BERLIN Freitag 4. Sezember 1931 10 Pf. Ar. 568 B 284 48. Iahrganq ErscheinttSqlich agßer Sonntag«. � ligleid, Adendausgabe des..Vorwärts� Bezugspreis für beide Ausgaben 8ö Pf. pro Wräe, 3,60 M. pro Monal (davon Sö Pf. monatlid, für Zustellung WS Haus) im voraus »avlbar Postbezug 4.32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. Postbcstellgebüdren. Mn| c(«»«» teil; Die cinsvaltige Remiilreillei-ile so W* WetlamririleSÜR. Ermäßigmigki! nach Tarif. D o sts» eckkexl»! Bori»ärt«-Peri-g&. ra. b. H.. Berlin Rr. 37 536.- Der Setloj behält lich bai Reelit der ildlehnung nicht genehmer Anzeigen vor l Redaktion nnd Ervedition: Berlin DW68, Lindenstr. I Fernsprecher: Dönhoff l\T) 292—297. �iijuaauiiui Das Gebot der Stunde Gemeinsames Vorgehen der Gewerkschaften aller Dichtungen Die Spihengewerkschaften aller Richlun- gen. einschließlich der Beamlenbünde. kamen am Z. De- zember zu einer erneuten Besprechung zusammen. Angesichts der mit jedem Tag zunehmenden Bot der Volks- niossen, insbesondere der Blillionen Arbeitslosen, herrschte volle Üebereiustimmung darüber, daß die A r b e i t s b e- s ch a f s u n g und die Viedereinschaltung der Arbeitslosen in den Arbeitsprozeh nach wie vor das dringendste Gebot der Stunde ist. Ebenso müsse die Saufkrast der Volksmassen gescbüht und der soziale Schuh der Arbeitnehmerschaft auf. rechlcr halten werden. Eingehend befaßte die Besprechung sich mit dem würde- losen Bruderkrieg, in dem weite Kreise des deutschen Voltes sich gegenwärtig zerfleischen. Jerner beschäftigten die Spitzenvertreter sich mit dem bevorstehenden Zusammentritt des Sonderausschusses zur Begutachtung der wirtschaftlichen Sage Deutschlands in Basel. vlon beichloß, sich mit einer gemeinsamen Kundgebung an die Oesscntlichlcit zu wenden. Senkung der Fleifchpreise. Verhandlungen bei Schiele. Aus dem Reichsernährungsministerium wird iider Vcrhand- lungen berichtet, die dort zur Zeit mit den beteiligten Fachkreisen stottiinden und auf eine Senkung der Fleischpreise ab- zielen. Bor allem ist die verbilligte Abgabe von Fleisch an Erwerbslose und Unterstützungsempfänger in Aussicht ge- nommen. Für diesen Zweck ist von Reichs wegen eine Summe von 13 Millionen Mark bereitgestellt. Bei der Aktion sollen jedoch auch gewisse Opser van dem Fleisch- Groß- und Kleinhandel getragen werden. Ueber -diese Sanderaktion hinaus wird eine allgemeine Senkung der Fleischpreise erstrebt durch Abbau aller Unkosten und Lasten, die fiir die Preisspanne zwischen Stall und Laden verantwortlich sind. Die Besprechungen sind bereits soweit gediehen, daß mit der Inkraftsetzung der niedrigeren Preise am 13. Dezember gerechnet werden kann. „Burgsrieden"-pläne. Versammlungsverbot über Weihnachten. Die Reichsregierung beabsichtigt für die Zeit vom 20..Dezember bis 3. Januar 1932 einschließlich einen„Burgfrieden" festzufetzen, das heißt, in dieser Zeit sollen mit Rücksicht auf das Weihnachts- und Neujahrsfest keinerlei politische B e r s a m m l u n g e n, auch nicht in geschlossenen Räumen, stattfinden. Ferner soll der Zlirschlag von politischen Plakaten und die Verbreitung von Flugblättern politischen Inhalts in dieser Zeit v e r- boten werden. Selbstverständlich wird die politische Betätigung der Presse von diesem Verbot nicht berührt werde». Ob innerhalb der vorgesehenen Frist Ministerreden im Rundfunk nicht gehalten werden, darüber sind Beschlüsse noch nicht gefaßr. Sollte in der Zeit vom 20 Dezember bis zum 4. Januar von irgendwelchen radikalen Parteien entgegen dem Sinne der Reichsregierung eine besondere politische Propaganda entfaltet wer- den, so ist man der Auffassung, daß die polizeilichen Maßnahmen genügen werden, um eine„Störung des Burgfriedens" zu verhindern. Van der Reichsregierung wird serner eine Verordnung vorbc- rciter, durch die die Länder ermächtigt werden sollen, wo es notwendig ist, die Anmeldung und Ablieferung von Waffen zu verfügen. Langenberger Antenne abgestürzt. Köln, 4. Dezember. Infolge starker Vereisung und des starken Sturmes riß am Donnerstag abend plötzlich die Antenne des Langenberger Senders und stürzte ab. Die Arbeiten zur Beseitigung der technischen Störung wurden sofort aufgenommen. Eisregen und Schnee. Zahlreiche Verkehrsstörungen und Glätteunfälle. Bei 2 Grad Kälte setzte in der vergangenen Nacht plötzlich ein regelrechter Eisregen ein, der Fahrdämme und Bürgersteige in eine spiegelglatte, gefährliche Fläche verwandelte. Bald nach Blitter- nacht ging der Regen in Schnee über. Gegen 4 Uhr früh fehle dann starkes Schneetreiben ein, das der ganzen Stadt ein winterliches Aussehen gab. von der weißen Pracht war allerdings heute früh nicht mehr viel zu sehen, das einsehende Tauwetter verwandelte olles wieder in den bekannten Berliner Malsch. Auf den glatten Bürgersteigen kamen in der Nacht zahlreiche Passanten zu Fall. Allein auf den Städtischen Rettung?- st e l l e n wurden 13 Personen behandelt, von denen einige mit K n o ch e n b r ll ch e n in die Krankenhäuser gebracht werden mußten. Der Autobusverkehr wurde stark in Mitleidenschaft gezogen und die Führer hatten alle Mühe, die schweren Fahrzeuge, die auf den vereisten Fahrdämme» mächtig schleuderten, in der Gewalt zu behalten. Besonders empfindlich wirkte sich die plötzliche Vereisung auf den E i n s ch n i t t st r e ck e n der kl- B a h n e n aus. Um die auf den alten Strecken leider immer noch frei liegenden Stromschienen bildete sich eine so starke Eisschicht, daß die Züge auf de« Linien krumme Lante— Podbielskiollee und Ruhleben— Reichskanzlerploh einfach liege« bliebe« oder nur schrittweise vorwärts kamen. Bielen Fahrgästen auf der Strecke nach Krumme Lank«(Zehlen- darf) passierte es, daß sie mit über einstündiger Verspätung ihr Ziel erreichten. Gleich noch Betriebsschluß wurden von der BBG. Arbeiterkolonnen aus die vereisten Strecken geschickt, die die Stromschienen freimachten. S)eute früh konnte der Betrieb in vollem Umfange wieder aufgenommen werden. Auch im Stadtbahnverkehr machten sich gestern im letzten Zugverkehr Störungen bemerkbar, allenthalben waren Berspäwngeu zu ver- zeichnen. Major Lewii nach Gleiwih verseht. Wie wir erfahren, ist in den gestrigen und heutigen VerHand- lungen im Ministerium des Innern, an denen auch Minifterial- direktor Klausner und Polizeioberst Majewski teilnahmen, von der Einleitung eines fönnlichen Disziplinarverfahrens gegen den Polizeimajor Lewit abgesehen worden. Lewit ist viel- mehr mit sofortiger Wirkung nach Gleiwitz versetzt worden. An der Ecke Bismarck st raße und Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg platzte unter dem Fahrdamm gegen 23 Uhr infolge des Frostes ein Hauptwasserrohr. Ein starker Wasserstrahl schoß an die Oberfläche und zerstörte einen Teil des Fahrdammes. Die Feuerwehr und die Städtischen Wasser- werke beseitigten den Schaden in mehrstündiger Arbeit. Die Straßenbahnlinien 58 und 7 5 mußten mehrere Stunden lang umgeleitet werden. Mit der Beseitigung der Schneemassen scheint die Städtische Straßenreinigung etwas ins Hintertreffen geraten zu sein, denn noch in den heutigen Vormittagsstunden war in vielen Stadtteilen noch recht wenig von der Tätigkeit der Straßenreinigungskolonnen zu spüren. Wie das Nachrichtenamt der Stadt Berlin allerdings erklärt, war die Straßenreinigung auf Grund der Wettermeldungen bereits gestern abend in Zllarmbereit- schaft und um 5 Uhr früh wurden 265 Schneepflüge und 16 Sand st reuwagen zur Beseitigung der Schneemassen ein- gesetzt. In den Bormittagsstunden waren über 4000 Per- s o n e n an der Freimachung der Hauptverkehrsstraßen und Ueber gange tätig, was aber nichts an der Tatsache ändert, daß in den heutigen Morgen- und Vormittagsstunden von einer wirksame« Bekämpfung und Deseittgung nichts zu merken war. Die Stadt hat durch den Schneefall eine Sonderausgabe von rund 19 000 Mark. Die BBG. hatte zahlreiche Kolonnen auf die Strecke geschickt, um die Weichen vor der Vereisung zu schützen. Trotzdem ist es an verschiedenen Stellen zu Störungen gekommen. da Lastautos und schwere Lastfuhrwerks die Schneemassen immer aufs neue in die Schienen und Gleise quetschten. Probleme des Machtkampfs Wie Kommunisten lügen— und worüber sie schweigen Luther-Silverberg. Diskussion um Zins, und Oiskontfragen. In der Hauptausschußsitzung des Deutschen Industrie- und Handelstages sprach am Donnerstag Dr. Siloerberg über die wirischaftspolitische Lage. Während Siloerberg in der Lohnfrage, wie nichts anderes zu erwarten war, für weitere.Lockerungen" ein- trat, glaubte er, daß das jetzige Kartellrecht zur Beseitigung offen- sichtlicher Mißstände genüge.(Die Erfahrungen der jüngsten Zeit beweisen aber das krasse Gegenteil. D. Red.) Besonders eingehend befaßte sich der Redner sodann mit dem Kreditproblem der deutschen Wirtschaft. Zur notwendigen Ausweitung des Kredites sei die Senkung des Reichsbantdiskontes notwendig. Man könne heute sagen, je höher der Zinssatz, desto kleiner der Betrag von guten Handelswechseln bei der Reichsbank. Die Zinsen hätten zwar in der gesamten Wirtschaft eine bedenkliche Höhe erreicht, je- doch könne ein gewaltsamer Eingriff aus rechtlichen wie wirtschaftlichen Gründen nicht empfohlen werden. Zu prüfen sei aber eine Verringerung der Habenzinsen, um den H y p o t h e k e n- markt zu stärken. Zur Diskontsenkung der Reichsbank bemerkte Siloerberg schließlich, daß die jetzt geschaffene Abricgelung gegen- über dem Auslande Deutschland die Freiheit der Zinsbildung gebe, von der die Reichsbank im rechten Moment Gebrauch machen soll. Reichsbankpräsident Dr. Luther nahm zu den Ausführungen Silverbergs eingehend Stellung. Die Möglichkeit einer Diskont- fenkung, so erklärte er, muß jeweils aus den G e s a m t u m st ä n- den heraus beurteilt werden. Die Annahme einer völligen deoiscnpolitischen Abdichtung sei für Deutschland in der gegenwärtigen Situation nicht gegeben. Erfahrungen in Deutschland wie in Amerika hätten übrigens gezeigt, daß bei sinkender Konjunktur der Abbau der Zinssätze nicht ohne weiteres eine Belebung der Wirtschaft nach sich ziehe. Dies bedeute aller- dings nicht, daß die Reichsbank auch nur einen Augenblick zögern würde, den Diskont zu senken, wenn die Möglichkeiten hierzu vor- Händen sind. Die Antwort des Reichsbantpräsidenten auf die Wünsche Silver- bergs, den Reichsbankdiskont zu senken, kann wohl dahin gedeutet weredn, daß die Reichsbank zur Zeit nicht daran denkt, die Zins- sätze für Wechsel und Lombards abzubauen. Sparprogramm wird durchgeführt. Trotz Ablehnung durch die Stadtverordneten. Die gestrige Stadlverordnelenversammlung hat, wie wir mil- lcillen. mit 96 gegen 91 Stimmen, oder richtiger, die Abänderungsvorschläge des haushallsausschusiss zu dem Spar- Programm des Magistrats abgelehnt. Der Magistrat hatte seine Beschlüsse aus Grund der preußischen Sparverordnung vom 12. September d. 3. gefaßt. Oberbürgermeister Sahm hat die Ein- sparungsbeschlüsse des Magistrats der Stadtverordnelenversammlung zur Kenntnisnahme vorgelegt, er ist aber in diesem Fall von der Entscheidung der Stadtverordneten nicht abhängig. Die Sparmaßnahmen werden also trotz des gestrigen Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung zur Durchführung gelangen Sparen auch im Mnanzbetrieb. Die Zahl der eingestellten Oienstanwärter verkürzt. Der Haushaltsausschuß des Reichstages beschäf- tigte sich heute mit der Einstellung von Dienstanfängern in der Reichsfinanzoerwaltung. Es handelt sich dabei nicht um Schaf- fung neuer Beamtenstellungen, sondern um Einstellungen für den Beamtennachwuchs. Wie der Vorsitzende des Ständigen Unterausschusses Abg. Stücklen(Soz.) mitteilt, hat der Sparkommisiar vergebliche Ein- Wendungen gegen die Anforderungen des Reichsfinanzministeriums gemacht, wenn auch die ursprünglichen Ansprüche vom Reichsfinanz- Ministerium schon herabgesetzt werden mußten. Der Ständige Unter- ausschuß schlägt weitere Abstriche an den Anforderungen vor, im besonderen auch für Anwärter des gehobenen mittleren und des höheren Dienstes. Abg. Sepp«!