Morgenausgabe Freitag ÄÄTl'�Ä'Ä■ LI wlrnl WZcm■ ml u_-A- Auswärts 15 Pf M■■■•)■■■■■■ L( If t.e.infpoa�—.on V- Zeitung», mtb n Pf.P-ftd-i!«?-«» f/�WW WW>W III MD M HB! X' Zi-vam-zei!-->.— RM...»lein?«»- l!Ühien. Auslanbsadonnemeilt».- R. HW�Wt I BW, I DW MD WD �W WD WD zeigen" des Ie«gedru>«»!R>,N!S Pl. pro Monat; Mr Länder mit ermäßig» �rWW I �WDI �W �W �W �DD' ��D �W �W �W �W/ I�uläslig zwei lengedruckic Wor>»>. tilll Drucksachenvort»«.— M. WW I I BB{ DM BHl �SV/�IkO weitere Worl l? Pi?l-!d°!i lt.?�»i. DD I ▼/ B9 Stellengeiuche doe erfie Won IS PI. * �W i 1 �W/ X' WW jede» weitere Won>0Pi 5er.SraBStt«- e-Ich-tnt wochentä». �M>>�__ H ,5»uchvod«,»SHIen tut zwei»or.e. und iro Sandel mit k.m Titel.Der A WDlSX A A A AA A � �°"dö°i»�°°�t!?°d� n' Mu°�"" VOVßMOV VPIDAViem uSBBS&a Jsntralsvgan der Sozialdemokratischen Oartei Deutschlands Redoktion und Verlag: Berlin SWK8. Lindenstr. 3 /'SV m ft 4S Toftschecklonto: Berlin 87 536.—Bankkonto: Bankder Arbeiter. Ängciirlllci!» lid Kernlpr.. Dönboll(A 7) 292—297. Telegramm-Adr.: Coitoldemnkrat Berlin.-VvkUlU Ilvese ttUU VX» IN» v« 4J* Beamten, ginbenfft. 3 Dt B.u.DtSe..Se1.. Depvs»cnr..Serli>aIcmcrüöil. 0S i>i. Lava! in Nöten. Selbstverschuldeie Schlappe.— parlamentsiumutt um die Wahlreform. Paris. 17. Dezember.(Eigenbericht.) In der Kammer kam es heute abend, wie zu erwarten war. zu einer neuen, durch grenzenlose Tumulte ausgezeichneten Debatte über die W a h l r e f o r m, bei der sich das Kabinett Laval, das sich bereits einige Stunden vorher im Senat in einer bc- drängten Position befunden hatte, eine blamable Niederlage zugezogen hat, für die es allein die Schuld trägt. Der Acltesten- ausfchuß der Kammer hatte heute nachmittag bei der Festsetzung des Arbeitsprogrammes für die nächsten Tage sämtliche Anträge des Borsitzenden der Wahlrechtskommission, Mandel, eine besondere Sitzung für die Wahlreformdeballe am Sonnabend, dann am Montag und schließlich am Mittwoch vorzuschlagen, abgelehnt. Mandel hatte darauf erklärt, daß er vor dem Plenum trotzdem verlangen werde, am Mittwoch«ine Sitzung für diese Debatte ab- zuhalten. 2lls am Schluß der Nachmittagssitzung der Kammer das Ar- bcitsprogramm des Acitestenausschusses dem Hause zur Genehmi- gung unterbreitet wurde, oerlangte für den Abg. Mandel Minister- Präsident L a v a l, wahrscheinlich von seiner„getreuen Mehrheit" dazu gezwungen, die Anberaumung einer Sitzung am nächsten Mittwoch für die Wahlreformdebatte. Dieser Antrag der Regierung rief auf der linken Seite des Hauses um so größeres Erstaunen hervor, als sich per Ministerpräsident bisher völlig neutral in dieser Angelegenheit oerhalten hatte, ja sogar, wie erzählt wird, gestern auf Mandel einen Druck auszuüben versucht hatte, in die Vertagung der Wohlrcform einzuwilligen, da angesichts der Obstruktion der Linksparteien die ganze gesetzgeberische Arbeit der Kammer lahmgelegt werden würde. Herriot bekämpfte im Namen der Radikalen den Antrag der Regierung und geriet dabei in eine erregte Auseinandersetzung mit Mandel, der ihm unter anderem zurief, sein Verhalten in dieser Frag« sei seiner unwürdig, zumal zahlreiche Radikal« in der Kommission selbst für die Abschaffung des zweiten Wahl- kampfss eingetreten feien. Herriot schloß seine von häufigem Tumult der Rechten und Beifall der Linken unterbrochenen Ausführungen mit der Erklärung, daß. wenn die Kammer die Wahlreform ver- abschieden sollte. die ciaksparleieu schon vor dem ersten Wahlgang dieselben Wahlbündnisse abschließen würden, die die Rechtsparteien planen. Dasselbe brachte noch deutlicher der früher« Vorsitzende der Radikalen, Daladier, zum Ausdruck, der mutig erklärte, daß er seit sehier ersten Wahl in die Kammer immer nur ein Ideal verfolgt habe, nämlich die Einigung der Linksparteien. Schließlich griff noch Leon Blum in die Debatte ein und verteidigte, während der Tumult in der Kammer immer größer wurde, die Obstruktionspolitik der Sozialisten gegen diese angebliche Wahlrefonn, die darauf hinauslaufe, der Minderheit der Wähler die Macht im Parlament zu sichern. Nach einer erregten Geschäftsordnungsdebatte wurde schließlich über den Antrag der Regierung, eine Debatte über die Wahlreform am Mittwoch anzuberaumen, abgestimmt. Auf einen von siins.zig Mitgliedern der Linksparteien unterzeichneten Antrag erfolgte n a- mentlich« Abstimmung auf der Tribüne, für die nach der Ge- schäftsordnung eine Stunde Zeit gelassen werden muß. Um 10 Uhr wurde das Ergebnis der Abstimmung verkündet: Mit 234 gegen 22S Stimmen lehnte die Kammer die Mittwoch- sihnng ab. Die Linke begrüßte das Ergebnis mit ungeheurem Beifall und mit dem an die Regierung gerichteten Ruf„D c- Mission!" Abgeordneicr Mandel gab sich mit diesem Renffall noch nicht zufrieden und verlangte jetzt eine Unterbrechung der Sitzung, um darauf sofort«ine neu« Sitzung zur Besprechung der Wahlreform abzuhalten. Dieser. Antrag loste natürlich wieber einen ungeheuren Lärm aus. Die Linke protestierte gegen diesen der Tagesordmmg widersprechenden Antrag, so daß der Kammerpräsident chn ablehnen mußte. Das Haus einigte sich schließlich nach einer«ragten Debatte darüber, daß Mandel morgen den Wahlrechtsausschuß um ihre Ansicht über die Folgen, die aus der Ablehnung der Mittwoch- sitzimg zu ziehen find, befragen und den Beschluß der Kommission am Ende der morgigen Rachmittagssitzung der Kanun« bekanntgeben soll. Trotz dieser zu erwartenden neuen Debatte kann man aber schon setzt sagen, daß der Wahlreformvorschlag end- gültig begraben ist. Für Hoover-Moratonum aber gegen Gchuldenstreichung. Washington. 17. Dezember. ver Finanzausschuß und der Ausschuß des Reprä- feulautenhauses nahm das Hoover-Moraiorlum an. Sodann nahm der Ausschuß foflgende Cntschlchießung an: „Hiermit wird ausdrücklich erklärt, daß es der Politik des Kongresses zuwiderläuft, daß irgendwelcheSchuld» Verpflichtungen auswärtiger Länder an die Vereinigten Staaten irgendwie gestrichen oder herabgesetzt werden. In dieser Entschließung darf nichts als Anzeichen einer gegenteiligen Politik gedeutet oder als Ausdruck dafür aufgefaßt werden, daß man zu irgendeiner Zeit«inen Wechsel dieser Politik in wohlwollende Erwägung ziehen würde." England und die privatschulden. Paris, 17. Dezember.(Elgenbeticht.) Oer englische polschaster Lord T grell hat dem frauzösischen Autzeum'uisterlum am Donnerstag eine Abschrisl der am Mittwoch dem srcmzösischeu Botschafter in London überreichten englischen Rote zur Reparakionssrage übermitteln lassen. Dos Dokument umsaht 20 Schrcibniaschinenseiten und Ist in sehr sreundschafttichem Ton gehalten. Die englische Regierung spricht in ihm die Hoffnung aus, daß sie mit der französischen Regierung zu einer Einigung über die kurzfristigen Kredite und die Re- paraltonen gelangen werde, während aber die französische Regierung in Ihrer Rote die Aussicht ausgesprochen Halle, daß dos Prallem der Kredite»allkommen unabhängig von dem der Repora- tionra zu regeln sei. soll die englische Regierung nach ein« Agentur- Meldung ihre Forderung aus B e r k n ü p s u n g der beiden Fragen aufrechterhalten und e'u Vorrecht für die Rückzahlung der kurzfristigen Kredite fordern. Evnderausschuß beurteilt Neichsbahn günstig. Basel. 17. Dezember.(Eigenbericht.) Das Ilnterkomitee für di« Deutsche N« lch sb o h n tes> Sonderausschusses der BIZ. kam am Donnerstag zu d« Schluß- folgsrung, daß die Reichsbahn weniger als die Eisenbahnen iOtbtTAr Länder durch die Rückwirkungen der Weltwirts chpstekrffe in Mitleidenschast gezogen sei, ihr« Lag« gesund sei und der Betrieb nach Beendigung der Krise rasch wieder gewinnbringend gestaltet werden könne. KreismilsiiecSer- versammlimgen Heute, Freitag, den IS. Oezember, 19« Uhr: 3. Kreis Wedding. Pharussäle, Müllerstr. 142.— Referent: Dr. Julius Moses, M. d. R. 8. Kreis Spandau. Seitz' Festsäle, Schützcnstr. 2—4.— Referent: Anton Reißner, M. d. R. !>. Kreis Wilmersdorf. Viktoriagarten, Wilhelmsaue Ill�llä. — Referciü: Friedrich Stampfer, M. d. R. 12. Kreis Steglitz. Lichterfelder Fcstsäle, Zehlendorfer Str. 3. — Referent: Franz Künstler, M. d. R. 13. Kreis Tempelhof. Birkenwäldchcn, Tempechos, Manteuffel- straße.— Rcferentin: Mathilde Wurm, M. d. R. 11. Kreis Neukölln. Bergschloßhöhe, Karlsgarievstr. 6— ll.— Ref.: Kurt He in ig. M. d. R. Achtung, Kreisjunktiooärkonferenz. IS. KreiS Köpenick. Stadttheater. Köpenick. Friedrichftr. 6.— Referent: Dr. Kurt Läwenstein, M. d. R. Thema in alle» Bersammlnngen: „Oie politische Lage und die neue Notverordnung" Das ist gut: Kontrolle horgugeigeitl Das Schuldennetz reißt. Zur Krise der Reparationen. Im amerikanischen Abgeordnetenhaus hat Präsident Hoover den Gesetzentwurs über sein Ein-Jahr-Moratorium für die Kriegsschulden einbringen lassen. Gleichzeitig soll der Senat einen Schuldenausschutz einsetzen, der die Zahlungsfähigkeit der europäischen Schuidncrstaaten prüfen und zn neuen Vereinbarungen über die Kriegsschulden die Befugnis haben soll. Im Einverständnis mit dem Präsidenten hat man diese Form gewählt. Man will einen offenen Kampf der beiden Parteien um die Schuldenverträge während einer tiefen, die Leidenschaften und Interessen allzu start aufrütteln- den wirtsckiaftlichen Krise vermeiden. Der Senat soll auf seine Verfassungsbefugnis, mit Zwei-Drittel-Mehrheit Verträge ab- zuschließen, verzichten zugunsten eines Ausschusses, dem beide Parteien angehören und der deshalb weniger aus Rücksicht auf die aufgeregten und aufgebrachten Kapitalistenmasscn als aus den sachlichen Notwendigkeiten über die Schuldenver« träge mit Europa beschließen kann. Die Entscheidung über den Ausschuß soll schon Ende der Woche fallen. Zugleich wird entschieden, ob die Macht des Ausschusses nur dahin gehen soll, die Zahlungsfähigkeit der Schuldner zu prüfen und dm: zeitweilige Einstellung(Suspension) der Kriegszablun- gen zu vereinbaren, oder ob sie soweit gehen soll, daß er dauernde Neuregelungen, d. h. die Streichung der Kriegs- schulden und die Aufhebung der Schuldverträge beschließen kann. Wie das Kräfteverhältnis in den Stu.:dcu der Abstimmung fein wird, steht noch dahin. Auf der einen Seite muß man an die Banken und das Finanzkapital denken, die eine Schuldenstreichung wollen, um von Deutschland und Evropa die Kredite zurückzuerhalten: auf der arideren Seite au die Steuerzahler, die nicht nur riesige Vermögensverluste er- kitten und ein Zehn-MMiarden-Defizit decken, sondern nun auch nach 1,5 Milliarden europäische Staatszahlun�en selber aufbringen sollen. Jeder einzelne der 96 Millionärssenatoren wird abwägen, ob er auf die Dauer durch eine Steuer- crhöhung wegen der ausfallenden Krisgszahlungen inehr ver- liert, als er oder die hinter ihm stehende Schicht gewinnen kann durch die. Rettung der in Deutschland festgcsrorencn Kredste oder eine Kurssteigerung der deutschen'Anleihen in Amerika infolge einer Schuldenstreichung. So steht noch da- hin. wie groß die Befugnisse des S6)uldcnausschusses sein werden. Hingegen kann man die Einsetzung des Ausschusses mit j Sicherheit erwarten. Was vor einigen Monaten noch politisch und psychologisch unmöglich schien, wird durch die Wucht der wirtschaftlichen Tatsachen jetzt verwirklicht. Es wiederhast sich der Vorgang, der zum einjährigen Hoover-Moratorium führte: damals der Finanzkrach in D e u t s ch l a n d, den ma n mit der einjährigen Zahlungspau s e. aufzuhalten hoffte. Jetzt der Sturz des englischen Pfundes. Er haDmit einem Schlage die jährliche Leistung Englands an Amerika fast um 49 Proz. gesteigert, da der Schuldenvertrag von 1923 auf der Zahlung von Golddollars beruht. Da aber England von Frankreich und Italien nur entwertete Pfunde, von Deutschland jetzt gar nichts erhält, würde England dem Staats- bankrott zueilen, wenn es an Amerika wie bisher in Gold- werten zahlen sollte. Die Zahlungsunfähigkeit Englands hat es Hoover ermöglicht, die Revision der Schuldenvcrträge über das Moratorium hinaus in die Wege zu leiten. In Frankreich hat die Nachricht von dem Gesetzentwurf über den Schuldenausschuß kein günstiges Echo gefunden. Natürlich wird der„Gerechtigkeitssinn" dieser Nation, die sich auf höherer Macht glaubt als je seit Napoleons I. Zeiten, tief von der Vorstellung verletzt, daß andere deshalb von ihren Schulden freikommen sollen, weil sie vor dem Bankrott sind, während Frankreich jetzt für sein„solides Wirtschaften" schlecht belohnt wird, weil es dank seiner Leistungsfähigkeit weiter zahlen kann. Sollte sich die Pro- paganda der französischen Rechtsregierung auch weiterhin in dieser Richtung bewegen, so wird sie doch nicht viel Erfolg er- warten können. Dazu ist die Erinnerung daran noch zu leb- hast, wie Frankreich das Hoover-Moraiorium sabotierte und damit den beabsichtigten psychologischen Erfolg der Einstellung der Zahlungen zerstörie. In England wird man darauf verweisen, daß man schon viele Jahre früher als Frankreich an Amerika zu zahlen anfing, und in Amerika wächst täglich die Neigung, Frankreich erst dann die Zahlungspflichten zu erleichtern, wenn es seinerseits garantiert, den ersparten Betrag nicht für Rüstungen zu verwenden. Amerika wird in der Tot für ganz Europa und für die deutfch-französischl! Verständigung ein gutes Werk tun, wenn es seine finanziellen Druckmöglichkesten u-cht Hindenburg soll abdanken! Oer Vorstoß der Landwirischastskammer.— Ableugne« Hilst uichi! ehar ans b«? Hand gibt, als bis«in«»esentlich« Kürzung der militärischen Ausgaben Frankreichs erzielt ist. Die die regierenden Rechtstreise in Frankreich noch immer die Neigung zeigen, ein überflüssiges 26 oOO-Tonnen- Panzerschiff auf Stapel zu legen, so wird sich Amerika, wenn es das auf der Abrüstungskonferenz verhindert, den Dank mehrerer europäischer Regierungen erwerben, die in ihren Finanznöten nicht in der Lage sind, gleiches mit gleichem zu vergelten. Desgleichen wird Amerika, wenn es den Finanzdruck auf Frankreich aufrecht- erhält, den Dank aller derjenigen ernten, die um den Erfolg her Abrüstungskonferenz kämpfen und von ihrem Scheitern die Nouaufrüftung Europas und die endgültige Zerstörung der fronzösisch-deutschen Verständigung befürchten. Ohne zu übertreiben, wird man sagen können, daß Amerikas finan- zielte Druckmöglichkeiten auf die Rechtsmehrheit der franzö- fischen Kammer solange die einzige Hoffnung auf einen erträglichen Konferenzausgang sind, als nicht die Wahlen im nächsten Mai der Linken und den Sozialisten die aus- .schlaggebende Macht gebracht haben. Die Zahlungsfähigkeit Deutschlands wird zur Zeit in Basel vom BJZ.