Nr. 156. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. tu der Post Beitungs- Preisliste = für 1896 unter Nr. 7277. Norwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Xut 1, Nr. 1508 Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Bivilisation. Dienstag, den 7. Juli 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: So der leitende Staatsmann von Japan. Wir möchten| Orleans für eine jährliche Pension verschachert. Der junge einmal einen der leitenden Staatsmänner Europa's, 3. B. Herzog von Orleans ist ebenso in der Klemme wie die Geistlich Ueber die europäische Zivilisation und über den Kultur- einen deutschen im Gespräch mit ihm sehen und hören, Gott der Kriege ihn wieder auf den Thron seiner Väter sehen feit: er ist rathlos. Bleibt er ruhig in der Erwartung, daß der werth der Religion hat sich einem Korrespondenten wie er seinem atheistischen Kollegen beweist, daß die dem Gott der Kriege ihn wieder auf den Thron seiner Väter sehen der„ Daily News" gegenüber der leitende Staatsmann Christenthum zugethanenen Staaten mit ihren 24 Millionen werde, so geräth er in Vergessenheit; er muß sich also irgendwie bemerkbar machen, er muß handeln. Aber das Vorgehen Japans, Marquis Ito, dem hauptsächlich die moderne bis an die Zähne bewaffneten Soldaten und ihren Millionen eines Brätendenten in dieser tapitalistischen Welt wirkt, wenn es Umgestaltung seines Vaterlandes zu verdanken ist, in fol- Prostituirten und den ungezählten Geldsäcken, Geldsäcken, die nicht im Parlament stattfindet, nur lächerlich, und er ist aus gender sehr bemerkenswerthen Weise ausgesprochen: 200 Millionen Proletarier ausbeuten, eine höhere Kultur Frankreich ausgewiefen. Er versuchte sich gegen dieses " Es ist ein Irrthum zu glauben, wir seien ganz vertreten, als der japanische Atheismus. Herrn Jto aber Scherbengericht aufzulehnen. Als er mündig geworden im Bann der westlichen Kultur und hätten unsere rathen wir, wenn er nach Deutschland kommt, sich sehr war, überschritt er die Grenze und verlangte als Soldat eigene Kultur aufgegeben. Japan ist weit von einer Ent- vorsichtig auszudrücken. Aehnliche Worte, wie der japanische mit den jungen Männern feines Alters in das nationalisirung entfernt, und wünscht seine historische Kontinuität Staatsmann sie gebrauchte, auf den Krieg angewandt, Seer eingestellt zu werden. Ein Polizeikommiffar nahm ihn zu bewahren. Das ist für die Japaner um so mehr Pflicht, als beim Kragen und ließ ihn ins Gefängniß sperren, wo er sich in sie sehen, daß die europäischen Völter feineswegs haben dem Schreiber dieser Zeilen drei Monat Gefängniß den plattesten Albernheiten erging, nur um wieder die freie Luft beffer, fittlicher und ebler find, als die eingebracht. athmen zu können. Dieser alberne Dummejungenstreich brachte ihm nur den schönen Spitznamen Gamelle") ein wegen seines unerfättlichen Appetits eine Eigenschaft, mit der die Natur alle Glieder des Hauses Bourbon erblich belastet hat. Dazu tommt, daß diese Anwandelungen zum Handeln den alten Orleanisten unbequem sind, die nicht wünschen, daß man viel Aufhebens von ihnen mache, und die, nur um mit der repu blikanischen Regierung in Frieden zu leben, der Meinung sind, ihr König solle weiter in partibus infidelium**) herrschen. " Die französische Klevisei in Möthen. Es blieb also der Geistlichkeit nichts weiter übrig, als sich den Thatsachen zu fügen, die Republik anzubeten, die bis zu diesen Tagen für sie der Gipfel aller Schändlichkeit gewesen war, und das Bolt zu umschmeicheln. Doch gerade da liegt der Hafe im Pfeffer. Wie kann man die Gunst dieses viel- Millionen- köpfigen Herrschers gewinnen? Japaner." Dabei wies Jto besonders auf das in Waffen Ja, wir haben es in der Kultur herrlich weit starrende Europa und auf die Bestrebungen der gebracht." europäischen Völker hin, einander die Rehlen ab. zuschneiden". Aber auch abgesehen davon, macht sich nach Ito's Versicherung die Reaktion gegen das allzu schnelle Vorgehen vor zwanzig Jahren geltend, und die jüngere Generation steht bei weitem weniger unter dem Einfluß westlicher Ideen, als jene, welche damals aufwuchs. In sehr bemerkenswerther Weise äußerte sich Paris, 3. Juli. Jto über die Frage, ob die Erhaltung der Religion im Die französische Geistlichkeit fucht ihren Weg nach Damaskus. öffentlichen Interesse liege. Sein englischer Besucher sprach So lange ein König oder Kaiser an der Spitze des Staates nämlich sein Bedauern darüber aus, daß man es in Japan mit stand, war ihr die Rolle vorgezeichnet: fie diente knechtisch der religiösen Bräuchen und dem Glauben nicht sehr genau nehme. taiserlichen oder föniglichen Mehrheit einerlei welcher. War Darauf bemerkte Marquis Jto lächelnd etwa folgendes: Die diese Mehrheit es doch, die alle Dienste bezahlte, jede Gunst meisten Japaner ziehen vor, nach Vernunft, vertheilte tura Vortheile bot, deren Genuß aus feder Hand Wissenschaft und nach dem, was sie mit willkommen. ihren Sinnen fassen tönnen, zu leben. Ich habe Aber die Republik des allgemeinen Stimmrechtes brachte den Die Pfaffen sahen die Sozialisten an der Arbeit und sie bes Duldung für alle Religionen durchgeführt, Klerus aus dem Geleise seines alten Dienstverhältnisses, feiner merkten deren wachsenden Einfluß auf die Maffen. Das war aber ich betrachte die Religion felbft als ganz alten Gewohnheiten. Jetzt ist das Volk der Souverän der ersehnte Weg: man mußte es nur den Sozialisten nachmachen! überflüssig für das Leben eines Boltes. Die und die Herren Geistlichen wiffen nicht, was thun, um die Der Papst gab das Zeichen mit seiner berühmten Enzyklika, und Wissenschaft steht über dem Aberglauben, und Gunst des neuen Herrn" zu erlangen. die Pfaffen und Pfäffchen, die sich bisher nur dem Seelenheil des Religion ist Aberglaube, wie sie sich auch Bunächst befolgte der Klerus das Beispiel des heiligen Voltes gewidmet hatten, begannen nun auch um sein leibliches nennen möge, und deshalb ist sie eine mög- Petrus: er verleugnete den alten Herrn und den monarchistischen Wohl besorgt zu sein. Sie stiegen zum Volte herab und gingen liche Quelle der Schwäche für eine Nation. Glauben. Es ist wahr, die Monarchisten haben den Klerus bebend und zitternd in die öffentlichen Versammlungen, als wenn Als der große Journalist Fukuzawa vor einigen Jahren für erbittert und zur Verzweiflung gebracht, indem sie es verab- fie in eine Löwengrube hineinstiegen. Diesen Neophyten( neugeborenen Annahme des Christenthums als Staatsreligion eintrat, habe ich fäumten, die Herren der Lage zu werden. Der eifrigste Bediente Jüngern) des christlichen Sozialismus oder sozialen Christenthums diesem Gedanken erst freundlich gegenübergestanden. Aber ich kann nicht dienen, wenn er feinen Herrn hat. gelang es aber nicht, die Arbeiter für sich zu gewinnen. Dagegen habe mich schnell davon überzeugt, daß es für einen Staat Es ist jetzt schon über 25 Jahre her, seit die Republik aus gewannen fie ein schlechter Trost für diesen Mißerfolg! nicht rathsam sei, sich mit Religion und den gerufen ward; es gab damals zu viel Leute mit Ansprüchen auf die Ungnade der Arbeitgeber, von denen sie bisher fette Pfründen tieferen Angelegenheiten der Seele zu befassen. Ich den Thron- und während diese Thronkandidaten sich herumzantten, bezogen hatten, um den Arbeitern die Unterwerfung unter die bedauere nicht die in Japan fa ft allgemeine Neigung zu wer der richtige Herr sei, wuchs die Republik und schlug tiefe Leiden dieses irdischen Jammerthales und die Aussicht auf ein freierer Gesinnung und Atheismus, weil ich dies Wurzeln. Der Tod war auch so gütig, etliche dieser Thron- glückliches Leben jenseits des Grabes zu predigen. Diese neuen nicht für eine Quelle der Gefahr für die Gemeinschaft halte. fandidaten von der Bühne zu entfernen. Der junge Sohn Peter von Amiens***) mit ihren pseudo- sozialistischen Phrasen Solange die Leute erzogen sind, werden sie Napoleon's ging nach Afrika und ließ sich dort von den Zulus werden nur den einen Erfolg haben: eine Steigerung auch moralisch sein; schon der Sintoismus( eine alt- todischlagen er hatte gehofft, aus dem schwarzen Erdtheil, des Erfolges der Sozialisten. japanische Weltanschauung) hat gelehrt, daß man auch ohne ähnlich wie einst sein Großontel Napoleon I. aus Egypten, mit Der Papst hat die bedauerlichen Ergebnisse auch wohl ers Beten, lediglich durch sittliches Handeln, den Schuß der Götter dem Heiligenschein des Ruhmes zurückzukehren. Der Herzog erringe." Seine Meinung über die Wirkungen der westlichen Zivili- von Chambord, die letzte Hoffnung der Legitimisten, folgte*) Gamelle heißt auf deutsch: Futternapf; namentlich die sation faßte Marquis Jto dahin zusammen, daß man schon zu fühlen seinem Beispiel und stieg traurig in's Grab. Dann Soldatenschüssel. beginne, die lettere fei nicht so schön wie die alte. tam der" rothe" Prinz Napoleon( Plonplon) an die **) Lateinisch in den Erdtheilen, in den Ländern der UnSie mache die einzelnen und die Nation unzufriedener, er- Reihe, der zwei Sprößlinge als Erben der bonapartistischen gläubigen. Der Papst ernannte nach der Entdeckung von schwere das Leben, mache es unfreundlicher, minder schlicht und Ueberlieferungen hinterließ; und schließlich der Graf von Paris, Amerika Bischöfe auch für die Landstriche, wo nur Heiden verwickelter. Sie erschwere überhaupt den Kampf um das der Vertreter der Familie Orleans. Jetzt haben blos noch die wohnten. Diese Bischöfe hatten natürlich nichts zu thun und Dasein, aber in diesem Kampfe kräftige sich auch der National Orleans Ansprüche auf den Thron, denn der Sohn des Prinzen ihr Amt war ein bloßer Titel. charakter." Napoleon hat seine Thronfolgerrechte an den Herzog von***) Der erste Prediger der Kreuzzüge. 14] Rienzi. Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Bei diesem gefürchteten Namen- dem Namen eines der kühnsten Männer und des verwegenſten Freibeuters seiner Beit- entfärbten sich selbst Martino's Wangen und seine Begleiter stießen einen Schrei des Ent sezzens aus. Und dieser, mein Kamerad," fuhr der Ritter fort, , ist Euch wahrscheinlich besser bekannt, als ich, und Ihr crkennt ohne Zweifel in ihm Rudolf aus Sachsen, ein braver und tüchtiger Mann, besonders, wenn er für seine Dienste ordentlich bezahlt wird." und, was auch ihre ursprüngliche Bedeutung sein mochte, feit längerer Zeit zum Sprichwort geworden, um den Haß gegen die Colonna zu bezeichnen. Adrian, der jetzt beschäftigt war, Frenen aufzuheben, und wieder zu sich selbst zu bringen, würdigte seinen Gegner feiner Antwort und überließ es Monreal, ihm zu antworten. Ich habe nie geglaubt, Signor," sagte jener in faltem, verächtlichem Tone, daß Du treu gegen irgend etwas sein tönntest, am wenigsten gegen etwas Lebendiges!" " Entschuldigt, edler Ritter," sagte Adrian, indem er emporblickte, wenn ich mich noch nicht ganz der Dankbar teit widme. Ich weiß genug vom ritterlichen Brauch, um zu fühlen, Ihr werdet anerkennen, daß meine erste Pflicht Signor," sagte Adrian zu seinem Gegner, der stumm mich hierhin ruft." und überrascht die beiden Neuangekommenen mit starren D, also ein Mädchen war die Ursache des Streites, Blicken ansah; Ihr seid jetzt in meiner Gewalt. Seht! und ich brauche nicht zu fragen, wer Recht hatte, wenn ein unsere eigenen Leute kommen auch schon!" Und in der That sah man Fackeln aus dem Palast des Stephan Colonna sich nähern und bewaffnete Männer eilten herbei. Mann als Nebenbuhler mit solcher Uebermacht wie jener Schurke auftritt." Ihr täuscht Euch, Herr Ritter; ich habe nur ein Lamm vor dem Wolf gerettet." " Für Deinen eigenen Schmaus. Meinetwegeu!" ent gegnete der Ritter schalthaft. " Geh ruhig nach Hause und wenn Du morgen oder an einem andern Tage allein, Lanze gegen Lanze, wie es ritterlicher Brauch im Reiche ist, mich treffen willst, oder Adrian lächelte und schüttelte verneinend mit dem Kopf. auch Trupp gegen Trupp und Mann gegen Mann, nach römischer Sitte, so wirst Du mich finden; hier ist mein Pfand." das Mädchen nicht auf der Straße lassen; er konnte sie keinem anderen anvertrauen; und als sie jetzt an seinem Busen lag, war sie ihm, in dem Bewußtsein des Schutzes, das dem menschlichen Herzen so wohl thut, schon theuer geworden. Er theilte daher denen, die sich jetzt um ihn versammelt hatten, in furzem die Ursache des Kampfes mit und befahl den Fackelträgern, ihm nach Hause zu leuchten. " Ihr, Herr Ritter," sagte er, indem er sich an Mon real wendete, werdet, wenn Ihr nichts Angenehmeres zu gesagt habe, mich als Gast beehren." " Ich danke, Signor," antwortete Monreal, auch ich habe meine eigenen Angelegenheiten. Auf Wiedersehen! ich werde Euch bald wieder aufsuchen. Ich wünsche Euch eine füße Nacht und angenehme Träume!" Die ungeheure Ausdehnung Roms und die geringe Be völkerung machten manche Straßen ganz verlassen. Der Adel konnte daher lange Reihen von Gebäuden theils gegen die Feinde in seinem eigenen Stande, theils gegen das Volk bes festigen; die zahlreichen Verwandten und Klienten wohnten in der Nähe und bildeten so zu sagen kleine Höfe und Städte für sich. Die Wohnung Adrian's befand sich dem Palast Stephan Colonna's, feines mächtigen Anverwandten, fast gerade gegenüber. Die schweren Thore wurden, als er anfam, geöffnet, er stieg die breite Treppe hinauf und trug seine schöne Laft in ein Zimmer, welches fein gebildeter Geschmack mit einer für jene Zeit ungewöhnlichen Bracht ausgestattet hatte. Alle Statuen und Büsten waren aufgestellt, lombardische Tapeten zierten die Wände und bedeckten die schweren Stühle. Er war in der That etwas verlegen wegen seiner Lage. Wenn er auch ein Liebhaber des schönen Geschlechts war, so wollte er doch die Uneigennüßigkeit seines Benehmens Das nenne ich wacker gesprochen," sagte Monreal, nicht verkannt wissen, und auch denn es war seine Abund wenn Du das letztere wählst, so will ich, mit Deiner sicht, sich bei dem Volke beliebt zu machen, den Ruf, den Erlaubniß, auch von der Gesellschaft sein." er unter den Bürgern seinem Muth zu verdanken haben Martino antwortete nichts; er nahm den Handschuh würde, nicht dadurch beflecken, daß er Jrene, deren ,, Holla! Lichter her und Wein!" rief der Seneschall. auf, schob ihn in den Busen und ging schnell davon; als Schönheit er noch nicht bemerkt hatte, in seine eigene" Laß uns allein," sagte Adrian, als er auf die bleichen er jedoch einige Schritte entfernt war, tehrte er sich um, Wohnung bringen ließ, und doch blieb ihm für den Augen- Wangen Frenen's blickte, von deren Schönheit er jetzt bei ballte die Fauft gegen Adrian und rief mit zitternder Stimme blick nichts anderes übrig. Sie gab tein Zeichen des dem hellen Licht sich überzeugte und eine süße, doch in ohnmächtiger Wuth:" Treu dem Tode!" Lebens von sich. Er kannte weder ihre Verwandten, noch leidenschaftliche Hoffnung beschlich sein Herz. ihre Wohnung. Benedetta war verschwunden. Er konnte l ( Fortsetzung folgt.) Diese Worte waren einer der Sinnsprüche der Orsini fiiunt, ll»d de» Herren Geistlichen befohlen, ihren reformistischen Kreuzzug einzustellen und in ihre Sakristei zurückzukehren, wo sie ihre Gebete verrichten sollen> damit sie den wahren Weg wiederfinden. Sie glaubten ihn gesunden zu haben, als Bo»lang er erschien, getragen von der Begeisterung der Menge. Allein ihre Hoffnungen zerplatzten bald wie Seifenblase»— der Messias riß ans ivie Schasleder. Bon den Lebenden getäuscht, klammerte die Geistlichkeit sich an die Tobte». Boulanger hatte den Chauvinismus erweckt und zur Weißgliihhitze gebracht. Hier glaubten sie das Heilmittel gesunden, das zum Ziel führe. Sie verwandelten sich in wüthende Patrioten. Der Klerus nahm zur Schntzpatronin die Jungfrau von Orleans, nielche die Engländer geschlagen hatte, und er rvollte Jeaune d'Arc(die Jungfrau von Orleans) heilig sprechen, nachdem er sie vor 465 Jahren als Ketzerin verbrannt hatte. Jeaune d'Arc genügte den Herren Geistlichen nicht— sie organi- sirten die Vierzehnhnudertjahr-Feier Chlodwig's, des Gründers der Monarchie und des neuen Frankreichs, der im Jahre 436 zum Christenthum übergelreten war. Doch mit den Todte» waren sie nicht glücklicher als mit den Lebende». Es gelang ihnen nicht, die Massen mit Jeanne d'Arc und Chlodwig zu begeistern— der Kreis der Getreuen erweiterte sich nicht; und wieder waren die Herren Geistlichen genöthigt, ihren mehr lärmenden als ernsten Eiser durch Geld und Geschenke anzufeuern.