Morgenausgabe Nr. 595 Ä 299 4S.Iahrgang Wöchentlich SS Pf, mnnatlich J*. (davon 95 Pf monatlich für Anstel» lang ins Haus) im voraus zahlbor, Postbezug 4.32 M. einschliezlich 60 Pf. Pouzeitungs. und 72 Pf. Postbestellge- bithren. Auslandsabonnemenl s.— Pt. pro Monat; Mr Länder mit ermäßig» tem Druch'achenvort» 5.— M. Der„Vorwärts� erscheint wochentäg» lich zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgabe für Bernn und im Sandel mit dem Titel»Der Abend", Illustrierte Eonntagsdetloa» .Boll und Zeit". NerUner Voltsblatt Sonntag 20. Dezember 1951 Groß-Äerlin 15 Pf- Auswäris 20 pf. Die ein|p alt. NonparetllexeUe 80 Pi. RcklamezeUe b.— RM. Kleine das fettgedruckte Wort 2ö Pi. (zulässig zwei fettgedruckte Worte). ledr? wettere Wort 12 Pf. Rabatt IL Taiis. Stellengesuche das erste Won tö PtV jedes weitere Won 10 Pf. Wone übet 15 Buchstaben zählen für zwei Wone. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf Familien« anzeigen Zeile 40 Pf. 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Dagegen stimmten 5 Republikaner und 95 Demokraten. Korifchriite im Berliner Etillhattung!?ausschuß. Die mit den Verhandlungen über Erneuerung und Ab- önderung des Stillhalteabkommens beschäftigten Ausschüsse sind bei der Prüfung der zahlreichen in Frage kommenden Punkte gut vorwärtsgekommen. Die Verhandlungen haben sich jederzeit in sehr harmonischer Atmosphäre abgespielt. Um den Zeit- vertust durch die Weihnochtsfciertage auf das geringstmögliche Matz zu beschränken, haben sich die ausländischen Delegierten bereit er- klärt, die Verhandlungen bis einschließlich Diezrstag, den 22. Dezember, fortzuführen und alsdann am Montag, dem 28. Dezember, wieder aufzunehmen, fo datz nur zwei Arbeitstage verloren gehen. 1 500 000 amerikanische Besitzer von AuSlandeobligationen. Washington, 19. Dezember. L a m o n t erklärte gestern vor dem Fmanzausschutz des Senat: folgendes: ZLahrscheinlich haben 99 Proz. der amerikanischen Rankiers für Taufende von Millionen Dollar Auslandsobligationen untergebracht. aber die Mehrheit dieser Anlagen befindet sich in den bänden der Privat Kundschaft und nicht im Besitz von Banken und Ver- ficherungsgesellschaftem Der Präsident der National City Bank, Mitchell, erklärte: Die in den Vereinigten Staaten untergebrachten Auslandsobli- gationen beliefen sich Ende 1939 aus 7 936 999 999 Dollar, die sich, meiner Ansicht nach, auf mehr als 1599999 Personen verteilen. Dämmert es in Frankreich? pari», 19. Dezember.(Eigrtibericht.) Die Beratungen des Baseler Sachoer st ändigenaus- s ch u s s« s über die deutsche Zahlungsfähigkeit und vor allem die zugleich mit der Ratifizierung des Hoover-Morawriums durch das amerikanische Repräsentantenhaus erfolgte Annahme einer Ent- schlicßung, in der jede Herabsetzung oder Streichung der inter- alliierten Schulden abgelehnt wird, scheinen der französischen Oessentlichkeit allmählich die Augen zu öffnen und ihr einiges Verständnis für die U n h a l t b a r k e i t des französischen Standpunktes in der Reparationsfroge einzuflößen. Das geht deutlich aus einem Artikel des„T e m p s" hervor, der sich mit der Bedeutung der amerikanischen Entschlietzung beschäftigt und in dem es heißt: „Was wird nach dem Ablauf des Hoover-Moratortums am 30. Juni 1932 geschehen, wenn die Amerikaner den Siandpmtkt aufrechterhalten, den die Mehrheit des Repräsentantenhauses an- genommen Hot, wenn sie im voraus die Tür für jede Revision der Schuldenabkommen schließen und sich weigern, das Moratorium zu verlängern? Man würde dann genötigt sein, zu den Mitteln Zu- flucht zu nehmen, über die man auf Grund der bestehenden Ab- kommen verfugt. Wenn Deutschland unfähig ist, seine Reoarations- Zahlungen wieder aufzunehmen, werden natürlich die Schuldner- staaten Amerikas nicht in der Lage sein, ihre Zahlungen an die Vereinigten Staaten zu leisten. Sie müßten in diesem Falle von der'Möglichkeit Gebrauch machen, die in den Washingtoner?lb- kommen vorgesehenen Moratorien zu verlängern. Das wäre ein Mittel, um Zeit zu gewinnen, aber das Problem würde unter denselben Bedingungen immer wieder neu aufge- w o r f e n werden»nd weiterhin die internationale Lage stark bc- lasten. Wäre es, stakt derartige Aushilfsmiltel anzuwenden, nicht klüger, direkt ans eine offene und klare Lösung loszumarschieren, da man weiß, daß man früher oder später doch dahin kommen muß?" Es ist das erstemal, daß sich der„Temps" fo deutlich für die Streichung aller Schulden- und Reparationszahlungen ans- spricht. New-�orker presse fordert europäische Einkehr. New Jork. 19. Dezember. Die heutigen Morgenblätter bringen die Annahme des Hoover- Moratoriums durch dos Repräsentantenhaus in großer Aufmachung. Sie heben jedoch die entschiedene Stellungnahme des Hauses gegen eine Herabsetzung oder gar Streichung der Kriegsschulden hervor und drücken die Erwartung aus, daß die Debatte im Senat, gleichsoll? einen scharfen Verlauf nehmen wird.„Herald Tribüne" sagt in ihrem Leitartikel, die englisch- französischen Besprechungen in London zeigten, daß Europa zur Einsicht komme und begreife, daß das Kriegsschulden- und Repa- rationsproblem eine etwas aktivere Politik erheische als die, welche lediglich auf das Abwarten eines Geschenks ein-' gestellt sei. Wenn Frankreich zu starr auf seinem Reparationsschein bestehe, dann verliere England seine Privatschuldensorderungen. Frankreich könne aber mit Sicherheit damit rechnen, daß in diesem Falle die Reparationen gleichfalls verloren gehen werden. Wenn nicht alle Betelligten nachgeben, so könne im besten Fall eine Fortdauer des bisherigen Zustanües hcrailskommen und das auch nur so lange, bis ein noch weniger zu kontrollierender Zusammenbruch erfolge.„Herald Tribüne" schließt mit der Ver- mutung, daß offeirbar sowohl die Engländer wie die Franzosen zu erwägen beginnen, ob sie nicht Wege finden sollten, ein solches Ende zu verhindern. Zn Base! begreift man, aber man traut sich nicht. Pasel. 19. Dezember.(Eigenbericht.) Die Verhondluitgen im Sonderausschuß der BIZ. hoben sich ms besondere in den letzten Tagen außerordentlich schwierig gestallet, so daß cs fraglich ist, ob der Ausschuh über- Haupt in der Loge sein wird, seine Arbeiten noch vor Weihnachten abzuschließen. Am Sonnabend rourde wiederum den ganzen Tag über oechemdell, ohne daß ein positives Ergebnis erzielt bzw. die erforderliche Klärung erreicht worden wäre. Die Schweizerisch« Depcfch«n-?lgentur meldet, daß in den Der- bandlungcn des Beratenden Sonderausschusses auch der s ch w c i- z(fr ff che Ständpunkt zum Problem der iniernationalen Berschul- düng zum Ausdruck gekommen sei. Cr läßt sich in drei Punkte zuiammenfaffen: 1. Die Reparationeschuldenzahlungen haben bis jetzt auf die internationale Wirtschaft einen starken Einfluß ausgeübt, der sich immer stärker in einem die Wirtschaftsbeziehungen fchädigcndsn Sinne geltend macht. 2. Der Zusammenhang zwischen Kriegsschulden und Re- parationen ist, was speziell gegenüber dem amerikanischen Stand- Punkt zu betonen ist, ein unzweifelhafter. 