-Ausschuß geprüft. Kein Zweifel, daß er die Leistungsunfähigkeit für die über die„Reparation" hinausgehenden geschützten Zahlungen feststellen wird. Was der Ausschuß über die sogenannte ungeschützte Jahresleistung von ZW Millionen Mark jährlich, auf die Frankreich als fein heiliges Recht leidenschaftlichen Anspruch erhebt, vorschlagen wird, steht noch ebenso dahin wie das, was der Ausschuß über die Streichung der Kriegsschulden Deutschlands überhaupt wird empfehlen können. Wenn der Ausschuß sich auf mehr als auf die bloße Feststellung der gegenwärtigen Zahlungs- Unfähigkeit Deutschlands einigen könnte, so wäre das ein großer Gewinn für den dauernden Frieden. Dann könnten die Mächte endlich zu der Basis des wirklichen Friedens zurückkehren: der Zusage Deutschlands nämlich, Ersatz für den im zerstörten Gebiete Frankreichs und Belgiens ent» standenen Schaden zu leisten, und der Verpflichtung der anderen Mächte, nicht mehr als Schodenersatz hierfür zu vor- langen. Von dieser Grundlage ausgehend, müßte man allgemein anerkennen, daß Deutschland in den letzten vierzehn fahren nicht nur die amtlich festgestellten 21 H Milliarden Goldmark, sondern darüber hinaus sicher noch ein volles Viertel mehr geleistet hat. Frankreich erhielt mehr als die Hälfte davon. Jeder Vergleich mit dem Goldwert der franzö- fischen Wiederaufbauschuld(85 Milliarden Franken= 14 Milliarden Goldmark) ergibt, daß die Wiederaufbauzusage bestimmt zum weitaus größten Teil erfüllt, wenn nicht be- refts eingelöst ist. Nur wenn die Welt wieder zu diesen, von den Sozialisten immer aufrechterhaltenden Grundsätzen des Wassenstillstandes zurückkehrt und sie sich der deutschen Leistungen hierfür bewußt wird, ist über die bloße Anpassung an die Nöte des Tages hinaus die Begründung des Friedens durch die Streichung der Kriegsschulden möglich. Die sozialdemokratische Reichstagssraktion hat in ihrer Entschließung vom 14. Dezember ve�angt. daß m ihrer Entschließung vom 14. Dezember verlangt, daß Deutschland im Sinne der Veschlüsse der Sozialistischen Ar- bestermtsrnationale von unerträglichen Lasten befreit werden. Dazu konnte man in Rechtsblättsrn die alberne Bemerkung lesen, damit habe sich die Soziatdemotratie zum ersten- mal gegen Reparationen ausgesprochen. Haben die Herr- schasten vergessen, daß die Sozialdemokratie schon w ä h- rend des Krieges einen„Frieden ohne Kriegs- entschädigungen" verlangte? Aber da, zu muß nächstens noch mehr gesagt werden. Iorischriite für Gtillhaltung. Gründung einer Treuhandgesellfchast. Wu mitgeteilt wird, nehmen die Berliner Stillhalleverhand- l migcn«inen nicht ungunstigen Verlauf. Sie steuern auf ein S om« p r o m i ß zwischen dem Borschlag Francquis und dem von Geheimrat Schmitz zu. Di« Entscheidung dürste schon in aller- nächster Zell fallen. Man kann also wohl damit rechnen, daß«ine Treuhandgesellschaft gegründet wird, der die Gläubiger ihre Forde- rungen übertragen werden. Di« deutschen Schuldner werden dann innerhalb von zehn Jahren ihre Schulden dieser Treu- Handgesellschaft in gleichen Jahresraten tilgen, während die Glau- biger von der Treuhandgesellschaft Bonds erhallen sollen, dl« sie wiederum bei den Banken ihres Landes diskontieren können, um in den Besitz von Bargeld zu kommen. Ausgenommen von dieser Regelung sollen die Rembourskredite werden. Boifchafier Aadolny Oelegationsführer Auf der Abrüstungskonferenz« Der deutsche Botschafter in Angora, Nadolny. ist als Führer der deutschen Abordnung auf der Abrüstungskonferenz in Aussicht genonnnLn. Sein Vertreter wird der jetzige Gesandt« in Oslo, von Weizsäcker sein, der stüher Referent für Völlerbundsfragen im Auswärligen Amt war. Dies« bevorstehenden Ernennungen ändern nichts an der Tatsach«, daß in Anbetrocht der Wichtigkeit der Ber- Handlungen Reichskanzler B r L n i ng selbst an der Eröffnung der AKrixstungstonstrenz teilnehmen wird. Zwölf Helden. Italienische Professoren verweigern den Iaschifieneid. Ron», 17. Dezember. Di« Professoren der Unwersitäte» und Hochschulen Italiens sind aufgefordert worden, den neuen Treueid den» Faschismus zu leiste». Von de» 1225 angestellten Professoren haben bereits 1182 geschworen; 81 stall» infolge verschiedener Aufträge oder Krankheit abwesend und werden, sobald sie zurück sind, diesem Gebot nachkommen. Nur 12 Professoren erlläre». den EU» nicht zu leisten; davon einer vou der Universität Bologna, einer von Pavia, vier von der Universität stiom, drei von Turin, einer von SRailattd, einer von der Universität Pe-rngia und einer vom Lehrerbildnngsinstitnt Rom. Das Organ der ostpreußischen Nationalsozialisten, die„Preu- ßische Zeitung", nimmt in einem Leitartikel unter der Ueberschrist „Ein Mann ein Wort, Herr Brandes" zu der Ent- schleßimg der Landwirtschastskammer Stellung. Es fei in der Ent- ichließung klipp und klar gesagt, daß die Landwirtschafts- kammer den Rücktritt des Reichspräsidenten fordere. Die ostpreußische Landwirtschast habe das deshalb getan, damit Hindenburg wieder der Feldmarschall werde, der einst Ostpreußen befreite und dem Ostpreußen dankbar fem könne, und nicht mehr der Unterzeichner der Notverordnung des Kabinetts Brüning bleibe, dem Ostpreußen nicht dank- bar sei. Das Blatt bedauert außerordentlich, daß Brandes dem Be- schluß der Landwirtschaftskammer nachträglich zuwider- gehandelt habe. Es sei der Auffassung, daß der Kammerpräst- dent zurücktreten müsse, wenn er nicht rechtzelljg seinen Standpunkt der Kammer unterbreit«, sondern nachträglich zu einer anderen Auf- fassung komm«, die dem klaren Beschluß der Kammer zu- widerlaufe. Man könne. Brandes' Hallung kein Verständnis ent- gegenbringen. Der Präsident der Landwirtschastskammer, Brandes, hat nachträglich dem Beschluß der Kamine r ein« andere Auslegung geben wollen und in diesem Sinne auch dem Reichspräsidenten geschrieben. Nachdem der Wortlaut der gefaßten Entschließung aber vorliegt — wir haben ihn bereits veröffentlicht—, helfen Auslegungen nicht. Es bleibt dabei, daß die Landwirtschastskammer dem Reichspräsi- denten, den man sonst als Retter Ostpreußens nicht genug feiern kann,«in glattes Mißtrauensvotum ausgestellt hat. Angesichts solcher politischer Entschließung einer Landwirt- schaftskammer entsteht die Frage, ob sich die Regierung«ine solche Brüskierung durch ein halbamtliches Institut gefallen lassen darf. Die Landwirtschastskammer nimmt dauernd erhebliche Zuschüsse aus Staatsmitteln in Anspruch. Polstische Betätigung wider- spricht ihren Aufgaben. Sollen die„Beschlüsse" gegen Hindenburg und Brüning nun einfach hingenonunen werden, als ob nichts ge- fchehen sei? Oder wird wenigstens die preußisch« Regierung nach dem Rechten sehen, wenn die Reichsregierung taub und stumm bleibt? Ofaf im Kurs gesunken. Aber seine presse erzählt, bah die Welt vm ihn Kopf steht. Der nationalsozialistische„Angrifs", der sich neuerdings eine Spezialität aus sensationellen Ueberschristen macht, hinter denen absolut nichts steckt, lockte gestern die Straßenkäufer mit der groß- spurigcn Ankündigung an:„Gewaltiges W e l i e ch o der Ant- wort Adolf Hitlers an Brüning". Man sucht und findet zunächst gar nichts. Die erste Scste eist- häll fast ausschließlich einen Auszug au« dem„Offenen Brief" Hitlers. Auf der zweiten Seit« stestich oerründet ein« Ueberschrist: Radikales aus Hamburg. Eias Hakeosterv'Mehrheit gegea tsie Nowerordnvng. Die.Hamburger Nachrichten" find in strahlender Laune l die ante ivache hol geiiegd. Mit 77 gegen 66 Stimmen hat die Hamburger Bürgerschaft am Mittwoch einen kommu- »istlschen Antrag angenommen, der die A ll f b e b u n g der Notverordnung des Reichspräsidenten verlangt. Dafür stimmten außer den Antragstellern die Nationalsozialisten mit- samt ihrem rechtsbürgerlichen Troß. Der Bericht des alten Bismarck-Dlattes, das jetzt auf Hilgenbergs Pfaden wandelt, über den Sitzungsverlauf ist nicht wenig spannend. Da liest man u. a. in einer Rede des Kommunisten Westphal die Worte:„Wir sagen offen: Wir werden die Massen auf den bewaffneten Straßenauf st and vorbereiten." Unmittelbar vor der Abstimmung rief der Kommunist Meyer:„Wir wollen keine Putsche machen, wir wollen d i e R e v o l u t i o n." Und nachdem Herr Meyer dies verkündet hatte, stimmten Nazi und Deutschnationale treu und fest für seinen Antrag. Man sagt, daß über Motive nicht abgestimmt wird. Hier aber scheint uns doch— wenigstens bis zu einem gewissen Punkt— auch eine gewisse Uebereinstimmung in den Ab- sichten vorhanden. Auch die Nationalsozialisten wünschen einen„bewaffneten Straßenaufstand", um dann„die Kom- mune" niederschlagen zu können. Beide Teile der neuen Mehrheit in der Hainburger Bürgerschaft sind also einig in der Absicht, die Entwicklung bis zu dem Punkts weiter- zutreiben, an dem man sich gegenseitig die Hälse abschneiden kann. Da aber auf dieser Grundlage ein« gemeinsame Re- gierung kaum gebildet werden kann, überläßt man es der alten Regierung zu arbeiten und für die Aufrecht- erhaltung des inneren Friedens zu sorgen.— Wofür man sie dann natürlich gemeinsam beschimpft! Und außerdem—- der Aufhebungsbeschluß war natürlich ein harmloses Vergnügen, denn er hat keine staatsrechtlichen oder politischen Folgen. Versemier„Luxemburgismus". (Sr führt zur Sozlawemokrätie. Die„Rote Fahne", die täglich auf ihrer ersten Seite Rosa Luxemburg als ihre Begründerin nennt, brachte gestern auf der vierten Seite eine Rede, die K o g a n o- w i t f ch vor kurzem in Moskau gegen den.Luxemburgismus" gehalten hat. Da lieft man in fetten Schlagzeilen Ueber- schriften wie diese:.Mosa Luxemburgs Fehlcr" „Der L u x e m b u r g i s m u c> eine Brücke zur Sozialdemokratie!"— Es bandelt sich um eins noch- malige Polemik gegen den unglücklichen � S l u tz k i, der sich in einer bolschewistischen Zeitschrift gewisser Abweichungen Etaaischsater. Richard Billiger:„Ttachuadlf. Oesterreichische Weihnachten. Iulklapp. Juugfermnord. Pacho- i logischer• Fall eines Missionars. Entdeckung eines Talentes, das mitten in dßr Entwicklung zerbricht. Trotzdem Aufmunterung für den österreichischen Dramatiker, einen junge» Manu von imponie- reuder Riesengestalt. M. H. ..Widerhall im In- und Auslande.— Die Wirkungen des Hüte» Briefes". Das Auslandsecho besteht in einigen redaktionellen Zeilen über zustimmende Aeußerungen der italienische» Faschisten. presse, ohne daß man allerdings auch nur« i n Blatt und ein« Zeile Zitat anzuführen in der Lage ist. Dann folgen ein paar Kommentare aus der Berliner Presse. wobei.Der Angriff" ärgerlch feststellen oiuß. daß die„Germania" als das Organ Brünings sich mit ganzen vier Zeilen weg- werfendem Kommentar begnügt hat,\md daß die übrige b ü r g« r- l i ch e Presse„sich meist jeglchen Kommentars enthüll". Zornig fügt sie hinzu, daß diese Enthaltsamheft chei der sonst ziemlich geschwätzigen(deutschnationalen!)„Berliner Börsen- Zeitung" besonders auffallend" ist. Das ist alles, und das Ganze nennt man mit den größte» Fettlettern aus dem Setzerkasten der„Angriff"-Druckerei:„Ge- waltiges Weltecho." Eine ganze plumpe Groschenfalle. um den Straßenhandel durch Vorspiegelung falscher Tatsachen zu heben. In Wirklichkeit ist Osafs Brief total oerpufft. Im In- land, weil es keinem vernünftigen Menschen einfallen wird, wert- voll« Stunden mit der Lektüre von 12 Spalten des„Völkischen Beobachters zu verplempern. Man möchte wetten, daß selbst der Adressat Dr. Brüning weder die Zeit dazu gefunden, noch die Lust dazu gehabt. Wie die Welt draußen darüber denkt, dos dürft« die„New Jork Times" am treffendsten zum Ausdruck gebracht hat, als sie ist einem Leitartikel schrieb: „Vor zehn Tagen proklamierte sich Hitler durch einstimmige Wahl durch sich selbst zum Wortführer des deutschen Volkes an Stelle von Dr. Brünings Regierung. Gestern veröffentlichte er eine Mammutepistel an den Kanzler. Die Verschiedenheit der Aufnahme der beiden Aeußerungen Hitlers ist beachtenswert. Vor zehn Tagen war in der ganzen weiten Well die Zuhörerschaft bereit, Hitler beim Wort zu nehmen. An den Börsen kam sogar die Erwartung zum Ausdruck, daß die deutschen Faschisten demnächst die Macht ergreifen würden, daß das Ende der Republik nahe sei und eine Abrechnung Hill den Urhebern des Bersailler Vertrages bevorstehe. Der Offene Brief Hitlers an den Kanzler werde jedoch nur wenig an pr o m inenter Stelle abgedruckt, nachdem die machtvolle Erklärung Brünings vorlieg«, die Gewicht und Charakter besitzt, was beides nicht zu den Gaben des Führers der Nationalsozialisten gehört. Inzwischen hat auch der Beschluß des Reichstagsausschusses gezeigt, daß Hlller nicht einmal soviel Stimmen besitzt, um seinen Worten Nachdruck geben zu können." Dies« Stimme hat der„Angriff" sreÄich nicht abgedruckt. schuldig gemacht hatte und der deshalb vom großen Stalin schon einmal kritisch vernichtet worden ist. Slutzki steht im Verdacht, ein.Luremburgist" zu sein und das ist ungefähr dasselbe wie Trotzkist, und Trotzki ist.�in Kämpfer der komerrevolutionaren Bourgeoisie". Darum wettert Kogano- witsch: Wenn Slutzki in seinem Aussatz die Flagge des Luxem- burgismu« auszunutzon oersucht, um in unsere Presse de» trotzki- stischen Plunder hineinzuziehen, so liegt wich darin nichts Besonderes: den» was bleibt den zerriebenen Tragkisten anderes übrig, als sich durch solche Konterbande zu trösten? Wenn aber die bolschewistische Zeitschrift„Proletarische Revolution" es für möglich häll, ihre Spalls» den trotzkifttsch«» Sckzumgg- lern zur Verfügung zu stellen, so ist das kein« Bagatelle mehr. Das bedeutet, daß in unseren Reihen noch er» fauler Liberalis- m u s gegenüber den Abweichungen vom Bolschewismus und gegenüber den Entstellungen der Geschichte unserer Partei besteht. Es be- deutet, daß es in unseren Reihen noch Menschen gibt, die in ihrer Tölpelhaftigkeit bereit sind, den trotz! istlschen Schmugglern eine unfreiwillige Hilfe in der Fälschung der Geschichte des Bolschewismus um eines faulen Liberalismus willen zu leisten. Unter diesen Umständen wird man keinem Russen und keinem deutschen Kommunisten, der nach Rußland reist, raten, sich als einen Anhänger Rosa Luxemburgs zu be- kennen. Er käme in Gekahr, je nachdem als ein Tölpel oder als ein„trotzkistischer Schmuggler" betrachtet und behandelt zu werden. Trohtt— ein bürgerlicher Gegenrevolutionär. Fn einem Artikel über die Geschichte des Bolschewismus und der Kommunistischen Partei, der in der„P r a w d a" veröffentlicht ist, finden sich folgende Ausführungen über Trotzki und den Trotzkismus: „Nach der Niederschmetterung de» Trotzki«» mus und der Ausschließung Trotzkis aus der Partei, wisse» wohl all« Parteimitglieder und auch viel« parteilos« Arbeiter, daß mir Lenin und seine Partei die Organisatoren der Ottoberrevolution und ihrer Siege gewesen sind. Die Legende von der hervorragenden Rolle Trotzkis ist von ihm selbst und den Trotzkistsn erdacht worden, um die Sympathien der jüngeren Parteimstgsteder für die Opposition und für den Kampf gegen das Zentralkomitee der Partei zu gewinnen. Die Partei hat unter Leitung des Genossen Stalin Trotzki auch in dieser Frage entlarvt. Die Partei weiß— und dos ist es, was man den jungen Parteimitgliedern einprägen muß— daß der Leninismus geboren, gewochsen und erstarkt ist im Kampf gegen olle Spielarten de» Opportunismus, darunter auch gegen Trotzki, diesen Helden der Phrase und böswilligen Fraktivns- Politiker" Diesen Ausführungen ist noch ein Zitat aus einer Polemik Stalins gegen Trotzki angefügt, laut welchem„der Trotzkis- mus schon lange aufgehört hat. eine Fraktion des Kommunis- mus zii sein, da er tatsächlich ein Vortrupp der gegenrevolu- tionären Bourgeoisie ist".___ Die neue Regierung Spaniens steht unter dem Vorsitz des Republikaners A z a n a, der zugleich Wehrministsr ist. Außen- minister ist. als Nachfolger von Lerroux Professor Zulueta. Ar- beUsminister bleibt der Sozialist Caballero, wahrend au Stell« des sozialisttschen Finanzministers Prieto der Katalane Carner tritt. Prieto übernimmt das Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Sozialist Ist auch der Unterrichtsminister d» las R i o s. der bisher die Justiz verwaltet bat. Im ganzen ist der Kurs mehr nach links verschoben. Das Parlament iprach der neuen Regierung mit 294 gegen 4 Stimmen bei mehreren Enthaltungen das Vertraue« au». Nr. 591• 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Freitag, 18. Dezember 1931 Weißenberg bei der Arbeit Spuk in der Neuen Welt— Der„göttliche Meister4' belauscht (ELnem Mlarbeiter..vorwärts'" ist rg trotz dreiforkcr lurkontrolle grsungen.?!nrr der großen Versammlungen der Weißenberg-Seklr ak..unreiner Arewder" beizuwohnen. Er schildert nachstehend seine Veobachtungrn und setzt an die Spitze seines verichle? das folgende Wort von Karl Marx:„Die Produktionsweise des materiellen Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebens- prozcß überhaupt. Es Ist nicht dos Bewußtsein der Menschen, dos ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliche» Sein, da» ihr Bewußtsein bestimmt." Der Heilmognetiscur a. D. und jetzige göttliche Meister, Joses Weißenberg. Häuptling der CoangelischÄchamiischen Kiräie nach der Ossenbarung St. Johann!, kann von Glück sagen. daß er 1!Nl die Spießbürger meschugg« macht, um 1431 hätte man ihn mst SiebennvLensiiesetn zum Scheiterhausen gebracht. Selbst das Kaiserreich verstand in diesen Dingen weniger Spaß als die Republik: im Jahre 1913 klopften eines Morgens zwei Kriminal- boomte an die Tür der Weißenbergsthen Behausung und schieppren den überraschten Propheten wie seden anderen Taugenichts auf die Stadtvogte i. Hier machte man ihm wegen seines gestifteten Unfugs das Verjähren. Indem«r es aber verstört), sich als einen durch Sckpitzhast Vergewaltigten hinzustellen, gelang cg ihm. sich hinter einen bekannten Reichstagsabgeordneten zu stecken, der später sogar in seiner Angelegenheit im Deutschen Reichstag dos Wort nahm. Jedenfalls dürste die Petition des pp. Weißenberg zu den seltsamsten Drucksachen der Volksvertretung gehören. Letzt macht Weißenberg in Gchwarzweißrot. Haute ist bei Weißenberg alles schwarzweitzrot. Bon der Galerie des großen Saales der„Reuen West" baumeln riesige jchwarzweißral« Danner mit einem schwarzen Kreuz rm w-ihen ifeld, die Saalordner tragen schwarzweißrote Binden, die Mit- gliedsr der Weißenberg-Sakte schwarzVeihrote Schleifen, die Banner- träger fchwarzweißrot« Schürpen und selbst der Altar, de» man vor der Bühne aufgebaut hat, auf dem zwischen zwei Leuchtern ein Kruzifix steht, ist schwarzweißrot drapiert. Die Kontrolle am e>aalcingang ist doppelt und dreifach und scharf, als wollte man zu ein ein Femegsricht. Dann wieder macht der berstend volle.Saal den Eindruck eines Regattaklubvergnügens, weil die Männer olle einen Regattoanzi'.g angezogen halt«» und dazu Schirmmützen tragen, an denen eine Taube die Kokarde darstellt. Der allgemein« Umgangston ist das brüderliche„Du" und mos in der Gerseraloer- sammlung dcr Berliner Metallarbeiter gutes Reckst ist, den Kampf- g-nosteu zu duzen, dos ist bei Wcißenberz Pflicht, jene elegante Frau da im Pelz und schwarzseidenem Dekollete mit„Du" und „Schwester" gjyiircjdeii. Täte man es überdics nicht, wäre man stracks als„unrnner Fremder" entlarvt. Man ist ggzrruxyger.,. pstt den Wösten zu heulen und allen Jux mitzumachen Kritisch