� Was machen? Alles mißglückte; die frommen Herren Geistlichen geriethen in unchristlichen Zorn. Und heute ist es nicht mehr ein Kreuzzug für Sozialreform, wofür sie schwärmen, sondern ein Kreuzzug für die Wiederherstellung der Prozessionen, damit sie von der Straße Besitz ergreife», die das Gesetz ihnen verboten hat. Sie benutzten den Frohnleichnamstag, um öffentliche Umzüge rn Roubaix, Poitiers und auderen Städten zu veranstalte»— trotz des Widerspruchs der Maires, die keine Straßenprozessionen dulden wollten. An verschiedenen Orten haben die Freidenker Gegen-Demoustrationen gemacht und es ist dabei zu regelrechten Straßenschlachten gekommen. Die Prozessionen sind nicht zum Vortheil der Klerisei aus- geschlagen und sie haben den armen Meline in eine sehr schlimme Lage gebracht. Das Ministerium, das nur von der Gnade der Geistlichkeit lebt und das man deshalb Pfaffen-Ministerium getauft hat, war gezwungen, die Geistlichen, welche mit den Prozessionen das Gesetz verletzt hatten, in Disziplinarstrafe zu nehmen und ihnen den Gehalt zu entziehen. Freilich, dieser Kulturkanips') ist zum Lachen, aber er ist das einzige Resultat, das die Geistlichkeit mit ihrem Prozessions- Spektakel erringen wird. Wie es scheint, schickt Gott seinen Dienern nicht mehr den Geist der Erleuchtung, denn sie begehen Fehler über Fehler. OaUus. VoUtisichv Aebevfichk. Berlin, 6. Juli. . Das Crgebniß der gestrigen belgischen Wahlen ist im Augenblick, wo wir dies schreiben, nur sehr unvoll- ständig bekannt. Es handelte sich gestern— das n>uß zu- nächst festgestellt werden— nicht um eine allgemeine Neu- wähl der zweiten Kammer, sondern nur um eine Theilivahl, und zwar um die Besetzung von im ganzen 77 Sitzen, wovon aus Brüssel allein 18 Mandate entfallen. Bisher hatten die Sozialisten 36 Mandate in Händen bei im ganzen 152 Mitgliedern der zweiten Kammer. Die Wahlagitation war eine sehr lebhafte, bis zum entscheidenden Moment sich stetig steigernde. Während die Liberalen blos an die Behauptung ihres arg geschmälerten Besitzstandes dachten, lag— und liegt, denn die Entscheidung ist noch nicht gefallen— der eigentliche Kampf zwischen den Klerikalen einer- und den Sozialisten andrerseits, mit welch letzteren sich in Brüssel die Radikalen verbündet haben. Ueber die Ergebnisse der gestrigen Schlacht liegen folgende Telegramme vor: Brüssel, V. Juli. In Belgien haben heute 77 Neuwahlen zur Repräsentantenkammer stattgesundeu. Nach den bis jetzt vorliegenden Zahlen dürfte es in Brüssel zur Stichwahl zwischen den von den Radikalen und den Sozialisten gemeinsam ans- gestellten Kandidaten und den 18 klerikalen Kandidaten kommen, welche bis jetzt die Sitze inne hatten und wieder als Kandidaten aufgestellt wurden. Brüssel, 6. Juli. Die Wahlen für die Repräsentanten« kammer haben annähernd folgendes Resultat gehabt: In Naniur sind die ausgeschiedene» Radikale» und Liberalen wiedergewählt worden; ebenso in Dinant 2 Klerikale mit 3000 Stimmen Mehrheit gegen die vereinigten Liberalen und Sozialisten. In Philippeville ist eine Stichwahl zwischen 2 Klerikalen einerseits, 1 Liberalen und 1 Sozialisten andererseits erforderlich. In Marche ist der Minister des Auswärtigen mit großer Mehrheit wiedergewählt worden. In Bastogne und Reufchateau sind die Klerikale» wiedergewählt worden. In Arton ist an die Stelle eines ausgeschiedenen Liberalen der Klerikale Graf Limburg ge- trete». In Virton ist der ausgeschiedene Radikale Lorand wieder- gewählt worden. In Nivelles hat eine Stichwahl zwischen Klerikalen und Sozialisten stattzufinden; es handelte sich hier um den Ersatz von drei ausscheidenden Liberalen und einem Klerikalen. In Antwerpen war die Wiederwahl der Klerikalen schon beim ersten Wahlgang gesichert. In Brüssel kam es zu eineni erbitterten Kampf; es hat eineStichwahl zwischen IL ausgeschiedenen Klerikalen einerseits und 18 vereinigten Radikalen und Sozia« listen andererseits stattzufinden. In Brüssel erhielten durch- schnittlich die Klerikalen 38 00V, die vereinigten Sozialisten und Radikalen 71 500, die gemäßigten Liberalen 40 500 Stimmen. Das Ergebniß der Stichwahlen in Brüssel hängt wesentlich von der Haltung der gemässigten Liberalen ab. Wenn die Stich- wählen in Brüssel, mt wahrscheinlich ist, für die Klerikalen günstig verlaufen, dann wird die Zusammensetzung der Re- präscntantenkammer nicht wesentlich verändert werden. Dies ist jedoch nicht wahrscheinlich. Die Liberalen, so milchwässerig sie sonst sein mögen, haben gerade den Kleri- kalen gegenüber— wie das ja auch in Deutschlaiid eine Eigenschaft des Aster-Liberalismus ist— sich in einen grimmigen Zorn hineingearbeitet, so daß nicht anzunehmen ist, daß sie für die Klerikalen stimmen werden. Wohl aber werden viele von der allgemeinen Volksströmung zu den Sozialisten und Radikalen hinübergerissen werden, so daß der Sieg dieser in der Stichwahl sehr wahrscheinlich ist. «Nichts ist so erfolgreich wie der Erfolg"— sagt ein französisches Sprichwort. Und nichts so ansteckend. Und der Erfolg der Sozialisten in der gestrigen Wahlschlacht war außerordentlich, über alles Erwarten groß— darin ftimmen alle Berichte überein. „Das Hauptereigniß des Tages— wird einem hiesigen liberalen Blatt aus Brüssel telegraphirt— ist das rieft ge Anwachsen des Sozialismus, welches selbst die ärgsten Pessimisten nicht erwartet hätten". „Pessimisten" ist köstlich!„Pessimismus" nennt dieses liberal- fortschrittliche Blatt es in seiner Sozialistenangst, daß man eine Niederlage der Pfaffen erwartet! Wie doch bei starken Ausregungen das eigentliche Gefühl zu tage bricht!-- ') Kulturkampf ist ein französisches Wort geworden. Tie italienische Regierung steht mit der f r a n z ö s i- s ch e n wegen Abschluß eines Handelsvertrages in Unterhandlung. Da dies eine Annäherung Italiens an Frankreich bedeutet, so ist wohl in dieser Thatsache der Grund für die plötzlich entstandene Dreibundpolemik zu suchen. Tie„Konservative Korrespondenz" und die „Nationallibcrale Korrespondenz" sind über Liebknecht's Agitationsbericht sehr ärgerlich, weil er ihren Lügen betreffs seiner englischen Reise ein Ende niacht. Und— sie lügen weiter. Der Bericht sei eine„Entschuldigung", daß Lieb- kuecht während derReichstags-Sessiou ge- reist. Aber im Bericht steht doch ausdrücklich, daß Lieb- knecht die P f i n g st f e r i e n zur Reise benutzte. That- sächlich hat er blos ein paar Sitzungen versäumt und für diese hatte er U r l a n b. Er habe„in England sein eigenes Vaterland zerfleischt"! Und warum dieser Vor- wurf? Weil Liebknecht„nicht in der Lage gewesen, die schlechte Meinung, die man im Ausland von deni offiziellen Deutschland hat, zu widerlegen". Ja, das ist doch nicht Liebknecht's Schuld. Und endlich thul die„Nationalliberale Korrespondenz" fast verwundert, daß Liebknecht aus seiner Reise kein„Ge- schäft" gcniacht, keinerlei pekuniäre Vortheile gezogen. Aber verschiedene Blätter, insbesondere auch beide„Kor- r e s p o n d e n z e n" hatten dies ja in der perfideste n Weise behauptet! � Basilio war ein anständiger Kerl, verglichen mit diesen zwei Stützen der„Religion, Ordnung und Sitte".— Die Frauen Karl s des Großen. Bei Gelegen- heit der Berathung des Eheparagraphcn des Bürgerlichen Gesetzbuches hatte am 26. Juni Genosse Bebel ans die aus- gedehnten ehelichen Beziehungen des Kaisers Karl, den höfische Geschichtsschreiber den Großen zubenannt haben, mit den Worten angespielt: „... In dieser Zeit, im tiefen Mittelalter, kam bei den Deutschen die Ehe zu stände ohne kirchliche Einwirkung... Sonst wäre es z. B. ganz undenkbar, daß ein so großer, bedeu» tender und um die Ausbreitung des Christenthums vom Stand- punkt der Kirche so außerordentlich verdienstvoller Mann wie Karl derGroße zeitweilig sechsFrauen zugleich haben k osn n t e.(Unruhe.) M. H., das ist ein historisch beglaubigtes Faktum. Daß das»nöglich war. lag in den Zeitverhältuissen." Diese historische Bemerkung ist nun der„Germania" sehr un- bequem, denn der Frankenkönig und römische Kaiser Karl hat sich seiner Zeit um die Kirche sehr verdient gemacht. Bewährte er sich doch damals als ein glänzender Vorkämpfer für Religion, Ordnung und Sitte, indem er bei Verden 4500 gefangene heidnische Sachsen niedermetzeln ließ. Das ultramontane Blatt sucht deshalb Bebels historisches Argument durch eine Darlegung zu entkräften, die man lesen muß, um ihre köstliche Sophistik vollauf würdigen zu können. Die lautet: „Mit diesem„historischen Faktum" hat es indeß eine eigene Bewandlniß, denn diese Behauptungen Bebel's widersprechen den wirklich geschichtlichen Thatsache n. Für ober- flächliche Urtheiler mag allerdings im Leben Karl's des Großen die größere Anzahl von Frauen Anstoß erregen, aber unrichtig ist es, daß Karl der Große 6 Frauen zugleich gehabt hat; Karl der Große hatte sich nicht simultan oder„polygamisch", sondern s u c c e s s i v mit ihnen verbunden, und wen» er nach dem Tode der einen Frau schnell eine neue Ehe einging, so lag das allerdings in den Zeitverhältuissen nicht nur, sondern auch in den persönlichen Verhältnissen Karl's des Großen, der bei seiner häufigen Abwesenheit im Kriegslager— während seiner 46 jährige» Regierung hatte er 23 Feldzüge— auf eine einsichtsvolle und gewissenhaste Leitung für seine zahlreiche Familie bedacht war." „Allerdings führt Einhard in seiner(Vita c. 18) mehrere Frauen Karls des Großen als„con- cubinae" auf, aber wie in Wetzer's und Welle's Kirchen- lexikou(II. Auflage. Band IX, S. 167, 168) überzeugend nach- geivieseud ist, darf der Ausdruck„concnbina," bei Einhard nicht im' modernen Sinne aufgefaßt werden. Der Ausdruck ist vielmehr zu nehmen im Sinne des altrömischen Rechts, welches unterschied zwischen conjugimn aequalo(ebenbürtige Ehe) geschlossen mit allen gesetzlichen Formen und Bedingungen, und iuasquale(unebenbürtige Ehe): Verbindung mit einer Frau niederen Standes, ohne Feierlichkeit, ohne Erbrecht der Kinder. Die Kirche adoptirte beide als g i l t i g e Ehen. Voraussetzung war jedoch: l.„ut uterque esset solutus, 2. fides mutua, 3. conjunctio usque ad mortem.— Karl selbst erließ im Kapitular v. 789 Nr. 67 die Vorschrift nec vir aliam(uxorem) accipiat'vivente uxore priore. Das war damals anerkanntes Kirchenrecht, welches Karl der Große ebenfalls als verbindlich anerkannt und sicher befolgt hat. Ist doch durch die Himiltrude, die Einhard als„concubina" aufführt, vom Papst als„conjuxIegitima"(lcgitime Gattin) bezeichnet worden, und ans dem innige» Verhältniß Karl's des Großen zu allen seinerzeiti- ge» Päpsten und zu so vielen eifrigen Bischöfen, Aebten und Priester», aus Karl's Eifer für Ernst, Sittlichkeit in jeder Form, daraus endlich, daß kein gleichzeitiger Autor ein Wort des Tadels für sein eheliches Leben gehabt hat, geht für den unparteiischen Historiker deutlich genug hervor, daß es auf einem Miß- verständniß beruht, wenn Bebel behauptet, Karl der Große habe„zeitweilig sechs Frauen zugleich gehabt." Herr Abg. Bebel wird das bei einem eingehenderen Studium selbst finden und anerkennen müssen." Liefert dieses Sophisma nicht eine treffliche Selbst- Widerlegung des ultramontanen Blattes? Zunächst wird feierlich erklärt, daß Karl nicht auf einmal, sondern nur schnell nach einander sechs eigentliche Frauen geheirathet hat. Dann muß das Blatt eingestehen, daß er auch noch Konkubinen(Kebsweiber) gehabt. Aber dieses Zugeständniß könnte ja den frommen Engros-Schlächter in den Augen heutiger Christen diskreditiren. Da wird denn ungenirt zugegeben, die Kebsweiber seien keine eigentlichen Kebsweiber, sondern mit päpstlichem Segen so nebenbei angetraute Kebsweiber gewesen, so daß einer der Päpste die schöne Himiltrude conjux legitima, legitime Gattin, benamsen konnte. Indem der Advocatus Caroli noch ausdrücklich hinzusetzt, daß diese legitimirten kebsigen Beziehungen des frommen Königs durchaus im Geiste der Zeit gewesen seien, beweist er thatsächlich alles, was Bebel behauptet hatte. Für tiefsinnige theologische Spekulanten bliebe nur noch die interessante Untersuchung übrig, ob so ein vom Papste eingesegnetes königlich- kaiserliches Konkubinat auch ein„Sakrament" gewesen ist. Wir sind recht gespannt aus das Ergebniß einer solchen Unter- suchung. Vorläufig können wir der„Germania" die An- erkennung nicht versagen, daß sie mit der Weißwaschung des allerchristlichsten Kaisers und Königs Karl eine ebenso glänzende Leistung vollbracht hat, wie der protestantische Pastor Schall mit der Rettung des frommen Philipps von Hessen. Chronik der Majestätsbeleidigungs« Prozesse. In Frankfurt(Main) standen am 4. Juli vor der Strafkammer des Landgerichts der 28 Jahre alte Steinmetz Georg Bech von dort und dessen 27 jährige Ehefrau Susanna geb. Streber, angeklagt der Beleidigung des deutschen Kaisers. Obwohl die Zeugen den Eindruck machten, als ob ihre Aussagen mit ihrer Rachsucht gleichen Schritt hielten, so schenkte das Gericht ihnen dennoch Glauben und verurthcilte den Angeklagten Bech wegen Majestätsbelcidigung zu drei und seine Ehefrau zu zwei Monaten Geffängiüß.— � Deutsches Reich. — Prinz Hohenlohe(der Sohn seines Vaters) hat eine» Glückwunsch aus dem Elsaß wegen seiner Reichstagsrede zum Geiverbegesetz mit einem Tankschreiben beantwortet, in dem es heißt:„Indem ich bei dieser Gelegenheit der immer mehr um sich greifenden Tendenz, die Gewerbefreiheit, wie überhaupt die individuelle Freiheit des Einzelnen einzuschränken, entgegen- getreten bin, glaube ich übrigens nichts als meine Pflicht als Volksvertreter gethan zu habe», welcher doch nach der Reichsverfassung der Vertreter des gesammten Volkes sein soll und nicht dazu da ist, um Gesetze zu günsten einzelner bestimmter Kreise im Staate zu mache n. Die Angriffe, welche ich dafür von einzelnen Seiten erfahren habe, werden mich nicht abhalten, auch in Znkimst, wenn ich es für nöthig halte, meiner Ueber- zengung in dieser Richtung Ausdruck zu geben. Was die vom SHeichStage beschlossene Novelle betrifft, so wird es an den Interessenten selb st sein. vomVundesrath durch eingehende Darlegung ihrer Lage für diejenige» Branche», welche durch die beschlossenen Beschränkungen geschädigt werden, wenigstens durch Ausnahmen Er- l e i ch t o r n n g e n zu erlangen, für den Fall, daß der Bundesrath den beschlossene» Bestimmungen seine Zustimmung ertheile» sollte." Das ist ja, was die Stellung zur Gewerbegesetz-Novclle an- betrifft, eine ganz � vernünftige Ansicht. Interessant wird sie eigentlich aber erst dadurch, daß der Vater Hohenlohe jenes Gesetz als Reichskanzler eingebracht hatte und nachher einer Deputation erklärte, er begreife auch nicht, weshalb man das Detailreisen verbieten wolle.— — Die gänzliche Zerfahrenheit der sogenannten freisinnigen Bereinigung hat sich auch bei der Hasenfrage im Reichstage gezeigt. Die„Freisinnige Zeitung" theilt darüber mit: „Bei der Abstimmung über die Ersatzpflicht für Hasenschaden hat Abgeordneter Maager nicht allein ans der freisinnigen Ber- einigung gegen die Ersatzpflicht für Hasenschaden gestimmt. Die freisinnige Bereinigung hat sich bei der Äbstimmung viel- mehr neutralisirt, indem eben so viel Mitglieder für wie gegen die Ersatzpflicht für Hasenschnden stimmten." Einig sind die um Rickert nur, wenn es gilt, für Frei« Handel und Militarismus einzutrete». Sonst lausen sie auseinander wie die Hasen.— Löwenberg i. Schl., 5. Juli. Nach amtlicher Feststellung erhielten bei der am 4. Juli stattgehabten Reichstags- Ersatzwahl im Wahlkreise Löwenberg i. Schl. von 9255 ab- gegebenen Stimmen Rektor K o p s ch> Berlin(frs. Vp.) 4594, Gras N o st i tz- Zobten(k.) 4493 Stimmen. Es ist somit Stich- wähl erforderlich. Für den sozialdemokratischen Zählkandidaten, der in vor« stehender Depesche garnicht erwähnt wird, muß die Mehrzahl der übrigen 163 Stimmen abgegeben sein. Verglichen mit der Wahl 1893 haben die Freisinnigen 103 Stimm«» g e- wonnen. die Konservativen 553 Stimmen verloren und die Sozialdemokraten die auf ihre Zählkandidatnr abgegebenen Stimmen ungefähr verdoppelt. Also auch in Löwenberg hat die Reaktion eine Schlappe erlitte», während die Freisinnigen besser abschnitte», als bei den übrigen Nach- wählen.— — In G l o g a u hat sich in der Kaserne auf der Kasernen« straße der Unteroffizier Rokowski von der 3, Koni- pagnie mit seinem Dienstgeivehr erschossen. Als Motiv zirkulire» verschiedene Gerüchte, Sein« verschuldete Lage wird als Hauptursache für den Selbstmord des Unteroffiziers an- gegeben.— — Ausgewiesene Opfer der Staats raison in S ch l e s iv i g- H o l st e i n. Weil„lästig gefallen" sind durch Besdfluß der Regierung zu Schleswig aus dem preußischen Staatsgebiete folgende Personen ausgewiesen worden: Marquardsen, Christian Jensen, geb. 19. Noobr. 1863 zu Nyborg auf Fuhne», Dänemark; Hansen, Jens Peter, Kutscher und Arbeiter, geb. 19, Dezbr. 