BERLIN Sonnabend iZ.Sezeinber 1931 10 Pf. Ar. 582 B 291 48. Jahrgang Smcigcneccli: DI« elnftalttg« N-noarktll-i-ile 80«Pf, Reriameznl« 5 50!. Ermäßigllngkn nadi Tarif.•BoflfcbtcflcRto: V°rwärt«-Vrr!ag m. b. H.. Berlin Rr. 37 iK.- Der Brrla, behält nid das Rerdt der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor' »edaktton und Ervedition. Berlin TW 08, Lindrnitr. Z Fernsprecher: Dönhoff(AT) 292—297 LrscheinttSi»NchavßerEo««tass. Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts� BezugSvrei« für beide'Ausgaben 8ä Bf. vro Woche, 3,6V M. reo Monat i davon 9S Pf. monaUich für Zusteltung ins HauS) im voran« «ahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. PostzeituugS- »nd 72 Pf. Postdestellgebühren. SfiaJaul�aße dei Kampf gegen den Schmuggel Dietrich verlangt größer« Mittel für Zollbeamte Todesstrafe gegen Reins beantragt Staatsanwalt bejaht die Lteberlegung Im Rciag-Vrozeh herrschte heute morgen allgemeine Spannung. Die angeklagte Mutter Reins' ist nicht erschienen. Rechtlich bestehen keine Hindernisse, ohne sie zu verhandeln. R.-A. Dr. Fuchs bittet das Gericht, an den Angeklagten die Frage zu richten, ob er die Tat bereue. Vors.: Ich hatte sowieso die Absicht, das zu tun, doch erst beim letzten Wort des Angeklagten. Also, Angeklagter Reins, wollen Sie die Frage beantworten. Ich weih, daß es Ihnen sehr schwer fällt, nach außen kundzuwn, was Sie innerlich bewegt. Wollen Sie sich hier in aller Oeffentlichkeit dazu äußern? Reins: Iä> sage hier die volle Wahrheit. Ob Sie nur glauben wollen, ist Ihre Sache. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich so was habe tun können. Die Tötimg lag meiner Auffassung und meiner Absicht vollkommen fern. Ich kann das Geschehene nicht mehr ändern. Es ist furchtbar, daß ich daran glauben muß. Deutscher Dampfer gesunken. Vier Mann umgekommen— 26 Mann vermißt. Bergen, 12. Dezember. Dem Zkorsk Telegrambyraa wird aus Maaloy gemeldet, daß elu deutscher Zrachidampser heule nacht auf Grund ge- roleu und beim hluderuaes. Leuchtfeuer gesunken ist. Einem Floß mli sechs ZNaun gelang es. au Land zu kommeu: vier von den sechs Leuleu waren loL Das Schiff soll eine Besahung von Z2 ZNaun gehabt haben, das Schicksal der übrigen ist uoch unbekannt. Ein ZNotorboot ist nach der Unglücks- stelle ausgelaufen. Ich bereue es aufs tiefste. Das alles wurde wie immer stockend hervorgebracht. Das Wort zu seinem Plädoyer erhält Staatsanwaltschafts- rat höfer. Er beginnt ungefähr mit folgenden Worten: Ich begrüße es, daß der Angeklagte Reins wenigstens im letzten Augenblick, der Anregung seines Verteidigers folgend, seine Reue über die schreckliche Tat zum Ausdruck gebracht hat. Während der ganzen Verhandlung hat er kein Wort davon verlauten lassen. In seinem Lebenslaus steht kein Satz von seinem Opfer. Ich Hab« die ganz« Zeit über gewartet, daß er doch etwas in dieser Richtimg sagen würde. Es kommt zwar spät, aber doch nicht zu spät. Ich werde es berücksichtigen. Es kann nur Ausgabe des Gerichts sein, aus Grund der Würdigung der ganzen Beweisausnahme zu entscheiden, ob die Tal mit Ueberlegung ausgeführt worden ist. Ich möchte des Mannes gedenken, der bei Erfüllung seiner Pflicht zu Tode gekommen ist. Seine Frau hat den Ehemann verloren, der Tochter ist der Vater genommen worden. Wir stehen hier vor einem seltenen Fall: Die Mutter sitzt mit ihren zwei Kindern auf der Anklagebank. Ich begrüße es, daß Frau Reins in diesem Augen- blick im Gerichtssaal nicht anwesend ist. Es erscheint menschlich begreiflich, denn ihr Sohn ist ja des Mordes angeklagt. Sic haben aus dem Munde der Sachverständigen die Darstellung des Lebens des Angeklagten Rems geHort. Unverschuldet wci6)t er vom gc- sundcn Menschen ab. Es trifft aber nicht zu, daß er bloß auf der Schattenseite des Lebens gestanden hat. Subsektio besaß er keinen Grund, sich als Ausgestoßencr zu betrachte». Er hatte eine Freundin, er trieb Sport, er halte ch a l t in der Familie. Das änderte sich mit seiner Arbeitslosigkeit. Arbeitslosigkeit ist ein soziales Problem: der Fall Reins ist aber kein?. Ich bin der letzte, der die psychischen und sittlichen Folgen der Arbeitslosigkeit verkennt. Mit der Not aber, an der Millionen unserer Volks- genossen leiden, hat Rems' Not nichts zu tun. Selbstverständlich war auch die wirtschaftliche Lage der Familie Reins keine gute. Die Notlage des Angeklagten Reins war aber selbst zur Zeit der Tat nicht aussichtslos. Die Motive spielen fiir die Schuldfrage keine entscheidende Rolle. Rkit Bedauern müsse er aber feststellen, daß er bei den Sachverständigen vermißt habe, daß sie auch das für Ernst Reins Ungünstige hervorgehoben hoben. Sic hätten nur die Schattenseiten gewürdigt und die sympathischen Züge betont, seien aber über oll das Unsympathische hinweg- gegangen. Man möge sich überlegen, wie es in der Seele eines Menschen aussehen müsse, der nach einer so grauenvollen, bestia- tischen Tat vollste Gemütsruhe zeige und in aller Seelenruhe die Vorbereitungen zu einer Reife treffe, die schließlich doch eine Ver- gnügungsreise wurde. Der an die Mutter geschickte Vries offenbare einen grenzenlosen Zynismus. Das müsse gewürdigt werde», um das von den Sachverständigen gegebene Bild des Angeklagten zu vervollkommnen. In seinem Lebenslauf habe der Angeklagte auch nicht ein Wort des Bedauerns über den Tod des Schwan geäußert. Der Staatsanwalt beantragte gegen Ernst Reins wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raube mit Todeserfolg die Todesstrosc und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, gegen die Mutter Frau Ida Reins wegen Hehlerei 2 Monate Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt zu erachten sind, gegen die Schwester Sophie Reins- wegen Hehlerei 7 Monate Gefängnis, die ebenfalls als verbüßt zu erachten sind. Nachdem der Staatsanwalt die Strafanträge gestellt hatte, trat, ehe R.-A. Dr. Herbert Fuchs, als Verteidiger des Hauptangcklagten, das Wort erhielt, eine kurze Pause ein. In der heuligen Sitzung des haushallsausschusies des Reichs- tagcs erbat das Reichsfinanzministerium die Genehmigung, Mittel für anßerordeukllche Zuwendungen au Beamte und hilsskräsle des Greuzbewachungs- und Steueranfsichlsdienfles um 35 000 M. überschreiten zu dürfen. Der Schmuggel au der we st grenze hat unter dem Einfluß der wirtschaftlichen Verhältnisse erheblichen Umfang angenommen. In der Hauptsache werden Tabakwaren, Kaffee, Getreide und Müllereierzeugnisse eingeschwärzl. Die waren werden zum Teil von bewaffuelen Banden in Stärke bis zu 100 Mann unter kriegsmäßiger Sicherung über die Grenze gebracht, wobei Krafträder und Kraftwagen, oft sogar gepanzert, verwendet werden. Die Absahorganisation reicht, wie festgestellt worden ist. bis in die Großstädte des Inlandes, z. B. Berlin und Hamborg. Dieses wohlorganisierte Gewerbe wirst hohe Gewinne ab und wird daher offensichtlich von Hintermännern unter Aosnuhnng der Rotlags der Erwerbslosen, die sich für einen kleinen Lohn zur Verfügung stellen, mit reichlichen Geldmitteln unlerstühk. Der Kampf um die Schmuggelwaren nimmt immer stärkere Formen an. Ja letzter Zeit ist es beim Zusammentreffen mit Schmugglern in einer großen Anzahl von Fällen zu lebhaften Feuergefechlen gekommen. Nicht selten sind die Beamten gezwungen, gepanzerte Schmuggleraukos, die die vordere Linie durchbrochen haben, auf Motorrädern und Kraftwagen zu vrcsolgen und mit der Waffe zu stellen. Trotz aller dieser Schwierigkeiten wird der Kampf gegen den Schmuggel mit allem Nachdruck durchgeführt. So konnten allein in den Landesfinanz- cunlsbezirken Münster, Düsseldorf und Köln in der Zeit vom 1. April bis 30. Oktober 1931 25 800 Schmnggelfälle zur Anzeige gebracht und 18 900 000 Zigaretten. 223 200 heflchcn Zigarellenpapier. 45 000 Zigarren, 30 460 Kilogramm Tabak. 252 600 Kilogramm Getreide, 112 600 Kilogramm Müllereierzengnifse, 860 Fahrräder. l?5 Krafträder und 115 Kraftwagen beschlagnahmt werden. Das planmäßige Personal der Zollverwaltung ist neuerding» nm 500 Mann verstärkt worden. ver haushaltsausschuß genehmigte einstimmig die lieber- schreilung des Etatssolls. Einbruch imGewertschastshaus Mit der Strickleiter in die Räume des Vereins Berliner Buchdrucker. Zu der vergangenen Nachl Halle es eine Einbrecherbande aus den Inhalt der Geldschränke des Vereins der Berliner Buchdrucker und Schriflgießer, die ihre Büroräume im Gewerkschaslshaus am Engelufer haben, abgesehen. Als heute früh um Uhr die Reinemachefrauen erschienen, fanden sie in den Verwaltungs- und Kassenräumen die größte U n- v r d n u n g vor. Sämtliche Fenster standen offen, aus dem Fenster des Sekretärzimmers führte eine Strickleiter auf die Straße. Gleich der erste Befund ergab, daß eine ganze Kolonne von Geld- schrakknackern am Werke war. Von der Adalbertstraße hatten sich die Verbrecher Eingang verschafft. Durch mehrere Kellergänge waren sie in das Gebäude eingedrungen und hatten sich der Schlüssel bemächtigt, die in einem besonderen Raum für die Reinemache- fraucn bereitliegen. Mit den Schlüsseln verschafften sich die Ein- dringlinge in den meisten Zimmern mühelos Einlaß, wo die Türen noch durch Patentschlosser extra gesichert waren, trat das S t e nz m- eisen in Aktion. Zwölf Zimmer wurden von oben bis unten durch- sucht. Kleine Geldbeträge einiger Angestellten fielen den Tätern in die Hände. Im Kassenraum versuchten die Einbrecher drei Geld- schränke aufzuknacken. Bei zwei ganz modernen Schränken kamen sie nicht zum Ziel, einen Geldschrank älteren Ursprungs konnten sie kunstgerecht aufknabbern. Die Beute betrug etwas über 1000 Mark. Die Bande muß mit den Oertlichkeiten außerordentlich gut ver- traut gewesen sein, das beweist ihr Vorgehen und ihre Lokalkenntnis. Alles deutet daraus hin, daß sie von den Reinemachefrauen über- rascht worden sind. Fluchtartig müssen die Banditen das Haus ver- lasten haben. Von der Kriminalpolizei und vom Erkennungsdienst sind inzwischen die notwendigen Nachforschungen eingeleitet worden. Hochbahnviadukt geriffen. Verkehr Gleisdreieck-Warschauer Straße lahmgelegt. heule mittag muhte der Betrieb auf der hochbahnstrecke Gleisdreieck— Warschauer Brücke überraschend eingestellt werden. An der Eisenkonstruktion der Hochbahn war in der I Gitschiner Straße in der Nähe des Patentamtes ein Diagonalträger des Hochbahnviaduktes gerissen. Aus Sicherheitsgründen wurde der gesamte Verkehr sofort eingestellt. Bei Schluß des Blattes ist ein Pendelverkehr zwischen den Slaliouen Warschauer Brücke und koltbuster Tor sowie Gleisdreieck und hallesches Tor eingerichtet worden. Die Schwere des Schadens läßt sich zur Zeit noch nicht überblicken. Nach Absteifungen hofst die BVG. den Betrieb in den Abendstunden wieder aufnehmen zu können. Der hochbahnviadnkl ist etwa 30 Jahre all und erst vor wenigen Jahren dem dichteren Verkehr entsprechend verstärkt worden. Die norwegischen Gemeindewahlen haben der Arbeiterpartei 40 von ihren 800 Sitzen gekostet, den Gewinn haben größtenteils die linksbürgerlichen Radikalen. In Oslo hat die Arbeiterpartei die Mehrheit verloren Hehlerlager ausgehoben. Für annähernd 100 OOV Mark Beute im Norden Berlins beschlagnahmt. Der Kriminalpolizei ist heute vormittag ein großer Schlag geglückt. Im Norden Berlins in der Millenwnlder Straße und am hackeschen Markt wurdest zwei hehlernester ausgehoben, die Diebesbeule im Werte von annähernd 100 000 Mark enthielten. Die Gegenstände rühren zum größten Teil aus Diebstählen her, die erst in der letzten Zeil verübt worden sind. In der Mittenwalder Straße nahmen die Beamten der Dienst- stelle II in der Wohnung eines schon vielfach vorbestraften Ein- brechers eine überraschende Haussuchung vor. Dabei entdeckten die Polizisten in den Betten versteckt einen kleinen Posten erstklassiger Seidenschirme, die aus einem Einbruch in das Schirmgeschäft der Firma V i g d o r in der Rheinstrahe in Friedenau stammten. Eine Verbrecherbande hatte in dem Geschäft, nachdem sie in mühevoller Arbeit mehrere Mauern durchstemmt hatte, das ganze Schirmlagcr ausgeräumt. Die Beute, die mit einem Fuhrwerk fortgeschafft wurde, hatte einen Wert von mehreren tausend Mark. Als die Beamten das Hehlernest einer eingehenden Durchsuchung unterzogen, entdeckten sie unter der Küche ein raffiniert angelegtes Gewölbe, das mehrere hundert Schirme und anderes Diebesgut enthielt. Als die Beamten gerade das„Warenlager" besichtigten, erschien der Anführer der Bande, ein 52 Jahre alter, mehrfach mit Zuchthaus vorbestrafter Otto Hinze. Im letzten Augenblick bemerkte der Verbrecher die Anwesenheit der Polizei. Er flüchtete, kletterte über mehrere Hof» mauern und entkam. Das zweite Hehlernest wurde in einem Lager auf dem 3. Hof eines Hauses am Hackefchen Markt ausgehoben. Hier wurde ein ganzes Lager von Photoapparaten und Ferngläsern gefunden, die aus dem Diebstahl bei der Firma Graß u. Wolfs in der Markgrafenstraße herrührten. Außerdem wurden ZlXIl) Fla- kons französische Parfüms, mehrere hundert Paar Herrenschuhe. 