3. Eine weitere Hinauszögerung der Reparationsschulden, wenn möglich eine völlige Annullierung, würde für die inter- nationalen Wirtschaftsbeziehungen und für die Ueberwindung der Weltwirtschaftskrise von außerordentlich-günstigem j Einfluß fein. Wie die Schweizerische Depeschen-Ageniur weiter erfährt, ieilk die überwiegende ZN eh r h e i k der Delegierten diese wirt» schasklichen Erkenainisse, doch dürften diese, meint die genannte Agentur, in den Schlußsolgerungen des Berichts, aus politischen Gründen kaum klar zum Ausdruck kommen. Auch in Kreisen der französischen Delcgaklon sei man sich über die Einwirkungen der Reparationszahlungen auf die Wirtschaft durchaus klar, könne aber mit Rücksicht aus den Umstand, daß in den führenden politischen Kreisen sich die Erkenntnis der wirtschaftlichen Rolweudigkeil einer Annullierung nicht rasch genng durch- sehen könne, diese Erkenntnis nicht In einer Weise zum Ausdruck bringen, die praktische Rcalisationsmöglichkcitcn zur Folge habe. Abrüstungskonferenz 2. Februar. Oawm endgültig festgesetzt. Paris, 19. Dezember. Die Abendprefs« berichtet übereinstimmend, daß Henderson und AgniAes in Emmes endgültig beschlossen haben, den Zusammen- tritt der Abrüstungskonferenz unter dem Vorsitz Henderfons mis den 2. Februar 1932 festzusetzen. Gewerkschaften beim preiskommifsar. "Zu jeder Mitarbeit an der Preissenkung bereit. Der Reichskommissar für Preisüberwachung hatte für Sonnabend die Vertreter der Gewerkschaften aller Gruppen und aller Richtungen zu einer Besprechung eingeladen. Er entwickelte in der Besprechung das Programm seiner Arbeil und da» Ziel, das ihm vorschwebt, gab auch'Aufschluß über bisher getroffene und weiter in Aussicht genommene Maßnahmen. Er bai die Gewerkschaslcn. ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen. Die Vertreter der Gewerkschaften nahmen von den Anssllhrun- gen Kenntnis und wiesen auf die geradezu entscheidende Bedeutung der Preissenkung hin. Sie erklärten sich zu jeder gewünschten Mitarbeit bereit und werden ihre Unterorganisatioven mit entsprechenden Wei jungen versehen. Mber die Frage der MUarbeii incede» sich die Gewerkschaften«it dew preissommlflar dauernd in Fühlung hatte«. Gegen Not und Knechtschaft! Llnsere Forderungen und unser Kampf. Zn der Reichsregierung fitzt kein Sozialdemokrat. Aber zwei ehemalige christliche Gewerkfchaftssekre- täre sitzen in ihr— und gerade an den Stellen, die die wichtigsten sind: in der Reichskanzlei und im Reichsarbeits- Ministerium. Gegen sie das Verrätergeschrei zu erheben, sie der Arbeiterfeindlichkeit zu zeihen, wäre leicht aber unge- recht. Gewiß waren die beiden Männer Brüning und Stegerwald der Ueberzeugung, daß eine neue Lohn- scnkung im Interesse des Ganzen und damit letzten Endes auch der Arbeiterklasse unvermeidlich sei; gewiß glaubten sie, mit ihr die Grundlagen für eine Besserung des Wirtschafts- lebens zu schaffen. Der Schritt, den sie getan haben, kann auch durch leere Gesten eines arbeitsunfähigen Parlaments nicht rückgängig gemacht werden, die sozialdemokratische Fraktion hat darum mit Recht die Einberufung dieses Reichs- tags abgelehnt. Aber damit ist die Sache noch nicht zu Ende, damit fängt sie vielmehr erst recht an. Schon jetzt stellt sich näinlich heraus, daß diejenigen recht hatten, die eine schematische und mechanische Lohn- senkung nach den Vorschriften der Notverordnung für schlecht- hin unmöglich erklärten. Mögen die Herren Brüning und Stegerwald auch Härten für unvermeidlich halten— Unmenschlichkeiten werden sie nicht billigen und nicht verantworten können. Eine Unmenschlichkeit aber ist es, wenn man in manchen Arbeiterkategorien den Lohn so tief sinken läßt, das; selbst das E x i st e n z m i« i m u m nicht mehr gegeben ist. Daß es solche Fälle gibt, ist gar nicht zu bezweifeln. Die Gewerkschaften, die jetzt Tag und Nacht- an der Arbeit sürd, um für die Arbeiter herauszuholen, was unter diesen Umständen überhaupt noch herauszuholen ist, werden Herrn Brüning und Herrn S t e g e rw a l d solche Fälle zahl- reich nachweisen. Da z. B. die Möglichkeit besteht, einen Kurzarbeit leistenden verheirateten Eisenbahnarbeiter mit 14 Mark Wochenlohn nach Hause gehen zu lassen, wird kein menschlich Denkender vernehmen, ohne sich im Innersten zu empören. Sollen wir wirklick) zu jenen grauenvollen Zuständen des Frühkapitalismus zurückkehren, gegen die Karl Mar r seine furchtbaren Anklagen geschleudert hat? Hierbei wäre immer noch zu bedenken, daß der Lohn zu jener Zeit ein „freier Konkurrenzlohn" war, mährend wir heute„politische Löhne" haben, Löhne, über deren Höhe die Staatsgewalt mitbestimmt. In der Zeit des Manchesterliberalismus war der Arbeiter, der au seiner Maschine vor Hunger zusammenbrach. sozusagen eine NiMrerscheinung. heutzutage wäre er das Ergebnis einer negativen Staatskunst. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat in ihrer Entschließung vom 14. Dezember verlangt, daß die b e s o n- deren Härten, die die Notverordnung für gewisse Ar- boiterkategorien mit sich bringt, beseitigt werden. Daß solche Härten vorhanden, daß sie ungerecht und grausam sind, ist jetzt schon hinreichend bewiesen. Wir fordern von der Regierung Taten der Wiedergutmachung! -!- Der Reichskanzler hat in seinem Brief an Wels noch einmal feierlich beteuert, eine Senkung der Real- löhne habe nicht in der Absicht der Regierung gelegen- Theoretisch stellt er sich auf den Boden der katholischen Geist- lichen von Bochum und seines Parteifreundes, des ausge- zeichneten Wirtschaftstheoretikers D e f f a u e r, die gleichfalls vor jeder weiteren Senkung der Reallöhne eindringlich gc- warnt haben. Wir werden Herrn Brüning bei seiner Theorie und bei seinem Wort nehmen! In dem Augenblick, in dem sich herausstellt, daß die Senkung der Preise nicht gleichen Schritt hält mit der Senkung der Löhne, muß auch d e r Kampf um Lohnerhöhungen wieder aufleben. Sollen die Löhne nicht herauf, so müssen die Preise her- unter! Wenn beide miteinander gleichen Schritt halten, Ist für die Stärkung der Kaufkraft, die Behebung der Wirt- schaftskrise noch nichts gewonnen. Damit ist nur erst der Schaden vermieden, der der Wirtschaft aus einer neuen Schrumpfung der Kaufkraft erwachsen würde.