ErscheinttSalich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe des..Vorwärts' BejugSvreiS für beide Ausgaben vro Woche. 3,60 M. pro Monat (davon 95 Pf. monatlich für Zustellung tnS Haus) im voraus tablbar- P o st b e j u g 4.32 M. einschließlich 60 Pf. PostzeitungS' und 72 Pf. Postbestellgebühre«. SpJUauLgaße Je* n]Äyfu>tif4& Mniclgtnorfll: Tic rinftulllgt NsiwarcUIciclle S8'Pf, RcklamcjctleSM Ermäßigungen nach Tarif,'vogi'chcckkonlo Vorwärts- Verlag G.m.b.H.. Berlin 9ir. 37536.- Der Verlag behält«Ich rat Redl der Adlebnung nicht grnedmer Anzrigen oor' Sledaltton anr Ervedttton. Berlin SWS». Lindcnstr» Serasvrcchcr- Dönhoff 7) 2)2—297 BERLIN Sonnabend 19. Sezember 1931 10 Pf. Ar. 594 B 292 4». Lahrgang H— Bwwmnil MI III Hill II IHIIIMI W EHEBMI WUWWJifgWMHIMfliHBWW mBBBMiHIBIJ 14 Mark Wocheneinkommen! Auswirkung der Notverordnung bei den Eisenbahnern Friedenskundgebung in Paris Massenversammlung als Antwort auf nationalistische Exzesse Paris, 19. Dezember.(Eigenbericht.) Im Japy-Saal fand am Freitagabend die vom Aktionskomitee für den Frieden auf Vorschlag des Allgemeinen Gelverkschafts- bundcs(EGT.) einberufene Kundgebung für den Frieden und die Abrüstung statt, die die Antwort auf die Sprengung der Ab- rüstungstagung im Trocadero durch die Pariser Nationalisten darstellt. Die Versammlung, an der über 10 009 Personen teilnahmen, nahm einen glänzenden Verlauf. Es sprachen der Generalsekretär der EGT. Jouhaux, der Führer der englischen Arbeiterpartei L a n s b u r y, der Reichstagsabgeordnete G r a ß m a n n im Namen der deutschen Sozialdemakrate und des ADGP,.Professor Q u i d d e, im Nainen der deutschen Pazifisten, sowie der radikale Abgeordnete Pierre Cot, der Sozialistcnjührer Leon Blum und der Präsident der Liga für Menschenrechte Victor Bäsch. Lans- bury und Großmänn wurden bei ihrem Erscheinen auf der Tribüne mit. dem Gesang der Internationale begrllsjt. Ilntcr wiederholten Rufen„Es lebe der Frieden" ging die Versammlung zu Endel Aus der Straße kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, als einige hundert Versammlungsteilnehmer sich zu einem Zug zu- sammenschlossen und unter Rufen„Es lebe der Frieden",„Nieder mit dein Kriege" nach dem Platz der Republik zogen. Dem Zug stellt« sich ein starkes Polizeiaufgebot entgegen. Es entstand eine Schlägerei, in der zehn Personen leicht verletzt wurden. Der Zug wurde in die Seitenstraßen abgedrängt und aufgelöst. Die Pflicht, viel auszugeben. Französischer Arbeitsminisier für Arbeitbeschaffung durch Konsumsieigerung. Bei der Debatte über die Arbeitslosigkeit erklärte Arbeits- minister Landry in der Kammer: Die Regierung habe eine doppelte Pflicht: sie müsse den Arbeitslosen eine wirksame Unterstützung angedeihen lassen und ihnen nach Möglichkeit Arbeit verschaffen. Die letzte Aufgabe sei am nützlichsten und werde von den Arbeitslosen selbst gefordert. Um sie durchzuführen, müsse die Unterbringung der Arbeiter organisiert werden. Zu diesem Zweck sei eine Korrespondenz zwischen den amtlichen Stellennachweisen und zwischen den verschiedenen Teilen des Landes eingerichtet worden, um Arbeitslose dorthin zu leiten, wo Arbeitskräfte fehlten. Die Regierung habe Fahrpreis- crmäßigungen für Arbeitslose und auch für Industriearbeiter durch- gesetzt, die sich in ihrer Heimat wieder der Landwirtschast widmen wollen. Was die Arbeitsbeschaffung anbetreffe, so habe die Kaminer vor kurzem einen Gesetzentwurs für die Ausführung großer öffentlicher Arbeiten angenommen. Die Re- gierung habe andererseits die öfsentlichen Körperschasten aufgc- fordert, so viel Arbeiten wie möglich ausführen zu lassen. Zur Zeit herrsche leider eine Tendenz zur Verminderung der Ausgaben vor, was u. a. die Zunahme der Einlagen bei den Sparkassen b«> weise. Die Einlagen hätten sich seit dem l. Januar um übel 5 Milliarden Franken erhöht. In der jetzigen Zeit, so erklärte d-" Minister mit Nochdruck, sei es aber die Pflicht aller Franzosen, möglichst viel auszugeben. Die gegenwärtige Krise sei zum großen Teil auf psychologische Ur- fachen zurückzusührcn, die man bekämpfen müsse. Ilm den Sieg zu erringen, müsse man die Hoffnung zum Sieg haben, besonders auf wirtschaftlichem Gebiet. Die Krise werde dann weniger lang und hart seiiu(Großer Beifall.) Im Anschluß daran antwortete der Minister für öffentliche Arbeiten auf die besonders von dem Sozialisten R aan a d i c r gegen die K o h l e n p o l i t i k der Regierung gerichteten Kritiken. Der Minister verteidigte die Festsetzung von Einfuhrkontingentcn für Auslandskohle, die entgegen den Behauptungen Ramadiers regcl- mäßig angewandt worden seien. Man könne die ausländische Kohleneinsuhr nicht ganz sperren, da die französischen Gruben den Kohlenbedarf Frankreichs nicht decken könnten. Die mit 21 000 angegebene Zahl der Arbeitslosen in der Grubenindustrie sei über- trieben. Die Lage sei nur in einigen Bezirken ernst, aber es sei zu erwarten, daß sie mit der weiteren Anwendung der Einfuhr- kontingentc allmählich wieder normal werde. R a m a d i e r warf ein, daß große Teile der Haldcnvorräte aus Jndustriekohle bestehen, während an Hansbrandkohle Mangel herrsthe. Er sei also ange- bracht, die Einsuhrkontingente auf Jndustriekohle zu beschränken und dafür mehr Hausbrandkohle einführen zu lassen. Zum Schluß bat der Minister die Kammer, ihm Vertrauen zu schenken, damit er die Interessen der Grubenarbeiter weiter schützen könne, ohne den Interessen der Kohlenverbraucher zu schaden. Bestünde die Möglichkeit, die Vierte Notverordnung durch Mit- glieder des Reichskabinetts in den Versammlungen der Arbeiter und Angestellten begründen zu lassen, dann hätte man gewünscht, daß dies am Freitagabend in der Versammlung gc- schehen wäre, die die Ortsgruppe Berlin des Einheitsver- bandes der Eisenbahner nach den Musikersälen einberufen hatte. So blieb es aber dem Genossen Blaß vom Hauptoorstand des Einheitsvcrbandcs überlassen, diesen von allen freien Gewerk- schaften auss fchärsste verurteilten Versuch der Rcschsregierung zur Ueberwindung der Krise den Verbandsmitglicdern in seinen Einzel- hciten klarzulegen, zugleich aber auch die Notwendigkeit der Taktik, die die Spitzen der freien Gewerkschaften und der Sozialdemokra- tischen Partei gegenüber dieser Notverordnung anzuwenden ge- zwunge» sind. Diese Aufgabe war nicht leicht zu erfüllen. Wenn sich noch der Notoerordnung für den verheirateten Reichsbahnarbeiter in der niedrigsten Lohngruppe des in der Entlohnung am tiefsten stehen- den Wirtschaftsgebiets ab 1. Januar injolge Kurzarbeit und Lohn- fenkung ein Nettowochenlohn von 14 Mark ergibt, und für viele Beamte ein Gehalt, das noch unter d e ni Vor- kricgsstand liegt, war es vom Referenten nicht zuviel gesogt, daß das eine Kulturschande sei. Die Rcichsbahnarbeiter werden neben dem Lohnabbau noch ganz besonders hart getroffen durch die Verschlechterungen der Sozialversiche- rung aus Grund der Notverordnung, durch die eine mehrjährige zähe Gewerkschaftsarbeit mit einem Schlage illusorisch gemacht wird. Wenn, die verantwortlichen Instanzen der Sozialdemokratie und des ADGB. zu dem Entschluß gekommen sind, die Regierung z u- nächst weiter zu tolerieren und sie hinsichllich chrer Versprechungen über die Preissenkung beim Wort zu nehmen, dann, so führte Ge- nosse Blaß aus, erklären die freigewerkschaftlich organisierten Eisen- bahner zum letztenmal, für sie ist jetzt das Maß voll. In der Aussprache kam eine ungeheure Erbitterung über die radikalen Lohnabbaubestimmungen der Notverordnung zum Aus- druck, ebenso aber auch darüber, daß es die Reichsbahn in den Verhandlungen am 17. Dezember abgelehnt Hot, für einzelne Arbeitergruppen geringere Lohn- und Gehaltskürzungen vorzu- nehmen, als es die Notverordnung vorschreibt, wozu sie nach§ 9 Absatz 2 des Kapitels VI des siebenten Teils der Notoerordnung berechtigt ist. Einstimmig wurde eine Entschließung angcnoinmen, in der es zum Schluß heißt:„Die Eisenbahner fordern mit größter Eni- schiedcnheit, daß jetzt die Rücksichtslosigkeit durchgreifender Maß- nahmen, die sich bisher ausschließlich gegen die Arbeitnehmer richteten, auch dort angewendet wird, wo sie sich zugunsten der Arbeiterklasse auswirkt." Verkürzter �eichshaushalt. Llm VU Milliarden geringer. Der Reichsetat balanciert mit 9,3 Milliarden auf Erund der Berechnungen, die schon die Wirkungen der jüngsten Notverordnung einbeziehen. Infolge der Aende- rungen in Einnahmen und Ausgaben geht der Rcichsetat um 1,4 Milliarden zurück. Die Preissenkung. Kali- Kohlen- Gas. Der Reichskalirat hat beschlossen, alle K a l i p r e i s e ab Neujahr um 19 Prozent herabzusetzen. Für Kohle ist sowohl die zehnprozentige Senkung des Zechenpreises wie der Fracht und der Handelsspanne be- schlössen, so daß ab Neujahr mit einer nennenswerten Ber- billigung zu rechnen sein mühte. Die Berliner G a s v e r b i l l i g ung ist von der Gas- betriebsgesellschaft. die den Westen Groh-Bcrlins versorgt, noch nicht beschlossen worden. Auf verschiedenen Berliner Wochenmärkten sind, wie behauptet wird, die Preise für Zucker, Mehl, Kartoffeln und Fleisch gestiegen, und zwar über das Maß der Erhöhung der Umsatzsteuer. Diese ist zwar noch i gar nicht in Kraft getreten, wird aber zur Begründung von Preistreibereien schon herangezogen. Der Preisdiktator wird Arbeit haben.. Zugunglück bei London. Zwei Tote, dreißig Derichte. London, 19. Dezember. Infolge dichten Nebels, der seit gestern sruh über England lagert. fuhr bei Dagenham(östlich von London) ein Personenzug aus einen Gü erzug auf. Zwei Personen, ein Reisender und ein Bremser, wurden getötet, 30 Personen verletzt. Die zu hilse eilenden Sanitätswagen holten große Mühe, durch den Hebel an die Unfallstelle heranzukommen. Polizisten mit brennen- den Fackeln muhten ihnen voranschreiten. Gammelkarte wird billiger. BVG. will korrigieren.- Neue Aufsichtsratsihung am Montag. Die Kritik der Ocssentlichkeit an dem Beschluß der BVG., den preis der S a m m e l k a r t e ab 1. Zanuar nur um 5 ps. zu senken und den preis aus 95 ps. festzusetzen, ist nicht ohne Erfolg geblieben. Der Aufsichtsrot der Verkehrsgesellschast ist von seinem Borsiheaden, Bürgermeister Dr. Elsas, zu einer neuen Sitzung einberufen war- den. die am Montag im BVG.-Haus staltfindeu soll. In dieser Sitzung soll der preis der Sammelkarle und auch die Möglichkeil einer Senkung der Mouatskartenpreise noch einmal genau nachgeprüft«erden. Es ist anzunehmen, daß man nunmehr den preis der Sommelkorte doch noch, wie wir gefordert haben, auf 90 Pf. festsetzen wird. Darüber hinaus scheint auch für eine Senkung der Zeitkarteapreise Stimmung vorhanden zu sein. Der gestrige Beschluß der städtischen Gaswerke, den Gas- preis um 10 Proz. zu senken, ist von allen Bcvölkerungskreisen begrüßt worden. Der Beschluß des Aufsichtsrats der Gasag dürste auch auf die Hckrren des BLG.