1863 zu Odense, Dänemark; Mikkelsen, Marinns, Ziegelarbeiter, geb. 5, Januar 1860 zu Fugelssang bei Grnaa in Jütland; Christensen, Christen Hansen, 26 Jahre alt, ans Kopen- hage», sämmllich dänische Staatsangehörige, ferner Kjelberg, Karl. Arbeiter, 48 Jahre all, aus Kürghüls in Schweden, schwedischer Staatsangehöriger; Johanson, Peter, Arbeiter, 35 Jahre alt. ans Hagby in Schweden, schwedischer Staatsangehöriger; Frank August Bernhard, Dienstknecht, geb. 16. Juli 1869 zu Christianopel Karlskrona in Schweden, heimathsberechtigt ebendaselbst; Gennerich. Karl Heinrich Ludwig, Arbeiter, geb. 20. Juni 1342 zu Hamburg, hamburgischer Staatsangehöriger; Bock, Wilhelm Heinrich, Schneider, geb. 2. Oktober 1853 zu Travemünde, lübeckischer Staatsangehöriger. Jubele Patriotenherz: Fest steht und treu die Wacht am baltischen Meer! — Die Wahlfreiheit mit Strafandrohung für ihre freie Ausübung ist ein Kennzeiche» der gesammten Wahlen. So wird aus Stargard(Westpreußen) der Berliner „Bolks-Zeitung" gemeldet:„Der hiesige Landrath Hagen entließ plötzlich den Bureaubeamten Thielas. Thielas hatte bei den letzten Wahlmänner-Ergänzungswahlen im Wahlkreise Stargard-Dirschau-Berent seine Stimme dem polni- s ch e n Wahlmanne Baranowski gegeben," Ein solcher Eingriff in das Wahlrecht wird nach alter Er« fahrung der Sache der Bersolgten zu gute kommen.— Straßburg i. Elf., 4. Juli. In der heutigen ersten Sitzung des neuen Gemcinderaths wurde mit 31 Stimme» beschlossen, den früheren Bürgermeister Back wiederum zur Bürgermeisterwürde vorzuschlagen. 8 Stimmzettel waren un» beschrieben.— — Die Wahl des Genossen Bneb in Mül» Hausen i. E. zum Stadtrath haben die Gegner an» gefochten. Es wird darüber aus Mülhausen berichtet: Die neue Gemeinde-Ordnung hat hier einen interessanten Rechtsstreit veranlaßt. Es Handell sich um nichts geringeres, als um die Frage: Ist der Reichstags-Abgeordnete und»euernannte Stadtrath Bueb in den Gemeinderath wäblbar oder nicht? Nach § 31 der Gemeinde- Ordnung sind wählbar die wähl- berechtigten Einwohner der Gemeinde, insofern sie daselbst zu einer der vier direkten Stenern veranlagt sind. Nun hat Bueb bisher eine solche Abgabe nicht entrichtet und die Gegner waren flugs bei der Hand, hieraus seine Nichtwählbar» keit herzuleiten. Wohl verschwiegen sie nicht, daß Bueb seine Steuerciiischätzung beantragt habe, aber so spät allerdings, daß die Aufnahme in die Stolle erst für de» 1. Juli geschehen konnte, während er, um wählbar zu sein, schon am Tage seiner Wahl. also 21. Juni, Steuem entrichtet haben niußte. Bueb bestreitet die Richtigkeit dieser Ansicht. Er beruft sich auf ß 23 des Gesetzes vom 21. April 1832, welcher dem Steuerpflichtigen das Recht einräumt, innerhalb dreier Monate vom Tage der Auslegung der Steuerrollen an dagegen zu reklamiren, daß er in die Rolle nicht aufgenommen wurde. Diese Reklamation sei von ihm zur gehörigen Zeit eingereicht und bereits als berechtigt anerkannt worden, demnach wäre er steuerpflichtig per Juni und hätte somit auch die gesetzlichen Be» dingungen sür seine Wählbarkeit erfüllt. Di» behördliche Eni» - Von den Opfern der Explosion in Metz sind bisher sechs gestorben. Vier sind bereits unter ungeheurem Trauergeleit zur Ruhe bestattet worden. Der Gemeinderath von Metz hat an die Militärverwaltung ein Gesuch gerichtet, daß die sämmtlichen Artilleriedepots in der Stadt und in der nächsten Umgebung beseitigt und daß keine neuen mehr errichtet werden. Türkei. aber " = 0 scheidung wird in den nächsten Tagen erwartet. Wird die Wahl jüdische Gastwirth stürzte sich jetzt auf den Offizier, um glimpflichen Ausgang der Sache hat der Herr Bürgermeister nur Bueb's kassirt, so rückt an seine Stelle der nichtgewählte ihn zurückzuhalten und erklärte ihm, daß er fein Recht der sehr milden Auffassung des Richters zu danken; dagegen Kandidat mit der höchsten Stimmenzahl, und das wäre in habe, den Bauern anzugreifen. Der Offizier drohte dürfte sie sicherlich zur Erhöhung seines Ansehens beitragen. diesem Falle abermals ein Mitglied der hiesigen sozialdemokrati- zuerst, den Wirth niederzuschießen, stürzte dann schen Partei. Wie es in Deutschland mit der Versammlungsfreiheit plöglich hinaus mit der drohenden Bemerkung, daß er bestellt ist, darüber geben wieder zwei interessante Notizen der Ein Telegramm aus Straßburg vom 6. Juli meldet gründlich Rache an dem Juden und feinem Volte Schleswig Holsteinischen Volts Zeitung", die eine vom 3., die jetzt, der Bezirkspräsident von Ober Elsaß habe die Benehmen werde. Er eilte darauf ins Lager und machte gegen- andere vom 5. d. M. datirt, einen Beleg. Sie lauten: stätigung des Reichstags- Abgeordneten Bueb als Mitglied über seinen Untergebenen und den unter seinem Kommando des Gemeinderaths von Mülhausen verweigert, weil Bueb stehenden Soldaten einige Bemerkungen, gab einem Unteroffizier höhe" wiederum eine Boltsversammlung abgehalten werden, nach,, Versuchte Lotalabtreibung? Heute Abend soll in„ Sophienteine Steuern zahle. und ungefähr 100 Mann Befehl, sich sofort in die Stadt zu be- dem, wie unseren Lesern bekannt, die letzte Versammlung unter geben und den jüdischen Einwohnern eine" gründliche Lektion" einem so unglaublich nichtigen Vorwande aufgelöst worden war. zu ertheilen, wobei er es den Soldaten ganz freistellte, in Nachdem nun der Wirth auch noch die Thürschlösser hat ver welcher Weise sie die Züchtigung vornehmen wollten. Sechs ändern lassen, scheint man in Plön in Verlegenheit um einen Stunden später waren alle jüdischen und viele von Christen be- neuen Auflösungsgrund zu sein. Das heißt, es scheint fo, denn wohnten Häuser zerstört oder geplündert. In den Straßen lagen wir wollen durchaus nicht positiv behaupten, daß der Oberzerbrochene Möbel, verheirathete Frauen und Mädchen wurden wachtmeister, welcher gestern dem Wirth von„ Sophienhöhe" seine vergewaltigt, mehrere Personen sollen getödtet und viele ver- Aufwartung machte, einen Auftrag von vorgesetzter Stelle aus Desterreich- Ungarn. wundet worden sein. richtete. Der Oberwachtmeister äußerte sich nämlich dahin, daß Budapest, 6. Juli. Einem Gerücht zufolge spekulirte Der gewaltthätige Offizier und seine Soldaten sollen später dem Wirth daraus, daß er sein Lokal zu sozialdemokratischen der Bischof Szasz an der Börse mit dem seiner Ver- gefangen nach Kiew abgeführt worden sein. Den Provinz- Versammlungen hergebe, leicht allerhand Schwierigkeiten und waltung unterstellten Kirchenvermögen. Lekthin solle er einen blättern wurde verboten, etwas über die Affäre zu ver Unannehmlichkeiten erwachsen tönnten, auch werde er wohl wissen, Verlust von einer halben Million gehabt haben. Dieserhalb öffentlichen. daß ihm nach dreimaliger Bestrafung die Konzession entzogen wurde in der jetzt in Klausenburg unter Vorsitz des Barons werden könne. Der Wirth entgegnete hierauf nur, daß er als Banffy tagenden Hauptversammlung des des evangelisch- siebens Konstantinopel, 4. Juli. Infolge der Mittheilung der Wirth auf den Besuch von Gästen angewiesen sei und deshalb bürgischen Kirchendiftritts eine Interpellation eingebracht. Bischof Pforte, daß sie die von den Mächten gewünschte Einstellung der allen Schichten und Kreisen gerecht werden müsse. Wir sind Szasz gab nunmehr die Erklärung ab, daß die in den Blättern Feindseligkeiten gegen die Aufständischen auf Kreta anbefohlen nun doppelt gespannt darauf, welch neuen Auflösungsgrund bis aufgetauchten Meldungen über die finanziellen Angelegenheiten habe, sowie auf Ersuchen der Pforte um Intervention der heute Abend der polizeiliche Scharfsinn ersonnen haben wird." der reformirten Kirche unrichtig seien. Von Börsenspiel sei Konsuln auf Kreta haben die Botschafter die Konsulate in Wiederum aufgelöst wurde die am Mittwoch Abend nach feine Rede. Der Kirchendistrikt habe mit effettiven Kanea angewiesen, die Epitropie( Aufsichtsbehörde) zu ver- Sophienhöhe einberufene Volksversammlung. Nach vollzogener Werthen Ronversionen durchgeführt(), aus ständigen, daß die 3ugeständnisse der türkischen Bureauwahl machte der Vorsitzende, Genoffe Seegen, darauf aufwelchen der Kirche großer Gewinn erwachsen sei. Redner Regierung den Anträgen und Intentionen merksam, daß wir ungeachtet der vielen Auflösungen von Verstellte hierauf die Vertrauensfrage. Präsident Kemeny versicherte der Mächte entsprechen und daß die Mächte für mehr sammlungen uns von der Einberufung neuer Versammlungen den Bischof des unveränderten Vertrauens. Schließlich wurde nicht eintreten fönnten. Die Epitropie möge die Ron nicht abhalten lassen würden. Die behördlichen Maßnahmen einstimmig ein Beschlußantrag angenommen, durch welchen dem sessionen annehmen und an der Beruhigung mitwirken. Auf feien nur ein Anfporn zu neuem Rampf, wie die heutige Bischof und dem Direktionsrath das Vertrauen ausgesprochen wird. Wunsch der türkischen Regierung und mit Ermächtigung der so zahlreich besuchte Versammlung beweise. In Gifenburg fand gestern unter dem Vorsitz des Grafen griechischen Regierung bildete der griechische Generalkonsul in Borsigende dem Genossen Klüß das Wort zu seinem Referat Nikolaus Moritz Esterhazy eine Volksversammlung der Stanea eine Kommission von fünfzehn Notabeln, ertheilte, erhob sich der überwachende Beamte, ein Gendarm katholischen Volkspartei statt. Im Gefolge des Grafen welche sich in die Bezirke Kissamo, Selino, Kydonia und aus Plön, und erklärte die Versammlung für aufgelöst, da das waren zahlreiche katholische Geistliche. Es fonnte kein einziger Apokorona begab, um die Bevölkerung über die Lage aufzuklären Lokal den polizeilichen Vorschriften nicht genüge. Die Anfrage, Redner zum Sprechen kommen, da die Versammlung von Gegnern und die Deputirten zu einer versöhnlichen Haltung sowie zum welche Mängel am Lokal denn zu rügen seien, blieb von dem der Volkspartei vollständig auseinander gesprengt wurde. Erscheinen auf dem Landtage zu veranlassen. Der Erfolg er Beamten unbeantwortet. Die Maßnahmen der Behörden sind scheint fraglich. Gerüchtweise verlautet in Kanea, die Pforte sei um so unbegreiflicher, als es sich hier um ein noch fast neues der Revision des Vertrages von Haleppa nicht abgeneigt. Lokal handelt, in dem öffentliche Tanzluftbarkeiten ohne jede Wie verlautet, will die Mehrheit der tretensischen Depolizeiliche Einmischung stattfinden. Nun ist aber doch allgemein leg irten, daß die Versammlung des Landtages nicht im bekannt, daß dieselben Vorschriften, welche für öffentliche Ver Regierungsgebäude, sondern im Gemeindehause tage, und will fammlungen gelten, auch für Lustbarkeiten Giltigkeit haben. ihre Wünsche nur dem Wali vorlegen, um sodann abzuweisen. Es Oder aber ist etwa durch landräthlichen Eingriff die Regierungshandelt sich um folgende Forderungen: 1. Ernennung eines chrift verordnung vom 30. November 1889 außer kraft ge= lichen Wali im Einverständnisse mit den Mächten auf bestimmte Zeit setzt worden? In lekterer Verordnung, welche zweifels dauer mit administrativer Machtvollkommenheit, Unterstellung des ohne noch heute in Schleswig Holstein Giltigkeit Militärkommandanten unter den Wali, Neubesetzung der Beamten hat, wird ausdrücklich hervorgehoben, daß die Luftbarkeiten stellen auf der Insel und Ertheilung von Sanktionsrechten für das den Versammlungen gleichzustellen sind. Auch vermochten wir Budget und die Landtagsbeschlüsse; 2. Kontrollrecht des admini- bislang an dem Lokal nichts zu entdecken, was den Be ftrativen Rathes über die Landeseinnahmen; 3. Reorganisation ſtimmungen der betr. Verordnung zuwiderläuft. Wahrscheinlich der Rechtspflege durch ausländische Fachmänner; 4. Verwendung fehlt uns der nöthige Scharfsinn. Nun, wir werden schon -Flaissières, der sozialistische Maire von Marseille, sämmtlicher Einnahmen der Insel für die Ausgaben derselben; Gelegenheit nehmen, uns diesen Scharfsinn durch die Regierung ist vor dem neuen Strafpräfekt der Rhonemündungen nicht zu 5. Befugniß des Landtages, Gesetze zu dekretiren und zu ver- in Schleswig offenbaren zu lassen. Im übrigen haben wir Kreuz gekrochen. Als dieser scharfgemachte" Herr bei dem neuen ändern mit Ausnahme der Fundamentalartikel des organischen gegen die Anflösungen der Versammlungen herzlich wenig eins Empfang, der nach der Absetzung des vorigen Präfekten sich noth- Statuts; 6. Neubildung der Gensdarmerie aus Eingeborenen zuwenden, fintemal diefelben für die sozialdemokratische Partei wendig machte, dem Genossen Flaiffières verweisen wollte, der beiden Glaubensbekenntniffe. Aus diesen Forderungen außerordentlich gut agitiren. So wird die Polizei unfreiwilliger politische Wünsche auszudrücken, erwiderte ihm der Maire von geht hervor, daß die Intervention der Konsuln schwierig Agitator der Umsturzpartei"." Marseille: und infolge der herrschenden Erregung und der aufgetauchten Wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit " Wir wahren ausdrücklich unser Recht, die Mehrforderung deren Erfolg unsicher ist. Unter den in Blindheit, fagten die alten Römer. Wünsche und Forderungen unserer Wähler der der türkischen Garnison stehenden Arabern foll infolge SoldRegierung und ben Regierungsvertretern rückstandes eine Meuterei ausgebrochen sein, zu deren Be tund zu thun." wältigung eine Aenderung in der Truppendislokation erforderlich fein wird. " Frankreich. das Jaurès als Vertheidiger des Herrn Meline hätte sich der arme Vater der Brotvertheuerung" gewiß nicht träumen laffen. Und doch ift's traurige Wahrheit. Um so traurigere Wahrheit, weil Jaurès den unglücklichen Minister präsidenten gegen die heftigen Angriffe seines besten Freundes, des Panamisten Rouvier, vertheidigen mußte. Rouvier zum Feind und Jaurès zum Vertheidiger grausamer tonnte Meline nicht gestraft werden. Er war übrigens so tapfer, die Rentensteuer nicht zurück zuziehen. Juzwischen ist Meline ein neues Unglück paffirt. Er wurde gestern von Cafimir Perièr, dem verkrachten Sozialistentödter, gelobt! an und Und Herr Floret, der neue Strafpräfekt, hörte dies sprachlos steckte es ruhig ein. Herr Meline weiß nun, daß man Sozialisten nicht bange machen taun. Italien. In Amssua( Kleinasien) find, einem Gerüchte zufolge, geringfügige Unruhen ausgebrochen. Das armenische Komitee erließ ein Rundschreiben, welches besagt, daß es infolge der von den Behörden ausgehen den Unterdrückungen und Ausschreitungen gegen die Armenier nunmehr den Rampf mit allen Mitteln beginnen werde. Afrika. Maffauah, 5. Juli. General Baldissera ist gestern an Bord des Vincenzo Florio" nach Italien abgereift." Das erscheint wie ein Beweis, daß alle Operationen der Italiener in Abessynien aufgegeben sind. der vergangenen Nacht Graf Konstantin Berfowiß, der im Aden, 6. Juli. Aus Djibuti wird gemeldet, daß dort in Auftrag eines Komitees römischer Damen nach Abessynien gereift war, um den italienischen Gefangenen Unterstüßungen zu über bringen, plötzlich gestorben ist. Amerika. " 9 Ein Parteitag für das Herzogthum Gotha fand am vorigen Sonntag in Gotha statt. Auf demselben waren 22 Orte vertreten. Genoffe Bock erstattete Bericht über die Thätigkeit des Gothaischen Landtages. Der Parteitag erklärte einstimmig feine Bufriedenheit mit der parlamentarischen Thätigkeit des Genossen Bock. Die Vergrößerung des Gothaischen Voltsblattes" und zus gleich Abschaffung des Postillon" wird nach kurzer Debatte mit allen gegen eine Stimme angenommen. Als Delegirte zum deutschen Parteitag wurden die Genoffen Wolf- Tambach und Schauder Ohrdruf gewählt. Ein dritter Delegirter soll später von den Genossen in der Stadt Gotha ernannt werden. Die Wahl eines Vertrauensmannes ergiebt die Wiederwahl des biss herigen Vertrauensurannes August Hildebrandt. In bezug auf die Entfendung eines Delegirten nach London wurde beschlossen, sich mit den anderen Wahlkreisen Thüringens zur gemeinschafts zu sehen. lichen Absendung eines Delegirten für Thüringen in Verbindung Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Rom, 4. Juli. Im weiteren Verlaufe der Sigung fehte die Deputirtenfammer die Generaldiskussion über den Gefeßentwurf betreffend die Einsetzung eines Zivilkommissars in Sizilien ohne Zwischenfall fort und vertagte die Weiterberathung auf Montag. Am Schlusse der Sigung erklärte Ministerpräsident Marchese di Rudini in Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten Imbriani, die von der ,, Agenzia Stefani" veröffentlichte Note über seine Ansführungen in betreff des Dreibundes in der Kammerfitzung vom 1. d. Wits. sei von ihm eigenhändig verfaßt worden, weil es seine Pflicht gewesen sei, seine Worte in ihrer einzig wahren Bedeutung wiederherzustellen, nachdem er erfahren - Ein recht sonderbares Strafmandat wegen habe, daß man seinen Worten, mit denen er auf die AusfühVerunreinigung der Straße fonnte vor kurzem das rungen Fortis erwidert habe, eine Deutung gegeben habe, die Hamburger Echo" seinen Lesern als Kuriofum mittheilen. Die weder er noch Fortis noch sonst jemand in der Kammer denfelben gegeben habe. Rudini fügte hinzu, wenn die Kammer Chikago, 4. Juli. Unter den Delegirten für die bevor Bolizei hatte nämlich in der Anwandlung eines gewiffen Rein seinen Erklärungen den Sinn beigelegt hätte, wie es irrthümlich stehende demokratische Konvention, soweit sie Gilber- lichkeitsgefühls, was in anbetracht der Hamburger Verhältnisse allgemein auffallen dürfte, in dem Wegwerfen der von den andere gethan hätten, dann hätte sie( die Kammer) wahrschein- anhänger sind, scheint eine starke Neigung zu gunsten der Auf Kellnern vertheilten Flugblätter eine Verunreinigung der Straßen lich nicht die äußere Politit der Regierung gebilligt, was sie stellung des Senators Teller als demokratischer Präsident- erblickt. Die Achtung vor der Umeficht der Polizei wird aber doch gethan habe.