wird die Situation mir, wenn Weißcnberg sich sein« Medien sucht, die er hypnotisiert und dann predigen läßt— er selber brummest ja nur die Litanei m seinen Bort— also wenn dieser Greis jetzt unser- eins als alten S si n d e n k n Ü p p e l Herausgrirse, zum War schleppte und nuii von einem verlangte, vor 4000 Menschen im Saal die Erklärungen zu den drei Hauptstücken des lutherischen Katechis- mus auszusagen. Aber der Weißenbcrg, oder wie sagen die Leute immer:„der göttliche Meister mit dem irdischen Namen Joses Wcißcnberg" geht vorüber. Nun ist das Kommen Weißenbergs ulkig genug. Bon einer Ehreneskorte des Kriegeroereins„Ewiges Leben" flankiert, erscheint in der Tür ein triefäugiger Greis, an dem nur fein außerordenilich kostbarer Pelzmantel und ein- tolle Frisur, ausfällt. Es gibt nämlich geckeithaste sswanzigsährize, die lasten stch ihren.Scheitel ausrosieren. Das macht Wcißenberg auch. | aber gleich dermaßen, daß ihm die halbe Seite seines Schopfes i woage'äb-lt ist. Plötzlich ein markerschütternder Schrei. � eine Frau wirst die Hönde hoch, fällt nach hinten über und windet ! sich in K r ä Nl p s e n. Sie hat den„Meister" gesehen. Der läßt sich aber gar nicht stären. sondern schreitet vor zum Altar, die Kriegervereinswache reißt dir Hocken zusammen und salutiert. Sonst pflegt jeder Geistliche, der ein Gotteshaus betritt, zuerst zum Mar zu gehen und ein Gebet zu sprechen. Weißeicherg zielst sich seinen Pelzmantrl aus, winkt dem Kellner und bestellt acht Kafka. Er hatte nämlich noch sieben Jünger bei sich. Dann gießt er den Kaffee«m, steckt nach russischer Sitte den Aacker stücken- weis in den Mund und gießt Kaffee darauf. Anscheinend bat er großen Durst, denn er bestellt gleich noch einmal eine Runde Mokka. Frauen stöhnen, schluchzen und kreischen. Der erste größere Klamauk beginnt beim Fahneneimnarsch. Fahnen« in märsche haben ja immer ihre Wirkung. Bei Weihenberg die, daß zwanzig, dreißig Frauen in Ekstase geraten, die Hart) be.zeichnendern>-4se zum Faschistengruß cichebcn und bei geschlossenen Augen, und zitternd am ganzen Körper, stöhnen, schluchzen oder kreischen. Aach von den Sängerinnen, die auf der Di'chnc Platz f genommen haben, versallen mehrere in Krämpfe. Da nun ober ' unten sin Saal die Frauen in Ohnmacht fallen wie die Fliegen, hat i der Weißenbcrg zwei Gehilfinnen: junge Mädchen in lamenbelWaucn Kleidern, die einen erguisiten modernen Schnitt haben. Die stieseiu nun ununterbrochen durch den riesigen Saal und bringen die Leute wieder zu sich. Es ist ein Wunder, daß niemand tobsüchtig wird � Wenn es mm von ollen Ecken und Emden ruft, ein„Geister- ! b e s ch w o r e r" mäge kommen, schaffen es die beiden. Gehilffnuen - nicht und Weißcnberg geht selber los. Während sich nun die schien i ken Mädchen durch die Stuhlroih.'ii zwängen und bis zu den sich in Kränipfen Windenden hinkpmmen, lann das Weißenbcrg wcht. denn er hat.einen enormen S ch m c r b a u ch. Er bleibt also in der Mitte des Saales stehen und winkt. Da das nicht hilft, nracht Weißenberg etwas anderes. lind jetzt kommt ein Augenblick, bei dem man losbrüllen möchte vor Lachen, denn sonst macht das Ganze einen widerlichen, menschenunwürdigen Eindruck, wenn wir fromm wären, könnte man sagen, da stecke dcr Teufel hinter: also Weißenbcrg holt ein« Parfümflasche aus der Weste, itchchc und beginnt mit Wasser zu spritzen. Inzwischen wird gepredigt. Dazu hatte Sonntag abend Wcißenberg einen Mann und zwei Frauen. Die werden von ihm unter ffmchtbarem Zeremoniell hypnotisiert und halten dann jeder hakbsiürtdige Brandreden. Berichten kamt man darüber nickst, weil man diese ztisammsnhangloien Wartaneinanderrethungen nicht begreift. Auch wenn man sich bemüht, genau zuzuhören. Es geht nicht. Aber fortgesetzt fallen Frauenspersonen um. Schade um manches hübsche, junge Mädchen. Man schämt sich für andere. wenn eine Frau wild gestikuliert und tierische Laute ausstößt, dabei aber«in Neugeborenes auf dem Arm trögt. Der arm« Säugling heult zum Steinerweichen. Dieser Weißenberg ist ein Produkt der Nachkriegszait. Die Berfallserscheitnuigen des Spätkapitalismus geben den Nährboden ob. auf dem diese Sumptblüten des Sektenunwesens wuchern. Was Goerdeler will Der Preiskommiwar über«eine nächsten Absichten— Um den Brot- und Milchpreis Der Reichskommissar für Preisüberwachung Goerdeler hat die Bürgermeister der Slödte mit wehr als 100 000 Einwohnern ersucht, ihm noch in dieser wache über die Srotpreis spanne der betreffenden Stadl zu berichten, um noch vor Weihnachten die sehr verschiedenen Brotpreisspannen zu vereinheitlichen und dadurch das Brat allgemein zu verbilligen. Die Brotpreisspanne zwischen dem Preis des für ein Kilo- gramm-Lrot verbrauchten Mehls und dem Verkaufspreis des Brotes ist außerordentlich verschieden. L. B. in Leipzig 12 Pf., in München £4,6 Pf. Di« Verschiedenheit dcr Steuern, Mieten und der Verschuldung können dos nicht rechtfertigen. Daher soll eine freiwillige Vereinheitlichung durch Lerhandlungen angestrebt werden, etwa aus 12 Pf., andernfalls. sind entsprechende Anordnungen-zu er- warten. Selbstverständlich darf eine Ueberschreitung Irgendwo bc-. stehender niedrigerer Brotstreissponnen nicht eintreten." Beim Abbau der Stroßcnbahnfohrpreis« glaubt dcr Reichskommsssar die Rücksicht aus die Gemeindefinanzen nicht außer acht lassen zu dürfen. Ein übereilter Preisabbau würde zwar gewiß beg-üßt werden, könnte aber nach kaum drei Monaten wieder eine Ptsiserhöhung notwendig machen. Fm die Gasprsif« ist der Kchlenprcisobbau bckouglos, da der Kohlcnpreis vom Gospreis nur sehr wenig ausmacht und die Kohlenprcisfenkuug zur Wcrtverminde- rung der Nebenprodukte Koks, Ammoniak und Sulfate führt. In den Gastorifen find, anders als bei den Straßcitbahneu, erhebliche Finanzzufchläge enthalten. Die Gaspreisfenkung dürfte jedoch durch den Ainsabbau, Lohn- und Geholtsreduzierung gefördert werden. bei den privaten Gaswerken wirkt allerdings die Erhöhung der Umsatzsteuer entgegen. In nicht wenigen Orten steht der Gas- preis auf dem Borkriegsstand. Der Reichskommifsar will bei Gas und Elektrizität in stetem Emvernehmen mit dem Deutschen Städtetag vorgehen und die Ocffentlichkeit dauernd über de» Fortgang unterrichten, lieber die W a ss e r p r e i s« ist noch nicht uerhandest worden, doch ist dcr Reichskommissar auf den unerträg liehen Unfug der„Berwaltungskosten" nochdrücklich oufmerkfaui gemach! worden. Die Bt i l ch p r e i s« r h ö h u n g ist gerade am Tage des Amts- cutritts des Reichslommisiars erfolgt. Die Milchpreisfcnkung wiro erschwert durch die Vielzahl der zuständigen Instanzen. Man wird uielleicht eine örtliche sachverständige Stelle dafür bestimmen. Für die anderen s o n d w i r t s ch a f t l i ch c n E r z e u gniss e so- wohl für.ihre Preissenktüig.wie auch für eine Aenherung in ihrer Heranbringung an die Konsumenten wird der Reichskommifsar in den nächsten Tagen seine Befugnisse auf Londesko in missare übertragen. Schließlich wird der Reichskommifsar auch mit den Zeitung?- verlogen über eine Herabsetzung der Preise der Zeitungen und der Inserate verhandeln. Der Buchhandel hat bereits vielfach die Preissenkung um 10 Proz., zu der er noch Neujahr gezwungen ist, schon eintreten lasten, damit das Weihnachtsgeschäft nicht leide, oller- ding» nur für Bücher, die vor dem Juli 1931 erschienen sind. Als Mitarbeiter hat der Reichskommistar den Oberbürgermeister Schroeder- Schneidemühl gewonnen, der ein besonderer Kenner der Kriegszwangswirtschaft und der londwirtschastlichen Preisver- hältniste ist. Unten stand der Schuldiener.„Ans Wiedersehen. Fräu- lein Doktor! Wünsche wohl.zu speisen, Fräulein Doktor!" Respektnoll sah er ihr nach. Ja. die Lonot, die hatte Schneid im Leibe! Wie die die Mädel hent morgen gedrillt hatte— und ohne lautes Schreien, man hatte gar nicht ge- hört, was sie eigentlich gesagt hatte. Richtig aus der Hand fraßen die Mädel... Germoine schritt rasch ans. Vielleicht war Nachricht von Wolter da oder am Ende mar er selbst schon daheim...? Wie lange hatte sie ihn mcht gesehen! Keinen De such hatte die Klinik erloiibt— man hatte zu viele Fäll« erlebt, in denen durch Angehörige oder Freunde Morphium herein- geschmuggelt wurde, hotte man ihr gesagt, als sie trotz der Absäge hingefahren war. und man dürfe keine Ausnahme machen! Ja, überall gab es eherne Gesetze, eine festgefügte Ordnung, das mußte-wohl so sein... Sic schrak heftig zusammen, denn zwei Hände legten sich plötzlich von hinten über ihre Augen. Zwei Arme mn- schlangen sie, und eme tiefe. Baßstinnnc murmelte in ver- stclltem Tonfall:„Geld oder Leben!"— „Wolter! Du Schlingel, du ungezogener! Was siehst du gut aus... o Gott, ist das eine Freude!! Wälti, bis du's denn wirtlich!" Stürmisch hängte sie sich an den Arm des Bruders.„Ach. das ist mein schönster Tag seit Iahren. beute!" Der junge Mensch lachte.„Ich habe dich wohl tücklig erschreckt, wie? Aber ich konnte es daheim nicht aushalten vor Erwartung, dich wiederzusehen! Ich freue mich ja auch grenzenlos, Germaine!" In lebhaftem Gespräch gingen sie über den Marktplatz. „Und du bist wirklich ganz gesund, Walterl"— „Na. wir wallen sagen, ich bin so gut wie gesund— eine Kleinigkeit ist noch! da, aber das verschwindet, wenn ich mal wieder in der Arbeit drtn bin. Gleich im nächsten Se- mester fange ich wieder an— ober nicht mehr in Berlin, sondern irgendwo hier im«üben, in Karlsruhe oder Dorm- ftadt, wo ich jede Woche über Sonntag heimfahren kann."— „Wie gut du aussiehst", wunderte sich Germoine immer wieder.„Du hast wohl eine sehr gute Pflege dort gehabt!" Der Bruder wehrte ab.„Sei bloß still mit Pflege— aber das brauchst du Mama nicht zu sagen. Abgesehen da- von— in den letzten 14 Tagen war's tatsächlich brillant. Aber was ich in den ersten zwei Monosen durchgemocht habe— davon inochst du dir keinen Begriff! Ich habe ja was an Strapazen ausgehalten beim Militär und im Krieg — aber ich kann dir sagen, im Vergleich zu dein hier war das die reinste Somnterfnsche."— „Aber Walter, hast du dich denn nicht beschwert! Das werden wir jetzt noch tun, denn das wäre ja noch schöner,. Der junge Mensch lachte kurz auf.„Da gibt's kein Beschweren, Schwesterchen, dos gehört zum System, zur Methode, Man hat mich einfach liegen lassen, in Krämpfen, in den entsetzlichsten Dilirien. ohne mir etwas zu geben. Ein Glück, daß in meinem Zimmer nichts war, keine Schnur, kein Messer, kein Glas— ein einfacher kahler Raum, wie eine Gefängniszelle, mit vergittertem Fenster. Man kowitte sich weder aufs Pflaster stürzen, noch sich aushängen— sonst Kälte ich's getan, dos kannst du mir glauben. Aber nun werde nicht schon wieder bloß— ich bin ja da, bei dir!" „Walter! Do? ist ja furchtbar— das kann ich überhaupt nicht fassen!" Germaine blieb stehen.„Weiß denn Doktor Heim, daß das dort so gemacht wird? Und hat er dich denn nicht besttcht? Er erzählte uns doch, er bätte dich gesehen. und du hättest ihm zngelacht und zugewunken!" „Gesehen habe ich ihn allerdings, ober das Zuwinken sah etwas anders aus. Ich wollte mich auf ihn stürzen, weil er mich hier hereingebracht hatte, aber die Wärter hielten mich fest. Den Angehörigen kann man das natürlich nicht erzählen, denn Ihr hättet euch ja zu Tvde erschreckt. Nach seinen, Benich hat man mich übrigens besser bcbandelt, so einigermaßen als Men'ch. wenn auch als minderwertigen Menschen—— aber immerhin doch nicht mehr wie ein Vieh! Ich empfand das schon als einen großen Fortschritt! „Das ist einfach entsetzlich." Germaine konnte nur mit Mühe ihre Fassung bewahren.„Mit welchem Recht Hot man dich denn so behandelt.. „Recht?— Germaine, dort gibt's kein Reckt. Ein Morphinist steht außerhalb jedes Gesetzes! Er ist ein Ver- brecher, ein vollkommen verlottertes Subjekt!— Aber denke ja nicht, daß die Herren besser sind! Ich bin selsenfest davon überzeugt, daß gerade der Arzt, der mich am ärgsten getriezt hat, Kokain schnupft. Und alle Ilugenblicke wird ein Wärter herausgesetzt, weil er den Patienten Morphin verschafft hat— ober lassen wir das auf sich beruhen. Jedenfalls gehe ich mein ganzes Leben lang nicht mehr in diese sogenannte Klinik— lieber ins Zuchthaus!" „Wir müssen heute noch zu Doktor Heim gehen und ihm das erzählen, Walter!" Ihr Bruder nickte..-Ja, mit dem muß ich mich noch unterhalten! Ich habe zwar den Eindruck, daß auch dem erst ein Seifensieder ausging, als er mich besuchte! Diese Methode hat er dort sicherlich nicht vorausgesetzt, sonst hätte er mir nicht gerade diese Anstalt empfohlen. Aber wir sind gleich daheim, Germaine! Vor Mama wollen wir davon nichts sprechen. Und nun mache ein frohes Gesicht, Schwesterchen! Das liegt hinter mir, ich leg's zu allem anderen! Aber vor mir liegt jetzt das Leben, Germaine!" 30. Und noch einmal wichen Nebelwolken und dunkle Schatten, Von der Hoffnung und Erwartung, von Frohsinn und Festlichkeit waren die Monate erfüllt. Denn ein Mensch. zu dessen Füßen sich schon die Gruft geöffnet hatte, der auf dem schmalen Grat zwischen Diesseits und Jenseits daheim war, hatw sich dem Tod abgcrungen. Ein Mensch— das mar sehr wenig in einer Zeit schwer- ster Wirtschaftskrisen, in diesen Iahren politischer Äämpse, chaotischer Wirrungen, in diesem jähen Auf und Ab von Zu- sammenballungen und Lösungen. Ein Mensch— das war etwas, das auf die Seite des Zuviel gehörte in dieser Zeit der härtesten und unerbittlichsten Bilanz, etwas, das einem anderen den Weg versperrte, das Platz für füll beanspruchte, den schon ein anderer besaß. Nur innerhalb eines winzigen Kreises von drei Menschen wurde dieses lästige Zuviel, dieses gänzlich bedeutungslose, puppen- haste Etwas, dieser seelenlose Eindringling, der erst nach seinem Tode auf Snmpatbie reckinen durste, wieder zu dem, was er seinem Wesen nach mar: ein Mensch, etwas Ein- maliges, Unersetzliches, etwas, das Werte besaß, die seihst die Millionenkapitalien internationaler Trusts nicht bezahlen konnten, Hier erfüllte sich dos Wunder, daß die Puppe wieder eme Seele erhielt und daß die Seele Kräfte ausströmte und Kräfte band, die man nicht wägen und messen konnte, Kräfte, die nicht einmal ein Protest der Mächtigen dieser Erde, der Börsenmagnate und der Großaktionäre auszurotten vermocht hatte, sondern die einfach da waren und da blieben, unzer- störbar. unsterblich, immer wieder sich erneuernd, voll geheimnisvoller Schöpferkraft... (Fortsetzung folgte 30 Lahre GiegesaNee. Ungeheurer Sindruck auf die Fremden— sagte Wilhelm Ain 18. Dezember des Jahres 1901 wurde die letzte Figuren- gruj'pc der Sicgesallee mit höfischem Zeremoniell enthüllt. WH» Helm II. in der Garde-du-Corps-Uniform mit dem Adlerhelm, Bülow, Eulenburg. Reinhold Begas und andere Prominente der damaligen Hofgesellschaft waren erschienen, Lehrer und Schüler des Ggmnasiums zum Grauen Kloster hatten mit dem Schulbanner Auf- stellung an den? Dcnknial genominen, das den Kurfürsten Johann Georg darstellt, der anno 1S76 das Gymnasium gegründet hatte. Die Hülle des Denkmals fiel. Damit war die Siegesallee vollendet ,.nd Berlin um eine der absonderlichsten Sehenswürdigkeiten der Welt bereichert. Der Einfall, die große Straße durch den Tiergarten beiderseits nur den Standbildern brandenburgischer Fürsten einzurahmen, stammte von Wilhelm II. Sein künstlerischer Berater in dieser Angelegenheit war unglücklicherweise Reinhold Begas. Die Durch- führung des Planes sollte ein Experiment sein: Die Künstler sollten nicht durch Wettbewerb von einem Kunstrichterkollegium ausgewählt werden, sondern der Kaiser sollte in der Weise der Fürsten des Mittelalters und der Renaissance nach eigenem Crmessen unmittel- boren Auftrag an einzelne Bildhauer geben. So sollte die Sieges- ollee der Welt beweisen, daß der Befehl des absoluten Herrschers bessere Kunstlcistungen hervorbringen tönne als die demokratischen Verfahren der Kunstpflcge. Wilhelm II. hielt seinen Versuch für geglückt. In seiner be- kannten Rede am Abend desselben Tages behauptete er:„Es zeigt das. daß die Berliner Bildhauerschnle auf einer Höhe steht, wie sie wohl kaum je in der Renaissance hätte schöner sein können�, und: „Das kann ich Ihnen, meine Herren, schon jetzt mitteilen: Der Eindruck. den die Siegesallee auf die Frernden macht, ist ein ganz überwältigender. Ueberall macht sich ein ungeheurer Respekt für die deutsche Bildhauerei bemerkbar!" Diese Rede ist übrigens durch die scharfen Aussälle gegen die damals neue naturalistische Kunst- richtung und die Mahnung an die deutsche Kunst, nicht„in den Rinnstein hinabzusteigen", berühmt geworden. Die Siegesalle umfaßt 3 2 Figurengruppen. Unter den Porträtköpfen an den Seüenbänken find eitrige bemerkenswerte Männer vertreten, so Eike von Repkow, der Schöpfer des Sachsen- spiegels, der Berliner Bürgermeister Thile Wardenberg, ein revolu- tionärer Geist, der Berlin zur freien Reichsstadt machen wollte, ferner Alexander.v. Humboldt, Freiherr vom Stein, Kant, Schlüter, Johann Sebastian Bach. Aber wirklich populär ist jedoch nur der .Kopf des Ritters Wedigo v. Plotho am Denkmal Heinrichs des Kindes. Kaum ein Berliner weiß, wer der historische Ritter Plotho war— aber dieser Wedigo von Plotho in der Siegesallee ist kein anderer als unser— Heinrich Zille, der dem Bildhauer Kraus für den Plocho Modell gestanden hat. Hernach hat sich die Familie von Plotho über die„Proletaricrnafe" ihres angeblichen Ahnen be- fchwert. Schon zur Zeit ihrer Vollendung wurde die Siegesallee in der Oeffentlichkeir lebhaft umsirittcn und als Kitsch von den Kunstver- stänoigen abgelehnt. Nach der Revolution tauchte wiederholt der Gedanke auf, die ganze Figurenparad« der Siegesallee„abzubauen". Für den Zustand der höfischen deutschen Kunst um die Jahrhundert- wende bleibt die Siegesallee jedoch ein lehrreiches kulturgeschichtliches Dokument. berliner Notar verhastei. Er will das Opfer ungelreoer Angestellten sein. In seiuer Berliner Wohnung wurde ein Zivilanwalt, der 52 Jahre alte Rechtsanwall David kelk. festgenommen. Die Verhaftung erfolgte aus Grund eines Haftbefehls. Oer Haftbefehl gegen den Anwalt, der feit 1924 Notar ist, ist nicht— wie üblich— von der Staatsanwaltschaft, sondern an- scheinend, mit Hinsicht auf den Fall Pagenkempfer. von der Er- öffnimgskamnier ausgestellt worden. In seinen Vernehmungen gab der Anwalt an, daß er selbst die Mandantengekder nicht unter- schlagen habe, sondern das Opser ungetreuer Ange stell- t e r geworden sei. Er hatte eine recht gut gehende Praxis, die ihm eine auskömmliche Existenz sicherte. Dr. Kelk soll aber, wie ihm die Anklage zur Last legt, einen ziemlich großen Aufwand getrieben haben, der besonders in letzter Zeit nicht mehr mit den infolge der Wirtschaftskrise gesunkenen Einnahmen in Einklang zu bringen war. Wie dazu von anderer Seite mitgeteilt wird, galt der Anwalt als ein sehr gunnütrger Mensch. Er hat z. B. noch eine stattliche Anzahl von Forderungen an feine Klieitten, die aber nicht einzutreiben sind. Dem Amvalt wurde vorgeworfen. Man« d rntengelder in Höhe von 20 000 M. unterschlagen zu haben. Vor einem halben Jahr ist ihm das Notariat aberkannt wurden. Die Anklage gegen ihn lautet aus Anttsunterschlagung in seiner Eigen- schalt als Notar. Wochenende— warum, wie and wo? Ausstellung»Sonne, �uft und Haus für Alle* 1932. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat Staats- minister Dr. H i r t s i e s e r das Protektorat über di« im nächsten Jahr stattfindeiche Berliner Sommerschau„Sonne, Luft und Haus für Alle"<14. Mai bis 7. August) übernommen. Die Gruppe „Wochenende— Warum?" steht unter Leitung de» Hygiene- Museums, Dresden: die Gruppe„Wochenende— Wie?" wird vom Museum für Leibesübungen bearbeitet. Besonders dargestellt wird „Das Wochenende der Frau". Die Gruppe„Wochenende— Wo?" behandelt der Berliner Wochenend-Ausschuß. Unter Mitwirtung des Reichsoerbaudes der Kleingarten- vereine Deutschlands wird auch das Gesamtgebiet„Der Klein- garten" erschöpfend gezeigt werden. Berlins Randsiedlung Um Siedlung und Kleingärten für Erwerbslose— Beratung im Stadtparlament Selbstmord eines polizeiinspekiors. Altona. 17. Dezember. Drnngsbestimmungen über die 'Airwendung des außerordemlichen Kündigungsrechtz des Mieters zum 1. April 1932 hat der Reichsbund Deutscher Mieter c. V.(Sitz Berlin) an den Reichsjustizminister folgendes TÄegramm gerichtet: „Dringende Notrufe aus dem Reich erheischen unbedingt« Auf- rechtcrhaltttng des außerordentlichen Kündigungsrechts der Mieter. Kündigung darf keinesfalls durch zwanzigprozenttge Mietscnkuag unwirksam gemacht werden, weil bei Geschäftsräumen häufig Steigerung cn der Miete auf zweihundert bis vier» hundert Prozent der Dorkriegsmiete erfolgt sind uisd well viele Wohnraurnmieter infolge Gehaltskürzung, Lohnsenkung und Erwerbslosigkeit ihren Wohnbedarf stark einschränken müssen. Notwendig« Umschichtung verhindert wirtschafttichen Zu- scnnmenbruch vieler Mieter." Die Friseurgeschäflc sind am 1. Weihnachtsleiertag von 8 bis 12, und am Sonntag, dem 27. Dezember, von g bis 12 geöffnet. Zum Abwehrkampf bereit. I!«b«nsgefShr<>che Glätte. Nie Faschisten dürfen nicht zur Macht kommen. Im Bezirk T r e p t o m sprach die Genossin Mathilde Wurm in einer überfüllten Verjauunlung; sie untersuchte zunächst die Lage, die durch die neue Notverordnung geschasseu wurde. Je inehr durch Nowerordnungen regiert wird, um so mehr werde die Masse der Demokratie entfremdet. Eine diktatorische Regierung könne nicht als Ersatz einer arbeitsfähigen Demokratie angeschen werden. Diese heutigen von vielen als unerträglich empfundenen Verhält- nisse wurden durch die Wahlen im September 1830 verursacht. Dieser Reichstag kann infolge der in ihm herrschenden Mehrheit!- Verhältnisse überhaupt nur negativ wirken. Alles, was die Sozial- demokratie im Kumps gegen die Reaktion durchgesetzt hat, ist heute gefährdet. Erst jetzt beginnen breite Massen einzusehen, welche Be- deutung diese Errungenschaften hatten. Die Rednerin wandte sich in längeren Aussührungen der Frage der Reparationen zu: Was heute von Deutschland gefordert wird, sind keine Wiedergutmachungen mehr. Wir bezahlen jetzt die Rüstungsausgaben Frankreichs. Die Re- parationslasten sind unerträglich geworden und die Völker Europas beginnen zu begreifen, daß der Zusammenbruch Deutschlands ihren eigenen nach sich ziehen nmß. Die deutschen Arbeiter haben alles Interesse daran, daß die deutsche Währung erhalten bleibt. Die Bortragende besprach eingehend die Preisbestimmungen der Notoer- ordmmg und die Absichten des Preisdiktators, von dessen Wirken die Bevölkerung nicht allzuviel zu erwarten hat. Sie fordert« unter allgemeiner Zustimmung auf, die Konsumgenossenschaften kräftig zu unter st ützen. Alle Versuche, den Neichsetot, der wieder mit anderthalb Milliarden Defizit abschließen dürfte, zu balancieren, werden durch den Lohw- und Eehaltsabbau verhindert. Trotz alledem mußte die Sozialdemokratie unter Berücksichtigung der allgemeinen Lage der Notverordnung zustnmnen. Di« Fa- schiften dürfen nicht zur Macht kommen. Aber wir werden keinem Kampf ausweichen, wenn er uns aufgezwungen wird. In dieser schweren Zeit geht die Einheit und Geschlossenheit der Partei sowie der Gewerkschaften über alles. Nach einer eingehenden Aussprache, in der die ungeheure Unzu- friedcicheit der Parteigenossen mit den Maßnahmen der Regierung Brüning zum Ausdruck kam, wurde eine Entschließung angenammen, die sich mit der Frage der Reparationen besaßt und die a l l g«- meine Abrüstung fordert. Die Not der Rentenempfänger. Im Kreis Lichtenberg sprach Genoss« Dr. Kurt Löwen- st ein. Welche taktischen Erwägungen die Fraktion mich bewogen hoben, auf die Einberufung des Reichstags zu verzichten, führte er aus, und wie wir im einzelnen dazu stehen,: der einzig« chort im Kampfe gegen den Faschismus ist die Einheit der Partei. Das Recht, ja die Pflicht zur nüchternen Stelding- nahm« des einzelnen bleibt dabei durchaus bestehen. Dem Drucke der Porter ist es zum großen Teil zuzuschreiben, daß Brüning im Rundfunk sein« Rede gegen die falsche Legalität Hitlers gehalten hat. Aber es kommt heute nicht mir auf männliche Worte, fondern auf Taten an. Dir müssen das Vertrauen gewinnen können, daß diese Regierung mit aller Schärfe gegen jede illegale Bestrebung vorgeht. Die letzt« Notverordnung verringert die Kaufkraft der Massen außerordentlich, wenn die Mietfenkung auch ein« starke Entlastung und besonders, ebenso wie die Zinssenkung, große psychologisch« Wirkungen hat. Aber es ist auch eine iieue groß« Berbltte- rung geschaffen worden; nicht nur bei den Lohnempfängern, fon» dern auch bei den Hunderttausenden Invaliden, und Rentenbeziehcrn. Und wir müssen damit rechnen, daß sich dies« Erbitterung auch gegen uns richtet, obwohl wir alles getan haben, diese wie jede andere Notverordnung zu verhüten. Außer» ordentlich gefährlich ist es besonders, daß sich unter den politischen Bestimmungen auch Maßnahmen finden, unter denen das Reichs- b a n n e r leiden muß. Eine der festesten Stützen der Republik wird davon betroffen. Die Fraktion hat Brüning diese letzte Chance ge- geben. Aber eine Hoffnung auf Besserung setzt einen wirtschaftlichen Wiederauf st ieg voraus. Die Terror- akt« der Nationalsozialisten sind nicht so schlimm, denn dagegen können wir die Massen mobilisieren. Gefährlicher ist das An- ichwellen der nationalsozialistischen Wählerstimmen. Dieser Lawine müssen wir uns entgegenwerfen, denn sie bildet«ine große pfocho- logische Gefahr für den Mut und die Hoffnung wester Dolkskreise. Aber wirksam dagegen ankämpfen können wir nur, wenn wir uns von einer Verantwortung frei machen, die van den Massen der Leidenden nicht verstanden wird. Treiben wir keine Kata- strophenpolitik, aber bereiten wir Partei und Gewerk- fchaften darauf vor, daß wir keineswegs die Verantwortung für etwa eintretende schlimm« Folgen der Notverordnung übernehmen tonnen, sondern im gegebenen Moment.energisch den Kamps auf- zunehmen bereit sind. Oer Helldors-prozeß. Gewehr und Kuhns bereits aus der Hast entlassen. Die Sitzung im Helldorf-Prozeß war gestern voll- kommen mit der Verlesuirg der beiden erstinstanzlichen Urteile ausgefüllt. Man begann damit um 10� Uhr und war erst um 1494 Uhr fertig. Von den beiden Staatsanwälten S t e n i g und H e r f war nur der letzter« anwesend; von den sechs Verteidigern, unter denen sich auch der Freund Hitlers, der Reichstagsabgeordnete Frank ll aus München, befindet, war zur Ueberwachung der Verhandlung nur R.-A. Dr. Triebet zugegen. Nach der Verlesung der Urteile macht der Vorsitzende, Land- gerichtsdirektor Ohncsorge, die Mitteilung, daß der nächste Haftprüfungstermin für sämtliche noch inhaslierten Angeklagten am 22. Dezember stallfinden soll. Die Angeklagten machten gar kein Hehl aus ihrer Freude: sie sehen sich schon in Freiheit. Uebrigens sind die vom Schnellgericht zu einem Jahr sechs Monaten bzw. zu einem Jahr drei Monaten Verurteilten Kuhns und Gewehr bereits gelegentlich eines früheren Haft- prüfungstermins aus der Hast entlassen worden. Geltern wurden die Angeklagten nach zur Person vernommen: beute um 9 Uhr beginnt die Bernehmung zur Sache. Di« ersten Zeugen dürften erst in einige» Tagen ,m Gerichtssaal erscheinen. Um der Bollständigkest willen seien auch die Namen der Bei- sstzer genannt. Es find dies der Landgerichtsrat Werner und der Assessor Dr. Arndt. Als Schöffen fungieren ei» Maurer und «ine Beamtin. HO Personen gestürzt und teilweise schwer verletzt. Auf den gestrigen Schneesall sind wieder eine Reihe von schweren Unfällen zurückzuführen, die sick, im Laufe des Räch- mittags in allen Stadtteilen ercigueten. Auf den verschneiten Vürgerfkcigen kam es zu wahren Massenstürzen. Dos ist offenbar nur auf die recht säumig gehandhabie Streuung zahlreicher Berliner Houseigenlumer zurückzuführen. Es wäre sonst nicht zu erklären, daß überkv Passanten, in der Mehrzahl Fronen, infolge der Glälle stürzten und sich die Gliedmaßen brachen. Aus einer Rettungsstelle in der Sladt wurden allein nenn Personen behandelt, die sich Arm- und Beinbrüche zugezogen hallen. Bei einigen Verunglückten waren die Verletzungen so schwerer R a t u r. daß sie ins Srankenhous übergeführt werden mußten. Straßenreinigung klappt nicht. In einer Notzeit, in der die Stadt Berlin jeden Pfennig bei- summen halten muß, um die Zahlungen für die Hunderttausenden von Wohljahrlsempfängern aufrechtzuerhalten, könnte man vielleicht verstehen, daß die städtischen Stellen möglichst wenig Geld für besondere Straßenreiniguuasaktionen ausgeben wollen. Nur ist Verlin kein kleines Städtchen, wo man geduldig warten kann, bis die liebe Sonne Schnee und Eis in dm beliebten Matsch verwandelt. In dm Straßen der Reichshauptstadt wird durch den Massenverkehr fast jeder Fahrdamm innerhalb weniger Stunden zu einer gc- fährliche» Schlitterbahn, wenn ausreichendes Sandstreuen und Schneebesettigung unterbleibt. Das konnte man gestern überall in Berlin beobachten und die zahlreichen Unfälle zeigen, daß die Glätte in vielen Fällen Menschen in Lebens- g s f o h r gebracht hat Deshalb müssen trotz aller Geldkalamität Mitteln für eine ausreichende Straßenreiiiigung freigemacht werden. WildererunVesen in Westböhmsn Das ganze westliche Böhmen wird seit einiger Zeit in furchter- lichster Weise von Wilderern heimgesucht. Die tschechischen Behörden vecsagen gegenüber diesem Verbrechertum leider; sie scheinen oiseNbar machtlos zu sein. Der Zustand ist schlimmer als zu Kriegszeilen. Es wird nicht mir aus Not, sondern auch aus Habgier und sogar aus sportlichem Ehrgeiz gewildert. Es gibt ganze Banden von Wilderern und alle haben auch in den kleinen Gc- meinden Hehler oder doch Helfer, da sich niemand an die Burschen wagt. Neben den Wilddieben in den Großrevieren arbeiten viele Häusler für sich als Wilddiebe und locken das Wild in Schußnähe an, um«s dann aus verborgener Stelle abzuknallen. Die Reviere werden derart systematisch ausgeplündert, daß die Gefahr besteht, daß das Wild vollkommen ausgerottet wird. Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten A.-G. Die Kassen der Zentrale: Berlin S. l.4, Wallftraße 63, und der Depositenkasse: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, werden am Donnerstag, dem 24. Dezember 1ö31 fHelligabendi bereits um 1 Uhr und orn 31. Dezember(Silvester) um 3 Uhr geschlossen. macht den. eigenen jfercl im wahren Sinne Woldes wert! In dieser Verpackung erhalten Sie Ata in grober Mahlung. Ata grob ist Henkels Spezial-Scheuerpulver für Herd und Ofen. Wie alles, was den Namen Henkel trägt, ist es von höchster Ergiebigkeit und allerbester Güte! f,• &—, ''"»•Mv••./»•>'-'■ Hergestellt in den Persilwerken. Schenkt tumFeate •aCU#*hxxJ?Hyrx./ dick/rd0/M.-Qoldm. 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Oocmbcr, MnrlannanaU. 3{ natfinu S Uhr. im Tapete» cgillaf. Rolonie- Cintenftr. 83 85 Stca0 Saal Achtung, Metallkartell! Montage den 31. Dezember 1931, abends 7 Ii Uhr, in den„K a mm e r s B 1 e n", Teltower SlraBe 1—4 Versammlung alier vertrauenspersonen und Bainebsratsdeieglarten aus den oeineuen des Verbandes Berliner metaiiindustrieiier Tagesordnung: Bericliterslattung von den Verhandlongen vordem Sctiilcliter Uecbanbsfian», 1 Eingang Elsdsser rv. 4 Treppen Tmolnmlahä aller In der BfirotnaKfafnen- Indotirie beichäftigt. Kollegen Tagesordnung: Birichterstaiiung von drr Lohnvrr- Handlung. zahlreiches und plinliliches Crfcheinen wirb erwartet, via Ortcverwniinug. F 8, Ober Daum 1 303 Zutritt nur gegen Vorzeigung der mit dem VBMJ.-Stempel versehenen Legitimationskarte und des Verbandsbuches einer dem Metallkartell angeschlossenen Organisation. Dia Ortsverwallung. Eisii;S-Öetten�� Kindeib.. PoJofer, CbaJaeJ-, an Jadfin, Teil» <4 titlos freL Eibenmöbalfobrik Suhl IlliiiiiJ ... PlUH/ HÜi� '�i�iÄChf �iLCtiflitictla(SoiflW A. WUurak Mach/. Hugo Baumgartner SO, Köpenicker Straße 75 O, Warschauer Straße?7 5, Kotiimser Damm /O? S. Alte Schönhauser Str 46 Steglitz, Bismarckstraße 64 a Gevrinnaoszog 3. Klasse 38. Preuhisch-tsLddenIschc Claals-Lotlerie. Ohne Gewahr« Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gesellen, und zwar je einer aus die Los« gleicher Nummer in den beiden Abteilungen l und ll 2. Ziehungstcg 17. Dezember 1931 On der heutigen Bormittagsziehmtg wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2«ewimic ,u IOOOOO®. 265633 2»ttumn« ,» 1 0000 TB. 354360 4»cioliuw tu 5000 W. 28461 175294 6 pi 3000 TB. 63784 174679 271254 10»«äbinn« W 20OO M. 66068 110045 130971 317101 340844 22»rwiunr ,n ,000 M. 1232 2763> 3189 102398 134.113 199353 228963 233283 284064 330962 343314 36 e-winnr ,1» 600 M. 179 1091 12621 43996 59910 61252 63363 90392 95842 99079 1271 14 187624 194061 264826 274118 327053 352738 353905 54 üfctotm:.- ja 500 ÜB. 36163 87935 I Ol 367 124654 125369 127880 137157 149524 176732 175797 179033 186510 194641 214228 220951 238970 239704 253600 258440 200303 281667 321202 326943 337702 368064 384777 387567 In der heuiigen Nachmittagszithung wurden Gewinn« über 400 M. gezogen 4 ,3 10000 W 394748 396601 2«twinnc ,u 3000 ZU. 199155 8».wiT.« ja.3000 M. 187364 240948 312434 388309 2®e»ina» sn 2000 W. 3472 22 eettratn*» lOOOZIL 63034 110820 132221 1S7241 173636 176974 191 668 214738 270233 292642 364391 46»»«in», m 800 OL 6148 14373 27782 31228 34388 30384 69147 »3393 90709 109802 158370 170772 210827 211204 237103 268496 374397 375801 388969 390807 391889 393036 398779 54»ctainnc ,u 500 M. 8025 21706 Q8S09 37784 57383 62096 90032 105823 123735 127416 135177 141848 146611 158681 170167213580 246533 255447 283863 287831 289098 292352 298780 310715 329420 374508 393326 Die Ziehung der 4. Klasse der Z8. Preuvisch-Süddeutschen (364. Preubijchen) SiaaiZ-Lvtleri« findet am 1-3. und 14. Januar 19h2 statt. Tiedmanns staunend billige WeihnadiisAnMg Nur erstklassige Qualitäten Feinster Richtenberger Edelkranntwein Vi Fi. 2.70 Feinster Weinbrand vcnchn. Marke b.t.. 2.35 Feinster Weinbrand verscun. 