Morgenausgabe flr. 569 A 286 45.Iz weiter Kreise des deutschen Volkes gegen ihn. Die Leiden, denen der deutsche Jude von dieser Seite her ausgesetzt sei, seien bisher hauptsächlich nur seelische Leiden gewesen. Sie könnten sich aber zu viel Schlimmeren auswachsen, wenn nicht die Kraft zu gemeinsamer Zlbwehr aufgebracht würde. Weihnachts- und Neujahrsverkehr bei der Post. Die Post bittet, mit der Versendung der Weihnachtspaket« möglichst frühzeitig zu beginnen, sonst stauen sich die Pakete in den letzten Tagen vor dem Fest und gelangen mit Verzögerung in die Hände der Empfänger. Ferner wird gebeten, für die Pakete recht dauerhafte Verpackungsstoffe zu oerwenden, die Ausschrift haltbar anzubringen und den Namen des Bestimmungsorts, soweit not- wendig unter näherer Bezeichnung seiner Lage, besonders groß und kräftig niederzuschreiben. Auf dem Paket ist die vollständige Anschrift des Absenders anzugeben und in das Paket obenauf ety Doppel der Anfschrikt zu legen. Eöensa müssen die Päckchen haltbar verpackt und gut verschnürt werden, etwaige Hohlräume sind mit Holzwolle oder anderem Füllstoff auszufüllen, damit die Sendungen bei der Beförderung in Säcken und beim Stapeln nicht eingedrückt werden können. Sie müssen deutlich als„Briefpäckchen" oder„Päckchen" bezeichnet sein. Dezember in der Scala. Der Clown Noni herrscht unumschränkt. Noni, ein einziges Bündel Temperament, ein gleichsam von aller Erdenschwcrc los- gelöstes Mufikalgenie. Noni spielt meisterhaft alle möglichen In- strumentc, bringt mit holdjelig-blödem Lächeln seinen Pariner Horace in Verzweiflung, findet zwischenein aber nnmcr wieder Gelegenheit. sein meisterliches Spiel zu beweisen. Noni tanzt, während er spielt. nach dem„Troubadour", Noni kämpft mit seinem Zylinder, Noni vollbringt die unglaublichsten artistischen Clownerien. Im zweiten Teil des Programms erscheint Noni in ganz großer Ausmachung mit seinen Golden Serenaders, die die schönsten Tangos und Schlager spielen. Sie alle aber sind nur der Rahmen für den unvergleichlichen Noni.— Mit L o l i t a Benavente ersteht eine neue ruhmvolle Zeit der spanischen Tanzkunst. Sie ist nicht nur hinreißend schön. chrem rassig-stilvollen Tanz und chrem bewegten Mienenspiel bringt man wahre Ovationen entgegen. 2 Pierrolys, exzentrische Akrobaten, nennen sich die Unübertrefsbaren. Der über einen Stuhl hängende Untermann richtet sich mit seinem wirklich nicht schlanken Partner mit gestemmten Händen hoch und stellt sich mit ihm aus den Stuhl, eine unerhörte Kraftleistung. Dann sind da, als Artisten von Rang und Klasse, der verwegene Trapez-Balance-Künstler K n u t h und die Drahtseilläufer M a n n i n g und C l a ß. Mr. Man- ning bringt es fertig, ein langes Lasso auf dem Drahtseil freihändig kreisen zu lasten. Nicht vergessen sollen die Berliner Schlager von 1860 bis 1931 fein, die Theo Mackeben sehr hübsch zusammen- gestellt hat._ Die Philharmoniker im Friedrichshain. Ein interessantes Pro- gramm und eine hochwertige Ausführung zeichneten das von den Bezirksämtern Prenzlauer Berg und Friedrichshain im Eoalbau Friedrichshain veranstaltete Konzert des Philharmonischen Orchesters aus. Ernst Ewald Gebert hatte als Motto über diesen Abend„Sinfonische Dichtungen" gesetzt und leitete über Tusso und Les Preludes von Liszt zur Moldau von Smetana und Don Juan von Richard Strauß. Herzlicher Beifall belohnte Orchester und Dirigent. in 6oo Meyer- Filia len Keine Feier ohne Meyer Mernanh Meyer t> C e« Tfr. 569• 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 5 Dezember 1934 Herrn Langes falsche Lohnmathematik. Schöne Kurven, falsche Zahlen.— Kauftrafierhaltung und-stärkung— der einzige Krifenaueweg. Der Geschaflsführer des Vereins deutscher Maschinenbau- Anstalten, Karl Lange, hat in einer Artikelserie„Lohnhöhe und Arbeitslosigkeit� mit viel Zahlcnkurven, also„sireng wissenschaftlich", in der„Kölnischen Zeitung- den Vachweis bringen wollen, dah Krise und Massenarbeitslosigkeit in erster Linie die Zolge einer Lohnüberhöhung ist(mitten in der dritten Lohnabbauwelle!) und dah nur durch eine neue Lohnsenkung möglichst auf das Viveau von 1925 die Krise und die Arbeitslosigkeit gemildert werden könnten. Er erwähnt mit keinem wort die notwendigen induslrie- und kreditpolitischen Mahnohmen zur Krisenbereinigung: für ihn bleibt— troh platonischen Erklärungen gegen alle Einseitigkeit— der einzige Angelpunkt der Lohnabbau. Nach Lange hat die deutsche Krise eine Sonderursachc, nämlich eine bereits jahrelang andauernde Unrentabilität der Ge, samtindustrie, die wiederum lediglich auf die Lohnüberhöhung zurückzuführen sei, die bereits seit Mitte 1927 eingetreten ist. Seit- dem ist das von Lange mathematisch berechnete„Lohn-Optimum" überschritten worden: Steigen die Preise nicht in dem gleichen Tempo wie die Löhne, so ist dos Optimum überschritten, die In- dustrie wird unrentabel, die Betriebe werden geschlossen, die Ar- beitslosigkest wächst. So Herr Lange. Leistungssteigerungen kennt Herr Lange nicht. Diese schematische Lohn-Oplimum-Theorie ist unhaltbar. Dah sich die Löhne— auf längere Zeit betrachtet— nur bei Steigerung der Arbeitsproduktivität erhöhen dürfen, darüber brauchen wir keine Belehrung daß aber Lohn- und Preiskurve parallel verlaufen müssen, ist f a l s ch. Wozu gäbe es dann über- Haupt technischen Fortschritt und Nationalisierung. Ein Blick auf die Entwicklung in Amerika vor Ausbruch der Krise gibt ja auch bereits den Gegenbeweis. Dort hatten wir jahrelang Prosperität bei fallenden Preisen, aber stark an- steigenden Löhnen und noch rascher ansteigenden Gewinnen. Oder man werfe den Blick auf den Ablauf früherer Krisen, immer war der Preiseinbruch stärker als die Lohnrcduktionen. Es ist aber auch gar nicht angängig, fchematifch die Entwick- lung der Großhandelspreise für alle Fertigwaren mit der Entwicklung der Löhne in Beziehung zu sehen, dazu noch mit einer Lohnkurve, die falsch ist, weil sie nur die Tarislohnsenkung und nicht die wesentlich höhere Effektiolohnsenkung berücksichtigt. Die Preisentwicklung ist für die einzelnen Wirtschaftsgruppen und Industriezweige sehr verschiedenartig verlaufen. Die Preise für die Produktionsmittel haben sich seit drei Zahren nur um etwa 6 Proz. gesenkt, die Preise für B e r b r a u ch s- güler dagegen um etwa 20 Proz. Räch Lange mühten die Industriezweig« mit den stärkeren Preissenkungen längst notleidend und zum Erliegen gekommen sein, dagegen die anderen Industrie- zweige mit höherem Preisniveau bei stark absinkenden Löhnen gut gedeihen. Greifen wir zwei Beispiele heraus: den Herrn Lange doch besonders nahestehenden Maschinenbau einerseits, die Schuhindustrie andererseits. Die Preis« für gewerbliche Maschinen logen nach dem Großhandelsindex im Oktober 1931 auf dem Niveau vom Oktober 1928. Die Löhne liegen bereits sehr beträchtlich unter dem Niveau von Oktober 1928. Trotzdem schwere Krisensituation im Maschinenbau, sehr starke Betriebseinschränkungen. In der Schuhindustrie ist fest Oktober 1928 ein fast ZOprozentiger Rückgang der Großhandelspreise und ein fast 20pro- zentiger Rückgang der Einzelhandelspreise eingetreten: auch hier natürlich starke Lohnherabsetzung. Auch hier schwerer Kamps der Schuhfabriken Aber durch technische und organisawrische Berbesse- rungen und eine starke Preissenkung ist der Kaufkrastschwund zum Teil ausgeglichen worden und der Produktionsrückgang ist daher in der Schuhindustrie bei weitem nicht so katastrophal wie in anderen Industriezweigen. Auch das ist eine Legende, dah seil 1927 die deutsche Industrie als Ganzes bereits unrentabel sei. Wie ist es mit dieser seit 1927 dauernden Rentabilitätskrise in Wirklichkeit? Die Gewinne und Dividenden der Aktiengesellschaften haben sich bis zum Ablauf des Geschäftsjahres 1928/29 auf sehr respek- tablem Niveau gehalten. Die Durchschnittsdividende betrug nach dem Statistischeu Reichsaml für 1927 6,52 Proz.. für 1928 29 6,33 proz. für 1929/30 troh Zunahme der mit Verlust arbeitenden Betriebe noch immer 6.25 Pro;. Ferner wurden in diesen Jahren von der Industrie viele Milliarden investiert und verzinst: in einem großen Teil der Industrie wurden neben den ausgeschütteten Ge- winnen erhebliche Gewinnbeträge zur Selbstfinanzierung oder Re- servenbildung benutzt. Soweit eme Richtigstellung des Gesamtbildes. Selbstverständlich gab es Industriezweige, die als Ganzes gesehen auch in Iahren guter und erträglicher Konjunktur nicht auf einen grünen Zweig kamen, darunter auch zahlreiche Unter- nehmungen des Maschinen- und Fahrzeugbaues. Aber diese von der Gesamtentwicklung abweichende Rentabilität war auf fehler- haste Organisation, Uebersetzung und Fehlrationaliflerung in diesen Wirtschaftszweigen zurückzuführen, nicht aus die Höhe der Löhne. Denn gleichartige andere Unternehmungen, wo diese Fehler nicht ge- macht wurden, konnten rentabel arbeiten. Obwohl die Entwicklung der letzten anderthalb Jahre gezeigt hat, dah die Lohnsenkung kein Ausweg aus der Krise ist, sondern das Gegenteil, ist es für Herrn Lange bereits„experimentell erwiese n", daß die Lohnsenkung das Mittel zur Ueberwin- dung der Krise darstellt. Herr Lange stellt die Behauptung auf, daß wir im Frühjahr 1931 bereits eine starke Besserung der Wirtschaftslage gehabt hätten, die lediglich den vorangegangenen Lohnsenkungen zu verdanken wäre. Hierzu ist folgendes zu sagen: Es handelt sich bei dieser Frühjahrsbelebung nach Ansicht' des Konjunktur i n st> t u t s um eine leichte saisonmäßige Bc- lebung und teilweise um eine Korrektur vorangegangener allzu einschneidender Produktionseinschränkungen. Herr Lange macht bicraus eine Anfwärtsbewegung und einen eindeutig erperimen- teilen Beweis, daß durch immer wieder erneute Lohnsenkungen die Krise überwunden werden muß. Schlimm wäre es um den Maschinenbau bestellt, um unsere Naturwissenschaft und Chemie, wenn deren Ingenieure, Physiker und Chemiker auf solchen „experimentellen- Grundlagen oder besser gesagt u n b e l« g- baren Zwecktheorien ihre Arbeit aufbauen würden. Aber auch Langes talsächliche Angaben über den Umfang des Lohnabbaus find unrichtig. 