10 000 Rasierklingen, Schreibmaschinen, Grammophone usw. � beschlagnahmt. Der Haupthehler, der in seinen Kreisen unter dem Spitznamen „Der Holländer" bekannt ist, konnte nach abenteuerlicher Ver- folgung im Auto festgenommen werden. Auch die anderen Mitglieder der Diebeskolonne find inzwischen sämtlich hinter Schloß und Riegel gebracht worden. Das Reichsfinanzproblem. Genosse Keil über Reichsfinanzen und Rotverordnung. Der hauplausfchuß des Reichstags beschSsligle sich heule zunächst mit Z o l l s r o g e u und Schmuggeluuwesea. Daraus wurde die fioanzpolitische Debatte fortgesetzt. Räch Ausführungen des wirtschaftsparleilers Drewitz und des Sommuniflen Reubauer kam Abg. keil(S o z.) zum Wort. Beruhigend und erbaulich— so führte er aus— fei der Bericht des Reichsfinanzminifters über die Finanzlage nicht. Ueber dem nächsten Rechnungsjahr schwebe noch völliges Dunkel. Die Verschiebung in der Belastung der vesiheudeu und der Massen sei viel größer, al» der Minister sie dargestellt habe. Wenn man Besitz und Masienbelastung richtig gruppiere, so ergebe sich ein Mehr an Masiensteuern von einer Milliarde, ein Weniger an Besttzsteuern von einer halben Milliarde gegenüber 1929. Die Hoffnung sei nicht weit verbreitet, daß die neue Notoerordnung einen weiteren Zusammenbruch aushalte. Das Einkommen der Massen werde weiter gesenkt, eine entsprechende Senkung der Lebenshal- tungskosten werde nicht eintreten, die Folge werde eine weitere Schrumpfung der Wirtschaft, weitere Steigerung der Erwerbslosigkeit, weiterer Rückgang der Steuereinnahmen sein. Die Mietsenkung betrage bei A l t w o h- nungen nur?— 8 Proz. der Friedensmiete, bei Neubau- Wohnungen werde sie in all den Fällen, in denen die Finanzie- rung mit niedrig verzinslichen öffentlichen Geldern erfolgt fei, noch niedriger fein. Den Gemeinden, deren Lage heute geradezu katastrophal sei, werde mit den Einzelmahnahmen der Regierung nicht genügend ge- Holsen. Das gelte besonders für die sächsischen Gemeinden, die unter einer übermäßig hohen Arbeitslosigkeit leiden und infolge der ge- sunkenen Löhne aus der Lohnsteuer kaum noch Einnahmen haben. Sachsen erwarte daher schnell« Hilfe vom Reich durch Vorleistung größerer Beträge noch im Dezember. Erwägenswert sei der Gedanke von Dr. Popitz, in Notzeiten den Gemeinden durch einen vom Reich zu gewährenden gleitendenNotbeitrag zu Helsen, der neben die normalen Gemeindeeinnahmen zu treten habe. Die 23 Milliarden Vermögeu, die durch die Sleueramuestie aus Licht gekommen seien, werfen ein Licht aus die tief gesunkene Steuermoral. Das Reichsfinanzministerium dürfe nicht den Buch- und Betriebs- Prüfern durch Niederschlagung von Steuerstrafoerfahren in den Arm fallen. Redner fragt, ob es richtig fei, daß«in Steuerstraf- verfahren gegen die Direktoren der Deutschen Bank vom Reichsfinanzministerium niedergeschlagen worden sei. Bei der O st h i l f e seien auch die Deutschnationalen vor dem Eingriff in die privaten Recht« der Gläubiger nicht zurückgeschreckt. Im Prinzip sei das das gleiche wie die jetzig« Z i n s s e n t u n g. Hätten wir in Deutschland gesunde parteipolitisch« Zustände, so müßte heute der Reichstag Stellung nehmen zu den großen Zu- kunftsfragen der künftigen Gestaltung der finanziellen Verhältnisse Deutschlands zur übrigen Welt. Mit der Phrase, es gäbe nach dem Hoover-Plan keine Reparationsfrage mehr, werde Deutschland nicht geholfen. Zu ernster, sachlicher und würdiger Weise müsse der Welt verkündet werden, was die Gewerkschaslen kürzlich erklärt haben. nämlich daß die Reparationen endgültig beseitigt werden müssen. wenn die Krise überwunden werden soll. Daß dazu der Reichstag zur Zeit nicht fähig fei. fei die Schuld jener Parteien, die das innerpolitische Leben Deutschlands vergiftet haben. Abgeordneter H i l f e r d i n g(Soz.) unterstrich die Feststellungen des Abg. Keil, daß ein Kernpunkt der Finanzen die Lage der Gemeinden fei. Die Einführung der Phasenpauschalierung der Umsatzsteuer sei bedenklich, dabei würden nur Jnteressentenkämpfe ausgelöst. Deswegen fei vor diesem Experiment dringend zu warnen. Auf eine Bemerkung des Abg. Torgler(Komm.) fragt Hilferding, ob etwa die Kommunisten glaubten, daß nach Beseitigung der neuen Rotverordnung sie eine bessere Rolverordnung erwarten? Jetzt werde in überraschendem Umfang das Privatrecht durch öffentliches Recht abgelöst. Diese Entwicklung gehe weit über die Zeit und Art der Kriegswirtschaft hinaus. P r o u d h o n fei der erste gewesen, der in den Zeiten des oorwissenschaftlichen Sozialismus die Beseitigung der gesamten Zinsen verlangt hat. Die Idee der Brechung der Zinsknechtschaft ist Diebstahl an geistigem Gute französischer Frühsozialisten. Mit welchem Rechte Hab« eigentlich der Redner der Voltspartei gegen die sogenannten nationalsozialistischen Ideen in der Not- Verordnung gesprochen, da auch die Volkspartei wolle, daß die Nationalsozialisten an die Regierung kommen. Man habe bei seiner Rede mehr das Gefühl gehabt, sie sei unter dem Motiv geHallen worden: Wie sage ich es meinem Kinde Dingeldey? Die Klagen der Deutschnationalen wegen der Aufhebung des Privatrechtes feien unehrlich, denn die deutschnationalen Osthilfe- forderungen seien nur unter Brechung des Prioatrechts mögllch. Die allgemeine Senkung der Löhne erschwere unseren Export, denn sie fördere die Abwehrzölle anderer Länder. Kammergericht korrigiert Schwurgericht Oer Mord in der Hufelandstraße/ Oie Aebenklage zugelassen Die Verhandlung gegen die Nationalsozialisten, die Schuldigen an der Bluttat in der Hufelandstraße, begann heute mit einer zwei- stündigen Verspätung. Die Gerichtsakten mußten erst vom Kammer. gericht herbeigeschafft werden und das nahm eine geraume Zeit in Anspruch. Das Kammergericht hat den Beschluß des Landgerichts auf Nichtzulassung des Vaters des getöteten Willi Schneider als Nebenkläger aufgehoben und der Beschwerde stattgegeben. R.-A. Dr. Joachim ist somit als Nebenkläger zugelassen. Die Staatsanwaltschaft hatte übrigens von Anfang an dem Antrag auf Zulasiung zugestimmt. Neben Rechtsanwalt Joachim nimmt cer Vater des Getöteten, Genosse Paul Schneider, an der Verhand- lung teil. Als zweiter Angeklagter wird der Waureriehrl'ng Kollalz vernommen. Er ist im Jahre 1911 geboren und gehört feit 1929 der NSDAP, und ihrer SA. an. Sein« Darstellung von den Ereignissen in der Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar 1931 trägt den Stempel der frechen Lüge auf der Stirn. Er wird vom Vorsitzenden auch immer wieder daraus hingewiesen, lügt aber ruhig weiter Er erzählt: Am 31. Dezember hatte ich mich zur W a ch e i m„An- griff"-Laden gemeldet. Bis XIZ Uhr vertrieben wir uns die Zeit beim Kartenspiel, dann wollten wir auch etwas vom Silvester haben, desuchten erst ein Lokal, dann ein anderes, tranken hier und dort Bier, suchten auch einen Parteigenosien auf, bei dem wir Kaffee tranken, kehrten in den„Angriff"-La0en zurück und verspürten wieder Durst. Ich ging mit Hauschke zum Bierholen ins Lokal Kirschke in der Hufelandstraße. Unterwegs trafen wir einen Mann, der angeheitert war und die Straße beschmutzte. Ich sagt« zu ihm scherzhaft:„Du Schwein, mach es auf dem Damm!" Cr kam uns hinterher, sagt«:„Was, ein Schwein bin ich, Ihr Affen." Wir gingen weiter zum Lokal Kirschke. Ich stolperte dabei, weil ich nicht mehr fest auf den Füßen war.— Vors.: Weshalb?— A n- geklagter: Ich hatte doch verschieden« Biere getrunken. Der Angeklagte gibt jetzt eine vollskänd'g wirre Darstellung, aus der man gar nicht klug wird. Man entnimmt aus ihr nur so- viel, daß er und feine Kameraden plötzlich wieder draußen waren, daß er mit einem Schlllsiel geschlagen hat, daß Reichsbannerleute zurückgeschlagen haben und die Nationalsozialisten dann wieder im Lokal waren. Von draußen sei gegen die Jalousie geschlagen und gerufen worden, der Lange und der Kleine, soll heißen Kolla� und Hauschke, möchten herauskommen. Er, Kollatz, habe die Kameraden aus dem„Angriff"-Laden telephonisch herbeirufen wollen, sei aber daran gehindert worden, die Wirtin habe gefordert, daß er und Hauschke das Lokal verließen.— Vors.: Wozu wollten Sie den „Angriff"-Laden anrufen?— A n g e k b: Wir SA.-Leute waren auf das Lokal Krischke angewiesen. Wir waren deshalb verpflichtet, es zu schützen.— Vors.: Haben Sie jemand um einen Revolver gebeten?— An g e kl.: Nein, bloß um Patronen. Ich hatte meine drei Patronen aus dem Aruswalder Platz abgeschossen. Ich wollte mein Magazin füllen. Vors.: Wo haben Sie Ihren Revolver her? A n g e k l.: Das weiß ich nicht. Vors.: Tragen Sie ihn immer bei sich? A n g e k b: Nein, nur privatim. Vors.: Aber Sie hatten doch gerade an diesem Tage„Dienst". A n g e k l.: Nein, mein Dienst war um 2 Uhr zuende. Vors.: Sie sind also zum„Angriff"-Laden zurückgegangen? A n g e t l.: Ja, ich ging meinen Äeoolver holen. Wir sind durch die hintere Tür hinaus- gegangen, die Leute, die vor dem Lokal standen, haben nicht ge- merkt, wie wir durch den Flur die Straße erreichten. Im„Angriff"- Laden habe ich meine Waffe genommen, um nach Hause zu gehen. Vors.: Sie haben doch aber gesagt, daß es Ihre Pflicht gewesen sei, das Verkehrslokal zu schützen. Haben Sie denn nicht Ihren Kameraden mitgeteilt, was los ist? A n g e k l.: Der Wirt hatte uns ja das Lokal verboten und draußen standen die Reichsbanner- leute. Erst als der Kamerad herbeigelaufen kam und berichtete, daß es bei uns bereits Verletzte gegeben habe, und das Lokal gestürmt werde, da liefen wir fünf: Hauschke, Becker, Scheffel, Schlief und ich zur Huselandstraße zurück. Vors.: Wo hakten Sie denn eigentlich tzhren Revolver liegen? A n g e k l.: Im Schubsach. Vors.: Wie kommt es denn, daß Sie nur zum Privatgebrauch die Waffe haben und nicht im Dienst? Wissen Sie denn nicht, daß auch zum Prioalgebrauch das waffentrageu von Ihrer Leitung verboten ist? Angekl.: Im Dienst sind wir immer noch mehrere Kameraden beisammen, da können wir uns schützen. Bei meinen privaten Gängen lause ich aber Gefahr, vom polllischen Gegner angerempell zu werden. Ich hatte diesmal, weil ich einen weiten Weg nach Haufe hatte, gegen die Dienstordnung ver- stoßen. Vors.: Wie lange besitzen Sie schon die Waffe? Angekl.: Einen Monat. Vors.: Haben Sie früher einmal aus der Pistole geschossen. Angekl.: Nein, ich habe an diesem Abend zum ersten Male drei Schüsse auf dem Arnswalder Platz abgegeben und einen Schuß am Tatort selbst gemacht. Vors.: Das ist ja alles neu. Sie haben aber ja vieles erzählt und Ihre Aussagen immer wieder geändertt Der Angeklagte erzählt dann weiter, wie er und feine Käme- raden zur Hufelandstraße gekommen