3 s-icme.>, 3.75 Echter Deutscher Weinbrand 3 stemo. 4.50 Echter Jamaica-Rum-Verschn. 2 Kr., 3.65 Echter Jamaica-Rum-Verschn,* Kr.„ 4.65 Feissler Talellikör 30�.. Eilra leine Edelilköresso,. . Vl fl 2.90 . vi fl 3.99 Feinster Apfelwein rar Bovin . Liter 0.50 Erstkl.Johannisbeenvein.Stachelbeerw.„ 0.90 Feinster Erdbeerwein,»ßß........ 1.45 Echter Tarragona, teurie»uc......»(.25 Echter Malaga, edel...........» 1.40 Prima Wermuthwein, Marie„E-nsn'-.,» 1.10 Echter hisel Samos, voiissb......» 1.90 Echter Duro Portwein, feurig.„ 2.80 Echter Pepsin wein fflr Krnnke...% Liter 1,30 Feinster Ungarischer Dessertwein. 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Im Verlauf der Aussprache gab der Minister des Innern. dichter, eine Erklärung ob. in der er u. a. ausführt«, daß in den letzten Monaten die Ueberfälle auf Andersdenkende zugenommen hallen. Die Sprache in den Versammlungen, Flug- blättern und in der Press« sei wesentlich schärfer und unangemessen gewordsn, allerdings seien diese Uebelständ« in Sachsen nicht schlimmer als in anderen Teilen des Reiches. Zu Sachsen seieu im Jahre 1331 insgesamt 384 politische Schlägereien festgestellt worden gegen 173 im Jahre 1338. Als schuldiger Teil seien ouzuseheu die Kommunisten in 165, die Nationalsozialisten in 60. Angehörige anderer Par- teien in 24 Fällen, während in 135 Fällen die Schuldfrage nicht einwandfrei habe geklärt werden können. Bei diesen Schlägereien seien Insgesamt 683 Personen verletzt und 14 getötet worden. Von den Verletzten gehörten 108 der Kommunistischen Partei, 363 der Nationalsozialistischen Partei und 64 anderen Par» teien an. während die Parteizugehörigkell bei 148 Personen nicht sestgeslellt wurde. Unter den getöteten Personen waren 2 Kommu- nisten, 6 Nationalsozialisten und 4 Angehörige anderer Parteien. Diese Statistik, so führte der Minister weiter aus, sei eine Schande für diejenigen, die für die Blullaten verantwortlich seien. Die Regierung sei mll der Reichsregierung und mit der gesamten friedliebenden Bevölkerung darin einig, daß solche Verhältnisse nicht weller fortbestehen dürfen und noch schärfer als bisher dagegen norgegangen werden müsse. Die Sprache in den Zeitungen und Flugblällern sowie auf Plakaten und in Versammlungen sei immer maßloser geworden, und es werde oft versteckt zu GewallläUgkellen aufgereizt. Die Regierung werde eine solche Sprache nicht mehr dulden Sie habe die Polizeibehörden angewiesen mll Verboten gegen Presseerzeugniss« vorzugehen, die sich weiter einer solchen Sprach« bedienen sollten. Abstriche in Preußen. Sotscheidende Kabinettssißung über preußische Not- verorduung. Am Freitag findet die entscheidend« Sitzung des preußischen Staatzministeriums über die neu« preußisch« Rotverord- n u n g statt. Mit der amtlichen Veröffentlichung der Notverordnung ist jedoch erst für Anfang nächster Woche zu rechnen. Diese preu- bische Sparoerordnung mit ihren radikalen Etatkürzungen stellt oen letztmöglichen Versuch dar, den preußischen Staatshaushalt aus- �gleichen. Von deu radikalen Alstrichen Hab« man so gut wie ieine Etatsposillon verschonen können: infolgedessen habe man auch beim Kultushaushalt Einsparungen durchführen müsien, die jedoch durchaus nicht dazu berechtigten, den aufbauenden Kulturwillen des preußischen Staates in Frage zu stellen. Aus der Grundtendenz de« neuen Staates heraus werde auch nach ben Einsparungen die Pflege der Kultur und der Wissenschaften weiter ein leitendes Prinzip der preußischen Staatsregierung bleiben. Die einzelnen Bestimmungen der preußischen Notverordnung lpgsten noch in der entscheidenden Kabinetts sitzung eine Aenderunz erfahren. Besonders steht noch nicht fesch ob Preuße» die Schlachtsteuer einführen wird. Wenn sich irgendeine Möglich- ke't zeigt, die durch dies« Steuer erwartete Staatsein- nähme von fast 100 Millionen Mark durch weitere Ab- striche usw. hereinzubringen, wird das Kobiustt aen Plan ein« Schlachtsteu« fallen lassen, um den Preissenkungsplänen der Reichs- regierung keknerlei Schwierigkell zu bereiten. Hauptaufgabe der Ttaatsregierung bleibt aber, den Etat ausgeglichen vorzulegen, weil der Defizithaushalt des größten deutschen Staates gerade während der Baseler Derhandlungeu und der sich anschließenden internatio. -wlen Besprechungen außenpolitisch ungünstig wirken würde. Wie schwierig die Finanzsituatian des Staates sei, ergibt sich nicht nur aus der Unmöglichkeit, zuverlässige Einnahmevorschätzungen ous den Steuern zu machen, sondern auch daraus, daß die staatliche Betriebsverwaltung aus einem Ueberschuß- zu einem Zuschußgebiet wird. Der Forst» Etat, der aus den Halzverkäufen früher 50 Millionen Ueberschuß erbrachte und der im Haushall für lS3l noch mll 30 Millionen Ueberschuß angesetzt war, werde vermutlich berells 1931 tatsächlich mll einem Fehlbetrage abschließen, da das Holz heute nicht abgesetzt werden kann..- Die Schließung der Staatstheater in Wies» baden und K a s s e l, die«inen Zuschuß von über zwei Millionen erforderten, wird bestätigt. Von den Berliner Staatstheatern wird zum mindesten das Schiller-Theater geschlossen. Uni- nersitäten werden voraussichtlich vorläufig nicht geschlossen werden, obgleich der Gedanke einer Schließung der Universität Greifswald aufgetaucht war. Dagegen ist mit der Schließung sämt- licher Kunstakademien mll Ausnahm« der Düsseldorfer und der Berliner zu rechnen. In einigen anderen Städten, vor allem in Königsberg, wird die Kunstakademie mit der Kunstgewerbeschule zusammengelegt. Oer Vorkumer Hai Glück. Weaigsievs beim Reichsgericht. Leipzig. 17. Dezember. Der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Münchmeyer hat beim Reichsgericht mll seiner Revision erwirkt, daß das gegen ihn vom Landgericht B r i e g am 9. Januar d. I. ergangen« Urteil aufgehoben mll> die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Landgericht Breslau zurückverwiesen worden ist. Münchmeyer war wegen einer am 21. Februar 1929 in Brieg gehaltenen Red« wegen öffentlicher Beleidigung des Reichsbanners und wegen Beschimpfung der Republik und der Reichssarben zu drei Monaten Gefängnis mll» 300 M. Geldstrafe verurteilt worden. Die Aufhebung des ange- fochtenen Urteil» erfolgt« in der Hauptsache wegen des prozessualen Verstoßes, daß trotz entschuldigten Wegbleibens de» Angeklagten in Brieg gegen ihn verhandell worden war. Dann aber schien dem Senat auch in sachlicher Hinsicht bezüglich der Beleidigung des Reichsbanners das Urteil insofern bedenklich, als hier die Richt- linien des Reichsgerichts über den Begriff der Kollektivbeleidigung oertannt worden seien, um so mehr, als die beleidigenden Aeuße- rangen nicht gegen die beiden Sllafantrag stellenden Führer des Reichsbanners, HSrfing in Magdeburg und Steiner in Breslau, gerichtet gewesen seien- Schmener Bundespräfideul für 1S32 ist Dr. Motta, Dize- Präsident Schult Heß. Motta ist gerade 60 Jahre alt, er stammt aus dem romanischen Tesstn. Die füus Buudesräte(Minister) wurde» wiedergewählt. Graz, 17. Dezember.(Eigenbericht.) Die blutigen Zusammenstöße im stetrischen Voitsberg, bei denen eine sozialdemokr«it«sche Lehrerin und ein Kommunist getötet, ein Hakenkreuzler, ein Landbündler und die Frau eines Heimwehrmannes schwer verletzt worden sind, ereigneten sich noch einer sozialdemokratischen Bersammlung und einer Derstmunwng der Hakenkreuzler. Vorher hatte die Polizei in einem unoers perrtcn Raum des Rathauses angeblich 150 Handgranaten gefunden. Als die sozialdemokratische Versammlung beendet war, führten Landjäger einen jungen Mechaniker cmgeblich zu einem Verhör. Sie marschierten mll dem Mechaniker mitten durch die Meng«. Die Folge waren stürmische Rufe. Als dann ein« unbekannte Person auf einen Landsäger sprang, um ihm sein Gewehr zu ent- reißen, ging ein Schuß los. Die Landjäger eröffneten daraufhin das Feuer auf die Flüchtenden. Der Heimwohrführer, Landesrat Meißner, verfügte nach dem Vorfall telephonisch, daß sich die Heimwehr dem Bezirkshaupt- mann zur polizeilichen Unterstützung zur Derfügung stelle. Das Gespräch wurde abge.hört. Dabei konnte festgestellt werden, daß Meißner diese Anordnung zum Zweck der Stimmungsmache für die AngMigteu im Grazer Hochoerratsprozeß traf. Der Bezirkshauptmann lehnte die„Unterstützung"' durch Helm- wehr ab. Sin Kommunist soll angefangen haben. Graz, 17. Dezemb« Dr« bisherigen Ermittlungen üb« dl« blutigen Zusammenstöße in Voitsb«g in Steiermark haben ergeben, daß der Hilfsarbeiter Wretzko aus Küflach den Schuß abgegeben hat, durch den«in Gendarm v«letzt und«ine Frau getötet wurde. Wretzko gehört der Kommunistischen Partei an. Oer Landeschef verteidigt die Putschisten. Graz. 17. Dezember(Mgenbericht). In» Hochoerratsprozeß wurde Sandeshauptmann Dr. Rintelen als letzter Zeuge vernommen. Rintelen erklärte, er habe. um Blutvergießen zu vermeiden, mit Zustimmung der Regierung mit der Heimwehr verhandelt Es sei ihm auch vom Bundeskanzler die Amnestierung der Heimwehr zugestanden worden, wenn sie ihr« Aktion einstell«. Auf Fragen der Der- teidigung erklärte Rintelen, die Heinnvehr hätte gegen staatlich« Organe keine Gewalt gebraucht und hätte auch nicht in seinen Wirkungskreis eingegriffen. Di« Hennwehr Hab« sich 1927 groß« Verdien sie erworben, indem unter ihrem Druck der Eisenbahnerstreit hätte eingestellt werden müssen. Ueberhaupt verteidigt« Rintelen fast in jedem Satz die Putschisten. Der Staatsamoall stellte keine weller« Frag«, was allgemein auffiel. Oer Ausbau Znnerrußlands. Bericht der Regierung. Moskau. 17. Dezember.(Sowjetagentur.) Der Vorsitzende des Volkskommissariats Innerrußlands, Sulimoff, führt« auf der Tagung des Allrussischen Zenttal- «xekutwkomitees folgende Zahlen üb« die vorläufigen Ergebnisse des wirtschafllichen und kulturellen Aufbaus Innerruhlands im Jahre 193l an: Die Gesamtproduktion der Industrie überstieg die Produktion des Vorjahres um 25,3 Proz. Die Kontrollziffern sehen eine Zunahme der Gesamtproduttton im Jahre 1932 um 36,2 Proz. vor. Bon 1927 bis 1931 wuchs die Aussaatfläche um 10 Millionen Hektar. Der Anteil des sozialistischen Settors in der Landwirtschaft(Kolletttvbettiebe) erreicht 1932 82 Proz. gegen 66 Proz. im laufenden Jahr. Di« Zahl der Lohnarbeiter ist 1931 gegenüber dem Vorjahr um 2 600 000 gestiegen, der Lohnfonds um 14 Milliarden Rubel, was eine Zunahme um 5 Milliarden be- deutet. Die S o z i a l f o n d s, die in dem Lohnfonds nicht ent- halten sind, beziffern sich 1931 auf fünf Milliarden, d. h. ein« Zu- nahm« von fast IX Milliarden Rubel. 1932 wird die Zahl der Lohnarbeiter 14 Millionen erreichen und. der Lohnfonds auf 17 Milliarden Rubel, der Sozialfönds auf 8 Milliarden Rubel steigen. Elementarfchulunterricht genossen im Frühjahr 1931 93,4 Proz. all« fchulpflichttgen Sind«. Insgesamt wurden die Elementarschulen von 20 Millionen Kindern besucht gegen 7,8 Millionen im Jahr« 1914. Di« höheren Lehranstalten werden von üb« 350 000 Personen besucht. Bannstrahl gegen Liberalismus. Im bevorstehenden Januar soll in Moskau die Konferenz der Kinnnvinisttscheu Partei zusammentrete«; sie ist um so wichtiger, Das Urteil ist am Freitagabend zu erwarten. Es gilt als sicher. daß die Geschworenen, die zum größten Teil Parteifreunde der Putschisten sind, die Angeklagten freisprechen werden. Die Himwehr hat bereits für Frellagabend einen Fackelzug angeordnet. Schon vorher hatten die Zeugenaussagen leitender Gendarmerieführer ergeben, daß die Landjägerei offensichtlich mit den Putschisten paktiert hat. So erklärten sie, daß sie kemen Anlaß gehabt hätten, cnrzuschreitei», da sich die Heimwehr tadellos benommen habe. Der Staatsanwalt machte die' Zeugen deshalb daraus aufmerksam, daß die Heimivehr die Polizei entwaffnet»rnd in Arbeiter- wohnungen hineingeschossen hat. Einige sozialdemokratische Gem«ndeoorstel)«r, unter ihnen Abg. Horoatek, schilderten, wie sie von der Heinnvehr verhaftet wurden, und daß die Landjägerei sich völlig passiv verhielt. Ein Eisenbahner berichtete, wie mll Maschinengewehren in seine Wohnung hineingeschossen wurde und zeigte Photographien, wie die Heimwchr gehaust hat. Vertreter der Heim- wehr«zähllen, daß Pfrimer gegen jede Gewalttätigkeit sei. Die Vezirkshauptteitt«(Landräte) sagen aus, die Unterführcr hätten ganz offen erklärt, daß die Diktatur ausgerufen sei. �........... 9p Bürgerliche Lomnalisten im Kreditonffoltsfold. Met«. IS. DszenGer Einer Darfegung de» Fmanzminifters Dr. Werde ichoffer im . Fmangausschuß ist zu«nteehmMi: Die Kreditanstalt hat Schritte unternonansn, um die aufgewendeten Beträge im Sinne des Preßgejetzes zurückzufordern. Die List« dies« Zuwendungen wird gegenwärtig von der Organisation der Wiener Presse geprüft. Rechtsanwalt Dr. Konirfen als Treuhänder dies« 290 000 Schilling«klärt, er s« nicht in der Lage, Ausschluss« zu geben: doch konnte der Minister selbst mitteilen, daß von den 290 000 8 jetzt noch 190 000 im Kroditinstitut für öffentliche Arbeiten hinterlegt seien. Wettere 40 000 8 seien wieder zurück- geflossen, so daß noch die Venvendung von 110000 8 aufzu- klären sei. Dies« 110 000 8 wurden dem amtlichen Bundespresse- dienst übergeben, der sie für Ausgaben aller Art Mrmenbet«, so für die Verbreitung von 4—5000 Artikeln mährend sechs Monaten usw. Begichungen privater Organisationen, privater Agenturen oder «inzelner Zeitungen mwden gar nicht in Aussicht ge- nommen, sondern es wurde lediglich der amtliche Apparat als solcher mll etwas verstärkten Mitteln in Anspruch genommen. Im ganzen wurden 88 450 8 ausgegeben, 21 550 sind»roch vorhanden. D« Ausschuß hat auf Antrag der MehrlMsparteiei, die Regierung aufgefordert, die Protokolle des Ausschusses zur Einleitung der strafgerichtlicheu Verfolgung wegen Bestechung der Staatsanwaltschaft zu übergeben. well der eigenüichc Parteilongreß im nächsten Jahr verschöbe» werden soll. Jedenfalls gab der Moskauer ütundfunk sehr deutliche Andeutungen darüber. Demnach soll dies« Konferenz wieder Säuberungsaktionen in der Partei durchführen. D« Rund- stinksprecher sagt« u. a., daß sich die sell einig« Zeit schon oersprengts Rechtsopposition wieder gesommell hob« und vor allen Dingen auf dem Lande unter den Bauern eilt« neue Tätigkell entfalte. Die Rechtsoppvsition habe ein neue« Programm zusamn«»»- gestellt und nenne sich jetzt„Liberale Richtung"'. Man habe ein' besonders Bauernprogramm ausgestellt und verlange in Geheim- Versammlungen ein weniger hartes Regime gegen die Bauern. Im Radio sagt man. daß mll aller Schärfe gegen dies« neueste Form d« Opposition gekämpft werde, um so mehr, als das Programm der„Libualen" sich sehr wenig von dem der Sozial- demokratie unterscheid«. Aber auch die Trotzristen sollen sich in vielen Workversammlungen ber.rerkbar machen. Der Parteifunk kündigte zu der Tagung der Parteikonferenz neue Verfolgung der Opposition und Ausschlüsse aus der Partei an. Besonders die ukrainische Sektion werde zu tun bekommen, da dl« Oppo- sittonellen in diesem Lande besonders stark arbellen. Seine Eiustelluna der eugllfcken Tlottebbavien. Die Meldung des„Dally Herold"', daß die englische Regierung d>e Einstellung des gesamten Flottenbauprogramms plane, wird in unternchtete.» Londoner Kreisen als hell« Unsinn bezeichnet. E? wird«klärt, daß die Abrüswngsfrage zweifellos einem Unterausschuß des Kabinett« übertragen werde, daß ab« bisher«in Plan noch nicht einmal entworfen sei. Aller Wahrscheinlichkeit noch werbe vor Neujahr kein««ichttge Entscheidung fallen. Dritte cnglischc Jtohollverordnuug. Am Dauner--tagabe»d wurde die dritte Notzollverordmmg auf Grund des Dumping■ abwehrgesetze« herausgegeben, die eine Reih««etterer Waren, dar» unter verschieden« Textllartrkel, mtt einem Zoll von 50 Proz. belegt. Oer Sumpf im„Oevaheim". Große Anfrage im preußischen Landtag. D« Preußische Landtag beschäftigte sich am Donnerstag mit der großen sozialdemokratischen Anfrage über den Zusammenbruch der wirtschaftlichen Einrichtungen der Inneren Mrsswn und der Evangelischen Kirche sDevalieim). Die Aussprache über den K o r r u p t i o n s s u n, p f des D e v a- beim, hinter dem die Innere Mission mit deni Machtgesüge der Evangelischen Kirche stand, war für weiteste Kreise außerordentlich aufschlußreich. Aufschlußreich vor allem für diejenigen, die bisher den demagogischen chetzaposteln nachliefen, die z. B, aus dem Sklarek- ssoll mm schon über ein Jahr lang die Korruption von Marxismus, Demokratie und Republik zu beweisen vcrsmhen. Es mag schon sein, daß rein j u r i st i s ch, wie ein Regie- mnqsvertreter in seiner kurzen Antwort auf die sozialdemokratische Anfrage erklärte, also nach dem starren Buchstaben des formalen Rechte's, die evangelische Landeskirche für diesen ganz unglaublichen Skandal nicht verantwortlich gemacht werden kann. Aber niemand kann sich über die Tarsache hinwegsetzen, daß prominente Vertreter der Kirchenbehörden durch die Innere Mission auf den Aufsichtsrot des Dcvabcim entscheidenden Einfluß hatten, daß sie seit Jahre» auf die dort herrschende Mißwirtschaft auf- merksam gemacht wurden und daß sie dagegen nichts unternommen haben. War dach der Pfarrer Cremer, der mit am schwersten belasset ist, Vorsitzender dieses Aufsichtsrates. Aber nicht, daß ein Pfarrer Aufsichtsrotsvorsißender war, ist entscheidend, entscheidend bei der Würdigung dieses Falles ist die Tatsache, daß kirchliche Kreise— denn olle jetzt Belasteten sind stramm deutschnationat! seit Jahr und Tag draußen im Lande und sogar von der Kanzel Kerab, wie der Hof- und Domprediger Döring, in wüster Hetze gegen das verruchte neue System wettern. Diesen Herrschaften von der Landtagstribüne herab einen Spiegel vorzuhalten, war die Aufgabe des sozialdemokratischen Abgeordneten Möller, Halle, der in seiner Begründungsrede zu der" Anfrage bjs zuletzt den bündige» Beweis erbrachte, daß sie wobl trefflich den Splitter im Auge der anderen, ober nie den dicken Balken im eigenen sehen. Es genügt, aus fernen Ausführungen hervorzuheben, daß an der Gründung des Dcoaheim-Konzerns sich außer dem„Zentralausschuß für Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche" auch sämtliche namhaften charitativen Verbände der evangelischen Kirche und auch der Deutschnationale Handlung?