1 Lange behauptet, daß eine Unternehmererhebung über die metallverarbeitende Industrie das Ergebnis gebracht hätte, daß der Gesamtlohnabbau in der Metallindustrie bis September 1931 im R e i ch s d u r ch s ch» i t t nur 7,2 Proz. beträgt und folgert, daß für die Gesamtindustrie die Effektivlohnsenkung 8 bis 9 Proz. nicht ü b e r st e i g t. Wir kennen diese Erhebung nicht. Aber jeder ini Betrieb befindliche Arbeiter wird Herrn Lange den Nachweis führen, daß er eine wesentlich stärkere Senkung seiner tatsächlichen Stundenlohnsätze erlitten hat. Herr Lange behauptet ferner, daß der über den Tariflohnabbau hinausgehende Lohn- abbau durch Kürzung übertariflicher Zuschläge, Herabsetzung der Akkorde, Ausgleichszahlcn, Prämien usw. im Durchschnitt nicht mehr als 2 bis 3 Proz. beträgt. Herr Lange stützt diese Schätzung auf ein paar willkürlich herausgegriffene Beispiele, Angaben und Erhebungen, verschweigt aber die auch ihm bekannten Feststellungen des Statistischen Reichsamis über Industrien, für die bereits eine sehr starke Senkung der über- tariflichen Verdienste festgestellt wurde: 3n der Holzindustrie lag z. V.� der Stundenvcrdienst für Vau- und Alöbeltischler im ZNärz 1931 nur noch 3 Proz. über den Tariflöhnen gegen 12,6 Proz. bei der letzten Erhebung vom März 1928. hier ist also für die zahlen- mähig wichtigste Gruppe eine herabdrückung der überlarislichen Verdienste um rund 10 Proz. eingetreten! Das volle Ausmaß der Herabsetzung der übertarislichcn Bezahlung wird aber noch verschleiert dadurch, daß der starke Rückgang der Arbeitseinkommen durch Lohnabbauaktionen und Kurzarbeit die Zlrbeiter zu tt ä r k st c r Anspannung zwingt, um in kürzerer Zeit Mehrleistungen zu nollbringen, wo- durch die effektive Herabdrückung der Stundenverdienste nicht voll in Erscheinung treten kann. Um ein B e i s p i c l zu nennen: wenn in einem Betrieb die Akkordsähe um 10 Proz., vom Gejamtlohn gerechnet, herabgesetzt wurden, die Arbeiter aber nachher unter Auspannung aller Kräfte die Arbeitsleistung pro Stunde um 5 Proz. steigern, so ergibt sich zwar aus den Lohntüten uur eine Senkung des Slundenverdienstes um 5 Proz., das Lohnkonlo des Unternehmers ist aber um 10 Proz. entlaflel worden! Die Zahlenangaben von Herrn Lange müssen sowohl für die Metallindustrie wie für die ge- samte Industrie als unrichtig bezeichnet werden. Wir besitzen leider keine vollständige und zuverlässige Essektivlohn- statistik, so daß eine bis ins letzte exakte Ziffer nicht genannt werden kann. Aber man kann nicht mit willkürlicher Auswahl, irreführenden Kurven und falschen Schätzungen die Tatsache aus der Welt schaffen, daß die Lohnoerdienste bis heute u ni 13 bis 20 Proz herabgedrückt wurden, daß der Lohnabbau bei den bc- rcits von der neuesten Senkungsaktion betroffenen Arbeitern teil- weife bereits 20 Proz. erreicht hat! Aast lächerlich wirken Herrn Langes Berechnungen über Reallohnsieigerungen. Hier wird den Arbeitern vorgerechnet, dah die Kaufkraft ihrer Tariflöhne um 23 Pro;., ihrer Effektivlöhne um 10 bis 26,3 Proz höher liegt als Ansang 1927! Wen will man denn mit solchen Zahlen noch irreführen? Herr Lange hellte eigcnt- lich wissen, wie es heute im Haushalt des Berliner Metallarbeiters, des sächsischen Textilarbeitc. rs oder des Ruhrkumpels aussieht. Cr kennt die Unter- lagen und die Begründung des Schiedsspruchs von Gewerberat Körner, der wirklich Anlaß zu„sozialethischen" Ueberlegungen gibt, und doch konstruiert er eine 2öprozcntige Kaufkraft- und Real- lohnsteigcrung? Seit 1927 sind große Massenbelastungen cinge- trelen. allein die Zulinolverordnung 1931 hat mit ihren Beilragsund Steuererhöhungen aller Art eine Mehrbelastung von 5 Proz. der Arbeitseinkommen gebracht, die hochgebliebenen Mieten und verkehrslarise bei den stark eingeschrumpften Arbeitsverdiensten haben das verbrouchssähige Einkommen sehr stark gekürzt, diese Einengung des Spielraums für den eigentlichen Lebensbedorf ist durch die Verbilligung der Preise für Lebensmittel und Bekleidung bei weitem nicht ausgeglichen worden— alles das braucht Herr Lange nicht zu berücksichtigen! ülehnliche Irrtümer und Entstellungen sind in der Langeschen Argumentation noch viele vorhanden. Aber genug davon. Durch Kurven und Mathematik, die auf falschen Theorien und falschen Zahlen beruhen, läßt sich die falsche Parole vom Lohnabbau nicht zu einer Wissenschaft erheben. Die Fortsetzung des Lohnabbaus ist und bleibt ökonomisch ein Irrweg und sozial brutal und unerträglich. Die Wiederbelebung der Wirtschaft kann nur von einer Absatzsteigerung sür Berbrauchsgüter ihren Ausgang nehmen, die allein bei Erhaltung der Löhne und allmählicher Steigerung der Realeinkommen zu erreichen ist. Henfchel legt still. Ein schwerer Schlag für Kassel. Die Verwaltung der henschcl u. Sohn A.-G., der aröhten Loko- motivsabrik In Deutschland, die über 35 Proz. der gesamten Reichsbahnquote besitzt, hat bei dem Reglerungspräfidenlen in Kassel Antrag aus Stillegung des Merkes gestellt. Diese Mahnahme der Verwaltung Hot in Kassel um so größere Auf- regung hervorgerufen, als die Verwaltung noch Ende September jedes Stillegungegerücht strikt dementierte. Die Verwaltung begründet den Antrag mit dem anhaltenden Mangel an Austrägen. Dies dürfte für die Lokomotivbetriebe auf den ersten Blick wohl zutreffen, denn der letzte größere Reichs- bahnauftrag von 34 Maschinen ist berells abgewickelt worden. Aus- ländische Aufträge waren im laufenden Jahre so gut wie gar nicht mehr zu erhalten, da der gesamte südamerikanisch« Kontinent in- folge der Weltkrise als Besteller gänzlich ausgeschaltet ist und auch Südafrika und die asiatischen Länder in den letzten Monaten keine Aufträge mehr vergeben haben. So ist die deutsche Lokomotiv- industrse für den Export fast ausschließlich auf den europäischen Markt angewiesen. Die allgemeine Bcrschärfung der Wirtjchajts- krise hat jedoch auch die europäischen Lokomotivausträge aus ein Minimum sinken lassen. Trotz dieser schlechten Situation kommt der Stillegungsantrag dieser mächtigen Lokomotivfabrik überraschend, da die Deutsche Reichsbahn erst ganz kürzlich ihre Lokomotivausträge sür 1932 im voraus vergeben hat, wobei auf die Henfchel u. Sohn A.-G. ein Anteil von 28 schweren Lokomotiven entfiel Da man kaum an- nehmen kann, daß Henfchel diesen Auftrag nicht ausführen wird. kann der Stillegungsontrag der Verwaltung offenbar nur als eine vorsorgliche Maßnahme angesehen werden. Wenn auch die Beleg- schaft von Henfchel im Laufe dieses Jahres durch mehrfachen Abbau stark reduziert worden ist, so werden von der Stillegung doch immer noch über 2100 Arbeiter und Angestellte betroffen deren Freisetzung für den Kasseler Arbeitsmarkt eine ungeheure Mehr- b e l a st u n g bedeuten würde. Schwere Verluste der Bamag. Vor einer neuen Sanierung? Die B e r l i n- A n h a l t c r Maschinenfabrik A.-G. (Bamag-Meguin) in Berlin-Mobit hat in dem am 30 Juni abgelaufenen Geschäftsjahr 1930 /31 V e r l u st e in Höhe von etwa einer Million Mark erlitten. Im vorhergehenden Jahr konnte noch ein Reingewinn von 110 000 Mark erzielt werden. An dem Unternehmen hat sich vor einigen Jahren die Julius P i n t s ch 2l.- G. stark beteiligt, und nach den schlechten Geschäfts- obfchlüssen 1928/29 wurde seinerzeit eine Sanierung durch scharfe Zusammenlegung des.Kapitals vorgenommen. Nach der Sanierung hat man das Kapital wiederum von 3 auf 12 Millionen Mark heraufgesetzt, und wie wir erfahren, wird in der Aufsichtsratssitzung, die kommende Woche stattfindet, eine erneute Zusammen- l e g u n g des Kapitals, bedingt durch notwendig gewordene Sonder- abschreibungen, zur Diskussion stehen. Reichsbahnverkehr bleibt schwach. Wenn auch im Oktober durch die Massentronsporte landwirtschaftlicher Produkte der Güterverkehr der Reichsbahn s a i s o n ni ä ß i g um>> 3 Proz. gegenüber dem September gestiegen ist, bleibt der Verkehrsumfang gegenüber dem Oktober der beiden vorhergehenden Jahre um 11,4 bzw. um 25 Proz. zurück.— Die Gesamteinnahmen im Oktober stellen sich auf 333,7 Millionen, was gegenüber dem Oktober 1930 eine Mindereinnahme von 17,4 Proz. beim Personenverkehr und von 19,7 Proz. beim Güterverkehr bedeutet. Die Gesamtaus- gaben beliefen sich auf 407,2 Millionen, womit sich die von Januar bis Oktober durch die Betriebseinnahmen nicht gedeckten Ausgaben auf rund 306 Millionen Mark erhöhen. Amerikanische Anlcihebesitzer gründen Schutzverband. Der in amerikanischen Kreisen schon seit längerem beabsichtigte Plan, die Inhaber deutscher Anleihewerte in einem großen S ch u tz v e r- band zusammenzufassen, steht jetzt dicht vor der Ausfüh- rung. Der Plan ist nach amerikanischen Meldungen durch die letzt« reparationspolitische Rede des französischen Ministerpräsidenten stark gefördert worden. Es handelt sich jedoch bei dieser Gründung lediglich nur eine Vorsichtsmaßnahme, da bisher noch kein deutscher Schuldner seine Zahlungsunfähigkeit erklärt Hot. v'./■■■., s-MW > I HR E R GUTE WEGEN<- BERLINS MEISTGERÄUCHTE Cl GAR EUE Ssi-i�OS■ Die wahre Einheitsfront. Llm die Einheit der Gewerksthastsbewegung. Durch ins Reihen der deutschen Arbeiter geht der Ruf nach Zusammenschluß und Einigung. Die Not der Stunde hat diesen Ruf ausgelöst. Der Ruf nach Einigung kommt in der Gewerkschaftspresse immer stürmischer zum Ausdruck. In der„Metall- arbeiter-Zeitung" und im„Regulator", der Wochenschrift des Hirsch- Dunckerschen Gewerkoereins Deutscher Metallarbeiter, ist die Debatte über die Einheit der Gewerkschaftsbewegung schon länger in Gang. Nun hat auch Theodor Lcipart, der Vorsitzende des ADGB., in die Debatte eingegriffen. In der soeben erschienenen neuesten Nummer der„Gewerk- schaftszeitung" beschäftigt sich Leipart ausführlich mit den vom „Regulator" skizzierten Bedingungen für eine Vereinigung der drei großen deutschen Gewerkschastsrichtungen. Diese Bedin- gungen besagen in ihren. Kern, die Mitgliedschaft der Gewerkschaft dürfe nicht auch zur Mitgliedschaft zu bestimmten Parteien verpflichten. Daß die Gewerkschaften mit den Parteien arbeiten, die ihnen vermöge Programn, und Zusammensetzung nahestehen, sei ja in jahrzehntelanger Ucbung allgemein klargestellt und anerkannt, aber es gebe doch auch für jeden einzelnen ein Recht zur M e i- nungsfreiheit, und dies müsse gesichert sein. Schärfer noch gelte diese Frage für religiöse Meinungsfreiheit. Wenn auch vielleicht die Einigung aller Arbeiter auf eine gemeinsame Organi- sation nur erst allmählich und schrittweise erfolgen könne, so würde jede Entscheidung leichter sein, wenn die religiöse und kulturpolitische Meinullgssreiheit für alle Mitglieder ganz sichergestellt werde. Schließlich müsse die Gewerkschaftsbewegung einen entschlossenen Kampf gegen die kommu- nistisch-bolschewistische Revolutionstreiberei und gegen ein klassen- kämpferisches, reaktionäres Unternehmertum führen. Daraus antwortet Leipart mit großer Freimütigkeit. Oberstes Gebot für die Gewerkschaften— so führt er im wesentlichen aus— ist von vornherein, daß ihre Tore offen st e h e n für alle, die ihrer sozial�, Stellung gemäß in ihre Reihen gehören, ohne Unterschied und unbeschadet der politischen Meinung und dos reli- giösen Bekenntnisses des einzelnen: denn nur in der Größe der Zahl und in der Einmütigkeit des Willens der Arbeiter liegt die Gewähr für die Erreichung des Zweckes der Gewerkschaften. Seit Jahrzehnten besteht für das Recht zur Meinungsfreiheit in politischen Dingen innerbatb der Gewerk- schaften keine Einschränkung mehr. Außer der einen, daß die Mitglieder es sich versagen müssen, als Abgesandte einer politischen Partei aufzutreten mit der Absicht, die gewerkschaftliche Organisation dem Willen ihrer Partei zu unterwerfen, sie zu einem Mittel für den Zweck ihrer Partei herabzudrücken. Ein derartiges Verhallen nötige die Gewerkschaften gelegentlich, kommunistische Mitglieder auszuschließen: aber die Freiheit der Entscheidung des einzelnen Mitgliedes für die eine oder andere Partei wird auch von diesen Ausschlüssen nicht berührt. Daß die Gewerk- schaften in diesen hier gekennzeichneten Grenzen mit den Parteien arbeiten, die ihnen vermöge Programm und Zusammensetzung nahestehen, bezeichnet im übrigen der„Regulator" selbst als „in zahrzehntelanger Uebung allgemein klargestellt und anerkannt". Die religiöse Glaubensfreiheit des Mitgliedes muß gegen jeden Zweifel sichergestellt fem. Wir haben keinen Grund, innerhalb der Gewerkschaften zwischen uns und anderen Arbeitskollegen wegen ihres Glaubens einen Trennung?