-Aufsichtsrats nicht ohne Wirkung geblieben sein. Die Bewohner der westlichen und südlichen Vororte erwarten nun, daß sich der P r e i s t o in m i s s a r auch einmal mit der pri- vaten Gasbetriebsgesellschast und ihrer Preispolitik be- schäftigt. Mieierschast und Notverordnung. Protest gegen den Abbau der Hauszinösteuer. Die Reichsorganisation der Mieter, der Bund Deutscher Mieter- vereine e. V, Sitz Dresden, nahm Stellung zum wohnungswirr- schaftlichen Teil der neuen Notverordnung. Die Beratungen fanden ihren Niederschlag in Leitsätzen, in denen der Abbau der Haus- z i n s st e u e r als eine unerträgliche Zumutung an die enteigneten alten Hypothekcngläubiger und Sparer bezeichnet wird, deren durch die Inflation verloren gegangene Vermögenswerte wider jedes soziale und sittliche Rcchtsgefühl dem Hausbesitz zugewiesen würden. Die jetzige Regelung wird unter keinen Umständen ruhig hingenonlnrem Aus wohnungsmarkt- und arbeitsmarktpolitischen Gründen sei die angeordnete Verkümmerung des Wohnungsbaues völlig unverständlich. Maßnahmen zur Belebung des Baumarktes seien unerläßlich. Die angeardnet« Mwtsenkung wird im Verhältnis zur all- gemeinen Kaufkrafrschrumpfuug als durchaus unzulänglich und im übrigen tn Verbindung mit den weitgehenden Lockerungen der bis- herigcn Mietpreisbindungen als Geste bezeichnet, deren Wirkungs- losigteit der Mieterschaft heute schon klar sei. Das außerordentliche Kiindigungsrecht für langfristig« Miet- vertrage sei unbrauchbar, solange nicht gleichzeitig ein Recht des Mieters auf Abschluß eines Mietvertrages zu niederem, der ver» änderten Wirtschaftslage Rechnung tragenden angemessenen Miet- zins gegeben sei. Die angeordneten, tief eingreifenden Lockerungen der Mieter» schutzgesetze stünden in schroffem Gegensatz zum eindeutigen Mehr- heitswillen des Reichstags, der mit Beschluß vom tS. Oktober 1S31 die Reichsregierung ausdrücklich ersucht habe, von jeder Aenderung der Mieterschutzgesetze bis auf weiteres abzusehen. Die Leitsätze kündigen schärf st en Kampf gegen die in den Notverordnungen zum Ausdruck gekommene Wohnungspolitik der Reichsregierung an. Es wurde beschlossen, den großen Reichsausschuh des Bundes für Anfang Januar 1932 zur Beschlußfassung über Abwehrmaß- nahmen einzuberufen. An den Reichstag soll vor seinem Wieder- zusammentritt eine, die Forderungen des Bundes ausführlich be- gründende Denkschrift eingereicht werden. Die Einheiisfront von Anhali. Von Hitler bis Thälmann- aber nur im Verneinen. Dessau, 19. Dezember.(Eigenbericht.) Die Rechtsparteien des Anhaltischen Landtags, Rational- soziallsten. Deutschnationale, Volkspartei und Wirtjchastspartei, brachten in der FreUagsitzung des Landtags einen Miß- trauensantrag gegen die sozialdemokratische Regierung ein. Gegenstand des Konflikts ist die aus Ersparnisgründen im Wege der Notverordnung erfolgte Zusammenlegung der Kreise Käthen und Dessau. Die Regierung stützt sich dabei auf die Notverordnung des Reichspräsidenten vom 24. August und hat die Zusammen- legung der beiden Kreise mit dem Erfolg einer bedeuten- den Ersparnis von mehr als 299 990 M. jährlich verfügt. Ueber das Mißtrauensvotum wird am S. Januar abgestimmt. Da die drei Kommunisten mit der Rechten stimmen werden, dürfte er angenommen werden. Praktische Bedeutung hat dieser Sturz der Regierung indessen nicht, da sie als gsschäftsführende Regierung so lange im Amt bleibt, bis eine neue gewählt ist. Die Mehrheit, die die Regierung stürzt, wird, ähnlich wie in Sachsen und Hamburg, aus ihrer Mitte eine neue Regierung nicht bilden können. Waffen bei Kommunisten. Haussuchun en in Kalsel. Kassel. 19. Dezember. Bei Durchsuchung der in der Altstadt gelegenen Wohnung des der Kommunistischen Partei angehörenden Bauarbeiters Knöchel wurde ein größeres Waffen- und Mimitionslager ge- fundeu. Es wurden II Gewehre, darunter mehrere Militärge wehre, Jagdgewehre, Kleinkalibergewehre, Revolver, alles in der Haupt- fache zerlegt, ferner mehrere hundert Schuß 8-Munition. mehrere hundert Schuß Jagdmunition und Revoloecpatronen. ferner eine größere Meng« Sprengstoff und ähnliches Material aufgefunden und beschlagnahmt. Knöchel, sein« Frau und zwei weitere Personen wurden fest- genommen. Knöchel verweigert jede Aussage, während seine Frau und die beiden anderen Festgenommenen erklärten, von dem'Vorhandensein des Waffenlagers nichts gewußt zu haben. Dampfer auf hoher See explodieri. Gesamte Mannschaft umgekommen. London. 19. Dezember. Der englische Zischdampfer ,Birdleneß" wurde am Freitag auf der Höhe der ZarSer-Znseln durch eine g e w a l- kige Explosion vollkommen zerstört. Es wird befürchtet, daß die gesamte Mannschaft bei dem Unglück ums Lcben gekommen ist. Die Ursache der Explosion ist unbekannt. Der Dampfer machte eine Fangreise und hatte Hull am ö. Dezember verlassen. Er sollte kurz vor Weihnachten nach England wieder zurückkehren. Warenhaus in Klammen. so Personen verletzt- Panik unter Käufern und Personal. Rio de Janeiro, 19. Dezember. Ein in der Milte der Stadt gelegenes Warenhaus wurde durch Feuer vollständig vernichtet. Unter dem Personal und dem p o b l l k n m brach eine Panik aus. Das Feuer dehnte sich mit rasender Geschwlndigkeit au» und bald stand dag ganze Warenhaus tn hellen Flammen. Etwa 60 Personen erlitten Verletzungen. Die Ursache des Feuer» Ist wahrschein- lich ans Kurzschluß zurückzuführen. Opfer der Meeresstürme. Schwedischer Motorschoner untergegangen. Stockholm. 19. Dezember. Der schwedische Motorschoner„©ixten* aus 33i(en(Südschweden) ist auf der Fahrt von Alborg nach Edingen unter- gegangen. Am Mittwoch wurde er in der Nähe von Danzig gekentert treibend gesehen. Jetzt liegt er mit abgebrochenen Masten kieloben auf Land. Die Besatzung betrug sechs Mann, die zweifellos bei dem Sturm der letzten Tage umgekommen sind. Außer der Leiche des 19jährigen Schiffskochs ist noch eine zweite Leiche geborgen worden, die aller Wahrscheinlichkeit nach zur De- satzung der„Sixten* gehört. Ob eine aufgefundene Flaschenpost von dem Schiff stammt, ist zweifelhaft, da die Reederei den einen der unterzeichneten Namen nicht kennt. Vor einem neuen Sraiosphärenstug. Mit Flugzeug, nicht mit Ballon. pari», 19. Dezember. Wie die Pariser Presse meldet, will der französische Chef- pilot T o u p e t bei der nächsten günstigen Wetterlage vom Flug- platz Toussus-le-Noble mit dem von ihm selbst entworfenen Stra- tosphärenflugzeug in«ine Höhe von mindestens 16 999 Meter aufsteigen. Der Eindecker verfügt über einen S 9 9-? 8- M o t o r. Die zylindrisch gebaute luftdichte Kabine be- steht vollkommen aus Metall. Das Flugzeug hat ungeheure Tragflächen für die dünn« und daher wenig tragfähige Luft der Stratosphäre. Im Innern der Kabine wurden drei Sauer- Hoover-Moratorium ratifiziert 3m Abgeordnetenhaus— Senat wird folgen Washlngtou. 19. Dezember.(Eigenbericht.) Das amerikanische Repräsentantenhaus hat im Laufe der Nacht das Hoover-Moratorium mit 317 gegen 199 Stimmen ratifiziert. Der Zusatz, daß die Annahme des Moratoriums keinen An- spruch anderer Staaten auf seine Verlängerung rechfertige und auch kein« Bereitschaft zur Aufhebung der Kriegsschuldenverträge bedeute, wurde ebenfalls angenommen. Mit der Annahme des bis zum 39. Juni laufenden Hoover- Moratoriums für alle Kriegsschuldenzahlungen an Amerika im A v- geordnetenhaus ist auch seine Annahme im Senat ge- sichert. Der politische Kampf wird sich dann aus die Einsetzung des Schuldenausschusses konzentrieren, der angesichts des Sturzes des englischen Pfundes und der englischen und deutschen Zahlungsunfähigkeit für politische Schulden eingesetzt werden soll, um mit England und Deutschland neue Vereinbarungen abzu- schließen. Wahrscheinlich wird auch der Beschluß, ihn einzusetzen, mit der Prinzipienerklärung begleitet werden, daß das keinen A n- spruch aus Revision begründe— man wird das praktisch Not- wendige in einer Form tun. die bei den Massen der Steuerzahler möglichst wenig Entrüstung erregt. Mac Fadden so gut wie tot. Gegen Mae Fadden(der gegen die Regierung, die amerikanischen Banken und gegen Deutschland die schwersten An- klagen erhoben hatte) ergriff das Weihe Haus die wirksamste Strafmaßnahme, die einem Politiker zustoßen kann. Auf Verlangen des Senators R e e d wurde, wie dieser nach Verlassen des Weißen Hauses erklärte, beschlossen, in Zukunft Mac Fadden» Vorschläge wegen Besetzung von Bundesposten in seinem Wahlbezirk nicht mehr zu berücksichtigen. Dieses Vorschlagsrecht der Abgeordneten wird im allgemeinen hoch bewertet, da die Abgeordneten sich durch Ber- tcilung von guten Posten an politische Freunde eine wirksame Maschinerie für ihre Wiederwahl aufbauen können.„Mac Fadden ist politisch bereits so gut wie tot*, erklärte Senator Reed, nachdem er dies durchgesetzt hatte. Lamont über die deutschen Anleihen. Kein Zweifel an Deutschlands gutem Glauben. Washingtou, 19. Dezember. Vor dem Finanzausschuß des Senats erklärte heute der Mit- Inhaber der Firma I. P. Morgan u. Co.. Lamont, seit Kriegs- ende habe feine Bank an Frankreich 399 und an Deutschland 293 Millionen Dollar Anleihen vermittelt. Die Anleihen an Deutschland seien die Dawes- und die Doung-Anleihe gewesen. Lamont betonte, daß weder bei Begebung der Anlechen. noch jetzt Grund bestand oder bestehe, an dem guten Glauben Deutsch- l a n d s und der Bereitwilligkeit, diese Summen zurückzuzahlen, zu zweifeln. Etwa 99 Proz. der amerikanischen Banken seien an diesen deutschen Anleihen beteiligt, und fast alle Stücke seien an das ameri- konische Puplikum weiterverkauft worden. Der Umfang der deutschen kurzfristigen Kredite bei amerikanischen Banken sei zwar reichlich groß, gefährde jedoch die Liquidität dieser Banken nicht. Polens Außenpolitik. Zaleski droht Oanzig und beklagt die Aichtratifizierung des Oeutschland-Vertrages Warschau, 19. Dezember. Außenminister Zaleski betonte im Auswärtigen Ausschuß des Senats den Willen Polens, auf dem Boden der bestehenden Verträge den Frieden ausrechtzuerhalten. Nach einer Charakteri- sierung der polnischen Völkerbundspolitit kam Zaleski auf Danzig zu sprechen. Polen bilde für Danzig die natürlich« Grund- läge seine« Wohlergehens und seiner wirtschaftlichen Existenz. Als Gegenleistung fordere Polen unerhört wenig: Loyalität und guten Willen. Indessen unterliege Danzig immer mehr dem Einfluß rechtsgerichteter umstürzlerischer Ele- mente, deren Borgehen gegen Polen, Juden und die liberalen Deutschen Danzig» Organe des Völkerbundes veranlaßt habe, sich für die Frage der inneren Sicherheit in Danzig zu inter- effieren. Trotz der Weltwirtschaftskrise sei der Warenumschlag in Danzig fast unverändert aufrechterhalten worden. Er beschwert« sich dann über■ c' Subordlnakloasverlehungea der Dansiger Zollämter, durch dle polen schwereu Schaden erleide. Polen werde die Wiederherstellung der Rechtsord» n u n g fordern. In der Minderheitenfrage habe sich der Standpunkt der Regie- rung nicht geändert. Sie würde nicht zulassen, daß man die Atmosphäre des nationalen Zusammenlebens störe, da die harmonische Zusammenarbeit aller bei den schwierigen Wirtschafts- Verhältnissen heute mehr denn je von Nöten sei. Die Regierung werde sich allen Tendenzen einer«inseitigen, mit dem Geist der i Verträge und dem staatlichen Interesse in