Nr. 157. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Bfg. fret n's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzeile oder beren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonne und Fefttagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Be. 1508 Belegramm- Adrese: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der neue preußische Handelsminister. = Mittwoch, den 8. Juli 1896. " Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3: Führungsattest, das die Polizeibehörden auszustellen| Material gehabt oder daß er etwas eingewendet hätte gegen haben und in dem sie bescheinigen müssen, daß der Ge- die niedliche Gepflogenheit in Breslau, die wir im Frühs nannte seither weder an sozialdemokratischen Bestrebungen jahr 1893 aufdeckten, daß Polizeipräsidium und Eisenbahnsich betheiligt hat noch 3. 3. Anhänger der fraglichen Direktion behufs Signalisirung sozialdemokratischer BerNur der kann mit Erfolg Sozialpolitik treiben, der Tendenzen ist", eine Bescheinigung, die sogar manchen sammlungen und Kontrolle der Eisenbahnen in auch das Vertrauen der Arbeitgeber hinter sich hat... Polizeibehörden über den Span geht, wie wir im November engster Fühlung standen. Warum sollte Herr BreFürst Bismarck hatte stets darauf gesehen, daß die Taschen vorigen Jahres mittheilen konnten, weil uns ein Attest vor- feld als Unterstaatssekretär im Eisenbahn- Ministerium der Unternehmer auch gefüllt waren.. Diese und ähnlag, auf welchem die Hochwohllöbliche die fragliche Stelle daran Anstoß nehmen, da er ja im selben Jahre die liche Säße begleiten in dem Organ der rheinisch- westfälischen kurzer Hand durchstrichen hatte; und dann die Vor- plötzliche Entlassung des Schloffers Kade, der 13 Jahre Bechenbarone, in der Rheinisch- Westfälischen Zeitung", den haltung bei Diensteiden", in der es heißt:„ Wer für die Eisenbahn gearbeitet hatte, und des Drehers Abgang des Herrn von Berlepsch mit seiner weinerlichen sich solchergestalt als ein gewissenhafter, redlicher Diener des Kochanek durch das Betriebsamt in Neisse stillschweigend Sozialpolitik" und das Vorrücken des Unterstaatssekretärs Königs beträgt und mit unwandelbarer Treue unermüdeten guthieß, obgleich die beiden Fälle damals alle Blätter beBrefeld an die Spize des preußischen Handelsministeriums. Diensteifer bekundet, kann sich des göttlichen Segens und un- schäftigten, weil der erstgenannte nichts verbrochen hatte, Jene offenen Aeußerungen schöner Unternehmerseelen könnten ausbleiblicher Belohnung in dieser oder jener Welt versichert als die Betheiligung an einer unpolitischen gewerkschaft als kompromittirend für den neuen preußischen Handels- halten. Die Rhein.- Westf. Ztg." mit ihrem Vorwurf der lichen Versammlung, und der letztere nichts, als die Abminister erscheinen, wenn sie nicht thatsächlich genau dem weinerlichen Sozialpolitit" an die Adresse des gegangenen gabe bestellter Beitungsblätter an Eisenbahnarbeiter, sozialpolitischen Programm desselben entsprächen. Herr Handelsministers fommt etwas in die Klemme bei dieser während er selbst als armer Pole weder lesen noch Brefeld ist nicht umsonst der Nachfolger des Herrn von Berlepsch. Reminiscenz: sie müßte denn den salbungsvollen und schreiben konnte. Schließlich verdient aus der eisenbahnWir fußen bei dieser Behauptung nicht auf die erschütternde pastoralen Ton der„ Borhaltung bei Diensteiden" auf ein- lichen Amtsperiode des jetzigen Handelsministers noch der Nachricht, die ein Berliner Reporter aufspürte und nach mal für weniger- weinerlich halten, weil, nun weil es stramme Erlaß des Essener Direktors Grünhagen gegen der Herr Brefeld einmal nationalliberaler Wahlmann war. fich eben nicht mehr um Herrn v. Berlepsch handelt die Stations- Assistenten- Vereine vom 3. August 1893 und Wir sind auch nicht geneigt, allzu großes Gewicht auf die Auch die zahllosen Proben dafür marschiren vor unserem das interessante Rundschreiben vom 13. Februar 1894 Er Thatsache zu legen, daß der neue Handelsminister aus einer Geifte wieder auf, wie die dem Unterstaatssekretär im wähnung, das direkt aus dem Berliner Ministerialbureau westfälischen--Apothekerfamilie stammt und würden es preußischen Eisenbahnministerium nachgeordneten Betriebs- an die königlichen Eisenbahndirektionen ging und ausdrück als unverzeihlich ansehen, wenn jemand sagen wollte, der ämter und Eisenbahndirektionen die Konsequenzen aus lich feststellt, daß die Eisenbahnarbeiter für die durch Ausfamiliäre Zusammenhang mit den Neunundneunzigern" der Vorhaltung" mit mit ihrer christlichen Vertröftung übung ihres Wahlrechts versäumte Arbeitszeit" wohl eine hätte bei Herrn Brefeld kapitalistische Spuren hinterlassen auf die unausbleibliche Belohnung in jener Welt" für Lohuvergütung" zu erhalten haben, aber nur bei den müffen. Nein tragen wir dem neuen Handelsminister dieses irdische Jammerthal gezogen haben: jene Breslauer Landtags- Wahlen, beileibe nicht bei den Reichstags- Wahlen seine Herkunft aus der profitreichen Kreuterstube nicht geheime" Verfügung vom November 1891, in der be- mit dem so unangenehmen geheimen Wahlrecht eine Ernach und halten wir uns an dasjenige, was er als stimmt" wurde, daß eine Herabsetzung der Lohnfäße innerung, die uns interessanter dünkt, als daß Herr Brefeld preußischer Ministerialbeamter geleistet hat; vielleicht genügt sowohl wie Verminderung der Arbeiterzahl möglich" sei, selbst einmal nationalliberaler Wahlmann in Berlin war, es vollauf zu seiner Charakteristik. oder das Schreiben der Direktion Frankfurt a. M. vom ob mit oder ohne Lohnvergütung, ist uns unbekannt. Die Offiziösen der Ordnungsblätter sind hier wie Dezember 1894, in welchem sich die preußische Staatsbahn Geschahen aber alle diese Dinge, deren Duldung sicher anderswo unsere unfreiwilligen Wegweiser. Die Na liebevoll bei den Privatunternehmern erkundigt, ob sie nicht die beste Garantie für eine erfolgreiche Uebernahme des tional- 3tg." hats erzählt und andere haben's bestätigt, daß vielleicht noch niedrigere Löhne zahlen, als der preußische preußischen Ministeriums für Sozialpolitit" der neue Handelsminister während seiner Thätigkeit im Fistus, an die man sich anschließen" tönne, wie es der ist, nur mit dem nur mit dem stillschweigenden Einverständniß des Eisenbahnminifterium bei der Ordnung der Kranken- und frühere Vorgesezte und jetzige Kollege des Herrn Brefeld, neuen Handelsministers, so können wir nun auch mit Pensionskaffen für die Eisenbahnarbeiter, sowie der Sparminister Thielen, bei der Berathung des einigem aufwarten, das direkt die Geistesspuren des Herrn bei der Feststellung der Fabrifordnungen für die Eisenbahn- preußischen Eisenbahnetats für 1893/94 im Landtage Brefeld zeigt oder vielmehr zeigen muß, wenn die„ Nationalwerkstätten mitwirkte." Der Fingerzeig ist dankenswerth! so schön ausdrückte. Gar nicht zu gedenken der Zeitung" recht hat: die Organisation der Arbeitsverhält Da haben wir es ja in Herrn Brefeld mit einem alten föstlichen Offenheit, mit welcher im Dezember 1891 nisse der Eisenbahnwerkstättenarbeiter und ihres KassenBekannten zu thun, deffen Ressort unserer Parteipreffe ein Bahnamt des Erfurter Direktions- Bezirks dekre- wesens. Derselbe große Zug zur- Disziplinirung der bereits schier unerschöpflichen Stoff zur Agitation unter den tirte, daß zuerst die unzufriedenen Elemente zu be- Eisenbahnproletarier! Jn erster Linie die ArbeiterEisenbahnern geboten hat. Wir befinden uns also eigent- seitigen sind, die vorzugsweise auf Erhöhung der Lohusäße ausschüsse im Bereich der Staatseisenbahn- Verwaltung", lich von vornherein in der etwas drückenden Rolle des hinwirken". deren Bestimmungen der Reichsanzeiger" vom 9. Februar Verpflichteten gegenüber seinem Wohlthäter. Denn wer Wir wissen auch nichts davon, daß der neue preußische 1892 an hervorragender" Stelle verkündete: Die Eindenkt nicht an die vom Sozialdemokrat" veröffentlichten Handelsminister irgendwelche Gewissensbedenken gegen die führung der Freiheit der Arbeiter bei der Wahl hübschen Formulare, die bei der Anstellung im preußischen Eisen- Berbindung des Eisenbahnminifteriums mit den Kühne- ihrer Vertrauensmänner" und bei der gutachtlichen bahndienst mit jenem im Berliner Ministerium einheitlich männern und gegen die Vervollständigung der schwarzen Aeußerung derselben über die Arbeitsordnungen in festgestellten Wortlaut zur Verwendung kommen: das Listen der Berliner Metallindustriellen durch amtliches den Staatswerkstätten, eine Freiheit", die in viertel15] Rienzi. " " Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Fünftes Kapitel. Schilderung eines Verschwörers und Anfang der Verschwörung. " griechischen, noch weniger einen deutschen Charakter. Das ab mit seinen Gedanken verwebte königliche Abkunft ließ feste, hervortretende Kinn, die Adlernase, die etwas ein- ihn, selbst in seiner frühesten Jugend, den römischen Adeligen gefallenen Wangen, erinnerten an das kräftige römische sich gleich stellen, und erweckte das dunkle Streben, ihnen Geschlecht und hätten einen Maler zum Modell zu einem überlegen zu werden. Als aber die Literatur Roms seinem jüngeren Brutus dienen können. forschenden Geiste und seinem ehrgeizigen Herzen bekannt Die martirten Züge des Gefichts und die kurze fefte wurde, erfüllte ihn jener Stolz auf das Vaterland, der Oberlippe waren nicht von Backen- und Schnurrbart, wie edler ist, als der Stolz auf die Geburt, und er schätzte Allein, an einem mit allerlei Papieren bedeckten Tische man sie damals gewöhnlich trug, verdeckt; und in dem ver- sich immer, außer wenn er durch Anspielungen auf seine faß ein Mann noch in der Jugendblüthe. Das Zimmer blichenen Bilde des soeben beschriebenen Mannes, das noch Abkunft verlegt wurde, höher als römischer Plebejer, wie war niedrig und lang; manche Fragmente von antiken in Rom zu sehen ist, kann man eine gewiffe Aehnlichkeit als Abkömmling eines deutschen Königs. Der Tod seines Basreliefs und Torso's waren an den Wänden aufgestellt mit den gewöhnlichen Bildnissen Napoleon's herausfinden, Bruders und die Schicksale, die er selbst schon erlebt hatte, und zwischen ihnen hier und da das kurze Schwert und zwar nicht in den Zügen, welche bei dem Römer viel erhöhten noch den Ernst seines Charakters; und zuletzt richder geschloffene Helm, durch die Zeit halb zerstörte Dent- troßiger und ausgezeichneter sind, aber in dem eigenthüm- teten sich alle Eigenschaften eines ungewöhnlichen Geiftes male der Tapferkeit des alten Rom. Ueber dem Tisch lichen Ausdruck gesammelter und ruhiger Kraft, die auf einen Zweck, der von einem eben so mystisch- religiösen, drang das Licht des Mondes durch ein hohes und schmales, dem Ideal geistiger Majestät so nahe kommt. Ob- als patriotischen Gemüth mit einem Heiligenschen umgeben tief in der dicken Mauer eingesetztes Fenster. In einer wohl noch jung, waren doch die gewöhnlich der und zugleich eine Pflicht und eine Leidenschaft wurde. Vertiefung rechts von diesem Fenster, welche durch eine, Jugend eignen persönlichen Vorzüge,- die Blüthe und" Ja," sagte Rienzi, indem er plöglich aus seiner halb offen stehende Thüre, die durch ihre Festigkeit und mit Gluth, die runde Wange, in welche Sorgen noch nicht ihre Träumerei erwachte, der Tag ist nicht mehr fern, an dem Eisen beschlagen, bezeugte, von welchem Werth dem Eigen- Furchen gezogen, das volle, nicht eingesunkene Auge Rom aus seiner Asche wieder erstehen wird; die Gerechtig= thümer der Schatz war, den sie barg, verschlossen wurde, und die zarte, schlanke Gestalt nicht das Charakteristische feit wird die Unterdrücker entthronen; die Römer werden sah man 30 bis 40 Bände, die damals für keine un- dieses einsamen Gelehrten. Und obgleich er bei seinen Zeit- wieder sicher, in ihrem alten Forum einher wandeln. Wir bedeutende Bibliothek galten, aufgestellt; und es waren genoffen für außerordentlich hübsch galt, gründete sich doch wollen den unbezwinglichen Geift Cato's aus seinem vermeistens Manuskripte von der Hand des Eigenthümers nach wahrscheinlich dieses Urthlil mehr auf die Höhe des Wuchfes, geffenen Grabe wieder erwecken! Es soll wieder ein Bolt die damals mehr als jetzt geschätzt wurde, und jene edlere in Rom sein! Und ich, ich werde das Werkzeug für unsterblichen Originalen. Den Kopf in die Hand gestützt, überließ sich jener Art von Schönheit, welche ein gebildeter Geist und ein diesen Triumph- der Wiederhersteller meines Geschlechts; Mann mit gerunzelter Stirne und zusammengepreßten achtungeinflößender Charakter gewöhnlich auf schlichteren meine Stimme wird zuerst das Schlachtgeschrei der Freis Lippen, Betrachtungen, welche von den eitlen Träumereien Bügen aufdrücken was in einem so rohen Zeitalter sehr heit erschallen lassen, meine Hand zuerst das Banner erheben, eines Gelehrten sehr verschieden waren. Indem das stille selten ist. ja, ich sehe bereits aus der Höhe, wie von einem Mondlicht jene Züge beleuchteten, die an und für sich schon Rienzi's Charakter( denn der Jüngling, welcher dem Berge Freiheit und Größe des neuen Soms sich entwickeln, einen ernsten und majestätischen Ausdruck hatten, erhöhte Leser in dem ersten Kapitel dieser Erzählung vorgeführt wurde, und an dem Eckstein des neuen Gebäudes wird die Naches sie zu einer feierlichen Würde. Dichtes und braunes fteht jetzt in reiferen Jahren wieder vor ihm) hatte mit jeder neuen welt meinen Namen lesen." Haar, dessen unter den Römern ungewöhnliche Farbe seiner Stufe der Macht, die er erstieg, sich kräftiger und fester aus- Indem er diese pathetischen Worte sprach, schien der Abstammung von dem deutschen Kaiser zugeschrieben wurde, gebildet. Mit seiner Geburt waren jene Umstände verknüpft Ehrgeiz ihn ganz zu beleben. Er schritt in dem dunklen fiel in großen Locken auf eine hohe und gewölbte Stirn; gewesen, die wahrscheinlich einen großen und frühen Ein Zimmer mit schnellen und leichten Schritten, wie auf der und selbst die zusammengezogenen Augenbrauen konnten fluß auf seinen Ehrgeiz ausgeübt hatten. Obgleich seine Luft schwebend, einher, seine Brust hob sich seine Augen das Zeugniß überlegener Geisteskräfte nicht vermindern, Eltern niederen Standes und arm waren, so war doch sein glühten. Er fühlte, daß selbst die Liebe kaum ein Entwelches in der Entfernung zwischen den Augen sich aus: Vater ein natürlicher Sohn Heinrich VII.; und der Stolz zücken gewähren könne, das der ersten jungfräulichen sprach, in die die altengriechischen Bildhauer auf so geschickte der Eltern war wohl die Ursache, weshalb auf die Er- Begeisterung eines Volksfreundes, der es aufrichtig Weise den Ausdruck der stillen gebieterischen Thatkraft und ziehung Rienzi's ungewöhnliche Sorgfalt verwendet wurde. meint, gleich kommt. Autorität zu legen wußten. Aber seine Züge trugen teinen Dieser Stolz ging auf ihn selbst über, die von der Wiege ( Fortfehung folgt.) j ährlichen Sitzungen auszuüben war und dazu führen konnte, daß die königl. Eisenbahndircktion denjenigen Arbeiter-AuS- schuß—„auflöste", der„sich nach ihrem Ermessen zur Er- füllung der ihm gestellten Aufgaben als ungeeignet erwies", weil er z. B. die kitzliche Lohnfrage anschnitt, die„nicht zur Kompetenz des Ausschusses gehört." Herr Brefeld und die preußische Eisenbahnverwaltuug sind bekanntlich gleich im Sommer 1892 noch sehr unzufrieden mit den„Arbeiter- vusschüssen" gewesen, weil diese trotz aller Vorsicht in den „Bestimmungen" nicht so freundlich sein wollten, in der Verlängerung der Lohnperioden auf vier Wochen ein gütiges Geschenk der Verwaltung zu erblicken; in Nippes bei Köln, in Bromberg und Berlin(Hauptwerkstatt) geschah dann anfangs 1893 das Unerhörte, daß die Arbeiterausschüsse einfach ihr Amt niederlegten, sicher nur in gröblicher Verkennung der guten Absichten der Eisenbahnverwaltung und ihres Unterstaatssekretärs Brefeld; und es ist jammerschade, daß bis heute, Diitte 1896, aber auch gar nichts über das Er- gebniß der Erhebung bekannt geworden ist, die der Eisen- bahnminister bereits im Herbst 1894 über die„Bewährung" der Arbeiterausschüsse bei den Staatsbahncn vornehmen ließ— es hätte gar kein glänzenderes Zeugniß für die sozialpolitische Befähigung des neuen preußischen Handels- Ministers geben können, als eine recht eingehende Denkschrift über diese Erhebung! Zuletzt die musterhafte Organisation des Kafsenwesens für die Eisenbahnarbeiter durch Herrn Brefeld: die Acrzte bei den Krankenkassen sorgfältig und um- sichtig aus den ordnungstreucn, Kreisphysizis ausgewählt, welche nur den Nachtheil haben, die kranken Arbeiter nicht allzu oft besuchen zu können, weil sie mit anderen Aemtern reich gesegnet sind, wie es ein Vorfall in Frankfurt a. Vi. im August 1893 so hübsch zu tage brachte; und bei der berühmten„Pensionskasse" mit dem von Herrn Brefeld ausgearbeiteten Statut mit seinen 77 Paragraphen, die wohl noch kein glücklicher preußischer Staatsbahnarbeiter in ihrer monumentalen Größe ganz gewürdigt hat und welche die Wahl der Generalversammlungs-Vertreter aus den Gencralversamm- lungen der Krankenkassen wie die Wahl der Vorstands- Mitglieder so einfach durch— Zuruf unter Vermeidung der umständlichen Stimmzettel vorschreiben, alle fünf Jahre eine Generalversammlung stattfinden lassen und die „Disziplinirung" der Arbeiter in der Weise er- möglichen, daß jeden Betroffeneu die verdiente Doppel- strafe durch Verlust seiner sämmtlichen Einzahlungen erreicht, wie sie den Gürlitzer Eisenbahnarbeiter im Früh- jähr 1894 thatsächlich ereilte, der das Verbrechen begangen hatte, bei der Reichtagswahl sozialdemokratische Stimmzettel zu vertheilen. Wird der Mann sich seine eigenen Ge- danken gemacht haben und tausende von Eisenbahnarbeitern mit ihm, wenn sie jetzt gehört haben, daß Brefeld „Minister für Sozialpolitik" in Preußen geworden ist! Die neue Aera... Nach alledem behält eben das rheinisch-westfälische Zecheuorgan wieder recht:„Nur der kann mit Erfolg Sozialpolitik treiben, der auch das Vertrauen der Arbeit- geber hinter sich hat— es wird sich dann die Sozialpolitik unendlich leichter durchfuhren lassen und u n- endlich segensreicher wirken, als unter der Aera des Herrn v. Berlepsch." Für den Kapitalismus nänilich. polilifche MebeMchk. Berlin, 7. Juli. So must es kommen! Herr Assessor Wehlan geht aus der Verhandlung noch geläuterter hervor, als ihn schon die erste Disziplinarsitzung in Potsdam entlassen hatte. Es ist bei dem früheren Urtheil geblieben: SOv Mark Geldstrafe und Versetzung in ein gleich hohes Amt. Herr Wehlan wird damit zufrieden sein. Was hat er sich nicht alles für diese S00 Mark geleistet! Er hat ergriffene Elüchtlinge„ohne Pulver und Blei" massakriren lassen. r hat unterschiedslos schwarze Schuldner mit der Nilpferd- peitsche prügeln lassen, um sie zur Zahlung ihrer Schulden zu erziehen— wie ein Vater seine Kinder erzieht. Ein einwandsfreier Zeuge sagte auch aus, daß er gewohnheits- gemäß mißliebige Neger mit dem Stiefelabsatz in die Weichen getreten hat. Doch das alles kommt nicht in be- tracht. Der Gerichtshof hat diese Sachen theils als nicht erwiesen, theils als nicht strafbar angenommen, wie die Tödtnng der Gefangenen. Aber Wehlan hat auch Geständnisse erpreßt mit Anwendung der Nilpferdpeitsche, bis es„durch- kam." Das glaubte der Gerichtshof nicht durchgehen lassen zu können, trotzdem doch der weichmüthige Wehlan bei der Verhandlung über diesen Fall schluchzend Thränen der Rührung aus seine weißen Glaceehandschuhe und Lack- stiesel hat träufeln lassen, wie es theils mit theils ohne Effekt andere berühmte Männer vor ihm gemacht haben: Der Hammerstein, der Leist, der Friedmann(Fritz) und zuletzt auch der andere Friedmann(Hermann), der die dramatische Wirkung durch einen Kniefall vervollständigt hat und damit den„Record" im forensischen Heulsport erreicht hat. Schade, daß Herr Wehlan nicht diesen Friedmann'schen Effekt nicht benutzte. Vielleicht wäre es ihm nicht so übel gegangen. Ein Trost ist, er bleibt auch so unserm Staats- dienst erhalten. Er weiß jetzt, wie weit er gehenj darf und andere tüchtige Assessoren werden sich nach ihm richten. Man kann hängen, würgen und peitschen lassen, aber immer mit Ueberlegnng. Doch der Fall Wehlan ist noch lange nicht abgethan. Es bedarf jetzt emer exemplarischen Sühne für alle die Schlechtigkeiten, die dem pflichteifrigen Beamten in der Ocffentlichkcit nach- gesagt wurden. Ter Gerichtshof hat mit ernster Miß- billigung den Finger in diese Wunde gelegt: „Die öffentliche Meinung steht in dieser Beziehung a»f einer ganz falschen Grundlage, und sie ist in der eklatante st en Weise getäuscht morden." Das muß gerochen werden, fürchterlich gerochen. Die Staatsanwaltschaften im Deutschen Reich müssen sich diese Mahnung gesagt sein lassen. Wer hat die öffentliche Meinung in eklatantester Weise getäuscht? Doch die Presse, wer anders als die Presse! Und wen haben sie in solcher. eklatanten Weise durch solche Berichte verunglimpft? Einen pflichttreuen Be- amten. der würdig ist, auch fortan für Religion, Ordnung und Sitte das Richtschwert zu schwingen. Die Verunglimpfung eines solchen beamteten Ehren- mannes zieht nach aller Erfahrung schwere Strafen nach sich. Bei Geldstrafen darf es da nicht bleiben. Die Zahl der Prcßsttnder ist groß genug, daß ein paar hundert Jahre Gcfängniß wegen Wehlan-Beleidigung erzielt werden können. Es wäre jammerschade, würde diese schöne Gelegenheit verpaßt! Also auf zum Kampfe gegen die Presse, für Ordnung, Sitte und Religion.— Liberale Anständigkeit.„Ein grauenhafter Ausbruch blutrünstigen Wahnsinns hat noch die letzte Sitzung des niederösterreichischen Landtages b e- schmutzt. Der aus dem Hals kollernde ge- sprochene Unrath war so ekelhaft, daß die Empfindung für Reinlichkeit und Anstand, die ganze Natur normaler Menschen sich gegen den Versuch auflehnen, solchem m o r a- lischen Verwes ungs st off näher zu rücken." Also beginnt die Wiener„Neue Freie Presse" einen drei Spalten langen, bis zum Ende in gleicher Sprache gehaltenen Leit- artikel über eine der ordinären antisemitischen Rüpeleien. Besonders„normale Menschen" scheinen in den Redaktionsstuben der„Neuen Freien Presse" auch nicht zu sitzen.— lieber die belgischen Wahlen sind seit gestern nur wenig neue thatsächliche Nachrichten gekommen. Es erklärt sich dies daraus, daß in den wichtigsten Wahlkreisen Stichwahlen nöthig sind, und daß erst nach deren Beendigung das Ergebniß zu übersehen ist. In allen Wahlkreisen haben die sozialistischen j Stimmen stark zu- genommen; und diese„sozialistische Springfluth" hat viele Angstphilister so erschreckt, daß sie schon an eine I n t e r- vention des Auslandes denken. Es zeugt dies beiläufig von absoluter Gedankenlosigkeit, denn die einzigen Mächte, die interveniren könnten, sind Deutschland und Frankreich. Wenn aber eine dieser Mächte ohne Wer- ständigung mit der anderen interveniren wollte, so wäre das der Krieg. Und daß das heutige Frankreich zu gunsten der Pfaffen und Geldsäcke eine„Beruhigungs-Armce" nach Belgien schickt, oder Deutschland das Schicken einer solchen Armee erlaubt, ist einfach ausgeschlossen. Für die Stichwahlen ist es von Wichtigkeit, daß die Liberalen, welche in Antwerpen um 11 Mandate gegen die Klerikalen kämpfen, dort auf die Unterstützung der Sozialisten angewiesen sind. Das werden die L i b e- r a l e n in B r ü s s e l bei den dortigen 18 Stichwahlen zu bedenken haben. Verleugnen sie ihre Grundsätze so weit, daß sie, aus Angst vor den Sozialisten, wie deutsche liberale, ja fortschrittliche Blätter ihnen rathen, den Schwarzen ihre Stimme geben— nun, so �läßt man sie einfach in Antwerpen durchfallen! Wir lassen hier noch aus der„Frankfurter Zeitung" folgende interessanten Taten betreffs der Wahlen in Brüssel folgen: Ein Vergleich mit den früheren Ziffern zeigt, daß bedeutende Verschiebungen statlgefunde» haben. Am 14. Oktober 1594 wurden abgegeben rund 93 000 klerikale 60 000 liberale, und 40 000 radiknl-sozialistische Stimmen. Die Klerikalen haben hier- nach L000 und die Liberalen(Doktrinäre) sogar 19 500 Stimmen verloren, während die Radikalen und Sozialisten 21 S00 Stinime» gewonnen haben. Das ist eine ganz bedeutende Zu- »ahme der sozialistischen Stimmen. Das nächste Ergebniß dieser Verschiebung ist, daß die liberale Partei für die Siichwahl ganz ausgefallen ist und an ihre Stelle die sozialistische Partei trat. Es ist das erste Mal, daß der Liberalis- mus in dieser Weise nicht mehr direkt bei der Entscheidung mit- zuthrni hat, und es wird auch in Zukunft dabei bleiben. Die parlamentarische Schlacht der Hauptstadt, die bisher zwischen Klerikalen und Liberalen geschlagen wurde, wird fortan zwischen Klerikalen und Sozia- listen geschlagen werden. Der Liberalismus steht eben in Belgien, wie anderswo auf dem Aussterbe-Etat. Nun geben wir noch eine kurze Erläuterung des belgischen Wahlgesetzes und Wahlsystems, das seit 1894 herrscht: Wähler mit einer Wahlstimme ist jeder 25 jährige Belgier, der mindestens fünf Franks Steuern zahlt. Eine zweite Wahlstimme besitzt, wer 85 Jahre als und Familien- valer ist. Anspruch auf eine dritte Wahlstimme ver- leihen Bildung und Besitz, jedes allein, oder zusammen; der Nach- weis wird durch Universitätszengniß oder durch die Berufs- stellung respektive durch den Grundsteuerzettel geführt. Mehr als drei Wahlstiminen kann niemand haben; die letzterwähnte dritte Stimme gilt bei den betreffende» von, 25. Jahre ab (also bei den nicht 85 Jahre alten Wähler» als zweite Stimme). Wahlfähig ist ein Kandidat(jeder Belgier) nur, wenn er von 50 Wählern 14 Tage vor dem Wahltage dem Wahlkommissar(Landgerichts- Präsident) als Kandidat an- gemeldet ist. Die Wahlzettel,(mit den gedruckten Namen aller Kandidaten auf demselben Zettel) werden auf Staats- kosten durch den Wahlkommissar in Druck gegeben und mit dem Gerichtssiegel gestempelt. Im Wahllokal erhält jeder Wähler so viele dieser Wahlzettel vom Wahlvorsteher aus- gehändigt, als er laut der Wählerliste Stimmen hat. Mit diesen Zetteln begiebt sich der Wähler in eine Jsolirzelle, wo er auf de» Zetteln die Kandidaten seiner Wahl mit einem ihm vom Wahlvorsteher übergebenen weichen Bleistift anschwärzt. Selbst- redend darf er nur so viele Kandidaten bezeichnen, als sein Wahl- kreis Mandate zu vergebe» hat(in Brüssel beispielsweise 18, in Mecheln 4); bezeichnet er zu viele Kandidaten, so ist sein Zettel ungiltig; dagegen darf er zu wenig bezeichnen. De» Zettel faltet der Wähler dann zusammen und übergiebt ihn beim Heraus- treten aus dem Jsolirraum dem Wahlvorsteher, der ihn in die Urne legt. Zum Schluß die neuesten Depeschen: Brüssel, 7. Juli. Das offizielle Wahlresultat wird beute nicht vor 10 Uhr abends bekannt gegeben werden.— Zehn Stichwahlen für Brüsseler Wahlkreise finden am kommenden Sonntag statt. Brüssel, 7. Juli. Von den Blättern wird konstatirt, daß die Kandidaten der Regierung in den vlämischen Provinzen wiedergewählt worden sind, daß dagegen aber die Sozialisten im g a n z e n 70 000 Stimme» erobert haben. Dieser letztere Umstand wird als ein beunruhigendes(!) Zeichen für die nächste Zeit angesehen.