- strich zu zichen. Nur muß Glaubensfreiheit einhergehen mit religiöser Duldsamkeit. Ergreift die Kirche Partei, so wird sie als Partei gewertct. Aber so wenig wie Meinungskundgcbungen der Gewerkschaften zu Auf- fassungen und Entscheidungen politischer Parteien die politische Meinungsfreiheit des einzelnen Mitgliedes binden, so wenig darf selbst ein kritisches Wort gegen die eine oder andere Aeußeruug der konfessionellen Gemeinschafte» und ihrer Diener eine Berketzerung der kirchlichen Lehren und der religiösen licberzeugung einzelner Mitglieder enthalten. Weiter sagt Leipart: „Die Stellung der Gewerkschaften zum gegenwärtigen Staat ist aus schwerwiegenden Gründen durchaus positiv. Aber nicht nur das. Sondern die Gleichheit der Stellung der Gewerkschaften aller Richtungen im System der modernen kollektiven Arbcitsverfassung. die das Fundament ihres positiven Verhältnisses zum Staatswesen bildet, hat auch die Unterschiede zwischen ihnen abermals verringert und die Voraussetzungen für ihre Einheit verbessert. Und aus der Gleichheit des Interesses der Gewerkschaften an der Erhaltung ihrer Position im Staatswesen ergibt sich nun für die Gewerkschaften ohne Unterschied der Richtung die Pflicht zum entschlossenen Kampf gegen alle Gefahren, die dem demokratisch-republikanischen Staate und den Rechten der Albeiterschast drohen, mögen diese Gefahren nun von „kommunistifch-bolschewistischer Revolutionstreiberei" oder von anders gearteten offenen oder getarnten Umsturzbestrebungen ausgehen." Leipart geht noch einen Schritt weiter als der„Regulator" und wirft die Frage auf, ob es nicht möglich fei, von der übereinstimmen- den positiven Haltung der Gewerkschaften zun, Staat fortzuschreiten zu einer positiven Haltung zu den Parteien. die— gleich den Gewerkschaften und aus ähnlichen Gründen wie sie— die Republik und ihre gegenwärtige Verfassung bejahen. Müsse nicht das taktische Z u s a m n, c„ w i r k e n mit allen diesen Parteien die Konsequenz der parteipolitischen D u l d- s a m k e i t gegenüber den Mitgliedern innerhalb einer geeinten Ge- werkschaftsbewegung sein? Wen» mau diese Frage» leideuschastslos und ohne Voreingenommenheit prüfe, komme man zu dem Schluß, daß eine Vereinigung der Gewerkschaften völlig neu« Per- spektiven für die Befestigung des republika- irischen Staatswesens durch die Bildung eines umfassenden gesellschaftlichen und politischen Machtblocks darböte. Das erscheine aber nur als ein Grund mehr, die Frage der Einheit als„eine ernste, Erfüllung heischende Aufgabe unserer Tage" zu behandeln. Eozialreaktion zuerst. Nachtbackverbot qegen alle? Zu den Notverordnungsplanen gehört auch die Beseitigung des Nachtbackoerbots. Man will die Nachtarbeit in allen Betrieben mit neun und mehr beschäftigten Personen freigeben. Per- sonen unter 18 Jahren sollen in den Nachtstunden nicht beschäftigt werden. Bei Nachtarbeit soll nur Großbrot mit einem Mindest- gewicht von 250 Gramm hergestellt werden. Die Spanne zwischen einem Quantum von% Kilogramm Mehl und dem daraus herge- stellten Brot dürfe 13 Pf. betragen. Für die Freigabe der Nacht- arbeit kämen nur Betriebe in Frage, die in Städten von mehr als 100 000 Einwohnern liegen oder in der Hauptsache nach solchen Städten liefern. Bei den dieser Tag« im Reichswirtichastsministerium stattgesun- denen Besprechungen erklärten sich die Arbeiter- und die Unternehmeroertreter aus den Bäckermeistsrinnungen einmütig gegen die geplant« Beseitigung des Nachtbackoerbots. Sie betonten, daß dadurch niemals eine Preissenkung für Brot erreicht werde, zumal Nacht- arbeit einen Lohnaus schlag erforder«. Das Organ des Brot- jabrikantenoerbandes nimmt ebenfalls gegen den Plan der Re. gierung Stellung. Also Unternehmer wie Arbeiter sind e i n m ü t i g der Auffassung, daß das Nachtbackoerbot.aus sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Gründen aufrechterhalten werden müsse. Eine Preis- sen kung könne durch Nachtarbeit nicht erzielt werden. Der Reichs- tag dürste sich so ziemlich einmütig dieser Ausfassung anschließen. Und trotz allem und gegen alle Aufhebung des Nachtbockverbots? Wir haben die U e b e r« i n st i m m u n g zwischen den Leitsätzen festgestellt, di« der Reichskanzler in, sogenannten Wirtschaftsbeirat verlesen hat, und der geheimen Denkschrift der Arbeitgeberoerbände. Es wäre nicht das erstemal, daß die Unternehmersyndizi päpstlicher als der Papst sind uno Forderungen erheben, die die Unternehmer selbst ablehnen. Aber uns ist nicht bekannt, daß eine Regierung der deutschen Republik gegen Parlament, Unternehmer und Arbeiter eine Maßnahme trifft, nur weil diese Maßnahme s o z i a l r e a k- t i o n ä r ist. Denn als Mittel zur Preissenkung ist sie ein aufge- legter und nachgewiesener Schwindel. ÄBMZ. ist hartnäckig. I.ohntarif zum 13. Dezember gekündigt. Der Verband Berliner Metallinduftrieller hat dem Metallkartell bis jetzt noch nicht mitgeteilt, welche Abbauforderungen er diesmal zu stellen beabsichtigt. Ein Termin für Verhandlungen über den Neuabschluß deh Lohntarifvertrages, der vom VBMJ. zum 13. De- zember gekündigt worden ist, nicht zum 3t. Dezember, wie irrtümlich kürzlich mitgeteilt wurde, stein noch nicht fest. Wenn sich der VBMJ. auch noch in Stillschweigen hüllt, so ist nicht anzunehmen, daß er, eines besseren belehrt, nicht wieder einen Abbau der hundsmiserablen Metallarbeiterlöhne verlangen wird. Di« Metallindustriellen sahen bei den letzten Lohnverhandlungen auch dann noch einen Sinn in der gesellschaftlichen Arbeit, wenn sich der Arbeiter dabei nicht mehr sattessen kann. Das war freilich selbst den sonst so nachgiebigen Schlichtungsinstanzen zu viel. Da sich im Stand der Lebenshasti,»gelösten feit den letzten Verhandlungen nichts geunoert hat, dürfte der BBRiJ. auch diesmal mit seinen Forderungen abrutschen. Freie Sozialistische Hochschule Heute, abends I«1/, Uhr, flndst im Plenarsaal des ehem. Herrenhauses, Leipziger StraßeS, der Vortrag des Gen. Prof. LEO KESXEXBER« über das Thema: „Kunst und Weltanschauung" statt.— Der Vortrag wird mit praktisehen Beispielen aus der Musik aller Zeiten unter Mitwirkung der Volksmusikschule Char- lottenburg vom Kelerenten illustriert werden.— Karten zum Preise von 50 Pfennig sind an der Hanptkassa erhältlich. Erwerbslose und Studierende erhalten Ermäßigung. Reichsbahn übertrumpft alles. Besoldung noch unter 1926. Der Elnheitsoerband der Eisenbahner hat mü schärsstem Nachdruck bei der Reichsregicrung und der Reichsbahnge- sellschaft gegen die geplante neue Gehaltskürzung Protest erhoben. Di« Protestentschließung besagt: Eine neue Gehaltskürzung werfe die Reichsbahnbeamten unter das Einkommen zurück, das sie 1SZS erhalten hätten und da? in wiederholten Regierungserklärungen als u n z u r e i ch« n d anerkannt worden fei. Beim größten Teil der Reichsbahnbeamten sei di« Ge- lialtsaufbesserung vom 1. Oktober 1927 schon durch die bisherigen Kürzungen nahezu restlos beseitigt: in manchen Fällen be- zögen die Beamten bereits ein geringeres Einkommen als vor der Befoldungserhöhung. Die Besoldungsausgaben oer Reichsbahn lägen heute bereits unter den Besoldu-ngsaufwendun- gen des Jahres 1926. Eine neue Schwächung der Massen- kaufkroft verschärfe nur die Schrumpfung des Binnenmarktes und damit auch die Finanzschwierigkeiten der Reichsbahn. Unter Hinweis auf die starke dienstliche Beanspruchung, die besondere Verantwortlichkeit und das Gesahrenmoment im Eisenbahn- dienst fordert der Beamtenansschuß, daß die im Reicksbodngesetz vorgeschriebene rechtliche und sozial« Gleichstellung der Reichs- bahnbeamten mit den Reichsbeamten endlich durchgeführt und die jetzige Schlechterstellung in den Rechts-, Vefoldungs- und Urlaubs- Verhältnissen sowie im Anstellungs- und Beförderungswesen b e. seitigt werden. Di« starke Arbeitslosigkeit fordere gebieterisch, daß die Reichsbahn als größtes deutsches Staatsuntcrnehmen endlich die weit über 18 Stunden hinausgehenden Dienstzeiten kürze. Körners Meinungen. Oer Schlichter als Reformator. Gewerberat Körner, der Vorsitzende de? Berliner Schlich- tungsaueschusse», der vor kurzem eine in diesen Zeiten der Lohn- abbaupsychose bemerkenswerte Begründung zu seinem Schiedsspruch für die Berliner Metallindustrie gegeben l?ak, veröffenllichl i» der „Deutschen Allgemeine» Zeitung" von gestern abend eine» Zlrtikel, der die bezeichnende Uebcrschrift trägt:„Wirtschastsprpgramm und Arbestslohn." Herr Körner sagt da u. a.: „Der Streit darüber, ob bei der notwendigen Senkung de» Preisniveau» die Warenpreise oder die Arbeitslöhne zuerst zu senken sind, ist müßig. Beide sind untrennbar mit- einander verbunden. Man gebe den aussichtslosen Versuch ous, die Preise durch staatliche Maßnahmr» bestimmen zu wollen, sondern begnüge jick) damit,!»- bcstehciOcii■Bindungen aufzuheben und di» preissteigernden Faktoren aus der Wirtschaft soweit wie möglich zu entfernen. Andererseits erkenn« man an, daß nicht die Kaufkraft das Primäre in der kapstalistifchen Wirtschaft ist, sondern, daß die Größe des auch durch Kredit- operationen nicht beliebig vermehrbaren Kapitals die Höhe des Arbeitslohnes bestimmt, daß aber auch der Arbeitslohn nicht einen beliebig senkbaren II n k y ste n f a k t o r darstellt. sondern das letzten Endes die Wirtschaft um der Menschen willen da ist und nicht umgekehrt." Wie man steht, sind da richtige Gedanken und übernommene Meinungen ziemlich kraus durcheinander geworfen. Wenn es z. B. richtig wäre, daß die Größe des Kapitals die Höhe des Arbeitslohnes bestimmt,, dann müßten die Löhne in der JG.