( Alseitige Zustimmung.) Imbriani er- schaftskandidat zu herrschen. Teller, welcher Republikaner ist, noch gewaltig steigen, wenn die Bevölkerung erfährt, daß die widert, deutschen und österreichischen Blätter zufolge scheine ist aus der republikanischen Konvention wegen deren Annahme hochpeinliche Behörde durch die Konfiskation der nicht auf die der Dreibund bis zum Jahre 1908 verlängert zu fein. der Goldplante ausgeschieden. Die Goldleute scheinen hier teine Straße geworfenen Flugblätter auch Verkehrsstörungen beseitigte. Redner spricht sein Bedauern darüber aus, daß die Regierung Fortschritte zu machen. Dem Rechtsvertreter der Kellner, Herrn Dr. Suse, ist nämlich hierüber keine Erklärungen abgeben wolle.( Lärm.) Der New- York, 4. Juli. Während der Feier der Unabhängig ein Der Rath und Abtheilungs- Vorstand( ges.) Dr. Roscher" Präsident ertheilt verschiedene Ordnungsrufe. Die Sigung wird feits- Erklärung in Tammany Hall" wurde ein Brief des Präsi- unterfertigtes Schreiben zugegangen, mit der Mittheilung, daß geschlossen. denten Cleveland verlesen, in welchem derselbe erklärt, die ihm anliegend die Flugblätter, welche seinerzeit vor dem Heitfreie Silberausprägung dürfe nicht in das demokratische Pro- mann'schen Lokale vertheilt find", ausgehändigt würden ,, na ch gramm aufgenommen werden. dem die durch Vertheilung dieser Eremplare Ecuador. Nach einem Telegramm aus Guayaquil hervorgerufenen öffentlichen Verkehrsstörungen hat der provisorische Präsident von Ecuador, General Alfaro, beseitigt find." die Aufständischen unter General Bega vollständig geschlagen. Rio de Janeiro, 5. Juli. Gestern Abend platte vor einem Spielhause eine Dynamitbombe, worauf das Haus von bewaffneten Personen angegriffen wurde. Eine Anzahl Personen wurde getödtet und verlegt. Man glaubt an ein Ein verständniß der Polizei. - Ueber den Dreibund dauert die Polemit fort. Rubini hat einem Freund telegraphirt, der Dreibund gewähr leiste die italienischen Interessen in ihren allgemeinen Linien und auch im Mittelmeer"; und Crispi hat irgendwohin telegraphirt, der Dreibund sei eine heilbringende Wohlthat". " Auch das Papier, auf das er geschrieben ist, kann unter Umständen eine heilbringende Wohlthat" sein. Spanien. Madrid, 4. Juli. Deputirtenkammer. Silvela, der Führer der konservativen Dissidenten, verliest eine Erklärung als Antwort auf die Thronrede. Er spricht der Regierung seine Anerkennung aus für ihr kriegerisches Vorgehen, tadelt jedoch ihre politische Apathie auf Kuba. Silvela bedauert, daß die Regierung nichts versucht habe, um Spanien aus seiner isolirten Stellung zu bringen, und fordert Maßnahmen zur Hebung des moralischen und politischen Sinnes im Lande. Partei- Nachrichten. Zum besseren Verständniß sei bemerkt, daß die Rellner in dem Flugblatt die Gründe darlegten, die zur Sperre über das Heitmann'sche Lokal führten. Beide Maßnahmen entbehren nicht eines gewissen humoristischen Beigeschmacks. Man steht aber, welche Kunstgriffe eine ftrebsame Behörde, die ihren Eifer im Rampfe gegen die Sozialdemokratie betunden möchte, anwendet, um die Beweise ihrer staatserhaltenden Thätigkeit zu liefern. Daß die Leutchen dabei möglichst ungeschickt zu Werte gehen, ist nie für uns zum Nachtheil gewesen. Alellor Wehlan vor dem kaiserlichen Disziplinarhof. Der Bürgermeister Suchsland in Luckenwalde ist unseren Parteigenossen nicht mehr unbekannt. Er bemühte sich in letzterer Zeit ganz besonders, den staatsgefährlichen Ideen der Sozialdemokratie nachzuspüren. Daß ihn dabei nicht immer das Glück hold war, können wir ihm nicht besonders Aus Leipzig wird uns vom 6. Juli berichtet: Wie er Judenverfolgungen. Der bereits telegraphisch zur Last legen, er theilt dieses Schicksal mit manchem innerlich, wird Assessor Wehlan, der Anfang 1892 vom Aus erwähnte Bericht der Daily News" aus Odessa über eine anderen tapferen Kämpfen. Daß ihm bei seiner Viel- wärtigen Amte als Attaché des Gouverneurs v. Bimmerer nach Judenverfolgung in dem Städtchen Mizabisch im Gouvernement feitigkeit und seinem geschäftlichem Eifer auch ein Kamerun gesandt wurde, beschuldigt, verschiedene Grausams Riew enthält noch folgende Einzelheiten: grober Frrthum unterlaufen kann, davon giebt folgender inter- feiten gegen Aufständische in Kamerun begangen, außerdem " Rußland. harte Ein Offizier, dessen Rang nicht angegeben wird, hatte essante Rechtsstreit Kunde: Herr Suchsland war in einem wegen verhältnißmäßig geringer Vergehen sehr in der Umgebung der Stadt gejagt und kehrte bei seiner Rück- Verwaltungsstreitverfahren, das zwischen ihm und dem Konfum- Strafen gegen die Bewohner des deutschen Schutzgebietes verfehr ins Lager in einer von einem Juden gehaltenen Kneipe verein in Luckenwalde schwebte, als Beuge geladen aber hängt, Geständnisse durch Prügelstrafe und zwar zumeist unter der Stadt ein. Er ließ sich ein Glas Schnaps geben und setzte nicht erschienen, trotzdem lief nachträglich eine Liquidation Anwendung der Flußpferdpeitsche expreßt und endlich wegen fich, offenbar ermüdet, an den einzigen im Bimmer befind- von 31 Mark Zeugengebühren ein, die auch von an der Nichtbezahlung von Privatschulden die Prügelstrafe angewendet lichen fleinen Tisch, an dem ein russischer Bauer faß, der Gegenpartei gezahlt wurde. Nunmehr wurde aber in zu haben. gerade feine Mahlzeit beendete. Anstatt sich ruhig auf bezug auf diese Forderung eine Klage wegen unrechtmäßiger Aus diesem Anlaß wurde die Anklage wegen Disziplinar den ihm hingestellten Stuhl zu sehen, schritt der Offi- Bereicherung angestrengt, die in erster Instanz zur Freisprechung vergehens gegen Wehlan erhoben. Letterer hatte sich des zier auf den Bauer zu und schimpfte in den gemeinsten Aus- des Verklagten führte, weil das Gericht annahm, Herr Suchsland halb am 7. Januar d. J3. vor der kaiserlichen Disziplinarbrücken, weil derselbe sich nicht erhoben und der kaiserlichen habe wohl die Reise nach Berlin gemacht, aber nur den Termin fammer zu Potsdam zu verantworten. Der Vertreter der Uniform nicht den gehörigen Respekt erwiesen habe. Der Bauer versäumt. Dadurch, daß von der Gegenpartei die Beugen Staatsanwaltschaft, Legationsrath Rose, beantragte die erwiderte höflich, daß er nicht verpflichtet sei, jeden Offizier zu gebühren gezahlt wurden, mit der Abficht, Herrn Suchsland später höchste zulässige Strafe, d. t. die Dienstentlassung Angeschuldigten. grüßen, da er nicht Soldat sei. Darauf griff der Offizier den zu denunziren, tönne eine unrechtmäßige Bereicherung nicht gefunden des Der Gerichtshof erachtete den Bauer in brutaler Weise an, indem er mit seinen Fäusten den werden u. s. w. Da nun die Annahme nahe lag, daß Herr Suchsland Angeschuldigten für schuldig, seine Amtspflichten verletzt zu haben Kopf und die Brust desselben bearbeitete. Der Bauer leistete überhaupt nicht zur Wahrnehmung des Termins nach Berlin und erkannte deshalb auf Versehung in ein anderes teinen Widerstand, sondern versuchte aus der Kneipe heraus zu gereift war, so wollte man ihn unter seinem Eid fragen, wie Amt mit gleichem Range und auf 500 Mark Geld= tommen. Das sette den Offizier noch mehr in Wuth und in sich die Sache verhalten habe. Jedoch soweit kam es nicht ftrafe. Der Vorsitzende des Gerichtshofes, Landgerichtswenigen Minuten war der Bauer bis zur Bewußtlosigkeit ge- Herr Suchsland zahlte freiwillig die 31 M. und damit hat die präsident ympius, begründete das Urtheil ungefähr schlagen; Kopf und Gesicht desselben waren blutüberströmt. Der für Suchsland gewiß sehr heitle Geschichte ihr Ende. Den folgendermaßen: Wenn auch betreffs der Behandlung der = Der Vorstand der Innung Leipziger Buchdruckereibefizer. Julius Mäfer, stellvertretender Vorsitzender. Gingeborenen in Kamerun feine Gesetze vorhanden waren, I hatte, das Schuldgefängniß auch überfüllt war, so sagte ich Es hat somit die überwiegende Mehrheit der in betracht so hätte der Angeschuldigte doch sich diejenigen Gesetze als mir: ebenso wie ein Vater seine Kinder züchtigt, um kommenden Prinzipale und Gehilfen den Tarif anerkannt. Der Grundlage dienen lassen müssen, die allen gebildeten Völkern zur sich nicht später selbst Vorwürfe zu machen, so sei es ebenso unterzeichnete Vorstand hat daher beschlossen, sämmtlichen MitRichtschnur dienen. Der Gerichtshof hat in dem Umstande, daß geboten, die Leute wegen böswilliger Verweigerung gliedern die Einführung des Tarifs für alle Gehilfen zu empfehlen der Angeschuldigte dem August Bell durch Verabreichung von 60 5er Bezahlung ihrer Privatschulden prügeln und dem Ermessen eines jeden einzelnen anheimzugeben, welche Hieben ein Geständniß erpreßt hat, eine Amtsverletzung erblickt. zu lassen. Dies Mittel hat auch geholfen und dazu bei- Maßnahmen zu treffen sind, um bei den Gehilfen den Tarif Daffelbe Bergehen hat der Gerichtshof darin gefunden, daß der getragen, daß die Kameruner von den weißen Kaufleuten wieder vollständig zur Anerkennung zu bringen. Angeschuldigte den Agatje so lange hat schlagen lassen, bis dieser Kredit erhielten.- Präs.: Sie hatten doch aber weder nach Diejenigen Firmen, welche die Anerkennung des Tarifs der den Hehler genannt hat. Es mußte dem Angeschuldigten be- deutschem noch nach afrikanischem Recht die Befugniß, die Prügel- Jnnung noch nicht angezeigt haben, werden hiermit noch be= tannt sein, daß er eine derartige Erpressung zur Erlangung strafe wegen Nichtbezahlung von Privatschulden zu ver- sonders ersucht, diese Anzeige umgehend zu erstatten, damit dieeines Geständnisses nicht ausüben durfte. Bezüglich der hängen. Wehlan: Ich fah einen anderen Ausweg selben in das Verzeichniß der tariftreuen Buchdruckereibesizer, Büchtigungen des Agatje und des Gosti hat der Gerichtshof nicht, um dem schreienden Uebelstande zu steuern. Bis welches dem Rathe der Stadt Leipzig eingereicht wird, aufteine Amtsverletzung gefunden, da diese der Disziplinargewalt dahin wurden wegen Nichtbezahlung von Privatschulden mehr genommen werden können. des Angeschuldigten unterstanden. Dagegen hat der Gerichts- fach ganze Dörfer niedergebrannt. Ich sagte mir Im weiteren werden die Mitglieder ersucht, bezüglich der hof in der Behandlung des Dolmetschers Etecti eine daher, ehe ich zu diesem grausamen Mittel greife, wende ich Arbeitszeit für die Maschinenmeister noch keine bestimmten AbAmtsverlegung erblickt. Die Tödtung der drei Gefangenen lieber die Prügelstrafe an.- Präs.: Die Niederbrennung machungen zu treffen und die Berathungen der zu diesem Zwecke an sich war feine Amtsverlegung. Der Angeschuldigte befand der Dörfer geschah doch aber nicht durch rich von der Junuung ernannten Kommission, welche entsprechende sich im Kriegszustande und hatte als Führer für die Sicherheit terlichen Beschluß?- Wehlan: Doch, Exzellenz. Vorschläge im Laufe der nächsten Woche dem Vorstande unterfeiner Truppe zu sorgen. Dagegen war die Art der Ausführung Unter Herrn v. 3 im merer ist dies mehrfach geschehen. breiten wird, abzuwarten. eine Grausamkeit, die eine Amtsverlegung in sich schließt. Der Es sind auch verschiedene Beschwerden beim Auswärtigen Amt Hochachtungsvoll Angefchuldigte sagt: Er habe den Befehl gegeben, die Ge- eingegangen, es ist aber niemals barauf etwas erfolgt. fangenen zu tödten, aber nicht mittels Pulver und Blei. E3 Ein weiterer Anklagepunkt ist folgender: Wehlan hat bei wäre jedoch Sache des Angeschuldigten gewesen, die Tödtung zu einer Expedition gegen die Aufständischen Mabäer drei Gefangene Wie dem Zirkular zu entnehmen ist, hat die große Mehrzahl überwachen. In dem Gespräch betreffs der Stalpirung hat der gemacht. Diese wurden unter Püffen und Stößen nach der Buchdruckergehilfen, troh der entgegengesezten Weifung der Gerichtshof nur ein beiläufiges Gespräch gesehen. Endlich hat dem Dampfer Nachtigall" und von dort nach Batangah gebracht. Verbandsleitung, die Tarifgemeinschaft schriftlich anerkannt. der Gerichtshof in der Verhängung der Prügelstrafe wegen Dort wurden die drei Gefangenen an der Faktorei von Janzen Diese jammervolle Stellung der Gehilfen gereicht ihnen Nichtbeitreibung von Privatschulden eine Amisverlegung erblickt. und Thormölen festgebunden. Einem dieser drei Gefangenen ge- um so weniger zur Ehre, als auch bei den Ver Der Angefchuldigte mußte als Richter wissen, daß er in Fällen, lang es, mit Hilfe eines schwarzen Kochs von der Faktorei Wör- handlungen der Tarifkommission den Unternehmern teine tein öffentliches Interesse vorlag, zur Verhängung mann, zu entkommen. Es wurden dem Flüchtling einige Schüsse derartige Befugniß eingeräumt wurde und die Anerkennung des der Prügelstrafe nicht befugt war. Bei der Strafabmessung nachgesandt, diese trafen aber nur einen schwarzen Boy. Wehlan Tarifs und durch die Organisation erfolgen kann. Dieses Aufhat der Gerichtshof erwogen, daß der Angeklagte ein pflichttreuer ließ nun den Roch festuehmen, ebenfalls an der Faktorei von oftroviren des Tarifs jedem einzelnen gegenüber bedeutet eine Beamter war und daß er jung und unerfahren nach Kamerun Janzen und Thamölen fest binden und befahl außerdem, Herabsetzung der Organisation und ist nur dazu angethan, die ging und endlich, daß er unter Aussicht des Gouverneurs die Gefangenen fester zu schließen. Endlich gab Stimmung gegen die Tarifgemeinschaft zu verschärfen. v. Zimmerer stand, dessen Pflicht es gewesen wäre, die Hand- er dem Unteroffizier Leronich den Befehl, die drei Ge In der neuesten Nummer des Correspondent" giebt der lungen des Angeschuldigten zu überwachen und seinen Amts- fangenen zu tödten und zwar ohne Anwendung Verbandsvorsitzende Döblin bekannt, daß er den„ Corüberschreitungen entgegenzutreten. Aus diesen Gründen hat der von Pulver und Blei. Am andern andern Morgen respondent"-Redakteur G as ch wegen verleumderifcher Beleidigung Gerichtshof nicht auf die härteste Strafe, sondern so, wie ge- wurden die zwei gefangenen Aufständischen nebst dem verklagen will, weil letterer die Leitung des Verbandes als schehen, erkannt." Gegen dieses Urtheil hat der Vertreter des Wörmann'schen Roch mit durchschnittenen Hälfen, dienstbar der Polizei, den Unternehmern und der kapitalistischen Auswärtigen Amtes, Legationsrath Rose Berufung eingelegt. In aufgeschlitten Bäuchen und abgeschlagenen Politit bezeichnet hat. Röpfen vorgefunden. Ein christlicher Missionar sorgte für die Wegschaffung und Beerdigung der Leichen. Wehl an bemerkt: Er hatte den ausdrücklichen Befehl gegeben, die drei Leute aufzuhängen. Diesen Befehl mußte er geben, wenn die Expedition gelingen sollte. Er befand sich im Kriegszustande und mußte für die Sicherheit seiner Truppe sorgen. Die Ausführung des Befehls fonnte ich nicht überwachen. Ich hatte zu dem Leronich das Vertrauen, daß er den Befehl entsprechend ausführen werde. 