(Das heißt: die Philister habe» das Zitterfieber.) Brüssel, 7. Juli. Die liberale Partei wird zu den Stichwahlen dem Vernehmen nach Wahleuthaltung proklamiren(?). Taktik und Prinzip. Rochefort tadelt die französi- schen Sozialisten, daß sie für das Rentensteuer- Gesetz Meline's eintreten. Er meint, sie müßten dagegen stimmen, um Meline zu Fäll zu bringen.„Darauf komme alles an." Ihm antwortet Jaures heute in der„Petite Republique": „Die Sozialdemokratie dürfe nie ihr Prinzip opfern, und ein Augenblickserfolg, durch einen Prinzipienvcrrath er- kauft, sei der Sozialisten unwürdig, und obendrein schlechte Politik." Jaurös hat Recht.— In der kretischen Angelegenheit scheint die Ein- Wirkung der Vertreter der Großmächte doch auf die griechische Regierung sowohl wie auf die Aufständischen in Kreta nicht ohne Eindruck geblieben zu sein. In Athen richteten die Gesandten nach einer Berathung ge- meinschaftlich sreundschaftliche Rathschlägc au die griechische Regierung mit der Aufforderung, sie möge ihren Einfluß aufbieten, um die Aufständischen auf Kreta zur Annahme der Zugeständnisse der Pforte zu überreden, und die weitere Entsendung von Gewehren und Munition nach Kreta verhindern. Die Antwort der griechischen Regierung hierauf ist noch nicht bekannt; indeß wird heute aus Athen telegraphirt: Zahlreiche christlicheDelegirte, welche sich in P h r e versammelt halten, beschlossen, die christlichen Deputirte» dringend aufzufordern, an den Arbeiten des kretischen Landtags theil- zunehmen, um über die an dem Vertrage von Haleppa vor- zunehmenden Verbesserunge» zu berathen. Dieser Beschluß wird als Annahme der Zugeständnisse der Pforte angesehen.— Ei» Vüudniß der Balkanstanten befürwortet die bulgarische Regierungspresse, also die russische Presse in Bulgarien. Der Gedanke ist sehr alt. Schon unter Napoleon dem Kleinen spukte der Balkanbund wiederholt; es wurde jedoch nie etwas daraus, weil die„Balkanstanten" sich nicht einigen konnten. Jetzt heißt es nun, sie hätten t sich über alle Fragen verständigt, außer über eine einzige, nämlich die makedonische. Das ist aber die Hauptfrage. Denn der Bär, deffen Fell da vertheilt werden soll, ist noch nicht todt und hat sehr kräftige Tatzen.— Tie Kolonialbegeisternng deS Großkapitals reicht nicht bis zum eigenen Geldbeutel; es zieht sich vielmehr, wie der Major Wißmann klagt, von den Kolonial-Unter- nchmungen zurück. Es ist dies der beste Beweis dafür, daß in Afrika nichts zu holen ist. Um einen Profit auch für das Großkapital herauszuschlagen, soll wiederum das Reich, d. h. die große Masse des stcuerzahlcnden Volkes bluten. Im Herbste werden 13 Millionen für eine Eisenbahn in Teutsch-Ostasrika verlangt werden. Das Komitee für die deutsch-ostafrikanische Zentralbahn wünscht nun, daß die Durchführung des Unternehmens nicht auf Reichskosten übernommen, sondern einer Privat- Eisenbahn- Gesellschaft anvertraut werde und dieser solche Beihilfen gewährt werden, daß sie das deutsche Großkapital immer mehr in den D i e n st der kolonialen Sache hineinziehen. Das ist die richtige Bauernfänger- Sprache und heißt, in ehrliches Deutsch übersetzt: Das Reich soll dem Großkapital das Risiko entziehen und den Profit sichern, und dann wird dieses es schon verstehen, die ostasrikanischen Eisenbahn- Aktien wie andere exotische Papiere dem großen Publikum anzuschwindeln, um selbst fein heraus zu sein.— Kolonialbestinlität. Der französische General A r ch i n a r d, der in Afrika gegen die„Wilden" sich Lor- beeren erworben hat, that jüngst in einem Interview folgende Aeußerungen:.. „Für die Chambaa, die Araber sind, wie für die TuaregS, die eine besondere Rasse bilden, ist das Wort Furcht nahezu gleichbedeutend mit dem Worte Anhänglichkeit; j e m e h r Schuldige oder Unschuldige man also nieder- schlägt, desto mehr Liebe verschafft man si ch." Diese Ansicht ergänzte der General dahin,„daß der Säbel und die Peitsche mehr taugen als alle Ber» träge", und daß man die Tuarcgs in der Weise züchtigen müsse. indem man„erbarmungslos eine große Anzahl t ö d t e t. Die„Justice", welche sich mit diesen Aeußerungen be- schästigt, erinnert an die Denkivürdigkeiten des Lieutenants Anthelme Orsat von den senegalesischen Tirailleurs, der im Jahre 1890—91 zu der Kolonne des Obersten Archinard im Sudan geHörle und wahrscheinlich nur die Befehle seines Vor- gesetzten vollstreckte.„Jeder Manu", heißt es in jenen Auf- zeichnimgeu,„der gesangen wurde, wird sofort um den Kopf gekürzt; die Frauen und Kinver wer- den in die Gefangenschaft fortgeführt und den Tirailleurs undHilfs Mannschaften gegeben... Nach dem Scharmützel durch st reifte ich das Ge- büsch mit 4 Spahis und brachte 20 Mann zurück. darunter den Häuptling des Dorfes, der sich durch die Behauptung zu entlasten suchte, die Toncouleurs hätten ihn zum Folgen ge» zw un gen. Das war wahrscheinlich richtig, aber die Befehle lauteten bestimmt, und deshalb ließ ich alle köpfen."„Diese kurzen Auszüge, meint die„Justice", genügen, um die Art und Weis« zu charakterisiren, wie gewiffe Militärs im Namen Frankreichs kolonisiren. Das Mililär-Element kennt nur die«ine Mission, in den Kolonien Krieg zu führen und die Eingeborenen, ob schuldig oder unschuldig, als Zielscheiben zu verwenden. Und das nenne man Kolonialpolitik! Hunnen- oder Bandalenpolitik wäre da wohl besser am Platze." Stimmt. Und gilt nicht blos von Frankreich. Die Kolonialpplitik hat aus die Angehörigen aller Völker die- selben demoralisirenden und brutalifirenden Wirkungen.— Zivilisation. Als Ergänzung unseres gestrigen Leit- artikels„Zivilisation" darf wohl betrachtet werden, was mit der letzten ostasiatischen Post gemeldet wird. Ein japanischer Journalist hat die chinesischen Plätze besucht, an denen seine Landsleute vor dem Kriege kommerziell stark engagirt gewesen waren, um zu erkunden, in wie weit die alten Beziehungen wieder hergestellt seien. Die uns in der Uebcrsetzung vorliegenden Berichte lesen sich um so merkwürdiger, wenn man erwägt, wie lange bei europäischen Völkern kriegerische Ereignisse auf die gegenseitigen friedlichen Beziehungen noch nachwirken. Siehe Frankreich und Deutschland. Der Japaner aber meldet, daß er überall das beste Einvernehmen zwischen japanischen und chinesischen Kaufleuten vorgesunden habe und wenn vom Kriege überhaupt ein merkbarer Einfluß aus die beiderseitigen Beziehungen ausgeübt worden, sich dieser in einer noch größeren Zuvorkommenheit äußert. Aber auch das offizielle China bemüht sich, die alte Gegnerschaft durch eine ritterliche Courtoisie vergessen zu machen, zu welcher das christliche Deutschland sich erst in allerjüngster Zeit hindurchgerungen hat. Als einen Beweis dieser Courtoisie erzählt unser Gewährsmann, daß, als die Gattin des japanischen Gesandten am Hose zu Peking auf der Reise zu ihrem Manne in Tientsin eintraf, der Vize- könig von Petschili, Li-Hung-Tschang's Nachfolger, sie mit sürstlichen Ehren empfing. Salvtschüffe begrüßten das nahende Schiff und am Landungsplatz war eine Ehrenwache aufgestellt. Auch Li-Hung-Tschang selbst paßt in den Rahmen dieses Bildes. Man bat ihn den chinesischen Bismarck genannt. Nun? Bismarck, der Deutsche und Christ, hat den Kull- mann, der auf ihn geschossen, im Zuchthaufe verenden lassen. Li-Hung-Tschang, der der Nation angehört, vor welcher die Völker Europas ihre heiligsten Güter wahren sollen, hat für den Fanatiker um Gnade gebeten, der ihn in Schiino- noseki auf das Schmerzenslager geworfen hatte. Tie japanische Regierung hat dieser Bitte, um ein Exempel zu statuiren, zwar nicht Folge gegeben, aber für die Be urtheiluiig des ersten und des chinesischen Bismarck ist diese Gegenüberstellung wohl genügend.— Im Gefolge Li-Huug-Tschang'S, des mongolischen Helden greises, oder wenigstens im Gefolge der ihm nachschivänzelnden Lobhudeleien der bürgerlichen Presse ist wiederholt der Name des Obersten Liebert als des kommenden Jnstruktors der chinesischen Armee genannt worden. Bald hieß es, er geht, bald, er geht nicht. Jetzt verkündet das„Tageblatt" mit staats- männischer Miene, Herr Liebert gehe doch nach China, um die chinesische Armee zu reorganisiren und Deutschlands Interessen dort zu wahren. Da wird ja unfern Patrioten vor Freuden der Zopf wackeln, daß ihre Kriecherei vor dem mongolische» Heldengreis doch etwas gefruchtet hat.— Chronik der Majcstätsbeleidigungs- Prozesse. In Essen wurde wegen Majestätsbeleidigung von der Straf- kammer der Maurer I ö r g e n s aus Buer zu 3 Monaten Gefängniß unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurtheill Der Angeklagte soll sich feinem Mitarbeiter gegenüber Aeuße- rungen über die Arbeiten des Kaisers zu schulden kommen lassen haben.— *• « Dentsches Reich. — Bon den Antisemiten hat sich wieder einer ab- gespalten. Der sächsische Reichstags-Abgcordnete Lieber- Stroga (Meißen- Großenhain) ist aus der deutsch- sozialen Neformpartei ausgetreten. Das„Großenh. Tgbl." bringt für diesen Schritt nachstehende Erklärung:„Der Reichstags-Abgeordnete für unseren Kreis war als praktischer Landwirlh der Ansicht, daß die Regreß Pflicht der Jagdpächter, den Hasenschaden betreffend, abzu- weisen sei, wie ja auch der Reichstag in diesem Sinne entschied. Die Fraktion der Reformpartei enthielt sich der Abstimmung, was Herrn Lieber nicht gefiel. Darauf sollte unser Abgeordneter nun sich bei der Abstimmung über das Bürgerliche Gesetz- buch als Mitglied der reformparteilichen Fraktion seiner Stimme enthalten. Da aber Herr Lieber der Ansicht war. daß das Bürgerliche Gesetzbuch das den Verhältnissen entsprechend denkbar beste Werk sei und als wirkliche nationale That zur Vollendung gebracht werden müsse, so stimmte er entgegen den Beschlüssen der Fraktion für Annahme des Bürgerlichen Gesetzbuches in dritter Lesung. Infolge dessen wurde Herr Lieber von den Führern der Reformpartei-Fraktion zur Rede gestellt." Das Blatt fügt noch hinzu, daß Herr Lieber fein Mandat nicht niederlegt, fondern wie der Reichstags-Abgeordnete Sachße- Merschwitz als sogenannter Wilder im Reichstage verbleibt. Jetzt hallen nur noch ein Dutzend Abgeordneter zu der anti- semitischen Reichstagsfraktion.— — Herr S ch e n ck, Mitglied des preußischen Landtages für Wiesbaden, wird fein Amt als Genossenschaftsanwalt aus Ge- sundheitsrückstchten am 1. Januar 1SS7 niederlegen und schon jetzt einen längeren Urlaub antreten. Der im Monat August in Leipzig stattfindende Genossenfchaftstag wird sich bereits mit der Neuwahl eines Genossenschaftsanwaltes beschästigen.— — Zur Reichstagswahl im Kreise Schwetz wird dem„Westpr. Volksbl." geschrieben:„Es haben dem polnischen Kandidaten Herrn v. Saß-Jaworski zu Lippinken nur zwei Stimmen zur absoluten Mehrheit gefehlt; in Wahrheit hat aber der Pole bereits gesiegt und seine Partei wird auch die Wahl für sich beim Reichstage reklamiren. Sie wären auch Thoren, wenn sie ihren schwer errungenen Wahlsieg durch gewisse„Mätzchen" der sogenannten„deutschen Partei" sich ent- reißen ließen. Mag auch die auf den 9. Juli festgesetzte Stich wähl für den Mischmasch-Kandidaten Holtz(Parlin) günstig aus fallen, der Reichstag wird sicherlich Gerechtigkeit wallen lasse» und den Herrn Holtz wieder nach Hause schicken. Dem Herrn v. Saß-Jaworski sollen nämlich nur zwei Stimmen zur absoluten Majorität gefehlt haben; aber lhatsächlich hat er diese zwei Stimmen und noch mehr rechtsgiltig gehabt. Mit Unrecht sind in mehreren Wahlbezirken verschiedene auf seinen Namen lautende Wahlzettel für ungiltig erklärt worden, weil etwas unsaubere Finger sie zur Wahlurne gebracht hatten. Zettel, welche auf „Julian Sas-Jaworski-Lippinken" lauteten, wurden dem Kandi- baten v. Saß-Jaworski-Lippinken abgesprochen und einem X-Kandi- baten zugewiesen." Da nunmehr zwei Nachrichten zu prüfen, so wird die Wahl- prüfungs-Kommission sofort nach Zusammentritt des Reichstages den Fall prüfen können, und Herr Holtz hat also, selbst für den Fall seiner Wiederwahl, alle Aussicht, bereits vor Weihnachten wieder nach Hause geschickt zu werde». — W e r t r ä g t d i e K o st e n für die Umgatterung der zu Hofjagden bestimmten Staatsforstcn? Auf diese in der agra rrschen Presse aufgeworfene Frage erwidert heute die amtliche Berliner Correspondenz: „Die Außengatter werden auf Kosten des Hofjagd- amtes angelegt und unterhalten. Eine Ausnahme hat nur de- züglich des Gatters um die Schorfhaide stattgefunden. Dieses ist auf Anregung des damaligen Ministers für Landwirthschast, Domänen und Forsten angelegt worden, nm den Wild schaden auf den benachbarten Feldmarken abzustellen. Aus diefem Grunde hat der Forstfiskus den vierten Theil der Um« galteruugskosten übernommen, während dreiviertel von dem Hos zagdamte bestritten worden sind. Die Kosten der inneren Ein- friedigungcn trägt die Forstkasse hier ebenso wie in zahlreichen anderen, nicht den Zwecken des Hosjagdamtes dienenden Ober- sörstereien. Schließlich wird noch bemerkt, daß der Erlös für das erlegte Wild der Staatskasse zustießt." — Eine Reminiscenz an den Kulturkampf weckt die Ernennung des Dr. Paul Kaufmann, ständigen Mitgliedes des Reichsversicherungsamtes, zum vortragenden Rath im Reichsamt des Innern. In den siebenziger Jahren wurde dessen Vater, Leopold Kaufmann, nach seiner einstimmigen Wieder- wähl als Oberbürgermeister von Bonn die Bestätigung versagt, weil er die Erklärung verweigerte, daß er die Maigesetze „gern" ausführen werde!— Herr K. mußte infolge dessen seine Stellung aufgeben und wurde ins Abgeordnetenhaus ge- wählt, wo er der Zentrumsfraktion beitrat.— Dieselben Mai- gcsetze, die Kaufmann'nicht„gern" ausführen wollte, mußten später„gern oder nicht gern" vom Staate selbst zum größte» Theil wieder aufgehoben werden. Was ein richtiger Staats- diener ist, muß auch sein eigenes Todesurtheil gern aus- fertigen.— Wilhelutshave», 6. Juli. Im 2. See- Bataillon ist eine endemisch auftretende Augenkrankheit ausgebrochen. Um- fassende Maßregeln gegen Wciterverbreitung sind getroffen. Alle Gesunden wurden sofort aus der Kaserne ausquartirt und in den Matrosen- Kasernements untergebracht. Bei den getroffene» Vorkehrungen und Vorsichtsmaßregeln ist der Angelegenheit be- sondere Bedeutung nicht beizumessen, versichert die offiziöse Mittheilung. Wir meinen indeß, daß eine im Heere oder der Marine endemisch(seuchenhaft) auftretende Augen- krankheit immer eine„besondere Bedeutung" hat für die Be- troffen en. für die Bedrohten und für das gesammte Volk, mag die Geschichte auch den offiziösen Telegrammversertigern noch so„wurscht" sein.— — U e b e r die Wirkung der Handelsverträge spricht sich der Bericht der Handelskammer zu Hildesheim folgendermaßen aus: Der Handel und die Industrie Deutschlands haben von den in den Jahren 1391—1394 abgeschlossenen Handelsverträgen eine entschieden günstige Wirkung ver- spürt. Den nierklichen Aufschwung des wirthschaftlichen Lebens im verflossene» Jahre führt man mit recht zum theil namentlich auf die durch den Handelsvertrag wieder besser aufgenommenen Beziehungen zu Rußland zurück. Besonders kann die Eisen- und Maschinenindustrie konslatire», daß der frühere Absatz in das russische Zollgebiet wieder erreicht, ja überstiegen ist. Ebenso hat die Einfuhr von Ruhland, namentlich in Ge- treibe und Holz, wieder zugenomnien.- Man kann deshalb das bereits früher ausgesprochene günstig« Urtheil über die Wirkung der Handelsverträge auch für das letzte Jahr bestätigen. — Unschuldig zu drei Jahren Zuchthaus verurtheill wurde vor anderthalb Jahren der Artillerist M o h r ni a n n in Oldenburg. Während er nun als Opfer eines Rcchtsirrthums im Zuchthause saß, ist seine Dienstzeit im t erbst vorigen Jahres abgelaufen. Aber jetzt, nachdem seine »schuld sich herausgestellt hat, ist er nicht etwa in seine Heimalh entlassen worden, sondern hat den Befehl erhalten— sich zur Schießübung nach Münster zu verfügen. Er soll also weiter dienen, der Militarismus verlangt sein Recht und besteht au� seinem Schein. Die anderthalb Jahre, die Mohrmann unschuldig im Zuchthaus gesessen hat, die iverden ihm wohl als eine Art Erholungsurlaub angerechnet werden.— Karlsruhe,■ 6. Juli.(Eig. Bericht.) Eine eigenthümliche oppositionelle Vertretung auf das Rathhaus, die auch eines humoristischen Beigeschmacks nicht entbehrt, wurde letzte Woche in der internationalen Bäderstadt Baden-Baden gewählt In der dritten Wählerklaffe gingen der Freisinn und die Ultra montanen gemeinsam vor und errangen über die National liberalen den Sieg. Unter den Gewählten der„Opposition" be finden sich ein Hof bäckermeister, H o f schuhmacher, Hof bildhauer, Hof- Schirmfabrikant, Hof wurstler, und ein Hofglaser. Mit einer solch„höfischen" Opposition wird sich gut regieren lassen. Schade, daß der„berühmte" badische Landtags-Abgeordnete Muser nicht in Baden wohnt � es wäre dann neben dem Hofwurstler auch»och ein Hofdemokrat gewählt worden. Genosse Lutz brachte es als höchster nur au- 53 Stimmen, die anderen Genossen erhielten noch weniger Stimmen.— Oesterreich-Ungavn. Wien, 7. Juli. Der„Neuen Freien Presse" zufolge kündigen übereinstimmende Meldungen aus Lemberg an, der R e> ch s r a tfh solle im September aufgelöst und die Neuwahlen alsdann sofort ausgeschrieben werden, damit das neue Parlament so bald wie möglich den Ausgleich mit Ungarn berathen könne Die Deutschnationalen im böhmischen Bezirk E g e r beschlossen, bei den Reichsrathswahlen den bekannten Bismarck schwärmer und Antisemiten Georg Schönerer als Kandidaten aufzustellen. Norwegen. Christiania, 3. Juli. Wie verlautet, hat der Staatsrath beschloffen, einen Gesetzentwurf einzubringen, behufs Konversion der Staatsanleihe von 1386, welche etwas über 39 Millionen Kronen beträgt. Das St orthing bewilligte heute 115 999 Kronen für die Theilnahme Norwegens an der im Jahre 1397 in Stock- Holm stattfindenden Ausstellung. England. London, den v. Juli.(E ig. B e r.) Das Schulgesetz mit Krach erlegen und das Gesetz für die Befreiung der Grund besitzer von 59 pCt. der Lokalsteuern mit Glanz durchgegangen— das ist die Signatur der jetzt ihrem glücklichen Ende entgegen gehenden Session. Mit 152 Stimmen Mehrheit— 292 gegen 149 Stimmen— ist am Mittwoch die dritte Lesung des Gesetzes über die Steuervera nlagung.d es landwirthschaftli che» Besitzes vom Unterhause genehmigt worden, um im Haus der Lords eine noch liebevollere Behandlung, eine noch glänzendere Mehrheit zn finden. Die Liberalen haben dem Gesetz nach Möglichkeit Widerstand entgegengesetzt, sogar eine Nachtfitznna herbeigeführt, aber ohne irgend welche nennenswerthe Verbefferung zu erzielen. Nicht einmal ihr Antrag, solche», in der Nähe von Städten gelegenen Grundbesitz von der Entlastung auszunehmen, der wenn auch nominell ländlichen Distrikten zugehörig, doch thatsächlich schon städtischen Charakter hat, d. h. Baugrund für städtifche Bevölkerungen bildet— nicht einmal dieser bescheidene Antrag fand vor der konservative» Mehrheit Gnade. Der Grundbesitz wollte seine Entschädigung für die Harcourt'sche Sleuergesctze von 1394 in's Reine bringen, und so ward alles niedergestinunt, was dazu führen konnte, die zu unterstützenden„Landwirthe" etwas genauer in Augenschein zn nehmen. Ob ertragsreicher oder ertragsarmer, in der Nähe eines guten Marktes oder fern von solchem gelegener Boden— es wird alles unterschiedslos unterstützt. Und das angesichts eines a>n Finanzhimmel immer deutlicher abzeichnenden Defizits. Ich will nicht übertreiben, aber daß die Bill ein böses Stück Klassengesetzgebung darstellt, steht außer allem Zweifel. Wahrscheinlich um den schlimmen Effekt, den die Bill selbst bei vielen Parteigängern der Regierungsmehrheit hervorgerufen, etwas abzutönen, hat die Regierung eingewilligt, die längst schon fällige Erweiterung des Gesetzes über den ohlenbergwerks-Vetrieb noch in dieser Session zur Verabschiedung zu bringen. Es handelt sich, wie der„Vorwärts" schon berichtet, hauptsächlich um die Durchführung von Schutz- maßregeln gegen die Explosionsgefahr durch Kohlenstaub- An- sgmmlungen(Fürsorge für Feuchthaltung der Gruben, zweckniäßrge Aenderung der Ventilationseinrichtungen, Verbot gewisser Explostonsftoffe:c.) Bereits die abgetretene Regierung hatte eine Abänderungsvorlage zum Berggesetz ei» gebracht, welche dahingehende Vorschriften enthielt, aber mehrere Paragraphen derselben hatten Widerspruch von feiten der Jnter- essenten erfahren. und darüber war die Auflösung des Parla- ments erfolgt, womit die Bill selbst zu den Tobten geworfen war. Dann hatte die konservative Regierung eine ähnliche Bill eingebracht, und auch diese erfuhr Widerspruch und wäre jeden- falls in dieser Session gescheitert, wenn sich nicht die Regierung im letzten Moment entschlofsen hätte, alle streitigen Paragraphen über Bord zu werfen und nur die Vorschriften stehen zu lassen, die sich auf den Schutz gegen Explosionen beziehen. Diese Vor- schriften selbst fanden allgemeine Zustimmung im Haufe und werden denn auch mit wenigen untergeordneten technischen Aen- derung?» Gesetz werden. Ein bezeichnender Zug des Gesetzes ist, daß es eine große Macht der Initiative in die Hand des jeweiligen Staatssekretärs des Innern legt. Soweit sich Opposition dagegen erhob, kam sie aus den Reihen der Konservativen, während Herr Asquith und andere Liberale— darunter die Bergarbeiter-Abgeordneten— sehr entschieden für diese Stärkung der Staatsgewalt«intraten. Diese Verschiebung in der Stellung der Parteien zum Staat entspricht indeß durchaus der sich vor unseren Augen in allen demokratischen Ländern vollziehenden Entwickelung, die an die Stelle der Regierung über Menschen die Verwaltung von Sachen bringt. Das Staatssekretariat des Inner» wird von Jahr zu Jahr mehr Ministerium der Arbeit in England. London, 6. Juli. Im Unterhause crklüfcte Curzon, das Rech: der türkischen Behörden, die Verbreitung von Zeitungen in der Türkei zu beschränken, werde von den französischen wie den anderen ausländischen Postämtern ebenso wie von der britischen Postvcrwaltung im Prinzip anerkannt; gleichzeitig jedoch behalte sich die britische Regierung in Gemeinschaft mit anderen Regierungen ein Recht der Diskretion in Fällen vor, wo das von der Pforte verlangte Verbot offenbar unbillig erscheint. Die Regierung sei darüber im Meinungsaustausche mit dem britischen Bolschaiter begriffen. Ferner erklärte Curzon, die britische Regierung werde bereit fein. die Ansprüche britischer Unterthanen infolge von Verlusten an Solawechseln und anderen Wechseln während der jüngsten Ruhestörungen in Kleinasien der Pforte zu unter- breiten, falls nachgewiesen werden könne, daß die Ansprüche gut begründet und von der Art seien, daß die türkische Regierung dafür ausreichend verantwortlich gemacht werden könne.— Der Staatssekretär des indischen Amtes Hamilton beantragte eine Resolution, welche bestimmt, daß die indische Re- gierung die gewöhnlichen Kosten der nach Euakin gesendeten indischen Truppen tragen soll. Er erklärte, die Kosten bezifferten sich auf etwa 5990 Pfd. monatlich, der indische Rath habe in die Zahlung bis Ende Dezember gewilligt; sollten Truppen über jenes Datum hinaus gebraucht werden, dann werde die Sache von neuem er- wogen iverden müssen. John Morley bekämpfte den Antrag durch einen Unterantrag, in welchem erklärt wird, es sei un» zweckmäßig, Indien die Kosten aufzubürden. Der Antrag Morley's wurde abgelehnt, der Regierungsantrag a n g e n o m m c n.— Mit der Untersuchung der Angelegenheit der Chartered Company wird voraussichtlich ein Ausschuß des Unterhauses betraut werden, dem neun Unionisten und sechs Liberale, darunter Harcourt, Labouchere und Dilke, angehören werden. Chamberlain ist für den Vorsitz in Aussicht genomnien, die Untersuchung wird aber erst im Januar, wenn das Parla- ment wieder zusammentritt, beginnen. Dann hat ja Rhades wieder eine recht achtbare Frist erhalten.— Frankreich. Paris, 6. Juli. In der Deputirtenkammer wurde die Be- rathung über die Reform der direkten Steuern wieder aufgenommen. Das Haus ist schwach besetzt. Bei Artikel 1 befürworten mehrere Redner eine Gegenvorlage, nach welcher das Staatsmonopol der Rektifikation des Alkohols eingeführt werden soll, dessen Etrag die direkten Steuern ganz oder theil- weise ersetzen würde. Der Finanzminister Cochery erwidert«, die Verwaltung sei mit dem Studium der Frage beschäftigt und werde, sobald diese Arbeiten beendigt seien, eine hierauf be- zügliche Vorlage einbringen. Hierauf wurde die Gegenvorlage zurückgezogen. Pelletan trat für die von Doumer eingebrachte Gegenvorlage«in, nach welcher eine allgemeine Einkommensteuer eingeführt werden soll, wie sie von der Kammer zur Zeit des Kabinets Bourgeois bewilligt worden war. Pelletan bemerkte. diese Steuer habe nichts.Revolutionäres an sich, da sie beinahe in ganz Europa bestehe. Pelletan führt« aus. daß die projektirte Wohnungstaxe den Armen viel schwerer belaste als den Reichen. Für den Armen repräsentire dieselbe ein Fünftel des Einkommens, während der reichste Steuerträger Frankreichs, dessen Einkommen 24 Millionen betrage, nur ein Zweihundertstel des Einkommens bezahlen würde. Nach dem deutschen Einkonnnensteuer-Gesetz zahlten die Frankfurter Roth- schilds 399 999 Franks jährlich, während die reicheren Pariser Rothschilds nach dem Projekte des Finanzministers Cochery 16 999 Franks zahlen würden. Die französische Demo- kratie sei also genöthigt, sich Beispiele der Gerechtig- keit jenseits des Rheins zu suchen.(Beifall links.) — In der Kammer scheint das Bestreben sich geltend zu machen, die Erörterung über die Steuervorlage des Finanz- Ministers Cochery auf die nächste Tagung zu verschieben, und dies um so gnehr, als selbst in dem Falle, wenn das Gesetz noch vor dem 31. Dezember zu stände käme, es wegen der lange Zeit erfordernden Herstellung der neuen Steuerlisten und wegen der unsicheren Ergebnisse des ersten Versuchs noch nicht im Januar 1897 würde zur Anwendung kommen können.— Der Ministerpräsident Meline wird morgen eine große Rede zur Be- kämpfung des Gegenantrages Doumer's halten.— Italien. Rom, b. Juli.