigen und ihnen für die Zerstörung und Ber- wüstung dieser Jahre einen freundlichen Ausgleich geben. Schon in den ersten Tagen des März blühten die Mandelbäumchen. Wie liebliche rosa Flöckchen hingen die zarten Kelche an den grünen Zweigen. Den ganzen April und Mai hindurch leuchteten die Obstbäume im Bllltenschnee, erst die Pfirsiche, die Pflaumen und Kirschen, dann Birnen und Aepfel. Rot- und Weißdorn, Haselnutz und Goldregen, Schneeball und Flieder strömten ihre Schönheit, ihren Hauch in die laue Lust Immer neue Farbentönungen, immer neue, täglich wechselnde Schattierungen veränderten die Land- schaft, die nur in einem gleich blieb, in der Fülle ihrer ver- schwenderischen. schwelgenden, berauschenden Fruchtbarkeit. In den Pfingstferien wanderten Germaine und Walter täglich hinaus. Sie besuchten alte Städte, die am Fluß lagen, sie ließen sich im leichten Boot von der Strömung bis zur Schleuse oder zum Wehr treiben, sie durchstreiften das blühende Land. Türme und Tore, malerische Ecken und Giebel, uralte Ansiedlungen aus der Zeit der Römer nähme» sie auf in den halbverfallenen Stadtmaueni. Da kletterten sie wie in ihrer Kindheit im Gemäuer umher oder sie durchstreiften in Gesellschaft froher junger Menschen die alten Gassen, malten und zeichneten interessante Bauwerke,«inen kunstvoll gebauten Brunnen oder seltene Schmiedearbeiten und Schnitzereien. Draußen aber, in den Wäldern und auf blumigen Wiesen, durch die kleine Wasserarme plätscherten, linterj5em Weidengebüsch der Flutzufer waren Fischreiher und Störche, Schwalben und flinke Eidechsen, Specht und Kuckuck meist ihre einzigen Gefährten. Walter war körperlich gesundet. Nur eine ständige Müdigkeit war geblieben. Und immer wieder kamen Stim- mungen über ihn, die ihn völlig von der Außenwelt ab- schlössen. Dann trat ein gequälter, verzweifelter Ausdruck in das junge Gesicht, er antwortete auf keine Frage und war völlig in sich versunken. Der Arzt schob sie der körperlichen Schwäche zu, aber Germaine fühlte, datz hier nicht nur Körperliches zum Ausdruck kam.-(Fortsetzung folgt.) Drolliger Antlsa-Juhrer. Mehr devtschnational als kommunistisch.— Das Ende der Kneiptour. „Das ist ja hier mit Ihnen eine ganz komische Geschichte", sagte der Vorsitzende zum Angeklagten. Komisch war die Geschichte tatsächlich... B. ist Arbeiter und öS Jahre alt; er hat für ein« Familie von sieben Personen zu sorgen, lebt von Wohlfahrtsunterstützungen und ist Mitglied der„A n t i f a" Am 17. Oktober fand in der Gubener Straße eine Führersitzung des Antifaschistischen Kampf- bundes statt. B. nahm an der Sitzung teil und bekam mit aus den Weg fünf Flugblätter, in denen es hieß: Nieder mit der Regierung Brüning-Groener, dieser Hundssottregierung. Greift zu den Waffen. Hoch Sowjetrußlandl und dergleichen mehr. Verleger und ver- antwortlicher Redakteur waren selbstverständlich nicht angegeben. Der Antifafchiftensührer B. begab sich aber mit den anderen Führern nach erledigter Führersitzung auf eine ausgedehnte Kneip- tour. Gegen 6 Uhr morgens fand er sich auf der Andreasstraße und sah sich plötzlich zwei Schupobeomten gegenüber. Sie hatten für den alten Mann gar kein Interesse und waren im Begriff, an ihm vorbeizugehen, als er plötzlich einen Gummiknüppel fallen ließ. Die Beamten dachten, es sei vielleicht einer von der Wach- und Schließgesellschaft und sagten zu dem Mann:„Steck das Ding weg." Der tats und holte aus seinem Busen ein bedrucktes Stück Papier heraus.„Das ist ein Plakat und ist verboten."„Nanu", dachten die Beamten, der glaubt wohl, wir sind auch solche und sagten zu dem Mann:„Was ist dos nun, haben Sie mehr von den Dlngern?"„Ja, noch vier Stück. Die will ich zu euren Kollegen in die Weberstraße bringen."„Na, geben Sie nral die anderen Dinger her. den Knüppel dazu und kommen Sie mal mit."„Ne, ne", bat der Mann,„ich habe Frau und Kinder zu Hause und kriege bestimmt ein Jahr." Der Staatsanwalt meinte in seiner Anklagerede, ein Jahr wäre allerdings zuviel, ober drei Monate Gefängnis wegen unbefugten Waffenbesitzes und Verbreitung verbotener Schriften wären schon am Platze. Der Mann vergoß aber vor dem Richtertisch bittere Tränen.erklärte, den Gummiknüppel zu seinem Schutze bei sich geführt zu haben und die Dinger bloß mitgenommen zu haben, um sie zu lesen, er denke deutsch, sei deutsch und bleibe deutsch. Er wollte sie nur den Deutschnationalen ausliefern, er wolle nicht Rußland haben, sondern bloß ein deutsches Deutschland. Bei soviel„deutscher" Gesinnung konnte sich das Gericht nicht entschließen, diesen.�Zersetzungspropagondistcn" wegen Verbreitung verbotener Schriften zu oerurteilen. Es nahm an, daß ihm das Bewußtsein der Verbreitung gefehlt habe und er deshalb wegen dieses Delikts freizufpreck)en sei und daß wegen des unbefugten Waffenbesitzes eine Geldstrafe von SO M. ausreichen würde. Der Mann vergoß noch einige Tränen, diesmal wohl vor Freude, daß er so glimpflich davongekommen war und verließ in Begleitung seiner Frau den Gerichtssaal. Gibt es bei den Kommunisten mehr solcher Antifaschistenführer? Sie konnten es nicht ertragen. Doppelselbstmord eines Ehepaares.— Weil die Möbel gepfändet waren. Frankfurt a. 3. Dezember. Ms ein Gerichtsvollzieher gestern vormittag aus einer Wohnung in der Rudolsstraße Möbel abtransportieren lasten wollte, die wegen rückständiger Miete gepfändet worden waren, fand er die Wohnung verschlossen vor. Er ließ die Tür auf: brechen. Nachdem schon mit dem Abtragen der Möbel begonnen worden war, fand man in der Küche die beiden Wohnungsinhaber, eine 49jährige Frau und Ihren äljährigen Ehemann, auf einer Matratze liegend t o t auf. Sie hatten sich mit Zyankali ver- giftet und den Gashahn geöffnet. Aus einem hinterlasienen Schreiben geht hervor, daß Gram über die Pfändung ihres letzten Eigentums die beiden Eheleute in den Tod getrieben hat. Unnütze Esser! Gepeinigte Jugend— Wunden, die nicht mehr verheilen... Erschreckend wächst die Zahl grausamer Siudermiß- Handlungen und doch bedeuten all die Fälle, die an die Oeffentlichkeit gelangen, nur einen ganz kleinen Bruchteil der an wehrlosen, unschuldigen Kindern verüblen verbrechen. „Wir sind unbedingt auf die private Mitarbeit angewiesen", meint die Vorsitzende des„Vereins zum Schutz der Kinder vor Aus- Nutzung und Mißhandlung",„wenn unsere Fürsorge eine wirklich durchgreifende Hilfe bedeuten soll": gewiß, der Jahresbericht des Vereins weist die Zahl von 477 Kindern auf, die in Heimen, Pflege-, Dienst- und Lehrstellen in Berlin und aus dem Lande untergebracht werden konnten und die outzendienstliche Tätigkeit der Fürsorgerinnen nennt eine Besuchszisser, die fast S000 erreicht. Demgegenüber steht ein jährlicher Zuwachs von mindestens 400 bis S00 Neumeldungen, deren Zahl sichtbar mit dem Anwachsen der wirtschaftlichen Notlage gesteigert wird: eine Atmosphäre tiefsten sozialen Elends mit all ihren traurigen Begleiterscheinungen liegt in den meisten Fällen vor. Im kleinen, elenden Wohnraum steht das Kind überall im Wege herum, ein unnützer Csser mehr am mageren Tisch, oft ein böses Andenken an Stunden, die man verflucht... Und alle Er- bitterung, Verzweistung und Hader mit dem Schicksal entlädt sich dann auf das unschuldige kleine Wesen. Da ist der Vater Trinker, er kommt spät nachts nach ZMvei'ltönll ßerArüeiislnuaiKfen ünd iiiiiuien Deuisclüanüs Oan Oroß-Berlln Am Sonntag, dem 6. Dezember 1931. vormittags 10 Uhr, in Kliems Festsälen, Berlin Hasenheide 13— 15 EroBe iiieniiiolie Profesiüundoebuno gegen den Abbau in der Invaliden- u. Unfallversicherung Es sprechen: Reichstagsagsabgeordn eter Karl Litke und der Vertreter des Hauptvorstandes, Genosse K. Kar«ten Rentenempfänger, erscheint in Massenl Hause, reißt das Kind aus dem Bett und schlägt ihm grundlos mitten ins Gesicht, durch die Wucht des Schlages in Verbindung mit dem großen Erschrecken erhält das Kind eins schwere G e- Hirnerschütterung; in einem anderen Fall straft die eigene Mutter ihr Kind, indem sie ihm schwere Brandwunden zu- fügt,„weil es immer nicht hören will" und sie sowieso„bloß Aerger durch das Kind hat" Es bleibt aber nicht bei der rein körperlichen Schädigung, die oftmals in verhältnismäßig kurzer Zeit wieder verheilt, all diese bedauernswerten Kinder tragen eine weit empfindlichere seelische Wunde davon, die ihnen oftmals ihr ganzes Leben lang anhaftet, sie traft- und wehrlos macht für den Kampf des Lebens. Trotzdem ist meist noch vieles zu retten, wenn rechtzeitig H i l s e kommt, und wer einmal dem Heim in G r o ß- B e st e n einen kurzen Besuch abgestattet hat. der kann sehen, wie aus all den ver- schüchterten, verprügelten, körperlich und geistig siechen Wesen doch noch gesunde, blühende, frohe junge Menschenkinder werden: voll Dankbarkeit sind sie für die erwiesene menschenwürdige Be- Handlung und es kommt nicht bloß einmal vor, daß ein Zögling, nachdem er längst einen Beruf ausübt, seine freien Sonntage im Heim verbringt, das oft seine einzige und wirkliche Heimat, sein Zuhause, bedeutet... Meldeangst der Hausbewohner. Daß nicht alle mißhandelten Kinder fürsorgerisch erfaßt werden können, liegt zum großen Teil in der M e l d e a n g st der Haus- bewohner, die oft unfreiwillige Zeugen der Rohsitsakte sind, jedoch aus Furcht vor unliebsamen Vernehmungen. Gegenüberstellung mit den Angeklagten, vor einer Anzeige zurückschrecken. Dabei besagt ein Kammergerichtsurteil vom 3. April 1929:„Wer dem Jugendamt Mitteilungen über Kindermißhandlung macht, handelt in Wahrnehmung berechtigter Interessen, auch wenn sie nur mittel- bar seine eigenen sind." Anzeigen solcher Art werden also keines- wegs als Verleumdungen betrachtet, im Gegenteil, als Wah- rung berechtigter Interessen, die jeder Staatsbürger an einer ge- funden Entwicklung der Jugend haben soll. Eine Friedenskundgebung in Paris. Das vom Allgemeinen Ge- wsrkschastsbund(EGT.) gegründete Friedenskomitee hat beschlossen, am 9. Dezember in einem Pariser Saal eine Friedenskundgebung zu veranstalten, die eine Antwort auf die nationalistischen Provo- kationen im Trocadero darstellen und dem Willen des französischen Volkes Ausdruck geben soll, den Frieden, die Abrüstung und die Versammlungsjreiheit energisch zu verteidigen. Nur eine Acht-pfenm'g-Marke! Lind darum die Stellung und Zukunft verwirkt. Nur eine 8-Pfennig-Briefmarke fand der 20jährige Posthelfer Werner K., der auf dem Heimwege auf der Straße sechs bis sieben Briefe öfsnete, um nachzusehen, ob Geld darin enthalten sei. Ein Kollege beobachtete ihn, wie er die ihm anver- trauten Briefe auf der Straße fortwarf und wie er ein gefundenes Bild sogar verbrannte. K. war bei dem gleichen Postamt beschäftigt, bei dem sein Bater schon seit langen Jahren Beamter war. Das Motiv zu seiner Handlung waren Schulden, die er nicht bezahlen konnte. 7 Mark war er einem Kaufmann schuldig geblieben, der ihm Schokolade und andere Süßigkeiten geliefert hatte. Das Schöffengericht Schöneberg, vor dem sich K. wegen Amtsoerbrechens zu verantworten hatte, stellte fest, daß der An- geklagte, obwohl er nicht den Diensteid geleistet hatte, im Sinne des Gesetzes als Beamter zu betrachten sei, und daß er nach dem Paragraphen über gewinnsüchtig« Urkundenbeseitigung verurteilt werden mußte, der keine mUdernden Umstände kennt. K. wurde daher zu der Mindeststrafe von 1 Jahr Zuchthaus verurteilt. Das Gericht billige ihm, soweit es zulässig ist, nämlich für die letzte Hälft« der Strafe, Bewährungsfrist zu. » Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, daß ein Jahr Zuchthaus als Mindeststrafe für Verfehlungen von Posthelfern, ohne Rücksicht auf den Grad der Verfehlungen dem elementarsten Rechts- gsfühl ins Gesicht schlägt. Und wir haben stets verlangt, daß, so- lange dieses unhaltbare Gesetz besteht, in unbedeutenden Fällen die Zuchthausstrafe auf dem Gnadenwege in eine Gefängnis- strafe umgewandelt wird. Diese Forderung erheben wir auch in dem Fall des 20jährigen Postaushelfers K. Schüler als Dichterund Komponisten 3m Rahmen der musikpädagogischen Veranstaltungen des Zentralinstitut» für Erziehung und Unterricht fand kürzlich eine Schülerausführung der hohenzollern-Oberrealschule statt, die neue Wege wie» und für jeden Freund moderner Kunst- pflege in der Schule ein Erlebnis war. Wir sehen kein Paradestück musikalisch und schauspielerisch be- sonders begabter wohldressierter Schüler, sondern zwei Klassen m ihrer Gesamtheit führen uns ein künstlerisches Erlebnis vor, das im Unterricht entstanden ist, nicht als eine Spitzenleitung, son- dern als ein Beispiel gewohnter Kunst Übung. In irgendeiner Quinta wird ein Frühlingsgcdicht gelesen. Schon verwandelt sich die Schulstube zum Theater. Schnell hat man die Möglichkeit herausgefunden, die Frühlingsboten einzeln und in Gruppen darstellen, handeln und reden zu lassen. So entsteht ein Dialog, so entstehen primitive Szenen, die man gemeinsam formt und aufschreibt, und mit denen man freudig zum Musitlehrer eilt. Der nimmt die begeisterten Dramatiker in Empfang und notiert mm mit ihnen die Fülle musitalischer Einfälle für ihren jeweiligen kurzen Satz oder Ausruf, läßt die Schüler selbst auswählen und entscheidet, schlichtet und glättet, und im Handumdrehen ist ein rich- tiges kleines Singspiel entstanden. Wir hören und staunen. Was sich da vor uns auftut, ist von einer entzückenden Naivität. Man fragt sich: Warum haben wir nicht in der Schule so etwas tun dürfen, und warum haben wir nicht Lehrer gehabt, die es so verstanden, unsere Bcobachtungs- und Gestaltungsgabe und unser Selbstvertrauen so anzuregen. Borau ging eine Uraufführung der„Drei-Königs-Musik" von Walter Rein. Dieses Werk ist eine Gemeinschaftsmusik, an der die Zuhörer singend teilnehmen. Dem Werk zugrunde liegt ein bekanntes„Sterndreher-Lied". Rein hat es meisterhaft oerstanden, die Thematik dieses Liedes in Orchestersätzen zu verarbeiten Das Werk fand bei Schülern und Zuhörern«ine außerordentlich freu- dige Aufnahme, wobei nicht oerschwiegen werden darf, daß das S ch u l o r ch e st e r der Hohenzollern-Oberrealschule ein» über den Rahmen de» Gewohnten hinausgehende künstlerisch« Disziplin de» wies. Den beiden Veranstaltern, dem Deutschlehrer Studienrat Hü h n e und dem Musiklehrer Studienrat Stooerock wurde durch reichlichen Beifall gedankt. Aberglaube enttäuscht immer. In der Vortragsreihe, die das Planetarium über das Thema„Astronomie und Astrologie" veranstaltet, sprach Herr Hei- mann unter dem Titel:„In den Sternen steht's ge- schriebe n?" In kurzen Zügen entwarf er ein Bild von dem Werden und der Entwicklung der Astrologie(Sterndeutungskunde), die vor Jahrtausenden als ein Glaube an Sternengötter entstand, die Schutz gegen böse Dämonen gewähren sollten, wie auch jetzt noch von den Astrologen die Sterne gleichsam als göttliche Personen be- handelt werden, z, B, der langsam wandelnde Planet Saturn als der hinkende bezeichnet wird, und die unter seinem Zeichen Geborenen als mit allerlei Gebresten behastet bezeichnet werden. Mit den wunderbaren Mitteln des Planetariums, das jede Stern- stellung vergangener und zukünftiger Zeiten rasch vor dem Beschauer enthüllt, gab der Vortragende einen Usberblick über die astrologi- schen Deutungen der verschiedenen Gestirnsstellungen, wobei er mit guter Laune einige der astrologischen Weisjagungen einfließen ließ, z. B. daß aus dem Horoskop Wilhelms II. geschlossen wurde,— natürlich ohne daß der Astrolog wußte, um wen es sich handelte—, daß die Jahre 1924 und 1926 für ihn sehr bedeutungsvoll sein wür- den. während über die Jahre 1914 und 1918 nichts herausgelesen wurde. Wenn man der Wissenschast so häufig das wahre Wort ent- gegenhält:„Es gibt mehr Dinge zwischen 5)lmmel und Erde, als eure Schulweisheit sich träumen läßt", so muß mau sagen: Die Wissenschaft(Astronomie) ist sich dessen wohl bewußt und sie ent- täuscht auch zuwellen. der Aberglaube(Astrologie) jedoch enttäuscht immer. Zum Schluß gab der Vortragende noch, von herrlichen Lichtbildern unterstützt, einen kurzen Ueberblick über da», wo» wir ohne jede astrologisch« Deutung von den Gestirnen heut« wirklich wissen. Van Gogh-Kalscher unier Anklage. Beirugeiverfahren gegen den Kunstmaler Otto Wacker. Wie die Justizpresiestelle mitteilt, hat die Staatsanwaltschaft I Berlin jetzt gegen den Kunstmaler Otto Wacker Anklage wegen fortgesetzten Betruges und wegen Pfandbruchs erhoben. Wacker hat in den Jahren 192S bis 1928 3 0 Gemälde mit dem Signum van Goghs zu einem Durchschnittspreis von mehr als 10 000 Mark verkauft. Diese Gemälde sind, wie später fest- gestellt wurde, sämtlich nicht von van Gogh gemalt, sondern ent- puppten sich als sehr geschickt herge st eilte Fälschung e.n, was seinerzeit großes Aufsehen hervorrief. Wacker wird zur Last gelegt, unechte Gemälde als echte van Goghs veräußert zu haben, und zwar zu Preisen, wie sie nur für Werke des berühmten Malers gezahlt werden. Cinbrecherbande geschnappt Eine dreiköpfige Einbrecherbands wurde in der Nacht zu Donners- tag bei der Arbeit in einer Villa in der Grunewaldstrahe überrascht und von einem wachsamen Hund gestellt, bis das herbeigerufene Ueberfallkommando die Täter festnehmen kannte. Die Einbrecher waren durch das Fenster in die unteren Räume der Villa einge- drungen. Während im Obergeschoß der Besitzer und seine Familie schliefen, packten die Täter Silber, Teppiche usw. zusammen. Der im Hause befindliche Hund hatte die Zlnwesenheit fremder Menschen gewittert und war in die unteren Räume gelaufen. Hier verbellte er die Einbrecher. Durch den Lärm wurde die Familie munter und alarmierte das Ueberfallkommando. Bei der Vernehmung im Polizeipräsidium kam man darauf, daß diese Kolonne höchstwahr- scheinlich auch diverse andere Billeneinbrüche äuf dem Kerbholz hat. Diese Annahme bestätigte sich schnell und man konnte den schweren Jungens verschiedene Einbrüche nachweisen. BezirksamtZriedrichShain SauiKinderspeisung aus. Die langandauernde Erwerbslosigkeit, die immer geringer werdende Entlohnung der noch beschäftigte.! Arbeitnehmer hat zu einer für den Gesundheitszustand unseres Volkes bedauernswerten Herabminderung der Lebenshaltung geführt. Unter den Entbeh- ruugen. die sich heute jede Arbeiterfamllie auferlegen muß, leiden auch die Kinder. Um den gesundheitlich gefährdeten Kindern wenigstens ein warmes Mittagessen zu sichern, hat das Bezirksamt in einem freundlichen Raum des T u r n h a l l e n b a u e s in der Rüdersdorfer Straße«ine weitere Kinderspeisestelle eingerichtet, in der 100 vom Schularzt ausgesuchte Kinder erwerbsloser Ellern ein schmackhaftes Mittagsmahl erhalten. Damit verfügt der Bezirk Friedrichshain über 9 Kinderspeise st ellen, immerhin eine Zahl, die in der Zeit des allgemeinen Abbaues lebensnotwen- diger Unterstützungseinrichtungen, anzuerkennen ist. Ein weiterer Ausbau der Speisestellen für die hungernden und gesundheits- gefährdeten Kinder wird auch sernerhin eine ernste Sorge des Be- zirksamts Friedrichshain sein._ Zusammenlc�unst der Ltrafgerlchte in Moabit. Bei der bevorstehenden neuen Geschäftsverteilung ist für die Landgerichte II und III aus Sparsamkeitsgründen die Verlegung der sämtlichen Schöfsengerichte und Einzelrichterstrasabteilungen der Amtsgerichte der Außenbezirks nach Moabit und im Zusammenhang damit ihre Zusammenlegung mit schon bestehenden Schöffengerichten in Moabit geplant. Es wird dadurch der kostspielige und zeit- raubende Aktentransport von den Staatsanwaltschaften nach den Außengerichten erspart. Außerdem wird vermieden, daß die An- Nagevertreter zur Wahrnehmung der Termine nach den Außen- bezirken sich begeben müssen. Durch die Zusammenlegung erwartet man auch eine schnellere Justiz. gühru-g-n durch Alt-Berlin unter Mitwirkuna des Bezirtsamts Mitte. Nächsie Führung! Sonnabend, 5. Dezember, durch Retter Michaelis: Das alte Kölln. Treffpunkt um IbfH Uhr vor der Nicolai.Kirche, Poftstrab«. Teil. nchniergcbühr 50 Pf. Der Reinertrag wird der Berliner Winterhilfe zugeführt. Ein großer prozenisatz a'ler Krankhei en ist nur eine Folge von Stuhlverstopfung. Früher bekämpfte man die Symptome, heule bekämpft man die Urlache. Womit? Mit Loxin, diesem cinziganigen, wohlschmeclenden Konsekr,' das all und jung, groß und klein, gern nimmt und das in jeiner Wirkung ! wunderbar, ohne irgendwelche schädigende Nebenerschein'!