Morgenausgabe Nr. 523 Ä 288 4S. Jahrgang MSchenMch SSPs, monatlich z�o Zfi. (davon SS Pf. monatlich für gustrl- Inno ins Hans) im voraus zahlbor. Postbezug 4.S2 M. einschließlich so Pf. PonzeiNings- und 72 Pß Postbestellgr- buhren. Auslandsabonnement 8,— M. pro Monat; für Länder mit ermäßig- tem Dnnlsachenporw S.— M. Der.Vorworts' erscheint wochentäg- lich zweiinal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Hernn und im Sandel mit dem Titel.Der Abend', Illustrierte Eonntagsberlaa« .Boll und Zeit'. x> wg. Berliner volksblatl Dienstag 8. Dezember 1931 Groß-Äerlin 10 pf. Auswärts 15 pf. Die clnlpalt. Nonparcillezetle 80 Pf. Rellamc'zeile ö,— RM.„Kleine An» zeige»" das fettoedruitte Wort 25 Pt. F«»W...... IM weitere!! Stellengesuche dos erste Wort iL Pf, jedes weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Slrbeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien- nnAeigen Zeile 40 Pf. Anzeiaenaunohm« im Hauptgeschäft Lindenstrahe 3, wochcn- täglich von 8�/.. bis 17 Uhr. Tcx Verlag behält sich das Recht de» Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor t i lässig zwei fettgedruckte Worte), jedes ntere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Tanf. Jentralovsan der SozialdemoSeatifche« Vartei DeutMlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 gernspr„ Dönboss(A 7) 293—297. Telessramm-Adr.: Sostaldemvkrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postschecklonto: Berlins? S3S.—BailkIonto:Bankdcr Arbeiter, Angcflcllien und Beamten, Lindenstr. S. Dt. B. u.Dtsc.-Ges., Dcposilcnl., Jcrusalemcr Sir. SA. schießt auf Polizei. Schwere Ausschreitungen von liationalfozialifien im Wuppertal Wuppertal, 7. Dezember. In der Nacht zum Souukag wurde iu einem Kaffeehaus ein Nationalsozialist, der einen Kellner mit einem Schlagring licdrohl hakte, von einem Polizelbeamten festgenommen ood zur Polizeiwache gebracht, vor dem Polizeirevier sammelten sich darauf etwa 40 persoucn, die unter grohem Lärm die 5reilassuug des �estgenommeuen forderten, vei dem versuch, die Zlnsmnmlung zu zerstreuen, bemcrkle ein Polizei- beamler, dah der Nationalsozialist K. eine Schuh- w a f f e in der Hand Halle, k. slüchtele und warf die Schuh- wasse sott kurz daraus wurde er von cioem Beamten angehallen und zur Wache gebracht. Auch die Schuhwasse. ein geladener Trommclrevolver. kallber 7,65 Willimeler. wurde später gefunden. Zivilpersonen machlcn daraus ausmertsam, dah noch ein zw eller Nationalsozialist eine Schuhwasse offen bei sich führe. Lei der Verfolgung gab der betreffende Nalio- nalsozialist mehrere scharfe Schüsse auf einen Beamteu ab. der am A�uhgclenk oerlehf wurde. Der Täler entkam. Später wurde der erste Nalionalsozialist. der noch Aeftslelluug seiner personalieu vorläufig entlassen worden war. erneut mit einem Schlagring angetroffen und festgenommen. Er und K. und der gröhle Teil der Demonstranten hateln vorher an einer oalionalsozialistischen Versammlung in der Äarmer Stadlholle teilgenommen. Der Separatist als Nazi-Kührer. Neustadt a. d. Haardt, 7. Dezember.(Eigenbericht.) Bor dem hiesigen Gericht entpuppte sich der Neustädter Bau- Unternehmer Otto Selmar, seit dem Abzug der Besatzung ein st rammer Nationalsoziali st, als Separatist I d) l i m m st e n Kalibers. Selmar hatte einen Ardsitekten und«inen Ingenieur verklagt, weil beide ihn als Separatisten bezeichnet hatten. Das Gericht sprad) jedoch sowohl den Architekten als aud) den Ingenieur unter Aus-- bürdung der Kosten auf den Priootklägcr frei mit der Begründung, dag Selmar Separatist gewesen sei und der Wahrheits- beweis dafür erbracht worden ist. Selmar hat während der Be- satzung unter aichcrem auch einen deutschen Beamten bei den Franzosen de nunziert und seine Ausweisung aus dem be- setzten Gebiet erwirkt. Seine Behauptung, dah die Gcwerksdiaften an dieser Ausweisung mitschuldig gewesen sein sollen, wurde vor Gericht Äs Lüge entlarvt. Selmar kandidierte bei der letzten Stadrats- wähl an aussichtsreidzer Stelle auf der Liste der Nalionalsazia- listen. Cr zog scine Kandidatur jedoch zurück, als er sich verpflichten sollte, bei einer eventuellen Wohl auf stodtisd>e Arbeiten zu ver- zichten. Während der Reichstagswahl hetätigte sich Selmar. als Propagandafliegcr für die NSDAP. Obwohl seine landes- verräterische Tätigkeit gerichtsnotorisch ist, darf er sich nach wie vor in der NSDAP, betätigen! Disziplinarverfahren gegen einen Nazibürgermeister wesselburev, 7. Dezember. Der Regieningschrösident in Schleswig hat die Einleitung des Disziplinarverfahrens mit dem Ziel der Entfernung aus dem Amt gegen den ersten Ratsmann und stellvertretenden Bürgermeister von Wcsselburcn, Paul Herwig, angeordnet. Herwig ist Führer der N a t i o n a l s o z i a l i st i j ch e n P a r t ei. Die Pläne der Neichsregierung. Der voraussichtliche Inhalt der neuen Notverordnung. Di« neue Notverordnung der Reichsregierung ist am Montag in später Abendstunde bis auf einige Formulierungen, die am Dienstagvormittag vorgenommen werden sollen, fertiggestellt worden. Im Laufe des Dienstags wird der Reichspräsident die Ver- Ordnung unterzeichnen. Abends beabsichtigt der Reidiskanzler die Presse.über Sinn und Aufgaben der Verordnung zu unterrichten. Im Anschluß daran wird er über die neuen Maßnahmen der Reichs- regierung im Rundfunk sprechen, lieber den Inhalt der Not- Verordnung wird folgendes verbreitet: Die neue Notverordnung erstrebt eine gleichzeitige R e- getung des Problems der Preis- und Lohn- s e n k u n g. Entgegen den anfänglichen Plänen werden in das Lohnsentungsversahren die S dz lichter derart einge- schallet werden, daß Lohnsenkungen nur unter der Boraus- jetzung gewisser gleichwertiger Preissenkungen erfolgen sollen. Die Gehälter der Beamten werden um st Prozent gekürzt und zwar erstmalig zum 1. Februar. Di- Gütertarife der Eisenbahn werden ob l6. Dezember um 25 Prozent herabgesetzt. Eine Kürzung der Posttarif« ist ebenfalls in Aussicht genommen. Di« Reubaumieten sollen um 15 Prozent, die Altbau- mieten um Ist Prozent gekürzt werden. Erhöht wird die Ilm- satzsteuer von st,75 Prozent auf 2 Prozent Ausgeschlossen von dieser Erhöhung sind Getreide. Mehl und Brot. Die Frage des Existenzminimums wird durch die neue Notverordnung nicht berührt Die bisherigen Sätze der Invalidenrente werden� von der neuen Notverordnung nicht betroffen, jedoch sollen die Für- sorgeleistungen fortfallen. In der Unfallversicherung werden die kleinen Renten bis zu 2st Proz. in Fortfall kommen. Das bedeutet, daß 4stst ststst Personen Renten uicht mehr gezahlt zu werden brauchen. In bezug auf die Krankenversicherung sollen die zwischen den Aerzten und einigen Krankenkassen verein- barten Abkonunen in die Notverordnung aufgenommen werden. Die Gewährimg höherer Sätze an die Acrztc, als sie in diesem Ab- kommen vorgesehen sind, wird untersagt. Die Kassen brauchen künftig nur nod) gesetzliche Regellcistungen zu entrichten. Die neue Verordnung wird schließlid) noch Maßnahmen gegen den Wofsenmißbrauch, den Terror und den Schutz der Ehre insofern enthalten. Äs Verleumdungen und Beleidigungen in Zukunft schärfer und schneller abgenrteill werden können. In der Perordnung wird zugleich bis mber Neujahr ein sogenannter Weihnadztsfrieden verfügt werden. Ob diese Voraussagen in allen Einzelheiten zutreffen, wird sid) nun bald zeigen. Allerdings wird die neue Notoerordnung Pn so umfangreiches und kompliziertes Dokument sein, daß ein gründliches Studium notwendig sein wird, um ihren Inhalt ganz zu erfassen. Brüning, wehr dich! Die StaatSpartei an den Reichskanzler. Die Staatsparteiliche Fraktionsgem eins d) oft des Reichstages trat gestern nachmittag unter Vorsitz des Abgcord- ncten Dr. Weber zu einer Sitzung zusammen. Die Verhandlungen wurden für streng vertranlid) erklärt. Die Fraktionsgemcinschaft beauftragte, wie das Nachridstenbüro des VdZ. erfährt, ihren Bor- fitzenden einstimmig, folgenden Brief an den Reichskanzler zu leiten: „Die Staatsparteilichc Fraktionsgemeinslhast hat sich in ihrer heutigen Fraktionssitzung mit den innerpolitischen Vorgängen der letzten Zxll und den Kundgebungen des cherrn Hitler und seines Anhangs, insbesondere gegenüber dem Ausland und der ausländischen Presse, beschäftigt. Die Fraktion war geschloffen der Meinung. daß das passiv«'Verhalten der Reichsregie- rung zu dem herausfordernden, die staatliche Autorität und die nationalen Interessen der deutschen Politik auss schwerste gefährden- den Auftreten des Nationalsozialismus nicht mehr verstanden wird und nicht länger tragbar ist. Die Regierungsbildung in Hessen. Eine ErNärung des Zentrums. Alainz, 7. Dezember. Der Landcsausslhuß der hessischen JeiUrumspartei hiell gestern eine Sitzung ab. Nach einer kurzen Würdigung des hessischen Wohl- ergebnisses durch den hessischen Parteivorsitzenden Reichstogs- otgeordneten Dr. Bockius wurde die durch die Wahlen geschaffene Lage m Hessen erörtert. Partei und Fraktionsleitung stellten dabei zur Frage der Regierungsbildung folgendes fest: Am Dienstag tritt der Hessische Landtag zusammen. Vorverhand- l un gen zwischen den Fraktionen über die Bildung einer Re- gierung haben unseres Wissens nicht stattgefunden. Dem Zentrum kommt es auch nicht zu. die Jnitiatwe zu ergreifen, da dies« Pflidit den stärksten Parteien obliegt. Die Bildung einer Regierung beim Zusammentritt des Lcurdtags erscheint'damit unmöglich. Bürgerliche Mehrheit in Bern. Im Berner Stadl- Parlament, wo den 4l Sozialdemokraten bisher 3st Bürger- liche gegenüberstanden, wird das Verhältnis nod) den' bisher vorliegenden Ergebnissen der Sonntagswabl wabrschcinlich umgekehrt gestaltet werden. Barau-sichllich erhalten die bür- gcrlichcn Parteien 11 Mandate und die SoziÄisten 39. England vor dem Zollkrieg. Oer Außenhandel in der politischen Gefahrenzone. Der radikale Umschwung in der englische» Handelspolitik hat eine Situation geschaffen, die für die wirtfchaftlichen De- ziehungen der europäischen Länder äuszerste Gefahren in sich birgt. Die internationalen Spannungen auf diesem Gebiet werden noch durch den Znsammenbruch des englischen Pfundes und die dadurch verursachte währungspolitische Unsicherheit verschärft. Wie im Ausland allgemein bringt man iu Deutschland ganz besonderes Verständnis auf für die Schwierigkeiten, mit denen England zu kämpfen hat. Dieses Verständnis hindert aber nicht, die Gefahren klar zu erkennen, die England sowohl mit der Aufhebung der Goldwährung wie auch mit seiner Schwenkung zur schärfsten Schutzzollpolitik herausbe- schworen hat. Pfundeutwertung und Hochschutzzoll bilden in der englischen Wirtschaftspolitik insofern ein einheitliches Ganzes, als die Entwertung der Währung dazu dienen sollte, durch Schaffung einer Erportprämie die englische Außen- Handelsbilanz zu verbessern. Die Errichtung der Zollmauern sollte ded weiteren eine rücksichtslose Drosselung wichtiger Im- porte mit sich bringen und damit die Handelsbilanz von der starken Emfuhrbeloftuiig befreien. Die radikalen Schutz- zölluer um Churchill haben ganz klar ausgesprochen, daß eine 2llprozentige Abwertung des englischen Pfundes nicht ge- nügen würde, um die englische Handelsbilanz auszugleichen, und man muß nach der letzten parlamentarischen Aussprache in England damit rechnen, daß die bisher eingeführten Not- zolle nur den Auftakt zu der großen englischen Z o l l r e s o r m darstellen. Von den öllprozentigen Wertzöllen, mit denen England jetzt eine große Anzahl Fertigfabrikvte belegt hat, werden D e u t s ch l a n d. Frankreich, Holland und Belgien am schärfsten betroffen, weil diese Länder als Goldwährungs- länder schon durch den Pfundsturz schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Frankreich, das im Laufe dieses Jahres immer stärker in den Strudel der internationalen Wirtschafts- krise geraten ist und seine stark passive Handelsbilanz schärfer denn je beobachtet, hat als erstes Land Gegen maß- nahmen gegen Großbritannien ergriffen. Allerdings sind diese Gegenmaßnahmen, die in einem l-Zprozentige» Valuta- zoll bestehen, nicht allein gegen Großbritannien gerichtet, son- dern gelten als Zlntidumping-Zoll für alle Länder, deren Währungen gefallen sind. Die französischen Maßnahmen haben in England ein sehr unfreundliches Echo gefunden. Der H a n d e l s m i n i st e r R u n e i m a u hat dieje Akuon als sehr e r n st bezeichnet, die die englischen Interessen der- ort berührt, daß Großbritannien demgegenüber nicht gleichgültig bleiben könne. Auf diese Rede des engli- scheu Ministers hat der französische H a n d e l s m i n i st e r R o l l i n eine sehr scharfe Antwort erteilt. Rollin erklärte rund heraus, daß England mit seiner geradezu pro- hibitiven Zollpolitik nicht den geringsten Anlaß habe, die französischen Zollerhöhrrngen, die nur dem Valutaausgleich dienten, als einen unfreundlichen Akt anzusehen. Wie scharf sich die handelspolitische Situation zwischen Frankreich und England zugespitzt hat. beweisen die Er- kläruugcn Rollins, nach denen die französische Regierung angesichts des schweren Schadens, den Industrie und Land- Wirtschaft durch Englands Zollpolitik erleiden, unmöglich untätig bleiben könne. Die E x p o r t v e r l u st e Frankreichs werden infolge der britischen Zollerhöhungen auf etwa l.5 Milliarden Franken, dos sind fast 300 Millionen Mark, geschätzt. Verschiedene Industrien, wie die Seide nfabrikation in Lyon und die clsüs- fische Woll industrie haben bereits zahlrcichc Still- legungsanträge gestellt, da ihre Betriebe größtenteils von der Ausfuhr nach England lebten. Die französische Re- gierung hat versucht, auf dem Verhandlungswege von England zollpolitische Zugeständnisse zu erlangen. Die Kommission, die zur Verhandlung nach London geschickt wurde, ist jedoch unverrichteter Sache zurückgekehrt. Die englische Regierung hat erklärt, daß vor der Tagung der englischen Reichskonfercnz, die im Juli 1932 iu Ottawa in Kanada stattfindet, keine Milderungen der Notzölle eintreten könnten. Beharrt England auf diesem Standpunkt, so ist bei der Zuspitzung der Lage zwischen England und Frankreich mtt allem zu rechnen, auch mit einem offenenHandels- krieg. Die schroffe Ablehnung, die Frankrestl) mit seinen Bor- stellungen bei der englischen Regierung gefunden hat, trifft auch Deutschland. Der deutsch-englische Handelsvertrag vom Dezember 1924 sieht mündliche Verhandlungen zwischen beiden Ländern in dem Fall vor, wenn ein Land Zollinaß- Hitlers Privatarmee. Die Giabsoberleitungen am Gih der Wehrkreiskommandos» nschmett ergriffen hat, die für den Vertragspartner Kefünderz, obträglich find. Diesen Fall sieht Deutschland jatzt Mit Recht als gegeben an und hat zur Klärung der Lage mündliche Verhandlungen in London angeregt. Es ist aber nicht daran zu zweiseln, daß auch die deutsche Delegation mit dem Hinweis auf die britische Reichskonferenz im nächsten Jahr vertröstet wird und England jede Milderung seiner gegenwärtigen Zollpolitk ablehnt. Für Deutschland ist aber die handelspolitische Lage noch viel schwieriger als für Frankreich, denn Deutschland muß. koste es was es wolle, einen starken Ausfuhrüberschuß zur Bezahlung seiner riesigen ausländischen Schulden und der notwendigen Zinsen herauswirtschaften. England gehört aber zu den größten Kunden Deutschlands, denn rund 10 Prozent der gesamten deutschen Ausfuhr nahm im ver- gangenen Jahre Großbritannien auf. Die Rück- Wirkungen der englischen Schutzzollpolitik zeigen sich jetzt bc- reits in den Zentren typischer deutscher Exportindustrien. So liegen aus der sächsischen Textilindustrie bereits Meldungen vor, wonach mit größeren Stillegungen, die etwa 15 000 bis 20 000 Arbeiter brotlos machen würden, schon in allernächster Zeit gerechnet wird. Dies betrifft hauptsächlich die Chemnitzer und Zwickauer Strumpfindustrie, die rund 85 Proz. der gesamten englischen Strumpfeinfuhr lieferte. Die gleichen Klagen kommen aus den Bezirken der Glas-, Porzellan- und Spielzeugin du st rie. Englische Minister haben in öffentlichen Reden Deutsch- lands Zwangslage, zu exportieren, um die ausländischen Schulden abzutragen, rückhaltlos anerkannt. Zwischen dieser theoretischen Anerkennung und der zollpolitischen Praxis Eng- lands liegt aber eine unüberbrückbare Kluft. Die englische Regierung arbeitet in der zollpolitischen Diskussion immer wieder mit dem Argument, daß die jetzt eingeführten Notzölle keinen anderen Zweck haben, als die anormal hohe Einfuhr auf ein N o r m a l m a ß zurückzu- schrauben. Hier wird aber von englischer Seite die klare Tatsache übersehen, daß die Einfuhr nach England ihre anormale Höhe erst nach der Androhung hoher Einfuhrzölle erreichte. Die beträchtlichen Einfuhrsteigerungen im Oktober und der ersten Nooembcrhälfte sind ganz überwiegend durch die Dcckungskäufe englischer Importeure kurz vor Tores- schluß, das heißt vor Errichtung der Zollmauern, verursacht worden. Die verhängnisvollen Auswirkungen, die die eng- tischen Zollmaßnahmen für die europäische Handelspolitik gezeitigt haben, sollten der englischen Regierung als Warnungszeichen dafür dienen, welche Gefahren sie bei einer Verschärfung dieser Politik heraufbeschwört. Nichts kann Europa, und dies gilt auch in allererster Linie für England, im gegenwärtigen Stadium der Wellkrise weniger ge- brauchen, als daß die schon so dünnen Fäden des internatio- nalcn Wirtschaftsverkehrs gänzlich zerrissen werden! Oie Würtiemberger Wahlen. Die Zahlung auf dem Lande noch im Gange. Stuttgart, 7. Dezember.(Eigenbericht.) Aus Württemberg-Land lagen auch am Montagabend noch keine Wahlergebnisse vor. die einigermaßen auf den Ausgang der Gemeindewahlen schließen lassen. Nach dem wurttembergischen Gemeindewahlrecht ist in samt- lichen Gemsinden des Landes mit Ausnahme von Stuttgart das Ilcbernehmcn von Kandidaten eines anderen Wahloorschlages auf den eigenen Stimmzettel zugelassen. Infolgedessen können vor- läufig aus den meisten Orten nur die Zahlen der für die einzelnen Parteien abgegebenen Stimmzettel angegeben werden. Ein sicherer Rückschluß auf die den einzelnen Parteien zugefallenen Kandidaten ist daraus jedoch noch wicht möglich, da die Zahl der ab- geänderten Zettel fast durchweg größer ist als die dcr unabgeänderten. Die einzelnen Parteizahlen sind so- weit möglich verglichen(Reichstagsawhl 1930), jedoch ist auch hier keine mechanische Vcrgleichsmöglichkeit gegeben, da das Gemeinde- Wahlrecht einen einjährigen Wohnsitz zur Voraussetzung bat. Infolgedessen sind gerade die minderbemittelten Kreise sehr stark benachteiligt. Unter diesen Einwirkun- gen können vorläufig folgende Ergebnisse mitgeteilt werden: Ulm: Sozialdemokraten 4270(7139), Kommunisten 3132(1288), Nationalsozialisten 8833(7607), Deutschnationale 4929(3485), Zentrum 5921(6809), Chrisllicher Volksdienst 1241(2017), Demokraten 1916, Deutsche Volkspartei 402(zus. 2799). Reutlingen: Sozialdemokraten 4237(6891), Kommunisten 1902(1864), Nationalsozialisten 1491(1134), Deutschnationale 330 (1065), Zentrum 1107(795), Christlicher Volksdicnst 1289(1877), Haus- und Grundbesitzer 2034(101), Demokraten 881, Deutsche Lolkspartci 444(zus. 3793), Ueberparteiliche Wählervereinigung 1106(0). In den anderen Städten war bei Abschluß dieses Berichts die Zählung noch im Gange, so daß weitere Ergebnisse erst später mit- geteilt werden können. Das Ergebnis von Heilbronn. Stuttgart, 7. Dezember.