Widerspruch stehenden Erweiterung der Minderheitenrechte widersetzen. Voller Befriedigung stellte der Minister die sich bestens ent- wickelnde polnisch-französische Zusammenarbeit fest. Der Minister sprach die Hoffnung aus, daß die französische Regte- rung eine Schlechterstellung der in Frankreich beschäftigten polnischen Arbeiter gelegentlich der zu erwartenden Rück- Wirkung der Wirtschaftskrise nicht zulassen werde. Die Zusammenarbeit mit dem verbündeten Rumänien sei ebenfalls unverändert geblieben. Der Minister schllderte sodann das Verhältnis zu Deutschland. Er erklärte zunächst, die Fortsetzung des Nichtratifizier Deutschland sei für wärtigen Augenblick Nachbarn zu einer nicht rechnen könne. daß die Entwicklung der Lage in Deutschland Normalisierungswerks nicht begünstige. Die ung des Handelsvertrags durch Polen ein Fingerzeig, daß man im gegen- aus eine positive Einstellung des westlichen breiter gefaßten Zusammenarbeit mit Polen Unter diesen Bedingungen habe man sich ge- I zwungen gesehen, die Arbeit auf die Erledigung von Neben- fragen zu beschränken. Der Minister erwähnte dann die end- gültige Liquidierung des Streits über die strittigen S t a a t s a n- gehörigkeitsfragen, die deutsch-polnischen Aufwertungsunterhandlungen und dos deutsch-polnische Uebereinkommen, mit i dem 31. Januar 1932 die Tätigkeit des in Paris bestehenden deutsch- polnischen Schiedsgerichts«inzustellen. Zaleski sprach dann von den unbefriedigenden polnisch- lettländischen Beziehungen zu sprechen. Die durch die lett- ländischen Repressivmaßnahmen geschaffene Lage sei noch nicht geklärt Die in Moskau durch den Gesandten P a t e k und Volks- kommissar L i t w i n o f f geführten Nichtangriffspaktoerhandlun�en entwickelten sich normal In den Wirtschaftsbeziehungen ließe sr eine weitere Entwicklung feststellen, da die polnische Aus fuhr nach Ruhland gegen da» Vorsnhr zugenommen habe Nach einer Klage über die österreichischen Ein. fuhrbeschrönkungen. die den nolnischen Diehexport schwer schädigten, kam Zaleski auf die gegen Polen gerichtete t e i n d l i ch e Propaganda zu sprechen. Es sei Pflicht des ganzen Volkes. dieser Arbeit entgegenzuwirken. Die polnischen Aurlandevertretun. gcn würden m dieser Hinsicht ihr« Arbeit oermehren, wobei sie von Schule, Wirtschaft, Künstlertum, Literatur und Presse unterstützt werden müßten, damit die Wahrheit über den polnischen Staat überall hindringe. Bezüglich seines Londoner Besuches versicherte Zaleski die Uebereinstimmung mit England in den wichtigsten politischen Fragen. Er gab hierbei der Hoffnung Ausdruck, daß sein Besuch dazu beitrage, die Beziehungen enger zu gestalten. Mit besonderem Nachdruck hob er die freundschaftlichen Beziehungen zu Italien hervor. pilsudsti-Gwatsanwa« beschimpft O'ebermann. Der Prozeß gegen die polnischen Oppositionsführer ist nun bei den Schlußreden der Staatsanwälte angelangt. Der zweite An- klageredner wandte sich mit Leidenschaft gegen die Behauptung, daß die ganze Angelegenheit von P i s u d s k i inszeniert wäre, um sich an LiebermaNn für die Ezechowicz-Affäre zu rächen. Llebermann sei ein zu vernachlässigendes Steinchen auf dem großen Wege, den der Marschall beschreite. Der Staatsanwalt bestritt, daß in Polen die Diktatur herrsche. Der Begriff schwanke und auch im Gerichtssaal hätte man Bezeichnungen gehört wie Diktatur um jeden Preis, überdeckte Diktatur, schamhafte Diktatur, Diktatur ausgeübt mit Hilfe anderer Personen, und Revolution als Dauerzustand. Der Staatsanwalt brach sein Plädoyer wegen Erschöpfung ab. stoffkompressoren aufgestellt, die ebenso wie im Unterseeboot die Atmung ermöglichen sollen. Der Flieger beruft sich bei seinem Versuch auf die Meinung des Professors P i c c a r d, daß ein Vor- dringen in die Stratosphäre mit dem Flugzeug durchaus möglich sei, wenn die technische Ausrüstung der Maschine genügend Sicherheit biete. Auffällig ist, daß gar keine Versuchsflüge durchgeführt worden sind. Auio im Schnee verirri. Wagen explodiert, Chauffeur verbrannt. Glauchau, 19. Dezember. An der Staatsstraße Meeran«— Z wickau wurde heute früh ein brennendes Auto im Straßengraben gefunden, das noch den Spuren im Schnee von der Straß« abgekommen war und nach einer Kurvenfahrt über die Felder sich im Straßengraben überschlagen hatte. In dem Auto befand sich eine verkohlte Leiche. Es wurde festgestellt, daß der Wagen der Filiale Daimler. Benz in Zwickau gehört. Der bei dem Unglück zu Tode gekommene Autosührer soll der Letter der genannten Filiale sein. Selbstmordversuch auf der Rennbahn. Als ein Wächter mit seinem Hunde in der Nacht zum Sann- abend gegen 1 Uhr nachts die Runde auf der Rennbahn Ruh- leben machte und in die Näh« der Tischlerei kam. wurde das Tier unruhig und zog den Wächter nach dem Gebäude hin. Der Mann eilte nach dem Verwaltungsgebäude, holte sich dle Schlüssel, um in die Tischlerei einzudringen, weil er dort Einbrecher ver- mutete. Zu seinem Schrecken fand er aber den Inspektor Fritz Klepenhagen blutüberströmt auf dem Fußboden liegend vor. Der Mann hatte sich eine Kugel in den Kopf geschossen. Da er noch Lebenszeichen von sich gab, wurde er ins Spandauer Krankenhaus gebracht. Die Aerzte hoffen, ihn trotz der schweren Verletzung am Leben zu erhalten. Man tonnte folgendes ermitteln: Auf der Rennbahn war ein Streit zwischen mehreren Trainern ausgebrochen, in den Kiepenhagen mit hineingezogen wurde. Das nahm sich der Mann so zu Herzen, daß er sich das Leben nehmen wollte. In einem Abschiedsbrief hat er diesen Streit als Grund für seine Tat angegeben. Schülerselbstmord im Zugabieil. Das mörderische Ztbitvrium. Aus der Fahrt zwiischen Fintenwalde und A ltd amm brachte sich der 20 Zahre alte Gymnasiast Richard R. au» Sleltin Im Personenzug einen Pistolenschuß in den Kopf bei. In Altdamm wurde der Schwerverwundete sofort dem Krankenhaus zugeführt, wo er schon nach einer halben Stunde seiner schweren Berwundunz er- legen fft. Der Grund zu dem Freitod des jungen Menschen ist darin zu suchen, daß ihm von der Schulleitung schlechte Aus»' sichten für das Abiturium bescheinigt werden mußten. Sklareks Kaviar. Ein halbes Pfund war zu wenig.- Feine Freunde. Im weiteren Verlauf der Zeugenvernehmung im Stlaret-Prozeß gab dann der Leiter der Hauptprüfungsstelle, Bürgermeister Franz. eine Ehrenerklärung für den Zeugen S ch ö t t l e r ab, den er als klaren und unbestechlichen Beamten bezeichnete. Als in diesem Zu> sammenhang Leo Eklarek von S ch a l l d a ch als einem ehrenwerten Kaufmann sprach, erwiderte der Vorsitzende:„Sie haben komische An- sichten über die Ehrbarkeit eines Kaufmannes, denen sich das Gericht nicht anschließen kann." Lebhaft gestaltete sich dann die Vernehmung des früheren Lager- Verwalters der Sklareks. Warschauer. Als die allgemeine Vernehmung des Zeugen beendet war. fragte Rechtsanwalt Dr. P i n d a r, ob der Zeuge nicht für Max Sklarek wiederholt Briefe befördert habe, von denen die beiden angeklagten Brüder nichts wissen sollten. Zeuge:„Ja, das stimmt. Ich habe öfter mal Briefe von Max an Schmitt, Hossmann und B ö ß überbracht."— Lorsitzender:„Erzählen Sie uns mal, wie die ganze Sache vor sich ging."— Zeuge:.,3ch wurde eben zu Max gerufen, der mir sagte, ich möchte verschiedene Briefe iür ihn fortbringen. Auf dem Tisch lagen die noch nicht tuvertierten Briefe und mchrere Geldscheine, die Max glättete. Ich sagte darauf, die Scheine könnten ja oben unter die Presse gelegt werden, damit sie glatt werden, worauf Max ant- wartete:„Die nehmen sie auch ohne Presse." Ich bin dann in ein Das gewallige Echo Lille?:.Hedo, Echo- Echo'— Ich glaube, der Kerl, der das Echo machen follte, ist eingeschlafen!" Nebenzimmer gegangen und habe mich mit einem Angestellten unter» hasten und später die verschlossenen Briefe von Max m Empfang ge- nommen."— Vorsitzender:„Wußten Sie denn, daß Geld in den Briefen war und haben Sie nicht mal gefühlt oder so ein bißchen nachgesehen?"— Zeuge:„Nein, nochgesehen habe ich nicht, aber für einen gewöhnlichen Brief war es zu schwer. Es war irgend etwas drin. Ob es Geld war, kann ich natürlich nicht sagen." Als nächster Zeuge wurde Verwaltungsdirektor Kupp« vom Virchow-Krankenhaus gehört, der aussagte, daß von verschiedenen Krankenhäusern immer wieder Beschwerden über die KVG.- Lieferungen erhoben wurden. Als er bei anderen Firmen einmal zum Vergleich Preise eingeholt habe, sei er von Stadtrat G ä b e l zurechtgewiesen und daraus aufmerksam gemacht worden, daß er ver- pflichtet sei, von den Sklareks zu kaufen. Bezeichnend war dann noch die Aussage des Restaurateurs Tonndorf. Dieser meinte gleichfalls, daß die drei Brüder nie gleichzeitig das Lokal aufgesucht hätten. Leo Sklarek hätte bei ihm auch für seine Freunde zu Weihnachten Präsentkörbe bestellt. An einem Weihnachten habe sich einer dieser Freunde telephonisch beschwert, daß er keinen korb bekommen habe, und als der Korb dann nachgeliefert worden sei. habe er nochmals angerufen und moniert, daß nur ein halbes Pfund Kaviar drin war, während die anderen ein ganzes Pfund bekommen hätten. Der Vorsitzende war sehr wißbegierig, wer dieser fein« Freund der Sklareks war, der Re- staurateur Tonndorf erklärte aber, sich auf den Namen nicht mehr emsinnen zu können. Zuchihaus für Seeleute. „Meuterei" im Hafen von Odessa. Emden, 19. Dezember. Das hiesige Schnellgericht verhandelte gegen 83 Be- satzunasmitglieder des soeben nach mehrmonatiger Reise in den Heimathasen zurückgekehrten Dampfers„Gottfried Büren" wegen Meuterei im Hafen von Odessa in der Zeit vom 8. bis 89. Oktoher. Vier Seeleute hatten außerdem den deutschen Konsul in Odessa, Dr. Roth, bei Ausübung seiner Dienstpslicht mißhandelt und versucht, ihn vom Laussteg eines Schiffes im Hafen von Odessa ins Wasser zu werfen. Der Haupttäter bei dem Ueberfall auf den Konsul hat sich seinerzeit durch Flucht auf russisches Gebiet der Stiafverfolgung entzogen. Nach fünfstündiger Verhandlung wurden drei der Angeklagten zu je einem Jahr einen Monat Zuchthaus und der Rädelsführer zu zwei Jahren Zuchthaus unter Ab- erkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre oerurteill. Sie wurden auf der Stelle verhaftet. Di« übrigen der Meuterei Mitangeklagten 19 Besatzungsmitglieder des Dampfers erhielten je zwei Monate Gefängnis mit Bewährungsfrist. kein Weihnachten In Moskau. Auf Veranlasiung der Kommu- nistischen Partei wurde in Moekau beschlossen, daß an den Weih- nachtstagen in allen Werkstätten die Arbett aufrechterhalten werden muß. Die Arbeiter und Angestellten, die sich an diesen Tagen nicht zur Arbeit melden, sollen fristlos entlasten werden. Chronik der Konzerte Orchester-, Kammermusik- und Golistenabende Pehudi Menuhin, das einzige Wunderkind, ist nun kein Kind mehr, aber immer noch ein Wunder; ein Jüngling, der über eine im Schwierigsten sich bewährende tadellose Technik, der über einen Ton oerfügt, der größer, süßer, gehaltvoller und beseelter ist als der fast sämtlicher Meister seines Instruments. Von Bruno Walter liebevoll begleitet(er war der Solist besten vierten Kon- zcrts mit dem Philharmonischen Orchester), spielte er ein wenig be- kanntes, auch nicht sehr dankbares Violinkonzert von Mozart und das Geigenkonzert von Mendelssohn. Bruno Walter leitete vom Flügel aus ein wuchtiges ccmccrto grosso von Händel und diri- gierte dann die dritte, die„Rheinische" Sinfonie von Schumann, deren Schwäche er geschickt überbrückte, deren Schönheiten er ins hellste Licht zu setzen wußte, dirigierte sie schlicht und schwärmerisch zugleich und errang für die Sinfonie(was schwer und selten ist) und sich selbst einen großen Erfolg.