BERLIN Zreitag Ii. Sezember 1931 10 Pf. Nr. 5S0 B 290 48. Jahrgang Erscheint tiglich SUßerSoNNtagi.§ 0 g£«Uittaenptctl: Tic-insvaltlzk Nonr-r-»I°,cIIe W Ps.. Zllgki« Ab-ud-usgad- t-i.Dorwärt«'. Bejuatrrei« für R mm/»> M Mi i R«tUw>cj-IIe SM. Ermäßigungen nach Tarif,«-stsilircklonto! Scid- Au<,»bc- 8- Pf. xro W-äi-, 3.« M. pro M-ü-I»" t.. Mi/ Mi a- m 1. BorwSrls-Bcrlag G. m. d. H.. Berlin Rr. 27 SZ«.- Der Vcrl�g 05A W. Der Dichter Freiherr Georg v. Ompteda ist im Alter von 68 Jahren in München gestorben. Er war ursprünglich Offizier, wurde durch einen Sturz mit dem Pferd Invalide, und galt in den Jahren der naturalistischen Literaturreoolution als eine starke Hoff- nung im deutschen Schrifttum. Die Stoffe seiner Romane und No- vellen waren zum Teil dem Offiziersmilieu entnommen. Scharfe Beobachtung und eine flotte und elegante Art des Erzählens zeich- nete ihn aus. Der neue Direktor des Wiener Burgthealers. Der Ministerrat hat den Bundesminister sür Unterricht ermächtigt, den derzeitigen Generaldirektor des Deutschen Schauspielhauses und des Thalia- cheaters in Hamburg, Hermann Röbbeltng, zum Direktor des Burgtheaters zu bestellen. Da Direktor Wildgans, der seinen Ver- trag zum 30. Juni 1932 gekündigt hat, mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand den Wunsch ausgesprochen hat, die Direktisn»- geschäfte sobald wie möglich zu übergeben, wird der neue Direktor sein Amt schon Anfang Januar 1932 antreten. Das Spiel, das mit einer Kandidatur des Bolksbühnsnleiters Martin von einem Teil der Berliner Presse betrieben wurde, er- ledigt sich damit von selbst. Han» Psihner und„Das herz". Hans Pfitzner veröffentlicht zur Berliner Uraufführung seines Werkes„Das Herz" eine Er- klärung, in der er die Regieverantwortung für die Aufführung in vollem Umfange ablehnt. Seine Regieanordnungen feien ohne sein Vorwissen und gegen seinen deutlichen Willen durch den Autor der Handlung, Herrn Mahner-Möns, geändert worden. Die Intendanz der Staatstheater erklärt, daß nur sie einige Aenderungen am Regie- bild, aber kein« grundlegenden vorgenommen Hab«. Der Film„Mädchen in Uniform", der im Capitol großen Erfolg erzielte, ist jetzt ins Marmorhaus übergesiedelt. Der durch seine reformfieundliche Gesinnung und das Ensemblespiel der jungen Mädchen ausgezeichnete Film fand auch hier begeisterte Aufnahme. Dr. Oslar Stillich spricht über das Thema ,,D i e Miktion im wissenschaftlichen Denken" fdie Philosophie de§„Als ob") Frei- tag, 8 Uhr, im Friedrich. Wilhelm-Nhmnasium, Kochstraße 13. Der Vortrog wird gemeinsam vom Monistenbund und der Freireligiösen Gemeinde ver- anstaltet. Richard Tauber gibt nach seiner Rückkehr von Amerika sein einziges großes Konzert in der Philharmonie am Sonnabend. Fi P Die Uranla-Degeto bringt Sonntag Il.SO Uhr in einer Matinee den ilm„D i e l e tz t e n S e g e l s ch i s f e" von Heinrich Hauser im Tauentzien- 'alast. Das Studeatenkabarelt der Berliner Sozialistischen Studenten- schast findet morgen. Sonnabendabend, in den Spichernsälen unter allen Umständen statt, nachdem es anfangs auf Grund der Not- Verordnung polizeilich verboten war. Alle bereits gelösten karten behalten ihre Gültigkeit. Nene Einlaßkarten zum preise von 60 Pf. sind im Sekretariat, Albrechtsirahe 11. und an der Kasse zu haben. Erwerbslose zahlen 50 Pf. in boo Meyer• Filia len Keine Feier ohne Meyer Nächste Filiole 104 Humboldt(255 Zur Notverordnung. Eggert vor den Berliner Gewerkschaftsfunktionären. Genosse Eggert vom ADGB.. der Donnerstag abend in der vom Ortsausschuß Berlin des ADGB. einberufenen Plcnarversammlung über die Stellung der Gewerkschaften in Staat und Wirtschaft referierte, kam in seinem Vortrag auch aus die neueste Notverordnung zu sprechen. Ein abschließendes Urteil könne sich im Äugenblick noch niemand über dieses Dokument er-� lauben, das ein Produkt wochenlonger Beratungen des Reichs- kabinetts ist. Es stelle zweifellos den letzten Versuch der Reichs- rcgicrung zur Uebcrwindung der ungeheuren wirtschaftlichen Rot in Deutschland dar. Ob die drakonischen Maßnahmen hinsichtlich der Preisbeeinflussung, der Zinssenkung, des Lohn- und Gehalts- abbous usw. den von der Regierung beabsichtigten Erfolg haben werden, sei sehr fraglich. Stark bezweifelt muß vor ollem werden, daß die Senkung der Preise den damit verbundenen Abbau der Lahne und Gehälter ausgleichen, der Reallohn also aufrechterhalten wird. Eine Senkung der Brot- und Flcischpreise um je 1» Proz. würde zum Beispiel erst einen Abbau der Stundenlöhne um höchstens 2 Pf. rechtfertigen. Daß die Senkung der Mieten, der öffentlichen Tarife, der Markenartikelpreise usw. den übrigen Einkommensverlust kom- pensiercn wird, ist kaum anzunehmen. Hinzu kommt für die Gewerkschaften noch der Einbruch in das T a r i s r e ch t. so daß diese Notverordnung für die Gewerkschaften eine Gefahr ist, die nicht verkannt werden darf. Die Stellungnahme der Gewerkschaften zu der Notverordnung ist angesichts der augenblichlichen politischen. und wirtschaftlichen Macht- Verteilung für die von ihnen vertretene Arbeitnehmerschaft in jeder Beziehung von weittragender Bedeutung. Noch nie hat auf den politischen und gcwerkschoitlichen Jntereiscnvertretern der deutschen Arbeiterschaft eine so große Verantwortung geruht wie jetzt an- gesichts dieser Notverordnimg. Die Entscheidung über die nunmehr wieder aktuell gewordene frrage: weiter tolerieren oder nicht, fällt der sozialdemokratischen Reichstagssraktion zu. Sie wird zu prüfen haben, ob es die Möglichkeit gibt, die Notverordnung, abzuändern oder nicht.. Sie wird weiter untersuchen müssen, ob sich, wenn nicht im Augenblick, so durch eine eventuelle Neuwahl des Reichstages diese Möglichkeit ergibt. Sofort nach der Entscheidung der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion wird auch der ADGB. die für die sreien Gewerkschaften entscheidenden Beschlüsse fassen. Pharus-Säle. Der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Eafc'-Angestellte» teilt uns mit, daß mit dem jetzigen Inhaber der Pharus-Säle, Herrn Mar Ludwig, Müllerftr. 142, keinerlei Differenzen bestehen. Welter für verlin: Zeitweise heiter, ohne nennenswerte Nieder- schlüge, leichter Frost bei mäßigen nordwestlichen Winden.