„Mit Ihnen", schreibt Brüning an Wels,„bin ich durchaus davon durch- drungen, daß eine unerträgliche Schrumpfung d c r K a u f k r a f t der breiten Massen der Bevölkerung durch die nsuen wirtschaftspolitischen Maßnahmen von den vcr- hängni?vollften Folgen sein würde." Zu diesen verhängnisvollen Folgen würde dann sicher Die Kraftprobe im Landbund. . Auch hier frißt Hitler Hugenberg. Der Vorstand ber Ostpreußischen Jandwirtschaftskmnmer bs» müht sich krampfhaft, c«n Beschluß der Dolloersammlung abzu- biegen, der die Amtsniederlegung des Reichspräsidenten gefordert hatte. Er will eine nochmalige Abstimmung herbeiführen, um den Beschluß abzuändern. Er riskiert ein« Kraftprobe mit den National- soziaUsten. die immer mehr die Bundesgenosi« nf chaft der Groß- agrarier linden. Die alten Führer des Landvolk werden dabei immer stärker an die Wand gedrückt. Der Bundesvorstand des Reichs- landbundes hat. sich durch die Zuwahl des nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Willikens ergänzt— offenbar in der Absicht, damit- die Nationalsozialisten zu besänftigen. Es sieht je- doch nicht so aus, als ob die Nazis nun stillhalten würden. Die nun schon seit Monaten währenden Auseinander» s e tz u n g e n zwischen Nationalsoziali st en und Land- b ü n d l« r spitzen sich vielmehr zu. Neuerdings begnügen sich die Nazis nicht mehr damit, die Maßnahmen und die Politik des Landbundes zu kritisieren. Sie fordern vielmehr die Einräumung eines weitgehenden, ja absoluten Einflusses in den Landbundleitungen. Das offenbarte sich kürzlich besonders deutlich in Pommern. Dort riefen die Nazis in ihrem Organ„Die Diktatur" dem Präsidenten der Pommerschen Landwirtschaftskammer, dem Land- bündler von Flemming, wörtlich zu: „Herr von Flemming, treten Sie ab! Dos Landvolt will Sie nicht mehr!" Nicht minder stürmisch gehen die Nazis im Lande Braun- schweig gegen die Landbündler vor. Der Naziabgeordnet« Buch- Heister verlangte in einer vom Landbund einberufenen Bauern- Versammlung im Kreise Helmstedt offen die Beseitigung der deutschnarionalen Führung des braunschwetgischen Landbundes, um Platz für eine nationalsozialistische Führung zu erzielen. Dem Naziführer W i e g a n d t mußte der Zutritt zu der Versammlung mit der Motivierung verweigert werden, daß er nicht Landwirt sei. Hitler zog aus, um den Marxismus zu zerschmettern. Es gelang ihn aber nur, die bürgerlichen Mittelparteien zu zerreiben und— was für ihn noch wichtiger ist— die bisherige Bauern- organisation im Landbund und in den Landwirtschaftskammern zu zersetzen. In Thüringen, Pommern und Braunschweig kämpfen die alten Landvolksührer einen Nerzweislungslampf gegen die hakenkreuzlerische Verleumdungspest. Die großen Zeitungen, die dem Landbund gehören, bemühen sich aber nach Kräften, den Hitlergeist Sekundantendienste zu leisten, bis er auch die Reste der Bauernorganisation zerschlagen hat. Der Vorstand der ostpreußischen Lanowirtschaftskammer wird bei der Kraftprobe merken, daß die bisher deutschnotioncklen Groß- agrarier es heute mit den Nazis holten. Japan provoziert. Ltttimaium fordert Räumung von Tschinffchau. auch der Sturz der Regierung Brüning gehSren. Kann sie nicht die Preise senken, in dem selben Maße, in dem sie die Löhne gesenkt hat, dann hat sie ihr Spiel verloren, und ein unrühmliches Ende ist ihr gewiß! Auch der Regierung Brüning wird bekanntgeworden sein, daß sich am 16. Dezember die Sozialdemokratische Partei, die freien Gewerkschaften, das Reichsbanner und die Ardeiter- sportorganisationen zu einem festen Abwehrblock gegen die faschistische Gefahr zusammeng'eschlosien haben. Alle freiheitlich gesinnten Kreise haben diese Tat freudig be- grüßt, aber es ist bisher nicht bekanntgeworden, wie sich die Retchsregierung zu ihr stellt. Wer den Kampf gegen den Faschismus will, dem kann es nur willkommen sein, wenn er starke Bundes- genossen findet. Die Frage, ob Herrn Brüning die Bildung der„Eisernen Front" erwünscht ist oder nicht, scheint daher einigermaßen absurd. Natürlich muß sie ihm erwünscht sein— wenn er den Kampf gegen den Faschismus will. Es liegt im Interesse des Reichskanzlers selbst, die Stimmen im Lande und außerhalb zum Schweigen zu bringen, die behaupten, seine Regierung sei nicht ein Boll- werk gegen den Faschismus, sondern eine Brücke zu ihm. Diese Zeit schreit nach klarenEntscheidungen! Mehr denn je ist es die Zlufgabc der Regierung zu führen, so daß jedermann sieht, wohin sie führt. Verzicht auf den Kampf ist gleichbedeutend mit Verzicht auf das Leben. Es heißt jetzt: Abdanken oder kämpfenl Es.geht ein gräßliches Wort um, das heißt:„T o l e- r i e r e n." Es weckt Vorstellungen eines Zustandes zwischen warm und kalt, einer Gemütsverfassung, die klaren Entschei» düngen abgeneigt ist. Die Sozialdemokratische Partei— das gilt für ihre Anhänger, aber auch für ihre Führung— ist von einem solchen Zustand und einer solchen Gemütsoerfassung weit entfernt. Sie ist gesonnen, Hunger und Knechtjchast nicht zu tragen» sondern den Kampf gegen sie auf der ganzen Linie aufzunehmen. Die Massen des arbeitenden Volkes fordern Schutz vor den würgenden Folgen der Wirt- schaftskrise, Kampf gegen alle Feinde der Republik. Je nach- dem, wie sich die Reichsregierung zu diesen Forderungen stellt, wird sich ihr Schicksal entscheiden und nicht nur dos ihre! Niemand vermag zu sagen, was sonst noch alles mit ihrem Sturz in die Tiefe gehen wird. Aber Sorge vor den Folgen vermag das Schicksal nicht aufzuhalten, wenn die Re- gierung selbst es durch Zögern und Unklarheit herauf- beschwört. Die Sozialdemokratie wird ihr Schicksal mit dem einer Regierung, die fällt, weil sie nicht kämpfen will oder kann, nicht verbinden, sondern ihre eigenen Wege gehen. Stahlhelm rüffelt sein Ehrenmitglied. Eine Aktion gegen Hindenbvrg. Dem„Stahlhelm", der bisher allerlei Vorzugsbehand- lung genossen hat. paßt es nicht, daß er setzt mit denl Reichs- Nrnner in der gleichen Verdammnis fein soll, daß nämuch seine Mitglieder keine Uniform und keine Abzeichen mehr tragen dürfen. Deshalb haben die Bundesführer eine Er» klärung losgelassen, die weinerlich und großspreckierisch zu- gleich ist. Semem Ehrenmitglied, dem. Reichspräsidenten, schreibt die Bundesfiihrung deshalb ins Stammbuch: Mit tiefem Schmerze hat es uns erfüllt, daß unser Ehren- inUglied, der Herr Leichspräsideul. geglaubt Hai. auch sür diese Rofoemdauag die Verantwortung übernehmen zu müssen. Damit das Ehrenmitglied diesen„tiefen Schmerz" auch richtig würdigt, wird gleich hinzugefügt, daß der Stahlhelm auch in Zukunft in allen p o l i t i s cy e n Kämpfen, be- sonders m dem Kampf um Preußen, mit„höchster Aktivität" eingreifen werde. Dazu sei ihm jeder„aufrechte und treue Bundesgenosie" willkommen, also auch die Rationalsozialisten, die mit ihm die Harzburger Front— vor allem in Hessen-Boxheim— bilden. Eine Weihnachtsgabc für Hindenburg! Weii vom Schuß. Naziforderungen!n Hamburg/ 22 Prozent der Stimmen, aber LOOprozentiges Maul. Um die Verhandlungen zwischen Zentrum und Nationalsozialisten in Hessen ist es still geworden. Dafür haben die National- sozialsten in Hamburg ihr« Grundforderungen sür die Bildung einer neuen Hamburger Landesregierung veröffentlicht. Sie ver- langen die Mehrheit im Senat, den ersten Bürgermeister, den, Polizeisenator und die Schulbehörd«— kurzum, sie wollen ganz allein regieren. Die Hamburger Nazis haken von 160 Bürgerschafts- sitzen 43, sie haben rund 27 Prozent der abgegebenen Wähler- stimmen. Stärkste Partei ist die Sozialdemokratie mit 46 Sitzen. Die Naziforoerungen sind reine Agitationsinusik. ___ Oeuischnationale Frager abgeblitzt. Die Vorgänge auf dem Polizeirevier in der Voßstraße. Die bekannten Vorgänge im Anschluß an eine Rede des preu- ßischen Innenministers vor den republikanischen Jugendoerbänden im jrüheren Herrenhaus« waren von einem deutschnationaien Landtags- abgeordneten zum Gegenstond einer Kleinen Anfrage gemacht wor- den. Besonders wurde das Stvatsministerwm gefragt, ob es das Bertzalton des Imienministers billige. Der preußische Innenminister hat aus die Kleine Anfrage folgende Antwort erteilt: „Gemäß Artikel 4b der Dersassung des Freistaates