seien. Vor dem Zigarrenladen Schneider standen angeblich verschiedene Leute herum, er und seine Kameraden hätten sich zuerst friedlich mit ihnen unterhalten, ein Mann in Hemdsärmeln hielt irgendeinen Gegenstand in der Hand, es kann auch ein Knüppel gewesen sein, habe zu ihm gesagt: „Kommen Sie doch in den Laden herein, wollen Sie vielleicht Zigaretten kaufen?" Er habe darin eine Provokation erblickt. Vors.: Auch das ist ja ganz neu, was Sie da erzählen. Becker fei dann die Stufen zum Zigarrenladcn hinaufgegangen. Im selben Augenblick sei ein Herr mit einem Stuhlbein heran- gekommen und habe ihn an den Türpfosten angelehnt. Das sei Willi Schneider gewesen. Vors.: Wozu ist denn Becker in den Laden gegangen? Angekl.: Er wird wohl die Absicht gehabt haben, nachzusehen, ob nicht irgendeiner unserer Kameraden in den Laden hineingeschleppt worden ist. Vors.: Also was war weiter? Der Angeklagte fährt, im Märchenerzählen fort: Becker fei herausgekommen, er, Kollatz, habe eine Frauenstimme aufgeregt fragen hören: Was wollen Sie im Laden? Becker habe gesagt: Das Recht, in den Laden zu gehen, habe ich mir selbst genommen. Der Mann, der das Stuhlbein eben an den Pfosten gelehnt hatte, fei auf Becker eingedrungen, auch er, Kollatz, sei von allen Seiten umringt und geschlagen worden, da habe er öie Pistole gezogen, habe in die Luft schießen wollen, in diesem Augenblick aber einen Stoß erhalten, die Kugel habe WM Schneider getroffen. Der Vorsitzende hält dem Angeklagten vor, daß er früher ganz anders ausgesagt habe. Er habe bereits in Kufstein und später dem Dernehmungsrichter die Sache so dargestellt, daß Becker auf Schneider geschossen habe. Kollatz erklärt, daß er dem österreichischen Kommissar erzählt habe, er habe geschossen, daß er aber später, als man ihm erklärt habe, es stehe fest, daß Becker der Schütze sei, diesen belastet, weil er ihn in Sicherheit geglaubt habe. Der Vorsitzende häll dem Angeklagten noch verschiedene andere Widersprüche vor. Sinn und Zweck seiner Bewegung sei der Kampf gegen„die Welt- pest" des Kommunismus. Ob mit dieser Spekulation auf den Kommunistenhaß von Wallstreet noch andere als propagandistisch? Zwecke verfolgt werden, entzieht sich unserer Kenntnis. In diesem-Huhu-Geschrei gegen den Bolschewismus steckt eine tiefe Verlogenheit. Es wird völlig verschwiegen, daß der Haß der Hitler-Leute sich nicht gegen die Kommunisten, sondern gegen alle deutschen Republikaner und Demokraten richtet, gegen alle Parteien, die treu zur Verfassung stehen und die Deutschland vor dem Bürgerkrieg bewahren wollen. Hitler reNamiert schließlich olle großen deutschen Namen von Dürer bis Goethe für sich. Ein Hohngelächter würde dem geistlosen Militaristen Hitler in Deutschland antworten, wenn er hier solche Tön« anstimmen wollte. Die Verkünder deuffcher Humanität und die Bestialität einer Bewegung, die mit den Boxheimer Blut- dokumenten belastet ist, haben miteinander nichts gemein. Zum Schluß wiederholt er die Anerkennung der privaten Schulden in Verbindung mit der Forderung einer„Monroe- Doktrin" für Deutschland. Hiilerware für Amerika. Größenwahn mit Llnwahi heit gemischt. Nachdem die Absicht Hitler», im amerikanischen Rundfunk zu sprechen, oerhindert worden ist. wird seine Red« schriftlich ver- ösfenllicht. Sie ist ein Produkt au» Größenwahn und Unwahrheit. Hitler wollte den Amerikanern allen Ernstes erzählen, daß er die Mehrheit des deutschen Volkes hinter sich habe, wobei er sich selbst kräftig beweihräucherte. Danach malt er das Gespenst des Bolschewismus an die Wand. Ozeanriese bleibi unvollendet. Sensationeller Beschloß des englischen Eunard-Konzerns. Die Eunard Line, eine der führenden /leedereien Englands. hat zur größten Ueberrafchung der englischen Oesfentlichkeit beschlossen, den Bau des neuen Ozeanr'esen. der auf der Werst Zahn Brown u. Co. am Elyne in Arbeit ist. einzustellen. Es handelt sich bei diesem Reubau um ein 73000-ionittn-Schiff, das nicht nur mit feiner Größe, sondern auch mit seiner Schnelligkeit alle b'rherigen Rekorde der Schiss-baulechnik schlagen sollte. Dieser Riesendampfer sollte England„das liaue Band" des Ozeans, das zur Zeil die„Europa" des Rorddeulschen Lloyd besitzt, zurückgewinnen. Viel wesentlicher als die Enttäuschung einer nationalen Eitelkeit, die in der englischen Oesfentlichkeit einen breiten Raum einnimmt, ist die wirtschaftliche Rückwirkung dieser Bauein- stellung. So wurden auf«inen Schlag rund 13000 Werftarbeiter brotlos. Die bisherigen Konstruktion«. und Baukosten belaufen sich bereits auf annähernd �0 Millionen Mark. denn der Bau dieses Rirsendampfers war bereits derart weit fort- geschritten, daß das Schiff im Mai 1932 bereits vom Stapel laufen sollte. Di« Verwaltung begründet ihren schwerwiegenden Entschluß mit der schlechten Finanzlag«. Zum ersten Mal« in der Geschichte der letzten 14 Jahre seien nicht einmal die Abschreibun- gen auf die alle Flott« verdient worden. Au» diesem Grund« könne die Gesellschaft ihr neues Bauprogramm, das die Einstellung von zwei 73000-Tonnen-Schiffen im Pendelverkehr vorsah, nicht aufrechterhalten. Weitere Beschlüsse hierüber soll erst die Gene- raloersammlung im April nächsten Jahres fassen. Die„Dienstreise" des Pfarrers. Voruntersuchung im Devaheim-Skandal geschloss-n. Der Unlersuchungsrichler beim Landgericht 1, Landgerichtsrat Dr. B e ck m a n n. hat heute nach umfangreichen Ermittelungen die Voruntersuchung in Sachen De nahe im geschlossen und die Akten der Staatsanwaltschaft zur Stellung ihrer Anträge zugeleitet. Die Voruntersuchung, die ursprünglich gegen Generaldirektor I e p p e l und seinen Bruder, Pfarrer C r e m e r, und seinen Sohn, ferner gegen Ieppels früherem Mitarbeiter C l a u s f e n und den Geschäftsführer Kocks von der Baugenossenschaft in Mülheim ge- führt worden war. ist nachträglich auch auf den Aufsichtsrats- Vorsitzenden der Baugenossenschaft des Evangelischen Volksbundes in Mülheim, Pfarrer Müller, ausgedehnt worden, gegen den schon einmal ein Verfahren wegen Anstiftung zur Untreue geschwebt Halle, das aber zur Einstellung kam. Man fand in den Büchern die Baugenossenschaft mit 3000 M. belastet, die als„Dienstreise" Müllers nach dem Ostseebad Heiligendamm ausgewiesen waren. Diese Dienstreise sollte Müller unternehmen, um die Einrichtungen des Bades für den be- absichtigten Ankauf durch den Devaheim-Konzern zu besichtigen. Diese Besichtigungsreise unternahm Pfarrer Müller mit seiner g e- samten Familie, nämlich mit seiner Frau und sechs K i n- d e r n, und sie dauerte rund vier Wochen. Vor dem Untersuchung?- richter gab Müller an, seine eine Tochter sei A e r z t i n, sie habe sich also um die hygienischen Einrichtungen des Bades kümmern müssen, eine andere Tochter fei Sportlehrerin, so daß sie für dl« Sportplätze von Heiligendamm sachverständig gewesen sei, der eine Sohn sei Geistlicher und habe deshalb die seelsorgerischen Verhältnisse in Heiligendamm studieren müssen usw. usw. Bezüglich des Pastors Cremer ist noch zu bemerken, daß im Verlauf der Voruntersuchung noch soviel weiteres Belastungsmaterial gegen ihn zusammengetragen worden ist, daß noch vor kurzem ernst- Haft der Gedanke seiner Verhaftung erwogen wurde, zumal er inzwischen seinen Wohnsitz von Potsdam nach Kiel oerlegt hat. Lunatscharfkn fällt unter die Rotuerorduung. Dem früheren sowjetrussischen Volkskommissar L u n a t s ch a r s k y, der sich auf einer Vortragsreise durch Mitteleuropa befindet und jetzt in Düffel- darf sprechen wollte, ist auf Grund der Notverordnung vom 8. De- zember die Redeerlaubnis nicht erteilt worden. Deutschland und Polen. Ein Lahr nach dem Tode Ulrich liauschers. Auf einem Klubabend der Liga für Menschenrechte sprach Jmanuel Birnbaum über die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen. Gewiß ist diese Frage heute eine Frage zweiter Ordnung, aber dennoch dars die deutsch-polnische Frage, an der sich der deutsche Nationalismus immer wieder entzündet, nicht außer acht gelassen werden. Ulrich Rauscher, der vor einem Jahre dahin- gegangen ist, hatte den Versuch gemacht, den starren Gegensatz zwischen beiden Ländern aufzulockern, nicht zuletzt, weil er wußte, daß der deutsch-französtsche Ausgleich nicht möglich ist ohne Ver- ständigung auch mit Polen. Der heutige wieder starrgewordene deutsch-polnische Gegensatz zeigt sich am stärksten in der Frage der Grenzen, wie sie ISIS geschaffen wurden. Alle deutschen Par- teien stimmen darin überein, daß sie den Idealen der Gerechtigkeit und den deutschen Bedürfnissen keineswegs entsprechen. In Polen dagegen ist man der Meinung, daß an den Grenzen nicht g e- rüttelt werden darf. Wir müssen die Erhaltung des Friedens selbstverständlich über alles stellen, aber eine Erörterung der Gerech- tigkeit darf deswegen nicht abgelehnt werden. Weitere akute Fragen, die immer wieder den Frieden bedrohen, sind besonders: die Sonder- regelung für D a n z i g, das auf die Dauer nicht lebensfähig ist und dessen Lebensraum von polnischer Seite aus immer mehr ein- geschränkt wird. Weiter kann die Regelung der nationalen Göring in Italien .Außerordentlich interessant, was Sie, Gignor Göring, über die Negierung Brüning sagen. Ein Glück, daß Sie kein Italiener sind, sonst ginge es I�nen wie dem da!" Minderheitenfrage keineswegs den Grundsatz der Selbst- bestimmung der Staatsbürger befriedigen, es ist unmöglich, daß die polnische Regierung entscheiden kann, wer sich zur deutschen Minder» heit rechnen dars und wer nicht. Zu diesen beiden offenen Fragen kommt die am unklarsten gebliebene: die o st p r e u ß i s ch«. Die Verkehrsfragen sind heute zu SlZ Prozent geregelt, aber es bleibt genug übrig, um diesen Zustand auf die Dauer unerträglich zu machen. Das Gefühl der U n s i ch e r h e i t der von allen Seiten von polnischem Gebiet umschlossenen ist wohl auch Polen nicht un- verständlich. Ein einheitliches deutsches Programm, wie es denn besser gemacht werden könnte, gibt es nicht. Vor allem müßte an die Herstellung eines normalen Handelsverkehrs ge» gangen werden. Seit sechs Jahren herrscht Zollkrieg zwischen beiden Ländern, der zwar den Güterverkehr nicht vollkommen aus- schließt, aber doch große Schwierigkelten bringt. Polen hat den noch von Ulrisch Rauscher fertiggestellten Entwurf ratifiziert, aber Deutschland verlangt heute Zugeständnisse an die veränderte Wirt- schaftslage. Wir müssen uns vor allem von dem Gedanken befreien, daß Deutschland und Polen absolute Gegner seien: die Gegensätze bestehen vielmehr in ganz bestimmten Einzelsragen. Eine deutsch-polnische Wirtschaftsverständigung ist möglich und muß be- ginnen. Heute brauchen wir, um die wichtigen europäischen Pro- bleme erledigen zu können, vor allem eine Ruhepause in der Erörte- rung der Grenzprobleme auf deutscher Seite wie des starren Fest- Haltens am bestehenden Zustand aus polnischer Seite. Zeiiungsverboi aufgehoben. Auf Anordnung Severings. Auf Anordnung des preußischen Innenministers ist das ursprünglich auf acht Tage lautende Verbot der„Berliner Börsenzeilung" mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden. Das gleiche gilt für den nationalsozialistischen„Angriff". Das Verbot der„Roten Fahne" bleibt danach bestehen. Man fragt sich nicht mit Unrecht, warum nicht auch dieses Verbot auf- geholen werden konnte. Daß die hohlen Phrasen der„Roten Fahne" die Well stärker erschüttern als die der Hitler-Agenten, will dem Durchschnillsdeutschen durchaus nicht einleuchten. Soziallstisches Sludenlen-kiabarell heute, Sonnabend, 20 Uhr, in den S p i ch e r n s ä l e n, Spichernstraße, am Nürnberger Platz, unter Mitwirkung der Studentenspieltruppe Leipzig und Berlin. Mitglieder der Arbeiterjugend zahlen 50 Pf. Alle Parteigenossen sind herzlich eingeladen. Musirierabend der Städkischen Volks- und Zvgendmusiklchule Verlin-Süd. Als zweiter Abend in der Reihe der Wintcrveranstal- hingen des Volksbild ungsamtes Neukölln findet am heutigen Sonnabend. 