— Für Deutschland: Im Süden und Südosten einzelne Schneefälle, im übrigen Reiche vielfach heiteres Wetter ohne wesentliche Nieder- schlage, überall Frost auch tagsüber. eBuch Oskar Itöhrlc: Jan 3Cus/ 3)er leiste Es ist ein Wagnis, den Handlungsablauf eines Romans in eine Zeitspanne von 24 Stunden hineinzupressen: ein doppeltes Wagnis, wenn es sich um einen historischen Roman handelt. Oskar Wöhrle bewältigt in seinem„Jan Hus, Der letzte Tag"(Verlag Büchcrkreis) das formale Problem nicht nur, er meistert es. Dieser letzte Tag, bevor Hus auf den Scheiterhaufen geführt wird, mit seinem erregenden Hin und Her zwischen Konzil, König Sigismund, den Behörden der Stadt, Hus und seinen böhmischen Freunden, steht wie gemeißelt da, wie gemeißelt die Stadt Konstanz in ihrer gedrungenen Ganzheit, wie gemeißelt das Mittelalter. In diesen 24 Stunden formt sich uns das Bild einer Epoche zu einem des Lebens Vielfalt erschöpfenden Gesamtgemälde. Das ist viel. Mehr noch, daß uns diese vergangene Epoche Gegenwart wird. Es ist die große 5tunst Oskar Wöhrles, daß cr die geistige und gesellschaftliche Struktur einer Zeit nicht nur über- sieht, sondern in dichterischer Vertiefung auch das an Epochen nicht gebundene, in steter Wiederkehr stets Seiende der menschlichen Natur erfaßt, um aus diesem ewig Gegenwärtigen die Vergangenheit in das echte Sein wahrer Dichtung zu heben. Ob er in Hus den von einer reinigenden Idee fanatisch Besessenen, in Ciska den Urtnp des Manntums, in 5Zönig Sigismund die Einheit von beherrschender Klugheit und gerissener Skrupellosigkeit auszeig!, stets begegnen uns die Menschen aus dem doppelten Boden zeitzebundencn Daseins und ollaemeingllltiger Gegenwärtigkcit— selbst da noch, wo sie cpisoden- hast vorüberhuschen— als durchblutete, beseelte Charaktere innerhalb ihrer standesmäßigen Typenhaftiakeit mit aller Wechselbezogcnheit von Stärken und Schwächen. Wöhrle geht, obwohk eine starke, von wurzelfester Welt- anschauung getragene Gesinnung dem Roman den Atem gibt, nicht mit Vorurteilen an sein Werk heran. Er verurteilt nicht, er wägt das Für und Wider ab, oder vielmehr cr erhellt in der Handlung und an den handelnden Menschen das Für und Wider in Sachen Jan Hus und seiner Lehre, ohne je ins Lehrhafte zu vorfallen. Es lag nahe, den Kirchenstreit, die aufdämmernde Reformation, die große Abrechnung mit einem faulen und verfallenden System in den Mittelpunkt eines Hus-Romans zu stellen. Wöhrle vermeidet es, seine Dichtung mit Erörterungen über die abstrakte Materie und mit dem Pomp der großen Politik zu belasten. Aber unter der Oberfläche eines gehetzten Tagesablaufs, der den Schlußstrich unter das Kapitel Johannes Hus setzt, lauern die geistige Auseinander- setzung und die große Politik allenthalben, und wenn sie, wie in der Unterredung zwischen der Eminenz und dem Domvikar oder in dem nächtlichen Selbstgespräch des Domvikars durchbrechen, so erfolgt diese Aussprache derart aus seelischer Notwendigkeit heraus und auf einer so hohen Ebene, daß sie ein hinreißender Träger der Handlung wird. In ihrer Größe erinnern gerade diese Szenen an Bernhard Shaws„Heilige Johanna". Wöhrle ist einer der wenigen zeitgenössischen Schnftstesier, denen die Sprache mehr bedeutet als � das alltägliche Ausdruck s- mittel. Hier in seinem Hus— der Stoff kam der Dichtung entgegen— wurde sie ein wesentlicher Bestandteil des Werkes. Allerdings werden einem gerade an Hus auch die Gefahren dichterischer Sprachformung klar. Trägt eine ungewöhnliche Sprache die Dichtung, so kann ein leises Aussetzen der Sprachkräft schon den Atem der Dichtung stören und ein fonnaler Einfall, der— einmalig— anpackt und überwältigt, wirkt— wiederholt— fast als Manier. Wöhrles Hus ist diesen Gefahren nicht verfallen. Er berührt nur einige Male die Grenzen. Oepere. Freitag, 11. Derernber. Berlin. 16.05 Erwin Ilachmann; Bobsport und Lake Placid. 16.30 Mozart: Fantasie und Sonate C-Moli(K.-V. 475 u. 457).(Flügel: Emma Lübbecke- Job.) 17.00 Pfadfipdcr im Heiligen Land(Herbert Dähn). 17.20 Bücherstande. Humor.(Am Mikrophon: O. Wöhrle.) 17.30 Dr. Eugen Nespcr: Zehn Minuten Funkhilfe. 17.40 Populäres Orchester-Konzert.' �..j 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Wiener Schrammelmusik. Original Dietrich-Quartett. 20.15„Paris um 1800". Manuskr.; Leo Matthias.(Ltg.: Edles Köppen.) 21.15 Tages- und Sportnachrichten. 21.30 Cellokonzerte. Berliner Funkorch. Solist: Caspar Cassadö. I. Martina: Konzert(Uraufführung). 2. Haydn: Konzert D-Dur. 22.10 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Stunde für die Winterhilfe. (Sprecher: Maria Fein und Günther Hadank.) Konzert d. Notständsorch. Königs Wusterhausen. 16.00 William Wauer: Arbcitstcchniken im Arbeitsunterricht.* 17.30 Mersmann; Hausmusik. Ic.00 Rcichsminister Stegerwald: Weltkrise und Sozialpolitik. 18.30 Prof. Dr. Otto RicCer: Giftgäse und Gasschutz. 18.55 Wetter"für die Landwirtschaft. 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 19.30 Hermann Hasenauer; Weihnachtsbücher. 20.00 New York: Kurt G. Seil: Worüber man in Amerika spricht. 20.15 Langenberg: Abendmusik und„Vasantasena". Heber die Löhne und Gehätter der Arbeiter und Angestellten nach der neuen Nowerordnung spricht Staatssekretär Dr, Geib heute Freitag, den II. Dezember, abends 7 Uhr, im Berliner Rund- funk. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Nerantwortl. filt die Reaktion: Rich. Bcrustti», Berlin; Anzeigen: Th. Berlin. Verlrm Borwärts Bering G.m.b.H., Berlin. Drult: Vorwärts B»ä' druckerei und Berlligzanstalt Panl Einger& t£o., Berlin Sffl BS, Linbenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. PROGRAMM! für die Zeit vom 11. bü 14. Dezember O-T A F PROGRAMM|| für die Zeit vom 11. bis 14. Dezember ü WELZ Potsdamer Straße 38 llo»«srv4? bat Bnb* mifliRcte F.nsiiftch. FriüT- Kamper». Paul Uörbigfor, Scota Söocland W. 5. 7, 9 I hr S. 3, 5, 7. 9 Uhr Rheinstraße 14 (An der Kais.-Eiche") I>Je xcbwcbcndc Jun�D'au mit S/:öke Szakoll, Dina tiralla. Fritz$rhu!z W. 5. 7, 9 Uhr S. 3, ö, 7, 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 Oer Koriprvli tanzt mit L/llian Ifarv-ey, Willy Fritseh Für Jugendliche freigegeben! W. 5. 7. 9 Uhr S. 0, 5, 7. 9 Uhr Turmstraße 12 Oer KonarcO ializf mit I/illan llarvey. Willy Frifscli Für Jugendliche freigegeben! W. ö, 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Pa9*»QffO) Orr Koiu-rrtt tanzt mit Llllan llarvey, Willy Frltf«;h Für.Lug? ud Ii che Crcdgegcfccn Den ganzen Tag geöffnet bonp-tag. ab 3 Uhr c Westen Primus-Palast Potsdamer Str 19 Fcke Marg.ir�lenstr. I>rr S�rhlvnilbl mit Furt Hoi«. I:tH Kind und die Welt dich; Schlüter-Theater l-ffou Schlütcrstr. 17. Stg. 3 Uhr Jgdvorst. Jfeinc Frau, die If ochstaplorln mit Xazxy. Rühmann.— 5. Ffa- Kaharett m. Arno, Sabo, Wcrk- nioisfer Atrium Beba-Palast Kai-jcrailee. Ecke Berliner Straße W. 7, 9%. Sbd. u. Stg. t. 7. 91.4 Uraufführung: LuIäc. Königin > on Preußm mit Ii. Porten. t-uat. KrOndjcon«. Hei- Fehd- mer, W. Ciaidaron.— Regie: Carl Froehlich.— Tonfllmbeiprogrr. W Schöneborg M Titania Schöneberg u; Hauptsir. 49 SonnUgs 3. 5, 7. 9 Uhr Tonlustspicl: Reserve hat Ruh mit Lneie. Knaliseh, Fritz Kampers.— Ton bei propra mm Franziskaner Fuh�vVm. Gcorgenslraßc(Ecke Friedrichslraße) 9. 12. 3. 5. 9 Uhr Her brave Sünder mit ÜIux Pallenbefir 10.30. 1.30, 4,30. 7.30, 10.30 Uhr Mary« Start in die Ehe (Ich bteib bei dir) lustiges Fihnspjcl mit Jenny Jug:o, Hermann Tliäinijg "Wochen- und Kultnrschav tL_____ Moabit§ Artuskof W ab 6.30 ü. Sonnt, ab ö U, Ferlebercer Sir. 23 GroßtonUlip; Der brave Sünder mit 51. PoHenberir. DoIIj- H»a*. — Gr. Tonbeiprogramm Alhambra W. 5, 7. 9 Uhr St. 3, 5, 7, 9 Uhr Hauplslr. 30 Krimina! tonfilm; Alarm nm Mit ternaeht(Hilfe. Ueberfall). Bühne. The great 31c. Xally, Exzentriker W» t e g 1 1 1»"b Titania-Palast Sieglitz, Schloßstr. 5, EckeGutsrauthsslr. ürauffuhfuhg; fMe I lebestlliale mit Anny Ahler«, Johann Ble- mann, P. Weatermcler, Lotte \eunionn.— Tonfilrobelprogrr. Ab Montag: Der verjüngte Adolarj Friedonou Wochtgs 7. Q. Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 05. Sonnab., Sonnt. 