Preußen leitet jeder Staotsminister den ihm anvertrauten Geschäftszweig selbständig und unter eigener Verantwortung gegenüber dem Landtage. Eine Billigung meiner Maßnahme durch das Staatsministerium kommt daher nicht in Frage. Zum sachlichen Teil der Anfrage habe ich folgendes zu bemerken: Ich habe auf dem Polizeirevier festgestellt, daß sich keine unangemeldeten Demonstrationszüge formiert hatten: von einer Durchbrechung der Bannmeile war keine Rede." Französische Raziv brüllten in einer Friedenskundgebung zu Toulouse die deutsche Rednerin Frau Perlen aus Stuttgart nieder, wurden aber hinausgeworfen, worauf die Versammlung wcitertagte. Tokio, lg. Dezember. Jtach einer Mitteilung des japanischen Truppenchess aus Mulden hak General h o n j o am Sonnabend Ischaaghfueliang durch eioea Funkspruch davon verständlgk, daß die chinesischen Truppen am 21. Dezember Ischiolschau verlassen müßten. Im Falle ihres weiteren Verbleiben« tu der Stadt werde das japanische Ober- kommando die Eröffnung militärischer Operationen gegen Tschlnlschau anordne» müssen. Mehrere japanische Kriegsschiffe sind bereit« in den nordchlnesischen Gewässern zusammengezogen worden. Die Hauptmasse der chinesischen Armee zog sich in den letzten Tagen nach Lanlschau, südöstlich voa Tschintschau zurück. Der chinesische Gesandte in Tokio erhielt gestern abend von seiner Regierung unerwartet die Weisung, sich sofort zu einer Besprechung nach Ranking zu begeben. Amerika warnt Lapan. Washington. 19. Dezember. Das Staatsdepartement tellte heute mit, daß es die Meldungen üb« ein« angebliche Strafexpetrnion Japan« nach Tschintschau mit großer Besorgnis und, wie man durch Botschafter Forde? wiederholt tu Tokio habe betonen lassen» die Das durchlöcherte llniformverboi. Das Draunfchweiger Seispiel wirkt weiter. Den Naziabgeordneten von Braun- schweig, die auf das Uniforrnoerbot des Reiches gepfiffen ' haben, geschieht nichts; denn sie find immun. Die m der Notverordnung vorgesehene Mindeststrafe von einem Monat Gefängnis wird sie nicht erreichen. Daß ihnen nichts geschieht, hat anderen Mut gemacht. Im H e l l d o r f- Prozeß erschienen mehrere Angeklagte, vor allem H e l l d o r f und der vungstahlhelmführer Brand, in verbotenen Uniformen und mit verbotenen Abzeichen. Sie wurden vom Vorsitzenden verwarnt. Helldorf und Brand sind bestimmt nicht immun. Aber es scheint, daß sie trotz der Notverordnung mit einer Ver- Mahnung davonkommen. Während die Angeklagten im Helldorf-Prozeß gegen das Verbot von Uniformen und Abzeichen demonstrieren, betätigt sich einer von ihnen, der SA.- Führer Schulz, damit, auf der Straße Leute anzurempeln, die die Reichsfarben im Knopfloch tragen. Er wurde dabei in der Nacht zu Sonn- abend von der Polizei verhaftet. Darf man aus diesen Vorgängen schließen, daß die Notverordnung weitherzig nach allen Seiten hin angewandt werden soll? Zm Helldorf-prozeß wird gelogen. Ob im Prozeß Graf Helldorf und Genossen bis Weihnachten die Vernehmung der Angeklagten fertig wird, steht dahin. Es war ein Irrtum: nicht 7K, sondern 5% Angeklagte sind vorgestern ver- nommen worden. Gestern kamen wettere 5 oder 6 hinzu. Die Kursürstendamm-Nazis nehmen den Berufungsprozeß vorläufig a u f dieleichteSchulter. Sie befinden sich in so guter Stimmung. daß sie die humorvollen Ausführungen ihrer Mitangeklagten mtt dankbarem Lachen quittieren— die Rüge des Vorsitzenden macht ihnen nicht allzu viel aus. Sie sind voller Hoffnung auf die H a f t- entlassung, sie zweifeln gar nicht daran, daß sie Weihnachten im Kreise der Familie und Siloester in ihren Berkehrslotalen verbringen werden. Die sich bereits auf stetem Fuße besinden, nehmen es nicht so genau mtt dem Beginn der Sitzung. Dem Landgerichts' diroktor Ohnesorge reißt die Geduld und er droht unverhohlen, die unpünktlich Erscheinenden einzusperren. Die Vernehmungen verlaufen nicht anders wie erwartet. Die Angeklagten frischen die alten Lügen von der ersten Berhand» lung auf, finden aber auch bei diesen Richtern vorläufig mcht mehr Glauben als bei den ersten. Die blöden Ausreden rufen nur ein Lächeln hervor. Die Gründlichkett des Borsttzenden wird den Angeklagten zu einer großen Gefahrenquelle. Er klammert sich an jede Einzelheit, läßt nicht locker, hält Wort sür Wort die Polizei- liehen Vernehmungen vor. und je weiter, desto mehr oerwickeln sich die Jungen in Widersprüche. Ein einziges Beispiel: einer von ihnen hatte bei der Polizei ausgesagt, daß er mtt einer größeren Anzahl von SA.-Leuten aus dem Ku�fürstendamm erschienen sei. In der ersten Verhandlung war aus dieser größeren Anzahl einer geworden, und gestern Besetzung Tschintschaus durch japanisch« Truppen als sehr b c» d a u e r l i ch betrachten würde. Tschiangkaischeks Wiederwahl wahrscheinlich? Schanghai, 19. Dezember. Wie aus gutunterrichieien Kreisen verlautet, ist die Wieder- mahl Tschiangkaischeks zum Vorsitzenden der National- regierung durch die Vollversammlung des Zentralvollzugsausschusses und des Zentralbewachungsausschusses der Kuomintang wahr- s ch e i n l i ch. Bezeichnend für diese Ansicht ist, daß sie durch die Kantonesen-Gruppe auegesprochen worden ist, die für den Rücktritt Tschiangkaischeks in erster Linie verantwortlich ist. Kein Abkommen Iopan-Frankreich. Varls, 19. Dezember.(Eigenbericht.) Das Außemninisterium dementiert die in verschiedenen Auslandszettungen veröffentlichten Gerücht«, daß in Jndochina, nahe der chinesischen Grenze,«ine T r u p p e n k o nz e ntr at i o n im Gange sei, und daß anderersests ein geheimes französisch- japanisches Abkommen bestehe. Di« betreffenden Meldutn gen seien völlig unzutreffend und entbehrten jeder Begtündung. hatte sich der SA.-Mann in eine Lot.te»«wandest.„Wo kommt denn plötzlich die Lotte her?" wundert sich der Vorsitzende.„Ach ja," meint der Angeklagte,„ich habe die Lotte nicht nennen wollen aus Furcht vor meinem Vater, der nicht wünscht, daß ich mtt einem Mädel gehe." Mutig« Männer, die SA.-Leute. Besonders stark sind sie im Lügen. Die nächste Sitzung ist am Dienstag. Beamte der Republik. Disziplinarverfahren gegen einen Nazi-Etudienrat. Der Studienrat Dr. Mund vom staatlichen Reform- Realgymnasjum in Halle beschwor in einer Gerichtsverhandlung am 29. August 1939, daß er weder der NSDAP, angehöre, noch mit ihr irgendwie in Verbindung stehe. Einige Zeit später wurde er jedoch in Halle der erste Sturmbannführer und führte beispielsweise am 22. März 1931 einen Werbeumzug der SA. Außer- dem beteiligte sich dieser Studienrat als Sturmführer in entsprechender Uniform am 3. und 6. September an einem Gautage der NSDAP, in Gera. Wie nunmehr dos Provinzialschulkollegium in Magdeburg der Republikanischen Beschwerdestelle Berlin mitteilt, ist gegen den genannten Studienrat.ein Verfahren von uns alz Dienftaussichtsbe- Hörde eingelettet". Die republikanische Presse meldet, daß die.Höllische Universi, tätszeitung" wegen mehrerer Artikel, die im wesentlichen gegen die Berufung des Professors Dehn polemisierten, auf zwei Monat« ver- boten worden ist. Im Zusammenhang damit dürste von Interesse sein, daß außerdem noch gegen das genannte Blatt, und zwar gegen den