(Soz.) meint, besser wäre es, bei den Anwärtern des unteren und einfachen mittleren Dienstes weniger und bei denen des höheren Dienstes mehr an Einstellungen zu sparen. Abg. Köhler(Z.) ist der Ansicht, daß die Finanzämter in den Großstädten wegen dauernder Ueberlastung am Zusammenbrechen seien. Der Vertreter des S pa r k omm i ssa rs meint, daß die not- wendige und mögliche Vereinfachung der Finanzverwaltung unmöglich gemacht werde, wenn jährlich die gleiche große Zahl von Dienstanwärtern einberufen wird. Abg. Cremer(DVp.) tritt ebenfalls für Verringerung des Beamtenstabes ein. Im Bereiche der Reichssinanzverwaltung, besonders in der Zollverwaltung, seien erhebliche Personaleinsparungen möglich. Der Ausschuß beschloß, die Zahl der Anforderungen i-n allen Gruppen wesentlich zu verkürzen. Sonderzoll gegen Hiiler. Franklin für alliierte Wirtfchastsmaßnahmen. Paris, 4. Dezember.(Eigenbericht.) 2er Abg. Franklin-Bouillon hielt am Donnerstag auf einein Bankett in Versailles eine Rede, in der er die Regierung auf die gobicterische Notwendigkeit aufmerksam machte, auf die Politik der Verneinung zu verzichten und Deutschland sowie den Alliierten end- lich einen klaren Aktionsplan zu unterbreiten. Deutschland müsse, so führte der Redner aus, ebenso wie es Frankreich getan habe, eine Tilgungskasse schassen, mit deren Hilfe es sich in zehn oder fünfzehn Iahren seiner Auslandsschulden entledigen könne. Di« Tätigkeit der Kasse müßte durch den Ertrag der Zölle und der Tabak- steuer garantiert werden. Für den Fall, daß die Nazis, die nach der Ansicht des Abgeordneten in kurzer Zeit an der Macht sein werden, die von Deutschland übernommenen Verpflichtungen für null und nichtig erklären sollten, müßten sie z. B. alle aus Deutschland ausge- führten Waren mit einem Sonderzoll von 10 Proz. belegen. Frankreich türzi Kohleneinfuhr. Paris, 4. Dezember.(Eigenbericht.) Ministerpräsident ücwal hat sich am Donnerstag vor dem Grubenausschuß der Kammer über die Krise und die Arbeitslosigkeit in der Kohlenindustrie geäußert. Cr erklärte, daß der gering« Kohlenverbrauch die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen zum großen Teil unwirksam gemacht habe. Di« Regierung werde gemäß einem Beschluß der Kontingentierungskonunisswn die Kohleneinsuhr aus dem Ausland um 28 Proz. statt 25 Proz. verringern und das Kontrollsystem für die Einfuhrlizenzen so verschärfen, daß die Kontingent« eingehalten werden, lieber den Satz van 28 Proz. könne die Regierung aber nicht hinausgehen. Getreu der Parole, daß die Sozialdemokratie der Hauptfeind sei, stürzt sich die Kommunistenpresse auf den Artikel des„Vor- wärts" über„Probleme des Machtkampfs", um aus ihm zu folgern, die Sozialdemokratie fei unter Umständen bereit, eine Hitler-Regierung— zu„tolerieren". Wer jenen Artikel gelesen hat, weiß, daß er die Frage behandelte, wie im Kampfe gegen den Nationalsozialismus entsprechend den verschiedenen Möglich- kellen die Mittel zu wählen sind. Daß die Sozialdemokratie den K a m p f gegen den Faschismus führen und ihn schlagen will, ist eine Tatsache, die unter Menschen mit normalen Sinnen außer- halb jedes Streites steht. Um selbst sie aus der Well zu lügen, muh man schon cm kommunistischer Journalist sein! Jedoch, daß die kommunistische Presse im Schwindeln gegen den„Hauptfeind", die Sozialdemokratie, jeden Rekord bricht, ist alt- bekannt und wenig interessant. Interessanter ist etwas anderes. Wir hatten in jenem Artikel auseinandergesetzt, daß es natür- lich zweierlei ist, ob die Nazis irgendeinen untergeordneten Posten besetzen oder ob Machtpositionen ersten Ranges in ihre Hände fallen. In diesem Zusammenhang hatten wir auf die B e- deutung der Reichspräsidentenwahl im nächsten April hingewiesen, bei der es wahrscheinlich von den Kommu- nisten abhängen wird, ob ein Faschist oder ein Nichtsaschist für sieben Jahre Träger der höchsten Gewalt im Reiche wird. Gerade über diesen Punkt, in dem die Kommunisten doch zu- ständig sind, schweigt die Kommunistenpresie in allen Tönen. Die Kommunisten haben beim Volksentscheid am 9. August den Faschismus nicht nur„toleriert", sie sind sogar in seinem Troß mitmarschiert. Wenn sie bei der kommenden Reichspräsidentenwahl wieder— wie sie es schon vor sieben Iahren taten— nur auf den „Hauptfeind" Sozialdemokratie blicken, wenn sie wieder im ent- scheidenden Wahlgang ejne sinnlose Protestkandidatur aufrecht- erhalten, so werden sie damit den Faschismus nicht nur„tolerieren". sondern inthronisieren. Sie werden ihm den Artikel 48 und die Reichswehr in die Hände geben und damit eine Hauptentschei- dung zu seinen Gunsten herbeiführen. Statt sich mit diesem sehr ernsten Problem des Mochtkampfs auseinanderzusetzen, verbreitet die Kommunistenpresse die idiotische Erfindung, wir beabsichtigten die Nationalsozialisten zu„tole- rieren". Nein, wir denken gar nicht daran, die Nationalsozialisten zu tolerieren, aber wir hegen die begründete Sorge, daß die KPD. in einem entscheidenden Augenblick, bei der kommenden Reichspräsidentenwahl, die Sa che In bezug aus die von den Alveiterorganisationen gemachten Vor» schlüge erklärte Laval, daß eine Verringerung der Ar- b e i t s z e i t nur durch ein internationales Abkommen möglich sei, das bisher nicht zustande gekommen sei. Auch gegen die Schaffung eines Kohlenamtes müsse die Regierung Vorbehalte machen. D!« Erhöhung der Kohlenarbeitcrpcnsionen stoße auf große Schwierigkeiten, da die notwendigen Mittel fehlten. Die Regierung werde aber diese Frage wohlwollend prüfen, ohne irgendwelche Ver- pflichtungen zu übernehmen.... Großfeuer in Erfurt. Ehemische Fabrik in Flammen. E r f u r l. 4. Dezember. Am Arellagvormitkag entstand m der Ehemischen Fabrik von A. herz(Herstellung von Feuerzündsteinen) bei Erfurt ein G r o ß- seuer, das vermutlich durch Unvorsichtigkeit entstanden ist. Es fand in den äußerst gefährlichen Rohstoffmalerialien. wie Torf. Sägespäne. Teer und Äaphkha, reiche Nahrung. 3n kurzer Zeit standen auch an die lausend Feuersteine, wie sie zum heizen der Lokomotiven verwandt werden, in hellen Flammen. ver wind trieb gewaltige Rauchschwaden über den in der Nähe liegenden Bahnkörper, der durch den Funkenflug ans» äußerste gefährdet wurde. Die Erfurter Feuerwehr war nach kurzer Zeil an der Brandstelle: sie mußte sich jedoch, da kein Wasser vorhanden war, darauf beschränken, den gefährdeten Bahndamm durch Erdauswerfen zu schützen. Das Gebäude selbst konnte nicht gerettet werden und brannte vollständig aus. Sämtliche Lagerbeslände. Rohmaterialien und Ferligfabrikate sowie die Büroeinrichkungcn fielen den Flammen zum Opfer. Der Schaden ist beträchtlich. Deutscher Dampfer in Seenot. 27 Seeleute in großer Gefahr. Stockholm. 4. Dezember. wie„ Svens ko Dagbladet" soeben erfährt, befürchtet man. daß der deutsche Dampser„IN i l d b u r g" mit etwa 2 7 Mann vor der 3nsel Oelaud im Sturm untergegangen ist. Unter diesen 27 wann befanden sich auch 9 von den schwedischen Bergung». dampsern auf den deutschen Dampfer zur Hilseleislung gebrachte schwedische Seeleule. Eine andere Meldung aus Flensburg, wo der deutsche Dampfer beheimatet ist, besagt allerdings, daß für Schiff und Besahung keine Gefahr besteht. Das Schiff liege bis zur halben Deckhöhe im Wasser. Das Wetter habe sich inzwischen wieder beruhigt, und man hoffe, daß die weiteren Abschleppungsversuche bald wieder ausgenommen werden können. Der 3000 Tonnen groß« Hamburger Dampfer, der sich mit einer Holzladung auf dem Wege von Finnland nach Deutsch- land befand, war bereits in der Nacht zum 29. November bei der Insel Oeland gestrandet. Zwei schwedischen Bergungsdampfern glückte es nach langer Arbeit, die„Mtldburg" von der Untiefe weg- zuziehen. Des fürchterlichen Sturms wegen mußten sich die Ber- gungsdampfer aber in der Nacht zum Donnerstag selbst in Sicher- heit bringen, die Bugsiertaue kappen und die Mildburg" ihrem Schicksal überlassen. Da die Funkstation des Schiffes, die bisher in Ordnung war. plötzlich verstummt ist, befürchtet man ein Unglück. Zuletzt hatte die„Mtldburg" drahtlos den einen Hllfsdampfer ge- beten, das deutsche Schiff mit den Scheinwerfern zu beleuchten, um Rettungsboote aussetzen zu können. Der Sturm machte es jedoch dem schwedischen Dampfer unmöglich, an das Wrack heranzukommen und den Wunsch zu erfüllen. Die letzte Mitteilung der„Mildburg" besagte, daß die eigenen Rettungsboote vernichtet feien. Die „Mildburg" ist zwar mit Holz beladen, aber man hat wenig Hoff- nung, daß das Wrack, das ein großes Leck erhalten hat, sich schwimmend halten kann. Man befürchtet vielmehr, daß die Brandung das Schiff zerbricht und die Ladung weggettieben wird. der Arbeiterklasse an den Faschismus verraten wird. Vielleicht beschäftigt sich die Kommunistenpresie einmal m:t dieser Seite der Sache. Aber freilich: � Schweigen ist auch eine Antwort! Oer neueste Schwindel. Hitlers Leiborgan bindet Bären auf. Der Schwindel von der 800 000- Mark- Spende, mit der an- geblich Jakob Goldschmidt von der Danat-Bank den„Vorwärts" „finanzierte", damit er nicht mehr das Finanzkapital bekämpfe,— dieser Schwindel genügt dem Hitler-Geist nicht mehr. Deshalb wird in der neuesten Ausgabe des„Völkischen Beobachters" ein« neue Moritat aufgetischt: Ludwig Katzenetlenbogen, der ver- krachte und inhaftierte Großkapllalist, wird als„maßgebender S P D,- M a n n" vorzestellt und diese lügnerische Behauptung auf- gestellt: „Als wackerer SPD.-Mann und Sektfreund maßgeblicher Bonzen baute Kotzenellenbogen unter Ausschaltung des sozial- demokratischen Parteiunternehmens auch den Berliner Me- tallarbeiterpalost... Für die geistig Armen, die d«r Hakenkreuzfahne folgen, mag diese Nachricht wie Manna in der Wüste wirken. In Wirklichkeit fft sie aus schmutzigen Fingern gesogen und von A bis Z er- f u n d e n! Den„Metallarbeiter-Palast" hat, wie jedem bekannt ist, der bekannte Architekt Mendelssohn erbaut, der im Ein- Verständnis mit dem Metallarbetter-Verband Einzelaufträge weiter- gab. Einen dieser Austräge, der die B e t o n a r b e i t e n betrat. erhielt die bekannte Bausirma Held u. Franke AG. An dieser soll Katzenellenbogen, wie nachttäglich bekannt wurde, mit einem Aktienkapital beteiligt gewesen sein. Und aus dieser Beteiligung eines Kapitalisten an einem anderen Unternehmen wagen die Ver- leumdergesellen im Hitler-Solde die Behauptung herzuleiten. Katzenellenbogen habe das Metallarbeiterhaus„gebaut", well er „wackerer SPD.