••n l ist. Loxin hilft»icht nur einmal, es reacll immer t Sul« Dose Zaun|üt Jl 1.50 utchl*1 maL Gespräche über„Zusammenbruch� »Was haben Sie für eine Ahnung vom Krieg?" ff In den Fenstern unserer Parteibuchhandlung D i e tz ist die neue aufsehenerregende Broschüre des Genossen B a t h e:„Der Zusammenbruch" ausgestellt. Dazu schreibt uns ein Genosse: Selten ist unsere Buchhandlung so beachtet worden wie in den letzten Tagen. Dauernd geht die Ladentür auf: ,Lch möchte ein- mal die Broschüre: Der Zusammenbruch."—„Geben Sie mir doch bitte die neue Schrift über die Dolchstoßlegende." So geht es immerfort. Eben stand noch ein großer Stapel auf dem Tisch. Es macht wirklich Freude, wie nach kurzer Zeit so ein großer Stapel zusammengeschrumpft ist. Der nächste und so fort... Interessant ist es, die Gesichter der stehenbleibenden Passanten zu beobachten. Man kann ihnen sehr bald am Gesicht die Parteizugehörigkeit absehen. Natürlich veranlaßt vor allem Neugierde unsere Gegner, einen Blick zu„wagen". Da kann man oft recht interessante Szenen erleben. Neulich stand ein be- sonders„jungscher chakenkreuzler" und wollte gerade so lospoltern. Dabei meckerte er immer einen neben ihm stehenden älteren Passanten an. Dieser las interessiert die aufgeschlagene erste Seite der Broschüre und war wohl gerade an der Stelle:„Die Draht- zieher des Faschismus spekulieren dabei auf die große menschliche Erbsünde, das Vergesien", als er dem Nazi antwortete:„hören Sie auf zu pöbeln! was haben Sl» für eine Ahnung vom Krieg?!" Darauf der andere ganz verdattert:„Wat denn, ick Hab« ja man bloß..."—„Ach was. wenn's ernst mit'nem Krieg wird, dann haben Ihre Führer auch man bloß so. Junger Mann", sagte er weiter in aller Ruhe,„reden Sie lieber nicht so viel, denken Sie lieber nur darüber nach: Zwei Millionen Deutsche allein gefallen. Wieviel Krüppel? Blinde?—" Andere Leute kamen hinzu. Der Nazi war plötzlich verschwunden. Der Erfolg solcher Diskussionen ist denkbar gut und viele sonst uninteressierte Menschen kommen in die Buchhandlung. Manchmal gelingt ein Gespräch. Neulich kam einer zum zweitenmal herein: „Geben Se man noch fünfe. Ick habe meins in der Bude jelesen. Na und nu wollen de Kollegen se ooch haben." Ein Betriebsrat bestellte hundert Exemplare. Ueber 6000 Broschüren„Zusammenbruch" in ganz wenigen Tagen verkauft! Biel Kleinarbeit, aber ein wirtlich schöner Erfolg. Doch das ist noch lange nicht genug! Von Mund zu Mund muß die Frage gehen: haben Sie schon die neue Broschüre:„Der Zu- sammenbruch" gelesen? Zunächst lese jeder Parteigenolle und Ge- werkschaftler die Schrift Die Dolchstoßlegende ist die Lüge, init der Nazis und hugenberger die meisten ihrer Anhänger eingefangen haben. Jede„Vorwärts"-Spedition liefert die Broschüre, kommt zur Buchhandlung Dietz, Lindenstr. 2, holt euch die Schrift oder sendet 20 Ps., und ihr erhaltet sie durch die Post. Reichsbahn und Giedlerkarte. Wir hatten tltrzlich einer Zuschrift Raum gegeben, die uns um ihre Fahrtnergiinstigung bangende Siedler aus der Nahe von Beelitz gelandt haben. Die Reichsbahndireltion Berlin schreibt uns dazu: Die seit Einführung der Siedlerkarten geltende Bestimmung, wonach die Fahrpreisermäßigung auf Kleingärten bis zu 2500 Quadratmeter Größe beschränkt ist, befindet sich auf jedem Bordruck, mit dem der Siedler die Ermäßigung zu beantragen hat. Die Höchstgröße von 2ZOO Quadratmeter geht über die durchschnitt- üche Größe der Kleingärten erheblich hinaus, so daß auch für eine Erweiterung kein Bedürfnis besteht. Wenn entgegen der Tarifvorschrift Eigentümer oder Pächter von Kleingärten mit mehr als 2500 Quadratmeter Größe in der Nähe von Bork sich in den Genuß der Fahrpreisermäßigung ge- letzt haben, so ist dies auf die Beibringung unrichtiger oder un- genauer Unterlagen zurückzuführen. Dieser mißbräuchlichen Inanspruchnahme der Vergünstigung ist die zuständige Reichsbahn- Dienststelle entgegengetreten. Zu einer Beunruhigung der Siedler, die nach wie vor im Rahmen der gegebenen Bestimmungen Fahrpreisermäßigung erhalten, besteht kein Anlaß. Tanzabend in Treptow. Einen Tanzabend veranstaltete die Kun st gemeinde Treptow im Restaurant Kyfshäuser in Niederschöneweide, einen Abend, der trotz des stimmungmordenden Raumes und der dürftigen szenischen Ausmachung aller stärk st es künstlerisches Er- leben vermittelte. Prominente Tanzgröhen marschierten auf, allerdings in einer Anordnung, die die Wirkung im einzelnen oft beeinträchtigte. Prachtvolle Zweitänze von Ruch Abramowitsch und Georg Grote erschienen am Schluß des sehr umfangreichen Programms, wo die schon ermüdeten Sinne alle Tiefen und Fein- betten nicht mehr aufzunehmen vermochten. Ein Ereignis war das Auftreten der jungen Erika L i n d» e r, die am nächsten Sonn- tag in der Tanzmatinee der Volksbühne vor dem Berliner Publikum debütieren wird und jetzt ein paar Proben ihrer einzigartigen Kunst gab. Erika Lindner ist eine lyrische Tänzerin, wie unsere Alice U h l e n. aber eine Tänzerin, die im feinsten Miniaturstil arbeitet, während der Star der Städtischen Oper sein„Lied" und seine„Tarantella" in großzügigem Linienschwung gab. Vera S k o r o n e l wirkte weniger durch ihre etwas übersteigerten Soli als durch Gruppentänze. Die„Volksrhythmen"(Meistertrio) zeigten, wie man derartiges auch ohne die üblichen klappernden Holzpantinen in künstlerisch vornehmem, rein abstraktem Stil bringen kann, und der„Aufruhr"(Gruppenstudio) war, trotzdem das enge Podium volle Entfaltung hinderte, eine ganz große, wirkungsmächtige Leistung. Zwischendrein sahen wir Tänze von Ilse L a r e d o in sauberem klakem Aufbau. J. S. Arbeitsloser brich! zusammen. Am 20. November hatten wir den Tod eines gewissen Wilhelm Schlief mitgeteilt. Sein Vater, Richard Schlief, Berlin N. 20, Grünthaler Str. 7, legt Wert darauf, folgendes festzustellen: Sein Sohn war nicht Arbeiter, sondern technischer Angestellter, er ist nicht vor dem Haus Grün- thalerstr. 7, sondern Grünthalerstr. 4 zusammengebrochen. Er wurde nicht das Opfer der Notzeit, sondern seines Leidens und wurde bis zur letzten Minute gepflegt. Die Angehörigen leben nicht in schlechten, sondern in durchaus geordneten Verhältnissen und haben für ihren Sohn das Möglichste getan. Allgemeine Wetterlage. relativ hohen Druckes mit dem Azorenhoch verbunden ist, setzt ein milder Liiststrom von der Biskaya heraus bis zum Nordkap, in Nordwestdeutschland bringen die durch ihn herangefchosjten ozeanl- scheu Luftmassen bei steigenden Temperaturen abends verbreitet« Regenjälle. Infolge der außerordentlich starken Lufddruckgegenfätze wehen vielfach stürmische Winde. Bei dem weiteren Fortschreiten der Depression bei den Färöern nach Osten oder Südosten werden wir ebenfalls in den milden Luststrom gelangen. » Wetteraussichten für Berlin: Weitere Milderung, meist bewölkt mit Neigung zu Niederschlägen: steife Südwest- bis Westwinde.— Für Deutschland: U eberwiegend stark bewölkt mit allgemein an- steigenden Temperaturen: vielfach Niederschlag«: im Küstengebiet stürmische Südwest- bis Westwinde. „Die Bimmeljungen", ein Zeitstück für Kinder von Lola Landau, werden zur Zeit von dem Theater für Kinder unter Leitung von Dr. Ernst Brasch vorbereitet. Die Uraufführung findet im Rahmen der Vera»- staltung der Arbcitsgemeinschast der Kindersreunde Grotz-Berlin am Sonn- abend, dem 19. Dezember, um 16 Uhr, in der Volksbuhne statt. Die Probleme in der Fürsorgeerziehung. Im Rahmen eines Sonderabendo erörtert die„Deutsche Liga für Menschenrechte" am kommenden Montag, 7. Do- zemder, im ehemaiigen Herrenhaus, Leipziger Str. 8, 20\i Uhr, die Probleme der Fürsorgeerziehung. Das Wort nehmen: Karl W i l k e r. Frankfurt, Dr. Kurt Beck, Dr. Georg Loewenthal, Justus Ehrhardt, Friedrich Georg L e n n h o f f, Wilhelm Ehler», Oberregierungsrat H. I a e o b i. LüSSS.« .s reicht. brauchen dabei (a auf die Qu»"" U gewohnt sind. shten. c& A-Svstern „-bracht, auch adrigen Preislagen f Ware herausxu- ',Sfü�die wir voll und in stehen. . far sie nicht deutet fu ite, m0_hrWesent- sondern sehr we Ersparnisse. eie sich"" �sieden Versuch- Noebdrudi won Won und ttlid verboten I Chautteenr.11 3 Könlgrtraße 33 M« Suttlntr ftatahof Arn bahnbof AJeunderplgti Der Ruf nach Aktivität verpflichtet alle Parteigenoeeinnen u. Parteigenossen zur Beteiligung an der_ am Sonnabend, 5, Dezember, und Sonntag, 6, Dezember, von den bekannten Stellen aus. SisftBiumgMi fSt U*fe Sabril ftab «..lia«««. 2lnb«nftt«fe» 3, parteinachrichten für Groß-Berlin stet» oa b-H«ejirtsftlretatiüt 1. Hos. b Treaaen r«cht«. richte» Zum Rotopfer für die Erwerbslose« wurden LOY M. von b« SPD.�Fnrktion der Bezirksversammlung Kreuzberg der Beiiriskasse überwiesen.— Allen Spendern hierdurch herzlichen Dank. I. A.: Alex Pagets. -i- Beginn aller Beranstaltunge« WA Uhr, sofern feine besondere Zeitangabe! heute. Freitag. 4. Dezember. t. Krei». Heate arwerbsl»se»zusamm«alaasi i« Lesesaal Daockeeftr. ba. «benbari 1S-14H Uhr etenaotopbitlntfu*. O. fttets. Die Sufammcalnnft der i»ngcu Parieig-aaff-a fiabet Nicht bei Schulz,»irlbuschste-b«. saäbee» bei«az»-»lcr. Am Markt». N»«, vhe der junge» Genossen im IugeudhS» Porckftr. u. Parteien in Deutschland". .. 26 Uhr Funktionölrfltzung bei Ratho, Feurig. Ecke Prinz. Geoeg-Strah«. ».«bt. Funltiauärschnnq umständehalber nicht heute, Freitag, sauber»«iens- tag, 8. Dezember. Die«ezirk-sühree irefsen alle Varbereiiunge» zum Zahl- adeud. Flugblätter heute, Freitag, um 20� Uhr, abzuhale»»am«euass-» «Luther. 1H.«bt. 18 Uhr im Lakai von Painp, Hasselmerderstr. 12, Flugblattverbreitung. 128.«bt. Funktionärsttzung. ZNorge». Sonnabend. 5. Dezember. «. Sui«. Sazialbem akratische Lehrer»ud«lterubeirilte Aste«chulausbaur 2« Uhr im vbdachlaseuasql, Tenpitzer Strohe, am»aual,«artrag»üb FLhruug durch die«usstelluag der weltlichen«chuicu. «.»reis, l? Uhr Sitzung de»»reiavarpanbr» au bekaunter Stelle. lt.«bt. A> Uhr Fnnkttbnarkanfercnz bei Niederstrah, Emdrner Ecke Waldenser- 24. W°«> 18 Uhr Flugblattverbreitung van den bekannten Lakale» aus. 25.«bt. 18 Uhr Flugblattverbrettung von«bermann, Kniprodestr. V. 87.«bt.«rbetlsgemeinschaft der jstngrren Parteimitglieder»nd GAS. im Sugendheim lÄertqstr. 12. Thema:„Welche Borstell ung haben wir vom Sozialismus 7"«artrag, nder: P. Krause.— Flugblattuerbreitnug von den bekannten Lokalrn. Erwerbslafe und SAU. treten vollzählig an. O.«bt. Ab 14 Uhr Flugblätter abholen von Krevv, Planus« 75—78. 47.«bt. Ab IT Uhr Flugblatlllerbr-itung von den Zahlabendlokalen au». 48.«bt. 19 Uhr Funitionärkonferenz bei Tetzlaff, Ritterstr. 33. Anschliehcnd ab A Uhr Iubilarfeter. 33.«bt. Flugblattoerbreitunz um 17 Uhr von den bekannten Lokalen. 34.«bt. M Uhr Funklionärsitzung im Jugendheim«osinenstr. 4. gur Flug. ' blattverbreitung am Lonntag 9 Uhr von den bekannte» Lokalen aus laden blattverdreitung am Sonntag 9 Uhr die Funktionäre ein. 38.«bt. Sonnabend und Sonntag Flugblattverbreiwna von Limsch, Kant. strahe 82, und Juskowiak, Holtzendornstr. l». Sämtliche Genossen haben dringend zu erscheinen.. U.«bt. Au.gabe der FlugblStter ab 17 bt? 1« Uhr bei Lehman«,»ms«. Dilhelm-Str. LS— 31. 88, Abt. 18 Uhr Fluzblattvrrbrzitunz nur Sonnabend van den bekannten. Aoßsle». 84.«bt. Sonnabend und Sonntag Flugblattverbreitung von de« bekannte» Lokalen aus. Erscheinen ist P-rteipflicht. Di« Bezirksführer kännea die Flugblätter Sonnabend löli Uhr von Schräder, Steinmetzstr. ZZ. abhole». 98.«ht.«ezirksführ« holen zwischen l« und 18 Uhr FlugdlStter von der «orwärts.Sveditian Siegkriedstrahe ah. 88.«ht.«rieitskreis iuuger Seuasteu: 19 Ute in der Jdeal.Hall», Hannemann- strah». gesellig« Abend. W« jungen GeuolTen sind herzlich eingeladen. Eintritt frei.— Flughlattverbreltuugi 154-«ezirl: Pünktlich 18 Uhr im ««sammiunasraum Pannemannstr. 40. 158— 159- Bezirk: 18 Uhr bei ----«llrgerstr. 48-49. Tpiliram, VlNSttstP. 193.«dt. Ah 18 Uhr Flugblattverbreitung von den bekannien Stellen aus. «bt. 18 Uhr Flugblattverbreitung von Barst, Mällendorsstr. 43. 20 Uhr lste«: 20 Uhr Eruvvenabend im Türkischen Uder„Wie muß ltusere Ortszeitung aus. sehen". Gruvvenangelegenheite». �. 138.«bt. Die B�irkslührer�treffen sich zwischen 18 und 19 Uhr b«i«ehne. 9, um die" uC«bt. 18 Uhr Flugblattverbreitui FunitionSrststung. 128. nnb 119.«bt. Lunge Parteigenol gelt,«reit» Straste. Aussprache Residevzstr. sich u W Flugblätter in Empfang zu nehmrir. Kreis. Filmmatine»»»««tag, 13. Dezember, 11 Uhr. Der ueac TonMm - Kameradschaft", Nezitatiaue», Ansprache,«iutritt 80 Vf. Karte» hei de« «ezirksfsthreru. 1«. Kreis. Bildnugsausschustz«euutag, 8. Dezember. 10 Ubr, FLhruug eu»a buttfi _ WuBt im itr. 8. Die«bg«. Maderhol, haben die . Abt. Araveuveraustalwngen. 128. freie Sozialistische Hochschule Sonnabend, d. S. Dezember, 19V3 Uhr im ebeaauligeii Herreohans, Leipziger Straße 3 spricht Prof. LEO K E S TF, X B K R 4* über „Kunst und Weltanschauung" Karten rum Preise von SO Pf. sind an folgenden Stellen zu haben: im Büro des Bezirksbildungsausschusses, UndenstraBe 3, 2. Hof, 2Tr. Zimmer 8; Buchhandlung J. H. W. Dietz Nachf. Llndenstr 2; Verbard der graph Hilfsarbeiter, Ritterstr. Ecke Luisenufer; Ziganengeschäft Horsch, Engelufer 24/25, Gewerkschaftshaus; Zentralverband der Angestellten, Hederoannstr. 12; Verlag d. Bildungsverbandes d. Deutschen Buchdrucker, Dreibundatr. 5; Arbeiterjugend Oroß-Beriin, Lindenstr.?, 2. Hof links, 2 Tr.; Deutscher Holzarbeiter-Verband, Rungestrasse 30. Verlagsgesellschaft des ADGB, Abteilung Sortiment inseistraße 6a; Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Prauenbüro der SPD., Lindenstr 3,2 Hof links, 2 Tr.; Bezirksausschuß für Arbeitcr- wohlfahrt, Lindenstr 3, 2 Hof links, 2 Tr; Geschäftsstelle des Touristenvereins. Die Naturfreunde". Johannisstr. IS, Karten für Erwerbslose und Studenten zu ermäßigten Preisen an der Abendkasse. Vezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrt. . 4. Km«. Freitag, 4. Dezember, 20 Uhr, Danziger Str. 84, Zimmer 4, wichtige Helfcrsttzung dm Arbeitmwohffahrt. 11. Kreis. Montag, 7. Dezember, 20 Uhr, Rathaus Schöneberg, gimmm 144, Hefferfitzung� der Arbetterroohifahrt. Referent Sanitätsrat Dr. Juliusburgcr: „Aus der Sprechstunde eines Wohlfahrtsarztes". Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Grosz-Berlin. Prenzlauer 93mg! Morgen, Sonnabend, spielt der„Rote Kasper" in der Schul« Danzrger Str. 23. Einlatz ab 1« Uhr, Beginn ISVa Uhr. Unkosten: Kinder lä Pf., Erwachsene 23 Pf. Kreuzberg: Heute und morgen ab 18 Uhr proben die 15 Falken Ig für die Volksbühne im Heim Belle-Alliance-Platz I. � Reukälln: Der Falkenrat tagt Montag, den 7. Dezember, um 'A 18 Uhr, in der Baracke Ganghofcrstrahe. Kurt Eisucr: Jung, und Rot« Fglkon trejsrn stch h-ufe, Freitag, 1? Uhr, Lei Frostweiter aus der städti. scheu Eisbahn. Reukso». Kreuzberg, Treptow. Tempelhof: Achtung. Eltern und Falken! Wir besuchen am Eonnabend, 5. Dezember. 10 Uhr, die Ausstellung„Schau der weltlichen Schulen" im Obdachlosenasyl, Neukölln, Teuvitzer Str. IIS.-12. Martendorf: Sonntag, 6. Dezember. Wanderung durch Alt. Berlin. Treff. punkt Kaiser- Eck« Ehausseestraste. Fahrgeld 30 Pf. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation Dir am Montag zum Frauenabend ausgegebeneu Entladungen gelte» als Eintrittskarten zum jkeisfrauenabend NN» müsse« bei dm Se. nosstn Müll« bezahlt werden. �._.,_. Wh.- ein ehrendes Andenken bewahren. Hecrdiaung Sonnabend, 3." Dezembrr. 14-, Uhr. auf dem neuen Friedhof in Kaulsdorf. Um rege Beteiligung bittet der Kreisvorstand und die Abteilungsleitung. 30.»bt. Berichtig»»»! Die Einäscherung des»«starben«»»euoste» Vit» Mathe», ffiichcriftr. 5J, ist heute, Freitag, nicht um S'-i Uhr, sondern um tf Uhr- 13.«dt. Unsen alter, langjähriger Genosse Wilhelm Merten» ist im Alter von 78 Jahren»erstorben. Ehre seinem Andenken! Einäscherung Montag, 7. Dezember, 14Zj Uhr, Krematorium Gertchtstraße. Rege Beteili aller Genossen erwünscht. dtgung SozlalistischeArbetterjugendGroß-Verlln Ewfendungen für dies» Rubrik nur an da» IugenMeketarial Berlin DD 88. Lmdenftra», 3 velseutlich««chLlenvmsammluug Montag, 7. Dezember. 19Zi Uhr. Dchulaula Kochstr 18. Genosse Dr. Kurt Jöwenstein, M. d. TL, spricht über„Schüler im Klassenkampf"..' c Strelchorchcf.ier Graß-Berki», Gruppe Wcddina. Ueben 20 Uhr Heim See. Ecke Luriner StraK«:< Ziedarrkursus, 2. Teil:„Sprochausöruck und Etil" morgen. Sonnabend, WVä Uhr pünktlich, im Bortragofaal des P..I., Lindenstr. Z, Z. Hof, 2 Treppen links. Leiter:: Genosse Dr. E. Drach. BalksbLhueukartcn für Sonntag, 8. Dezember, 15 Uhr, zu 80 Pf. und für Sonntag, 15. Dezember, lisch Uhr, zu 1,30 M. sind noch erhältlich. Mkeiliiugsmikgliederversammlungen. Zreitag. lSX Ahr veffentliche Mustzitrstund«, durchgeführt vom Stretchorchefier und Sing, kreis, Sonntag, 8. Dezember, 20 Uhr, in der Schulaula RO., Pa|if.uii'r. 44— 45. Ein- tritt 80 Pf. I' Hansa, Sehrter Str. d, Karten sind im Sekretariat erhältlich. Bochumer Str. 8d.— Moadit l: Waldens, rftr. 20.— Moobii ■ Str. 18—19.— Moabit M: Bremer Str. 89—70.—«rnimplast: Sonnen. burger Str. 20.— Faltplast II:. Sonnendurger Str. 20.— Helmhoihnlntz: Danziger Str. 82.—«udreaoplast I: Brommnstr. l.-«tralauee vtertel: ihohlerstr. 81.— Warschau««ieotel, R. F.: Litl W" Wassertorstr. 9.— Hqgu«h«a IV: Haupistr. 15.— stobt, Saebelstraß».— Eharloiteaburg.S.: Goetb Litauer Sir. 18.- Lutfinstodt: — Eharloitenburg-R.: Siemen?- ................... Goethestr. 12.— Lankwitz: Schul. taste 19—20.— Lichterseld«: Aldrechtstr. 14».— Steglitz II: Flemmingstr. 14d.— aumfchuleuweg: Ernfistr. 18.— Sohauniothal: Rathaus.—«Mershof: Bis. marckstr. 1.— Friedrich»!«!»,: Sunterftr. 44,— Neaz. Lichtenberg: Gunlerstr. 44. aderg.Rord: Oun"" Friedenau: Offsilpacher Str. Sa:„s Schäneberg l; Haupistr. 15;„Uns Allee:„Smfllhrmtg in den Soziali .Zugendverbände rechts und links von uns".— 'r".-«»ist:. Schul"" ..........................____..)Ule Parchlmer .Einführung in den Sozialismus".— Reukälln III: Ziethenftr. 58:„Die Spaltungen in der SPD.", Ilk.— Reukölln IV: Könnet Straste: getterström- Abend.— Reukälln VI: Treptower Str. 03—98:„Liebe, Ehe".— Neukölln Vll: KMS.:„Die Arbeiterjugenddcwegung".— Neukölln VM: Rütlifchule: Arbeits- gemeinfchgft.— Ripiolla IX: Schierkeftr. 44: Heiterer Abend.— Reukölln X. Bcrgstt. 29;„Lear und Fiele der UASSR."— Reukölln XI: Flughafenstr. 88:: „Jnternationglc Wirifchaftspolitik".— Schönrweide II: Berliner Str. 31: Radio. adhörftunde.— Bohnsdorf: Gutshof: 10>Minuten«R«fcrate.— Köpenick il: Dahlwttzer Str. 15:„Die Entstehung des Lebens ultv".- Lichteobcrg.Rordwcst: Dosseftr. 22: Jack-London-Abend.— Kerwsdorf: Roonstraste:„Ein Jahr Brüning".