- gehilfonverband beteiligten. Wie der sozialdemokratische Redner kerovrhob. ist seinerzeit die Gründung des Konzerns mit dem Ziele des Wohnungsneubaues erfolgt, um mit der Bekämpfung des steigenden sozialen Elends eine Gefahr für die evangelische Kirche selbst zu beseitigen. Man muh" schon sogen, daß die Bekämpfung dieser sozialen Gefahr für die wackeren Glaubensstreiter sehr einträglich gewesen ist. Es kam den leitenden Männern des Devaheims nicht darauf an, gegebene Wechsslblanketts in Höhe von SSV 000 M. für sich per- sönlich auszufüllen und diesen Tatbestand durch Einschmuggeln von gefälschten Urkunden in die Akten zu verwischen. Die Gründung einer Hilfskasse als„Treuhand- und Vermittlungsstelle" für die Reichs- und Landeszuschüsse an die private Wohlfahrtspflege mußte dazu dienen, eine von den Devaherren gegründete Privatbank zu finanzieren, in der die M i l l i o n e n z u> ch ü s s e aus ö f f e n i- l i ch e n Mitteln(1924 betrugen diese allein IS Millionen Mark) durch Beteiligung an Grundstücksgeschäften, Jndustrieunter- nehmungen wie. Margarine-, Schreibmaschinen- und Textilfadriken zn verspekulieren. Mahnten Wohlfghrtsanstalten dringend Gelder an. wurde ihnen der Bescheid, daß die Ueberweisung ösfent- lichor Gelder, die bereits verbraucht waren, noch nicht er- folgt sei, und die Biedermänner empfahlen den Anstalten, bei dem von ihnen gegründeten Bankhaus Zwischendarlehen zu Zins- sötzen bis zu 14 Proz. auszunehmen! Es vornollständigt nur das Bild, wenn der Aufsschtsratsvor- sitzende Pfarrer Cremer ein Geheimkonlo in höhe von 175 000 M. verwaltete, aus dem Persönlichkeiten der Inneren Mission Beihilfen gewährt wurden. Aber es ist schamlos, daß eine Million Mark, die dos Landwirtschaftsministerium dieser.Hilfskasse" im Winter 1927-28 zur Speisung hungernder Kinder überwies, ebenfalls in die Kasse der Privatbank der Devaleute ging. Und auch dieses Geld, um das man arme, hungernde und frierende Kinder betrog, war in wenigen Wochen verwirtschaftet! Daß der rechten Seite des Hauses, besonders den Deutsch- nationalen, diese schonungslose Abrechnung außerordentlich peinlich war, kann man wohl verstehen. Die sonst so redseligen Pfarrer— schwiegen! Sie schickten Herrn von Gerslorff vor, der sich der gewiß nicht angenehmen Aufgabe unterziehen mußte, den Versuch zu machen, zu retten, was noch zu retten war. Er bezeichnete die sozialdemokratischen Darlegungen als weit übertrieben, gab aber zu, daß leider die B o r w ü r f e berechtigt seien. Aber, und hier fand er eine Stütze in der Antwort der Regierung, formal- j u r i st i s ch könne die Kirche nicht verantwortiich gemacht werden. Es liegt also der sellene Fall nor, daß die Rechte mit einer Regie- rungserklärimg,— wenn auch einer sehr anfechtbaren— zufrieden ist. Außerdem wurden endgültig verabschiedet die Um- bzw. Neugestaltung dos Disziplinarrechts für die nicht- richterlichen und auch für die richterlichen Beamten. In der Freitagsitzung, die schon um 10 Uhr begmnt, wird der deutschnationale Mißtrouensantrag gegen den Finanz- minister Klepper zur Wstimmüng kominen und wie alle übrigen abgelehnt werden. Außerdem wird die abgebrochene Aussprache über die Willkürmaßnahmen landwirtschaftlicher Verbände im Osten fortgesetzt._ Ehrenliste des Dritten Reiches. Oer Hatenkreuzler als Erpresser. Sluttgark. 17. Dezember.(Eigenbericht.) Der Nationalsozialist Georg Frey, Stuttgart, wurde wegen eines Verbrechens des Diebstahls im Rückfall, wegen Er- Pressung und widernatürlicher Unzucht(§ 175) zu einem Jahr zehn Monaten Zuchthaus und Aberkeimung der bürger- lichen Ehrenrechte auf fünf Jahre verurteilt. Frey ist wegen der gleichen Delikte u. a. auch wegen räuberischer Erpressung schon mehr- fach vorbestraft. Mit ihm war sein Erpressungsopfer, ein KZjähriger Krankenwärter von Kirchberg a. d. Murr, wegen eines Vergehens gegen den§ 175 angeklagt. Er erhielt einen Monat Gefängnis. Der Nationalsozialist hat sich, wir folgen hier der Urteilsbegründmig, in der schamlosesten Weise dem alten Krankenwärter in erpresserischer Absicht genähert und ihn in einen öffentlichen Abort gelockt. Dort hat er dann den Mann bei Aus- Übung der midernatürlichen Unzucht bestohke« und ihn dann später noch durch Erpresserbriefe mn große Geldbeträge gebracht. Neben seinem Geld hat der Krankenwärter durch den Nazi auch noch sein« Stellung verloren. Auf Bordall des Gerichts über die Motive seiner widernatürlichen Handlungen erklärte Frey wärt- lich:„Ich betätige mich wir deshalb als Otrichjunge, weil das für mich einen leichten und mühelosen Erwerb darstellt." In der Urteilsbegründung stellte das Gericht weiter fest, daß Frey während der Verhandlung gelogen habe, daß sich die Balken ge- bogen hallen. Ein anderer als Spion und Betrüger. Söslin. 17. Dezember.(Eigenbericht.) Im Frühjahr dieses Jahres ging durch die gesamte Presse die Nachricht, daß der Nationalsozialist, Kutscher Otto B r a ü ß aus Neustellin wegen Spionageoerdachts verhaftet wurde. Braatz halle seinerzcll an einen polnischen Pfarrer einen Brief geschrieben, in dem er seine Berichterstattung für Nach- richten anbot, die im Interesse der Landesver- teidigung geheim zu halten sind. Braatz forderte in dein Brief eine ansehnliche Summe für seine Spionagetätigkeit und wollte nach Empfang des Geldes sofort weitere Nachrichten absenden. Der polnische Pfarrer meldete den Vorfall jedoch den deutschen Behörden und so wurde Braatz, als er die chiffrierte Ant- wort des Pfarrers vom Neustettiner Postamt abholen wollte, von Kriminalpolizeibcamten verhaftet. Das Schreiben an den polnischen Pfarrer hatte Braatz nicht mit seinem richtigen Namen, sondern mit„Radomski" unterzeichnet. Auf Grund des vorstehend geschilderten Tatbestandes wurde Braatz in Untersuchungshaft geiwnunen und gegen ihn betin Reichsgericht ein Verfahren wegen Verrats militärischer Geheimnisse an- gestrengt. Das Reichsgericht ließ jedoch die Anklage auf Landes- verrat fallen und verwies den Fall an das Kösliner Schöffen- gericht, das Anklage gegen Braatz wegen Urkunden- sälschung in Tateinheit mit versuchtem Betrug«(gefälschte Unterschrift usw.) erhob. Jetzt fand nun vor dem Kösliner Schöffengericht unter Aus- schluß der Oeffentlichkell die Verhandlung statt. Braatz wurde wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit versuchtem Betrug zu zwei Monaten drei Wochen Gefängnis und z» den Kosten des Verfahrens verurteilt. Die Strafe gill durch die Unter- suchungshast als verbüßt. Das Sködlebaugesetz. Der Wohnungsausschuß des Reirbstags beendete die erst« Lesung des Stödtcbaugesetzes und beschloß, die zwelle Lesung am 5. Februar zu beginnen. Falls der Reichstag vor- zellig einberufen werden sollte, würden sich allerdings auch die Dispositionen des Ausschusses ändern. In der Zwischenzeit soll der Entwurf den Ländern zur Begutachtung unterbreitet werden. (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) LcriuUwortliS» kflr Politik: iiitlot Schiit: Wirtschaft: S. BlinfleliEffr: Eewerkschaitsdewcauna: Z. Steiner; iZeuilleion: Dr. Zolin Sckikowoki: Lokales unt> Sonstiges: ärig Narftädt; Anzeigen: Th.«lote: sämtlich in Berlin. Bcrlag: Borwärls-Berlaq s m b. s.. Berlin. Druck: Vormärls-Buchdruckerei und Lerlassanslalt Beul Singer u. Co.. Berlin(533 68, Linden s: rage 3. Hierzu 3 Beilagen. Bei Kopfschmerzen, nervösen, rheumatischen u gichtischen Schmerze» haben sich Togol-Tabletten hervorragend bewährt Wenn Tauseude von Aerzten dieses Mlltcl verordnen, können auch Sie vertrauensvoll kaufen! In all.Apoth.M1 40. l«%Lim,0J46%ChIn..7j,3?/,Acid acet.salic, WERTHEIM Zusendung von S M an. 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Pfund 0.65 Krachmandeln....Pfund 0.56 Walnüsse 0.25 Paranüsse 0.44 Haselnüsse...... Pfund 0.45 Dampf- u. Fleischwurst Pfd. 0.75 Landleberwurst Pfund f.» 0.84 Jagdwurst.... Pfund i.is 0.90 Mettwurst Braumdiwalg. Art 0.95 Feine Leberwurst Pfd. fu» 1.00 Zervelatu. Salami holst. Pfd. 1.1 5 Teewurst falne u. grobe, Pfd. 1.28 Filet- u. Zervelaf w i. Fettdarm 1.32 Speck fett v. an 0.78 mager v. 0.92 Schinkenspeck t-Ptd-Stdc. 1.22 Nußschinken ca. zptd, Pfd. 1.36 ,... geschnitten, J«**'«»h Schinken o. ich., v.Pfd. 0.35 0.43 Gänsebrust u. Ladissdiink... (Pariser Art), Piund A.nU Schinken Burgund�i.Ceburg.Arll.35 Briekäse voiltelt, Pfd. 0.72 �"0.15 Camembert voiifati. Stock 0.20 Harzerkäse ca.<-Pfd.-Pakaf 0.30 Limburg Käse voNt.0.78hibf.0.48 Blodckäse Tiu». Art, halbfett 0.56 Tilslfetkäse vollfatt..Pfund 0.68 Heiländer u. Edamer veitf. 0.70 Steinbusdier voiitett, Pfund 0.84 Schweizer �iÄan< 00 Roh- u. Brafensdimalz Pfd. 0.50 Margarine, Kokosfett pm. 0.75 Molkereibutter Pfd. 1.08 1.24 Markenbutter....Pfund 1.32 Dänische Butter.. Pfund 1.34 Konserven Gem. Gemüse....... 0.60 Gem. Gemüse fain..... 1.25 Jg. Erbsen'ein 0.98mlttalfaln 0.74 Junge Erbsen sehr fein..1.15 Prinzeßbohnen antra fain 1.50 Bruchspargel»fark..... 1.93 Stangenspargel sehr stark 2.05 Ptiiferllnge kleine..... 1.25 Sellerie in Schalben.....0.63 Pflaumen 0.58 ahne Stein 0.72 Erdbeeren....../... 1.00 Pfirsiche kam., halbe Frucht 1.15 Konfitüre Johannisb. Aprikosen V, Elaer 1.10 Orange, Kirsch, Erdbeer. 1.25 Backartikel Oiympia-Mehl 1.35 Rauhreif-Mehl s-Pfd..Bautai 1.55 Auszug-Mehl Pfund«ja«.i/ 0.24 Karloffelmehl....Pfund 0.18 Maispuder...... Pfund 0.30 Sultaninen.. Pfund oji 0.53 0.38 Rosinen 0.46 Korinthen 0.56 Zitronat....... P.und 0.90 Mandeln soij. Pfund u« 1.9« 1,40 Kokosnuß geraspalt.. Pfd. 0.36 Mohn blau 0.36 wallv Pfund 0,52 Vanillin-Zudcef 5 Baute) 0.20 Backpulver....5 Bautal 0.30 Frisch gebrannter Kaffee Pfund 1.80 2.20 2.60 3.00 3.40 3.80 Schweineschinken f:;n u.schuiterbiian Kalbfleisch 0.78 Sd,nm"i 0.98 bralfeMg Hirschfleisch Rehfleisch.. Pfd. von an Pfd. von an Blatt 56 Pt. 85 PL BOcka. Kaut. 68 PL 85 Pf. 1.10 1.18 Sonde*- &n$ehot Oeflügelsuppe-.. Erbsen mit Speck Huhn mit Rots.... uosa N, Data ..... 0.15 0.35 0.25 0.60 0.36 Geflügel, Wild Cänse cje roreo, Ptand v. an 0,85 Hastgänse Pfd. 0.72 0.82 0.92 Enten v. an 0.7 5 Hühner v.an 0.68 Wolgahühner Pfund v. an 0.70 Hasen gestr. u. ausge w. Pfd. v. a. 0.78 Kaninchen gsfr. u. ausgew. Pi V 0.75 Wildragout.. Pfund von an 0.28 Fische Kabeljau».K.,gs. Fisch. v.an 0.20 Schellfisch u. Rotbars V. an 0.20 Frische Aiänder... Pfund 0.25 Kabe!jau-File> Pfund von an 0.34 Zander gsfr. Pfund von an 0.35 LadlS gafr., ganze Fische, Pfd. v. 0.35 Lab. Schleie v. 0.65 Karplan v. 0.72 1930 Halnfelder LeHen■.. u.BS 1930 Burweiles Schlotsberg 1.00 1930 Lieserer blumig, pikant 1.20 1927 Oppenheim. Celdbg. 1.20 1929 Wd. Istein. Pfatfenpfad 1.35 1928 Oberhäuser Kaisergr. 1.40 1928 Rüdesheimer sat.ig, voü 1.40 1929 Caseier Herrenberg 1.55 1923 Caseier Paulinsberg. 1.80 Wein 1929 Odcfener Beduf einer f.80 Malaga Golden teinsoh... 1.40 1924 Graves weHar Bordeaux 1.05 1924 Chät. Reignac..... 1.20 1925 Chät. Latour Bardis..1,43 Dürkheimer Rolwein liier 0.80 1930 Maikammeser.. Liier 0.80 Muskaleiler....... Liter 1,20 Weinbrand s Kronen.. Liter 4.40 Rgpcherwaren Fettbücktinge Pfund von an 0.32 Schellfische 0.36 Saaiadn 0.42 Sprotten Pfd.v. 0.32 Khlehan 0.30 Aale Bund v. 0.30 Pfd. V. an 1 ,60 LadlS In Stücken. Pfd. von an 1.30 CL Sardinen S Dosen von an 0,95 Fisdimaiinaden Litar-Dosa 0.75 P£e££erkuchera Nüsse areH u. braun, V» Pfd. 0.18 Herzen. Zungen, Brazaln 5 St. 0.20 Steinpflaster S St. I. Zellophan 0.25 Mande!ipekuiatius v« Pfund 0.25 Dommo-uteine.% Pfund 0.25 Prin'cn v.Ptd. 0.25 m. Schok. 0.35 Schokoladenbomben s St. 0.50 WeihnachlsApei 85 Pf. roie u. gelbe 5 Pfund Kali orn.Tafe äpfei Kiste 49 Ph ca. 4; P.d. brutto JE von an■ � 25.- % flüseho Gold-Malaga—% Flatcho Bluforanga— 1 Lachsschinkan ca.�Pfd. 1 Zervolaiwurst ca. I Pfd.— 1 Torrin« OSnsolober-Pasfeto Nr. IS— V, Dose Hawaii-Ananas— V, Doso Gemischfas Oernwso, fein— � Dose französische Oisardinen—'/, Pid. Konfekt— 1 Aar!« Bahlsen-Keks»Für dl« Dame*— 1 Pack Lebkuchen— Äpfol— Orangen» &eschenß~0CSrhe in Jeder gewünsdifen Zusammenstellung von 5.— an so— k/, Fi6*cheTarre-ona— f Zervelaf wutsI V. D. Leiprig. Allerlei— L>. P.laumen 'f, Eimer Kirsch-Konft',— 1 D, Nor weg. H irioge— 1 Tat. Schokolade— l Pack Ple.terkuchan— Oost. 20.- f Oderbruch. Gens— t Fi'aschs 19*7 er Nftrsteiner Do-ntal— V, Doso Rotkohl Dose Sellerie—% Dose Kaltlorn. Pfirsich«— V* elmer Erdbeer-Ko itit. Pf�f erkuchen— Apiel— Nüsse« 35— 4/t Ft. Jacobi-Welnbrand— Fl.$928 er Liebtraumilch(rote Kaps.)— l/f Flasche 192Ser Ch8t. La Tour-3ardis~ V, Dose 5(arger-Spargel» stark— V, O. Kaiser- scho en— 1/1 Üose Kaii orn. Fruch saiat 1 Terrine Gänsoieber• Pasiete Nr. 13 1 Lach5schlnäuser ziehen!" Wie überoll ist auch beim Oisertenwesen an den Türen— an dem nicht der Mcirsch, sondern die Zeit schuldig ist— eine gewisse Eignung Vorbedingung. In den wenigen Augenblicken, in den weni- gen Worten, mit welchen er sein Anliegen vorbringt, will der Mensch an der Tür seine ganze unglückliche Lage umreißen. Das ist keine kleine Ausgabe. Es ist eine auf jedem Treppenabsatz zwei- bis dreimal wiederholte Krastanspannung. Seltsam, in einigen Fällen bewirkt die Unfähigkeit, geläufig von der verzweifelten Lage zu sprechen, mehr, als der beredsamste Appell an die Menschlichkeit. Und andererseits wittert der mißtrauische Mensch der Großstadt in der Verschanzung seiner Wohnung nicht selten Geschäftstüchtig- keit und Methode, wenn ihn ein Auge unglücklich ansieht. Einmal enttäuscht, glaubt er Überhaupt nicht mehr an Anständigkeit und an echte Not. So etwa, wenn er nach notgedrungen abschlägiger Antwort einen drohenden Blick zur Kenntnis nimmt, dazu«inen z weiten scharfen Blick auf das Türschild, dos seinen Nomen trägt. Was alles in ollem besagen will: Du gibst mir nicht? Ich werde mir holen..... Das gleiche Lebensrecht für olle ist längst noch nicht zu einem so selbstversiändlichen Imperativ für alle geworden, als daß nichi ein donkbares Gesicht als Quittung für jede Gobe und ein höfliches selbst bei der Abweisung erwartet würde. Andererseits verleitet Nichtshaben zu einem Stolz auf das Nichts— aber auch das ist ein Stolz und ein Hochmut— und zu einem angemaßten Recht des Hasses aus jene, von denen man in Wirklichkeit überhaupt nicht weiß, ob sie zum Geben fähig sind oder nichi. Gleichheit— das manchmal miwisientlich, oft aber wisienllich falsch gedeutete Wort— will nicht heißen, daß alle gleich, sondern daß alle gleich glücklich sein sollen. Das gleiche Glück für alle wäre allen eben nicht angenehm. Inzwischen hat sich gegenüber im zweiten Stockwerk cm Fischladen ausgeton. Eine Fahne hängt heraus:„Fische! Prima 5>eringel Geräuchertes! Aale!" An der nächsten Straßenkreuzung steht«in Kiosk mit Seifen und Hausstondsartikeln. Ein Krebsverkäuser steht neben seinen beiden Körben voll wimmelnden Lebens. Die.Kartniielverkäus« singen— Tenor, Bariton, Mezzosopran. Zwei Milchwagen, konkurrenzneiderfullt immer lauter läutend, suchen einander aus dem Felde zu schlagen. Die Straße ist voll Leben, Kampf, Ringen mns Dasein. Unverhohlen zeigt hier die Gegenwort ihr erbarmungsloses Gesicht. e rnn ßiifiug: n lUillion In einem weiten Saal des Berliner Museums für Naturkunde werden in schier endlos dünkenden Rechen von Schränken mit tiefen, sorgfältig numerierten Schubsächern in Glaskästen 4Vj Millionen Schmetterlinge aufgehoben. Unter chnen gibt es manche Kostbarkeit und manche Kuriosität. Sind doch im Berliner Museum Schmettcr- linge vorhanden, die nicht einmal London hat, das bekanntlich mit der größten Schmetterlingssammlung der Welt prunken kann. Die Stücke der