— Im dritten Konzert der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik brachte E r n e st An- sermet mit dem Berliner Sinfonieorchester lediglich amerikanische Komponisten zur Aufführung, wobei wir hoffen wollen, daß es sich hier durchaus nicht um einen charakteristischen Querschnitt durch Amerikas„Neue Musik" gehandelt haben möchte. Ob es sich um Werke von Copland, Raggles oder S e s s i o n s handelt, ob nun dieser oder jener Satz etwas bester ist als die anderen— im Grunde ist es immer das gleiche: konsequenteste Verachtung alles Klanglichen, ohne irgendein Bauprinzip, das stark genug wäre, dies vergesten zu lasten, Versuche mit untauglichen Mitteln, Strawinsky, den Einmaligen, nachzuahmen. Und was die JazzsuUs Grün- b e r g s betrifft, sind wir dieses Treibens längst schon müde, haben wir die sinfonisch aufgemachte Tanzmusik(diese Mißgeburt aus Pathos und Rhythmus) längst schon satt. Ansermet ist ein be- zaubernder Dirigent; schade, daß er sich zu diesen Dingen her- gegeben hat. Durch Werner Lywen und Eva Heinitz verstärkt, spielten die K l i n g l e r s Streichquintette von Mozart und Schubert, die Beethovens O-Dur-Seren ade Opus 8 umrahmten. Das Lener- Ouartett setzte seinen verdienstvollen Beethoven-Zyklus fort; den größten Beifall aber, die jubelnde Zustimmung eines begeisterten Publikums errang sich— gleichfalls mit Beethoven-Quartetten— das Wiener K o l i sch- Quartett, dessen Zusammenspiel(immer ohne Noten), besten Spiel überhaupt an Intensität und Ausdruckskraft alles Bekannte übertrifft. An der Spitze der Solisten sind zwei Spanier zu nennen: Pablo Casals, der größte Cellist nicht nur Spaniens, sondern der Erde der(neben Brahms, Locatelli und kleinen Stücken) eine Solosuite von Bach unübertrefflich meisterte, und Andres Se- g o o i a, ein großer Meister seines im Konzertsaal selten gehörten Instruments, der Guitarre. Wie gering scheinen ihre Möglichkeiten, wie dünn der Ton, wie rasch verfliegend der Klang— und welche Welt von Musik holt Segovia aus den zirpenden Satten! Wie viele Schattierungsmöglichkeiten schattet er nicht zwischen Piano und Forte ein, die hier näher beisammen liegen als bei jedem anderen Instrument; und welcher Meisterschaft bedarf es, die alte Lauten- musik. eine Pärtita von Weiß, Fuge und Gavotte von Dach wieder- zugeben, überhaupt Fugen in realer Drei- und Vierstimmigkeit auf der Guitarre zu spielen! Der enthusiastische Beifall, den Segovia fand, war wohlverdient.— Zugunsten der Winterhilfe gab L u l a Mysz-Gmeiner einen Goethe-Liederabend(die sind in diesem Jahr nicht selten), an dem sie Lieder und Balladen von Reichardt bis Hugo Wolfs interpretierte: wie immer eine Vortragsmeisterin ersten Ranges.— Jacqueline No urrit ist eine kleine zehnjährige Pianistin, eines der jetzt allenthalben auftauchenden Wunderkinder, sicherlich sehr begabt(ein Kind, das ein langes Konzertprogramm beherrscht, ist selbstverständlich begabt), doch ohne bezwingenden musikalischen Instinkt und noch ohne musikalisches Bewußtsein.— Julian d e Gray endlich ist ein junger Pianist, wohl einer der vielen überflüstigen jungen Pianisten, der weder technisch aus der Höhe ist, noch sonst etwas zu sagen hat: einer jener vielen, die ihr Instrument nur diskredttieren, statt es zu Ehren zu bringen. ■Arnold Walter.. Lampel:„Vaterland." Komödienhaus. In Peter Martin Lampels Schauspiel„Vaterland" geht es außerordentlich lärmend und aufgeregt zu. Maschinengewehre knattern, Pistolen knallen. Lezdenschaften platzen unentwegt auf- einander. Der Autor der berühmt gewordenen„Revolte im Er- ziehungshaus" setzt sich hier mtt dem Begriff Vaterland auseinander und versticht an einem Beispiel aus der jüngsten Geschichte das Wort Natton des Aufwieglsrischen und Hetzerischen zu entkleiden, das ihm anhaftet. Das Stück spiell in Oberschlesien im Jahre 1981 und entreißt die Kämpfe der Freischaren gegen die polnischen In» surgenten der Vergessenhett. Sie endeten bekanntlich mtt ihrer zwangsweisen Entwaffnung. Für diese Entwaffnung hatte der Oberschlesische Selbstschutz, der Verluste von über 399 Mann beklagte, kein Verständnis. Aus den Freischärlern wurden Desperados, die abenteuerliche Pläne gegen die Regierung brüteten. Im Ansang hat Lampels Schauspiel dramatische Kraft. Das Aufwühlende einer schlimmen und gärenden Jett wird lebendig. Aber dann verliert sich da, Stück in endlosen Diskusstonen über Recht und Pflicht, Nation und Vaterland, die, so leidenschosllich sie auch geführt werden, den Zuschauer nicht packen. Man merkt Lampels Bestreben, für beide Auffassungen, legal oder illegal, um Verständnis zu werben: aber irgendeine Klarhett schätt sich aus den wirren Ge- fühlsausbrüchen dar jugendlichen Freischärler nicht heraus. So ist es zu erklären, daß es im drttten Akt beinah« zu einem Theater- skandal kommt. Beide Parteien, Nazis und Kozis, greifen mtt Zwischenrufen ein. Die Auführung gibt einer Gruppe stellungsloser Schauspieler Gelegenhett, unter Norbert Schillers straffer Regie ihr gutes Können zu zeigen. Autor und Darsteller ernteten reich- lich Beifall._ Dgr. „Oer fröhliche Weinberg". Theater in der Klosterstraße. Ein Theater in Berlin, das bisher in seinem Spielplan Niveau gehalten hctt. Franz Sondinger wähtt aus dem Repertoire der Theaterstücke Gutes und Wirksames aus. So entdeckte er vor einem Jahr als einziger in Berlin von neuem das große dramatische Talent des verstorbenen Hermann Esstg. Ein Beispiel, dem leider niemand gefolgt ist. Sondinger, ein Schauspieler von Format, leitet im Zentrum der Stadt ein kleines Theater, besten Ehrgeiz darin be- stcht, mtt anerkannter Ltteratur dos Dasein zu sristen. Daß sich die Bühne hält, bleibt ein Beweis dafür, daß das Pubiikum literarisch- dramatischen Werten gegenüber nicht taub ist und daß die verjagte Operette oder das Sensationsstück kaum das einzig« Hell der Well bedeuten. Jetzt spiell Son>ding«r Zuckmayers fröhlichen Wein- bevg, das erfolgreichste Lustspiel der letzten Jahre. Ueber den Plötz- lich einsetzenden Ersolg hinaus wirkt auch heute noch die Komödie unverstaubt wie am ersten Tag. Denn hier verknüptt sich ein Ge- fühl für die Theaterwirkung einer komischen Situation mit der un- verfälschten Zeichnung des Milieus und mtt der künstlerischen Gestaltung erdverbundener Menschen. Dazu sein- lebensbejahende Weltanschauung. Bühnenkonfektionär und Dichter gehen in Zuck- mayer ein« harmonische Personalunion ein und sichern den Erfolg. Bei Sondinger trttt niemand besonders unter Scheinwerfer- beleuchtung. Hartenfels, Sondinger, Trude Moos und die anderen bilden ein gut geleitetes Ensemble. Der Zusammenklang ist wichtiger als die Einzelleistung._ F. Seh. Gegen Schließung von Giaaisiheaiern. Das Präsidium der Genossenschaft Deutscher Bühnenongehörigen teilt mit: Nach Mitteilung der Tagespresse hat das preußische Staats- Ministerium beschlossen, das staatliche Schillercheater in Berlin und die Staatstheater in Kastel und Wiesbaden mit Ablauf dieser Spiel- zeit zu schließen. Gegen diese Absicht muß au» kulturellen und so- zialen Gründen auf das Schärfste protestiert werden. Abgesehen von der Mißachtung der zum mindesten moralischen Verpflichtung, die die preußische Staatsregierung durch Uebernahme der genannten Bühnen in ihre Obhut auf stch genommen hat, wäre eine solche Schließung ein vernichtender Schlag gegen die gesamte Schauspiel- kunst und Ujre Vertreter. Denn nicht nur die preußischen staallichen Bühnen würden durch eine solche in ihrer Rigorosität einzig da- stehenden Maßnahmen betroffen werden, sondern sie könnte ein Signal sein für die staatlichen und städtischen DeHörden im Reich, mtt ihren Bühnen in ähnlicher Weise zu verfahren. Damit wäre > die auf anerkannter Höhe befindliche deutsche Theatertultur zerstört, deren Erhaltung und Entwicklung ohne Kontinuität unmöglich ist. Aber auch die Vernichtung des gesamten Standes der Bühnen- künstler hätte diese Maßnahme zur unausbleiblichen Folge. Wir wenden uns an die Oeffentlichkeit um Hilfe. Wir wenden uns aber auch an das Plenum des preußischen Landtags, da wir nicht an- nehmen, daß auch nur eine Partei die Verantwortung für die Ver- nichtung eines für das ganze Volk lebenswichtigen Kulturbestand- telles auf sich nehmen wird. „Mein Leopold". Atrium. „Mein Leopold soll einen glanzvollen 69. Geburtstag feiern", sagte die Filmindustrie und ließ Max Adalbert den Schuh- machermeister Weigelt spielen. Diese Bombenrolle, die 1873 Carl Helmerding und später unter anderen Alexander Girardt mit blut- warmen Leben füllten, hat stets Darsteller von Format gereizt. Max Adalbert schöpft die Roll« voll aus und der aste klagende Vater wirkt oft derart ergreifend, daß die Direktion gut täte, den allzu leicht gerührten Dame« Taschentücher als Weihnachtsgeschenk zu überreichen. Die Geschichte vom verlorenen Sohn ist uratt und das Problem der schädlichen Vaterliebe hat Dauerwert. Es läßt sich deshalb auch behandeln, wenn man die Vergangenheit wählt. Aber man macht Konzessionen an die Gegenwart und bringt daher dieses Volksstück zum Versagen. Hans B r e n n e r t hat aus ihm einen Reißer für ein gut bürgerliches Publikum gemacht. Das erfreut sich an der herzinnigen Freundschaft zwischen den angesehenen Amts- gerichtsratstächtern und der einfachen Cchustersfrau, an den auf- marschierenden Soldaten in Friedensuniform und an dem zur Wohl- habenheit gelangten Schuster Starke, der sich eins Schuhbssohl- Maschine kaufen kann, die ihm sicher den Aufstieg zum waschechten Kapitalisten ermöglicht. Das Volk jedoch, dem dieses Stück zu- geeignet, kann diesen sträflich gutmütig-dummen Vater nicht ver- stehen, und mit den eingestreuten wehleidigen Schlagern singt man es nicht mehr in den Festtagsschlummer Der Regisseur Hans S t e i n h o f f hat einen reinen Schau- spielerfilm geschaffen. Gespielt wird sehr gut, verpflichtete man doch Harald P a u l s e n(Leopold) Gustav Fröhlich(Starke), Hermann Thimig, Camilla Spiro, Lucie Englisch, Ida Wüst usw. für die sehr dankbaren Rollen. Die Uraufführung fand im Rahmen einer Festvorstellung statt, bei der man das wunderbare Organ der Gitta A l p a r und das Philharmonische Orchester unter Professor Julius P r ü w e r ge- nießen tonnte. e. b. „Oie postmeifierin." Das Zentraltheater scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, Operetten der guten allen Zell wieder zu Ehren zu bringen; gestern startet«„Die Poftmeisterin" von Leon Jessel, dessen größter Erfolg seinerzett das„Schwarzwa�ldmädel" war. Der Komponist dirigierte persönlich und brachte die einfallsreiche und gutgearbettete Musik— der ein von Trivalität und Sentimentalität trotzender üblicher Operettentext zugrunde liegt— zu schöner Wirkung. Die Darsteller verfügten vielfach über zu wenig geschulte Stimmen(zu wenig Stimmen überhaupt), um die hübschen Moledien so zu singen, wie sie es verdienen. Erwähnenswert Käte König als Postmeisterin, Eduard N i c o l als preußischer Prinz und(«in guter Komiker Berlinerischer Prägung) Karl P l a t e n. A. W. Schriftsteller Oscar A. H. Schmiß gestorben. In Frank- furt a M. starb noch kurzer Krankheit der Schriftsteller Oscar A. H. Schmitz im Alter von 58 Iahren. Schmitz, der als Georae- schüler anfing, liebte die Pose des Weltmannes und Dandys. Die Welt der Meister war ihm verschlossen, die typische Bürgerlichkeit lehnte er ab. Er bewegte stch als Außensetter an der Peripherie: v. a. hat er auch die Reize der Astrologie wieder entdeckt, lange bevor sie wieder in Mode kam. Im Kroll-Theater finden die nächsten Aussübrungen der Nachmittags- Vorstellungen„Doktor Dvlittles Abenteuer� am 19.. 