verantwortlichen Redakteur Günther Stove, auf Betreiben der Republikanischen Beschwerdestelle Berlin von dem Oberstaatsanwalt Dr. Luther in Halle Anklage erhoben worden ist, weil das Blatt einen Artikel aus der Feder von Dr. Goebbels veröffentlicht«, der schwere Beschimpfungen der Republik enthielt. Nicht vergessen! Dem Deutschen Reichstag gehören insgesamt 197 National- soziallsten an. Hierunter befinden sich: 33 Großgrundbesitzer. Fabrikanten und Kausieut«: 31 höhere und mittlere Beamte: 19 Rechieaumälle. Aerzle und sonstige freie Berufe: 9 pensionierke Offiziere: 8 Angestellte und— 7 Arbeiter! Sie gehören sämtlich dem Roichstog an.. Aber sie kommen nicht in den Reichstag, um zu arbeiten, sondern verzehren draußen die gesetzlichen Diäten, um desto besser auf»chas System" schimpfen zu können! Vutschangst in Finnland. Das Parlament hat mtt 141 gegen 29 stimmen den Hssetzenttvurs angenmmnen, der der Regierung für die nächsten drei Monat« außerordentlich« Voll- machten übertrügt. A9S» 4S. Jahrgang 0 Sonntag, 20. Dezember 1931 Et werden in dieten Tagen gut zwei Millionen Berliner sein, die, jeweils in Familien auf geteilt, keine 100 Mark zum monatlichen Verzehr haben. Das brauchen nicht immer Erwerbslose, Kricgerhinierbliebene, Rentenempfänger, Wohlfahrisnnler- sliitzte oder Notstandsarbeiter zu sein, auch Kurzarbeiter haben netto kaum 100 Mark und vollarbeitende Putzmacherinnen beispielsweise schon gar nicht. In einer solchen Lage wird selbst der Bodenverschlag zur Schatzkammer. Schaukelpferde, Puppenstuben, Dampfmaschinen, Pferdeställe, Kochmachinen and Kaufmannsläden werden hervorgeholt und auf den Markt gebracht, eine ganze Börse gewesener Dinge, eine Börse der Seligkeiten von einst hat sich heute auf- getan. Jahrzehntelang haben manche Eltern die Spielsachen ihrer Kinder wie ein Kleinod verwahrt, aas den Eltern wurden Großeltern, aber nie haben sie sich von dieser Puppe oder jenem Kasper trennen können:„damit hat Martha immer gespielt." Heute dagegen sind die Anzeigenseiten der Tageszeitungen spaltenweis angefüllt mit dem immer gleichen Text dieser Anzeigen wie hier:.Puppenstube zu verkaufen" oder„Baukasten zu verkaufen" oder es werden Kinderautos, Ritferbargen und Kasperltheaier feilgehalten. Wenn die Not Eisen bricht, dann erstickt sie schon längst alle Pietät. Weihnachtlicher Marktbericht. Ddm ist es eigentümliche die Ztochfrazc nach gebrauchtem Spiel, eug übersteigt bei weitem das Angebot. Wenn die Inserate Sonntags früh erscheinen, ist am Abend schon alles ansoer'anft. Wer Montags früh bei dem Verkäufer an die Tür klopft, erhält nur noch zur Antwort:„Ach. das Auto, ja, da- ist schon längst verkauft. Wir konnten uns ja gar nicht retten, so viele Bewerber waren da. Nein, altes Spielzeug, das wird in diesen schlechten Zeiten gesucht wie Stecknodetn. uiäi wer zuerst kommt, mahlt zuerst."—„Wieviel haben Sic denn für das Äiicherouto gekriegt?"—„Ohne weiteres 35 M.. es war ja«ich 1,10 Meter lang und gut erhalten." Dos beißt, also für den halben Preis, ein neues Kinderauto dieser Üiröße kostet ungeiähr 70 M. Die Leute, die entschlossen ivaren, sich von den schönen Stein-, Metall- oder cholzbaukösten ihrer Kinder zu trennen, waren die Sachen schon am Mittag los. Das muh eine förmliche Jagd noch Baukästen gewesen sein, es ist ja auch nicht meiter gefährlich, einen Baukasten alt zu kaufen, was est denn schon Schlinrine- an einem gebrauchten Stehlbaukasten. Die blauen Türme nnd dir rche„ Dochneigx haben hglt �fincii leichten Stich ins dlraue. Weiter nichts-, falls st« nicht gerade mit dem Hannner bearbeitet wardeti sind. Soweit sich ein II eher Mick ermitteln lieh, l aben Baukästen aller Art l-ngefähr ein Viertel ihres Neuwertes g?brncht�etn inständiger Metallbaukasten Hat demnach auch alt.noch seine zwanzig Mark gekostet. Zu dem gleichen Preis von 20?N. waren Kasperletheater ,u haben, auch HIcr war die Ilachsrage groh. llnoertmist blieb ein Zoo mit allen möglichen Tiere», Käsigen und Bäumchea. Den Tieren lvaren die Köpfe noch nicht abgerissen und ?? M. sollte alles zusammen kosten, aber es fand sich kein Liebhaber dafür.' Daim war ein Mann da, der I)aiie seine Tochter verloren und gab mir ungern ihren Kaiusmannsladen her. Neunzig Mark j hatte ihn der Laden selber gekostet, als er ihn vor süns Jahren lauste. Aber so sehr er ihn anpries und lobte, das, der Laden noch wie ne» aussähe und hundert Jahre aushalten würde— auch wollt« er sür dos kleine Warenhaus m>r 35 M. haben— sand sich so schnell doch kein Käuser. Dos war allerdings achtundvrerzig Stunden nach dem Inserieren, sicher ist noch ein Käufer gekommen. Auher- dem vxtren aus der Börse der Seligkeiten noch zu haben: ein gut- erhaltenes Fell-Schau.kelpserd für 35 M., eine cleffriiche Eisenbahn mit 40 Gleisen, Weichen und Kreuzungen sür 30 M. und eine Puppenräche. 50 Zentimeter lang und mit Messingtüren. 148 M. ilaite diese Küche einmal gekostet, sie sollte heute 35 M. kosten. Also I Schaukelpferd und Puppenküche sind ebenso teuer, wie die Eisenbahn billig ist. Druckerei für 10 Pfennige. Dieser Börsenbetrieb spielt sick) ab zwischen chalensee und dem Lützowplatz.. Wir wollen uns jetzt in die A ck e r st r a h e begeben, in das Haus Nr. 52, zur Brockensammlung, schräg gegen- übe? ist die Heilsarmee und Meyers Hol. Wir müssen auch über den Hos und bis in- zweite Stockwerk des rechten Seitenflügels. Da steht angeschrieben: Wirkschastsartikel, Kleidüng, Spielwaren. Am ersten Stock stand angeschrieben: Glas, Porzellan. Uhren. Kunstgegensiände und im Erdgeschoh hieh es: Möbel, Bücher. Wir hal-en min ein paar(»undertmol über Arntpt mit allem Drum-und- Dran berichtet, ober da oben im Zwesten Stock, da ist sie erst wirklich. Man kann das nieht aufzählen, was es da alles gibt; wie jede alte Brocke, die Arl»eitslosc von Kellern und Böden geholt haben, hier auf dem Hos sorgfältig sortiert wird und dann in die Stockwerke wandert und noch einmal den Abglanz eines Wertes erhält. Da gingen zum Beispiel alte, geslopsle, abgetragene Strümpfe Paar um Paar sür je S Psenige weg: dabei waren die Strümpfe gesucht wie die warmen Semmeln. Und voll ist es da oben: es hat seine Weile, bis man sich durchquetscht zu den Regalen, wo die Spiel- waren liegen. Dann muh man rufen, so an die fünf- oder sechsmal: „Frau Kallina, Frau Kallina, zeijen Se doch mal die Kiepe da her!" Darmif kommt entweder Frau Kallina oder Frl.-Knoop und bringt die Kiepe. Wer zu laut brüllt, den schnauzt Frau Kallina an: „Wollen Sie hier Krach machen, was, sind Sie deswegen hergekommen?"—„Nö, ick will wat koofcn."—„Na, dann halten Sie Ihren großen Mund!" Rauh, aber herzlich. Nun ist die Kiepe da und alle können darin wühlen. Das Beste, was drin ist, sind noch zwei Eisenbahnwagen. Die sind ganz nett bis auf den Unistaivd, daß sie keine Röder haben. Je ein Mann hält einen von diese» Wagen nachdenklich in der Haird.„Donnerwetter, keine Räder."—„Aber bei Tietz gibt es doch Räder, Stück einen Sechser." —„Ja, dann habe ich aber noch keine Kupplung."