-Mann" und„Sektfreund sozialdemokratischer Bonzen" sei. Di« Behauptung ist so blöd, daß man sie in normalen Zeiten unbeantwortet liehe. Da aber die Hitler-Gardisten aus solchen Vor- leumdungen ein Geschäft machen, so sei sie hier angeprangert als das was sie ist: eine frech erfundene Lügenmeldung. deren Verbreiter sich ihres verleumderischen Gewerbes voll bewußt sind! pistols auf die Brust. Ilazis überfallen harmlose Passanten. Di« Pressestell« des Reichsbanners teilt mit: Ein unerhörter Borgang spielte sich in der Nacht zum Mittwoch in der Klopstockstraße ab. Ein aus dem Nachhauseweg« befindlicher Repulblikaner I. wurde vor dem Haus« Nr. 14 plötzlich von sechs Nationalsozialisten umringt. Einer der Rowdys fetzt« ihm eine Pistole auf die Brust, während die anderen seine Kleider durch- suchten. Nur der Umstand, daß er A u s w e i s e, die Ihn als An- gehörigen einer republikanischen Organisation legitimierten, nicht bei sich trug, bewahrten ihn vor dem Schlimmsten. Di« NationI- sozialisten begnügten sich damit, ihm zwei Zigaretten wegzunehmen. Es fft also schon so weit gekommen, daß friedliche Passanten der Ge- fahr ausgesetzt siird, nationalsozialistischen Wegelagerern in die Hände zu sollen. Es ist höchste Zeit, daß diesem gemeingefährlichen Treiben rücksichtslos zu Leibe gegangen wird. 25 000 Mark durchgebracht. Ungetreuer Rechnungsführer stellt sich selbst. Auf dem Polizeirevier in der Vayreuther Sttaß« stellte sich der 50 Jahre alte Rechnungsführer Karl Rothe. Er hatte keinen Pfennig Geld mehr bei sich. Rothe ist st ä d t i s ch e r Beamter. Zuletzt war er auf dem Gut Hellersdorf als Rechnungsführer beschäftigt. Am 23. November nahm er seine Bücher und wollte angeblich in die Stadt fahren, um— wie er seiner Frau erklärte— bei seiner vorgesetzten Behörde abzurechnen. Er ist aber dort nicht angekommen. Als feine Frau sich nach ihm erkundigte, wurde man stutzig. Revisoren, die entsandt wurden, stellttn fest, daß er e t w a 23 000 Mark unterschlagen halle. Rothe, der schon lange in städtischen Diensten stand, war der Wettleidenschaft verfallen. Das Geld verbrauchte er teils zum Wetten, teils zum Besuch der Lebeweltlokale. Einige Tage nach seinem Verschwinden schrieb er an sein« Frau aus Berlin einen Brief, in dem er ihr seine Verfehlungen initteille. Als er am 23. fortging, hatte er noch die Kasse in Höhe von 4000 Mark mitgenommen. Das Geld hat er inzwischen ebenfalls verspielt. Oer Sturm im Kanal. London, 4. Dezember. Außergewöhnlich heftige Stürme wüten fest den letzten 24 Stunden im Kanal und in der Nordsee. Der Passagierdampfer „Versailles", der den Dienst von New Häven nach Dieppe versieht, geriet eine Stunde nach Abfahrt von New Häven durch Bruch des Steuerruders in große Ssenot und, da es steuerlos wurde, in die Gefahr, auf die Felsen der Küste geschleudert zu werden. Im letzten Augenblick gelang es den Kapitän, den Dampfer auf hoher See zu verankern und das Schiff zu retten. Istexitos Gesandter in Berlin fft der frühere Unterstaatssekretär des Jnnenamts, Mendoza Gonzales, geworden. Der dänisch« Reichstag beschloh aus Anttag der Reaierung ein- stimmig, jede Einfuhr von Kognak. Likören und Schaumweinen aus Frankreich bis Neujahr restlos zu unterbinden und die Einfuhr nach Neujahr auf di« Hälfte des bisherigen Kontingents herabzusetzen. Außerdem wurden Zoll- erhöhungen bis zu 50 Proz. für Luxuswaren, wie Seide, Par- fümerisn, Pelzwaren und Luxusautomobile beschlossen. El Solvadors Präsident abgesetzt. Das mexikanische Flieger- .Hauptquartier in Mexiko erhielt aus»an Salvador einen Funk- spruch, der besagt, daß Präsident Aroufo abgesetzt worden ist. Ein militärisches Triumvirat regiere das Land. Wahlen würden bald — un>d zwar wahrscheinlich innerhalb zwei Tagen— abgehalten werden. Die Lage in der Republik wird als ruhig bezeichnet. Bei dem Sturz des Präsidenten wurde in der Hauptstadt ein Beamter des Schatzamtes getötet, als er sich weigerte, die von den Um, stürzlern gestllten Bedingungen anzunehmen. ZwischensattimSklarek-prozeß Aerichierfiatter belauschen Gespräche von AngeNagten. Die Verhandlung im Sklarek-Pro�ß begann heule morgen mit 9 einem kleinen peinlichen Zwischenfall. Der AngeNagle S o k o- l a m s k i wurde nämlich vom Vorsihenden ganz unerwartel zum Zeugenstand vorgerufen und befragt. Es entspann sich folgende Unterhaltung:„Haben Sie sich auf dem Korridor mit Leo Sklarck unterhalten?"„Ja."„Worüber?" „Wir haben uns begrüßt."„Hat Leo Sklarek A>n«n gesagt: Mein lieber Sack, ganz egal wie das Theater ausgeht. Wir machen wieder einen Loden auf und du muht mit dabei fein." Solo- l o nz f k i: Nein, in so krasser Form hat er mir nichts gesagt. Vors.: In weniger krasser Form? Sokolowski:(kr hat nur gesagt, wie es nun werden wird. Vielleicht werd« er wieder zu arbeiten beginnen. Es war aber kein« Rede davon, daß ich mit dabei sein sollte. Leo Sklarek: Ich habe das Wort „Theater" nicht gebraucht. Ich habe nur davon gesprochen, dah dies hier doch einmal ein Ende nehmen müis«. Rechtsanwalt Dr. P i n d a r meint, dah man es ja nicht verwehren könne, daß die Angeklagten sich miteinander und auch mit den Zeugen begrüß- ten. Es werde neuerdings in der Presse wieder eine unerhörte 5)etze gegen Sklareks betrieben. Vors.: Gegen gegenseitige Be- grühungen kann das Gericht selbstverständlich nichts einwenden. Der Ausdruck„Theater" paßt aber sehr gut zu Leo Sklarek. Wenn er das gesagt haben sollte, so könnte das für ihn vielleicht sehr un» günstige Folgen haben. Leo Sklarek(sehr erregt): Das ist Oer Zurückgebliebene Hugenberg: Mit Hilfe dieses Ballons werde ich Dir schon nachkommen! ein« ganz große Gemeinheit, von mir zu behaupten! Das ist eine Ver'eumdung! Ich mächt« doch gern den Namen des Betreffenden wissen, der das hinterbracht hat. Vors.: Den Nomen des B«- treffenden kenn« ich nicht. Wo ich das her habe, hätte ich Ihnen ohnehin gesagt. Das steht in der—„Deutschen Zeitung" vom 27. November. Damit ist der Zwischenfall erledigt. Cr erinnert aber an«inen anderen Zwischenfall, der sich vor«inigen Tagen im Sklarek-Prozeß ereignete. Damals betraf es den Stadtrat Nydahl. Es wurde vom Oberstaatsanwalt Steinaecker dem Angeklagten Leo Sklarek vorgeworfen, er habe in einer dunklen Ecke mit dem Zeugen Stadt- rat Nydahl eine sehr lang« Unterhaltung gehabt. Leo Sklarek be- stritt das. Stadtrat Nydahl wurde vom Dorsttzenden wegen der Unterhaltung in der dunklen Ecke einem hochnotpeinlichen Verhör unterzogen. Dieser bestritt das auf das entschiedenste: Er habe sich mit Leo Sklavek nur begrüßt und mit ihm wenig« belanglose Worte gewechselt. Auch diesmal war die Quelle ein Berichterstatter, den der Oberstaatsanwalt im geeigneten Moment zu nennen versprach. Prejseberichterstatter als Belausch« von Angeklagten und Zeugen und als Denunzianten sind etwas Neues in Moabit, wenn man hier auch an verschiedenes gewöhnt ist. Als erster Zeuge wurde heute morgen der frühere Mit- geschästssührer der KV®., K i st« n m a ch e r, vernommen. Seine Aussog« behandelt die Käufe der KVG. bei Sklareks. Di« Staats- anwaitschaft erblickt in ihnen«ine Begünstigung. Der Komplex berührt auch den Angeklagten Stadtrat Kohl. Dieser bestreitet nach wie vor, mit den Begünstigungseinkäusen auch nur das geringste zu tun gehabt zu haben. Gelbstmvrd eines Referendars. Weil er das Assessorenexamen nicht bestanden hatte. In der vergangenen Nacht sah ein Polizeibeamter, der im Tiergarten Streifendienst hatte, wie sich an der Schleusen- brücke«in jüngerer Mann über das Geländer schwang und in den Kanal sprang. Der Beamte sprang sofort hinterher, doch gelang es ihm Infolge der starken Strömung, die das Wasser gerade an dieser Stelle hat, nicht mehr, den Selbstmörder zu retten. Er alarmierte die Feuerwehr, die dann noch einiger Zeit d i e Leiche bergen konnte. Nach einem Ausweis, den der Selbst- mörder in der Tasche hatte, handelt es sich um 29jährigen Referendar Bruno London, der in Schöneberg in der Lindauer Straße 4 wohnte. Wie wie hierzu weiter erfahren, hat London, der aus Königsberg stammte, offenbar aus Verzweiflung darüber, daß er das Assossorexomen nicht bestanden hatte, seinem Leben ein Ende bereitet. Keine Schließung der Schulen. Eine kommunistlsch« Zeitung bracht« die Meldung, das preu- ßisch« Kultusministerium beabsichtige, sämtlich« Schulen anschließend an die Weihnachtsferien aus vier bis sechs Wochen z» schließen Widos preußische Kultusministerium mitteilt, ist diese Meldung frei x r f u n d e n. Me und neue Musik Orchester-, Chor- und Kammerkonzert Wenn Furtwängler den„M c s s i a s" dirigiert, dann zeigt es sich, daß er in der Wunderwelt der großen Händel-Chörs nicht so zu Hause ist wie in seinem eigentlichen Reich, das er wie kein anderer beherrscht: in dem der Symphonie. Mit Worten wird es ja schwer oder gar nicht zu beweisen sein, wo der Punkt liegt, bei dem eine Interpretation beginnt, zu perjönlicki zu werden, da ja jedes Werk, um lebendig zu werden, einer Wiedergabe bedarf, die die Persönlichkeit des Interpreten niemals- ganz verleugnen wird. Immerhin ist Händel— jo scheint es uns wenigstens— mit feinem Ziselieren, mit Differenzierungskullst und symphonisch auf- gebauten Steigerungen nicht beizukommen. Diese Musik kann gar nicht breit, strahlend und einheitlich kraftvoll genug sein! starre Feierlichkeit ist ihr angemessener als noch so kluges Spiel mit noch so fein verteilten Lichtern und Schatten. Auch die Solisten(Mia Peltenberg, Gustav Hammer, Julius P a tz a k und Her- mann Schey) sangen nicht so, als ob sie Händel sängen; das war alles zu stimmungsvoll, zu weich, zu lyrisch und ohne die eherne Gewalt, die in jedem Ton dieser großartigen und unsterblichen Musik stecken. Aehnliches ist von Edwin Fischer zu sagen, wenn er in einem Kammerkonzert dos Brandenburgische Konzert Nr. 1 für 2 Hörner, 3 Oboen, Fagott und Streicher aufführt, wenn er in sehr anfechtbarer Weise ändert, was ihm bei Bach, man denke. änderungsbedürftig erscheint, wenn er das Ganze mit dem ex- prefsiven Elan, inst der rauschenden Vitalität romantischer Ilster- pretationskunst dahermusiziert(nicht ohne bei einem zahlreichen Publikum große Begeisterung zu erwecken). In dem gleichen Konzert meisterte Lotte Leonhard Telemanns prachtvolle, selten gehörte, gesangstechnisch ungeheuer schwierige„Ino-Kantate" in vollkommenster Weise.— In einem anderen Kammerkonzert, einem Barockabenh Michael Taubes, hörten wir ein Konzert für zwei Cembali(Ausführende waren die vorzüglichen Cembalisttnnen Alice Ehlers und Gertrud« W e r t h e i m), sowie die Vierte Suste von Johann Sebastian Bach.— Der Magdeburger Madrigalchor führte am Totensonntag in der Petrikirche unter Martin Jansen die Matthöuspassion in der gleichen Besetzung auf, die Bach bei der Uraufführung im Jahre 1729 zur Verfügung gehabt hatte, mst 28 Sängern und ebensoviel Instrumentalisten also. Wenn eine größere Besetzung den Intentionen des Wertes auch fraglos nicht zuwiderläuft, war diese Aufführung, bei der auch die Solopartien von Chormitgliedern übernommen waren, interessant und aufschluß- reich im einzelnen, lehrreich vor allem aber im ganzen: sie zeigte mit wie verhältnismäßig geringen Mitteln so ein Werk zum Klingen gebrächt werden kann. Die Polyphorne der neuen Musik, die der des 18. Jahrhunderts nahesteht, auf die sie sich stützt und immer wieder beruft, birgt eine nicht unbeträchtliche Gefahr in sich: das einfallslose, leere und kraft- lose Spiel mit der gefügigen Form: eine Gefahr, der der junge Herbert Marx durchaus noch nicht entronnen zu sein scheint. Was man von ihm zu hören bekam— ein blasies Quintett für Holzbläser und Horn, ein langwelliges Rondo für Flöte und Klavier, Chöre für Liebhaber— war durchaus nicht überzeugend. Lediglich eine Konzertmusik für Klavier und Kanunerorchester hatte so etwas wie ein eigenes Gesicht; aber auch da war viel leeres Figurenwerl.— An den Anfang seines oben erwähnten Kammer- musik-Konzerts hatte Edwin Fischer das Konzert für Klavier und Orchester von Karl Marx, das einen großen Erfolg zu verzeichnen hatte; der Schlußsatz mußte sogar wiederhast werden. Auch hier polyphone Faktur und Spiel mst der Form, voll Kraft aber, mit Einfällen gesegnet und in großen eindrucksvollen Steigerungen: von Fischer übrigens prachtvoll geleitet.