-Farben- induftrie A.-G. die höchsten in ganz Deutschland sein. Wir wollen aber verzeichnen, daß der Vorsitzende des Berliner Schlichtungs- ausschusses, der ganz richtigen Auffassung ist, daß der Arbestslohn „nicht einen beliebig senkbaren Unkostenfaktor darstellt, sondern, daß letzten Endes die Wirtschaft um der Menschen willen da ist und nicht umgekehrt". Was Herr Körner sonst noch in seinem Artikel anführt, wird so ziemlich allgsweines Kopffchütteln verursachen. Wir reden gar nicht davon, daß er z. B. einen Fahrer der Straßenbahn als un- gelernten Arbeiter bezeichnet. Was er aber von der Arbestslofen- Versicherung sagt, was er zu ihrer Reform vorschlägt, wie er sich die Regelung der Arbeitszeit vorstellt, wobei or z. B. den Acht- stundentag für Handel, Berkehr und für das Gastwirtsgewerbe beseitigt wissen will, was er zur Reform der Sozialversicherung vorschlägt, das sind alles Dinge, über die man gar nicht diskutieren, sondern nur den Kopf schütteln kann. Aus seinem Elaborat geht jedenfalls hervor, daß sich Herr Körner ernsthaft mit den Dinge» der Wirtschaft beschäftigt, was immerhin erfreulich ist, daß er aber noch ziemlich weit davon entfernt ist. zu de? Wesens Kern vor- gedrungen zu sein. Kamps in den Konditoreien. Die vom Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter zu Donnerstagabcitd nach dem„Palais des Zentrums" einberufen« Versammlung des Berliner Konditoreipersonals wurde zu einer scharfen Abrechnung mit dem Hirsch-Dunckerschen Gewerk- verein der Konditoren. Genosse T h i e m e schilderte der Dersamm- tung, wie durch das Verhalten des Gewerkvereins den sozial- reaktionären Konditoreibesitzern der Rücken so gestesst worden ist, daß es schwer halten wird, den vom Gewcrkvcrein angerichtete» Schaden wieder gutzumachen. Seit soft einem Jahr steht der Berband der Nahrungsmittel- und Getränkeardester in einem zähen Kampf mit der Konditoren- inmmg. um das Lohnniveau de? Konditareiperfonals auf einer erträglichen Höhe zu halten. Eine Kette von Prozessen wurde von der Organisation gegen die Konditoreninnung geführt, um die Lohn- diktaturgeUiste der Konditoreibesitzer zu dämpfen. Gerade in dem Augenblick, als die Tariffsindschaft der Konditoreibcsitzer fast ge- brachen war, gab sich der Führer des Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins dazu her, aus der gewerkschafttick)«» Einheitsfront aus- zubrechen und hinter dem Rücken der anderen Verbände einen „Lohntarss" mit der Jnming abzuschließen, der im wesentlichen eine glatte Kapittilation vor den Abbauforderungen der Unternehmer ist. Die Forderungen der Konditoreibesitzer liefen auf einen Abbau der Löhne bis"zu 20 Prozent hinaus: der Hirsch-Dunckersche Gewerkverein hat diese Forderungen in seinem„Tarssvertrag" akzeptiert. In einer Zeit, wo das einheitliche Zusammenstehen der Arbeiter aller gewerkschaftlichen Richtungen das dringendste Gebot der Stunde ist, werden vom Gewcrk verein hie Interessen der Arbeiter verraten. Das Entschutdigungsgestammel, dos der verantwortliche Führer des Gewerkvereins vorbrachte, vermochte nicht, den Enrpörunge- sturm der Versammelten über diesen hinterhältigen Streich bei- zulegen. Scharf verurteilt wurde dos unehrliche Spiel des Gewerk- vereins auch durch den Vertreter der christlichen Gehilfen- organisatimt. Einmutig brachten die Versmnmetten zum Ausdruck. daß sie diesen famosen„Tarifvertrag" für sich nichtalsbindend anerkennen, sondern mit Hilfe des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getronkearheiter und de? mit ihm im Kartellverhollnis stehenden Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant, und Ease- angestellten fetzt andere Wege beschreiten werden, um die Äondstarei- besitzer zur Verständigungsbereitschait zu zwingen. Die Maßnahmen, die voit den bisherigen Tariforgänifationen noch vor den Weih- Nachtsfeiertagen ergriffen werden sollen, werden in den nächsten Tagen im engsten Einvernehmen mit den Vertrauensleuten der Betriebe beschlossen weudeu. Gewerkschaftliche Konzentration. Mit einer Mehrheit von 9ö Proz. der Abstimmenden haben 0'« Mitglieder des Arbeitnehmeroerbandes des Friseurgewerbes durch Uroblttmmung beschlossen, mit dem 1. Januar ihren Anschluß an den Gesamtverband als R e i ch s f a ch g r u p p« zu pollziehen. Di« im Jahre 1SS9 gegründete Organssation der Frissurgehssfen konnte keinen großen Mitglieoerstarnm bilden, da ihre Mitglieder nicht dauernd in ihrem Berufe bleiben können, soweit ste mcht selbständig werden. Daran ändert zwar auch der U«b«rtritt zum Gesamtverband nicht?, doch tonnen dessen Mitglieder sowohl als Kunden der Fri- . seur« wie auch als Arbeiter in Warenhausern uns Badeanstalten auf die Gehilfen und Friseure einwirken, sich ihrer gewerkschaftlichen Organisation anzuschließen. An vielen Orten kann der Gesamtver- band der Organisation der Friseurgehilfen eine gute Stütze sein, an der cs bisher gefehlt hat, so daß durch den Anschluß eine starke organisatorische Erfassung der Unorganisierten zu erwarten ist. Die „Friseurgehilfen-Zeitung" bleibt als Fachorgan bestehen und vi« Mitgliedschaft in der Internationalen Friseurgehilfemmion wird beibehalten. fftme Gewerkschafts-Iugend Verlin Oonnaf'ui!», S. zijqfiof.«: Oiigenbt'im Fluqi>-i:nsN. iig cl>, Bahntet Bahinnstrah«). ilebungsaneni".-- AeU««a»V>»«>t»»e«»t»- IchofN J'i Uhr, im Schulrmm dkr Berliner Scmertlckiatt-litulk. Engel. ufrr?ö Nerzen, So.in!»g, i>. Sesemhtr: Südsstkrei«: vug-ndheim ?e.mp«Ihl>f. HermtminsK l— t(Uingans iBStzstroße).„isiltiseegelchichten.— Siozbnicftlid«; Jugendheim Spandau: Lindenuter 1.„Lachende Jugend."— Rordostkreis: Jugendheim Tieckttraße.„Unierhaltungsabend, Heiterkeit und Frohsinn." Südlms: Jugendoolk-dühue: lg Uhr im Theater am Biilowplag — vfttrei»! Jugendheim Gunterftr. 41 um IS Uhr.„Neu. Lichtenberg--- Nordkrei«: Tegel. LchSneberger Str. 4.„Unsere Kreiskapell« musiziert."— Stfis Oberspree: Jugendheim Baumschulenweg, Ernststr. Ib. Heiterer Abend.— Jnnendgruppe der ves-mtocrbandes, Zachgruppe Särtncrei: Besichtigung der greßaartnerischen Anlagen de? isirohNastwerle? Kiingcnderg. Treffpuntr Uhr am»aupteingang zum Hroßtrafiuler' Azhrncrbindung: Eiadtbahn vi:, cleiion Nummeiaburg. lätigzcndahnl'nie I" Luqenvqfuppe des Lentra!verbondes der Angestellten C&V S« Singekrei» Übt heut, ah 19»; Uhr im Jugendheim der Schule �>- Litauer Etst. 1».--- Karten kür dl« Jugendoorstellung der Vollabühn« am». Dezember zum Preif»»on W Pf. sind lm Iugendsekretariat zu haben. Dar erste Tindrnck ist der beste. Schöne weiße, mit der herrlich er- frischenden Chlorodvnt-Zghöpaste'i'hgndette Zähne verleihen jeden' Gesscht t'.it;« eigenen Slcil. Zuoc ßO sss. Versuch h&etzcugi, Hülm J-ic sich vor nüaderwertigeu, billigen Nachahmungen, beim für da- Wertvollste was Sit besitzen, di» Zahn«, ist da» Beste gerade gut genug. Sonnabend ab 18 Uhr und Sonntag vormittag Mobilmachung aiier Genossinnen und Genossen sowie der soziailstiscben Arbeiter-Jugend zur RugMattuerhreitung Allgemeine Wetterlage. 0\Mll(«nlos,0 heifer.O halbbedecki —�5®vw(kig,ObedecJct,»RegenAGr3u()«ln •SdineftsHeW.TtGewittep�Windsfille 1 SozialistischeArbetterjugendGroß-Verlin Siufeniungeu für diese Nudril nur an da» Jugcndsclretarial Beeil» SW iiS. Lindensteajze 3 Zlcdnerlnrsus, 2. Teil>:„Eprechausdruck und Stil", heute, Uhr pünlt» Ilch, im Borirogdsaal EW., Lindenstr. Z, 2. Hof, 2 Tr. links. Leitung: Genosse Dr. ir. Drach. Dollsdühncnkartea fite inorgen, Sonntag, lö Uhr. und fiir Sonntag, 13. De- zciiioer. ll>. Uhr,„Die Unüberwindlichen", sind noch eriinltlich. vklsentllchc j>>us!,>erstundc, durchgeführt vom Streichorchester und Sinjie- lriis, morgen, Sonntag, 2U Uhr, in der Schulaula RO., Pastcurstr. 4j— tö. Sin» tritt 30 Pf. Bedcitsgrmeinschast Abraham: Arbeiissahrt morgen, Sonntag, no6> Klein- Schönebeck. Tresfputilt«tb Uhr pünktlich Bahnhof Rahnsdorf, Ausgang. An- schiirncnd für Interessenten evtl. Ztinodesuch des lfilins„Kameradschaft". „Achtung. Achtung! Sie, Welle ABG.!" Kinderoper. Rundfunkhörstunde Montag, 7. Dezember, Wi-i Uhr, im Vortragssaal des Barteivorslandcs, SW. 08, Lindenflr. Z, 2. Hof, 2 Tr. Teilnehmerkarte 10 Pf. Erhältlich Im Sekretariat. heule, Sonnabend. Lankwitz: Belciligung an der Werbefcier der Gruppe Steglitz.— Steglitz>: Filmadend Schule Sliscnstratze: Tranlsurt.ssilm. Politische Revue. Beginn t!i?, Uhr. Eintritt 30 Ps. Erwerbslose frei.— Wannsec: Proletarische Diktatur?" 1 i Alle Genossen und Senossinncn beteiligen sich heute und morgen a» der Zlugblattverbreitung der Partei»an den bekannten Lokalen au». i Wcrbcbezirk Mitte: Köpenicker Str. 92, 19 Uhr, Zusammenkunft aller Uber IS?ahre alten Mitglieder des W.-B. Werbebezirk Wedding: 19 Uhr Baden, Eerichtstraße. Kontrollcl Mitglieds- buch mitbringen. Werbebezirk Baracke 3. Prenzlauer Berg: SUngcrcnkursus 20 Uhr Danzigcr Str. 02, Werbebezirk Tiergarten, Bedding und Reinickendorf: Bachcncndkursus in ~" nisatione» im Klassenkampf". Referent Dr. E. Fraenkel. Uhr Bahnhos Putlitzstrahe. Morgen, O' j Uhr, ebendort. Weriebezirl Renköllu: Morgen, Stadtsaak, politisch. satirische Revue. Beginn der 1. Vorstellung 20 Uhr. Saalosfnung Vt Stunde vor Beginn jeder 30 Pf. B-rgstr. WM_________| >7ie Uhr, der 2. Borstellung 147: Rummelplatz' .. 2. Borstellu» Beranstaltung. Eintritt Achtung, psrtsivslsrsnsn! >IIe lZenossinnen unel(Zenossen. 6ic vor uncl während des Sozialisien- gesefzes für die Partei(älig waren, werden freundlichst eingeladen, am Sonnabend, dem 5. Dezember, um 19 Uhr im groben Saal des Gewerkschaitshauses mit ihren Familienangehörigen zu einem gemQtlichen beisammenseln zu erscheinen. 1. A.: Wilh- Im GrOndel. Partemachrichten fürGroß-Berlin Das Tief, das am DvnncrstaPahcnd nördlich o»n Sdfottland lafh hat sich bis an die Küste Ztorweifeiis verlagert. Ttohci kam der größte Teil Deutschlands in den Bereich der ans seiner Südseite astmärts strömenden milde», ozeanischen Luftmassen. Dhir Ostpreußen hatte am Freltagadend noch Frost. In den anderen Gebiets- teilen Dsutschlands war die Erwärmung recht heträchtlich: westlich der Elbe zeigte dos Thermoinctor abends Ii) bis 12 Grad, in Aachen sogar 13 Grad Wärme an. Bei dem Einbruch der warmen Luft kam cs zu verbreiteten Niederschlägen, die in der Stacht zum Freitag nortibergehend vielfach als Schnee sielen. Zur Zeit steigt der Druck kräftig über den Britischen Inseln, während er über Skandinavien, Finnland und dem Baltikum fällt. Wir müssen daher damit rechnen. daß sich das Tief weiter nach Osten verlagert. Außerdem dürften sich in den Weststrom auf seiner Südseite doch allmählich kühlere Luftmassen mischen, die auf seiner Westseite, aus höheren Breiten stammend, südwärts vorstoßen. Alclteraussichtcu für Berlin: Wechfelmd bewölkt mit eii�slnen Niederschlägen, lebhafte Westwinde. Temperaturen etwas sinkend.