20 Uhr. ein Musizier- abend der Städtischen Volks- und Jugendmusikschule B-erlin-Süd im Städtischen Saal. Neukölln. Bergstr. 147. statt. Ausführende sind Lehrkräfte und Schüler der Schul«. Die Bortragefolge«nthälk Werke von Purcell. Hindemith und Locatelli sowie alte und neue Chormusik. Eintrittskarten zum Preise von 30 Pf. sind in den bekannten, durch Säulenanschlag bezeichneten Verkaufsstellen des Dolksbildungsamtes und an der Abendkasse erhältsich. Die Führung lm Rathaus Weddlng(Ausstellung), die von der 130. Abteilung veranstaltet wird, findet nicht am Sonntag statt, sondern heut«, Sonnabend, um 8 Uhr. Treffpunkt Tegel, Endhaltestelle. wellerberichl für verlin: Temperaturen einige Grad« über Null. Wechselnd meist stark bewölkt, einzeln« Niedersch'äg«. Mäßige Winde aus West bis Nordwest.— Für Deutschlavch: In Nord- und Mittel» deutschlnnd verSnder'ich mit einzelnen Niederschlägen, Temperaturen einig« Grade über Null. Nur in Ostpreußen leichter Frost. Im Süden und Südosten vorwiegend trocken und vielfach leichter Frost. Musik in der 1 Aussprache im In Verbindung mit dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht hatte der Berliner Tonkünstlerverein Freitag zu einem Aussprachecchend geladen, der sich mit der traurigen Situation der Musik und der Musiker in der Wirtschaftskrise befaßte. Arnold Ebel, Professor Georg Schllnemann und Professor Hans Ioachin Moser hielten einleitende Referate. Ebel sprach über die Zusammenhänge von Musik, Wirtschaft und Organisation, Moser über die Situation der jungen Schulmusiker, Schiinemann endlich über das Thema: Wie können wir der Arbe'tslosigkeit unter den Musikern steuern?; über die hoffnungslose Lage der jungen kon- zertierenden Künstler also, über Konzert und Konzertkrise. Das vollkommen desorganisierte Konzertleben sei zu organisieren, darüber hinaus müßten neue Konzertsormen gefunden, neue Hörerschaften herangezogen werden. Es müßten K o l l e k- t i v k o n z« r t e veranstallet werden, die nicht abends und nicht in den üblichen Sälen, sondern vor- und nachmittags in der Nähe von Vcrkchrszentren und Arbeitsnachweisen abzuhalten wären; Konzert« in den Schulen, im Sommer aus freien Plätzen, könnten Schichten erfassen, die zur Zeit den konzertierenden Künstlern vollkommen unerreichbar sind. Die Mittel für all dies hätte der Rundfunk auszubringen, von dem in dieser Zell schwerster Not verlangt werden müsse, die vorgeschlagenen Konzerte zu übertragen und insbesondere kein« Schallplatten zu senden, der Rundfunk, der überhaupt viel mehr als bisher von Musikern geleitet werden müßte. Ebenso müßten die nachsynchronisierten Tonfilme, die dem Publikum ohnehin keine rechte Freude machen, wieder m i t lebendiger Musik versehen werden: um den Kinobesitzern die Situatton zu erleichtern, können solche Filme von der Vergnügungs- steuer befreit werden. In der Diskussion wandten sich die Berufsmusiker gegen Beamtenkonturrenz und Dilettantenkapellen, „Antonius und Cleopatra." Deutsches Theater. An Antonius und Cleopatra wagen sich die Bühnen nur selten heran. Rund fünfzehn Jahre ist es her, daß wir das Drama in Berlin sahen. Es ist das längste aller Shakespearischen Dramen, und der ständige Wechsel des Orts der Handlung stellt den Regisseur vor schwere Ausgaben. Es zeugt von Mut, wenn das Deutsche Theater jetzt das schwie- rige Römerdrama herausbringt. Es benutzt die Ueberfetzung des Hans Rothe, der bereits an fünfzehn Werken versucht hat, dem Shakespearischen Geist und unserem heutigen Sprachgefühl gerecht zu werden. In das Chaos der aufgelösten Szenenfolge greift der Regisseur Heinz Hilpert mit starker Hand ein. Er streicht und rafft zusammen, ohne dabei die große Linie der Handlung zu zerstören. Der Vorhang geht dennoch unablässig auf und nieder. Trotz vielerlei Schleppens, besonders in der letzten Hälfte gelingt es. der Bearbeitung durch Rothe und Hilpert, das gewallige Werk in knapp drei Stunden abrollen zu lassen. Im Mittelpunkt des Römerdramas steht das Liebesspiel zwischen Antonius und Cleopatra. Antonius, scheinbar zum alleinigen Be- Herrscher des römischen Weltreiches geboren, verstrickt sich unlösbar in die Netze der schönen Aegypterkönigm. Die Leidenschaft verzehrt all seine Energie. Zwar rafft er sich immer noch zu Taten auf. aber immer wieder zerbricht er an seiner Hörigkeit, die ihn an Cleopatra fesselt, und Oktavian tritt als Weltbeherrscher an seine Stelle. Das Große des Shakespearischen Werkes liegt in dem ge- waltigen Hintergrund, der sich an diesem Liebesspiel aufzeigt. Wir werden Zeugen schicksalhaften Weltgeschehens. Und das bringt Heinz Hilpert in seiner Regie zu lebendigem Ausdruck. Wir glauben den Männern, die auf der Bühne stehen, die über- menschlich« Herrscherkraft, aber wir vermissen sie in dem Haupt- Helden. Alexander M o i s s i verkörpert wunderbar den Liebestaumel, in den er verstrickt ist Es offenbart sich herrlich die Lyrik seiner Darstellungskunst. Das Weiche und zarte In seiner Stimme und in seinen Bewegungen macht ohne weiteres glaubhaft, daß er unter- gehen muß. Aber wir sind nicht überzeugt, daß dieser Mann«inst das Szepter der Welt in Händen geholten hat. Gerda Müller hat zwar die Dämonie, die einen Antonius zu unbegrenzter Liebe zwingt; aber es fehlt ihr der Zauber des Weib- lichen. Ihre Stimme klingt hart, auch wenn sie Liebesworte flüstert. an ihrem Wesen hängt nur das Theatralische der großen Tragödin Wunderl ar dagegen die klare Kühle und Ueberlegenheit des Oktavian von Ernst G i n s b e r g, prächtig der liebenswürdige und verbindliche Gülstorfs in seiner knappen Komik, hervorragend und haftend in einer kleinen Rolle Paul D a h l k«. Der Beifall, besonders für Alexander M o i s s i, war anhallend und herzlich._ Dk1-- Malererinnerungen. Hanns Fechner, der soeben dahingeschiedene blinde Maler, der als der„Alte vom Berge" nach feiner Erllindung ein so reiches Crzählertalent offenbarte, hat in seinem schönen Erinnerungsbuch „Menschen, die ich malte" von der bunten Schar berühinler Persön- lichkeiten berichtet, die er in unvergeßlichen Bildnissen feftgehalten. Wie er sein bekanntestes Porträt, das von R a a b e, schuf, hat er besonders anschaulich erzählt, indem er wichtige Züge vom Wesen des Dichters hineinflocht.„Raabs faßte die Sitzungen so als eine Art Festzeit aus", schreibt er.„Sein Arbeitszimmer war unser Atelier. Da hatte ich ihn mitten in seinem ollerpersönlichsten Um und Auf vor mir. An seinem gewöhnlichen Platz, nahe dem warmen eisernen Ofen, saß er im Lehnstuhl. Alle«, was er brauchte, in Griffweite um sich her; auch seine Bücherschätz« auf den bescheidenen Gestellen. Geordnet, was man so nennt, waren sie nicht. Bescheid in ihnen wußte nur er allein. Bei seiner starken Kurzsichtigkeit konnte es ihm aufs Sehen weniger ankommen als aufs Zufassen. Mit einem seiner langen, zielsicheren Griffe erwischte er bestimmt immer das, was er haben wollte, aus der Masse." Diese„Herr- gottskanzlei" des großen Dichters ist von seinen Freunden oft be- schrieben worden, aber eins ist ihnen entgangen, was nur bas scharfe Malerauge entdeckte.„Als ich mich während einer Malpause prüfend umschaute, mußte der Alte wohl meinen Blicken gefolgt sein, denn ehe ich noch fragen konnte, zwinkerte er scbon vergnügt mit den Augen und meinte dann behaglich:„Ja, ja, Zahnbürsten und alte Leute wollenes gut warm haben." Hinter dem eisernen Ofen näm'ich, gehalten durch ein an l>Ie Wand genageltes Band, steckt« eine Serie dieser nützlichen Instrument«, von der ölte- sten abgebrauchten bis zu einer funkelnagelneuen, die den Ehrenplatz einnahm." Bon Adolph Menzel, den Fechner ebenfalls gemalt hat. weiß er interessante Züge zu berichten. Er traf zuerst mit ihm in » t/v ur.wß• Zeniralmsiiiui gegen Ausländer und Doppeloerdiener, gegen Schüler- o r ch e ft e r und gegen die Lustbarkeitssteuer(die nach der Anzahl der beschäftigten Musiker gestafsell ist und so einen Anreiz bietet, so wenig« wie möglich zu beschäftigen): die P r i v o t m u s i k- l e h r e r gegen den Massenunterricht in den Schulen, gegen die Schulkonzerte und gegen das Privatstundengeben der Lehrer an öffentlichen Schulen. In der Ablehnung der mechanischen Reproduktionsmittel waren sich alle einig. Ueber diese oft schon erhobenen Forderungen hinaus, die nicht all« gleich gerecht, nicht alle gleich durchführbar sind, wurden wenig posttive Vorschläge gemacht. Begabte Kinder auf Kosten der öffentlichen Hand Prioatmusiklehrern in Unterricht zu geben, oder etwa den Traum einer Musikplanwirtschaft zu verwirklichen, dürfte zur Zell kaum möglich sein, so wünschenswert es auch wäre. Di« Anregung endlich, sämtlich« Schulaulen für Konzerte freizugeben, scheint uns verfehlt: wir haben nicht zu wenig, wir haben zuviel durchschntttlich« Konzerte, zuviel Konzerte überhaupt. Wir haben— was Herr Jahn in dankenswerter Weise ziffernmäßig belegte— ein zu großes Angebot. Wenn zehntaufend Musiker gebraucht werden und sechzigtaufend vorhanden sind, wenn bei all der Himmel- schreienden Not jährlich zweitausend jung«, frisch ausgebildete Kräfte die Armee der arbeitslosen Musiker verstärken, wird wohl die von ihm geforderte Reduktion in weitestem Ausmaß plotzgreifen müssen. Es war nicht zu erwarten, daß dieser Aussprachenabend un- fehlbare Heilmittel gegen die Krise bringen würde; immerhin sind ein« Anzahl Anregungen gegeben und Forderungen erhoben worden, die, soweit sie gerecht und durchführbar sind, die größte Beachtung der Behörden oerdienen. Ist die Gesamtsituation schon nicht zu ändern, muß man im einzelnen zu helfen trachten, soweit man nur helfen kann. A. W. Garmisch zusammen, wo der Meister mitten im Gewühl des Fremden- Verkehrs stets mit Papier und Bleistift bewaffnet war und unermüd- lich zeichnete. An einem lustigen Tanzabend erregte das Rad- schlagen eines jungen Schuhplattel-Tänzers sein besonderes Interesse. „Er macht« sich sofort ans Zeichnen", erzähll Fechner.