100 der Begründung derselben führt Legationsrath Rose an, daß die Handlungen des Angeklagten eine solch milde Strafe, wie von Der Disziplinarkammer zu Potsdam erkannt, nicht rechtfertigen. Die Schwere der Vergehen erfordere die Verhängung der höchsten zulässigen Strafe. Er beantrage daher, das Urtheil der Disziplinar fammer vom 7. Januar d. J. aufzuheben und auf Dienstentlassung zu erkennen. Infolge dessen hat sich Wehlan heute vor dem kaiserlichen Disziplinarhof hierselbst zu verantworten. Wehlan heißt mit Vornamen Alvin Karl. Er ist am 12. November 1860 zu Stotthoff in der Niederlausitz geboren und evangelischer Konfession. Er ist der Sohn eines Landwirths. Bis zu seinem 14. Lebensjahre besuchte er die höhere Knabenschule zu Lübbenau und aldann das Gewerkschaftliches. Achtung, Luxuspapier- Branche! Am Mittwoch, 8. Juli, abends 7 Uhr, große öffentliche Versammlung im großen Saal der Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Kollegen und Kolleginnen! Der wichtigen Tagesordnung wegen ist zahlreiches Erscheinen nothwendig. Alles nähere siehe morgen im Inserat des „ Vorwärts". Damit dürfte die Sache des Herrn Döblin schwerlich ges fördert werden. Der neue Buchdruckertarif wurde von der Innung Dresdener Buchdruckereibefizer anerkannt. Damit tritt zugleich eine 10 prozentige Erhöhung der Druckpreise in kraft, d. h. bie Buchdruckereibefizer wälzen die Kosten reichlich auf die Konfumenten ab. In der Kartonagefabrik von G. Ohlekopf in Hannover befinden sich die Kartonagezuschneider im Ausstand. In Offenbach sind die Huf- und Wagenschmiede mit folgenden Forderungen an die Unternehmer herangetreten: 1. Abschaffung von Koft und Logis, 2. Einführung der zehnfündigen Arbeitszeit ohne Kürzung des Lohnes, 3. ein Mindeſt= lohn von wöchentlich 15 M., 4. für jede Ueberstunde 25 pet. der größten Betriebe sind die Forderungen bereits bewilligt. Zuschlag, 5. Zahlung des Lohnes Sonnabend Abend 6 Uhr. In 5 Friedrich- Wilhelms- Gymnasium zu Rottbus, auf dem er 1882 das Abiturienteneramen machte. Er studirte alsdann in Berlin Rechts- und Staatswissenschaft und wurde im Jahre 1885 Referendar. Als solcher arbeitete er auf dem Amtsgericht zu Lübbenau, auf dem Landgericht zu Rottbus und zuletzt auf dem Zum Bierboykott in Karlsruhe. Eine Versammlung der Rammergericht zu Berlin. Während seiner Referendarzeit genügte Gastwirthe, die am 1. Juli in Karlsruhe tagte, um Stellung Mehlan als Ginjährig Freiwilliger feiner Militärpflicht. Er in zum Bierboykott zu nehmen, nahm folgende Reſolution an:„ Die Die Berliner Klempner zeigen in lezter Beit eine große Reserve- Offizier des Leib- Grenadier- Regiments„ König Friedrich Nachlässigkeit in der Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber der versammelten Wirthe sind der Ueberzeugung, daß die Forderungen Wilhelm III." Im Jahre 1890 machte Wehlan die große Staats- Organisation. Besonders fehlen die Delegirten aus den einzelnen der Brauereiarbeiter feine übertriebenen sind und daß die Herren prüfung. Im Jahre 1891 trat Wehlan als Hilfsarbeiter ins Werkstätten bei den betreffenden Sitzungen. Es wäre deshalb zu Bierbrauereibesitzer dieselben bewilligen sollten, um den ausAuswärtige Amt ein und wurde von diesem im Februar 1892 wünschen, daß die Berufsgenossen besser auf die Wahrnehmung gebrochenen Boykott zu beseitigen. Durch den Boykott selbst ist nach Kamerun gesandt. Am 7. März 1892 traf er in Ramerun tretung sorgen. Einige Fabriken versuchen bereits, ihrer Interessen achten und für eine präzise Ver eine große Anzahl unserer Kollegen aufs schwerste geschädigt. ein und verblieb daselbst bis zum 12. August 1893. faale des Reichsgerichts- Gebäudes statt. Kamerun und trauensmann. an zu zu treten hat. Als billig und gerecht verlangen wir während stehenden Schaden von den betr. Brauereibefizern eine ent der Dauer des Boykotts für den entstandenen event. noch ent ber Dauer des Boykotts für den entstandenen event. noch ent sprechende Entschädigung oder die Einwilligung, bis zur Beendigung des Boykotts Bier aus nicht boykottirten Brauereien, welche dem Ning nicht angehören, beziehen zu dürfen, da durch außergewöhnliche Ereignisse jeder Vertrag vorläufig seine Wir tung verlieren muß." Die Die Verhandlungen finden in einem sehr eleganten Parterre- den Errungenschaften des letzten Streits einzelne Abstriche Deshalb beschließt die heutige Versammlung eine Rommission zu machen. Wir bitten deshalb die Kollegen, alle der- 3 wählen, die mit den Brauereibefizern in Unterhandlung Den Vorsitz des Disziplinarhofes führt der Chef- Präsident berartigen Vorkommnisse sofort der Organisation zu melden. Die des Reichsgerichts, Wirtl. Geh. Rath Dr. v. Dehlschläger. Sammlungen find gleichfalls sehr mäßig ausgefallen. In an Als Vertreter der Staatsanwaltschaft fungirt Regierungs- Affeffor betracht der gegenwärtigen Situation iſt es bringend nothDr. v. Buri. Justizrath Aßmy( Potsdam) ist am Erscheinen wendig, daß jeder seine Pflicht erfüllt. F. Zimmermann, Ververhindert, an dessen Stelle führt Rechtsanwalt Bogens( Leipzig). die Verhandlung. Den Verhandlungen wohnt Prinz Albert von Bum Streit im Eulengebirge. Die Situation hat sich Sachsen, außerdem ein ziemlich zahlreiches, distinguirtes Publikum wieder etwas zu gunsten der Streitenden geändert. Am 1. Juli bei. Wehlan erscheint im Frack, mit weißer Kravatte, weißen Hand- wurden drei ältere Weber der Firma B. Neugebauer Söhne Der Beschluß geigt eine weit verständigere Auffassung der schuhen und Lactstiefeln im Saale. Die Verhandlung beginnt zu einigen Beamten dieser Firma beschieden und ihnen von Situation, als sie seinerzeit von einem großen Theil der Berliner mit dem Referat des Reichsgerichs- Raths Dr. Dishausen. Diesen mitgetheilt, daß Herr Neugebauer mit dem Arbeiter- Gastwirthe beliebt wurde. Der Angeschuldigte Wehlan erklärt auf Befragen des Präsi- Ausschuß nicht mehr verhandeln möge. Eine Einigung denten: er habe den Bell nicht schlagen lassen, weil er den Dieb- aber müsse zu stande fommen, deshalb würden sie( die Beamten) streitenden Arbeiter ist das Einigungsamt des Gewerbegerichts Bum Bildhauerstreit in Stuttgart. Von seiten der stabl geleugnet hatte, sondern weil er sich bei der Berhandlung bei Herrn Neugebauer vorstellig werden und diesen veranlassen, um Bermittelung angerufen. ungebührlich benommen hatte.- Präs.: Worin bestand das mit drei älteren Webern zu verhandeln. Herr Neugebauer be ungebührliche Benehmen? Die Bemerkung des Bell: er ent- merkte ihnen, daß er gewillt sei, auch von den Parchendartikeln der Tischlergehilfen ist endgiltig beschlossen! Die heute Die Streifbewegung in Wien. Die Aussperrung stamme einer Königsfamilie, er sei der Neffe des King Bell 10 Pf. pro Stück und 20 Pf. pro Doppelstück Lohnerhöhung zu beim Gewerbe- Inspektor gepflogenen Unterhandlungen zwischen und stehle infolgedessen überhaupt nicht, kann man doch nicht als gewähren. Als nun die Arbeiter dem Herrn Neugebauer unungebührliches Benehmen" bezeichnen, das eine so harte Prügel zweideutig bewiesen, daß diese Lohnerhöhung äußerst gering ift Unternehmern und Arbeitern haben sich zerschlagen. Welchen strafe rechtfertigt. Wehlan: Bell war in Kamerun als gegen die früher üblichen Löhne, schlug er den Unterhandelnden Umfang die Aussperrung annehmen wird, bleibt abzuwarten. Uhrendieb bekannt, er war außerdem der erste Dirnenhalter in vor, zwei breite Stühle zu übernehmen. Ueber diese Form der Der Streit der Wagner scheint unvermeidlich. war überhaupt ein sehr übelbeleumundeter Bohnerhöhung sind die alten Arbeiter nun nicht wenig erstaunt. Arbeiter fordern: zehnstündige Arbeitszeit, Abschaffung von Kost Mensch. Die Bemerkung: Ich bin der Neffe des King Bell" Herr Neugebauer sagt, sie sollten nur den Versuch machen und sie und Logis beim Meister und Gewährung einer zehnprozentigen hat mich nicht veranlaßt, ihn prügeln zu lassen, sondern weil er würden fehen, daß es sich viel besser über zwei breite Stühle ohnerhöhung. Die Unternehmer lehnten die Forderungen ab. sich in der That sehr ungebührlich und frech benommen hatte. arbeite als über einen. Die sogenannte Maschinenarbeit tönne Ju Sanok( Galizien) stehen 200 Bauarbeiter im Ausstand. Im übrigen hat Bell nicht 80, sondern höchstens 20 Hiebe erhalten. er nicht besser bezahlen, da er hierfür so wie so die höchsten Sie verlangen Zohnausbesserung und den zehnstündigen Ar-Präs.: Merkwürdig ist nur, daß weder der Protokollführer Preise bezahle. Letzteres ist sehr zu bezweifeln, denn dieselbe beitstag. Müller noch Dr. Vallentin, noch der Polizeimeister Wiaszkowski Arbeit wird auch an anderen Orten gemacht und dort verdienen Der Streit in den Berg- und Hüttenanstalten des von ungebührlichem Benehmen etwas wahrgenommen haben. die Weber mehr als 5 und 6 m. pro Woche. In betreff der Grafen Potocki in Siersza( Galizien) endete nach fünf Tagen mit Wehlan: Es ist aber dennoch vorgekommen. Im Uebrigen Lohnerhöhung für Schüler und Andreher erwähnte Herr Neu- einem glänzenden Siege der Arbeiterschaft. Die Arbeiter ermuß ich bemerken, daß die Verhandlung sehr schnell von statten gebauer nichts; ebenso wenig sprach er von der so nothwendigen hielten durch Vermittelung des Bergkommissärs und des Bezirks. ging. Herr Gouverneur v. Zimmerer sagte mir selbst: Die Bewilligung der 10ftündigen Arbeitszeit. Dafür machte man hauptmanns folgende Bedingungen festgesetzt: 1. Wird ihnen im Büchtigung des Bell könne nicht so arg gewesen sein, denn sonst aber die leere Drohung: die Fabrik ein halbes Jahr Winter wie im Sommer 10 Metergentner Rohle gewährt, ohne hätten sich die Schwarzen zweifellos, wie das bisher gewöhnlich zu schließen, wenn die Streifenden jetzt nicht die Arbeit auf daß sie die Pflicht haben, diese allein heraufzubefördern. 2. Die geschehen, bei mir geschwert. Nun bemerke ich die Verhandlung nähmen. Man will also eventuell die Fabrit ganz schließen, aber Häuer erhalten 2 Kr., die Schlepper 1 Kr. Lohnerhöhung per gegen Bell fand Anfang Mai 1893 statt, und Herr die Arbeitszeit um eine halbe Stunde zu verkürzen, das hält man Wagen. 3. Die Maurer 10 Stunden und 10 Kr. mehr. v. Zimmerer ging im August 1893 von Kamerun fort. für unmöglich. Daß die oben angeführte Drohung die Streifenden 4. Die Hüttenarbeiter bekommen 10 Kr. mehr per Schicht und Präs.: Bell war nach dem Busch entflohen, es ist daher sehr nicht im mindesten schreckt beweist, daß diefelben in start be- einen Liter Bier. erklärlich, daß er sich versteckt gehalten hat. Wehlan: suchter Versammlung und bei Die Branerei Haas in Zürich, über welche zuerst der Aber die Verwandten des Bell hätten sich doch beschweren abgabe einstimmig beschlossen, sich nicht mit den Boykott verhängt worden, hat deshalb gegen das Bundeskomitee tönnen. Präs.: Auf grund welcher Umstände tamen Sie oben erwähnten geringfügigen Bugeständnissen zu begnügen, des Gewerkschaftsbundes eine Entschädigungsklage auf 10000 Fr. nun zu einem Schuldigspruch? Wehlan: Weil die Indizien sondern auf den alten Forderungen( zehnstündige Ar- erhoben. Am gleichen Tage hat das Züricher Obergericht das zweifellos für die Schuld Bell's Sprachen. Wehlan bricht beitszeit und 25 pet. Lohnerhöhung) zu beharren. Wenn Herr bezirksgerichtliche Urtheil, welches die Entschädigungsklage der im Laufe dieser Bernehmung in Thränen Neugebauer verhandeln wollte, erklärten die Streifenden weiter, Glasermeister auf 3000 Fr. gegen das Bundeskomitee wegen des Der folgende Anklagepunkt ist: Die Polizeisoldaten so sei ihre legitime Vertretung der Arbeiterausschuß; an diesen Glaserstreits abwies, bestätigt. Die Brauerei Härlingen in Agatje und Harne hatten einen Koffer gestohlen. Agatje möge fich Herr Neugebauer wenden. Gelder sind an H. Kräßig, Zürich hat in ihrem Namen und in dem zweier anderer hatte den Koffer geständlich an einen Kameruner verkauft, er Langenbielau, III. Bezirk zu senden. Brauereien den Vorstand der Winterthurer Arbeiter- Union wegen gab jedoch vor, diesen Kameruner nicht zu kennen. Wehlan ordnete an, die Diebe ins Gefängniß zu sperren und mehrfach fort. Die Innungsmeister haben sich in den letzten Tagen zu schaft läßt sich aber nicht einschüchtern. In Leipzig dauert der Ausstand der Glaser unverändert eines Boykott- Juferates verklagt. Am nächsten Sonnabend sollen alle organisirten Brauergehilfen entlassen werden. Die Arbeiter mit der Flußpferdpeitsche zu schlagen bis es durchwiederholten Malen an ihre auswärtigen Zunftbrüder sowie an schaft läßt sich aber nicht einschüchtern. tommt". Agatje follte so lange geschlagen und bei Wasser alle Arbeitsnachweise und Herbergen behuss Zuweisung tüchtiger Lille, den 6. Juli. Alle Gießer in den hiesigen me und Bananen gefangen gehalten werden, bis er den Hehler Tischler und Glaser gewandt. Um die Hilfe von Raußreißern tallurgischen Fabriken, 1800 an der Bahl, sind in den Ausstand genannt habe. Wehlan bemerkt: Er habe die diebischen jammern die durch Arbeitsanhäufung hart bedrängten Innungs- eingetreten. Bolizeifoldaten lediglich wegen Gehorsamsverweigerung schlagen helben, denn es haben gegen 70 Streifende bereits Leipzig ver- Brest, den 6. Juli. Der Streit der Sardinen- Ronferven laffen. In einem dritten Falle wird Wehlan beschuldigt, daß er einem seiner schwarzen Diener, den er im Berdacht hatte, lassen und der Zuzug von Glafern war bisher sehr minimal. büchsenarbeiter an der bretonischen Küste ist beendet. ihm 20 Bigarren gestohlen zu haben, 20 Siebe" bis es durch Wenn Zuzug auch weiter ferngehalten wird, so ist der volltommt" habe verabfolgen laffen. Weh Ian bemerkt: Dieser Diener ständige Sieg in furzer Zeit auf seiten der Ausständigen. aus. Wehlan " geheimer Stimm hatte ihm außer den 20 Zigarren mehrere Wäschestücke und Zur Buchdruckerbewegung. Im Gau Frankfurt- Seffen Depeschen und lehte Nachrichten. = Hessen wundet. ziemlich hohe Geldbeträge gestohlen. Diese Prügelstrafe war wurden die Anhänger der Tarifgemeinschaft im ersten Wahl- Hamburg, 6. Juli.( Privattelegramm des Vorwärts".) feine gerichtliche, sandern eine Disziplinarstrafe, wie man gange gewählt. Abgegeben wurden ungefähr 550 Stimmen, von Am Neubau des Unternehmers Döring stürzte das Gerüst etwa in Deutschland einen Dieb prügelt, wenn man ihn denen etwa 300 Stimmen auf Karl Dominé Frankfurt und ein. Zwei Arbeiter find todt, fünf schwer, mehrere leicht verbeim Diebstahl ertappt. Ein fernerer Anklagepunkt ist: A. Hartmann- Kassel fielen. Wehlan habe die Eingeborenen von Kamerun wegen Nicht- Die Jnnung der Leipziger Buchdrucker hat an bezahlung ihrer Privatschulden in etwa 18 Fällen prügeln lassen. ihre Mitglieder folgendes Birkular erlassen: Die Prügelstrafe bestand gewöhnlich in 10 Hieben mit der Leipzig, den 3. Juli 1896. Flußpferdpeitsche, die sich mehrfach wiederholte und sich bis An die verehrlichen Mitglieder! 50 Hiebe steigerte. Wehlan sagt: Als er nach Kamerun Hierdurch bringen wir Ihnen zur Kenntniß, daß bis heute fam, wurde ihm von den meisten Raufleuten geklagt, daß die früh 9 Uhr 72 der Innung angehörende Firmen sowie 1477 bei Kameruner sich böswillig weigerten, ihre Privatschulden zu bes denselben beschäftigte Gehilfen den deutschen Buchdruckertarif vom zahlen. Da ich mich überzeugte, daß dies böswillig geschah und 1. Juli 1896 unterschriftlich anerkannt und 219 Gehilfen die die Einsperrung ins Schuldgefängniß absolut keinen Erfolg unterschriftliche Anerkennung verweigert haben. Budapest, 6. Juli.( W. T. B.) Die Gemeinde Ruzsin im Saroser Komitat ist gänzlich niedergebrannt; 36 Häuser mit Nebengebäuden sind eingeäschert. Eine Frau ist verbrannt. Larnaka, 6. Juli.( W. Z. B.) Auf Cypern finden fortgefekt heftige Erdstöße statt. In Limassol herrscht allgemeine Panit. Die Behörden verfahen die Bevölkerung mit Belten. Auch die Regierungsbureaus, die Bank und das Telegraphenamt find in Zelten untergebracht. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage Beilage zum„VoMiirts" Berliner VolMatt. Uv. 136. Dienstag, den'7. Inli 1896. 13. Jahrg. Lokales. Tie ZeitungSabounente» in Adlershof, welche Wochen- tngs ihr Blatl an der Bahn erhallen, werden fnr den Fall, daß sie nicht fahren sollten, gebeten, ihre Zeitung am nächsten Tage an der -Lahn einzufordern oder sie bei Frau Hempel, Oppeuftr. 1 event. bei Frau Plöger, Genossenschaflsstr. 