— Jiir Deutschland: Allgemein ziemlich mild, im Osten ebenfalls Tmi- ivelter, an den Küsten stark windig; überall noch Neigung zu Niederschlägen. Eiascubungcu für hiefe Rubrik stak» Berti» SW 0», Ltndeustratze 3. stets a» da» Brzirtosekretarta« 2. Haf, 2 Treppe» reiht«, zu richte» Beginn aller Veranstaltungen I S'� Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 11. Kreis. I» der Alhamdra, 31—32, Taafilmbsihne, l.>! Uhr Flugdlattverbreituug von den Zahlobcndivlalcn au». 24. Abt. Auszahlnug des Rotopfers an Arbeitslose, Rentner usw. von 9 bi» 13 Uhr bei Hcibutzki, Danziger Str 407 Ällitgliedsduch sowie Etempelkaric nsw. sind als Ausweis vorzulegen. 131. Abt. Arbeitskreis iungcr Genossen und SAT.: Flugblattverbleitung in den Kolonien. Tresspunkt 9 Uhr am Strassenbahnhvf Nordend. 8- 2. Keei». Achtung, Abteilungsleiter und Beisitzer! Montag. 7. Dezember, 20 Uhr, Krcisvorstandssitzung. Lokal wird noch bekanntgegeben. 14. «. 7. 10. 23. 27. 2l>. 33. 30. 41. 8». 108. JH. 113. 127. Frauenveranstaltung. 2i. Abt. Sonniag, 0. Dezember, 10 Uhr, Besichtigung de» Parteiarchivs. Lindenstr. 3, 2. Hof. 4 Treppen, Fahrstuhl. Dir Genossinnen der anderen, Abteilungen, auch die Genossen, sind eingeladen. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer. Krcisgruppe Neukölln! Heute. Sonnabend, 3. Dezember, 20 Uhr, im Asyl, Tcvpitzcr Strasse lam Kanals, Besichtigung der Ausstellung der weltlichen Schulen gemeinsam mit den Elternbeiräten. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Groh-Berlin. »Mp仫renzberg. Vorwärts: Achtung, Nestfalkenl - Rote Ecke, zum Baden nur für Mädels. 13 Pf., nicht vergessen. Tempelhof: Heute, 14-4 Uhr, Anzug und Kappe Sonniag, 0. Dezember, Fahrt nach Strausberg. >') Treffpunkt 9 Uhr am Bahnhos Tcmpclhof. Fahrgeld 79 Pf. Köpenick: Sonntag, 6. Dezember. 15 Uhr. im Jugendheim Dahl- wm nutzer Strasse:„Bunter Rachmittag"(Schattenbilder, Lichtbilder, Eingestünde). Weissensce: Heute Fahrt nach Ticfenfce. Treffpunkt Busch- Ecke BerNncr Allee 10-4 Uhr. Unkosten 1,33 M. Essen mitbringen, Schlafsack oder Laken- zwang. Eterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 48. Abt. Unser langsährfger Genosse Emil Jonas Ist im Alter von 03 Jahren verstorben. Ehre feinem Andenken! Beerdigung heute, Sonnabend. 11 Uhr, aus drin Simcon-Friedhof, Berlin-Britz, Tcmpelhofer Weg 11—13. Rege Beteiligung erwünscht. Vorträge, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner„Schwarz-Rot-GoldT Gekchäktsstell»: Berlin S 14 Ccbastianstr 37—38 Hai 2. Tr. Ganvarstaud. Am Sonntag, 0. Dezember, finden in der Zeit von 13— 16 Uhr im Stadion Rehbcrge Berlin.Wedding und in Rcinicken. dorf-Ost, Aerncr Strasse, an mehreren Plätzen Handballspiele statt. Es nehmen daran 18 Mannschaften aus Berlin und der Provinz teil. Wir erwarten regen Besuch dieser Handballspiele.— Rcukölln-Pritz(Ortsverein): Sonntag, 0. De- zembcr, 9-4 Uhr, Saalschutz in Klicm» Festsälen, Hascnheidc. Arbeiter-Samariter-Lund c. v.. Kolonne Berlin. Gclchästsstcllc: R. 24, Gr. Hamburger Str. 20. Tel.! v 1 Norden 3340. Sonnabend, 3. Dezember. Treptow: Lokal Elscneck, Elsenstr. 100.— Montag. 7. Dezember. WedMng: Lokal Duwe, Schulstr. 109. Wilmersdorf: Lokal Kroiss. Holsteinische Str. 00. Weissensec: Lokal Bobacek, Wilhclmftr. 29.— Dienstag, 8. Dezember. Friedrichshaln: Lokal Busch, Tilsiter Strosse 20. Schöueberg: Lokal Gehrke, Ebersstr. 00. üermsdorf: Schule Frei- berr-nom-Stein-Strasse.— Donnorstag, 10. Dezember. Eharlottenburg: Jugendheim Rosinenstr. 4. Pankow: Jugendheim Kissingcnstr. 48.— Freitag, 11. De- zember. Tiergarten: Lokal Maionnek. Lübecker Str. 3. Spandau: Jugendheim Seeburgcr Strasse. Steglitz: Lokal Rohde, Lichterfelde. Roonslr. 39. Tempel- Hof: Lokal Lindisch. Mariendorf, Könlgstr. 44. Adlershof: Sanitätsbaracke Adlcrshof.— Obcrschöneweide: Sanitätsbaracke Adlershof. Lichtenberg: Lokal Scipke, Kronprinzenstr. 47.— Sonnabend, 12. Dezember. Prenzlauer Berg: Lokal Hosfuiann. Lnchcner Str. 8. Renkölln: Lokal Sauer, Pannierstr. 54. Kleingärtner: Geschäftsstelle. Tegeler Weg 41.— Montag, 14. Dezember. Köpenick: Lokal Hintze, Cchöncrliuder Str. 3. Bohnsdorf: Lokal Leiniann, Waltersdorfer Str. 100.— Freitag, 18. Dezember. Mille: Schule vipsstr. 23-. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 11 Uhr. Pappelallee 15, musikalische Rittagstunde: Johann, Joseph und Eduard Strauß. Klavier, Gcigc, Eello. v-ästc willkommen. Zeutralverbanb ber Arbritsinvalidea vvd Witwcu Deutschland», Gau Grptz- Beilin. Geschäftsstelle: Berlin W. 57, Vlllowstr. 49. r. StfL Sonnabend. 5. Dezember. Wedding D: Lokal Führmann» Bierhallcn, Graun- Ecks BerNner Strosse, 17 Uhr.— Kreuzberg IV: Skulaula Sncisenaustr. 7, 10 Uhr. Refe- rcnt: Gauleiter Kollege Voigt. Bei den Bodcnresormcr» spricht am 7. Dezember Stadtverordneter Genosse Reinhotd, Vorsitzender des Provinzialverbandes der Klehrgartenoereine Deutschlands, über„W as ist auf deni Gebiet der Erwerb». losengärten erreicht und erstrebt?" und Dr. Adolf Damaschke über„W o stehen wir heute?".(Dil Vorträge finden statt in der Landwirtschaftliche» Hochschule, Jnvalidenstr. 42, Hörsaal ist, 20—22 Uhr.) Wieder hat da» Easino Theater mit seinem neuen Stück„Wenn Kinder heiratcn" einen Treffer gezogen. Das Publikum amüsiert sich von Anfang bis zu Ende auf das beste. In den Hauptrollen sind Edith Litzek, Frieda Waller, Relln Cchinclter, Viktor Litzek, Ewald Fistcr, Wlly Hary und Direktor Hans Berg erfolgreich tätig. I M SIEMENSlAUmtCHER Siemens 031.... Preis RM 39,— Siemens 050.... Preis RM 55,— Siemens 080... Preis RM 88,— Siemans-Empfänger mit Röhren von RM96,- Vorföhrung in Fachgeschäften SIEMENS&HALSKE AG Wernerwerk, Berlin-Siemenssfadt Preissenkung für Vim— von nun an kostet die Normaldose nur noch 20 Pfg., die Doppeldose 35 Pfg... und dazu trägt jede Dose einen wertvollen Gutschein! Die Preise sind verbilligt— aber die Qualität ist die gleiche: die beste! Niemand braucht jetzt auf die große Arbeitserleichterung durch Vim zu verzichten— auch bei beschränkter Wirtschastskasse! S(Tk Ll€ HX JLili»€HAFX A, CK MASSHEIM MEHLIS '.H. id. iUmherl: C>lll � Seit kurzem war drüben in dem Laden, der zuletzt emen Schneider Pleite werden ließ, ein Bierlokal eröffnet worden. Ein Stammgast wurde Herr Kügler. der in meinem Haufe wohnte. Er hatte also nur ein paar Schritte hinüber zur Quelle und gewöhnte sich diese kleinen Spaziergänge so an, daß seine Frau sich oft be- klagte. Eines Abends kam mir Frau Kügler auf der Treppe ent- gegen und bat mich händeringend, ihren Mann aus der Kneipe drüben zu holen. Es war nämlich Besuch gekommen und ihr Mann hatte„nur mal hinübergehen" wollen. Inzwischen war aber eine Stunde vergangen... Ich wollt« ihre Bitte nicht abschlagen und ging hinüber, mn zu sehen, was ich in diesem Falle machen konnte. Ich hatte kaum zu reden angefangen, als mich Herr Kügler schon auf«inen Stuhl an seinem Tisch zog und gutmütig lachte:„Sagen Sie meiner Alten, ich komme gleich. Ich bin schon da. Ein Bier noch. Trinken Sie eins mit? Zwei Biere noch, Ober!" „Um Gatteswillen!" dachte ich.„wenn Frau Kügler das sehen würde!" Ich sollte ihren Mann von hier wegholen und jetzt sitze ich hier mit ihm beim Bier. Aber um ihn überhaupt früher als sonst zum Aufbruch zu bewegen, mußte ich schon mittun und aus eine günstige Gelegenheit warten. An diesem Abend hörte ich eine merkwürdige Geschichte von ihm:„Acht Jahre wohnen wir hier, lieber Freund. Als wir damals einzogen, befand sich in diesem Loden ein Friseurgeschäft. So kam ich zum erstenmal hierher. Ließ mich rasieren. Dreimal wöchentlich. Und Haarschneiden. Wurde Stammkunde. Aber ander« Leute verstanden wohl besser mit eigenen Rasierapparaten umzugehen als ich, das Geschäft ließ zu wünschen übrig, obwohl der Friseur ein ordentlicher Mann war. Er geriet in Schwierigkeiten. Vielleicht hatte er auch nicht genügend Mittel hinter sich. Icdenfalls mußte er schon nach einem Jahre den Laden schließen und in eine andere Gegend ziehen. Sein Nachfolger machte hier einen Zigarrenladen auf. Na- türlich kmiste ich auch meine Zigarren in diesem Laden. Man ging schnell mal hinüber, wenn oben die Zigarrenkiste leer war. Es war ei» kleiner Spaziergang mit einem kleinen Schwatz bei dem Zi- garrenfritzen, ganz nette Gewohnheit, so nach dem Essen. Die Zi- garrcn waren gut, aber die Zeiten schlecht. Vielleicht waltet auch ein besonderes Verhängnis über diesem Laden, eines Tages zog es auch der Zigarrcnhändlcr vor, seinen Laden zu schließen.„Keine Laufgcgcnd!" sagte er und suchte sich einen anderen, belebteren Stadtteil aus. Jetzt war ich neugierig, wer nun den Laden über- nehmen würde. Der Mann konnte einem bereits leid tun. Vom Fenster meiner Wohnung aus konnte ich hinübersehen und die Zettel cm Schaufenster lesen:„Sofort zu vermieten!" Schließlich wurden auch diese Zettel wieder abgerissen, Handwerker bauten den Loden um,«in neues Firmenschild wurde angebrocht. Ein Schuhmacher zag ein. Wundert Sie es, daß ich eines Tages zu ihm ging und ihm ■meine Schuhe zum Besohlen brachte? Ich war nun einmal Stamm- kund« in diesem Laden. Ich kannte die Vorgänger. Kannte ihre Familie. Ihre Sorgen. Ich hatte schon im voraus für den Neuen Sympathie. Acht Jahre wohne ich nun hier und sah manchen Geschäftsmann auf der Streike bleiben: einen Geflügelhändler, einen Buchhändler, einen Schneider. Ich habe drüben die Gans zum Sonntag gekauft, und im Papierladcn habe ich mir mein Briefpapier besorgt, und den Anzug, den ich trage, hat mir der Schneider in diesem Loden gemacht. Glauben Sic mir, daß sich meine Gedanken oft mit diesem Laden beschäftigen, mit diesen Menschen, diesen Schick- solen? Ich sehe zuin Fenster hinaus und habe schon einen Aus- schnitt aus dem Ehaos unserer Zeit: den Laden drüben! Wie viele Leute versuchten h!«r ihr Glück und machten Pleite. Wie viele Kämpfe spielten sich hinter diesen Schaufenstern ob. Erst standen ein paar Blumen drin, zur Einweihung, und der Besitzer lächelte verbindlich, dann verschwanden allmählich die Bügelfalten aus seiner Hose, dafür bekam er Falten gemig im Gesicht, weil er die Laden- miete nicht mehr ausbringen konnte, ja, und eines Tages klebte dann älter Munde... ein Zettel an der Schaufensterscheibe: Laden sofort zu vermieten! Der Gcflügelhändler hat sich sogar erschossen. Die anderen zogen weiter. In ander« Stadtteile. Ob sin mehr Glück hatten? Drei Monate stand der Laden zntetzt leer und jeden Tag, drei Monate lang, habe ich mich gefragt:„Wer ist der Nächst«? Wie lange wird er sich halten? 