(Eig. Bericht.) Das M i n i st e r i u m d i R u d i n i hat nach mehrtägiger Debatte über das Budget der auswärtigen Angelegenheiten vom Abgeordneten- hause mit beträchtlicher Majorität ein Vertrauensvotum erhalten. Die Opposition, welche wesentlich in dem in der Kammer noch immer nicht unbeträchtlichen Anhang Crispi's besteht, war von vornherein dadurch geschwächt, daß sie den Erklärungen der Minister über die Alliance mit den beiden deutschen Mächten und über das Freundschastsverhältniß mit England eingestandener- maßen nur zustimmen konnte und sich daher darauf beschränken mußte, die Personen der Minister anzugreifen. Die von di Rudini im Laufe der Debatte gelegentlich gethane Aeußerung, daß die Allianceverträge mit de» deutschen Mächten verbesserungsfähig seien, hat im Auslände, wohl infolge un- genauer telcgraphischer Berichte eine erweiterte Auslegung er- halten; von der Absicht, Abänderungen an diesen Verträgen zn beantragen, hat der Minister schon deshalb nicht sprechen können, weil die Verträge erst kürzlich bis zum Jahre 1903 verlängert worden sind. In der Kammer halte die Bedrohung der Regent- schaft Tripolis durch Frankreich Anlaß zu der Anfrage gegeben, ob Italien gegen diese das Gleichgewicht der Interessen am Mittelmeere bedrohenden Absichten auf den Beistand seiner Verbündeten werde rechnen könne». Der Minister des Auswärtigen antwortete, daß die Integrität der Regentschaft Tripolis einen Theil der Integrität des türkischen Gebietes bilde und insofern dem europäischen, nicht dem afrika- nischen Völkerrecht« angehöre; er behauptete also kein« beson- dere Verpflichtung Preußens und Oesterreichs zur Aufrecht- erhaltuug des gegenwärtigen Zustandes in Tripolis, sondern eine allgemeine Verpflichtung aller Pariser Verlragsmächte. Die Debatte über die auswärtigen Angelegenheiten hat übrigens die "*olge gehabt, daß eine Spaltung in der äußersten Linken der ammer eingetreten ist. Einige ihrer Mitglieder, dsreu Steckenpferd von jeher der Jrredentismus, d. h. die Beanspruchung der italienisch redenden Gebietstheile Oesterreichs für das König- reich Italien gewesen ist, traten aus der Partei aus, als diese sich nicht wegen der Erklärungen der Minister zu gnnsten des Dreibundes dazu bestimmen lassen wollte, gegen das Ministerium mit dem Anhange Crispi's gemeinsame Sache zu machen. Die Ausgetretenen sind Jmbriani und der Tricstiner Emigrant Bar- zilai, während Cavallotti und die Mehrheit der Partei für das Ministerium stimmten. Inzwischen bat, nach einem mißlungenen Obstruktionsvcrsuch von feiten der Crispinianer, die Diskussion über die Vorlagen zu gunsten Siciliens begonnen, di« voruys- sichtlich noch vor den Parlamentsferien angenommen werden dürsten. Ob auch die Mililärvorlagcn Ricotli's, durch welche das italienische Heer um die vierten Kompagnien verringert werden soll, vor dem Schluß des Parlaments zur Diskussion ge- langen, ist noch immer zweifelhast. Parma, 7. Juli. Eine Polizeipatrouille stieß heute Nachi auf einen gewissen C a s s i n e l l i, der dem(von Crispi zur Bekämpfung des Sozialismus erdachten) Ueberwachungs- g e s e tz e unterstellt ist, und wollte denselben weg«n Uebertretung dieses Gesetzes verhaften. Zahlreiche Personen ergriffen jedoch für Cassinelli Partei und wandte» sich gegen die Schutzleute. In dem hieraus entstandenen Handgemenge wurde Cassinelli durch einen Revolverschuß getödtet. Die Menge verfolgte die Wachleute und machte einen Angriff auf die Polizeikaserne. deren Thor eingeschlagen wurde. Als die Polizisten sich der Uebermacht gegenüber sahen, gaben sie Feuer und verwundeten Personen. Nach Ankunft von weiteren Polizeibeamten und Militär wurde die Ordnung wieder hergestellt. Der Leichnam Cassinelli's wurde von der Menge in langem Zuge durch die Stadl und dann nach dem Friedhofe gebracht. Spanio«. Madrid, 7. Juli. Ein« Gruppe von 49 Senatoren be- chloß, den Gesetzentwurf betreffend die S u b v e n t i o n der Eisenbahnen energisch zu bekämpfen. Der Senat ernanute eine Kommission, welche diesen Entwurf vorberathen soll. Die Mitglieder dieser Kommission stehen sämmtlich dem Entwurf günstig gegenüber. Die für die Vorberathung des Gesetzentwurfs eines Handelsvertrags mit Deutschland eingesetzte Kommission ist dieser Regierungsvorlage ebenfalls günstig gestimmt. In der Ortschaft V i l l a l o n g a, Provinz Tarragona, griffen Landleute die Gendarmerie an, welche das Wasserreservoir besetzt hielt. Schüsse wurden gewechselt, und einige Personen verwundet.— Der Grund für diesen Krawall X ift nicht angegeben. Wahrscheinlich wieder die landesübliche Mit solchen Beschlüffen ist also gar nichts gethan. Die Geherrschen in unserem Gewerbe so traurige Lohn- und Arbeits Steuerauspreffung! noffen vieler Orte und Provinzen thäten dagegen gut, verhältniffe, wie in feiner anderen Gewerkschaft. Um mit Erfolg Rußland. wenn sie sich die Frage vorlegten, wie die Mittel aufgebracht gegen die heutigen Zustände fämpfen zu können, ist ein geIn Bublin find kürzlich zwanzig Kinder vers werden können, um die diversen zwingenden Nothwendigkeiten" schloffenes Borgehen unbedingt nothwendig. Darum er= haftet worden, als sie soeben von der ersten Kommunion zu befriedigen. Sind die Mittel erst vorhanden, dann bedarf es scheint alle Mann für Mann in der Berfammlung und zurückkehrten. Sie hielten in den Händen Bilder, die sie von dem so dringender Appelle an die Partei leitung der Partei zeigt, daß die Glaser zum Klassenbewußsein gekommen Geistlichen als Andenken empfangen hatten. Auf der Straße hatten vorft and ift gerichtlich gefchloffen, wie unseren unterfränkischen sind und die Unsicherheit unserer Griftenz beseitigt werden kann. die Kinder außer diesen Bildern plöglich noch gedruckte Better Genoffen bekannt sein sollte wie ein solcher in Schweinfurt Alle persönlichen Reibereien müssen hiermit verschwinden. Kolin den Händen. Ein Gendarm trat an die 10-12 jährigen Kinder beschlossen wurde, überhaupt nicht. legen, welche sich für die Verbreitung der Flugblätter interheran, nahm ihnen die Zettel fort und ließ sich die Wohnungen der Eltern angeben. Nachmittags wurden bei diesen Eltern Haus- Mitglieder der Filiale M.- Gladbach des Textilarbeiter- Berbandes mann einsenden. Ebenso ersuchen wir um Angabe von Adreſſen Polizeiliche Bevormundung. Vor ca. 14 Zagen hatten die effiren, wollen ihre Adresse an den unterzeichneten Vertrauens. suchungen abgehalten, ohne daß etwas Berdächtiges gefunden nach vielen vergeblichen Bemühungen wieder von einem Wirth die der uns noch fernstehenden Kollegen, um auch diesen Flugblätter worden wäre. Trotzdem führten die Gendarmen die 20 Kinder ins Busage erhalten, daß sie ihre monatlichen Versammlungen in zusenden zu können. Ausstehende Sammellisten und AgitationsPolizeigefängniß ab und vertrieben Abends die in ihrer Herzens- seinem Lokale abhalten könnten. Die nöthigen Vorarbeiten zu ertrauensmänner: J. A.: W. Starte, Boechmarken müssen in dieser Versammlung abgerechnet werden. Die angst herbeigeeilten Eltern von dem Thore des Gefängnisses. der ersten Versammlung wurden mit allem Eifer getroffen, Handstraße 34, of I. Den andern Zag ließ der Staatsanwalt des Kreisgerichts, Grafow, zettel hergestellt u. s. w. Aber der Mensch denkt und bie die Stinder vorführen und fragte, von wem fie jene Bettel er Polizei lenkt. Einige Tage vor der geplanten Versammlung lief Achtung, Metallarbeiter! Der Ausstand der Former und halten hatten. Manche der aufs höchste erregten Kinder gaben folgendes Schriftstück bei einem der Vorstandsmitglieder ein: Gießereiarbeiter dauert unverändert fort. Die Gießereibesitzer an, die Zettel von einem unbekannten Manne bekommen zu haben. ,, Theile hierdurch ergebenst mit, daß ich nicht in der suchen jetzt den nöthigen Guß außerhalb Berlins anfertigen zu Einer der Knaben wies auf einen von Grafow's Unter= Lage bin, zu genehmigen, daß Ihr Verein die Monats- laffen. Die Metallformer allerorts werden daher ersucht, bei beamten und sagte ans, dieser Mann sei es gewesen. Ein Bersammlungen hier abhält, indem mir das polizeilicher zweifelhaften Aufträgen mit dem Unterzeichneten in Verbindung Knabe von 10 Jahren, der in dem Glauben war, es handele sich feits gestern mitgetheilt worden ist. zu treten. Die Gürtler machen wir darauf aufmerksam, daß der um das Heiligenbild, entgegnete:" Der Geistliche hat's mir Bertrauensmann der Gürtler, R. Heinrich, jeden Mittwoch Abend gegeben". Sofort wurde bei dem Priester eine Haussuchung abs von 6-8 Uhr bei Mehner, Oranienstr. 184, die einlaufenden gehalten, wobei die Polizei sogar die Dielen aufriß, ohne jedoch Unterstügungsgeldec faffirt. Der Vertrauensmann der Berliner etwas Berdächtiges" zu finden. Die Kinder blieben drei Tage Metallarbeiter: Otto Naether, N., Antíamerstr. 44. im Bolizeigefängniß, einige von ihnen sogar acht Tage. Die Bettel enthielten den bekannten Aufruf, der dagegen protestirt, das Czar Nikolaus bei der Kaiserkrönung auch den Titel eines Königs von Polen angenommen hatte. werden. Afrika. Amerika. -GW = Achtungsvoll Stephan Lygraaff." Der Borgang bestätigt nur aufs neue, wie bei der Abhängig feit der Gastwirthe die Behörde ihre Machtbefugniffe dazu benutt, Anordnungen zu treffen, für die eigentlich jede rechtliche Grundlage fehlt. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Drei F Achtung, Zimmerer! Bei dem Baumeister Schäfer, Reinickendorferstraße 62, ist vom Dienstag a5 die neunstündige Arbeitszeit für Zimmerer wieder eingeführt. Die Sperre ist somit aufgehoben. Die Lohnkommission der Zimmerer Berlins und Umgegend. Der Streik in der Dampffeffelfabrik von Arthur Rods berg in Darmstadt ist für beendet erklärt. Von den Ausständigen befinden sich noch 15 ohne Beschäftigung. Die Arbeiter haben über die Fabrik die Sperre verhängt. Die rothe Farbe. Am 1. Mai war durch die Stadt Ahaus( Westfalen) eine Anzahl Arbeiter gezogen, wobei Abessynien. Nach einer römischen Privatdepesche alle an dem Rock auf der linken Bruftfeite eine Doppelschleife aus Maffauah hat der in Kassala stationirte Lieutenant von rother Farbe trugen, worauf in Golddruck die Worte Der Maurerftreik in Gera dauert bereits neun Wochen, Bavone am 27. Mai in Osobri am linken Atbara- Ufer eine standen:„ Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Erholung, acht ohne daß eine Beendigung abzusehen ist. Die Meister behelfen Refognoszirung unternommen, wobei er auf Derwische stieß. Stunden uhe; Proletarier aller Länder vereinigt Euch fich lieber mit einigen ungeübten Kräften, als daß sie einen Die italienischen Truppen hatten gute Deckung und erlitten feine zum 1. Mai." Aus diesem Thatbestand waren jene Stundenlohn von 32 Pf. und die zehnstündige Arbeitszeit anVerlufte; auf seiten der Derwische fielen zwei Mann. Das Arbeiter zur Untersuchung gezogen worden, wegen Ueber- erkennen. Da die Meister fortwährend Versuche machen, von Feuer hielt fast den ganzen Tag über an. Die Zahl der tretung der dortigen Kreis- Polizeiverordnung, die denjenigen auswärts Streitbrecher heranzuziehen, so ist dringend darauf zu Derwische betrug etwa 100. Die italienischen Truppen fehrten mit Strafe bedroht, der Bänder, Abzeichen, Kofarden in anderen, achten, daß der Zuzug fern gehalten wird. Im Ausstand benach Raffala zurück. In Elfafcher sind einige Truppen vom Fuß- als den Farben desjenigen Landes öffentlich trägt, worin der finden sich 68 Maurer, davon 49 Verheirathete. Abgereist sind volt der Derwische. Träger staatsangehörig ist. In der Revisionsinstanz erklärt das 350 von den Ausständigen. - Sudan. Wie Daily Telegraph" aus Kairo meldet, Sammergericht( neuester Band der Entscheidungen) jene Straf- Der Streit in der Pensberger'schen Bürstenfabrik hat die Cholera Akascheh erreicht. Das ist gefährlicher bestimmung für rechtsungiltig und sprach die Angeklagten frei. in München scheint nunmehr entgiltig beigelegt zu fein. Der für die egyptische Armee als der Krieg. Monate Gefängniß verhängte das Fabrikant hat von seinem anfänglichen Verlangen, einen Wider-Südafrikanische 3. Die„ Times" melden aus Kapstadt, 3wickauer Landgericht über den verantwortlichen Redakteur des ruf des von der Lohnkommission verausgabten Flugblattes zu daß sich der Ausschuß des Volksraad des Oranje Frei:" Sächsischen Volksblattes" Genossen C. Keil wegen Beleidigung erzielen, Abstand genommen und sich damit begnügt, daß nur staates für die Erwerbung der Eisenbahn von der des Herrn Landgerichts- Präsidenten v. Mangoldt. Unser Genoffe eine Richtigstellung in betreff der Löhne gegeben wird.' Dem will Rapkolonie für den Preis von 2780 000 Pfund Sterling aus: hatte das strafwürdige Verbrechen begangen, über den Herrn die Streitkommission nachkommen und sind damit endlich die gesprochen habe. Ein Theil der Kosten solle aus den Gin- Landgerichts- Präsidenten zu melden, er sei suspendirt anstatt Differenzen beseitigt. fünften gedeckt werden. Man glaube, der Rest von dispenfirt von seinem Amt. etwa vom Rheinischen Sängerbund ges Zu dem Streit der Rahmen und Blankglafer in 1 750 000 Pfund Sterling fönne au 81/2 pet. aufgebracht planten Sängerbundesfest in Ronsdorf werden seitens der Leipzig ist mitzutheilen, daß noch 29 Kollegen im Ausstand find. Behörde fortgesezt die größten Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Die Meiſter versuchen durch die Arbeitsnachweise der Innungen Zunächst wurde den Arrangeuren der Festzug verboten. Auf die von auswärts Gesellen zu erhalten. Zuzug ist daher streng -Bur amerikanischen Präsidentenwahl eingelegte Beschwerde hat der Regierungspräsident nicht nur fernzuhalten. Die Bertrauensmänner der Berliner Der demokratische Nationaltonvent ist heute in dieses Verbot bestätigt, sondern auch die Abhaltung eines TanzGlaser. Chikago zusammengetreten. Eine Depesche vom heutigen Morgen vergnügens untersagt. Da der von dem Herrn Regierungsbesagt: präsidenten hierauf gegebene Bescheid von großem Interesse ist, Chikago, 7. Juli. Die Goldanhänger im National fo laffen wir denselben wörtlich folgen. Er lautet: tomitee haben mit 27 gegen 23 Stimmen beschlossen, Hill Die Prüfung Ihrer weiteren, die Festsetzung einer Polizeials vorläufigen Präsidenten vorzuschlagen; die Silberanhänger, stunde sür die Veranstaltung von Festbällen betreffenden Bewelche in der Minorität sind, werden Daniel vorschlagen. Die schwerde hat ergeben, daß die vom Feſtausschuß geplanten Tanz über die Geschäfte Ebert, Otto Schulz und Jung verhängte Zur Lohnbewegung der Leipziger Stuckateure. Die Goldanhänger in der Konvention haben keine Hoffnung, die luftbarkeiten, auch wenn dieselben auf den Kreis der Sperre bleibt nach wie vor aufrecht erhalten. Insgesammt Aufnahme der freien Silberprägung in das Programm zu ver- Vereinsmitglieder beschränkt blieben, den arbeiten in diesen drei Wertstellen nur 5 Mann, während die hindern, sie sind jedoch darauf bedacht, sich jeden Bortheil zu har after einer öffentlichen Tanzluftbarkeit 20 Firmen, die die Forderungen der Gehilfen bewilligt haben, sichern. haben würden. Der Arbeiter- Sängerbund„ Rheinland" besteht zusammen 180 Gehilfen beschäftigen. Nach einer anderen Depesche find 60 000 Besucher in Chicago, aus einer so großen Anzahl von Vereinen mit insgesammt fo die durch den Konvent angezogen sind. Die Aufregung ist sehr groß. vielen Mitgliedern, die unter einander unmöglich in engeren Be leber die Maßregelung städtischer Arbeiter in Dresden Vizepräsident Stevenson hat einen Brief veröffentlicht, in dem er sich ziehungen stehen können, daß von dem Arbeiter Sänger- brachten wir vor kurzem die Mittheilung, daß von der Ver für die freie Silberprägung ausspricht. Die amerikanischen bund Rheinland" nicht mehr gefagt werden kann, feine waltung der Tiefbaugesellschaft 17 Arbeiter entlassen wurden, Minenbefizer haben die vier Millionen Dollars, die sie auf ihrer Mitglieder bildeten einen in fich gefchloffen, bestimmt weil sie einen höheren Sohn verlangten. Daraufhin haben die legten Konferenz zu Agitationszwecken aussetzten, jetzt fliegen zu abgegrenzten Kreis von innerlich unter sich verbundenen städtischen Arbeiter nach den Beschlüffen einer gut besuchten laffen. Das ist ihre legte Chose, und die Silberleute arbeiten Personen. Zur Veranstaltung einer öffentlichen Tanzluftbarkeit Versammlung an den Rath eine Eingabe gerichtet, in der fabelhaft. bedarf es in besonderen, in der Bezirks- Polizeiverordnung vom außer Wiedereinstellung der gemaßregelten Arbeiter auch Durch die Spaltung der Demokraten werden die, ohnehin 23. Mai 1860, betreffend die hhaltung öffentlicher Tanz- Forderungen hinsichtlich des Lohnes und ber Arbeitszeit geringen Chancen eines demokratischen Sieges noch mehr ver- luftbarkeiten, nicht vorgesehenen Fällen meiner Genehmigung. gemacht wurden. Die Unterzeichner der Eingabe wurden Dieselbe bin ich aber nicht in der Lage zu ertheilen. Die vom am Montag durch den Oberbürgermeister und den Baurath Feftausschußfbeabsichtigten Tanzluftbarkeiten haben mithin zu unter- Klette beschieden. Herr Baurath Klette erklärte, daß er feine solche Verfügung erlassen habe, sondern daß sein Name von einem bleiben.( Folgt die Unterschrift.) Das Fest wird natürlich trotzdem abgehalten. Es dürfte Unterbeamten, der demnach nur der Unterzeichner des Schriftaber bisher kaum vorgekommen fein, daß ähnliche Veranstaltungen, stückes, Tannenheim, sein kann, mißbraucht worden wäre. Der wenn sie von loyalen Turn- und Gesangvereinen, von Krieger- Wiedereinstellung der Arbeiter stände nichts im Wege. Anch vereinen ausgehen, gleichen Beschränkungen unterworfen wären. wurden Zusicherungen wegen Lohnerhöhung und Höherbezahlung zu solchen Auslegungen über öffentliche und nicht öffentliche der Ueberstunden gemacht. Bergnügen gelangt man immer, wenn es sich um Arbeiter- Am Streit der Schmiede in Frankfurt a. M. find vereine handelt, die der herrschenden politischen Strömung 70 Gesellen betheiligt. Zu den neuen Bedingungen arbeiten unangenehm find. 46 Gesellen. mindert. Partei- Nachrichten. Bum Juternationalen Sozialisten- Kongreß schreibt man uns aus London: Die Zahl der angemeldeten Delegirten beläuft sich jetzt auf 670, so daß jedenfalls ein größerer Saal als der ursprünglich gemiethete nöthig werden wird. Die Frage wird in den nächsten Tagen entschieden. Ferner hat das Empfangstomitee des Rongresses mit den hiesigen Reise- Agenturen Rücksprache genommen wegen Ermäßigung der Fahrkarten für die festländischen Delegirten. Für Deutschland ist soviel vereinbart Gewerkschaftliches. Bur Lohnbewegung, der städtischen Hafenarbeiter in Frankfurt a. M. Wie in einer am Sonnabend abgehaltenen Bersammlung der Hafenarbeiter mit Entrüftung festgestellt wurde, worden, daß, wenn sich mindestens 30 Theilnehmer finden, Arbeiter, Parteigenoffen! Wie allen betaunt sein hat der Verwalter des Lagerhauses furz vor Auszahlung des die von Köln ab an ein und demselben Tage nach wird, befinden sich die Hutarbeiter und Arbeiterinnen Sohnes den Arbeitern eine sog." Arbeitsordnung" zur UnterLondon fahren wollen, wollen, sie Fahrkarten zweiter seit dem 21. Mai im Ausstande. Die Manipulationen des schrift vorgelegt. Nach derselben besteht bei denjenigen Arbeitern Klasse für Hin- und Rückfahrt*) über Brüssel Unternehmerthums gehen darauf hinaus, die feit 25 Jahren be- mit einem Tagelohn von 2,50 M. und weniger feine Kündigungsstehende Organisation zu zerstören. Daß sich die Hutmacher frist, bei denjenigen mit einem solchen von 2,80 M. und Dover, sammt gutem Nachtlager und gegen ein derartiges rigoroses Vorgehen mit alter Entschiedenheit und darüber eine achttägige Kündigungsfrist. Auf die Frühstück in London für 2 Tage zum Preise von wehren, ist wohl selbstverständlich. Die Organisation ist es der eigenen Weigerung zweier Arbeiter, den behördlichen„ ukas" zu unter55 Mart haben können. Erforderlich ist aber, daß die Firma Ehre sowohl, als auch allen andern Gewerkschaften gegenüber schuldig, zeichnen, sollte natürlich sofortige Entlaffung erfolgen. Die mindestens acht Zage vor Antritt der Fahrt die das den Arbeitern gefeßlich gewährleistete toalitionsübrigen Arbeiter haben das Schriftstück unterzeichnet. Ferner recht gegen einen solchen Angriff zu vertheidigen. Aus diesem wurde mitgetheilt, daß die Antwort vom Magistrat auf die EinBestellung und das Fahrgelb erhält. Grunde ersuchen wir alle Gewerkschaften Berlins gabe der Lohntommission immer noch nicht eingelaufen sei. Auf und auswärts, die Hutmacher in ihrem schweren Kampfe der Tagesordnung der nächsten Dienstag stattfindenden Stadtzu unterstützen, denn ein Unterliegen der so gut organisirten verordnetenfißung fteht u. a. als Berathungsgegenstand: Arbeiter in städtischen Betrieben, Hutmacher bedeutet ein Schlag gegen sämmtliche Gewerkschaften.„ Eingabe der Es Möge es deshalb jeder Arbeiter als seine Pflicht betrachten, unter Zohnverhältnisse betreffend." ift nun möglich, daß feinen Berufsgenossen dafür Sorge zu tragen, daß die Aus der Magistrat dies erst abwarten will. Einstimmig wird gesperrten genügend unterstützt werden können. Im Ausstande dann beschloffen, nur noch bis zum nächsten Mittwoch befinden sich 900 Personen, darunter 300 weiblich Abend( um welche Beit wieder eine Bersammlung der Hafen= Thue also ein jeder seine Schuldigkeit und der Sieg ist den arbeiter im felbigen Lokal stattfindet) zu warten. Erfolgt bis Arbeitern gewiß. zu genannten Termin feine zusagende Antwort, wird die Gelder richte man an den Unterzeichneten. tommende Versammlung Stellung dazu nehmen; eventuell sind die Arbeiter gefonnen, für ihre Forderungen mit aller Energie einzutreten. Den Arbeitern, welche das famose Schriftstück betreffs Kündigungsfrist bis jetzt noch nicht unterschrieben haben, wird der Rath gegeben, dies auch für die Folge zu verweigern. Falls daraufhin weitere Maßregelungen vorkommen sollten, vers sprechen die Versammelten, für die betreffenden Arbeiter ein zutreten. Eine entsprechende Reduktion kann auch für die Fahrt von Frankfurt am Main nach London erlangt werden. Wir bringen die vorstehende Mittheilung, weil es gewünscht wird. Im übrigen aber glauben wir, daß der Plan der gemeinsamen Fahrt schon an der Thatsache scheitern wird, daß die Gesammtzahl der deutschen Delegirten nicht viel höher wie 30 Mann sein wird und daß von diesen wieder mehrere einen Umweg machen müssen, wenn sie Köln als Sammelpunkt wählen würden. Als Delegirter für den Internationalen Arbeiterkongrek ist von den badischen Genossen August Dreesba ch in Mannheim gewählt worden. e. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommiffion. J. A.: R. Millarg, Annenstr. 16, v. p. Universitäten an. ihre In der Werkstatt des Tischlermeisters Garde( KüchenAuf dem vierten Unterfränkischen Parteitag, der am möbelbranche), Meißensee, Lehderstr. 26, sind Lohndifferenzen 28. Juni in Schweinfurt abgehalten wurde, ge- ausgebrochen. Es wird daher gebeten, den Zuzug fern zu halten. langte folgende Resolution zur Annahme: Der am 28. Juni in Schweinfurt tagende Parteitag für Unter- Achtung, Schuhmacher! Die Arbeiter der Schuhfabrik franken stellt an den Parteivorstand das dringende Er- von Himmelreich u. Co., Berlin, Johannisstraße 20, legten suchen, die Unterfränkische Volfstribüne" nach Kräften wegen Lohnabzüge die Arbeit nieder. Der Streit in den Schuhzu unterstützen." Der Parteitag erblickt in unserem Partei- Organ fabriken von Erpel, Kaiserstraße 41, und Röseler, Usedom- Depeschen und lehte Nachrichten. für unsere zurückgebliebene Gegend eine zwingende Nothwendig fchmidt u. Lange, Brunnenstraße 10, wurden sämmtliche 30 Stimmen die Vorlage betreffend die Errichtung von provinzialen straße, dauert unverändert fort. In der Schuhfabrik von BergParis, 7. Juli.( W. T. B.) Der Senat nahm mit 219 gegen keit und dies un so mehr, als die vertretenen agitatorischen Arbeiter entlassen, angeblich wegen Einstellung des Betriebes. 30 Stimmen die Vorlage betreffend die Errichtung von provinzialen Kräfte an das Unternehmen selbst gebunden sind. Die Schwein- Die Vermuthung, daß es sich hier um die Beseitigung einiger furter Parteigenossen haben erkannt, daß die Leitung in WürzKairo, 7. Juli.( W. T. B.) Nach dem heutigen Ausweise burg in guten Händen ruht. Es hat sich dies aus der Jahres, mißliebiger Personen handelt, ist nur zu sehr begründet. Zuzug über den Stand der Cholera tamen in der egyptischen Armee abrechnung des Partei- Unternehmens ergeben und bringen auch Schillingstraße 24. Die Agitations- Kommission der Schuhmacher Erkrankungsfälle und fünf Todesfälle in Wady- Halfa vor. Unter ist fernzuhalten. Sendungen sind zu richten an K. Willner, fünf Fälle in Assuan, sechs in Korosto, zehn neuе die Schweinfurter Genossen der derzeitigen Leitung ihr vollſtes Berlins. Vertrauen entgegen." den englischen Truppen wurden in Wady- Halfa feit Sonnabend Achtung, Glaser Berlins und Umgegend. Die Ver- vier weitere Erkrankungs- und vier Todesfälle festgestellt. Unter trauensmänner wurden in der letzten Bersammlung beauftragt, der Bevölkerung kamen drei weitere Erkrankungs- und drei eine außerordentliche Versammlung einzuberufen. Diese findet Todesfälle in Alexandrien, zehn Erkrankungs- und fünf Todes= am Sonntag, den 12. Juli, vormittags 10 Uhr, Kommandantens fälle in Kairo und 465 Erkrankungs- bezw. 403 Todesfälle im straße 20 statt. Kollegen! Sorgt nun für guten Besuch der übrigen Egypten vor. Zweifelsohne finden noch viele uns Versammlung, damit wir über unsere Lage, welche doch gewiß registrirte Todesfälle an Cholera täglich in allen Theilen einer Verbesserung bedarf, ernstlich berathen können. Es Egyptens statt. Daß in den Augen der unterfränkischen Genossen das Erscheinen eines Parteiblattes in Würzburg eine zwingende Noth wendigkeit" sei, glauben wir gerne. Aber in welcher zurück gebliebenen Gegend" existirt diese Nothwendigkeit nicht? *) Bei letzterer ist gemeinschaftliches Fahren nicht vor geschrieben. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Elecke in Berliu. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Fierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 157. Juni. Mnterm neueffen Kurs. 1. Zwickau. Wegen Beleidigung des sächsischen Staatsministeriums Genoffe Keil 4 Monate Gefängniß. . Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Blod, Dortmund, wegen Majestätsbeleidigung 4 Monate Gefängniß. Berlin. In gleicher Instanz Genoffe Pistorius, Magdeburg wegen Verstoßes gegen das Vereinsgeset 100 M. Geldstrafe. 2. Sondershausen. Genosse Nottrodt aus Greußen 4 und Genosse Voigt aus Arnstadt 6 Monate Gefängniß wegen gemeinsamer Aufreizung von Personen des Soldatens standes zum Ungehorsam gegen Befehle Oberer. " Hamburg. Wegen Beleidigung eines Schuhmanns Genoffe Stenzel 200 M. Geldstrafe und ein Zuschneider 1 Monat Gefängniß. 4. Dresden. 75 und 100 M. Geldstrafe die Genoffen Lange und Zimmermann wegen Berübung groben 6 Unfugs. Chemnitz. Wegen des gleichen Reats Genoffe 3eißig " 15 M. Geldstrafe. 5. Hamm. Genoffe Schulz wegen öffentlicher Verbreitung. von Druckschriften 6 M. Geldstrafe. " " " " Altona. 24 M. Geldstrafe ein Bigarrenarbeiter wegen unerlaubten Sammelns. Erfurt. Gen. 3iegler 50 und Gen. Wiertelarz 30 M. Geldstrafe wegen Verübung groben Unfugs. 6. Dresden. Wegen Richterbeleidigung Genosse ünig fünf Monate Gefängniß. Harburg. Genosse Allmann Hamburg 300 M. Geldstrafe wegen Beleidigung der Bäckermeister. Hof. Wegen Beleidigung eines Fabrikdirektors Genoffe Hof. Wegen Beleidigung eines Fabrikdirektors Genoffe Geißler 40 M. Geldstrafe. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Gülben berg- Erfurt brei Monate Gefängniß wegen Majestätsbeleidigung. „ Harburg. Sechs Monate Gefängniß der Arbeiter Brunner wegen Nöthigung und Bedrohung von Streitbrechern. 