„Wir haben gezählt: achtzigmal mußte der Sennbub ihm dicht vor der Nase das Radschlagen wiederholen, indes der Meister mit größtem Eifer in einer Reihe von schnellen Skizzen das Aufstellen der Hände während des Turnstückleins aufzeichnete. Später skizzierte er dann«ine ganze Reihe von Vollsiguren in der Bewegung des Radschlagens: geneigt, aufspringend, stehend, kopfüber, topfunter." Weihnachisschau derIuryfreien. Kunstwerte zu billigen preisen. Das Charakteristische an der Weihnachisschau der Iuryfreien (Platz der Republik 4, Eintritt 50 Pf.) ist die Beschränkung der Preise für alle ausgestellten Werke auf höchstens 200 Mark; für eine Anzahl davon gilt auch das Tauschgeschäft mit Lebensmitteln, Textilien usw. Die Mehrzahl der Sachen bewegen sich aus einem sympathischen Niveau von Mittelmaß, das den Leuten wohl gefallen kann, die heut« noch 200 Mark für Kunstwerke ausgeben mögen. Es sind Landschaften, Stilleben, Bildnistöpfe und Kleinskulpturen. Doch steigen auch einige bis zu d«r künstlerischen Höhe auf, die eine ernschafte Diskussion trägt; man kann nur bedauern, daß es nicht mehr sind. Charakteristisch ist bei ihnen das Vorwiegen weiblicher Schöpferkraft. Es bestätigt die langjährige Wahrnehmung, daß die Künstlerinnen heute in erheblicher Zahl sehr ernsthaft bei unserer Kunstentwicklung mitsprechen, und daß sie den Sinn der Zeit, der auf Preissenkung geht, am besten ersaßt haben. Men voran möchte ich die zwei ausgezeichneten Federzeichnungen von Hanna Nagel stellen. Diese merkwürdige Künstlerin bleibt bei ihrer mono- manischen Jch-Darstellung„mit Kind und Mann", sie steigert aber ihre Darstellungsmittel in einer Weise, die sie vielleicht bald in eine Vergleichsstellung mit Käthe Kollwitz bringen wird. Dann die phantasievolle Paula Grünfeld, die Alltagsdinge ins Mystische erhebt durch farbiges Zerstäuben auf schwarzem Grunde; I m a Breusing mit ihrer strasfen Einordnung heller Farben in ein Liniengerüst voll Anschaulichkeit, von abstrakter Eleganz, aber immer erfüllt; Ilse Häfner-Mode mit Bogenkompositionen, deren blasse Tönung aus strengem Freskenstil herstammt: Ilse B i e n e r t h s sehr schlichte aber ausdrucksvolle Umrißzeichnungen, die wie Kaltnadelradierungen wirken. Dazu kommen von P a l l- mann Landschaftsträumereien in Pastell mtt dem märchenhaften Reiz des Verschwimmens, R e s s e l s biedermeierlich naives„Kind am Ofen" Sandkuhls herbe Vereinfachungen in Sgraffito- technik. Als Kleinplastiker sind vor allem Laurent F. Keller zu erwähnen, sinnlich-anmutigster Art, Nonnenmacher und das schöne Terrakottarelief von Anna Cauer, zwei korbtragende Mädchen. p. k. sch. Rückgang des vrannkweinverbrauchs. Infolge der hohen Be- steuerung des Trinkbranntweins und der schlechten Zeiten ist der Ber- brauch in Deutschland sehr erheblich zurückgegangen. Während sich in den Iahren 1927/28 und 1S?8�?0 der Iahvesa' fatz der Reichs- monopoloerwaltung auf rund 840 000 Hektoliter belief, war der Ab- satz in dem am 30. September 19?1 abgeschlossenen Betricbsjahr fast auf die Hälfte, nämlich 440 000 Hektoliter gesunken. Der gesamte Iahresve-chrauch ist jetzt geringer als der Verbrauch während eines Vierte'jabres im Durchschnitt 1912/13. Infolgedessen sst ein großer Ausfall bei den Steuereinnahmen zu verzeichnen. Volkszählung«n Palästina. Die soeben veröffentlichten Ziffern der Volkszählung in Palästina ergaben folgende Verteilung der Bevölkerung nach ihren Glaubensbekenntnissen: Mohammedaner 759 952, Juden 175 006, Christen 90 607, weitere 9985. Die Zahl der Juden hat sich im Laufe der letzten neun Jahre verdoppelt. Museumsührungen. Sonntag, 10 Uhr: Dr. Blümel: G r i e ck I s ch e GrabreliefS im Alten Museum; Dr. Bonge: BtldniSkunst und te iligendarstellung im Mittelalter: Dr. Eogers: ronzezeit in Ostdeutschland im Museum für Vor. und Früh- geschichte. Dr. von Massow wiederholt seinen Vergamon-Vortrag im Per- gamon-Museum Mittwoch, 8 Uhr abends(80 Ps.) Der We'hnachtispielplan der Städtischen Oper bringt am 1. Feiertag den..Troubadour"« der Vremierenbesetzung wiederholt, nachmittags 2 Uhr„Hansel und G r e t e l". Am 2. Feiertag: ,.L o b e n g r i n. Am Sonntag, dem 87. Dezember, wird der„Troubadour" wiederholt und nachmittags 8.S0 Uhr„Hansel und Bretel" gegeben. Die Staatliche Porzellanmanufaktur veranstaltet am Bahnhof Tier- garten(W-gelvltraße 1) ein- Sonderansstellnnq:..Porzellan und die B l u m e i m W i n t e r". In der Leipziger Straße 8 werden„Schlichte Formen aus alterund neuer Zeit" gezeigt. Im T'nqel-Tanael findet S-nntag die letzte Vorstellung von„Spuk in der Villa Stern" statt. Das Theater bleibt dann bis zur Weihnacht--- Premiere„Alle»- Hopp" geschlossen. Eine lehrreiche Wahl in der Knorrbremse Ireigewerkschastlicher Erfolg. 2lm Freitag fanden in der Knorrbremse-Lichtenberg die B e t r i e b s r o t s m a h l e n statt. Einst eine ko mm u- n i st i s ch e Hochburg, wurde sie dann ein Tummelplatz der(3 e l b e n, die sich mit den Kommunisten um die Vorherrschaft stritten. In harter, aber zäher Arbeit haben dort unsere Genossen Wiederaufbauarbeit geleistet. Nicht ohne Erfolg. In diesem Jahr fanden die Betriebsratswahlen allerdings unter besonders ungünstigen Umständen statt. Die Nazihochflut, der Lohn- abbau, die gesamte politische Situation im Reichstag mußten sich auch dort auswirken. Seit zwei Wochen ist die Belegschaft fast täglich mit Flugblättern überschüttet worden, die die Sozialdenw- kratie, die freien Gewerkschaften und deren Vertreter im Betriebsrat mit den niedrigsten Schmähungen und Verleumdungen bedachten. Das Ergebnis dieses konzentrierten gelben und nozikommunistifchen Feldzuges ist nicht so, daß unsere Gegner sich freuen können. Zum Arbeiterrat waren eingeschriebene Wähler 1608(im Vorjahr 180?), abgegebene gültige Stimmzettel\542(1700). Die Wahl- bcteitigung stieg also von 90 auf 94,2 Prozent. Da ein Teil der Belegschaft immer krank oder im Urlaub ist, kann man wohl sagen, daß die Arbeiter in diesem Jahre bis auf den letzten Mann und die letzte Frau gewählt haben, ein Beweis, wie sehr die Belegschaft aufgepeitscht worden ist. Die Stimmen verteilen sich folgender- maßen: Freie Gewerkschaften... 013(020) RGO.(Konununisten)... 337(444) Gelbe........ 93(163) Nazis........ 176(171) Stahlhelm....... 252(213) Während der Anteil der freien Gewerkschaften von den ab- gegebenen gültigen Stimmen von 30,5 auf rund 40 Proz. stieg. ging der Anteil der NGO. von 20,1 auf 21,9 Proz. zurück. Der Llnteil der Nazis, Stahlhelmer und Gelben insgesamt blieb ungefähr gleich, doch traten hier erhebliche Verschiebungen zugunsten der Nazis und Stahlhelmer ein. Die lammfrommen Gelben sind radikalisiert worden. Bezeichnend dabei ist, daß in der Lehrlingsabteilung von 78 abgegebenen Stimmen 48 auf die Nazis entfielen. Es handelt sich hier in der Hauptsache um Schüler höherer technischer Lehranstalten, die eine praktische Lehrzeit absolvieren. Die M a n d a t s v e r t e i l u n g zum Arbeiterrat sieht so aus: Freie Gewerkschaften 0(im Vorjahr 5), RGO. 3(4), Gelbe—(1), Stahlhelm 2(1), Nazis 1(1). Zum Betriebsrat erhalten die freien Gewerkschaften 5(4 Arbeiter- und 1 Angestellten- Mandat) wie im Borjahr, die RGO. erhält 2(3), die Gelben 1(2), der Stahlhelm 2(1), die Nazis 1(1). Zum Angestelltenrat erhielt der AfA-Bund 135(142) Stimmen, der DHV. 216(194), die Gelben 140(120). Die Vermehrung der abgegebenen Stimmen ging hier also zugunsten der bürgerlichen Gruppen, die 1 Mandat gewonnen. Dieses Ergebnis ist äußerst lehrreich und zeigt, wie unsere Genossen auch oder gerade in schweren Zeiten allen Gegnern die Stirn bieten, wie innerlich unsicher dagegen die Truppen der Kommunisten sind. .Karl Schcffler: SSerliti Karl S ch e f f l e r s„Berlin. Wandlungen einer Stadt"(Berlin. Vr. Casstsrer 1931. Mit 80 Abbildungen), ist eine Art Neuauflage oder besser Neuschrift von Schefflers 1910 er- schienenem„Stadtschicksal" Berlins. Die kritische Einstellung, die sich damals vornehmlich gegen die Unkulwrpolitik Wilhelms II. richtete, ist einer historisch ruhigeren Betrachtungsweise gewichen. Es ist ein ausgezeichneter, nicht zu sehr ins einzelne gehender, aber nichts Wichtiges vergessender Ueberblick über Geschichte, das sich wandelnde Stadtbild, Gegenwart und Zukunft dieser Reichshaupt- stadt, deren Schicksal mit dem glücklichen Wort umschrieben wird „immerfort zu werden und niemals eigentlich zu sein". Das Buch eines klugen, menschlich und sozial gerecht denkenden Kritikers, dessen Objektivität bisweilen nur allzu gedämpft und besänftigend erscheint, wenn man sie beispielsweise mit der weit temperamentvolleren und angriffslustigeren Subjektivität Werner Hegemanns(„Das steinerne Berlin") vergleicht. Man wird mitunter nicht den Gedanken los, daß Scheffler gegen dieses im Guten wie im Bösen maßlose und darum so überaus interessante Buch im stillen polemisiere, so, wenn er z. B. an Friedrich II. nichts als Gutes sieht und Schattensellen zu finden ablehnt. Das Liebenswürdigste an dem Buch— das mit sehr schön ausgewählten seltenen Abbildungen geschmückt ist— scheint mir die Herzlichkeit des Tons gegenüber der guten Architektur Berlins von Schlüter und Knobelsdorfs bis Schinkel, und der Land- schaft von Spree, Havel, Potsdam. Der ästhetische und soziale Kritiker in Scheffler wird hier zum Liebhaber dessen, was uns allen ans 5)erz gewachsen ist, und somit zu einem echten Sprachrohr der Volksmeinung.?sul F\ Schmidt. Theater der Woche. Vom 13. bis 21. Dezember. Volksbühne: T he«iter am Vülowplatz: Die Großhcrzogiu von Gerolstein. 13., 11� Uhr: Die Unüberwindlichen. Slaals-THealer: Staatsoper Unter den Linden: 13. Die Zauberflöte. 14. Schwanda, der Dudelsackpfeifer. 13., 19. Cosi fem mite. 16. Macht des Schicksals. 17. Carmen. 18. Das Herz. 20. Walküre. 21. Boheme. Staatliches Schauspielhaus: 13., 16., 18., 21. Wallensteins Lager. Die Piccolomini. 14. Liebelei. 1ö. Wallensteins Tod. 17., 19., 20. Rauhnacht. Staatliches Schiller-Theater: 13., 14., 15., 16., 17., 19., 20. Datterich. 18. Dia Mitschuldigen. Ballett. 21. Dr. Klaus. Städtische Oper, Eharlotteuburg: 13. Götterdämmerung. 14. Soldaten. 15., 18. Die verkaufte Braut. 16. Boheme. 17., 2L Zar und Zimmermann. 19. Figaros Hochzeit. 20. Carmen. Theater mit festem Spielplan: Kurfürstendamm-Theater: Geschlossen.— Deutsches Theater: Antonius und '"-~—-—-"~ )et schloffen.— Metropol'Theater: Bis 20. Die Blume" von Sawai. 21., 22. Geschlossen. Ab 23. Das Lied der Liebe.— Theater des Wöstens: Der Vogelhändler.— Lnstspielhaus: Gruß aus Salzburg. — Theater im Admiralspalast: Die Dubarry.— Komische Oper: Zur glod'nen Liebe.— Großes Schauspielhaus: Hmfmanns Erzählungen.— Theater am Rolleudorfplatz: Gasparone.— Die Tribüne: 13. Die Waterloo-Brücke. Ab 14. geschloifeu.— Rose-Theater: Die keusche Susanne.— Scala, Wintergarten: internationales Variets.— Reichshallen-Theater: Stettiner Sänger. Theater mit wechselndem Spielplan: Theater lu der Ztlosterstraße! Bis 17. Liebe. Ab 18. Der fröhliche Wein. berg.— Plaza: Bis 1Z. Der Graf von Luxemburg. Ab 1k. Pazanini. Nachmittagsvorstellungen: Städtische Oper, Charlottenburg: 20. Hansel und Gretel.— Deutsche» Künstler.Thcater: 13., 19., 20. Bob und Bobby. Theater des Bestens: 13., 20., 14�4 und 17 Uhr: Der Pogelhändler.— Komisch« Oper: 13., 19., 20. Das neu- gierige Sternlein.— Theater am Rollend orfplatz: 13., 20., 16% Uhr: Gasparone. 13., 20., 14 Uhr, und 16., 19.. 16 Uhr: Knecht Rupprechts Fahrt ins Märchen, land.— Rose-Theater: 16., 19., 20., 18 Uhr: Die keusche Susanne. 17., 18., 16% Uhr, und 20., 15 Uhr: Max und Moritz und der Weihnachtsmann. 19., 15 Uhr: Schneewittchen und die sieben Zwerge.— Theater in der Alosterstraßc: 15., 15% Uhr: Wilhelm Teil. 16.. 19., 16 Uhr, und 13., 20., 17 Uhr: Aschen- puttel. 13., 15 Uhr: Hansel und Gretel. 19., 15 Uhr: Rotkäppchen.— Plaza: Bis 15. Der Graf von Luxemburg. Ab 16. Paganini.— Scala: Internationales Vorietö.— Wintergarten: 13.. 19., 20. Internationales Variete.— Reichshallen- Theater: 13., 20. Stettiner Sänger. Erstaufführungen der Woche: Dienst-?. Lindenopcr: Cosi fan tutte.— Donnerstag. Echan. fpislhaus:„Rauhnacht.— Freitag. Theater in der Kloster. st r a st e: Der fröhliche Weinberg.— Zentral- Theater: Die Post. nieisterin. Verantwortl. siir die Redaktion: Ruh. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Ttz. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag E. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Berlagsanstalt Paul oinger& Co., Berlin EW K8, Lindenstr. 8. Hierzu l Beilage. ISTZSll Svlluv?s»ssge dien«rSttnet t Sckvulct Schuhel Kaufen Sic für wenig Geld bei uns GrofieFrankfurterStr.99 direki am Strausberger Platz .7ür den fflerm kauft man gut und preiswert Hüte« Mützen. Oberhemden, Krawatten, sowie alle modernen HerrenaHikei im Spezialgeschäft 3>aul'Ulenstel Köpenick, Schlohtira�e 17. 