5, 7,? Bomben aof Monte Carlo mit Han« Alber«, Anna Sten.— Beiprogramm W Iehlen«Jorf-Mitte A 7]* Beginn tägl. 5.. 7. 9 Uhr Itlill''Stg. 3 Uhr Jugeüdvorstcll. Potsdamer Str. 50 Ausbruch au» 8lnx-8lnx(Menschen hinter Gittern) mit Heinrich ticorgc.— Beiprogramm W HarlendorP /Lf„ r•Mariendorfer W. 6Vj, 9 U. mU'Ll TonllcbtapicIc�So. ab 5 U. Chausseestr 305 Großtonfilm: Die Pranke mit Ch. Su»a.— Das verlorene Paradies mit Otto Wallburg Knrfnrct Wo- 7- 9 u- So 7' 9 u- IxuTIUTSl Stgs. 3 Uhr Jgdvorst. Dorlstraße 22, Ecke Berliner Straße Der Herr Bürovorsteher(nach dem Bühmcnw. Konto X) mit Felix Brcssart.— Tonbelprosrramm Jugendliche haben Zutritt! Tfnnlt Tägl-». 7. 9 Uhr. I IVO II sigs. 3 Uhr: Jugendvorstcll. Berliner Straße 97. Der große BcrgwcrktOT-film; Kameradschaft.— Tonbeiprograram Jugendliche Zutritt W Wulcaun W Mercedes-Palast Hermannslr. 212. Wocb. OVs, 9, Stg. ab 3 Wer nimmt dl© Triebe ernst? mit Ifax Hansen. Jenny Juco. Bühne: Gastspiel Ben Derlln Tanjfo-Orc bester Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1. W. aböH.So.ubSlL» U. 10»>proz. Tonfilm: fitn aussekorh- ter Junge fnil Miecrfr. Arno.— �farys 8tart in die Ehe mit Jenny Jugo V«Qd»w» Theater am Moritzplatz Beg. Wo. 5, 7. D, Stgs. ab 4.30 Uhr Das Schönste: Tabu(Verbotene Liehe).— Acht Tax© Uebe mit Dina Gralla, Alexander /T« Am Görlitzer Bahnhof rilmeCR w. ab k'.-. Stgs. ab 3 Dienst ist Dienst mit Eueie Engrlisch, F. Schulz. Roberts Auf der Bühne; Georg: E Schmidt mit Ensemble Luisen-Theater Beiche-nberger Str. 31. Zwei gute Tonfilme; Kyritz-Pyritz mit Ulax Adalbert Ton&chanspiel: Wo die Wolga fließt mit L. Vclez Primus-Palast Am Hermannplatz, Urfcanslr. 72/76 Der Herr Bürovorsteher (Konto X> mit Felix Bressart. Bühnenschan.— Jugendl. Zutritt Kukuk Wochent. 6.45, 9 Uhr Stg. 3. 5, 7, 9 Uhr Kotlbusser Damm 92 Jeder fragt nach Frika mit I ya Mlara, Ernst Vercbes.— Ton bei propra min Frr/y/einr Wochent. 6.15,? Uhr IJZCeiSlOr stg. 3. 5, 7. 9 Uhr Kaiscr-Fricdrich-StraOe 191 IVurra. ein Junzxe mit Ralph A. Roberts, Max Adalbert.— Ton beiprogrramm Sonntag 3 Uhr: Jngcndvorslellung Stern, Hermannstraße 49 Sonnt. 3, 5, 7» 9 U. Wochtg. 6.45, 9. U. Ein austife.koehter Junsre mit Siegfr. Arno.— Tonbeiprogr. J SdcIwSsfRi�* g Lichtspiele Südwest Blüchcuitf. 12,. Tonirustspicl: Kyritz-Pyritz, fidele Singerfahn. mit Jfex Adalbert.— Tonbefnrofirramm— Tontrochc Stella-Palast S; Vt c Köpenicker Straße 12—14 Nur noch bis Montag Der Herr Bürovorsteher mit Felix Bressart, Hermann Thl- niig, Hargot Walter Auf der Bühne: Varieteschau Jugendliche haben Zutritt Deatsch-Amerik. Theater Köpcnickcr Str. 68 Bcg. 5, Stg. ab 3 U. Der Ronpreß tanzt mit LJIIan Harvey. Fritsch, Dasrover,— Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Nordost«n J7Ii'*3r*rr»** Prenzlauer „Uysinm Allee 56 W. 6.15. 7. 9.15. So. 3.1o. 6. 7.15, 945 Die Pranke mit 1 harlotte Susa. — Bühne: Kapelle O. Kermbach. — Foxtonwochc Flora-Lichtspiele Wochent. ab 5 Uhr, Sonnt, ab 3 Uhr Der Kongreß tanzt mit Lllian Harvey, Fritsch, Lil Dagover Jugendliebe haben Zutritt ■ 0*ten» Germania-Palast Frankfurter.Ulec 314 Wochtgs. 6.30, Sbd. 5, Stg. ab 3 Uhr Großer Tonfilmschwank: So'n Windhund mit ]*ax Adalbert, R. A. Roberts. Lueic Engrlisch, J, Riemann. Beiprogramm Große Bühnenschau Lana-Palast Whr Gr. Frankfurter Str. 121. Tonn och© Kameradschaft mit Kamper», Granaeh, Busch.— Femer; Tönende Welle Schwarzer Adler Auec'w W 5. 7. 9 Uhr. S. 3, 5. 7. 9 Uhr Solang: noch ein Walzer von Strauß erklingt mit ZI Pandler,: Gustav Fröhlich-— Tonbeipr. Gr. Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Viktoria-Theater Frankfurter Allee 48. Wochent. ab 5 Uhr, Sonnt, ab 3 Uhr Großtonfilm: Das Konzert(Geliebte für einen Tag) mit O. Tsrhechowa, O. Karlweis WeiQ«nsee Harmonie Langhansstr. 23 Rericc in Flammen mit I�nls Trenkcr.— Tonbciproxramm. Montag: Der WeL ins 1/cbcu. Der russische Großtonfilm Jugendliche Zutritt Kino Busch|&tÄSnVb S Alt-Fricdrichsfeldc 3 IDOprorcntigcr Tonfilm: Die g:ro5e Attraktion mit Rieh. Tauber. Slcgrfr. Arno.— Beiprogramm. Jugendliche haben Zutritt! 1 Wor«««n"b Alhambra �ÄÄ36, W. 5. 7. 9 Uhr. 5. 3. 5. 7. 9 Uhr Der Kontrreß tanzt mit I�ilian Harvey, Willy Fritsch Jugendliche Zutritt Pharas-Lichtspiele MüUcrstr. 142 Täglich 5. 7. 9 U. Großes Tonlust spiel: Hurra ein Jungro mit Ralph A. Roberts. Hax Adalbert, Luclc F/n�lisch, Fr Schulz.— Tonbeiprogramm.— Ton woche ■ Pankow» Palast-Theater iTt Iii Breite Str. 21a. Großlontilm: Der große Pabstfilm: Kameradschaft mit A. Oranach, Kam pers u. a. m. Tivoli Zentrum Neue Philharmonie Köpenicker Str. 96 Bühnenschan Opernredoute mit I iane Haid. Ggr. Alxander, Ivan Pctrovich. Beiprogramm W Baumunulenweg R Lichtspielhaus aJ.fs.*' Baumschulenwcg 78. Stgs. 2: Jgdvorst. 2 Großtonfilm e: Der brave Sünder mit 3f»x Pallenberg.— Auf Tiffcrjlagd in Indien.— Ton belprosrramm Treptow-Sternwarte ScDcai. 3 u. S Uhr, StJ. 1, 6, 8 Uhr Tiere»eben dich an,l b Filmpalast Tegel lÄT Wochent- 6, Sonnt. 4.15 U. lOOpror.ent. Tonfilm; Gesanevereiu Sorerenfrel mit R A. Roberts. Gutes Tonbeiprogrramro V****** Film- Wo. 6. 8.30 LHir IxOSsitOS Bühne So. 4.15, 6.30, 8.45 Hauptstr. 6 Großes Torihistspiel: Wer nimmt die Diebe ernst f m. 31. Hansen. Beiprogramm.— Bühne: Tenor Römer Filmpalast s5t. X, EerUncr Stf.£P. lOOpror. TtMrfiüf: LleVesIied mit B- Hüller. 6a«» Frahllch.— Störmleeh die ITeeht föelloge Freitag 11. Dezember 1931 SprKbmS SfuUaulgaSe Ai IbteasA Drama unterwegs—' und ein Autor, der sich nicht wiedererkennt— Von Heinrich Heining Möglichkeiten. Drei Wege führen ein Drama zum Theater: der private, der halbprivotc und der legendäre. Der private Weg ist in zwei Fällen gangbar: erstens, wenn der Autor mit dem Direktor verwandt, verschwägert oder durch finanzielle Fäden verbunden ist; zweitens, wenn der Autor, ein willkürliches und unwahrscheinliches Exempel, eine Koryphäe zur Schwiegermutter hat und ihr, des Familicnglücks und der Kunst halber.eine massive Rolle auf den zarten Leib schreibt. Der halbprivate Weg hat eine Kurve, an der einige Männer stehen, die entweder im Bühnenverlag oder im Theater- büro nicht ohne Einfluß sind. Dieser Einfluß, wvscrn der Autor ihn sich dienstbar machen will, setzt Ausfluß an Spesen voraus. Dichter sind meist dieses Ausflusses unfähig und müssen sich somit die Benutzung des Einflusses versagen. Sie gehen den dritten, den l e g e n d ä r e n W e g. Er ist fast ungangbar, sein Ziel meist illusorisch. Er führt den Autor, bar aller privaten oder halbprivaten Schrittmacher, über den Bühnen- vertrieb, der Zentrale für dramatisches Gcistcsgut. Wir wollen uns mit dem Schicksal eines Dramas befassen, das, ein Wunder der Zeit, auf diesem Wege seine theatralische Sehnsucht in einer Provinzstadt erfüllt sieht. Spedition. Im Bühnenverlag treffen sich, frisch dem Geklapper der Schreibmaschine oder dem sanften Druck der Füllfeder entronnen, die fertigen Dramen, türmen sich, einem Papierlagcr gleich, zu hohen Stapeln und lagern nun in friedsamcr Gemeinsamkeit. Dieser Lagerung folgt dann eine weitere Lagerung. Endlich, nach noch- maliger Lagerung, tritt der Lektor in Auktion, einer jener xo- glücklichen Menschen, deren Beruf es ist, zu lesen, zu lesen und zu lesen. Selbstverständlich gilt auch für diese Tätigkeit die Nachhilfe der Routine, und ein geschickter Lektor vermag durch Stichproben schnell zu ent- und unterscheiden, ob Stoff und Form des Dramas seine sofortige Rücksendung in des Schöpfers chand, weitere Lage- rung oder eine Vertiefung des kritischen Bemühens empfehle». Hat aber, in gesegneter Stunde, der Lektor ein Stück gefunden, dessen Eigenart, nach dem Gutdünken des Prüfers, ein Geschäft verspricht, wandert es zwecks Vervielfachung erneut in die Schreib- Maschine. Die Manuskripte werden dann an die Bühnen versandt. Die Spedition hat ihrer Pflicht genügt. Das Drama ist unterwegs. R o t st i f t. Es ist eine bekannte Tatsache, daß, wenn es sich um Dinge der drämatischen Technik oder Aesthetik handelt, hundert Sachverstän- dige hundert Meinungen haben.