— Hier sei auch die erste vollständige Wiedergabe der Zehn Klavieretüden von Ernst T o ch erwähnt. Es ist ein ebenso interessaistes wie schwieriges Werk, dos an Lauf- und Oktaventechnik insbesondere die höchsten Anforde- rungen stellt, denen Lydia Hossmann-Behrendt vollkommen gewachsen war: was nicht wenig bedeutet. P r o t o f i e f f s Musik zu dem Ballett„Der verlorene Sohn". die sich unter dem Titel„Symphonische Suste" als absolute Musik gebärdet— Bruno Walter eröffnete mit ihr sein drittes Konzert mst dem Philharmonischen Orchester—, gehört nicht in den Konzert- saal; sie hat weder Kraft noch Einfälle, noch Originalität genug, um auf Bühne und Tanz verzichten zu können. Solist dieses Abens war Alfred C o r t o t, Frankreichs größter Pianist, als Chopin-Spieler vom Vorjahr her noch in allerbester Erinnerung. Er spielte Chopins k'-Moll-Konzert in eigener Fasiung, die alles Wesentliche übrigens unverändert läßt. Bei aller Herrlichkest seines Spiels schien sein Vortrag diesmal kühler als sonst, eher inter- essant als hinreißend: es mag dies an der etwas frostigen Stim- gung des ganzen Konzerts gelegen haben, die gegen Schluß erst auftaute: bei der von Bruno Walter ganz wunderbar geleiteten Zweiten Symphonie von Brahms. Arnold Walter. „Oer Mann mii den grauen Schläfen." Theater in der Behrenstraße. Vor Jahren gab es ein« La riete nummer— vielleicht gibt es sie noch—, in der ein einziger Künstler fast sämtliche Rollen darstellt. Die Gefchwindigkest der Verwandlung bildete den Haupteffekt. Dieser Trick scheint jetzt auch auf der literarischen Bühne Mode zu werden. In Bruno Franks Komödie„Nina" spielt Fritzi Massary eine Dopelroll«, vor kurzem sahen wir Roberts im„Onkel Jona- than" in dreifacher Gestalt, uns gestern versuchte sich Roberts von neuem als Doppelmensch, mal als Bater, mal als Sohn, ein- mal mst grauen, einmal mit blonden Schläfen. Leo Lenz nutzt in feinem Lustspielchen die Konjunktur für Doppelrollen geschickt aus. Es geht munter und lustig auf der Bühne zu, und es wirkt gar nicht so unwahrscheinlich, daß die Spieler ein« Person für zwei verschiedene halten. Baron Iara hält um Fräulein Sabine an, holt sich aber einen Korb, weil er sich zu kameradschaftlich und zu unromantisch be- nimmt. Sabin« ist moderner als modern, sie liebt die Ritterlichkest der Männer mit schon angegrauten Schläfen. Der iunge Baron zieht betrübt ab, um kurz daraus als sein eigener Bater wieder zu erscheinen. Da er ihr Ideal jetzt kennt, ist es für ihn kein Kunst- stück, sie Im Sturm zu erobern. Ebenso schnell gelingt es ihm, ihr den Geschmack an älteren Kavalieren zu verderben. Als dann plötzlich der jung« Baron wieder auftaucht, hat er es natürlich nicht schwer, sie für sich zu gewinnen. Roberts macht diesmal sein« Verwandlungskünste ohne Perücke und Verkleidung. Er beschränkt sich auf veränderte Hal- tung, Gebärde und Sprache, und das ist der Schlüssel für den Er- folg des Lustspiels. Er bringt den Altersunterschied von dreißig Jahren ohne äußere Mittel in der Tat täuschend zum Ausdruck. Sehr lustig und originell ist er in seiner unbekümmerten, saloppen und etwas tolpatschigen Art al» junger Baron. Gleiche Zurück- Haltung wie er übt Gina Falckenberg als Sabine. Sie spielt mit lassiger Eleganz und hat Momente von bezauberndem Charme. Dgr. Oer Klug in die Siraiosphäre Professor piccard spricht So bescheiden, daß sein Benehmen beinahe schüchtern wirkt, be- tritt Professor Piccard die Bühne der Philharmonie. Er läßt ein paar schlichte Begrüßungsworte über sich ergehen und dann spricht er und hat im selben Augenblick das Auditorium für sich gewonnen. Aengfllich besorgt ist er um jeden Zuhörer, fragt immer wieder, ob man ihn oersteht. Piccard wollte weder einen sportlichen Rekord aufstellen noch ein« todesmutige Tat vollbringen, er ist ganz einfach in einer ge- schlossenen Kabine mst seinem Laboratorium seinem Forschungsgebiet entgegengefahren. Seine Expedition gast den tosmischen Strahlen, und er ließ neun Zehntel der Lust unter sich, um Messungen vorzunehmen und die Natur der Höhenstrahlung sest- zustellen. Der Ausstieg war etwas übereilt vor sich gegangen, denn die Leute aus der Erde hatten die Nerven verloren und dachten schließlich:„Ach. die Hauptsache ist, wir sind die beiden Quftreisenden und den Ballon los." So wurde kein Wasser mttgsnonvmen. und man hatte auch Pech mit einer Leine und tonnte daher überhaupt nicht das Ventil ziehen. Nach 17stündiger Fahrt setzt« man sich dann aus einen Gletscher in, schönen Land Tirol. Diese Fahrt hat sehr viel bewiesen, nämlich, dah in der Stratosphäre kein« Todes strahlen vorhanden sind, daß man in diesen Höhen in einer lustdicht verschlossenen Kabine leben kann und daß es dort kein« meteorologischen Ueberraschungen gibt. Man kann also die Stratosphäre aus wirtschaftlicher Basis ausnutzen und sie dem entsprechend ge- bauten Flugzeug erschließen. Als damt zum Schluß der gelehrte Pionier der Stratosphäre, der selbst Schweizer Ncstionalstät. aber in Belgien Universitätsprosessor ist, die Bitte aussprach:„Möge nie- nials die Stratosphäre durch Kriegsflugzeuge ent- weiht werden," wirkten dies« so ehrlich gesprochenen Wort« un- geheuer und die Zuhörer rasten Beifall. e. d, „Bobby gehi los!" Tavenhien. „Ende gut, alles gut", denkt Harry Piel und schließt seinen Film mst einem fabelhaften Boxkampf. Der erinnert nicht nur an die besten amerikanischen stummen Filme, sondern übertrifft sie noch; denn die lärmende Musik und der naturgetreue Radau in der menschenüberfüllten Halle trägt wesentlich zur Stimmungs- Hebung bei. Sonst ist der Film flau. Cr ist ein vergröberter Harry Piel. Die Geschichte von dem Überfallenen Boxer, der sein Gedächtnis verlor, wird zu betont auf Krastmeierei und zu stark auf Sinnlich- lest stilisiert. Anni Markat ist ihrer Rolle gar nicht gewachsen. Sie übersteigert andauernd und wirkt dadurch unwahr. Der famose Kurt Lilien hingegen spielt alles in Grund und Boden. Wenn er seine Gurken kaut oder wenn er Bobby schreit, dann ist das eben unvergleichlich komisch. Harry Piel prunkt sehr bewußt mst seiner gesunden und robusten Körperlichkeit. Will er so der Kon- kurrenz zu Leibe rücken und den zarteren Hans Albers ausstechen? Nun, Albers kommt von der Sprechbühne, er hat, was die Ton- filmeignung anbelangt, dem sensationslüsternen Harry viel voraus. Die Wochenschau zeigt u. a. eine Liliputlotomotive, die 1000 Kilogramm zieht. Ein Wiener Arbestsloser hat sie hergestellt. Wie lange wird die Welt es sich noch erlauben, derartige produktive Menschenkräfte ungenutzt oerkommen zu lassen? Dann, sieht man, wie in Paris der Abrüstungstongreß gestört wird. e.h. Racktkuliur in Krankreich. In Frankreich ist eine Gesellschaft, die„Sociäte Naturiste", mit einem Aktienkapital von 8 Millionen Franken gegründet worden, der 100 Mitglieder angehören. Diese Gesellschaft errichtet auf einer 430 Kilometer von Paris entfernt liegenden Seineinsel, der ,Lle Medan", Wohnstätten, Gärten, Sportplätze usw., wo ihre Mitglieder völlig in Freiheit und Natürlichkeit leben können. Die Insel ist 1800 Meter lang, und aus dieser Bodenfläche will man Raum für etwa 10 000 Menschen schaffen. Di« Bewohner der Insel werden sich hauptsächlich von vegetarischer Kost ernähren, aber es darf auch Fleisch gegessen werden. Das Hauptproblem ist. über das man sich noch nicht ganz einig werden konnte, ob die Bewohner der Insel mit oder ohne Badehose oder Schwimmtrikot umhergehen sollen. Ein Mehr an Bekleidung kommt überhaupt nicht in Frage. Dabei wird aber allerstrengstens auf gute Sitten gehalten werden. Zunächst hat man, da über diese Frage keine absolute Einigung zu erzielen war, ein mehrere Hektar umfassendes Gebiet für die unentwegten Anhänger der Nacktheit reserviert. Sommer und Winter steht der Aufenthall auf der Insel den MUgliedern frei, aber der größte Test von ihnen wird wohl im Winter in wärmere Stadtwohnungen zurückkehren- und sich nur in der heißen Jahreszeit dort aufhalten. Der französische Komponist Vincent d'Zndy, der bekannte Wagner-Berehrer, ist in Paris am Mittwoch im Sllter von 81 Jahren einem Herzschlag erlegen. Unter seinen sinfonischen Werken sind besonders der„Wallenstein" und die„Bcrg-Sinfonie" bekannt ge- worden, jedoch ist er auch mst dramatischen Kompositionen, Sonaten, Quartetten uiw. an die Oeffentlichkest �getreten. Zusammen mit Bordes und Guilmant gründete er die„Schola-Cantorium" und war bis vor zwei Iahren Professor am Pariser Konservatorium. In den letzten Wochen seines Lebens beschäftigt« sich Vincent d'Zndy mit einem Werk über Wagners„Parsifal". Hegel« Geburtshaus ausgesunden. Wie aus Stuttgart gemeldet wird, ist es jetzt gelungen, in dem Hause Eberhardtstraße S3 das Geburtshaus des Philosophen sieget nachzuweisen. In der gleichen Straße befindet sich auch das Geburtshaus des Dichters Wilhelm Hauff. Di« Premier« im Lessiug-Tlieater„Immer erst den Anwalt fragen findet heute, 20 Uhr, statt. Die Tenfilm- und Bt,mnastikmatm«« der KörPertuUuricbule Adolf Koch, die a»i Sonntag im„Atrium" stattsindet, ist ausverkauft. Sie wird «um Besten der Erwerbslvsenhilse am Sonntag, dem 21. Januar 13S2, Wiederholt. Die Kaufkraft ist geschwunden... Letzt erst wird ihr Wert erkannt. Der Lohnabbautaumel erfaßte natürlich auch das Kleingeiverbe und den Kleinhandel. Wie sehr man sich dabei ins eigene Fleisch geschnitten hat. indem man den mit den Lohnkürzungen untrennbar verbundenen Rückgang der Kaufkraft mißachtete, sieht man erst jetzt ein, nachdem die Schwächung der Kaufkraft allgemein ge- worden und einen katastrophalen Umfang angenommen hat. Jetzt, wo es zu spät ist, jetzt, wo die Kaufkraft fehlt, erkennt man erst ihren Wert. So schrieb kürzlich die Fleischer-Ver- bandszeitung u. a.: „Die Industrie verlangt einen Lohnabbau von 20 Prozent, die Gewerkschaften fordern, daß kein Pfennig Lohn abgebaut werde, bevor nicht der Lebenshaltungsindex in demselben Ausmaß gesunken sei. Die J-Ä>ustrievertrcter weisen darauf hin. daß sie nur dann exportieren können, wenn sie billig produzieren; die Gewerk- s ch a f t e n machen darauf aufmerksam, daß die Kaufkraft der Ar- bciterschaft bereits auf ein Niveau gesunken sei, das schlechterdings nicht mehr unterboten werden könne. Wir können nicht bestreiten, daß hieran viel Wahres ist. Nicht nur an dem Rückgang des Fleischverbrauchs sehen wir täglich die einschrumpfende Kaufkraft der Masse, sondern auch an dem Vor- gehen zahlreicher Meister, die heute Fleischpreise auf ihre Tafel schreiben, die beim besten Willen irgendeinen Verdienst nicht mehr in sich schließen können. Wer unter Zugrundelegung der heutigen Diehpreise Rindfleisch mit 60 Pf. oerkauft und für allererste Ouali- tät sich nur bis zu 80 Pf. wagt, wie wir es aus zahlreichen Gegenden Deutschlands bestätigt finden, der verzichtet endgültig darauf, mit seinem Geschäft mehr als die nackte Existenz zu fristen. Deshalb find wir der Auffassung, daß die Vertreter des deutschen Handwerks und Einzelhandels im Wirtschastsbeirat kein iZnleressc an einer erneuten rapiden Kürzung der Löhne und Gehälter haben können. Das Lohn- und Gehaltskonto in den Betrieben des gewerblichen Mittelstandes ist nicht so bedeutend, um eine allgemeine Schwächung der Kaufkraft um 20 Prozent befürworten zu können. Das steht mit unserer alten Forderung auf eine beweglichere Gestaltung der Tarifverträge durchaus nicht im Widerspruch. Es wird notwendig sein, gerade in dieser Frage klaren Kopf zu behalten und sich gegeo jede vernebelungstatiik der schwer- induslriclleu kreise zur wehr zu setzen." Einen klaren Kopf sollte man in solchen Dingen von vorn- herein haben, dann kann man ihn leicht b« hatten. Denen aber, die selbst durch Schaden nicht klug werden, sei die Auffassung der Fleischermeister-Verbandszeitung zur Ueberlegung empfohlen. Vergleich hebi Lehrverträge nicht auf. Die Kammer 3 des Landesarbeitsgerichts Berlin hatte sich unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Rüben mit der Frage zu be- schäftigen, ob die Vertrauensperson aus Anlaß eines Vergleichs berechtigt sei, mit Ermächtigung des Vergleichsrichters L e h r o e r- träge fristlos zu kündigen. Zwei im Deutschen Baugewerksbund organisierten Maurer- kehrkingen war durch die Vertrauensperson der Firma Lerche u. Rippert A.-G. mit Ermächtigung des Amtsgerichts fr ist- los gekündigt worden. Die beiden Lehrlinge klagten beim Arbeitsgericht auf Fortsetzung des Lehroerhältnisses. Das A r- beitsgericht hatte die Klage abgewiesen. Di« hiergegen eingelegte Berufung hatte vollen Erfolg. Das Landesarbeitsgericht Verlin stellte sich auf den Standpunkt, daß der Vergleich nicht die Befugnis gebe, Lehrver- Hältnisse fristlos zu kündigen, da der Zweck des Vergleichs gerade der fei, das Unternehmen aufrechtzuerhalten. Die Revision ist zugelassen worden, so daß das Reichs- arbeitsgericht sich noch mit dieser in der heutigen Wirtschafts- krife grundleg«nden wichtigen Frage wird beschäftigen müssen. Wetter für Berlin: Mild und wechselnd bewölkt, vereinzelt Regen, lebhafte Westwinde.