(Eigenbericht.) Die Gemeinderatswahlen in Heilbronn-Stadt zeitigten folgen- des Ergebnis(die Stimmenzahl der letzten Rcichstagswahl ist in Klammern beigefügt): Sozialdemokraken....7643(12 549) 5 Mandalc(6) Kommunisten...... 2317( 1 185) 1 Mandat(0) Nationalsozialisten.... 3766( 2 058) 3 Mandate(0) '"SSVX.-w i• 4850(sm 3•<5) Zentrum........ 1655( 1 810) 1 Mandat(0) Christl. Volksdienst... 1445( 1 971) 1„(0) Doutschnational«..... 1753( 882) 1„(4) In den übrigen Orten des württembergischen Unter- i a n d e s hat die Sozialdemokratie nach den bisher vorliegenden Meldungen ihren B e s itz st an d im wesentlichen b e- h a u p t e t. Die Nationalsozialisten haben im Unterland, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, in Heilbronn-Stadt drei Man- dote auf Kosten der Deutschnationalen und in W e i n s b e r g ein Mandat auf Kosten des Bauernbundes gewonnen. In den Besitz- stcnzd der Arbeiterparteien haben sie nirgends einzu- d r i ng e n vermocht. vfriemer seftgefehl. Pfriemer ist in Begleitung seines Rechts- cmwalts in Graz eingetroffen und hat sich bei der Staatsanwalt- schaft zemeldst. Der„Bayerische Kurier" hat kürzlich darauf aufmerksam ge- macht, daß die Organisation der Hitlerschen SA. genau der Reichswehrorganisation nachgegliedert sei. Zu diesem Thema weisen wir auf folgendes hin: Dieser Tage ging eine unscheinbare Notiz durch die Presse, nach der der sogenannte Stab der SA.-Gruppe Nordwest von Düsseldorf nach M ü n st e r i. W. verlegt worden sei. Diese für den Uneingeweihten fast merkwürdig anmutende Flucht aus dem großstädtischen Düsseldorf in das kleinstädtische Münster hat für die Nationalsozialisten eine große Bedeutung. Es ist ihnen jetzt ge- lungen, mit einer einzigen Ausnahme ihre wohlbestallten SA.- O b c r st ä b e in die gleichen Orte zu legen, in die auch d i c Wehrkreiskommandos der Reichswehr gelegt sind. Die Personalpolitik des Braunen Hauses geht ossenbar daraus hinaus, ehemalige aktive Offiziere der höheren Dienstgrad- mit den Stabslcitungen zu beauftragen, sie strebt danach, die gesell- schaftliche Verbindung zwischen den Staats- und Prioatosfizieren für ihre Partei zu benutzen. Am Sitze des Wehrkreiskommandos I in Königsberg ist gleich- zeitig die Stabsführung der SA.-Gruppe Ostland beheimatet unter der Führung des ehemaligen Generals L i tz m a n n. Stettin, der Sitz der Wehrkreiskommandos II, wird vorerst von Berlin aus bearbeitet. Die Gruppe Ost der Hitlerschen SA. unter ihrem provisorischen Führer Stabsleiter F. W. Krüger hat ihren Sitz in Berlin ebenso wie das Wehrkreiskommando III. Der Stab der SA.- Gruppe Mitte befindet sich am Sitze des Wehrkreis- kommandos IV in Dresden unter der Leitung des berüchtigten Kapitänleutnants von K i l l i n g e r. Im Laufe der letzten Monate ist auch am Sitze des Wehrkreiskommandos V in Stuttgart eine Stabsobcrleitung für die SA.-Gruppe Südwest unter Leitung von Dietrich o. Iagow aufgestellt worden, die bisher von München aus betreut wurde. Die SA.-Gruppe Nord- w e st unter Oberleutnant Werner von Fichte hatte bis- lang ihre Oberleitung in Düsseldorf. Sie arbeitet jetzt am Sitze des Wehrkreiskommandos VI in Münster i. W. Die Stabsführung der SA.-Gruppe Bayern befindet sich unter dem provi- sorischen Führer Hans Kallenbach in München, dos gleichzeitig der Standort des Wehrkreiskommandos VII ist. Zu beachten ist, daß die beiden nichtadligen Stabs- führer ihre Stellung nur provisorisch ausüben. Das heißt, daß sie sofort einem standesgemäßen adligen Offizier zu weichen haben, sobald sich einer findet. Unwidersprochen dürfte wohl bleiben, daß von den SA.- Führungen mit Vorliebe Fühler nach aüs d e r Reichswehr abgehenden höheren Offizieren ausgestreckt werden. Völkerbund entscheidet gegen China? Die Vollmachten der llntersuchungskommijsiou für China. Paris. 7. Dezember.(Eigenbericht.) Der Redaktionsausschuh des Völkerbundsrats unterrichtete am INontagvormitlag den chinesischen Delegierten S z e über die Verhandlungen der letzten Tage. Er unterbreitete dem Chinesen die neuen Entwürfe der Entschließung und setzte ihm die Gründe auseinander, aus denen der Ausschuß und der Rat es für angebracht halten, die Bestimmungen über die Vollmachten der nach China zu entsendenden llnkersochnogskowmisston aus der Eni- fchlietznug in den Sommenlar zu verlegen und das Recht Japans zu Polizeiaktionen gegen die chinesischen Banditen weder in der Eni- schließnug noch im Sommentar zu erwähnen. Japan soll sich dieses Recht durch Kne einseitige Erklärung in der Schlußsitzung vor- behalten. Sze hat von diesen Aendernngen Sennlais genommen Ja der Kommission des Völkerbundes zur Untersuchung der Vorgänge in der Nlandschnrei wird auch Deutschland vertreten sein. Die Reichsregierung hat dem völkerbuadsrat mehrere Persönlich- keilen zur Auswahl vorgeschlagen, und zwar den früheren Außen- minister und jetzigen deutschen Botschafter in Tokio Dr. Solf, den Generaloberst a. D. v. S e e ck l und den ehemaligen Gouverneur Dr. Schnee. In der Montag-Abendsihnng teilte zunächst Briand die ihm von Poshizawa übermittelte Antwort der japaut- scheu Regierung in bezog aus die neutrale Zone von Tschia- tschau mit. Die Japaner verlangen darin, daß die Demarkations- liaie für die Zone auf japanischer Seite unmittelbar östlich von Tschinlschan verläuft, erklären allerdings, daß diese nur die äußerste Grenze sein soll, innerhalb deren sie zu Polizeimah- maßnahmen berechtigt sein sollen. Der Rat hat diese Forderung für unannehmbar gehalten und beschlossen, an Japan einen Brief zu richten, der praktisch die Liquidation dieser Angelegenheiten be- deutet. Der Brief soll cveulnell von diplomatischen Schmitten der Ralsmächle in Tokio begleitet wcrdeu. weiter beschäftigte sich der Rat mit de« nxpcu Wortlaut der Entschlicßvng und des Kommentars, die keinen Widerspruch fanden. Da man nach der Zustimmung Japans am Dienstag auch die Chinas erwartet, wurde im Prinzip beschlossen, am Mittwoch nachmittag eine öffentliche Schlußsitzung abzn- halten, die allerdings noch nicht das wirkliche Ende der Ratstagung fein wird, da Im Anschluß noch über die Zusammensetzung der Kommission verhandelt werden soll.- Die Universität Belgrad ist abermals auf drei Tage geschlossen worden, nachdem sich am Montag heftige Zusammenstöße zwischen Studenten und Polizei ereignet hatten. Die Studenten hatten gegen die Schreckensurteile oes römischen Sondergerichtes gegen slowenische Antifaschisten demonstriert. t-Iitlsrs�nbiscksrung bsi ctsn stzsmsligsn„�sinctdunctmllotitsn" bsant�ortet das l�siciisdannrior Sc:iivisrr-I?ot'GioIck mit einer Kundgebung: Verrät Hitler Deutschland? Außenminister paß auf! Nicht vor einem geladenen Kreis von Pressevertretern im feudalen Kaiserhof, sondern in breitester Oeffentlichkeit sprechen zu diesem Thema am Donnerstag, demlO. Dezember, abends 8 Uhr, in der ,, N e u e n Welt", Hasenheide, Reichstagsaugeordneter or. Leber-Lübeck. Reichstageabgeordneter Lemmer-Beriin. Republikaner von Berlin, zeigt durch Massenbesuch, daß ihr hinter der vom Reichsbanner geführten republikanisch. Aktion steht, eauvorstand Berlin d. ReicnsDannsrosciiwarz-Rot-oold Dem bürgerlichen Stabsleiter F. W. Krüger hat man den ÄdLgen Grafen von Helldorf auf die Nase gesetzt, der vollständig unabhängig die strategisch wichtige SA. Berlin kommandiert. Versuchte Dersammlungssprengung. Die kommunalen Polizeibeamten spielen Karten. Mcserltz, 7. Dezember.(Eigenbericht.) Die Sozialdemokratische Partei in M e s e r itz(Grenzmark) hatte zu einer öffentlichen Versammlung zu Donnerstag, den 3. De- zember, nach dem Schützenhause eingeladen. Schon vor 8 Uhr wor der Saal überfüllt und mußte polizeilich gesperrt werden. Im Saal selbst waren etwa 12 0 bis 150 aus der ganzen Umgegend zu- sammengezogene SA.- Leute und Mitglieder des Stahl- Helms anwesend, die mit der Absicht gekommen waren, unter allen Umständen die sozialdemokratische Versammlung zu Bruch gehen zu lassen. Unser Versammlungsleiter, der Angestellte des Deutschen Land- arbeiterverbondes, Genosse B r e s ch- Meserltz, hatte von der Polizei- Verwaltung Meseritz verstärkten Polizeischutz angefordert, weil be- kannt geworden war, daß die Nationalsozialisten es auf einen Zu- sammenstoß abgesehen haben. Es waren auf seine Anforderung auch 6 kommunale Polizeibeamtc erschienen, die aber— bis auf einen— nicht im Saale, fondernindenBorräumen sich aufhielten und nach Zeugenaussagen dort Karten spielten. Kaum, daß unser Redner, Genosse Krüger- Berlin, begonnen hatte und sachlich zu dem Thema„Wer rettet das deutsche Volk?" sprach, setzten auch schon die beabsichtigten Störungsversuchc ein, die dahin führten, daß nach etwa drei Viertelstunden der Ver- sammlungslciter einige Nationalsozialisten aus dem Saale weisen mußte, was zweifellos den anderen Nazis den Auftakt zu einem gewaltsamen Vorgehen gab. Mit erhobenen Stühlen drangen die Nazis auf die friedlichen Versammlungsteilnehmer ein, die sich selbstverständlich, geschützt durch Reichsbannerkomeroden, zur Wehr setzten. Waren schon vorher die fünf weiteren Polizeibeamten im Saal nicht anwesend, so gelang es ihnen— wir wollen ihnen die Absicht gern zugestehen— bei der allgemeinen Schlägerei, die nun einsetzte, nicht mehr, in den Saal einzudringen. Das Verhalten der Polizei- bcamten hat zweifellos mit dazu beigetragen, daß diese Versammlung«inen derartigen tumulluarischen Verlauf nahm. Nachdem die Nazis aus dem Saale hinausgeworfen waren, konnte die Versammlung in voller Einmütigkeit für die Sozialdcmo- kratie zu Ende geführt werden. Mussolinis neuer Adjutant. Oer Generalsekretär der Faschistischen Partei abgeseht. Rom, 7. Dezember.(Eigenbericht.) Der Generalsekretär der Faschistischen Partei Giuriati ist am Montagabend von seinem Amt zurück- getreten. Mussolini hat den Abgeordneten Achill Starace. den bisherigen politischen Vizesekretär her Partei, zum Nach- folger Giuriatis ernannt. Mit dem Rücktritt Giuriatis erhält ein feit langem umgehendos Gerücht seine Bestätigung. Giuriati folgte vor einem Jahr Turati in der Führung der Faschistischen Partei und damit in einer Stellung, die nach der Mussolinis die wichtigste in der inneren Politik Italiens ist. Giuriatis Rücktritt wird als Sühne für die im Sommer gegen die katholische Kirch« verübten faschistischen Gewalttaten bezeichnet. Als Generalsekretär der Faschistischen Partei wurde er für dieje Gewalttaten verantworllich gemacht. Sein Nachfolger gehört zu den Führern der früheren faschistischen Sturm- truppen. Eine politische Richtungsänderung ist von diesem Wechsel nicht zu erwarten. Auch Achill Starace wird ein treuer Diener seines Herrn sein._ Propaganda mit Blödsinn. Hitler-Cmissäre in Italien. Ro«< 7. Dezember.(Eigenbericht.) Die nationalsozialistischen Abgeordneten Nieland und Strieder aus Hamburg machen gegenwärtig eure Propaganda- reise durch Italien und werden am Dienstagabend auch in Rom sprechen. Dem Vorbild Hillers nacheifernd, empfingen sie in Florenz die italienische Presse und gaben dort ähnliche blödsinnige Erklä- rungen über die polllisch-wirtschafllichcn Ziele ihrer Partei ab wie der Münchener Parteipapst in Berlin. Aber Schweden weist deutsche Ifozis aus. Die schwedische Polizei hat beschlossen, die deutschen Staats- bürger Pflug- Härtung, Tietgcn, Treskow und den Oesterreicher Korn des Landes zu verweisen. Treskow ist flüchtig. Sie haben sich sämtlich faschistisch betätigt und aktiv an„Sveriges fasist ika kamporgauisatiujV beteiligt, die in ihren Satzungen zum Sturze der jetzigen Staats- macht und zur Bildung einer Diktatur auffordert. Daran kann man ersehen, daß die schwedische Polizei kurzen Prozeß macht und nicht wartet, bis ihr die Nazis über den Kopf wachset USA.-Kongreßtagung eröffnet. demokratischer Präsident.— Heute Hoover-Aotschast. Washington, 7. Dezember. Am Montag um 12 Uhr wurde der amerikanische Kongreß feierlich eröffnet. Wie ollgemein erwartet wurde, wurde der d e m o- k r a t i s ch e Fraktionsführer Garner-Texas zum Präsidenten des Repräsentantenhauses gewähll. Die Demokraten begrüßten die Wahl dieses populären Parlamentariers mit stürmischen Verfalls- kuiGgebungen. Die Wahl erfolgte mll 218 gegen 207 Stimmen. Durch die Ergebnisse der letzten Nachwahlen haben die Demo- kraten bekanntlich zum erstenmal feit 13 Iahren die Mehr- heit im Repräsentantenhaus erlangt. Der Senat und das Re- präsentantenhous vertagten sich nach Erledigung geschäftlicher For- malitäten auf Dienstag. Am Dienstag werden beide Häufer des Kongresses zu einer gemeinsamen Sitzung zusommenOeten, um die Botschaft des Präsidenten Hoover entgsAet�unehmen. Nr. 573• 45. Jahrgang i. Beilage des Vorwärts Viensiog, s. Dezember 4934 .."'.j Ein wenig Freude... Wie die Winterhilfe zu helfen sucht.- Lichtblicke für die Aermsten. Die SHchäflsslelle» der LsrRticr Winterhilfe, die bezirksweise verteilt sind, müssen allesamt mit Hochdruck ar. beiten, um die grohe Zahl der einlausenden Anträge um Ge. Währung von Zusohleistungen sSleider. Lebensmiitel. Er. nährungsgeld und Speisemarken) bewältigen zu können. In den dichtbevölkerten Arbeitervierteln, in denen die ehrenamtliche Fürsorge in den meisten Bezirken fast ausschließlich von sozialdemokratischen Helfern und Helferinnen ge- übt wird, offenbart sich naturgemäß das traurige Bild Wirtschaft- lichen Tiefstandes am krassesten: so sind in der Neuköllner Geschäfts- stelle bisher mehrere Tausende van Airträgen eingegangen. Täglich erhöht sich die Zahl und in den Sprechstunden sammelten sich hun- derte und.aber hunderte von Menschen. Jetzt will ma» erst einmal den Bevg von Arbeit ein wenig abtragen, unermüdlich sind augenblicklich etwa 40 bis 50 ehrenamtlich beschäftigte Helfer dabei, die Anträge zu sichten, zu ordnen und schleunigst dem Prüfungsausschuß zu übermitteln, damit die Erledigung so rasch wie möglich durchge- führt werden kann: bevorzugt werden in erster Linie langfristige Erwerbslose mit Kindern, krank« und alte hikssbedürftige. Die Er- lcdrgunz der Anträge, die ja meist dem Wohlfahrtsamt bekannt sind, geht ziemlich vafch, bis ans einzelne Fälle, wo besondere Recherchen notwendig erscheinen. Der erste Tag der Kleiderausgabe. Das Ergebnis der Kleidersammlung„Wintechftfe" des Bezirks Steglitz war ein recht gutes und die Kleiderkammer zeigt ein reich- haltiges Lager an gutsrhaltenen Kleidungs- und Wäschestücken sowie Schuhzeug: schön geordnet hängen da ans Bügeln die gereinigten. ausgebesserten Sachen— was allzu schadhaft ist. beton unt der Lumpenhändler— zwei Schränk« sind gefüllt mit sauber ge- waschener und geplätteter Wäsche, deren Reinigung durch Groß- Wäschereien kostenlos erfolgte, und auf Regalen stehen zierliche Stöckelschuhe neben wetterharten Männerstiefeln in ziemlich großer Auswahl, auch hier wieder nur tadellose Sachen, die von Schustern aus Wohlfahrtsmarken, teilweise auch gang kostenkos instand gesetzt wurden. Gar zu bald aber wird sich das Lager lichten, sobald nur dw ersten achtzig, die für den ersten Ausgabetag bestellt wurden, abgefertigt sein werden: cm warmen Kleidizngs, und Wäschestücken sowie an Kinderkleidung macht sich schon jetzt ein großer Mangel bemerkbar, da viele Laubenbewohner von Britz Ai-ttäge auf warme Sachen, hairptsächlich muh warme Schuh«, stellten. Man hofft durch eine später« Sammlung das Lager wieder ergänzen zu können. Die Sachen werden aber nicht nur gereinigt und ausgebessert. sondern sie werden auch, nachdem sie ja nicht nach Maß ge- arbeitet wurden, für jeden richtig zurecht gemacht. Da ist em Konfektionär und«ine geübt« Schneiderin, die die Sachen am Körper abstecken und üudern, damit der Besitzer auch Freude daran hat: fast Kd« findet da» Passende, ün AugeuWick ist gerade heftiges Gesuche nach einem Schuhpaar Nr. 46— her Mann lebt nun mal auf solch großem Fuße—. jedes bisher vorgelegte Paar zwackte an irgendwelcher Stelle, zum Schluß fand sich aber doch noch das richttge und der Aeine Filius an seiner Hand konnte sich in der Zwischenzeit im Spielzeugkarton etwas ausfuchen. er entschied sich für ein Pferd und einen Ueberseekahn für das Schwesterchen daheim, dann gab e? noch ein Wintcrmäntelchen und etwas Wäsche. Neben den Kleidungsstücken gibt es dann noch ein Lebensmittel- paket, das Reis, Erbsen, Nudeln, Kafsee, Talg und Suppenwürfel onchält. Die Speisemarken für amen Monat täglichen Freitisch in der Kindt-Brauerei gibt man möglichst an Alleinstehend« aus, um auch ihnen zu wenigstens einer täglichen warmen Mahlzeit zu verhelfen: von WA ilhr bis\2% M)r ist Essenausgabe, das Essen «nutz abgeholt werden. Im Aschürger-Lotal neben der Kmdl- Brauerei in der Hermannsttsß« formiert sich zu dieser Stund« di« Polonaise der„Einsamen". Da kommt ein alter Mann, d«r mit zittrigen Fingern aus einem alten Zsitungsbogen ein vevbeustcz Töpfchen wickelt, junge Männer reihen sich an. denen Gesundheit, Kraft und Lebenswille aus den Augen schaut, sie hungern nach Arbeit, Esseil, Leben...: aus der Aktentasche wird ein meist recht seltsames Behältnis geholt, mal ist's eins Konseroendosc, dann ein« Aluininminbüchse, wie man sie auf Fahrt hat, Frauen und Mädchen kommen, im leeren Einkaufsnetz baumelt Topf oder Schüssel. Zlus drei großen Alummiumkesseln dampft das Essen, Kartoffel, Gemüse und Fleisch, tief fährt die große Kelle hinein und klacks fällt es in den Topf. Die Ord'.mngsliebenden bringen mehr Gefäß« mit, bei den meisten wird es zum Eintopfgericht. 