20., Z?., 23., 25., 26. und 27, Dezember statt. Anfang 3.30 Uhr. Der L Bezirk de« DASV. hält am 26. Dezember(2. Feiertag), vor- mittags 10 Uhr, im Saalbau Fricdrichshain ein« Sängermoraenfeier ab. Eintrut einschließlich Liedertexte 40 Pf. Erwerbslos« 20 Pf. Die„Jungens von Möns", das neue Schauspiel von Friedrich Wplf. gclcingt am 20. Dezember, vormittags 11.30 Uhr, als Gastspiel der Berliner Bolksbühnenschausvielcr mit Agnet Straub in der Hauptrolle im Berliner Theater zur Urausführung. KPD. verliert an Boden! Gewertfchastlicher Erfolg bei Betriebsratswahlen. Nach den Erfolgen bei den Betriebsratswahlen in der Knarr- bremse-Lichtenberg und der Relaisfabrik der AEG.� ein neuer und schöner Erfolg unserer Genossen bei F r i st e r- Oberschöneweide. Bei der Firma R. Frisier in Obcrschöneweide fanden am 16. und 17. De- zcmber Betriebsratswahlen statt. Der RGO. ist trog einer wüsten chege gegen die freigcwerkschaftlichen Kandidaten nicht nur der beabsichtigte Erfolg versagt geblieben, sie hat sogar erheblich an Boden verloren. Bei der Wahl zum Arbeiterrat erhielt die sreigewerkschastliche Liste, obwohl die Belegschaft von 1166 auf 700 Mann zurückgegangen ist, 336 Stimmen gegenüber 3S6 Stimmen im vorigen Jahr, die REO. nur 2 9 7 Stimmen gegenüber 585 Stimmen im vorigen Jahr. Die Zahl der Arbeiterratsmitgliedcr hat sich infolge der Bclegschastsverminderung von etwa 1100 auf rund 700 Mann von 12 auf 10 verringert. Während im vorigen Jahr von den zwölf Arbeiterratsmandaten die NGO. sieben und die freien Gewerkschaften fünf hatten, entfallen jetzt von zehn Mandaten im Stlrbeiterrot je fünf auf die freien Gewerkschaften und die RGO. Da die Angestellten seit Jahren eine Angestelltenvcrtretung nicht wählten, hatte die NGO. im vorigen Jahr von den zwölf Betriebsratssitzen sieben inne und damit im Betriebsrot die Mehr- h e i t. In diesem Jahr stellten die ZdA.- und GDA.-Mitglieder eine gemeinsame Liste auf. Da eine Gegenliste nicht eingereicht wurde, erübrigte sich bei den Angestellten eine Wahl. Der Angestelltcnrat setzt sich jetzt zusammen aus drei Freigcwerkschaftern(zwei Mit- gliedern des Wcrkmeistervcrbandes und einem Mitglied des Butab), sowie vier GdA.-Mitglieder. Der in diesem Jahr aus zehn Mitgliedern bestehende Betriebsrat wird gebildet aus s ü n f Freigewcrkschaftcrn, einem GdA.-Mitglied und vier RGO.-Leuten. Ein schöner Erfolg zielbewußter Gewerkschaftsarbeit. eBuch 9rcne llemiroivsky:„3)er SSall"*'» Andersens Märchen vom häßlichen jungen Entlein ins Bürger- lichs übersetzt. Das Pariser Ehepaar Kampf, er Bankangestellter, sie Stenotypistin, ist durch glückliche Spekulationen zu Reichtum gc- langt. Nun soll das in Enge und Dürftigkeit versäumte Leben nachgeholt, vor allen Dingen die Gleichberechtigung in der neuen *) Phaidon-Berlag, Wien. Gesellschaftsklasse errungen werden. Die Angst, sich vor den Dienst« boten zu blamieren, überschattet dieses neureiche Dasein. Besonders ist der Mutter die heranwachsende Tochter, die 14jährige Antoinette. im Wege. Das häßliche, junge Entlein, in dem der Leser den wer- denden Schwan ahnt, wird also gebührend herumgestoßen und g.'- knufft von der herrschsüchtigen Mutter, der englischen Miß, der alt- jungferlichen Klavicrlehrerin. Zu dem großen Ball, durch den d>? Kampfs ihre gesellschaftliche Position zu begründen trachten, darf der Backfisch nicht aufbleiben. Antoinette aber rächt sich, indem sie die 200 in Kupfer gestochenen Einladungskarten statt in den Brief- kästen, in die Seine wirft. Schlußeffekt: Das Ehepaar vor ge- deckten Tafeln, vor Lohndienern, Musikanten, Dienstboten utid einer hämischen Verwandten vergeblich auf die Gäste wartend—, rettungs. los blamiert. In dieser Situation platzt der Schwindel von vor- nehmer Bekanntschaft, von vermeintem Elücklichsein im Reichtum. und gleichzeitig zerbrechen die Grundlagen einer aus Bequemlichkeit und Herzensträgheit geschlossenen Ehe. Das bürgerliche Streben nach gesellschaftlicher Stellung demaskiert sich. So wenig uns die Sorgen dieser reichen Leute angehen— wird die sympathische Göre als Erwachsene wirklich einmal besser sein als ihre egoistischen Eltern?—, so freut man sich doch, wie hier ein Stück Bürgerscele niit haarscharfem Messer seziert ist. E. K— r. * Kalender„Mutter und Kind", herausgegeben von Adele Schreiber. Zentralverlag Berlin. Preis 3 Mark. Im sünsten Jahrgang erscheint dieser Kalender nun schon. Er bringt jede Woche ein Bild und einen kleinen Aufsatz aus dem Interessengebiet der Mutter. Für Tagebnchaufzeichnungen über die Kinder ist auf jedem Kalenderblatt ein besonderer Platz vorgesehen. Die Aufsätze stammen zu einem großen Teil von Genossin Schreibcr-Kriegcr selbst. Sie behandeln in guter und völlig undoktrinärcr Weiie Probleme, die sich aus dem Zusammensein mit Kindern, sowohl in der Familie wie in der größeren sozialen Gemeinschaft ergeben. Die Ausstattung ist wieder ebenso ausgezeichnet wie im vergangenen Jahr, so daß die schönen Bilder voll zur Wirkung kommen. Eltern, die 3 Mark für einen Kalender ausgeben können, sollten ihn kaufen. Sie und ihre Kinder werden ein ganzes Jahr lang ihre Freude daran haben. A. G. Rundfunk am Abend. Sonnabend, 19. Dezember. - Berlin. 16.05 Ludwig Heß-Madrigal.(16 Solostimmen der Staatlichen Akademie lur Kirchen- und Schulmusik.) 16.30 Heinz Welten Liest eigene Humoresken. 16.50 Bücherstunde: Naturkunde.(Am Mikrophon: Dr. Bethge.) 17.00 Zehn Minuten Film. 17.10 Edith Lorand und itr Kamraerorche�er. I. Klasshche Tanze. TT. Naflo-t nal-Tänze. III. Wiener Tänze. 18.55 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.00 Stimme zum Tag 19.10 Die Erzählung der Woche.(Hansjürgen Wille.) 19.35 H. v. Gerlach: Ich komme soeben aus der Türkei. 20.00 Funkpotpourri..Tanz der Völker". 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterhausen. 16.00 Dr. Kurt Jeserich; Soll der Abiturient studieren? 16.30 Hamourg; Konzert. 17.30 Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50 Ob.-Ing. Nairz: Viertelstunde Funktechnik. 18.05 Günther: Deutsch für Deutsche. 18.30 Prof. Dr. Konstantin Reichardt; Germanisches Kulturerbe. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft, 19.00 Englisch für Anfänger. 19.30 Dr. Jos. Wrcde; Friede den Menschen auf Erden. Sonntag, 20. Dezember. Berlin. 6.45 Funkgymnastik. 8.00 Fü* den Landwirt. 8.55 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 12.10 Kroll-Oper: Orchesterkouzcrt. 14.00 Kinderstunde 1. Kleines Weihnachtsspiel. Text von F. E. Werner. Musik von Kurt Gebhard, 2. G. M. Markstein erzählt Märchen. 14.50 Unterhaltungsmusik. 16.30 Weihnachtsgeschichten von Otto Ernst.(Gesprochen von Leonore Ernst.) 17.00 Orchesterkonzert. 19.00 Minister Grimme: Von der geistigen Not der Gegenwart. 19.25 Sportnachrichten. 19.30 Kreuzkirche Schmargendorf:..Krippenspiel". Ltg.: Alfred Braun. 20.55 Leipzig;..Weihnachtsoratorium'4 von Joh. Seb. Bach(IL, III., IV. Teil). 22.55 Wetter-, Tages-, Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterhausen. 7.00 Hamburg; Bremer Hafenkonzert 11.00 Karl Friebel: Zwei Jahre Elternstunde. 11.30 Bach-Kantate. 14.00 Gustav Kohne liest aus eigenen Dichtungen. 14.25 H. M. Elster Sinn der Not. 16.30 Kindertheater(Zwiegespräch: Josef Berdoldt, Dr. Konrad Dürre), 17.00 Breslau: Blasmusik. 18.15 Alfred Hein: Kriegsschicksale eines ostpreußischen Mädchens. 18.35 Dr. J. Tiburtius: Der Handel in der Krise. 19,05 Langenberg:„Wir wollen helfen." 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Hamburg:„Der Militärmarsch nach 1870." 22.30—24.00 Langenberg: Deutsche Märchenoper. Metler für Berlin: Vorübergehende Milderung, meist stark bc- wölkt mit geringen Niederschlägen. Schwache Luftbewegung.— Für Deutschland: Im Norde» und Nordosten vorübergehend milder mit einzelnen Niederschlägen. Im übrigen Reiche Fortbestand des trockenen Frostwetters. Namentlich im Süden sehr kalt. Nerantwortl. für die Redattioni Ziich. Bernstein, Berlin: Anzeigen: Th. Sloilc, Berlin. Berlra: Vorwärts Verlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerci und Vcrlagsanstalt Paul Einger& Co.. Berlin EM KS. Liudcnstr. ä. Hierzu t Beilage. Weilmadifs-Gesdienhcl linolcnm*Teppldic*Gardlnen Boncle-Tepplch, 200 300........ 20,50 WollpIO,(t)>T«PPtdl, 200/300...... 51, 00 VorwerK-Teppun, 2uo/3io....... lio,uo BODCle-LSlifer, moderne Streifen... 2. 25 Llnoleum>biB(i<. aaler 67cm breit.. 2,2t» Llnoie m-ieppidte, 200.tuo...... 22,00 Sirapn a-Ululer, 67 cm breit..... 1 ,30 (irastuia-Teppidi. 20�200....... 11, so DeHoratloaMfOit. Kunsteide..p. Mtr. 1.20 DeKorallonstloH, Kunstseide, 120 cm br. 2.25 DeKorai Ionen, elg. Entwürfe. proGarnlt. 12,50 Hdnsiier'fiardlnen, pro Garnitur... 7,50 Gustav Bargende t. K a i k e r<1 a m 111 3. am Sophie-Charlotte-Plaiz Windscheldstr. 11, Nähe Bhf Charloitbg. firölile Spsziai-PuppsiMii Berlins! nsa P. R. 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Dezember 1931 BfrUWvl Sfinbiiiljnie Ja IbiedrÜ Gerhart Herrmann Mostar: Die Geschichte der Woche: Der Weihnachtshase Die Geschichte vom Wechnacht§hasen zerfällt in drei Abtcilun- gen: in das Märchen vom Wcihnachtshasen, in das Trauerspiel vom Wechnachtshasen und in die Groteske vom Wcchnachtsllasen. Tie genieinsamc Unterlage die alle drei Abteilungen als wahr er- weist, findet sich im Urteil des Rcichsgcrichl- vom IS. Mai ISZI, 11. 1156/29. 