21 abzuholen. Der Fall Hermann Friedmann giebt der bürgerlichen Presse je nach der Parteistellung Gelegenheit, entweder generell gegen die Börse loszuziehen, oder auch die Einzelperson des Ber- urlheilten als einen abnormen Zlusivurf der engelreinen Börsen- menfchheit hinzustellen. In letzterer Darstellung gefällt sich uamentlich die„Boss. Ztg." als Organ des in allen Finanz- gcschäflen ehrbaren Bürgerthums. Allerdings kann die Person des Friedman» nicht ganz von seiner Umgebung losgelöst werden. Aber was man nicht erklären kann, sieht man als blaues Wunder a». So jammert denn die„Boss. Ztg." hilflos:„In der That, der schlichte Bürger vermag nicht zu fassen, wie ein solcher Mensch, an dessen Zurechnungsfähigkeit jetztZweifel erhoben werde», zum Leiter einer Bank gemacht, wie er lange Zeit an ihrer Spitze geduldet werden konnte, wie sich Aktionäre und Gläubiger sein Thun und Treiben gefallen ließen und Männer, die längst von seinen Gaunerein Kenntniß hatten, durch die Unter- lassung der Anzeige ihm die Möglichkeit zu weiteren schufen. Ein widerwärtiges Bild entrollt sich vor den Augen des Volks; der Hochstapler, der in der wahnsinnigen Jagd nach dem Glück alle Schranken des Gesetzes und der Moral durchbricht und sich dabei für den Wohlthäter seiner Nächsten ausgiebt, gehetzt von den Wucherern, die ihm einen Theil dessen abnehme», was er selber anderen aus der Tasche gelockt hat; immer in Unternehmungen, die ihn für das Toll- Haus oder für das Zuchthaus reif machen und doch immer in der Lage, Mittel und Wege und Werkzeuge seiner Schwindeleien zu finden, bis das Kartenhaus endlich znsammenbricht und der Tag des Gerichts anhebt." Sehr gut gebrüllt, aber die„Voss. Ztg." sollte mit der Her- vorHebung der Abnormität dieses Falles nur nicht gar zu dicke thu». Verwunderlich ist es gewiß, wenn die Sucht nach mühe- losem Gewinn eine ganze Anzahl Geldleute veranlassen kann, ihr Vermögen einem Menschen anzuvertrauen, dessen einziger Vorzug ein Vetter bildet, der ebenso gerieben wie er selber ein« fältig ist. Aber eine Parallele hätte sich der„Voss. Ztg." wenig- ftens in der Politik bieten sollen, wo durch Handlungen von ebenso blödsinniger wie empörender Natur fast wüthend darauf losgearbeitet wird, den Fond, der etwa noch an loyaler Gesinnung vorhanden, gründlich in den weitesten Volksschichten zu zer- stören. Uns kann solches ja schon recht sei», wie wir ebenso wenig ein Interesse daran habe», in wessen Hände das Vermögen der Rheinischen Bank zuerst geräth. Aber wo ist das staats- erhaltende Blatt, das hier die Wahrheit vor dem Krach zu sagen wagte? Ju dem Prozeß Hermann Friedmann hatten der Staats- anwalt Dr. Hertzsch und der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Dr. R oeseler erklärt, daß es keines Beweises dafür bedürfe, daß der Angeklagte ansgewuchert worden sei. Das„Kl. I." kann dem hinzufügen, daß bereits am 16. Juni seitens der königlichen Staatsanwaltschaft gegen siebzehn zum theil bisher als Hochacht- bar bekannte Berliner Firmen das Strafverfahren eingeleitet worden sei. Wilhelm ll. nnd die Revolution von oben. Der Fall Kotze. Des Räthfels Lösung. Eine unter diesem Titel bei Cäsar Schmidt in Zürich erschienene Broschüre ist gestern morgen in hiesigen Buchhandlungen konfiszirt worden. Konfiskationen sind innner eine gute Reklame für ein Buch, gleichgiltig ob es gut oder schlecht ist. Im Berliner Asylverein für Obdachlose nächtigten wahrend des Monats Juni S28S Männer und 717 Frauen. Arbeitsnachweis erbittet der Berein für Männer Büschingstr. 4, für Frauen Füsilierstr. 5. Die Ferien haben begonnen. Während bürgerliche Eltern mit ihren Lieblingen in die Sommerfrische gehen, hält der Proletarier die Gelegenheit für gekommen, die Kinder auf Arbeit auszuschicken, damit der allgemeinen Roth, die trotz harter Arbeit ständig Gast im Hause ist, um ein weniges gewehrt werde. Es wird jetzt berichtet, daß eine größere Anzahl Berliner Schul- linder als Obstpflücker in Werder und Kaputh Beschäf- tigung gefunden habe. Wenn auch manche Kirsche in die Mäuschen der Pflücker spaziere, so feien diese Arbeits- kräste doch billiger als andere. Die armen Kinder, die hier während der Ferien thätig sind, können trotz der niedrigen Ent> lohnung noch glücklich geschätzt werden, da sie sich wenigstens in frischer Luft aushalten. Wer redet aber von dem Ferienjammer der Kleinen, welche durch die Roth gezwungen werden, den Eltern bei der Heimarbeit in dumpfiger Stube von morgens früh bis abends spät zu helfen? Es sind dies Tausende, die in der Zeit, die der Erholung gewidmet sein sollte, kaum einen frischen Strauch zu sehe» bekommen. Und wie wenig guten Willen ge- brauchte der Staat der Sozialreform, wenn er wirklich ein solcher wäre, uni durch einen entsprechenden Eingriff in die „Heiligkeit der Familie" die Kinder vor Höllenqualen zu retten. Freilich gehörte dazu, daß auch die Eltern sich zu mannhaftem Widerstand gegen ihre Ausbeuter organisirten. TaS Betragen der auf dem Gewerbegericht recht- suchenden männlichen Personen läßt, wie bürgerliche Blätter melden, in vielen Fällen zu wünschen übrig. So habe Sonn- abend Vormittag wieder ein Mann, nachdem alle Ermahnungen und selbst die Androhung einer sofort zu vollstreckenden Ordnungsstrafe nichts fruchteten, wegen seines Betragens durch einen Schutzmann verhaftet werden müssen. Das war seit kurzer Zeit der nennte Fall. Es handle sich dabei nicht um Betrunkene, sondern meist um Personen, die der Meinung feien, das Gericht habe weder Macht noch Mittel, sie zu anständigem Betragen an- zuhalte». In wie weit die Ausschreitungen sich auf die Arbeit- geber und die Arbeitnehmer vertheilen, wird nicht gemeldet. Aus jeden Fall sind sie als grobe Ungehörigkeiten zu bezeichnen. Die Sittlichkeit der Tagcspresse.„Lokal-Anzeiger" vom 6 Juli:„Gesuch! Ei» gut siluirles Fräulein, welches Lust hat, den Winter mit nach dem Süden zu reisen, von einem nord- deutschen, gut situirten, gesunden Kaufmann, in den mittleren Jahren, eventuell zu heirathen gesucht. Briefe mit näheren Miuheilungen unter D. 6086 an die Annoncen-Expedition von Wilhelm Scheller, Bremen, erbeten. Mit dem Duellmord beschäftigte sich am 2. Juli eine Ver- sammlung der Studirenden der technischen Hoch- schule in Charlottenburg. So verständig wie nur möglich suchte der canck. arch. W. Schupp den Anwesenden die Blöd- sinnigkeit der Duelllünnneleien klarzulegen; der Antrag des Redners ging in bescheidener Weise nur dahin, die schweren Duelle abzuschaffen. Der Schwärmer hatte aber den Verstand und die Gesittung der Anwesenden zu hoch eingeschätzt. Sein Antrag, eine Kommission zu ernennen. welche die Ein- setzung eines studentischen Ehrengerichts mit Disziplinargewalt anzubahnen habe, kam dadurch zu Fall, daß ein Vertreter der Korporationen eine solche Kommission für zwecklos erklärte und den alsbald mit Zweidrittelmehrheit angenommenen Antrag stellte, über die Duellsrage zur Tagesordnung überzugehe». Es ist dies bedauerlich. So sehr dieSozialdemokraten den zukünftigen Offizieren des deutschen Kriegsheeres das Vorrecht gönnt, sich im Duell gegenseitig über denHaufen zu schießen, so bedauerlich kann die Duellrüpelei für die Gesammtheit wirken, wenn sie von Leuten geübt wird, die berufen sind, in friedlicher Arbeit nützliches zu leisten. Das Kriegsmiuisterium gegen den Spandauer Feuer- werker-Verein. Die„Voss. Ztg." schreibt: In S p a n d a u wird eine Maßregel des Kriegsininisterinms viel besprochen. Seit vielen Jahren bestand ein„Verein des Zeug- und Feuerwerks- Personals", dem fast sämmtliche in den militärischen Anstalten beschäftigte Zeug- und Feuerwerksbeamte, wie Zeugfeldwebel, Oberfenerwerker sc. angehörten. Hauptzweck dieses Vereins war die Pflege der Kameradschaft; die von ihm veranstalteten Fest- lichkeiten waren stets auch von der Bürgerschaft stark besucht. Der Verein ist nun kürzlich auf einen von Spandau abgegangenen Bericht an das Kriegsministerium verboten und danach auf- gelöst worden. Gründe für diese Maßregel sind nicht bekannt geworden.— Hat am Ende gar der Wurm des Sozialismus den Feuerwerkerverein angefressen? Die städtische Gasverwaltnng scheint endlich zu der Ueberzengung gekommen zu sein, daß das Gasglühlicht auch auf öffentlichen Straßen und Plätzen brennt, wenn man nur die er forderlichen Strümpfe und Brenner anbringt und dann anzündet. Während man anderwärts schon längst keine andere Beleuchtung kennt, hat man in Berlin fein bedächtig erst Versuche angestellt. Jetzt ist man, wie ein hiesiges Vlatt zu melden weiß, glücklich so weit, daß ganze Bezirke, nämlich die Friedrichstadt und das Hanfaviertcl, mit Auerlicht beglückt werden sollen. Bei diesen Versuchen hat man auch die sensationelle Entdeckung gemacht, daß sich mit dem Aucrlicht Ersparnisse gegen früher machen lassen. Bei Verathung des Postetats ist von Vertretern der Re- gierung in bestimmten Worten behauptet worden, daß de» Brief- trägern entweder jeder dritte Sonntag ganz oder von drei Sonu tagen zwei halbe frei sein sollen. Bei dem Postamt 34 in der Frankfurter Allee trifft diese Behauptung nicht zu. Dort kennt man weder den dritten, noch sonst einen Sonntag als völlig freien Tag. Diese Zurücksetzung gegenüber anderen Postämtern wird mit der Größe des Postbezirks motivirt. Ja, was geht denn das die Briefträger an? Es sind doch Arbeitskräfte die Fülle zu haben, wenn man nur welche einstellen will! Professor Laugerhans hält in einem in der Klinischen Wochenschrist veröffentlichten Artikel an der Meinung fest, daß der Tod seines Söhncheus nur durch normales Serum herbei- geführt worden sei; das habe die von ihm selbst, nicht erst von der Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchung„unzweifelhaft" ergeben. In Rixdorf mar einem Parteigenossen bekanntlich am 26. April d. I. der Betrag einer Tellersammlung in Höhe von 6 Mark 6S Pf. konfiszirt worden. Trotzdem das Geld wieder zurückerstattet werden mußte, ist doch gegen den Einsammler, Genosse» C. Lindemann, Anklage wegen Polizeikontravention er- hoben worden. Am 10. d. M. steht in der Sache vor dem Amts- gericht in Rixdorf Termin an. Die Einwohner von AdlerShof werden ersucht, Mit- theilunge» über Unzuträglichkeite». die sich aus der Behandlung der Gemeindeschülcr ergeben, wenn erforderlich, unter Beilegung eines ärztlichen Attestes dem Gemeindevertreter M. Schmädicke, Kronprinzenstr. 7, v. II, zu übersenden. Schmädicke wird alsdann das weitere veranlassen. Der Fahrpreis für die Omnibuslinie» Potsdamer Bahnhof— Treptow und Rixdorf— Rosenthaler Thor ist von der „Reuen Berliner Omnibus- Aklien-Gesellschast auf 10 Pfennig herabgesetzt worden. Auf der Flucht bor dem Schuhmaun verunglückte am Sonnabend der Schlächter K a r l M ü l l e r, der seiner Angabe nach in der Kleinen Hamburger Straße wohnt. Müller, der von einem Sicherheitsbeamten zur Wache sistirt werden sollte, riß sich los und rannte davon. Bei dem Sprung über einen Bretter- zäun kam er zu Fall und brach sich den rechten Fuß. Run wurde er wieder festgenommen und als Polizeigefangener in die Charitee gebracht. Von einem Badegast der Zibilbadeanstalt Plötzeusec kommt an uns die Klage, daß diese sonst gut und sauber ein- gerichtete Anstalt an Stellen, wo das Wasser höchstens 1 Meter Tiefe erreicht, alte Baumstumpen enthält, welche ungefähr sechs Zoll über dem Erdboden hervorstehen und eine Stärke von einem bis anderthalb Zoll haben. Auch sollten die Holzschilder, welche die Warnung für Nichtschwimmer enthalten, abgerundet sein, damit ein Taucher, der an der Stelle empor komme, nicht Gesahr laufe, sich den Schädel einzustoßen. Die chemische Fabrik vou Landshoff u. Meyer in Grünau wurde am Sonntag durch einen Brand zerstört. Vom Sauptgebäude blieben nur die Umfassungsmauern stehen. Der chaden ist sehr beträchtlich. Die drei bcdaucrnswcrthcn Opfer des Blitzschlages i» Westend sind am Sonntag Nachmittag auf dem Neuen Luisen- Kirchhofe beerdigt worden. Die Theilnahme war trotz des schlichten Wetters außerordentlich groß. Von einem Stadtbahnzuge todtgefahren wurde Sonntag Nachmittag gegen Uhr in der Nähe des Bahnhofs Thier- garten ein Mann, dessen Persönlichkeit nicht festgestellt werden konnte. Der Mann nahm anscheinend zu spät wahr, daß er einen verkehrten Zug bestiegen hatte, und sprang aus dem Wagen heraus, während der Zug sich in voller Fahrt befand. Bei dem Sprunge fiel er auf das Nebengeleise und wurde von einem Zuge, der aus der entgegengesetzten Richtung kam, überfahren und aus der Stelle getödtet. Selbstmord verübt hat am Sonnabend das aus Hermsdors gebürtige 27 Jahre alte Dienstmädchen M a r i e H e i n z e, das in dem Hause Rüdersdorferstr. 29 in Stellung war. Ein Bäcker- geselle, der in demselben Hause wohnt, fand das Mädchen gegen Mitlag aus dem Boden erhängt aus und schnitt es ab. Wieder- belebungsversuche blieben erfolglos. Bo» einem neue» Kuppelciprozcst, der alles auf diesem Gebiete dagewesene in den Schatten stellen soll, weiß ein Gerichts- berichterstatter zu erzählen. Der Prozeß heißt Schulz und Ge- Nossen; die Hauptangeklagte, welche von ihrer eigenen Tochter denunzirt wurde, hatte in der Louisenstraße ihre Salons. Selbst- verständlich sind es die vornehmsten Kreise, Lüstlinge aus der höchsten Aristokratie, welche die Kundschaft in den Schulz'schen Salons bildeten. Ehenso selbstverständlich ist es, daß man sich ängstlich bemüht, die Namen der Wüstlinge vor der Oeffentlichkeit geheim zu halten. Wenn der Arbeiter alt wird. Als Leiche ist jetzt bei Schildhorn der seit dem Montag verschwunden gewesene Zimmer- mann Sachs aus der Hauptstraße 8 in Schöneberg auf- gefunden worden. Er hat sich erhängt, weil er wegen seiner S2 Jahre nirgendwo mehr Arbeit finden konnte. Kein Raubanfall? Die beiden jungen Leute, die wegen des Ueberfalls eines Geldbriesträgers in einem Hause der Put- buser Straße festgenommen waren, sind aus der Haft entlassen� worden. Wie es heißt, hat ihnen die Absicht eines räuberischen Anschlags nicht nachgewiesen werden können; sie behaupten, sw. hätten dem Mann„nur eins auswischen wollen", weil er kurzuchj einem von ihnen wegen einer Anrempelung eine Ohrfeige versetzt hatte. Der Kreuzdamm der Charlottenburger Chaussee mit der Siegesallee wird vom 6. d. M., die Memelerstraße von der Posenerstraße bis zur Rüdersdorferstraße wird behufs Um- Pflasterung vom 8. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerks und Reiter gesperrt. Polizcibcricht vom 6. Juli. Auf dem Boden des Hauses Rüdersdorferstr. 29 wurde die früher in dein Hause bedienstet gewesene Magd, unverehelichte Marie H., erhängt vorgefunden. — In der Sistirzelle des 2l. Reviers erhängte sich der wegen Diebstahls eingelieferte 20 Jahre alte Schmiedcgeselle Hübler.— Im Lause des Sonnabend fanden fünf Brände statt, von denen nur einer erheblichen Schade» anrichtete, indem auf einem-Grundstück der Mathäikirchstraße die Einrichtung mehrerer Zimmer verbrannte.— Am Sonntag erhängte sich der Schneider Pf. in seiner in der Elisabethstraße belegenen Wohnung. Die Ursache waren an» scheinend unglückliche Familienverhältnisse.— Nachmittags sprang ein noch nicht rekognoszirtcr Mann, anscheinend Arbeiter, in der Nähe des Bahnhofes„Thiergarten" aus einem fahrenden Stadt- bahnzuge und wurde durch einen entgegenkommenden Zug auf der Stelle getödtet. Nach Angabe von Mitfahrenden war der Mann angetrunken und wollte, weil er in einen falschen Zug gestiegen>var, denselben verlassen.— Durch vorschriftswidrig fahrende Wagen wurden erheblich ver- letzt: Gegen Mittag der Maurer Schulze auf der Kreuzung der Alte» Jakobstraße und Kommandantenstraße durch eine Equipage, und abends in der Jnselstraße ans noch nicht fest» gestellter Ursache ein taubstummer Mann durch einen Omnibus. — Am Sonntag fand auf dem Gelände des Nordbahnhofs ein Brand statt an demselben, aus etwa 900 000 Stück Preßkohlen bestehenden Stapel, der bereits in der vergangenen Woche einmal durch Selbstentzündung in Brand gerathen war.— In der Schul- straße war nachmittags der Arbeiter Tschachcr aus Charlottenburg mit dem Kutscher Knop in Streit und Prügelei gerathen. Der Kutscher Knop ergriff dabei seinen Gegner bei den Hüsten, hob ihn in die Höhe und setzte ihn mit voller Kraft so auf ein eisernes Zaungilter, daß ihm eine Spitze desselben in den Oberschenkel drang. Die Wunde soll jedoch nach ärztlichem Ausspruch nicht gefährlich sein.— Der dem Trünke ergebene Tischler Otto Stern, Blücherstr. 96 wohnhaft, überfiel sin einem Anfall von Delirium seinen 22 Jahre alten Sohn und verletzte ihn durch Schläge mit einer Kohlenschippe erheblich am Gesicht. Der Mann wurde nach der Irrenanstalt Herzberge gebracht. Wittcrniigöübersicht vom 6. Juli 18Ö6. Wetiev-Proguose für Dienstag, den 7. Juli 189«. Zunächst aufklarendes, am Tage wärmeres Wetter mit mäßigen südwestliche» Winden; nachher neue Trübung und etwas Regen. Berliner Wetterb urea». Gewerbe Klusptellttttg 1896» Vortrüge im Chemie-Gebäude. Die Vorträge finden abends von 6—7 Uhr statt. Eintritt frei. Dienstag, 7. Juli: Professor G. Franke-Berlin:„Aufsuchung und Gewinnung der Steinkohlen". Mittwoch, 3. Juli: Dr. Otto llieinke-Berlin: „Obergährige Biere, insbesondere Berliner Weißbier". Donnerstag, 9. Inli: Professor Dr. H. Werner, Geheimer Regiernngsralh. Berlin:„Die Geschichte des Hausrindes in seinen Beziehungen zu den Völkern Europa's". Freitag, 10. Juli: Professor Dr. Gruner:„Das norddeutsche Schwemmland und insbesondere der Boden der Stadt Berlin". Sonnabend, 11. Juli: Dr. Paul Lindner-Charlottenburg:„Einblick in die mikroskopifche Lebewelt unserer Gährungsbetriebe". Der Nutze» des Regens zeigte sich in den letzten Tagen namentlich darin, daß die Besucher der Gewerbe-Ausstellung ge- drängt waren, die unter Dach geschützt stehenden eigentlichen Ausstellungsgegenstände nnd nicht nur den Klünbim im Garten zu betrachten. Viele wollen sogar gefunden haben, daß es auch in diesen bislang wenig beachteten Anhängseln des Treptower Unternehmens ganz interessant sei. Vom Sonntag wird sogar gemeldet, daß der Experinientalvortrag im Jndustriegebäude ein ansehnliches Publikum gefunden habe. De» Uutcrnehmcrstreik in der Ausstellung betreffend meldet der Arbeiterausschuß der Gewerbe-Ausstellung den bürger- lichen Blätter», daß die Schaffung eines Einganges am Portal 6 an der Versagung der ortspolizeilichen Genehmigung gescheitert sei. Weiter schreibt der Arbeitsausschuß der bürgerlichen Presse: „Wenn man berücksichtigt, daß an den schräg gegenüber liegenden Billetschaltern der Eisenbahn, Ausstellungsbillets käuflich zu haben sind, so erscheint damit das Portal für jede», der die Absicht hat. es zu benutzen, freigegeben und wir können nicht umhin, das Vorgehen der mißvergnügten Aussteller als eine unberechtigte Schädigung des Gesammtinteresses der Ausstellung zu bezeichne» und zu bedauern, daß auch ein Theil der Presse, welche d a s W o h l w o l l e n für d a s W e r k d e r A u s st e l l u n g im Auge haben sollte, ohne den wahren Sachverhalt fest- zustelle», mißvergnügten Aeußerungen ihre Spalten ge- öffnet ha t."