9. Kottbus. In der Berufungsinstanz Genoffe Neumann wegen Verübung groben Unfugs 150 M. Geldstrafe. 11. Harburg. Genoffe Thiel 5 Wochen Gefängniß wegen zweier Beleidigungen. " " " " Belten. Die Genoffen Paris und Schaffer je 6 M. Geldstrafe wegen unerlaubten Kollektirens. Mittwoch, den 8. Juli 1896. 13. Jahrg. 29. Leipzig. Die Genossen Schiemann und Bort- Bismarck, und da der alte Volksfeind im Sachsenwald denn doch mann wegen Beleidigung des sächsischen Staats- zu sehr Tattergreis geworden, so müsse der junge Herbert die minifteriums je 4 Monate Gefängniß. Karre wieder aus dem Dreck ziehen. Dieser drollige Vorschlag Halle. Einen Monat bezw. eine Woche Gefängniß mag der liberalen Presse Angst gemacht haben. Wir erkennen Genossen Lehmann und Gröber wegen Beleidigung aus der Offenbarung dieses Mittels, daß der Verfasser, wenn eines Rechtsanwalts. auch kein Zeilenschinder, so doch ein Politiker von sehr zweifel" " " . Leipzig. In der Revisionsinflanz Genosse Gerhardt- haftem Werthe ist. Breslau wegen Richterbeleidigung 1 Monat Gefängniß. Werdau. Wegen unerlaubten Rollettirens Schwarz 20 M. Geldstrafe. Berlin soll partout Seeftadt werden. Der Magistrat in Genoffe Stettin bat nämlich beim hiesigen Magistrat in Anregung ge 30. Erfurt. Genoffe Wiertelars wegen Berübung groben Unfugs in zwei Fällen 60 M. Geldstrafe. Burgstädt. Eine Woche Gefängniß Genoffe 3erche wegen Beleidigung der Polizeibehörde. Roftock. Wegen Beleidigung des Magistrats in Parchim Genosse Groth 14 Tage Gefängniß. „ Köpenick. " Acht Genossen wegen Ueberschreitung der polizeilichen Tanzerlaubniß je 10 mt. Geldstrafe. Jahre, 10 Monate, 4 Wochen und 6 Zage Gefängnißstrafe. Insgesammt wurden erkannt auf 2318 Mart Geld- und Hamburg- Eimsbüttel, den 6. Juli 1896. Eichenstraße 4, I. Der geschäftsführende Ausschuß. Tokales. bracht, daß zwischen Berlin und Stettin ein besserer Wafferweg an ftelle des Finow- Kanals geschaffen werde. Die Ausbildung dieser Wasserstraße soll soweit erfolgen, daß darauf Schiffe mit 12 000-20 000 Zentner Tragfähigkeit verkehren können. Auf ist die Tragfähigkeit der Schiffe auf 3500 Zentner begrenzt. Dies dem jetzt bestehenden Wasserwege zwischen Berlin und Stettin Projekt ist schon früher- wenn wir nicht irren, von Stroußberg in Aussicht genommen gewefen. Vielleicht ist man der Ansicht, eine Seeverbindung mit Hamburg wünde von ungleich höherem Nußen für Berlin sein. Der hiesige Magiftrat hat sich dem Stettiner Magistrat gegenüber erboten, über diese Angelegenheit in Verhandlung zu treten. Die Eisenbau- und Betriebsgesellschaft Bering it. Wächter ( Hannover- Berlin) hat dem Magistrat und dem königl. Polizei präsidium ein Projekt zur Herstellung einer elettrischen Bahn von Berlin nach Köpenick, Friedrichs. hagen und Grünau mit der Bitte überreicht, derselben die Parteigenoffen des 2. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Priorität für diese Bahnlinie zu sichern und die Erlaubniß zur Der Vorstand des sozialdemokratischen Wahlvereins des 2. Berliner Ausführung der erforderlichen Vermessungsarbeiten, insoweit die Reichstags- Wahlkreises bringt hiermit den Parteigenossen zur Trace Berliner Gebiet betrifft, zu ertheilen. Diese neue elektrische Kenntniß, daß von heute ab in folgenden Zahlstellen die Mit- Bahn soll am Oranienburger Thore beginnen und durch die gliedsbücher in Empfang genommen werden können: 1. Karl Linienstraße bis zur Prenzlauerstraße bezw. Prenzlauer Thor geSchonheim, Gräfeftr. 8; 2. Paul Müller, Gräfeſtr. 31; führt werden. 3. Ferdinand& wa Id, Schönleinstr. 6; 4. Julius Raumann, Saß, Markgrafenstr. 102; 7. Frig Bubeil, Lindenstr. 106; Blücherstr. 42; 5. E. Lindemann, Moritsir. 9; 6. Hans 8. Karl 2üdke, Boffenerfir. 10; 9. Wilhelm Grube, Mariendorferstr. 5; 10. Franz Kizing, Belleallianceftr. 79; 11. G. Schmit, Yorffir. 62; 12. Hermann Werner, Bülowftr. 59; 13. Otto Antrid, Steinmestr. 60; 14. August Paulsch, Culmstr. 36; 15. E. Starf, Lüßowstr. 6; 16. A. Faller, Pallasstr. 16. Hinsichtlich der Verstärkung der Deputation für die beitspflege hat der Magistrat beschlossen, den Antrag, dieser städtischen Strantenanstalten und die öffentliche Gesund Deputation beizutreten, die Mitglieder derfelben nicht zu ver mehren, da eine Nothwendigkeit hierfür nicht vorliege. Städtische Hilfsarbeiter und Stadtverwaltung. In der Boss. 3tg." lesen wir: Schon wiederholt ist es vorgekommen, daß städtische Hilfsarbeiter, sobald sich ihnen eine bessere Stellung bot, die Stadtverwaltung ohne Rücksicht auf den geschloffenen Achtung, Parteigenoffinnen und Arbeiterinnen! Hat Vertrag im Stiche ließen. Dies scheint der Magistrat jetzt nicht man uns auch durch eine reaktionäre Gesetzgebung von den mehr ungeahndet hingehen lassen zu wollen. Als jüngst wieder Wahlen, sowie von der Wählbarkeit zum Gewerbegericht aus ein Militäranwärter den städtischen Dienst ohne Kündigung verließ, Leipzig. Wegen Majestätsbeleidigung der Maurer geschlossen, so haben wir dennoch ein lebhaftes Interesse daran, wurde eine Untersuchung eingeleitet, die ergab, daß der Anwärter unter Mühlau aus Taucha 3 Monate Gefängniß. daß Männer gewählt werden, die unser volles Vertrauen be- Verschweigung seines Vertragsverhältnisses zur Stadt eine Stellung Bremen. 50 M. Geldstrafe Genosse Rhein wegen Besitzen. Denn als Arbeiterin ist die Frau sehr oft gezwungen, beim Polizeipräsidium angenommen hatte. Der Polizeipräsident, leidigung eines Bäckermeisters. das Gewerbegericht in Anspruch zu nehmen. Als Gattin dem dies mitgetheilt wurde, hat nun dem Vertragsbrüchigen ist sie lebhaft daran intereffirt, daß bei Lohnftreitigkeiten dem dieser Tage wegen seines ungehörigen Verhaltens gegen die Gatten sein Recht wird. Um die Bedeutung der Gewerbegerichts: Stadtgemeinde" das„ ernsteste Mißfallen" ausgesprochen und ihm wahlen speziell den Arbeiterinnen flar zu machen, findet am wegen Wahrheitswidrigkeit" einen scharfen Verweis" ertheilt. Mittwoch, den 15. Juli, abends 8 Uhr im Saale der Bock- Von sofortiger Entlaffung des Schuldigen ist in diesem Falle Brauerei, Tempelhofer Berg, eine Voltsversammlung statt, zu ausnahmsweise noch abgesehen worden. Die Stadtverwaltung welcher der Reichstags- Abgeordnete Wilh. Liebknecht das sollte es doch erklärlich finden, daß man schon etwas wagt, wenn Referat übernommen hat. Arbeiterinnen, Frauen, Genossinnen! einem Gelegenheit geboten wird, von unsicherem zu einigermaßen Agitirt fleißig für diese Versammlung und erscheint zahlreich und sicherem Brote zu fommen. Wenn der Magistrat sich befleißigt, pünktlich. Emma Scholz, Vertrauensperson. die Arbeitsverhältnisse seiner Hilfsarbeiter einigermaßen sicher zu gestalten, so wird von derartigen Rückereien schwerlich mehr die Rede sein. Leipzig. In der Revisionsinstanz Gen. Biertelarz, Erfurt, wegen Beleidigung eines Friedhofwärters 400 M. Geldstrafe und wegen Bürgermeister- Beleidigung 2 Monate Gefängniß. Lüneburg. Genoffe Ottawa wegen Verübung groben Unfugs 15 M. Geldstrafe. 12. Braunschweig. Wegen Beamtenbeleidigung Genoffe Jaedh 6 Monate Gefängniß. Breslau. Der Genosse Gerhardt 14 Tage und der Genosse Niendel zwei Monate Gefängniß wegen Verrufserklärung. . Rochlik. Drei Wochen Haft Genoffe Beder aus Geringswalde wegen Verübung groben Ünfugs. Augsburg. In der Berufungsinstanz Genosse BrederNürnberg 14 Tage Gefängniß wegen Beleidigung eines Ziegeleibefizers. 13. Dortmund. Wegen Beleidigung Genosse Theis 50 M. Geldstrafe. Kottbus. In der Berufungsinstanz[ Genoffe 2eitert wegen Bergebens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung drei Wochen Gefängniß. P 16. Erfurt. Genoffe Wiertelarz wegen Beleidigung zwei Monate Gefängniß. Donnerstag, den 9. Juli, abends 81/2 Uhr, findet Swinedie Frauen ersucht werden recht zahlreich zu erscheinen. Tellermünderstraße 35, eine Voltsversammlung statt, zu der besonders fammlung findet nicht statt. Die Einberuferin. · Im städtischen Obdach befanden sich am 1. Juni cr. 17 Familien mit 45 Personen, barunter 11 Säuglinge und Den Parteigenoffen in Wilmersdorf zur Nachricht, daß 26 Einzelpersonen, zusammen 71 Personen. Am 1. Juli war die Zeitungsspedition in den Händen von Frau Kübler, der Bestand 21 Familien mit 65 Personen, darunter 13 Säug Sigmaringenstr. 35, und Frau Heinemann, Sigmaringenstr. 34, linge und 25 Einzelpersonen, zusammen 90 Personen. Das Asyl liegt. Von diesen Stellen können auch sämmtliche Parteischriften für nächtliche Obdachlose daselbst benutten im Lauf des Monats bezogen werden. Wohnungsveränderungen wolle man, um Juni 12 112 Personen, und zwar 11 533 Männer, 579 Frauen. Störungen in der Spedition zu vermeiden, sofort dem Spediteur Von diesen Personen wurden 7 dem Krankenhause am Friedrichs melden. Der Vertrauensmann. hain, 34 dem Krankenhause Moabit, 10 der Charitee überwiesen, Kirchenbauten in der Hauptstadt der deutschen Sozial- nächtlichen Obdachlosen wurden 13 Personen der Krankenstation 213( 209 Männer, 4 Frauen) der Polizei vorgeführt. Von den demokratie. Der Schles. 3tg." wird geschrieben: In den Bayreuth. Genoffe Geißler aus Hof 14 Tage Ge- letzten sechs Jahren" find in Berlin, seinen Vororten, dann in des Obdachs und 3 Personen der Anstalt Wuhlgarten überPotsdam und Luckenwalde nicht weniger als 30 Kirchen vollendet wiesen. 7415 Personen haben gebadet. " fängniß wegen Beleidigung des Magiftrats in Hof. " Berlin. 20 Mart Geldstrafe Genosse Kaspar aug Steglitz wegen Beleidigung eines Gendarmen. 17. Harburg. Frau Bauer wegen Beleidigung eines Polizeibeamten 2 Monate Gefängniß. . 3 1 worden, fünf sind im Bau und vier werden begonnen. Für den Die neue Haltestelle ,, Savigny- Play" wird voraussichtlich Bau der 35 Kirchen mit ihrer inneren Einrichtung und den er nicht vor Beginn des Winterfahrplans dem Verkehr übergeben forderlichen Pfarr- und Gemeindehäusern sind über 15 Millionen werden können. Der Ausbau der Haltestelle nähert sich zwar mit Mart aufgewendet worden, wozu noch der Werth der Grund- schnellen Schritten seiner Vollendung, doch bedürfen die Arbeiten Velten. Wegen Verübung groben Unfugs Genoffe Pa u Istücke, die größtentheils unentgeltlich überwiesen wurden, mit an dem erhöht liegenden Bahnkörper großer Borsicht, weil sie " 6 M. Geldstrafe. etwa 6 Millionen hinzutritt, sodaß die Gesammtleistung für ausgeführt werden während des regelrechten Stadtbahnverkehrs. 19. Köln. Genoffe Hofrichter wegen Beleidigung des Kirchenbauten sich in den letzten sechs Jahren auf 21 815 785 Mt. Von der Tariffrage ist zwar alles still geworden, doch früheren Gendarm Münter 50 M. Geldstrafe. beläuft. In dieser Summe sind Gnadengeschenke des wollen Beamte wissen, daß an einer Aenderung des gegenwärtig Breslau. In der Berufungsinstanz die Genossinnen Kaisers einschließlich der überwiesenen Pläge in Höhe von geltenden Stadtbahn- Tarifs gearbeitet werde. Nachdem seit dem Kaiser und Geiser je 30 M. Geldstrafe wegen Ueber- 2970 000 m. und Gaben des töniglichen Hauses mit 666 000 m. Bestehen der Stadtbahn mindestens sechs neue Haltestellen eintretung des Vereinsgesetzes. Arnstadt. 4 Wochen bezw. 6 Tage Gefängniß die Schuh- eingeschlossen, während von wohlhabenden Gemeinden 4 307 000 m. gerichtet und wohl die Mehrzahl derselben seit dem Bestehen des macher intelbey und Schmidt wegen Bergehens und von Sammlungen, freiwilligen Spenden und so weiter Fünfftationen- Tarifs eröffnet worden ist, würde die Einführung macher Hinteldey und Schmidt wegen Bergehens einzelner Geber 6 731 200 M. eingegangen find. An der Auf- des Siebenstationen Tarifs lediglich eine Härte ausgleichen, gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung. 20. Berlin. Wegen Beleidigung von weiter arbeitenden bringung der übrigen Summe sind die Stadtfynode mit 1 772 000, welche durch die Eröffnung neuer Stationen für viele Verkehrs Kollegen die Eheleute Schwerdtfeger je 20 m. Die Stadt Berlin mit etwa 8 Millionen, ferner Charlottenburg, Interessenten geschaffen ist. Potsdam, Friedenau, Schöneberg und Wilmersdorf mit mehr als einer Million und der Fiskus nebst dem Obertirchenrath mit Die Verlegung der Sternwarte ist, wie wir erfahren, in 541 200 m. betheiligt. 3u 18 Rirchen hat der Kaiser Gnaden sichere Aussicht genommen, doch ist weber über den Zeitpunkt 21 Kirchen. Drei Kirchen sind selbständig von dem engeren Aus- Bestimmtes festgestellt, weil sich die ganze Angelegenheit noch im geschenke gegeben, und unter dem Protektorat der Kaiserin standen der Verlegung, noch über den Ort, wohin sie erfolgen soll, etwas schuß des evangelisch- kirchlichen Hilfsvereins, und gleichfalls drei Stadium der Erwägungen befindet. Dagegen wird hinsichtlich von dem Kirchenbauverein, darunter die Kaiser Wilhelm- Gedes Botanischen Gartens an dem bisherigen Projekt der Ver bächtnißfirche, erbaut worden. Der Bau der ersteren hat ein legung nach Dahlem zwar festgehalten, doch kann auch bei diesem schließlich des Grundstückswerthes 2 881 500 m., ber der letzteren Projekt von einer Festsetzung des Zeitpunktes der Ausführung 4 611 000 m. beansprucht. Die jährlichen Gesammtleistungen noch gar keine Rede sein, weil die Lösung der Frage, was mit 23. Drei Monate Gefängniß Schuhmacher König wegen An- der Arbeiten des evangelisch- kirchlichen Hilfsvereins belaufen sich dem alten Botanischen Garten geschehen soll, noch geraume Zeit Ander in Anspruch nehmen wird. reizung verschiedener Bevölkerungsflaffen zu Gewaltthätig burchschnittlich auf 300 000 m., von denen allein der Berliner in Anspruch nehmen wird. feiten in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Bokalverein mit etwa 100 000 m. betheiligt ist. Weise. . Harburg. Die Genossen Tampte und Meier aus Neuhof je 15 M. Geldstrafe wegen Verstoßes gegen das Vereinsgefeg. " Geldstrafe. In der Berufungsinstanz Genoffe Jahn wegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz 20 M. Geldstrafe. 22. Gera. Neun Monat Gefängniß Genosse& even wegen Beleidigung einer Leichenfrau und des Friedhofswärters Berlin. Die Konfettionsarbeiterinnen Schlecht und Kaiser wegen Verübung groben Unfugs je 20 m. Geldstrafe. " " in Gotha. 0 Ein neues großes Ansstattungstheater soll dem ,, Kleinen Und trotzdem unaufhörliches Wachsthum der Berliner So Journal" zufolge in Berlin gegründet werden. Das zahlungs8ialdemokratie in den ersten drei Jahren der rapiden fähige Publikum, das sich für ernste Stücke interessirt, wird Kirchenbauerei: von 126 317 Wahlstimmen im Jahre 1890 auf immer geringer, und die Arbeiterbühnen, welche den bildungs150 977 Wahlflimmen im Jahre 1893. Die weitere Entwickelung hungrigen aber minder zahlungsfähigen Schichten der Bevölkerung Leipzig. In der Revisionsinstanz der Drechsler Ehlert der Sozialdemokratie unter der frommen Aera wird sich leider die besten Werke unserer großen Dichter offenbart haben, sind wegen Verstoßes gegen§ 153 der Gewerbe Ordnung vier wohl erst 1898 zahlengemäß fonstatiren laffen. von der für Ordnung, Religion und Sitte kämpfenden Behörde leider Wochen Gefängniß. 25. Brandenburg. Wegen Beleidigung eines Hutfabrikanten Wilhelm II. und die Revolution von oben. Vor dieser zerstört worden. In Flor steht einzig der Zirkus und die BirkusGenosse Hugo 1 Monat Gefängniß. Broschüre, deren Konfistation wir gestern meldeten, gab sich in bühne. Zagtäglich berichtet das Olympiatheater von überfüllten Dresden. Drei Wochen Gefängniß der Maurer liberalen Blättern eine sehr geschäftige Angst fund. In possir. Räumen und von Fürstlichkeiten, welche dem Volke durch den Steltner wegen Verstoßes gegen§ 153 der Gewerbe- lichen Sprüngen wurde in dieser Presse bewiesen, daß der Ver- Besuch dieses Hauses ein leuchtendes Beispiel der Pflege wahrer ordnung. faffer ein elender Zeilenfchinder sei, der von garnichts wisse. Dekadencekunft gegeben haben. Etwas ernsthafter als die Geheimnisse des Zeremonienmeisters Eine Finanzoperation des Gemeindevorstehers von ist die Broschüre nun doch zu nehmen. Sie giebt neben vielem Steglik. Ein vom Gemeindevorstand zu Stegliz gegen zwei in recht Klaren Effen. Wegen Beleidigung schlesischer Steiger Genosse Blech Zügen ein wohl immerhin Gemeindevertreter, Profeffor Dr. Hamann und Dr. Gleis Sue 300 Geldstrafe. zutreffendes Bild von dem Pfuhl von Gemeinheiten, in niger, wegen schwerer Beleidigung und Beschuldi27. Braunschweig. Genosse Janth wegen Fabrikanten- benen sich die Gesellschaft, der die Kohebriefe entstammen, gung einzelner Mitglieder wie der ganzen Gemeindebeleidigung 14 Tage Gefängniß. herumwälzt, und wenn die wonnevolle Schilderung der Vertretung durch die Presse" gestellter Straf= Bremen. Die Genossen Im wolde fund Klawitter idyllischen Zustände, die unter dem alten Kaiser Wilhelm I. geherrscht antrag ist von der Staatsanwaltschaft abgewiesen 15 bezw. 4 Mark Geldstrafe wegen Verstoßes gegen das haben sollen, auch der Wahrheit nicht entspricht, so trifft doch die worden. Außerdem ist in betreff des Vorfalles, welcher die Breßgesetz. Meinung des Verfassers zu, daß die gegenwärtig in Deutschland beiden genannten Gemeinde- Vertreter zu ihrem so scharfen 27. Verlin. In der Berufungsinstanz die Mäntelnäherin beliebte Manier, Politik zu machen, nur der Sozialdemokratie öffentlichen Vorgehen veranlaßt hatte, seitens des Landraths Rethel wegen Bedrohung 1 Monat Gefängniß. reichen Segen bringen könne. Zu ausgelaffener Heiterkeit muß Stubenrauch an den Gemeindevorsteher von Steglit folgen= 29. Breslau. Wegen Verrufserklärung Genoffe Gerhardt aber das Mittel stimmen, das der Autor zur Abwehr alles des bezeichnende Schreiben eingegangen:" In der Beschwerdesache eine Woche Gefängniß. Uebels vorschlägt. Nur in einem Namen ist Heil und der heißt des G.-V. Prof. Dr. Hamann erwidere ich auf die Berichte vom.... 2c. 26. Erfurt. Genosse Wiertelarz wegen Berübung groben Unfug 50 Mart Geldstrafe. " " " daß ich das Verfahren, das E.... bei Auszahlung der rechten Schlüffelbeins und eine anfcheinend nicht unbedenkliche und Kochfals erhalte, daß aber durch Verschweigung dieses UmProvision für die Vermittelung des Ankaufs des Realschul. Verlegung am Kopfe. Eine schwere Verlegung an der standes und die Weglaffung des Wortes künstlich" auf dem Grundstückes beobachtet haben, nicht als forrett zu be- linken Hand erlitt der Rutscher Behrend, als er in der Etiquett das Publikum in die Täuschung versezt werde, es zeichnen vermag. Hatte der G.-V. Saad gegen den Agenten Fruchtstraße das Vordertheil seines Wagens, von Bordertheil seines Wagens, von dem handle sich um ein natürliches Produkt. Dr. Bischoff, der beSchanze eine Forderung von 160 M., so mußte ihm überlassen das eine Vorderrad abgegangen war, mit einer Winde in fannte Gerichtschemifer, hatte hierauf festgestellt, daß die bleiben, diese im Rechtswege geltend zu machen. In feinem die Höhe richten wollte. Der Wagen fiel ihm auf die„ Louisen- Quelle" nichts anderes, als ein sorgfältig präparirtes Falle aber durften Sie die Hand dazu bieten, daß Hand und zerdrückte ihm vier Finger, so daß sie später im Selterwasser sei, das künstlich durch Zufäße von Natron, und Kohlensäure zu einem Wasser hergestellt von der dem Agenten Schanze zustehenden, vom Verkäufer des Krankenhause amputirt werden mußten. Gegen Abend wurde Kochsalz Realschul- Grundstücks der Gemeinde zwecks Auszahlung über- in der Kommandantenstraße der Schneider Nowop durch einen werde und die Bezeichnung:„ Königin Enisen- Quelle" entschieden wiesenen Provision von 300 M. dem Gemeindeverordneten Omnibus überfahren. Er blieb bewußtlos liegen und wurde nicht verdiene. Das dazu verwendete Wasser unterscheide fich Haack zur Befriedigung seiner mit dem Ankauf des Realschul- nach der Charitee gebracht. Nach Angabe von Augenzeugen soll in nichts von dem Brunnenwasser, welches in Berlin faft allGrundstückes nicht im Zusammenhang stehenden Forderung er selbst Schuld an dem Unfall tragen. Der Gürtler Fr. er- gemein angetroffen werde. Der Angeklagte wurde zu 100 M. Geldstrafe verurtheilt und die Publikation des Urtheils im Berl. vorweg 160 m. auf grund einer im Berwaltungswege hängte sich in seiner Wohnung in der Reichenbergerstraße. Lokal- Anzeiger" ausgesprochen. getroffenen Anordnung durch die Gemeindekasse gezahlt wurden." Gestern Vormittag wurden auf der mit unterirdischer Leitung betriebenen Strecke Rammergericht- Mauerstraße von der Firma Witterungsübersicht vom 7. Juli 1896. Siemens u. Halste Probefahrten veranstaltet. Die polizeiliche Stationen. Abnahme dieser Theilstrecke steht voraussichtlich in den nächsten Tagen zu erwarten. Eine durchgreifende Verschärfung der Bestimmungen für die Fleischeinfuhr der außerhalb Berlins geschlachteten Swinemünde Thiere wird, wie die Allgem. Fl.- 3tg." hört, auf Veranlassung Hamburg der Staatsbehörden demnächst in Berlin eingeführt werden. Berlin Der Einführung des Ausschnittfleisches, das in lezter Beit viel Wiesbaden fach, besonders aus Mecklenburg, nach Berlin gebracht worden München ist, werden diese Bestimmungen ein Ende machen. Es geschieht Wien. dies in dem in Aussicht genommenen§ 7 der neuen Be- Haparanda stimmungen, der die Einfuhr von gehacktem, gewiegtem, oder in anderer Weise zubereitetem Fleische verbietet. Wo ein Aas ift, da fammeln sich die Adler. Das Berliner Tageblatt" schreibt: Im Zusammenhange mit der Berurtheilung Hermann Friedmann's steht eine Reihe von Strafverfahren wegen Wuchers, die gegen eine Anzahl hiesiger Firmen und Geschäftsleute seitens der königlichen Staatsanwalt schaft eingeleitet worden sind. Bei dem großen Interesse, welchem die Angelegenheit in kaufmännischen Kreisen begegnet, sehen wir uns, ohne dadurch irgend eine Bermuthung über den wahrscheinlichen Verlauf der Verfahren zum Ausdruck bringen zu wollen, veranlaßt, die in betracht kommenden Namen, soweit fie uns bekannt geworden sind, zu nennen. Es sind dies: Her mann Ollendorf, Robert Lesser, Emanuel Fräntel, Direktor Rink Chaim u. Dlikti, L. S. Rothschild, Otto Steibel, Matler Manschit, Emil Schlefinger, J. Gundlach, Paul Friedländer, Oppenheimer in Hannover, Fedor Berg, Briefter u. Comp. und der zur Beit in Strafhaft befindliche Direktor Fregin. Die Große Berliner Omnibus- Gesellschaft hat seit Sonntag eine neue Linie Gartenplay- Schöneberg eröffnet. Die Wagen durchfahren die Gartenstraße, Invaliden-, Chaussee, Friedrich, Karlstraße, Kronprinzenbrücke, Königsplay, Königgrägerstraße, Potsdamer Play und Potsdamerstraße. Petersburg. Cort Aberdeen. Paris. Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windstärke (-1) BII2B222321 28 etter Temperatur Snach Celsius 763 764 WNW WSW • 765 WNW heiter wolkenlos heiter 15 15 . 765 SM wolkenlos 14 16 766 wolkenlos 17 765 NNW halb bedeckt 13 760 A bedeckt 20 753 NNO bedeckt 762 NW heiter 761 M bedeckt 762 OND wolkenlos 1522 20 ( 50 S. 4° R.) Wetter- Prognose für Mittwoch, den 8. Juli 1896. etwas Regen und schwachen füdwestlichen Winden. Ziemlich warmes, theils heiteres, theils woltiges Wetter mit Berliner Wetterbureau. Gewerbe- Ausstellung 1896. Einen von Unfläthigkeiten ftrohenden Brief hatte der Tischlergeselle Gustav Clericus im vorigen Monat an die Staatsanwaltschaft geschrieben, nachdem er einen polizeilichen Strafbefehl wegen Bettelns erhalten hatte, gegen welchen er Einspruch erhob.