(Der Zcitzahn, von Aristoteles bis Alfred Kcrr, konnte an dlesfm Gcscg nicht nagcn.h Wenn nun die spedierten Dramenpakcte'in den'Thcaterbüros, nach gebräuchlicher Lagerung, geöffnet werden und skeptische Dramaturgen sich der Stücke annehmen, geschieht etwas, was wir erstens nicht er- wartet hätten, was aber zweitens auch unserer Schilderung wenig dienlich ist: sie schicken sie zurück. Da wir aber weiterkommen müssen und zudem Freunde junger Talente sind, machen wir die fast illusorische Unwahrscheinlichkcit zu einer frohen Tatsache und sehen, Zeugen eines denkwürdigen Vorganges, den Dramaturgen lächeln. Cr sagte nicht etwa: Das Stück ist gut. Er sagt: Das Stück ist M i st; aber wenn ich die Hälfte streiche, einige Szenen umstelle, die Aktschlüsse ändere und die Dialoge frisiere, wird es, zur Not, gehen. Also spricht der Dramaturg, zückt den Rotstift und beginnt. Es ergibt sich nun ein ganz seltsamer Tatbestand. Gerade die Stellen, die der Autor für die wirkungsvollsten und wichtigsten des ganzen Stückes hielt, sind nach dem Urteil des dramaturgischen Chirurgen unmöglich: umgekehrt aber findet er einige Szenen ganz brauchbar, deren Wert und Zweckmäßigkeit bisher der Dichter angst- voll bezweifelte. Das Stück verwandelt sich. Die Form nähert sich den Notwendigkeiten des praktischen Theaters. Der Dramaturg freut sich seiner Zauberkunst und wittert, dank seiner Arbeit, einen Erfolg. Der Dichter hingegen verzweifelt, empfindet den Verlust des kleinsten Satzes oder die geringfügigste Umände- rung fast als einen physischen Schmerz und droht, das Stück zurück- zuziehen. Er tut es aber nicht. Regie. Das gerupfte, umgebaute, neu gefüllte Draina wandert nun in die R e g i e s i tz u n g, wo sich interessante Debatten entspinnen. Der mit der Inszenierung beauftragte R e g i s s e ur macht deren Uebcrnahme davon abhängig, daß die unmögliche Handlung des unmöglichen Stückes umgekrempelt wird. Dann schlägt er die Rollenbesetzung vor, die, wie übrigens auch die Zeitvcrpflanzung. ein geringschätziges Lächeln des Dramaturgen herausfordert. Dieser resigniert im weiteren Verlaus der Sitzung, da ihm, gemäß der Natur der Dramaturgen, das alles zu dumm ist. Die D a r st e l l e r erhalten ihre Rollen. Mit den kriegerischen Auswirkungen dieses winzigen Vorganges innerhalb des Ensembles können wir uns nicht befassen. Sie sind furchtbar und finden ihren Ausgangspunkt bei allen den Mitgliedern, die nicht in einer tragen- den Rolle des Stückes beschäftigt sind. Die Proben beginnen. Die Arrangierprobcn verlausen um so lebhafter, als der Regisseur zu seinem Entsetzen bemerkt, daß alle seine Schauspieler eine Auffasiung von ihrer Rolle haben, die seine Regieabsichtcn auf den Kopf stellt. Also gibt es Krach. Er ist geräuschvoll und hartnäckig. Der Hauptdarsteller droht, seine Rolle niederzulegen. Er tut es aber nicht. Inzwischen tut im Atelier der Bühnenbildner das Seine. Der Regisseur hat mit ihm genan die räumlichen und dekorativen Bedingungen der Inszenierung besprochen.(Die Besprechungen Regisseur— Bühnenbildner sind niemals eintönig, da der Regisseur stets den Bühnenbildner, der Bühnenbildner wiederum den Regisseur für ahnungslos hält). Wenn nun Stadt, Wald, Feld und Wiese nach Ansicht des Bühnenbildners mit struktivem Elan und färben- technischer Bravour auf Leinflächen gezaubert, auf die Bühne trans- portiert werden, um sich ihrer bildnerischen Funktionen zu erfreuen, findet der Regisseur, daß alles unmöglich ist. In Wirklichkeit findet er das natürlich nicht. Aber es ist am Theater ein Prinzip, zu- nächst alles unmöglich zu finden. Der Regisicur droht, die Inszenierung einem Minderbegabten Kollegen zu überlasten. Er tut es ober nicht.________ Auch die Darsteller haben sich nunmehr, trotz der unmöglichen Regieauffassung, in ihren Rallen gefunden. Man probiert längst ohne Buch, die Souffleuse hockt zischend im Kasten, Scheinwerferlicht irrt suchend auf schillernden Prospekten, die Hauptdarsteller agieren in Kostüm und Maske: das Drama nähert sich seinem Ziele. Das geschriebene Wort gewinnt tönenden Klang, die erdichtete Szene räumliche Gewandung, und die vom Dramaturgen umgemodelten Aktschlüsse beweisen ihre Wirkkrast. Generalprobe: alles unmöglich: Krach: Wcinkrämpfe. Der Intendant droht, das Stück abzusetzen. Er tut es aber nicht. Am Ziel. Der Kenner wußte bereits nach dem Tumult der General- probe um den Erfolg. Krach bei der Generalprobe ist heilige Garantie für eine erfolgreiche Aufführung. Der laute Beifall des Publikums oerscheucht den Kummer eines Rlanncs, der weinend im Hintergrunde saß, weil er sein Stück nicht mehr erkannte. Fazit: Erfolg. Der Bühncnvertrieb triumphiert ob seiner Entdeckung, der Lektor wußte es sofort.der Dramaturg pocht auf die Kunst seines rotstreichenden Zauberstabcs, der Registeur sieht, nach Betonung der Unmöglichkeit des Stückes, in seiner allein möglichen Inszenierung die Ursache des Erfolges, die Darsteller, jeder natürlich für sich. erklären energisch und akzentuiert den Triumph aus den schöpfe- rischcn Kräften ihres Gcstaltungstricbcs, die Souffleuse lobt sich beglückt für chre rettenden Eingriffe in gefährlichsten Situationen, der Verwaltungsdirektor zählt, im Geiste und pränumerando, die Silbcrlinge der nächsten dreißig Vorstellungen. Der Dichter aber schüttelt das talentierte Haupt und wandelt fürbaß in Fröhlichkeit, weil das Stück gefiel, in Zweifeln freilich, ob überhaupt das Stück von ihm war, in der Hoffnung aber, sein nächstes Drama in der von ihm konzipierten Urform aufgeführt zu sehen. Fröhlichkeit— Zweifel— Hoffnung: der verzehrende Dreiklang dieser Gefühlsmischung tönt, seit Ewigkeiten, in des Dichters Welt. England— Lx Das Fazit einer Reise Der fremde Besucher, der nach England kommt und nichts oder fast nichts von England weiß, der mit offenen Augen der Neugier alles betrachtet und aufnimmt, der mit Staunen eine sich überall auswirkende und fast geheiligte Tradition wahrnimmt, der seine kontinentalen Begriffe und Vorstellungen nach und nach korrigiert und allmählich nur und zögernd Unvereinbares findet und in seiner Begriffswelt bisher Zusammengehörendes reinlich trennt, kommt doch mit einer festen Vorstellung in ei» Land, das vielen von uns auf einem Gebiete von„klassischer" Bedeutung ist: er verbindet