— Diese dreiste Schulmeisterung der Press« ist nur verständlich, wen» man den Gedankengang des Arbeitsaus» fchusses dahin versteht, daß dieser für die Vergünstigung, die er den Redaktionen gewährt, auch entsprechendes Wohlverhalten z» erwarten habe. Wir wissen nicht, ob die bürgerliche» Blätter aus dies Schreiben die rechte Antwort geben werden. Die gepfändeten Bersaglicri. Zu unerhört tumultuarischen Szenen, d,e voraussichtlich zu einer Beschwerde des Arbeitsausschusses der Berliner Gewerbe-Ausstellung gegen ein preußisches Richterkollegium führen werden, kam eS am Sonntag Abend gegen 8 Uhr in dem bekannten internationalen e3 Darwinis mus.) Herr Dr. C. Joël. Wei allen Unterrichtsfächern Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borstzender Ad. Neuan Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Er. 10 Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Nenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Karl Stiller, Kleine Frankfurterstraße Nr. 7, 1 Tr. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Hermann Alle Buschriften, den Bund betreffend sind zu richten an: Sahn, Schönhauser Allee 177 c. Vermischtes. M Konzert Etablissement Welt- Mufit" im Vergnügungspart. Dort| seien Auswiegler, Heber u. s. w. In Wirklichkeit hatten sich 1 Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 9-10% Uhr: Süd. war die Bersaglieri- Kapelle unter Leitung des Italiener Manni beide Weigert's nie hervorragend beim Streit betheiligt. In o ft Schule Waldemarstr. 14: Deffentliche Gesundheitspflege engagirt gewefen, doch wurde der letztere vor Monatsfrist etwa einem anderen Falle war ( Nahrungs- und Genußmittel, Wohnung und Gesundheit, öffentlicher Kindervon der Direktion der Welt- Mufit" entlassen, während die meister gelungen, einem ausständigen Walk- schuß, Schulgesundheitspflege, Fabrifgefeßgebung, Fürsorge für Arbeiteebenfalls außerhalb Arbeit aut berinnen.) Herr Dr. Gustav Heymann. Musiker daselbst weiter spielten. Nordschule, Müllerstraße 179a: Die Instrumente und Rostüme fommen, ihm wurde beim Arbeitsantritt eröffnet, daß Natur Ertenntniß.( Antike und moderne Naturbetrachtung. Revoder Kapelle gehörten der Geliebten des Manni, einer Frau die Berliner Fabrikanten an Fabrikanten außerhalb Berlins Philosophie und naturwissenschaftliche Forschung. Funerer Zusammenhang lution durch Kopernikus, Galilei und Newton. Experimentelle Forschung. Böckel, welche nunmehr bei dem hiesigen Amtsgericht eine Anschreiben erlassen hätten, des Inhalts, feine Berliner der Naturfräfte. Nob. Mayer, Helmbols. Gefeß von der Erhaltung der Verfügung herausbrachte des Juhalts, den Bersaglieri Kostüme Hutarbeiter oder Meister einzustellen. In beiden Fällen erfuhren Kraft und des Stoffes. Einheitlichkeit der Materie. Grundzüge des und Instrumente abpfänden zu dürfen. Am Sonnabend Abend die Zumuthungen der Berliner Fabrikanten entschiedene Zurück werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. erschien der Gerichtsvollzieher Damm in dem Lokal der Welt. weisung. Angesichts solches Berzweiflungskampfes ging die Musik" und erklärte dem Direktor derselben, Herrn Emil Schippa- Meinung der Ausständigen dahin, daß ihnen der endgiltige Sieg mann, Basewalterſir. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender sind zu richten nowsky, daß derselbe bei einer fistalischen Sirafe von 100 Mark nicht mehr fern sei. Mit erneutem Muth verließen sie die Berfür jeden Fall des Zuwiderhandelns, sich in die Pfändung der sammlung. Italiener in seinem Lokal zu fügen hätte. Da Herr Schippanowsky jedoch selbst auf die Gefahr hin, die angedrohte Strafe bildete den Gegenstand der Verhandlungen in einer gut besuchten Die Lohnbewegung der selbständigen Mützenmacher zu zahlen, erklärte, die Pfändung nicht zu dulden, entfernte sich Kürschnerversammlung, die am Sonnabend im Schüßenhause tagte. der Gerichtsvollzieher, ohne seinen Auftrag ausgeführt zu haben. Gemäß dem Beschluß einer früheren Versammlung sollten die als Am geftrigen Sonntag Abend erschien Herr Damm und zwar in Sausindustrielle thätigen selbständigen Müßenmacher am SonnBegleitung des Manni und der Frau Böckel. Sie begaben sich abend bei allen Fabrikanten, welche die gestellten Forderungen fofort auf das Orchester und verlangten von den Bersaglieri nicht anerkennen, die Arbeit niederlegen; auch hatten sich die Auslieferung der Instrumente und Kostüme. Da die ita die An die Arbeiter- Radfahrer Deutschlands! Da auf dem Gehilfen lienischen Musiker die Uniformen angezogen hatten, und Mamsells der der Mühenbranche bereit Pfingsten in Offenbach tagenden Arbeiter Radfahrerfongreß die das Verlangen des Gerichtsvollziehers, sich vor dem nach Tau- stützen. Es handelte sich nun in dieser Versammlung darum, schlossen wurde, so richten wir an alle Arbeiter- Radfahrer und war erklärt, die Bewegung der Selbständigen nach Kräften zu unter- Gründung eines Arbeiter Radfahrerbundes Solidarität" be fenden zählenden Publikum zu entkleiden, nicht gut durchführbar. festzustellen, wie viele Fabrikanten die Forderungen bewilligt, Radfahrervereine das Ersuchen, dem Bunde beizutreten. Die Italiener stürzten sich vielmehr auf ihren früheren Maestro wieviel der Selbständigen die Arbeit niedergelegt haben, und Zu jeder weiteren Auskunft ist der Unterzeichnete gerne und seine" Dame", und es entspann sich nun eine Prügelei, bei welche weiteren Schritte nun zu thun seien. Seitens der Fünfer- bereit, auch werden jedermann auf Wunsch Statuten und Kongreß= welcher auch das Publikum energisch für die Bersaglieri Partei fommission der Selbständigen wurde konstatirt, daß bis jetzt nur Brotokolle gratis zugesandt. Der Vorsigende: Paul Benz, nahm und mit dreinhieb. Die Prügelei nahm einen derartigen 7 Fabrikanten mit Vorbehalt die Forderungen anerkannt haben, Stuttgart, Hauptstätterstr. 117. Umfang an, daß der Gerichtsvollzieher und feine Begleitung ihr und daß es demgemäß bei den übrigen zu einer Arbeitseinstellung Heil im Rückzug suchten. Sie erschienen dann aber wieder in kommen müsse. Ueber die Zahl derer, welche von den 134 bis dieses Jahres tauchte in den Zeitungen plößlich die Frage auf, Wie Exzellenz Stephan zu spät aufftand. Zu Anfang Begleitung zweier Gendarmen, unter deren Schutz fie eine 140 selbständigen Müzenmachern, die sich zur Theilnahme an was die Poftverwaltung wohl im Jahre 1900 mit ihren Stempeln Trompete und einen Uniformrock pfändeten. Mit dieser Beute der Bewegung verpflichtet hatten, wirklich die Arbeit niedergelegt machen würde. Diesetben tragen bekanntlich nur die letzten begaben sie sich dann in ein benachbartes Restaurant. Herr haben, konnte die Kommission nichts angeben, da sich das beiden Ziffern der Jahreszahl; aber" 00" tann doch die Bost Schippanowsky hat sich nun unter Darlegung des Sachverhalts Resultat erst am Montag oder Dienstag feststellen lasse. Um nicht schreiben! Damals wurde das Reichspostamt mit un fofort an den Arbeitsausschuß gewendet, und der letztere wird, einen ungefähren Ueberblick über die Betheiligung an der zähligen Vorschlägen überschüttet, so daß es voller Verzweiflung nach Angabe einer hiesigen Korrespondenz, sich beschwerdeführend Bewegung zu haben, wurden die in an den Präsidenten des Amtsgerichts I wenden, um gleichen anwesenden Selbständigen gezählt. Es waren 78, von denen sich der Post zerbrechen; diese würde die Frage allein lösen." Jet der Versammlung durch die Zeitungen erklären ließ, man möge fich nicht den Kopf Szenen für die Zukunft vorzubeugen. 60 als Streifende meldeten, deren Zahl später noch auf 70 stieg. bringt ein Berliner Blatt die Lösung der Postverwaltung. Dieselbe ist Ueber die Restaurateure Adlon u. Dreffel erhebt sich Man hielt dies Resultat für genügend und proklamirte sehr einfach. Die vorhandenen Stempel werden benutzt; zwei Nullen jetzt eine Klage in der bürgerlichen Bresse, weil die Herren an dem gemäß den allgemeinen Streit. Wenn die werden eingestellt und in der ersten eine 1, in der zweiten eine 9 dem denkwürdigen Li- Hung- Tschang- Abend von jedem Neugierigen 70 Selbständigen, die bis jetzt als Streifende zu verzeichnen sind, angebracht. Das Ei eines postalischen Kolumbus! Nur schade, drei Mark Entree genommen haben, Zwar sei das Geld denen, unter denen, die ihre Theilnahme noch nicht zugesagt haben, eine daß die geniale Entdeckung zu spät tommt. Ein Schlaufopf, der die so glücklich waren, bei dem Dreiundzwanzig- Mark- Diner einen lebhafte Agitation treiben und auch diese zum Niederlegen Elektrotechniker Ferd. Schneider in Fulda, hat nämlich durch den Platz zu finden, mit angerechnet worden, nicht aber denen, die der Arbeit bewegen würden, dann müsse es gelingen, Verein Patentschutz" zu Berlin bereits im April dieses Jahres wegen Platzmangels wieder abziehen mußten. Wie wir hören, die geringfügigen Forderungen, welche diesmal an die Fabri- ein Gebrauchsmuster erhalten für einen„ Stempeleinsatz für das wollen die Herren Adlon und Dressel um des lieben Friedens kanten gestellt worden sind, durchzusehen. Der Schwerpunkt der Jahr 1900 mit Einstellung der vorderen beiden Zahlen in die und des Zickzackkurses willen das eingeheimste Eintrittsgeld zur Bewegung liege darin, daß vor allem die 6-8 größten Müzen- hinteren beiden." Exzellenz Stephan kann also ohne Erlaubniß Hälfte zu einem Fonds für ein Li- Hung- Tschang- Denkmal, zur fabrikanten zur Kapitulation gezwungen werden. Gelinge es, bei des Besizers dieses Gebrauchsmusters den eben entdeckten Stempel andern Hälfte aber zum Ankauf von Kuackfuß- Bildern stiften. diesen die Forderungen durchzusetzen, dann sei der Streit ge- einfaß nicht benußen. wonnen. Im andern Falle wäre die ganze Bewegung ver- Von der Nordsee. Die Rettungsstation Baltrum gebens. Um die zur fonsequenten Durchführung des Streits telegraphirt: Am 5. Juli wurden von einem hier gestrandeten erforderlichen Arbeiten erledigen zu können, wurde die Fünfer- Schuner 6 Personen durch das Rettungsboot George Breufing" Bezüglich der Geldunterstützung macht Regge den Vorschlag, daß von Papenburg nach Ellenserdammersiel bestimmt. fommission der Selbständigen auf 15 Personen verstärkt. der Station gerettet. Der Schuner hatte Holzladung und war Die die in Frage kommenden Arbeiter und Arbeiterinnen von der Rettungsstation Bue sum telegraphirt: Am 5. Juli wurden zweiten Woche ihrer Betheiligung am Streit, die Selbständigen von dem am Buschsand gestrandeten Fischtutter Nr. 3228 der dagegen nach Bedarf zu unterstüßen seien. Ein Beschluß wurde Kapitän Griebel und 3 Personen durch das Rettungsboot hierüber nicht gefaßt. Nachdem nochmals ausdrücklich betont, Buesum" gerettet. daß die Arbeiter und Arbeiterinnen sich mit den Selbständigen solidarisch erklärt hätten, und auch die Kollegen der Pelzbranche Agrarische Dichtung. Gegen das Betreten seines Zeich den Streit nach Kräften unterstügen würden, schloß die Ver- grundstücks hat ein Landwirth in Markwerben( Kreis Weißensammlung mit einem kräftigen Hoch auf das Gelingen der Be- fels) am Rande desselben folgenden Vers angeschlagen: Wer hier auf dieses Grundstück tritt, Bahlt auf der Stell' acht Groschen, Diejenigen Maurer, welche auf dem Boden der losen VerUnd sollt ers Geld nicht haben mit, trauensmänner- Zentralisation stehen, waren zum Sonntag zu So wird er fest gedroschen. Zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilte das Schöffent- einer öffentlichen Versammlung im Englischen Garten", Der Befizer. gericht am Amtsgericht II. das dreizehnjährige Schul- Alexanderstraße, eingeladen. Auf der Tagesordnung stand:„ Die mädchen Anna K. aus Lichtenberg, weil dies Kind feinen Konferenz der deutschen Maurer am 12. Juli in Magdeburg." dem 1. Juli in straft getreten ist, scheint auch einzelnen BerDas Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, das mit Lehrer dadurch beleidigt hatte, daß es fälschlich von Unsittlich- Das einleitende Referat hatte Kater übernommen, der in seinen legern von Zeitungen Schmerzen zu bereiten. Die„ Mann feiten berichtete, welche der Mann an ihm begangen hätte. Das Ausführungen besonders die auf der Konferenz zur Verhandlung heimer Vollsstimme" fonstatirt, daß der„ Badische Generalanzeiger" Mädchen war vorher schon wegen eines ähnlichen Falles mit stehende Frage: Wie kann eine Einigkeit der Maurer vulgo„ Mannheimer Tagblatt" die stereotype Mittheilung an der einem Verweis bedacht worden. Ob denn die Richter sich nicht Deutschlands erzielt werden? behandelte. Der Redner gab Spize des Blattes: Dieses Blatt gelangt infolge seiner großen vor Augen gehalten haben, daß am allerwenigsten ein Kind das zunächst eine Uebersicht über die bisherigen Organisations: Auflage täglich zu Händen von etwa 35-40000 Refern" seit einigen Gefängniß gebeffert verläßt? Hoffentlich versuchen die Eltern verhältnisse und wies sodann darauf hin, daß bereits wiederholt Tagen weggelassen hat. zur Rettung ihrer Tochter von einer höheren Instanz ein milderes von den lokalorganisirten Maurern Deutschlands Versuche Urtheil zu erzielen. Kunst und Wissenschaft. In der Marienkirche gelangen Mittwoch, den 8. Juli, mittags 12 Uhr, Rompofitionen von Bach, Beethoven, Mendelsfohn, Haffe, Schumann, Karow, Brieger und Dienel zur Aufführung. Der Eintritt ist frei. Im Schillertheater kommt heute neu einstudirt G. v. Mofer's Lustspiel ultimo" zur Aufführung. In den Hauptrollen sind die Damen Detschy, Wilte, Ewers, Wanowius und die Herren Pablau, Steinecke, Walder, Laurence und Schmasow beschäftigt. gesprochen. Gerichts- Beitung. wegung. " " " gemacht wurden, um eine Einigkeit der Berliner Maurer Ganz unqualifizirbare Rücksichten auf das ,, skrophulöse Der Klempnerme ifter Riedel war mit seiner Frau ange- bie Anhänger der zentralen sowohl als der lokalen Richtung nicht hat das Stadtkommando angeordnet, daß in Zukunft alle jene herbeizuführen. Die Versuche seien aber daran gescheitert, daß Gefindel" nimmt der Militarismus in Oesterreich. In Wien flagt worden, einem Chambregarnisten einen Geldbetrag von 14 000 Wart gestohlen zu haben. Frau Riedel wurde geneigt waren, von ihrem Standpunkt abzugehen. Man habe Truppentheile, welche an einem öffentlichen Krankenhause oder von 14 000 Mart gestohlen zu haben. Frau Riedel wurde seitens der Zentralisation den strikten Anschluß der lokalorgani- einem Privatspitale vorüberziehen, Privatspitale vorüberziehen, den Vorbeimarsch in für überführt erachtet und zu 2 Jahren Gefängniß und 5 Jahren irten an den Verband verlangt, was nach den gemachten Er- der größten Stille zu bewerkstelligen haben, damit die Ehrverlust verurtheilt. Der Ghemann Riedel wurde frei- fahrungen keineswegs für die Maurer vortheilhaft sei. Leider Kranken in ihrer Ruhe nicht gestört werden. Namentlich soll tönne deshalb von einer einheitlichen Organisation teine Rede darauf geachtet werden, daß die Tambours nicht schlagen, Aus Breslau wird vom Montag berichtet: Wie der Bres sein, wünschenswerth sei es aber, die Lohnfommission in derselben die Hornisten nicht blasen und das klingende Spiel der Regiments. lauer General- Anzeiger" meldet, beginnt heute vor der 2. Straf- Weise wie während der Bewegung weiter bestehen zu lassen, um fapelle schon eine geraume Strecke vor und eine ebensolche Strecke kammer des hiesigen Landgerichts ein sensationeller Prozeß gegen ein einheitliches Arbeiten zu ermöglichen. Der Redner erörterte nach dem Passiren eines Krankenhauses eingestellt bezw. neuerdie frühere Restaurateurin Gertrud Hentschel und zehn weitere sodann die Vortheile der losen Zentralisation und meinte, daß lich nicht aufgenommen werde. Auf die Einhaltung dieser VorPersonen wegen Erpressung, Urkundenfälschung, wissentlich falscher die Verbände durch das Vereinsgesetz gehindert jeien, ihre Mitglieder schrift soll mit der größten Strenge geachtet werden. Welch ein Anschuldigung u. f. w. Die meisten Angeklagten