„ Die königlich preußischen Staatsanwälte find noch weit zurück," so hieß es darin, mit ihren Schreibereien machen sie einen zum Dämelsack". Und nun erwähnte der Angeklagte in den gemeinsten Ausdrücken, wozu er die Zuschickungen der Staatsanwaltschaft gebrauchen werde. In der Verhandlung vor der 180. Abtheilung des Schöffengerichts, in welcher er sich wegen der groben Beleidigungen rechtfertigen sollte, meinte er, wie er die Gewohnheit habe, bei jeder Fahrt über ein Wasser ein Geldstück in die Fluth zu werfen als Opfer für die Jungfrau, den Wassermann und die übrigen Gestirne, so habe er auch die Gepflogenheit, bestimmte Papiere zu einem bestimmten Zweck zu gebrauchen, davon werde ihn niemand abbringen. Der Staatsanwalt hielt die Handlungsweise des Angetlagten für eine derartig freche, daß man feine Worte dafür finden könne und zu der Ansicht hinneigen müsse, daß man es mit einem Geisteskranken zu thun habe. Er beantragte drei Monate Gefängniß, auf die der Gerichtshof auch erkannte. " 95 Freiherr v. Hammerstein wird die gegen ihn erkannte Strafe in der Strafanstalt Moabit verbüßen. Seine Angehörigen follen fich mit einer bezüglichen Bitte an den Minister des Junern gewandt haben, der seine Zustimmung dazu ertheilt hat. Die bei den Schanstellungen eines Menageriebesikers Im Hörsaale des Chemiegebändes in der Berliner Ge- beschäftigten Personen sind nicht als Arbeiter" im Sinne des werbe- Ausstellung, sprach Herr Professor Dr. Jätel von der 7. Titels der Gewerbe- Ordnung anzusehen. So hat das ReichsDeutschen Gesellschaft für volksthümliche Naturkunde über das gericht in einem Streitfalle entschieden und dabei die folgenden Thema„ Die Entwicklung der Thierwelt". Ueber die ersten An- Ausführungen gemacht: Solche Schaustellungen bezwecken, dem fänge des organischen Lebens auf der Erde laffen sich nur Ver- Publifum zu zeigen, in welchem Grade wilde Thiere, insbesondere muthungen äußern, historische Zeugnisse liegen erst aus einer auch große Raubthiere der Herrschaft des Menschen unterspäteren Periode der Entwicklung vor, wo die Organismen feste worfen und zur Duldung oder Ausführung von Prozeduren geSalt- und Kieselschalen absonderten. Seit jener Beit zeigt sich nöthigt werden können, die an sich mit ihren natürlichen Eigennun eine unerschöpfliche Fülle von Formen des organischen schaften in Widerspruch stehen. Wie bei Vorstellungen von Lebens, die alle mit Einschluß des Menschen ein Schauspielern, Sängern 2c. diese nicht zu den Gewerbsgehilfen einheitliches Ganze bilden. Im besonderen wandte sich bes Theaterunternehmers gerechnet werden können, so liegt der der Redner hierauf der Entwicklung der Wirbel- Schwerpunkt auch hier in der Vorführung der eigenen Leistungen thiere zu und zeigte, veränderte Lebensbedingungen des Thierbändigers, zu denen auch die Bethätigung des persönlichen Muthes gehört. Der Menageriebefizer kommt dabei nur insoweit in Frage, als er die Stätte, wo die Vorstellungen stattfinden, beschafft, das Material, an dem der Bändiger seine Kunst und feinen Muth zeigt, hergiebt und das finanzielle Risifo trägt. Diejenigen, die bei solchen Vorführungen als" Artisten" auftreten, werden nach allgemeiner Anschauung nicht als Arbeiter oder Gewerbegehilfen angesehen und können nicht zu denjenigen Personen gerechnet werden, die der 7. Titel der Gewerbe- Ordnung wie Unter Hinterlaffung von Schulden ist der Fabrikant R. aus der Münzstraße, welcher dort eine Fabrikation von Kleider- B. der Uebergang vom Wasser zum Landleben, das Erlernen bügeln betrieb, fpurlos verschwunden. des Fluges, die Rückkehr ins Wasser, größere Umgestaltungen nach sich ziehen und so zur Entstehung gesonderter Entwickelungs reihen Anlaß geben. Nicht natürliche Zuchtwahl, wie Darwin annahm, bewirkt diese Aenderung, sondern die funktionitenden Theile des Organismus selbst. Im übrigen steht Redner, wie wohl alle neueren Naturforscher, durchaus auf dem Boden der Darwin'schen Descendenzlehre, deren Konsequenzen er auch mit bezug auf die Entwickelung der geistigen Fähigkeiten gezogen im Auge hat. wissen will. Nahrungssorgen haben den 42 Jahre alten Töpfermeister Fritz Wiedemann aus der Rottbuserstraße 9 in den Tod getrieben. Wiedemann war Wittwer und wohnte mit seiner Tochter, die schneidert und feinem Sohne, der Handlungslehrling ist, zu fammen. Er arbeitete für sich allein ohne Gesellen, hatte aber in der letzten Zeit gatnichts mehr zu thun. Das machte ihn tieffinnig und die Sorge um die Zukunft trieb ihn schließlich zur Verzweiflung. Dienstag Morgen um 612 Uhr verabschiedete er sich von seinen Kindern mit dem Bemerken, daß er ausgehen wolle In Wirklichkeit ging er jedoch auf den Boden hinauf und erhängte sich mit einem Juchtenband an einem Nagel. Eine Frau aus dem Hause, die Wäsche aufhängen wollte, fand ihn bald nachher als Leiche auf. Zwei politische Beleidigungsprozeffe, die ihre Wurzeln Ein Standal. Zu den häßlichsten und ärgerlichsten Auf in den legten badischen Landtagswahlen haben, standen am tritten tommt es jeyt täglich in der Gewerbeausstellung Sonnabend vor dem Schöffengericht Mannheim zum Termin. vor den dort errichteten Bedürfnißanstalten. Seit einigen Im ersten Falle flagte Genosse Dreesbach gegen den ChefTagen sind diefelben auf Veranlassung des Ausstellungsausschusses redakteur Hermann Meyer vom Mannheimer„ Generalanzeiger", mit Plataten versehen worden, laut welchen zwei Klosets von der die bekannten Verleumdungen der„ Badischen Landesden Juhaberinnen der Anstalten unentgeltlich zur Verfügung zu zeitung" an die Spize seines Blattes übernommen hatte. In Ein Radfahrer brach kürzlich in der Kaiferallee von stellen sind. Das Publikum will nun für die Benugung der einem früheren Termin hatte Dreesbach sich zufrieden erklärt, wenn Friedenau, welche gleich den meisten Straßen dieses Ortes ein Aborte überhaupt nichts mehr zahlen, verlangt vielmehr die Ueber- Herr Meyer an derselben Stelle des Blattes, wo er die Verleumdungen miserables Pflaster aufweist, mit seinem Fahrrad zusammen. laffung der Frei- Klosets. Die Pächterinnen der Anstalten weigern sich, gebracht, einen Widerruf bringe, 20 M. in die Armenkasse zahle Er stellte durch Zeugen die Ursache des Unfalles fest und beab- dem Publikum die unentgeltliche Benuhung derselben zu gestatten. und die entstandenen Kosten trage. Das war Herrn Meyer zu viel fichtigt nun gegen die Gemeinde Friedenau auf Schadenersatz Die Sache bildet jezt Gegenstand einer 3iviltlage, welche verlangt und er ließ es lieber zur Verhandlung kommen. Dieflagbar zu werden. Die Gemeindeverwaltung von Friedenau von den Pächterinnen gegen den Verpächter, einen Herrn felbe endete mit der Verurtheilung Meyer's zu 100 M. Geldhat bisher alle Forderungen auf Neupflasterung der Straßen aus Schreiner, angestrengt worden ist. Die Klägerinnen führen an, strafe, Tragung sämmtlicher Kosten und Beröffentlichung des Sparsamkeitsrücksichten beharrlich ignorirt. daß sie dem Unternehmer Schreiner für jede Anstalt für die Urtheils in acht hiesigen und auswärtigen Zeitungen. Die Dauer der Ausstellungszeit, also vom 1. Mai bis 15. Oftober, Beweisaufnahme gestaltete sich insofern sehr interessant, Arbeiterrifiko. Verschüttet wurden gestern Vormittag zwei den hohen Pachtzins von 4500 W. zu entrichten haben. als sie durch die eidlichen Aussagen des Redakteurs Müller Arbeiter beim Neubau für die Kreis- Ersatzkommission in der Eine der Inhaberinnen habe 3. B. sofort im voraus Nähe des Lehrter Bahnhofes. Sie waren mit dem Ausschachten an den Unternehmer Schreiner 8300 M. für zwei von Müller, welche sich bei der Verhandlung in Karlsruhe so den gerichtlichen Nachweis lieferte, daß die Herren Jöst und des Fundaments einer Quermauer beschäftigt und mit ihr gemiethete Anstalten zahlen müssen. Beflagter habe vor ihrer Arbeit beinahe fertig. Die Wandung war bis und bei Abschluß der Berträge erklärt, daß im ganzen nur sechs leumdungen gegen Dreesbach geliefert hätten, im Verein mit dem energisch dagegen verwahrten, daß sie das Material zu den Verauf anderthalb Mannestiefe abgesteift und unten nur etwa Anstalten auf dem ganzen Terrain der Ausstellung errichtet werden bekannten Herrn Grüner auf die Redaktion des nationalliberalen awei Spatenstiche tief frei. Blöglich brach die Grube follten, welche dem Publikum nur gegen Bezahlung zu Generalanzeigers gelaufen sind und ihr, um die Wahl zusammen. Die beiden Arbeiter hatten zu ihrem Glück gerade gängig seien und daß zur unentgeltlichen Benutzung für das Publikum Dreesbach's zu hintertreiben, das Material, auf das die noch Zeit, um Hilfe zu rufen, bevor sie von dem Erdreich besondere Aborte errichtet werden würden. Jezt habe Beklagter Herren Flach und Cloß später hereingefallen und den Hölzern verschüttet wurden. Der Polier hörte sie und aber nachträglich nicht weniger als 18 Anstalten errichtet und eilte mit anderen Beuten sofort zu ihrer Rettung herbei. Nach vermiethet und sind, unterbreitet haben. Damals war Herr Meyer er selbst vermiethet noch die im Haupt- noch vorsichtiger und wies die Herren ab. Das Urtheil besagt, daß aus halbstündiger Arbeit gelang es, die Verschütteten zu befreien. gebäude vorhandenen Aborte. Infolge dieser unvorher der Art und Weise, wie der Artikel der, Landeszeitung" im ,, GeneralDer Polier brachte sie in die Charitee, wo man bei beiden gesehenen Konkurrenz sei es den Klägerinnen nicht einmal anzeiger" zum Abdruck gekommen sei, unzweifelhaft die Absicht Quetschungen an den Hüften und an den Schenkeln feststellte. mehr möglich, die Bacht zu erschwingen, einige nähmen hervorgehe, Dreesbach vor der Deffentlichkeit herabzuwürdigen Nachdem sie ärztliche Hilfe erhalten hatten, fonnten sie nach nicht so viel ein, um die Tagesunkosten damit decken zu und dadurch in legter Stunde auf die Wahl einzuwirken. Das Hause entlassen werden. können. Die Anordnungen des Ausstellungsausschusses, daß in milde Urtheil des Karlsruher Schöffengerichts gegen die Aus dem Fenster gestürzt hat sich gestern, Dienstag, jeder Anstalt einige Freistellen vorhanden sein müßten, beraube Mittag der geiftestrante Arbeiter Ernst Weidner aus der fie vollends jedes Berdienstes, da das Publikum nun überhaupt Herren Flach und Gloß könne auf das Mannheimer Urtheil feinen Einfluß üben. Von der Erkennung einer GefängnißKönigsbergerstr. 11. Weidner, ein Mann von 33 Jahren, ist nicht mehr zahlen wolle. Der Beklagte habe die Miethen in der strafe habe das Gericht Abstand genommen, bereits zweimal in der Dalldorfer Jrrenanstalt gewesen. Erst Tasche, während seine während seine Pächterinnen, meistens Frauen, Meyer durch die früheren Mittheilungen der Herren Jöst, am Sonntag hatte ihn seine Frau von dort auf Urlaub geholt. welche ihre legten Sparpfennige hergegeben hätten, ruinirt Müller und Grüner zu dem Glauben verleitet worden sei, daß Die Familie bewohnt im dritten Stock des zweiten Quergebäudes seien. Ihr Widerspruch gegen bie Anbringung der eine Stube mit Küche; die Fenster der Räume liegen nach einem Blafate sei bisher nuglos gewefen, für den Fall der Entfernung Anschließend an diesen Fall kam die Klage des Vorstandes des an den Verleumdungen doch ein Körnchen Wahrheit sein könne. Garten hinaus. Als gestern gegen Mittag Frau Weidner mit sei ihnen sogar mit der Polizei gedroht worden. Jekt wird sich sogenannten sozialdemokratischen Vereins Vorwärts" Kohlender Zubereitung des Effens beschäftigt war, begab sich der Mann das Gericht mit der Sache zu beschäftigen haben. Es kenn träger Jöft gegen Redakteur Reßler zur Verhandlung. auf den Abort und von dort unbemerkt in die Stube zurück und zeichnet das Raubsystem, nach welchem die Ausstellung errichtet" Boltsstimme" hatte am 7. Oktober in einem Artikel„ Erwünschte stürzte sich aus dem Fenster in den Garten hinab, wo er mit wurde, daß solche standalöse Dinge überhaupt strupellos geahthilfe" erklärt, sie könne aus einer Sammelliste den Nachgebrochenen Füßen liegen blieb. schehen konnten. dem N. zum Opfer fiel. Gerichts- Beifung. " " weil Herr Die weis liefern, daß verschiedene Nationalliberale Beiträge zu den Ein Liebesbrama. Am Sonnabend Nachmittag fanden Rosten der Flugblätter geleistet hätten, durch welche Jöst und GeArbeiter auf einem Feldrain bei Dalldorf zwei anscheinend lebnoffen die Wahl Dreesbachs zu hintertreiben suchten, und am lose Personen vor. Man erkannte in ihnen den früheren Bäcker 22. Oktober hatte sie in einem Artikel Nach der Schlacht" die und Wärter an der städtischen Frrenanstalt Dalldorf, Nickelmann, Eine Anklage wegen versuchter nöthigung wurde gestern suchten, Berräther und Berleumder genannt, welche sogar materielle Wie bürgerliche Richter fromme Arbeiter schüßen. fogenannten Genoffen", welche die Wahl Drees bach's zu vereiteln fowie die mit ihrem Mann in Scheidung liegende Frau Grube, Wärterin an der Anstalt. Nickelmann war bereits toot, während vor der zweiten Straftammer des Landgerichts I gegen den Hilfe der Nationalliberalen nicht verschmäht hätten. Die BeweisDie Frau sich im Moabiter Krankenhause wieder erholte. Nach Schloffer Walter Anstedt verhandelt. Im März d. I. hatte aufnahme ergab wie im ersten Falle, daß Jöst, Müller und ihrer Angabe hatte sie mit dem N. ein Verhältniß. Da die beiden eine größere Anzahl Arbeiter der Fabrit von Bärstein in der Grüner in der Redaktion des Generalanzeigers" gewesen sind den Verlust ihrer Stellung befürchteten, hatten sie zu Gift gegriffen, Alexandrinenstraße die Arbeit niedergelegt, um höhere Lohnfäße und dortfelbft erklärt haben, sie würden dafür sorgen, daß Dreeszu erzielen. Der Angeklagte gehörte zu den Kontrolleuren, er hatte bach nicht mehr in den Landtag komme, und den Redakteuren die Aufgabe übernommen, darüber zu wachen, welche von den des Generalanzeigers" mit ihrem Material" zu Hilfe eilen Ueberfallen wurde gestern Morgen um 6½ Uhr in dem Arbeitern sich an dem Ausstand nicht; betheiligten. Als am wollten. Es tam dabei zu lebhaften Auseinandersehungen zwischen Hause Mariannenstr. 53 ein 13jähriges Mädchen, das für den Abende des 10. März die Feierabendstunde schlug, stand er vor Redakteur Müller und Jöst, der absolut nicht derjenige fein wollte, Bäckermeister Rannenberg aus der Naunynstraße Frühstück aus dem Fabrikgebäude. Den ersten Arbeitern, welche die Straße welcher, schließlich aber doch zugestehen mußte, daß er im Verein trägt. Ein etwa 20 Jahre alter Mensch mit fleinem Schnurr: betraten, soll er die Drohung zugerufen haben: Wenn Ihr hier mit Peter Müller( fr.) und Grüner das Holz zu dem Scheiterbart und grauem Anzug hatte das Mädchen durch mehrere morgen wieder herauskommt, schlage ich Euch die Knochen ent- haufen im„ Generalanzeiger" zufammengetragen habe, auf dem Straßen hindurch verfolgt und folgte ihm auch in das genannte zwei!" Hierin erblickte die Anklagebehörde einen Verstoß gegen Dreesbach verbrannt werden sollte. Jöft benahm sich in der VerHaus. Als es hier auf dem ersten Treppenabsatz angekommen 153 der Gewerbeordnung und deren Vertreter beantragte im handlung überhaupt so herausfordernd und beleidigend, daß Keßler war, griff es der Mann an und suchte ihm den Mund zuzu- Zermine gegen den Angeklagten eine Gefängnißstrafe von drei fich genöthigt fah, den Gerichtshof zu ersuchen, ihn vor deffen Insulten halten. Das Mädchen riß sich jedoch los und schrie aus Leibes Wochen. Der Gerichtshof ging noch über den Antrag hinaus, zu schützen. Bezüglich der Sammellisten ergab sich durch die Beweisfräften um Hilfe. Der Strolch lief nun eiligst die Treppe hinunter indem auf einen Monat Gefängniß erkannt wurde. aufnahme, daß sie nicht zur Bezahlung der Flugblätter, sondern und war bereits verschwunden, als auf das Hilfegefchrei Leute Der Direktor der Königin Luisen Onelle, Apotheker zur Bestreitung der Kosten der Delegation Jöst's auf den Parteitag aus dem Hause herbeifamen. Hermann Kracht, hatte sich vor der 134. Abtheilung des Schöffen- nach Breslau ausgegeben waren, und daß die Herren Lamerdin, Polizeibericht vom 7. Juli. Gestern früh wurde auf dem gerichts wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgeses zu Kneller und Schuhmann, welche auf die Listen gezeichnet hatten, Flur des Hauses Rykestraße 42 die Leiche eines neugeborenen verantworten. Der Verein der Mineralwasser- Händler hatte die dies nicht als Nationalliberale, sondern als„ Geschäftsleute" ge= Kindes aufgefunden. Nachmittags wurde in der Markusstraße Aufmerksamkeit der Behörde darauf gelenkt, daß das von than hatten. Das Gericht sching folgenden Bergleich vor: der 6 Jahre alte Knabe der Arbeiterin Wittwe Cartsburg durch der Gesellschaft Königin Luisen- Quelle" hergestellte, als Reßler erklärt in der Volksstimme", im Vorwärts", im Manneinen Geschäftswagen überfahren. Das Kind hatte sich hinten„ bestes fohlensaures Tafelwasser" in den Handel geheimer General- Anzeiger" und in der Neuen Badischen auf einen Mörtelwagen aufgefeht, gerieth beim Abspringen unter brachte Getränk als ein künstliches Mineralwasser anzusehen Landeszeitung", er habe sich durch den Verlauf der Verhandlung den nachfolgenden Geschäftswagen und erlitt einen Bruch des sei, zumal es besondere Zusätze von doppeltkohlensäurem Natron überzeugt, daß seine Behauptung, die Sammelgelder feien aur " # " " " Bezahlung der Flugblätter und Bekämpfung der Dreesbach verwendet worden, nicht berechtigt ist. Beklagter nahmen den Vergleich an. Vermischtes. Aus Osterode in Ostpreußen wird berichtet: Am Montag ist in Km. 11,2 der Strecke Elbing- Miswalde auf einem Ueberwege ein mit 2 Personen besettes Fuhrwerk durch Zug 625 überfahren worden. Der eine der Insassen ist getödtet worden, während der andere einige Verlegungen erlitten hat. er Randidatur| licheres Bild von dem Mumpik bringt, mit dem man auf den befchloffen die zwei feindlichen Landsleute, ihre Affäre in Kläger wie modernen Vogelwiesen das Publikum übers Ohr haut. Unser ritterlicher Weise auszutragen, und zwar wurde zwischen ihnen Berichterstatter schreibt uns: Die Abnormität des Hauptfatirs ein Eier- Duell auf fünf Schritte Distanz mit je hundertGiern besteht bekanntlich in seiner Schlafsucht, deren im verdorbene inbegriffen vereinbart. Das Duell fand in der gläfernen Sarg wochenlang fröhnt, ohne daß er etwas Wohnung des einen der Genannten statt. Eine volle halbe zu kuuspern verlangt oder sonst ein Lebenszeichen von Stunde bombardirten einander Reich und Schwarz mit den Eiern. fich gäbe. Das Entree für eine solche Sehenswürdigkeit( Soweit würden wir den Vorgang zur Nachahmung dringend fchien auch zwei Offizieren nicht zu theuer, die es am dritten empfehlen können. Die Red.) Schließlich währte es aber Reich Tage nach erfolgter Einschläferung auf irgend eine Weise ver- doch zu lange, ehe er feinen Gegner bezwingen konnte und nun standen hatten, für ihren Gulden über die Vorstellung hinaus ließ er nebst den Giern auch seine Fäuste auf den Kopf des armen im Schlaffabinet zu bleiben. Sie waren eine beträchtliche Beit Schwarz niederhageln, welcher zur weiteren Gegenwehr unfähig in der Betrachtung des schlummernden Orientalen versunken, als wurde und zu Boden sant. Reich, im Siegesrausch, trampelte plößlich die Abendstille durch ein Geräusch unterbrochen wurde. eine Zeit lang mit den Füßen auf Schwarz herum, bis letzterem Der Tobte erhebt sich aus dem Grabe. Ganz munter flettert die Hausgenoffen zu Hilfe kamen. Der schwerverletzte Schwarz der Schlauberger aus dem Sarge und späht, wie er das Lokal wurde in bewußtlosem Zustande ins Rochusspital befördert; sein ohne Aufsehen zu erregen, verlassen könne. Leider blieb dies rabiater Gegner wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen. bereits dreitägigen Hungerns schon zu gönnen wäre, nur ein Borhaben, deffen Ausführung dem Armen in anbetracht des Hoffentlich begnadigt der Kaiser diese Duellanten. matter Versuch. Als die Militärs räuspernd zum Vorschein tommen, packt die Hypnose den Fakir wieder mit solcher Allgewalt, daß er feines Schrittes mehr mächtig war. Zur Bemäntelung des Schwindels war es nöthig, der die wohl nicht gar so weit abliegende Geschichte von der blaublütigen Scheherezade zu erfinden, die den braven Gopol Krishna mit ihrer Huld gar zu arg beglückt hätte. Rettung Schiffbrüchiger. Die Rettungsstation Cuxhaven telegraphirt: Am 6. Juli d. J. von einem in der Westerhill gestrandeten russischen Dreimastschuner 3 Personen durch das Rettungsboot des Elbleuchtschiffes 2 gerettet. er Gerüsteinsturz. Dienstag Mittag stürzte in der Könnerizer. straße bei Leipzig Neu- Schleusing ein Gerüst ein, wodurch ftraße bei Leipzig Neu- Schleusing ein Gerüst ein, wodurch, wie das Leipziger Tageblatt" meldet, 3 Personen getödtet wurden und eine Person schwer verletzt wurde. In der Kirche in Leunenburg( Kreis Raftenburg) brach bei der Kirchenvisitation ein dichtbesetzter Chor zusammen. 2 Personen wurden getödtet, 30 schwer verwundet. Die Gemeinde Ruzfin im Saroser Komitat( Ungarn) ist gänzlich niedergebrannt; 36 Häuser mit Nebengebäuden sind eingeäschert. Eine Frau ist verbrannt. Zum Streik der Fakire in Budapest berichteten wir am 1. Juli nach einer Meldung, die sich in bürgerlichen Blättern fand. Zu diefer Mittheilung erhalten wir aus der Stadt der Millenniumsausstellung nunmehr eine Buschrift, welche die Fakir geschichte zwar wesentlich torrigirt, aber dafür ein um so töftFür den Juhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. 15 Mittwoch, den 8. Juli. Neues Opern- Theater.( Stroll.) Bajazzi. Die Rose von Schiras. Der Fall Deutsches Theater. Clemenceau. Leffug- Theater. Waldmeister. Briefkasten der Redaktion. A. U. Parteigenosse 2. war niemals Offizier, außer auf verkehrten" Seite, und er hat auch keine Söhne, die Offiziere sind. C. M. in A. Sie fragen nach Schriften für Propaganda und Ihre eigene Belehrung. Vor allen Dingen lesen Sie Das Eier- Duell. Aus Budapest wird berichtet: Zwischen wissenschaftliche, besonders nationalökonomische Schriften( ilber den aus Galizien gebürtigen und in der Königsgaffe zusammen- Parteiprogramm, über Mary' Lehren) damit Sie wohnenden Eierhändlern Wolf Reich und Sigismund Schwarz, in den Stand kommen, das ,, Kapital" zu lesen, verirren Sie welche aufangs ein Gier- Rompagniegeschäft hatten, später aber fich nicht auf das antipfäffische Gebiet, und beschäftigen Sie fich sich entzweiten, war es wegen der gegenseitigen Konkurrenz mit den Dingen dieser Erde. In 8 Wochen schreiben Sie dann wiederholt zu heftigen Auseinandersetzungen getommen. Nun wieder einmal. Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. Alexanderplatz- Theater Apollo- Theater Alexanderftr. 40. Der Pfarrer von Kirchfeld. Alt- Berlin. und Konzert- Garten Friedrichstraße 218. Dir. J. Glück. Täglich um 9 Uhr: Wissenschaftl. Theater ei günftiger Bitterung nachmittags Ein Abenteuer im Harem. abends 8 Uhr. Invalidenstr. 57/62, Behrt. Stadtbahnh. Sternwarte täglich geöffnet v. 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Näheres die Tagesanschläge. Berliner Theater. Fiddice u. Gohn. Castan's Panopticum. Schiller- Theater. Ultimo. Neues Theater. Das Damenbuell. Hierauf: Das Frauenbataillon. National- Theater. Die Reise durch die Gewerbe- Ausstellung. Alexanderplay- Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Rendenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Erlauben Sie Madame! Adolph Ernst- Theater. Das flotte Berlin. Belle- Alliance- Theater. Der Fall Clemenceau. Friedrich- Wilhelmstädt. Konzertpark. Spezialitäten- Borstellung. Apollo- Theater. Spezialitäten- Bor stellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Ultimo. Donnerstag, abends 8 Uhr: Vergnügte Flitterwochen. National- Theater. Große Frankfurter rage 132. Direktion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend ermässigten Preisen. Die Reise durch die Gewerbe- Ausstellung. Große Posse mit Gefang von Hugo Busse. Regie: Fritz Schäfer. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theatergarten. Heute: Kinder- Freudenfest. Großes Konzert.- Theaterstücke. Spezialitäten 1. Ranges. Adolph Ernst- Theater. Das flotte Berlin. Große Ausstattungs- Gesangspoffe in 3 Atten v. 2. Treptow u. E. Jacobson, Kuplets u. Quodlibets v. G. Görß. Musit v. G. Steffens. 2. Aft: Ali- Berlin. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Diefelbe Borstellung. Viktoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112 ( nahe Potsdamer- Play). Täglich( außer Sonnabend): ( Garten resp. Saal.) Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader). Anfang heute 8 Uhr. Entree 50 Pf. Zum Schluß: Cavalleria schufticana ( Die Ehre des Schub bejacks). Romantisch diabolisch- infernalische Oper von Ferdinando Meyfelino. Im Vorverkauf sind Billets à 40 Pf. und Familienbillets à 1 M. ( für 3 Personen giltig) zu haben. ( Siehe Plakate.) Das 165 Friedrichstrasse 165. Bärenweib phänomenales Naturspiel 4, 6 und 8 Uhr: Drei grosse historische Umzüge. Altdeutsches Musikkorps. Kapellmstr. Streller. Nur turze Zeit: Erste Wiener Kapelle à la Strauss: Kapellmeister Fischer. Süddeutsches Doppel Quartett Alemannia". " Eintritt: 25 Pfg. Donnerstag bis 6 Uhr später 25 Pf. Burleste in 1 Akt von Mannstädt. Herren- Hüte enorm billig Neueste Façons! Steif 1,90-2,30-2,50-3 Weich 1-4 M. . [ 5452L* Haarhüte 4,80-6 R., rein Haar. Cylinder- Hüte von 4-11 9. giebt einzeln ab Fabrit Grüner Weg 2 I., Reichenbergerstr. 166 I. Geöffnet auch Sonntags! Wohnungen Musik von Lincke. Ferner: King u. Cray. Jonny Peters, Deltorellis. Del Mely. Drei Apollons. Robert Steidl. Quintett Vischinskaja. Tacianu. The Avolos. Georg Rösser. von Stube und Küche zum 1. Oktober, Les Senetts. Clara Antonie. Satour's. auch sofort, billig zu vermiethen bei Henry Bender. Raffeneröffnung 612 Uhr. Ronzert 5779L"] Auf. Der Vorftell. 8 Uhr. 50 f., 7 Uhr. aus den Felsenbergen New- Mexico's Reichshallen- Garten Illusionen Kasperle- Theater Damen- Kapelle- Irrgarten. Passage- Panopticum. 42 wilde Weiber aus Dahomey. Puhlmann's Leipziger Straße, am Dönhoffsplay. 3 Täglich Norddeutsche Sänger ungeheuerer Erfolg der ,, Ulk- Parodie" Alle fünf Barrisons Hoffmann mit: ,, Wer weiss, ob wir uns wiedersehn." Anfang Sonntags 7 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirter Pl. 50 Pf. Wird Sonntags wegen Regenwetter im Saal gespielt, beträgt das Entree durchweg 50 Pf. Julius Wernau's Vaudeville- Theater. Festsäle und Garten Schönhauser Allee 148. Vollständig neues Programm. Geschw. Terney, Doppel- Trapez. Mirzl Waldburg, weibl. Rlown. Les = Jarry's, Teufels Excentr. Alex und Max Wardini, Grotesque Duett. Mar und Joe, engl. Knokabouts. HeginoTruppe, Akrobaten etc. Entree 30 Pf. Schwedterstraße 23/24. Jeden Montag u. Mittwoch Große Spezial- Ausstellung KAIRO Heute, Mittwoch, den 8. Juli: Drittes grosses orientalischesFest mit grosser Illumination. 81/2 Uhr in der Arena: Monstre- Aufführungen. 11 Uhr: Fackelzug der Araber. Entree ab 5 Uhr: 1 Mark. W. Noack's Spezialitäten Vorstellung Sommer- Theater. bei freiem Entree. Säle zu Bersammlungen und Festlichfeiten. Vereinszimmer und 2 Regel bahnen zu vergeben. Telephon Amt III 2 Vereinszimmer Gerichtstr. 21.[ 25776 Nr. 2440. Schweizer Garten Am Königsthor. Am Friedrichshain. Mittwoch, den 8. Juli: 1. Kinderfreuden- und Familienfest. Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Moderne Zirkusmenschen. Große Posse mit Gesang in 4 Abtheilungen. Im Saale: Ball. Volksbeluftigungen. Kinder- Fackelpolonaise. Anfang 5 Uhr. 2 Vorstellungen täglich Entree 30 Pf. Nachm. 5-7; Abends 9-11 Uhr. Heute zum 100. Male: Bolossy Kiralfy's ,, Orient" Olympia Riesentheater. Grösstes Schanstück der Welt! Ca. 1000 Mitwirkende! Ostbahn- Park Rüdersdorferstr. 71. Am Küstriner Park, Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Garten- Konzert von der 24 Mann Barken Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn P. Nimscheck. Kaffeeküche 3-5 hr.- Entree 15 Pf., wofür ein Glas Bier gratis. Volksbeluftigungen jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. Gute Biere, ausgezeichnete Küche zu foliden Preisen. H. Jmbs. Sonntags Entree 20 Pf., Kinder 10 Pf. Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert und Hübner, Swinemünderkr. 35. 63. Schönhauser Allee 63, im neuerbauten Hause, sind gesunde, geräumige Wohnungen von 1 und 2 Stuben, Küche, Korridor, Kloset, Boden oder Keller S billigst zu vermiethen beim Wirth 1 Tr. I. Gesunde Wohnungen im SO., Elsenstraße, 5 Minuten vom Bahnhof Treptow, an der Pianofabrit, im neu erbauten Eckhause per Oftober ev. auch früher preiswerth zu vermiethen. Näheres daselbst auch Sonntags von 9 bis 11 Uhr vorm. Befichtigung. * Schlafft. verm. Elisabeth- Ufer 13 5. 4 Cr. L 2588b Möblirte Schlafstelle zu vermiethen Neu- Kölln am Wasser 4, 2 Tr. links. Arbeitsmarkt. Achtung! Präger und Prägerinnen! Wegen Lohndifferenzen in der Prä geret. Briefter u. Gyd, Andreasstraße 32, haben haben sämmtliche Präger die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. 102/20 Der Vertrauensmann. Theater- Vorstellung. Arbeitsmarkt. Bei ungünstiger Witterung findet die Vorstellung im Saal statt. Novität! Novität! Die X- Strahlen. Schwant in 1 Att von Ernst Felsch. Die letzte Fahrt. ober: Nach 25 Jahren. Liederspiel in 1 Aft und 3 Bildern von Stutternheim. Mustt von Conradi. Neu! Neu! Mannschaften an Bord. Komische Operette in 1 Att v. 2. Kalisch. Musik von Zeiß. Auftreten bedeutender Spezialitäten. Feldschlößchen 142 Müllerstraße 142. Telephon: Amt Moabit 1213. Täglich: Ein tüchtiger Mechanikergehilfe der in der Fabrikation von Façon= Metallröhren Erfahrung hat, findet bei hohem Gehalt gute n. dauernde Stellung in Frankfurt a. Main. Offerten mit Angaben über die bereits ausgeführten Arbeiten und Gehaltsansprüche erbeten an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. unter Chiffre F. 316. Tücht. Drahtverleger für Haus- Telegraphen verl. Ulbrich, Glogauerstr. 29. Einen Schleifer sucht die Silberwaaren- Fabrit Sebaftianstr. 84. Geldschrankschloffer nur tüchtige, felbständige Arbeiter, den fofort bauernde, fohnende tee Finden BeKonzert, Theater. Spezialitäten Vorstellung. schäftigung bei Fabian, Fennstr. 21. Angestellte Das Fest der Handwerker. Berliner Baugeschäfte erhalten für BautenSonntags: Großer Ball. Mittwochs: Tanzkränzchen. Theodor Boltz, Defonom. Herm. Ramlow's Weiss- Bairisch- Bierlokal. Zwei renovirte Regelbahnen. 135 Vereinszimmer 135. Schönhauser Allee Vereinszimmer, 20-60 Personen, auch Sonntags noch frei. Nachweis Provision; es wird nur Gelegenheit zur Offerte gesucht. Schädigung der Geschäfts- Interessen ausgeschlossen. Discretion selbstverständlich. Adr. sub J. E. 4061, Rudolf Mosse, Berlin SW. Tüchtiger Abfeher,[ 2571b welcher auch im Verzieren stem ist, für Geldschränke gesucht, Fennstr. 