300 Essen werden pro Tag ausgegebeil, gut gekocht, reichlich und abwechselnd. Die dritte Art der Zusatzleistung ist das E r n ä h r u n g s g e l d, das wiederum in der Hauptsache an Familien abgegeben wird, die sich dann«nt den dafür erhaltenen Lebensmitteln zu Haus« ihre' Mahlzeit selbst bereiten können: einmal wöchentlich ist Ausgab» des Ernährungsgeldez, da stehen morgens um acht Uhr bereits die ersten da, um 9 Uhr beginnt die Ausgabe. In den Warteräumen, auf den Gangen, vor dem Haufe drängen sich die Menschen, mit fieberhafter Este muß gearbeitet werden, damit jeder so rasch wi« möglich abgefertigt werden kann: es sind ja alles Ungeduldige, Berbüterte. BerzVeisÄtc, die da ansuchen und lausen und bange» und warten müssen aus etwas, das ihnen ja eigentlich als selbstverständlich zu- kommen müßte, das bißchen tägliche Brot.... Aufreibend, zerinürbend offenbart sich hier der Kampf mit der Not des Tages, feindlich stehen sich Menschen gegenüber, die ja allesamt Brüder und Schwestern des Elends sind: da schreft ein obgr- wiesen« junger Mensch:„Ja, ja, immer nur feste nee sagen, det macht sich vom Schreibtisch in die warme Stube aus sehr bequem." lind feindselige Blicke treffen den Mann, der, selbst ein Erwerbsloser, sich fiir die(uffopsert, denen es nach schlechter geht ots ihm. lind was Menschenmund nicht verrät, das sagen die Akten; da heißt es „dauernd erwerbslos, weil dauernd krank", dort„Bater zwei Jahre arbeitslos mit neun Kindern", dort sind beide Eltern krank und der Sohn taubstumm, so geht es fort— der traurige Text menschlicher Leidensgeschichte. Allen diesen oerzweifelten Menschen einen kleinen Lichtblick in trostlosem Dunkel zu schenken, hat sich die Winterhilfe zur Ausgabe gemocht. Calmcfle-AnwaU bcgelii Selbstmord. RedifsanwaU ifssner bat sidi ersdiossen/ Kein Anhalt für die firttnde 3n seiner Wohnung in der Ruhleben er Straße in Spandau wurde am Montag früh der 27 Jahre alle ' Rechlsanwall Walker Llßner erschossen ausgesunden. L.. der unverheiratet war. hat Selbstmord verübt. Die Gründe, die£. zu der Tat verantaßten, sind noch vollkommen ungeklärt. Der Haushast wurde von einer Wirtschasterin besorgt, die aber nicht in der Wohnung schlief. Als die Frau früh zum Reinemachen erschien, wunderte sie sich, daß in allen Zimmern das elektrische Licht brannte. Da sie aus Rufen und Klopfen keine Antwort bekam, ging sie schließlich in das Schlafzimmer. Hier lag der junge Rechts- anmalt tot vor seinem Bett. Er hatte sich eine Kugel in hon Kopf geschossen. Der Anmalt mar in dem Büro von Professor Alsberg beschäftigt. Zuletzt arbeitete er im C o l m e t t e- Prozeß in Lübeck. L. galt als ein sehr befähigter Jurist, der eine große Zukunft hatte. Noch am Sonntagnachmittag hatte Lißner mit Professor Dr. Alsberg eine Unterredung in dem Büro am Nollendorfplatz 1, wobei die weiteren Dispositionen für den Calmette- Prozeß besprochen wurden, zu dem der Anwalt am Dienstag wieder nach Lübeck fahren sollte. Er nahm sich auch noch Akten aus einer anderen Sache nach Hause mit, um sie zu bearbeiten, besuchte weiter den als Sachverständigen im Calmette-Prozeß tätigen Pro- fessor Friedberg und war am Abend mit seinem Vater zu- sammcn. Bei allen diesen Gesprächen trug Dr. Lißner sein gewöhn- liches Wesen zur Schau, war in bester Stimmung und keineswegs deprimiert. ponigk in Berlin ermordet? Äramaiische«Szenen im Potsdamer Mordprozeß. In der MchrmftagssitzuNg de»-Prozesses gegen den Chauffeur- morde? K s b e l i tz wurde der Amt»vorst«h eu aus Ferch rer- nommen. der für di« Fortschaffung der Leiche gesorgt hat. Dann wurde Dr. Hagen aus Caputh yernammen, der den Ermordeten zuerst untersucht hat. Nach Ansicht des Arztes besteht Di« Möglichkeit, daß Ponigk zuerst nur«inen Schuß in seinem Auto erhalten hat. dann aus diesem ausgestiegen und sich im Todeskampf über den Sommerweg fortgeschleppt hat. Ein Bekannter des ermordeten Chauffeurs hat in d«r Mordnacht das Auto des Ponigk noch in Dahlem beobachtet, als es gegen 41 Uhr nachts von ein oder zwei Männern zur Fahrt gedungen wurde. Kollegen des Ermordeten schildern diesen als sehr gutmütig, der immer wieder versichert hatte, daß er in der Nacht nie einsam« Fahrten nach außerhalb unternehmen würde, «eil die Zeitungen soviel von Ueberfällen auf Chauffeure ge- schrieben hatten. Zu dramatischen Szenen kommt es, als die 4Sjährige Witwe des Ermordeten, Frau Martha Ponigk, vernommen wird. Die Frau schluchzt laut auf, als sie den Mörder ihre« Mannes erblickt. Jeden Sonnabend kassierte ihr Mann bei«inem Mörtelmerk in Teltow Beträge bis' 400 M. für geleistete Fuhren. Dieses Geld hob er in seiner Brieftos ch« manchmal auf, die Briettasche ist seit der Ermordung perschmvnden. Frau Ponigk erklärte, daß ihr Mann ihr das Versprechen gegeben Hobe, kein« Fahrten über Potsdam hinaus in der Nacht anzunehmen. Zwei Tage vor der Fahrt erzählte ihr Ponigk, daß er geträumt habe, man wolle ihn in seinem Auto erschießen. Nun ruft die Zeugin mit er. hobener Stimme:.Meine Herren, mein Mann ist in Berlin er- schössen worden und man hat seine Leiche nach Ferch geschafft und sie dort in den Ehausseegraben geworfen. Nie hätte mein Wann mit einem fremde» Mann diese einsam« Fahrt nach Ferch unter- nomine»." Der Angeklagte wird jetzt leichenblaß und fährt sich mit seinen beiden Händen in den Haarschopf. Die Verhandlung wurde auf Dienstag vormittag vertagt. Walter widmete Germainc jede freie Stunde, und die (Zefchwistcr waren sich innerlich nahe wie immer. Nur über jenen ersten Abend sprachen sie niemals zusammen. Es lag da eine geheimnisvolle Grenze zwischen ihnen, die sich jeder scheute, zu überschreiten. Erst als sie abschtednehmend auf dem Bahnsteig standen, gewann alles Ungesagte Gestalt. „Ich werde immer an dich denken. Walter. Sonst kann ich nichts für dich tun. Ich habe kein Recht, irgendwie in dein Leben einzugreifen." Ergriffen sah sie ihm in die Augen. Auch Walter war bewegt.„Germaine", sagte er leise, „ich verstehe, was du mir sagen willst und was dich ängstigt. Aber du darfst nicht sagen, daß du kein Recht auf mein Leben hättest— gerade du hast es, denn du bist nicht nur meine Schwester, sondern du bist mir auch seelisch und geistig immer ein Kamerad gewesen, der einzige, den ich habe. Germainc! Du bist der einzige Mensch, der mich versteht, dem ich restlos vertraue. Daß wir über diese Sache niemals sprachen— ja, ich weiß eigentlich selbst nicht, wie das kam, denn du kannst alles wissen. Nur wir hatten noch nie Gelegenheit, über ein solches Thema zu sprechen, denn wir haben ganz andere Interessen, die uns beschäftigen, ja. ich weiß selbst nicht. w,e ich mich ausdrücken soll.... Der Schaffner schloß die Türen.„Einstetgen, meine ** kalter umschlang die Schwester und küßte sie.„Mach dir keine Sorgen um mich! Es wird alles gut! Und in den Sommerferien komme ich nach Hause, dann sprechen wir über alles!" Vom Fenster aus beugte sie sich noch einmal zu ihm herab.„Walter, wirf dich nicht weg! Denk an dein« Zukunft, du stehst ja erst am Anfang-. „Ich werde an dich denken, Gennaine!" Er lief neben dem Zug her und winkte. „Walter.. aber das Rattern der Räder und der Arm in der Bahnhofshalle verschlangen ihre Autwort. Walter lief bis an das äußerste Ende mit. Dann ging er langsam zurück. An der Bank, die auf dem Bahnsteig stand, blieb er stehen. Dann setzte er sich und starrte vor sich hin. 26. Die Wochen vergingen, aber sie glitten nicht dahin wie sonst. Sie schienen zu stocken, die Tage wurden schwer und drückend, sie lasteten auf Germaine. An diesen Tagen kroch die Angst um Walter in ihr hoch, sie packte und umklammerte sie mit eisernen Armen. Und doch hatte sie keinen greifbaren Grund dazu. Waller schrieb regelmäßig, er erzählte aus- führlich von seinem Studium, von seiner Tageseinteilung, von den Kameraden, denen er sich angeschlossen hatte. Er sandt« Schilderungen von Fabriken und Betrieben, in die er Einblick gewonnen hatte, von den gewaltigen technischen Fortschritten, von den großen Zusammenhängen zwischen Technik, Wirtschaft und Politik, die er zum erstenmal ahnend begriffe. Germaine saß im Musikzimmer. Sie wollte eigentlich die.�s-Dnr-Ballade von Chopin üben, aber ihr« Gedanken waren heute abseits der Musik. „Soll ich nicht etwas Teegebäck mitbringen, Gennaine?" Frau Loriot trat in Hut und Mantel herein.„Herbert kommt doch um 4 Uhr zum Musizieren?" Germainc sah die Mutter an.„Nein, Mama, wir werden heute nicht musizieren— vielleicht überhaupt nicht mehr. Wir hatten eine kleine Auseinandersetzung— das beißt, das ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck— na ja, er ist nun fest angestellt geworden und meint, jetzt sei es Zeit, sich nach einer holden Gattin umzusehen. Und da ich ihm nicht in die Arme sank, war er melancholisch und gekränkt." Frau Loriot setzte sich in einen der allen Polstersessel. „Du hast ihn abgewiesen!" sagte sie erstaunt.„Wundert djch das so? Habe ich ihm denn irgendwelchen Anlaß ge- geben, daß er glauben konnte, ich hätte bestimmte Absichten auf ihn?" Frau Loriot zupfte an ihren Handschuhen.„Öhr seid sehr viel zusammen gewesen, ihr duzt euch, obwohl ihr nicht zusammen aufgewachsen seid, und ich muh sagen, auch tch hatte den Eindruck, daß ihr euch sehr gut versteht." „Ja, das ist auch der Fall", erwiderte Germaine,„er ist mir weitaus der sympathischste Kollege, ich kann wohl sagen, er ist mir mehr als das. Aber heiraten!" Sie schüttelte sich. Frau Loriot sah zu Boden.„Du bist ja mm alt genug. um zu wissen, was du tust. Du hast deine feste Stellung— natürlich hast du eine Heirat nicht nötig. Aber Germaine— zur letzten inneren Erfüllung, zur wirklichen Reife kommt man erst durch die Ehe..." Die Tochter sah betroffen zu ihr hinüber.„Und das sagst du, Mama?" „Ja, das sage ich, und zwar im vollen Bewußtsein dessen, was ich nieine- Germaine, du hast die Ehe zwischen Papa und mir nur in einigen, aber nicht in alle» Aus- Wirkungen gesehen. Du hast gerade in das tragische Moment unserer Beziehungen Einblick gewonnen, als du noch viel zu jung warst— ich konnte das damals leider nicht verhindern. Und ich fürchte, in diesem Ingenderlebiüs ist deine Abneigung gegen die Ehe überhaupt zu suchen. Das tut mir bitter leid. Aber eins möchte ich dir heute doch sagen: Wenn ich wieder jung wäre, und ich wüßte alles, was mir an Papas Seite bevorstände— ich hätte keine andere Wahl! Ich würde wieder einzig und allein ihn wählen!" „Ich weiß nicht, ob irgend etwas von damals in mir zurückgeblieben ist, vielleicht ein Angstgefühl, es könnte mir auch so gehen wie dir ich kann es nicht jagen, denn es ist mir nicht bewußt. Was weiß man, wie diese Kindheits- eindrücke sich in einem festsetzen. Aber es ist seltsam. Ich bin seit Jahren von jungen Männern umgeben, wir»nter- halten uns, wir gehen spazieren, wir lesen, wir musizieren, der eine und der andere ist mir auch angenehm, ja mehr als das- Er ist mir ein wirklicher Freund, wie Herbert zum Beispiel. Aber dieses Gefühl, wie du es hattest— der und kein anderer, nein, das keime ich nicht!" „Germainc", sagte Frau Loriot behutsam,„Walter hat mir einmal erzählt, du hättest als Studentin in Genf einen Dozenten gehabt, der einen tiefen Eindruck auf dich gemacht hätte. Walter sagte, ibm sei ganz eigen zumut gewesen. denn du hättest gesagt, seitdem wäre«in Maß in dir. an dem du jeden messen würdest. Und so lange dieses Maß nicht erfüllt sei, könntest du nicht heiraten. Ick) habe es bis heute nicht vergessen können." Eine heiße Röte schoß in(Zermaines Gesicht. Aber dann lächelle sie.„Ja, das habe ich Walter wohl mal gesagt— ich ahnte allerdings nicht, daß er das so ernst nahm... Gewiß, auch davon ist.noch etwas in mir, obwohl es sich verwandell und umgestaltet bat, denn es liegen ja Jahre dazwischen."„Und hast du von diesem Mann me wieder etwas gehört?" fragte die Mutter leise. (Fortsetzuns folgt.) Ehescheidungs-Büro Thiele. Freispruch im Anwaltsskandal/ Oer verprügelte Schlepper Das Schöffengericht Berlin-Mitte sprach RA. Dr. Kurt Thiele dem Antrage des Staatsanwalts gemäß frei und oerurteilte seinen Aürooorstchcr Jaehnke wegen einfacher Körperverletzung zu 400 M. Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte wegen gefährlicher Körper- Verletzung sechs Monate Gefängnis beantragt. Rechtsanmalt Dr. Kurt Thiele ist mangels Beweises freigesprochen worden. Die Einblicke, die das Gericht in fein Ehe- fcheidungsanwaltsbüro gewährte, waren aber sehr wenig erhebend. Den in seinem Biiro verprügelten Templin lernte er beim Rechtsanwalt Dr. Liebknecht kennen, bei dem er damals be- schäftigt war. Er nahm ihn als Klient hinüber, nachdem er sich ein selbständiges Anwaltsbüro eingerichtet hatte, führte den Ehe- scheidungsprozeß des Templin durch, und seitdem arbeitete der dank- bare Mandant für seinen Anwalt als K l i e n t e n sch l e p p e r. Das bezeugte unter seinem Eide der frühere Bürovorsteher des Dr. Tdicle. Thiele selbst bestritt das:. Templin habe ihm oller- dings Klienten empfohlen, und er. habe sich ihm dafiir nur„dank- bar erwiesen".— Bei der Anwaltskammer schwebt ein Disziplinar- verfahren. Templin wurde dann van Dr. Thiele in seinem eigenen Ehescheidungsprozeß beschäftigt. Der Bürovorsteher K. verweigerte die Aussage darüber, ob er im Büro seines Arbeitgebers Dr. Thiele mit dessen Ehefrau Ehebruch getrieben habe. Thiele ist freigesprochen worden, weil das Gericht den Büro- angestellten Glauben geschenkt hat. Diese haben ausgesagt, daß sie bloß mehrere klatschende Schläge gehört hätten und außerdem Rufe:„Sie sind ein Lügner, ich habe keine eidesstattliche Verfiche- rung gegeben." Das Gericht hielt deshalb für erwiesen, daß es sich bei der tätlichen Aussprache zwischen Anmalt und Bürovorsteher einerseits und Templin andererseits darum gehandelt Hobe, daß dieser durch eine eidesstattliche Versicherung erklären solle, seine frühere eidesstattliche Versicherung, die er im Ehescheidungsprozeß des Dr. Thiele über dessen angeblich beabsichtigte Auslandsreise gegeben habe, sei falsch gewesen. Templin hatte behauptet, daß die eidesstattliche Versicherung, die von ihm gefordert worden sei, sich auf die Klicntenschlepperei bezogen habe. Volksentscheid für unser Geld. 75 000 Mark zahlt Berlin für den NazWSolksentscheid. Unter den Vorlagen für den Stadtgemeindcausschuß, der ain kommenden Donnerstag im Rathaus zusammentritt, findet sich auch eine Vorlage des Oeberbürgermeister?, in der es heißt: Je!) beantrage zu beschließen: Der Stadtgemeindeausschuß ist damit einversianden, daß der von der Stadt zu tragende Teil der gc- meindlichen Kosten für den Volksentschcis„Landtags- au f l i» s u n g" im Betrags van 78 878,83 M. aus den gemeinsamen Borbehaltsmitteln sür 1931 entnommen wird. Nahezu 80 000 M. muß die Stadt Berlin in einem Augenblick größter Finanznot für die politischen Machenschaften der Rcaktio- nöre um Hitler, Hilgenberg und S.'ldte aufbringen. Di? Steuer- Zahler dürfen nun den Propagandaseldzug gegen die preußische Regierung bezahlen. So werden Gelder des Volkes aus dem Fenster hinausgeworfen! Berkehrsunglück in Zehlendorf. ■ An der Ecks Alsenstcäße und Svcn-HcRn-SmWe in L e h�l em�- dar f. stieß gestern gegen 17 Uhr ein Privatauto mit einem L a st a u t o zulammen. Infolge des heftigen Zusammenpralles wurden beide Fahrzeuge so stark beschädigt, daß sie später abge- schleppt werden mußten. Der Z2jäheige»Ehauffeur des Privatautos, Kurt I l ch m a ti n aus der Gocckestraße 3, und sein 29 Jahre alter Bruder Erwin I. aus der Dosse.str. 5 in Lichtenberg erlitten lebens- gefährliche Verletzungen Die Verunglückten fanden im Zehlendorfer Sanatorium Waldfrieden'Aufnahme.— In der Chausseestraße wurde gestern abend der elfjährige Schüler Emil Zemke aus der Walgafter Straße 1 van einem Privotauto überfahren und lebens- gefährlich verletzt. Der Junge wurde ins Pirchow- Kronkenhaus gebracht. 3n der Slraffache gegen kohenellenbogen und Genossen ist die N o r u n t e r s» ch u n g abgeschlossen. Die Akten sind der Staatsanwaltschaft zur Stellung ihrer Anträge zugegangen. üblikranilg des SMarch-Prozesses. Monopolvcrtrag scheidet aus.— 50 Proz. Fragen überflüssig. Die Erklärung des Gerichts, die mit so großer Ungeduld im Lause des gestrigen Morgen erwartet wurde, bewegte sich aus der vermuteten Linie: sie bezog sich auf den Manopolver- trag, der Gegenstand tagelanger Erörterungen gewesen war und dessen Zustandekommen sowohl den Angeklagten Sklarek, wie auch in erster Linie dem Angeklagten Gäbel zur Last gelegt wurde. Die Erklärung, die der Vorsitzende Amtsgerichtsrat Kessner ver- las, lautete:„Im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft hält das Gericht auf Grund der bisherigen Beweisaufnahme für nicht widerlegt, daß die Angeklagten Kohl, Sakolofski, Gäbel und Degner und Schneider an eine Schädigung der Sklareks infolge der Kieburg- schen Wirtschaft geglaubt haben. Der Borsitzcnde fügt hinzu, daß diese Erklärung nach der Vernehmung der Stadtverordneten, die im Interesse der Klärung stattfinden mußte, jetzt abgegeben werden konnte, in der Hoffnung, dadurch eine Abkürzung der Verhandlung herbeizuführen. Das Gericht greife damit in keiner Weise dem Urteil vor. Es spreche von der bisherigenBeweisaus nähme und davon, daß gewisse Behauptungen der Angeklagten bis jetzt nicht widerlegt worden seien. Welche Konsequenzen sich sür dos Gericht daraus ergeben würden, stehe dahin. Auch die B e w c i s a u f- nähme würde durch diese Erklärung nicht sehr erheblich einge- schränkt: der ganze Komplex Manopolvcrtrag bedürfe aber keiner weiteren Erörterung. Wie erinnerlich, behaupteten die Skia- reks, daß sie den Monopoloertrag als Entschädigung für die Be- lastung erhalten haben, die ihnen durch Kirburgs Mißwirtschaft ent- standen sei. An die Erklärung des Gerichts knüpfte sich eine lebhaste Ausein- anderfetzung. Rechtsanmalt Braubach regte an, ob nicht auf einzelne Beweise verzichtet werden könne. Man Hobe den Eindruck, daß ein- zelne Handlungen, auf die die Anklageschrift Bezug nehme, nicht die große Bedeutung hätten, wie dies angenommen worden sei. Viel- leicht würde das Gericht dazu Stellung nehmen. Der Vorsitzende meinte, daß das Sache der Staatsanwaltschaft hei: Oberstaatsanwalt Dr. v. Steinäcker erklärte, sich vorläufig dazu nicht äußern zu können: es wäre jedoch empfehlenswert, daß die Verteidiger vor Einbringung neuer Beweisanträge sich mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung setzten, ob diese darauf Wert lege. Die Verteidiger der Angeklagten Sklarek erklärten, im Interesse chrer Klienten ans Zeugen nicht ver- zichten zu können. Der Vorsitzende äußerte die Ansicht, daß eine Ab» kürzung her Verhandlung allein schon dadurch erreicht werden könnte, wenn 50 bis 73 Proz. der Fragen gekürzt würde». Also ab- warten! Eine Selbstbeschränkung allerseits wäre jedenfalls sehr am Platze. Zur Erörterung kamen dann die Komplexe O st b a n k und Dresdener Bank. Es wird dm Angeklagten Sklarek vorgc- warfen, daß sie auf Zessionen der VAG. auf Lieferungen hin einen Kredit erhalten haben, und zwar von der Ostbank durch Vermittlung des Stodtbonkbcamten Schameitat und bei der Dresdn» Bank durch den Abteilungsleiter Sonnenburg. Beide