1. Das Märchen vom Weihnachtshasen. Es war einmal ein armes kleines Mädchen, das hieß Lottchen. Sein Vater hatte schon lange keine Arbeit mehr, seine Niutter war krank, und zu chaus war Schmalhans Küchenmeister. Lottchen aber war ein geduldiges Kind, es klagte nie, und wenn der Hunger einmal gor zu groß und das Kleidchen, das sie von irgendwem geschenkt bekommen hotte, allzu dünn war, so dachte das Kind doch an Leute, denen es noch schlechter ging als ihr und thren Eltern — solche Leute gab es tatsächlich, denn die Geschichte spielt in unserer Zeit; Schulzens zum Beispiel, die neben Lottchen wohnten, die gehörten schon zu den noch 2lcrinereii. Nur als dos Weihnachtsfest des Jahres neunzehnhundcrtund- dreißig herankam, da wurde Lottchen sehr, sehr traurig; nicht, weil sie selbst nichts geschenkt bekommen würde, sondern weil sie ihren Eltern nichts würde schenken können. Wie nun unser Lottchen, seine trüben Gedanken versunken, über das Feld ging, das des Kindes Heimatstädtchen umgab, da stolperte es mit cinemmal über etwas: und als es nachsah, fand es im tiesen Schnee ein er- srorenes.Häsch»n. Lotte tot das Tier leid; sie nahm es in ihre Hände und blies es an, damit es wieder warm und lebendig werde; allein das Häschen blieb tot. Erst war Lotte sehr traurig; dann aber dachte sie, daß vielleicht der Weihnachtsmann ihr das Tier in den Weg gelegt hätte, damit sie es mit nach Haus« nehme und ihren Eltern schenke. Nun wurde sie sehr froh, eilte nach Hause und zeigte ihren Fund. Ihre Eltern freuten sich, und der Vater sagte:„Da haben wir einen herrlichen Weihnachtshasen, und wir können sogar Schulzens noch was von abgeben." Lottchen und ihre kranke Mutter waren zufrieden und freuten sich auch. Sic streichelten den Hasen und hingen ihn über den Herd, damit er zuerst einmal auftaue. 2. Das Trauerspiel v o m Weihnachtshasen. In der Küche von Lattchens Eltern. Der Hase hängt noch über dem Herd und ist inzwischen aufgetaut. Mutter: Vater? Wat stinkt denn hier so? Vater: 5sa, ick wundere mir noch schon.(Er geht schnüsselnd in der Stube herum und nimmt schließlich den Halen vom Herd.) Nil, Mutta, mit unsaur Wcihnachtsbrotcn, dct is wieda mal nifcht. ' Lottchen: Wieso denn nicht? Vater: Der hat woll doch schon zu lange draußen rum- jelcjen. Den kann keen Mensch mehr essen, nich mal unsereencr. Mutter:?lch Fott ach Iott, Vater... Lottchen(weint). Vater: Nu weene man ni6>, LoUeken. wird sich schon noch wat anderes zu Weihnachten sinden, wcnnt ooch keen Hasenbraten is. Wa köirn n ja det Fell wikoose», det jibt doch immer bei dreißig Fennje... Aba erst trag ihm man ma raus, Lotteken. dct er uns nich bloß mit seinen Jestank vasiftet! Nochbar Schulze(tritt ein): Kindo, wat ne Kälte... Nanu, wat habt ihr denn da? Een Hasen? Cen richtichjehcnden Hajen? Kinda, seid ihr denn Milljonäre jcworn? B a t e r: Jawoll, Hain wa ooch jedacht, wie ihm Lotteken je- sunden hat. Aba denn Harn wa semerkt, dct er schon zu sehr riecht. Een bißlen soll son Hase ja riechen, aba so... pfui Deiwel! Riech mal! Schulz«: Ja. der is hin! Mutter: Ach Jott ach Jott, ick hatte mir schon so jesreut... ' Vater: Trag ihm raus, Lotteken! Schulze: Um Bajebung, Kinda— also ihr wollt den Hasen wirklich nich essen...? Vater: Aba nee doch. Schulze! Dct seht doch nich! Schulze: Nu ja, nu ja... Ick meene nkin bloß, wenn ihr ihm wirklich nich wallt, denn jebt ihm doch mir. Vater: Du willst doch nich etwa...? Schulze: Meine Frau un ich, wa hani schon seit een Monat keen Fleesch nich jesehn... da is man nich so, weeste... Mutter: Ihr vajift' euch...! Schulze: Besser wie vahungern. Langes Schweigen. Vater: Kannsten haben, Schulze; aba wenn wat passiert. det ihr det fmile Zeuch nich vatragt, un wo er doch krepiert is un nich jeschossen— Schulze(nimmt den Hasen): Krepiat oda nich— jedenfalls is et Fleesch! Wicdasehn, Kinda!(Er geht.) Ein Rundfunkapparat(leise herhnllend aus der Nebenwohnung): Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen... 3. Die Groteske vom Weihnachtshasen. Schutzes also essen den Hasen. Frau Schulze freilich wird es nachher schlecht; aber Schulze meint, das wäre wohl bloß die Einbildung, obwohl er es selbst nicht glaubt, denn auch ihm ist nicht ganz wohl. Immerhin: es passiert nichts weiter; das traurige Weihnachtssest geht vorüber, und es ist schon Januar— da kommt Besuch zu Schulzens. Es ist— der Gendarm. „Sagen Sie mal, Herr Schulze", erkundigt sich der Gendarm im amtlichen Ton,„Sie hatten doch wohl zu Weihnachten einen Hasen, wie?" Schulze bejaht. „Hm. Woher hatten Sie denn den?" Schulz« erzählt seine Geschichte. Der Gendarm verabschiedet sich und geht hinüber zu Lottchen und ihre» Eltern. Sie werden vernommen. Sie werden zur Polizei bestellt und nochmals proto- kollarisb vernommen, und dann erhält Schulze eine Ladung zu einem Termin vor dem Amtsgericht. Er ist angeklagt wegen— Jagdvergehens und Hehlerei... „Alles jagdbore Wild gehört dem Iogdpächter", erklärt der Richter. yßi OME ja aber krexich!" verteidigt sich Schulz«.»Er hat schon so jcstunken, dct Lottckens Eltern ihm jar nich ham wolln essen!" „Ganz egal. Es war ein Hase, und ein Hase ist jagdbares Wild." Das Amtsgericht verneint die Schuldfragc aus Hehlerei, bejaht aber die Schuldfrage auf Jagdvergehen— und Schulze wird zu einer Geldstrafe verurteilt, im Nichtbeitrcibungssalle zu einer Haftstrafe. In Schutzes wirtschastlicher Lage hat sich merkwürdigerweise trotz des genossenen Hasen nichts gebessert. Er kann also nicht zahlen, er will nicht sitzen, und er legt Berufung ein. „Meine Frau hat ihm jar nich können bei sich behalten, so schlecht is er jewesen! Er muh schon mindestens 14 Tage jelejen haben!" erklärt er— hilft ihm nichts. Das Landgericht als Berufungsinstanz urteilt wie das Amtsgericht. Schulze legt wiederum Berufung ein, und nockzmals— und endlich beschäftigt der krepierte, gegessene und erbrochene Hase das Reichsgericht. Er beschäftigt es lange. Viele weise, alte, vornehme Herren bcsassen sich mit dem Fall und geben sich eine rührende Mühe um Schulze und Lottchen und Lottchens Eltern und um den Hasen. Sie sind die verkörperte Gerechtigkeit, diese weisen, allen und vor- nehmen Herren, und sie finden das Recht, auf das jeder deutsche Staatebürger Anspruch hat; und das Recht sieht so aus: Die Urteile der Vorinstanzen waren irrig. Schulze ist des Jagdvergehens nicht schuldig, denn ihm war die Jagd nicht mehr möglich, weil ja das... jagdbare Tier in Lottes Besitz über- gegangen war, wenn auch Lalle an sich zur Iagdausübung nicht berechtigt war. Beihilfe liegt für Schulze ebenfalls nicht vor, da sich ja der Hase schon in der Wohnung von Lottes Ellern befand, als Schulze ihn mitnahm. Bravo! denkt der deutsche Staatsbürger mit leise weihnachtticher Rührung: es gibt noch ein Recht in Deutschland, und Schulze wird freigesprochen! Aber der deutsche Staatsbürger ist voreilig, denn also fährt das Urteil fort: Schulze hat aber den Hafen„an sich gebracht", wenn auch im Eiiwerständnis von Lottes Vater. Er hat den Hasen„abgelellet"—. zelllich nach der von Lotte begangenen Straftat des Iagdver- gehens. Von dieser Straftat hat aber Schutze gewußt, und dem- zufolge ist gegeben der innere Tatbestand der— Hehlerei, wegen welches schwereren Vergehens Schulze in neuerlicher Ver- Handlung vor dem Amtsgericht abzuurtellen ist... Ein Jahr ist verflossen. Lottchen denkt wieder darüber noch, was sie chren Eltern zu Weihnachten schenken soll, denn es geht ihr noch immer nicht besser— sollte ihr aber der Weihnachtsmann wieder einen Hosen auf den Weg legen, sie wird ihn bestimmt nicht aufnehmen. Denn obwohl Strafumnündigkell sie schützt— sie hat vom Weihnachtsmann genug. Es geht auch Schulze noch nicht besser. Er weiß wieder nicht, was er mit seiner Frau zu Weihnachten essen soll. Indessen hat er in diesen Tagen wenigstens eine kleine Ablenkung von seinen Alltagssorgen. Denn in diesen Tagen findet die neue Verhandlung wegen Hehlerei statt. Wie gesagt, falls einer es nicht glauben sollte: Urteil des Reichsgerichts vom 19. ö. 31. 11. 1156/29. Akbeitslosiglksit vsksnilekt ein ltokf Ein Bericht aus Niederschlesien/ Von S. Pepper In der Mitte des Ortes liegt die Schule. Mit ihrem lang- gestreckten Gebäuockomplcx bildet sie gewissermaßen die Grenze zwischen den beiden grundverschiedenen Hälften des Ortes. Rein geographisch scheidet die verlängert« Achse des Hauptgebäudes die Industrie von der Landwirtschaft Es grenzen an den Schulhos noch die Mauern von Glashütten und der Rauch und der Geruch der Werk« lagern über dem Schulhaf. Etliche Schritte weiter liegt an der Straße schon das erste Gehöft. Aus den Ställen sind Stimmen von Bich hörbar. Ackergeräte und Wogen stehen im Hose. Und die Hühner wühlen in einem Misthaufen. Gegenüber beginnen die Felder, flaches Land, die Ferne ist dem Blick ofsen und am Horizont liegt der dunkle Gürtel des Waldes. Wachstum und Entwicklung des Ortes sind aus den Steinen und den baulichen Besonderheiten des Schulgeläudez ficht- bar. Es ist ein« Chronik aus Mauersteinen und Ziegeln, und sie braucht nur umgedeutet zu werden in wirkliches Geschehen, dann steht das alte Kantorhaus neben der Kirche für das u r s p r ü n g- l i ch e B a u e r n d o r f. An der Stelle, wa heute das Haupt- gebäuds der Schule liegt, entsteht ein einstöckiges, quadratisches Haus aus roten Ziegeln, und zur selben Zeit kommen die ersten auswärtigen Glasarbeiter und siedeln sich im Ort« an. Mit diesem roten Ziegclgebäude ist der Grundstock gelegt für das jetzige Schulhaus. Farbe und Tön« der Steine verraten, wann wieder angebaut morden ist. Es ist eine Stufenleiter von neuen Klaffen- räumen, die mit der Zeit entsteht. Hinemgezeichnet in diese Ver- größenmg der Schule ist das Wachsen der Glasindustrie und die Zunahme der Arbeiterbevölkerung. Reben dem ursprüng- lichen Baucrndorf entsteht ein« abgelonderle, neue Ortschaft. Dort wohnen die Arbeller der Hütten. Die Familien der Glasarbeiter sind kinderreich und ihr politischer Einfluß ist mit der Entwicklung der Glasindustrie gewachsen. Ihre Vertreter in der Gemeinde haben gegen den Widerstand der Bauern und Kleinbürger drei weltliche Schulklassen durchgesetzt. Es ist ihnen auch ge- lungen, die Schicke in hygienischer und sanitärer Beziehung zu wo- dernisieren. Es wurden neu« Toilcllen angelegt, Brausebäder, eine Turnhalle. Ankleideräume und ein Kinderhort mll einer angestcll- ten Kindergärtnerin und etlichen Hilfskräften. Das waren Dinge, hinter denen nicht mehr eine sichtbare Notwendigkeit stand, sondern sie waren nur möglich durch das aktive Wirken der Ar- b e i t e r s ch a f t. Es ist Mittag und die Schule ist aus. Der Strom der Kinder geht nach zwei Richtungen auseinander. Es sind Kinder von Bauern und Kinder van Arbeitern. Frauen sind auf der Straße, die Essen in die Hütten tragen. Dann klingt das Pflaster wider von den Holzpantoffeln und Sckmhen der heimkehrenden Arbeiter. Sie kommen aus allen Richtungen, denn die Hütten liegen verstreut und sind überall. Di« letzten sind noch nicht von der Straße ver- schwunden, da gehen die ersten schon wieder in die Betriebe, und der Ort wird still. An der Ecke am Zigarrenladen steht ein« Gruppe von Arbeitslosen. Es sind meistens Glasmacher. Man sieht es an ihren hohlwangigen, sohlen Gesichtern. Sie wollen einen Erwerbslosenausschuß für die Winterhilfe gründen. Wir müssen uns selbst helfen, alles ander« ist Schwindel, sagen sie. Es sind alles jüngere Leute. Die Miethüufer, die zu den Werken gehören, liegen traurig und grau. Vom Regen verwaschene Häuserfronten, Wäsche im Hof, blaue Arbeitsanzüge, Socken, Hemden, bunte Bett- wüsche. Viel lärmende Kinder. Unmittelbar über der Straße beginnt das Werk. Hier wohnen die verheirateten Arbeiter