wissenschaftlichen Sammlung find sehr oft nicht so schön und unoersebrt wie die für die Schausammlung bestimmten. Erblickt man dach beispielsweise in den Kästen der wifsenschastlichen Sammlung van Vögeln angepickte Schmetterlinge, mit Schrot gc- schossene Schmetterlings(weil man die Tiere, die über den höchsten Wipfeln der Urwaldbäumc schwebten, sonst nicht erreichen konnte) und solche ohne Flügel, also tatsächlich nur dl« Körper. Die Preise für Schmetterlinge werden von der Insektenbörse reguliert. Para- disia, ein sehr schöner Schmetterling, kostete z. B. zu Anfang des Jahrhundert iMO Mark das Paar, jetzt nur noch 25 Mark. Dieser Preissturz ist ober nicht auf die Tätigkeit des Sparkommissars zurückzuführen, sondern auf die eines Züchters, der in Neu-Guinea die Raupen des Schmetterlings sammelte und hernach die Schmetter- linge in Massen in den 5londel brachte. Jeder, der ein neues Tier entdeckt, darf ihm einen Namen gebe». Auf Grund dieses Rechts wurde ausgerechnet ein spanischer Schmetterling Antizesuita genannt, Also dringt schon die Politik in die Welt der Falter ein. Aus dem Ricsenbestande der wifsenschastlichen Sammlung hat Dr. Hering im Rahmen der wechselnden Ausstellungen eine Sonder- schau veranftoltet. Ihr sind die lichlärmsten Monate, nämlich Dezember und Januar, reserviert. Trotzdem mußte die Wahl der Aus- stellungsobjelte sehr vorsichtig getroffen werden: denn Schmetterlinge sind außerordentlich lichtempfindlich. Ihre Pigmentsärbung ist schnell zerstört. In der Ausstellung sieht man Morphiden, diese Pracht- satter, die nur in den tropischen Urwäldern Amerikas leben. Sie sind Tagschmeuerlinge und als solche sehr gute Augentiere, so daß man einen Morpho sangen kann, wenn man ein blaues Stück Papier hin und her bewegt. Dos hält er dann fiir einen schönen blauen, in der Sonne blitzenden Gegner, und er kommt schleunigst herbei, um seinen Rivalen zu vertreiben. Für gewöhnlich aber fängt man die Tiere durch ausgelegte Köder. Die Männchen sind von wunderbarem Blau, viele der unscheinbaren Weibchen hingegen behielten ein altertümliches Aussehen. Sie sind gelblich-braun und tragen noch dasselbe Kleid, dos die Schmetierlingsfraueii der Morphiden zu Ansang des Tertiärs trugen. Doch nehmen auch dle Weibchen die Farben der Männchen an. und wenn zwei Rossen sich vermischen, gibt es sonderbare Farbabänderungen und sogar völlig emanzipierte Frauen. Einer der Prachtsalter von ausfälliger Schön- hcit bekam den Namen Helena. Es sind bloß vier gut präpariert« Helenas vorhanden, und die besitzt Berlin. Wunderschön ist auch der Eros. In all feinem blitzenden, die Sinne verwirrenden Blau bc- merkt man auf einmal einen schwarzen Fleck an beiden Flügeln. Der fällt auf, und gerade darum hat ihn der Schmetterling. Sein Dasein steht unter der Furcht vor dem Gesressenwcrden. Die Natur jedoch schützt ihre Geschöpfe. Der schwarze Fleck sollt dem raube- rischcn Vogel auf, er pickt nach ihm, er reiht dem Schmetterling ein Stück von seinem Flügel weg. behindert ihn jedoch nicht im Fliegen- können. Der Fleck ist im Vogelschnabel, das Prachtkleid ist zerzaust. aber der Folter hat noch einmal sein Leben gerettet. Der Morpho wird vielfach von der Schnuicktndustrte verarbeitet. Seine Farben sind herrlich leuchtend und bleichen nicht aus. Ein einziger Sammler hat einmal der Iiibitstne 60 000 Exemplare geliefert. Hunderttausende werden am selben Ort dann noch von Vögeln gefressen, und dennoch nimmt der Morpho bei der Riesennermchrung, die Insekten eigen ist. nicht ab, solange er seine natürlichen Lebensbedingungen behält. In einigen Gegenden Kolumbiens lebt die ganze Bcvölketiing vom Schmettcrlingssang. Es gibt 5 Pfennig das Stück für den Morpho. Und es ist sonderbar, dieses Juwel der Lüfte findet man an denselben Orten, wo man in den Edelstetnminen die schönsten Smaragden findet. Alle Morphiden hal'en aus der Unterseite eine Augenzeichmmg. Das ist so eine Art Steckbrief: denn nach Stellung und Anzahl der Augen können die Wisixnschafsler aus die Verwandt- schast des einzelnen Tieres schließen Ferner sind Danaididen in großer Anzahl in die Aus- stellung gewandert. Sie sind bräunlich und schwarz und weiß ge- färbt, cknd unter ihnen gibt es ganz glasige, die m den dunklen Stellen des Urwaldes leben. Diese Echmetterttng« find durchweg giftig, und haben Vögel und Eidechsen sie erhascht, dann spucken sie ihre Beute noch Möglichkeit schnell aus. Die Räuber merken sich ihren Reinfall, und die Natur geht in ihrem Schutz so weit, daß nicht giftige Schmetterlinge die giftigen Danaididen nachahmen können Auf einen solchen Vorgang wird heute das Wort Mimikry angewandt, das man früher auch für die Schutzfärbung benutzt«. Das Männchen der Danaididen Hot einen Dnfiapparat. der ans Schmetterlinge seinem Gewand« durch einen weihen oder schwarzen Fleck an- gedeutet ist. Untersucht man ihn genau, entdeckt man eine kleine Tasche. Der Dustswff ist für die Schmetterlingsliebe nötig, er regt das Männchen auf und regt das Weibchen cm. Die dritte Mossenvorstellung wird mit den Widderchen oder Blutstropfen vorgenommen. Sie sind derart widerstandsfähig, daß der Mensch sie mit seinen Fingern kaum totdrücken kann. Der Schnobelhieb eines Bogels ist ihnen auch nicht allzu gefährlich, und setzt man sie der Einatmung van Blausäure aus, leben sie noch nach drei Stunden. Darum wird von Wisse nschasilern zu einer solchen Losung noch Rauch hinzugeblasen, was dann ein Gift er- gibt, dem die Tiere sofort erliegen. Die deutschen Arten sind blau und rot. doch hal'en die Widderchen unendlich viele Verwandte, die Laien ohne weiteres nicht als solche erkennen. In Afrika leben die Blutstropfen gern« rn Termitenhügeln. In ihnen wird die Raupe wohl irgendwie geschützt sein, der Schmetterling hingegen nicht. Darum arbeitete die Natur einen Schutz heraus und ver- schmälerte die Hinterflügel so, daß sie Fäden gleichen. Run kann die Termite ruhig zugreifen, ihr Freßwerkzeug ist viel zu groß, uni den Schmetterling packen zu können. Urahnen der Säugetiere Der Ursprung der Säugetiere ist bis in die Kreide- und Iiira.zeit hinein zu verfolgen. Ihre Vorfahren, die damals gelebt haben, sind tleine Geschöpfe gewesen, die ans Bäumen haiisten und«inen sonderbor gleichsormig entwickelten Knochenbau besaßen. Sie nährten'sich von Obst, Samenkornern, Rüsten oder Insekten, und le nach der Geschmacksrichtung war auch die Ausbildung ihres Gebisses verschie- den, wonach sie am ehesten in den bis heute erhalten gebliebenen Resten unterschieden werden können. In lenen fernen Zeiten der Erdgeschichte, die immerhin nur deren Mittelalter bedeuten, gab es für die Lnndwirbettiere im wesentlichen nur drei Lebensarten, nämlich entweder amphibische, die mit dem Aufenthall stn Wasser und aus softem Boden abwechselt, dann die auf Bäumen und die in der Lust. Erst in der späteren Kreidezeit nahm, wie uns die geologischen Forscher lehren, die Ausbreitung einer großen und mannigfaltigen Flora auf dem Festland« zu und eröffnet« so für die Ausbreitung der Säugetiere ein ganz neues Feld, das sich noch beständig er- weiterte. Dieser Zusammenhang zwischen dem Aufschwung der Säugetiere und der Entwicklung eigentlicher Wäider ist bisher von wissenschostlieher Seite kaum berücksichtigt worden. Immerhin wer« den die Säugetiere zunächst ihre Gewohnheit, aus Bäumen zu leben, noch nicht ouigegeben haben, aber sie nahmen sicher an Zahl und Vielseitigkeit der Formen außerordentlich stark zu. Ein« Folge der dadurch eintretenden Uebervölkerung wird dann wester dazu geführt halten, daß die Tiere ihr« Lebensweise auch anderen Bedingungen anpaßten, indem sie ihre alten Plätze auf den Bäumen mehr und mehr aufgaben. Aus die Kreidezeit folgte dann die sogenannte Ter- tiärperiode, mit der die Rceuzeit der Erdgeschichte beginnt. Damals gewannen die Festländer im Vergleich zum Meer einen immer größeren Raum. Auch den Vögeln kam diese Wandlung zugute, aber sie hatten e? weniger nötig als die Säugetiere, sich in ihrem Körperbau zu verändern, weil sie in der Hauptsache Bewohner der Luft blieben. Aus diesem Grunde herrschen noch heute unter der Vogelwell weit geringer« Berschiedenhesten als in der Klasse der Säugetier«. Im Beginn der Tertiärzest hatten auch die Säugetiere die Gleichförmig« keit ihres Körperbaues noch ziemllch bewahrt. Als nun aber die Festländer immer mehr wuchsen, ersichr zunächst die amphibische Lebensweise eine starke Einschränkung, die wetten Sümpfe und Binnenseen der Kreidezeit schrumpften immer mehr zusammen und gleichzeitig damit nahm auch die Zahl der Reptstien, die mit ihren Ichthyosauren, Plesiosauren usw. eine so ungeheure Verbreitung ge. habt hatten, innner mehr ab. Kein Vorgang in der belebten Natur aber war an Bedeutung zu vergleichen mtt der erstaunlichen Entwicklung, die irunme.hr über die bisher mir in kümmerlichen Anfängen vorhanden geutesene» Säugetiere kam. Wann und wo das erste Säugetier entstanden und wie es ausgesehen hat. darüber ist nichts Sicheres betonnt. Man weiß nur. baß die Urahnen der heute wichtigsten Tierklassen von sehr geringer Größe gewesen sind und daß sie nur Körner und Inlekten gefressen haben. Wahrscheinttch lebten fi» in dichten Wäldern, in dem Delta großer Flüsse oder in Sümpfen an der Küste, und hausten dort auf den Bäume». Diese Annahm« wird dadurch gerechtfertigt, daß ihre Reste zusammen mit denen von amphibisch oder aus- schließlich im Wasser lebenden Reptilien und mit großen Mengen von sosstlem Holz gefunden wurden. Da sie einem auch nur vorüber- gehenden Aufenthall im Wasser scheinbar nicht angepaßt gewesen sind, so müssen sie wohl aus den Bäumen gewohnt haben, vi« selbst mitten in dem sumpfigen Bode« standen. Allgemeine Wetterlage. 'TCDjtt.�l.abds. ©»»IksnlofcO heiher.a halb bedeckt dwolkig.Vbedeckt�RegeiuGraupsln fleft=febeI,�Gewinec@Wi(idstilie Dsutschland blieb am Donnerstag rm Bereich der nordlichen Kaltiuftmassen. Der Gefrierpunkt wurde nur in der westlichen Reichshälfte überschritten. In Ostpreußen stieg das Thermometer nur auf minus 4 Grad, am Abend wurden dort 9 Grad Kälte beobachtet Oestlich der Elbe kam es noch vielfach zu Schneefällen, fo daß jetzt der östliche Teil Deutschlands unter einer fast gefchloffs- nen Schneedecke liegt Da der Luftdruck nn Osten oon uns kräftig weiter steigt, werden sich die Lustdruckgeqensätze weiter abschwächen. Damit dürsten auch die Nordwinde abslauen. Die Temperaturen werden namentlich in der nielfach heiteren Nacht über einer Schnee- decke kräftig sinken. Wekleraussichlen für Berlin. Ziemlich heiter und vorwiegend trocken, Temperaturen auch mittags meist unter Null.— Jür Deutschland. Allgemein weitere Wetterberuhigung; Tagestempera- turen nur in Westdeutschland über Null. In Ostdeutschland noch einzelne Schoner. Partemachrichten fürGrvß-Berlin CEtasuUnwge» fttt biete Stobt«(tob Berlin KW 68. eiabenittaS« 6. stets oo bta Begittsfetretortat 2. Hos. 3 Ttepvcn rechts, ja richtet, Zum Notopfer für die Ertverbölosen wurden der 27. Mb- teklunq durch den Direktor der st iadio zentrale, Gleimstr. 20, cherrn M Vau Prohaska, 150 M. überwiesen, worüber hierdurch mit bestem Donk quittiert wird. Ä. 21.; Alex P a g e l s. Beginn aller Veranstaltungen l9Va Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! Henke, Freikag, 18. Dezember. S. fteeit. Sie zkasprrleoorstrllung der Stittfcetfreunbc Friedrichshain, die brate Nooprnstr. 7», ftottsinben sollte, fällt 76, ftaUfinben sollte, fi neinschofi bfr SAS., Fi Erwerbslosro trefsen ia bce____ 7. Kretz. Arbeltsgrmeio Alle tugutblichen Erwerbslosen Prstoloz-istr. i», vorn 6 St., im SJ,«dt. All- ffii" 20 Uhr in den.„, „Die politische Lage". Referent Teno Eficn Teroerkschastro und Sportler. sich von 14— 18 Übt dugeodheim **■~' oitta Morgen, Sonnabend. 19. Dezember. Z.«rciu.«elhaachtsbSchenm-stelloog mit«tolisnetlninng für die Besucher Soiutabeitb tun 18—21 Uhr, Sonntag mm 14—26 Uhr im Zuge nd heim 0. 34. Litauer Str. 18. 67. Abt. 1» Uhr Arbeitsgemeinschaft der jüngeren Parteimitglieder und SAZ. im Iiigeniheim Ebertqstr. 12. Thema:„Welche Borstellung habe» mir vom Sozialismus", S. Teil. Bortragender: Paul Krause. 48. Abt. Zon 17>H— 2ft Uhr Abrechnung der alten Marken und Notapser bei Keller, Fiirste.nstr. 1.— 13 Uhr Funktwnärfltzung bei Laudahn, Luise». u(er 32. 36. Abt. 26 Uhr Weihnochizseier für alle arbeit-lofeu Seuossen bei Beutel. Kaiser. Friedlich-Str. 6Z. »g Künstler, M. d. Zt. 108a. Abl � Weitere Auszahlung der Wekhnachtshilse von 16—17 Uhr an de. lonnler Stelle. Soaakag. 20. Dezember. 14. Kreis. Die an der Flughafenbesichtigung(Sturmvogel-Salle) interefsierien Genossinnen und Genossen tresfen sich um 10% Uhr an der Fernsprechhalle Herrfurthplatz. Zrauenveranstalkullg. 4. Abt. Sonntag, 20. Dezember, 16 Uhr, Gewerkschafishaus, Tngelufer. Saal 1, Welhnochtsfeier. Kaffeetafel für die Kinder, bunte Teller, Auf. ntriit frei. führungen, Berlofunz. Sintriit frei Bezirksausschuß für Arbeikerwohlfahrk. 7. Krets. Freitag, 18. Desember, 28 Uhr, Jugendheim Rosinenstraß e, Helfer. fitzung der Aroeiterwohlfahrt. Arbelksgemeinschnft der Sinderfrcnade Groß-Berlm. Die FlZtenreiniger sind da. Friedrichohoin: Der für heute angesetzte Areis.Rot.Falkell.Abend fällt aus. Treffpunkt für Sonntag alle Sänger 13 Uhr Landsberger Platz. Alle anderen 13tz Uhr an den Gruppentreffpuulien. Kreutberg: Die nächste Zusammenkunft unseres Instrumentalkreifes iienstag, 8. Zanuar.— Sörlitzer Siratzc: Achtung! Heute, Freitag, Mitgliederversammlung ITIH Uhr. Alle Falten müssen«scheinen. uud Lichterselbe: Pollsbühnenlarten in den Gruppen entnehmen, :er Tag. Arbeilerbildungsschule. Der Zknrfn« Kurgast nimmt am Freitag, 18. Dezember. ISi4 Uhr, Linden- fivaße 3, feinen Fortgang. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation «3. Abt. Genosse Fritz Vinte ist nach langer schwerer Krankheit per. starben. Genosse Brnte war mehrere Jahrzehnte in der Partei und in der Gewerkschaft als Funltionar tätig. Er war non 1321 bis 1323 Stadtverordneter. Ehre feinem Andenken! Einäscherung Sonnabend, 13. Dezember, 18 Uhr, Krema. lorrnrn Gerichistraße. Die Genossen der Abteilung nehmen geschlossen an der Trauerseier ieil. 94. Abt. Unser Genosse Leopold Srieseler, Weiseste. 8, ist ver- starben. Ehre seinem Andenken! Einäscherung Sonnabend, 13. Dezember. 20 Uhr. Krematorium Baumschulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten. Vorträge, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner„Schwarz- Rot-Gold'. GefibSktsstell»: Berlin S>4 Sebastioostr 37—38 jvok 2. Tr Ritte. Sonnabend, 13. Dezember, 1. Kameradschaft. i3iz Uhr Weih. uochtsbekcheruna der Erwerbslosen und deren Kinder im Rosen- Tanz. Eintritt 50 Pf.— Eharlattenburg(Ortsverein). Der Schufokamerad Franz Tanz. Eintritt 50 Pf.— Eharlatenburq(Ortsverein). Der Schufolomerad Franz Sikora(Spree) ist tSdlich verungMcki. Einäscherung im Krematarium Ge- richtstroste am Freitag, dem 18. Dezember, 18% Uhr. Alle dienstfreien Kame- ~~' Sonnabend, 10. Dezember, 20 Uhr. . der Jdealhall«, Hannemannstrahe. der Koitbusser Klause. Kottdusser Damm 90.'''_ Zgpographisches Orchester. Dirigent Erich Gutzeit. Atbunzsstunben jeden Freitag A'b— 221b Uhr im Jdeallastno, Neukölln, Weichsclstr. 8. Bläfer und Dircüh« willlonuilen. Arbeiter-Laienspielerverband, e. D., Bezirksoerband Berlin. Brandenburg. Sonnabend, 13. Dezember, lgl,z Uhr, bei Lohann, Breite Str. 16—18,„Weih. nachisabend". nachdem gamüiUchea Beisammensein. Gäste können durch Mitglieder«ingeführt werben. �— Pereinigung Geast-Berlia. Anfänger kurse in ' innen wieder in der Woche vom 11. bis ... über Fortschrittskurfe, erteilt Artur Theifen, Vorsitzender, Berlin.Tegel, Brunowstr. 47 1. „Feau Holle"»ad„Dee verzaabeete Prinz", diese beiden Rörchenfllme werden jetzt Mittwochs. Sonnabend» und Sonntags nachmittag um 3 Uhr im Planetarium gezeigt. Gertrud Rubc begleitet die Vorführung mit ihren Torträgen. Eintrittspreise für Erwachsene«0 Pf., für Kinder 30 Pf. Die Treptamer Sternwarte bringt in der kommenden Woche folgend« Dar- bietungcn: Sonnabend, 13. Dezember, 8 Uhr, Sonntag, 26. Dezember, 4, 6 und 8 Uhr. und Menstag, 22. Dezember, 8 Uhr:„Die weiße Hölle vom P!z Palü"(Film). Mittwoch, 23. Dezember, 8 Uhr, 1. Feiertag, 23. Dezember, 4, 6, 3 Uhr. 2. Feiertag, 26. Dezember, 4, 6, 8 Uhr:„Rango", ein Tior-Epos aus Sumatra(Film). vi« V«klo5ung stik der Lindcar-Aussieiiung am 13. Dezember d. 3. hatte folgendes Ergebnis: 1. Preis; 1 Lindcar-Herrenfahrrad................ 296 2. Preis: 1 Original Ultraphon-Koffer-Apparat mit 6 Original Ultraphon-Platten...... 1570 3. Preis: 1 Original Ultraphon-Koffer-Apparal mit 6 Original Ultraphon-Platten...... 142 4. Preis: 1 Lindcar-Oynamo-Beleuchtung........ 2762 5. Preis: 1 Llndcar-Dynamo-Beleuchtung........ 