sollen von Sklarek Geschenke erhalten haben und beide bestritten es. Gegen sie schwebt jetzt ein Verfahren. Der Filialleiter der Dresdner Bank blieb unvereidigt. Die nächste Sitzung findet am M i t t w o ch um 10 Uhr statt. Die Untersuchung der Potsdamer Bestechungsoffärc. Mit der Untersuchung der Bestechungsangoleoelcheit beim Magistrot ist Staatsanwalt Herzog beauftragt worden. Das Untersuchungsbüro im Stadtschloß ist durch einen Bauoberinspektor der Reichs- bahn und einen Amtmann des Reichswehrministeriums ver- stärkt morden. Der Magistrat widmete dem durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Stadtbaurat Fischer einen Nachruf von beionderet Wärme. Vom 3. Stockwerk in die Spree. Verzweiflungstat eines Augenkranken. Ein aufregender Vorfall spielte sich gestern abend in der Uni- v e r s i t ä t s k l i n i k in der Ziegelstrahe ab. Aus dem drillen Stock- werk des an die Spree grenzenden Gebäudes stürzte sich der 20 Jahre alte Fritz S ch i e w a l d in den Strom hinab. Sch. litt an einer schweren Zlugenkrankheit. Vor einigen Tagen wurde der junge Mann in einer Herberge aufgegriffen. Sein Au- stand gab Veranlassung, ihn sofort der Augenabteilung der Uni- versitätsklinik zu überweisen. Gestern gegen 17.30 Uhr öffnete Schiewaid plötzlich das Fenster und sprang in die Tiefe. Obgleich die Feuerwehr sofort Rettungsmaßnohmen einleitete, konnte der jugendliche Selbstmörder in der Dunkelheit nicht gefunden werden. Es wird vermutet, daß Sch. fürchtete zu erblinden und er aus Verzweiflung darüber in den Tod gegangen ist. Die Polizei ist bemüht, weitere Feststellungen über Schiewold zu treffen. e Köpenick, Heidekrugstraße 67, zum unbesoldeten Mitglied des Be- zirksamts Köpenick die Bestätignng versagt. Kilian ist Mitglied der Kommunistischen Partei. Marseh der Hungernden Die wachsende Not in den proletarischen Bezirken- Denkt an die Kinder Ein Gang durch die wohlsahrlsdicnststellen des Bezirks Fricdrichshain gibt einen erschreckenden Eindrvck von der grenzenlosen Hol. �dic heute in den prole-arischen Bezirken Berlins herrscht. Auf der Siroße und in den Vorräumen der Wohlfahrtsstellen drängen sich die Menschen zu Tausenden. Viele, die In den warme» Gängen einen Platz erwischt heben, machen auch nach ihrer Ab- feriignug nicht den zahllos Rochrückcnden Plön. Es ist hier wenigstens warm Draußen ist das Wetter kalt und unfreundlich, der Schneemotfch dringt durch die kaputten Stiefelsohlen. Das Drän- gen und Schieben der vielen, ach allzu vielen Leidensgefährten ist beängstigend, aber es ist doch warm. Man unterhält sich über die gcmeinsanic Rot, man schimpft, Flugblätter, die die Sorgen noch vermehren, gehen von Hand zu Hand. Ko>nmunistische Be- rufsagilatoren, von keiner Rot geplagt, halten aufreizende Reden. Die Besonnenen, die ia noch immer in überwiegender Mehrheit sind und die wissen, welch ungeheure Opfer die Stadt Berlin bei Zurückstellung aller sonstigen kulturellen Aufgaben allein zur not- dürftigsten Stillung des Hungers doii tninderttausenden bringen muß. bringen nicht mehr die Kraft auf. die üblen Hetzer davonzu- jagen. Di? Unliefonnenen dagegen drohen und randaliere» und scheuen selbst vor Tätlichkeiten gegen die mit Arbeit über- lasteten Angestellten und Beamten nicht zurück. . Arbeitskräste und Räume reichen heute bei weitem nicht mehr aus, um die täglich neu hinzukommenden Unterstützungsuchsnden ichne Warten und Anstehen abzufertigen. Sehen wir von der Zahl der laufend und der mit Sonderuntcrstützungc» bedachten Kriegitbeschädigten. Kriegerhinterbliebenen oder Sozial- und Kleinrentner und der sonstigen Hilfsbedürftigen ob, so ist es die Steigerung der Zabl der W o h l f a h r t s e r w e r b s l o f e n, der vielen aus der Arbeitslosenversicherung und der Krisenfürsorge Ausgesteuerten, die die Arbeit in den Wohlfahrtsämtern ins Unermeßliche hat wachsen lassen. Nock zu Beginn des Jahres wurden rund 9600 Wohlfahrtserwcrbslose mit etwa 4800 Famistenangehörig-n vom Bezirkswohlfohrtsamt Friedrichshain unterstützt. heule sind es bereits mehr als 22 000 mit ungesöhr 13 kXW An- gehörigen, d. h. 11 Proz. der Bezirksbevölkcrung gegen Z Proz. . im öanuar. Dieser noch nicht beendete Massenaufmarsch der 5? u n g e r n- den wirkt sich, je länger die Wirtschaftskrise anhält, aesundheits- gefährdend»nd demoralisierend aus die Notleidenden au?. Schon mehren sich die Fälle, wo in den Schulen eine Zu- nähme ungezicscrbehosteicr Kinder festgestellt werden, llngezicscr, lchlechte Bekleidung und ungenügende Ernährung der Kinder sind ziir Alltäglichkeit geworden. Gesundheitsamt, Jiigcnd- und Wohl- fahrtsomt hm Im Rahmen der Mittel»nd der vorhandenen Ar- beitskräftc bereits das Menschenmöglichste. Renn K i n d e r s p« i s«- stellen geben Hunderlen von Kindern die wichtigste körper- erhaltende Mittagsmahlzeit. Da nur die Gefährdctsten erfaßt werden, ist es nur ein Bruchteil der hungernden Kinder. Von Tag zu Tag mehrt sich die Zahl der körperlich und geistig erschöpften Kinder. Die WinierhUie sollte einen Teil der ihr zur Verfügung stehenden Mittel zur be- sonderen Speisung und Betreuung bnngernder und frierender l Kinder auswenden. Die Ausgabe von Ernährungsgeld, von Kleidung j und dergleichen durch d'e privaten Organisationen erfüllt nicht ollein' den Zweck der Winterhilfe. In weitgehendem Maße sind van größeren' Firmen, im Bezirk Friedrichshain van Osram, Schultheiß- � P o tz e n h o f e r, dem Viehhof� in größerem Ilm so. uz« Speisun-! gen eingerichtet, auch sind größere Barmittel zur Durchführung von � Mittaqspeisuugcn zur Acrsügiing gestellt worden. Soweit n-cht, wie bei Osram, die Familianfpeisnng durchgesübrt ist. ist die Ab- gäbe von. ei» er Portion Essen ou eine Familie meist nicht ein- mal zureichend"für- die vorhandenen Kinder. Die Winterhilfe, die in engem Einvernehmen mit den Wohtsahrisämtern arbettet, muß «inen Weg finden, soweit sie nicht ein« volle Speijung der be- dürftiflsten Famiiten---durchführen kann, um wenigsten, ine be« dauernswertesten-und-unschuldioen Opfer unsercz Hunger notwmters, d,e Kinder, satt zu machen. Wetteraussichten sür Berlin. Zeitweise heiter bei etwas niedrigeren Temperaturen, keine nennenswerten Niederschläge, schwache westliche Winde.— Für Deutschland. Im Osten verönder- lich, noch einzelne Schauer, im Alpenvorland Aufhören der Rieder- schlüge, in Mittel- und Westdeutschland meist heiter, Nachtfrostgesahr. St»Ze»I»u»g für diel« R»brit find Berti» ED s», Li»dcostratzr Z. parieinachrichtenj��fürGroß-BerZin stet, an bat®»jirt«fef)rtIattoi 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richte» Achtung? Tie Kassierer, die noch für dieses Quartal Beitragsmarken benötigen, werden dringend gebeten, diese bis z-nn 10. Tezeinber zu bestellen, weil es nicht möglich ist, nach dem 11. Dezember noch Marken zu oerschicken. Alle alten Marken sür Männer und Frauen müssen mit der Ahrechnung vom 4. Quartal zurückgegeben werden. � A.: Alex Pagets. Achtung! Stadiverordnetenfraktion? Heute findet kein« Z�raktionsstttung statt, sondern erst am Tonnerstag, 10. Tczember, 10 Usir. vor der Sitzung des TtädtgememdeauSschusseS. Tiefe Woche keine«tobt- verordnctenversammlung. * Beginn aller Veranstaltungen 10'. Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe? Heute, Dienstag, 8. Dezember: t.««>« P»«»,lo»i-r S»,. Einlniomg�ettet zur DülzN�tt-v.-rsiuiuülenz ein Mittwcch um IK>.� Ilht Sri Klug ohfinlcn. >. Xteif. Die fiie beute, DieRstap. festgesetzte iteei,»«estsu!>?sttzu?, ftoli-t nicht bei ZIeimee, Wilmeesboefee Str. 21, ssudeen im TSelischeu.Zell,«ee- tioer Sie. 53. N, statt. 9. flrei». Die Abrechnung der Lose mutz spätesten, Tonner,igzobend bei der Genossin Götz, tlurfürstendamm SS, erfolgen. tz. Bbt. 20 Uhr wichtige Funklionärlitzung bei Nickert, Cleinmetzste. 3tz-i. 13. Abt. Heute Funktionärfltzung bei Aöstel, Putlitzitrotze. Sämtliche Fun.'» tioniire mllssen erscheinen. 27. Abt. Genossenschostliche Filmneronstallung filr die 8?. und 128. Ausgabe- stelle in der Echulaula Berlin R., Gleimstr. 49. Zur Borksthrung getoogt der genossenschaftliche Spielfilm„Auswärt, durch öelbsthllfe". Außerdem werden vorgeführt der Film„Gelchjchie vom indischen Tee" und einige Naturfilme. Gintritt frei. Alle Mitglieder, besonders Hausfrauen, sind zum Besuch der Beranstaltung freundlichst eingeladen. ZZ. Abt. Die Anzahlung de, Rotcwser, an die Bezirtsfiihrer findet heute abend in der Funktionärssbuna in Schmidts ffestsälen statt. tl. Abt. 29 Uhr Funktionärsitzung bei Schulte. Abteilungsvorstand eine Stunde srilhrr. ka. Abt. FnnktionLrsstzung im Bersommlnngsroum- Honnemannssr. 4N. 149». Abt. 29 Uhr im Jugendheim Hauptstr. 13 stzmie Schule), tzusammenkun-t der iungen Genossen. Genosse Georg Decker bringt„Humor' in der Muss:" auf Schallplatten. Auch die älteren Parteigenassen sind hierzu eingeladen. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen, ZNittmoch. 9. Dezember, in nachstehenden Lokalen: 1. Abt. HarMche? Huf. Rose�tknler 6tr. 41—42. Vortrag: RationaNc'vius UDd Faschismus. Afferent: lbenosie Hildobrandt. 2. Abt. Lahonn. Brüdorftr. l6. Vortrag oes Genoss-n Ariui�rr. Abt. Gemorkschaftsbaus. Vortrag d«?? Genossen Otto Mner, M. d. 2. 4. Abt. Velveder-,'Alrxandcrstr. 21. Vortrag des Genossen Lorenz Breunig: Unsere Stellung zur Reoierungspo litis. ». Aht. Nosentbaler Hof, Nosenthaler 6*t. 11—12. Warum NepubNk? Ee. noffe A. Falfenberg. 7. Abt. Bei Döll. Bergstraße. Ne�ereni: Dr. Lutkom. Arendt. Gchrgderftr. 5tube. Qtrelibfr Str. 4»�, Seide, Strelitzer Str. 48. Schauf, Bernauer Straße 121. Veirau. Pilugstr. 1, Leyer. Voyenstr. IS, Grimme, Seffos- straße 12. Bämvalde, Schlegelstr. Ä. Referent: Genosse Schaff« über:„Bank- roes?'.: und Wirtschaft�. 2. Teil. 9. Abt. Lafnl Martin. Qnitzowftr. 14fi. Vortrag des Genossen Rogge, 11. Abt. Lokal Scholz, Levebomssraße. Portraa. 12. Abt. Achtuno. neues Lokal!„Zum Hochmeister�, Huttenstr. 3. Bcr'rag: Demokratie oder Diktatur. 13. Abt. Vortrag des Genossen Rreuer. 13. Abt.-Zahladend in den bekannten Lokalen. Len�, Demminer Str. IN. Vortrag. 14. Abt..�ahlabend in den bekannten Lokalen. In allen Lokalen Vortrag. 17. Abt. Zoblabende in den bekannten Lokalen. 13. Abt. Zablobende in den dekannten Lokalen. Bezirk 811. Vortrag des Ge- nassen Gauth'ilber:„Parteitheörie und Taktik". 20. Abt. Lokal Goddert, Schulftr. 66, Genosse Dr. LSwenstein:„Die neue Notverordnung." 21. Abt. Mittwoch Zahlabende in folgenden Lokalen? Böhm, Maxstr. 18. Refe- renk: Genosse Bruno Krause. Damme. Schulstr. 24. Referent: Genosse Pat� C9«*i�rf 9 1-*..tz* 4. � im f v Ol /*«!... aT". �__."i,:...uT__...____. T -".ssl" Atel, Seeleld, Schulftr. 114. Geussse Lsdner. HsssmanN. Eeestr. gl. -1»icrent: Genosse Adolf Holz. Woitschack. Reinickendorser Str, lft, Referent: Betlur Mecke. Thema auf olle»' Abenden: Politische Togesfrzgen. 22. Akt,?ol'ladend in den dekannten Lokalen. 23, A>,t, Diskussionsodend mit den, Bsriena,»Aktuelle Fragen der Politik* In folgenden Lokalen: Benz, Eeeftr, lOS: Lewandowlki,-Zeeftr. 104: Grüne» -":1b, Kameruner ötr. 19; Suischow, Transnaalstr. 12; Heize. Barku->. fike.ft- 17; Schulze, Barfusstr. 1); Votz, Bsrfusstr. 9; Niwig, Otamstr. 37; Förster, Ofenec Sir. 14; Molluou, Mällerftr. Eli;«noblauch, Milllcrstr. 90 Schutz vor AnstecJcungr teappders, bST cilfhitunosgefehs, -Obepp« u.«. v* SfJwrf, ßfo. Süsser, z. D- SPten«, Lösche..... 2t. Abt. Zahlöbenöe in ben Sclaiinicn Lo käsen, s. Gruvpe Bortras de» Se. Nossen 0°. schert, M. d. L., über:.Soziollsrnns»der«aschismus?'— ?. Seu,'?e bei Wentfe. Corvien.öylva.Str. 51, Sotltos des Genossen De. Lietsen flbce;„Autoekie."..,,_.... 25. Abt. Acht uns! Der.�al, ladend Sinke ist Ktt bet s-illlsch. Am Sriedmchs. bo!n K, Ecke Braunsberser Strohe.„..., Zst. Abt. 1. Grunve Heiles Portras des Genossen Wagner Hb«:»Atbcttnjpott und Patlei."— 2. Gruppe Beinlich Vortras des Genossen Rodde über: ..Krankenkasse und Ratnerordnuns.'— 3. Grirppe Schwebt er Strohe Vertrug:„Mieter und Sozialdemokratie."— Sonirtag, 13. Dezember, Weihnachtsfeier in den„Echwedter Seftfalcn". 27. Abt. Zahlabende in de» bekannten Lokalen.... 28. Abt. Gruppe 1„Echwedter Seftfale". Gruppe 2 bei Golder. Oderberger Straße öS. Genosse Dr. Hanisch:.Internationale Arkertslossskelt und Wohl. f, Bor- trog des Genossen Schindler.... � 44. Abt. Gruppenzahladende in den bekannten Lokalen....... 10. Abt. Zalilabende bei Adam. Wbbener Str. 30. Gm.»linaner. Lokol Brodalla. Oppelner Str. 44. Ken. Dr. Schulz: Lokal Ehwilkowsk,. Wrangel. 47. Abt� Za'hlabeiid�iii�den bekannten Lokalen. SS. Bezirk bei Stedentopf. 48. Abt��ZahIabend« in folgenden Lokalen: Präi�. Prinzenstr. 23.«rDer, Fürstenitr. 1, Ehemann. Ärandcnburgstr. 1, T-sslaff. Ritterftr. 33. Thema. „Die saschistilche Gefahr", Ref. Gen. Gg. Milllcr und Maionne«. 51. Abt. Zahlabend mit Vortrag in den bekannten Lokalen. 52. Alit. 2g Uhr bei Kosfke. Koiserin-Augusta-Allee 81. � Thema:„Zolle und Steuern". Res. Reichstagsabgeordneter Gen. Dr. Paul Hertz. Die Bezirks- silhrer laden ein.._ �„ 52a Alit. Eiemenssladt, Iungfernheibe, bei Sommer. Ronnendammallee»7, Portrog. 53. Abt. gahlabende in den bekannten Lokalen. 34. Abt. Gruvpeuzahlabende in den bekannten Lokalen. 55. Abt. 8. Gruppe bei Godenschreger, Wallftr. 90, Lichtbildervortrag. 58. Abt. 20 Ilhr Zahlabende: 1. und 3. Gruppe bei Lierfch, Kantsir. 02, 2. Gruppe bei Iaskawiak, Halzeudarfstr. 20. Alle erwerbslosen Genossen müssen arscheinen._,_. 57. Abt. 20 Uhr Zohlabrnde: 1. Gruppe bei Arndt. Kantstr. 51. Genossin Schenkalowsti:„Russische Probleme". 2. Gruppe bei Thuuack, Wielandstr. 4. Gen. Radlow:„Praktische Anwendung der Arbeitslosenversscherungsgesetze. 3. Gruppe bei Litck iSportklause), Wielandstr. 40. Gen. Iablousti:»Di- politische Lage". Aus de» Zahlabeobeu sinbet die A»»zahlu»g de, Rot. opkee, für die Erwerbslosen statt..„.... 38. Abt. Zahlabeiid Raii'ehaus, Ranlestr. 4, IT. fflctcral: Wirtschaitskrise und Faschismus. Referent: Genosse Dr. Arkadij Kurland. 82. Abt. 30 Uhr Hcidekrug(Morsand), Ronnendanmialle« 83. Vortrag des S«n. Mischler über:„Politisckie Lage".. � � �_ 68. Abt. 20 llbr bei Eandmairn, W-sttälisckse Str. 42. Ref. Gen. Dr. Falk. a. Abt. 20 Uhr Restaurant Straß. Detmolder Str. 52, Ecke Koblenzer Straße. Rek. Gen. Kotzur über:„Die politische Lage". 72. Abt Lokal Rosenau, Parziner Straße. Vortrag des Gen. Wufchick. 73. Abt. Dt. Haus. Breite Str. 34. Ref. Dr. Valetta.. 7tb Abt. Vortrag des Geir.'-Sr. Tichauer.'4lber:'„Volksh«ir9ichoft lweruBolks. a» wirrtchoft"!*'• t o l''•■ �- n-■'.<"■ s?r 11 � V- 76. Abt.;» Uhr bei Schilling. Dahlem, Königw-Luise-Str. 40 42. Vorleag. 77. Abt. Zablabende in den bekannten Lokalen. 78. Abt. gahlabende in allen Lokalen. � �- 79. Abt. l. B-zirk: Lokal Arndt, Bautzener Str. 10. Ecke Gratzgprichenstraße. Ref. G-n.«alter Soltau über:„Reue Wege". 2. Bezirk: Lokal Grunow, Keßler str. 13. Ref. Gen. Stab trat Trttmer. 3. Bezirk: Lokal Hol!, Siegfried- straße 9. 4. u. 0. Bezirk: Lokal Reimsn, Sedonstr. 17. Res. Gen. Ehomse. 3. Bezirk: Lokal Hönisch. Gatenstr. 003 Ref. Gen. Max Echarfstäbt:„Be- rufoberotung". 7. Bezirk: Lokal Pabszius, Eachsendar.un 40. Soweit Reserenteu und Tbenio nicht augegebeil such, erfolgt dieses in den Zahl- abenden. Ja fäintlickKn Bezirken Neuwahl der Bezirksleitung. 79» Abt. Lindenhof, Eythstr. 37. Bortraq des Gen. Niemann. 80.«dt 20 Uhr im Helmholtz-Eymnasuim lgeichensaal). Rubensstroße, Ab. teiliingsversammlung.„Die gegenwärtige politische Situation". Genossin Kät« Kern. 82. Abt. Schul,. Birkblsschstr. 190. Bortrog des Gen. Dr. Moses über:„Den Lübecker Prozeß". 3. u. 4. Bezirk: bei Richter. Feldstr. 8. Sonst in den be- kannten Lokalen. 83. Abt. Zol, labend für West bei Rahbe, Maltkesirage. Ecke Hinbenburgdamin. für Ost bei Bnbrick. Lorenzstr. 50, für Süd bei Frisch, Berliner Str. 123!'. In jedem Fahlabend Varlrag und AuszaMung des Notopfers an erwerbslose Partrigenosseii. 84. Abt. 20 Uhr bei Lehman». Kaiser-Wilhelm-Str. 28/31. Vortrag des Gen. Dr. Korach. 85. Abt. 2. Bezirk: Lokal„Zur Linde", Werderstr. 120. 3. Bezirk: Lokal Hennig. Manteufsel». Ecke Friebrich-Wilhelm-Straße. 5. Bezirk: Lokal Henning. Aaiser-ZHilh«lm-Str. l. 0. Bezirk: Lokal Schüfer,� Ringbahnstr. 12. 7. Bezirk: Lob..„,.. gahlobenb siiitel nicht Mittwoch, Pommereniiig, Berlin« Str. 100,_ nicht in bielee Woche, fonbern Donneeotoa, 14. Dezember, statt. ..„ sondee» Dienotog. 8. Dezember, bei Berlin« Str. 100, stoti. 13. Bezirk: Der Zahlndend findet 7. Bezirk: Lokal Happel, Gotllieb-Dunkel-, Ecke Germaniafteatze. 4. Bezirk: »„ � J.•., r'* V 7�**'«-«_____ X.#__ fc.____-___ A jcht__- � ck.»2 4- WWW___________ f» 87. Abt. 20 Uhr bei Schu stech, Kirchsir. 08. Dorrpag 88. Abt. Zahlabend in der Schule Roanstraße. Die noch vorhandenen Flug- biätter sind initjubringea. 89. Abt. Zahlabenbe in den bekanirsen Lakaien. Be! Knlisch. Sabrechtstr. 62. Vortrag des Gen. Dr. Milian Cchöniann. 8. und 9. Bezirk: bei Schulze. Reuterstr. 47. Bezirk: A.. Ideallosino. Weichselstr. 8. Rorteag des Gen. Dr. N. Marx: 4». u. 01. Be. zirt: Lokal Ramm. Erlstr. ly. Bart?-?»«-«en. Buck.„ rJ. m »1. Abt. Schreiber. Fliigboseiistr. 7. Mauseler. Flugbafenstr. 48, Rausch, Flug boienstr. 29. Rami», Mainzer Str. 12, Fleckinger. Witzmannstr. 10, Köster. ilarlsgartriillr. t. Lüddese. Klm-lsgartenslr. 12. 92. Abt. 30 Uhr: 31., 58. u. 00 Äfzirk: im„ISgeriheim", Wilbenbruchstr. 83. „Arbeitslosigkeit und Siedlung'. Gen. W. Poetzcl..S2., 53. u. 37. Bezirk: In Ziodler.' Schonbouer Str. 1. �LPD. und R-ichsregierung". Dr. S. Herz. 1. u. 55 Bezirk: bei Rippert. Harzer Str. 88..Wirtschaftskrise und SPD.". Dr. Sturm. 50. Bezirk: chei Fischer. Heidelberger Str 31„Mit. l'Nastsbeirot und mos nun? Kosl Baum. 59., 8!. und 82. Dezirk: bei «oM. Arfte-FrOedrich.«-. ST»..StaRondJHhen««tefWdafbsfrtft*. Franz Seume. 02., 03. u. 79. Bezirk: b«i Simon. Berthelsd orker Str. 9. „Radikakismus der Jugend". Else Steinkübler. 80. u. 85. Bezirk: bei Schwabe. Raseggerstr. 8. Erich Raddatz.„Wirtschaftsbeirat und Wirt. fchaftskrise". 87. und 88. Bezirk: bei Schneider, Rosenstr. 7.„Sozial. politische Auswirkungen der Notverordnung". Fritz Schreiber. 93. Abt. 84., 80. und 103. Bezirk sollen diesen Mittwoch aus, erst am Mitt- woch. 10. Dezember, bei Damm. 83. und 105. Bezirk bei Schumann, Trep. iawrr Str. 90. Genosse Hornung:„Gewerkschaften in der Krise." 1W., III. und 114. Bezirk bei Stolz, Böhmische Str. 43/44, Vortrag des Genossen R. Rohde. 100.. 107. und 110. Bezirk bei Einkopf, Koiser-Friedrich. Ecke Moreschstraße. Dortrag des Genossen Neumann. 108. und 109. Bezirk Sied- lung im Bcirwinkel, Ref. Gen. Sletler. 112. und 113. Bezirk bei Jost, Riemetzstr. 19, Ref. Gen. Büchner. 