den Begriff„E n g l a n d" sofort mit dem Begriff„S p o r t". Und in der Tat nimmt ja der Sport als ein Teil der englischen Lebens- form, die der Kontinent im Lause der letzten Jahrzehnte von Eng- land übernonimen hat, eine hervorragende Rolle ein. Die englische Lebenshaltung, durchaus und im besten Sinn„bürgerlich", konnte naturgemäß nur von einer kleinen Schicht übernommen und nach- geahmt werden. Aber ein Teil dieser Lebensform war allen zugänglich und wurde alsbald, da er einem Bedürfnis der Zeit ent- gegenkam, mit Begeisterung und hemmungsloser Hingabe akzeptiert. Die großstädtischen Massen fanden im Sport ein Gebiet, in dem sich die verbindenden menschlichen Instinkte nicht nur ausleben. sondern austoben könnten. Diese Bewegung hat ln ihrcm FckNkitismus fast ein religlgses Gepräge, und tatsächlich nimmt sie bei den Massen eine Art religiöse Ersatzstcllung ein(man beobachte das Publikum eines Sechstagerennens). Sie entwickelte ihre eigene Terminologie, und ausgeschlossen aus der Gemeinschaft der Sport- gläubigen ist nur, wer sich in ihrer Umgangssprache nicht verstän- digen kann. Hier ist noch der letzte Zaungast, der kleinste Knirps aus Berlin NN. ein Fremdsprachler. Denn wohl alle die geheimnis- vollen Worte und Abkürzungen find cnglisch-amerikanischen Ur- sprungs. Man tut gut daran, wenn man England entdecken will, mög- lichft oft sich auf Sportplätzen und bei sporllichen Veranstaltungen aufzuhalten. Nichts-damit-zu-tun-haben-wollen wird leicht als Snobismus ausgelegt. Natürlich gibt es auch Eng- länder genug, denän der Sport nicht ein Wert erster Ordnung ist, aber dann sind sie doch wenigstens nicht von den bekanntesten spart- lichen Vorgängen nicht so ahnungslos, daß sie nicht morgens in der Tram vom gestrigen Sieg der heimischen Mannschaft oder einem anderen das öffentliche Interesse in höchstem Maße erregenden Spiel sprechen können. Man nimmt sich die Morgenzeitung vor und sieht die Sportnachrichten durch, wenn man nicht als Außenseiter in einer Welt leben will, die aus der sportlichen Sphäre ethische und sittliche Forderungen und Verpflichtungen ableitet, die mit Vorliebe die Bc- griffe„kair" und„ibul" vom Sportplatz ins tägliche Leben— und auch in die Politik überträgt. Natürlich erkundigt man sich zunächst nach Arbeitersport- Organisationen. Aber man begegnet selbst bei Labour- genossen einem verständnislosen und nicht selten abweisenden Lächeln. Arbeitersportorganisationcn in unserem Sinne gibt es gar nicht.„Und warum auch? Was hat der Sport mit Politik zu tun?" fragte man mich, und es hielt schwer, den englischen Ge- Nossen aus der Leidens- und Heroengeschichte der deutschen Arbeiter- bcwegung, aus der feindlichen Stellung des Staats und der bürger- lichen Gesellschaft und nicht zuletzt der bestehenden Sportorgani- sationen selbst der aufkommenden sozialistische» Bewegung gegen- über die naturnotwendige Entstehung einer gesonderten Arbeiter- sportbewcgung zu schildern. Der englische Genosse begreift das nicht ganz, denn genau so wie das religiöse Bekenntnis kein Hinder- nis ist, sich irgendeiner Partei anzuschließen, ist auch die Partei- angehörigkcit kein Grund, diesem oder jenem Sportverein nicht bei- zutreten. Der Grund für diese Haltung ilt in einer auch heute noch weit- gehenden geistigen Homogenität zu suchen, wie wir sie, wenigstens seit der Entstehung des Proletariats, nicht gekannt haben. Gewiß gibt es auch in England Not und Elend aus der einen Seite (die sich ungeschminkter und grauenhafter äußern als bei uns) und das provokatorische Leben der Society, der oberen Zehntausend, auf der anderen Seite. Aber die Mittelschicht ist größer, sie schafft die gemeinsame Plattiorm, die— wie lange noch?— Demokratie, Parlamentarismus, überhaupt das Anerkennen gemein- samer Werte möglich macht, und unter diesen auch den Sport. So ist es zu verstehen, daß die verschiedensten sozialen Schichten in derselben Mannschaft vereint sind: hart- näckige und erbitterte politische Gegner auf dem Sportplatz friedlich nebeneinanderstehen und dem Sieger zujubeln. Und mehr noch: daß auch där organisierte Arbeiter so etwas durchaus in Ordnung findet und sich auch keineswegs entrüstet, wenn ein Genosse dem Werksportvcrein der Firma, bei der er beschäftigt ist, angehört. Unmöglich für einen klassenbewußten deutschen Arbeiter, in einem Werksportverein zu spielen. Er weiß ja auch sehr gut, daß es da in den ntaisten Fällen weniger auf den Sport ankommt. In England jedoch ist der Arbeiter sehr oft f a st g e z w u n- ort? Jawohl! — Von Richard Junge gen, wenn er sich sportlich betätigen will, seinem W c r k s p 0 r t- verein beizutreten. Denn— die größte Ueberraschung für den fremden Besucher— England, dieses klassische Land des Sports, hat keine Sportanlagen für das Volk. Man sucht vergebens die Stadien und Sportplätze, die bei uns auch kleine Ge- meindcn gebaut haben in der Erkenntnis, daß ein Sportplatz weniger Kosten verursacht, als ein Krankenhaus zu unterhalten. Nichts von alledem in England. Der Sport ist bis vor etwa sechzig Iahren das Privileg einer Oberschicht gewesen, und erst mit dem Entstehen der modernen Großstädte, des Proletariats ist er zu einer Angelegenheit der Massen geworden. Aber die aufkommende Sport- bcgeisterung fand keine oder nur ungenügende Möglichkeiten, sich in praktische Betätigung umzusetzen. Sa wurde der Sport zu einem kapitalistischen Geschäft von Berufsspielern und den Ver- mietern der Plätze. Und auch ein Geschäft für die Presse. Die englische Sen- sationsprcsse nicht nur, sondern jede Zeitung füllt einen großen Teil ihrer Spalten mit Sportnachrichten. Die gute Presse ist gezwmigen, mitzumachen— eine Frage ist freilich, wie weit das als Zwang cintzsyndetz wird, bei der. mnsassenden Bedeutung des Sports—, und für die Sensationspresse besteht das A Und O des Lebensmber- hÄtPt. itur im Sport, Bezeichnend dafür,- aber Mich für die H»NM»g der Leserschaft, aus die sie rechnet, war das Plakat einer eng- tischen Zeitung: Ein Sportplatz, das Spiel hat noch nicht begonnen, einer der Spieler springt vor Freude in die Höhe:„.Hurra, wir hoben gewonnen, es steht in der U)-News!" Erst allmählich wurden aus den zuschauenden Massen auch selbst Spieler. Das„Recht zum Spiel" wurde geradezu zu einer sozialpolitischen Forderung erhoben. Die Gemeinden bauten zwar keine Sportanlagen, aber sie stellten wenigstens ihre Parks und Wiesen zur Verfügung, und auf diesen primitiven Plätzen wird mit derselben Begeisterung und vielleicht mit mehr ursprüng- licher Freude gespielt wie auf dem vornehmen Lords Cricket Ground. Mit den herrlichen Anlagen d�r reichen Sportklubs oder auch mancher Plätze privater Unternehmer haben die Sportfelder der Massen wirklich kaum noch den Namen und nur noch den Zweck ge- meinsam. Aber manche„Arbeitersportplätzc" können sich sehe» lassen— das sind Anlagen von Werksportvereinen. Wer die S ch o- koladenfabrik Cadbury besichtigt, erhält zum Schluß nicht nur eine Schokoladenprobc, sondern wird auch noch mit einein großen Auto durch die Gartenstadt B o u r n v i l l e gefahren. Da geht es vorbei an herrlichen, gepflegten Plätzen für alle Sport- arten— übrigens