— Für Deutschland: Allgemein mild mit Strichregen, im Osten ebenfalls Tauwetter, an der Küste stark windig. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrist, liegt der heutigen Postauflage bei. fr f Vo Freitag, 4, Dezember. Berlin. 16.05 Otto Heller: Die Winterhilfe des Sports. 16.30 Gesänge. Gerda Klemmt. Am Flügel: Max Nahlrath. 16.50 Frohe Stunde mit Felix Timmermanns(Dr. Ilse Masbach). 17.10 Dpterhaltungsrausik. 18.00 Bauernroraaue(Dr. Felix Buttersack). 18.10 Dr. Wolfgang Boro: Die Mission Wiens innerhalb der deutschen Kunst. 18.35 Dr. Paul Landau: Das gesellschaftliche Leben im Zeitalter der Französischen Revolution. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Rhapsodien. Fuuk-Orchester, Dir.: Bruno Seidlor-Winjcler. 20.00 Rückblick auf Schallplatteu(November).(Am Mikrophon: Dr. Fritz Knöpfke.) 20.25 Staatsoper Unter den Linden: ,, Carmen", Oper" von Georges Bizet. Dir.: Generalmusikdirektor Leo Blech. 21. IC Tages- und Sportnachrichten. 21.20..Anabasis." Von Ernst Glaeser und Wolfgang Weyrauch. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Funkgemeinschaft cugagementsloser Opernsängerinnen und-Sänger. Königswusterhausen, 16.00 Albert Pictsch: Hilfen durch den Daltonplan. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Mersmann: Hören musikalischer Formen. 18.00 Dr. Walter Groll: Die Reparationsfrage in der internationalen Diskussion. 18.30 Prof. Dr. Otto Rieß; Das Tierexperinient in der Medizin. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Acrzte. 19.30 Besuch in der städtischen Arbeiterkolonie(Lchrspiel von Dr. Wilhelm Hermanns). 20.00 Hamburg: Kurt Thomas: Wofhna-chtsoratorium, 20.50 Pfarrer Jacobl: Vom lieben Gott und der Liebe Gottes. 21.20 Königsberg: Sinfoniekonzert. ttrald Weisel: Glückliche Jugend Ewald W e l z c l s im Brehm-Verlag, Berlin, erschienene „Glückliche Jugend" vermehrt die Photobücher um eine sehr wertvolle Art. Ewald Welzel war lange Zeit Schulmeister in einem kleinen abgelegenen schlesischen Dorfe, chier wurde ihm das ländliche Jahr zum Erlebnis. Er verschmolz mit den Dorf- bewohnern und— mehr noch— mit den ihm anvertrauten Kin- dern. Welzel gehört zu den seltenen Pädagogen, die mit der Jugend jung bleiben und sie aus ihrer jeweiligen Situation ver- stehen. Wie lebt diese Dorsjugend? Was erlebt sie? Das niederzu- legen oerlohnt in einer Zeit, da weite Kreise des Mcnschtmns von dem naturnahen Milieu abgeschlossen sind. Ebenso bezeichnend wie berechtigt, wenn Welzel für seine Abbandlung weniger die lite- rarische als die dokumentarische Form des Lichtbildes benutzt. Die Worte sind in diesem Fall nur Brücke, angenehme Begleitmusik. Das Wesentliche offenbart sich in den 80 Photographien. Die Photographin chedda Walter versuchte sich schon in ihrer Sammlung„Mutter und Kind" an dem Thema Kind. Dos Unternehmen glückte. Auch chedda Walter gab Wesentliches. Wenn wir trotzdem Welzels Veröffentlichung als einen Schritt darüber hinaus bezeichnen möchten, so deshalb, weil fein Anfchauungs- Material der Natur der Sache entsprechend beschränkter und damit die Möglichkeit einer größeren und erschöpfenderen Konzentration gegeben war. Gewiß ist in beiden Fällen der glücklich erwischte Augenblick einer psychischen Manifestation dos Entscheidende. Aber während Hedda Walter ihre Auswohl doch wohl mehr aus einer großen Anzahl von Zufallsobjektcn treffen mußte, kannte Welzel aus einem durch täglichen Umgang bekannten, in jahrelanger Zu- fammengehörigkeft liebevoll beobachteten Material feine Wesens- schau geben. Das Resultat ist erstaunlich. In diese» 80 Photograpbien schließt sich tatsächlich der Lebenskreis, der die Dorfjugend umzirkt. Kinderfrend und-leid sind in ihrem äußerlichen Ablauf w>e in ihrer seelischen Prägung einmalig und doch endgültig festgehalten. Dar- ilber hinaus weiß Welzel den Eltern und Erziehern Beochtcns- wertes vom erzieherischen Wert der Kamera zu berichten. Das Neuartige an dem Persuch Welzels ist es, daß er sich mit seiner Kamera auf einen kleinen Lcbenskreis beschränkt. Es wäre denkbar, daß derartige photogrophifche Monographien— allerdings den Willen zur soziologischen Wahrhaftigkeit voraus- gesetzt— eine wertvolle Bereicherung unseres Anschauungsmateriols geben. I-epere. Derantwortl. für die Redaktion: Stich. Beruft«!», Berlin: Zlnjeigen: Zh. Stock«, Berlin. Berlaa: Borwär!» Lerlag G. m. b. S.. Berlin. Druck: Lorwärt, Buch- bruckerci und Derlag-anltalt Paul Singer& To.. Berlin Sffi 88, Lindenftrab« X Sie»,» 1 Beilage. PROGRAMM 1 MJF■ B JA W» mm■ I PROGRAMM für vom I m B HE I für Zeit vom 4. bis 7. Dezember| HPIa■ Hwi W W MW MD| 4. bis 7. Dezember ISEÜLa Potsdamer Straße 38 Der Kongreß tanzt mit Xilian Harvoy, H'illy Fritseh Für JugraxHiciie fredgegabeo! W. 5, 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7, 9 ÜTtr Rheinstraße 14 k�..eS») Der Herr BnroTor�tchor mit Falk» Bressart. U. Tbimlg. Alfred Abel- Für Jugendliehe freigegeben! W. 5. 7. 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 Arm wie eine Kirefaenmaafl m. Grete 9Ioa>heun« Anton Edt- hofer, Fritz Grünb.num. W. 5, 7. 9 Uhr S. 3, 5, 7. 9 Uhr Turmstraße 12 I-Iebaskommand» mit Dolly Haas, Gustav Fröhlich. Für.JugendUcbe fredgcgebeiri 3V. 5, 7. 0 Uhr S. 3, 5. 7. s Uhr Alexanderstraße 39-40 (I'assago) Dienst ist Dienst mit II. A. Bo- berts, Fritz Schulz. Den gani. Tag gcöflnet. S. 3, 5. 7, 9 Uhr. ■ we.t.n■ Primas-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margar�enstr. Per Schlcmlhl mit Curt Boi», I>a Jana. II. A. v. Schlcttow, rlax Ehrlich. W. 5.15, 7.15. 9.15 Uhr S. 3.15, 5.15, 7.15. 9.15 Uhr. l__friegrtch»taclt � Die Kamera Sn un Täglich 3. 5. 7, 9 Uhr Dcgeto-Gasb.picl: UrauHührung. GroB- tonfilm: Das Kind und die Welt. Wolf IT.'mn W- 6',s n- 9 05 v- neil-AinO Sonntags ab t.tö Alt-Moabit m Tonlustipifd: Weekend im Ferse die» mit Otto Wallburg.— ton- beiprogranun.— Tonwochc. Kant-Lichtspiele Kantstr. 54(au der Wilmersdorfer Str.) Der stärkste Film des Jährest Kameradschaft. Regie: G. W. Pabst. JngeDdlichc haben Zutritt! W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5, 7. 9 Uhr Germania-Palast Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 53/54 Der stärkste Film des Jahres: Kameradschaft. Regie: G. W. Pabst. Jugendliche haben Zutritt! W. 5. 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Franziskaner Ä�Vm. Gcorgenslraße(Ecke Friedrichstraße) Spielzeit von 9 Uhr 9, 12, 3, 6, 9 Uhr Das Fand des Gäehelns mit Kiehard Tauber Musik Franz Lehar 10.30, 1.30, 4.30, 7.30, 10.30 Uhr Hurra, ein Junge mit Hax Adalbert Woehen- und Kultursehan a Mo«»!* j Artus ho f W ab 6 30 U. Sonnt, ab 6 U. Perleberger Str. 29 Bergtonfilm:' Berge in Flammen mit Luis Trenkcr— Tonbelpr. Tonwocbe. Jugeodl. habea Zutritt. Schlüter-Theater f-TJu Schlüterstr. 17. Stg. 3 Uhr Jgdvorst, Berlin- Alexander platz mit H, George. Ilaria Bard. T o u bc i p r o g r a mm. Atrium Beba-Palast Kaiser aUec, Ecke BcrJdner Straße W. 7, 914. Shd. u. Stg. 5. 7. 914 Urautführu-Tg: liuisc, Königin von Preußen» mit II. Porten. Regie: Carl Froehllch. Hente, Freitag:, SVa Uhr: Fc»tvor»tcl- lung: u. Uraufführung:. d__»«h*nebcrg"—""b Titania Schöneberg zU'K- Hauptstr 49 Sonntags 3. 5, 7. 9 Uhr Der Kongrclt tanz« mit Kilian Harvoy, Willy Fritseh.— Ton- beiprogramm.— Jugrndi. Zutritt ■ sfant»"b Titania-Palast W'zo.su. Steglitz, Schloßstr. 5, EckeGutsmuthsstr. Der Kongreß tanzt mit Kilian Harvey. Willy Fritfcch, Conr Veidt, Uil Dagover. Tonbeiprogramm. Jugendliche haben Zutritt! Ab Montag: Uraufführung: Die Liebesfiliule. W Friedenau""fc Kronen-Lichtspiele Bhonstr. 6ö. Sonoab., Sonnt, 5, 7, 9 Die Httnner um Imcie m. Liane Haid, W. Rilla. Reich h. Beiprogr. 1»ehlnnaorf.MHf> Beginn tagl. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3 Uhr Jugendvorsteli. Zeli Potsdamer Str. 40 Harra, ein Jungte mil Belnh A. Roberts, 9. Adalbert, Sehnlz- Beiprosranun, Marlandorf «#_ f; vtariendorfer 3V. SUs, 9 U. a«""*»« Tonllchtsplelo So. ab 5 U. Chaussetsstr 30ö Der Kensreß tanzt mit Ullan Harvey, Willy Frl (ilmbeiprogrramm. Fritseh— Ten Tampelher Vn-rfnrvt Wo. 7. 9 U. So 0. 7. 9 U. ivarrarst stgs. 3 Uhr Igdvorst. Doristraße 22. Ecke Berliner Straße Arm wie eine Kirrhenmaus mit ftrete Tieshelm, Fr 4!run- baum.— Tenbeiprogramm. Tinnli Tägl. Ä. 7. 9 Uhr. J IVO II stgs. 3 Uhr: Jugendvorsteli Berliner Straße 97. l/lebcskommando mit Dolly Haas, Gusl. Fröhlich. Ilareell Wlttriseh-— Tonbeiprograram Neukölln Mercedes-Palast Hermannstr. 212. Woch. öVs, 9. Stg. ab 3 Nur bis Mouiagl Der Herr Bürovorsteher mit Felix Bressart. Ruhne: Ori�Dal Dips Comp, in—fe- ka-ho".— Jugcndtüche haben Zutr. Primus-Palast Am Hermannplatz, Urb anstr. 72)76 Kameradschaft.— Buhnen-Gast spiel Hax Ehrlich, Füm-Bühnen- Kcnnikcr.— Kopenhagener Jazz-Tanz- Revuc; ,,Im VFIrbel der Zeit". Jugendliche haben Zutritt! Kukuk Woch. 5. 7, 9 Uhr Stg. 3. 5, 7, 9 Uhr Kottbusser Damm 92 Der Kongreß tanz« mit Lilian Harvey. Willy Fritseh.— Tonbeiprogramm.— Jugend 1. Zutritt f* YPploifi* Mi och. 5, 7, 9 Uhr Ctxceiswr stg. 3, 5. 7. 9 uhr Kaiser-Fricdrich-SlraOe 191 Der Kongreß tanzt mit Ijilian Harvey, Willy Fritseh. Jugendliche haben Zutritt Stern, Hermannstraße 49 Wochent. 5. 7, 9. Sonnt. 3, 5, 7, 9 Uhr Der Kongreß tanzt mit I.iiian Harvey. Willy Fritseh.— Ten bei Programm.— Jugend I. Zutritt Südwesten Lichtspiele Südwests£ l Blücherstr. 12. Stg. 3 Uhr Jgdvorst. Der Storch streikt mit S. Arno, P. Sehnlz. Tonbeipr. Ton woehe. Film-Palast Kammersäle Teito-werStr.J. W. abSZi.So.tbSWU. lOOproz. Toatära: Der Herr Bürovorsteher mit Felix Bressart. Gutes Beiprogramm. Süden Theater am Moritzplatz Beg,"Wo. 5, 7, 9, Stgs. ab 4-30 Uhr Harra, ein Junge mit Robert«, Fr. Sehnlz, Laeie Englisch.— Die Abenteuerin von Tunis m Ellen Biebter. Südosten Filmeck Am Gorlitzer Bahnhof W. ah 6J/S, Stfts. ab 3 L I o b osk o nuna n do mit Dolly Haas, G. Fröhlich. Auf der Bühn«: Franrardy Universal-Rcvuc Jugendliebe haben Zutritt. Flora-Lichtspiele ftÄfT Wochent. ab 5, SoncL ab 4.15 übr: Dlo PratLke mit G. Haaras.— Ferner P»t«. Patachon.(Xeue Ardangszeiten!) Luisen-Theater W. ab 6.30 itgs. ab 3 Reichcnberger Straße 34 Zwei Schlager! E. H. Duponts Großtonfihn: Salta mortale. Helden Im Sattel mit Ken Jfaynard (Scnsa-tionsf iltn). Stella-Palast Ä � g: Köpenicker Straße 12—11 Der Kongreß tanzt mit Eilian Harvey. Willy Fritseh. Ell Daxover, Conrad Vcidt Auf der Bühne: Borkuw Pracbtballctt mit Orchesterbegleitung. Jugendliclie haben Zutritt! Deatsch-Amerik. Theater Köpenicker Str 68 ßcg. 5. So. 2,30 J.-V Gloria mit Brlg. Helm. G. Fröhlich.— Der ungetreue Ekkehard mit Roberts. Nene Philharmonie Köpenicker Str. 96 Bü linenschau Der Raub der Mona Eisa mit Willy Forst.— Tonbeiprogramm. Jugendliche haben Zutritt. Lichtspielhans Smjo.'u. Baumschulenstr. 78. Stgs. 2: Jgdvorst. Der Kongreß t«nzt mit EUlan Harvey, Fritseh, Ell Dagover. Jgdl. Zutr. Freit., Sonnab. ab 5 Uhrl Treptow-Sternwarte Sonnabend 8. Sonnlag 4. 6, S Uhn Oesterreienlscue Rhapeoue CFilm). Nordosten „Elysiam" Ker W. 5J5. 7. 9.15. So. 3.1.% 6. 7.16. 915 FoxtonHvoebe.— Der spannendste und größte Film des Jahres: Kam er adsc haf t. ■«"«n■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314. Jugendl. Zutritt Wocbtgs. 6.30, Sbd, 5, Stg. ab 3 Uhr. Ein Spitzenwerk deutscher Filmkunst: Der Kongreß tanzt mit Eilian Harvey, Willy Fritseh, Conrad Vcidt Beiprogramm— Bübnensehau Lana-Palast ÄabluL Gr. Frankfurter Sir. 121. Tonwoche Wer nimmt die Eiebe ernst? 20-Pers.-FiJrD m. Hansen, J. Jugo. Bühne: Otto-Kermbach-Kapellc. Schwarzer Adler W 5. 7. 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9 Uhr Keine Feier ohne Heyor mit Slegfr. Arno.— Bühne: 50 Mk. Monatsgehalt. Viktoria- Theater Frankfurter Allee 18. Wochent. 5. 