— Reinickendorf-Ost: Lindauer Straste:„Unsere politische Lage".— Wittenau: Haupistr. 13:„Kindsrfreundebewegunz".— Karow: Frundsbergstr. S: „Erwerbslosensiedlung".— Nieb«schönhausen: Lindenstr. 47: Heimabend. Werbedezirke Weddjug und Tiergarten: Sonntag, 9 Uhr. Wochenendkursus in Sriefelang.„Die Organisatioiien im Klassenkampf." Leiter: Genllsse Dr. E. Fraenkel. Treffpunkt morgen 17 und 20 Uhr Bahnhof Putlfststraste. Lonntag 8'/z Uhr ebendort.__ Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Gelchäktostelt»: Berlin S 14. Sebastianstr 37�33 Hol 2. Tr. Krenjderg Vrtsverein): Freitag, 4. Dezember, 20 Uhr, Mitglieder nerfammiungen. Zug 2 des Krepp, Planufer 73: Zug 8 bei Wolf. Graefestr. 28.— Wossersportahtetluug, Zu» Köpenick: Freitag, 4. Dezcmdcr, 21 Uhe, Kaftenruhern bei Pirsch, Michaelkirchbrücke, Ltadtdaynbogen 44. Leginn eines Anfangerkurses. Aufnahmen dortfeibft.— Seddins lZungda): Sonn abend, 5. Dezember, 20 Uhr, Spicltrupp und sprechchor mit sämtlichem Material bei Münzt-— 21 Uhr, Kaftrnrudern brt Pirsch, Michaelkirchbrücke, Stadidaynbogen 44. Beginn '» Aufnahmen dortfelbst.—" WWWWWW Ihr, Spicltrupp und»prechc. WWW! izderg. Strttiner Str. 52.— Reutölln. Britz fOrtsverein), i. Kamerad schaff: Sonnabend. 5. Dezember, Werbekundgebuna in der Siedlung am Damm- weg. Antreten ltzaz Uhr in Bundeskleidung, Lokal Bärwinkel, in der Siedlung. Seistenfee fSrtpvrrrins: Mitgliedekversammlnng Freitag, 4. Dezember. 20 Uhr, Berliner Hof, Botgrag des Kameraden Broch.•- Reiaickeadorf(Ort! oerein). Kameradschaft West: Freitag, 4. Dezember. 20 Uhr Idet Vorstand 19 Uhr), Witglirderversammlung im Bolkshau», Scharnweb«strastr. Borirog Kamerad Pofizeioberfekrefär Hilhrbrand.- Gauporstand- Sn der Eportvalai! Kundgebung ist ein Porlemonai« mit Inhalt gefunden worden. Abzuholen im Sanbllro, Sebastianstr. 37—88._ Reichsbund der Knegsbefchödigte», Keiegoteiluehme»«od Kriegerhinter, biiedrnen. Ortsgruppe Sharlottenbnrg. Freitag. 4. Dezember, 2» Uhr, in Ed- inonn» Festfälrn, Sdiarrenstr. 34, Mikglirderprrsammlung. Tagesordnung: Stund der Sozialpolitik. Zeuttaloerbanb der Arbeitsinooliben und Witwe» Deulschlau»,. Freitag. 4, Dezember. All-Vlienlckc: Lokal Habrecht, Friebrichftr. 2, 19 Uhr.— Kreuz derg III: Lokal Reichenberger Hof, Relchenberger Str.. 147, 17 Uhr.— Kreuz- straste 115, 19 Uhr.— Mitte la: Lokal Schaar, Ziegel. Ecke Kalkscheunenstraste, lSsh Uhr. Palizeisportvereio Berlin, c. B-, A»L Einheitekurzschritt. Regelmastia« Uebungsabend« jeden Montag. Dfenstag, Donnerstag und Freitag von lau h.» 2114 Uhr im Polizet.SchuIgebaube, Hannoversche Str. 28—20. Auch für gtvtfe. Anfänger.. Fortbildung», und Redefchriftiurse. Snglish Debatttng Elub— 1925. Montag, 7. Dezember, 20 Uhr, fpriibl Mr. Artur Korteling über„Der Einflust de»«Noholverbofe, auf die Politik Amrrtkae", Jülich« Stt. 2 i Restaurant Dpnow). Sozialtstifcher Efperanto-Bnud. Freitag, 4. Dezember, WA Uhr. im Metall- arbeiter.Berbandohau», Elsässer Str. 88, im Sitzungssaal:„Koinminntaj paroladoj". Weihnachten bei Karstadt.• Das ganze Riesenhaus am Hermannplatz strahlt Weihnächte- stiinmung aus, an allen Ecken und Enden funkelt und glüht cs van Lichterbäumen, reiches Tannengrün schmückt die Berkaufstischc. In den einzelnen Abteilungen hat man das möglichst« an niedriger Preiskalkutation geleistet, es gibt überall Preiswertes in reichhaltig ster Auswahl. Das Hauptaugenmerk gilt dem Spielwaren lager. das eine schier unübersehbare Schau von weihnachtlichen Ueberraschungen bietet. Im Vordergrund stehen die technischen Er- ------------ zzpp. das Riesenrad, da» elektrisch de. vieles andere. Das Weihnachtsgeschäft rungenschasten. der Schienenzepp, das Riesenrad, da» elektrisch de triebene Karussell und noch vieles andere. Das Weihnacht! soll in diesem Jabr verhältnismäßig gut eingesetzt haben. Gunterstr. 44. Beraniwortllck kür Politik:«tetor Schiff: Wirtschaft! S. Klingelböfer: Gewerkfchaftsbcwcaung: Z. Ctein«; Feuilleton:®«. Job» Sckikowsil! Lokales und Sonstiges: Fritz Karftädi: Anzeiaen: Tb. Glock«: sämtlich in Berlin. Berlag: Dorwärts-Verlaq D m b. H.. Berlin. Druck: Borwärt»«Buchdrtickcrcl und Berlagsanssalt Paul Singer u. To.. Berlin SW 8«, Linvenstraste 3. Hierzu 3 Beilage«. f 7 I 5 C f! e i 5 c ft Rindersuppenfl.ao Pfd. 0,88 Rindergulasch.enPfd, 0,74 RlnderschmorttonPfd. QJ3 Roastbeef«. Kn�an Pfd. 1,18 Schabefleisch....Pfd. 1.00 Gehacktes........ Pfd. 0.80 Kalbsfchnitzei... Pfd. 1,70 Schweineschulter Pfd. 0,70 Schweinebauch..Pfd. 0,88 Schwelnenleren. Pfd. QJS Hammelkeulen on Pfd. 0.86 Eisbein m. Spitzbein, Pfd, 0.84 Kabeljauo.K.! g.anPtd. o.iz Fischfilet........ on Pfd. 0.24 GrüneHeringeooJPfd. 0,38 leb. Karpfen on Pfd. 0.75 Mastgänse..... an Pfd. 0.78 Gänsekeulen..an Pfd. l.jfl Gänsestückenfl.anPfd. 0.00 Mastenten-- on Pfd. 0.75 Wolgahöhner an Pfd 0.75 Hasen fMfraift. on Pfd. 0.04 Wildkanin....... Pfd. 0.78 Puten............ an Pfd. 0.88 Gek. Schinken>i, Kurmärk. leberw. Söli'Od.Dompfw. Hausm.-leberw... Jagdwurst....... Bierwurst......... Feine Leberwurst Bauernmettwurst Hamb.gek.Metlw. Sehinkenspeck Plackwurst Pfd. 0.33 Pfd. 0.53 Wd. 0.78 PM- 0.80 Pfd. 0,80 Pfd. 0.88 Pfd. 1,08 Pfd. 1.03 Pfd. 1. 38 Pfd. 1.28 Molkereibutter.. Tafelbutter........ Allerf,Markenbutt. Dänische Butter.. Mqrgar„Kokosf.J Speisefett........ Rohschmalz..... Bratenschmalz.. Griebenschmalz Pfd. 1.10 Pfd. i.22 Pfd. 1.32 Pfd. 1.32 Pfd. 0.75 Pfd. 0.48 Pfd. 0.52 Pfd. 0.52 Pfd. 0.58 Kolonialwaren Pfd. 0.98 Grünkohl.......... Pfd. 0.05 Mohrrüben...... 3 Pfd. 0.10 Sellerie............ Pfd. 0,07 Blumenkohl...an Kopf 0,15 Buffer- Fet f o Kaffee....... an p.d. i.oo Jg. Brechbohnen A-Pfd.-Doso.............. 0,75 Erdbeeren1/,�....1,00 Leipz. Allerlei'k Ds 0.86 Alter Korn liter mit Fi. 3,75 jomaika-Rum- Vorsthnln.. 38°'». st, PI. 3.50 Weinbr.Sp«i.,u.m.Fi. 4.«0 I9J7ar Olowlqar frtihar 1,75,|otzt1.35 Hirschblatt.. an Pfd. 0 58 Rehblatt..... an Pfd. 0.05 Mandarinen.7 Pfd. 0.35 Apfelsinen.anDud. 0,35 Smyrna-FelgenPfd. 0.28 Datteln.......... Pfd. 0.38 Walnüsse...onPfd. o.30 Paranüsse... an ptd. 0.44 Haselnüsse. an Pfd. 0.45 Birnen Bergam.Art.Pfd. 0.12 Esstipfei rote. 2 Pfd. 0.Z5 Hasenkbpfe.2 Pfd. 0.38 Reinelten K->-.ll, pfd. 0.08 Rot-WelD-Wlrflngk,Pfd. 0.08 Fettbüekllnge. Pfd. 0.25 Zum Nikolaus-Fest am 6. Dezember: Auizugmehl low. Wien.Austugm. 5 Kartoffelmehl..... Mandeln sOss..an Sultaninen..... an Korinthen...... an Zitronat......... an Kokosraspel...... Misehobst...... an Aprikosen...... an Pfd 0.22 Pfd. 1.30 Pfd. 0.20 P«. 1.40 Pfd. 0.48 Pfd. 0.56 Pfd. 1.00 Pfd. 0.38 Pfd. 0.39 Pfd. 0.80 Hartgriese- Mekfcaronl....... Pfd. 0.44 Doppelrahmkäse stdc 0.15 Dessertkäse voilf-, Sfdt. 0.20 Horr.Käseea.i-Ptd.-Pck. 0.32 Allg. Limburger. Ptd. 0.48 Frühst.-Käs.*oll.6o.fPfd. 0.55 Tilstter Art o.Rinde.Pfd. 0.58 Holl.u.Edam. Pfd. 0.70, 0.58 Camembert'�Sdiaditei 0,80 Tilsiter voiifatt..... Pfd. 0.68 Geheimratskäse St*. 1,1 J) VcllUtfar bayrischer Schwalrar....... on Pfd. 1,00 Konserven I Gebä Jg. Erbsen.... 0-. 0.5?! Karotten g—estn.>/, D«. 0,38 Spargnlköpf® grün m.'/iD*. 1.75 Sellerie i. Scheiben'/, D». 0.88 Ananas-Kuchen Siek. 0.70 Sandstrelfen.... St«r Redaktionsausschuß haben am Donnerstag keine Sitzung abgehalten, da die japanische und die chinesische Delegation noch kein» Weisungen über die Stel- lungnahme ihrer Regierungen zu dem Entschließungsentwurf und zu der Frage der Schaffung einer neutralen Zone um Tschintschau erhalten haben. Es fanden lediglich private Besprechungen zwischen Mitgliedern des Rates und Vertretern der beiden Parteien statt. Die wichtigste Unterredung war die des japanischen Delegierten Matsudeira mit dem englischen Delegierten Lord Cecil. Wie das Journal des Debats" dazu meldet, haben der englische und der japanische Delegierte noch einmal den Entschließungsentwurf und den Plan betreffend die neutral« Zone geprüft. Matfu- deira soll erklärt haben, daß, obgleich er noch keine formelle Wei- sung von seiner Regierung erhalten habe, die aus Tokio porliegenden Nachrichten klar zu verstehen geben, daß Japan auf dem Recht, Polizeimaßnahmen gegen die chinesischen Banditen zu er» greifen, b c st e h« und serner verlange, daß in dem Entschlietzungz. entwurf die Stelle gestrichen werde, die besagt, daß die nach China zu entsendend« Kommission einen Zwischenbericht an den Rat erstatten soll, falls die Räumung der Mandschurei noch nicht beendet ist. Die japanische Regierung erblicke darin die Forderung des Rates, die Räumung bis zur Zlnkunft der Kommission zu voll- ziehen. Außerdem soll Matsudeira die Aufmerksamkeit Lord Cecils darauf gelenkt haben, daß die Zurückziehung der japanischen Truppen aus der Gegend von Tschintschau als G« g e n l e i st u n g die sofortige Zurückziehung der Chinesen hinter die Große Mauer und die Organisation der Sicherheit durch die Lotalbehörden in Zusammenarbeit mit den japanischen Behörden erforderlich mach«.. In Ratskreisen wird angesichts der bestehenden Schwierigkeiten damit gerechnet, daß eine Einigung kaum vor Ende der nächsten Woche zu erreichen ist. Niederlage der Kriegspartei— Rücktritt des Chef- generals. Moskau über Kowno, 2. Dezember. Wie aus Mulden gemeldet wird, hat der Oberbefchlshaber der japanischen Truppen in China, General Honjo, um seine Entlassung aus dem Heeresdienst gebeten. Bei der Kompromißpolitik der japanischen Regierung sei er nicht in der Lüg«, die Verantwortung für die militörischen Operationen in d«>> Mandschurei weiter zu tragen. Demokratie und Faschismus. Das dritte Reich m Italien. Unter dem Titel.Li« Krise der gegenwirtigeu Demokratie"*) veröffentlicht der französische Etaatsrechtler I. Barthelemy ein Buch, das über die Grenzen de» französt- Aschen Sprachgebiet» hinaus Beachtung verdient. Profestor Barche- lernt) skizziert die kritischen Zustande der heutigen Demokratie in Europa von der festen Position eines erprobten und aufrechten demokratischen Bewußtseins aus. Gerade das Studwm der„Krisis der Demokratie" befestigt ihn in seinen demokratischen und liberalen Lehren: „Die Freiheit hat chre Unbequemlichkeiten und chr« Gefahren, ober sie bleibt die beste Garantie der sozialen Belange: die Regie- rangen brauchen eine Opposition, die ihnen ständig chre Irrtümer. ihre Gleichgültigkeiten, chre Ungerechtigkeiten nachweist..."„Un- parteilichkett ist keine Gleichgültigkeit... Ich bin ein unverbester- licher liberaler, entschlossener Demokrat und Anhänger des Paria- mcntartsrnus." Iii diesen Sätzen spricht sich die liberale Grundeinstellung von Professor Bartheleiny mit aller Deutlichkeit au». Deshalb darf leine Analyse der hauptsächlichen europäischen Staatsformen die größte Beachtung beanspruchen. Der Verfasser beginnt seine Unter- suchungen mit dem italienischen Faschismus: nachdem er die spanische Diktatur Primo de Riveras geschildert hat, beschäftigt er sich mit.dem Regime Pilsudskis, um bei der Betrachtung der bolschewistischen Diktatur vor allem die Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit dem Faschismus Italiens zu betonen. Ein weiteres Kapitel analysiert die„Krise der Demo- kratie" in Frankreich: die deutschen Zustände werden nur gelegeiU- lich berührr. Wir wollen uns hier lediglich etwas ausführlicher der Dar- sicllung und Kritik zuwenden, die der Verfasser vom italie- nischen Faschismus gibt. Der italienische Faschismus be- zeichpet sich selbst als ein neues System staatlicher Herrschaft. Er erklärt sich als eine neue Legalität, die bewußt die Traditionen des liberalen Demokratismus verachtet und sie ablösen will. Die Bast» des saschistischen Regimes i st dt« Gewalt, die in den Händen des„Ministerpräsidenten" zentralisiert ist. Dennoch wird in bestimmten Grenzen die Fassade eines parlamento- rischen Regimes gewahrt. Der König ist zum Symbol des Staates geworden, während Mussolini der eigentliche Machthaber ist. Der König steht nicht über dem Duc«: der Luc« steht neben dem König. Die saschistische Partei hat 1S2l den Staat erobert: heuee organisiert der Staat die Partei: die 250g<:noer!cht.) Di« Versuchs der Nationalsozialisten, mit dem V a- tikan in bessere Beziehungen zu kommen, werden setzt, nach dem ersten mißglückten Vorstoß de» Hauptmann« Göhring, fortgesetzt. Di« Räzipartei unterhält neuerdings einen offiziellen Dels- oierten in Rom. Er soll gegenüber dem Potikon bereits erklärt *) I. Barthäleiny, La cris« cis la democratie conteropo* laine, Paris 1931« haben, daß Hitler gegenüber der katholischen Kirch« loyal fest Dafür soll vom Vatikan sozusagen als Gegengabe verlangt worden sein, daß die deutschen Bischöfe«ine mildere Stellung als bisher gegenüber den Rationalsozialisten einnehmen und ihre bisherigen scharfen Erklärungen gegen die Nazis zurückziehen. Vorerst sollen diese Bemühungen nicht von Erfolg begleitet gewesen sein. Der römisch« Delegiert« der Nazipartei hält im übrigen enge Verbindung mit der Führung der faschistischen Partei. An- geblich hofft er, von den Faschisten ein Hau» zu erhallen, in dem er die von etwa 25 Jünglingen ncugegründete Auslands- gruppe der Nationalsozialisten unterbringen will. In Florenz. Mai- land und anderen größeren Städten sollen ebenfalls Auslands- gruppen der Nazi« gegründet werden. Rumänischer Parlamentarismus. Ueberfall als Antwort auf eine Anklage. In der rumänischen Deputiertentammer erwähnte diese? Tage der Sozialist M i r e s c u anläßlich«wer Interpellation über die Situation der Metallindustrie„Cugier", daß dl« Arbeiter nicht be- zahlt worden sind, während die Verwaltungsräte Ihr« Sitzungsgelder pünktlich einkassiert haben. In diesem Moment sprang der Ezernowitz von den Regienmgs- mamlucken aufgedrängte Mg. Jon Dimttrescu auf die Bant der Sozialdemokraten zu, um die Kritik zu verhindern. Er beleidigte die sozialdemokratischen Abgeordneten, worauf diese in erregtem Tone erwiderten. Darauf stürzte sich Dimitreseu aus Genossen Gherman, dem er mehrere Faustschläge ins Gesicht versetzte. Genosse Gherman setzte sich zur Wehr. Auch die übrigen Sozialdemokraten griffen nun ein, so daß der rabiate Rohling einige tüchtige Hiebe abbekam. Da einige andere Mamlucken Dimitreseu zu Hilft« eilten, entstand eine allgemeine Schlägerei. Die Sitzung wurde unter- brachen. Nach Wiederaufnahme sprach der Vorsitzende P o m p e j u. um den Anschein zu erwecken, daß die Kammer die Handlungsweise de» Dimitreseu' verurteile, den sozialdemokratischen Mgeordneten sein Bedauern über den Vorfall aus und«rtlärte. daß er den ent- sprechenden Zlrtikel des.Kammerreglements anwenden und die An- gelegenheit der Disziplinarkommisflon überweisen werde. Die Kammer beschloß, die Angelegenheit sofort der Disziplinarkommission zu Überweisen. Es wird in Rumänien nicht sonderlich überraschen, wenn„festgestellt" werden sollte, daß dt« Sozialdemokraten die Schuldigen find! ?tcht ukraiatschc Zlüchlliuae. die auf einer kleinen Bark« d«n Dnjestr-Flutz nach der rumänisch»» Seit« hin zu überqueren ver- suchten, wurden von russischen Grenzwächtern überrascht und mit Gewehrsalven überschüttet. Auf der Bark««nt- stand«ine furchtbar« Panik. Das Boot schlug mitten im Fluß um: sechs Personen ertranken, weil si« schwer verwundet rnaren und deshalb nicht schwimmen konnten. Nur zwei der Flücht» lingc konnten sich an da» rumänisch« Il'cr rette m von den ungarifchen Einbruch-putschlsten sind weitere 17 schon wieder freigelassen, 34 sitzen noch. Konferenz der Flnanzminister. Die Haushalte sollen vm jeden preis geordnet werden. Amtlich wird mitgeteilt: Im Reichsfinanzministerium fand uistey dem Vorsitz des Reichsfinanzministero Dietrich eine Konferenz der F i n a n z m i n i st e r der Länder statt. Die VerHand- lungen wurde» durch ein Referat des Reichsministers der Finanzen, der die derzeitige Lage der Reichsfinanzen darstellte, eingeleitet: dem Referat folgte eine eingehende Aussprache, an der sich die Finanz- minister aller Länder beteiligten. Die Verhandlungen, die vertrau- lich waren, sollen den abschließenden Beratungen des Reichskabinetts als Unterlage dienen. Einigkeit bestand darüber, daß die öffent- lichen Hausholte um jeden Preis in Ordnung zu bringen sind. Oer Reichskanzler beim Reichspräsidenten. Der Reichspräsident empfing gestern den Reichskanzler Dr. Brüning zum Vortrag über den Fortgang der Beratungen der Reichsregierung über da» Wirtschaftsprogronm:.. Ein Lohnabbau-Mmister. Dementi seiner Kollegen. Zürich. 3. Dezember.(Eigenbericht.) Der als reaktionär bekannte Finanzmlnister M u s y«rtlärte in der Finanzkommission des Parlaments, die Gehäller und Löhne müßten der neuen Lage angepaßt werden. Dt« Schweiz näher« sich dem Augenblick, in dem eine Herabsetzung sämtlicher Besoldun- gen und Löhne ohne Ausmaß notwendig werden würde. Immerhin müsse sie dem Sinken der Lebenshaltungskosten an- gemessen bleiben, wodurch den Erwerbeichen ein Ausgleich ge- boten werden solle. Dazu meldet die„Reue Züricher Zeitung":„Wie wir aus Brnchesratskreisen vernehmen, ist in diesen Sätzen eine rein per- s ö n l i ch e Ansicht niedergelegt. Eine Diskussion über Bcso'dungs« unö Lohnabbau in der Bundesverwaltung ist im Schoß« des Bundes- rats nicht geführt worden." Gandhi wird am Sonnabend in Paris eintreffen. Er be- abflchtigt hier in einem großen Saal einen Sffentlichen Vortrag über dl« indische Freiheitsbewvgung zu hallen. Gin Rückfall im Lande Masaryks. Der Sänger Jan Ktveron fang in einem Konzert zu Pilsen in sechs Sprachen— aber Strauß- Lieder deutsch zu fingen, verb-ll chrn die Polizei I Der französische Haushakksenlwurf für April bis Dezember 1932 balanciert mit 41 Milliarden Franken(--- fast 7 Milliarden Mark). Die Relchslaasfraktlon der Deutschen voltspartei hiell am Donnerstag eine Eiftnng ab. in der die bevorstehende Tagung des Zentraioolftaichcs der Dcutfchen Vollspartei in.Hannover behandelt wurde. WERTHEIM Zusandung von 5 M an. Obsi, Gern Ose u. leldif varderblkhe AtHkal werden nidit zugesandt Sctttd*(Dorwalt Hehensmiitel Frisch. Fleisch Obst u. Gemüse Oduen-Suppenfleisdh Wd, 0.58 Ochsen-ichmerll. ehn. Kn. 0.86 Ocfisenfilet...... Pfund 1.50 Gehacktes Pfd. 0.64 Talg 0.40 Kalbsbrust und ROdcen 0.58 Kalbskotelett.... Pfund 0.88 Ka bsrou lade garaift. Pfund 0.98 Kaibssdinitzel....Pfund 1.18 S«hweinesdiinkenofm.8.in 0.71 Schwelneschultar». Baudi 0.66 Bratfertiges Fett... Pfund 0.64 Kahler mild gsialran, Pfund 0.70 Frische Rinderzunge Pfd. 0.90 Euter Pfd. 0.16 Lunge Pfd. 0.31 Herzen Pfd.0.44 Backen Pfd. 0.38 Eh- u. Kechapfel. 3 Pfund 0.18 Amoreltenbirnen. 3 Pfund 0.16 JBgerJipfel...... Pfund 0.15 HasenkBpfe.... Pfund 0.18 Amerlk. Äpfel.... Pfund 0.14 Feigen Pidufian 0,11 Pfund 0.18 Frische Ananas Pfund v. an 0.58 Datteln........ Kaiton 0.45 Walnüsse 0.30 Paranüsse 0,44 Haselnüsse...... Pfund 0.45 Weih- n. Wirsingkohl Pfd. 0.06 Mohirfiben.... 3 Pfund 0.10 Rübdien u. Sellerie Pfund 0.06 Blumenkohl. Kopf von an 0.15 Rosenkohl..... 2 Pfund 0.15 Wiirstwaren Hausmadiersüize.. Pfund 0.48 Fleisdiwurst..... Pfund 0.76 Damplwurst..... Pfund 0.78 Landleberwurst Pfund ms 0.84 Jagdwurst.... Pfund i.is 0.90 Mettwurst Braunschwelg Art 0.90 Feine Leberwurst Pfd. tjs 1.14 Zervelatwurst u. Salami Pfd. 1. 1 8 Teewurst feine.... Pfund 1.18 Fllel Wurst». Taawurtf. grobe 1.34 Zervelatwurst In Faltdarm 1.31 Speck faffv.an 0.61 moger V. 0.98 Jdilnkenspedc i-Pw-stek. 1.15 Nußschinken ce. z Ptd, Pfd. 1.45 Gek. Schinken 0.35 KSse IS. Fett Camembert veiifatt.Sdiadif. 0.10 Ramadou halofelf.. Stade 0.10 Harzerküse ca. iJ'fd.