Männer und Frauen getrennt—, und jeder im Betrieb Beschäftigte hat das Recht zum Spiel(über die Wcrksport- Organisation). Nicht alle Wcrksportanlagen sind so schön, aber mit dem Notwendigen versehen sind sie immer. Wie lange noch? Wie lange noch wird der sich auch in England immer zuspitzende 5klasscnkampf eine neutrale Zone gestatten, eine Sphäre, in der es keine politischen und wirtschaftlichen Gegner, sondern nur Sportsleute gibt? Platz für die brotlosen Junglehrer! Ein alter Lehrer schreibt uns: Lehrer müssen jung sein oder jung bleiben,. sonst leiden die 5tindcr Not! So ungefähr sprach Minister Grimme am 12. September im Landtag und legte damit den Finger auf eine gefährliche Wunde. Denn ein Viertel aller Lehrer ist zu alt geworden. Aber vor dem 66. Lebensjahre können sie nicht pensioniert werden, also muß man sie gütlich veranlassen, den Junglehrern Platz zu machen. Das würden sie auch tun, wenn nicht am 1. Oktober die älteren Lehrer(in Rektor- und Konrektorstcllen besonders) stark im Gehalt gekürzt worden wären, damit auch der nunmehrige Pensionssatz. Am 4. November wurde verordnet, daß vom 66. Lebensjahre an ohne ärztliches Attest die Pensionierung gestattet sei. Aber das verfing nicht bei der kurz vorher gekürzten Pension, die ohnehin so knapp geworden war und bei jeder kommenden Gehaltskürzung gleichermaßen weiter gemindert wird. In der nächsten Woche wird dem Landtag der II r a n t r a g 7982 vorgelegt, der anscheinend ähn- lichen Uebcrlcgungcn des Ministers entspricht. Es sollen n ä m- lich die alten Lehrer, die bis zum 31. Dezember 1931 den Antrag einreichen, noch nach dem Ge- halt vom 30. September 1931 pensioniert werden. Das wird helfen! Viele werden Platz machen, wenn auch diese Ver- günstigung nur. bis zum 65. Lebensjahr gilt, dem Zeitpunkt, wenn sie unter jeder Bedingung gehen müssen.. Rechnet man zu der Unter- stützung, die jeder entlassene Junglehrer erhält, die Ersparnis bei den Pensionierungen, dann kann nicht mal von einer Mehrausgabe gesprochen werden. Dafür ist aber Junglehrern ost und Kindernot behoben! Arbeiter-Rasenspiele am Sonntag Fußball »Vichiiges Spiel: Luckenwalde-Lichtenberg Vor einem entscheidenden Spiel steht Luckenwalde I am commenden Sonntag auf dem Platz am Bahnhof Stralau-Rummels- bürg. Erst vor wenigen Wochen mußten sie auf eigenem Platz den Lichtenbergern, die auch am Sonntag ihr Gegner sind, einen wichtigen Punkt überlassen. Ob Lichtenberg allerdings fetzt wieder so in Schwung kommen wird, wie in Luckenwalde, ist sehr fraglich. Die Niederlage vom letzten Sonntag gegen Butab spricht gerade. nicht sehr für die Mannschaft. Aehnlich wie den Luckenwaldern geht es auch Adler 08 in Pankow, Kissingenstraße. Die Pankower müssen hier gegen Minerva, die in der letzten Zeit sehr aufgekommen sind, spielen. Besonders wird sich der Sturm sehr zusammennehmen müssen, um bei dem sehr guten Torwart der Neuköllner Erfolge zu erzielen.— In Weißensee, Stadion Fauler See, erwartet der Freie Ballspielverein Weißen- s e e die T e l t o w e r Turner. So gut wie sich die Teltower zu Beginn der Serie anließen, so sehr haben sie aber auch nach- gelassen. Den Weißenseern dürfte es deshalb nicht schwer fallen, die Punkte für sich zu behalten. In den Bezirken finden fast ausschließlich Gesell- schaftsspiele statt: Storkow spielt gegen Frohe Stunde: Kogel gegen Eiche 2: Baumschulenweg gegen Südost: Wacker 30 gegen Südost 2; Dolgenbrodt gegen Eiche-Bohnsdorf: ASA.-Neukölln gegen Wacker 30 l: Oberspree gegen Friedersdorf: Charlottenburg gegen Elstal: Fohrde gegen Grebs: Kirchmöser gegen Trechwitz: Lichtenberg I 2 gegen Deutsch-Wusterhausen.— Einen interessanten Klub kämpf werden sich Eintracht-Reinickendorf und Hansa 31 liefern. Mit drei Mannschaften treten sie sich auf dem Sportplatz in der Scharnweberstraße in Reinickendorf gegenüber. Für die Hanseaten bedeutet dieser Kampf eine Probe für die kommenden Meisterschasts- spiele. Iugendmannfchaften: Nowawes gegen Brandenburg: Bprwärts-Wedding gegen Drewitz: Eintracht-Reinickendorf gegen Minerva: Minerva 2 gegen Wilmersdorf: Staaken gegen Lichten- berg I; Nowawes 2 gegen Normannia 2; Lichtenberg I 2 gegen Normannia 1. Schülermannschaften: Pankow gegen Freie Scholle: Nowawes gegen Drewitz: Capuch gegen Minerva: Zossen gegen Elstal. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften 14 Uhr: zweite Männermannschaften 12.13 Uhr: Jugendmannschaften 10 und 11 Uhr. tuunäJoaJUL/ Wieder sind am Sonntag in der ersten Klasse der Arbeiter-Handballer alle Mannschaften beschäftigt. Bei dem Spiel in der Abteilnug A zwischen Eiche-Köpenick und dem Kreis- meister Volkssport Wedding aus dem Eiche-Platz in der Wenden- schloßstraß« um 10 Uhr wird der Kreismeifter sehr hoch gewinnen. Auf dem Platz in der Laskerstraße am Bahnhof Stralau-Rummels- bürg stellen sich FTEB.-Osten und FT. Velten um 14 Uhr dem Schiedsrichter. Hier wird Osten auf Grund der besieren Hinter- Mannschaft sicher gewinnen.— In Nowawes, Priesterweg, hat Volkssport Wedding 3 gegen die dortige Frei« Turn- und Sport- Vereinigung um 14 Uhr anzutreten. Diesmal ist zu erwarten, daß Nowawes über ein Unentschieden hinauskommt.— Zum Rückspie! muh die FTGB.-Nordost nach Hennigsdorf fahren. Um wieder zu gewinnen muß Nordost in besserer Derfasiung alz am letzten Sonn- tag sein, denn die Freie Turnerschaft Hennigsdorf hat auch Sieges. absichten.— Die beiden vorgenannten Spiele beginnen um 14 Uhr In der Abteilung V stehen noch zwei Spiele der ersten Runde aus. So muß FTGB.-Süden Volkssport Wedding 2 mn 14 Uhr in den Rehbergen besuchen. Süden wird auch das letzte Spiel glücklich beenden, um ungeschlagen die Spitze einnehmen zu können. Erwartungsgemäß wird Wedding heftigen Widerstand leisten, so daß immerhin eines der interesiantesten Treffen zu erwarten ist.— Im Neuköllner Volkspark stehen sich um 14.30 Uhr Volkssport Neu- kölln und FTGB.-Nordring in der ersten Begegnung gegenüber. Nach den bisherigen Leistungen ist Nordring ein Plus«inzu- räumen.— Die FTGB.-Oberfpree erwartet in der Wuhlheide die Luckenwalder Sportler um 10.30 Uhr. Der eigene Platz dürfte Oberspre« zum Siege verhelfen. Bkzirtsilage Osten: TSV. Koulsdors gegen FTGB. Adlershof um U.1Z Uhr in Aaulsdorf.— FTGB. JSaumschulenwcg gegen Friesen-Fürstewalde e-.stspenii' um 10 Uh: im Plänterwald. p-ntck Ii um 13. Ui W»»W»>WW>____.... FT. Seiner gegen WWWWW Uhr in Erlner am Diimmerizsee.— FTGB Osten II gegen FTGB. Lichten berg um 11.13 Uhr Bödilerstraste.— Eiche-Bohnsdorf gegen 14 Uhr in Bohnsdorf.— FE. Oberfnree gegen FTV. Ttrau im Plänterwald.— FT. HgllHerge gegen SS. Rehfelde um 14 - kT. Wildau um Strausberg um 11 Uhr hr Platz am jof Rüdersdorf.— TSV. um 11 Uhr in Naulsdorf. Stralau II um 8.Z0 Uhr.„___..____ berg II um 11 Uhr.— FTGB. Osten III gegen FTGB. Adlershof II um 13.S0 Uhr.— Frauen: FTSV. Nowawes gegen FTGB. Osten um 14.10 Uhr in Nowawes.— TSB. Saulsdorf gegen Eiche-Bohnedorf um 10 Uhr In ltauls- dorf.— Eiche. stdoenick gegen Eintracht Mahlsdorf um 14.15 Uhr auf dem Eicheplatz.— FTGB. Lichtenberg gegen Athletil-Sport-Elub um 10 Uhr im Stadion. Spiel Lichtenberg«! Stadion. sehr schwer— FTGB. Nordring N gegen FT. Friedrichsthal um 1Z Uhr Platz Schönhauser Allee.