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Die schwerwiegenden Differenzen, die sich aus diesem an beiden Palen abgeplatteten Planelen zwischen dem Menschen und seinem Schicksal allzu unaufhörlich ergeben, lassen sich kurz also zusammen- fassen: Der Mensch möchte es sich recht einfach machen, und das Schicksal macht alles möglichst kompliziert. Da hat zum Beispiel eine große Berliner Firma uilter ihren zahlreichen Provinzreiseitden einen bewährten, in Ehren ergrauten Herrn— nennen wir ihn Meyer 11l. Herr Meyer lll tätigt ganz ausgezeichnete Abschlüsse, und seine Firma hat nur eins gegen ihn einzuwenden: daß er seine Touren etwas langsam erledigt. Dafür nl'cr kann nicht Meyer III. sondern dafür können lediglich die schlechten Bahnverbindungen. Infolgedessen rät die Firma ihm, sich einen kleinen Kraftwagen anzuschaffen. Das ist an und für sich nichts Außergewöhnliches. Nun fühlt sich aber Herr Meyer III durchaus nicht als Ritter vom Steuer. Er liebt das behagliche Hinzockeln der Kleinbahnen, das er seit vielen Jahren gewöhnt ist; man kommt auch auf diese Art immerhin vorwärts, und die Verantwortung hat der Lokomotiv- sichrer, der dafür bezahlt wird, während Herr Meyer lll für Ab- schlüssetätigen bezahlt wird. So sieht Herrn Meyers Welt aus, es ist eine solide, einfache Welt, jeder hat das Seine an Sorgen und Ein- nahmen, und man kennt sich darin aus. Und nun soll er mit einem Mal einen Führerschein erwerben, er, den sie seit der verhältnismäßig mühelosen Erwerbung des Geburts-, Tauf-, Konfirmntions- und Trauscheins mit dergleichen Bescheinigungsangelegenheiten gottlob in Ruhe gelassen haben— nun sollen seine alten Knochen Bremsen treten und Gas geben und was weiß Meyer noch— er hat gar keine, aber auch gar keine Lust! Indes: Stellungen liegen heutzutage nicht auf der Straße, und will man nicht, so muß man eben: Herr Meyer also erwirbt Führerschein und Kleinwagen, bei der zweiten Aktion unterstützt ihn sogar die Firma: es ist kein neuer Wagen, es ist kein Benz-Mercedes, aber immerhin, er fährt: und überdies fällt es Herrn Meyer lll nicht ein, Leistungsproben vorzunehmen: er gondelt ge- niöchlich seines Weges, mit der Borsicht eines alten Fuchses und dem Tempo eines allgedienten Murmeltieres, er macht seine dreißig Kilo- meter auf freier Strecke, allerhöchstens, und seine zehn in den Kurven, ebenfalls allerhöchstens: auf diese Weise beackert er die östlichen Teile der Provinz Brandenburg, wie es seines Amtes ist. So viel von Herrn Meyer III. Nun zu Herrn Schmidt. V Sie kennen sich einstweilen noch gar nichi, der Herr Meyer und dK' Herr Schmidt. Wie sollten sie Äuch? Herr Meyer.ist Reifen- der, Provinzreisender, und Herr Schmidt ist Pressephotograph. lind wie soll ein Provinzreisender mit einem Berliner Pressephotographen zusammenkommen? Wir wissen es nicht: das Schicksal jedoch, das, wie gesagt. Komplikationen liebt, weiß es genau. Nämlich es arrangiert eine kleine Wirtschaftskrise, dieselbe, über deren Ursachen sich die Menschen jetzt die Köpfe zerbrechen, allerdings nicht jeder den seinen, sondern mehr gegenseitig... und es sorgt dafür, das bedächtige Schicksal, daß sich dies« Krise auch auf die von Kierrn Schmidt belieferten Zeitschriften ausdehnt. Die Zellschriften können nicht mehr so viel Photos bringen, und Herrn Schmidt be» ginnt es schlecht zu gehen. Um durchzukommen, muß er immer mehr und mehr etwas Besonderes, etwas Ausgefallenes bieten, und sa verlegt sich Herr Schmidt auf das Knipsen gefährlicher Situa- tionen: Aufnahmen aus schwindelnder Höh« und auf dem Meeres- grund und so weller. Herr Schmidt versichert sich gegen Unfall und scheut Lebensgefahr nicht: er muß ja leben von seinen Auf- nahmen: und so viel Gründe die mutigen Menschen, die Helden, für ihr Heldentum auch haben mögen: der Hauptgrund ist doch immer der, daß sie leben müssen. Doch sind auch hier die Gelegenheiten nicht allzu häufig: man muß auf dem Sprunge sein: und so unterhält Herr Schmidt gute Beziehungen zum Allgemeinen Deutschen Automobilclub. Vom ADAC, nur so viel, daß dieser Klub in diesen Tagen seine sechste oftmärkische Zuoerlässigkeitsfahrt organisierte. Die Meldun- gen liefen zahlreich ein. Einer der leitenden 5?err«n steckt es Herrn Schnridt, daß die interessanteste Kurve, die der Vorschrift nach in kurzer Wendung genommen werden muß, sich auf der Frankfurter Hauptchaussee kurz vor dem Ort Tschernow befindet, und daß, wenn lferr Schmidt mit dem ihm eigenen Bdut auf der gegenüberliegenden Kuroenseite Aufstellung nähme, interessante Zlufnahmen zu gewär- tigcn seien. Das Rennen findet statt, Herr Schmidt ist an seinem Platze. 5)«rr Meyer III ahnt natürlich auch hiervon nichts. Sondern Herr Meyer lll hat gerade im Flecken Görig einen leidlichen Abschluß getätigt und zockelt mit dreißig Kilometer Höchst- geschwindigkeit nach Tschernow weiter. Man sieht: dos Schicksal hat seine komplizierten Karten aufs komplizierteste gemischt--. Herr Meyer III beabsichtigt in die Frankfurier Hauptchaussee «inzubiegen. Die Sicht aus die Chaussee ist durch Bäum« versperrt, und so hupt Herr Meyer tüchtig. Weil keine Hupe antwortet, biegt er getrost, mit zehn Kilometer, in die Hauptchaussee ein. Da sieht er vor sich, ganz knapp vor sich, zwei, drei schwere Kompvessorwagen! Er wundert sich, daß sie nicht gehupt haben Frellich fahren sie so wahnsinnig schnell, daß sie wohl kaum Zeit dazu hatten: sie hüllen sich in Staubwolken, welche die ganze Sicht wclllssn unmöglich machen. Da— jetzt wird gehupt! Aber, Herr Meyer lll erbebt: nicht vor ihm— hinter ihm! Und er sieht, und er wird bleich und rot, und sein« Hand zittert am Steuerrad, das auf deutsch Volant heißt -- und er wird halb krank und sieht— sieht, daß hinter ihm ebenfalls zwei, drei Mammutviecher von Kompressoren mll ebenso wohnwitziger Geschwindigkeit nahen... schon heran sind...!! Herr Meyer lll, einer der gewandtesten Drcißigkilometersahrcr von Deutschland, gibt Gas, muß Gas geben. Den Sommerweg sieht«r kaum vor Staub, hat auch keine Zell mehr, um hinaufzu- gelangen, sondern fährt geradeaus— immer vor den brüllenden llageheuern her..... Herr Meyer III mit seiner Nuckelpinne ist unfreiwilliger Teil- nehmer an der sechsten ostmärkischen Zuverlässigkeitsfahrt des ADAC.! Der Kleinwagen klappert und wirst sich hin und her, her und hin, daß die Hände am Steuerrad flattern wie zwei hysterische Tauben. Aber er läuft, der Wagen, läuft mit einer Herrn Meyer unfaßlichen Geschwindigkeit—— ach, Herr Meyer hat ein Auto- rennen überhaupt nie gesehen, nur Harald Lloyd hat er mal in einer ähnlichen Situation gesehen, aber das war immerhin nicht gleich ein Rennen-- und er muß, muß, muß drin bleiben-- das jetzige mörderische Tempo gestattet schon gar kein Ausweichen auf den rettenden Sommerweg.... Zwischen Staubwolken und Kompressorengebrüll rast Herr Meyer III seinen verzweifelten Weg, die Warenproben hinter ihm geraten durcheinander und in einen fürchterlichen Zustand, ade, nächster Abschluß, ade-- wenn bloß kein schlimmerer, ganz, ganz endgültiger Slbjchluß kommt. Heldenhaft fährt Herr Meyer, heldenhaft und zuverlässig, wie es sich im Rennen gehört. Schon winken die Dächer von Tschernow rechts drüben, vorher kommt noch ein« scharfe Kurve. Herr Meyer 111 hat keine Ahnung davon, daß dies die be- rühmtest«, berüchiigsde Kurve des Rennens ist: er hat nur eine Ahnung davon, daß Kurven ausgefahren werden müssen, denn er hat ja den Führerschein, und er weiß, wie man Kurven zu steuern hat—, wenn man nämlich dreißig Kilometer fährt. Indes, Herr Meyer fährt augenblicklich hundert! Herr Meyer III fährt die Kurv« aus. Es befanden sich dr«i Gegenstände in Herrn Meyers Weg. Nämlich erstens: ein mittlerer Chausseebaum, zweitens: ein Kilometerstein und drittens:«in Pressephotograph namens Schmidt. Herr Meyer III legt« olle vier meisterhaft um—; es ist kein Druckfehler: alle vier! Erst den Baum, dann den Stein, dann den in seinen Sucher vertieften Photographen, und schließlich, viertens, sich selbst. Der Stein war leicht wieder einzusetzen, der Bamn gut als Brennholz zu verwerten, auf den Oberschenkel des Photographen traf beides nicht zu: er konnte erst im Krankenhaus wieder ein- gerenkt werden. Nicht wieder eingerenkt wurde das getrübte Verhältnis zwischen Herrn Meyer III und seiner Kaskooersichenmg. Obwohl er selbst und sein altbackener Klein- und neugebackener Rennwagen nur un- wesenttich beschädigt wurden. Das Amtsgericht Frankfurt an der Oder ließ sich durch Sach- verständige, die Herrn Meyer III das Zeugnis des angesichts der Situation einzig möglichen Verhallens ausstellten, leider nicht überzeugen und verknackte den Rennfahrer zu hundertzwanzig Mark. Gewisse schwerwiegende Differenzen, die sich zwischen dem Menschen und seinem Schicksal zu ergeben pflegen, lassen sich kurz dahin zusammenfassen: daß es sich der Mensch recht einfach— und das Schicksal recht kompliziert machen möchte. Wie zu beweisen war. t�elix Stößinger: Reise durch den neuen Brockhaus Der Große Brockhaus ist beim g. Band angelangt. Im Laufe dieses Jahres soll der 10. erscheinen, und damit ist die Hälfte des größten deutschen Lexikons der Nachkriegszeit geschaffen. Wie bei einem Neubau der Giebel bekränzt wird, so könnte der Brockhaus auf der Zinne des 10. Bandes eine Siegesfahne hissen. Daß es dem Verlag gelingt, in dieser Wcltkrisis ein solches für den Massen- bedarf bestimmtes Werk in gleichbleibender Qualität weiterzuführen, spricht für die phantastische Kraft, die in der deutschen Leserschaft cnchalten ist. Ohne sie wäre es auch einem so altfundierten Unternehmen nicht möglich, bis zur 8000. Seite zu kommen und zuversichtlich das Erscheinen der weiteren 10 000 zu versprechen. Eine Reise durch den 0. Band, der von I bis Kas führt, ist wirklich eine Reise, denn eine Reche Länder, Völker und Kult u rg echstell.« sivd gerade in, diesem Band enthalten. Ich nenne in alphabetischer Reihenfolge Indien, den Irischen Freistaat, den Islam, Island, Israel, Italien, Japan, Jugoslawien, Kalifornien, Kanada— und jedes Wort steht im Brockhaus über einer langen Reihe ver- zweigtcr Schlagworte, in denen die Gesamtheit zusammengefaßt ist. Greifen wir ein Schlagwort wie Japan heraus. Da finden wir zuerst eine Darstellung über Lage, Größe und Gcstall des Landes, dann folgt ein bei dem japanischen Bulkanis- m u s wichtiger Abschnitt über die Landschaftsfarmen, Bodenschätze, Meeresstraßen, von hier geht es organisch weiter zu den Kapiteln: Klima. Pflanzen, Tierwcll und Bevölkerung. Run folgen die so- zialen Kapitel: Erwerb, Verkehr, Außenhandel, Verfassung, Verwaltung, Finanzen, Unterricht, daraus sjsszltehcn sich die Kapitel über die gesellschaftlichen Einrichtungen an, also Recht, soziale Gesetzgebung, Kirche, Wehrmacht, und nun� beginnen die geschichtlichen Abschnitte: also die Vorgeschichte uni> die Geschichte als solche bis zur Gegenwart. Unterbrochen durch zahl- reiche Abbildungstafeln, Tabellen und Karten folgen nun Darstellungen der Kunst, Ltteratur, Schrift, Sprache, Theater. Da nun aber auch alle wichtigen Persönlichkeiten des Landes unter ihrem eigenen Namen dargestellt sind, besitzt der Leser des Brock- Haus eine Darstellung, die ihn zunächst über alles informiert und durch Literaturoermerke zur Wellerbildung anleitet. Genau so ist es aber mit Indien und Italien, mit Jugoslawien und mit Kanada. Der 9. Band enthält wieder Darstellungen in Fülle, die den sozial interessierten Leser angehen. Es ist nicht wahr, daß ein Lexikon nur angeschafft wird, damit man es im Falle des Nachschlagens zur Hand hat. Wenn dann der Augenblick des Nach- schlagens gekommen ist, vergißt man, zum Lexikon zu greifen. Im Grunde ist die Lektüre in einem Band Lexikon ein Roman für sich, der uns durch alle Sphären der Erde führt und oft genug an Dinge erinnert, die im Augenblick aktuell sind. Die Zusammenhänge des Lebens führen im Grunde zu allen Dingen, und es ist nicht möglich. einen Blick in die Vergangenheit zu tun, ohne an die Gegenwart erinnert zu werden. Sehr viele sozialistische Leser werden gerade bei dem 9. Band auch die Kapitel suchen, die mit der Jugend und der Jugendbewegung zusammenhängen. Die Jugend- bewegung wird zuerst als solche dargestellt, und dann folgen in Sonderkapiteln alle die Fragen, die der Leser mit Recht unter ihrem eigenen Stichwort sucht. Ob es Jugendfürsorge ist oder Iugendgefängnisse, Jugendgericht oder Jugendherbergen, Jugend l i t e r a t u r oder Jugendrichter, Jugcndschutz oder