-Paket 0.30 Limburg.Ktise voiif.0.73hibf.0.48 Blockküse ha i b lort. �fund 0.56 Emmental. Art«Pori..Sd,ad>f.0,58 Tilsiterküse»ofifeft..Pfund 0.68 Ho«finder u. Edamer vom. 0.70 Bliekäse vo'Uetf...Pfund 0.71 Schweizer �wnd von an 1.00 Roh- u. Bratenschmalz Pfd. 0.51 Margarine, Kokosfett rtd. 0.75 Molkerelbutler Pfd. 1.10 1.14 Markenbutter u. dSn., Pfd. 1.31 Konserven � Schnitt- u. Brechbohnen 0.41 Sellerie 0.68 Ser.fgurken 0.75 Junge Erbsen mitfoiioin.. 0.74 Kaiserscholen........ 1.30 Leipziger Allerlei..... 0.78 Gemlsdiles Gemüse fein.1.15 Bruchspargel mmoistark.. 1.45 Stangenspargel stark... 1.90 Prinzeßbohne»»trafoin..1.50 Ptlaumen 0.58 ohne Sfoin 0.71 Pfirsiche halbe Frudii.... 1.1 5 • rdbeeren.......... 1.00 KonfHüre■' tu» Pftaum. 0.95 Orange, Kirsch, Erdbeer. 1.15 Kolonialwaren Olympie-Mehl 1.35 Rauhreif-Mehl J-Pfd.-Bouioi 1.55 Auszugmehl.Pfund«Jss-ir 0.15 Karlotte.'mehl...Pfund 0,20 Sultaninen.. Pfund Ma«.« 0.36 Rosinen 0.46 Korinthen 0.56 Zitronat u. Orangeat■ d. 1.00 Mandeln so*. Pfund 2.is i.m 1.40 Kokosnuß goraspolf.. Ptd. 0.42 Mohn blau 0.36 wal*. Pfund 0.51 B rudireis 0.11»jo 0.14 Bohnen wslfs», Pfund 0.24 0.1»(.11 Linsen.... Pfund oj« o.i» 0.1 1 Viktoria-Erbsen.. oji s,24 0.18 Schnittnudeln. Pfund oj« 0,44 Hlrschtieiscn ptd,«. an Blatt SOckon Keula 58 Pf. 75 Pf. 85 Pf. RehfleiSCd Pfund von an Blatt ROckan Kaula 85 Pf. 1.08 1.18 Apfelsinen 3 Pfund 4$ P«* Mandarinen 2 Pfund 35 Pf scheut Isen Pfund 4WM von an pf. Kaifee olg.ne Röslerai Pfund 3.80 3.40<1 oft 3.00 2.60 2.20 V.OU Geflügel, Wild Mastgänse Pfd. 0.78 0.88 0.98 Hühner.... Pfund von an 0.70 Wolgahühner Pfand v. an 0.75 Enten..... Pfand von an 0.75 Wlldrageuf..Pfand von an 0.16 Hasen 0.84 Kanindien v. an 0.75 Fische Rotbars, Kabeljau e. k. v. an 0.1 4 Kaboljau-Fiiei Pfund von an 0.14 Grüne Heringe 3Piundv.an 0.38 Bratschollen 3 Pfund von an 0.41 Zander 0.35 Lachs?�0.45 Leb. Karpfen, Schiele v.an 0.75 Frische Bleie Pfund von an 0.16 Wein 1930 Oberhaardter..... 0.73 1931 Obormoselor..... 0M 1930 BurweiierSdi'oßborgl.OO 1918 AHonbambergor... 1.40 1928 Casolor Pichler.... US 1929 Ockfener Bodesteiner 14i 1928 Eite.sbach. Sennenbg. 1.80 1928 Sauternos....... 2.10 Pralsa für V, Piasdia ohne Glas 1925 Chat. La Tour Bardls. 1.40 1926 Chat. Betair...... 1,6; Amorotto feurig. sQI-.or Rotwein 1J50 Malaga Golden feinsü*.. 1.40 Special CuvOefainerTrauben- sakf. Inkl. Giss una S'euar.. 3e7S »heinptaiz. Weißwein kiter 0.7 J Muskateller....... Liter t 20 Malage dunkel...... Liier 1.30 Fettbüddlnge Pfund von en 0,15 Schellfische. Pfund von en 0.16 Seelachs... Pfand von on0.31 Roibars, Ste'nbeißor v.an 0.36 Sprotten Pfd.». 0.18 Klslchan 0,15 Flundern... 2 Bund von an 0.35 AalO P(d.v. an 1.80 Bund v. 0.30 Pfefferkuchen Weiße u. braun. Nüsse Pfd. 0.70 Mandelspekulatius Pfand. 1.00 Braune Printen Pfund 1 ,00 1.60 Marzipan-Teekonfekt Pfd. 1.60 Tee Lothringer 5 trage 17. iiHfiiniinimiiiininnuusiiisuiiinnniiim Wieder ein neuer Schlager! Wenn Kinder heiraten Daso de» gioge Frst-Programro! Bdlth Baeb.Die RundtunknachiigaM BurMnK n. Hrrf y, Gesang u. Tanz. Cbans-Tee.See, Chinesen-Trappe Gutschein I- 4 Personen: Rar kett SO PL. Fauteuil 1— Mark. Sessel I.S0 Mark. 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UFA-PALAST-ZOO Das hohe Lied der Arbeiter Der Nero-Film: KamBradschait Regie G. W. Pabst äuft ab heute; Phöbus- Palast, Anhalter Bahnhof Albambra, Schöneberg Alhambra, Badstraße Elyslum Prenzlauer Allee Germania-Palast, Charlottenburg Kant-Llchtsplele, Charlottenburg Alhambra, Müllerstraße Babylon, Bülowpiatz Havel-Llchtsplele, Spandau Primus-Palast, Neukölln VoiKsDUlme Titeln an niavplat: 8 Uhr Der grttne HaKada Der RuimiersSoger 5. u. 6. Dezember 8 Uhr Lilfom Stull. Sdiillo-ntettr Ballett der Sisstsoper zWüMiW Theater desWestens Täglich SU Uhr Der Vogelhändler Ahlers, JBken, Morran, Carola, Piii»LPIitin.5IPf.u Sonn'ag>-3 Uhr k'lktoria und Ihr Hnssr Sonn'ag. 8 u 8'< Uhr Der Vogemtnnier Rose- Theater Gnk Fnnktrrtir Strr!» II? Id.'ClidB«. l 7 3422 8.15 Uhr Die Reuscna Die KomSdie 8% Uhr Jemand von Franz Molnar Sigu: total Wedgens mit lldetl Buurmau rTeatenm idmlnüsnalasi Täglich SVt Uhr Die Dnbarry mn Gitta Alpar Preise v. 0.50 M an ffletroporituiaier Täglich SL. Uhr Di* Blume von Hawal Ptei» vn 51 PL ae Sig 1 33. 5 u. S'lt Uhl OieBlooievoDiiawäi Sauabnd 5 uril Soinilag vonn. II Dar Kindermärchen Dir jibtne IwisimM LiditbDr9.Berlin-6etD0il!ininDeD oerKonsreoianzi mit LUlon Harvey, Willy Fritach Conrad Veidt, III Dagover Bühne: Lidia Walt erst ein Hohe Schule Im Wandtl der Zeiten ArcarlsNeapoilfaner irallenlsc es National- Orchester KLEINE ANZEIOEN miiiiiiRiiiiiiininnHiimiiiinniKiniiiiinimiiiniiiFiiiimniniiflimnniiiiiiiiinniiiii Preiset Uberschriftswort 35 Pf-, Textwort 12 Pf. Wieder holungsrobatt} 10 mal 5 Pres«. 20 mal oder 1000 Worte AhKhlu& 10 Pros«, 2000 Werte 15 Fror«, 4000 Worte 20 Prox. Stellengesuche x uberscftrfftv wort 15 Pf«, Textwort 10 Pf./ Anzeigen, weiche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 41.� Uhr nachm. im Verlag, lindenstr. 3, odorauch in sämtlichen Vorwärts-Fillalen und-Ausgabestellen abgegeben sein verhauie Zapctro ösiUat. Kolonie. ftrake 0._____ WiSlzhaüTne' nzu, fühf iüarf. ginge- hole unter P. 138 Vorwärts, Linden ilraße 3. S I»ß!DllÜIZ58!ilIilS. II/SA!»« Ililil. MW« IWi« 8 Uhr Gn ffllrtileii aus dem Wiener Wald von Oedön Horvath Iqie: Bfinr Bilwrt Theater am Nollendortplatj S»5»: Mu S|.tnt iene Herrriraniüze ron 30.— an: Win, terpaietots. Ulster, Ä— an: Herren- pflje. Damen. pel*, 50.— an. Heine Lombard- war«. Lethhau, Lomicki, Prinzen- itrake US. eine Tr-ppe. Po» jUoaticztn wenig zetragen« und neue Zacke! in»- zllze.. Emofinaan- ziig«. ffrackanzäge, Ulster. Paleiotti, >ed- iTianr vallend. Herrcnvelze.?oweii. pelz-, enorm hillin. Leihhaus ffriedrich. straßc 2. Halleschrs Tor. Reine Low. hardwar«.• Paieofniairahen .Primisstma". lllle. iallhcU.n ilnsleae. Mairaken. flaaiie. lanau-, Walter «taraarder strafte achtzehn. kleinLa de i> gaaio Polierte Kimmen;S0r- Die. lenaarnitttren So,— Ziielenanowahl. Teihtahluna. Sa- merlinn Bnflonicn. all« 6H, on Fehr- h-üineefteagr.. Am Mittwoch, dem 2. Deien�e». pertchted nach furzetu schweren Leuxm uu>er Ueher grennd und«enosse Bermsim Arnold Zn tanziährtger Zusammenarbeit a o MItziied dea Rre eporstandes her SPD. Lichte herz und des Khtr.Iungs. oorstandee der 123 Ahteiiung Rauls. dort war uns der Verflorhene ein treuer ffreuah nnd Miifäinpser, besten Andenken wir in Ehren hatten werben. Der Kreisvorsiand SPD., 17. Kreis Llchfcnistrg. Der Abteilangsvorstand der 123. Abtig Kaalsdorf. Die Beerdigung findet am Sonn- abend, dem 5. Dezemher. 14 36 Uhr aus dem neuen Friedhoi Rantsdort statt ' Räche»! Deeefi am Pzioat! Weift, fardi«. na- illr. lackiert, von S4.B an. AnTleidd. schränk« jeder Gräfte. Echinie. strafte 8—3(Rott. huste: Brücke), na- drikgedäude. Geöks. net bis? Uhr._ Möbel dazaz, SRöhelhatat, nnalandlich« Rastarahot.'e. Mähelharar. Möhellänice Merket Rrcdi» und bar Möbelbazae, arafte Anewadt. Seniattanairreile Beilpielsweilei Skilasztmmerkää.-. speilezimmerSl?.—, HerrenzimmerAill.— cpicoelfditänl« 118�-, Dieienaarni. turen richicküchen OTcsfiitgbttl 66—, Rleiosrichränkefa.— spott.«ShaKcIor.outs 2S.— etackrktan» Metallhei'srcllel8,—. Zwokinaon.� Äuilegrmatrak» MBBeSRe Balncgnnschlnft. gerät, Modell 31. sabrist. neuer Merrlenavpa. rat, Luiusansiüh. rnna, etnschlieftl'.ch «voligem Lantspre- ch»r ohne Röhren 33,— Mort. Toto iheenstraße 68, II rechts, gegenüber Wimergarten. sriindsiiiOiZ- vemsuii viftgrundftL«, 300 LuadrottNeter. ciugeästuui, Nähe Bahnhof. Böhmer. Fredersdorf, Eher. eschenstrafte 7. S Benig getragene Herrengorderoh», teils auf Seide verkonke dillig: Käfige. zöge. Ulster, sowie neue lüSllMMÜLl Rons«: Schröder:„Handbuch sozialdemokralischrr Parteitags; Sasio. rorski:..Röniasinör der". Angebote Bor- wärtsfiliale Acker- strafte 174.___ Rad»gehlste. Plaiinahlulle Quecknlber Rinn- Metalle. Tilher- tckimelz'«oldschmel. 38.— A:>. MkeL Ebristiana:, Räoenickerstraft- 80. Salieflelle Adaiher!« traft- Palriots.ilR.- BeinNeider b«l. ckrsaä Speziali'ät: ionstige Mö- MWMWW| angemeli.ue erstklasfige, Preise. Zeilzaliluna Sarderohe. ausschlaatrei. für Maft-�Boidenraten Mo.. Bauch- natsraten. mäftige.rs anzä, 00N Wnngarten, Prin, zenstrafte SS. «er- mifiiungen ( B/olinangfj""] moD«! Am 2. Dezember oenchied nach i langem schweren Leiden unsere lieh« treuwrgende Mutler Alsrie lieuknen im 68. Lebensjahre Diese» ,e-qen tieiheirilh« an Adolt Kcnf er and Frau Ana« gab. Müocbow Walter Kcnfnc. nod Frau Frieda geb. Fiedler. Berlin ö®6l, den 4. Dezember 1931 Hagel derger Slr 30a. Die Emä chermrg findet am Montag. dem 7 Dezember, nachm. i Uhr. tjn I Rrematerinm Baums-hn enwea statt. Lindenstrafte N—72. Schreib. iisebe.39.- Stühle 3,—. Regale 10,— an. im Soilociche: Schlnkzimmez, Sich», komplett, mit Seidenpolsterstühlen 23ü,—, oveifezim. mer.(Seicgrnhftts- kauf, komplett 268,—, Rüche, ato. der», 85,—. Echra. ger, Raftanien. ollee 47. Speisezimmer. zurückgenommenes. Raukafisch-Nuftbanm 2 Meter, nur 438.—. Tauch, Setdengobe- lin, 53.—. Rlnbsestel 24,—. Schräger, »astanienallee 45.» Herrenzimmer 235.—, Bücher- Kränke 2S, Schreib- 'tsche 25. Schräger. Rastanienallee 43,- ESildhornplan 2. Seschäfi Ren- kolln. Hermann. Plaft 7 3. Scschätt Belle-Ailiance» Strafte Nr. S5. Un. tergrundbabn. Ra- in log irenckp. Rkwe» 95.—, Svi'g«!. fchtcnkf 103,—. 9iit. srnauswabl. Teil zahl un«. ling. Rafignirn allee 56. an Kehr bellinerstrafte. Rohnuvg,' Bob, Balkan 14.—, Rod: stuben 12,— an. Houperl, Maghoch nser 4, Roiibuster. brücke: Potsdamer. strafte 83.,. j tlmmsp I Mobliettes ZkmM-r. renoviert, Ramer-! elektrisches Licht. Schreibtisch, vermie. l?t vreisw-rt an Senoste.n: ZSalde. marsttafte lö, vorn recht». S SIntpIonos. Mictpianos über- ans preiswert Pianokabrik Link Brunnenstrafte 35' Reichhaltiges Lager gebrauchter Martenklavicre 150—. 225.— 300,-. 450,-. Lehmann, Rlavicr. bauet, ÄIrxander. strafte 37. Facharbeiter fürEcldschrcibfedern mit Iridium ver- langt. Meldungen mit flngabe der bisherigen Tätigkeit unter Thiffre R. 140 Borwaris, Linden- Itrafte 3. Unsezer heutige, Ansl�e Ungi cw Prv'vekt dez Firma 5->tt>na»»nbae. m.b.H. bei. tvaeaus wtr nosetc Leser Ar. 361• 43. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 4. Dezember 4934 Eine falsche Rechnung. Die Devalvation oder die Abwertung der Mark/ Sie gäbe Deutschland den �est« Der englische Pfundslurz hat dle deutsche Exportlage er- schwerl. Damit haben die Hcilspropheten Oberwasser bekommen, die für eine Abwertung der deutschen Währung, da» heißt für die hecobsehung des Wertes der Reichsmark im Verhältnis zu anderen Währungen, sich einsehen. Pros. wagemann, der Präsident des Statistischen Reichsamls und Leiter des Hustituls für Sonjuukturforschung. setzt sich in dem letzten Wochenbericht dieses Instituts mit diesen Deval- valionsprosekten auseinander. Er kommt dabei zu einem Ergebnis, das jeden versuch dieser Art als den Ansang der Zerstörung der letzten festen Grundlage der deutschen Wirtschast erkennen läßt, wir geben in folgendem woge- manns Ausführungen im wesentlichen wieder: Unter Devalvation versteht man die Minderung des gesetzlichen Außenwerts einer Währung. Sie wird gewöhnlich in der Form durchgeführt, daß durch Gesetz der Goldgelialt oder der Goldanspruch der Währungseinheiten herabgesetzt wird. Auf das deutsche Beispiel angewendet: Da die deutsche Währung eine Goldwährung ist, deren Parität im Münzgesetz so festgelegt worden ist, daß ein Kilogramm feines Gold Z790 Reichsmark gleichsteht, so mühte ein« Devalvation zu einer Aendcrung dieser Relation führen. Im Falle einer Devalvation um 20 Pro- z c n t würde festzusetzen sein, daß künftighin einem Kilogramm Feingold 3348 Reichsmark entsprechen. Dies würde gleichzeitig zur Folge haben, daß der Kurs der Reichsmark gegenüber den stabilen Goldwährungen der Welt um 20 Proz. sinkt-, der D o l l a r k n r s wäre dann in Berlin statt bei rund 4,20 Mark bei etwas über ö Mark zu halten. Etwas grundsätzlich anderes als die Devalvation ist die„Abkehr vom Goldstandard'. Hierbei wird die gesetzliche Ber- koppelung von Währungseinheit und Goldwert überhaupt aufge- haben. Der neue Wert(im Verhältnis zu anderen Währungen und zum Golhe) wird überhaupt nicht von vornherein festgelegt. Daraus ergibt sich ein schwankender Außenwert der Währung. Was Eng» l a n d im September gemacht hat, war keine Devalvation, sondern eine Abkehr vom Goldstandard. Kennzeichnend ist für England, daß man den Deflationsdruck(Krisenwirkungen) bekämpfen wollte. Die Währung war in England nicht durch eine vorhergehende Inflation, sondern durch den überstürzten Abzug von Auslandskredilen ge- stihrdet. Eine Ausfuhrsieigerung ist kaum zu erwarten. D!an verspricht sich in Deutschland von einer Abwertung der Mark vor ollen Dingen eine Ausfichrsteigcrung und zum mindesten bessere Konkurrenzverhältnisse auf dem Weltmarkt. Nach Wagemann dürsten zur Erreichung dieses Zieles die deutschen'Inlandspreise noch der Herabsetzung des Markwertes überhaupt nicht oder nur wenig steigen, der Weltmarkt müßte für einen erhöhten deutschen Export aufnahmefähig sein, und endlich müßte der Export so groß werden, daß er entscheidenden Einsluß aus den Absatz der deutschen Produklionswirtschajt erlangt. Die Erfüllung dieser Voraussetzungen sei kaum zu erwarte». In Deutschlaud werde die Bedeutung des Expor'ts überschätz t. Man achtet zu sehr auf den großen Export a n t e i l einzelner Industrien und zu wenig aus den Anteil des Exports an der valkswirtichaftlichen Gesamt Produktion. Im Jahre 1927 seien 32.7 Millionen Erwerbstätige in Deutschland vorhanden ge< mcsen. davon seien für die Ausfuhr mittelbar und unmittelbar 3,2 Millionen beschästigt gewesen. Im Jahre 1930/1931 standen 33.Z Millionen Erwerbstätige 3,6 Millionen gegenüber, die direkt oder" indirekt für die Ausfuhr tätig sind. Bon den tatsächlich Beschäftigten lunter Berücksichtigung der Arbeitslosen also) seien 1927 mir 10 Proz.. 1930 nur 13 Proz. der Erwerbstätigen für den Export tätig gewesen. In der ganzen Welt werden jetzt die E i n f u h r m ö g li ch- leite» durch staatliche Maßnahme» verringert. Die Her- absetzunz des Markwcrtes könne nut großer Sicherheit diese Schmie- rigkeiten nicht überwinden, da man insbesondere gegen Deutschland Antidumpinggesetze beschließen werde, wenn der deutsche Export gesteigert würde. Die Verteidigung des bisherigen Standes der Aussuhr durch eine Entwertung der Mark und folgende Export» Preissenkung habe auch keine günstigeren Aussichten, denn mich in den Iahren 1930/1931 hätte die starke Senkung der Exportpreise einen Rückgang der Export mengen nicht verhüten können. Mit Sicherheit ist durch eine Abwertung der Mark«ine Verringerung dcrE infuhr zu erwarten. Ein niedrigerer Goldwert der Mark erhöht das Nominaleinkommen des Inlandes nicht. Daraus ergibt sich der Zwang zur Verminderung der Einfuhr. Eine Verringerung der Einfuhr ist bei Waren zu ertragen, die im Inland hergestellt wer- den. Aber auch hier ist schon zu berücksichtigen, daß Ver- geltungsmaßnahmen des Auslandes neue Ausfuhrerschwerungen bringen können. Der überwiegende Teil der Einfuhr besteht ober aus R o h st o f f e n und Nahrungsmitteln, die stn In- lande nicht hergestellt werden können. Ihre Verknappung muß die Beschäftigung zahlreicher Industrien für die Ausfuhr verringern B. Textil- und Metallindustrie) und auf der anderen Seite im Inlands preistreibend wirken, was wiederum die Aussuhrmöglich- leiten mindert. Auch die Hoffnung, daß die Handelsbilanz durch«ine Abwertung der Mark erheblich verbessert werden könne, ist wahr- scheinlich trügerisch. Bor allem fragt es sich, ob eine Ver- besserung der Handelsbilanz nicht auf Kosten des Binnen- Marktes erzielt wird. Ist nämlich der produkkionsaussall im Inland größer als der „Gewinn" an der Handelsbilanz, so ist für die volkswirlschafMche Bilanz im ganzen doch ein„Verlust" zu buchen. 500 Millionen Mark Außenhandelsüberschuß entsprechen in Deutschland noch nicht einmal 1 Proz. des jährlichen Volkseinkommens. Wenn also als Folg« der Markabwertung die inländische Wert- schöpfung um nur 1 Proz. beeinträchtigt würde, dann wäre für die Volkswirtschaft im ganzen trotz des Außenhandelsgewinns noch ein Rsinausfall an Produktion und Einkommen vorhanden. Gewiß kann im Augenblick durch Verringerung der Einfuhr und Erhöhung der Ausfuhr der Devisenbedarf geringer werden, aber späterhin ist ein Rückschlag zu erwarten, wenn als Folge deMaßnahmen der Binnenmarkt einschrumpft und damit auf Ilm- wegen auch die Exportfähigkeit. Die Zlachkeüe für die Inlandsindustrien. die sich aus einer Markabwertuirg ergeben, sind außerordentlich ernst. Die deutsche Industrie ist mit einem großen Teil ihrer Rohstoff. Versorgung vom Ausland abhängig. Beziffert man die industrielle Wertschöpfung im Jahre 1922 auf 32 Milliarden Mark, so kamen davon mehr als 6,9 Milliarden Mark auf den Wert einge- führter Rohstoffe und Halbwaren. Im Jahre 1930 war das Verhältnis noch ungünstiger, der Wertschöpfung von 26 Milliarden standen mehr als 5,3 Milliarden eingeführt« Roh- ftoffe und Halbfabrikate gegenüber. Eine Entwertung der Mark bedeutet die Erhöhung des Kostenanteils dieser E i n s u h r e n in der Produktion. Ob diese Kostenerhöhung auf die Käufer abgewälzt werden kann, oder von der Industrie selbst getragen werden muß. hängt von der Marktlage ab. Diese aber ist ungünstig. A in st ä r k st e n belastet würden in solchen Fällen In- dustrlen, die in erster Linie im Inland verkaufen müssen und dabei ans Ausland verschuldet sind, die also höhere Rohstosskosten haben und außerdem noch ihre Zinsen und die Tilgung des Kopitals in der besseren Währung des Auslandes bezahlen müssen. Höhere Preise im Inland sind als Ersatz nicht ohne weiteres zu erwarten. Denn die Schrumpfung der Kaufkraft würde im Inland ja fortbestehen und allen Preissteigerungen im Wege stehen. Absatz- schrumpfung bedeutet ober für die Industrie Erhöhung der fixen Kosten, damit aber eine neue Schmälerung der Möglichkeit, den Export zu steigern. Für die deutsche candwirischafi sind vou einer Abwertung der Mark ebenfalls keine vorkeile zu erwarten. Em großer Teil der landwirtschaftlichen Inlandskredite lautet auf G o l d. Eine Abwertung der Mark würde die Kredit- lasten zunächst noch erhöhen. Selbst wenn man die Devalvation auch auf diese inländischen Goldkredite anwendet, tritt eine Bilanz- Verbesserung der landwirtschastlichen Betriebe noch nicht ein, denn Preise uiü) Verschuldung bleiben ja vorderhand auf der gleichen Höhe. Die Landwirtschaft wird aber auch auf eine Preissteigerung für landwirtschaftliche Produkte nicht rechnen können, denn einmal bleibt die Kaufkraft der Konsumenten im Inland gleich, zum anderen wird sie durch die Verteuerung der Auslandswaren und der aus- ländischen Rohstoffe enthaltenden Industriewaren stärker in An- sipruch genommen. Für die Landwirtschaft bleibt weniger Kaufkraft übrig. Diese nachteiligen Wirkungen für die Landwirtschast sind umso größer, je starrer man daran seschält, die Löhne, Mieten und Tarife auf dem alten Stand zu halten. Die ZNarkabwerknug ist aber auch eine Aufwertung der Verschuldung ans Ausland. was wieder für die Industrie und die übrige Privatwirtschaft neue Lasten bringen muß. Don den langfristigen deutschen Auslaicds- anleihen kommen 64,1 Proz. auf öffentliche Anleihen. Der Fiskus muß mehr Mark für Ziasen und Tilgung zahlen. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als für den Dienst der Auslandsschuld Stenern und werkstarise zn erhöhen. Für die ans Auslaad kurzfristig verschuldeten vauken würde die Markentwerlung einen neuen Passivposten i» der Bilanz schassen, der bei einer herabwertnng der Mark nrn 20 Proz. bis zu 2 Mit- liarde» Mark reichen und damit das eigene Kapital der Banken erheblich überschreiten würde.(Die Banken wären also dadurch allein schon bankeroll.— D. Red.) Restlose Dertraueuszerskörung. Die haupkgefahr der Devalvation liegt aber darin, daß sie das hauptübel der Wirtschaft, nämlich die Störung der Produktion«- steucruug noch verstärkt. Die Geuesungskräste zur Ueberwlnduvg der Krise scheinen gelähmt zu sein. Die Kredilkrise, di« sonst eine Hochkonjunktur beendet, ist diese» Mal nach zwei Iahren stärkster Preis- und Umsahsenkungen ausgetreten. Das deutsche Kreditsystem hat dle Feuerprobe der Krise nicht bestanden. Das vertrauen ist mit der verhängnisvollen wirknag erschüttert, daß die im Krisen- prozeß frei werdenden Gelder sich dem Produktionsprozeß entziehen. Vichts wäre daher gefährlicher als eine Maßnahme, die, wie die Devalvation, das vertrauen noch mehr untergraben würde. Jeden- falls besteht die Gefahr, daß die durch die Krise frei werdenden Geldkapitollen sich von der Produktlouswirtschaft noch mehr zurück- ziehen und noch mehr fernhalten als bisher. i Börse im Dunkel? Klarheit besser als Ungewißheit. In Deutschland sind die Börsen mit einer kurzen Unterbrechung seit dem Juli geschlossen. Wertpapiere werden aber trofcdem ge- hcnGelt und zwar cm teiephonischen Verkehr von Bank zu Bank, nur daß durch die Schließung der Börsen keine Feststellung amt- licher Kurse erfolgt. Kursbildung bei den Wertpapieren voll- zieht sich also völlig im Dunkel. Der Börsenvorstand hat jetzt für die endgültig« Abwicklung aller Zeitgeschäste Liquidati anskurse festgesetzt. Es sind dies Kurse, zu denen sich di« Abrechnung dieser Termingeschäfte zwischen Käufer und Verkäufer vollzieht. Dies« Kurse werden nicht allgemein veröffentlicht, da sich das preußische Handels- Ministerium als Aufsichtsbehörde dagegen ausgesprochen hat. Vielmehr sollen diese Liquidationskurse nur den Mitgliedern der sogenannten Liquidationskasse(Abrechnungsstelle für Börsenternun- g eschäste), also den Großbanken und Privatbankiers, mitgeteilt werden. Das Handelsmimsterrum beruft sich bei seinem Einspruch gegen die Veröfsentlichung der vom Börsenvorstand festgesetzten Kurs« auf die Notoerordnung vom 3. Oktober d. I., die ein Verbot für allgemeine Kursbekanntgab e vorsieht. Es ist verständlich, daß dos preußische Handelsnünisterium gewisse Bedenken gegen eine allgemeine Veröffentlichung diese r Wertpapierkurfe hat. Wir glauben aber trotzdem, daß das preußische Handelsministerium mit seinem Einspruch gegen eine allgemein« Bekanntgabe dieser Kurse keine glückliche Hand gehabt hat. Zunächst ist eimnal die Geheimhaltung der Kurse weit- gehend durchlöchert, da diese doch den Großbanken mit ihren zahlreichen Depositenkassen und auch allen Prioatbonkiers zugänglich gemacht werden. Außerdem können die an den Kursen interessierten Kreis« des Publikums jederzeit aus der ausländischen Presse ersehen. wie der Kurs der im Auslande gehandelt« n deutschen Wertpapiere sich heute stellt. Unter diesen Umständen glauben wir, daß die Beunruhigung unter den Wertpapierbesitzern bei einer Bekannt- gäbe der zweifellos sehr niedrigen Kurs« nicht größer wird, als sie durch die gegenwärtige Praxis der amtlichen Stellen jetzt schon ist, wo die Kurse sozusagen auf dem Schleichhandels- wege in die Oeffentlichkeit dringen. Di« verantwortlichen R«- gierungsorgone sollten sich auch in dieser Frage sagen, daß Klarheit niemals so beunruhigen kann wie Ungewißheit. Auhaliende llmsatzschrumpfuaq beim Röhrensyndikal. Im Ro- vember hat sich der Umsatz im Röhrengeschäft den Mitteilungen des Syndikats zufolge noch verschlechtert. Der Austragseingang ist weiter zurückgegangen und macht bei den Mitglledwerken ein Fortbestehen der scharfen Betriebseinschränkungen erforderlich. Noch immer hohe Biergewinne. Es werden bis zu-18 proz. Dividende gezahlt. Die ersten Brauereiabschlüsse zeigen, baß die Lage der Brau- iubustrie»och lange nicht so ungünstig ist, wie man nach den Deklamationen des Deutschen Brauer-Bundes während des ganzen Sommers annehmen mußte. Mag sein, daß kleinere Brauereien hier und da durch den Absatzrückgang in Schwierigkeiten geraten sind, mag sein, daß viele große Brauereien jetzt das Fett der stillen Reserven angreifen müssen— aber für solche Krisenzeiten wie heute sind dies« Reserven ja gebildet worden. Und die Behauptung, daß jetzt am Bier nichts mehr verdient werde. wird durch die ersten Abschlüsse Lügen gestraft. Die Freiherrlich von Tuchersche Brauerei A.-G. in Nürnberg wird auf ihr ö-Millionen-Mark-Kapital für das am 30. Juni zu Ende gegangene Geschäftsjahr 1931/31 eine Dividende von 5(im Vorjahre 10) Prozent zahlen. Im Geschäftsbericht wird der Rückgang des Absatzes richtigerweise in erster Linie mit dem Rückgang der Kaufkraft der breiten Masicn bc- gründet. Dadurch rückt die Verwaltung von der sturen Behaup- tung der Verbände ab. daß der Rückgang allein auf die Steuer- erhöhung und die daraus folgende Bterpreiscrhöhung zurückzu- führen sei, Momente, die natürlich den Absatz auch gehemmt haben. Die Gesamteinnahmen bei Tucher sind von 7,2 auf 6 Millionen Mark, der Reingewinn von 0,S7 auf 0.30 Millionen Mark zurückgegangen Wesentlich günstiger ist der Abschluß der. Brauhaus Würzburg A-G. vom 31. August. Die Dividend« aus das 2B'MÜlwnen-Mark-KapUal ist von 11 auf 8� Prozent ermäßigt worden. Das Unternehmen hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr drei kleinere Brauereien in Kitzmgen angegliedert, ohne daß die Bilanz dadurch an Liquidität eingebüßt hätte. Dem Rückgang des Bierabsatzes um 20 Prozent steht eine Steigerung des Absatzes von alkoholfreien Getränken um 30 Prozent gegenüber. Wie aber will man von der Not des Braugewerbes sprechen, wenn die Lederer Bräu A.-G. in Nürnberg dieselben Rekorddividenden wie im Vorjahr zahlt! Bei einem Kapital von 2,7 Millionen Mark wird für das am 30. September abge- laufene Geschäftsjahr auf die Stammaktien eine Dividende von 14 Prozent, auf die Vorzugsaktien eine Dividende von IS(bzw. 6) Prozent gezahlt. Die Einnahmen aus Bierabsatz sind um 10 Prozent, von 3,7 auf 3,3 Millionen Mark, gesunken. Der Absatz ist noch so hoch, daß eine erträgliche Ausnutzung der Anlagen möglich ist. Wie glänzend die Lage dieser Brauerei ist, geht daraus hervor, daß sich die Bankguthaben noch von 1,2 auf 1,5 Millionen Mark erhöhten und jetzt bei weitem mehr als die Hälfte de» Kapitals aus- machen. Mit Rohmaterialien für das lausende Geschäfts- jähr ist man günstig(soll heißen: billig!) eingedeckt— davon wird auch noch einmal gesprochen werden müssen! Als außerordentlich günstig muß auch der Abschluß der Roichelbräu A.- G- in Kulmbach bezeichnet werden. Dieses Unlernehmen. das von dem Dresdner Bankhaus Gebr. Arnhold be- herrscht wird, kann die hohe Dividende von 15 Prozent(im Vorjahr 20 Prozent) zahlen, obwohl das Kapital inzwischen von 2.4 auf 3,5 Millionen Mark erhöht wurde. Die von der Reichelbräu ab- hängtge Kulmbacher Rizzibräu Sl.-S. zahlt 10(13 K) Prozent Dividende', die Sandlerbräu A.-G. verteilt ebenfalls 10(14) Prozent Dividende. Vielfach sind aber die Herabsetzungen der Dividenden gar nicht die Folge verringerter Gewinne, sondern dt« Folg««wer vorsichtigen Finanzpolitik, die vor allem auf die Stärkung der Rücklagen Bedächt nimmt. Da» gilt» wie«wo gut infor- miert« Stelle oersichert, besonders für die HamburgerBraue« r a i e n. die ein dementfprechendes Abkommen getroffen haben sollen. Gleichwohl wird die Baoaria und St. Paulibrauerei A.» G-, Altona, ein« Dividende von 9(14) Proz. zur Verteilung bringen. Die Aktienbrauerei Heidelberg wird in diesem Jahre über- Haupt kein« Dividende(im Borjahr 12 Proz.) zahlen, nicht well sie nichts verdient hätte, sondern weil der gesamt« Ge- winn zu Rückstellungen verwandt wird. Die Brauhaus Nürnberg A.-G. zahlt 10(12) Proz. Dividende: die gleichen Ziffern gelten für die Brauerei Feldschlößchen-Streitberg A.-G., Braun- schweig. Es kommen allerdings auch niedrigere Sätze vor: so zahlt die Hennenbrauerei, Naumburg, 4(6) Proz., die Brauerei Geismann, Fürth, 7(12) Proz. Dividende. ( Gibt es ober in Deulfchlaud auch nur einen Zndustriezweiq. der in diesem Srisenjahr eine so hohe Durchschnitts. d i v i d e n d e zahlen kann, gibt es sonst Unternehmungen mit solchen Rekordsöhen? Die Berliner Kindl-Brauerci hat bisher nur die Dividendenziffern bekanntgegeben. Wenn dieses Unternehmen auch eine besondere Stellung im Braugewerbe einnimmt, so sind doch die Sätze von 18 Prozent(auf das Stamm-Prioritäten-Äapital von 5 Millionen Mark) und 16 Prozent(auf das Stamm- kapital von einer Million Mark) für ein Kriscnjahr ganz außerordentlich hoch. Aber noch mehr— die Kindl- Brauerei zahlt tat- sächlich eine bedeutend höhere Gewinnsumme aus als im vorigen Jahr, weil in diesem Jahr das erhöhte Kapital gewinn- berechtigt ist. Im vorigen Zahre wurde an Dividende(24 bzw. 22 Prozent) insgesamt 1.205 Millionen Mark gezahlt, in diesem Zahre sind es 1,279 Millionen Mark. Damit nicht genug, in diesem Zahre wird auch die Hälfte der im Vorjahre den Aktionären gratis überlasienen Genußscheine mit 100 Prozent eingelöst. Das bedeutet im günstigsten Zolle eine Dnrchschniktsdividende von nicht weniger als ZS Prozent! Die Berliner Kindl-Brauerei weiß also kaum, wie sie ihre Ge- winne unterbringen soll. Nach besonderer Besorgnis für die weitere Geschäftsentwicklung sieht das wahrhaftig nicht aus! Skandal um Margarine. Llnverantwortliche Preissteigerungen des Syndikates. Die Margarine ist in der Nachkriegszeit zu einem unentbehr- lichen Nahrungsmittel für breite Schichten der arbeitenden Be- völkerung geworden. Mehr denn je sind mit der Verschärfung der Krise die Massen der Werttätigen zum Margarinekonsum über- gegangen, da Arbeitslosigkeit und Lohndruck den Butterverbrauch zwangsläufig gedrosselt haben. Das ununterbrochene Fallen der Rohstoffpreise und die tech- nische Verbesserung der Produktion haben dazu geführt, daß Margarine auch für die ärmsten Schichten noch zu kaufen war, denn die billigsten Sorten wurden im Großhandel bereits zu 25 bis 30 Pf. je Pfund umgesetzt. Jetzt hat das Margarine- f y n d! t a t, dem sowohl die freien Fabriken als auch der holländisch- englische Margarinetrust Jürgens van den Bergh angehören, Plötz- lich die billigste Margarine auf 32 bis 33 Pf. je Pfund verteuert. Diese überraschende Verteuerung um 15 bis 20 Proz. ist um so skandalöser, als hiervon nur dir Aermsten der Armen, die das hauplkontingenl der Käuserschaft für diese billigste Sorte darstellen. betroffen werden. Außerdem aber liegt für das Margarinesyndikat nicht der mindeste Anlaß vor, die Preise zu verteuern, denn die Kosten für die Rohstoffe liegen zur Zeft noch um annähernd 20 Proz. niedriger als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Auch der Hin- weis des Syndikats, daß es sich bei den billigsten Marken um so- genannte Kampfpreise gehandelt habe, die für die Industrie ruinöse Wirkungen gehabt hätten, ist ganz und gar nicht stichhaltig, denn wir kennen verschiedene freie Fabriken, die, die auch bei diesen billigen Preisen sich sehr gut entwickelt haben:- Die Hintergründe für das unerhört« Vorgehen des Margarme- fyndikats sind aber ganz ander». In Wirklichkeit verhalten sich die Ding« so, daß der internationale Margarinetrust. dessen Produktion mehr auf die teure Markenwar«„Roma im Blauband' und die Marke„Sanella' zugeschnitten ist, im Kon- kurrenztampf bei den billigen Sorten zugesetzt hat. va, Hauptinteresse, die Preise für die billigste Margarine ans. zustocken, liegt also bei diesem internationalen Trust. Für die unabhängigen Fabriken hätte nun die Möglichkeit vorge- legen, die Wünsche des Margarinetrusts auf Preiserhöhung abzu- schlagen. Da der Margarinetrust aber in Deutschland den größten Teil der Oelmühlen, und damit die Borfabrikation für die Margarineindustrie, beherrscht, sind auch die sogenannten„unab- hängigen' Margarinefabriken weitgehend von dem Margarinetrust al« Lieferanten abhängig. Der Trust hat sich auch bei dieser Gelegenheit nicht gescheut, dieses Druckmittel der Abhängigkeit gegen die freien Fabriten weidlich auszunutzen. Es ist in diesem Zusammenhang äußerst bezeichnend, daß eine einzige Firma, die zugleich neben der Margarinesabrit auch«in« Oelmühle besitzt, die Firma Walter Rau, sich dem Preissynditat nicht angeschlossen hat. sondern nach wie vor ihre Margarine zu den billigen Preisen oerkaust. Diese Vorgänge ans dem Margariaewartt beweisen aufs neue. daß die Syndikate in Deutschland nach wie vor auf den Preis- abbau pfeifen, sich im Gegenteil sogar erdreisten, die Preis- schraube bei de« lebensnolwcndigsteu Nahrungsmitteln für die aller- ärmste Bevölkerung rücksichtslos anzuziehen. Das vorgehen des Margarinesyndikals muh in der Veffenllichkeit wir ein Hohn auf die vorgesehenen Begierungsmaßnahmen wirken. Oer Fluch der Lahusen-pleite. Geraer Togadetriebe stillgelegt. Die Toga, Bereinigte Webereien A.-G.. in der die Woll- betriebe des Lahusen-Konzerns zusammengefaßt waren, hat jetzt ihre Geraer Betriebs st i l l g« l e g t. Nach der Uebernahme der „Toga' durch die Gebr. Berglas, Mech. Kammgarnwebereien in Berlin, war anzunehmen, daß diese Betriebe in Gang erhalten werden konnten, da es sich bei dem Geraer Werk um technisch her- vorragende Betriebe handelt. Ob die Stillegung nur eine vorläufige ist. läßt sich noch nicht beurteilen. Jedenfalls Ist mit der Durchführung der Stillegung am 1. Dezember begonnen worden: in etwa zehn Tagen wird das 5zauptwerr völlig ruhen. Die Fabrikations- und Appreturanstalt vormals Schütze u. Leube verfügt noch über Aufträge, die bis zum Jahresende Beschäftigung geben, und soll dann gleichfalls stillgelegt werden. Sämtliche Angestellte haben die Kündigung zum Jichres- schluß erhalten. So wirkt sich das Wirtschaftsverbrechen der Lahusen in einer Kette von Stillegungen und Mossenkündi- gungen aus. �adio-philips in England. Äie holländische Gesellschaft überspringt die neuen englischen Zölle. Nachdem in England auf die Einfuhr von Radiogeräten und Glühlampen ein Wertzoll von 50 Proz. gelegt worden ist, hat der PHUips-Konzern sofort den Ausbau seiner englischen Tochtergesellschaft beschlossen. Bisher wurden 70 Proz. de» Lampenoerkauss dieser englischen Gesellschaft durch Erzeugnis«« gedeckt, die in England selbst hergestellt worden sind, während der Rest aus Holland eingesührt wurde. Nachdem jetzt die Einfuhr so gut wie unmöglich gemacht worden ist, sollen auch die restlichen 30 Proz. in den englischen Anlagen hergestellt werden. Das gleiche gilt für Rundfunkgeräte. � Wie die Berrvaltung betont, wird durch diese Maßnahmen die Stellung des Philips-Konzerns auf dem englischen Markt trotz der Zoll maßnahmen und trotz der Inflation nicht geschwächt, sondern im Gegenteil gestärkt. Die holländisch- Glühlampen- und Radio- ausfuhr ist im übrigen auch im Jahre 1031 ebenso wie auch im vergangenen Jahr immer weiter zurückgegangen, teils infolge, der Erschwerung durch Zölle und Jnflationswirkungen bei den Käusei- ländern, teils, weil der Philips-Konzern auch in vielen andere» Fällen seine Produktion immer stärker in ausländische Tochtergesellschaften verlegt hat. In den e r st e n zehn Monaten 1931 ging die Ausfuhr von Rundfunkgeräten ans Holland von 51,5 auf 37,2 Millionen Gulden zurück, die Glühlampenausfubr von 19,4 auf 11,3 Millionen Gulden. Dies« Zahlen beziehen sich fast ausschließlich auf Erzeugnisse des Philips-Konzerns, dessen B.«- legschast infolge der verringerten Beschäftigung stark a>, gebaut worden ist. PB Neue Nankiusolvenzsn. Die seit fast 25 Jahren besteh eiche Bank für Handel und Grund- besitz in Frankfurt a. M. hat jetzt ihre Schalter geschlossen. Die Verwaltung teilt mit. daß die anhaltenden Abhebungen von Ein- lagen sie dazu gezwungen haben. Die Abhebungen habe» d'c ftüssigen Mittel völlig erschöpft. Durch da? völlig« Daniederliegen des Hypothekenmarktcs war es nicht möglich, für die Bant einge- tragene Grundschulden und Hypotheken zu mobilisieren. E>>'.c volle Befriedigung der Einleger soll möglich sein. Zugleich wird gemeldet, daß die Bant für Handel und Grundbesitz«. G. in. b. H. in S t a r g a r d das gerichtliche Vergleichsverfahren beantragt hat. 5)ier liegt ein ziemlich böser Fall vor, denn die Bank fordert von ihren Sparern ein hundert- prozentigcs Moratorium einschließlich der Zinsen. Auch die Wernigeroder Bank für Handel und Gewerbe ist durch die fortgesetzten Abhebungen, die über 600 000 M. seit dem Juli betragen, zur Schließung ihrer Schalter gezwungen worden. Verluste für die Kunden sollen nicht entstanden sein. MUCuhk uOiCh verderblich« Vieren vom vprmnn euMpeu« bioBHen Verbaut soweit Vorrat Obst, Gemüse manüarinen Ernnosta iuainussa Htiiiiossa. Paranoasa.. HradimaBdain. ftnanaa.... KocüBiriiBn.. EBapiei.... flmerik. dsplei. weiEfconi... BronKoni... BiamenKPhi.. . S PW. .» PId. ,. Pfund , Ptund. ...Pfd. .. Pf« .. Pfd. . Pfd.(b . 3 PUL , Pfund .• PW. .. Pfd. .. Pfd. • Kopf tb 0.35 0.58 0.25 0.30 0.45 0.44 0.54 0.58 0.20 0.10 0.24 0.00 0.00 0.15 Wild, Geflügel wiidachuein Bian..pid.o.65 wiiBscnujßin-michep.»<1.0.75 uüidsctluialn-UHlB»d. 0.05 Hartoneimeftl Waizanmeai- KanincbBD Hasen.. RshDiattap. ujiiiliaoout. Hirscnniatt. HirtcnmcKSB Nirscnniuia . Pfd. abO.TS .Pfd. ab 0.04 .Pfd. ab 0.85 ,.. PW 0,28 .Pfd. ab 0.58 .Pfd. ab 0.75 . Pfd. ab 0.95 Frische SuppenhOhflarRut 0.70 Entan-..pw. ab 0.75 Junge Binsa....Pfd.o.78 UlfllgahUhR BF gefror, Pfd. ab 0.75 Kolonialwaren ..Pfd. 0.20 .. Pfd. 0.22 .Pfd. 0.24 .Pfd. 0.58 . Pfd 0.45 Pfd. ab 0.38 .Pfd 0.36 6 Bti. 0.20 PhiLd 0.30 .Pfd 1.40 .Pfd. 1.00 .Pfd. 0.38 . Pfd. 0.45 810 1.80 M,nff,nabgabe vorbehalten r tÄ/UfStiH�areit Fr. Blut- Bö. LeBeriu. pm o.so Horinthen Rosinen.... Suitaninan... monn. mau.... uaninin.... fWZvllll!)!'... mandaia, sOB.. Zitronat HCHOS garaapelt. Iianoei-Ersaiz.. allaS Pfund 8.80 Käse FranstocnsRasBioo/.ssfek. 0.25 Brtiecken vouiatf.- srox. 0.35 HarZSr.. l-Phrad-Pahe» 0.32 stanoanMise 20°/°. Pfund 0.42 EmmiDthalBr«/« 30% sta 0.4s BiocK-Kasa 20%..piund 0.80 TllSllar vollfett... Pfand 0.84 Sseinhuscnsr vom-« Pfand 0.78 Edaiäar v«>»ieft,. Pfund 0.70 Brlaliita vom-«.. Pwnd 0.72 Wig. Btsioea vom.. Pwnd 0.S2 ButtarnasB vom«» pw o.os Emraantnf iero.R,vo!if.Pfund 0.98 Scmualzer Hase pfu-w ab 1.00 HaDiian 1. qi.. Seelachs l o*. Hotoars.. a scneiifisen... üaniian-Fiiet., PW. ab 0.14 PM. ab 0.14 ..Pfd. 0.14 ....0.11 .PId. ab 0.24 spronen.... Eng). FaiiDBcminge siocsso-Finoasro. sieinhiifiar... BppB-üaia.... .pfd. 0.28 oeatscn.iuerniotuiein urO.05 . pw. 0.25 spanischer Rotoaio. ur.0.95 .pm. 0.38 Hitsr Horn 32%...ur.3.20 ojb jan.-Rum-uerscbR.380/0Ltr.4�o Bund 0.25 onotsch.wiinnrand.ur«.40 Margarineo. rainiBttiPkt. e.75 Rahsebmaiz..... mo.52 Baisbuitar..... Pid.1.10 Tataihoner..... pm 1.24 OSR. Bilttir..... Pfd. 1.32 landieiieruiurst... o.m SpBckwursi... 0,70 FiBischrotwurst.. 0.7s Hausm.-LBberiuyrit, 0.88 flllflltUI. Braunschw. Art, 0.90 SchinhenBGkefi.... o.so Jagduiursi...... 0.90 FlBlSChWUrS!.... 0.98 POlDlECtlfl...... 1.00 KOmiRBiwurst.... 1.05 Ii. LBdspuiursf..., 1.10 CBruBiato-Baiami... 1.18 KnoblBuchuiurst... 1.10 Scliinkenspeck.... 1.35 FendspRiuiurst.... 1.38 scmnkenuiurst... 