mit chren Familien. „Bis jetzt ging es immer noch." Diese Aeußerung, die ich von vielen hörte, eröffnet mir ein neues Blickfeld. Obgleich die Glas- Hütten nur mit halber Belegschaft arbeiten und viele der Deren ganz ausgelöscht sind, gibt es hier noch bis jetzt keine Fälle jahrelanger Arbeitslosigkeit. Die Männer kamen immer wieder rein in die Betriebe. Es wechselte. Die Betriebsräte ver- suchten Ausgleiche zu schaffen. Jetzt haben aber die meisten der Betriebe Stillegungsauträg» gestellt rwd nun droht die Arbeitslosigkeit ollen Glasarbeitern. Etliche Familien, die in den 5)äusern der Gemeinde wohnen, such schon in den Mieter streik getreten. Krisen- und Wohlfahrtsempfänger nehmen täglich zu. Handwerker und kleine Geschäftsleute klagen über den schlechten Ge- schäftsgang und die hohen Steuern. Am besten sind noch die Ar- Keiler dran, die aus der Landwirtschaft kommen und ein Stück Boden besitzen. Durch den wachsenden Einfluß der Arbeiterschaft wurde das Schulwesen auf eine höhere Stufe gehoben. Die veränderte Lage dieses Ortes ha! den Widerstand gegen die Neuerungen ver- größert. Früher waren hauptsächlich die Bauern gegen den Schul- ausbau. Aber nun gesellten sich zu ihnen viele Geschäftsleute, denen der Posten„Schule" im Gemeindeetat zu groß erschien. Auch unter einem Teil der Arbeiterschaft hat sich die Stimmung gegen die Schul« gewandt. Es sind besonders die Arbeiter, die In den Zeiten der Konjunktur ein kleines. Besitztum erworben haben. Mancher von ihnen besitzt ein kleines Haus in der Arbeitersiedlung an der Peripherie des Ortes, die in den letzten Jahren entstanden ist. Die freundlichen liäuser mit kleinen Gärten stehen in einem angenehmen Gegensatz zu dem schmutzigen Innern des Ortes. Aber viele ihrer Besitzer sind erwerbslos und es fällt ihnen schwer. die Steuern pünktlich zu bezahlen. Sie sind unzufrieden. Aber sie machen sich die Lösung ihrer schwierig gewordenen Lage zu ein- fach, indem sie die Höhe ihrer Steuerlast ausschließlich dem Ge- meindeetat zuweisen, in dem, nach ihrer Meinung, die Geloer für Schulzwcck« zu hoch angesetzt sind. Damit wurde der weitere Ausbau der Schule gehemmt. Ein Teil der finanziellen Mittel ist jetzt für Wohlfahrtszwccke bereitgestellt. Dazu kommen nach die Notverordnungen. Die Arbeiter. fchast hatte in der Gemeinde durchgesetzt, daß die Schule ausgebaut wurde und damit für die Kinder wirklich etwas getan. Aber die Wirkung dieser Tat wird jetzt durch die Notverordnung aufge- hoben. Denn es sind bereits Klassen zusammengelegt worden, die technische Lehrkraft ist entlassen. Weitere Entlassungen stehen bevor. Die drei Klassen der weltlichen Schule sollen in eine vereinigt werden. Die Lehrer wissen nicht, wie sie die Ar- beitslast bewältigen sollen. Die Schule war bisher freundlicher als das Zuhause mancher Kinder. Freundlicher besonders als das Zu- hause der Arbeiterkinder, die in den Werkwohnungen, in niedrigen und finsteren Zimmern lebten, wo manchmal vier bis sechs Personen in einem Raum schlafen und wo die Wob- nung durch die Arbeitslosigkeit der Männer auch am Tage zu klein und zu eng ist. Jetzt aber steht das äußere Gesicht der Schul« in einem schroffen Gegensatz zu den Dingen, die darin vorgehen. Die Klassenräume sind überfüllt, und die Lehrer können sich nicht mehr mit den einzelnen Kindern abgeben. Es ist wieder wie vor 20 Jahren, als hier ein Lehrer vor 49 und 59 Kindern stand und ihre Dumpfheit und Schläsrigkeit nicht überwinden konnte. Jeden Tag wimmelt der Schulhos von Kindern, es ist ein Lär- mcn, Schreien, Kreischen, ein buntes Durcheinander von Jungen und Mädchen. Noch sind wenig« Gesichter direkt vom Elend ge- zeichnet und doch wird die Arbeitslosigkeit der Väter und Mütter an ben Kindern spürbar. Ihre Kleider tragen immer mehr Flicken. Die Schuhe mancher sinv ausgetreten und zerrissen. Es gibt blosse und kränkliche Gesichter, lind eine ärztliche Untersuchung hat er- geben, daß 17 Proz. von ihnen unterernährt sind. Auf der Hauptstraße des Ortes stehen Arbeitslose. Ihre Zahl ist gewachsen und sie wird weiter wachsen. Vor ihrer Masse er- scheint die Menge ver Arbeitenden geringer als sie in Wirklichkeit ist. Die Arbeitslosigkeit hat den Ort oerändert und mit ihm auch die Schule. Das aktive Wirken der Arbeiterschaft ist durch die Krise ge» hemmt. Was mühsam durchgesetzt und errungen worden ist. das kann jetzt nicht einmal mehr gehalten werden. Und dieser Bericht steht nur für einen niederschlesischen Jndustrieort. Diese Rückwärts» tendenzen und ihre Ursachen sück» typisch für die meiste» Jvdustrieorte dieses Bezirk«. Aus der Arbeiter�Schwerathletik Der letzte Serienringkampf/ Der Stand der Meisterschaft Die zur Zeit tampfstärkste erste Mannschaft des Sportklubs „A l t- W e d d i n g" konnte gestern auch den letzten Serienring- kämpf in diesem Jahre um die Kreismeisterschaft ganz überlegen gewinnen. Die zweite Mannschaft der Sportoereinigung„T e g e!" hatte diesmal ihre besten Kräfte leider nicht zur Stelle und wurde wohl nur aus diesem Grunde mit 24%:3M: Punkten geschlagen. Der Weddinger Mitritz wurde kampflos Sieger. Auch im Bantamgewicht gingen die Punkte an Mt-Wedding, da der Tegeler Milbredt gegen Lorenz mit Uebergcwicht antrat. Der Sieg des Federgewichtlers Schlichtenberg-W. über den sich prächtig wehrenden Dalge-T. war nur eine Frage der Zeit; D. mußte in der ersten Runde in der 5. Minute und in der Wiederholung in der 8. Minute eine Schulterniederlage hinnehmen. Im Leichtgewicht kam Putzke-W. über den abtrainierten Lüth-T. beidemal zu Blitzsiegen, erstmalig in lUO und dann nochmals in 0.85 Sekunden. Der technisch-starke Babbel-T. rang mit dem starken Bennin-W. in beiden Treffen unentschieden. Im Mittelgewicht siegte Michael-W. über Scheibe-T. in der kürzesten Ringzeit des Abends; Sch. erlag erstmalig einem Armfallgriff in der 16. Sekunde und dann nochmals nach 31 Sekun- den. Rofenkranz-W. erzielte über Hildebrandt-T. im ersten Zu- fammentreffen einen Punktsieg, und im Schlußringen gaben die Schiedsrichter dann ein Unentschieden. �iVie stehen die Vereine? Der erste Teil der Serienkämpfe im Ringen um die Rteisterschast des 4. Kreises im Arbeiter-Athletenbund ist jetzt nach einem reibungslosen Verlauf beendet. Recht interesiant und wechselooll verliefen die Mannschaftstreffen, sie brachten auch in dieser Serie manche Ueberraschung. Die große Kampfstärke der beiden führenden Berliner Vereine läßt zweifellos die Meisterwürde in Berlin verbleiben, denn die Ent- fcheidung liegt diesmal zwischen der ungeschlagenen 1. Mannschaft des Sportklubs„A l t- W e d d i n g" und der dichtauffolgenden Sportoereinigung„Tegel". So arg bedrängt, wird sich die Spitzenmannschaft noch tapfer schlagen müssen, wenn es zu einem Siege kommen soll. Der Stand der Vereine in der ersten Hälfte der Meister- schaftsrunden ist folgender: Vereine: ALmpfe: gewonnen: verloren: unentschieden: Punkte: All-Wedding I.. 10 8 0 2 18 Tegel I.... 6 5 0 1 11 Luckenwalde... 6 1 3 2 4 Alt-Wedding II. 6 1 3 2 4 Sparta.... 6 1 4 1 3 Tegel II.... 6 0 4 2 2 Brandenburg.. 2 li 0 2 2 Die erste Tagung der zweiten Hälfte findet am 22. Januar statt. Die stets größer werdende Schar der Kampfsportler zwingt die Kreisleitung, immer neue Wege zu finden. Um allen Wettkämpfern eine Startgelegenheit zu geben, wird jetzt an die Errichtung einer L-Klaffe gegangen, die auch den schwächeren und kleineren Vereins- Mannschaften und den von Berlin weiter ab beheimateten Vereinen eine stärkere Chance gibt. Den bundestreuen Vereinen in Caputh, Teltow. Rosenthal, Hennigsdorf und Friedrichs- Hägen wird damit ein besserer Sportverkehr erschlossen, und mancher Staffel wird der Weg in die A.-Klasse geebnet. Denn zwischen dem jüngsten Nachwuchs und den ersten Kampfstaffeln liegt »in starkes Gros von Sportlern, die ihre Kampfkraft entdeckt sehen wollen. Auch die immer stärker werdende Schar der Schüler und Jugendlichen bedingt schon jetzt die Schaffung ständiger Wettkampf- Veranstaltungen für den Nachwuchs. Darüber hinaus rüsten die Berliner Vereine zu ausgedehnten Sportreisen: in alle Telle des Bundesgebiets reisen Ringer und Boxer. Die Ermittlung einer neuen Städtemannschast wird jetzt, nachdem die Besten in allen Klassen festgestellt sind, durchgeführt. Die Jiu-Jitsu- Sportler rüsten sich bereits recht sorgfältig für ihre ersten Wettkämpse in der Kunst der Selbstverteidigung. Boxer und Heber sind ebenfalls zu achtbarer Form aufgelaufen und werden bald von sich hören lassen An der Schwelle des neuen Jahres steht so im Berlin-Branden- burger Kreis des Arbeiter-Athletenbundes eine aktive und vorwärts- schreitende Sportbewegung. Das Können jedes einzelnen Sportlers bewegt sich auf achtbarer Höhe, und es ist daher leicht verständlich, daß bürgerliche und kommunistische Vereine jubeln, wenn es geglückt ist, einmal einen bundestreuen Athleten— oft nur durch Arbeits- Versprechungen— in ihre Rechen herüberzulocken. Ohne das mit- gebrachte Können dieser ehemaligen Mitglieder scheint nun einmal ihr Betrieb nicht zu ziehen und nicht zu klappen. Kleiner Sport von überall Sport erhält jung. Für die Wahrheit dieses Lecksatzes gibt es viele Beispiele. Hier ist wieder eins. Eine bewundernswerte Leistung vollbrachte im abgelaufenen Jähre der Wiener Franz Brauneis vom RV. Rormannia. Er legte trotz feiner 68 Jahre nicht weniger als 3200 Kilometer, davon etwa die Hälfte im Einer- boot, zurück. Das weihaachtsprogromm im Spicheruriag. Das Programm, das am Weihnachtssonntag. 27. Dezember, im„Ständigen Boxring" in den Berliner Spichernsälen zur Abwicklung kommt, steht jetzt in allen Eickzecheiten fest. Neben dem bereits gemeldeten Hauptkampf zwischen Harry Stein und dem Italiener A b b r u c i a t i dürfte besonders das Rsvanchetreffen zwischen T r o l l m a n n(Hannover) und T o b e ck �Breslau) interessieren. S e i s l e r(Berlin) boxt mck Thriene(Hannover) und die Einleitung besorgen die Berliner Stegemann und Baumgärtner. Beginn: 20.16 Uhr. Eine neue Ski-Sprungschanze in Raven. Nur wenige Minuten von dem märkischen Dorf«ntsernt, liegen in einem Hain auf einer Höhe von 140 Metern die sagenumwobenen größten Findlinge der Mark, die„Markgrafensteine". Von einem dieser Steine ist vor 100 Jahren die große Granitschale im Berliner Lustgarten, die 1600 Zentner wiegt, gebrochen worden und mit vieler Mühe nach Berlin transportiert worden. Dicht dabei liegt die„Bismarck- baude". Neben diesem ist die neue Ski- Sprungschanze gebaut worden. Ein breiter Streifen wurde abgeholzt und in einer Höhe von 140 Metern über dem Meeresspiegel beginnt der Ablauf; über 150 Meter ist die Bahn lang und wird auch größeren Anforderun- gen genügen. Die Lage inmicken des Hochwaldes ist sehr geschützt. Stundenlange breite Wege bieten beste Gelegenheit zum Training und Wettläufen. Auch für Rodler ist wundervoll« Rodelgelegenheit. Für billige und gute Privatunterkünfte sorgt der neugegrllndete „Verkehrsverein Luftkurort Raven(Mark)", Geschäftsstelle Berg- straße 10. Vorortverkehr mck den billigen Fahrpreisen(3. Klasse 1,20 Mark) von allen Stadtbahnstationen über Erkner bis Fürsten- walde. Von dort Postomnibusoerkehr und auch an Sonntagen zu jedem in Fürstenwalde eintreffendem Vorortzug noch Prioatomni- busoerkehr bis ins Dorf Für Fußgänger vom Bahnhof Fürsten- walde(Spree) eine Stunde bis zum Dorf auf guter Chaussee. Neuer Segelflug-Wellrekord. Leutnant William Cocke von der amerikanischen Armee stellte heute beim Nationalen Segelflug-Wett- bewerb einen neuen Weltrekord aus. Es gelang ihm, mck seinem Flugzeug 21 Stunden 36 Minuten in der Luft zu bleiben. 