Jugend- weihe(„Jugendweihe: als erster gestaltete Bruno Wille. Prediger der Freireligiösen Gemeinde in Berlin eine solche Feier" usw.), immer ist die Darstellung in sich geschlossen und voller Hinweise auf die Abschnitte, die Ergänzungen bringen. Da wir gerade beim Sozialistischen sind, wie steht es mit der Internationale. Die Abschnitte über International beginnen mit der Erklärung des Wortes international, von dem Brockhaus mitteilt, daß es Bentham 1789 geprägt hat. Dann folgt eine Dar- ftcllung der existierenden Internationalen. Zuerst wird die Inter- nationale der sozialistischen Arbellcr geschlldert, dann die der Ge- werkschaften, dann folgen die Noten zum Kampflied der Inter- nationale, die bekannte Melodie de Geytcrs, und nun folgen alle InterNationalisierungen, die es gibt: die A g r a r- kommisfion, die Büros, die Flüsse, die Kongresse, die Gerichte, die Handelskammern, die Konventionen, die Bünde, die Verbände, die Arbeitsämter, die Institute, die Sprachen, das Recht, die Signale, die Unionen! Ebenso reich ist ober auch Naturwissenschast und In- dustrie bedacht. Sehr lehrreich ist die Tabelle über die g ro ß e n Kanäle der Welt. Sie belehrt uns darüber, daß die längsten und wichtigsten Kanäle uralt sind. Der längste ist der Kaiserkanal, an dem China 1800 Jahr«, beginnend 300 v. Chr., gearbeitet habe. Dos ist eine«cht chinesische Ausdauer, die sich in gleicher Weise bei Hand- arbeit wie bei Bürgerkriegen bewährt. Was ist Zeit für den Asiaten! Von deutschen Kanälen vor dem 19. Jahrhundert werden nur zwei genamtt. Frankreich hat dagegen bereits im 17. Jahr» hundert zwei große Kanäle gebaut, darunter einen, der so groß ist wie der Dortmund— Ems-Kanal. Zur Zeit baill Frankreich den Rhone— Marseille-Kanal, der durch einen Gebirgstunnel in Länge van 7 Kilometern hindur chgciührt wird. Dieser Landtunnel gehört zu den größten technischen Wundern Europas. Im Wschnitt über Industriebauten zeigt eine Doppel-� tafel mll 16 Abbildungen hervorragende Leistungen der neuen deut< scheu Architektur aus dem Gebiet des Jndustriebaus. Wo immer mau also den Brockhmis aufschlägt, man lernt, man staunt, man lernt. Im Brockhaus zu blättern ist aber auch das best« Mittel, mit ihm vertraut zu werden und seinen Gebrauch zu erlernen, bevor man ihn braucht. Dann ist es nämlich bereits zu spät. Das Lesen ist eine Kunst, nicht geringer als die des Schreibens, die man am besten lernt, indem nian sie ausübt. Wer einige Abends aufwendet, um in einem Konversationslexikon zu lesen, kommt vielen Dingen nahe, er wird durch die Fülle der Erscheinungen verwirrt, ober dadurch gezwungen, sich auf wenige Dinge und dadurch auf sich selbst zu konzentrieren. Das Lesen im Lexikon— dos ist also auch ein Stück Selbsterziehung. Hermann Wendel: Das Analphabetentum in Bulgarien In dem anschaulichen Artikel„Wie lebt man in Bulgarien?". von Kurt H. Kaufsmann, im„Abend" vom 7. d. M steht unter anderem zu lesen:„Mit Schulen aller Art ist das Land direkt übersät. Lesen und schreiben können fast alle. Die Zahl der Analphabeten beträgt darum auch nur 2 Proz.! Wirklich? Dann hätte ein Balkanstaat, der vor wenig mehr als einem halben Jahrhundert noch türkische Provinz war, also im Schatten dickster Barbarei lag, weniger Analphabeten als Frankreich? In Wirklichkeit ist das Unterrichtswefcn in Bulgarien sehr stattlich entwickelt. Das kleine Land mit seinen 31- Millionen Ein- wohncrn zählte nach der amtlichen Statistik von 1923/29 nicht weniger als 5199 Volksschulen mit 197 366 Schülern und 1397 Pro- gymnasien mit 146195 Schülern. Gleichwohl wird ein Volk von Analphabeten nicht in dem Tempo zu einem Volk von Alphabeten, wie es der Artikel Kauffmanns vermuten lassen könnte. Der Anteil derer, die des Lesens und Schreibens kundig waren, an der bulgarischen Gesamtbevölkerung betrug, wieder noch der amtlichen Statistik: 1887....... 10,71 Proz 1892....... 15,63„ 1900....... 23,87„ 1905....... 27,91„ 1920....... 44,66„ Das sind gewiß außerordentliche und anerkennenswerte Fort- schritte, aber dabei gilt schon derjenige als Alphabet, der gerade seinen Namen hinzumalen oder zur Not einen Buchtitel zu entziffern weiß, und über die Hälfte der Bevölkerung bleibt noch immer des Lesens und Schreibens unkundig! In den Städten steigt die durchschnittliche Schreibkundigkeit aus 62.90 Proz., auf dem flachen Lande sinkt sie auf 39,87 Proz. und während sich der Anteil der Alphabeten bei den Männern auf 54,76 Proz. be- läuft, beträgt er bei den Frauen nur 33,18 Proz. Von den ver- schiedencn Nationalitäten Bulgariens stehen, was ihre Schriftkundig- keit angeht, die Juden mit 68,69 Proz. an der Spitze: es folgen die Armenier mll 63,99, dann die Bulgaren mit 49,87, danach die Kriechen mll 40,94, die Rumänen mit 28,38 Proz. usw.: auf der niedrigsten Stufe der Volksbildung verharrt die türkische Minderheit. Von dem Ideal, daß Kaussmann schon erreicht sieht:„Lesen und schreiben können fast alle", ist, wie die anderen Balkanstaaten, dem- noch auch Bulgarien noch weit entfernt. Sport am Sonntag Der gut besetzte„Oftring"-lD alblauf. Der morgen im Plenter- wald-Treptow stattfindende Waldlauf des VfL. Ostring bringt eine größere Anzahl Läufer auf die Beine. Durch die erstmalig zum gramm ein« Abwechslung und so dürfte diese Konkurrenz nicht nur gromm eine Abwechslung und so dürfte diese Konkurrenz nicht nur zahlenmäßig die interessanteste des Tages fein. Ueber 25 Mannschaften werden sich am Start einfinden und da fast alle bekannten Vereine wie Volkssport Neukölln, ASC, Schönow, ASV. Rot-Weiß, Proles u. o. vertreten sind, wird es einen harten Kampf um den Sieg und die Plätze geben. Mit der für Waldlaufoerhältnisse ziem- lich kurzen Strecke haben sich viele Sprinter aus ihre Reserve locken lassen. Sie wollen unter Beweis stellen, daß ihre„Puste"' mehr als über 100 Meter reicht. Für den lOOO-Meter-Laus der Sportlerinnen und älteren Sportler sowie den ZOOll-Meter-Lauf für Jugendliche sind ebenfalls zahlreiche Meldungen eingelaufen, so daß auch hier die Gewähr für spannende Läufe gegeben ist. Start und Ziel befinden sich unmittelbar am Restaurant„Altes Eierhäuschen", Beginn 15 Uhr Die Arbeilersporkler veransiallen Eishockeyspiele. Auf dem Sportplatz Wintermärchen in der Franklinstr. 24, nahe Gotztöwsky- Brücke, finden heute abend ab 18.30 Uhr folgende Wettspiele statt: Ostring I gegen Osten 1, Tennis-Rot gegen Rot-Weiß, ASC.„Vor- wärts" gegen Ostring II, Osten II gegen kombinierte Mannschaft. Für die Eisläufer findet ein Anfängerkursus statt, ferner Training für Kunstläufer und Schnelläufer. Bundesauswcls mitbringen. Der so gesunde Wintersport tritt allmählich in den Vordergrund, und sobald erst genügend Schnee gefallen ist, wird allerorts Hochbetrieb herrschen. Starke Schneefälle werden aus der Schweiz gemeldet. In Daoos, dem berühmten schweizerischen Winterkurort, liegen 45 Zentimeter Neuschnee, auf der Parsenn, zu der jetzt ein« Draht- scilbahn hinaufführt, wurde sogar eine Schneedecke von 30 Zenti- meter gemessen. In der Schweiz ist bereits das erste Skimeeting angesetzt, und zwar in Villars. Ueberaus reichhaltig ist das Sonn- tagsprogramm der Eishockeyspieler. Mit besonderem Interesse sieht man dem Auftreten der Canadier aus Ottawa im Berliner Sportpalast entgegen, die am Sonnabend gegen die deutsche Nationalmannschaft, am Sonntag gegen die Internationalen des Berliner Schlittschuhklub spielen: gleichzeitig gastiert auch der Lamn-Tennisklub Prag im Sportpalast. Der Eislausverein Füssen (Algäu) besucht den EHE. Davos, die Mannschaft von St. Moritz weilt in Mailand und auf dem Feldberg im Taunus findet ein Eis- hockey-Blitzturnier statt. Geräie-Serienwellkämpfe. Im 1. Kreis des Arbeiter-Turn- und Sportbundes werden im Winterhalbjahr Serienwettkämpfe der Turner und Turnerinnen abgehalten, wie sie bereits im Vorjahre erfolgreich durchgeführt wurden. Gemeldet sind 31 Mannschaften mit je 5 Teilnehmern in 3 Leistungsklassen. Geturnt werden frei- gewählte Uebungen an den drei Geräten und 10 Minuten gemein- same Gymnastik. Die erste und wichtigste Entscheidung fällt morgen, Sonntag, 13 Uhr, in der Kirschnerschule, Turmstr. 75, wo in der -�-Klasse die besten Turner der Verein« Eberswalde und Moabit zusammentreffen. Serienkämpfe der Arbeiter-Athleten. Eine der härtesten Be- gegnungen in den Kämpfen um die diesjährige Kreismeisterschaft im Mannschaftsringen kommt am Sonntagoormittag in der Turn- Halle Utrechter Str. 30/31 zum Austrag. Die Kämpfer des lang- jährigen Kreismeisters Luckenwalde treffen auf„Aelt-Wedding". Beide Gegner stehen an der Spitze der Tabelle und werden in diesem Kampf um die Punkte alles hergeben müssen, um erfolgreich zu sein. Die erste Runde beginnt um 9.30 Uhr. Arbeiter-Wasserball-Vorschau. Heute, Sonnabend, 21 M Uhr, spielen im Wellenbad Lunapark Neptun und Spandau. Beide Mannschaften haben die Punkte sehr nötig und werden sich, da auch Neptun gegenwärtig nicht in bester Form spielt, einen ziemlich offenen Kamps liefern. Arbelterschachi Am Sonntag, 10 Uhr vormittags, wird in der ö-Gruppe der Freien Arbeiter-Schach-Vereinigung Groß-Berlin die fünfte Runde unter Teilnahme folgender Abteilungsmannschaften gespielt: Friedrichsfelde gegen Mille: Gudrunstr. 7 bei Tempel; Grünau gegen Neukölln 1: Gememschastshaus Gutshof Falkenberg: Pankow gegen Charlollenburg 2: Berliner Str. 97 bei Fulde: Treptow 2 gegen Lichtenberg 2: Elfenstr. 100 bei Döhling: Friedrichshain 2 gegen Wedding 2: Straßmannstr. 42 bei Albre-Ht: Moabit gegen Humboldthain 2: Alt-Moabit 13, Cafe Streng. Die Vorrunde des Meisterturniers ist mll folgenden Resullaten der Gruppensieger beendet, die an der Dienstag, 15. Dezember, 20 Uhr, bei Walter in Charlottenburg, Bismarcksll. 57. beginnenden End- runde teilnehmen: 1. Der Verteidiger der Meisterschaft von Berlin Hands Lindstädt: 2., 3. und 4. W. Eyber, F. Vogt, O. Kern ie 7 Punkte, alle Partien gewonnen: 5. und 6. Kühnlein und Kaul- fers je 5H Punkte; 7., 8., 9.. 10., 11., 12., 13. H Karge, P. Wolf, H. Abraham, P. Obst, Franz und Mar Pilareck. G. Diellich je 5 Punkte: 15. und 16. Herbert Karl und E Dally je 414 Punkte. Spieländerungen im Arbeiler-handball. I. Klasse Abteilung B: Das Spiel FTGB.-Süden gegen Volkssport Wedding II findet um 10 Uhr in Schöneberg, Rubensstraße, statt und nicht in den Reh- bergen. Das Spiel FTGB.