3Bas wird man bei ihm kaufen können?" Vielleicht kommt wieder ein Friseur, hoffte ich, dann brauchte ich nicht mehr rüber zu Winkler, der mir nicht ganz sympathisch ist. Vielleicht ist's auch«in Lotteriegeschäft, Hab' ich gedacht, dann kauf ich mir ein Los und gewinne. So ist man auf einmal einem Zu- fall ausgeliefert. Zum Guten und zum Bösen. Aus Gewohnheft. Weil man acht Jahre diesem Laden gegenüberwohnt und manches erlebt hat. Weil man— alt geworden ist... Sie sehen ja nun, es ist kein Lotteriegefchäst eingezogen, son- dern ein' Budiker. Ich Hab mich hier rasieren lassen, mir meine Zigarren gekaust, meine Schuhe besohlen lassen und einen Anzug bestellt, ich trinke nun auch mein Bier in dem Laden. Als alter Kunde. „Trinken Sie doch aus, junger Mann. Noch zwei. Ober! Ober, hören Sie nicht? Prost, junger Mann, der Laden ist doch in einen: halben Jahr Pleite." Ich habe Herrn Kügler noch öfter in diesem Laden angetroffen. Cr saß immer länger drüben, je schlechter die Zeiten wurden. Manchmal wünschte ich, daß der Laden schließen müßte wie seine Vorgänger, aber er hielt sich länger als Schneider, Geflügelhändler und Friseur. Herr Kügler bekam einen Bauch und«ine rötlich glän- zende Nase. Er keuchte auf den vier Treppen zu seiner Wohnung. Frau Kügler sah man immer seltener. Sie mußte oft im Bett bleiben, da sie ein Gallensteinleiden hatte. Eines Morgens jedoch, als ich aus dem Hause trat, sah ich cnd- lich drüben den Zettel am Schaufenster:„Sofort zu vermieten!" Ein neu eröffnetes Ecklokal, ganz in der Nähe, hott« dem kleineren wohl das Lebenslicht ausgeblasen. Ich fürchtete, daß Herr Kügler nun das Ecklokal aufsuchen würde, weil er sich an das abendliche Trinken gewöhnt hatte, ober seit drüben der Laden leer stand, ging er nur selten abends fort. Auch hatte sich das Leiden seiner Frau verschlimmert. Ich sah nachts oft Licht brennen in der Wohnung. Gewiß konnte Frau Kügler vor Schmerzen nicht schlafen. Und ich mußte manchmal auch denken, daß Herr Kügler am Fenster stand und den leeren Loden drüben betrachtete. Auch ich war jetzt neu- gierig geworden, wer hier einziehen würde. Ausgerechnet ein Sargfabrikant mußte den Einfall haben, hier eine Filiale aufzumachen. Wir hatten wohl an alle möglichen Branchen gedacht, an diese gewiß nicht. Särge, schwarz«, braune. weiße, standen drüben hinter dem Schaufenster. Als ich Herrn Kügler auf der Straße traf, kam er mir sonderbar verändert vor. „Wie geht es Ihrer Frau?" srogte ich. „Sehen Sie nicht", flüsterte er.„Drüben! Ich werde bald einen Sarg kaufen müssen." „Unsinn!" lachte ich.„Er wird bald Pleite machen." Aber es war ein Jrrttim. Das Geschäft ging einigermaßen. Die Zeit braucht Särge. Auch Herr Kügler ging eines Morgens hinüber, um einen Sarg für seine Frau auszusuchen, die in der Nacht gestorben war. Sie hatte sich ja schon lange gequält. So hatte man ihren Tod eigentlich voraussagen können. Und doch war etwas Mystisches an diesem Zusammentreffen alltäglicher Zufälle. Und so erschüttert Herr Kügler durch den Tod seiner Frau auch war, als ich ihn an diesem Morgen aus dem Sarggeschäft kommen sah, konnte er ein kleines..werkwürdiges, ja, es sah fast aus wie «in Lächeln,. nicht unterdrücken.� Es war,.als wollte er sogen: „Siehst du, ich bin hier Stammkunde. Dagegen kann man nichts machen." Wenn das Sarggeschäft nicht bald Pleite macht, wird sich wohl noch Herr Kügler einen Sarg für sich selbst aussuchen. Hassent- lich läßt der Zettel„Sofort zu vermieten!" nicht mehr lange auf sich warten. Vielleicht zieht hier wieder«in Friseur ein oder ein Budiker, dann kann der graugewordeiw, einsam« Herr Kügler bei einem Glas Bier von alten, glücklicheren Zeiten plaudern. Nnchenwakd mutz ich durchqueren. Da entdecke ich den Wakd- baumläufer, wie er mit angcstclztcm Schwanz den Stamm empor- klimmt und mit seinem gebogenen Schnabel in alle Fugen tastet. Der kleine Buntspecht trommelt die Käferlarvcn aus einem dürren Ast. Und der Kleiber rutscht einen Baum herunter, den Kopf nach unten. Die Nacht rückt heran, die Krähen rudern in großen Scharen, um sich Schlafbäume zu suchen. Stockenten klingeln dem' Flußufer zu. Eine Kette Rebhühner prasselt empor. Ein Mäusebussard gleitet auf ruhenden Schwingen den Feldern zu. Der Mori» schimmert auf und das dunkle Kuwftt der Wald- käuze heult aus den alten Eichen herüber. Es wird wieder Frost geben. Ob alle die standhasten Wintervögel, die ich heute sah, einen warmen sicheren Platz für die Nacht gefunden haben? Kann sein, ■daß bald all ihre Nahrung eingeschneit ist. Morgen nehme ich Sonncnblumenkerne, Holunderbeeren und eine Speckschwarte mit hinaus. iniltelm 3>loog: Ein Mann ging vor mir durch den spätherbstlichen Morgen. Er hatte den schweren Schritt des Arbeitsmannes, der unter Lasten zu gehen pflegt. Derb war auch seine Kleidung, wie schwere Arbeit sie erfordert. Die Vorstadt log schon hinter uns. Wir gingen immer weiter — ich zwanzig Schritte hinter ihm, als hätten wir's verabredet. Der Wind pfiff naßkalt über kahles Feld. Krähen pflügten die Luft mit ihren schweren Schaufelschwingen. Ein Falke kreiste in der Ferne die Schlote der Vorstadt hoch. Die qualmten kaum: mancher lag kalt und tot. Der Mann blieb stehen und sah dorthin. Was sah er nach den Schloten? Da fing ich seinen Blick auf: der war voll stummer Qual. Kohlmeisen zwitscherten in kahler Hecke. Sie suchten Futter: noch fanden sie genug. Amseln flogen schreiend auf einen srischgcpflügtcn Acker. Dort war der Tisch für sie gedeckt. Ein Rebhuhnvolk war ausgeschwärmt und pickte eifrig. Der Arbeitsmann sah zu. Dann ging er weiter. Der Weg war»aß und schlecht. Weshalb ging er hier? Wozu? Ihn trieb's wohl nur so fort: vielleicht floh er gar vor sich selber. Sein Schritt war hart: sein Blick war stumpf, ging mehr nach innen als nach außen. Ich mußte ihm weiter folgen: er hielt mich wie im Bann. Dort fuhren Bauern den letzten Kohl vom Felde. Sie schwatzten, lachten. Ein Hund kläffte dabei herum, als habe er teil am Werke. Die Pferde stemmten sich ins Geschirr und liehen sich nicht erst treiben. Sie spürten die Frucht und kannten den Lohn der Arbeit. Wir aber schlenderten untätig im nassen Feldwege hin. Da kam mit einem schwerbeladenen Karren mühselig eine Frau den Weg entlang. Sie keuchte vor der Last; doch ihre Augen strahlten Eifer. War's auch nur Plunder, was sie fuhr; es war Vcr- dienst und Arbeit. Der Arbeitsmann blieb stehen— nachdenklich erst. Doch plötz- lich flammte Zorn in seinem Blick auf, Empörung. Wild sah er um sich. Was ging in ihm vor? Da riß er— gierig, wie ein Falke auf Beute stößt— der Frau den Karren aus der Hand mit Fäusten wie mit Eiscnzangcn. Er wollte Arbeit! Man sah's aus seinem Blick. Er hatte Fäuste— Kraft! Er hatte Lust zu schaffen! Hund, Pferd und Bauer hotte er angeschen. Alles Getier in seinem Tun. Jetzt wollte er endlich selber zupacken. Der Karren schlitterte hinter seinem breiten Rücken her.. Er zog ihn spielend, als sei es ihn: eine Luft. Die Frau folgte ihm leicht und froh, der schweren Last für eine Strecke Weges ledig zu sein. Er sprach kein Wort mit ihr. Schweigend war es geschehen, und schweigend schritt er jetzt dahin, als fei es sein eigener Karren. Er achtete der Frau nicht— nur der Arbeit. Und ich?... Zwei Menschen waren von ihrer Last befreit... Ich sah den beiden nach. Als sie schon lange meinem Blick entschwunden waren, stand ich noch immer— inmitten einer Pfütze — und träumte in die Ferne. Ich freute mich für die Frau, daß sie so leicht und froh hinter ihrem Karren gehen konnte: ich freute mich für den Mann und folgte ihm in Gedanken. Dank wird er ernten, einen frohen Blick. Dann aber-- wird er gehen.-- Und was wird morgen sein? SHidier-Mautfe in England Niemals sind in England soviel Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt vor Weihnachten zu finden gewesen als in diesem Jahre. Während des letzten Monats wurden mehr als 1000 neue Bücher von den Verlegern herausgebracht. Während bei uns die Zahl der Neuerscheinungen beträchtlich zurückgeht, erscheint also England von dieser Einwirkung der Wirtschaftskrise noch unberührt. Ja, man behauptet dort, daß die schlechten Zeiten die Menschen mehr und mehr zu den Büchern hinführen und sie in ihnen die billigsten und am längsten währenden Freudenspender erkennen lassen.„Je weniger man in Gesellschaften geht, je mehr man die rauschenden Vergnügungen der Oeffcntlichkeit meidet," so erklärt ein Buchhändler,„desto größer wird die Sehnsucht nach einem guten Luch, das einem über die einsamen Abendstunden hinweghilft und das 5)sim erst recht gemütlich und warm gestaltet." Neben den Werken der Klassiker sind auch Bucher lebender Erzähler in billigen Ausgaben verbreitet, die ein großes Publikum anlocken. Auch für den Geschmack der Kinder ist reich gesorgt, doch sind in diesem Jahre weniger Märchenbücher und Abenteurergcschichten erschienen, als Schriften, die der Jugend wissenschaftliche Belehrung vermitteln. Zum„Fest der Liebe". In einem französischen Departement des Ostens werden zur Zeit Gasmasken als„ideale Weihnachts- geschenke" warm empfohlen. Eine imposante Sammlung dieser Gegenstände ziert beispielsweise das Schaufenster einer der führen- den Drogerien der Stadt Charleville. �luf einem großen Plakat liest man die folgende Empsehl»ng:„Schutz der Zivilbevölkerung gegen den Gaskrieg. Schränken Sie Ihre Ausgaben, die Sie an- gesichts des Festes zu machen gedenken, etwas ein, und kaufen Sic eine Gasmaske. Sie wird sich als die beste Anschaffung erweisen, die Sie je gemacht hoben. Aber warten Sie mit dem Kauf nicht bis morgen! Lossen Sie sich sofort eine Maske verpassen!" Die Notiz erscheint im Rahmen einer Sammlung von Gasmasken aller Größen, daneben sieht man Photographien von Familien, deren Angehörige ausnahmslos die Maske tragen. Auf dem Londoner Teeniarkl werden 800 verschiedene Arten Tee verkauft. Das Teemischen ist ein sehr schwieriges Geschäst, da eine Marke oft aus 2l1 verschiedenen Arten besteht. Verantwortlich fiir Volitik: Vtrtor Schiss; Wirtschaft: S. Sliaarlliiiser: Dcwcrkfchaftsbcwcauna: I. Strivcr: ssenillcton: Dr. Job» Schikowsli! Lokalrs und Eonstiacs: Kritz Narftädt; Anzriae»: Tt,. Glocke; siimtlich in Berlin. Verlaa: Vorwarto-Perlaa®. ni b. Ö., Berlin. Druck: Borwärto-Buchdruckerei und Verlazoan stall Paul Singer u. Co.. Berlin SW. k«, Lindenstroge 