115. Bezirk der König, Kanner Str. 15. 110. und 117. Bezirk bei Vritzkow, Schöneweider Ecke Richardstraße, Bortrag des Genossen Ezarlinski. 91. Abt. 40.. 09. Bezirk: Lokal Kuhkeld. Lichienrader Str. 58. 42., 00. Bezirk Lokal Lenk,»elchower Str. 0. 07., 88. Bezirk Lokal Breuer, Schillerpramenade 39 Referent Genosse Groß. 71.. 94., 95. Bezirk: Lokal Schröder, Stein- metzstratze 52. 97.. 98. Bezirk: Lokal Kwella, Okcrstr. 15, Ref. Gen. Wald- heim. 70., 93., 90. Bezirk: Zahlabeiid später. Oeffentliche Kundgebung Am DoBnersla�, dem 10. Dezember, 20 Uhr, Im großen Saal des Spreegar iens. In emster Zeil spredien die Genossen Polizeipräsident A. Grzesinski und Oberleutnant B a t h k O aus ThOringen An dieser Veranstaltung beteiligen sidi die Abteilungen Baum- schulenweg und T repfow. sowie die Nadibarorganisationen. das Reichsbanner des Verwaltungsberirks Treplow und Neukölln. 96. Abt. 1. Viertel bei Kuefch, Iagerstr. 10, Genasse Naujoks über: Wirtschafts- und Kulturfragcn": 2. Viertel bei Klein, Prinz-Handsern-Str. 34; 3. Viertel bei Haase. Steiirmetzstr. 78. Genosse Köcher über:„Die politische Lage": 4. Viertel bei Drieger. Lessmgstr. 9, Genosse Kurt Lücke:„Die Aufgaben der jungen Generation." 96. Abt. Bezirk 121. 122. 123, 124. 126 und 127 bei Zillmer, Rogatstr. 56,«e- irosse Strecker: Bezin 118 und 119 bei Brand. Thüringer- Ecke Wippce. straße, Genosse Kögl«: Bezirk IM, 102, 120 bei Hirsch, Zonasstr. 1, Genosse Schrapp. 97. Abt. Meißel. Ionasstroße, Genosse Richard Günther!„Ausgaben der Arbeiterklasse."' 90. Abt. Zablabende in folgenden Lokalen CTHema in allen Bezirken: Neuwahl der Dczirksleituirgen): 135. Bezirk bei Wanzlick. Oberlandstr. 1; 137.. 138. Bezirk bei Rudolf. Sermannstraße: 136., 139., 140., 141., 142. Bezirk bei Teich, Knesebeckstr. 135; 143. Bezirk bei Roak, Iuliusstr. 25; 144.. 143. Bezirk bei Borowiack, Äariendorfer Weg 7. 99. Abt. Zahlabend in allen Bezirken. 147 und 148. Bezirk Britz. Ehaussee- straße 10(früher Thomas): 152./153. Bezirk Britz Versammlungsraum Hannemannstr. 40 Vortrag: 134.J153. Bezirk Britz,„Zdeal"-Halle, Hanne- mannstraße. Bortrag des Genossen Dr. Ebcrlein:„Fürsorgeskandale und Verwahrlosung": 150. bis 159. Bezin Britz bei Taistrom, Bllrgerslr. 48/49; 160. Bezirk Buckow-West bei Discher. Ghausseestr. 12.,.. 99a Abt...Buschtrug", Ref. Polizeipräsident Gen. Grzesinski:«Die Machtmittel der Republik."— Um 19 Uhr»oe der Mitgliederversammlung Funktionärsitzung im..Buschkrug". 16«. Abt. Mitgliederversammlung bei Ruppert, Neuköllner Straße. 191. Abt. l. Bezirk. Lokal Eraetzstr. 1, Otto Noelte:„Arbeitslosenoersscherung"; 2. Bezirk, Lokal Man.',. Kieshalzstr. 21, Luise Köhler:„Die Tätigkeit unserer Lanbtagsfraktion": 3. Bezirk. Die Parteimitglieder werden gebeten, sich entweder dem Zohlabcnd des 2. oder des 4. Bezin, anzuschließen: 4. Bezirk bei Döhling, Elsen- Ecke Kiestiol.zstraße, Genosse Schlimme:„Die Arbeiter- kiassc in der Wirtschaftskrise": 5. Bezirk, Lokal Beermannstr. 10, Dr. Röder: „Sozioihngienische Einrichtungen unsere, Bezirks": 0. Bezin an bekannter Stelle, Genosse Polcnske:„Kampf der Gewerkschaften in der Wirtschafts- krise." 103. Abt. 1., 2. und 3. Bezirk. Lokal Knaop«. Westendstr. 18. Ref. Gen. Vir». bäum, 4. und 5. Bezin, Lokal Schulz. Edisoustr. 37, Ref. Gen. Iadu- cznnski: 0., 7. und 8. Bezirk bei Eipel. Wilhelm inenhofstr. 28, Ref. Gen. Kriedemann: 9. und 10. Bezirk bei Tromier. Luisen straße; 11, und 13. Dezirk bei Emmrich. Wilhclminenhosstr. 04, Ref. Gen. Dziobek. 165. Abt.„Ratsleller". Bismarckstr. 58, Gen. W. Fischer:„Fünfjahresplan." 167. Abt. Ziobion, Alt-GIienickc. Referat:„Die politische Loge." 168. Abt. 20 Uhr Funktionärversommlung hei Stippekohl. Schönerlinder Str. 5. — Die Zahlabende fallen in diesem Monat aus, dafür Mitgliederpersamm- lung Freitag. 18. Dezember. 168» Abt. bei Klose. Mahlsdorfer Str. 1, und im Gesangssaal der 0. Volksschule, Borgmonnftraße, Genosse Viktor Schiff über:.Völkerverständigung und Völkerfrieden." 169. Abt. Restaurant„Stadltheater". Friedrichshagen, Marktplatz. 116. Abt. 20 Uhr Lokal Werner, Grüna». Köprnicker Str. 125, G-n. Markwitz-. sKer- Aufbau im dcp NSDAP.".," Iii, Abt. bei Hcimanp, Waltersdorfer Str. 100, Vortrag der Genossin Tode». haärn über:„Unser Kampf gegen die soziale Reaktion." 114. Abt. im.Logenkasino", Knorrpromeuade 2, Gen. Wrrmuth:„Der Marxrs. nrus und keine Praxis im politischen Kampf." 113. Abt. Zablabend in den bekannten Lokalen. 116. Abi. Schulaula. Markstr. 12/13. Ref. Gen. Erich Kuttper, M. d. L. 117. Abt. Gruppen Selchow. Ramp und Dietrich bei Siewert. Gruppen Döring und Unsner bei Brun», Kruppen llllenbom und Wopke'bei Pflug, Gruppen Horlmnnn und Hube bei Klose. 118. Abt. bei Hartniann, Irenen- Ecke Rosenfelder Strotz«. Ref. Dr. Krvtoschiner, bei Tempel, Gubrnnstraße. 119/ Abt. Grupp-nzahlabende bei Wegener. Frankfurter Allee 230. Ref. Gen. Iürgensen. M 5. L.: Klucke. Echeffelstr. 10, Ref. Gen. Wolfs; Schmidt. Londsdergee Ehaussee, Ref. Gen. Stadtverordneter Köming. 126. Abt.„Friedrickisfelder Gesellschaftsbaus". Wilhelmstr. 38, Ref. Gen. Henke: „Die Geld». Kredit- und Bankenkrifc." 171. Abt. 20 Uhr Abtcilungsversammlung bei König, Gen. Dr. Aron, über: „Deutschlands außenwirtschaftliche Lage." 122. Abt. 20 Uhr bei Porath, Marzabncr Str. 31, Gen. Zippel über:„Tons- recht, Nowerordnnng und Tolerierunq Brünings." 122» Abt. Restaurant Kindscher, Biesdars-Ellb, Köpenicker Str. 165/167, Gen. R. Barth üher:„Faschistische und sawsetrussische Diktatur." 123. Abt.„Schlltzeullause", Hönower Str. 5. Gen. O. Zienou über:„Rußland." 124. Abt. Zablabende für: Siedlnug Teil ll im Lokal Schmidt. Marienburger Straße. Genasse Prof. Dr.Denicke:„Brünings Winterprogramm": Siedlung Teil I im Restaurant„Nardstrrn". Ref. Gen. Kamm: Mablsdarf Höbe, Lokal Jakob. Lcmkcslroßc: MaHlsdorf-Ort Lokol Anders, Bohnbofstr. 35—37, Genossin Stadtv. Rosenihol über: Sozialismus oder Taschismus?" 125. Abt. 20 Uhr Restaurant„Zum Pferdcmarkt". Genossin Wurm:„Rückblick und Ausblick". 127. Abt. Götze(Berliner Hok). Berliner Str. 93. Gen. Dr. Deuifchkron über: „Wirtichoftssorgen in politischer Beleuchtung". >28. Abt. l. Bezirk: bei Naack, Koiser-Friedrich-Str. 53. 2. Bezirk: bei Griffel, Kaiser-Friebrich-Slr. 15. 3. Bezirk: bei Kober, Berliner Str. 80. Res. Kamann:„Gewerkschaften in der Jetztzeit". 4. Bezirk: bei Fulde, Berliner Str. 97. Ref. Kallner:„Steuerfragcn in Berlin". 5. Bezirk: bei Webler, Berliner Str. 104. Ref. Hiege:„Politische Lage". 0.». 7. Bezirk: bei Bader. Kissingenstr. 4. 8. Bezirk: bei Grosse. Kissingenstr. ll. Ref. Born: �Palitisöle Lage". 9. u. 10. Bezirt: bei Lehmann, Mühlenstroße, Ecke Maximiliansträße. Res/ Hans Dauer:„Politische Loge". 129. Abt. Lafol„Söngerheii». Florostraßr. Gruppe 1—4. Gen. Franke über: „Warum versagt der Vö'kerbund i» Ostasicn?" türkische Zelt", Breite Straße: Gruppe 5—8. Gen. Hödicke über:.Politisch« Lage". Reumann. Mendelftr. 17: Gruppe 9. Gen. Amberg über:„Dle Finanznol der Stadt Berlin". Mandel. Galenusstroße: Gruppe 10 Genossin Vera Schwarz Uber „Da? neue Rußland in der Literatur". 136. Abt. Restaurant Schulz. Tinlusstr. 60. Ref. Gen. Heinz Locwi:„Ist Hitler legal?" 131. Abt. 20 Ubr Restaurant Sanssouci, Nordend, Kaiser-Wilbelm-Straße. «Die braune. Pest". Ref. Gen. Urich. 132. Abt. Krug Blankenburg, Darfstr. 2. Gen. Peine Uber„Genossenschaftswesen". 133.«t. KZhntz. Befinct täs. Sl 9au Bfflte trilper Stae ,9ietä jrtd 135. Abt.'�rnk grafenstr. 8. Vortrag des Gen. Wen dt. Wirtschaft". >t. Pankgra________________________ 136. Abt. Die Zahlabende finden in deir bekannten Lokalen statt. 137. Aht. gohsabenh bei Heese. Berliner Sir. 73. bei Maltern, Eichdornstr. 94, .im Volkshaus, Scharnweberstr. 114. 138. Abt.„Forsthous". Aug.-Viktoria.Str. 34. Vortrag des Gen. Jäkel Melrr. 136. Abt. Lokal„Alter Krug". Hauptstr. 14. Vortrag des Gen. E. Wendige über:„Die weltliche Schule". 146.Abt. Lokal Woitschnck, Ernststr. J. Gen. Kart Drossel über:„Die Krise In Politik und Wirtschaft". Käst« könne.» eingeführt werden. 146» Abt. Wittenau. 20 Uhr bei Heese. Berliner Str. 73, Abteilungsversamni- lung, Ref. Wolfgang Schwarz:„Probleme des britischen Weltreichs". 141. Abt. Lskal Sosfmaun. Edelweißstr. 5. Gen. Stodtv. Haß über:„Die Rot der Stadt Berlin". 143. Abt. 20 Uhr Freibad Lübars. Portrag:„Wie bekämpfen wir am erfolg, reichsten den Faschismus". Bezirke laden ein. Donnerstag. 10. Dezember: 5. Kreis. Kursus Schröder: Thema:„Modernes Wohnungswesen". Res. G-n. Dr. Alexander Schwab. Alle Hörer wollen bitte erscheinen und Gäste mtl. bringen. 15. Kreis Weißensec. 15 Uhr Lyzeum Weißense«, Pistorlusstraße fEing. Park. straße). Erwerbsloscnnachnrittag. Gen. Paul Bernstein über:„Politische Tagesfragen". 85. Abt. 1. Bezin: 20 Uhe Zahlobend bei Pinger, Darfstr. 50. Max Briintzer: „Politische Tagesfragen". 118. Abt. gablabend bei Bockel, Fricdrichsiraße, Ecke Sophienstraße. Dartrog des Gen. Erich Wendicke:»Aktuelle Tagesfragen". 134. Abt. Zahlabende: 1. Bezirk(Tanne). Ref. Siodto. Rosentol. Togrsorbnung: „Kammunolpolitische Aufgaben in der Notzeit". 2. Bezirk: Sonnet. Res. Gen. Olteesdorf:„Erziehung zur Politik". 139. Abt. Schulzendorf. Siedlung am Bhs. Keiligensee. Reu-Heiligensee. 26 Ilde Mitgliederversammlung im Lokal Beck. Am Flugplatz ja Krilia-nsee. Li!« «kbrecht:„Politische Tagesfragen". Arauenveranstaltungeo. 92. Abt. Donnerstag, 10. Dezember, Besichtigung der Zentralküche in brr Teupitzer Straße(hinter dem Kanal). Treffpunkt 914. Uhr dortsribst. 97. Abt. Dannrrstag, 10. Dezember, Besuch der Ausstellung van Schul-'-- arbeiten der weltlichen Schule im Reuen Aspl, Teupitzer Straße. Tres> punkt 18 Uhr Bahnhof Hermannstraße. Auch die Genossen sind eingesodeu. Vezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrl. Areis Wedding. Die Lotterie-Lose sind bis zum 11.?ezemb�r ab/.n- reckinen. Bis z�u diesem Tage nicht abgerechnete Lose gelten als ncrftj'-ift und werden nicht zurückgenommen. Die Sammellisten für den Verkauf von Arbeite?� Wohlfahrtsmarken sind bis zum 1k. Dezember 19�1 abzurechnen, ebenso bis zu diesem Termin die wiederholt angemahnte Beza hin na der AW.-Hefte. 13. Kreis Tempeihof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrode, �rei�tag. 11. De- zencher, 20 Uhr, Tempelhof, Dorfftr. 42. Sitzung dcr Arbeiter-Wohlfahrt. Aus- spräche über die Winterhilfe.— Die Lose sind bis dahin abzurechnen. Nick?t verkäufliche Lose sind bis zum 10. zurückzugeben, sonst müssen sie auf feste Rrck>- nung übernommen werden. 137. Abt. Donnerstag, 10. Dezember. 19'/- Uhr, Reinickendorf-West. Vokks- haus,� Sitzung der Arbeiterw ohlfahrt. Die Genossen der öffentlichen Wohlfahrt beteiligen sich daran. Die Lose find abzurechnen. Arbeitsgemeinschaft der üinderfreunde Groh-Verlin. Z Friedeichshoiu. Heute Kreishrlfer Versammlung im Heim Distel- ß meperstr. 5—6, 19)4. Uhr.— Mittwoch, 18 Uhr. erscheinen osse | Jung- und Roten Falken in der Turnhalle � Litauer Str. 18. Di« blauen Falkcnlicdcrbücher mitbringen.— Landsberger Platz. W Donnerstag. 18 Uhr: Lichtbildervortrag fsir alle Falken. Sonntag M Ist Gruppenfahrt. Näheres in der Gruppe. � Tempelhos. Alle Helfer treffen sicki Dienstag. 8. Dezember, 10s 2 Uhr. im Heim Germaniastraße. Freitag, II. Dezember: Elternversamm- lung bei Pommcrcning, Berliner Str. 100. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 21. Abt. Unser Genosse Franz Berner, Schulstr. 3K. ist verstorben. Gbrfc feinem Andenken! Beerdigung Dienstag, tt. Dezember, 14V- Uhr, Friedhof d'C Nazarl't H.Gemeinde Reinickendorf. Rege B«�teiligung wird erwartet. 93. Abt. Am Freitag, den 4. Dezember, verstarb im Alter von 39 Jahren plötzlich und unerwartet unsere treue Genossin und Mitkämpferin Anna Graupe, Neukölln, Teupitzer Str. 9.'). Ghre ihrem Andenken! Die Einäscherung findet am Mittwoch, 9. Dezember, mittags 1 Uhr, im Krematorium, Baumschulenweg, statt. Rege Beteiligung erwartet der Ah- teilungsvorstond. Vorträge, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S.' 14. C-daNianstr 37-38. So!!. Tt Preazl-uuw Berg..Kameradschaft Sordkop. Heute. 20 Uhr, Br>. sammluckg oller Kameraden der Goldschmidt, Stolpische Str. 30. Referent: Polizeimajor Heinrich.'— Kreuzberg lOrtsoerein!. Der Kamerad Theobor Gemmecker vom Zug 8 ist oerstorben. Einäscherung Dienstoa, 8. Dezember, 17'z Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Erscheinen aller diep't- freien Kameraben in Bundeskleidung dringend erwünscht.- Prenzlauer«eeg (Iuirgba). Dienstag, 8. Dezember: Zusammenkunft an bekannter Stelle.— 8. Dezember, 20'- Uhr, bei Jürgens. Barbarassastr. 5a. Referent: Kamerad Kurt Neumann:„Hatenkreuz über Hessen".— Reulälln-l' Dienstag. 8. Dezember. 20 Uhr: Mitglieberversammluna in Weichselstr. 8. CBartrupp) Mittwoch, 9. Dezember, 19!- Uhr: Heimobend iln Reukölln-Britz sOpngba). im Ideal. Kasino, öneberg-Friebenau. Kameradsckiaft Rollendorf: Versammlung Dienstag. Dezember. 201.: Ubr. bei Iüraens. Barborolloür. 5a. Reteeent- gomB.oe rt Neum 8. Dezer .. 8. lVortrup; Jugendheim Bergstr. 29. Palizei-Sport-Verei» Berlin e. V, Adteilnng Einheitsknrzschrift. Regel. mäßige Uehungsabende auch für Zivile im Polrzeiichulgeboude. Hannoversche Straße 28—30. 2. Stock. Zimmer ll!. Jeden Montag. Dienstag, Donnerstag und irreitag von 174�— 19sp Uhr, Anfänger-, Fortbssdungs. und Nedeschriftkurse. Vereinigung ehemaliger Kriegsxeiangener, Berlin-Süden. Donnerstag, 10. Dezember, 20 Uhr, bei Krüger, Griinmstr. 1. „Keine Feiet ohne Meyer!" lautet dos überall bekannte Schlagwort der Firma Hermann Meper u. da.. Aktiengesellschaft. Berlin, die 000 eigene Per. kaufsftellen betreibt. Für das Publikum dürfte es-pon besonderem Interesse sein, daß die Firma Mrper einen der größten Betriebe in der deutschen Getränkeindustrie unterhält und nicht nur in der Herstellung von Weinbrand. Rum, Likören usw.. sondern auch auf dem Gebiete des Weingroßhandels führend ist. Zum Weihnachisseste wird daher jeder Liebhaber eines guieu Tropseus in einer der vielen Mener. Filialen Gelegenheit zu besonders gün- stigen Einkäufen finden. Der ausgeweckte Berliner weiß, daß wir den Preisobbau bereits durch- geführt haben und nutzt den gegenwärtigen Tiefstand der Preise aus, um seinen Bedarf an praktischen Weihnachtsgeschenken bei UNS gegen kleine Wochen- und Monatsroten zu decken. Eine kanfzwonglos« Besichtigung unserer Speziollöger für Herren-, Damen-, Äinderkonsektian, Strickwaren, Wäsche. Gardinen, Decken. Teppiche. Paistermöbel. Kleinmabel. Einzelmöbel, komplett-n Zimmereinrichtungen und Spielwaren wird Sie sehr schnell davon iiderzeugeii, daß unsere Preise nach billiger nicht mehr gestattet werben können. B. Feder, Brunnenstraße 1 und 197. Kattdusser Damm 103. Wilmersdarfer Str. 165. Weihnachtsbeschernvg auf der Straße. Die gule deutsche Sitte. Kinder im Weihnachtsmanat öffentlich auf der Straße zu bescheren, bat auch in Berlin wieder Einzug gehalten. Ein eichtigar Weihnachtsmann mit langem Bart und rotem Kleid, und vor allem mit einem großen Sack voller Süßigkeiten steht täglich vor den Berkaulsstellen des großen Berliner Schuhhauses Der Schuhhoi lind verteilt seine reiche Habe unter allen braven Kindern, die die Straße entlang kommen. Man siebt es der Freude auf den vielen Gesichtern und ........." ibnach'"»»>••«M»--------'------- hört es den schönen Weibnachtsliedern— die dankbar von b-n Kindern nr fungen werden— an. wie treffend der Schuhhof auch mit dieser erfreulichen Tat die Psyche der Kinderwekt erfaßt hat. Man muß es der Firma danken. daß sie selbst, oder sagen wir besser gerade in dieser Zeit zum Freuden. spendet wird. efäeriin raucht die Cigarelle vyn. 6 SliicK 20<8 Waller Schirmeier: �ößtC 3)ißb Andreas hatte seit zwei Tagen nichts gegessen. Keinen Hoppen. �»gesehen van ein paar halboerfaulten A�pfeln, die er auf dem Markt ausgelesen hatte. Aber damn wurde er nicht satt, und auch das kalte Wasser, das er in großen Mengen trank, tonnte den wiihlen- d-n Hunger in seinem Innern nicht mehr übertäuben. Halb von Sinnen schlich er die Straßen entlang und hockte sich endlich er- mattet auf ein paar Stufen, die zu einein Hauseingang emporführten. Er legte den Kopf auf die Arms und ließ seinen Gedanken in halber Betäubung freien Lauf. Wie war das denn bloß gekommen— um Himmels willen, wie war er denn nur darauf gekommen, sein ganzes Geld auf einmal auszugeben?— Schwerfällig grübelte er noch. Drei Mark hatte er doch noch gehabt von den neun Mark Wohlfahrtsunterstützung, die er jede Woche bekam. Neun Mark; davon hatte er vier Mark fünfzig Miete bezahlt, drei Tage gelebt für eine Mark fünfzig, blieben Nest drei Mark, mit denen er die vier Tag« bis flreitag reichen mußte. ?lbsr wo waren die drei Mark geblieben?— Bis hierher war doch alles richtig, war alles genau so verlaufen, wie es feit Wochen, Monaten. Jahren— den Jahren seiner Arbeitslosigkeit— der Fall war! Jahre— Andreas' Gedanken glitten ab— waren es nicht schon Jahrzehnte, Jahrhunderte— eine ewige, entsetzliche Zeit, während deren er Not litt, hungerte, herumsaß: ohne Ziel, ohne Hoffnung, ohne Freude! Konnte er sich überhaupt noch auf die Zeit besinnen, als er gearbeitet hatte?— Ja. hatte er überhaupt jemals gearbeitet? Andreas stöhnte auf: halb vor Hilflosigkeit und halb aus Hunger. Mühsam tastete er sich zu seinem Ausgangspunkte zurück. Ja—. ivo waren nur die drei Mark, von denen er vier Tag« leben sollte, geblieben? Hatte er sie wirklich ausgegeben? Auf einen Schlag ausgegeben, wie irr. unfähig zu bedenken, was nachher wer- den sollte? Wie war es gekommen?— Ja, so— es war Sonntag- abend gewesen und noch zu früh, um in die Wohnung, in das enge. unfreundliche Loch, das er als„Schlafstelle" für vier Mark fünfzig wöchentlich gemietet hatte, hinaufzugehen. Er war ziellos die Straßen entlang geschlendert, den Blick meistens zu Boden gerichtet, um vielleicht ein Stück Zigarette zu finden, das er noch weiter- rauchen tonnte. Dann hatte er die Zigarre gefunden. Eine ganze Zigarre, zer- drückt zwar, aber doch noch eine ganze Zigarre! Wer weiß, wer sie weggewörf-n hatte: jedenfalls hatte er. Andreas, sie gefunden und angeraucht. Ja, jetzt wußte er es: die Zigarre war schuld! Es war Wahn- sinn, aber es stimmte doch: die Zigarre war schuld, daß er sein ganzes Geld ausgegeben hatte. Er war glücklich über seinen Fund mit der brennenden Zigarre im Munde weiterspaziert bis vor das große Restaurant.