7, 9> Stg. ab 3 Hurra, ein Junge mit Robert«. Fritz Schulz.— Kabarettonfilm. Z e n t r u i Babylon, am Bälowplatz Wochentags 5. 7, 9. Sonnt, ab 3 Uhr Kameradschaft (Solidarität und Völkerverbrüderung) mit Grauach, Kampers. Sonnabend 2�4 Uhr-. M&rchen-Kinder- Vorstellung. � Wou-HsWto'n5erg"*b Kosmos-Lichtspiele T.firlf.tr 70.* Berlin-Alexanderplntz(Franz Blberkopf) mit Heinrich Geerye, XiMbaäprosrimm.— Bßbnecscbaa. WolBcnsee 'W ocheDt. 7 n 9 Ü. narmonie ionnt. 5. 7. 9 u. Langhansstr. 33 Großtonlibn; Arm wie eine Klr. ehenmau» mit H Ffosheim. A. Edtbofer, P. Horbiger, S- So- neland.— Toißxaprogramiü- �"ftrlödrwiilFöido™"� Kino Busch"b 5 .Mt-Friedrichsfeldc 3 100 pror. TonMm: Die Seblacht von Baderaünde mdt Schulz, Adalbert.— 3. Efatonkabarett» ■ Nordon S Ä Iftrtm kvr* Müllerstraße 136. Ainamora Ecke Seestraße W. 5, 7, 9 Uhr, S. 3. 5. 7, 9 Uhr Der stärkste Film des Jahres: Kameradschaft. Jgdl, haben Zutfg Pharas-Lichtspiele Müllers tr. 142 Täglich 5. 7. 9 ü. Tonlaslspiel; Keine Feier ohne Heyer mit Arno, Roberts, Englisch. Dina Gratia. Tonbeiprogr. Touwoshc- m Pankow S Palast-Theater ÄLV Breite Str. 21a. Wegen Riesenerfolg nochm. verläng.: Der Kongreß tanzt mit Eilian Harvey. Willy Fritseh. Conrad Veidt.— Tonfilmbeipr.— Jgdl. Zutr. Tivoli Wochent. 7. 9 U. Sc-cnt 5. 7. 9 ü. Berliner Str. 27 Gr. Bühnenschau Der lächelnde Eemnant(Wal- zertraum) mit Jlaurico Chevalier Tonbriprogramm. Filmpalast Tegel �ScT Wochent. 6, Sonnt. 4.15 U. lOOproz. Tonfilm: Die Tlutter der Kompagnie mit Weiß Ferdl, Betty Bird.— Gr. Tonbeiprogr. Film. Wo 6. Uhr ixOSfnOS Bühne So. 4.15. 6.30. 8.15 Hauptstr. 6 Großlonfilm: Herzen In Flammen mit Jlarlenc Dietrich. Adolphe Ücnlou.— Tonbeiprogramm. M Hennigidorf M Filmpalast IS-S-U'-ä.1? Berliner Str. 50 lOOprozentiger Tonfilm; Der Stores streikt, Tonlustspid mit S. Arno. Groß. Xonbeiprofiramin. föellage Freitag, 4. Dezember 1931 toriUmii) StfUlgaßeJ* I&*nu4 Jagd auf See- Stefanien Erlebnis in füdpolarem Sife/-von-Dr. Snch Dauien Ws der Matrose von dem Robbenfänger gegen meine Tür trommelt, ist es noch stolkfinster. Ich krieche fröstelnd in meine Kleider, ziehe drei dicke Sweater aus handgesponnener Schafwolle übereinander, fahre in die langen Stiesel und ver- schwinde bis über die Ohren in der Pelzmütze. Fünf Minuten später balanciere ich schon über den Plan der W a l f a n g st a t i o n. Man hat hier gestern wieder eine ganze Reihe von Walen ab- gespeckt Der hartgefrorene Boden ist dick mit Blut und Fett bedeckt und so glitschig, daß man kaum daraus laufen kann. Das Thermometer zeigt mehrere Grade unter NM. Das gewaltige, eis- bedeckte Gebirge der Insel, das gleich hinter der Station beginnt, verschwimmt in Nebel und Dunkelheit An der primitiven, hölzernen Mole der Station liegt der Robbenfänger. ein kleiner, schwarzer Slahldampser von etwa 300 Tonnen Wasserverdrängung. Ich klettere die steile eiserne Leiter zum Mannschastsraum hinab. Unten ist die Lust dick von Gestant In dem wenige Quadratmeter großen Raum sind sechzehn Mann untergebracht R'ngs in den Wänden sind die Schlafkojen eingebaut, immer je zwei über- einander. In der Mitte des Raumes steht ein Tisch und unter der Leiter ein teilweise rotglühender eiserner Ofen. Ein Mann steht am Ofen und brät in einem Blechteller einen Fisck. Der blaue Rauch wirbelt empor Daneben brodelt in einer Konserven- büchse ein Stück Seehundsspeck zum Stiefelschmieren. Auch aus der Büchse steigt blauer Rauch, der aber wieder anders riecht. lieber dem Ofen hängen an Schnüren lange Transtiefel. Handschuhe, Sweater, Pelzmützen und viele feuchte Strümpfe, die wiederum ihren eigenen, sehr aufdringlichen Geruch haben. Der Tabakrauch zieht in dicken Schwaden durch den Raum. Er stammt von süßem englischen Shag, brasilianischen Zigarillos und holländischem Knaster. Durch die Rückwand des Raumes dringt aus dem Laderaum ein süßlicher Geruch von verwesendem Seehundsspeck und Blut. Die Trösten werden losgeworfen und die Maschine beginnt zu arbeiten. Dann brummt der kleine Dampfer mit einer Stunden- geschwindigkeit von sechzehn Knoten den Fjord hinab. Draußen biegen wir nach Südosten ab und fahren längs der Küste. Es Ist ein trüber Morgen mst eiskaltem, pfeifendem Wind. Die kurzen Wellen der Küste werfen das Schiff hm und her. Die starke Moschin« treibt es tief in die See. Das Waster spritzt wie eine doppelte Fontäne vorne am Bug hoch, wäscht tber das Deck und zischt gegen den heißen Schornstein. Das Schiff zittert und rollt derart, daß es nicht möglich ist, eine der alten Zeitungen'fö'still zu halten, daß man sie lesen kann. Ein Teil der Mannschaft wird seekrank. Ihre Gesichter find graugrün und mit Schweiß bedeckt. Einer springt aus der Koje und will die Leiter hinaus auf Deck. Er schafft es aber nicht mehr, fein Mund .öffnet sich krampfhaft und sein Mageninhalt zischt auf dem glüh- heißen Ofen. Gegen Mittag gehen wir in einem Fjord vor Anker. Die Seekranken kommen heroorgekrochen, sobald sie das stille Wasser dts Fjords unter dem Schiff spüren. Es wird gegessen und dann kriechen die Männer in ihre steifen Oeljacken und langen Stiefel. Ein flaches, kleines Boot ohne Kiel wird heruntergelasten Der Steuermann und neun Mann klettern hinein und rudern zum Lande. («tituiä oberhalb des Strandes, an einem flachen Ptletscherf« liegt eine ganze Herde schlafender See- Elefanten zusammengedrängt. Schon von weitem hört man das vielstimmige Schnarchen und Pusten der ftoüisse. Die Männer nehmen in einer Reihe in dem See Aufstellung, um der Herde den Weg nach dorthin abzuschneiden. Dann b e- ginnen sie mit langen Stangen und Knüppeln auf die Tiere einzuschlagen. In die gewaltigen Fleisch- mästen kommt Bewegung. Die Köpfe und Körper der großen Tiere fahren hoch und die Luft erdröhnt von dem wütenden Pusten und Schnaufen. Unter der großartigen Kuliste der schweigenden, eis- bedeckten Berge beginnt ein ebenso groteskes wie grausiges Schau- spiel. Mir weit aufgerissenem Rachen versuchen sich die Rieseutiere gegen die Angreiser zu werfen. Aber jo bedrohlich und furchtbar sie auch aussehen, so sind sie dem Menschen gegenüber doch so gut wie wehrlos.. Ihre schweren Leiber ohne Füße sind nicht dazu geschaffen, sich aus dem Lande fortzubewegen. Zwei Schritte Distanz genügen, um sich außerhalb der Reichweite ihrer gefährlichen Eckzähne zu halten. Erbarmungslos schlagen und stechen die Männer auf die Tiere ein. flrächend fallen die schweren Knüppel auf die Köpfe und tief bohren sich die Spieße in die aufgerissenen Rachen. Röchelnd und blutüberströmt wenden sich die Tiere zur Flucht. Sie versuchen sich den Strand hinabzuschieben, um das rettende Wasser zu gewinnen. Durch abwcchlelndes Einkrümmen und Ausstrecken des über sechs Meter langen wurftförmigen Körpers schieben sie sich unter größter Anstrengung vorwärts. Aber bereits nach wenigen Schritten brechen sie erschöpft schnaufend zusammen. Die gewaltige, wohl sechzig Zentner schwere Fleischmasse des Körpers fließt auf dem Strand förmlich auseinander und erzittert bei der leisesten Bewegung wie eine mit Gallerte gefüllte Blase. Iinmer wieder werden die Tiere van den Männern ausgetrieben. In de» Todesangst geraten sie aneinander, sie verbeißen sich inein- ander, kriechen übereinander hinweg und erdrücken die Kleineren, die zwischen ihnen liegen, mit ihren schweren Leibern. Einige alte Bullen werfen sich mit verzweifelter Wut gegen die An- grerfer. Einer der Männer stürzt beim Zurückweichen hin. Die anderen können gerade noch hinzuspringen, uin mit den Spießen einen rasenden alten Bullen von ihm fernzuhalten Sie stoßen die Spieße dem Tier tief in den Rachen, bis der Koloß röchelnd zusammenbricht Erst nach einer ganzen Weile richtet er sich wieder empor und wälzt sich blutüberströmt wester. Endlich kommt da» erste Tier unten am Strande an. Dort hat der Steuermann mit einem Mauserkarabinvr Zlusstellung genommen. Bor sich, auf einem EisMock hat er einen I ganzen Haufen großer Dumdum-Patronen bereitgelegt. Als sich das Tier mit letzter Kraft in das rettende Wasser stürzen will, kracht der erste Schuß. Wie vom Blitz getroffen klatscht der auf- gerichtete Oberkörper des Tieres auf den Kies. Der Schuß rollt in vielfachen Echos von den Bergen und Gletscherwänden zurück. Das Blut springt in hohem Strahl aus der Einschußstelle und stürzt in Strömen aus der Nase des Tieres. Die großen, schwarzen Augen brechen zu grünen, glasigen Kugeln. Das freundliche Tier, das eben noch friedlich und hehaglich neben seinen Kameraden schlief, ist jetzt nur noch soundso ilel Kilo Speck und ein eigentlich überflüssiger Rest Fleisch für die Möwen. Nachher kommen die Tiere in Rudeln unten am Strande an und die Schüsse krachen ununterbrochen hinter- einander. Nur wenn der Mann einen neuen Ladestreifen in den Karabiner schiebt, entsteht eine kleine Pause. Dann hört man oben in den eisbedeckten Bergen ein vielfaches, gurgelndes Echo. Der ganze Strand liegt voll toter See-Elefanten. Das Bwt fließt in Ueinen Bächen und Rinnsalen durch den Schnee und Kies zum Meere hinab. Das Wasser der Bucht färbt sich west hinaus tiefrot und die Brandungswellen bekommen hellrote Schaumkämme. Ganze Schwärme von Möwen, Sturmvögeln und Albatrossen haben sich in der Bucht angesammelt. Die dunkelbraunen Riesenraubmöwen machen sich bereits über die wten See-Elefanten her. Sie zerren an den heraus- hängenden Zungen und hacken mit ihren starken Schnäbeln in die grünschillernden toten Augen. Die Männer schneiden den dicken Speck von den toten See-Elefanten herunter. Durch jeden Speckfladen wird ein Loch gestoßen und ein Seil hindurchgezogen. Draußen vom Dampfer kommt das kleine Boot wieder zum Strande geschaukelt. Es zieht ein langes Drahtseil hinter sich her. Der Wind ist in- zwischen wieder ausgekommen, die hohe Dünung bricht sich in rauschenden Brechern am Strand. Das Boot kann nicht landen. Mit einer Rakete wird eine Leine zum Strand herüber- geschossen und an der Leine wird das Drahtseil bis an das Land gezogen. Dann wird der Speck an» Drahtseil festgemacht nnd mit der Dampfwinde durch das Wasser zum Schiff geschleppt. Langsam wandert die Sonne in flachem Bogen über den nörd- lichen Himmel Als die Männer zum Dampfer zurückrudern, ver- sinkt sie hinter einem zackigen Eisberg im Meer. Naß, hungrig und durchfroren klettern die Männer an Bord. Im Mannschaftsraum glüht der eiserne Ofen und das nasse Zeug trocknet an den Leinen. Es stinkt fürchterlich, aber es ist warm Der Anker geht hoch, und wir dampfen aus der Bucht hinaus. Gegen Abend legen wir uns in einem schmalen, stillen Fjord wieder vor Anker. Uns gegenüber liegt die wildzerrisien« Wand eines großen Gletschers im Mondlicht. Bon Zeit zu Zeit stürzt einer der hohen Eistürme an seiner Vorderkante zusammen. Dann rollt ein langgezogenes dumpfes Donnern durch die kalte, schwei- gende Nacht. Das Kreuz des Südens steht hoch und flimmernd an dem dunklen Himmel. Siohemien- Jtowdy- Qenlleman 3)efinHionen von ffleinrich Stemmer Was ist ein Bohemien? Bor allem eine heute gründlich mißverstandene und grundlos verachtete, schon beinahe ausgerottete, schon ein bißchen legendär«. tinoreife Menschenkategorie. Es gibt Bohemiens und sogenannte Bohemiens: heute fast nur mehr so Genannte, so Tuende. Das Saloppe ist das Zufällige, ein Begleitumstand, nicht die Wesen- heit. Man kanns ablegen, legt es ab und bleibt dennoch Bohennen, denn das ist ein seelischer Zustand. Was nützt die brette Krempe, die pittoreske Hose, eine Zechjchuld im Romanischen(die, glaube ich, gar nicht mehr möglich) und das ungeregelte Leben, wenn der Urheber: G e i ft fehlt, die innere Notwendigkett, das zwangsläufige von innen heraus Reagieren. Um wie viel syinpa- thifcher ist der echte Bourgeois, der ehrliche Philister, als der mit BohemeeigentüMichkeit Spielende, der sich von gesicherter Basis aus auf den Bohemien Hinausspielende, der Boheme s n o b, der „S ch m o ck"? Oder der unangenehm befrett Tuende, anständige Menschen ärgern Wollende. Und der bloß Unordentliche soll unter allen Umständen aufräumen in seinem Zimmer und m feinem Gehirn. Es ist der Reichtum an Phantasie und eine gewisse spiele- rische Einstellung dem Leben gegenüber, die den Bohemien aus- machr und hindert, korrekt zu funktionieren. Er mag(wie Oskar Wilde) sogar Aeuherlichkctten kultivieren— todernst nehmen wird er sie niemals. Ein fehlender Teller oder Manschettenknopf lin großen Momenten) wird niemals das Gefühl des peinlichen Mankos, sondern der Heiterkeit bei einem Bohemien auslösen.