21. Arbeiterinnen auf Oberhemden, auch Lehrmädchen, sucht Hoppe, Pant22146* ftraße 32 a. 54962 Gold, Gr. Frankfurterstr. 188. Malerlehrling zum Oftober gesucht, Pneumatik- Rower ist für 110 M. zu gute Ausbildung. vert. Ratiborftr. 21 3 Tr., Bahnemann. I 2583b J. Jahus, Manteuffelstr. 95. Am Friedrichshain. Schweizer Garten Am Königsthor. Adhtung! Schuhmacher! Achtung! Montag, den 13. Juli 1896: Gr. Sommer- Vergnügen der Schneider und Näherinnen Berlins veranstaltet vom Deutschen Schneider- und Schneiderinnen- Verband ( Filiale Berlin). Grosses Konzert| Volks- Belustigungen und Spezialitäten- Vorstellung des neu engagirten Künstler- Ensembles. aller Art. Kaffee- Küche. Kinder erhalten Stocklaternen gratis. Im grossen Saale von Abends 6 Uhr ab: Tanz- Vergnügen. Herren, die daran theilnehmen, zahlen 50 Pfg. nach. Eröffnung 2 Uhr Nachmittags. Billet à 30 Pfg. Programme am Eingang. Billets sind schon von jetzt ab im Bureau, Alte Jacob- Strasse 83, in sämmtlichen Zahlstellen, bei bekannten Kollegen und in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Zu zahlreichem Besuch laden ein Die Bevollmächtigten. Ausschank Mittwoch, den 8. Juli, abends 81/2 Uhr, bei Joël, Andreasstr. 21: Große öffentliche Versammlung Tages Ordnung: = 1. Aufstellung von zwei Kandidaten zur Gewerbegerichts- Wahl. 2. Stand des Streifs, 8. Verschiedenes. Achtung! 170/14 Die Agitations- Kommission. Achtung! Luxuspapier- Branche. Arminhallen, Rommandantenstr. Mittwood, ben 8. Juli 1896, abends punkt 7 Uhr, im großen Gaal ber Große öffentliche Versammlung aller in der Luxus- und Spitzenpapier- Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Zages Ordnung: 1. Unsere Betheiligung an der diesjährigen Johnbewegung. 2. Die Mißstände in verschiedenen Zuguspapier- Fabriten. 3. Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen! Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden einzelnen, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Ganz besonders aber werden die Arbeiterinnen und Arbeiter von der Osnabrüoker Papierwaaren- Pabrik, von P. Stange, Hoffmann, Krause, Radicke, Engel, Prager& Ledja und Manes& Co. hiermit eingeladen. 26/14 Die Vertrauenspersonen. der Brauerei Pichelsdorf, Hausdiener, Packer, Kutscher, Möbeltransportreizend an den Ufern der Havel gegenüber Pichelswerder gelegen, bequeme Bahnverbindung mittelst Stadtbahn und Lehrter Bahn bis Spandau für 20 Pfennige, vom Bahnhof Spandau bis zur Brauerei mittelst der elektrischen Bahn für 10 Pf., Dampferverbindung von Berlin und Spandau Dampfer können an der Brauerei anlegen. Jeden Sonntag im Garten grosses Konzert bei freiem Entree. Im neuerbauten Riesen- Prachtsaal grosser Ball bei 2 Orchestern Kegelbahnen. ( Garderobe frei). Billards. Kaffeeküche. 410 Liter Lagerbier 15 Pfennige. Im Vergnügungspark täglich: grosse Volksbelustigungen. Grosse und elegante Ausspannung. Orts- Krankenkaffe für das Gewerbe der Telephon Amt Spandau No. 198. Orts- Krankenkasse der Tischler u. Pianofortearbeiter. Schneider, Schneiderinnen und Außerordentliche General- Versammlung verwandter Gewerbe zu Berlin. Zentral- Kranken- und SterbeKaffe der Tischler Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Eduard Lepke Die Vertreter der Orts- Krankenkasse das Mitglied der Vertreter der Kaffenmitglieder der Schneider, Schneiderinnen und ver und der Arbeitgeber wandter Gewerbe zu Berlin werden am 5. d. M. verstorben ist. Die Beund Speditions- Arbeiter etc. Donnerstag, den 9. Juli 1896, abends 9 Uhr, in den " Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Oeffentliche Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bericht und Abrechnung des Vertrauensmannes und Neuwahl desselben. 2. Bericht der Gewerbegerichts- Beisiger und Aufstellung von Randidaten. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet 244/1 Der Vertrauensmann, Oswald Schumann, Adalbertstr. 47. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Bahlstelle Berlin.) Heute, Mittwoch, den 8. Juli, abeubs 8 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen. Moabit: Thurmprake 84 bet Holzbächer. Bei Märschel, dön Wedding und Gesundbrunnen: Babe's Salon, SelbregerSchönhauser- und Rosenthaler Borstadt: Hanser auler 25. Often: Im sotal des Herrn Thiel, Fruchtstraße 36a( oberer Saal). Süd- Osten: set Rautenberg, Oranienftr. 180. Westen und Süd- Westen: find die Kollegen folgender Werkſtellen eins Bei Jubeil, Lindenstraße 106. Hierzu geladen: Knorr, Blumenthalftr. 5; Reuter, Steinmehstraße 24; Reddemann, Groß- Görschenstr. 35; Scharwüs in Schöneberg. Tages Ordnung: Lohn- und Werkstattverhältnisse. Die Kollegen werben ersucht, aus jeder Werkstatt Delegirte zu entfenben. Montag, den 13. Juli, in der Wenen Welt, Hafenhaide: Sommer- Fest am Donnerstag, den 16. Juli, zu der am 16. Juli, abends 8 Uhr, erdigung findet am Mittwoch, den unter Mitwirkung des Gefangvereins Kreuzberger Harmonio", im ,, Neuen Klubhaus", Kommandanten- 8. Juli, nachmittags 5 Uhr, vom abends 8 Uhr, in den Armin Hallen, Krankenhaus am Urban aus nach dem Alten Jakobikirchhof( Rollkrug) statt. Dirigent Herr Dillenberger. CONCERT, General- Versammlung Um rege Betheiligung ersucht ausgeführt von 3ivil- Berufsmusikern. Dirigent Herr Schonert. Kommandantenstr. 20.[ 2579b straße 72, stattfindenden Tages- Ordnung: Erlaß des Herrn Ober Präsidenten: Herabsetzung der Kranten Unterstützungsdauer von 52 auf 39 Wochen. Der Vorstand. = Gegen d. heftigsten Zahnschmerz ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 2580b 1. Bortrag des Jahresberichts pro 1895. 2. Ertheilung der Decharge. 3. Erhöhung des Gehalts für den Rendanten. 4. Abänderung des§ 49 bes Statuts, betreffend Bertreterwahlen. 5. Bericht über Anstellung von Aerzten. 6. Verschiedenes. Die Vertreterkarten, welche am 7. Juli 181/18 Die Ortsverwaltung. Spezialitäten- Vorftellung unter Mitwirkung hervorragender Kräfte. Grosses Brillant- Feuerwerk. Fackel- Polonaise, Todes- Anzeige. Hierdurch die Nachricht, daß unsere Mutter Theresia Fischöder, geb. Berger, heute Morgen 11/2 Uhr, infolge eines vorher stattgehabten wozu jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhält. Außerdem erhält jedes Kind 2 Bons für Beluftigungen( Karsuffel etc.). Billets à 25 Pf. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Billets sind auf allen Zahlstellen des Berbandes zu haben. Zu zahlreicher Betheiligung ladet ein Die Ortsverwaltung. Schlaganfalls im Alter von 76 Jahren gestorben ist. 2585b und Kopfreissen! Den Staffenmitgliedern zugeschickt worden den 10. Juli, nachm. 4 Uhr, vom Lethin ( ausserlich) Sichere und sofortige Wirkung ohne Schaden für das Gebiss. Es versäume Niemand, das erfind, haben nur Giltigkeit. Die Vertreterfarten der Arbeitgeber behalten ihre Giltigkeit. Der Vorstand. Ferd. Mathis, Vorsitzender, An der Jerusalemerkirche 3. Ernst Schröter, Schriftführer, Belle- Allianceftr. 71a. Zentral- Kranken- u.Sterbekasse probte Lethin jederzeit im Hauser Maler( G. 5. 71). zu haben. Nur echt mit nebenstehender Schutzmarke. Preis eines Fläschchens 60 Pfg. Zu haben in Berlin: Hauptdepot König Salomo Apotheke. Gustav Henke, Charlottenstrasse Nr. 54. Bestandtheile: Pfeffermünz 500, Krauseminz, Rosmarin je 200, destillirt mit 1000 Spiritus, Kamphor 150, Essigäther 150, Chloroform 100. Bersammlung der Filiale IN. am Freitag, den 10. Juli 1896, abends 81/2 Uhr, im Kaffenlokal, Ruppinerstr. 42, Tagesordnung: 1. Vierteljährl. Raffenbericht. 2. Be richt von der Generalversammlung in Magdeburg. 3. Wahl der Krankenbesucher. 4. Kassenangelegenheiten. 2574b Die Ortsverwaltung. 2586b Die Beerdigung findet am Freitag, Trauerhause, Rummelsburg, Schillerstraße 27, aus ftatt. Die Gebrüder: Adolf Fischöder, Rummelsburg. Gustav Fischöder, Rixdorf. Todes- Anzeige. Am Sonntag, den 5. Juli, starb meine liebe Frau Jda Bachstein, geb. Förster. Dieses zeigt Verwandten und Freunden an Salzwedelerstr. 15. 2566b Carl Bachstein nebft Rindern. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Moabiter Krankenhaufes aus statt. GeschäftsAllen Bekannten und freunden hiermit zur Nachricht, daß mein Mann, der Schneidermeister Franz Bochè mich nach 26 jähriger Ehe verlassen hat, für gemachte Schulden meines Mannes fomme daher nicht auf 25766 Frau Bochè, Oranienstr. 153. 301/8 Gr. internationales Rennen Halensee Mittwoch, den 8. Juli, nachmittags 4 Uhr. Allen Freunden und Bekannten zur Baustellen Nachricht, daß ich das Weiß- und | Wer hilft? 25756 Bairischbier- Lokal, Beuthstr. 3, von in Berlin und Vororten, größte AusDas Rechtsbureau Brinzenstraße 91, meinem Onkel Emil Schulz fäufwahl; schnelle Erledigung; spezielle Morigplatz. Billig Klagen, Gesuche, lich übernommen habe, bitte daher um Wünsche jeder Art werden erfüllt. Adr. sub J. T. 4075 an Rudolf Mosse, Eingaben, Briefe jeder Art und Rath freundlichen Zuspruch. Berlin SW. nur 1,50 m. Die Beleidigung, welche ich gegen Herrn G. Klauke, Gothenstr. 37, ausgesprochen habe, nehme ich hiermit zurück. Frau Gentsch. Grünkram- Geschäft mit Rolle frant Frau Olga Jacobson, Invalidenftr. 145 heitshalber zu verkauf. Eisenbahnstr. 22. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin, Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Zähne v. 2 M. ev. Theilz. 25726 H. Ziesak. 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 157. Sozialistische Preffe Deutschlands. 3. Quartal 1896. Zentral- Organ. » Vorwärts" Berliner Volksblatt, Beuthstr. 2. S.W. 19. täglich erscheinend. Wissenschaftliche Wochenschrift. Die Neue Zeit." Revue des geistigen und öffentlichen Lebens Stuttgart, Furthbachstr. 12. Täglich erscheinende Zeitungen. Augsburg„ Volkszeitung" Mittlerer Graben H 405. Bamberg Bamberger Volkszeitung" Langestr. 10. Bant„ Norddeutsches Volksblatt" Neue Wilhelmshavenerstr. 38. Bielefeld Volkswacht" Schulstr. 20. Brandenburg " Volksblatt für Ost- und Westhavelland" ( Brandenburger Zeitung), St. Annenstr. 38. Mittwoch, den 8. Juli 1896. Halberstadt„ Sonntags- Zeitung" Bakenstr. 37. Königsberg i. Pr. Volts- Tribüne" Domstraße Zeit„ Glück auf!" Neumarkt 34. Wikblätter( Erscheinen alle 14 Tage.) München„ Süddeutscher Postillon" Senefelderstr. 4. Stuttgart„ Der wahre Jacob" Furthbachstr. 12. Hamburg Illustrirtes Unterhaltungsblatt. „ Die Neue Welt" Große Theaterstr. 44. Erscheint wöchentlich einmal. Gewerkschaftspreffe in Deutschland. 3. Quartal 1896. Dreimal wöchentlich erscheinend. Braunschweig„ Braunschw. Volksfreund" Kannengießerstr. 13. Leipzig- Reudnik„ Correspondent für Deutschlands Bremen Bremer Bürger- Zeitung" Hankenstr. 21/22. " " 0 Breslau Volkswacht" Neue Graupenstr. 5/6.( Für die Landfreise erscheint noch wöchentlich 2 mal eine Ausgabe.) Caffel Volksblatt für Hessen" Hohentorstr. 2. Dortmund Rheinisch- Westfälische Arbeiter Beitung", Westenbellweg 120. Dresden„ Sächsische Arbeiter Zeitung" Ammonstr. 61. Düsseldorf„ Niederrheinische Volfstribüne" Karlsplatz 3. Elberfeld- Barmen Freie Presse" Kleine Klotzbahn 10. Erfurt Thüringer Tribüne" Johannesstr. 144. " D Frankfurt a. M. Volksstimme" Großer Hirschgraben 17. Fürth Fürther Bürger- Zeitung" Königstr. 95. Geeftemünde Norddeutsche Volksstimme" Georgstr. 13. Gera„ Reußische Tribüne" 3schochern 54. Halle a. H.„ Volksblatt für Halle" Geiftstr. 21. Hamburg Hamburger Echo" Gr. Theaterstr. 44. Harburg„ Volksblatt" Deichstr. 4. Hannover„ Volkswille" Burgstr. 9. Hof" Oberfränkische Volkszeitung" Bismarckstr. 3. " Riel Schleswig- Holstein'sche Volts- Zeitung" Bergstr. 11. Köln Rheinische Zeitung" Hämergasse 37.( Auch erscheint eine " " Wochen- Ausgabe.) " Leipzig Leipziger Volkszeitung", Mittelstr. 6/7. Ludwigshafen Pfälzische Post", Oggersheimerstr. 10. Lübeck Lübecker Voltsbote" Große Altefähre 35/37. Lüneburg„ Lüneburger Volksblatt", Glockenstr. 4, p. I. Magdeburg„ Volksstimme" mit Beilage:" Der Landbote", Schmiedehofstr. 5/6. Mainz Mainzer Volkszeitung"( Hessische Volksstimme) Deutschhausgäßchen 1. Mannheim Volfsstimme" T. 8, 4. b. " München Münchener Post" Senefelderstr. 4, I. " Nordhausen Nordhäuser Volfsblatt" Gumpertfir. 8. " Nürnberg Fränkische Tagespost" Weizenstr. 12. " " Offenbach Offenbacher Abendblatt", Große Marktstr. 25. Saalfeld Saalfelder Volksblatt" Rosmaringasse 10. Stettin Volts- Bote" Friedrich Karlstr. 28. Stuttgart„ Schwäbische Tagwacht" Furthbachstr. 12. Würzburg Unterfränkische Volkstribüne" Fabrifstr. 26. Apolda Wöchentlich dreimal erscheinende Blätter. Freie Presse" Weimarischestraße. " Berlin Volksblatt", Organ für die arbeitende Bevölkerung, Beuthstr. 3, SW. 19. Burgstädt Die Volksstimme" Augustusstraße. Chemnit " 1 " Der Beobachter" Gartenstr. 29. Crefeld„ Niederrheinische Volfstribüne" Am Ostwall. Defan Volksblatt für Anhalt" Landstr. 38. " 1 Dortmund Westfälische Volfstribüne" Hagen, Selbecker. straße 3. Lüdenscheid, Grabenstr. 1. Unna, Kloster wall 18. Dresden„ Der Volksfreund" Gerbergasse 1. Falkenstein„ Vogtländische Volkszeitung", Anzeiger für Stadt und Land. " Frankfurt a. O. Märkische Volksstimme" Tuchmacherstr. 73. Gotha„ Gothaisches Volksblatt" Mohrenberg 7. Greiz„ Reußische Volke- Zeitung" Untere Silberstr. 1. Meißen Meißner Volkssreund", Gerbergasse 21, " Offenburg i. B.„ Voltsfreund" Kesselstraße. " Rostock Mecklenburgische Volkszeitung" Hopfenmarkt 19. Solingen Bergische Arbeiterstimme" Raiserstr. 29. Zwickau i. S." Sächsisches Volksblatt" Richardstr. 15. " Wöchentlich zweimal erscheinende Blätter. Aachen Aachener Volksblatt" Büchel 46. Altenburg„ Der Wähler" Hillgasse 7. Breslau„ Die Wahrheit" Neue Graupenstr. 5/6. Delmenhorst Delmenhorster Boltsblatt" Bahnhofstr. 23. Langenbielan Der Proletarier aus dem Eulengebirge", OberLangenbielau, 2. Bezirk. straße 29. München- Gladbach„ Arbeiterstimme", Solingen, Kaiser. Buchdrucker und Schriftgießer", Seeburg straße 3/5. " Wöchentlich erscheinend. Altenburg Correspondent für die Arbeiter und Arbeiterinnen der Hut und Filzwaaren- Industrie", Teichftr. 3 I. Berlin Die Ameise", Organ des Porzellan arbeiter Verbandes, Charlottenburg Englische Straße 27, II. = 13. Jahrg. Monatlich einmal erscheinend. Berlin Correspondenz Blatt des Verbandes der im Vergoldergewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands", Oppelnerstr. 48, v. IV. V Der Bureau Angestellte" SW., Alexandrinenstraße 116a, Hof II. * Obige Zusammenstellung veröffentlichen wir zu Beginn jedes Quartals. In der Zwischenzeit sich ergebende Adreß- oder sonstige Veränderungen bitten wir uns behufs Vormerkung mittheilen zu wollen. Hamburg- Eimsbüttel, Eichenstr. 4. Der geschäftsführende Ausschuß. Der Wehlan- Proze vor dem Disziplinargerichtshof. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft Assessor Dr. v. Buri beantragte im weiteren Verlaufe der Sigung vom Montag den Ausschluß des Angeklagten aus dem Amte. Eigenartig waren die Gründe des Vertheidigers. Er glaubte, auf die öffent liche Meinung in Deutschland geringen Werth legen zu sollen. Andererseits nahm er die öffentliche Meinung des Landes, wo der Angeklagte Beamter war, zu gunsten desselben in Anspruch. eine größere Be Den Aussagen dieser Leute müsse geschenkt werden, achtung geschenkt als weil sie Renner des Landes am besten wissen müßten, wie die Schwarzen zu bes handeln sind. So ungeheuerlich, wie es manchem scheine, feien die Thaten des Angeklagten nicht. Bis zum Jahre 1819 babe es in Preußen noch Verdachtsstrafen gegeben, und in Hannover habe bis 1822 die Folter bestanden. So weit zurück in der Kultur, wie die KamerunerAnfang dieses Jahrhunderts doch nicht ge= wesen. Zu gunsten des Angeklagten sei in betracht zu ziehen, daß er den Verbrauch des Schnapses in Kamerun herabgemindert und die Arbeitsschen der Eingeborenen beseitigt habe. Die einzelnen Anklagepunkte wurden sodann vom Vertheidiger durchgegangen. " Der Bauhandwerker" Berlin SO., Manteuffel neger heute, seien Preußen und Hannover zu straße 14. „ Bildhauer Zeitung", Neanderstr. 3. ,, Allg. Fahr Zeitung" Schüßenstr. 58. ,, Der Gastwirthsgehilfe" Jüdenstr. 36, „ Der Töpfer" Rosenthalerstr. 57. " Bochum Deutsche erg und Hüttenarbeiter 3eitung". " = Bremen Deutsche Böttcher Beitung", Langestr. 100 I. Burgstädt„ Der Textilarbeiter" Marienstr. 285. Gotha Schuhmacher Fachblatt" Mohrenberg 7. Hamburg Correspondenzblatt der Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands" Bollvereins- Niederlage, Wilhelmstr. 8 I. Er beantragte auch seinerseits, das Urtheil abzuändern und den Angeklagten freizusprechen, eventuell nur auf einen Verweis zu erkennen. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft erwiderte hierauf, er habe keineswegs seine Anträge mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung gestellt. Die lettere habe sich aber in selten einmüthiger Weise gegen die Auffassung gewendet, die in dem Urtheile der Vorinstanz zu Tage getreten fei. Es unterliege feinem Zweifel, daß das inkriminirte Ber halten des Angeklagten in Kamerun allem menschlichen Gefühle Sohn spre che. Wenn das Negerrecht die Folter zulasse, so sei dies kein Grund für den Angeklagten, es ebenfalls anzuwenden. Wir wollten gerade Zivilisation und Der Grundstein"( für Maurer) St. Georg, Menschlichkeit in Afrika einführen und dürften nicht in solcher Neue Brennerstr. 19 II. Weise wie der Angeklagte verfahren. Holzarbeiter Zeitung" Eimsbüttel, Bismarckftraße 10. „ Glück auf!"( für Former) Hamburg- Gilbeck, Konventstr. 5. Bruder Schmied". Nach einer Erwiderung des Vertheidigers erhielt der An= getlagte das Wort. Er verwies auf die Schwierigkeit der Lage, in der er sich in Kamerun befunden habe, und rief in exaltirter Weise, wenn er sich bewußt wäre, unehrenhaft gehandelt zu haben, so würde er es für recht halten, wenn man ihn einfach niederschießen würde. Man müsse Ort und Zeit berück sichtigen, und es gelte auch von ihm der Sat: tout comprendre Leipzig„ Der Gewerkschafter"( f. Cigarrenarbeiter) Mittel- c'est tout pardonner. Seine letzten Ausführungen machte der Fachzeitung für Schneider" 2. Durchschnitt 10. ,, Der Zimmerer" Barmbeck, Feßlerstr. 28 I. straße 7. " Angeklagte mit weinerlicher Stimme. Leipzig- Schkeudik„ Graphische Presse", Schkeudizz. Linden- Hannover. Brauer Zeitung", Falkenstr. 28. Löbtau- Dresden„ Der Fachgenoffe"( für Glas, Porzellan, und Thonwaaren- Arbeiter) Reisewigerstr. 34. Nürnberg Deutsche Meta II arbeiter- Zeitung" Weizenſtr. 12. Offenbach a. M.„ Die Glaser- Zeitung". Stuttgart Buchbinder 3eitung", Heusteigftr. 30. „ Der Handschuhmacher" Böblingerstr. 44. Zwickau„ Glück auf!"( für Bergarbeiter) Aeußere Schneestätigt. bergerstraße 60. Berlin " Alle 14 Tage erscheinend. „ Der Handelsangestellte" N., Friedenstr. 46, II. „ Der Handels- Siljsarbeiter" C., Neue Grünstraße 10, Organ für alle im Handels- und Transportgewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter Deutsch lands. Vers Um 4/4 Uhr zog sich der Gerichtshof zur Berathung zurück. Um 6 ihr trat der Gerichtshof wieder in den Saal ein. Der Vorsitzende, Se. Excellenz Präsident Dr. v. Dehlschläger, vers tündete zunächst den Beschluß des Gerichtshofes in bezug auf Die von beiden Parteien gestellten Beweisanträge. Dieselben sind durchweg als unerheblich abgelehnt worden. Sodann wurde das Urtheil verkündet. Es lautete wie folgt: Die Entscheidung der Disziplinarkammer in Potsdam Dom 7. Januar diesen Jahres wird unter werfung der beiderseitigen Berufungen be= Die Kosten fallen zur Hälfte dem Angeschuldigten, zur Hälfte der Staatstasse zur Last. Die Urtheilsbegründung lautete folgendermaßen: Der Gerichtshof weicht von der Auffassung des ersten Richters in zwei Punkten ab. Zunächst in dem Falle, der den Dolinetscher Stecki auf dem Regierungsdampfer Nachtigall" be trifft. Der Gerichtshof nimmt zu gunsten des Angeklagten an, daß die Mißhandlung nicht in der Weise vor sich gegangen ist, als der betreffende Beuge bekundet hat. Die zweite Abweichung betrifft den Fall, in welchem es sich um die Tödtung. Sattler u. Zapezirer Beitung" N., Invaliden- weier Gefangener und des Roches handelt. Der Borderrichter legt dem Angeklagten zur Last, zwar nicht, daß er eine straße 145. grausame Tödtung der Gefangenen angeordnet habe und Alg. Steinfeger- Zeitung" NW., Waldenserstr. 18. daß fie vollzogen worden sei mit seinem Wissen und ,, Solidaritä t", Organ aller im graphischen Berufe Willen, wohl aber, daß er es unterlassen habe, die von beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, Annenstr. 16. ihm angeordnete Tödtung, die der erste Richter als gerechtfertigt ansteht, zu überwachen, und daß durch diese Lässigkeit ,, Vereins- Anzeiger für Maler" O., Fruchtstr. 51. der Angeklagte verschuldet habe, daß die Gefangenen nun in einer " Vereinsblatt der Lederarbeiter Deutschlands" grausamen Weise unter Entstellung des Körpers und unter Dualen N., Soldinerstr. 21. getödtet worden seien. Der Gerichtshof fann diese Auffassung Neue Deutsche Dachdecker Zeitung" nicht theilen. Einmal nimmt er an, daß eine grausame Buchgasse 10. Tödtung der Gefangenen überhaupt nicht er. Hamburg Der Arbeiter"( für Bau- und Hilfsarbeiter) wiesen fei. Die öffentliche Meinung steht in Eilbeck, Konventstr. 5. dieser Beziehung auf einer ganz falschen Barbier und Friseur Zeitung", Billhörner, Grundlage, und sie ist in der etlatantesten Weise getäuscht worden. Es ist gar kein Beweis dafür erbracht, daß die Gefangenen bei ihren Lebs Bäcker- zeiten diejenigen Verlegungen bereits empfangen haben, die demnächst an den Zeichen, nachdem sie die ganze Nacht das gelegen hatten, vorgefunden worden sind. Es stimmt vielmehr mit den Verhältnissen und dem Charakter der dortigen Be völkerung durchaus überein, wenn man annimmt, daß diese Vers legungen erst nachträglich den todten Körpern zugefügt worden sind. Es ist ja nicht vollkommen klar gelegt, in welcher Weise die befohlene Tödtung erfolgt ist. Soweit man klar sehen fann, ist sie in keiner Weise grausam verübt worden, sondern durch einen Streich mit dem Seitengewehr in den Nacken, also in einer Weise, die den Tod am leichtesten herbeiführen konnte. Wenn in bezug hierauf auch so ist anderer nicht völlige Klarbeit herrscht, seits der Gerichtshof der Meinung, daß dem Angeklagten der Umstand nicht zur Last gelegt werden kann, daß er die befohlene Tödtung nicht selbst überwacht hat. Der Gerichtshof ist der Ansicht, daß die ganze Situation, in der sich der Angeklagte als Führer der Expedition befand, eine solche Pflicht von ihm nicht forderte, daß der Angeklagte vielmehr bei seiner hohen ver. antwortlichen Stellung damals noch wichtigere Pflichten zu erfüllen hatte, nämlich zunächst die, für die Sicherheit der ihm unterstellten Leu te Sorge zu tragen, und daß er, wenn er diese Frankfurt a. M. Hannover Saalfeld„ Thüringer Volksfreund"( Thür. Waldpoft) Rosmarin gasse 15. " Thüringer Volksblatt"( Schwarzburger Volksfreund) Nürnberg Rosmaringasse 15. Bant ,, Neustädter Volksblatt" Rosmaringasse 15. Wöchentlich einmal erscheinende Blätter. „ Die Nord- Wacht" Neue Wilhelmshavenerstr. 38. Berlin Gazeta Robotnicza" Andreasstr. 78a. Braunschweig„ Der Landbote" Kannengießerstr. 13. Gießen Mitteldeutsche Sonntags- Zeitung" Wilhelmstr. 1. " " Brückenstr. 32. Deutsche Bäcker Beitung", Organ des verbandes, Jdastr. 15/17. „ Der Goldarbeiter" Bartelsstr. 96 I. „ Der Schiffszimmerer" Eilbeck, Ronven tstr. 5 Korrespondenzblatt" d. Zentralvereins d. Gärtner Eilbeck, Konventstr. 5. Der Kupfersch mie d", Gilbeck, Rantstr. 24, III. Zapezirer Zeitung" Rostockerstr. 1, III. „ Der Proletarier"( für Fabrik 2c. Arbeiter und Arbeiterinnen) Schmiedestr. 15. Einigkeit", Publikationsorgan für die deutschen Müller und Konditoren, Pfeffer und Lebküchler Verbände, Zickstr. 3. Stuttgart Die Gleichheit". Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen. Furthbachstr. 12. Alle drei Wochen erscheinend. Leipzig Beitschrift für Graveure und Bifeleure" Paul Balting genannt Schäfer, Hainstr. 