„Original bayerische Schrammelkapelle" stand an den Scheiben zu lesen, und von drinnen hörte man das Stampfen und Schmettern der Musik. Er war vor dem Fenster stehengeblieben und hatte sich hochgereckt, um über die Gardine hineinsehen zu können. Und da war es über ihn gekommen. Ganz plötzlich, un- »ermittelt, mit einer wütenden Gewalt. Direkt am Fenster faß ein Mann, der ein« Zigarre rauchte. Dos war nichts Besonderes. Sein« Bedeutung erlangte er erst dadurch. daß er sie genau so rauchte wie Andreas. Genau so hielt er sie im linken Mundwinkel: lässig, zufrieden, mit halb zugekniffenen Augen, den Kopf etwas hintenüber gebeugt. Andreas drückte sein Gesicht fester in die Arme und stöhnte wieder auf.— Da war etwas in ihm aufgesprungen, das stärker gewesen war als sein Wille. Eine Forderung, ein wilder, per- bissener Wunsch, es auch einmal so zu haben wie jener da drin, auch einmal so zu sitzen, einmal zufrieden zu sein! Und da mar er unterlegen. Cr mutzte wahnsinnig gewesen sein in jenem Augenblick. Er war in das Lokal gegangen, hatte sich an den Tisch neben den anderen gesetzt und laut und aufgeregt beim Kellner zu essen bestellt Genau dasselbe, wa» jener aus dem Teller hatte. Dazu hatte er Bier getrunken und sich noch eine Zigarre gekauft — und dann— ja, dann hatten seine drei Mark gerade ausgereicht, um zu bezahlen— dann war sein Geld olle— und seitdem hungerte er. Noch zwei Tage würde es dauern, bis er wieder auf dem Wohlfahrlsamt sitzen und darauf warten würde, daß- sein Name aufgerufen wurde.„'Andreas Baltusch! Quittiere« Sie— neun Mark!"— Noch zwei lange, entsetzliche, bungrigc Tage!— An- dreas krümmte sich zusammen: ein Krampf fuhr durch seine Ein- gcweide, schnitt wie mit Messer» durch seinen Leib. Kalter Schweiß trat ihm auf die Stirn. Bor seinen Augen tanzten Visionen von Broten und Semmel»: er roch förmlich den Dust von Frischgebackenem. Er hob mühsam den 5tops, Holle mit offenem Munde tief Luft. Da war er wieder, der Geruch: der warme, mahnsinnig machende Essengeruch! Wu machte er herkommen? Schwerfällig stand er aus und ging ein paar Schritte nach links. Plätzlich schlug eine warme Welle auf fhn zu und hüllte ihn ein. Er stand vor einer Bäckerei. Die Türe stand weit offen. Im Fenster lagen mit glänzenden braunen Krusten die frischgebackenen Brote. Andreas starrte durch die Scheiben- Etwas Rissiges, Un- ruiderstehliches erstand in ihm und nahm von ihm Besitz. Mit taumelnden Schritten ging er zur Bordschwelle, hob einen Stein auf, der dort lag, ging zurück, schlug die Scheibe ein und nahm ein Brot heraus. Es war gar nicht er selbst, nicht Andreas, der das tat— es war etwas Fremdes, das ihn zwang, vor der zertrüm- werten Scheibe stehenzubleiben, anstatt davonzulaufen, und ihn gierig und besinnungslos in das duftende warme Brot hineinbeißen ließ-- Er ließ sich ruhig sestnehmeu und zur Wache führen- Das Brot ließ man ihm. Er trug es wie einen Schatz in beiden Händen. Anderntags stand er vor dem Schnellrichter. Der Diebstahl des Brotes wurde als Mundraub ausgelegt; nur wegen der Zertrüm- inerung der Scheibe wurde er zu vierzehn Tagen Gefängnis mit Bewährungsfrist verurteilt. Als ihn der Richter fragte, weshalb er denn nicht durch die osfene Tür gegangen wäre, anstatt die Scheibe einzuschlagen, zuckte er die Achseln. Er wußte co nicht. Eine» Tag später stand er wieder auf dem Wohlfahrtsamt und wartete, bis man seinen Namen aufrief.„Andreas Baltusch— Quittieren Sie— neun Mark!" fJ£einrich Straune: Brandgeruch des Orients Das einzig« Hotel in Low(Bulgarien) war besetzt, denn heute Abend war der Donaudampfer angekommen. Wir legten unser« Mantel auf die breiten, zusammengerückten Tische der blau- getünchten Gaststube und wärmten uns Rücken an Rücken. Während wir unseren Schoskäse und dos harte Brot kauten, machten wir un, miteinander bekannt in dein kuriosen Baltanfranzösisch, das zwischen Budapest und Saloniki mit einem stark zum Jiddischen tendierenden Deitsch um die Rolle des ausgleichenden Esperanto rivalisiert. Er war einer jener zaristischen Offiziere, die man auf dem ganzen Balkan trifft. Verarmt, aber je mehr ihnen der Hunger bittere Linien in das einst fröhlich« und vielleicht gedankenlose Gesicht grub, um so mehr kehren sie mit einer sanften Koketterie die auch im Ziollleben geltenden militärischen Tugenden heraus. Sie sind in all ihrer arbärmlichen Abgerissenheit charmante Kavaliere, zelebrieren inmitten bäuerlicher Formlosigkeit einen barock ge- spreizten Adel der Manieren. Wie gerupfte Pfauen stolzieren sie über den Hühnerhof des Balkans. In dieser Nacht erzählte mir der Oberst Aiexej Gcegorcwitsch Sostschak, während unsere Zigaretten in der Dunkelheit glühten, mit leiser Stimme die seltsamen Abenteuer seines Lebens. Die blaugetünchte Gaststube, die crsüilt war von den tiefen Atemzügen bulgarischer Bauern, die mit aufgerissenen Mündern auf den Wand- bänken schliefen, die LammfcUmntz« ins Gesicht geschoben, weitste sich zu den lichterstrahlenden Sälen von Zarskojc Eelo, und die glanzvollen Gesellschaste» der Romanows glitten gespensterisch vorüber, beschworen von der leisen, gebrochenen Stimme neben mir. Bis sich di« einsamen Schncesclder der Ostfront vor den Glanz schoben, der Geruch von Blut und Rauch die Szenerie erfüllte. Dann aber hob sich der Vorhang über den dramatischen dritten Akt dieses Leben»: Wilde Tage in Petersburg. Marschierende Arbeiter- Massen über den Ncwski-Prospekt— rote Fahnen. Abenteuerliche Flucht, versteckt in den Hcubcrgen cilcger Panjewagen— den Herzschlag im Halse. Neue Sammlung unter Wrangels Kommando. Noch einmal flackerte dieses Lebcnsfiämnichen auf, und bei den Geschichtchsn von den Kämpfen un> Südrußland gewinnt diese rissige Stiniine wieder an Kraft. Die gichtige Hand hat bcsehlerischc Gesten. Doch dann ermatten Ton und Bewegung vollends. Die Stimme erzählt nur noch brockeuwecje, verstummt schließlich ganz. Ein Leben, von der Brandung der Geschichie an den Strand geworfen. Ein Leben, das Gleichnis, das Symbol wurde für seine Klasse. Aber es ist schon zu maisch und zu barock, um nockz als Baustein für die neue russische Welt brauchbar zu sein. Gelb liegt draußen di« Straße in der Sonne. Der Frühwind wirbelt den seinen Mehlstaub hoch, der das wahre Kennzeichen des Orients bleibt. Die Nase erschnuppcrt seinen brandig scharfen Geruch. Darin mischen sich die Ausdünstungen der Tiere und Menschen mit dem jengigen Dunste verbrannten Strohs und Lehms. Das gehört so sicher zum Orient wie das Birginiaaroma zum Londoner Nebel, der Dunst von Asphalt und Benzin zu Berlin und der Geruch non Teer, Tang und Oel zum Hamburger Hasen. Wenn man jenen Mehlstaub wieder zwischen den Zähnen spürt und bei langen Fahrten über Land aus den Augen wischen muß, wo er sich brennend und beizend«innistet,«dann erst ist man wieder wahrhaft in dieser Wstt, die Mgründ?, die Geschichte und Kultur gruben. vom Norden trennen. Die weltabgewandte Ruhe dieses Stadiantlitzcs ist trügerisch. Stehen da nicht an den Ecken, vor dem Friseurladen und unter den kümmerlichen Ulmen des Hotels erregt disluttereude Gruppen? Bauern m ihrem selbstgesponnenen Zeug, di« Hos« unten mit Lappen umwickelt, schnabelige Opanken an den Füßen? Dazwischen städtisch gekleidet« Männer? Sind die Gesten der Hände nicht lebhaft, nicht heftig, die Mienen nicht«ach und erregt? Es ist das ewig gleich« Thema, von dem der sich in die Wer- gangenheit zurückträumende russisch- Oberst nichts weiß, dos aber unsere Nachtgenossin auch im Schlafe nicht verließ: Die Not der Bauern! Wohl stehen im Bahnschuppen fabrikneue Dreschmaschinen und Motoreggen aus Deutschland und Ungarn, aber wer gibt Saat- getreide. wer gibt den eisernen Pflug für das harte Erdreich? Di« Bauern, wie sie dort stehen, init ihren großen, zerarbeiteten Händen, keuchten auch in diesem Frühjahr hinter dein erbärmlichen Holz- pflüge, der ärgerlich über jedes Hindernis springt und nicht in den Boden eindringt, die unverbrauchten Erdschichten auch nur anzuritzen. In die halblauten Gespräch« mit den Abgeordneten, die von Sofia herübergekommen sind. lärmt jetzt der rhythmische Schritt marschierender Soldaten. Die Sonne blinkt in den großen ovalen Kokarden, auf den blanken Schlössern der Gewehre und dem schwarzen Lack der hohen Stiefel des begleitenden Leutnants. Arg- wöhnifch mustern Leutnant und Gendarm ini Borbeimarfch die gestikulierenden Gruppen. Stumpf sind die Gesichter der Rekruten. Durch olle Umherstehenden fährt diese Begegnung wie ein Schock. Denn die Erinnerung an die blutigen Bauernkänipfe von lüZl ist noch wach. Auch damals stand Soldat gegen Bauer. Auch damals waren es die gleichen Nöte, die dem Staat« gegen die Nevoltierendeil, dem Bürger gegen den Bauern dw Waffe" in die Hand zwangen. Die gemächliche Ruhe dieser Landstätte ist trügerisch. Der russische Oberst stolziert auch hier über«inen unruhigen, vulkanischen Boden, dem er doch gerade zu entfliehen glaubte. Und die sickere Ordnung, die der laute Pfiff des fahrplanmäßig einlaufenden Zuges verkündet, ist schnell umgeworfen. Broichig ist der Geruch des Orients... 'tlledicus: 'ileberempfhidliche ttlenSchen Im Austrage des Bolks-Hygienc-Rundfunks berichtete jüngst Prof. Ernst Fränkel(Berlin) über Erfahrungen bei„über- empfindlichen Menschen". Er ging dabei von der Ad- neigung gegen Spesscn und Gerüche aus. Dann führte er Beispiele von Arzneiüberempfindlichkcit an und zeigte, daß diese durch Ein- Wirkung auf die Haut oder durch Einnahme von Medikamenten hervorgerufen werden kann. Dabei kann aber die Krankheits- ersckzdnung an anderer Stelle auftrcion als die Einwirkung des Mittels. So kaiur ein Hautausschtag wie Nesselsucht oder Ekzem sowohl durch direkte Einwirkung der schädlichen Stoffe beim Uebec- empfindlichen auf der Haut verursacht werden, als auch durch das Einnehmen des Medikamentes. Es kann auch das Einnehmen eines Mittels in einem anderen Falle zu Asthma oder Migräne beim Ucbsrempfindlichen führen. Man sieht daraus, daß die Schädigung nicht am Ort der Kranthettszeichen einzuwirken braucht, sondern daß ihre Wirkung auch an anderen Stellen durch den Stoffwechsel oder dos Nervensystem sich bemerkbar machen kann. Diese Erfahrung trifft auch auf alle andere» Arten der Ueber- empsiiidlichkcit zu. Man bezeichnete die angeborene Uebercmpsind- lichkeit ursprünglich als Jdiosynkrafie, die erworbene anfangs allein als Allergie. Dieses Wort ist au» dem Griechischen abgeleitet und besagt nur, daß ein Mensch„anders auf elnov Reiz reagiert". d. h. „stärker" reagiert als nonnale Menschen. Die Stoff«, gegen di««r überempsindlich ist, nennt man dann„Aller gen«'. Solche Stoffe können von der Haut aus einwirken, wie gewisse gewerbliche Schädigungen oder Primeln oder Raupen haare sie können mü der Nahrung in den Magendarmkanak gelangen, nr* die erwähnten Medikamente, Krebs«, Erdbeeren oder andere Bestand- teile der Nahrung, oder sie können schließlich durch die Luft in die Augenbindehaut oder die Schleimhäute der oberen Lustwege (Nase. Luftröhre oder Bronchien) eindringen. Für das letztere ist der Heuschnupfen ein bekanntes Beispiel. der durch die in der Blütezeit herumfliegenden Pollen windblütiger Pflanzen ausgelöst wird. Das Auftreten ün Frühjahr, heftigen Schnupfen, Bindehautkatarrh, häufig auch Asthma sind charaktc- ristische Zeichen dieser Krankheit, die in der Stadt häufiger ist als auf dem Land, und die auch in Deutschland sehr oerbreitet ist. Es gibt aber noch zahlreiche andere, auf dem Luftwege aus- gelöste Fälle von Ueberempsindlichkeit. So können bestimmte Schimmelpilze im Zimmer, in Bcttsedern oder Matratzen auch bei überempsindlicheii Leuten Zlsthmaanjälle oder Hautausschläge aus- lösen. Diese in der Wohnung vorhandenen Stoffe bezeichnete Storni van Lecuwen als Hausallergene. Fränkel holt sie für eine häusige asthmaausläsende Ursache bei Ueberempfiudlichen. Auch andere Stoffe, wie Zlusdüirstungei» ytzer kleinste Partitelchen von Federn, Ticrhaaren oder Pelzen, wie Milben, Schuppen und ahn- liches, können im Hausstaub als Hausallergene ein« Rolle spielen. Die genauere Natur dieser Stoffe ist nicht imlüer zu ermitteln. Solchen Schädigungen ist der slebereinps�dliche auch ipi Beruf vielfach ausgesetzt. 00 verursachen Mehlstaub bei Bäckern, Mühlen- arbeitern, Pelze oder Fellfärbemiitel bei Kürschnern miliint« Asthma yder andere Ueberempsindlichkeitserscheinpngen. Auch im Freien können ähnliche Stoffe eine Rolle spielen, di.e dann als Klimaallergene bezeichnet werden. Der überempfindliche Mensch kann die Erscheinungen der Erkrankung auf der Haut bskomiyen, wie den Milchschorf des Säugliiigs oder die Reffelfucht nach Krebsen oder Erdbeeren, er kann Krampfzustände im Darm bekommen mit Kolikschinerzen und Durchfällen. Er kann eine Migräne haben durch Krampf dek Hirngefäße, oder er bekommt einen Schnupfen, Bindehautkatarrh oder Asthmaanfall. Viele Menschen haben eine angeborene Neigung zu derartigen Ertrankungen aus Arund von Vererbung. Bei anderen wieder stellt sich die sleberempfindlichkeit nach bestimmten Erkrankungen ein, die zu einer Schwächung des Körpers führen, z. B. nach entzündlichen Erkrankungen der Atem- argane, nach nervösen Störungen und in Zeiten, in denen manche Drüsen, wie im Entwicklungsoltcr oder i» den Wechseljahren der Frau, in ihrer Funktion gestört sind. Es ist dann Aufgabe des Arztes, sowohl diese hejmidere körper- liche Beschaffenheit des Kranken als auch die krankheitsauslösenden schädlichen Reize der Umwelt zu ermittel». Vielfach kann durch eine Diät,«inen Wohnungswechsel, einen Berufe- oder Ortswechsel das schädliche Allergen entfernt werden, mitunter auch durch Eni- fernung eines Hundes, einer Katze oder eines sonstigen Haustieres oder durch Fortlassen eines Pelzes und dergleichen. In anderen Fällen verwendet man da,zu den Ausenthalt eines Kranken in bc- sonders„allergcnfrcien" Räumen, in den«» er auch vor den Haus- und Klimaallergene» geschützt ist. Fränkel und seine Mitarbeiter haben außerdem Filterapparaturen in Gestalt von Masken, Schlaf- fäcken und kleinen Kammern konstruiert, di« es gestatten, sowohl in der Wohnung des Kranken als auch beim Beruf ihn vor den JJuftallergenen" zu schützen. Mit diesen Apparaten ist auch«ine verseinerte Diagnosestellung möglich gemacht worden. Andere» Kronken kann der Arzt wieder dadurch Kelsen, daß«r au» de» schädlichen Stoffen Extrakt« herstellt und mit diesen Extrakten«m» schützend« Jmpskur durchführt. Häufig kann auch durch solck« Extrakte in der Haut die Ueberempsindlichleit de» Kranke» gegen bestimmte Stoff« festgestellt werden. kxhhu*; ä>er$iällfra$ oderVielfra# Der Fjällfraß oder Dielfroß ist uns auch heute noch in den Ein- öden Nordeuropas erholten, aber man bekommt ihn nur selten zu sehen, denn er liebt ungestört« Ruhe und Beschaulichkeit über alles und geht dem Herrn der Schöpfung nach Möglichkeit aus dem Wege. So kommt es, daß wir über sein anziehendes Tun und Treiben eigentlich nur herzlich schlecht unterrichtet sind, lind doch hat er einen Fehler, der ihn oft mit seinem Todfeind zusammenführt. Er ist nämlich außerordentlich neugierig und sehr geneigt dazu, alles ihm Neu- gründlich auszuspionieren. Dos führt öfters zu für ihn sehr unliebsamem Zusammentreffen mit den Menschen. Den berüch- tigtcn Nam«» Bielfraß verdient er eigentlich nicht, denn er hat zwar einen sehr gesegneten Appetit, aber dieser geht doch nicht über das normale Bedürfnis hinaus. Eher könnte er„Verwüster" oder„Ver- schleppcr" heißen, da er die Gewohnheit hat, alles Gefundene in oft ganz auffälliger Weise zu verschleppen, worüber in den amcrika- nischen Trapperkreisen die sonderbarsten Geschichten im Umschwünge sind. Wehe dem unbeaufsichtigten Trappcrlogcr,»der das er sich hermacht! Es wird dann besonders dadurch schädlich, daß er die aus- gefundenen Fell« iu kleinste Fetzen zerreißt, und so den Trapper um die Früchte seiner mühsamen Arbeit bringt. Er richtet dann die tollsten Denoüstungen unter den Vorräten an. und oft ist dabei seiye Spieisucht und seine Verschleppungsmanie eine stärkere Triebfeder als der Hunger. Er stiehlt auch, wenn er bis zum Platzen voll- gefressen ist, und nimmt sogar noch altes Aas an, das einen lieblichen Geruch verbreitet. Er sucht die für die Pelztiere aufgestellten Fallen geradezu aus und beraubt sie in raffiniertester Weise ihrer Beute- ticre. Ueberflüssiges verscharrt er im Schnee oder tragt es bis zur Astgabel eines Baumes hinauf, um es hier zu verstecken. Dann kehrt der" Strolch bis zur Fußspur der Trapper zurück und nerfolgt sie weiter, um möglichst keine Falle unrevidiert zu hinterlassen. Ein i» eine Blockhütte eingedrungener Vielfraß verschleppt dort einfach alles: Büchsen, Messer, Aexte, Kochgeschirre und Wolldecken. Es ist deshalb wohl zu perftchen, wenn di« rauhen Hinterwäldler einen abgrundtiefen Haß auf ihn haben. Einer verschleppte sogar gelegentlich einen kleinen szaudschliiteii in den Wipfel eines Baumes. der zwei Jahre lang unsichtbar blieb, bis er endlich durch Zufall wieder aufgefunden wurde. Zwei Fallensteller fanden»och mehr iägiger Abwesenheit in ihrer Hütt« alles auf den Kopf gestellt. Auf dem Boden lag ihr« ganze Habe im wüstesten Durcheinander. Mehl, Zündliölzer, Mokassins, Tabak, Seife, Salz und eine Menge anderer Dinge waren von den Gestellen heruniergeworfen und mit Asche bc- streut worden. Man fand den armen Schelm schließlich erblindet und mit halb verbranntem Gesicht im Rauchfang. Er hatte nämlich eine noch halb gefüllte Puloerflasche hinousschleppen wollen und diese war ihm dabei explodiert. Zu zehn Siaatc» von USiL ist den Negern die Ausübung de? allgemeinen Wahlrechts und die Verheiratung mit Weißen unter sagt. Bei öffentlichen Zujammenkünkten und in den Schulen werden hier die Farbigen von den Weißen getrennt. Schühengröbr«. Schon die Alemannen bedienten sich etwa im Jahr« 350 im Kampf« mit den Römern der Schützengräben. Oämmerts? Ein Kommmnst über die Taktik der'Gozwldemotrahc. Halle. 7. Dezember.(Eigenbericht.) In einer von der halleschen KPD- einberufenen Versammlung erklärte der Linienkommunist Kunz, führendes Mitglied der kom- muniftischen Stadtverordnetenfraktion-. „Wenn die Nazis nicht in die Regierung kommen, dann blei- den uns taufende und aber tausende, ja zehntausende Opfer er- spart. Es ist unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit, die Nazis von der Regierung fernzuhallen. Sie zur Macht kommen zu lassen, wenn man es verhindern kann, bedeutet ein Ver- brechen an der gesamten Arbeiterklasse." Da erhebt sich die Frage: Warum der bisherige Krakeel gegen die Taktik der Sozialdemokratie, warum das Gebrüll: Die Sozial- demokratie ist der Hauptfcind? Weil die Sozialdemokratie die Nazis von der Regierung ferngehallen hat? Geziemende Antwort. Oer preußische Iustizminister lehnt Beantwortung einer nationalsozialistischen Laudtagsanfrage ab. In einer im Preußischen Landtag eingebrachten Kleinen Air- frage hatte der Abg. K u b e(Nat.