1.38 TBBUIUPSI fein... 1.38 TBBWUPSlgrob.... 1.35 Fleisch p.uup Kaihskamm......»0.50 Hamsörust......bC.ss Kalbskeule......bO.72 HaM»QPdBP(l. fr..ab 0.64 KaBlep....... ,b 0.70 Sctiuiainabauch... o.ss BciMaseMn.. 0.72 schuveinebJtt..... 0.79 ROckentan dr.»...,.. 0.64 uasan........ 0.60 seh uieina-Kamm n. sciiun 0.74 S0M6-K0tBl8!t. ElSbein gac., mit Spitt. SuDpentieiscii.. sctimopiieisch... Pflke piDDCbeii. Scbuisinaiebep. scbwamaniaran. ab 0.80 0.54 ab 0,58 .0.83 0.98 0 74 0.94 0.68 1 Außerdem: GROSSER mit zeltgemäß niedrigen Preisen! WEIHNACJHTS« 7!r 567* 48 Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Freitag, 4. Dezember 1931 Alfved 3>rugel: Sllti 11�01 Iii Cfe kleine, billige Darküche lag in einer Seitenstraße, die in den lärmenden Strom der Hauptstraße einmündete Das Rollen der Straßenbahnen, die grellen Hupen der Autos drangen bis in den Speiseraum, in dem Gäste an kleinen Tischen saßen und hastig ihren Teller leer aßen Es waren Angestellte aus den Büros der Umg:gend kleine Ladenmädchen und Stenotypistinnen, Arbeitslose, auch zusällig Vorübergehende, die, durch die Reklameschilder in den Fenstern der Speisewirtschaft verlockt, eintraten, um schnell und für wenig Geld ihren Hunger zu stillen. Ging die Tür auf, so zogen in Schwaden die Gerüche der Speisen aus die Straße hinaus, und hinter ihnen her kamen die Geräusche der klappernden Teller und Destecke In dieser Garküche habe ich ihn zum erstenmal gesehen. Es war kurz nach zwölf Uhr und kein einziger Stuhl war frei. Er saß in einer Ecke an einem großen Tische, mitten unter jungen Leuten, deren Spähe und Gelächter den ganzen Raum anfüllten. Selbst der Bediene», ein älterer Mcmn mit einem undurchdringlich ver- schlossenen Gesicht, das das Leben gebeizt hatte wie eine Maske, ließ sich zu einem Scherzwort herab. Er, der sonst immer mit würdiger Gemefsercheit, die an diesem Orte geradezu grotesk wirkte, 7 die Speisen nach den Tischen trug. Inmitten der jungen Leute also saß der Alte. Er machte den Eindruck eines ausgedienten Beamten, eines Menschen, der die Kraft und Wärme eines ganzen Menschenlebens an irgendeinen kleinen, untergeordneten Posten verschwendet hatte, und nun verbraucht und verlassen von seiner kleinen Pension lebte. Seine Kleider wirkten altmodisch und verschlissen. Er mochte den peinlich sauberen Anzug wohl schon viele Jahre getragen haben. Kurz, alles an ihm machte den Eindruck, den Nienschen hervorrufen, die jede Stunde ihres Lebens und jeden Pfennig ihres knappen Verdienstes einteilen müssen und nie ein einziges Mal mit vollen Händen geben oder nehmen können. Die immer zu kurz kommen und endlich von selber das Bescheidensein und Zurücktreten lernen. Und doch hatte sein Kops etwas Ehrfurchterweckendcs und Patriarchenhaftes. Sein von Falten kreuz und quer durchfurchtes Gesicht errnnerte an die Gesichter aller Bauern, die einem mllunter in entlegenen Dörfern auffallen. Gesichter, die in unserer Zeit immer seltener werden. Sicherlich hatten seine Eltern noch auf dem Lande gelebt, und erst die Kinder Halle das Schicksal in die große Stadt verschlagen. Er saß umringt von der Heiterkeit der jungen Leute, ohne quf sie zu achten. Er schien gan,; in sich selbst versunken zu sein, und er aß langsan» und bedächtig, ohne von seinem Teller aufzublicken. Ein merkwürdiger Kontrast zu den jungen, lachenden Gesichtern um ihn heruim Als er mit Essen fertig war. holte er aus seiner Rocktasche eine kleine Tabakspfeife, stopfte sie umständ- lich und verließ, nachdem er sie in Brand gesteckt halle, das Lokal. Nicht ohne dem Bediener zuzunicken. Die jungen Leute unter- brachen ihr Gespräch, sahen ihm nach und begannen wie auf Kommando gleichzeitig in ein Gelächter auszubrechen. Ich habe ihn dann noch viele Male in der Mittagszeit an dem großen Tisch in der Ecke sitzen sehen. Manchmal allein, manchmal mit andern, von deren alltäglichen Gesichtern sich sein vom Leben geprägter Kopf abhob. Wer eines Tages— es war ein trüber Novembermittag— fetzte, ich mich neben ihn, und es gelang mir, den Alten in ein Gespräch zu verwickeln Ganz von selbst begann er dann zu er- zahlen von vergangenen Zeiten. Cr meiklte, es fei fchwer. sich jetzt zurechtzufinden, wo die Menschen so schnell unb ohne Behagen in den Tag hineinlebten. Früher sei alles ruhiger vor sich gegangen. Er nannte Straßen, in denen er gewohnt: beschrieb auch, wie sie früher ausgesehen hallen. Bei seinen Worten wurde die Bergangen- hell lebendig. Dreißig Jahre seines Lebens Halle er in einer Kanzlei abgesessen. Hinter Akten und eingehüllt in Bürostaub und trockene Lust. Seine Frau war gestorben. Er stand nun ganz allein. Und er sprach wie einer, der selten plaudert. Doch plötzlich stutzte er. Ueber sein Gesicht glitt ein Schatten. Uns gegenüber hatten zwei junge Leute Platz genommen. Ein Mädchen mit ihrem Freimde. Nach einer Welle jagte der Alte: „Sehen Sie dort den jungen Mann? Ach, es ist ja alles so traurig, aber ich werde es Ihnen doch erzählen. Wir hatten einen Sohn. Er war unser einzige» Kind, und wir haben für»hn gedarbt und gespmt. Wir haben ihn auf das Gymnasium geschickt; er sollte studieren Dann kam der Krieg. Ich sehe noch, wie mein Junge ins Feld rückte. Es war ein langer, grauer Zug Soldaten. Sie hallen Blumen an den Gewehren und sangen. Ich sehe noch sein Gesicht unter dem grauen Helm Er war unsere ganze Hoffnung. Alles hatten wir auf ihn gesetzt. Bei allem, was wir taten, dichten wir an ihn. Aber er ist nicht wieder gekommen. Vermißt— hieß es—, vermißt... Wir haben uns an alle möglichen Stellen ge- wandt Alles umsonst. Niemand wußte, wo unser Junge geblieben ist. Die ganzen Jahre Poben wir gewartet, daß ein Wunder ge- schieht, man liest ja immer wieder in den Zeitungen, daß noch einer zurückkommt, einer von den Vermißten— und daß er eines Tages doch noch vor der Türe stehen könnte. Aber es gab kein Wunder. Wir habe» nichts mehr von ihm erfahren. Warum ich Ihnen das olles erzähle? Ich weiß nicht, wie das geschehen kann: dieser junge Mann da drüben am Tisch ist ihm wie aus dem Gesicht geschnitten.* S* machte eine Pause.„Es ist ja nun schon so lange her*, fuhr er dann fort,„aber ich weiß doch nicht einmal, was aus meinem Jungen geworden ist... Weiß nicht, wie er umgekommen ist..." lind während er dies sagte, rannen ihm aus einmal die Tränen über das G-sicht. Die Leute an den anderen Tüschen sahen ihn an. Sie hoben den Blick. Sie waren ganz verwundert und beinahe er- schrocken, denn sie hatten hier nach nie einen Menschen weinen gesehen. Zluch das Pärchen vom Nebentisch blickte zu uns herüber. Das Mädchen hatte stille, große Augen. Sie rührt« den Freund leicht am Aermel. Halb fragend, halb bedauernd. Der Alte aber fühlte auf einmal die vielen Blicks auf seinem Gesicht liegen. Er erschrak und fuhr sich mit der Hand über die Augen. Seine Züge waren erfüllt von dem Ausdruck tiefen Erlcidens, von einem jahrelangen Schmerz, der jetzt die Ruhe und Verschlosienheit seines Gesichtes durchbrochen hatte. Er stand aus und ging, ohne Gruß und ohne ein Wort zu sprechen. Die Menschen an den Tischen sahen ihm nach Darm aßen sie doppelt so schnell weiter, als müßten sie die verlorene Zeit wieder einholen. Ich bin später noch einigemal in der Garküche gewesen, aber ich habe den Alien nie wieder gejehen Als ich eines Tages den Kellner fragte, schüttelte er nur den Kopf und letzte hinzu:„Er kam jeden Tag pünktlich um dieselbe Zeit. Er wird wohl krank sein.* An diesem Tage saßen wieder die jungen Leute vom ersten Male an dem Tisch in der Ecke. Ich sah einen jeden von ihnen an und mußte unwillkürlich denken: Hilller ihrem Namen wird niemals das furchtbare Wort„vermißt* stehen. Und plötzlich sah ich im Geiste wieder den Kopf des allen Vaters, der viele Jahre lang aus seinen Sohn wartet, umsonst— und in peinigender Ungewihhell über sein Schicksal._ Zischkäse. Bei den türkischen Fischern an den Küsten des Mar» mara-Meeres und der Dardanellen gehört der Fischkäse zu den fast unentbehrlichen Nahrungsmitteln. Dieser eigenartige, aber sehr pikant schmeckende Käse wird in der Weise hergestellt, daß man den Rogen verschiedener Fische trocknet, worauf man die Mass« in Wachs oder dünne Fischblasen einschließt und stark zusammenpreßt, bis sie ziemlich fest, also etwa von käseartiger Beschaffenheit wird. Ber- speist wird der— auch sehr gut haltbare— Fischkäs« mit Essig, Oel und etwas Pfeffer. 'Dr. J.'Murkerl: WeUftädte vor 2000 jähren New Port, Paris, London, Berlin: wir verbinden mit diesen Namen einen bestimmten Begriff, der sich eigentlich erst in der letzten Zell gebildet hat: den Begriff der„Wellstadt". Noch unsere Großeltern kannten dieses Wort kaum So sind wir geneigt, auf unsere Weltstädte schr stolz zu sein, und sie für eine ganz moderne Erscheinung, für das wuchtige Sinnbild gerade unserer Zeit zu halten. Das ist aber ein Irrtum— schon vor Jahrtausenden gab es Weltstädte, die an Bedeutung, Ausdehnung, Einwohnerzahl usw. modernen Wellstädten relativ wenig nachstanden. Es ist außer- ordentlich relzvoll, einmal die Parallelen zwischen heute und einst zu ziehen und die überraschenden Aehnlichkeiten festzustellen, die sich dabei zeigen. Jede große Kultur, von der wir wissen, schuf sich schließlich die Weltstadt: Bagdad und Babylon, Alexandria und Rom waren das nicht weniger, als es heute Paris und Berlin find, ja sie bedeuteten sogar noch mehr, denn die Geschichte der früheren Kul- turen fällt in ihrem Verlaufe mehr und mehr zusammen mit der Geschichte eben jener Städte... Weltgeschichte wird zur Well- stadtgeschichte. Als die erste Wellstadt der Antike kann nmn das im vierten Jahrhundert vor Christi von Alexander dem Großen gegründete Alexandria bezeichnen. Diese Stadt entwickelte sich in raschem Tempo zur Wellstadt und blieb es jahrhundertelang— Rom hat sie in ihrer Bedeutung zwar geschmälert, konnte sie aber nicht ver- drängen. Im damaligen Alexandria finden wir Verhältnisse, die eigentlich kaum einen prinzipiellen Unterschied gegenüber einer modernen Wellstadt zeigen. Ungeheure Karawanenzüge brachten auf den sehr sorgsiillig unterhallenen Reich sstraßen Waren aus aller Well herbei, die Kaufleute fanden in Alexandria genau so wie heute, zahlreiche.Lotels", in den Gassen und Plätzen der Stadt drängten sich die Geschäfte der Handwerker, die ein spezialisiertes Zunftwesen besaßen— es gab Schweineschlächter und Rinder- metzger, Spediteure, Schiffsbauer usw. Zahlreiche Banken, an ihrer Spitze die Zentralbank von Alexandria, regellen die außer- ordentlich komplizierten Gcldverhältnisse jener Zell, Kartelle von Großkausleuten wurden gegründet, Weltausstellungen veranstaltet. Im Hafen lagen die Schiffe der verschiedenen Reedereien, die sich im Konlurrcnzkamps genau wie heute zu muncr größerer Tonnage steigerten.(Eines der damaligen Schiffe faßte z. B. nicht weniger als neunhundert Mann Besatzung.) Auch rein äußerlich bot Alexandria das Bild einer modernen Stadtanlage: gradlinig zogen sich die Straßen in gewalliger Länge dahin, unterbrochen von recht- winkligen Plätzen; die öffentlichen Anlagen waren von impomeren- der Größe— so gab es einen achtstöckigen Leuchtturm auf einer vorgelagerten Insel, der nicht weniger als 160 Meter hoch war. (Die berühmte Freihellsstatue im Hafen von New Jork mißt mit samt dem Sockel nur S3 Meter!) Auch e-ne berühmte Stadt- bibliothek gab es in Alexandria— ihr Bestand umfaßte bis zu 700 000 Bücherrollen! Was wir von Alexandria sagten, gill in vieler Beziehung auch für Rom, die Stadt, die jahrhundertelang das Zentrum der da- maligen Well darstellte, m»d so wirklich den Namen einer„Welt- stadt* verdiente. Die Hauptstadt des römischen Wellreiches zählle in den Tagen des Augustus etwa anderthalb Millionen Einwohner, die zum weitaus größten Teil« in Mietkasernen(insulae) wohnten. Hier findet sich übrigens eine Schattenseitc der Großstadt, die es auch im alten Rom schon gab: die Wohnungsiwt. Während Alexan- dria ähnlich wie eine moderne Stadt weiträumig angelegt war, hatte Rom im Jahre Ii n. Chr.— also zur Zeit seiner Blütezeit—, trotz der riesigen Kaiserbauten nur einen Gesanttumfang von knapp 20 Kilometer, die gewallige Bevölkerung war also auf äußerst engem Raum zusammengedrängt: ganz Rom war eigenttich«ine einzige„City*. Die Folge war eine Bodenspekulation, die die Miel- preise enorm in die Höhe trieb und— ganz wie im heutigen New Park— zum Bau von Hochhäusern" führte. Die großen Mietkasernen, die wie der Name(imula=: Insel) sagt, ganze Viertel einnahmen, erreichten Höhen bis zu acht Stockwerk«»». Bedenkt man, daß die übliche Stroßeribreitc im allen Ziom nur ZbisS Meter betrug und daß die Häuser vielfach von Bau- spekulanten aus billigen» Material schnell und unsolid gebaut wurden, dann versteht man die ununterbrochenen Klagen, die sich in zahlreichen Schriftwerten aus jener Zell finden. Ein römischer Schriftsteller berichtet z. B., daß ein armer Schlucker nicht weniger als 200 Stufen zu seiner Kammer zu steigen hatte. Daneben gab es auch vornehme Stadtviertel, in denen die Villen der Wohl- habenden standen— aber diese Häuser spielten zahlenmäßig nur eine geringe Rolle. Zur Zeit des Augustus gab es 2000 derartige Villen... und 40 000 Mietshäuser. Waren also die Wohnungsverhältnisse der alten Römer wenig günstig, so konnten sie sich andererseits reichlich durch all die Dorteile entschädigen, die das Leben in der Wellstadt Rom zu bieten hatte. Zahlreiche von den„Errungenschaften der Neuzeit* gab es auch schon damals. Banken, Börsen, Kanalisatton und Wasserleitung, Spielklubs, Boxkämpfe, Niggertänze usw., wie überhaupt der„Der- gnügungsbetrieb* Roms wahrhaft weltstädtisch war, noch heute sehen wir ja die gewalligen Reste vom Collosseum, das sozusagen da» Zenttum dieses„Betriebes* darstellte. Manchen wird es viel- leicht überraschen, daß von einer Wasserleitung im allen Rom ge». sprachen wurde. In der Tat bedeittet die Wasserversorgung des. alten Roms eine wahrhaftige Meisterleistung, die jahrhundertelang nicht nachgeahmt werden koimte. Die Quellen der benachbarten Gebirge wurden teils in uitterirdifchen Röhren, teils auf gewalligen Bogenreihen(sogenannten Aquädukten) über groß« Entfernungen in die Stadt geleitet, und die Mengen des auf diese Wesse nutzbar gemachten Wassers waren so groß, daß man eine förmliche Ber- schwendung damit treiben konnte. Uebcrall in der Stadt sprudelten Brunnen, und in den riesigen Anlagen der öffentlichen Bäder, die den Raum ganzer Stadtviertel eirmahmen, konnten Tausende von Menschen gleichzeitig heiß, kalt, lau usw. baden! Die Krone des ganzen Wassersystems bedeutete dann die Erlaubnis für jedermann, sich ohne Entgelt Wasser in sein Haus abzuleiten. Die Anlage der Wasserleitungen war so gut, daß z. B. bei den neuen Ausgrabungen in Pompeji die sehr komplizierte»» Anlagen ohne weiteres wieder in Betrieb gesetzt werden konnten— nach zweitausend Jahren! Gleichzeitig mit der ersten großen Wasserleitung entstand unter Appius Claudius die erste große Straße Europas: die„Via Appia*. der dann zahlreiche wettere in allen Teilen des Reiches folgten. Sie haben sich durch Jahrhunderte vollkommen erhalten— auf den gleichen Sttaßen, auf denen die Legionen marschiert waren, wan> derten später die Apostel des Christentums zu den Heiden, zogen die mittelallerlichen Pilger nach Rom—, die römischen Kunst« sttaßen blieben viele Jahrhunderte lang die Sttaßen schlechthin. Sie führten über die Gebirge, setzten sich jenseits der Meere fort und waren mit einer Technik gebaut, die— wie alles Römische— für die Ewigkeit berechnet zu sein schien. Die Sttaßendecke der Via Appia z. B. bestcht aus Basaltplallen, die so genau ineinander- gefügt sind, daß sie bis heute den Jahrtausenden nahezu unver- ändert standgehallen haben. Die römischen Straßen sind vielleicht das Gewaltigste von allem, was das römische Imperium geschaffen hat— und es gibt kein europäisches Land, soweit einmal Roms Macht reichte, in dem man nicht heute noch die Reste dieser Sttaßen findet, die eigentlich„Europa* erst geschaffen haben! IZeitgemäß— Konkurrenzlos! Welchen Wagen?- Den Wagen, der von seinen Besitzern mit Stolz geloht und mit Freuden empfohlen wird: Opel I Welche Karosserie? Die Karosserie, die Ihnen als Ideal vorschwebt! Das zeitgemäße Opel-Produktions-Programin bringt eine Reihe verschiedenster Modelle, unter denen auch Sie— zu konkurrenzlosen Preisen— den Wagen finden, den Sie brauchen, den Sie suchen! OPEL. ADAM OPEL A.-C., RÜSSELSHEIM AM MAIN OFFENER VTEVSTTZER IL Liter 4 Zylinder S350 RM CABRIOLET VIERSITZ. 1,2 Liter 4 Zylinder 3905 RM OFFENER VIERSITZER 1.8 Liter 6 Zylinder 3990 RM CABRIOLET VIERSITZ. 1,8 Liter 6 Zylinder 3885 RM PREISE AB WERK RDSSELSHEIM A.M. Die niedrigen Preise und der gQmtige Zmh- tungirptan der Allg. Finonziening* Leeeil» echaft ermAgUAen Urnen die AnerheBirng. EDUARD WINTER A. C. Kurförstendamm 207 J I Bismarck 5014. 5819 NW7, Unter d. Linden 66 A 1 Jdger 5055 Friedrichstraße 10 A 7 Dönhoff 9200 Schloßplatz 2-3 Et SeraOnn 4501 Berlin-Halensee, Cicerostraße 34 H I ffolzb'i.g 20, 2333, 7524 Werkstätten: Schba.- Sachsendamm Beeeetserstrafie 28�4, Gä Südrinfl 6481 Siermann Welle: 3)CV �11 Ii d I If H 1 1 Cl' Mein Gast war von einem obeiwlichen Spaziergang heim- gekehrt und saß nun bei mir im Studierzimmer noch beim letzten Tageslicht Vor den Fenstern lag weit hinaus der bleiche See. scharf vom hügeligen Ufer gesäumt. Wir sprachen, da eben mein jüngster Sohn uns Gutenacht gesagt hatte, von Kindern und von Kindheitserinnerungen. „Seit ich Kinder habe"', sagte ich,„ist schon manch« Gewohnheit und Liebhaberei der eigenen Kindheit bei mir wiever lebendig ge- worden. Seit einem Jahr habe ich sogar wieder«ine Schmsttcr- lingssammlung. Willst du sie sehen?" Er bat darum und ich ging hinaus, um einige von den leichten Pappkästen zu holen, in denen meine Sammlung untergebracht war. Als ich den ersten öffnete, merkt« ich erst, wie dunkel es schon ge- worden war. Ich griff zur Lampe und strich ein Zündholz an, und augenblicklich versank die Landschaft draußen und die Fenster standen voll von undurchdringlichem Nachtblau. Meine Schmetterlinge aber leuchteten im hellen Lampenlicht prächtig aus dem Kasten Wir beugten uns über sie, betrachteten die schönen Gebilde, die tiefen köstlichen Farben, nannten die Namen der Falter. „Dieser heißt Gelbes Ordensband", sagte ich,„lateinisch kulminea, hier in der Gegend ist er recht selten." Mein Freund hatte vorsichtig«inen der Falter an der Nadel aus dem Kasten gezogen und betrachtete die Rückseite seiner Flügel. „Merkwürdig", sagte er.