—„Die kostet Das Ende der Lokomotivenstadt? Wer des Sonntags nach Tegel fährt, jährt zu seiner Erholung ans Wasser: in der Wache gilt sast der gesamte Berkehr den Borsig-Werken, die das min- schastliche und personelle Zenlrum. dieses Ortsteils vom B e z i r k R e i n i ckep d o r f...; lnlden. Fast 400n Arbeiter hat das Werk, und an diesen 4000 Arbeiter», die jetzt, wo Borsig die Zahlungen eingestellt hat, nicht wissen, ob sie nicht bald in das Heer der Arbeitslosen eintreten werden, hängt- die Existenz von 10 000 Familiencmgc hörigen, hängt das wirtschästliche Leben dieses nördlichen Vororts ab. Tegel ist Borsig und Borsig ist Tegel! Die Nachricht von der Zahlungsun- fähiglleit der Vorsig-Werke Inü die Augen der Welt ans ein Unternehmen gerichte!, das unerschüttert im Sturm des Wirt- schostsgeschehcns dazustehen schien. Der Gründer der Weltsirmo, August Borsig, gehörte zu den„selbstgemachten Männern", die zu Beginn des zweiten Drittels des vorigen Jahrhunderts die Umwandlung Links oben: August Borsig, der Begründer der Werke. Rechts oben: Ernst r. Borsig, der heutige Mitinhaber. Mitte: Die Stamm fabrik der Bönigs am Oranienburger Tor Im Jahre I8J7. Deutschland- vom Agrar- zum Industrieland erkannten und aits- nutzten.' Als August Borsig, der nicht einmal Eisensachmann, sondern gelernter Zimmermann war. 1837 vcw dem Oranienburger Tor, das wirklich'vor der Stadt lag, feine Eisengießerei sür Treppengeländer, Gitter und Tore und andere Baubedarfsortikel errichtete, kam er zunächst einem Bedürfnis der Zeit entgegen. Die Eisenwalzcrei und-zieherei war damals noch nicht so ausgebildet als heute, wo auch die kompliziertesten Profile unter Walzen her- gestellt werden. Man kannte noch nicht wie heute die Möglichkeiten des Cisenkonstruktionsbaues. Alles wurde gegossen und nicht zuletzt daraus erklärten sich die verzierten und verschnörkelten eisernen Bau- und Maschinenteile der damaligen Zeit. In die Zeit der Borsigschen Fabrikgründung siel die Geburt der Eisenbahn mit ihrem Bedarf an Maschinen aller Art. an Loko- motiven. Borsig baute Lokomotiven, neun Jahre nach der Erösiniing des Werkes rollte bercsts die 100. Lokomotive über die Fabrikschienen. Und als Lokomotivenfabrik sind die Borsig-Werke in aller Welt bekannt geworden. Borsig wurde gleichgesetzt mit Lokomotive, beides war ein Degrisf geworden. Dos jetzt fallierte Unternehmen ist bis heute ein Familien- unternehmen geblieben. Bei patriarchalischen Arbeitsverhältnissen, die natürlich früher stärker in Erscheinung traten, als in der neueren Zeit, wo Ernst von Borsig, der Enkel des Gründers, ein gewichtiges Wort im Verband Berliner Metallindustrieller und in der deutschen Industrie mitsprach, hatte sich die Firma einen Stamm alter, tüchtiger, zuverlässiger Arbeiter gezogen, für die Borsig ständige Arbeit und damit Lebensstellung bot, die dafür aber auch oft ein Loch zurücksteckten Wer im Norden bei Borsig, im Osten bei Pintsch arbeitete, hatte bei allen Geschäftsleuten Kredit— sofern er ihn in Anspruch nahm. Erst die moderne Arbeiterbewegung hat mit diesen altüberlieferten Zuständen, bei denen die Unternehmer doch stets die Hauptverdiener waren, oufgeröiimt und auch bei Borsig ist ein freies Organisationsverhältnis geschaffen worden, das sich schon sehen lassen konnte. Aber in vielem blieben die Arbeits- Methoden in den alten Formen stecken— entgegen dem Lauf der Zeit, der nach Rationalisiemng strebt, aber, das soll auch gesagt sein, zum Vorteil für viele Arbeiterkategorien, die tn de«„alten Buden" noch ein gut Stück handwerkliche Arbeitskunst leisten konnten. ssSkS Belifedem Diwandecken tniefte Hefallbeftsteiten Fertige Betten Bettvorleger Bettwä&che Lauferstoffe Handtücher Weiss/ack- Möbel Steppdecken Ruhebetten Daunendecken Puppenwagen Schlafdecken Sofa Kissen ßeuiß Dan 3-? u/vl g&tff-net; 1927! neta/ibeitsrellen grösstenteils Vorkriegsprelse! Printen-Str. 1 Wifmersdorfer-Stc I Frankfurfer-Ailse £che5eöast/an-Sit I ffke Bismarck-Sfr. I SÖh- Das Siedeln beginnt! 10000 Baufacharbeiter erhalten auf ein Vierteljahr Arbeit einjefa 8 Pfenniges— Unterdessen Hoden dv mnstehende« Frsusn »ritgerechnct und überlegt, nun packen sie aus:„Wat rnoll'nnn Spielen. Neues Spielzeug kann man ja doch nicht„kaufen". Werkzeug billiger als Spielzeug. Der Mann hat vollkommen recht: neues Spielzeug ist sündhaft teuer. Wer sich ein Spiel kaufen will, nmß zwei Markstücks auf den Tisch legen, kaum daß er ein paar Groschen wieder zurückkriegt. Daß Kinderauto mit 45 M. im Preise beginnen, haben wir schon angedeutet und ein anständiger Kaufnronnsladen ist unter 8 M. auch nicht zu höben. Natürlich gibt es billige Kaufmannsläden füt 1,95 Mark, die sind dann aber auch danach. Mit den Puppen ist es nicht besser. Da kostet so ein Balg mit Gelenken, vielleicht 39 Zentimeter groß, 3,75 M. Ein kahles Hemd hat diese Puppe an, sonst nichts. Für einen mittelmäßigen Puppenwagen werden 15 bis 20 M. verlangt, eine durchschnittliche Laterna magica kostet 12 M., eine Ritteriuirg, die auf dem Tisch auch zu finden ist, 10 M., Dainpfniaschinen 20. Eisenbahnen 8, Rollwagen 6 und bei einem großen Bauernhof hat man den Preis von 48 auf 35 M. ermäßigt. Mosern ebenso dringenden wie lobenswerten Beispiel sind auch die Hersteller der verschiedenen Baukästen gefolgt: sie hoben ihre Preise durchweg um 10 Prozent ermäßigt. Trotzdem kostet ein Bautasten immer noch schweres Geld. Es ist beinahe grotesk, daß ein Gebrauchsgegenstand meist billiger als da» ihn nachgebildete Spiel- zeug ist. Den schlagendsten Beweis hat joder bei der Puppcnküche: «ine von den alten sollte 35 M. kosten, aber ein« neue Laubenkoch- Maschine kostet nur 12 M. Erfreulich sind all« diejenigen Arten von Spielzeug, die an- knüpfend an den Arbeitsschulunterrickft einen behutsamen Uebergang zum Werkzeug darstellen. Sie nehmen von Jahr zu Jahr einen immer größeren Raum unter den Spielwaren ein. Da gib« oz für die Jungen chemisch« Experinrentierkästen mit Reagenzgläsern, Retorten und Töpsen aus Glas und Ton. Me wohl gefüllt mit weißen, gelben, blauen und roten Elzemikalian. Vier Mark kostet der. billigst« Ehennekasten. Die elektrotechnischen Bastelkästzn,. mit denen sich Kinder Klingel- oder Lichtleitungen baue» können, kosten etwas über das Doppelte, etwa 8,50 M. Reizend sind die kleinen Webstühle für die Mädchen: auf die einfachste Art ist alles da für Kette und Schuß, gearbeitet wird mit Wollsäden. und>e bunter die Wolle, desto bester. Sechs Mark tostet so ein Webstuhl. In der gleichen Art gibt es für die Mädchen noch Strickmaschinen. Ganz berechtigt haben sich Erwerbslose die teuren Preise für Spielwaren zunutze gemacht und beizeiten Puppenstuben, Pferde- siälle und Kcmsmannsiäden gebaut. Jetzt stehen sie abends ans dam Weihnachtsmarkt und preisen fachmännisch ihre Ware an:„Alles verzapft, junge Frau, nirgends geleimt, das hält." Eine ganz hübsche Puppenstube kostet so einen Taler. Die vorarbeiten für die beabsichtlgle Sladlrandsiedlung sind soweit gediehen, daß jetzt am ll-Dahnhos Flug- Hafen das erste ZNusterhauz zu sehen ist. Das hübsche Haus ist ein massiver Bau. 8,23 Meter breit und 5.61 M?ter tief. In dieser Art werden an dreizehn Stellen am Rande Berlins 1800 Häuser errichtet werden. Man hofft, nach Neujahr mit den ersten