2. Hier,» 2 Beilage». dlichard Qerh Der Frost hat die Haubenlerchen vor unsere Tür getrieben. Den gestreckten 5törper schieben sie steif und fast unbewegt durch den Scheeflockenwirbel, während die Läufe so schnell vorwärts sausen, daß ich das einzelne Bein kaum noch unterscheiden kann, wie man ja auch den angekurbelten Propeller nicht mehr sieht. Der Winter hat die Tiere aus den Einöden an die Ränder der Stadt gezogen: denn von den fortgeworfenen Abfällen ist für sie manches noch genießbar. In den Laubengärten schilpt und schimpst eine Horde Spatzen, sahlgraue aufgeplusterte Federbälle. Eine Amsel, schwarzleuchtend über dem Weiß der Erde, schleudert mit den Füßen Laubsetzen hinter sich, fährt hastig mit dem Schnabel zu und macht dann mit gesenktem Kopf, dem Boden angeschmiegt wie eine rennende Eidechse, ein par gewaltige Sätze, schön in ihrer Erregung. Die Grünlinge locken kreischend in den kahlen Kronen der Platanen. Gegen den Himmel sehen sie schwarz aus, aber sie tragen ein ssegrüncs Kleid, mit einem kanariengelben Zierstreifen an den Armschwingen. Sie sind die häufigsten Uncherstreifer in den Baumwipfeln der Borstädte. Am Waldrand empfängt mich Meisengeläut. Das pfeifende Stakkato des Kohlmeisenliedes ist wie der erste zaghafte Sonnen- strahl, der durch die grauen Winterwolken bricht. Ich folge dem Ruf. um auch die flatternde Leichtigkeit ihres Fluges zu sehen. Eine ganze Gesellschaft Hot sich zusammengefunden: Kohlmeisen mit quittcngclber Brust, blauschwarzer Koppe und einem schneeweißen Dreieck auf den Wangen-, kleine und zierliche Blaumeisen, dottergelb die Unterseite, himmelblau der Scheitel: Sumpsmeiscn, schlichtgrau der Rücken, weiß der Bauch, und Kopf und Kehle wie mit Schuh- wichse blank schwarz geputzt:«uch die holdesten Zwerge des Woldes schcweben mit von Baum zu Baum: Goldhähnchen, silberne Fäden aus ihrer Kehle wispernd, huschend und fatternd, zupickend und rüttelnd,— wie glühendes Metall funkelt der Streifen auf ihren Köpfchen: der große Buntspecht, hämmernd und pochend, wandert im Fluge mit. Eine buntzusoimnengewürfeltc Gesellschaft, durch den Wald hinklingend und schlüpfend. Nun entferne ich mich weiter von den Wohnsitzen der Menschen, tiescr wird dos Schweigen um mich, seltener bringt«in Vogelruf durch die Stille. Ein traumhaft flüsternder Gesang steigt einmal aus den Schlehdornbüschen. Ich blicke hin. regungslos hockt da ein fetter Gimpel, wie sestgewachsen, nur die Kehle zuckt und zittert bei seinem heiseren Bemühen. Sommerlich zarte Farben schmücken sein« Brust, Himbeerrot, das ollmählich ins Weißliche oerfließt. Die kleinen Füße sind fast ganz im weichen Gefieder versteckt. Ein ver- wunschener Sänger im Winterwald. Jetzt aber schrillt ein garstiges Schreien aus den Föhren. Das sind die Eichelhäher die ratschend und raubend durch den Wald r aus- dringt aus den lichten Bäumen. Das sind die Pfannenstielchen, Meisen mit einem Schwanz, der ebensolang ist wie der ganze übrige Körper. Ihr weißschwarzes Gefieder ist rötlich überhaucht wie vom Abendlicht. Ein starengroßer Bogel von der Farbe der Schneeschmelze, weiß, grau und schwarz, mit kurzen Flügeln und scharfem Schnabel, schwingt sich im zuckenden Auf und Ab vorbei: der Raubwürger, ein Bogel, den man nicht oll« Tage sieht, ein Räuber, der Krallen und Schnabel wie ein Falke gebraucht. Die Goldammern in der Ackerfurche stieben auseinander� als sie ihn gewahren. Die schwarze Front. Ein Verzweiflvngsprodvtt des zerfallenden Mittelstands. Vcm Otto Friedlaender. Unter dem Sammelnamen„Faschismus" werden in der üb lichcn Redeweise antidemokratische Kräfte zusammenzefaßt, die aus « den verschiedenartigsten Quellen gespeist werden. Um Herrn Hilgen- berg, um die Deutschnationalen, die Splittergruppen der bürger» lichcn Rechten, Wirtschaftsverbändc, Innungen und den Stahlhelm gruppiert sich die soziale Reaktion, während Teile der na- tionalsozialistischcn Bewegung, insbesondere solche, die dem Deutsch nationalen Handlungsgehilfen-Berband, dem Jungbauerntum und der Studentenschaft entstammen, weit eher die Rebellion des M i t t e l st a n d e s verkörpern. Di- jüngere Schicht der Angestelltenschaft und des gesamten rebellicreirden Mittelstandes überhaupt sucht, nachdem das Be wichen, der Proletarisierung durch«ine Akademisierung zu ent gehen, mit dem Steigen der akademischen Arbeitslosigkeit und dem Uebsrangebot akadennfcher Kräfte in Deutschland, als Irrweg er- kannt ist, nach neuen Auswegen, wie sie etwa der politische Aeschet Möller van den Bruck bereits vor Jahren in seinem Traum vom Dritten Reich geträumt hat. In dem Maße aber, in dem die offizielle nationalsozialistische Bewegung fürs erste den Ten denzen der sozialen Reaktion ihrer Geldgeber zu entsprechen sucht, werden die beweglichsten Geister dieser Bewegung enttäuscht. Und so hat sich bereits im September auf einer Tagung in Mitteldeutsch- iand ein« neue Gruppierung unter dem Namen„Die schwarze Front" vollzogen. Diese Gruppierung ist vorläufig zahlenmäßig nach schwach. Bei der Bedeutung aber, die ideologische Zentren bei der wirtschaftlich so wenig einheitlichen Schicht des Mittelstandes besitzen, ist es nicht angängig, an dieser Neubildung achllos vor- überzugehen. Vorläufig freilich sieht es bei denen, die sich in der Burg Lauenstcin zur„schwarzen Front" zusammengefunden haben, noch recht vielgestaltig aus. Reben Leuten, die aus der Ursprung- lich unpolitischen„Jugendbewegung" hervorgegangen sind, wie Herrn Eschmann-Dingräve, und dem mit Siedlungsaufgaben be- trauten Herrn von Enderlein aus dem jungdeutschen Lager, findet sich als stärkste agitatorische Krast Otto Straßer. der abtrünnige Bruder Gregors, der auf Grund einer eigenartigen Geschichtskonftruktion im Gegenspiel von Ich-Jdee und Gemein- schasts-Idee wieder ein Zeitalter des Gemeinschaftsgeistes, aber in den Formen korporativer Staatsauffassung und militärischen Geistes aufkommen sieht und zusammen mit einem alten politischen Lands- kriecht, wie dem Küstriner Putschmajor Buchruckcr und manchen Führern der Bauernrcvolten, die alte schwarze Fahne des Bauern- krieges unter neuen Parolen, aber mit der gleichen aussichtslosen Romantik zu hisien trachtet. Am interessantesten aber sind in diesem Kreise diejenigen Leute, die sich um die einst lediglich sozial-ethisch und religiös betonte Zeit- lchrift des Dicderich-Verlagcs„Die Tat" geschart haben und ins- besondere in intellektuellen Kreisen und auch in solchen, die politisch und wirtschaftlich nicht einflußlos sind, Gehör finden. Neben Hans Z e h r e r. dem ehemaligen außenpolitischen Redakteur: der„Vossischen Zeitung", steht hier in vorderster Reihe ein Anonymus Ferdinand Fried, der in einem sensationell„Das Ende des Kapitalismus" betitelten Buche eine geschickte und kluge Art von Wirtschaftskolportage treibt, die in verzweifelten > Zeiten, wie den unseren, auf willige Leser stoßen kann. Herr Fcrdi- nand Fried, der wie aus dem Stil ohne weiteres ersichtlich ist. in der„Schwarzen Front" unter dem Namen WendelinHippler schreibt, ist unseres Wissens identisch mit dem Handelsredakteur i er„Berliner Morgenpost". Herr Ferdinand Fried alias F ri e d rrch Zimmermann bringt es fertig, in ollen drei Organen die gleiche Meinung in einer Tonart zu vertreten, die vom harmloseste» Moll -.um kämpferischsten Dur wechselt. Heißt es in der„Morgenpost", daß eine große Tat erwartet werden müsse, wenn es gelingen solle, die ouseinanderbröckelnden Teile der Welt mit oder ohne Gold wieder zusammenzukitten, so wird in„Der Tat" wesentlich pessimistischer die Gefahr einer völligen Auflösung der Welt- Wirtschaft ausgemalt, während in der„Schwarzen Front" bereits die Inflation als eine unvermeidliche Tatsache angekündigt und das „Saufen in den Abgrund" mit Prophetenstimme verkündigt wird. Gegenüber diesen Schwarz-in-Schwarz-Malereien nimmt sich allerdings das Zukunftsprogramm des Herrn Ferdinand Fried einigermaßen dürftig aus. Planwirtschaft und Ver- staatlichung nebst Außenhandelsmonopol, Kontrolle der Agrarwirt- schaft und andere der sozialistischen Gedankenwelt entnommene Rezepte einen sich mit der typisch mittel- ständlerischen Forderung auf Aufhebung der Gc- Werbefreiheit, dort, wo sie den Jnnungspatrioten nicht paßt, und mit- einer besonderen Schutzpolitik für den kleinen und mittleren Unternehmer. Das Kernstück dieser Ideologie ist aber die Sehnsucht nacki einer Selbstauskreisung Deutschlands aus der Weltwirtschaft in Gestalt eines autarken„Zwischen- e u r o p a". Selbst wenn dieses„Zwischeneuropa" nicht nur eine Neuauflage des Naum annschon Mitteleuropa würde, wenn es also neben Deutschland und den Nachfolgestaaten des alten Oesterreich auch die baltischen Länder und den Balkan umfaßte, würden immer noch nicht mehr als etwa lS Prozent der deutschen Einfuhr und Ausfuhr davon betroffen, das hieße aber, da in unserem auf Veredelungsproduktion, also auf Import von Rohstofsen -und Halbfabrikaten und Export von Fertigwaren großenteils an- gewiesenen Land« ein überwiegender Teil der arbeitenden Bevölke- rung direkt und indirekt vom Welthandel abhängig ist, unter der D Glocke der Autarkie ein weiteres Wirtschastssterben propagieren. Kann man schon den von kommunistischer Seite öfters gehörten Wunsche einer Angliederung Deutschlands an die großen Gebiete des Ostens nur mit tiefer Skepsis gegenüberstehen, so ist dieses „Z w i s ch e n e u r o p a" nichts anderes als die Zwischen» lösung einer an ihrer Zukunft verzweifelnden ökonomischen Zwischenschicht. Die ganze Unklarheit dieses Denkens, das mit dem ökoiwmr- schon Liberalismus zugleich das ganze geistige Erbe einer liberalen Gedankenwelt zerschlagen möchte und Gefahr läuft, alle wertvollen Traditionen des westeuropäischen Humanismus, der Aufklärung und der deutschen Klassik mitzuvernichten, um dafür einen Kasernen- hos der öffentlichen Weinung einzutauschen, erhellt schon aus der völlig unzureichenden Kritik an unserer eigenen Bewegung. In ihren praktischen Forderungen, ebenso wie in ihrer theoreti- schen Begründung ist also die„Schwarze Front" sehr unzureichend untermauert, um so merkwürdiger die anmaßliche Sprache, um so erstaunlicher der Erfolg, der nur aus der Wirrnis des in Verzweiflung getriebenen Mittelstandes zu er- klären ist. Klar und eindeutig erwächst daraus für uns die Forde- rung, auch diesen Schichten zu sagen, was wir nicht nur taktisch verteidigen, sondern was wir grundsätzlich wollen. Es genügt ncht zu sagen:„Gebt uns die Macht", wir müssen auck, sagen, wofür wir sie fordern. Tun wir das stärker als bisher, dann wird die Verzweiflung nicht die Menschen dorthin treiben, wo die schwarze