— FT. Schwante gegen FTGB. Norden I»m IS Uhr in Schwante.— Bollssport Wedding IV gegen Snortoerein Moabit um 13 Uhr Rehberge.— ATB. Altruppin gegen ALB. Roi-Weiß um 15 Uhr in Alt- ruppin.— AEB. Weddtnq gegen FTGB. Norden III um 14-80 Uhr Plötz Rehberae.— Frauen: FSV. Relmckendorf gegen VoNssvort Wedding um 10.13 Uhr Scharnweberstraße.— FT. Kennigsdorf gegen Bollslvort Weddlng ll um 13 Uhr in Hennigsdorf.— FTGB. Nordost gegen FTGB. Nordring um 12 Uhr Schönhauser Allee.— ASB. Wedding gegen FT. Velten um 10.10 Uhr Platz Rehberge. Bezirlsllaffe Besten: Die»weite Serienhölfte wird mit dem Spiel Freiheit, Rathenow gegen FT. Bornstedt begonnen. Gespielt wird In Rathenow, Busch- »irlsllasse Besten: Die»weit, low gegen FT. Bornstedt beg stratze, 13 Uhr. Sonst treten noch FTSB. Nowawe« III und die Freien Schwimmer Fallcnfee um 15 Uhr in der Priesterftroste und Kleingärtner Eharlottenburg gegen FT. Potsdam um 13 Uhr im Bollspark Zungfernheide zusammen. Be-irlsllaste Lüben: Bollssvort Neulölln II gegen FT. Wilmersdorf um 13.20 Uhr in, Neulöllner Bollspark.— MTB. Sperenber, gegen FTGB. Süden II um 10 Uhr in SperenHerg.— FSB. Fichte gegen FTGB. Süden Iii nm 9 Uhr Rubensstraste In Schöneierg.— FTGB. Friedenau gegen TSB. Teltow nm U Uhr Ofenbacherstraße.— FTGB. Lankwitz gegen 3dA. um 11.43 Uhr in Lankwitz.— Frauen: Luckenwalde A gegen Luckenwalde 0 um 11 Uhr.— Luckenwalde B gegen Luckenwalde 1, Abteilung 2 um 11.50 Uhr in der Hetzheide. Hlodcey Der Arbeitersportvevein Rot-Weiß spielt gegen die Freie Sport- Vereinigung Pankow um 14.30 Uhr in der Schönhauser Allee: Rot- Weiß wird als sicherer Sieger erwartet.— Tennis-Rot 1 fährt nach Spandau, um gegen den dortigen Hockey-Elub zu spielen. Die Spandauer können spielen und werden den Gästen einen Sieg recht schwer machen. Beginn 14.30 Uhr, Wilhelmstraße(Exerzierplatz).— Der Athletik-Sport-Club 1 und der Gruppenerst«, Volkssport Neu- kölln-Britz 1 kommen in Neukölln, Stadionplatz 1, zusammen. Dieses Rückspiel wird mit das interessanteste des Tages sein. Im ersten Spiel siegten die Neuköllner ganz knapp und sie haben auch diesmal die besseren Aussichten. Beginn 14.30 Uhr.— Die Freie Turnerschaft Groß-Berlln, Tempelhof 1, und der Sportverein Moabit 1 treffen sich im Pflichtspiel um 10 Uhr, im Tiergarten. Beide Mannschaften treffen seit langem zum erstemnol wieder aus- einander: der Sieg ist ganz offen.— Der Männer-Turnverein Bernau I wird vom Spandauer Freien Hockey-Elub 2 erwartet um 13 Uhr in der Wilhelmstraße.— Die Freie Turnerschoft Groß- Beriin, Osten 1, und Tennis-Rot 2 spielen um 10.30 Uhr auf Platz Ost.— Athletik-Sportklub 2 gegen Freie Sportvereinigung Pankow 2 um S Uhr, Platz 1 Neuköllner Stadion.— Volkssport Neukölln 2 empfängt Sportverein Moabit 2 um 14.30 Uhr Im Neuköllner Station.— Tennis-Rot 4 und Arbeiter-Sportverein 3 um 11.30 Uhr auf Platz Ost.— Freie Turnerschast Groß-Berlin. Tempelhof 2. und Sportverein Moabit 3 spiele» um 14 Uhr in Manendorf— Die Jugend des Arbeiter-Sportvereins Rot-Weiß wird gegen Tennis- Rot 3 um 18 Uhr in der Schönhauser Allee antreten.— Die Frauen vom Volkssport Neukölln empfangen Tennis-Rot 1 zum Serien- spiel um 13.30 Uhr im Neuköllner Stadion, und Tennis-Rot 2 be- kommt den Besuch der Frauen aus Pankow um 10 Uhr auf Platz Ost Kleiner Sport von überall Rückkehr nach Europa. Nach Erledigung ihrer Sechstags- Verpflichtungen in Chikago und New Pork haben die Berliner Gebrüder Nickel mit der„Europa" von New Park aus die Heim- reise angetreten. Ihnen hat sich auch der Dortmunder Dauerfahrer Franz Düllberg angeschlossen, der an den Weihnachtstagen in seiner Heimatstadt an den Start geht und mit Tietz als Partner auch das Dortmunder Sechstagerennen bestreitet. Zum 10. Male Berlin— Pari». In der französischen Haupt- stadt erfährt am Sonntag der Fußball-Städtekamps Paris— Berlin seine Wiederholung. Bisher gewann Berlin sünfmal, Paris drei- mal; das letzte Spiel im April dieses Jahres in Berlin endete 6: 2 für Berlin. Fußballkamps Oxford— Cambridge 2: 1. Nach ihrem Rugbysiege am Dienstag behielten die Vertreter der Universität Oxsord auch im Fußballkampf über ihre alten Rivalen von der Universität Cambridge die Oberhand. Das am Donnerstag im Stadion von Stamford Bridge bei London ausgetragene Treffen gewann Oxford mit 2: 1 Toren, nachdem Cambridge bei der Pause noch mit 1:0 geführt hatte. Chmer-Äroschel im Brüsseler Sechstagerennen. Bei den vom 26. Dezember bis 1. Januar stattfindenden Sechstagerennen in Brüssel werden Ehmer-Kroschel die deutschen Interessen vertreten, nachdem sich die Verhandlungen mit Rausch-Hürtgen zerschlagen haben. Ehmer trägt sich mit der Absicht, in der kommenden Saison wieder hinter Motoren zu starten, er hat sich dazu bereits die Dienste des Schrittmachers Karl Saldow gesichert. Eine Zvprozentlge Ermäßigung der Sraflfahrzeugsteuer tritt am 1. Januar 1032 in der Tschechoslowakei in Kraft. Offenbar verspricht man sich dort von einer Senkung der Steuer eine Zunahme des Kraftfahrzeugbestandes. In Deutschland legt man im Gegensatz dazu aus die Höhe der Steuersätze größeren Wert als auf die der Steuereingänge. Fiskocke� der Arbcitersportlcr Am morgigen Sonnabend, ab 185� Uhr, finden auf dem Sport- platz„Wintermärchen", Franklinstraße 24, an der Gotzkowskybrücke, folgende Eishockeyspiel« statt: Ostring 1 gegen gegen Osten 1, Tennis-Rot gegen Roi-Weiß, ASC.-Vorwärts gegen Ostrtng 2. Osten 2 gegen eine kombinierte Mannschaft. Alle Spieler müssen um 18Z4 Uhr spielbercit sein. Die E i s l ä u s e r trainieren. Kursus- betrieb sür Anfänger, besonderes Training für Kunst- und Schnell- läufer.— Sollte Sonntag, 13. Dezember, Schnee es gestatten, so treffen sich die Skiläufer am Bahnhos Wllhelmshagen um 0 Uhr. Die Musik im ATSD. Die Funktionäre sind beim Ausbau Kürzlich fanden sich die Funktionäre der Musitorgani- s a t i o n des I. Kreises im Arbeiter-Turn- und Sportbund zu einer Aufbautagung zusammen. Nach«ingehender Schilderung des Standes der Mustkorganlsation des Bundes und des I. Kreises durch Oehlschläger fand eine ausgiebige, sachliche und erfolgreiche Aus- spräche statt. Es wurde beschlossen, daß alle Bezirke ihren Musik- ausschuß so zusammensetzen müssen, wie auch der Kreis-Musikaus- schuh zusammengesetzt ist. Die Spielleute und Bläser haben an den Kreis-, Bezirks- und Gruppenveranstaltungen der Arbeitersportler ohne jede Entschädigung teilzunehmen, wie jeder andere Sportler auch. Den Verwaltungen Ist es überlassen, bei etwaigen Ueber- schüsien in die Reise- oder Instrumentenkasse der Musiker eine Eni- schädigung zu geben. Das Kreisfest im Jahre 1032 findet im Juli in Luckenwalde statt. Die Bläserabteilungen der in Frage kommen- den Bereine werden abwechselnd die Vorführungen begleiten. Es wurde dann eine Entschließung angenommen, die besagt, daß die Musikorganisation des Kreises niemals der Turnersparte unterstellt werden dorf, weil sich die Musiker und Splelleute aus allen Sparten rekrutieren. Oberste Instanz für die gesamte Musik- Organisation könne nur der Kretsvorstand fein. Di« Uebungs- stunden der Bezirke werden wie folgt festgelegt: 1. Bezirk