Bauten beginnen zu können. Damit hat man also dem Massivbau gegenüber drm Holzbau den Dar- zug gegeben. Abgesehen von warmetechnischen Erwägungen und der Ueberlegung. daß Holz dem Ungeziefer willkommene Brutstätten liefert, ist der Massivbau vor allem aus arbeitsmarktpolitischen Gründen z» begrüßen. Es wird möglich sein, durch die Errichtimg der 1800 Häuser 10000 Berliner Bauavbettern auf ein Vierteljahr Beschäftigung zu geben. Das bedeutet eine fühlbar« Enllafiung für den Arbeitsmortt im Baugewerbe. Obwohl wir keinen Frost haben, waren am 15. Dezember nicht weniger als 33 480 Bauarbeiter in Berlin arbeitslos, das sind 80 Proz. aller Vorhandenen. Das Muftcrhaus enthält in seinem mittleren Teil eine ge- räumige Wohnküche, die 2014 Quadratmeter groß ist. An- stoßend befinden sich zwei Sch-laskammern für 4 Betten, doneben ein Stall stir ein Scbwein und eine Ziege, dazu ein Abschlag für Hühner. Von einer Unterkellcrnng hat man der hohen Kosten wegen ablehcn müsten, der Boden hat eine Aetonsohle, eine Isolierschicht und daraus Lagerhölzer. Wände, Schrägen und Decken sind mit Kokosmatten isoliert. Das Dach ist ebenfalls massiv und ziegelgedeckt: der große Boden gibt genug Raum kür Stroh und Futtermittel. Neben der Kochmaschine geht der Rohr kosten des Schornsteins nach oben. Durch einen Schieber kann die Maschine auf Sommer- oöer Winterheizung gestellt werden, der Rohrkastcu erfüllt also gewissermaßen die Funktion des beliebten Heizrohrs. Nur mit ungleich größerer Wirkung! auch der Bodenraum wird mitgeheizt. Wenn übrigens für ein Schwein und eine Ziege Stall- räum geichassen wurde, dann soll das nicht heißen, daß jeder umgc- siedelte Arbeitslose nun gezwungen ist. sich Schwein und Ziege zu Teil I der Sklarek-Anklage erledigt. Kehrauel zum KVS,-Komplex. Am gestrigen Sonnabend wurde im Sklorck-prozeß im wejent- llchen die Seweisoufnohwe zum erflen Teil der Movstre- Anklage berndel. und o« Montag wird mii der Erörlernvg des zweiten Teils, des Sladtbankkomplexee. mit der Vernehmung der Angeklagten S k l a r c k. der beiden Buchhalter Lehmann und Tuch und der Stadtbankdirektoren Schmitt und Hossmann zu diesen Beschuldigungen begonnen, die in Betrug, schwerer Urkunden fälfchuug und Leamtenbestechung gipfeln. Zu dem bisher erörlerlen Test der Anklage hat man insgesamt 35 Verhandlungs- lage gebraucht, die sich ans eine Daner von über neun Wochen er- streckten. Die Vernehmung der Angeklagten zum Teil II dürfte mindestens drei Wochen dauern. In der gefttigcn Verhandlung wurden zunächst Entlastungs- zeugen vernounncn. dlc Absr"die Güfe dsr uon den Sklaktks ge- lieferten Waren Aussagen mochten. Es ergab sich dabai der Aer- dacht, daß die Zahl 70 in den Geschäftsbüchern nicht den Vermerk „nicht mahnen" bedeutet habe, sondern daß diese Kunden ihre Rechnungen persönlich an Leo und Willi Sklarek bezahlt hätten. Bei Erörterungen darüber bekam Leo Sklarek plötzlich einen seiner üblichen W u t a n f ä l l«. schrie, brüllte und erklärte, daß er. etwas Derartiges, wie ihm hier vorgeworfen werde, nicht getan Hab«. Er mußte den Gerichtssaal auf einige Zeit verlassen und bekam aus dem Korridor einen Weinkramps. Bei der Vernehmung des Stadtrates R e i m a n n fragte ein Vertreter der Staatsanwalt- fchaft, wer derjenige gewesen sei, der ihn kurz vor der Verhaftung fcer Sklareks darauf aufmerksam gemacht habe, daß mit den hallen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird sich das sogar verbieten, weil für das Schwein das Kraftfutter zu teuer und für die Ziege leine genügende Grünfläche vorhanden ist. Deshalb ist der Stall- räum des Hauses so eingerichtet, daß er beim Wegfall der Dich- Haltung zu Wohnraum umgebaut werden kann. Dos Musicrhaus ist kein Potcmkinfches Dorfhaus, sondern, wie Kommerzienrat Haberland von der den Bau ausführenden Ber- linifchen Bou-Gelellschaft betonte, genau kalkuliert und kostet sthlülselfertig etwa 2500 Mark. Die Finanzierung der Gcsamtsiedlung erfolgt bekanntlich aus den verbliebenen Hauazinsfteucrmittcln. Di« Häuser werden in baugewcrblicher Handarbeit von Facharbeitern errichtet, denen selbstverständlich Tariflöhne gezahlt werden. Die Mithilfe der umzu- siedelnden Arbeitslosen beschränkt sich auf Gartenbeorbettung, Wege- bau. Errichtung des Zaunes und des Brunnens und andere kleine Arbeiten mehr. Jedes Haus kommt auf eine Parzelle von etwa 800 Ouodrotmeter. Die Parzellen werden errichtet in Marien- selbe, Britz, Buckow. Rudow, Köpenick. Heiligen- le«, Blankenfelde, Spandau und Biesdorf. Jeweils vier Siedler werden sich in einen Brunnen teilen müssen. Auf Gas-, Master- und Kanalifotionsanschluß muh verzichtet werden: wenn Elektrizität mittels Freileitung beschafft werden kann, soll dies er- rnöglicht werdcn. Kabelverlegungen sind jedoch unmöglich. Im großen und ganzen wird also die Petroleumlampe wieder zu Ehren konrmen. Soweit sich bisher ein Uebcrblick gewinnen ließ, braucht die Kochmaschine zur Heizung des Hauses täglich 7 Briketts. Do» Haus' ist übrigens unter Mitwirkung der sreigewerkschast- lichen Organisation der Berliner Bauarbeiter, der Bougewerk- schost Berlin, errichtet. Auf einer Pressebesichtigung des Musterhauses nahm auch deren Vorsitzender, Genosse Ebert, das Wort. Er betonte, daß nur bei handwerklicher Facharbeit die Häuser eine lange Lebensdauer erhallen und er zerstörte außerdem an Ha»e> eines eindrucksvollen Zahlenmaterials das Märchen von den riesigen Bouarbeitcrlöhnen. Wir werdcn darauf noch zurückkornmeit Sklareks etwas nicht in Ordnung sei, daß die Anzüge, die Stadttat Rermann bestellt habe, tatsächlich von den Sklarek? in ein« m bekannten Schneider-Atelier zu teuren Preisen bestellt worden seien, und daß es deshalb zweckmäßig fei. wenn er die 2Inzüg« bezahle. Sladttat Reimann erklörie, als der Vor- sitzende dieselbe Frag« aulgnss:..Derjenige, der mich darauf aus- merksam machte, das war der Direktor Brolat." Di« nächste Verhandlung findet am Montag um 0 Uhr statt. Vorsicht beim Kündigen von Mietverträgen! Der Reichsbuad deutscher Wieter macht darauf aufmerksam. daß bei der Sündiguvg von Met- und Pachtverträgen ein« gewisse Vorsicht geboten ist. Die Mieter müsten darauf achten, daß jede Süadigung. die nur den Mielprei» selbst betreffen soll. rechtlich dennoch als echle Küadiguag de» gesamten Vertrage» anzvtehen ist.«a» den Zwang zur»aumuug zur Folge hätte. Deshalb ist es empfehlenswert, vor der Kündigung solcher Verträge mit dem Vermieter oder Verpächter eine Einigung herbeizuführen, wenn auf die Weiterbeauhung der Räume über den 1. April 1932 wert gelegt wird. Der prelskommistar spricht im Randfunk. Di« Funkstunde übernimmt von der Deutschen Welle am Montag, dem 21. Dezember. in der Zeit von 191? bis 20 Uhr den Vortrag von Reichskommistar Dr. G ö r d e l e r über Fragen der Preisbildung. Der Vortrag von Reichsminister Trevirvnus über Reisen im Winter, der für diese Zell vorgssehen war, wird aus Dienstag, den 22. Dezember, 19.35 Uhr, verlegt. Ihr Nachbar aber schien jetzt in fein eigentliches Fahr- wasser zu kommen und setzte Interesse und Zustimmung vor- aus. Er sprach vom„Kapital" von Karl Marx, aus dem er einiges zitterte, von Engels und Bebel» von Liebknecht und Rosa Luxemburg. Er erzählte von großen Wirtjchafts- Problemen, deren Lösung gerade setzt, nach dem Krieg, in An- grifs genommen werden müsse. jDenn die Ethik des Sozialismus ist heute zurückgetreten hinter den großen Aufgaben der Praxis, das Weltanschauliche drängt nach dem praktischen Beweis— nicht wahr, so ist es doch?" Fragend sah er sie an. Germame errötete etwas. Die Sache schien doch schwie- riger zu werden, als sie gedacht hatte. Die Hälfte von dem. was er jjesagt hatte, war ihr total unverständlich geblieben, „Ja. sagte sie mutig,„in der heutigen Zeit gibt es keinen Raum mehr für Religions- und Weltanschauung?