(Ein anderes, unnützes Mal, wenn er Wichtiges mtt dem Gelde besorgen sollt«, wird er zu seiner eigenen Befriedigung jetzt einen pompäsen Teller oder Knopf dafür kaufen.) Oskar Wilde übrigens gab wohl den Ton a n, aber ihn sklavisch zu hatten, wäre ihm zu langweilig gewesen. Jener in Paris angesiedelte japanische Maler, den man mit dem blechernen Waschkrug seinen Durst löschen sieht, demonstriert damit nur einfach wie so mancher(unfreiwillige) Atelierheld prak- tischen Radikalismus. Der Bohemien ist eben mehr praktisch, als förmlich. Gegen die leere Form im bürgerlichen Leben hat er Sturm gerannt... im vergangenen Zeitalter. Vom heutigen Leben ist er selber vernichtend geschlagen. Die Bo- heme: als Kreis, als Clique, als irgendwelche Bedeutung besitzende Gruppe hat aufgehört zu sein. Finish. Nicht einmal im Kino mehr sieht man die Samtjacken und den Künstlerschlips. Moderne Autoren schreiben gerne über chr elegantes Aeußere(aber sie kommen nicht wie Oskar Wilde darüber hinweg). Die modernen Leser verlangen, daß ihr Autor keine äußeren Merkmale von Meschuggenität ausweist(vielleicht zu Unrecht). Das neugierige, gierige, moderne P. T. Publikum will sogar vom Künstler über das praktische Leben informiert'werden, will in jeder Weise(nur nicht der ihm gemäßen Weise der Läuterung) vom Künstler prositteren. Hier beginnt die Katastrophe. Der Künstter, gerade insofern(wenn auch nicht in Proportion) er echter Künstter ist, bleibt(auch in Bügelfalten) in seinem Herzen ein echter Bohemien— man kann ihn ausrotten, zwingen ober nicht. Er kann niemals gänzlich und ausschließlich in dieser Welt leben und sie gut heißen, wie er sie vorfindet. Früher hat man vom Künstler Meisterwerke verlangt und ihm die Vorbedin- gungen dazu genommen. Heute wünscht man nicht einmal mehr Meisterwerke. Man wünscht Uniformität, Sachlichkeit, Korrektheit, nicht Originalität, und um Gottes willen keine(als solche erkenn- bare) Phantasie. Wenn man aber vor lauter Sachlichkeit keinen geniale» Gedanken mehr wird fassen können, dann ist die Kata- stroph« nicht nur für den Bohemien da.(Etwas von Bohemientum liegt wohl in jedem schassenden Geist.) Auch der wandernde Bruder des Bohemiens, der Globetrotter, tauscht heute gern den Komfort für seine Ideale ein oder den Rekord für beides... Zluch er ist hauptsächlich nur noch ein so Genannter. Was ist ein Rowdy? Der Rowdy ist der böse Geist des verstorbenen Bohemiens: seine Formverachtung entspricht vielleittst ehrlichen, aber keineswegs edlen Motiven— jedoch: st« wirkt. Seinerzett, als der Bo- henrien sich noch in Szene setz« konnte(Peter Altenberg noch lebte und Verlaine eben erst tot war), gall der Rowdy als einfach unmöglich, als hauptsächlich pfui, und war leicht in die Schranken zu weisen. Heute, wo sich der Bohemien geniert und verkriecht, wirst sich der Rowdy in die Brust. Originelle Abarten der Gesellschaftsformen werden nicht mehr geduldet— aber e i n brutales Negieren, das geht ausgezeichnet. Der Bohemien. zum Beispiel gerade die Pariser Boheme schmachtete nach Zuloß in die mondänen Salons(das ist heute noch der dortige und jetzt auch der hiesige Künftlertraum—). Der Rowdy stellt der sich so nennenden Gesellschaft seine eigene(echtere) gegenüber und macht jene eigenllich damtt lächerlich. Der Rowdy jongliert nicht mit Fachausdrücken, aber seine Sprache fitzt ebenso unfehlbar wie leine Faust. Unnütze Ideale kann man dem Rowdy nicht vorwerfen, und das Recht zum Leben nicht absttetten... zumal er sehr viel lebenstüchtiger ist als der Gesellschastsmensch. Der Rowdy(schreiben wir ihn lieber Raudi) ist nicht not- weichigerweise«in Proletarier und hängt mtt dem Zuchthaus in keiner ursächlichen Verbindung... Verbrecher oon heute hüten sich im Gegenteil vor nichts so sehr, als„verdächtig" aus- zusehen. Die Saloppheit des Raudis ist undekoratio, aber(außer der gemachten im Kino) keineswegs unangenehm wirkend: denn sie stellt sozusagen die Abnützung des Menschen vom Leben dar. Das koloniale Leben leistet dem Raudi Vorschub(alle Auitra- lier haben etwas Raudchastes im Aeußercn— für die Auftra- l i e r i n n e n aber ist nichts fein genug), ebenso der transkontinen- talc Verkehr... Der Raudi ist eine Welterscheinung, auch in brauner, gelber, schwarzer Auflage vorhanden, was mim vom Bohemien nicht behaupten kann. Seine Sprache, im Englischen zumal, findet Eingang in die Literatur, wenn auch mit Gö.ise- füßchen behaftet, seine Sitten und Trachten bemühen sich alle Kino- regisseure mtt mehr oder weniger Erfolg zu verewigen(deutscher Typ: George). Der Raudi ist mangels aller Romantik die romantische Figur im modernen Leben. Ost steckt ein guter Kern in der rauhen Schale und an Lebensphilosophie ist der Raudi unübertroffen... man denke nur an seine perfekteste Spiel- ort. den beacli-comber, den immer noch ungeniert herumreisenden und-kampierenden Strandoagabuuden, der ein beschaulich- ungebundenes Leben führt, wie kem Künstter heute, oder studierter, oft zu gar keiner rechten Philosophie kommender Philosoph. Der unserer Kultur ein Schnippchen schlägt und ohne sie und trotz der sauren Zeiten ein beneidenswert angenehmes Leben lebt, was man vom Tramp weniger behaupten kann. Auch die Not der Zeit leistet dem Raudi Vorschub: wir versuchen noch immer korrekt zu sein, er hat es niemals angestrebt. Was ein anständiger Raudi ist, der ist unbesiegbar. Kein Film- kitfchjchreiber wagt ihn untergehen zu lassen. Das geht sogar dem gegen die Natur. Was ist ein Gentleman? Das so ziemlich universale Männerideal der Gegenwart... (obwohl es die echt demokratischen Australier z. B. als etwas Höheres betrachten, Kerle, d. h. Mann zu sein und das Höchste bleibt immer der Mensch). Vom Kavalier jedenfalls(dem früheren konti- nental-europäischen Männerideal) hebt sich der modernere, Pflicht- gebundene und gänzlich unostentatio« Gentleman vorteilhast ab. Natürlich ist er leger und nicht wie der repräsentieren wollende Deutsche fürchterlich korrekt. Die schauderhaste Wohlerzogenheit ge- wisscr kontinentaler(auch amerikanischer) Anstandsschulen nimmt den Mann aus dem Mann und macht ihn keineswegs zum Gentleman. Es ist ein fataler Irrtum, zu glauben, haß ein Gentleman oder sonst ein normaler Mensch immer verzweifell lzöf- lich sei(der Gentleman ist oft ziemlich flegelhaft und beleidigend gleichgültig), aber er wird allerdings seiner Männlichkest nicht durch Kraft und Hestigkett des Wollens. sondern durch Festigkeit und Sicherheit Ausdruck zu geben wisien. Frauen gegenüber kein« großmäulige Superiorttät, sondern ein« unverbindliche Schutzbereit- schast und auf keinen Dank pochende Galanterie an den Tag legen ... das tut eigenllich jeder anständige Mensch. Der Gentteman (deswegen hast er sich so lange) ist eben tatsächlich in vieler Hin- steht einfach«in anständiger Mensch: der Kavalier will mehr sein und ist oft weniger. Vom Einbaum zum Sporiboot Historie und Gegenwärtiges Die Sportruderer denken gar nicht daran, im Winter ihren Sport einzustellen. Solange es irgend die Witterung erlaubt und die Gewässer eisfrei sind, werden Fahrten unternommen, wenn auch der offizielle Betrieb ruht. Die Arbeiterruderer bilden im Winter neue Sportler in den— teilweise vereineeigenen— Bassinruderanlagen aus, um im Frühjahr mit frischem Nachwuchs antreten zu können. Rudern an und für sich ist so alt wie die Fähigkeit des Men- scheu, aus dem Wasser zu fahren. Es ist die natürliche Art der Fortbewegung für die primitiven Wasserfahrzeuge, die wir in der Urzeit der menschlichen Kulturentwickiung voraussetzen dürfen, für die Einbäume und Flöße. Vermutlich erst viel später ist das Segel als Antrieb zur Anwendung gelangt. Reben chm hat sich das Rudern noch Jahrtausende hindurch auch für größere Schisse be» hauptet, nicht nur im Altertum und Mittelalter, sondern bis weit in die Neuzeit hinein. Erst durch die Erfindung des Dampfschiffes ist es aus der„Großschiffahrt" oerdrängt und seine Anwendung auf kleine und kleinste Fahrzeuge beschränkt worden. Aber all dieses Rudern fällt unter die Begriffe Beruf und Arbeit bzw. sogar Zwangsarbeit: vielfach wurden Kriegsgefangene oder, wie z. B. auf den Galeeren der italienischen Stadtrepubliken bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, Strafgefangene als Ruder- knechte zwangsweise beschäftigt. Ganz etwas anderes ist das Rudern als Sport, als freiwillige Betätigung von Liebhabern dieser Art körperlicher Uebung. Ass solche erscheint es zuerst in England. Wenn auch die Engländer nicht, wie die landläufige Meinung annimmt, von Urzeiten her ein seefahrendes Volk waren, sondern sich trotz der Jnselnatur ihres Landes, verglichen mit anderen Völkern, auffallend spät der Seefahrt zuwandten, so ist immerhin soviel richtig, daß das Interesse und Verständnis für alles mit dem Wasserfahren Zusammenhängende sich bei ihnen sehr schnell bis in alle Schichten der Bevölkerung verbreitete. So ist schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts R u- dern zu Vergnügungszweckcn auf englischen Gewässern nachweisbar, auch Wettfahrten haben damals bereits statt- gefunden. Die Organisierung auf veretnsmäßiger Grundlage begann allerdings erst im l?. Jahrhundert, wobei die höheren und die Hoch- schulen von Ansang an eine bedeutende Rolle spielten. Die ersten englischen Herrenruderklubs wurden 181S gegründet: jährlich wieder- kehrende Wettfahrten gehören seit 1829 zum sporllichen Programm der englischen Ruderei. Nach Deutschland kam das sportmäßig« Rudern über Hamburg, das immer, vor hundert Jahren wohl noch mehr als heute, Ein- fallstor nicht nur für englische Handelswaren, sondern auch für eng- tische Einrichtungen und Bräuche war. In Hamburg entstand daher am 18. Juli 1836 der erste deutsche Ruderklub, der „Hamburger Ruder-Club", nachdem einige Monate vorher einige junge, in Hamburg ansässige englische Kausleute einen englischen Klub, den„Union Boat-Club", gegründet hatten. Zwischen diesen beiden fand schon im Herbst 1836 die erste Wettfahrt statt. Di« weitere Entwicklung des sporllichen Ruderns in Deutschland ließ dann noch verhältnismäßig lange aus sich warten. Erst in den sechziger und siebziger Jahren nahm die Zahl der Rudervereine rasch zu. In Elbing, Kiel, Frankfurt a. M., Ludwigshasen, alle, seit 1876 auch in Berlin mid Breslau, bildeten sich Klubs, die be- sonders auf die Weiterentwicklung des Wellruderns hindrängten. Die Deutschen Arbeiteruderer und Kanufahrer besitzen 86 eigene Bootshäuser, sie unterhalten neben 866 Renn- und Gigbooten eine in die Tausende gehende Zahl von Ruderbooten aller Arten und haben über 6666 Kanus. 12 666 Ruderer und Kanufahrer sind im Arbeiter-Turn- und-Sportbund organisiert, davon befinden sich in Berliner Vereinen über 2666. tARBEJTEH niSSBALL Spiele im Schnee? Der plötzliche Witterungsumschlag, der den Schneesall brachte, läßt die bange Frage austauchen: Wird man am Sonntag spielen können? Und wenn gespielt wird, geben die erzielten Resultate dann den Spieloerlaus richtig wieder? Gerade im Neuköllner Stadion, Platz 4, wo M i n e r v a gegen Luckenwalde II spielt, werden die Kräfteverhältnisse nicht klar zum Ausdruck kommen. Die Luckenwalder haben im Spiel gegen Adler 68 gezeigt, daß ein harter und glatter Boden nicht für sie geeignet ist. Dadurch haben die Neuköllner gute Aussicht auf Erfolg. Aber trotzdem soll erst einmal der flinke Torwart der Luckenwalder überwunden werden. In Spandau. Seeburger Straße, stehen sich B u t a b und Lichtenberg I gegenüber. Während die Butableute in der letzten Zell sehr ausgekommen sind, hat man von den Lichtenbergcrn keine großen Leistungen gesehen. Ein harter und spannender Kampf um die Punkte ist daher zu erwarten.