19, IV. an sprechung. nun Pflicht vernachlässigt hätte, eine noch schwerere Verfehlung sich| verdienten Lohnes erfolgen. Maßregelungen jollen nicht erfolgen| Freisprechung, wobei der Antrag folgendermaßen begründet hätte zu schulden fommen lassen, als die, daß er die anbefohlene und die Abmachung soll bis zum 1. März 1897 Giltigkeit haben. wurde: Das polizeiliche Strafmandat stützte sich auf die BerTödtung von Gefangenen nicht selbst überwachte. Er hatte die Eine öffentliche Maurerversammlung erklärte sich mit der Verordnung vom 20. November 1844, wonach der öffentliche GeTödtung dem Sergeanten Lewonig aufgetragen, einem Manne, einbarung einverstanden. Jetzt hängt es von den Unternehmern werbeverkehr, namentlich das Deffnen der Verkaufslokale und das Aufstellen von Waaren an den Ladenthüren und Schaufenstern der sich durch jahrelanges musterhaftes Verhalten bereits be ab, ob der Streit vermieden wird oder nicht. Sonn bis und Festtagen nur 9 Uhr vormittags währt hatte als Zugführer einer Truppe. Der Angeklagte durfte Bum Streit in Neunkirchen( Niederösterreich). Am gestattet ist. deshalb wohl annehmen, daß Lewonig den Auftrag richtig aus- 4. Juli ließen hier die Inhaber der Schraubenfabrik von! Diese Verordnung durch eine spätere vom 20. Juni 1892 Der Vertheidiger führte aus, daß führen werde. Es scheiden also diese beiden Fälle zu gunsten des Angeklagten aus. Was die übrigen anbelangt, so schließt Boevillier u. Komp. mehrere am Streik Betheiligte mit ihren wieder aufgehoben worden sei. In der letzteren werde bestimmt, Familien aus den bisher innegehabten Wohnungen exmittiren. daß an den beiden letzten Sonntagen vor Weihnachten, dem fich der Gerichtshof in allen Punkten sowohl was die that Mehrere von den delogirten Arbeitern waren in der Fabrik bis zu legten Sonntage vor Oftern und dem letzten Sonntage vor sächliche Feststellung, also die Würdigung des Beweisergebnisses, 16 Jahren beschäftigt. Die angesammelten Arbeiter folgten der Pfingsten im Handelsgewerbe Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter anlangt, als auch, was die Auffassung nach der disziplinarisch Prozedur mit lebhafter Antheilnahme. Seitens der Gemeinde auch von 2 Uhr nachmittags bis 6 Uhr abends beschäftigt werden Pfingſten im Handelsgewerbe Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter angeht, ganz der Auffassung und den Ausführungen des Vorderrichters an. Trotz des wurde vier delogirten Parteien, für die vormittags noch keine auch von 2 Uhr nachmittags bis 6 Uhr abends befchäftigt werden dürfen. In einem anderen Paragraphen derselben Verordnung Ausfalles der beiden Punkte ist der Gerichtshof doch Unterkunft beschafft war, eine solche in der leerstehenden GIB werde bestimmt, daß, soweit sich das vorstehende Verbot auf die dazu gelangt, es bei der vom Vorderrichter gewählten Strafe schen Spinnerei eingeräumt. Den Anordnungen der Delogirungs- Beschäftigung der genannten Personen erstrecke, solle auch dazu gelangt, es bei der vom Vorderrichter gewählten Strafe kommission wurde von allen Parteien ruhig Folge geleistet und der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen, zu welchen zu belaffen. Er hat sich zu einer milderen Strafe nicht ent tamen feinerlei Widersetzlichkeiten vor. Die mit den Einrichtungs- auch die selbstthätigen Verkaufsapparate gehören, verboten sein. schließen tönnen, weil gegenüber dem Falle August Bell die übrigen Verfehlungen des Angeklagten nur sehr gering in die stücken beladenen Wagen nahmen nach verschiedenen Richtungen Dies lasse doch darauf schließen, daß die Schaufenster nicht durch bie Straßen der Stadt an dichten Waagschale fallen. Der Gerichtshof legt den Hauptschwerpunkt Arbeitergruppen vorüber. Jeder Wagen wurde von zwei werden brauchten. Der Amtsanwalt beantragte die Verwerfung während der Zeit des erlaubten Geschäftsbetriebes verhängt zit auf den Fall Bell und hat sich in bezug auf denselben gang Gendarmen geleitet; zur Seite schritten die Delogirten, mit des Einspruchs, da das Kammergericht entschieden habe, daß die der Auffassung des Vorderrichters anschließen müssen. Er ist kleinen Utensilien beladen. Obgleich das Streiffomitee von den gerade charakteristisch, weil dem Angeklagten ein Richteramt ob= gewerbepolizeilichen Bestimmungen durch die Verordnung vom lag und dieses es ihm zur ersten Pflicht machte, nicht Beständnisse elogirungen überrascht wurde, hat es dennoch für die Unter- 20. Juni 1892 nicht aufgehoben wurden. Der Gerichtshof trat zu erpreffen. Weil darin also die schwerste Verfehlung des Anbringung der Delogirten unverzüglich Vorsorge getroffen. geklagten gefunden werden muß, so konnte der Wegfall der beiden in der u. a. mitgetheilt wurde, daß von einzelnen Fabrikanten Am Nachmittag fand eine Bertrauensmänner Sigung statt, ben Ausführungen des Vertheidigers bei und erkannte auf Freianderen Punkte nicht dem Angeklagten weiter zu gute kommen, der Ober- Gewerbe- Inspektor Mühl aus Wiener Neustadt um die Arbeiterbehandlung auf dem Laude. Ein schlagfertiger Urtheil der Vorinstanz beläßt. Es war deshalb wie geschehen zu Ober- Gewerbe- Inspektor hat seine Vermittelung zugefagt. als wie es dadurch geschieht, daß der Gerichtshof es bei dem Intervention zur Beilegung des Streits angegangen sei. Der Aufsichtsbeamter ist der Privatförster Carl Saat in Segefeld. Auf dem genannten Vorwerk war als Viehfütterer der 67 Jahre alte gebrechliche Arbeiter Ludwig Grothe beschäftigt und als solcher dem obengenannten Haat speziell unterstellt. An einem Sonntag Morgen kam letzterer in den Stall hinein, in In Lemberg dauert der Tischlerstreit bereits 4 Wochen. Bis welchem G. seiner Beschäftigung nachging. Dieser mochte wohl Die Planener Handelskammer hat sich für die Er- jetzt haben vier Weister die Forderungen: Behnstundentag, 9 fl. die ihm obliegende Arbeit nicht nach Wunsch des Haak richtung örtlicher Arbeitsvermittelungs- Aemter wöchentlicher Minimallohn, 10 pet. Lohnerhöhung und Freigabe verrichtet haben, infolge dessen begann letzterer auf ihn durch die Gemeinden und für die Schaffung einer staatlichen des 1. Mai, bewilligt. Um das Meisterkartell zu brechen, beschlossen zu schimpfen, nannte ihn einen Lügner und Betrüger und schlug Bentralstelle ausgesprochen. die Streikenden, daß bei den 10 Meistern, bei welchen 60 bis ihm dann mit einem festen Handstock mehrere 70 Arbeiter beschäftigt waren, die Arbeit wieder aufgenommen Male über die Schulter, sodaß der Miß. wird. Im Streik verharren noch 700 Arbeiter. Die Streifenden handelte die Arbeit niederlegen und sich ins Nach planten einen Massenumzug mit Frauen und Kindern durch die Krankenhaus aufnehmen laffen mußte. Stadt. Da aber die Polizei große Vorbereitungen traf und feiner Genesung stellte G. gegen H. Strafantrag und das viele Streifende, darunter das Streifkomitee, zu verhaften sich Schöffengericht zu Spandau verurtheilte den schneidigen Aufseher zu 100 Mt. Geldstrafe. Gegen dieses Erkenntniß Tegle anfchickte, wurde die Demonstration unterlassen. der Angeklagte Berufung ein. Vor der vierten StrafDie Möbelschreiner in Lausanne( Schweiz) stehen seit vier fammer gab derselbe zwar zu, die beleidigenden Aus. Wochen im Kampfe mit den Meistern, indem sie von denselben brücke gebraucht zu haben, bestritt aber die Mißhandlung, ausgesperrt wurden, wegen Nichtannahme des von den Meistern indem er die Glaubwürdigkeit des Grothe in Zweifel zog. Demaufgestellten Lohntariss. Die Herren wollen den etwas flauen gegenüber bekundete Grothe unter seinem Eide, daß er an jenem Geschäftsgang benutzen, um den Arbeitern die letztes Frühjahr Sonntage aus nichtiger Veranlassung von H. beschimpft und errungene Aufbefferung wieder zu entreißen. Zuzug ist streng dann in der angegebenen Weise mißhandelt worden sei. Der Gerichtshof schenkte dem Belastungszeugen Glauben und hielt Jm Londoner Baugewerbe ist es zu einem gegenseitigen danach die Feststellungen des ersten Richters aufrecht. Jedoch Friedensschluß gekommen. Mit Ausnahme der Tagelöhner, die mußte wegen der Beleidigung Einstellung des Verfahrens erfolgen, vorläufig nur eine Art Waffenstillstand geschlossen haben, erhalten da ein Strafantrag nicht vorlag, auch im übrigen erachtete der alle Arbeiterkategorien 1/2 Penny pro Stunde mehr. Gerichtshof eine Herabsehung der in erster Instanz festgesetten Strafe für zulässig und erkannte unter Lissabon blieb am 5. Juli abends ohne Beleuchtung, da die Aufhebung des erftrichterlichen Urtheils auf 20 Mark Geld. Gasarbeiter streifen. erkennen. Soziale Neberlichk. In Worms hat die Stadtverordneten- Bersammlung nunmehr tas von der Bürgermeisterei ausgearbeitete und vom Gewerbegericht gutgeheißene Statut eines städtischen Arbeitsamtes angenommen. Bu dessen Errichtung bewilligt das Kollegium eine einmalige Ansgabe von 1100 m. und eine dauernde Ausgabe von 1500 m. Zum Vorsteher soll ein er fahrener Handwerker ernannt werden. Die Freiheit des Arbeiters im heutigen Staat wird wieder einmal trefflich illustrirt durch einen Gewaltfireich des Großfuhrmanns Kurt in Stuttgart, der den städtischen Latrinen- Fuhrwertsbetrieb unter sich hat. Die dabei beschäftigten Fuhrleute, die unter geradezu unmenschlichen Bedingungen stehen, hielten unlängst eine Versammlung ab, um sich über ihre Lage zu besprechen. Sofort am andern Tag wurden 5 Maun ents lassen mit dem Bemerken:" Ich will Euch das Versammlungslaufen schon vertreiben." Später wurden nochmals einige entlassen und am 1. Juli 13 Mann gekündigt mit dem Bemerken, daß noch weitere folgen würden. So wird das gesetzlich gewährleiste Koalitionsrecht vom Unternehmerthum geachtet! Da der Latrinen- Fuhrwerksbetrieb von der Stadt den Herrn Kurt übertragen ist, soll diese Art Arbeiterbehandlung auch zur Kenntniß der Stadtverwaltung und der Bürgerschaft gebracht werden. Zu diesem Zweck findet am Sonntag Nachmittag 3 Uhr im Hirsch" eine öffentliche Bersammlung statt. Gewerkschaftliches. Achtung! Portefeuiller! In der Portefeuillefabrik der Firma Cohn in Paris ist ein Streit ausgebrochen, an dem fämmtliche Arbeiter des Geschäfts theilnehmen. Nähere Details fehlen noch. Es ist nun zu erwarten, daß man versucht, Arbeiter aus Deutschland nach dort zu engagiren; wir ersuchen deshalb sämmtliche Portefeuiller dringend, bei dieser Firma nicht in Arbeit zu treten und dadurch den Pariser Kollegen zum Sieg zu verhelfen. J. A.: P. H., Offenbach. Die Tapezirer in Meran( Südtirol) befinden sich in einer Lohnbewegung. Der Zuzug ist fernzuhalten. fernzuhalten. Gerichts- Beitung. trafe! 18 3 Versammlungen. waren. " In einer Verhandlung wegen Kindesaussetzung, welche gestern vor der ersten Straffammer des Landgerichts I gegen den Eine öffentliche Versammlung der Tabakarbeiter und Arbeiter Paul Frant stattfand, wurde ein Stück soziales Arbeiterinnen, die am 2. Juli im Schützenhaus", Linienstraße, Elend vor Augen geführt. Er gab die ihm zur Last gelegte tagte, beschloß nach längerer Berathung, dem Antrage der Lohn Strafthat zu, indem er folgendes Geständniß ablegte: Er habe tommission entsprechend, den Streit für beendet zu erklären. Unglück in der Ghe gehabt, seine Frau wolle nicht arbeiten. Nach dem Bericht von Butry über den Stand der gegen Im Herbst vor. Is. habe er nebst seiner Frau auf einem wärtigen Verhältnisse sind zur Zeit nur noch 28 Streifende, Dominium in der Nähe Berlins Unterkommen gefunden, sie darunter 6 weibliche, vorhanden. Ungefähr 1400 Personen sind hätten dort zufrieden leben können, aber seine Frau weigerte nach dem beinahe 14 Wochen währenden Kampfe zu den neuen sich, die übernommenen Arbeiten zu verrichten und am 23. März Bedingungen beschäftigt. Bu konstatiren sei, daß diese Erfolge D. Js. hätten sie den Hof wieder verlassen müssen. Vollständig fast ausschließlich in den ersten drei Wochen erzielt wurden und mittellos habe er mit Frau und einem Kinde von zwei Monaten auch bisher in allen Fällen festgehalten werden konnten, den Weg nach Berlin zu Fuß angetreten. Seine ganze Habe während in letzter Zeit besonders ungünstige Resultate nicht bestand in einem Bettstück, in welches das Kind eingehüüt mehr zu verzeichnen Der Redner empfiehlt den Zum Streit der Arbeiter der Norddeutschen Reidmühle war. Gegen Abend seien sie in Berlin angekommen. Ein falter Antrag der Kommission anzunehmen, um den noch Ausständigen in Hamburg. Die Lohnkommission ist am 3. Juli bei der Wind habe durch die Straßen geweht und ihre vom Hunger ge- Gelegenheit zu geben, die Arbeit wieder aufnehmen zu können, Direktion vorstellig geworden und unterbreitete derselben folgende schwächten und mangelhaft bekleideten Körper durchschauert, sie andererseits diejenigen, welche die Mittel bisher zur Unterstützung Forderungen: 1. Aufnahme sämmtlicher Ausgesperrten; 2. Ab hätten nicht gewußt, wo sie während der Nacht Unterkommen aufgebracht, zu entlasten. In der Diskussion, an der sich eine fchaffung der Klaffenlöhne, Abschaffung des Stundenlohnes, finden sollten. Echon vor Berlin, in der Nähe von Weißensee, große Anzahl Redner betheiligten, wurde fast allgemein ber zehnstündige Arbeitszeit und einen Tagelohn von 3,80 M.; habe seine Frau ihm gesagt:„ Leg' doch das Kind hinter den Zaun!" Antrag befürwortet und hervorgehoben, daß der jetzige Abschluß für jede angefangene Ueberstunde 10 Pig. Lohnaufschlag; Er habe es nicht ausführen können; als seine Frau ihm aber später, der Bewegung als ein sehr günstiger bezeichnet werden kann. 3. Maßregelungen finden nicht statt; bei Arbeiterentlassungen als sie planlos durch die Straßen wankten, gerathen habe, er Ginstimmig beschlossen wurde sodann, den Streit aufzuheben und werden die zuletzt Eingestellten entlassen, bei Arbeiter- möge das Kind auf den Flur eines Hauses legen, da habe er die 28 in betracht kommenden Personen aufnahme wird derselben Reihenfolge nach verfahren; den Rath befolgt. Er habe sich in ein haus in der Ballijacen- füßen, im Fall fie innerhalb dieser Zeit teine Beschäftigung ers 4. Entlaffung sämmtlicher Streifbrecher. Bisher betrug firaße begeben, sei drei Treppen hoch hinausgegangen und habe halten können. Des weiteren wurde beschlossen, für diese Woche noch der Lohn 3,50 M. und 3,70 M. Während die Arbeiter das Kind dort auf den Flur gelegt. Dasselbe ist bald von Haus- die bisher üblichen Beiträge von einer Mark für männliche und im Sommer bis zu ca. 120 Stunden die Woche arbeiten mußten, bewohnern gefunden und im Waisenhaus untergebracht worden, 50 Pf. für weibliche Arbeiter zu erheben. Von nächster Woche hatten sie im Winter höchstens 35 bis 48 Stunden die Woche zu wo es sich noch befindet. Der Angeklagte verlangte blos, daß ab sollen Marken von refp. 10 Pf. zur Ausgabe gelangen thun. Der Direktor, Herr Schumacher, war mit den leyten drei auch seine Ehefrau gleich ihm zur Verantwortung gezogen und vertrieben werden, bis die Kommission ihre eingegangenen Forderungen einverstanden, erklärte sich aber gegen die Aufnahme werde; sie sei doch die Anstisterin und an allem schuld gewesen. Verpflichtungen geregelt hat. Von mehreren Rednern wurde, um der 16 Ausgesperrten. Abends, als die Mühle still stehen mußte, Der Staatsanwalt beantragte gegen den das Errungene aufrecht zu erhalten, eine strenge Kontrolle der da die Reisbehälter voll waren, sollten die Müller die Arbeit Angeklagten eine Gefängnißstrafe von sieben Fabriken gewünscht und zum Anschluß an die Organisation, die der Streifenden verrichten, was diefelben verweigerten und sich Monaten, und der Gerichtshof erkannte nach während der Bewegung eine Zunahme von ca. 400 Mitgliedern den Streifenden anschlossen. Es sind nun 71 Arbeiter im Aus diesem Antrage! zu verzeichnen hatte, aufgefordert. Den Kollegen der Fabrit von stand, davon 57 Verheirathete mit 119 Kindern. Anfragen und Flatauer wurde im Interesse der noch Ausständigen anheim Sendungen sind zu richten an H. Harm 3, per Adresse Gast- Grobe Ausschreitungen von Studenten scheinen jetzt angegeben, eine Regelung der gegenwärtig zu langen Arbeitszeit wirth Busse, Billw. Steindamm 38, Hamburg. der Tagesordnung zu sein. Den derartigen Fällen, welche in anzustreben. Hierauf erfolgte der Schluß der gut besuchten Ver letzter Zeit das Gericht beschäftigten, reiht sich eine Verhandlung Die Gründung einer Organisation der Eisenbahnarbeiter ein, welche gestern vor der 189. Abth. des Schöffengerichts stattfand. ſammlung mit einem Hoch auf die Organisation. in Leipzig ist erfolgt. Zunächst beziveckt die Organisation: Die Angeklagt war der stud. med. Hans Spohn wegen Widerstandes Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Pflege der Geselligkeit, der Unterstützung bei Krankheits- und und Beleidigung eines Schußmanns und eines Privatwächters. Berline und der Umgegend hielt seine Mitglieder- Versamm Todesfällen. Daß ein guter Kern in dieser Bewegung steckt, geht Er hatte am Abend des 6. Mai mit mehreren Kommilitonen eine lung am 2. Juli bei Hoffmann, Alexanderftr. 27 c, ab. Die Abdaraus hervor, daß die Angliederung an den Evangelischen Bierreise gemacht. Es war selbstverständlich, daß keiner der rechnung ergab als alten Bestand 253,01 M., als Einnahme Arbeiterverein Leipzig" abgelehnt wurde. Auf die drei von Bengel nüchtern geblieben war; auf einen von ihnen April 82,70 m., als Ausgabe 122,92 m., bleibt Bestand ultimo den Eisenbahnarbeitern in ihrer Lohnangelegenheit abgesandten hatte der Gerstenfast eine derartig böse Wirkung geäußert, April 212,79 Dt. Die Einnahme im Mai betrug inkl. Bestand Petitionen hat die Eisenbahndirektion Halle sich herbei- daß er fich in einem vollständig finnlosen Zustande 447,09 M., die Ausgabe 42,45 M.; die Einnahme im Juni intl. gelaffen, die von ihr vorgesehenen Lohnfäße um je befand und auf der Straße liegen blieb. Der Angeklagte, Bestand 505,54 M., die Ausgabe 123,04 m., bleibt ein baarer 10 Pf. pro Tag zu erhöhen und die Wartezeit auf den Höchstlohn der Sohn eines Bürgermeisters, meinte nun zu Kaffenbestand am Schlusse des 2. Quartals von 382,50 M. Zum oon 15 auf 8 Jahre herabzusehen, so daß die Arbeiter nach seinen Kollegen, es gäbe ja genug Schuyleute in Berlin und Revisor wurde Höhnke gewählt und wurden zu Ausschuß- Mit8 Jahren pro Tag 2,60 m. verdienen, und endlich für die diese hätten die Verpflichtung, sinnlos Betrunkene ficher in ihre gliedern Kuhnert und Kopinsti gewählt. Nunmehr sprach Streckenarbeiter eine fünfte Lohnklasse eingerichtet wird. Eine Wohnung zu bringen. Durch die Stellung seines Knöpchen über Pflichten und Rechte der Mitglieder. Er führte weitere Lohnerhöhung tonne aur Beit nicht waters sei ihm diese polizeiliche Borschrift aus, daß es Pflicht eines jeden Vereinskollegen sei, für die Orgas gewährt werden, so heißt es in dem schriftlichen Bescheid wohl bekannt. Es wurde denn auch ein Schuhmann herzu- nisation einzutreten, damit der Neunstundentag den Maurern nicht der Direktion Halle an die Arbeiter. Durch dieses Zugeständniß gerufen und dieser zeigte sich bereit, als die Studenten sich wieder entrissen werde. find die Löhne wieder auf die Höhe gebracht, wie fie vor weigerten, ihren besoffenen Kollegen nach Hause zu schaffen, mit Die Arbeiter Radfahrer von Berlin waren am 2. Juli Schaffung des Arbeiterlohn- Etats im April d. I., gegen den sich Hilfe eines Privatwächters für die Fortschaffung des Betrunkenen zu bei Wilfe, Andreasstr. 26, versammelt. Dem Genossen Hüdrich Die Arbeiter wandten, waren. Für die meisten Arbeiter be forgen. Die anderen Studenten begleiteten den Transport, Spohn wurde nach Verlesung der Jahresabrechnung Decharge ertheilt. deutet also dieses Sugeständniß keine Ausbesserung ihres machte dabei mehrere Male die Bemerkung, der Schumann solle Zum Vertrauensmann wurde Meland gewählt. Die VersammLohnes. Die Arbeiter in Leipzig hatten die Gewährung seinen Kollegen sanfter anfassen und gebrauchte dabei mehrfach lung beschloß, am Volksfest in Weißensee mitzuwirken. Alle Aneines Höchstlohnes von 3 M. pro Tag verlangt. Die Eisenbahn- den Ausdruck, Kerle" bezüglich des Schuhmanns und des Wächters. fragen, welche die Arbeiter- Radfahrer betreffen, find an Arbeiter in Halle und Magdeburg sind gleichfalls bei der Eisen- Als der Betrunkene die Treppen seines Hauses hinaufgeschafft war. Meland, Josephstr. 8, zu richten. bahn- Direttion wegen Lohnerhöhung vorstellig geworden. In und eben in das Zimmer geführt werden sollte, schlug der AnMagdeburg verlangten die Arbeiter 2,70 M. Mindest- und geklagte plöblich auf den Schuhmann ein und der Die Barbiere und Friseure haben am 2. Juli ihre 3,50 M. Höchstlohn pro Tag. Man sieht die Arbeiter der deutschen Beamte hatte Mühe, sich seiner zu erwehren. Generalversammlung abgehalten. Der Raffenbericht vom letzten staatlichen Musterbetriebe" erwachen nach und nach, dank der In der Verhandlung wollte auch er sich mit sinnloser Betrunken- Quartal ergab eine Einnahme von 70,62 M. und eine Ausgabe Sparsamteitspraxis des Eisenbahnministers, aus ihrer Lethargie heit entschuldigen. Der Staatsanwalt beantragte gegen ihn von 55,75 M. Klostermann wurde zum ersten, Kawaller zum und fangen an zu begreifen, daß sie Stieftinder des heutigen teine Gefängnißstrafe, sondern 200 M. Der Gerichtshof erkannte weiten Vorsitzenden gewählt, ferner wurde Löwena erster, Staates find. Hoffentlich raffen sich auch die Arbeiter anderer gegen den gebildeten Lümmel auf 150 M. Geldstrafe. Ob Kunkel zweiter Schriftführer; Zwirner Kassirer, Hanschmann und Städte zu gleichem Vorgehen auf. diese Strafe deu Radaubruder auch nur im geringsten drücken Mite wurden Revisoren. Die Lohukommiffion der Maurer in Mainz hat mit den wird? Der Lokalverein des Zentralverbandes der Konditoren Vertretern der Vereinigung der Bauunternehmer folgende Eine für Ladeninhaber wichtige Frage beschäftigte hielt am 2. Juli seine Generalversammlung ab. Nach einem Vereinbarungen getroffen: 40 Pf. Stundenlohn für bessere gestern das Echöffengericht. Der in der Leipzigerstraße wohn- Vortrage des Herrn Koch über die Bedeutung des Maximal Maurer, für junge Maurer 80 Pf. Minimallohn, den übrigen hafte Kaufmann Max Meyer war feitens der Polizei in eine arbeitstages erkannte die Versammlung mit dem Referenten die Maurern und Tagelöhnern 2 Pf. pro Stunde Zulage. Behn- Geldstrafe genommen worden, weil er seine Schaufenster am unzulänglichkeit der Bäckereischutzverordnung an, von deren Vorstündige Arbeitszeit, Nachtarbeit nach 8 Uhr und Sonntags Nachmittage des 17. Mai, dem Sonntag vor Pfingsten, nicht theilen die Konditoren gänzlich ausgeschloffen feien. Es wurde arbeit soll mit 50 pet. Ausschlag bezahlt werden. Bierzehntägige verhängt hatte. Er beantragte durch seinen Vertheidiger, beschlossen, in nächster Zeit eine Voltsverfammlung einzuberufen, Lohnzahlung, in der Rwischenweche soll Vorschuß bis zu 4/5 des Rechtsanwalt Georg Meyer, tichterliche Entscheidung und in der über die erörterte Frage referirt werden soll. Die Vorstandswahl ergab folgendes Resultat: Haase wurde erster| die Abrechnung vom 2. Quartal, wonach eine Einnahme von das endgiltige Statut aufzustellen, der einfachste und nach den Vorsitzender, Seßler zweiter, Wels Kassirer, Pigusch, Schriftführer; 185,45 M. zu verzeichnen ist, der eine Ausgabe von 126,40 M. Ausführungsbestimmungen zum Krankenversicherungs- Gesetz Art. 20 Mersch und Mayer wurden Revisoren. Nachdem den Anwesenden gegenüber steht. An Bestand ist vorhanden einschließlich des der einzig richtige ist, um so schnell wie möglich zum Ziele zu noch die Anschaffung des stenographischen Berichts der Reichstags- 31,42 M. ausmachenden Bestandes vom 1. Quartal 90,47 M. Die gelangen. Gerade deshalb, weil wir erkannt haben, daß fizungen vom 22. und 23. April empfohlen worden war und Revisoren bestätigten die Richtigkeit der Abrechnung und es die Zersplitterung in den bestehenden 60 Orts- Krankenkassen Als feine segenbringende Einrichtung für die Versicherten in fich einige Angelegenheiten unter Verschiedenem ihre Erledigung ge- wurde hierauf dem Vertrauensmann Decharge ertheilt. funden hatten, erfolgte Schluß der Versammlung. Kandidat zum Gewerbegerichts- Beisitzer wurde Merten, der birgt, erstreben wie die Zentralisation. Deshalb können wir es In der Generalversammlung des Fachvereins der zuletzt ausgelooft war, nominirt. Hierauf wurden die Mißstände schwer begreifen, wie ein Anhänger der Bentralisation einen derin der Klaffke'schen Kistenfabrik einer herben Kritik unterzogen. artigen Streitpunkt ohne die geringste Veranlassung herbeiführt. Musikinstrumenten Arbeiter vom 4. Juli wurden wieder: Wie von mehreren Rednern angeführt wurde, sollen in genannter Wir können nur wünschen, die angekündigte Bersammlung möge gewählt: Drabnick zum ersten Vorsitzenden, Stolp zum ersten Fabrik Entlassungen lediglich aus dem Grunde stattgefunden so schnell wie möglich stattfinden, damit allen Betheiligten in Schriftführer, Holtz zum zweiten Kassirer. Neugewählt wurden haben, weil die betreffenden Arbeiter keine Marken von dem Kreis- fürzester Zeit über die von Jäger vorgeschlagene Organisation Ullrich zum Beisitzer, Krömke zum Bibliothekar, Scholz und fägenschneider, der hiervon Prozente bezieht, entnommen haben. Aufklärung zu theil wird. Wir sind in dieser Versammlung beLöbbig zu Revisoren. In die Arbeitsvermittelungs- Kommission Der in der Versammlung anwesende Kreissägenschneider sucht stimmt zur Stelle. wurden Krischke, Krause, Morih, Nimmrich, Max Schüß, Verbeck, Die Kommission zur Herbeiführung der Zentralisation Gutsche, Hübner, Mette und Guhn und in die Werkstatt- Kontroll- sein Verhalten damit zu entschuldigen, daß er bei der Ausgabe von den Marken wiederholt Verluste gehabt hätte. Im übrigen der Orts- Krankenkassen Berlins und der Umgegend. tommission Laube, Kleemann, König und Näthe delegirt. A. Dähne. J. A.: F. Pieschel. bestritt der Redner, daß wegen Nichtentnahme von Marken EntR. Aßmann. Die Filiale II. Berlin des Zentralverbandes deutscher lassungen stattgefunden hätten. Von einem Redner wurde beMaurer hielt am 5. Juli im großen Saale des Cohn'schen hauptet, daß sehr häufig von Herrn Klaffte bei der Berechnung Briefkasten der Redaktion. Etablissements, Beuthstraße, ihre Mitgliederversammlung ab. der geleisteten Arbeit Abzüge von 50-60 Pf. zum Nachtheil der Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung ein Vortrag des Arbeiter gemacht würden. Das Holz müssen die in Afford wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Bayt anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Dr. Pinn über die Entstehung des Zunftwesens und die stehenden Arbeiter trotz der langen Zeitversäumniß ohne jede ersten Streits im Mittelalter. Nachdem dann ein Redner Entschädigung vom Wagen abiragen. Noch weitere UebelDie juristische Sprechstunde findet am Montag, intereffante te über Mittheilungen zünftige Organisationen stände wurden von der Fabrik des Herrn Klaffke, der zu dieser Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von aus der Zeit vor dem Inkrafttreten der preußisch- Bersammlung schriftlich eingeladen, aber nicht erschienen war, 6-7 Uhr statt. beutschen Sozialreform gemacht hatte, berichtete der Vorsigende angeführt. Die Versammlung sprach ihre Erwartung dahin aus, E. A. 12. 1. Zur Rücknahme sind Sie verpflichtet. 2. Gine mit erklärlicher Entrüstung über den Ausgang des Maurer- daß die angegebenen Zustände baldigst beseitigt werden. Zum Klage auf Rückgabe des Hundes event. Schadensersatz wäre nicht und Steinbauerstreits in Kulmbach. Dort haben sich die Vertreter Schluß wurde von Tschernig bekannt gegeben, daß in nächster ohne Erfolg. 3. Mündliche Mittheilung genügt. B. V. 65. der Ausständigen, beeinflußt durch die Ankunft von Streifbrechern, Beit eine Versammlung stattfindet, die sich mit dem Anschluß der Die Verpflichtung der Mutter bleibt bestehen. Etwa monatlich von dem Bürgermeister gegen Bewilligung des geforderten Zehn Stiftenmacher an eine größere Organisation beschäftigen soll. 12-15 m. bis zum vollendeten 4., 15-18 m. vom 4. bis stundentages und einer Tageszulage von 20 Pf. bestimmen Die Berliner Mitgliedschaft der Gewerkschaft der 14. Lebensjahre werden als angemessene Alimente für uneheliche laffen, folgende Bedingungen einzugehen:„ Die Arbeitnehmer Kinder erachtet. K. B. 200. Solches Erkenntniß des Reichsfind damit einverstanden, daß drei ihrer Genossen( folgen die besuchte Versammlung bei Bolt ab. Herr Curtius hielt einen gerichts beſteht nicht.- R. O. 6. Wenden Sie sich an die Buchbinder und verwandter Gewerbe hielt am 6. Juli eine gut Namen) zwei Jahre hindurch nicht mehr als Arbeiter wissenschaftlich bedeutenden Vortrag über das deutsche Zunft Invaliditäts. Versicherungsanstalt, Klosterstr. 41. Sch. 49. bei den hiesigen Baumeistern eingestellt werden. Die wesen im Mittelalter. Bei dem zweiten Punkte der Tages: 1. Ist das Kind unter 7 Jahre alt, so hastet der Vater für die Arbeitnehmer, soweit fie der Zahlstelle Kulmbach des Zentral- ordnung: Mitgliedschafts- Angelegenheiten, brachte der Vorsitzende durch dasselbe zerbrochene Fensterscheibe; ist das Kind älter, so verbandes der Maurer Deutschlands angehören, verpflichten sich, eine Resolution ein, betreffend die schleunige Einberufung eines haftet er nicht. 2. Der Wirth haftet nicht. Rock. Eine jeden Arbeiter aus ihrem Verbande aus= Verbandstages in Rücksicht auf die bevorstehende Lohn Klage fann mit Einwilligung des Beklagten bis zum Erlaß des zuschießen, der sich herbeiläßt, fremde, zu bewegung. Für diesen Antrag stimmten alle Anwesenden bis Urtheils zurückgenommen werden.- O. Ist bereits erledigt. Beleidigungen, auf elf; demnach steht die Einberufung eines Verbandstages nicht. 2. Der Arbeitgeber ist nur berechtigt, die auf die beiden Drohungen 2c. zu belästigen." Redner erklärte unter auf elf; demnach steht die Einberufung eines Verbandstages R. M., Swinemünderstr. 