-Soz.) erklärt, während der letzten Gerichtsverhandlungen, an denen der Staatsanwaltschaftsrat Stenig amtlich testnahm, habe sich herausgestellt,„daß dieser verdiente republikanische Beamte zweifellos mit seinen Nerven außerordentlich stark überarbeitet ist". Das Staatsministerium wurde gefragt, ob es bereit sei, den Staatsanwaltschaftsrat Stenig auf Staatskosten auf längere Zeit in einem Sanatorium zur Beste- iung seiner Nerven unterzubringen. Der preußische Iustizmmistcr hat jetzt folgende Antwort er- teilt: Die preußische Staatsregierung bedauert, die Kleine An- frage, die offenbar nur agitatorischen Zwecken dienen »nd einen bewährten Beamten der Staatsanwaltschaft in seiner Ehre herabsetzen soll, nicht beantworten zu können. Die Wirischastspiraien. Oer Kavagprozeß leuchtet in den Kapitalistensumpf. Während des Favag-Prozestes wurde der Direktor der Dresdner Bank. Filiale Frankfurt a. M.(Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hermann Wronker A.-G.) vcrnonmien. Von Interesse war die Darstellung, die er über seine Auseinandersetzung mit Direktor Becker von der Favag bei Gelegenhest der Nachforderung einer Provision für das Finanzierungs- und Sloal-Konsorti,um, das anläßlich des bekannten Ankaufs der Warenhäuser aus der Lütticher Gesellschaft gebildet worden war, gab: Becker: ,Lie Hermann Wronker A.-G. soll doch ihr Aktienkapital nicht auf 6, sondern auf 7 Millionen Mark erhöhen!" Bacharach:„Wieso?" Becker:„Wir verdienen nicht genügend dabei, wir wollen mehr haben, Wronker soll 1 Million Mark Gratisaktien an uns geben!" Bacharach:„Was heißt das? Wer ist da„uns"? Becker:.Die Favag und die Dresdner Bank." Bacharach:„Für die Dresdner Bank lehne ich das strikt ab. Becker:..Dann fordern wir(die Zovog.'Herren de» Kon- sorliums) die 1 Million Mark Gratisakkien der Hermatm wronker 5L-©. für ups allein!". Daraufhin warnte Direktor Bacharach Herrn Hermann Wronker vor den Absichten Beckers mit dem Erfolg, daß dieser i Fischzug unterbleiben mußte: Herr Dumcke(ebenfalls im Kon- jartium) mußte daraufhin sein Aufsichtsratsmandat bei der Hermann Wronker A.-G. aufgeben. Ein deuischnationaler Skandal. Der Prozeß gegen die Pommerfche lanöwirtschastlichc Hauptgenossenschast. Stettin, 7. Dezember. Bor der großen Strafkammer in Stettin begann heute ein Prozeß gegen die Direktoren und Angestellten der Pommer- schen landwirtschaftlichen Haupt g« n os s e ns chaft wegen Vergehens gegen die Getreideemfuhrschenwerordnung. Unter den Angeklagten befinden sich die beiden Direktoren Haß und H a g e m a n n sowie der Prokurist der Stettiner Dampstnülste A.-G. Schneider. Im ganzen hoben sich acht Angeklagte zu verantworten. Den Angeklagten wird zur Last gelegt, sich fortgesetzt und nicht be- rechtigt Steuervorteile dadurch oerschafft zu haben, daß sie sich Einfuhrscheine verschafften, aus die sie keinen Anspruch hatten. da die ausgeführten Erzeuguiste eine größere Ausmahlungsquole halten als vorgeschrieben. Die beidm Hauptauge klagte u Haß und Hage mann bekundeten auf Befragen, daß sie jeder ein Einkommen von etwa 53000 bis 63 000 Mark jährlich hatten. Es kam zur Sprache, daß in der Stettiner Dampfmühle doppelte Bücher gc- führt wurden, die einen für die Zollbehörde, die anderen für die Hauptverwaltung. Hiervon wollen beide Direktoren keine Kenntnis gehabt haben. Das petiiionsrech� der Eisenbahner. Verstärkung des Reichseinflosses ans die Zieichsbohn vom Ausschuß gefordert. Im Reichstagsausfchuß für Beamtenangelegenheiten wurde eine prinzipielle Angelegenhest beraten. Es handelt sich um die Be- rücksichtigung der Petitionen der Eisenbahner, die vom Reichstag der Reichsregierung zur weiteren Veranlassung zugeleitet werden. Der Ausschuß nahm einstimmig einen Antrag des Abg. Külz(Staatspartei) an. durch den die Reichsregierung ersucht wird, eine Aenderung des Reichsbahngefetzes nach der Richtung hin ins Auge zu fasten, daß in Perfonalfachen eine Auskunftspflicht der Reichsbahn-Gesellschaft gegenüber der Reichsregierung statuiert wird und daß die Reichsregierung eine Estnflußmöglichkeit gegenüber der Reichsbahn-Gefellschaft in der Behandlung von Personalongclegen- heilen erhält. Neuer frauzSfischer Zerstörer. Ein neuer Torpedobootzerstörer lief am Montag vom Stapel, der eine Wasserverdrängung von nahezu 3000 Tannen Hot. Das Schiff hat bei einer Longe von 129,30 Metern eine Breite von 11,84 Metern und erreicht eine Ge- fchwindigkeit von über 36 Knoten. Die Bestückung besteht aus �fünf 1 38-rr>m-Kanonen, einem Geschütz von 75 mm und vier Geschützen vau 37 mm und sieben TorpedölrmKerrohre». Oer blutige Gregor. „Wir werden bis an die Knöchel im Dluie waten." Gregor Etraher. „Ltm Gotteswillen, Mann, was tust du?" „l�uhig, Frau! Ich übe mich, im Blut zu waten!" Schicksalsschwere Tagung in Basel Deutsche Oenkschrist überreicht.— Zäher Kampf wird vorausgesagt. Bafel. 7. Dezember.(Eigenbericht.) Die Montagsitzung des Sonderausschusses der Bank für ioterualtoualeu Zahlungsausgleich tonulc erst um 12,20 Uhr statt wie vorgesehen um 10.30 Uhr begluueu, da sich die privaten Besprcchungeu über die Wahl de» Präsiden ken länger als erwartet hinzogen. Der amerikanisch« Delegierte Walter Sl e w a r t. der bestimmte Weisungen aus Washington erhalten hatte, lehnte die Uebernohme des Vorsitzes der Tagung endgültig ab. Znfolgc- defseu muhte ein anderer Kandidat ausfindig gemacht werden. Dabei kam es zu einer ersten offiziösen Auseiuaudersehung zwischen den Delgierten. nachdem schon am Sonntag bei der Zuwahl von Djurstsch als Vertreter Jugoslawiens in den Ausschuß die Gegen- sähe aufeinandergeprallt waren. Schließlich wurde Professor Alberto Beneduce, der Vertreter Italiens, zum präsidealen gewählt. Beneducc ist Mitglied des Verwallungsrats der BIZ. Als Sekretär der Konsereoz wird der Gcueralsekretar der BZZ.. der Italiener pilottl. fungieren. Ihm werden zur Seite stehen Dr. Blesflng- Deulschlaud, Pollom-England und Bodeubach-Zraukreich. Der Ausschuß bestätigte schließlich die Ernennung vier zusätzlicher Mit- glleder: Dr. Bindschcdler- Schweiz, Colliju-Holland, Rygbeck und Djuriisch. In den Kreisen des Eonderausschusses der BIZ. hofft man. morgen, Dienstag, tagen zu können, um die Bereinigung der Einzelheiten der geschäftlichen Organisation zu beenden, obwohl es zwei der heute gewählten neuen Mitglieder unmöglich sein wird, früh genug in Basel einzutreffen.-Der Schwede Rydbeck befindet sich in Berlin, und der Jugoslawe Djuritsch, der gegenwärtig in London weilt, hat mitgeteilt, daß er vor Donnerstag nicht in Basel sein könne. Beide Delegierte hoben jedoch das Komitee ersucht, seine Arbeiten trotz ihrer Abwesenheit fortzuführen und gleichzeitig mitgeteilt, daß sie im voraus ihre Zustimmung zu den beschlossenen geschäftlichen Maßnahmen erteilen. Dr. Melchior hat den Komiteemitgliedern eine in drei Sprachen verfaßte Denkschrift über die Finanztage Deutschtands zugestellt, die ungefähr 100 Seiten umfaßt. Man rechnet damit, daß Dr. Melchior sein Epose Mittwoch beginnen wird. Er hat die Absicht, Sachverständijfe nach Basel einzuladen, die über diesen und jenen Punkt seines Berichts Zusatzerklärungen abgeben sollen. Die Schweizerische Depeschen-Agentur meldet ferner aus Basel: Bereits beginnen sich die Fronten abzuzeichnen. Bon fron» zösischer Seite wird betont, daß es sich bei den gegenwärtigen Verhandlungen nichk darum handeln könne, die Zahlungsfähigkeit Deutschtands neu festzusetzen. da sie durch den Boung-Plan endgültig festgesetzt worden sei. Die Franzosen verweisen in diesem Zusammenhang auf Artikel 15 des Aoungplans, der eine eventuelle vorübergehende Herab- fctzung der deutschen Zahlungen im Falle einer Wirtschaftskrise vorsieht. Von deutscher Seite wird dagegen der Standpunkt geltend gemacht, daß die heutige Lage Deutschlands, zum größten Test hervorgerufen durch die Reparationszahlungen, die Unmöglich- keit erwiesen habe, den Joungplan überhaupt westerhin anzu- wenden, weshalb er revidiert werden müßte. Diese weitgehenden Meinungsverschiedenheiten lasten den Schluß zu, daß die kommen- den Verhandlungen von langer Dauer sein werden und zu zähem Ringen führen dürften. In angelsächsischen Kreisen be- steht allerdings die Absicht, die Arbeiten trotz allem möglichst zu beschleunigen, um noch vor Weihnachten zu einem praktischen Vorschlag für die kommende diplomatische Konferenz zu gelangen. » Die beiden Finanzkonferenzen in Basel und Paris, die fast zu gleicher Zeit eröffnet worden sind, werden für die Entwicklung der Dinge in Deutschland und in der Welt von größter Wichtigkeit sein. In Basel Hot man die deutsche Zahlungsfähigkeit im Rahmen der Reparationszahlungen zu prüfen. Rein formal genommen steht die Frage zur Debatte, ob Deutschland w feiner gegenwärtigen Lage noch den Anforderungen des sgoung-Plons genügen kann. Diese Frage muß verneint werden. Die Baseler Konferenz kann nur die lleberlegungen unterstreichen, deren Ergebnis das durch den amerikanischen Präsidenten Hoover eingeleitete Reparations- fcierjahr war, dem alle betestigten Staaten zugestimmt haben An sich haben sich die Grundlagen des Noung-Planes unter den Eindruck der Wirtschaftskrise verschoben. Was in Paris, als man sich auf den Doung-Plan einigte, noch ein« Erleichterung war. ist jetzt, auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise und in der Umwertung aller Werte eine unerträgliche Last. Es kann die offenbar gewordene deutsche Zahlung s- Unfähigkeit. Ein Aderlaß selbst in der Höhe der viel erörterten ungejchützten Annuität, die rund 660 Millionen Mark pro Jahr beträgt, ist Deutschland nicht zuzumuten, wenn man die Grundlogen seiner Wirtschaft und damit die Grundlagen der Weltwirtschaft nicht ernstlich gefährden will. Die ganze Reparationsfrage hat sich durch die Folgen der Kreditkrise stark kompliziert, und da liegt die Bedeutung der Konferenz, die gegenwärtig in Paris tagt und die nur die Vor- läuferin einer Konferenz in Berlin ist, mst deren Zusammen- tritt man für Donnerstag dieser Woche rechnet. Die Verhandlungen der Pariser bzw. der Berliner Konferenz erstrecken sich auf die kurzfristige Verschuldung Deutschlands, die immerhin mit 11 Milliarden zu veranschlagen ist. Im Herbst dieses Jahres hat der sogenannte Wiggin-Ausjchuß, in dem Mäimer saßen, die jetzt auch auf der Baseler Konferenz mit raten und mst taten, festgestellt, daß es eine Unmöglichkeit ist, die Rückzahlung dieser Summen von Deutschland zu verlangen. Man Hit unter Eindruck dieser Feststellung das sogenannte Stillhalte- abkommen getroffen, das sicherlich den Bedürfnisten Deutschlands nicht gerecht geworden ist, weil es große Maschen hat und die Deoisengesundung in Deutschland stark gefährdet. Die Frage, um die es zuguterletzt geht, ist die. was. soweit überhaupt eine Zahlungsfähigkeit Deutschlands besteht, im Range vorgeht, die Zahlung von Reparationen oder die Rück- Zahlung kurzfristiger Kredite. Entscheidet man sich für Reparationen, dann muß man sich darauf gefaßt machen, daß die deutsche Kreditwirtschast unter dem Druck von Unsicherheit und Ungewißheit bleiben wird, daß eine Reorganisation der deutschen Kreditmärkte, eine Heranziehung des notwendigen Auslands- geldes unterbleibt und die Fähigkeit Deutschlands, überhaupt zu zahlen, ganz automatisch aufhört. Wenn sich die Baseler Konferenz nur daraus beschränkt, Deutschlands Zahlungsfähigkest im Rahmen des Uomig-Planes zu prüfen, wird sie nicht weiterkommen und infolge chrer Be- schränkung dazu verdammt sein, auszulaufen wie das Hornberger Schießen. Aber die wirtschaftliche und wellwirtschaftliche Ucber- legung, deren Beachtung und Beherzigung man der Baseler Kon- ferenz im Interesse der Liquidierung der ganzen Wellwirtschafts- krise nur wünschen kann, muß auch der Leitsatz auf der Pariser und auf der Berliner Konferenz sein. Nach allem, was man hört, kann man die Dinge nach dieser Richtung aber nicht allzu optimistisch beurteilen. Die Akteure auf der Pariser Konferenz sind vor ollem die Engländer und die Amerikaner. Daß unsere kurzfristigen Gläubiger in England und Amerika. denen selbst große Kredite anderswo eingefroren sind, der Schuh drückt, braucht nicht gesagt zu werden. Deutschland konnte hin- sichtlich seiner kurzfristigen Verschuldung eine Ratenzahlung an- bieten, weiter eine Umwandlung in Mittel- und langfristige Kre- dite. Es ist selbstverständlich, daß Deutschland hier mst offenen Karten spielt und eben tut, was es tun kann. Die Borschläg«, mit denen Engländer und Amerikaner nach Paris gekommen sind, gehen über unsere Kräfte hinaus. Unsere kurzfristigen Gläubiger machen den Fehler, ihre Forderungen zu hoch zu schrauben. Damit werden sie nicht westerkommen. Wenn aber die Berhand- lungen ohne Ergebnis ausgehen, so bedeutet das eine Gefahr für sämtliche beteiligten Wirtschaften. Die Unsicherhest wird sich steigern. Die Gefahr der Versackung wächst. Die politischen Gefahren werden sich verdichten. Es liegt an dem gesunden Sinn der Betestigten, einen Aus- weg zu finden, der möglich ist. Er muß auf der Konferenz in Berlin gefunden werden. Die Krönt wird geschlossen. Kommunalbeamie kommen zum Gesamiverband. .üer erste außerordentliche Verbandstag der Reichs- Gewerkschaft Deutscher Kommunalbeamten, der in Bremen stattfand, nahm einstimmig folgenden Ber- schmelzungsantrag an: „Der Berbandstag stimnit dem Ausammenschluß der Reichs- gewerkschaft Deutscher Kommunalbeamten mit dem Verband Dent- scher Berufsfeuerwehrmänner und dem Reichsbund der Beamten und Angestellten in den öffentlichen Betrieben und Verwaltungen zu einer Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunal- b« a m te n und Angestellten im Gesamtvcrband der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs auf der Grundlage der Dereinbanmg vom 22. August 1931 und der vorgelegten Sondersatzung mit Wirkung vom 1. Januar 1932 ab zu." Damit stoßen etwa 49 999 frei gewerkschaftlich or- ganislerte Beamte und Angestellte zur 799 999-Mann- Gewerkschaft des Gesamtverbandes. Ein Beweis, daß die freigewerkschaftlichen Kommunalbeamtcn das Gebot der Stunde erkannt haben. * Auf dem Verbandstag waren 143 Delegierte und zahlreiche Vorstandsmitglieder, darunter Kollegen des Gesamtoerbandes und des ADV. anwesend. G l l l m e i st e r, der erste Vorsitzende der Reichsgewerkschaft, gab den Geschäftsbericht und sprach über den Zusammenschluß mit dem Gesamtverband: Trotz der zunehmenden wirtschaftlichen Not auch in den Kreisen der Beamtenschaft hat sich der Verband organisatorisch und finan- ziell im vergangenen Jahre sehr gut gehalten. Seit dem letzten Verbandstag in Mainz konnte die Mitgliederzahl sogar noch gesteigert werden. Die Wohlsahrtseinrichtungen des Verbandes sind trotz starker Beanspruchung weiter ausgebaut worden und gut fundiert. Organisatorisch und finanziell stelzt die RDK. sehr gut da, so daß sie auch künftig allein weiter bestehen könnte. Es sind oll- gemeine politische Gründe, die zur Erweiterung der gc- werkschaftlichen Kanrpfsront und zur Konzentration der gewerk- schaftlichen Kräfte zwingen. Der charzburger Front der Reaktion muß die geschlossene Front der organi- sierten Arbeiterschaft entgegengestellt werden. Die RDK. behält natürlich auch nach der Verschmelzung mit dem Gesamtverband ihre organisatorische Selbständigkeit und ihre eigene Preise. Die Ausspro ckze brachte einstimmig die Zustimmung zur Verschmelzung. Die Arbeit des Berbandsoorftandes im vergangenen Berichtsjahr-wird gutgeheißen. Dr. V ö l t e r vom Allgemeinen Deutschen Beamtenbund sprach über„Beamtenpolitik in der Krise". Auch die Beamten müßten jetzt in immer stärkerem Maße die Proletarisierung durch- machen. Daraus ergäben sich für die zukünftige fteigewertschaft- liche Beamtenpolitik wichtige Folgerungen. Es müsse auch in Zu- kunft möglich sein, daß sich die Gewerkschaften für die lagespoliti- schen Forderungen der Beamtenschast einsetzen. Die Entscheidung über das Schicksal der Beamten falle jedoch aus dem großen politischen Kampffeld, wo bereits die Front des Arbeiters und Angestellten kämpfe. Die Beamten müßten sick> in diese Front einreihen.— Im Anschluß an Völlers Vortrag wurde ein- stimmig eine Entschließung angenommen, die sich scharf gegen neue Gehaltssenkungen wendet. Die Abfertigung der Arbeitslosen. Verschlechterung, statt Verbesserung. Seit Wochen und Monaten führt der„Vorwärts" Seite an Seite mit den zuständigen Gewerkschaften den Kampf für eine bessere und schnellere Abfertigung der Arbeitslosen und für die Entlastung des geschundenen Personals auf den Arbeitsämtern. Vor einige» Tagen sind trotz aller Vorstellungen über Personalmangel wieder Ver- fügungen hinausgegangen, die praktisch auf einen weiteren Abbaudes Personals hinzielen, ohne auch die geringste Rück- ficht auf die unhaltbaren Zustände auf den Arbeitsämtern zu nehmen. Maßgeblich war bisher für die Personaleinstellung die Unterstützten- zahl am IS. des Monats. Damit war man immer schon zwei bis drei Wochen mit Personal infolge der Wartezeiten hinter der tatsächlichen Arbeit zurück. In Zukunft soll aber nicht die Zahl des laufenden M o n a t s für die Einstellung von Personal maßgebend sein, sondern der Durchschnitt der Zahlen von Unterstützten im vergange nen und im laufenden Monat. Mit dieser Anordnung schafft man es, in Zeiten zunehmender Arbeitslosigkeit tatsächlich den Personalbestand noch mehr zu drücken, well natürlich der vergangene Monat immer bei der Auf- wärtsbewegung der Zahl der Unterstützten auf den laufenden Monat drücken muß. In verschiedenen Zeiten des vergangenen Etatsjahres haben die Aemter ober außerdem überplanmäßiges Personal be- willigt bekommen, wenn sie mit der Arbeit kurz vor dem Zusammen- brechen waren. Jetzt haben die Arbeitsämter die Anweisung be: kommen, das seinerzeit in Notfällen bewilligte Personal wieder ein- z u s p a r e n. Also trotz des unhaltbaren Meßziffersystems sollen auch jetzt noch nicht einmal die notwendigen Einstellungen erfolgen, sondern an unumgänglich notwendigem Personal soll auch noch gespart werden, bis alle damals notwendigerweise entstandenen Unkosten wieder er- spart sind. Die Kosten derartiger Personalpolitik tragen die Arbeits- losen und die Angestellten. Kür die arbeiislosen Musiker. Beschästigung im Rundfunk. In der vorigen Woche fand zwischen dem Intendanten der Funkstunde Herrn Dr. F l e s ch und Vertretern des Deut- jchen Musiker- Verbandes eine Unterredung statt, in der hinsichtlich der stärkeren Beschäftigung erwerbsloser Musiker einige feste Zusicherungen gegeben wurden. Von den Gewerkschaftsvertretern wurde besonders darauf hingewiesen, daß es in der heutigen Zeit dringend notwendig sei, bei Unterhaltnngs- und Tanzmusik mehr arbeitslose Musiker zu verwenden, von denen es viel gut eingespielte Ensembles gibt, anstatt fast ausschließlich die Musik von Kapellen zu übertragen, die eine feste Arbeitsstelle haben. Der Intendant der Iunkstunde hat daraufhin zugesagt, schon in nächster Zeit bei der Uebertragung der leichten Unterhalwngs- musik auf dem Berliner Sender neue Erwerbslosensnscmbles her- anzuziehen. Ebenso bestimmt wurde zugesagt, die Schall- Plattenübertragung ganz abgesehen davon, wie der Krieg zwischen den Sendegesellschaften und den Schallplattenproduzenten ausläuft, einzuschränken. An Stelle der Mittagsübertrogungen von Schallplatten soll in Zukunft„lebende" Unterhaltungsmusik gesendet werden. Hinsichllich der gleichfalls angeschnittenen Frage der Aus- länderbeschäftigung wurde von der Funkstunde nachge- wiesen, daß die Zahl der beschäftigten Ausländer viel l geringer ist als allgemein angenommen wird. Seit Januar d. I. wurden zur Ausführung der sogcnormten leichteren Musik 41 Kapellen mit 58ö Musikern herangezogen, wovon nach den Angaben der Kapell- meister Z92 Deutsche, 23 Oesterreicher. 