befinden sich in in genügender Weise aufzuklären und daß daher auch die wirthschaft- Gegensatz zu Berlin, wo stundenlang in der Hafenhaide geknallt Haft und sind zum theil wiederholt vorbestraft. Die Anklage ver- lichen Verhältnisse zu wenig von ihnen erfaunt werden. Bei Lohn- wird, während im nahen Elisabeth Hospital die kranken Rinder tritt Staatsanwalt Schubert. Als Vertheidiger fungiren Rechts- bewegungen seien bei dieser Form der Organisation erst lang winseln. anwälte Schreiber- Breslau und L. Friedmann- Berlin. Geladen sind wierige Agitation und Verhandlungen nothwendig, so daß die Pockenepidemie. Aus London wird berichtet: Die 30 Zeugen, darunter Personen von hohem Adel. Es handelt sich in der günstige Konjunktur verpaßt und zu spät in Attion getreten werde, Bockenepidemie in Gloucester nimmt täglich an Ausdehnung zu. Hauptsache darum, daß die Angeklagte Hentschel das Vermögen wodurch die Streits zum theil verloren gingen. Eine tüchtige Bisher sind mehr als 2000 Krankheitsfälle festgestellt worden. des Grafen Erdumn Pückler zu Rogau, mit dem sie intime Be- Schulung der Arbeiter und die Erziehung zum Klassenbewußtsein Die Cholera in Egypten. Aus Kairo wird vom Sonntag ziehungen unterhielt, um Tausende durch Vorspiegelung falscher sei nur in einer Lokalorganisation angängig, in der infolge der berichtet: Die Cholera herrscht noch immer heftig. In dem Thatsachen, Erpressung und Drohung geschädigt, daß sie ferner größeren Bewegungsfreiheit eine intenfive Agitation möglich fei. Diftritt Fayum tamen in den letzten sechs Tagen 327 neue Er gegen den Grafen eine wissentlich falsche Anschuldigung eingereicht, Der Redner empfiehlt folgende Resolution zur Annahme: 3um frankungs- und 290 Todesfälle vor; in dem Distrikt- Gharbi und daß sie sich der schweren Urkundenfälschung schuldig gemacht wecke gegenseitiger Unterstützung bei Erkämpfung günstiger Lohn- ertrantten 147 und starben 112, im übrigen Egypten erkrankten hat. Der Prozeß erregt hier in Breslau und in der Provinz und Arbeitsbedingungen empfieht die Versammlung, am Vertrauens- 342, 271 starben. Unter den egyptischen Truppen in Wadydas größte Aufsehen. Gemäß Gerichtsbeschluß ist die Deffentlich männersystem festzuhalten refp.sich dieser Zentralisation anzuschließen. Halfa tamen 27 Erkrankungen und 9 Todesfälle an Cholera vor. keit während der Dauer der Verhandlungen, die drei Tage in Die Versammlung hält, angesichts der in letzter Zeit vielfach er- Wie die„ Daily News" aus Kairo meldet, find drei englische Anspruch nehmen dürften, ausgeschlossen worden folgten polizeilichen Maßregelungen der Arbeiter- Organisationen Soldaten am Sonnabend in Wady- Halfa an der Cholera ge einerseits, andererseits aber im Interesse einer größeren storben. Versammlungen. Eine vorwiegend von Frauen besuchte Boltsversammlung wurde am 2. Juli Schwedterstr. 23/24 abgehalten. An einer eifrigen Diskussion über das Kommunistische Manifest betheiligten fich mehrere Rednerinnen. Briefkasten der Redaktion. Duellprügelei. Wegen Zweikampfs( Säbelmensur ohne Binden und Bandagen) wurden von der Straffammer in Fürth Bewegungsfreiheit der Kollegen refp. Organisationen am Orte, Aus New- York wird berichtet: Am Tage der Feier der der stud. rer. nat. Banzingen und stud. med. Theobald zu je diese Organisationsform für umso nothwendiger, als allem An- Unabhängigkeitserklärung barst an der Ecke der Bridgewaterstreet 3 Monaten 15 Tagen und der Flaschnergehilfe Wallet, der den scheine nach auf vereinsgefeßlichem Gebiete die Reaktion rüftig und Vermont Avenue eine alte Ranone. 2 Personen wurden ge Saal, in dem der Zweikampf stattfand, gemiethet hatte, zu vorwärts schreitet. Die Versammlung ist aus den hier an- tödtet, 14 schwer verwundet. 1 Monat Festungshaft verurtheilt. geführten Gründen nach wie vor von der Ueberzeugung durchbrungen, daß nur die Zentralisation durch Vertrauensmänner zweckentsprechend in die Regelung unserer wirthschaftlichen Fragen eingreifen fann. Die Versammlung empfiehlt deshalb den deutschen Die juristische Sprechstunde findet am Montag Maurern, sich dieser Organisation anzuschließen." In der Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von hierauf folgenden Diskussion sprachen: Beiersdorf, Mette, 6-7 Uhr statt. organisation und befürworteten die Annahme der Resolution. doch wohl?) Als Antwort drucken wir blos Ihre letzte BriefHarnisch, Knöppchen und andere für die Aufrechterhaltung der Lokal- P. B. in Chemniß. O si tacuisses!( da 3 verstehen Sie Silberschmidt theilt sodann berichtigend mit, daß die hiesigen tastennotiz ab: Die ausständigen Hutarbeiter und-Arbeiterinnen hatten Mitglieder der Zentralorganisation in keiner Weise durch das Statut sich Montag Vormittag vollzählig in der Brauerei Friedrichs- beschränkt worden sind, sondern ihre örtliche Taktik nach dem eigenen hain versammelt, um ihre gegenwärtige Situation zu besprechen. Ermessen geregelt haben. Trotzdem habe der Verband aber sofort Nach den gepflogenen Verhandlungen ist eine wesentliche Ver- eine Summe zu der Bewegung deponirt. Daß der Verband im änderung der Situation nicht zu verzeichnen. Die Unternehmer stande sei, Erfolge zu erzielen, beweise die Thatsache, daß in diesem verharren scheinbar auf ihrem eingenommenen Standpunkt, die Jahre 36 Lohnbewegungen in den verschiedenen Städten stattAusständigen gaben sich das feste Versprechen, in dem Kampfe fanden und in den meisten Fällen sehr günstig verlaufen sind. auszuharren bis zum äußersten. Den Befchwichtigungsgerüchten Die Anhänger des Verbandes wünschten eine Einigkeit und gegenüber, die die Fabrikanten zur eigenen Täuschung und machten deshalb den Vorschlag, der Zentralisation beizutreten, zur Zäuschung der Fabrikanten anderer Städte in die bürgerliche trotzdem aber zur örtlichen Regelung den allgemeinen Presse lanciren, wurden Thatsachen konstatirt, die in eigenthüm- Generalfonds beizubehalten. Der Redner bedauert, daß diesem lichem Widerspruch mit der Behauptung stehen, daß der Streit Vorschlag nicht zugestimmt wurde und wünscht, daß die Agitation beendet sei. So hat u. a. der Fabrikant Bambus in der Land- nach beiden Richtungen hin nicht verlegend wirke. Hierauf wehrstraße auf der Suche nach Streitbrechern dem Ausständigen wurde die Resolution, die den Delegirten zur Richtschnur dienen Weigert und dessen Frau das Anerbieten machen lassen, bei ihm foll, mit allen gegen eine Stimme angenommen. Als Delegirte die Arbeit aufzunehmen, Beiden solle jede Forderung bewilligt wurden Rater, Knöppchen und Megte gewählt. Zum werden. Beide lehnten furzer Hand ab, fanden aber bald darauf Schluß wurde bekannt gegeben, daß zum Donnerstag, den 9. Juli, in Neudamm Arbeit. Jetzt ließ es sich der Herr Unternehmer eiligst eine Versammlung im Englischen Garten" anberaumt ist und daß angelegen sein, seinem Neudammer Konkurrenten zu berichten, das Stiftungsfest des Vereins am 25. Juli im Schweizergarten daß die beiden Weigert's von ihm entlassen werden mußten, ste stattfindet. " Borwärtz, Berlin. Die Unwissenheit Ihrer Mitarbeiter, auf welche Sie so viel Werth zu legen scheinen, ent schuldigt Sie nicht ganz, denn die stilistischen und grammatikalischen Absonderlichkeiten Ihres örtlichen und Versammlungstheils reichen bei weitem nicht an die Mißhandlungen heran, denen die deutsche Sprache z. B. in Ihrem politischen Theile oft schon ausgesetzt gewesen ist. Wir können Ihnen das aber beim besten Willen jetzt nicht mehr übel nehmen. Sie wissen ja nicht mal( Ihre Erwiderung zeigt es!), daß bei den Zeitwörtern die Tempora eine Rolle spielen; denn Sie find verwundert(), daß man da von sowas sprechen kann. Wenn wir das hätten bei Ihnen voraussehen können, hätten wir über Ihre sprachlichen Eigenheiten feine Silbe verloren. O Sie Unglücklicher! Sie haben Ihren Geniestreich mit den Tempora noch nicht begriffen. Wenden Sie sich doch an Karlchen Miesnick. Er wird Ihnen den Staar vielleicht stechen. Und das will vor den Arbeitern gelehrt thun und will Lektionen in Grammatik geben! Koffert. Die Sache sollte beim Polizeirevier gemeldet werden. Vielleicht kommt die Dame einmal zu uns. Für denJuhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 7. Juli. Neues Operu- Theater. ( Kroll.) Das Heimchen am Heerd. Deutsches Theater. Das Glück im Winkel. Lesning- Theater. Das Modell. Berliner Theater. Fiddicke u. Sohn. Schiller- Theater. Ultimo. Neues Theater. Das Damenduell. Hierauf: Das Frauenbataillon. National- Theater. Die Reise durch die Gewerbe- Ausstellung. Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. Wissenschaftl. Theater abends 8 Uhr. Invalidenstr. 57/62, Lehrt. Stadtbahnh. Sternwarte täglich geöffnet v. 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Näheres die Tagesanschläge. Castan's Panopticum. 2 165 Friedrichstrasse 165. Das Bärenweib phänomenales Naturspiel Rendenz- Theater. Der Stellvertreter. aus den Felsenbergen New- Mexico's! Borher: Erlauben Sie Madame! Adolph Ernst- Theater. Das flotte Berlin. 295 Hotte Illusionen Kasperle- Theater Damen- Kapelle- Irrgarten. Damen- Kapelle Belle- Alliance- Theater. Der Fall Pa Der Fall Passage- Panopticum. Clemenceau. Friedrich- Wilhelmstädt. Konzertpark. Spezialitäten- Borstellung. Apollo- Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Raufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Ultimo. Mittwoch, abends 8 Uhr: Ultimo. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. zu 42 wilde Weiber aus Dahomey. Feldschlößchen KAIRO Spezial- Ausstellung von 10 Uhr vormittags geöffnet. Riesen- Arena: 5 und 82 Uhr nachmittags Massen- Schaustellungen der Beduinen. Konzert von 4 Kapellen. Entree 50 Pfg. Elite- und Illuminations- Tage I Mk. W. Noack's Julius Wernau's Künstl. Zähne. Festsäle und Garten. Steffens, Rosenthalerstr. 61, 2 Tr. Theilzahlung pr. Woche 1 M. Schwedterstraße 23/24. Jeden Montag ut. 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Berliner Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 8. Juli, abends 8 Uhr, in Cohn's Fettsälen, Beuthstr. 20, I: Grosse Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Frik Zubeil über: Begehrlichkeit der Agrarier gegenüber der arbeitenden Klasse". 2. Diskussion. 3. Vereinsaugelegenheiten. Die Zahlstellen befinden sich bei folgenden Genossen: Sommer, Grünstraße 21; Breuf, Neue Friedrichstr. 20; Linke, Jüdenstr. 36; Pätschke, Französischestr. 6. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 236/9 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Berband. ( Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 8. Juli, abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen. Moabit: Thurmstraße 84 bei Holzbächer. Wedding und Gesundbrunnen: In Rabe's Salon, KolbergerOrts- Krankenkasse der Vergolder und Berufsgenossen zu Berlin. Mittwoch, den 15. Juli, abends 8 Uhr, findet bei Pasch, Alte Jakobstr. 83, eine Ausserordentliche General- Versammlung der Vertreter der Orts- Krankenkaffe der Vergolder und Berufsgenossen statt. Tages Ordnung: Nenderung der§§ 5, 14, 24, 26, 27. 1. Antrag des Vorstandes betreffs 2. Verschiedenes. 226/4 Um zahlreiches Erscheinen ersucht dringend Berlin, den 7. Juli 1896. Der Vorstand. Paul Höpfner, Vorsitzender, Bernauerstraße 17. Hermann Borchert, Schriftführer, Görligerstraße 57. Todes- Anzeige. Am Sonntag, den 5. Juli, starb meine liebe Frau Jda Bachstein, geb. Förster. Dieses zeigt Verwandten und 2566b Freunden an Carl Bachstein nebst Kindern, Salzwedelerstr. 15. Die Beerdigung findet Mittwoch, den Achtung! Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter! Dienstag, den 7. Juli, abends 8 Uhr, bei Henke, Naunynstr. 27: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: Beschlußfassung über die weitere Unterstützung der Gemaßregelten und die Auflösung der Lohnkommission. Bahlreiches Erscheinen nothwendig. 286/ 19* Die Lohnkommission. Achtung, Putzer! Mittwoch, den 8. Juli, abends 6 Uhr, bei Buske, Grenadierfr. 88: Versammlung der Baudeputirten der Puker Berlins und Umgegend. 140/18 Sämmtliche Bauten müssen durch einen Deputirten vertreten sein. Die Lohnkommission der Putzer Berlins und Umgegend. Grosse öffentliche Versammlung der selbständigen Mützenmacher und deren Arbeiter und Arbeiterinnen Schönhauser- und Rosenthaler Vorstadt: hel, Schön- 8. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der am Mittwoch, den 8. Juli 1896, morgens 9 Uhr. hauser Allee 28. Often: Im Lotal des Herrn Thiel, Fruchtstraße 36a( oberer Saal). Süd- Osten: set Rautenberg, Oranienste. 180. Bet Zubeil, Lindenstraße 106. Hierzu sind Westen und Süd- Westen: und die Kollegen folgender Werkſtellen eingeladen: Knorr, Blumenthalstr. 5; Neuter, Steinmetzstraße 24; Reddemann, Groß- Görschenstr. 35; Sch arwüs in Schöneberg. Zages Ordnung: Lohn- und Werkstattverhältnisse. Die Kollegen werden ersucht, aus jeder Wertstatt Delegirte zu entsenden. 301/17 Die Ortsverwaltung. Armaturen- Arbeiter. Dienstag, den 7. Juli cr., abends 8½ Uhr, Große öffentliche Versammlung Leichenhalle des Moabiter Krankenhauses aus statt. Deutscher Metallarbeiter- Verband ( Ortsverwaltung Berlin). Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Hoffmann über Kampf zwischen Kapital und Arbeit." 2. Diskussion. 3. Die augenblickliche Lage des Streits. Die infer- Kommission. 25695 Todes- Anzeige. Achtung! Weißensee. Achtung! unser Mitglied, der Schlosser Otto Hagen. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 8. Juli, von der Leichenhalle des Rigdorfer Kirchhofes aus statt. Um rege Betheiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Die Beleidigung gegen Frau Klost nehme ich hiermit zurüd. 2567b Hallbauer. im Louisenßädtischen Konzerthause, Alte Jakobstr. 37. Tages- Ordnung: 1. Die gegenwärtige Lage in der Armaturenbrancheer Theilhaber sucht oder Geund der Neunstundentag. 2. Wahl eines Vertrauensmannes. 3. Aufstellung eines Kandidaten der Dreher zu den Gewerbegerichtswahlen. Die Kollegen werden ersucht, zu dieser Versammlung zahlreich zu er scheinen, da wichtige Beschlüsse zu fassen sind. Besonders eingeladen sind die Kollegen der Firmen A.-G. Schäffer u. Walker, A.-G. vorm. Buhke, B. Josef, Schäffer u. Oehlmann, Gäbert, J. Pintsdy. Diejenigen Werkstätten, welche noch feine Vertrauensmänner haben, werden ersucht, solche bis zur Versammlung zu bestimmen. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter Otto Mäther, N., Anklamerstr. 44. Achtung! Achtung! Schäftsverkauf beabsichtigt, verlange meine ausführlichen Prospekte. Wilhelm Hirsch, Mannheimt. Möbel- Verkauf [ 300/10 des Möbelspeichers Rosenthalerstrasse 13. Wegen beabsichtigter Vergrößerung meiner Räumlichkeiten verkaufe ich mein Waarenlager zu noch nie dagewesenen Preifen. 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Verschiedenes. Pflicht eines jeden Kollegen ist, in der Versammlung zu erscheinen, um damit zu beweisen, daß auch wir gewillt, unsere so erbärmliche Lage zu verbeffern. Also, Kollegen, erscheint Mann für Mann! Paul Quast, Vertrauensmann der Schlosser Berlins, Höchstestr. 4. 300/9 Achtung! Töpfer! Atung! Mittwoch, den 8. Juli, abends 6 Uhr, im Alten Schühenhaus, Linienstr. 5: Große öffentliche Versammlung Zages Ordnung: 1. Bericht der Kommiffion. 2. Stellungnahme zur Gründung eines neuen Vereins. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 190/10 Die Kommission. Klempner! Eigene Tapezierwerkstätten, vier große Möbelspeicher. Gekaufte Möbel können fostenfrei auf meinen Lagerspeichern 3 Monate stehen bleiben und werden dann durch eigene Gespanne sauber trans portirt und aufgestellt, auch nach außerhalb. Fruchtweine Johannisbeerwein, weiß und roth, Stachel beerwein, Heidelbeerwein à Fl.( 3/4 Str.) 75 Pf à Liter 1 Mart ertl. pro Glas. 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Juli, abends 81/2 Uhr, im Schloß Weißenfee( Wintersaal): Große öffentliche Volfsversammlung Tages Ordnung: 1. Die Sozialdemokratie und die bürgerlichen Parteien. Referent: Reichstags- Abgeordneter Max Schippel. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. Telephon Amt IV 447. Streng reelle Bedienung. M.Schulmeister Schneidermeister, 25686 4977* Dresdener- Strasse 4, Kottbuser Ther, empfiehlt zu außergewöhnlich billigen Preisen nachstehende Paletots Spezialartikel: echtfarbig in Satin und Diagonal von M. 15-30 i. hochf. Rammg.- u. Cheviot- Stoffen Sackfaçons, ohne Naht in gedieg. wollenen Zwirnstoffen, 1s ut. Jaquet- Anzüge 2 reihig in glatten Diagonal, Ramm Jaquet- Anzüge garn, Satin- u. Cheviot- Stoffen, 1- u. 2 reihig modernster Farben in Satine u. Jaquet- Anzüge englischen Cheviot- Stoffen, eleg. Ausführung i. guten, wollenen, schwarz. Rammg. Rock- Anzüge. 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