1819 6. Preis: 1 Arbeiterbank-Sparkassenbuch st 5 RM 2464 7, Preis: 1 Arbeiterbank-Sparkassenbuch ä 5 RM 2246 S.Preis: 1 Arbeiterbank-Sparkessenbuch st 5 RM 1717 9. Preis: 1 Arbeiterbank-Sparkassenbuch i 5 RM 2003 10. Preis: 1 Arbeiterbank-Sparkassenbuch st 5 RM 1223 Die Gewinne stehen bis 31. Dezember 1931 den Gewinnern In unserer Nähmaschinen-Niederlage, Berlin, Engelufer 31, zur Verfügung. LiDdcar Fahrräder ah um 85 Llndcar-Hähmaschlnen ab RrniQUO Durmnae Original Ulirapiion-Koller flgparate emachu« oHSin.i Ultraphon-Platten im Werte von ä RM 3.—........... In unsern f für Fahrräder; Berlin SW 68t Alte Jekobstr. 148-55 Niederlagen\ für Nähmaschinen; Berlin S0 18, CngeluVer 81 iindcap-Fanpradiuerii fiO,. Bepiid-liciiidiirade Unternehmen der freien Gewerkschaften ▼orBcacmf laKdnstzes IK atzen 7 Beglaubigte Abschrift! (46) IL P. 3. 138. 30(71 E.«) Strafsach. gegen den Stadtverordneten Shitienraf. Dr. Martin Loepelman» in Berlin. Friedenau, Hertelstr. 3, geboren am 6. April 1831 zu Berlin, wegen Beleidigung. Das ormeiierte Schöffengerichi Berlin.S Z!W. 40 hat in der Sitzung vom 23. April II" Landg> Abteilung 46, in Berlin an der teUgenonuneu haben: erichtsra: und Amisgerichtsrat Schenk als Borsitzender. Gerichisassessor Dr. W! e» u e r als zweiter Amtsrichter, beeidigter"~ mife gücherrevisor Karl 3- g u e t, Techniker Walter Gerds als Schöffen, 1. Staatsanwalt L a u tz als Beamter der Staatsanwaltschaft, l e als Urkundsbaamter der Geschäftsstelle, Justizselretär Lücke für Recht ertannt: /Der Angeklagte wird wegen öffentlicher dreihundert Reichsmark, an deren Stelle Beleidigung zu einer Ervstrafe im Dichtbeärmbuugskall» dreitziz tettft vernrteilt. Tag� Gefängnis treten, und zu den Kosten des Beril 'lemoligen prentzi 'heidenden Teil de» llr Urteil« durch einmalige« Der Angriff- auf Kosten de, Dem Beleidigten, che ) die Befugnis zugeiprechen, den entscheidenden Teil de» Urteil» jwi nach Mitteilung von der Rechtskraft de» Urteil« durch einmalige« Einrücken in gen preußischen Hliinifter de« Snnern Grzefinsk!, zugesprochen, den entscheidenden Teil de» Urteil» zwei Wochen den Keitunacn„Borwitris" und lilich bekanntzumachen." Sffenui Berurt eilten Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft und de» Angeklagte» gegen da« Urteil des erweiterten Schöffengericht» Berlin-Schäaeberg vom 23. Apäs 1SV>> hat die Z. Große Strafkammer des Landgericht» II in Berlin in de. Sitzung vom L Mai 1931, an der teilgenommen haben: Landgerichtsdirektor Dr. Sachs als Borsttzender, Sandgerichtsrat Dr. Bork, Landgerichtsrat Sollefreunb als deisitzenbe Züchter. Professor Bergrat Paul A ß m a n n Direktor August M e o i r als Schöffe«, Erster Staatsanwalt Steiubeck al, Beamter d« Staatsanwaltfchali, Referendar R i p p i ch als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle, für Recht ertannt: „Die Berufung de» Angeklagten wird verworfen. Auf die Beruf:'—■■"' dabin abgeändert.! beitreiäungsialle auf__________ zur Beröffcntlichuna auf sechs Wochen nach Mitteilung von dse Urteils festgesetzt wird. Der Angeklagte trägt die Kosten beider Berufungen und der Revision." b die Pdugnis Rechtskraft o-s Die Richtigkeit der Abschrift borstehender Urieilsformeln wirb beglaubig!. Das Urteil der 1. Instanz ist iu Verbindung mit dem Urteil n. Instanz vou. streckbar. Berlin NW. 40, Tnrmftr. 31, den 26. November 1931. Lander, Justizinspektor, al» llrknndsbeamter der Geschäftsstelle de» Amtsgericht» Berkln�Zchsinedern, Abteilung 45. Schallplcrffen un«i Sprech apparafe gegenwirten. Der Versammlungskampagne, die jetzt bei den Gewerkschaften eingesetzt hat, und in denen die arbeiterfeindlichen Ziele der Nazis aufgezeigt werden, muß Erfolg beschieden sein, wenn die Referenten mit so einwandfreiem Material über das arbeiterfeindliche und kapitalistenfreundliche Wesen der NSDAP, aufwarten, wie es Ge- noste R e i m a n n in der Mitgliederversammlung der Berliner Fabrikarbeiter am Dienstag im Gewerkschaftshaus tat. Dem freigewerkschaftlich organisierten Arbeiter braucht man nicht erst klarzumachen, daß eine von abgehalfterten Monarchisten, Prinzen, Fürsten, ehemaligen Offizieren und ähnlichen„Prole- tariern* geführte Partei keine Arbeiterpartei sein kann. Ihnen muß man durch unwiderlegliche Aussprüche von Führern dieser Partei, sowie durch Aufzeigung ihrer Handlungen, die das wahre Gesicht ihrer Partei enthüllen, das Rüstzeug geben, um den nationalsozialistischen Aposteln im Betriebe wie überall wirksam in die Parade zu fahren. Genosse Reimann schloß seinen fesselnden Vortrag mit dem Appell, endlich den unseligen Bruderstreit inner- halb der ArbeUerschast einzustellen und wenigstens unter den frei- gewerkschaftlich organisierten Arbestern die Einheitsfront so zu stärken, daß sich die„sozialistisch" maskierten Unternehmerknechte bei den bevorstehenden Entscheidungskämpfcn um die Macht mi Staate und die Existenz der marxistischen Arbeiterbewegung den Kopf einrennen müssen. Wenn auch in der Diskussion von einzelnen kommunistischen Rednern Ausführungen gemacht wurden, die die Vermutung auf- kommen liehen, daß manchem kommunistischen Arbeiter die der Arbesterbewegung durch die Nazis drohenden Gefahren noch nicht voll zum Bewußtsein gekommen sind, so war sich doch die erdrückende Mehrheit der Versammlung der Bedeutung der freien Gewerkschaften im Abwehrkampf gegen den Faschismus voll bewußt. Das kam auch in der fast einstimmigen Annahme einer Entschließung zum Ausdruck, in der die Notwendigkeit der Schaffung einer Ein- heilssront der gesamten deutschen Arbeiinehmerschaft betont und die Herbeiführung dieser Einheitsfront durch den Eintritt aller fort- schrittlich denkenden Arbeiter, Angestellten und Beamten in die freien Gewerkschaften als dringend notwendig bezeichnet wird. tz Z�Freie Gewerkschafts-Zugend Berlin Heute, ÜUi. Uhr, tagen hie Gruppen: Nardtreie: Jugendheim Wiilde. nowstr. 5. Humor und Heiteres von Guthcit.— Adlershoj: Gruppen heim Adicrshof, Bismarctstr. 1. Stegreifspiele.— Siordring: Jugend- SannenLurger Str. 20. Die Arbeiten des Internationalen Ar- heim. Schule. deitsaints in Genf.— rackeni" WWW�» nts in Genf.— Rciiiickendorf-Ost: IugendheNn Lindauer Strohe fDa- . Weihnachtsfeier.— Siideu: Jugendheim Waffertorstr. 9. Pflichten und Aufgaben des Betriebsrates.— Cdarlattenlmrg: Jugendheim Spreestr. 30. Ge- .verkschnften nnd Kirche.— Zeppelinplah: Jugendheim Turiner Elle Sccstrahe. !ich ��W�W�>��>�WWWWWW»WWWW»W»> Gcwerkfchaftsrichtungen.— Nenfölln: Jugendheim Treptower Str. 96.' Lite rarischer Abend:„Traven".— Osten: Jugendheim Frankfurter Allee Z07, Llins Fimmer. Mit Buch und Schallplatte durch die Welt.— Zusammenkunft aller jugendlichen erwerbslose» Gewerkschafter heute von 14—18 Uhr im Jugendheim Charlottenburg, Pestalozzistr. 40, vor» 3 Tr. Heiterer Nachmittag, Brett» und Gesellschaftsspiele. Iuacndqruppe des ZentralverbanSeS ver Angestellten t-ute, Freitag, finden folgende Beranftaltungcn statt: Süd weit: ugendhiim Shorckstr. 11(2. Hof, OucrgebLude X Treppe. Arnimer!>). Arbeitsgemeinschaft:„Einführung in die sozialistische Gedankenwelt". Leiter: Krause.— Heute tagt die„Berliner Druckerei- und Berlagsaesellschaft m. h. H." pan 20—22 Uhr im Jugendheim Ebertystr. 12.— Unsere Pholoarbeitsgemeiu- schaft kommt heute um 20 Uhr im Berbondshausc zusammen.— Heute findet ab 20 Uhr im kleinen Saal des Bcrbandshaufes die Mitglicdcrvcrfannninng der Sportabteilung statt. jWSozialistischeMetterjugendGroß-Verlin O Einsendungen für diese Rubrik nur an das Zugendkeiretaria» Berlin SW 08. Lindenftrage 3 Billige Bücher find im Sekretariat, Lindenstr. 3, zu haben von ä Pf. an. Freitag und Mittwoch bis 19 Uhr geöffnet. Proletarisches Orchester Sroh-Berlia. Freitag um 10 Uhr Probe in der Volksbühne, kleine Besetzung. Abends 20 Uhr Eefamtorchester-Prode, See- Ecke Turiner Straße. heule, Areilag, 19� Uhr. Arlonaplatz: Elifabethkirchstr. 19;„Schallplattenabend".— Scwertschafts- hauz: Kijpenicker Str. 92:„Iulliapp".— NSllnischer Park: Waisenstr.!8: „Aehn-Minuten-Rcseratc".— Rofenthaler Vorstadt: Tieckstr. 18. Hos 2 Tr.: Einfiihrung in den Sozialismus".— Zentrum: Landsberger Str.'->0:„Jul. Kunst". Sportpalast: Gcnthincr Str. 16:„Karl Marx und feine Bedeutung für die Arbeiterklasse".— Arnimplatz: Sonnenburger Straße fSchuiel, Zimmer 4: „Tagespolitische Fragen".— Aruswalder Platz I: Rastcnburger Str. 10:„Todes- strafe?"— Balkan: Mandelstr. 2:„Ist das Madel glcichdercchtigt:"— Z-It- ostc» I: Danziger Str. 02, Baracke 3:„Tagespolitik".— Tchönhanfer Dorpabr: Baden Lldenburger Straße. Treffpunkt 20 Uhr Sozialistenecke.— Weißeuiee: Parlftr. 30:„Erwsrbslofenfrogen".— Andre asnlatz I: Brommpstr. i:„Ein- führuna in den Sozialismus".— Fraulfurtor Viertel: Frankfurter Allee. U>7: „Diskusstonsabend".— Stralauer Viertel! Eaßlerftr. 62:„Sozialistisches Jugend. kartsll".— Warichauer Biertel: Litauer Str. 18:„Bor war Karl Marx".— Lsifeustadt: Wassertorftr. 9:„Der Fllnfjahresplau".— Süden: Porckstr. 11: „Warum EAJ. und nicht S3B.?"— Friedenau: Offenbacher Str. Z.>:„Jul- klahp".— Schönebcrq I: Sauptstr. 13:„Was lilr Steuern zahlen wir?"— Schöne borg lv: Hauptftr. 15;„Proletarische Weihnachtsfeier".— Sebousbreg': Hauptstr. 15;„Alte und neue Musik".— Eharlott enburg-Süd: Wallltr. 76: „Verdienste der Sozialdemokratie".— Britz: Ehausseoftr. 48 lRathaus): Arbeits, gemelnschaft.— Reulällu I: Sander- Ecke Hobrechtstratze:„Das Kommunistische Blanifest".— Neukölln XV; Kanner Straße:„Hosemaun erzählt".— Neiiküll» Vi: Treptower Str. 95— 96:„Aus der Praxis des Arbeitsgerichts".— Rcutöll» VIT); Rütli-Eckiule:„Die Gewerkschaften".— Renlölln X: Bergstr. 29:„Die neue Not» Verordnung".— Banmlchttlenweg: Ernststr. 16:„Tagesvolitische Fragen".— Bdlershas: Bismarckstr. 1„Taacspolitik".— Bohnsdorf: Wachtclstr. 1:,.Berliner Humor".— Köpenick: Dablwißer Str. 15:„Tagespolitik".— Wittenau: Haupt- straße 13:„Literarischer Abend".— Karow: Frundsbergstr. 9:„Zehn. Minuten. Referate". Werbebezirk Teltowkauol: Werbebezirksmitgliederverfammlungen in Lank- wiß, Schnlstr. 19—21. Beainn 29 Uhr. Werbebczirk Lichtenberg: Seim Suntcrstr. 44: Mitgli-deroerfammlung. Refe- rent Wolfgang Schwarz:„Aktuelle außcnpalitifchc Fragen". Werbcbezirk Pankow: Alle Jungbannermitglieder beteiligen sich am Heim- abend im Jugendheim Görfchstraßc. Die moderu« Kosmetik hat nach langen Versuchen in„Scherl Gesichtswasser" ein Mittel gefunden, das auf einfachste Weife Pickel, Mitesser und andere Haut- schaden beseitigt, die Haut strafft und glättet. Da auch Herren, um sich von dem lästigen Brennen nach dem Rasieren zu befreien, gern„Scherl Gestchis» wasser" verwende», sollte dieses ausgezeichnete Kosmctitum auf keinem Toilettetisch fehlen._ Warten Sie nickst bis Ihre Erkältung in voller Entialtunq ist. sondern nehmen Sie bei den ersten Anzeichen eines Rachen- katarrhs(Gefühl der Trockenheit) die bewährten P a n f l a v i n- Pastillen, um die Ansteckung im.Keime zu ersticken. Pan- f l a v i n- P a st i l l e n setzen den eingedrungenen Krankheitserregern einen unübersteiybaren Wall entgegen, sind angenehm von Geschmack und greisen den Riagen nicht an. Bon ersten Fachgelehrten bestens empfohlen. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. 7EIEFUNKEN 33«* Wenn jeder �ÄrbeisleueH- dann reicht es zum Radio-Apparat von Telefunken •zjuu* ueueu. eanäßigieu PccU: TELEFUNKEN 121 einschließlich Röhren RM 83, schön im Aussehen, schön im Klang TELEFUNKEN 33W einschließlich Röhren RM 134,— der bewährte Fernempfänger TELEFUNKEN 3 3� einschließlich Röhren RM 139,— mit eingebautem Lautsprecher B»triebsf»rtig zum A n t e-h I u ß an die Lichflaitung TILIFUNKiN OLE DEUTSCHE. WELTMARKE Haushaltin;schg.a.;«tr.Eri)uii 0,38 Span. Aprikos. Kompott 0,68 Birnen(ranze Frucht.......... 0,90 CHSISTBAUMKERZEN ENORM BILLIG Motard• Stearin-Kronenkerzen II. 8. 12er.................. pro I-Pld.-Karton 0,95 Motard'Stearln- Baumlichte 12. 15. 24er................ pio Vfd.-Karlon 0,56 Alabaster-Kompositions-Kronen- kerzen s. 8. 12 18er..... pro l-P(l.Kanon 0,48 Alabaster- Kompositions-Baum- lichte 12 IflL 24er....... pro■IrP'd.-Kanoa 0,36 Erdbeeren.................. 1,10 Kirschen rot, mit Stein...... 0,95 Mirabellen................. 1,15 Stachelbeeren............ 0,70 Rhein. Pflaumen mit stein 0,62 Ananas in Scheiben.......... 1,10 Erdbeerkonfitüre....gim 0,68 1 Kaffee............ pm. wn 1,80 1 Proiao nur Fraltaq und Sonnabend. Mengonabgobe verbehaitnn. Verkauf •ewel» Verrat. Fleuch und lelchtvardarblleha Waren sind vom Versand ausgeschlossen. Die Zusendung von Lebensmitteln erfolgt bei Bestellung von SM. an BACKARTIKEL Wurstwaren Hausmachersülze....Pfd. 0,45 Rot- oder Leberwurst ptd 0,48 6auern»Eeberwurst..pid. 0,75 Dampfwurst............ Pfd. 0,75 Fleischwurst............ Pfd. 0,75 Jagdwurst.............. Pfd. 0,90 Wiener Würstchen.. pm. 0,95 Mettwurst n.Brsobw. Art, Pfd. 0,95 ff. Leberwurst......... Pfd. 1,08 Zervelat od. Salami.ptd. 1,03 Teewurst fem............ Pfd. 1,28 Zervelat im Fsudam...Pfd. 1,28 Filetwurst................ pid. 1,38 Speck mager Pfd. 0,9t fett Pfd. 0,78 Schinkenspeck........ pfd 1,22 Nußschinken rz o.hib.st�Pfd. 1,38 Gekocht. Schinken>,. ptd. 0,32 Gänseleberwurst pfd. 0,45 Obst und Gemüse Krachmandeln......... ptd. 0,58 Haselnüsse.............. ptd. 0,45 Paranüsse............... Pfd. 0,44 Walnüsse ronanlsehe.... Pfd. 0,28 Feigen.......... in PSekehen 0,22 Datteln............ Ira Karton 0,45 Apfelsinen............ a pm 0,42 Jaffa-Apfelsinen... a ptd. 0,68 Mandarinen......... a ptd. 0,58 Tafeläpfel................ ptd. 0,24 Ananas................... ptd. 0,58 Rot- und Weisskohl..ptd. 0,06 Wirsingkohl............. pm. 0,06 Grünkohl................ Pfd. 0,05 Rosenkohl............. 2 ptd. 0,25 Möhren gawaachm...... S Pfd 0,10 Sellerie u. Rübchen...pm. 0,06 Konserven v-»e Kalif. Stangenspargel.. 1,98 Stangenspargel adhbwi-.. 1,90 Brechspargel dünn......... 1,25 Kaisererbsen............... 1,30 Junge Erbsen fein.......... 0,98 Gemischtes Gemüse tein 1,25 Leipziger Allerlei......... 0,85 Berliner Allerlei........... 0,75 Weizenmehl....... pm 0,22 fluszugmehi....... p� 0.24 Stadionmehl 3.PM..Bent. 1,35 Sultaninen..... pm. von 0,38 Rosinen............. pm 0,46 Korinthen........... pm 0,56 Orangeat............ pm 0,83 Zitronat.............. pfd.0,90 Mandelnshssi.», bitter pm 1,40 Mohn weiss Pfd. 0,62, Man Pfd. 0,36 Vanillezucker..5B.ntei 0,20 BaCkpUlVer 5 PSekehen 0,30 Frisches Fleisch Kalbskamm o. Befig. Pfd. v. 0,48 Kalbsrücken o.Beiig. Pfd. v 0,58 Kalbskotelett...... ptd. von 0,74 Kalbskeule bis 9 Pfd. achtrer, ganz oder ge:eilt........ Pfd. von 0,68 Suppenfleisch...... ptd. von 0,54 Schmorfleisch o.Kn., Pfd. v. 0,84 Rouladen.......... pm. von 0,88 Roastbeef ohneKnoctu, Pfd. v. 1,08 Gulasch.................. Pfd. 0,68 Rinderlungen........... Pfd. 0,28 Euter...................... Pfd. 0,24 Rinderbacken.......... ptd. 0,30 Rinderleber............. Pfd. 0,78 Wild und Geflügel Wildragout....... pm. von 0,28 HirschbTätter....... Ptd. von 0,S6 Rehblätter........ Pfd. von 0,85 Kaninchen guir i.au>gniirf«i<.Piiv 0,73 i Russische Kuchen und Konfitüren Christstollen 1 Pfd. 0,7 S 2 ptd. 1,50$ pm. 2 25 feine Qualiiät, Diesdener Art, mit reiner Natnrbuttpr verarbeitet J Pfd. 1,25 2 Ptd. 2,50 3 Pid. 3,75 Apfelstrudei-ross.st.0,30ki.0,15 Baumkuchen Kotlbnser Art im Vmrsandliarton,1 aPfd. 1,10 I Pfd. 2,00 Altdeutsche Napfkuchen mit guten Zutaten hei gestellt, Stuck 0f75f 1,20 extragrofls 1|70 mit Schokolade überzogen, Stück OyBSf 1,35 extragross 1»05 Königskuchen mit oder ohne Eosinen.....Stück 0,50 Blechkuchen Bienensticli oder Streusel. mit reiner Butter gebacken,.__ in Gel opban verpackt. V» Blech 8,35 Schokoladen-Pfeffer- kuchenherzen.... e stuck 0,20 Reinmarzipan-Kartoffel_„ od.r Tsagobcick........'I, Pid. 0,75 F»ii,»Gewürzpr!nten>/,pfd. 0,48 Schokoladenringe_,_ hesirent..................>/, PM 0,55 Feigenpral'nen.....>/, ptd. 0,50 Dominosteine uFabr�'iiPf 1.0,45 Spitzkuchen.........>i, m 0,45 NOrnbergar Gewürzpiätzchen>/, ptd. 0,40 Rinderherzen......... Pfd- 0,34 Hammelvorderfl.. ptd. v 0,64 Schweinebauch o.Bez.Pfd. von 0,22 "Schellfisch im ganzen...Pfd. 0,20 "Grüne Heringe....bpm. 0,64 "Isländ. Fettheringe 3 st 0,25 Bücklinge........ Ptd. von 0,32 5eeIachs,Ratbarsger,i>fli t 0,42 Sprotten Kiste es. 1 Pfd. brnlto 0,30 Aale gerdnehert........... Pfd. 1,60 Sardinen mss. Art. ivassL 2 d«. 0,75 Norw. Heringe i Tomst. Da 0,58 *In ollen Hdutem ausser Andreosstraj»« Käse und Felto Romadour 20»;,........ stick 0,20 Camembert....... Schachtel 0,20 Emmenth. Art.«vschaehtei 0,48 Harzer.................. pm. 0,30 Alig.StangenkäsexPig.pu., 0,48 BlockkäseTilsltArt.50»/fcPfd. 0,56 Dän. Schweizer 30-1» Pfd. 0,64 Tilsiter voiitett............ Pfd. 0,68 Holländer ed.EdaiHr,40>i» Pfd. 0,70 Blockkäse Bmm.An,!KP|pPf. SAteaostrrhtl 4. iTegreltSdliepmlrTI Treptow r Eaiis- id)ol«nslr.t2.llmhstT.IL Spundau: Breit«Str.46, 10? tmtr. 30. Scbiowaldir Slnli 95. W elBenseet lugiudsstrak 143. Rernsn: fa l&tt 300. O raufen hur g: OuMur Sine« 31 Lstmsu. 74J7M Vom 19M de-ycmUr erJüUV" foiufcr ein CfcuJienk