5 Staatenlose und 56 Ausländer waren. Wenn Ausländer beschäftigt wurden, handelte es sich dabei zumeist um besondere Spezialisten auf ihren Instrumenten. Reine Ausländerkapellen sollen bei der Berliner Funkstunde über- Haupt nicht mehr berücksichtigt werden. Viele Kapellen, auch im Rundfunk spielende, tarnen sich nur als Ausländerkapellen, um be- sonders„interessant" zu erscheinen. So zählt z. B. die belännte Ka- pelle D a j o s B el a 13 Mitglieder, darunter 8 Deutsche, 2 Oester- reicher. 1 Amerikaner, 1 Engländer und 1 Inhaber des Nansen- Passes. Der Kapellmeister hat den sehr ausländischen Namen— Holzmann. Das gleichfalls allen Rundfunkhörern bekannte Tanzorchester Fred B i r d zählt 17 Mitglieder, darunter 12 Deutsche. 1 Oesterreicher, 2 Amerikaner und 2 Staatenlose. Der Kapellmeister heißt Oeh ma nn, Die„Ausländerkapclle" Iaro Michälek hat gar" keinä Ausländer. Das Wichtigste an der Aktion des Deutschen Musiker-Verbandcs ist neben der Klärung der sogenannten Ausländerfraze, die Er- schliehung einiger Arbciismöglichkeiten für eine Anzahl notleidender Musiker. Wenn alle Rundftmksendegescllschaftcn in Deutschland dem Beispiel der Berliner Funkstunde folgen würden, könnten Hunderte von erwerbslosen Musikern, die vor Verzweiflung nicht mehr ein noch aus wissen, den schlimmsten Sorgen um ihre Existenz ent- hoben werden. Arbeiierrat mit RGO.-Mehrheii. RGO.-Mann wollte ihn„entlarvend In den Arbeiterrat der Firma Ullstein Hai die„revolutionäre" RGO. die Mehrheit, wenn auch nur mit einer Stimme. Dos schützte diesen Arbeiterrat nicht vor dem Versuch eines entlassenen RGO.- Mitgliedes W., ihn vor dem Arbeitsgericht zu„entlarven". Der Entlassene behauptete, die Arbeitcrratsmitglicdcr hätten feine,, Einspruch gegen seine Entlassung nicht aus sachlichen Gründen, sonder» lediglich wegen seiner Zugehörigkeit zur RGO. zurückgewiesen. Ja, der Borsitzende des Arbeiterrats soll sogar die Entlassung des W. veranlaßt haben. Um feine Behauptungen zu „beweisen", hatte W. mehrere Zeugen, darunter einen Redakteur des Ullstein-Verlages geladen. Aber es kam gor nicht zu dem vom Kläger beabsichtigten Manöver. Das Gericht hielt den Sachverhalt für vollkommen geklärt und die Haltlosigkeit der Klage für erwiesen durch die Zeugenaussage des Änfpekkors der Firma Ullstein. Danach ve.rhält es sich mit der Entlastung des Klägers so: Die Firma stellt merzelzn- bis fünfzehnjährige Burschen als Redaktions boten ein. Wenn die jungen Leute das 29. Lebensjahr überschritten und damit eine höhere Lohnstufe erreicht haben, erscheinen sie für die Beschästigung als Bote nicht mehr geeignet. Man bringt sie dann, soweit es möglich ist, in anderen Abteilungen des Betriebes unter. Wo dies nicht möglich ist, erfolgt die Entlassung. Dieser Vorgang wiederholt sich regel- nräßig in jedem Jahre. Kürzlich sind nun fünf Boten ent- lassen worden, die älter als 20 Jahre find, und für welche die Firma keine andere Beschäftigungsmöglichkeit hatte. Einer von diese» ist der Kläger. Daß dessen politische oder gewerkschaftliche Einstellung bei der Entlassung eine Rolle gespielt habe, stellt der Inspektor in Abrede. Mit aller Bestimmtheit erklärt er, daß weder der Vorsitzende noch sonst ein Mitglied des Arbeiterrots auf die Entlassung des Klägers eingewirkt habe. Auf Grund dieser Feststellungen wurde die Klage ab- oe w i e sc n. Achtzehn Feiertage. In der Lyoner Webindustrie. Wie aus Lyon gemeldet wird, hat der Verband der dortigen Weberei-Industriellen in einer außerordentlichen Gencralversamm- limg beschlossen, die Werke vom 18. Dezember bis zum 5. Januar vollkommen stillzulegen. Durch diese Maßnahme werden 29 9 99 Arbeiter betroffen. BeschastigungungarischerLandarSeiter? Der ungarische Landwirtschaitsminister Ivady erklärte im Parlament u. a., es fei mit Deutschland eine Vereinbarung in Vorbereitung, wn im nächsten Jahr mehreren tausend ungarischen Landarbeitern Arbeitsmöglichkeit in Deutsch- land zu gewähren. Zunächst wird ober wohl für die vermehrte Beschäftigunig deutscher Landarbeiter gesorgt werden und das Kontingent der aus- ländischer Landarbeiter stark eingeschränkt werden müssen. Sollen ungarische Landarbeiter mit beschäftigt werden, dann ist das nur n üi glich, wenn dafür weniger polnische Landarbeiter herangezogen werden. Danksagung. Die zablreichen, herzlichen Glückwünsche, die mir zu meinem 25jährigen Jubiläum als Angestellter des Verbandes der Lithographen, Stemdrucker und verwandten Berufe übermittelt wurden, veranlassen mich, aui diesem Wege allen Kollegen und Freunden für ihre Glückwünsche meinen herzlichsten Dank zum Ausdruck zu bringen. Max Gragcn. Berliner Gcwcrtfchaftsschulc. AiinsUiche Kreditschöpfullg, Arbeitsbeschaffung und Absatzerweiterung ist das Thema des wirts6iaf!lichcn Ausspracheabends, der heute, Dleustaa, 19 Uhr, im Saal 5 des Gewertschaftshauses, Lngelufer 24—25 stattfwdet. Leiter des Abends ist Genosse Dr. Alfred Brauntbal. Zutritt haben alle freiyewerkschast. lich organisiarten Kollegen und Kolleginnen. Pcrbandsbuch ist mitzubringen. Horerbeitrag wird nicht erhoben. Gesamtoerband der Arbcilnebmer der öffentlichen Betriebe und des Personen. und Warenverkehrs, Sektion Gesundheitswesen, Filiale Berlin. Mitt- woch; Uhr, in den Germania sülen, Chausseestr. 110, Mitgliederversammlung des gesamten Pflegepersonals und aller übrigen Angestellten der städtischen Anstlütsbetriebc. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu dem am 1. Dezember ergangenen Schiedsspruch zuyr..2. TV.-Anft. 2.. Aussprache. Erscheinen aller Angestellten wird bestimmt erwartet., Mitgliedsbuch dient als Ausweis. u••..—i.,• w.-®ic Sektionsleitung. Freie Gewerkfchafts-Lugend Berlin Heute, 10V» Uhr, tagen die Gruppen: Laudsberqcr Platz: Ougendheim Landsberger Str. 50. Diskussion: Unsere Iugenobewegung.— Adlers- � hos: Gruppenhcim Adlershof, Bismarckstr. l. Kurzreferate.— Schöne- weide: Jugendheim Niederschöneweide, Hasselwerderitrahe(Madchenschule, im Keller). Sputabend.— Pankow: Jugendheim Kissingenstr. 48. Zimmer 5. Lustiges Berlinern.— Gcwerkschaftshaus: Engelufer 24— 25, Saal 9. Vom Lächeln zum Lachen.— Wcdding: Iu, Zimmer 11. Was fordert die Jugend, u Willdcnowstr. 5, 2 Treppen, was ist zu tun?— Reu-Lichtcaberg: .Zimmer ijl. Was roroert oic ougcuo, uno was iir zu run:— otcu-ciroicnocrg: Jugendheim Gunterftr. 44. Der Güterbedarf Berlins.— ffraukfurtcr Allee: Städt. Jugendheim Litauer Str. 18. Karl Marr und die Gewerkschaften.— Lichtenberg: Jugendheim Dossestr. 22. Sinn und Unsinn der Mode.— Ostende: Jugendheim Karlshorst, Treskowallee 44(Kant-Schule). Schon ab 19 Uhr. Die Stellung der Frau in der Gesellschaft.— Treptow: Jugendheim Elsenstr. 3 (am Bahnhof Treptow). Unsere Arbeiterführer.— Steglitz: Jugendheim Flcmmingstr. 14l>. Hosemann Tommi.— Moabit: Jugendheim Bremer Str. 09,70. Mit Buch und Schallplatte durch die Welt.— Spandau-Wilhelmstadt: Jugendheim Sportplatz Seeburger Straße. Vor und nach 1918.— Jugcndgruppe des Zcntralverbandc? der Schuhmacher: Jugendheim Große Frankfurter Str. 16, Z. 3. Jugend im Betrieb. Zuqendgruppe des Zentralverbandes der Anciestellten fj»cutc, Diciislag, finden folgende Bcranstaltungen(tatl; Lichtenberg: Tugend dew, Gunterftr. 41. Gruppenbesprechung.— Nordwest: Jugend- Tictm Lehrter Str. 18— 19. Bortrag: Unsere Stellung zur Arbeitsdümstpilicht. Referent: Heilbruun.— Der Sprech- und Bewegungschor stbt ob 20 Uhr in der Turnholle Baruther Str. 20. Veraulworilich für Politik: Victor Schiff! Wirtschaft: G. JUingelböfcc; Gewerlschaftsbemegung: A. Steiner: Feuilleton: Dr. John Schilouiski: Lokales und Sonstiges: Kriti ftarstädt: Vn, eigen: Tb. Glocke: iiilnllich in Bertüi. Verlag: Vorwärts-Berlaq S m d. S.. Berlin. Druck: Vorwärts. Buchdruckerci und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW S?. Lindenstrafte Z. Kirrzu 2 Bc Nagen. WERTHESM Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leidif verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Räucherwaren Meute(DSenstug Sewoett(Potfatt (Stütze Hehenstnitt®! Frlsth. Fleisch Ochsen-Suppentl.Pfd. 0.58 Odisen-Brust.. Pfund 0.65 Ochsen-Schmorfi. pw. 0.88 Kalbsbrust'"�ndO.SB Kalbskotelett..Pfund 0.84 Kalbsschnitzel. Pfund 1.1 8 Schweinebauch sd»trem»bar verbunden ist. Das Buch oon Erkelenz»st ein neues Menetekel für die Wirtschaftspolitir der Rcichsregierung. Wir mahnen in letzter Stunde, unsere Warnungen zu beachten. Sonst wird in der Geschichte Deutschlands bat� das Urteil über diese Reichs- regierung feststehen: Gewogen und zu leicht befu»»den! Darlehnsschillden vorhai»den. Bon den Gesamtpassiven in Höhe von 16,3 Millionen entfällt fast die Hälfte auf Bankschulden. Wie auf der Glaub igervorsamnclung mitgeteilt wurde, beschäftigte das Unternehmen bis zum Einbruch der Krise durchschnittlich 6000 Mann. Wchrend des Krieges war die Belegschaft zeitweise sogar bis auf 12 000 Mann angewachsen. Infolge der mehrfach durch- geführten Abbaumaßnahnren sst die Zahl der Beschäftigten zur Zeit bis auf 2500 Perfonei», darüber 300 Vertreter, gesunken. Die Leistungsfähigkeit der Werke beträgt arbeitstäg- l i ch 2000 Kinderwagen, 1000 Fahrräder und 100 Automobile. In den Nc benbetrieben werden jährlich 13 000 Kubik»n«ter Holz ver- arbeitet. Die Gläubigerverfaminlunz»vählte im Verlauf der Sitzung einen Gläubigerarisfchuß, der aus 7 Mitgliedern besteht. Unter anderem sst in diesem Ausschuß ein Vertreter der Eommerzbank, der Stadt Brandenburg und der Firn« Ravens vertreten. 4 Prozent Staatsdividende. Oer Konzernabschluß der preußischen Staatsinduffrie. Die Vereinigte Elektrizitäts-und Bergwerks- A.-G.(Leba) hat über ihr am 30. Juni abgeschlossenes Geschäfts- jähr Bericht erstattet. Di« Beba ist eine Dach- und Finanzierungsgesellschaft, oon der die Aktien der preußischen Staatsindustrie(Preu- ßische Elcktrizitäts A.-G. 80 Prozent von 155 Millionen, Preußag volle 110 Millionen, Hibernia 99,5 Prozent von 80 Millionen, Reck- linghausen volle 67 Millionen nominal) verwaltet werden. Es hairdelt sich um das erste volle Geschäftsjahr der Bebe», über das zum 30. Juni die Beteiligungszewinne der beherrschten Staats- gesellschaften bekannt zu geben stirb. Auf ihr 180,0>Milliom:nkapitaI verteilt die Beda 4 Prozent Dividende gegen 6 Pro- zent im Borjahr, die der preußische Staat erhält. Die G c- winn- und Verluftrechnung zeigt 12,62 Millionen an Be- teiligungsgewinnen und auf der Ausgabenseite 1,04 Millionen Zinsen<2,24 Millionen im Vorjahr) und 195000 Mark Unkosten (60000 Mark). Es verbleibt ein Reingewinn oon 11,45 gegen 15,02 Millionen im Vorjahr, aus dem 0,58 Millionen an den ge- setzlichen Reservefonds und 3,6 Millionen ai» die Soirderrücklaz« abgeführt werden, die sich dadurch auf 18,2 Millionen erhöht. Der Rückgang der Betciligungsgewinno erklärt sich aus der Dwi- dendenfenkung der Preußag von 5 auf 4 und der Bergwerks A.-G. Recklinghausen von 6 auf 4 Prozent: die Bergwerks-Gesellschast Hibernia mußte für 1930 auf eine Dividende verzichten, die Preag hielt an der Dividende oon 6 Prozeltt fest. Der wichtigste Vorgang in der Bilanz ist der Rückgang der Bankguthaben oon 27,9 auf 0,5 Millionen, der Rückgang der Gläubiger von 104,8 auf 72,1 Millionen und der Ausweis von 16,0 Millionen neuen Bankschulden. Diese Derändeiwngen sind in erster Linie aus die Tilgung von Auslandsschulden zurückzuführen. Ausländischer Großauftrag für Siemens. Im Wert von 42 Millionen. Die Schwachstromgruppe des Siemens-Koi»zerns, die Sie- mens u. H a l s k e A.-G., hat dieser Tage den Zuschlag für den Bau einer Telephonanlage in der Hauptstadt Uruguays, Monte- video, erhalten. Zur Durchführung des Auftrages gehören die Lieferung und der Bau der automatischen Zentraten der Fernsprechkabel und der Telephonapparate. Die Ausführung wird etwa zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Der Wert dieses Auftrages, der besonders von der amerikanischen Konferenz heftig umstritten war, belauft sich auf rund 12 Millionen Mark. Chilesalpeterirust bleibt bestehen. Nachdem vor einigen Monaten das chilenische Parlament den Beschluß gesaßt hatte, den mit 1,5 Milliarden Mark ausgestatteten Ehilesalpetertrust„C o ja ch" aufzulösen, hat jetzt der Ausschuß, der die Angelegenheit zu überprüsen hatte, sich dafür entschieden, daß diese Auflösung nicht durchgeführt wird. Dem Trust war vorgeworfen worden, daß er bei der Angliederung verfchiebener Salpetergesellschaften unerlaubte Methoden angewandt und außer- dem auch auf politischem Gebiet eine regierungsfeindliche Pro- paganda zugunsten des gestürzten Präsidenten Jbanez entfallet habe. Da innerhalb des Chilesalpetertrusts die amerikanische Guggenheim-Gruppe den einflußreichsten Faktor bildet und da diese Gruppe auch im chilenischen Kupferbergbau über starke Machtpositionen verfügt, so mußte von vornherein ei», so scharfes Vorgehen gegen diesen Trust, wie es eine Zfuflöstmg ist, als undurchführbar erscheinen. Der Ausschuß wird sich daraus beschränken, einige Reformen vorzuschlagen, die sich auf den Einfluß der Re- gierung innerhalb des Trusts, dessen Kapital sie zur Hälfte besitzt. beziehen. Der Norddeutsche Lloyd hat den bisherigen Finanzdirektor Ernst Glässel zum Nachfolger des verstorbenen Vorsitzen- den im Vorstand, S t i m m i n g. gewählt. Seim.%uti£üMm von. MAG Gl 5 Würze mtfkmqm SU von Ihmn, UaMcUkt auch* Cs gibt für eine Flasche Jfr.O Vi Gutschein M 1 2x Vi W/r 2 3x Vi M 3 6x ü Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Einsendungen für dies- Rubrik nur an das Iugendlekrelarial Berlin SM«S Lind-nNrab« 3 Oeufc, Dienstag, S. Dezember. 19� llhr: Arlonaplatz: Ll'tsabethkirchstr. 19. Die Funktion der Gemerkschaslen inl �kaffenkampf.— Gewerkschaftshaus:..�riven'.kker Str. 92. Arbeiterdichter.— K'aV.aischer Park: Waisenstr. 18. Kraftwirtschaft.— Rasenthaler Borstadt: Tieekstr. 18. Wie und was sollen wir lesen?- Brnuvcnplatz: Wiesen- Stke Pankstratze. Disziplin in der Gruppe.— Gesundbrunnen l: Gotenburger Straße 2. Kampfmittel der Arbeiterschaft.— Humboldthain: Putbusser Str. 3. Proletarische Weihnachten.— Leopoldplatz. Willdenowstr. 8. Tagespolitik.— Norden: Lortzingstr. 20. Aufbau einer Zeitung.— Schillerpark: Schöningstr. 17. Ginführung säde n d.— Weddivg(R.-F.i: Willdenowstr. ä. lO-Minuten-Referate. -»edttnG.Nord: TirAntt Gcke Saestraße. Vis kst Morxisuw»?— Araimplatz: Sonnenburger Str. 20. Die Gewerkschaften im Klassenkampf.— Arnswalder Platz 1: Nostenburger Sir. 10. Tagespolitik.— Helmholtzplatz: Danziger Str. 02. Sawie.trußland.— Raedosteo I: Danziger Str. 62. Was bedeutet für uns der Bd'lksrbund?— Weißen see: Parkftr. 36. Geschichte der Arbeiterbewegung.—- Haseuheide: Wassertorstr. 9. Ziele der NSDAP.— Reichenüerger Viertel: Neillzenbergcr Str. 66. Sozialistische Erziehung.— Süden: Vorckstr. 11. Das Heidelberger Programm.— Südwesten: Lindenstr.-t. Sexuelle Fragen,.2. Teil. - Friedenau: Offenbacki.'r Str. da. Spicltruppe.'— Chorlottenburg-Rord: . Kaiserin-Angusta-Allee 97-,. Die Arbeiterbewegung.— Charlottenburg-Süd: Wallstr. 76. Schlagwort des Monats.- Reu-Tcmpelhof: Winsgenstraßc. Sexuelle Fragen.— Britz: Ehausseestr. 48. Die Volksbühne.— Neukölln l: Hobrecht. Ecke Sanderstratze. Parteiprogramm der SPD., 1. Teil.— Reu- thlln lll: Ziethenstr. 58. Anarchismus, Kommunismus, Sozialismus.— Neukölln IV; Kann er Straße. Die Entwicklung der Arbeiterbewegung.— Neukölln VI: Treptower Str. 95. Arbeitsgemeinschaft.— Neukölln VD: KMö. Uufcte Zeitung.— Neukölln l.X: Schierkestr. 44. Programm der NSDAP.— Neukölln Vlll: Rütli-Schule. Die Gewerkschaften, 1. Teil.— Neukölln X: Berg- Kratze 29. BtHTecntdfchaiL JUukM* Tis ffta&sfvGt. Dermsdorf: Noonstratze. Sozialismus upd Gegenwart. ReneiseAdorf»Dftt tindäuer Straße. SAP. und SPD.— Tegel: Bahnhokstr. 1?.' Wce eröbern wrr den kapitalistischen Staat und seine Wirtschaft?.— Aaro»: Fru ndsberastr. 9, Eingang Ecke Spinolastraße. Arbeiterdichtung.— Riederschönhaufen:» lin�en- strane 47. Sozialistische Strömungen der Gegenwart.— Pavkow I und IT: Görschstr. 14. lO-Minuten-Referatc. SSG. Schöueberg: 17 Ahr Hauptstr. 15. Warum fordern wir Cozialwmns (2. Teilt. Werbe bezirk Schöneberg: Hauptstr. 15. Pildungskursus:«rbeiterllasse nn» Kirche(3. Teil). «erbebezirk Osten: Litauer Str. 18. Reformismus und Radikalismus in d« deutschen Ardeiterbewegung(1. Teil). Werdebezirk Prenzlauer Berg: SSG.-Versammlung Donnerstag, 10. De. zember, 19 Uhr. Dun clor st ratze. Referent: Genosse Mierendorf.Darmstadt: Kultur im 3. Reich. Mitgliedsbuch mitbringen. Gruppenabende fallen aus. Taitnof tovttt f ovrat Hm gM abgäbe rertahaft ifiS �/Prtlee tnr Dlenstag und Mittwoch. Fische u.Räucherw. Wurstwaren Hautmachersölre w«!. 0,48 Blutwurst.......... PM- 0,58 Leberwurst....... wt 0,58 Oampfwurat....... Pfi 0,78 Fleischwurat...... Pfd.0,78 WienerWUratchenPwO.O 5 Fleisch u. leichtverderbliche Waren sind vom Versand ausgeschlossen. Zusendung von Lebensmitteln bei Bestellung. v. 5, Oll a» '(Zrvns Oerings spw. 0,44 •Kabeljau Brsndr,«inschi.?>. _,_____!(Joldwasser. Cura�ay, BlatoranKP, 0% A C lBg«"cr. KarthÄascr, in guten Qnalitlteo.....'.'i Flaacbc JL, v Schweinebauch nhn» Beilage......... Pld. 0,65 Schweineschinken... mit Bein............ Pfd. 0,68 Schweinekamm oder •Scheft, ohne Beilage. Pfd. 0,72 Schwoinekotelottffd.». 0,75 Kassler mild..Pfd. Ton 0,70 Rüokenfett bratfeTt.,Pfd.0,62 Hammelvorderfl.Ptd.v.0,68 Kalbskamm o. b., Pfd. 0,50 Bratwurst Berliner Art.......... Pfd. 0,78 Schweineköpfe mit Backe............. Pfd. 0,38 Schweinenieren Pfd. 0,68 Rinderlungen..... 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