-Oberspree gegen Luckenwalde in der Wuhlheide fällt aus. * Zum Endkampf um die Deulsche Wasierball-ZNeisterfchafk. Für die am Sonntag im Wellenbad Lunapark stattfindenden Endspiele um die Deutsche Wasserball-Meisterschaft der bürgerlichen Vereine stehen schon seit Wochen Hellas-Magdeburg und Weißensee 96 als Gegner fest. Hellas-Magdeburg bestreitet zum achtenmal die Cno- runde und hält damit einen Rekord, der nur noch von den Wasser- freunden-Hannover erreicht wird. Vadminlon-Turnier am Kaiserdamm. Morgen, Sonntag, 10 Uhr, wird in der großen Tennishalle I vom Badminton-Cluo am Kaiserdamm Deutschlands erstes und internationales Turnier veranstaltet. Zum Austrag kommen«in Herren-Einzel und ein Herren-Doppel, ferner ein Damen-Einzel, ein Damen-Doppel und ein gemischtes Doppel. Rennen in Mariendorf. Die Wintertampagne der Traber wird am Sonntag in Mariendorf fortgesetzt. Die vier Tage umfassende Weihnachtsoeranstaltung nimmt ihren Anfang und verspricht spart- liche Genüsse in Hülle und Fülle. Die Rennen beginnen wieder um 13.30 Uhr. Der Feind des Skiläufers Wie begegnet man der Lawinengefahr Nicht umsonst hat der Stilauf in den letzten Jahren in so über- aus reicher Zahl neue Anhänger gewonnen. Ist es doch unvergleich- lich schön, allein in Bergeinsamkeit oder auch in Gesellschaft auf den langen Brettern über die glitzernde Fläche dahinzueilen oder mit rasender Schnelligkeit in die Tiefe zu saufen. Und doch ist der in unschuldsvoller Weiße prangende Teppich oft voller Tücken. Wie viele Unvorsichtige mußten ihre Liebe zum Skilauf und zur Natur mit dem Tode büßen. Man kann deshalb nicht genug zur Vorsicht raten, und aus diesem Grunde wollen wir uns hier mit der Lawinengefahr und ihren Ursachen beschäftigen. Man unterscheidet im allgemeinen vier Arten von Lawinen. Zunächst die Neuschneelawine, von der es zwei Sorten gibt, die nasse und die trockene. Man hat mit ihr während und unmittel- bar nach Beendigung des Schneefalles zu rechnen. Frischer Schnee hat meist die Tendenz des Zufammenbackens. In reichlichen Mengen gefallen, genügt schon ein geringfügiger Anlaß, die frische Schnee- decke ins Rutschen zu bringen. Wenn dazu noch die Unterlage recht glatt ist, so braucht die Sonne nur ihre Sirahlen auf steile Stellen zu richten und schon gleiten die Massen zu Tal. Bei trockenem Neuschnee ist es nicht viel anders. Die Adhäsion zwischen der gefrorenen Unterlage und dem Frifchschnee ist gleich Null. Starker Wind verursacht an vielen Stellen die gefürchteten Wächten, die leicht wegbrechen und dann die Lawinenbildung hervorbringen Die sogenannte Staublawine bildet sich auf den Wind- schattenfeiten. Oft ist diese Schneemenge nur von einer ganz dünnen Kruste bedeckt. Die wenigsten der vielen Skiläufer und Skitouriften sind in der Lage, die Gefahr vorher zu erkennen. Diese Staublawinen sind besonders gefahrvoll deshalb, weil der feine Schnee dem Verschütteten sofort in Nase, Ohren und Mund dringt und sehr schnell den Erstickungstod herbeiführt. Eine dritte Art ist die Schichtlawine, meist Schnee- b r e t t genannt. Sie kommt fast nur an den von der Sonne wenig beschienenen Hängen vor. Hier bilden sich bei jedem Schneesall Schichten, deren Zusammenhast in sich wenig oder gar nicht vor- handen ist. Tiefes Spuren und Stürze bringen diese Schichten ins Wanken und das Schneebrett ins Rutschen. Die Grundlawine endlich ist eine Erscheinung des Frühjahrs. Zur Zeit der Schnee- schmelze, wenn der Boden anfängt, sich zu erwärmen, geraten die Schneemassen in Bewegung, weshalb gerade zu dieser Zeit vor dem Befahren von steilen Hängen auf das Eindringlichste gewarnt werden muß. Das Skifahren erfordert also, besonders im unbekannten Gelände, stets Vorsicht. Bei starkem Schneefall ist fast jeder, noch so unscheinbare Hang, lawinengefährlich. Man muß es deshalb ver- meiden, jede irgendwie verdächtige Stelle zu schneiden Geht es nicht anders, fo soll man die Hänge so hoch wir möglich queren. Je tiefer ein Hang geschnitten wird, desto größer ist natürlich die in Bewegung gesetzte Schneemasse. Bei längeren Touren sollte auch jeder Skiläufer eine sogenannte Lawinenschnur mit sich führen. Es ist dies ein längerer roter Faden, den man um den Körper wickelt und auf dem Boden nachschleifen läßt. Auf diese Art wird die Auffindung eines Verunglückten wesentlich erleichtert. Jeder Skttourist sollte auch vor Antritt seiner Fahrt genaue Auskünfte über die Witterungsvsrhältnisse einholen. Weniger Geübte sollten längere Touren nur in Begleitung eines orts- und geländekundigen Führers unternehmen. Und im übrigen: Wenn man sich einer Stelle gegeirübersieht, von deren Ungefährlichkest man nicht überzeugt ist, lieber einen großen Bogen machen, wenn auch ein Hang zu sausender Talfahrt lockt. Lieber eine Unbequemlichkest in den Kauf nehmen, als das Leben leichtsinnigerweife aufs Spiel zu fetzen! I Der Ring in Wilmersdorf Boxkämpfe in der Tennisballe Der rührige Unternehmer vom Ständigen Boxring hatte gestern die große Tennishalle in Wilmersdorf gepachtet, um in größerem Rahmen Boxkämpfe abzuhalten. Es wurde ein ansprechen- der Abend, wenn auch der Besuch nicht ganz den Erwartungen ent- sprach. Aber das bevorstehend« Fest und die heute und morgen statt- findenden Eishockeykämpfe sind dafür wohl als Entschuldigung anzu- sehen. Der gebotene Sport war gut, wenn auch nicht sensationell. Nach dem einleitenden Quolifikattonskampf, den der als Pro- fefsional debütierende Berliner Stegemann über A. Paulke- Bremen nach Punkten gewann, lieferten sich Hans Schiller- Hannover und der Italiener A b r u c c i a t i«in Achtstundengefecht, in dem der Südländer dank seiner besseren Leistung nach Punkten die Oberhand behiell. Im anschließenden Halbschwergewichtskampf versuchte Paul Vogel- Berlin vergeblich, an seinem dreimaligen Bezwinger T r o l l m a n n- Hannover Revanche zu nehmen. Von Beginn an machte sich eine Ueberlegenheit des Hannoveraners bemerkbar, dem nach acht Runden der veroiente Punktsieg zugesprochen wurde. Der„Zigeuner" kämpfte diesmal ausnahmsweise fair und brachte seinen Gegner, besonders in den letzten Runden, in arg« Bedrängnis. Ein selten spannendes Gefecht lieferten sich Franz D ü b b e r s- Köln und der Italiener R e d a e l l i, der den deutschen Meister vor zwei Jahren in Turin nach Punkten hat schlagen können. Diesmal zog Dübbers alle Register seines vielseitigen Könnens, er gab in fast allen Runden das Tempo an und gewann verdient nach Punkten. Redaelli gab sich jedoch nicht leichten Kaufs geschlagen, erst als sich bei ihm zum Schluß Luftmangel einstellte, war sein Schicksal besiegelt. Den Beschluß des Abends machten Hans Sei- f r i e d- Bochum und der für den nicht erschienenen Italiener Fara- lullini als Ersatz eingesprungene Holländer Len Sanders. Der Bochumer enttäuschte; obwohl er einen Gewichtsvorteil von zehn Pfund aufzuweisen hatte, konnte er nur mit Müh« ein Unentschieden herausholen. Ski- und Wlnlerreise in die Zillerlaler Alpen. Die von den Naturfreunden geplante Fahrt in die Zillertaler Alpen, die in die schönsten Ski-Gebiete führt, beginnt Sonnabend, 19. Dezember, abends. Die Abfahrt erfolgt mtt dem v-Zug vom Anhalter Bahn- Hof. Di« Kosten für diese Fahrt bettagen 139 M. einschließlich Quartier in Betten und vier Mahlzeiten täglich. Der letzte Meldetermin für diese Fahrt ist Freitag, der 11. Dezember. An diesem Tage findet in den Geschäftsräumen der Naturfreunde, Johannis- fttaße 14/15, die Teilnehmerzusammenkunft statt, auf der alles Nähere bekanntgegeben wttd. Wer zwecks Fahrpreisermäßigung sich an Hin- und Rückfahrt beteiligen will, möge sich bis zu dem ge- nannten Tage bei den Naturfreunden melden. Das Pflidiihirnjahr geht weiter um Der Leitung der„Deutschen Turnerschaft" ist bei der richtigen Namensnennung des Pflichtturnjahres als planmäßige Aus- bildung halbmilitärischen Charakters durch die Presse nicht ganz wohl zumute. Die Richtlinien für das Pflichtturnjahr sind vom bayerischen Turntreis ausgegeben worden, und der Männer- turnausschuß der Deutschen Turnerschaft hat sie gebilligt. Damit ist das Pflichtturnjahr nicht nur eine Sache des bayerischen Turn- kreises, sondern die Deutsche Turnerschaft hat sie zu ihrer eigenen gemacht. Nach außen möchte sie aus taktischen Gründen nicht so sehr als Förderer auftreten. Sie befürchtet einesteils die Wachsam- keit der sozialistischen Bevölkerungskreise und anderenteils einen noch schnelleren Einfluß der nationalistischen Heißsporne auf ihre Mitgliedschaft. Die Deutsche Turnerschaft will sich aber den Rücken frei halten, um jederzeit aus dem Boden der gegebenen Tatsachen stehen zu können, und entzieht sich daher gegenwärtig einer weiteren Stellungnahme. Sie überläßt Bayern den Vortritt und wttd die dortigen Auswirkungen abwarten. Der bayerische Kreisturnausschuß der Deutschen Turnerschaft hat sich auf einer zwettägigen Sitzung erneut mit dem Pflichtturnjahr befaßt und ist sich einig geworden, daß die Arbeit zunächst mit der Führerausbildung beginnen muß Dann sollen diejenigen, die sich„freiwillig" für das Pflichtturnjahr zur Verfügung stellen, in Gruppen zu- fammengefaßt werden, und auf diese Weise soll allmählich ein gründ- licher Ausbau erfolgen. dlit Hitler gegen den Faschismus Gewisse Kreise, die ihr redlich Teil dazu leigetragen haben, daß der Faschismus in Deutschland immer üppiger in die Halme geschossen ist, machen wieder einmal in„Einheitsfront gegen den Faschismus" Im Bezirk Lichtenberg werden den Arbeitersport- oereinen anonyme Zirkulare zugestellt, in denen zur Bildung einer Einheitsfront gegen den Faschismus und zum Besuch einer Konserenz eingeladen wird. Die Arbeitersportvereine werden klug genug sein, das Zeug in den Papierkorb zu werfen. Die Einheitsfront gegen den Faschismus ist längst da; die Wirrköpfe sollten sich nur endlich einreihen, anstatt mit den Faschisten Volksentscheid(siehe Preußen, Sachsen und Oldenburg) zu spielen. Aber doof bleibt doof! Schwerathletila bteilung! 2 J tcilungsversammluna bei Tornow, Schlieperstr. 64. Vollsiport Neulolln-Tritz. 2. Frauen-, 2. Männerabteilung: l». Dezember billige Sonntagssohrt ine Blau«. Treff bis g Uhr Bufchlrug. Gäste angenehm. Radfahrer,„Solidarität*. Touren Sonntag, 13. Dezember. 2. Abt.: Grunewald— Zehiendorf, Start lZ Uhr Rhode, Dieffenbachstr. 33.— 3. Abt.: Hirsch- garten, Start 13 Uhr Mariannenxlatz.— 6. Abt.: Ziel am Start 13 Uhr Zelt, Äopenhagcner Str. 1?.— Abt. Wedding: Radtour, Ziel am Start 13 Uhr Schreiber, Triftstr. 33.— Weißensee: 13 Uhr Ziel am Start Antonplatz.— Fricdrichshain fgcmischte): Ziel am Start 13 Uhr Petersburger Platz.— Moabit: erkehrsmufeum. Start 11 Uhr dortfelbst.— Reuliilln: grel am Start 13 Uhr Sonnabend, 12. Dezember. Berlin. 16.05 Alte und neae anenrische Volksmusik. 16.45 Zehn Minuten Film. 16.55 Blasorchester-Konzert 18.40 Curt Rieß— Steinam: Sporfglossen. 18.50 Dfleherstunde. Frauen tm Lebenskampf.(Am Mikrophon: Paula Kurzaß.) 19.00 Stimme zum Tag. 19.10„Die Pflüger" von Friedrich Griese.(Sprecher: Der Autor J 19.30 Alte Vlolinmusik.(Diez Weismann. Am Flügel; Willi Jaegrer.) 20.00 Dr. Er. Heilfron: Rechtsfragen des Tages. 20.30„Fortunios Lied". Komische Oper. 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Berliner Theater: Ausschnitt aus dem Bunten Oesterreichischen Abend. Königswuslerhansen. 16.00 Dr. H. Wenke: Pädagogische Zeitschriftenschau. 16.30 Hamburg; Kurkonzert. 17.30 Viertelstunde für die Gesundheit 17.50 Prof. Dr. Molitor: Das Recht auf Gratifikation. 18.05 Dr. Joh. Günther: Deutsch für Deutsche. 18.30 Prof. Dr. Konst Reinhardt: Germanisches Kulturerbe. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft 19.00 Englisch für Anfänger, 19.30 Stille Stunde. 20.00 Konzert des Sonderhäuser Verbandes Deutscher Sangervcrblndungen. 21.00 Unterhaltungsmusik. 21.30 Wien: Ausschnitt aus der Funk-Akademie der Prominenten. Sonntag, 13. Dezember. Berlin. 6.30 Funkgymnastik. 8.00 Für den Landwirt. 8.25 Dr. Wilh. Stahl: Vcrbilligung der Säweincfütterung. 8.55 Morgenfeier. 10.05 Wetter. 12.00 Militärkonzert 13.20 Konzert 14.00 Dr. Leo Matthias: Albanien. 14.30 Chorgesänge 15.00 Otto Brües liest eigene Geschichten. 15.30 Orchesterkonzert 17.30 Tierstimmen. 18.00 Magdeburg: Weihnachtsmusik der Bach-Gemeinde. 19.00 Reichsminister Groener: An die Jugend. 19.15 Sportnachrichten. 19.30 Mühlacker: Ursendung:„Prinz Ligojans Brautfahri.** 20.30 Philharmonie. Orchesterkonzert Berliner Philharmonisches Orchester. Anschließend Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterhansen. 7.00 Hamburg: Hafenkonzert 11.00 Werner Boltz: Der Jugendführer. 11.30 Bach-Kantate. 14.00 Otto Brües liest aus eigenen Dichtungen. 14 25 Dr. Kurt Behrend- Original-Genies unter den Dichtern. 14.45 Goethe und das deutsche Lied. 15.05 Georg Roch: Internationale Pariser Kolonial-Ausstellung. 17.30 Willy Stiewe: Schaubücher. 19.15 Ministerialdirektor Dr Grieser: Die Kunst zu geben. 19.45 Unterhaltungsmusik. 20.30 Langenberg:„Das Hollandweibchen." Slfldf.Oper Charlottenburg •lismarcksuaBe H Sonnabend, 12. De? Turnus IV Anfang!0 Uhr ffacbelli Ende 23 uhr Nachm.\b Uhr Hinse n. Grete! Ende 16 30 Uhr Pnisefso 11.50 bis 3 M. 2. WOCHE I HartyPieß Vurv**kanf mh t» ühr Der Riesenerfolg! i ÄSÄ* OfÜTSCHl UN ive».CA t•"IM.AKT lii NGctFl IScJrA'T