1. Anspruch auf Urlaub giebt's Zustimmung der Versammlung eine solche Abmachung für verwerflegten Lohnzahlungsperioden( also wenn Wochenlohn besteht, auf Eine öffentliche Gewerkschafts- Versammlung tagte am zwei Wochen) entfallenden Beträge für Klebemarten und lich. Aus der Mitte der Anwesenden wurde als selbstverständlich hingestellt, daß sich der Zentralvorstand eingehend mit der An- 1. Juli auf Bismarckshöhe in Charlottenburg. Kiesel sprach Krankenkasse vom Lohn abzuziehen. Bieht er mehr ab, so ist er gelegenheit befassen und die Konsequenzen aus dem Ergebniß über Zwecke und Ziele der Gewerkschaftsbewegung. Nach einer Der Untersuchung ziehen werde. Man nahm deshalb von einer Erörterung über den Boykott der Berliner Privatpost nahm die auf Klage hin zur Rückzahlung zu verurtheilen und macht über(§ 185 Strafgesetzbuchs. Protefiresolution Abstand. Unter den mit Zustimmung ihrer Versammlung eine Resolution an, laut welcher dieser Gesellschaft die sich strafbar.- R. 3. 167. Ja, wegen Beleidigung E. Schimberg. Die Klage hätte Kollegen Gemaßregelten befindet sich der Filialvorsitzende. Der von der Arbeiterschaft keine Brief, Druck- und Güterbestellungen feine Aussicht auf Erfolg.- M. W. 999. Nicht rathsam. Staffirer konnte die erfreuliche Thatsache konstatiren, daß sich zugeführt werden sollen, bis von ihr menschenwürdige Arbeits- E. K., Wollinerstraße. Kann's drauf ankommen laffen. während des verflossenen Vierteljahres 460 Kollegen in die verhältnisse eingeführt sind. Die Versammlung beschloß ferner, G. Sch. Ein lagbarer Anspruch steht Ihnen nicht zu.-Filiale aufnehmen ließen. Die allgemeinen Einnahmen auch über diejenigen Geschäftsleute, welche Annahmestellen obiger. W. Gewiß: spätestens innerhalb drei Monaten nach der betrugen einschließlich des Bestandes von 18,71 M. 1111,31 M., Gesellschaft haben und dieselben troh Aufforderung nicht abgeben, Beirath muß der Antrag auf Rückerstattung der Hälfte des Beihnen standen gegenüber Ausgaben in Höhe von 945,44 m., den Boykott zu verhängen. Die Resolution wurde einstimmig trages der Klebemarken gestellt werden. fo daß ein Beſtand von 165,87 m. verblieb. Für angenommen. Unter Verschiedenem ermahnte Flemming die An- solchem Antrag finden Sie in Stadthagen's Arbeiterrecht S. 819. den Streitfonds wurden 101,50 Mart eingenommen, wovon jedoch wesenden, bei Ausflügen und Landpartien die Lokalliste mehr zu 59,40 Mart an außerordentlichen Ausgaben für gewisse Mühe- beobachten. waltungen abgeben; der Bestand des Fonds ist demnach 42,10 Mart. Der Vergnügungsfonds beträgt nach Abzug der Ausgaben 26,20 Mart. Die Versammlung ertheilte Kassirer Decharge. gezogene Arbeiter durch · dem VM bevor. 1 Ein Formular zit Gleiwitz. 1. Nein. 2. Ja. 3. Nein. O. H. Die nicht abgeholte Wäsche muß ohne Zeitgrenze aufbewahrt werden. Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch Abend von 9-10% Uhr: Süd Wollen Sie sie los werden, so müssen Sie auf Bezahlung des oft schule, Waldemarfiraße 14: Geschichte.( Neuere Geschichte von der Waschgeldes flagen und dann die Zwangsvollstreckung in die Reformation bis zur Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der Ent Schröder. Erben sind: die Ehefrau und wickelung des Sozialismus und der politischen Parteten Deutschlands) Herr Wäsche vornehmen. Nordschule, Müllerstraße 179 a: Deutsch.( Literatur das im Werden begriffene Kind. Schwarze Lifte 11. 1a des neunzehnten Jahrhunderts. Auffazlehre.) Herr Heinrich Schulz. Die und b. Ja. 2. Ja. 3. Ja. S., Eberswalde. Nicht ganz Schulräume find zur Benutzung der Bibliother und des reichhaltigen Bett- verständlich: dem außerehelichen Rinde steht ein Erbrecht in an geöffnet. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender Ad. Neu- das Vermögen des Vaters zu, wenn dieser ohne Testament mann, Basewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender sind zu richten und ohne eheliche Kinder verstirbt, und zwar ein Sechstel des an Friedrich Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Wie es scheint, war der Vater Auf Antrag Gröpplers wurden einem Dr. E. Pinn. schwer franken Mitgliede 20 20 Mart Unterstützung bewilligt; zugleich erklärte sich die Versammlung damit einverstanden, daß der Ertrag einer auf Anregung Gröppler's vorgenommenen Tellersammlung dem ebenfalls franken Maurer August Sch., einem verdienten Parteigenossen, zu gute komme. er Wenderungen Die Zimmerer hielten am Sonntag eine von etwa im Bereinstalender find au richten an start Stiller, Kleine Frankfurter los. Dem Großvater, gegenüber besteht er vermögens. ftraße Nr. 7, 1 Tr. Sprechlaal. er bei einer " Hermann Ios. C. R. 271. Bur Eheschließung des vaterlosen 21 Jahre 500 Personen besuchte Versammlung im Feen- Palast ab. Zunächst Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. alten Mädchens ist beizubringen: eigener Geburtsschein, Todtenerfolgte die Aufstellung von Kandidaten für die Gewerbegerichts- Alle Buschriften, den Bund betreffend sind zu richten an: urkunde bezüglich des Vaters, Heirathsurkunde der Eltern, EinWahl. Unter anderen war Hugo Lehmann vorgeschlagen ab, Schönhauser Allee 177 c. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Seute, willigungserklärung der Mutter. 2. Die Klage auf Ergänzung worden, von dem Stehr behauptete, das er vor vier Jahren abends 8½ Uhr: Zusammenkunft der Schleswig- Holsteiner im Kommander elterlichen Einwilligung ist zur Beit nicht beim Vormund= in einer Versammlung gesagt habe, die sozialdemokratische danten Garten". Kommandantenstraße 10-11. schaftsgericht, sondern beim Landgericht anzustellen und kann Fraktion habe durch ihre Zustimmung zum GewerbegerichtsJahre lang dauern, da als lezte Instanz das Reichsgericht an Gefeß einen Verrath an der Arbeiterfache begangen. Wenn gerufen werden kann. 3. Nein. Lehmann O. Schmidt. 1. Leider ja. diesen Standpunkt jetzt noch einnehme, sei jedenfalls zum Gewerbegerichts- Beisitzer nicht geeignet. Die Rebaftion fiellt die Benugung des Sprechjaals, soweit der Raum dafür 2. Nein: die weißen Sklavinnen sind zur Zeit fast völlig rechts 3 Wettende. 1 und 2: Nein. 47 Mart. Wenn Lehmann bezeichnete die Angaben Stehr's als Lügen und gab abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen zu, daß er zwar das Gewerbegerichts- Gesetz abfällig fritifirt, Snteresses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Ihre Strafe unter 6 Wochen oder unter 150 m. betrug Inhalt desselben identifizirt zu werden. ja, sonst nein. Seti. Zweifilbig. A. 3. Unverständlich. aber nicht von Verrath gesprochen habe. Nach Beendigung der Pappel- Allee 33. Ohne Einsicht in den Vertrag nicht zu hierdurch entstandenen Debatte wurden für das Amt der Bei- 3ur 3entralisation sämmtlicher Ort3- Krankentassen Berlins und Umgegend. beantworten. R. S. 66. 1-3: Ja, 4 und 5: Nein. fitzer Stehr und Hinze, als Ersatmänner Lehmann und In Nr. 146 vom 25. Juni d. J. bringt der Vorwärts" J. P. 300, G. G. 99, W. J. Nein. r. 1. Die Bentowsky aufgestellt. Bezüglich der Lohnbewegung führte der Vertrauensmann einen Sprechfaal- Artikel, unterzeichnet von W Jäger, der sich mit Ansicht des Landraths ist falsch. 2. Wir können Ihren Wunsch Fischer aus, daß zwar die Forderungen der Zimmerer( neun der Frage der Zentralisation sämmtlicher Oris Krankentaffen be- nicht erfüllen. G. G. 6. 1. Mit dem vollendeten 21. LebensFischer aus, daß zwar die Forderungen der Zimmerer( neun schäftigt. Der Einsender empfiehlt sämmtlichen Orte- Kranken- jahre wird der deutsche Staatsbürger ohne Unterschied des Gestündige Arbeitszeit und 55 Pf. Stundenlohn) im großen und fassen, sich zu gunsten der hier in Berlin bestehenden Allgemeinen schlechts großjährig. 2. Das läßt sich nicht turzerhand im Briefganzen durchgeführt seien. Immerhin gäbe es aber noch einen Theil unter den Kameraden, die die Bestrebungen der Au- Dits- Krankenkasse gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen auf- taſten mitheilen. Hahn. Sie müssen sich unter Darlegung gemeinheit dadurch hindern, daß sie nach wie vor 10 Stunden zulösen und unterzieht gleichzeitig die Arbeiten der bestehenden des Sachverhalts, Einreichung des Attestes über die Frucht arbeiten. Es bestehen gewissermaßen zwei Parteien unter den Bentralisationskommission einer abfälligen Kritik, indem er be- lofigkeit des Sühnetermins und der Bescheinigung ihres Un Zimmerern. Solche die 9 Stunden à 55 Pf. und andere, die hauptet, die Kommission habe geglaubt, ihre Aufgabe dadurch zu vermögens die Laften zu zahlen, an das Landgericht mit 10 Stunden à 50 Pf. arbeiten. Die letzteren feien allerdings erfüllen, daß sie ein Statut ausarbeitete und dieses der Aussichts- dem Antrag, Ihnen das Armenrecht zu bewilligen, wenden. M. K. 88. Die Steuer müssen Sie zahlen.- W. G. 46. nicht sehr zahlreich und könnten nach den Ermittelungen der behörde zur Begutachtung einreichte. Das eine ist so falsch wie J. K. Ob auf dem eingeschriebenen Brief Kommiffion auf höchstens 500-600 in Berlin und den das andere, Herr Jäger scheint denn doch ein bischen 2. Nein. 2. Ja. zu wenig über den bisherigen Verlauf und den gegen ein Absender steht oder nicht, ift gleichgiltig, felbftredend Vororten angegeben werden. Daß der Neunstundentag Die Bedarf der Adressat jeben an ihn gerichteten Brief annehmen. noch nicht überall durchgeführt werde, liege weniger an den wärtigen Stand der Sache informirt zu sein. die fürchtungen, zu gründenden Barf. Bei einer Klage würden Sie voraussichtlich unterUnternehmern, als an den betreffenden Arbeitern, denen es nur Bentral- Orts- Krankenkasse hat daß die Aufsichtsbehörde einen liegen, es sei denn, daß Sie die Schwindelei beweifen können. an dem nöthigen Muth fehle, die Forderungen der Zimmerer B. 100. Nein. Magistratsbeamten an die Spike derselben stellen werde, wie es F. S. 63. Wenden Sie sich an die durchzusetzen. Die bisher bestehende Playfperre habe es ermög- in Leipzig geschehen sind unseres Erachtens grundlos, ta von Gewerkschaftskommiſſion, Annenſtr. 16.- O. B. 28. Die licht, daß die Behustundenarbeiter von den andern abgeschlossen der Kommission derartige Vorschläge nicht gemacht und von der Revisionsfrist gegen ein Strafurtheil beträgt eine Woche vom und der Gewinnung für den Neunstundentag unzugänglich seien. Aussichtsbehörde ein diesbezügliches Anfinnen auch nicht gestellt Datum der Verfündung des Urtheils ab.- Ziese 100. Der Die Lohnkommission schlägt deshalb vor, die Plabsperre aufzuheben, da dieselbe doch nicht den gewünschten Erfolg habe. worden ist; dagegen sind die Befürchtungen bei seinem Vorschlage Pfarrer ist im Unrecht. Der Schwager tann ihn unter Hinweis Das liege nicht nur im Juteresse der Arbeitslosen, sondern er betreffs der Allgemeinen Orts- Krankenkasse vorhanden, denn hier auf§ 235 Strafgesetzbuchs zur Herausgabe des Kindes aufBlumenfritze. Ja. dürfte wohl nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht erst fordern. Zwei Streitende 22. Ist mögliche auch den zielbewußten Kameraden, auf solchen Plätzen ein Beamter des Magistrats an die Spitze der Kaffe gestellt zu nichts anderes vereinbart, so kann nur vom 1. bis 15. zum 1. Arbeit zu nehmen und die dort beschäftigten Indifferenten zu werden brauchen. Es hat sogar Herr Jäger mit seinem Artikel die Schlafstelle gekündigt werden. gewinnen. Der Redner legte der Versammlung namens der den sehnlichsten Wunsch der Berliner Aussichtsbehörde( Anschluß C. N. 10., J. F. Der Antrag auf Unterstützung Lohntommiffion eine Resolution vor, worin die Aufhebung der an die Allgemeine Orts- Krankenkaffe) zum Ausdruck gebracht, ob der Familienangehörigen zu Friedensübungen Platzsperre ausgesprochen und die Fortführung der Sammlungen aus eigener Ueberzeugung, wissen wir nicht, müssen es deshalb eingezogener Mannschaften ist bei der Gemeindein der bisherigen Weise befürwortet wird. In der behörde des Ortes zu erheben, an dem der Einberufene zur Zeit Diskussion werden gegen die Borschläge der Kommission dahingestellt sein laffen. Geradezu unbegreiflich erscheint uns der Vorschlag des vor der Uebung seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort hatte. Der feine wesentlichen Einwände erhoben. Die Versammlung, deren Einsenders, daß, wenn sich die bestehende Bentralisations- Auspruch erlischt, wenn er nicht spätestens binnen 4 Wochen nach Theilnehmer fich inzwischen auf die Hälfte vermindert hatten, Kommission mit der Dreizehner Kommission der Allgemeinen Beendigung der Uebung erhoben wird. Die Unterstützung be stimmte mit sehr großer Mehrheit gegen die Aufhebung der Platz Drts- Krankenkasse in Verbindung sehen würde zu Abänderungs- trägt für die Ehefrau 30 pet., für jedes sonst unterstützungssperre, beschloß dagegen die Fortseyung der Sammlungen und das vorschlägen des Statuts der Allgemeinen Orts Krankenkaffe, so berechtigte Familienmitglied 10 pt.( insgesammt aber höchstens Weiterbestehen des Bureaus aus zwei Personen bis zur tönne die Zentralisation schon am 1. Januar 1897 ins Leben 60 pCt.) des ortsüblichen Tagelohns für erwachsene männliche Arbeiter nächsten Platzdeputirten- Versammlung. Hierauf ersuchte Hut Die Unterstützungen gelten macher Lauschte um Geldmittel zur Unterstützung des treten; wie dies gedacht und so schnell herbeigeführt werden am Aufenthalt des Einberufenen. Hutarbeiter- Streits. Es wurden für diesen Zweck 500 m. be- folle, ist uns unerklärlich. Jeder Unbefangene wird zugeben nicht als Armenunterstützungen und sind jeder Pfändung entM. A. Der betreffende darf sein Zeugniß nicht verwilligt. Eine weitere Debatte veranlaßte folgender Fall: Die müssen, daß dies in 6 Monaten nicht zu erreichen ist. Die zogen. Lohnfommission hatte einigen Kameraden auf Antrag des be- Bentralisations- Kommission kann sich aber auch schon deshalb weigern, aber dem Gericht mittheilen, daß er den Strafantrag treffenden Unternehmers in einem dringenden Falle erlaubt, zwei nicht an die Dreizehner- Kommission wenden, da derselben nicht zurückziehen wollte. Der Antrag auf Bestrafung wegen KörperUeberstunden zu machen. Die Kommission glaubte dies im die Befugnisse der Statutenänderung in der Allgemeinen Ortsverlegung kann zurückgezogen werden, der wegen Sachbeschädigung nur, wenn die Sachbeschädigung von einem Angehörigen des Interesse der betreffenden organisirten Kameraden thun zu Gleichzeitig wollen wir nicht unterlassen, darauf hin- Berletzten verübt war, der Antrag wegen Hausfriedensbruchs müssen, die sonst ihre Arbeit verloren hätten und durch Juzuweisen, daß sämmtliche bei der Bentralisations frage überhaupt nicht. Einen Antrag, der Lohn betheiligten Kassenvorstände Bentralisationsfrage überhaupt nicht. G. E. 99. Solange Ihr Bräutigam nicht differente ersetzt worden wären. mit Ausnahme der Orts- aktiver Militär ist, genügt feine, Ihre und Ihrer beiderseitigen fommission das Recht zu derartigen Bewilligungen abzusprechen, Krankenkasse der Klempner- am 4. Juni diesen Jahres Väter Einwilligung. 2. 100. Haben wir beantwortet. lehnte die Versammlung ab. erklärt haben, sich zu gunsten einer zu gründenden Zentral- Orts- R. H. 1. Liegt kein Testament vor, so erbt in der Mark Eine öffentliche Versammlung der Kistenmacher tagte Krankenkasse aufzulösen und dieser beizutreten, vorausgesetzt, Brandenburg der kinderlose Ehegatte die Hälfte des am Todes= am 6. Juli bei Cohn, Beuthstraße. Vor Eintritt in die Tages- daß das eingesandte Statut keine wesentliche Abänderungen er- tage feines Ghegatten vorhanden gewesenen gemeinschaftlichen ordnung verlangte der überwachende Beamte die Entfernung der fährt; selbst die Allgemeine Orts Krankenkasse hat dieses durch Vermögens( also er erhält die Hälfte des Nachlasses seines verFrauen aus der Versammlung mit der Begründung, daß nur ihren Delegirten wiederholt erklären lassen. Auch wurde am ftorbenen Gatten und die Hälfte seines eigenen am Todestage eine öffentliche Versammlung der Riftenmacher, aber nicht eine 4. Juni nicht von einigen Vertreten die Frage angeregt, sich der vorhanden gewesenen Vermögens). Die andere Hälfte erben die von Frauen besuchte angemeldet sei(). Um eine Auflösung der Allgemeinen Orts- Krankenkasse anzuschließen, sondern nur von anderen Erben. Will der Gatte in dieser Weise nicht erben, so Versammlung zu verhindern, war der Einberufer der Versamm Jäger allein, und wurde seine Ansicht nur von einem Freunde in tann er auf die Erbschaft verzichten, die dann den anderen lung genöthigt, dem eigenthümlichen Verlangen des Beamten der Versammlung unterstützt. Abgesehen aber auch hiervon, so Erbberechtigten( Kindern ev. Geschwister, Eltern 11. s. w. des Louiseustadt. Die Ehefrau muß stattzugeben und der einzigen Frau, die anwesend war, unter leb- muß doch jeder zugeben, daß der eingeschlagene Weg, die Auf- Verstorbenen) zufällt. neue Konzession einkommen. hstem Protest der Versammlung den Saal zu verweisen. Nachdem fichte behörde zu ersuchen, die betheiligten Kaffenvorstände aufzu- um dieser Zwischenfall erledigt war, gab der Vertrauensmann Eschernig fordern, durch einen Vertreter jeder Kaffe mit dem Kommissar Sie sich an die Invaliditätsanstalt, Klosterstraße Nr. 41. W. W. 1000. Nein. C. 81. Wenden Warenhaus Wertheim Nur für 3 Batist- Blusen mit Glocken- Aermeln Batist- Kostüme mit Bordüre 1,65 KL 5,25 TL. Mk. Damen- Oberhemden, Blusenform, 3,75. 4,50 ML. Auf sämmtliche Damen- und Kinder- Konfektion: Tage giltig Kostüme, Blusen, Morgenröcke, Capes, Regenmäntel, Kinderkleider v. s. w. Ausnahme Treise Mittwoch Donnerstag Freitag, 8. 9. 10. Juli. Proben und Preislisten portofrei. Versand- Abtheilung Berlin W., Leipziger- Strasse 111. wird an diesen drei Tagen ein besonderer Rabatt in Abzug gebracht. Ein kräftiger Magen und eine gute Verdauung sind die Fundamente eines gesunden Körpers. Wer sich Beides bis in sein spätes Lobensalter erhalten will, gebrauche den seit Jahren durch seine ausgezeichneten Erfolge rühmlichst bekannten Hubert Ullrich'schen Kräuter- Wein. Dieser Kräuterwein, aus vielfach erprobten und vorzüglich befundenen Kräutersäften mit gutem Wein bereitet, übt infolge seiner eigenartigen und sorgfältigen Zusammensetzung auf das Verdauungssystem eine äusserst wohlthätige Wirkung aus und hat absolut keine schädlichen Folgen. Kräuter- Wein befördert eine regelrechte, naturgemässe Verdauung, nicht allein durch vollkommene Lösung der Speisen im Magen, sondern auch durch seine anregende Wirkung auf die Säftebildung. Gebrauchsanweisung ist jeder Flasche beigegeb en Kräuter- Wein ist zu haben in Flaschen à M. 1,25 und 1,75 in den Apotheken von Berlin:( Depots: Hobe's Apotheke, Dresdenerstr. 81; Weisse Adler- Apotheke, Friedrichstr. 206; Apotheke zum weissen Schwan, Spandauerstr. 77; Löwen-Apotheke, Jerusalemerstr. 30; Victoria- Apotheke, Friedrichstrasse 19; Kronen- Apotheke, Friedrichstr. 160; Schering's Grüne Apotheke, Chausseestr. 19; Apotheke zum rothen Adler, Alte Rosss tr. 26, am Köllnischen Fischmarkt; Palmen- Apotheke, Schlesischestr. 14; Flora- Apotheke, Invalidenstr. 94; Sonnen- Apotheke, Gr. Frankfurterstr. 52; Fortuna-Apotkeke, Dragonerstr. 6a; Apotheke zum rothen Kreuz, Chausseestrasse 118; Gradt's Apotheke, Stralauer Platz 20; Carl Haver's FalkenApotheke, Reichenbergerstr. 63; Pelikan- Apotheke, Leipzigerstr. 93; Anhalter Apotheke, Yorkstrasse 18; H. Schäfer's Apotheke, Kleiststr. 34; König Salomo- Apotheke, Charlottenstrasse 54( Ecke Jägerstrasse); Kurfürsten- Apotheke, Genthinerstr. 20; Faber's Apotheke, Grossbeerenstr. 52( Ecke Hagelsbergerstr. 42); Johanniter- Apotheke, Plan- Ufer 11; Görlitzer Apotheke, Görlitzerstr. 48( Ecke Falckensteinstr.); Apotheke zum goldenen Phönix, Chausseestr. 54; Elefanten- Apotheke, Leipzigerstr. 74; Dennewitz- Apotheke, Bülowstrasse 36, am Dennewitz- Platz; Reichs- Apotheke, Elsasserstr. 54; Admiral- Apotheke, Admiralstr. 31-32; Wrangel-Apotheke, Wrangelstr. 113; St. Markus- Apotheke, Markusstrasse 1( Ecke Langestrasse, an der Holzmar ktstrasse); Hirsch- Apotheke, Koppenstr. 22; Askanische Apotheke, Bernburgerstr. 3, am Anhalter Bahnhof; Arkona-Apotheke, Arkona- Platz 5; Strauss-Apotheke, Stralauerstrasse 47; Mohren- Apotheke, Grimmstrasse 9; Blumen- Apotheke, Blumenstr. 73; Auguste- Viktoria- Apotheke, Königgrätzerstrasse 52; Kommandanten- Apotheke, Seydelstr. 16( Ecke Neue Grünstrasse); Schweizer Apotheke, Friedrichstr. 173; Apotheke zur Eiche, Pallisadenstr. 81; Elisabeth- Apotheke, Reichenbergerstr. 72; Augusta- Apotheke, Königin Augustastr. 21; Diana- Apotheke, Thurmstr. 28, Ece Stromstrasse; Stern- Apotheke, Posenerstrasse 7; Apotheke zum goldenen Adler, Alexandrinenstr. 41; Altstädtische Apotheke, Münzstr. 14/15; Ziethen- Apotheke, Grossbeerenstr. 11, gegenüber der Grossbeeren- Brücke; Apotheke zum Roland, Thurm- und Bandelstrassen Ecke; Feller's Apotheke, Lübeckerstr. 32, Ecke Perlebergerstrasse; SchillerApotheke, Alt- Moabit 35, Ecke Ottostrasse; Drei Tauben- Apotheke, Rosenthalerstr. 61, Ecke Steinstrasse; A. Schwarzkopf's Apotheke, Gitschiners tr. 83, nahe der Brandenburgstrasse; Brunnen- Apotheke, Badstr. 11: Neue Apotheke, Königsbergerstr. 21, Ecke Gubenerstrasse); Humboldt- Apotheke, Potsdamerstrasse 29; Kaiser Wilhelm- Apotheke, Landsbergerstr. 3; Apotheke zu den Frankfurter Linden, Gr. Frankfurterstr. 108; Apotheke zum schwarzen Adler, Neue Königstr. 50; Engel- Apotheke, Kanonierstrasse 44; Apotheke zum Greiff, Barnimstrasse 33; und in den Apotheken von Schöneberg, Wilmersdorf, Rixdorf, Adlershof, Tempelhof, Rummelsburg, Friedrichsfelde, Friedrichsberg, Köpenick, Weissensee, Französisch- Buchholz, Tegel, Spandau, Charlottenburg, Müncheberg, Friedenau, Steglitz, Gr.- Lichterfelde, Zehlendorf, Teltow, Buckow, Potsdam, Erkner, Königs- Wusterhausen, Friedrichshagen, Kalkberge- Rüdersdorf, Alt- Landsberg, Strausberg, Werneuchen, Bernau, Biesenthal, Eberswalde, Oranienburg, Velten, Kremmen, Nauen, Ketzin, Werder, Fürstenwalde, Brandenburg, Rathenow, Friesack, Fehrbellin, Neu- Ruppin, Alt- Ruppin, Lindow, Gransee, Zehdenick, Liebenwalde, Joachimsthal, Freienwalde, Trebbin, Storkow, Mittenwalde, Zossen, Beelitz, Lehnin, Belzig, Frankfurt, Küstrin u. s. w., sowie in den Apotheken aller grösseren und kleineren Städte der Provinz Brandenburg, der Nachbarländer und ganz Deutschlands. Unter 5jähr. Garantie. Albert Rosenhain's DoppelPanzerkette, zu von echtem Gold nicht unterscheiden, mit 18 Karat Gold im Feuer vergoldet, unter 5jähriger schriftlicher Ga rantie, für Herren Stück 4,50 m. Für Damen mit Quast Stück 5,- M. Fruchtweinbowlen gar. rein, ausgezeichnet in Geschmack. Maltrank Erdbeerbowle Pfirsichbowle Ananasbowle à Flasche 3/4 Ltr. 60 Pf. inkl. Eugen Neumann& Co. Detail- Verkaufsläden: Belle- Alliancep l. 6a, N.Friedrichstr. 91, Dranienſtr. 8, Genthinerfir. 29. Potsdam: Bäderstr. 7. Alb. Rosenhain M. J. Hahlo, Berlin SW., Leipzigerstr. 72. Größtes Spezial- Geschäft für Geschenke jeder Art. Achtung! Patentanwalt, 4870L* Möbel- Gelegenheitskauf paffendste Gelegenheit für Brautleute. In metnem größten Möbelspeicher, Neue Königs ftraße 59, follen ca. 200 Wohnungseinrichtungen, verliehen gewesene und neue Möbel zu jedem annehmbaren Preise verkauft werden. Durch fehr große, billige Gelegenheitseinkäufe ift es mir möglich, schon ganze Wirthschaften für 90, 100, 300 Mart abzugeben. Theilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. Kleiderspind 15 Mart, Kommoden, Küchenspind 12, Nußbaum- Kleider spinden, Bertikows 30 Mart. Muschelspinden 35, Bettstellen mit Matraßen 18 Mart, Sophas 18, Säulenspinden, Kleiderspind, hochelegant 56, Trümeaur mit Säulen und Krystallglas 60, Herrenschreibtisch, Plüschgarnituren 60 Mart, Paneelsophas 75 Mart. Steppdecken, Tischdecken, Gardinen, Fenster 6 Mart. Gekaufte Möbel fönnen drei Monate tostenfrei auf meinem Aufbewahrungsspeicher lagern, werden burch eigene Gespanne transportirt, auch nach außerhalb. 4581L* 66. 66 Berlin NW., Karlstrasse 8. Resterhandlung. Patentnachsuchung und billig Re ste zu Knaben- Anzügen von Verwerthung.[ 50142* 1 M. Große Anzüge von 7 M. an, DF Rath, Auskunft und bis zum feinsten Kammgarn, auch pass. konferenzen kostenfrei. zu Einsegnungs- Anzügen. Große Auswahl in Paletotstoff, sowie zu Mänteln, Jaquets, Plüsch, Atlas, Seide.[ 49918* Achtung! Erste Referenzen im In- u. Auslande. Künstl. Zähne v. 8 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahn: ziehen, Zahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Guckel, Lausitzerplatz 2, Elsasserstr. 12 Zahnärztliche Klinik Wedding, Müllerstr. 1. Zahnziehen unentgeltl. Lachgas, schmerzlos 2,50 M.. Plomben 1 M., künstl. Zähne, bestes Material, 2 M. Echt Werderfches Bier E 18 Tonne 2,50, 16 Tonne 1,30. Potsdamer Stangenbier Extra- Gebräu 1/8 Tonne 2,75. Werdersches Bier, 1/8 To. 3,40,1/ 16 To. 1,701 Schutz- Marke do. nach Münchener Art, do. nach Pilsener Art, Lagerbier, hell u. dunkel, Sämmtliche Biere( außer Extra- Gebräu) in Flaschen 36 Stück für Mart 3, Extra- Gebräu Werderfches Bier do. 24 Stück für Mark 3, liefere frei ins Haus ohne Pfand. Vereinigte Werdersche Brauereien Haupt- Niederlage: Berlin, Adalbert- Straße Nr. 80. Fernsprecher Amt IV, 9865. ortièren Für Landpartien und PL Sommerfeste Restbestände empfehlen wir in großer Auswahl: 2 bis 8 Chals, à 2,50, 3, 4, Stocklaternen, Lampions, 6 bis 15 Mart. Probe- Chals bei näherer Fahnen, Papier- Mühen, Angabe franco zu Diensten. Papier- Schärpen, RadauPracht- Katalog bildungen gr. u. fr. Flöten, sowie Verloosungsgegenst. Teppich Emil Lefèvre, Fabrik mit Portieren- Ab. Berlin S., Oranieustraße 158. und Neu! Stodilaternen u. Fahnen Ausstellung 1896! Neu! Händler und Arbeitervereine erhalten die billigsten Fabrikpreise. 5478L* mit Anten d. Berliner GewerbeLiebigbilder Briefmarken S.& G. Saulsohn, Berlin c. Ankauf 111| 12 Verkauf- Tausch W. Cohn, Prinz Albrechtftr. 1, Saten. Pneumatic Rover prima Fabrikat, niedrigste Raffen preife, foul. Theilzahlungen n. Wunsch, Garantie. Kl. Hamburgerstr. 24/25. Nophaplüsch SO Reste in glatt, gepreßt und gewebten Qualitäten, auch echt Frisé und Moquet, enthaltend 6 bis 22 Meter, spottbillig! Muster franko! sehr Kaiser Wilhelmstr. 19a. Papiergroßhandlg. Papierwaarenfabr großart. Auswahl, Kinderwagen, billigt, viele Anerkennungen, Musterbuch gratis und franko. Theilzahlung gestattet. Max Brinner, Jerufalemerstr. 42 und Brunneuftr. 6. Eck- Destillation H Zu den 3 Raben WE Holzmarktstr. 19 u. Michaelbrücken- Ecke, altes renomm. Geschäft vom 1. Okt. d. J. zu verm. Näheres daselbst b. Wirth. 5477* Restauration mit voller Schankkonzession ist preisw. zu verf. Göthestr. 45, Charlottenburg. hochelegante Satteltaschen bidig. 4 ale zu Verſammlungen Auf Wunsch alles zugeschnitten, auch Theilzahlung. angefertigt. Fertige Knaben= Anzüge. Klagen, Eingaben, 66. Karle, Waldemarstrasse 66. Teleph. Amit IV. 1597. Unfallsachen, Bugger, Steglizerſtr.65. I Emil Lefèvre, Berlin S., Oranienstr. 158 Monatl. v. 10 M. an ett vi liefert elegante Anzüge nach Maak Tomporowski, Schneidermeister. ' Berlin C., Jüdenstr. 37, 1 Tr. und Festlichkeiten unentgeltlich zu vergeben. ,, Englischer Garten", Alexanderstr. 27c. Amt 7, 1576. Arbeitsnachweis der Maler, Ladirer, Anstreicher. Amt 7, 1576. Verantwortlicher Redakteur: Auauft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.