am 6. März 1082 Sternmarsch nach Erkner, 2. Bezirk am 14. Februar in Berlin, 3. Bezirk am 21. Februar in Rathenow, Turnerheim, 4. Bezirk am 13. Dezember in Jüterbog. Die nächste Kreisübungs- stunde soll Ansang 1032 stattfinden. Am Schluß teilte Oehlschläger mit, daß Verhandlungen mit dem HauptvStstand des Deutschen Musikerverbandes über das Musizieren stattgefunden haben. Di« Verhandlungen ergaben die Ausstellung folgender für alle Musiker des Arbeiter-Turn- und Sportbund«, verbindlicher Richtsätze: Die Vereine des Arbeiter-Turn- und Sportbundes sind ver- pflichtet, zu Musikausführungen aller Art in erster Linie Ange- hörige de, Deutschen Musikerverband«? zu nehmen. Bei Umzügen, sportlichen Veranstaltungen und geschlossenen Ber«inszusammen- künften können Vereinskapellen des Arbeiter-Turn- und Sport- bundes Verwendung finden. Verein« de» Arbeiter-Turn- und Sportbundes— auch solche, die Dereinskapellen unterhalten— sollen bei öffentlichen Veranstaltungen(Konzerten, Ball, Tanzmusik usw.) dl« Musiker durch den Deutschen Musikerverband beziehen. Zwischen den Lorständen der Ortsverwaltungen des Deutschen Musiker- Verbandes und den Leitern der Bereinskapellen des Arbeiter-Turn- und Sportbundes sollen zum Austausch von Musikern und zur Unterbindung de» gewerbsmäßigen Mustzierens der Dereinskapellen und deren Mitgliedern örtliche, paritätische Ausschüsse geschaffen werden. Alle Anfragen und Anschriften, die Kreis- oder Bundes- Musikorganisation betreffend, sind an den Obmann, Robert Oehl- schläger, Berlin N. SS, Nazarethkirchstr. 4S(Telephon Wedding 2977) zu richten. Fine Sonncnwcndfcicr Der Arbeiterschwimmklub„Neptun-Weißensee", der in diesem Jahre schon mit einer Reihe wohlgelungener Beranstaltungen an die Oesfentlichkeit trat, ladet seine Anhänger morgen, Sonn- abend, zu einer proletarischen Sonnenwendfeier im Weißen- seer Gesellschaftshau», Parkstr. IS, ein. In den vergangenen Iahren war es üblich, eine Wechnachts- feier zu veranstalten. Di« diesjährig« Sonnenwendfeier soll nun neue Wege zum Ziel« für«in bessere» Leben der Menschheit zeigen. Genosse Franz Künstler, der Vorsitzende der Berliner Sozial- demokrati«, wird in seiner Festrede diesen neuen Geist zum Aus- druck bringen. Der Volkechor Weißensee sowie König» Mandolinen- Doppelquartett füllen den künstlerischen Teil der Feier aus. Die Kindergruppe sowie die neugegründete Leichtathleten-Abteilung des Vereins warten mit Rezitationen und sportlichen Borführungen auf. Alle Parteigenossen. Gewerkschaftler und Freunde des Arbeiter- sports sind herzlich eingeladen. Beginn 20 Uhr. Eintrittspreis 50 Pfennig. Nach der Feier Beisammensein. - Line Fotoausstellung in Moabit Die Freie Photovereinigung, die dem Arbeiterlichtbildbund an- geschlossen ist. veranstaltet in der Zeit vom 8. bis 22. Dezember in den Räumen des Städtischen Bildamtes, Levetzowstraße 1/2, eine Photoausstellung, die einen Ausschnitt gibt durch das photogrophlsche Können der Mitgliedschaft. Die Ausstellung ist Werktags von 14 bis 20 Uhr, Sonntags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, jeder 500. Besucher kann sich eins der ausgestellten Photos auswählen. Das Boxprogramm für die Tennisballe Mit einem erstklassigen Sport in Aussicht stellenden Programm wartet der Unternehmer de» Ständigen Boxringe« am mar- gigen Freitag auf. Di« Veranstaltung, die bekanntlich nicht in den Spichernsälen, sondern in der Wilmersdorser Tennis- Halle in der Brandenburgischen Straße stattfindet, bringt drei deutsch-itallenische Begegnungen, von denen zwei Reoanchekämpfe darstellen. Leichtgewichtsmeister Franz D ü b b e r» will an dem guten R e d a e l l t für die vor Jahresfrist in Turin erlittene Punkt- Niederlage Revanche nehmen, und das gleiche versucht der frühere Weltergewichtsmeister Han» S e i f r i e d- Bochum an dem Italiener Farabullini. Der Hannoveraner Schiller hat den aus- gezeichneten Italiener Abrucciati zum Gegner, der Berliner Halbschwergewichtler Vogel geht mit dem Hannoveraner Troll- mann, von dem er schon dreimal geschlagen wurde, in den Ring, und im Einleitungskampf gibt der Berliner Stegemann gegen den Bremer P a u l k e sein Debüt als Berufsboxer. Touristen»« eel»„Sic Naturfreunde". Freilag, 11. Deiember. 20 Uhr. Estar. lottrnburg: Spreesir. 30:„Proletarische Kultur.— Faltboot. RBt.; Iohanni,. fttaftc 151 Samattterfrooen.— Stiti: Ctjauffeeftc. 48:„Die Stellung der Frau im Nationalsozialiameu».— Jugendgruppe Humboldthain: Paul. Ecke Wiesen, straße:„Hallo, hier Senberich Humbo".— Treptow: Elsensir. 3: Tlpenvortrag. — Pinetaplatz und Schönhauser Borstadt: Lortzing. Ecke Graunstraße:„Werden und Vergehen der Marlacnossenschast".— Sitdost: Wrangelstr. 128.— Photo .— Photo Neulölln: Berg- togemeinfchafi: Johannis- Wrangelstr. 128.— Ort,- grnppe Berlin, e.®.: Alle Genossen, die an der Einweihung des Gedenlsteine» für„Mar Sottschar" teilnehmen, treffen sich Sonntag, 18.~ am Bahnhof Finlenlru -syl. teilnehmen, treffen sich Sonntag. 13. Kartellbezirl.?ille Kartellvereine gehen Sonntag 'tlichen Schulen, Neulölln Treffpunli: Friedrich. Kar Ausstellung der weltlichen Schulen, Ncul! Eintritt frei.~" M Dezember, 10 Uhr, 18. Dezember, gehen Sonntag. 18. Dezember, zur blln, Teupitzer Strafte, Obdachlosen. Karl. Ecke Berliner Straße, tii Uhr. Sfaals fe. Itteafer Freitag, den tl. Desember staatsoper unter con Linden 20 Uhr Der fliegende Hollander ItutUtaiiiellin» OtniSannennarlt 20 Uhr Wallensieins Lager/ Die Piccolomlnl Sthiller-Thsater Uurlittnbgr}. 20 Uhr Die Mitsdiuliiigen Hierauf: Ballett JerStaatsoMr Reichshalien-Theater Ueads S Uhr, Sonntig nadrailttif 3'/, DI» Steltiner Sänger Der kranke Filegenpilz Ifadintttagi halb« Preise, nllu Pragrann! znagnerorllgnUllh Billigen Praiseni Slofle, Fabrihabfälie Hir Leib- und Bemväsibe "mir'Bf'if-ilf'iJSil'S'i-.MS.r' Kleider u:«! scldenslolle oller an Mechanische Feinweberel Adlershof A.-G. Poihsöühne TMar am Bdlovolati Gesclüessenl StaatL Schiller-Theater 8 Uhr lieMitsdiDidiseD Ferner: Bauen der Staatsoper Theater im Admiralsoalasi Täglich 8«« Uhr Die Dobarry mi' Gina Aipar Freies v. 0,50 M. an §iädi.Oper Charlottenburg BismarcksttaBe 34 Freilag, II. Dez. Turnus IV Anfang 20 Uhr Zar und Zimmermann -nele gegen 22.45 U Theater desWestens Täglich 8'/. Uhr De» Vogelhäadler Ablers, Jöken, Morrei, Carola. PrelulPljInv.illPl.a:, Sonntaa» 3. 5 u. 8'- Dar Voueinandler ««««>» HäWW OiQisdi» Ttieain Heute teschlossen. H e u t e 7Vi U h r Zum I. Male: Antonius und Cleopatra von Shakespeare Oebersetzl van hl» Rothe Regia: Baiaz Hilpert Theater am Nillendockplati Sigii: Hein: Sj tioberz Täglich SV. Uhr Sonntag 40« Uhr Gasparone Sonnabend 4 Uhr Rnedil Ruppredits Fahrt los Hlrdisolipil Win er- Mantel feachö Form, r®lno Wolle Frauen-HAnt«! größte Weiten 49.— 38— loden. MBntaS In allen Welten 39.— 89.— Maßanfertigung besondere für atürkere Damen Oamenmäntel- Fabrikation und Handlung Paul link.R:Ä:s-.se.? ISA" 29.- 17." Lichterfeider Festsäie XeKalreendorter SdraO« S O«lcontosii OMo Sdnlllind Telephon; LtehierfeMe 0 3 1444 Festiüle für 1500 Personen mit meliere eiiqeiidititen Caltoen fOr Teren- t/ üotoiiisäls/ Vteinszimmer foi 20 bis 300 Personen