— Bor einer schweren Auf- gäbe steht Eintracht- Reinickendorf in Luckenwalde. Der Luckenwalder Boden war schon stets sehr gefährlich. So manche Mannschaft, die stegessicher die Fahrt nach„Luckenkien" antrat, kam mit einer„sanften Packung" nach Hause. Wird es den Reinicken- dorfern gegen die dritte Abteilung der Luckenwalder Turnsrschaft ebenso ergeh«,? Hertha 11 sollte wenig Mühe haben gegen die Teltower zu gewimren. Weißensee hat dagegen einen schweren Stand. Nicht uur der schwere, sandige Boden in Trebbin hat schon mehreren Spitzenmannschaften die Punkte gekostet, auch die eigen- artige Spielweise der Trebbiner täuscht manchmal über die wirkliche Spielstärke hinweg. Das mußte Wler 68 erst am letzten Sonntag erfahren. Also Weißensee, aufgepaßt! Weitere Spiele: Oberspree spielt gegen Britz 88 h, Lichtenberg, Hauffstraße. Weißensee Bezirk gegen Saxonia in Weißensee, Stadion am Faulen See. Eintracht Bezirk gegen Freie Scholle in Reinickendorf, Scharnweberstraße. ASV. Neukölln gegen Storkow. Zehdenick gegen Hansa 31. Elstal gegen Drewitz. Trech- witz gegen Grebs. ASV. Neukölln II gegen Storkow. Saxonia II gegen Pankow III.— Jugendmannschaften: Minerva gegen Lichtenberg I. Normannia gegen Nowawes II. Minerva II gegen Nowawes I. Brandenburg gegen Eintracht-Reinickendorf. Normattnia II gegen Lichtenberg I. Wilmersdorf gegen Staaken. Vorwärts-Wedding gegen Eintracht II.— Schülermann- s ch a f t e n: Elstal gegen Pankow. Minerva gegen Freie Scholle. Drewitz gegen Caputh. Zossen gegen Nowawes. Freie Turnsrschaft Wilmersdorf I gegen Adler 68 1: Wllmers- dorf II gegen Adler 63 II auf dem Fehrbelliner Platz: Wllmers- darf III gegen Adler 68 III, Sportplatz Cicerostraße, 14 Uhr. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften 14 Uhr. Zweite Männermannschaften 12.15 Uhr. Ivgendmonnschaften 16 und 11 Uhr. 3m Serienringkampf stehen sich heute, Freitag, 4. Dezember, 26 Uhr, in der Turnhall« Neukölln, Elbestr. 11— 12, die bundes- treuen Athletenvereine„Sparta" und„Tegel" gegenüber. Vorher treffen sich di« Schülermannschaften. Die braven Männer Etwas vom Wassersport-Rettungsdienst Auf jedem Schwimmsest, das die Arbeiterschwimmer in winter- licher Zeit in den Hallen abhatten, werden Rettungsoorführungen gezeigt. In den Vereinen wird dieser Zweig des Schwimmens ganz besonders gepflegt. Veranlassung zu der Gründung des Rettungsdienstes im Arbeiter-Wassersport war ein Bootsunfall auf dem Weißen See im Jahre 1964 bei einem Volksfest. Dabei fanden drei Menschen den Tod. Di« Arbeiterschwimmer, die oamals einen bedeutenden Stützpunkt in dem Schwimmklub Nepwn-Weißenjee hatten, gründeten sofort im Anschluß an dieses Unglück eine Rettungsmannschaft, deren Leiter der Genosse Menschel wurde, der noch heute Mttglied des Vereins ist. Es wurde niemand zum Rettungsdienst zugelassen, der di« vorgeschriebenen Uebungen nicht ganz sicher beherrschte. In Dienst traten die Rettungswachen be- sonders bei oen großen Volksfesten der Berliner Arbetterschaft, wo- bei di« Rettungsmonnschoften, an denen nach und nach alle Ar- better-Schwimmvereine teilnahmen, eine Unmenge Unfälle durch rechtzettiges Eingreifen oerhüten konnten. In den 16 Jahren, in denen Menschel als Letter der Rettungsmannschaft tätig war, sind erfreulicherweise Todesfälle nicht zu verzeichnen gewesen. Durch das sachgemäße Eingreifen wurhen alle ernsten Fälle verhütet und durch richtige Behandlung di« Verunglückten dem Leben wieder- gewonnen. Bald nach Gründung der Wache wurden aus Zu- Wendungen der Bereine, bei denen diese Rettungswachen gestellt wurden, ein großes Zelt mtt vollständiger Samariterausrüstung angeschafft, das auch den Mannschaften bei schlechtem Wetter Schutz bot. So wirkt der Arbeiter-Rettungsdienst auf und am Wasser noch heute, inzwischen glänzend ausgebaut und organisiert, zum Segen der«rholungsuchenden Menschhett. Er stellt beispielsweise im Sommer den Arbeitersamaritern auf dem Tegeler See und den anschließenden Gewässern die Rettungsschwimmer auf den Booten, ist in den meisten Freibädern tätig und bewacht an vielen Bad« stellen den improvisierten Badebetrieb der Berliner. feuimlcampt bvon— verlin 3:0 Am ersten Tage des Tenniskampfes zwischen Rot-Weiß Berlin und FC. Lyon hatten sich in der Wilmersdorser Tennishalle etwa 2666 Zuschauer eingefunden, unter denen man auch den französischen Botschafter in Berlin, Fran<:ois Poncet, bemerkte. Gleich das erste Spiel brachte einen spannenden Kampf zwischen dem deutschen Spitzenspieler Gottfried o. C r a m m und dem Cochet-Schüler Merlin, den letzterer mtt 6:4, 7:9, 6:3, 6:4 oerdient gewann V. Cramm, der kaum von einer Grippe wieder hergestellt ist, hatte zu wenig Gelegenheit zum Training, so daß er dem in der Halle oft bewährten Franzosen einen verdienten Sieg überlassen mußte. Eine recht zahme Angelegenheit war das Spiel zwischen Henri C o ch e t und dem Rot-Weihen Roderich Menzel. Der lange Deutschböhm« war in recht mäßiger Form, so daß es sich Cochet leisten konnte, ihn im dritten Satz aus 5:6 davonziehen zu lassen. Dann machte der Lyoner 7 Spiele hintereinander, so daß er auch diesen Satz und damit das Spiel mtt 6: 2, 6: 2, 7: 5 gewann. Den Beschluß des ersten Tages machte das Doppelspiel zwischen Cochet-Merlin und Zander-Haensch. Die Franzosen gewannen auch dieses Spiel, das wegen der vorgeschrittenen Zeit auf zwei Gewinnsätze oerkürzt worden war, aber nur knapp mit 7:5, 6:4. Lyon führte demnach im Klubkampf mit 3:6 Punkten. Kleiner Sport von überall Schön-Goebel gewannen in Köln. Als Sieger aus dem vierten Sechstagerennen sind Goebel-Schön hervorgegangen, die zu ihrem ersten gemeinsamen Erfolge kamen. Insgesamt kam Goebel zum vierten Sechstagesiege, nachdem er schon mtt Dinale 1929 in Dort- mund und Leipzig sowie 1931 in Frankfurt a. M. gewonnen hatte. Schön hat nunmehr drei erste Plätze belegen können. Der sym- pathische Wiesbadener gewann im Frühjahr dieses Jahres mtt dem Holländer Pijnenburg im Sportpalast und in Dortmund und mm mit Goebel im„vierten Kölner". Von der KPD.-Opposition wird an einzelne Bezirkskartelle des bundestreuen Kartelloerbandes für Arbeiter-Sport- und-Körper- pflege ein Rundschreiben verschickt, das zur Gründung einer sog. „antifaschistischen Abwehrsront" auffordert. Durch die Zusammen- arbeit der Arbeitersportler, sowett sie Kartellmitglieder sind, mit der Sozialdemokratischen Partei und den freien Gewerkschaften ist die Abwehrfront bereits geschaffen. Die Kartelle werden aufgefordert. alle diesbezüglichen Schreiben der Kommunisten an den Kartell- geschäftsführer Robert Oehlschläger, Berlin R. Immanuel- kirchstraße 46. zu senden. Sportärzkllche Untersuchungen für Frauen und Mädchen. Es sind wiederholt Fälle vorgekommen, in denen sich jugendliche Sport- ler im Wettkampf oder bei besonderen Leistungsprüfungen dadurch Schädigungen zugezogen haben, daß sie ihre Letstungsfähigkett überschätzten. In diesem Zusammenhang wird erneut auf die sportärzt- liche Beratungsstelle für Frauen und Mädchen hingewiesen, die der Bund Deutscher Aerztinnen in Berlin, Schumannstt. 18, eingerichtet hat. Sie ist geöffnet Mittwochs von 18 bis 19.36 Uhr. Voranmel- dung unter Bismarck 4663. Verzeichnis der Minkerspork-Jugendherbergen. Das vom Reichs- verband für deutsche Jugendherbergen für den Winter 1931G2 bearbeitete Verzeichnis der Wintersport-Iugendherbergen ist jetzt in gefälligem Taschenformat erschienen. Das Heft wird von dem Ge- schäftsjührer des Jugendherbergsgaues der Mark Brandenburg, Jugendpsleger Alfred Lange, mit einem Beitrag„Wandern im Winter" eingeleitet. Im Anschluß an ein erschöpfendes Verzeichnis aller in Frage kommenden Jugendherbergen sämtlicher Gaue enthält das Heft den Wortlaut der Bestimmungen über die Fahrpreis- ermäßigungen auf der Reichsbahn und bei Benutzung der Post- kraftwägen, ferner die Bestimmungen über Abfertigung von Winter- sportgeräten auf der Reichsbahn. Preis 6,16 Mark. Brauida�e will keine Republikaner Der republikanische Deutsche Wintersport-Derband wollte im Februar seine Meisterschaften in Braunlage aus- tragen. Der Gemeinderat von Braunlag« hat eine national- sozialistisch- wirts chasts parteiliche Mehrheit und die hat gegen den Willen des Bittgermeisters Roloff eine Beschlußfassung, ob der Verband für seine Meisterschaften di« der Gemeinde gehörende Sprungschanze zur Verfügung gestellt bekommen sollte, auf mehrere Wochen vertagt, so daß der Wintersportverband diesen Beschluß, wenn er noch rechtzettig die Ausschreibungen fertigstellen wollte, nicht abwarten tonnte. Es ist ganz klar, daß durch dies« Zlrt der Verzögerung die Stadtväter sich vor einem offenen Nein drücken wolllen. Den größten Schaden davon haben natürlich die Geschäfts- leute von Braunlage, die sich bei den von ihnen Gewöhtten für diese Geschäftsschädigung bedanken können. Der Deutsche Winter- sport-Verband wird daher seine Meisterschaften im Februar 1932 in Benneckcnstein austragen. Republikaner aber werden sich zu überlegen haben, ob sie Braunlage zur Erholung aufsuchen wollen und damtt ihr Geld in einen Ort tragen, in dem Republikaner scheinbar unerwünscht sind._ Radsahrcr, Solidarität. Touren Sonntag. 6. Drzember. Z. Vbt.: Schildow- ÄyönchsmUdlc. Start: lZ Uhr. Jugend: Muhlenbea-Suinmt. Start: 10 Uhr. Lridr bei Sihodc. Diesfenbachstr. ZS.— 3. Abt.: Srllnau.Aalkenhorst, bei gie., barth. Start: 13 Uhr Marianncnvlatz.— 6. Abt.: Ziel am Starl-�Start: WWWWM�W�W� Ihr �---------.. �----— (ic: Ziel am Start. Start: 13 Uhr Antongiatz.— Abt. Moabit: Pergamou. Museum. Siort: 11 Uhr dortselbst.- Abt. Neukölln: Ziel am Start. Start: 13 Uhr Hohenzollernolah.— sugendmitglieder! 7. Dezember, 20 Uhr, Sewerk. ''"'--------t— t—.---- ni----- 2�,—*---"—- bei Ander», Bahohofsir. 37.— Abt. Spandau: h. Dezember bei Werter, Bi». inarckstr. 30. Alle Sitzungen beginnen um 20 Uhr.— Achtung, Abteilung». leitcr! Alle Abteilungzlcitcr werden ersucht, dafilr zu sorgen, dag alle Triptyk» bi» Dezember an Rothbarth gesandt werden. LoUosport Reukölla-Vrig e. D. Die Außballabteilung nimmt noch Mit- glieder zur Vervollständiaung der 3. Männermannschaften auf. Meldungen jeden Freitag bei Schabeiko, Neukölln, Donau. Ecke Beichselstrage. Arbeiter- Sportlegcltlud„Borwärt»-. Trainingsabend jeden Frettag um 20 Uhr Alexandrinenstr. 107. Säfte herzlich willkommen. «aal» Idealer kraita«,«I«»«. Dezember staatsoper unter Ken Linden lO'.'a Uhr Carmen StutlSdnuspisnuii! äudimniurin. 20 Uhr Vallensteins Lager/ Die Plccoiomini Schiller-Theater Chirlottwbarj. 20 Uhr Ballett dir Stuhoim hierauf:' »v.uhr CASINO-THEATER»1/- m» Lothringer Strafe 37. iiiiiwimiiiiuiiuimmmiiiimiimwiniiiimHiiimiimiiwBm« Wieder ein neuer Schlagerl • Wenn Rinder heiraten Dazu des«lohe Fcsl-Ptogramm I Edith Berta, Die RundfunKnachOgaM. Burllng n. Brrty. Gesang u. Tanz. Chttnir-Tee-Bee, Chinesen-Truppe Gutschein 1-4 Personen: Parkett SO Pf., Fauteuil I.— Mark, Sessel 1.30 Mark. I Stoffe, FabrfiHabfdlle für Leib- und Bell wüsdie aar» wYrMnia�ftrDÄ"!Srfö ÄT«leider und Seldensfolle aller m Mechanische Feinweberei Adiershof A.- G. Relchshallen-Theater (btnds 8 Iii». Sonnig nadunitti; JV, Ohr Stettiner Sänger Die neu- Burleske „Oer arme Kasemir Hadimittaji ioide Prklse, Blies PrajraBira! S(fidf.Oper Cbarlottenbur« Bismarckstraße 34 Freitag, 4. Dez. Turnus III Anfang 18 30 Uhr Götterdämmerung ende gegen 23 30 U Theater am Nollendorfplab kqli: BBdj lilnktg Täglich 8Vt Uhr Sonntag 4>/i Uhr Gasparone Sonnabend 4 Uhr Knedit aupurscMs Fahrt ins KällJunland RocnnriaM ertuu nie su iuhpj unnati OChUllUttni iiArteaiiiMiflaffhllllnl