„kein Anblick weckt die Kindheitsennne- rungen so stark in mir wie der von Schmetterlingen. Ich war als Knabe ein leidenschaftlicher Sammler. Und indem er den Falter wieder an seinen Ort stechte und den Kastendeckel schloß:„Genug davon!" Er sagte es hart und rasch, als wären diese Erinnerungen ihm unlieb. Gleich darauf, da ich die Kästen weggetragen hatte und wieder hereinkam, lächelte er und bat um eine Zigarette „Nimm es mir nicht ülel", sagte er dann,„wenn ich deine Sammlung nicht genauer angeschaut habe. Ich habe als Junge ja auch eine gehabt, aber leider habe ich mir selber die Erinnerung daran verdorben. Ich kann es dir ja erzählen, obwohl es eigentlich schmählich ist." Er zündete seine Zigarette über dem Lampenzylinder an, setzte den grünen Schirm auf die Lampe, so daß unsere Gesichter in«in« angenehme Dämmerung sanken, und setzte sich auf das Gesims des offenen Fensters, wo seine Gestalt sich kaum von der Dämmerung abhob. Während wir rauchten und draußen das hochtönige ferne Singen der Frösche die Nacht erfüllte, erzählte mein Freund das Folgende: „Das Schmetterlingsammeln fing ich mit acht oder neun Jahren an und trieb es anfangs ohne besonderen Eifer, bloß weil es eben Mode war. Aber im zweiten Sommer, als ich etwa zehn Jahre alt war. da nahm dieser Sport mich ganz gefangen und wurde zu einer solchen Leidenschaft, daß man ihn mir mehrma's meinte verbieten zu müssen, da ich alles andere darüber oersäumte. War ich aus dem Faltersang, dann hörte ich keine Turmuhr schlagen, sei es zur Schule oder zum Mittagessen, und in den Ferien war ich oft, mit einem Stück Brot in der Botanisierbüchse, vom frühen Morgen bis in die Nacht draußen, ohne zu einer Mahlzeit heimzukommen. Ich spür« und begreife diese Leidenschaft noch jetzt manchmal wieder, wenn ich schöne Schmetterlinge seh«. Dann überfällt mich für Augenb'icke wieder das namenlose, gierige Entzücken, das nur Kinder empfinden können und mit dem ich als Knabe einst meinen ersten Schwalbenschwanz beschlich. Und bann fallen mir plötzlich 'ungezählte Augenblicke aus der Kindheit ein, glühende Nachmittag« in der trockenen, stark duftenden cheide. kühle Morgenstunden im Garten oder Abende an geheimnisvollen Waldrändern, wo ich mit meinem Netz auf der Lauer stand wie ein Schatzsucher. Uno wenn ich dann einen schönen Falter sah, er brauchte nicht einmal besonders selten zu sein, wenn er aus einer Blum« in der Sonne saß und die farbigen Flügel atmend auf und ab bewegt«, und die Jagdlust mir den Wem oerschlug, wenn ich näher und näher schlich und jeden leuch- tenden Farbenfleck und jede kristallene Flüge'ader und jedes feine braune Haar der Fühler sehen konnte, das war eine Spannung und Wonne, eine Mischung von zarter Freude und wilder Begierde, die ich später im Leben nur wenige Male wiederempfunden habe. Meine Sammlung mußte ich, da meine Eltern mir keine schönen Sachen schenken konnten, in einer a'ten zerdrückten Kartonschachtel aufl ewahren. Ich klebte runde Kcrkscheiben, aus Flaschenkorken ge- schnitten, auf den Boden, um die Nadeln darin festzustecken, und zwischen den zerknickten Wänoe» dieser Schachtel hegte ich nieine Schätze. Anfangs zeigte ich meine Sammlung den Kameraden gern und oft. aber andere hatten cholzkästen mit Elasdrckeln, hatten Raupenhäuser mit grünen Gazewünden und anderen Luxus, so daß ich mich meiner primitiven Einrichtung oft schämte. Ich gewöhme mir an, meine Deutestücke zu verschweigen und sie nur meinen Schwestern zu zeigen. Einmal hotte ich den bei uns seltenen B'auen Schiller erbeutet und aufgespannt, und als er trocken war, trieb mich der Stolz, ihn doch wenigstens meinem Nachbar zu zeigen, dem Sohn eines Lehrers, der über dem Hof wohnte. Dieser Junge hatte das Laster der Tadellosigkeit, das bei Kindern so unheimlich sein kann, als es bei Erwachsenen langweilig ist. Er besaß«in« unbedeutende Sammlung, die aber durch ihre Nettigkeit und exakte Pfl«ge zu einem Kleinod wurde/ Er verstand sogar die seltene und sehr schwie- rige Kunst, beschädigte uno zerbrochen« Falterflügel wieder zu- sammenzuleimen, und war in jeder Hinsicht ein Musterknabe, wes- halb ich ihn denn mit Neid und Bewunderung haßte. Diesem Knaben zeigte ich meinen Schillerfalter. Er begutachtete ihn fachmännisch, anerkannte seine Seltenheit und sprach ihm einen Barwert von etwa 20 Pf. zu. Dann fing er aber an zu kritisieren, fand meinen Schiller schlecht aufgespannt, den rechten Fühler ge- bogen, den linken gestreckt, und entb:ckte richtig auch noch einen Defekt, denn dem Falter fehlten zwei Beinchen. Ich schlug zwar diesen Mangel nicht hoch an. doch hatte mir der Nörgler die Freude an meinem Fang sehr verdorben. ic Zwei Jahre später, wir waren schon große Buben, aber meine Leidenschast stand noch in voller Blüte, verbreitete sich das G." rücht, jener Emil habe ein Nachtpfauenauge aus der Puppe ge- zogen. Das war für mich aufregender, als wenn ich heut« hören würde, daß einer meiner Freunde eine Million geerbt oder die verlorenen Bücher des Livius gefunden habe. Das Nachtpfauenauge hatte noch keiner von uns gefangen, ich kannte es einzig aus der Abbildung in einem alten Schmetterlingsbuch. Bon allen Schmetter- lingen, deren Namen ich kannte und die in meiner Schachtel noch fehlten, ersehnte ich kaum einen so glühend wie das Nachtpfauenauge Oft hatte ich die Abbildung in jenem Buche letrachtet. und ein Kamerad hatte mir erzählt: Wenn der braune Falter an einem Baumstamm oder Felsen sitze und ein Bogel ober anderer Feind ihn angreifen wolle, dann ziehe er nur die gefalteten dunkleren Vv'derflügel auseinander und zeige die schönen Hinterflügel, deren große lichte Augen so merkwürdig und überraschend aussähen, daß der Bogel erschrecke und ihn in Ruhe lasse. Ms ich hörte, daß Emil dieses Wundertier besitz«, war ich sehr aufgeregt und konnte kaum den Augenblick erwarten, wo ich es sehen würde. Nach Tisch, sobald ich von Hause weg konnte, lies ich über den Hof und in den dritten Stock des Nachbarhauses, wo der Lehrerssohn ein von mir sehr beneidetes kleines Stäbchen allein bewohnen durfte. Niemand begegnete mir unterwegs, und als ich oben war und an der Kammertür klopfte, bekam ich keine Arn- wort. Emil war nicht da, aber als ich die Türklinks probierte. fand ich den Eingang offen. Ich trat ein. um das Tier doch wenigstens zu sehen, und nahm sofort die beiden großen Schachteln vor. in denen Emil seine Samm- lung verwahrte. In beiden suchte ich vergebens, bis mir einfiel, der Falter werde noch auf dem Spannbrett sein. Da fand ich ihn denn. Die braunen samtenen Flügel mit schmalen Papierstreifen überspannt, hing das Nachtpfauenauge am Brett, ich beugte mich darüber uns sah mir alles aus nächster Nähe an, die behaarten zimmtbraunen Fühler, die eleganten und unendlich zart gefärbten Flügelränder. Nur gerade die berühmten„Augen" konnte ich nicht sehen, die waren von den Papierstreifen bedeckt. Mit Herzklopfen gab ich der Versuchung nach, die Streifen loszumachen uno zog die Stecknadeln heraus. Da sahen mich die vier großen merkwürdigen Augen an, weit schöner und wunder- sicher als auf der Abbildung, und bei ihrem Anblick fühlte ich«ine so unwiderstehliche Begierde nach dem Besitz dieses Schatzes, daß ich den ersten Diebstahl meines Lebens beging, indem ich sachte an der Nadel zog und den Schmetterling, der schon trocken war und di« Form nicht verlor, in der hohlen Hand aus Emils Kammer trug. Dabei hatte ich zunächst kein anderes Gefühl als das einer ungebeuren Befriedigung. Das Tier in der rechten Hand verborgen, ging ich die Trepp« hinab. Da hörte ich, daß von unten mir jemand entgegenkam und in dieser Sekunde wurde mein Gewissen wach, ich wußte plötzlich. daß ich gestohlen hatte und ein gemeiner Kerl war: zugleich befiel mich eine schreckliche Angst vor der Entdeckung, so daß ich instinktiv die Hand, die den Raub umschlossen hielt, in die Tasche meiner Jacke steckte. Langsam ging ich weiter, zitternd und mit einem kalten Gefühl von Verworfenheit und Schande, ging angstvoll an d«m l)eraufkommenden Dienstmäochen vorbei und blieb an der Haustür stehen, mit klopfendem Herzen und schwitzender Stirn, fassungslos und vor mir seil st erschrocken. Alsbald wurde mir klar, daß ich den Raub nicht behalten dürfe, daß ich ihn zurücktragen und alles womöglich wieder unge- schehen machen müsse. So kehrte ich, trotz aller Angst vor einer Begegnung und Entdeckung, schnell wieder um, sprang die Stiegen hinan und stand eine Minute später wieder in Emils Kammer. Ich zog die Hand aus der Tasche und legte den Schmetterling aus den Tisch, und noch ehe ich ihn recht angesehen hatte, wußte ich das Unglück schon und war dem Weinen nahe: das Nachtpsauen- auge war zerstört. Es fehlt? der eine Flügel und em Fühler, und als ich den abgebrochenen Flügel vorsichtig aus der Tasche zog, war er zerschlissen und an kein Flicken mehr zu denken. Beinalw noch mehr als das Gefühl des Diebstahls peinigte mich nun der Anblick des schönen Tieres, das ich verdorben hatte. Ich sah an meinen Fingern den zarten bräunlichen Flügelstaub hängen und sah den zerrissenen Flügel daliegen und hätte jeden Besitz und jede Freude hingegeben, um ihn wieder ganz zu wissen. * Traurig ging ich nach Hause und saß den ganzen Nachmittag in unserem kleinen Garten, bis ich den Mut fand, meiner Mutter alles zu erzählen. Sie erschrak und wurde traurig, aber sie macht« fühlen, daß schon das Geständnis mich mehr gekostet habe als die Erduldung jeder Strafe. „Du mußt zu Emil gehen," sagte sie bestimmt,„und es ihm selber sagen: das ist das einzige, was du tun kannst. Du kannst ihm anbieten, daß er sich irgendetwas von deinen Sachen zum Er- satz aussucht, und mußt ihn litten, daß er dir verzeiht." Bei jedem anderen Kameraden wäre mir das leichter gefallen als bei dem Musterknaieiu Ich fühsie im voraus g«nau, daß er mich nicht begreifen und mir womöglich gar nicht glauben werde: es wurde Abend, beinahe Nacht, und ich wagte nicht hinzugehen. Da fand mich meine Mutter im Hof und sagte leise:„Es muß noch heute sein: geh jetzt!" Da ging ich hinüber und fragte nach Emil, er kam und erzählte sofort, es habe ihm jemand das Nachtpfauenauge kaputt gemacht, er wisse nicht, ob«in schlechter Kerl oder vielleicht eine Katze, und ich bat ihn, mir den Schmetterling zu zeigen. Wir gingen hinauf, er zündet« eine Kerze an, und ich sah auf dem Spannbrett den»er- dorbenen Falter liegen. Ich sah. daß Emil daran gearbeitet hatte, ihn wiederherzustellen: der kaputte Flügel war sorgfältig ausge- breitet und aus ein feuchtes Fliehblott gelegt, aber er war unheilbar und der Fühler fehlte auch. Nun sagte ich, daß ich es gewesen sei, und versuchte, zu er. zählen und zu erklären. Da pfiff Emil, statt etwas wrld zu weroen und mich anzu- schreien, leise durch die Zähne, sah mich eine ganze Weile still an und sagt« oann:„So, so, also so einer bist du?" Ich bot Ihm alle meine Spielsachen an, und als er kühl blieb und mich immer bloß verächtlich ansah, bot ich ihm m«ine gan-e Schmetterlingssammlung an. Er sagte aber:„Danke schön, ich kenne deine Sammlung schon. Man hat ja heute wieder sehen können, wie du mit Schmetterlingen umgehst." In diesem Augenblick wäre ich ihm beinahe an die Gurgel ge- sprungen. Es war nichts zu machen, ich war und blieb ein Schuft. und Emil stand kühl in verachtender Gerechtigkeit vor mir wie die Weltordnung. Er schimpfte nicht einmal, er sah mich bloß an und verachtet« mich. * Da sah ich zum erstenmal, daß man nicht wieder gutmachen kann, was einmal geschehen ist. Ich ging weg und war froh, daß die Mutter mich nicht ausfragte, sondern mir einen Kuß gab und mich in Ruhe ließ. Ich sollte zu Bett gehen, es war schon spät für mich. Vorher aber holte ich heimlich im Eßzimmer die große braune Pappschachtel vom Schrank, nahm sie mit, stellte sie auf mein Bett und machte sie im Dunkeln auf. Und dann nahm ich die Schmetterlinge heraus,«inen nach dem anderen, und drückte sie mit den Fingern zu Staub und Fetzen." Schmied und Seismograph. In Porkshire lebt ein Schmied namens Robson, der neben seinem Handwerk noch den Beruf eines Erdbebenanzeigers ausübt. Rcbson ist mit einer außerordentlich nervösen Empfindlichkeit ausgestattet: er soll wenigstens, wie be- hauptet wird, bei jedem Erdbebenstoß, der sich irgendwo auf der Erde abspielt, eine Erschütterung der Rückenmarkncrocn erleiden. Di« Wistenschaft hat sich mit diesem Phänomen beschäftigt und Robson durch zwei Aerzte lange Zeit hindurch genau beobachten lassen. Der Schmied hat nicht zuviel behauptet: Die Aerzte stellten an ibm talsächlich fest, daß er. so oft sich ein Erdbebenstoß ereignete (der später durch die Mitteilung der Erdbebenwarte bestätigt wurde), einen leichten Nervenschock erlitt. »crUner Mratt- und LieM- AHllengesellscliatt Bilanz am 30. Innl 1031 Vermögen RM. Grundstücke...... 33 312 440,74 Verwaltungs- und Wohngebäude....... 7 284 719,66 Kraftwerke....... 167 068 593,45 Uebertragungs- und Vertei- lungs&nlagen..... 384 417 922,22 Im Bau befindliche Anlagen 19 757 712,70 Inventar und Fahrzeuge.. 1,— Vermietete Anlagen... 543 371,47 Wertpapiere und Beteiligungen....... 29 436 595,47 Federungen davon: a) Tochtergesellschaften.. 10 437 369,83 b) Bankguthaben 23 190 625,— c) Sonstige Forderungen.. 13 021 144,62 46 649 139,45 688 470 496,16 Verbindlichkeiten RM. Aktienkapital Aktien der Gruppe A 160 000 000,— Aktien der Gruppe B 80 000 000,— 240 000 000,— Arno-Konto....... 1 1 659 843,87 Abschreibungs- und Erneuerungsrücklage... 126 040 212,50 Hypotheken....... 981 253,57 Gläubiger....... 32 680 644,54 An'eiheverpflirhtung gegenüber der BEWAG.... 272 949 249,67 Gewinn........ 4 159 292,01 683 470 496,16 ke« 15!?» cpfl VerliMfrfdüinng am 30. FbhI 1631 Ausgaben RM. Zinsen an die Stadt Berlin aus der Ueberleitung.. 6 271 876,68 Steuern........ 280 000,— Reingewinn....... 4 159 292.01 10 711 168,69 Einnahmen RM. Zinsen......... 205 524,19 Pacht und Abgaben der BEWAG....... 10 505 644,50 10 711 168,69 Wir haben vorstehende Bilanz per 30. Juni 1931 nebst Gewinn- und Verlustrechnung geprüft und bestätigen ihre Uebereinstimmung mit den von uns ebenfalls geprüften, ordnungsgemäß geführten Büchern der Gesellschaft. Berlin, den 22. September 1931. Neu SÄ!« frcüfißRö LesettMM gez. Horschig. gez. ppa. Hübner. In der Generalversammlung em 2. Dezember 1931 wurde beschlossen, eine Dividende in Höhe von RM. 5,75 abzüglich Kapitalertragssteuer auf den Gewinnanteilschein in Nr. 1 unserer Aktien auszuzahlen. Zahlstellen sind für Deutschland die Hauptkasse der Berliner Städtische E'ektrizitätswerke Akt-Ges., Berlin NW 6, Schiffbauerdamn\ 22, sowie die folgenden Banken und GeSeilschaften(einschl. deren Niederlassungen): Berlin: Preußische Staatsbank(Seehandlung). Reichs-Kredit-Gesellschaft Aktiengesellschaft. Berliner Handels-Gesellschaft Berliner Stadtbank, Girozentrale der Stadt Berlin. S. Bleichröder. Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft. Darmstädtcr und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien. Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft. Dresdner Bank. !. Dreyfus& Co. Jacquier& Securius, Mendelssohn& Co. Dresden: Gebr. Arnhold. Essen: Simon Hirschland. Hamburg: M. M. Watburg& Co. Köln: A. Levy. Ausgeschieden aus dem Aufsichtsrat ist Herr Stadtverordneter Dr.- Ing. Theodor Klinckhard, Berlin. Keugewählt wurden die Herren Stadtverordneter Dr.-Ing. Karl Birk, Berlin, Stadtrat Martin Katz, Berlin, Dr. Fritz Mannheimer, Amsterdam, Stadtverordneter, Stadtrat Willy Neuendorff, Berlin, Dr. Georg Solmssen, Berlin. Berlin, den 2. Dezember 1931. Berliner Eirafi- und IM<- AHUenacseiisdiasi Der Aufsichtsrat: gez. Dr. Elses, Bürgermeister. Der Vorstand; gez. Dr. Adolph, gez. Dr. Kauffmann. gez. Dr. Rehmer. 1 Aus Großmutter- Kinderstube. Donnerstag nahm eine außerordentliche Generalversammlung der Herliner Buchdrucker zu dem Ergebnis der Lohnverhandlungen Stellung. Der große Saal der Kainmersäl« war dicht besetzt. Der Gauvorsitzende Braun führte aus, daß die Unternehmer des Buchdruckgewerbes in ihren Lohnabbauforderungen gegenüber anderen Unternehmern nicht zurückstehen wollten. Die Buchdruck- Unternehmer forderten einen mehr als Igprozentigen Lohnabbau. Der Schiedsspruch der Schlichtcrkammcr ist vom Reichsarbcits- minister bisher nicht verbindlich erklärt worden. Braun wandte sich scharf gegen jeden Lohnraub und mahnte zur Disziplin, beson- ders in der jetzigen Situation. Das Verhalten der Unternehmer und die weiteren Abbaupläns der Regierung wurden in der Aussprache von allen Rednern scharf verurteilt. Ein kommunistischer Mißtrauensantrag gegen die verantwortlichen Leiter des Buchdruckcrpcrdandcs wurde gegen kaum 10 Stimmen abgelehnt. Mit besonderer Aufmerksamkeit hörte die Versammlung die Aussührungon des Verbandsoorsitzendcn K r a u tz an, der darauf hinwies, daß die Lohnbewegungen des letzten Jahres unter einem ganz besonderen Kennzeichen gestanden haben. Um die unproduktiven Kräfte wieder in den Produktionsprozeß einzureihen, hat der Buchdruckeroerband schon vor langer Zeit die Einführung der 40-Stunden-Woche gefordert. Die Frage der 40-Stundcn- Woche sei von der Regierung vernachlässigt worden und es sei zu befürchten, daß dies« Angelegenheit völlig im Sande verlaufe. Widersinnig sei es, wenn die Kommunisten in der jetzigen Zeit die Zerschlagung der freien Gewerkschaften betreiben, angeblich um den Faschismus zu bekämpfen. Krautz ging dann auf die bevorstehende Notverordnung ein, die, wie es heißt, tiefeinschneidende Maß- nahmen bringen soll. Di« außerordentlich ernste Situation erfordere die Gewerkschaften zu erhalten, damit sie, wenn sie angegriffen werden, auch stark in der Abwehr sind. Die Berliner Buchdrucker nehmen den Schiedsspruch mit Entrüstung zur Kenntnis und setzen alle Kräfte dafür ein, ihre Organisation kämpf- und schlagkräftig auch für die Zukunft zu erhalten. Ltnerfreuliches vom Magistrai. Echlichtnngöausschuß gibt nach. Im Ta ri istreit zwischen dem Gesamtverband uns dem Berliner Magistrat wegen der Neuregelung der Gehälter des ange- stellten Pflegepersonals in den städtischen Kranken-, Heil- und Pslegeanstalten ist vom Schlichtungsausschuh jetzt ein S ch i e d s- s p r u ch gefällt worden, der unverstänolich ist. Die Bezahlung des im Angeftelltenverhällnis stehenden Pflege- Personals war bisher genau auf die Besoldung des gleichartigen beamteten Pflegepersonals abgestimmt. Der Magistrat hatte den Tarifvertrag für das angestellte Pflegepersonal zum 1. Oktober gekündigt zu dem Zweck, die Angestellten gegenüber ihren beamteten Kollegen in der Bezahlung schlechter zu stellen. Der Magistrat per- langte z. B. die Eingruppierung des Pflegepersonals in den ersten lü Berufsiahreil in eine niedrigere Gruppe, was einem G«, haltsabbauvon 11 Proz. gleichgekommen wäre. Der Magi- strat stellt« dieses Ansinnen, obwohl dem angestellte» Pflegepersonal durch die Notverordnungen schon 10 Proz. Gehaltsabbau aufgezwungen worden find und es durch den Abzug ihres Anteils an den Sozialbeiträgen gegenüber dem beamteten Personal ohnehin eine um 11 Proz. geringere Bezahlung hat. Her Schlichtuiujwusschuß hat vor wenigen Wochen dieses An- sinnen des Magistrats zurückgewiesen. Der Magistrat gab sich mit dieser Entscheidung jedcch nicht zufrieden, sondern beantragte ohne vorherige Parteiverhandlungen«in neue» Schlichtungsverfahren, das auch, teilweise wenigstens, zu dem von ihm gewünschten Ziele führte. Geradezu ungeheuerlich war angesichts der katastrophalen Arbeits- Marktlage, daß der Magistrat die Verlängerung der Ar- beitszeit des beamteten Pflegepersonals von 48 auf SO Stunden für gic nächste Zeit in Aussicht stellte und für diesen Fall-in««nt- iprechcnd« Kürzung der Bezüge des angestellten Pflegepcrso- »als, d. h. um weitere 20 Proz. forderte. Die Gesamtforderung des Magistrats gingen dahin, die Gehälter dos angestellten Pflege- Personals bis zu 40 Proz. zu kürzen! Der Schlichtungsausschuh hat zwar diese Anträge nicht berück« sichtigt. aber entgegen seiner früheren Entscheidung einen Sch'uds, ipruch gefällt, der ab 1. Dezember für das gesamte angestellt« Pflegepersonal in den städtischen Anstalten einen Gchaltsabbau u m ö Proz. vorsieht. Äleiriebsraiswahl in der�eichsdruckerei Freie(Aewerfschasten glänzend behauptet. Unter den denkbar ungünstigsten Zelt« und Bctriebsverhgltnissen fand am 