5port am Sonntag Arbeiler-Eishockey Spiele. Die auf der Eisbahn Wintermärchen in der Franklinstraße begonnenen Eishockeyspiele werden auf besse- rem Eis heute Sonnabend, 13 Uhr, mit der Begegnung Ostring I gegen eine kombinierte Mannschaft und Osten I gegen Rot-Weiß fortgesetzt. Für all« Anfänger und Kunstläufer Training auf dem- selben Platz. Skifahrer treffen sich, günstige Schneelag« voraus- gefegt, Sonntag vormcktag 9 Uhr am Bahnhof Wilhelmshagen. Außer den für heute abend angesetzten Spielen finden morgen Sonntag ab 3 Uhr auf dem Sportplatz Friedrichshain folgende Begegnungen statt: Ostring I gegen Tennis-Rot, Osten I gegen eine kombiniert« Mannschaft, Ostring II gegen Osten II, ASC. Vor- wärts gegen Rot-Weiß. Bundesausweis mitbringen. Arbeilerwosserball-Dorfchau. Mck zw« Spielen wird die Serie am Sonnabend und Sonntag im Lunabad fortgesetzt. Heute Sonn- abend. 21 Uhr, spiell Spandau gegen Lichtenberg. Während der Ausgang dieses Spieles offen ist, wird es Hellas ani Sonntag. 20V3 Uhr, nicht schwer sein, über die unbeständig spielenden Neu- köllner siegreich zu bleiben. Winlersonnemveudseier in Dernau. Morgen, Sonntag, 17 Uhr, im Volkshaus Bernau(Restaurant Bellevue), Wandlitzer Str. 1. große Wintersonnenwendfeier der Naturfreunde. Das satirische Programm wird vor allem von Friedet Hall, Theo Maret, dem Arbeiter-Gesangverein„Freiheck"-Bernau und den Naturfreunde- Musikern ausgefüllt. Unkostenbeitrag 30 und 15 Pf. * 3ra Eishockeyprogramm am Sonnabend und Sonntag im Sportpalast ist beim zweiten Spiel eine Aenderung vorgenonimen worden. Um gegen die Königsberger möglichst eingespielte Mann- schaften zu stellen, hat man sich entschlossen, am ersten Tag die Re- serven des Berliner Schlittjchuh-Clubs, in der auch H. Ball. G. Ball und Dawydow mitwirken werden, und am Sonntag die geschlossene Mannschaft des Vereins„Brandenburg" aufzustellen. Das eno- güllipe Programm lautet nunmehr: Sonnabend, 20.16 Uhr: Uni- versität Oxford gegen Berliner Schlittfchuh-Tlub. anschließend VfB.- Königsberg gegen Berliner Schlcktschuh-Club-Reserven; Sonntag, 20.16 Uhr: Universckät Oxford gegen Berliner Schlckffchuh-Club, anschließend VfB-Königsberg gegen Brandenburg. An beiden Tagen Tan; und Kür der Weltmeisterin Sonja Henie. Eislaustage. Die täglichen Eislauftage im Sportpalast werden am Montag unterbrochen. Am Dienstag von 11 Uhr vormittags an steht die Eisbahn wieder dem Publikum zur Verfügung. Winter-Trabrennen zu ZNariendorf. Auf der in prächtiger Winterlandschast liegenden Mariendorfer Bahn werden die für morgen, Sonntag, angesetzten Rennen bestimmt abgehallen; sie be° ginnen um 13.30 Uhr. Freie Aauu-Unioa Groß. Berlin, Abteilnng vbcrsvree. Sonnabend, IS. De» zember, IDVo Uhr. Seneralnersanimlung, Kre�gelchäflsstell«, Elsasser Str. S61SS, Funttionäre 1 Stunde friihcr. Tennis-Rot Sroh-Berlin E. B., SMleqadtliltmg. Sonnabend, 18. De. ?en>ber, 14". Uhr, Sportplatz Oft, Laslcrslraße: Training der Iugeudmann» schaft, anschließeiU: Besprechung bei Wcrtalla, Hohenlohcstraße S. Freie Sportocrciniguug Pankow. Sonnabend. 19. Dezember, Kinderweth- nachtofeiec. Pacturner 18 Uhr, Kinder 18Vi Uhr. Die Erwerdslosen treffen sich 20 Uhr in der Männergarderobe. Frei« Basserfahrcr„Aufwärts" E. B. Sonntag, 20. Dezember, Wände- rung Fintenkrug— Velten. Treffpunkt Bahnhof Putlchstraß« 9;4 Uhr. Abfahrt 9.51 Uhr. Gäste willkommen. Freie Schwimmer Eharlotteubnrg 04 e. S., ttann-Abteilung. 3m Bootshaus ist eingebrochen worden. Fast alle Schränke sind geäffnet. Alle Genossen wollen den Perluft feststellen und dem Leiter melden. ASV. Neukölln, Spartabtellimg. Sonntag, 29. Dezember, spielen 1. und 2. Handballmannschaft gegen Schönow. Treffpunkt aller anderen 19 Uhr bei Krüger, Emfer Str. 89, zum Waldlauf. Mittwoch. 28. Dezember, letzter Hallen- trainingstag. Am 1. Feiertag 19 Uhr Weihnachtswaldlauf aller Mitglieder. Umkleidelokal Krüger, Emser Str. 89. Tennis-Rot Droß-Verliu E. B., Hockeyabteilnng. Montag, 21. Dezember, Kreisgefchäftsstelle, Slsässer Str. 89— 88, Schiedsrichtersitzung. Arbuter-Sport-Berciu Sibönederg'Friedenan 97. Die Hockenabteilung nimmt noch Spieler auf. Sitzung jeden Freitag bei Erulich, Rubens» Ecke Begas- straße, 29 Vi Uhr. Weihnachtsfeier im Schubert-Saal, Bülowstr. 194, am 1. Feiertag, 18 Uhr._. Radfahrer„Solidarität". Sonntag. 20. Dezember. 2. Abt.: Museum für Meereskunde. Start: 10 Uhr dartfelbst.— 9. Abt.: Ziel im Start. Start: 12ii Uhr Zelt, Kopenhagener Str. 17.— Abt. Friedrichshain ssemilchte): Rodel. tour. Start 9 Uhr Koppen- Ecke Madaistraße.— Abt. Weitzenfee: Ziel am Start. Start: 18 Uhr Antonplatz.— Abt Mvabit: Ziel am Start. Start: 18 Uhr bei Schmidt. Wiclefstr. 17.— Abt. Neukölln: Ziel am Start. Start: 13 Uhr Hshenzollernplatz.— Rennfahrer, Mitte: Trainingstour nach Bohns- dorf. Start: 8 Uhr Bahnhof Treptow,— Abt. Weißensee: Die Weihnachtsfeier findet wegen Schwierigkeiten mit dem Wirt nicht statt. Alle Mitglieder der Abteilung treffen sich am 19. Dezember, 20 Uhr, im Bereinslokal, bei Nagel, Piftoriusstr. 27, zur Weihnachtsfeier im engsten Kreise. Eintritt frei. Theater der Woche. Dom 20. bis 26 Dezember. Volksbühne: Theater am Bülowplatz: Di« Großherzogin von Gerolstein. 24. geschlossen. Slaals-Thealer: Oper Unter de» Linden: 29., 22. Nacht In Benedig. 21. Boheme. 28. Maskpn. ball. 24. geschlossen. 25. Aida. 29. Meistersinger. 27. Eost fon tntte. 28. Der Zigeunerbaron.__,. Oper am Platz der Repnblik: 29., 22., 23., 25., 26., 27. Nachmrttagsoor. Zimmermann. Lohengrin. ».�..Iches Schanfpielhan«: 29., 22., 27. Nauhnacht. 21. Wallensteins Lager. Piccolomini. 23., 25., 28. Wallensteins Tab. 29, Pe«i Gynt. Staatliches Schiller-Theater: 29., 22., 25., 29., 28. Datterich. 21. Dr.»laus. 23. Herrat. 27. Mitschuldigen. Ballett. Theater mit festem Spielplan: Kursürftendamm-Theater: Ab 22. Mahagonn».— Deutsches Theater: An f Zungen. Dr. Dolrttles Abenteuer..._ Stadtische Oper, Eharlattendurg: 20. Carmen. 21. gar und Zi Boheme. 23., 25., 27. Der Troubadour. 24. geschlossen. 2«. 28. Rheingold. DltWitK tonius und Cleopatra.— Die Komödie: Ab 25, Die Nemo-Bank.— Deutsches »Snftlertheatcr: Nina.— Theater in der Strefemaanstraß«: 25. bis 27. Kopf in der Schlinge.— Komödienhaus: Bis 22. Baterland. Ab 23. Rase van Stent. bul. 24. geschlossen.— Metropol-Thcater: Bis 29. Die Blum« von Hawai. 21., 22., 24, geschloffen. Ab 23. Das Lied der Liebe.— Theater des Westens: 25. bis 28. Die Du- Der Vogelhändler.— Lustipiclhaus: Gruß aus Salzburg. 25. Das rote Tuch. Theater im Bdmiralspalast: 2l. bis 24. geschlossen. 29.,"" Dia fitz barry.—"~ manns Theater irrg.— Komische Oper: Zur goldenen Liebe.— Großes Schauspielhaus: Hoffanns Erzählungen.— Lcsssng-Theatcr: Ab 25. Morgen geht's uns gut.— heatcr am Nallendarsplatz: Gasparone. 24. geschlossen.— Theater in der Bebrenstraßc: Der Mann mit den grauen Schläfen. 29. 12 Uhr. Die Schnee. länigin.— Die Tribüne: 29., 21., 24. geschlossen. Ab 22. Stichwort: Feldena!— Nole-T»>eater: Bis 22. Die keusche Susanne. Ab 23. Eine Frau oon Format. 24. geschlossen.— Cassno-Thcater: Wenn Kinder heiraten.— Th-ater in der Klosterstraße: 20., 25. bis 28. Der fröhliche Weinberg. 21., 22. 23. Lieb«. 24. gc- schlössen.— Plaza: Paganini.— Skala, Wintergarten: Internationa les Variete.— Reichshallcn-Thcatcr: Stettincr Sänger. Vachmillagsvorflellungen: Volksbühne. Theater am Bülowplatz: 25., 29., 27. Kampf um Kitsch.— Deutsches Theater: 25., 29., 27. Pünktchen und Anton.— Deutsche» Künstler- thcatcr: 23., 25., 29., 27. Winneto».— Tbeater in der Stresemounpraßc: 25., 29., 27. Kopf in der Schlinge.— Metropol-Theater: 29. Di- Blume 00U Hawai. 25., 29.. 27. Das Lied der Lieb«.— Theater des Bestens: 29., 25., 30.. 27. Der Bogelhändler.— Theater im Admiralspalaft: 25., 29., 27. Die Dubarru. y- Komifch« Oper: 29. Da, neugierige Sternlein. 25.. 29., 27. Zur gold'nen Liebe. — Theater am Roll-ndor-platz: 20. Knecht Rupprecht, Fahrt in» Märchenland, — Tbeater in der Bchrenstrahe: 25.. 28., 27. Herr Lamberthier.— Rafc-Tho-ter: 25„ 29., 27. 15 und 18 Uhr. Eine Frau von Format— Castno-Tbeatem 25., 29., 27. Baterns Wunderkur.— Tbeater in der Slrst-rstroße: 25., 28. 17 Uhr. Liebe. 29. 15 Uhr, Rotkäppchen. 29., 27. 17 Uhr. Aschenputtel. 23. 18 Uhr. 25, 28., 27. 15 Uhr. Hansel und Gretel.— Plan»: Paganini.— Skala: Jntcr. nationales Bariets.— Wintergarten: 29., 25., 28., 27. Ssternationales Barieis. — Renh» hallen. Theater: 20., 25., 29., 27. Stettiner Sänger. Erstaufführungen der Woche: Montag. Kurfürstendamm- Theater: Mahagonnq.— Dienstag. Die Tribüne: Stichwort: Feldena.— Mittwoch. Städtische Oper: Der Troubadour.— Metrovol, Theater: Das Lied der Liebe. — K 0 m ä d i e: Die Nemo-Bank.— Komödienhaus: Zios« von Slam- bul.— Nose- Theater: Eine Frau von Format.— Berliner Theater: Die svanische Fliege.— DeutschesNatlaual- Theater: Heimliche Brautfahrt.— Freitag. Leffing- Theater: Marge» gehUs uns gut.— Lustsprelhaus: Das rote Tuch. SlSM.Vper Charlotten buci! BismarckstraCe 14 Sonnabend, 19. De-. Turnus I 8nfanB 1930 Chi Die Hochzell des Figaro Ende eeeen 2145 u. Sonn:agt4 Uhi Hänselu. Gretel TolKsbllhne Ttieat« am BOIamilatz 8 Uhr Die GroDherzogin von Gerolstein Stutl. Sdiiller- Theater - Uht Datterich Theater am Nailendorfplatj Rqli: HtiDi Sa ttobor] Pallas 7051 Täglich 89« Uhr Gasparone Sonnab. und Sonnt 4 Uhr Letale VonteUoDg Knedit Rupprcdits Fahrt ins Mäiduglam) Sonntag, d. 20. Dezember nachmittags<42 Uhr Der gOfe«SvUSN KamabakÄÄ- CT. ICöeker. Kerlin l-ioneahetgeiziiade zz. Königs. 3861 Kafffee- und Lebensmiilel-Vertriebs-A.Q Wax Müller«fr Co. Zentral« 1 BERLIN N 63, HUllerstraBe 1S6a-167 Fernsprecher: Sammelnummer D 6 Wedding 6434 Filialen: Mflllcrslr. 167— Mllllerefr. 128— Reinickendorfer Strohe 14 Geridiielr. 7i— Bcr.ln'ScbOneberg, HanptfiraHe III— Urnnnenelratze 117 Neue Scfafinbaiuer Strohe 3— Bdueeiitrahe 64— BellrrmaDnilr ahe 20 Als WelhnadifsGesdientt erhall ieder Besndier beim Einkauf von 3.— Hark 1 Gutschein für 10.— Hark Wertreklame beim Einkauf von 5.— Hark 1 Gutschein für 17.50 Hark Wertreklame zum Sammeln von K«ffee- und Tafel-Servicen aus echtem Bavaria-Porzellan oder»ersilb. Ellbesiecken. Tischdecken und anderen Gebrauchsgegensmnden Wir empfehlen zu besonders billigen Preisen: BackartiKef/ weihnachtskallee aus eitenen Kellereien Foi drrn Sie PreUKstee weine und Spirituosen Versand nach allen Siadtielien. Uhren undGoldwaren Großes Lager in Standuhren Passende Weihnadilsseschenke zu billigen Preisen Paul Meckert, S, Oranienstr. 45 Neu! 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