Fahne der Nacht und der Traumzeiten weht, sondern dort- hw. wo da« rote Bonner«ine»«men Morgens grüßt. Oer polizeimajor. Diesem Major Lewii wurden vom Minister prompt die Leviten gelesen... Oer Naziverrat an Güdtirol. Ein Schandfleck für die deutsche Sache. Innsbruckcr Hakcnkrouzler hoben eine chrrstlichsoziale Versammlung gesprengt, die sich mit dein Verrat der gekncchtc- ten Deutschen des zu Italien geschlagenen Südtirol durch die Hitlerci beschäftigte. Dabei riefen die Hitlerianer „Südtirol verrecke!" Der christlichsoziale Abg. Dr. Kolb hat in einer zweiten Ver- sammlung dieses Verhallen der„M ussoliniknechte" angeprangert. Streng legal, wie sie sind, wollen aber die Faschisten nicht dulden, daß das Tiroler Volk über ihren Volksverrat ausgeklärt wird. Darum hatte sie am Donnerstagabend zu einer sozialdemokratischen Versammlung in stufsleiu Spreng. koloonen bis aus Rosenheim in Bayern, dos gut eine Schnell. zugsstunde entfernt ist, herangezogen. die gleich bei Beginn der Bersammbmg gewalttätig wurden. Natür- lich liehen sich unsere Genossen nicht wehrlos mißhandeln; es gab zahlreiche Verletzte. Nazis in der Wiener Polizei. Dl« freie Gewerkschaft der Wiener Polizei hielt am vergangenen Mittwochabend«ine Branchenverscunmlung ab. Der antisozialistische „Wirtschastsverband" rückte zur Störung der Versammlung mit den jungen Polizisten jener„Alarmabteilung" an, die nach dem Blutbad des 15. Juli 1327 geschaffen wurde, vom Straßendienst frei ist, dafür aber mit Mi l i t ä r wa f f c n und Straßcnkanrpfmitteln exerziert. Diese Truppe lärmte zuerst, dann lxgann sie Hitler- L i« d e r zu grölen, dabei mit F a s ch i st e n g r u ß aufzustehen und schließlich mit Hilfe eines herbcigehollen— Quartetts Wiener Äneiplieder zu„singen", wobei reichlich Bier vertilgt wurde. Die erst nach vielen Bemühungen der Versammlungsleiwng hingeschickte uniformiert« Polizei griff nicht ein. Als um Mitternacht die vereitelte Versammlung geschlossen werden mußte, begleitete die Polizei die Mitglieder der freien Gewerkschaft ein Stück Weges. Das N a z i t u m in der Bürgerkriegstruppe der Wiener Polizei ist erwiesen. Nothilfe der Nathausmarxisten. Der Andrang um Bezugsscheine für die Wiener Winterhrlsa (Essen in dazu gemeldeten Gasthäusern, öffentlichen Küchen und Prioathäusern oder für Nohrungsmittelpaketc) war am ersten Tage der Aktion so stark, daß viel« Bewerber stundenlang anstehen mußten. In langer Ueberarbell der Fürsorgestcllen sind an diesem einen Tag und bei genauer Prüfung der Bedürftigkeit schon 50000 Berechtigungsschein« ausgegeben worden. Lex Strafella. Wien. 4. Dezember.(Eigenbericht.) Der Nationalrat hat das sogenannt« Strafella-Gesetz beschlossen. Es bewirkt, daß die Pensionsoerträge mit dem von der Staotsstreichregierung Vaugoin-Starhemberg ernannten und in- zwischen abgesägten Generaldirektor der Dundesbahnen S t r a f e l l a und seinen Freunden aufgehoben werden. Schnelltanks und Jagdflugzeuge. LlLeute als Betriebsstewde und die Nazizelle des Herrn Wittler besetzt. Die Herr- schaftcn wittern Morgenlust und glauben, den Betrieb erobern zu können. Der Referent, angeblich ein Taxichauffeur, ver- suchte in zweistündigen Ausführungen über das Thema„Welchen Weg zeigt der Nationalsozialismus aus Lohnabbau und Erwerbs- losigkeit?" zu reden, hiell jedoch eine üble Hetzrede gegen die SPD. und zum kleinen Teil gegen die KPD. Unser Genosse Dresse l trat diesem Helden in drewiertelstündiger Diskussionsrede Wirkung?- voll entgegen, worüber wir noch weller berichten werden. Erste Vlutbilanz des japanischen Imperialismus. Roch einer Mitteilung des Kriegsministeriums betragen die Gesarnlverluste der Japaner fett dem Beginn des mandschurischen Konslilles am 18. Sep- tember 210 Tote, darunter 12 Offiziere, und 473 Verletzte, darunter 27 Offiziere, Bei der Vereinigten Saar-Elektriziläts-AHtien- Gesellschaft in Saarbrücken(VSE.) ist sofort die Stelle eines Dipemors rnill vmlMiWliM zn besetzen. Fachmänner aus dem Gebiete der Elektro- wirtschaft mit abgeschlossener Hochschulbildung und langjähr, praktischer Tätigkeit in gleichartiger leitender Stellung wollen ihre Bewerbungen unter Angabe ihrer Gehaltsansprüche und Einreichung eines genauen Lebenslaufes und eines Lichtbildes bis zum 31. Dezember 1931 an den Unterzeichneten einreichen. Es kommt nur Anstellung auf Privatdienstvertrag ohne Pensionsversorgung in Betracht. Die Vereinigte Laar- Elektrizität«- A.-G. versorgt fast das ganze Saarkohlengebiet mit Strom und wird im Kalenderjahr 1931 einen gesamten Stromabsatz von rund 60 Millionen kwSt. haben. Saarbrücken, den 2. Dezember 1931. Oer Vorsitzende des Aufsichtsrates der Vereinigte Saar-Elektrizitats-Aktien-Gesellschaft Dr. Heikes, Oberbürgermeister. Am a Stjembft verschied nach langem schwerem Leiten unsere liebe. gute Muster. Lchwiege.rnmtter.- und. meine Oma Mldelmme Kapalle geb. Brüning Dieses zeigen lieft esrübt an Ernst Bollfahn n. Fran Frieda, geb. Kapalle Wilh. Lavin n. Fran Mieze, geb. Kapalle Gerhard Lavin Charlotten turg, 4 Dezember 19Z1 Knoteistoriitr 98 Die Einäscherung findet am Diens» lag, bem 8. Dccmbct, nachm. Z Uhr, im Arematorium Wilmersbors fialt Ilisotsr, Uditspisls usw. flaats Theater Sonnabend, den 5. Dezember staatsoper unter dan Linden 20 Uhr Boheme Staatüdumpienuiis GnjjncniBirkL 20 Uhr WaliensfelDS Tod Schiller-Theater Ciirluttenlnig. 20 Uhr Die MitsdiDldigen Hierauf: Balielt der Staatupar Ttgl.» u. 8Vi Uhr NONI UND HORACK LOUU BEHdVENTE a PIERROTYS LS BLAN DU CHARME 4RAY >ellm.MgerViiilerlert PtAZA Hol. 5 u. BIS Uhr SIDS. 2, S.»u U. Der Graf von Luxemburg Operette tou Frans Leh4r öeotsüies Theaiei s Uhr Ge�diimten aus dem Wiener Wald von Oedön Horvalh Regie; Bein: Bilpert Die Komddie 8Va Uhr Jemand von Franz Alolnar Regie; Gustaf Grtlnilgens mit Ulbert Bassennann niBtropoi-iheaier Täglich S'U Uhr Die Blume von Hawai Preise ron 50 PI an stg tw, 5 u. 8' i Ulli Thealer im Admiralsoalast Täglich SV* Uhr Die Dobarry mi» Gitta Aipar Preise v. 0,50 M an WintRr • Qarten• 1.15 Diu Flora 3434 Randien er IM Das beliebte Clown-Trio Barraceta ßsovsky-Ballett, Luisita Leers „Paolo" der jongste Ball-Jongleur usw Sonnabend und Sonntag je 2 VonlelhnigeD 4 Uhr u. 8.15 Uhr. 4 Uhr kleine Pr. WM MetallaiDeüer-lfMd Vcrwaltungsslcllc Berlin Todesanzeige Den Mitg liebem zur Nachricht. tag unser Kollege, ber Klempner Brnst Sekrodsek am L Dezember gestorben ist. Ehre seinem Andenlen! Die Beerdigung findet am Sonn» abend, dem b. Dezember, nachmittags Vit Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Ialobi-Kirchhofes in Nenlöll» aus statt. Rege Beteiligung wirb erwartet Die Ortsverwelhnsg eisu �Betten Kinder Polster. ChslasL, an Jeden. Teil* Katalog trsA. EleenmöbsUabrlk Sohl CTtLSam Wdri&lm ittcjlt- Planetarium am Zoo— 5, 7. 9 Uhr Film umROnigsee and Watzmann 3 Uhr nardieniilni Montag abds 9 Uhr Wilhelm Poegen: Stimmen der Vülkcr Eintritt 1 Mark. GROSSES SCHAUSPIELHAUS TÄGLICH 8 UHR Voffmanns Erzählungen MAX REIIVHABDT INSZENIERUNG Vorverkauf ununterbrochen SlädtsOper Charlottenbnrg BismarcksttaBe 34. Sonnabend, 5. Dez. Turnus III Anfang 1930 Uhr Aida Ende gegen 23 Uhr »VsUbrCASlNO-THEATERow Lothringer Strafte 37. iiinMmtmiiiiiiiiiniiMiiiiiiiiimniiiiiiniiiMiiMiiimfmitmmini Wieder ein neuer Schlager! Venn Kinder tielraten Dazu das giofte Fest-Programm I Kdlth Bach. Die Rundfunknachtigall. Burling; n. Berty, Gesang u. Tanz, Chang-Tec-See, Chinesen-Truppe. Gutschein 1-4 Personen: Parkett 50 PL, Fauteuil I.— Mark. Sessel 1.50 Mark. Snnnibinil 5 Kid Sonntag mm. 11 Udr Kindermärchen 1)0 tilbsme Taimnizapfin Rose-Theater Cnlli Fmlfortn Strde 13? Iii. Wiidntl E 7 3422 6 und 9 Uhr Die Keusche Susanne kcfonaers «Irksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in deröesamt autlaze des .Vorwirts" und trotzdem iibuiutn Reichshallen-Theater ibeinls B Udr, Sonntag nadmittag 3'/, Utir Stettiner Die neue Burleske .Der arme Kasemir" NaiiuDtttagi Haid« Preis«, nfkt Programm I jWMM BETRIEB /«H KEMPIMSK14J VoiKsbUhne Theater am miovplatz 8 Uhr Lilrom Staat!. Sdiiller-Iheatar Ballett der Staatsoper UiMMöW Theater desWestens Täglich S'it Uhr Der Vogelhändler Ahlers, JSken, Morgan, Carola, Preist d.Plätzev.50Pf.aD Sonntag'/-3, 5 u. 8V. DerVogelhSndler Theater am Nollendorfplata Rijii: Heinz Sttnborg Täglich 8V. Uhr Sonntag 4V. Uhr Basparone Heute 4 Uhr Sonntag 2 Uhr Xnodit Boppredils Fahrt ins Märdieoland Doppellos« l«m RM. Porte und Uete 30 Pfg.«xtre 143 696 Gewinn# und 2 PrXmlen im Gesamtwerte von RM. SOOOOO Höchstgewinn auf ein OoppeU los im Werte von RM. so ooo Höchstgewinn suf ein Einzellos im Werte von RM. 3P OOO 2 Hauptgewinne im Werte von Je RM. 20 000 2 Hauptgewinne im W#rt# von Je RM. 15 OOO u. s. w. U.S.W. mit 10 Losen mit 20 5 RM. Losen 10 RM. Sftrrttfch# Ctewlnne werden#uf Wun#ch mit PO Procent auegecehit. Lose zu haben bei den Kreisleiterinnen der Arbeiterwohlfahrt, Verkaufsstellen der Konsumgenossenschaft, Votwärts- Filialen. Wenheim. Singer u Herrn. Tietz Allgemeine OrtsKrankenkasse für den Vervralhnigzbezirk XI der Stadt Berlin ScfaSnebcrg-Fi iedenan Am Slontog. bem 14. vezernder 103t. nbenbs 7 Ahr. findet im«nfc Kchöneherg, Hnnpfflrndr 23 24, eine Aussehua- Sitzung statt, zu der die Lluslchußmitgiieder hier- mit eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Dortrag über tbewerbekranfheiten. 2 Bericht iider die Geschäftslage. 3. Nachdewilligungen zum Haushaltsanschlag für bas Jahr IgZl 4. Hanshaitsanschlag für da» Jahr 193i 5. Wahl der Prüfer der Jahres- rechnung 1931. 6. Bereinigung von Allgemeinen Orts- Irontttttaffcn. 7. Kassenangelegenheiten. Berlw-Schiinederg. den Z. Dezember 193L ßn Bocflanb. A. Schuidt. Boifitzender. £ind€m! Eröffnung der neuen Nähmaschinen-Niederlage im Hause des Gesamtverbandes Berlin, Engelufer, Ecke nichaelkirchplatz heute 2 Uhr Lindcar Fahrradwerke A6., Berlin-Lichtenrade Unternehmen der freien Gewerkschaften | uerKauie| Lesen, eiserne, jeder Art, Teilzahlung, Irans- portable Kachel- äfen, Badewannen Kessel hfen. Koch- Heede, Repara. iueen. Die alle ssirma Semmler u Blenberg, Dresde- nerstraße SS.' Linoleum Szillai. Kolonie. Ilrage 9. kiniilitngzslllckg. Wüzciis llstv. li[litliDryerlin-&esQn(llirDnne!i DerKongrsBianzl mit LUian Harvey.WIlly Frits cfa Conrad Veldt, LU Dagover Bühne: Lidla Walterstein Hobe Schule im Wandel der Zelten ArcartoNeapoiUaner Italtenlscties National-Orchester Günstiges Siedlungsgelände an der Heerstraße bei Staaken (Amalienhof, am Magistrat sweg und in Seeburg b. Staaken)— Landbank, Berlin SW 11. Dessauer Str. 39/40, Kurfürst 9946. Verbindung: Magistratsweg üb. 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