2. Dezember die Neuwahl der Betriebsver- tretung der Reich sdruckorei statt. Schon seit Mitte des Jahres sind in ununterbrochener Rechen- folge bis in die tausende Woche Entlassungen von ungefähr 1>00 Arbeitcriimen und Arbeitern erfolgt. Dies wirkte naturgemäß sehr deprimierend auf die gesamte Arbeiterschaft. Hinzu kam auch nach, daß für verschiedene Bctriebswcrkstätten Kurz arbeit zur Vermeidung von wetteren Entlassungen durchgeführt werden mußte. Zu allem Ueberfluß wurde nun auch noch am 28.'November für dos Vuchdruckgc werbe ein Loh nabbauschiedsspruch gefällt, der im Falle der Verbindlichkeitserllärung auch für die Reichs- druckereiarbeiterschait Geltung haben würde. Die Kommunisten benutzten diese bedauerlichen Notzu- stände zu wüsKn Angrissen auf die Gewerkschaften, die SPD. und sämtliche großen und kleinen„Bonzen". Nur dies« tragen die Schuld an der Wirtschaftskrise, den Entlassungen, dem Lohnraub und an dem nebligen Wetter. Aber trotz oller Anstrengungen ge- lang es den Kommunisten nicht, ihre Wandatzahl zu erhöhen. Nur di« Christen gewannen einen Sitz im Arbeitcrrat, der den freien Gewerkschaften leider verloren geht. Von de» 17 Sitzen im Betriebsrat behaupten die freien Gewerkschaften 11 Sitze, die NGO. 5 Sitze, die Christen 1 Sitz. Im Arbeiterrat sind die freien Gewerkschaften mit 8 Sitzen, di, NGO. mit 5 Sitzen und die Christen mit 2 Sitzen pertreten. Für den A n g c sie llt e n ra t war nur eine fretgewerk- s ch a j t l i ch e Liste eingereicht worden, die somit als gewählt galt. Der Angestelltenrat zählt 8 Mitglieder, von denen Z dem Betriebsrat angehören. Unter Berücksichtigung der äußerst schwierigen Verhältnisse können wt» feststellen, daß sich die freien Gewerkschaften bei der diesjährigen Wahl allen Angriffen � zum Trotz glänzend be- h a u p t e t haben. Bon den Entlassungen wurden die gewerkschaftlich besonders gut organisierten Arbeitergruppon am stärksten mtt be, > raffen. Dies Hot die Vosition der freigewertschoftlich organisierten Arbeiterschaft gegenüber den„revolutionären llnorganisierten" und der christlich organisierten Arbeiterschaft ebenfalls geschwächt. Aber olle Anstrengungen haben die gewakschaitliche Vormachtstellung nicht erschüttern können. Wie die„Wirischastsführer" die Krise heilen wollen. Die Denkschrift vom 26. Dezember, die die Vereinigung der Deutschen Arbettgeberverbände, gezeichnet Ernst v. B o r s i g und Brauweiler, dem Reichskanzler vertraulich übermittelt hat, schließt mtt folgendein Satz:„Wir sind ein armes Land geworden uns müssen ein billiges Land werden. Nur so können wir uns langsam wieder emporkämpfen." Hugcnberg sagt:„Wir müssen uns wieder emporhungern." Mtt solchen Weisheiten aus Eroßmuttcrs Kinderstube vermessen ssch unsere sogenannten Wirtschaftsführer, die Heilung und Neber- Windung der Wirtschaftskrise vorzuschlagen! Selbstverständlich sind Krisen unvermeidlich, wenn man in einer Zeit, wo die Arbeitsteilung und die Warenversorgung den ganzen Erdball umspannt, die Jndividualwirtschait aufrechterhalten will. Selbstverständlich müssen die Wirtschaftskrisen um so schwerer sein, als der Produktionsprozeß komplizierter und intensiver wird. Aber was man der Regierung als Heilmittel vorschlägt, kommt praktisch darauf hinaus, ire gesamte wirtschaftliche Entwicklung der letzten 100 Jahre einfach zu ignorieren und die Krise mit dem Krückstock des Alten Aritz ans Hilgenbergs Filmfabrik zu korrigieren., Wir haben gestern eine Reihe Fälle aus dem Leben herausge? griffen, um zu zeigen, wie sich der Lohnabbau und sie Wirtschafts- krise im Haushalt des Arbeiters und Angestellten auswirken. Wir haben da gesehen, daß eine fünfköpfige Familie mit 13 M. die Woche sich ernähren und kleiden muß: daß eine anöere fünf- köpfige Familie mtt 14 M. und 31 Pf. die Woche ihren Bedarf an Nahrungsmitteln und Kleidung decken muß: daß ein Ehepaar dasselbe mit 46 M. im Monat bewerkstelligen soll usw. Wie wird ein derartiges Kunststück vollbracht? Restlos läßt es sich freilich nicht erklären. Wir wollen ver- suchen, in großen Zügen aufzuzeigen, wie diese und mtt ihnen Mit- lionen anderer Familien heut« existieren und wie oiese gewaltsame Einschränkung sich wirtschaftlich auswirken muß. Zunächst wer- den so gut wie aste K u l t u r a u s g a b e n, Ankauf von Büchern, Besuch von Theatern usw. radikal gestrichen. Ebenso geht es mit Neuanschaffungen an Haushaltsgegenständen, mit dem Erwerb von irgendwelchen„Lüxusgegen ständen", une Radioapparat, Grammophon, Fahr- und Motorrädern usw. Ebenso radikal gestrichen aus dem Haushalt werden die Neuansaffnn- gen von Wäsche und Kleidung. Der gute Anzug des Man- nes, das Sonntagskleid der Frau müssen eben noch ein Jahr her- halten. Die vielleicht schlissig gewordenen Wintermäntel müssen noch einest zweiten, dritten oder vierten Winter überdauern. Die abgenutzte Wochenkleidung wird geflickt zum zweiten-, dritten- und viertenmal, die Schuhe werden zum Flickschuster gebracht. Damit ist aber ein solcher Haushalt nock) nicht im Gleichgewicht. Von der Butter wandert man zur Margarine, vom Kaffee zum Kassee- «rsatz ob. Fleisch gibt es nur noch Sonnkgs und auch nur in Form von„Bouletten". In ihrer Denkschrift an den Reichskanzler sagt die VDA. u. a.: „Bei ihrer Forderung nach Senkung aller Personalkosten verkennt die VDA. nicht da« Problem der K a u f k r a s t e r h a l t u n g." Nu» fragen wir die Reichsregierung, wie die„Kauskrafterhaltung" der ADA. in Einklang zu bringen ist mit der vollständigen Abdrosselung der Kaufkraft, im hausholt des Arbettcr? und der große» Massp der ichlechtbejahlkm. Angestellten - und veamken.: Die Reichsbahn klagt über zurückgehende Einnahmen. Wo sind ab« di« Arbeiter. Angestellten und Beamten, die sich heute noch Ferienreisen leisten können? E? ist nur eine verschwindend« Minderheit. Di« wttdgewordenen Mittelsiändler, denen es heute gewiß nicht gut geht, die aber immer noch eine Mark übrig haben für ein« Raziversammlung im Sportpalast, haben keine Vorstellung davon. in welcher erstickenden Enge fortgesetzter Entbehrungen der Arbetter heut« eingepfercht ist. Er kann nicht um Steuerstundungen nachkam, men, er kann nicht seine Einnahmen selbst einschätzen, er kann sich nicht von Bersicherungsbeiträge» dröifei, oder, wie«s Tausend« von Unternehmern tun, di« SozKlbettröge vom Lohne abziehen, sie aber nicht abliesern. Er kann nicht im schlimmsten Fall« bankrott machen und sich dann mit seinen Gläubigern zu 35 Prozent pergleichen. Jeder Pfennig wird ihm sosorl von seinem Lohn abgezogen, die Miele erschlägt ihn heute einfach. Und die Regierung trägt sich sogar mtt der Absicht, den steuerfreien Cinkommenssatz zu senken. Sie hat einen gewalttätigen Lahnabbau vorgenommen, der sich jetzt nicht nur wirtschaftlich ungeheuer rächt. weil der Absatz damit noch weiter abgeschnürt wurde, sondern der auch seine unmittelbare Wirkung auf die Steuereinnahmen haben mußte. Weil die Arbeiter, Angestellten und Beamten durch die Lohnpolitik der Relchsregierung immer mehr unter das steuer- freie Existenzminimum herabgedrückt worden sind, will sie die Rc- gierung nochmals bestrafen, indem sie dieses steuerfreie Existenzmini- mum gleichfalls herabdrllckt! Wir haben einen ungemein komplizierten und kostspieligen Pro- duktionsapparat, der alle Deutschen im Ueberfluß versorgen könnte, Das Heilmittel der sogenannten Wirtschaftsführer besteht aber dar- in, diesen Produktionsapparat zum alten Eisen zu werfen und die Bedürfnisse der Menschen auf die Zeit des Pfahlbürgertums zurück- zuschrauben. Oer Ausfall der Beiriebsrätewahlen. Kommunisten und Nazis haben die Schlacht verloren. . Da? mit Spannung erwartete Endergebnis der diesjährigen Betriebsrätewahlen liegt nunmehr vor. Es bestätigt die schon bei der Veröffentlichung von Einzelresultaten beobachtete starke Ueberlegenheit der freien Gewerkschaften. Bei dieser Erhebung wurden 32932 Betriebe mit 4,6MillionenBeschäftigten erfaßt. Gegenüber dem Vor- jähr hat die Zahl der Betriebe um 12 367 und die der Beschöftigtev um 1,3 Millionen abgenommen. Dieser Rückgang dürfte im wesentlichen auf die fortgesetzten Betriebsstillegungen und-cinschrän- kungen zurückzuführen sein. Gewählt wurden insgesamt von den Arbeltern 1 3 8 4 1 8 B e- triebsratsmitglieder, die sich auf die einzelne» Richtungen wie folgt verteilen: im Vorjahr Freie Gewerkschaften.... IIS 671---- 83,6 Proz. 86,9 Proz, Christi Gewerkschaften... 10956---- 7.9„ 7,2„ H-Dunck.-Gewerkverein... 1560--- 1,1„ 1,0 Kommunisten, RGO,.... 4664-- 3,4„ 1,5„ Nationalsozialisten,.... 710— 0,5.—. Sonstige, Unorganisierte., 4857--- 3,5 3,4„ Auf die freien Gewerkschaften entsollen allem mehr als vier Fünftel aller Mandate. Im.Vergleich zum Vorjahr ist zwar die AntcUzisfer von 86,9 auf 83.6 zurückgegangev. doch angesichts des gegen sie geführten konzentrischen Kampfes muß der Ausgang als günstig bezeichnet werden. Wurden doch die bis- herigen Betriebsräte und di« freien Gewerkschaften für alle Not der Zell verantwortlich gemacht» war, dfe Sltuatwn.besonders günstig, llvaus- statt und«in Lohnabbau fotadHNmi Für di«. RiZ gesetzt fänden gvbvn- Die Kommumstssch« Part« hatte auch für si« ihren ge- simtten vrganisationH- und Presseapparat zur Verfügung gestellt. Trotzdem erhielten dl« Kommunisten einschließlich der Unwnisten und Syndikalisten nur 3,4 Proz. der B«triebsratsmitglieder. Aber auch die Nazis, die gemeinsam mit dem Stahlhelm und den Gelben in den Betriebsratswahlkampf gezogen waren unter dar Parole, den Marxismus in den Betrieben zu vernichten, wurden in ihren Erwartungen bitter enttäuscht. Aus diesen Zahlen ist zu ersehen, daß die Splittergruppen und 1 tiang besonders die Nazi» in de» Betrieb«, wo sie praktisch« Ärbeit für die Belegschaften leisten müssen und mo man sie kennt, recht schlecht abschneiden. Erfolge erzielen sie nur bei politi- schen Wahlen, wo fi« den notleidenden Massen unerfüllbare Ver- fprechlingen machen können. Die Razis in der Neichspost. Die Nazis geben sich In letzter Zeit die erdenklichste Mühe, die Belegschaft des Berliner Postfuhramts für sich zu ge- Winnen. Zu diesem Zweck hatte die Betriebszelle der Nazis für diesen Betrieb der Reichspost kürzlich eine öffentliche Versamm- lung einberufen, in der ihr..Pg.' P f i st e r über die Stellung des Rationalsozialismus zu den Arbeitern, Angestellten und Beamten sprechen sollte. In der Bersammlung waren von den mehr als Ivoo Beschäftigten ungefähr 25 anwesend, darunter eine Anzahl Freigewerkschafter, die sich einmal über die Stellungnahme der Nationalsozialisten zu den Arbeitern. Angestellten und Beamten und der sich daraus zwangsläufig ergebenden Stellung zu deren Gewerk- Ichasten unterrichten wollten. Wer jedoch trotz anderthalbstündigen Wartens der Bersammlungsbesucher nicht erschien, war der„Pg." P f i st e r. Der die Bersammlung leitende Posthelfer Lorenz er= klärte sich auf Anfrage aus der Mitte der Bersammlung außerstand«, das angekündigte Referat übernehmen zu können. Der„Pg.* Pfüster wußte, warum er sich vor unbequemen Frag« drückte, und der„Pg." Lorenz stellte sich offenbar noch dümmer als er ist. Oie Hehe gegen die„parenna". Sehnsucht nach der guten alten Zeit. Schon seit längerer Zell wird gegen die„P a r e n n a', den Paritätischen Arbeitsnachweis der Artisten, ein Kamps geführt, der in der Hauptsache von dem Internationalen Rariete-Theater-Direktor«-Verband(IVTDB.) ausgeht und offen- bar daraus abzielt, dem durch die Errichtung der„Parenna" ab- geschafften Agentenunwesen wieder den Weg freizumachen. Ein Teil der Tagespresse unterstützt diesen Kampf noch. So erschien kürzlich in einer Berliner Mittagszeitung eine Notiz, in der behauptet wurde, die„Parenna* vermittle ohne jede War- nung Tänzerinnen in obskure Lokale, in denen sie für «in paar Mark Gage verpflichtet werden, von 8 bis 3 Uhr als Animierdamen im Lokal zu bleiben. Weiter wird' in der Notiz behauptet, die„Parenna" weife sogar Künstlerinnen als„ver- altst" aus ihren Räumen, die sich derartige Angebote verbitten. Dies« Behauptung ist glatt aus den Fingern gesogen. Die „Parenna" lehnt es vielmehr grundsätzlich ab, Tänzerinnen, Vor- ttagskünstlennnen, überhaupt weibliche Artisten nach Lokalen zu vermitteln, in denen sie gleichzeitig als Animierdamen fungieren soll«. Die„Parenna" verfährt nach den Bestimmungen des Tarif- Vertrages für das Variete- und Kabarettgewerbe, in dem es heißt: „Die Artisten können nicht verpflichtet werden, sich vor oder nach dem Aufttet« im Lokal aufzuhalten. Entgegenstehende Verein- barungen sind ungülllg." Wenn es trotzdem vorkommt, daß Varietekllnstlerinnen diesen Berttagsbestimmungen entgegenstehende private Abmachungen mit Lokalinhabern ttefsen, so ist e» unbillig, dafür die„Parenna" verantwortlich zu machen. Ein besondere» Kapitel bildet der„Kampf" der Direktoren für die provistonsfrei« Vermittking der Artisten. Die Vertreter des Direktorenverbandes sind es selbst gewesen, die dem A n- trag der Reichsanstalt zugestimmt haben, eine Vermitllungs- gebühr von 5 Proz. der Brullogage einseitig von den Artisten zu erheben, während die Vertreter der Artisten dagegen stimmten. Durch seine Unterschrift unter den Gesellschaftsvertrag der„Parenna" hat der Direktorenverband auch der darin enthaltenen Vorschrift über die Erhebung einer Vermittlungsgebühr zugestimmt. Die Reichsanstalt hat daher auf Grund dieses Gesellschaftsvertrages den Airttag des Direktorenverbandes auf Einführung der provisions- freien Vermittlung und Einberufung einer Sitzung des Aufsichtsrats der„Parenna" abgelehnt. Der Dttektorenvcrband tteibt mit dieser Agitation ein doppelzüngiges Spiel. Beiriebsraiswahl bei der„Krastag". RGO. arbeitet für Nazis.— Kreigewerkschafillche Mehrheit. Aus den Betriebsratswahlen bei der ,K r a f t a g" versucht die RGO. einen großen Erfolg für sich zu machen. Sie ver- kündet, daß bei der Äraftag zum ersten Male eine RGO.- Liste aufgestellt worden sei und der RGO. im Betriebsrat 2 Mandate zugefallen seien. Bei dieser Mitteilung ist der RGO. aber ein kleines„Bersehen" unterlaufen. Sie hat vergessen mitzuteilen, daß der Betriebsrat der Kraftag nach der Gründung dieses größten Kroftdroschkeimnter- nehmens im Jahre l929 nur aus RGO.- Leuten zu- samipengesetzt war und die RGO. auch bei der Wahl im Jahre 1930 noch die überwiegende Mehrheit erreichte. Nach dem von der RGO. im vorigen Jahr inszenierten und kläglich ins Wasser gefallenen wilden Streik bekam die RGO. allerdings keine Kandidatenliste rechtzeitig zusammen, so daß ihr eine Musterung ihrer Anhänger nicht möglich war. Bei den jetzt vorgenommenen Wahlen hat die RGO. von den 13 Sitzen im Betriebsrat vier erhalten, die Nazis, die sich auch schon im vorigen Jahr in den Betriebsrat eingenistet hatten, bekommen 2 Mandate, während die F r e i g« w e r k s ch a s te r mit 7 Mandaten immer noch die absolute Mehrheit haben. Wenn die schlechten Berdienstverhältniss« im Kraftdroschken- gewerbe der REO. auch wieder einige Anhänger zugetrieben haben, so Ist sie doch noch weit davon entfernt, ihre früher überragende Position wiederzugewinnen. Aber wenn die„Rote Fahne" schreibt, daß angesichts des Eindringens der Nazis in diesen Betrieb aller Anlaß besteht,„die Arbeit der RGO. bei der Kraftag ernst Hafk zu überprüfen", so stimmen wir dem nur zu. Dos Erstarken der Nazis ist mir eine Folge der Wühlarbeit der RGO. Immer tiefer. Nochmals Abbau der Hungerlöhne. Für die oberbergisch« Textilindustrie(rund 6000 Textilarbeiter) kam ein Schiedsspruch zustande, der eine Herabsetzung des Tariflohnes ab 7. Dezember um 4,4 Proz. für männliche und 4,6 Proz. für weibliche Hilfsarbeiter und von der ersten Lohnperiode im Januar an einen Lohnabbau von 6,1 und 5 Proz. vom bisherigen Lohntarif vorsieht. Das erstmalig zum 23. Februar kündbare Abkommen ist von beiden Seiten angenommen worden. .Zm'e Gewerkschafts-Iugenö Berlin I Hcutc um liHi Uhr tagen hir®curocn; Adlershosi i3cuppenl)tint Aülcrshos, Stämortfftt. 1. Tie Mädchen gcftaltcn iVn 9rt>crrji aus. v Rordring! 3ugeni)hfim Schule Eonnenoutgct EU. 20,..?!« Frau ttn Dritten Reich".— 3teiaiden&atf-C(t: Jugendheim Lindauer Eicafie(Barocken u L-eimdefprechung.— Enden: Jugendheim Wassertorstr. 9. Heimbewrechung.— Eharlnttenburg: Jugendheim Epreestr. DU. Heimdeinrechung:„Eanne luvende— Weihnachten".— Zevpelinvlnh: Jugendheim Turiner Ecke Eeeitiage. Heimbe» fprechung.— Hermannplag: Jugendheim Sander sir. II, Ecke Hahrechistrohe. Heimbesprechung...Lahn Verhandlungen bei Pietle A..(5."— Stepton: Juaend. heim Elsenslr. 3(am Bhs. Treptow)...Etwas iiber Winterwandern und die ÜRupptnet Echweir."— NevIiMn: Jugendheim Treptower EU. 00...Zustig-r Abend mit Gutheit."— Osten: Jugendheim Frankfurter Zllee 207.?i>po. Zimmer. „Wir beginnen." Zuaendgruppe des Zentralverbandes der Angeffellten Heute, Freitag, finden folgende Veranstaltungen statt: Südwest: Jugend- heim Tlorckstr. 11(2. Sei. Ouergedäude 1 Treppe. Zimmer ö). Gruppen- Heute tagt die..Berliner Druckerei- und Verlag». 20—22 Uhr im Iuaendherm Gbertpslr. 12.— Unsere .. kommt beute um 20 Uhr tm Berbandshause zusammen. Karten für die Jugendvorstellung der Volksbühne am 0. Dezember sind per. griffen. fli EPD.-Bnchdruckee! Wichtige Fraktionsntzung in folgenden Bezirken: P i. Bezirk: Eonnabend, ä. Dezember.� 19 Uhr, bei Eeipse, Kronprinzen. 7- Aus der Partei. Die bulgarische Sozialdemokratie debattierte aus ihrem Partei» tag über das politische Referat des Genossen Pastuchoff und d'e Tätigkeitsberichte der Partellcitung und der Fraktion. Gleichzeitig tagten in Sofia die Kongresse der sozialistischen Jugend und des sozial- demokratischen Frauenbundes. In das Zenttaikomitee wurden gc- wählt: I. Sakasosf, Kr. Pasluchoff. K. Lultschcff, D. Neicosi, Gr. Tscheschmedjieff. Har. Hriswff, Chr. Baraliesf, P. Tarpanosf, I. Janulofs, Iw. Krenesf und D. Wodenitscharoff. � Als Partei- sekretäre wurden gewählt K. Lultscheff und D. Neicofs. Der Sekretär der sozialistischen Partei in US it.. Elarence Senior, hat in seinem Bericht an das Exekutivkomitee mitgeteilt. daß sich 38 neue Lokolvrgonisationen der Partei gebildet haben. Dies stellt«inen Rekord dar, der in den letzten Iahren nie erreicht worden ist. In der weitaus größten Zahl der Staaten, wo diese neuen Lokalgruppcn zustandekomen, haben bisher Organisationen der Partei nicht bestanden, nämlich in Kalifornien, Colorado. Idaho. Kentucky. Massachusetts, New Jersey, New Mexiko, New Park. North Carolina, Ohio, Pennsylvania, Texas, Utah, Washington und Wisconsin. Das Exekutivkomitee der argentinischen sozialistischen Partei hat jüngst den Eintritt von 863 neuen Mirgliedern und die Grün- dung von 17 neuen Sektionen zur Kenntnis nahm. Bei Erkältungskrankheiten, bei Schmerzen rheumatischer, gich- tischer und nervöser Art haben sich Togal-Tabletien hervorragend bewährt. Togal beseitigt die Krankheitsstosse ans natürlichem Wege! Fragen Sie Ihren Arzt— In ollen Apotheken M 1.4». 12,6% Uth, 0,46% Chin. 74, J% Acid acet. salic. Käse und tette Harzer...,............... p«. 0,32 BlockkfiseTUsltArt,K1ii.f'r.jtBeis.Pfd. 0,72 Schweinekamm». Big. Pfd. 0,74 Schweineschuft». Big. ha 6,74 Schweinekotelett..pfA v. 0,80 Kasslsr mild.......... PfA von 6,70 Eisbein mit Bpitzb„ gep„ Pfd. 0,34 Schweineköpfe T.Pack«, Pfd. 0,38 Rückenfett bratfertig, Pfd. 0,84 Schweinenieren....... ptd. 0,68 Hammelvorderfi. gefr.FfAi. 0,54 Schmorfleisch oKn.,geir.pii», 0,76 Suppenfleisch gefror. 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