- kämpfe— wir leben nicht mehr im Dreißigjährigen Krieg. Heute geht e? um ganz anderes." Sie atmete erleichtert aus, als ihr Nachbar sofort ruhig sortsuhr. Scheinbar benahm sie sich gar nicht so übel in ihrer neuen Rolle. „Für mich ist der Sozialismus der an der Spitze um- gebogene Kapitalismus, und, nicht wahr, es ist viel leichter, eine Stange in der Mitte umzubiegen, als gerade an der äußersten Spitze." GerMaine wurde es schwill— was konute man darauf! bloß antworten? Erlöst und dankbar nahm sie die Schüssel entgegen, die ihr der Herr an ihrer linken Seite eben reichte. „Sie kommen aar nicht zum Essen", sagte sie ablenkend» „hier, nehmen Sie doch, bitte!" Aber ihr Nachbor nahm mir flüchtig und gedanken'os einiges auf seinen Teller.„Es interessierte mich viel mehr, mit einem Menscken, der Interesse für diese Fragen hat. zu sprechen. Diese Dinge beschäftigen mich ungemein." Und; schon sprach er wieder von irgendwelchen Wirtschastsoufgaben j des Sozialismus.•-•■ j Gcnnaine schlang hastig ihr Esten hinunter. Lange konnte das so nicht weitergehen. Daß sie auch so wenig von diesen Problemen verstand! Das mußte sie schleunigst noch- bolen, wenn sie wieder zu Hause war! Älber mit wem sollte sie in ihrer Heimatstadt über solche Fragen diskutieren können! Da gab es weit und breit keinen solchen Menschen, wie dieser seltsame Genosse wohl einer war. Bon der Seite sah sie die hohe, klare Stirn, den feinen Ansatz der Rase— irgend etwas erinnerte sie plötzlich an Walter— ja. es war wohl dieser feine Uebergang zwischen der breiten, gewölbten Stirn und der schmalen Nase. Er war nur viel alter als Waller und sicherlich auch einige Jahre älter als sie selbst. Sie sah etwas oerwirrt auf ihren Teller, als er sich ihr zuwandte. Hoffentlich kragte er sie nicht wieder! Aber da kam es schon:„Sie haben auch vollkommen recht, immer wieder zu verlangen, daß tüchtige, erfahrene Frauen beim Häuser- und Wohnungsbau hinzugezogen werden", sagte er im Anschluß an irgend etwas.— Nun gabs nichts mehr, als eilige Flucht. Sie stand auf. ,. Entschuldigen Sie, bitte, ich hätte mich sehr gern noch länger mit Ihnen unterhallen, aber ich muß rasch noch etwas wegen meiner Fahrkarte erledigen!"— Draußen blieb sie erst einen Zlugenblick stehen, bevor sie sich ihrer Kabine zuwandte. Diese Reise schien ja schön an- zufangen, ober immerbin, es war noch gut abgegangen. Nachdenklich öffnete sie die Kabinentür. Eine der Damen lag bereits ,zn Bett. „Hoffentlich bekommen wir keinen Sturm heute Nacht— der Dampfer schwankt ja fürchterlich! Waren Sie schon aus Deck?"— Germaine verneinte.„Aber ich werde noch eine halbe Stunde binaufgehen", sagte sie mit plötzlichem Entschluß und zog sich den Mantel an.„Das nmß ja jetzt herrlich sein oben! Wieviele Jahre habe ich das Meer nickt mehr gesehen!" Ja, es gab Sturm. Der Wind pfiff und heulte, und der Dampfer schmonkle heftig. Seekrank worden konnte man zwar dabei noch nicht, ober immerhin, es war zu spüren. daß die See hoch ging. Aber schön war es, diesen scharfen. herben Salzgeruch einzuatmen. Germaine beugte sich well über die Reling und beobachtete die Wellen, die an die Schiffswand prellten und schäumend zurückschlugen. „Es ist herrlich hier draußen! Es geht Ihnen wohl wie mir, Genossin, man mag gar nicht in die enge Kabine gehen!" n Germaine fuhr entsetzt zusammen. Das war ihr Nach- bar von vorhin. Unschlüssig sah sie ibn an. Was für ein freies, offenes Gesicht dieser Mensch hatte— nein, sie hatte keine Lust mehr, diese Komödie fortzusetzen. „Ich habe Sie angeschwindelt vorhin"", sagte sie etwas verlegen.„Ich bin ja gar keine Genossin. Ich habe auch vieles von dem, was Sie erzählten, nicht verstanden." Erstaunt und befremdet sah er ihr in die Augen. An- scheinend erwartete er noch irgendeine Erklärung. „Es war der einzige Platz, der im Speisesaal noch frei war, neben Ihnen", sagte sie entschuldigend.„Da sagten Sie plötzlich Genossin zu mir. Uebrigens dürfen«ie bitte nicht denken, daß mich das Thema nicht interessiert hätte. Ich ver- stehe nur leider zu wenig von Politik und Wirsschast, aber wenn ich wieder daheim bin, werde ich das nachholen, das habe ich mir schon vorgenommen." Ein Helles Lächeln glitt über sein Gesicht, und dann lachte er laut und herzlich. Befreit und fröhlich stimmter Gcrmaine ein. ,T)as war allerdings eine unerwartete Eröffnung, die Sie mir da ge- macht haben!" sagte er dann. Wir hatten nämlich die Tafel für uns bestellt, und so mußte ich natürlich annehmen, daß Sie wirklich Genossin seien. Ich persönlich bin seit über zwei Jahrzehnten in der Bewegung tätig, ick Hobe schon als kleiner Junge Flugblätter verteilt für die Partei, und ich könnte mich niemals seelisch von ihr lösen.— Allerdings entscheidet nicht das Mitgliedsbuch, sondern dos, was ein Mensch an sich gearbeitet hat, was er geistig und seelisch wert ist, darauf kommt es �uu"— „Idj bin froh, daß Sie mir die kleine Komödie nicht übelgenommen haben— es hätte mir wirklich leid getan", sagte Germaine. �Und ich würde gern mehr über diese Fragen hören." Sie war von einer ihr selbst verwunde r- lichen Aufgeschlossenheit diesem Fremden gegenüber. Aber sie harte dos Empfinden, ganz offen und ehrlich sein zu können, ohne mißuorstcmden zu wcrdvn, und sio gab diesem Gefühl Raum.---- Sie wanderten neboneinander auf dem Oberdeck. Dan». als die Lichter gelöscht wurden, gingen sie hinein in den kleinen Salon. Als um Mitternacht auch hier der Steward den Raum schließen wollte, wanderten sie noch einmal hinaus. Es war so viel zu erzählen, es gab so viel zu sagen. Sie sprachen nur über sachliche Themen, über Politik und Wirt- schajt, über Religion, über Musik, über Erziehungssragen, aber das alles hatte eine warme, persönliche Färbung, eine Tönung, wie sie nur zwischen Menschen besteht, die sich seit Iahren kennen.(Fortsetzung folgt.) 7tr. 595* 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts «Sonntag, 20. Dezember 4934 Englische Rätsel und Probleme. Das Pfund und die preise.— Inflation?— Ziele der Regierungspolitik. Auf die mehrfach im englischen Unterhaus wiederholt« Frage: Was gedenkt die Regierung zu tun? hat die englische Regierung bis jetzt innner die gleiche Antwort gegeben: Die Regierung weiß das selbst nicht. Die Regierung prüft die Probleme, aber... Hier macht z. B. Macdonald eine Bemerkung, an deren Richtigkeit wir in Deutschland aus eigener Erfahrung nicht zweifeln dürfen: Kommen zwei oder drei Berater zusammen, so ist schon keine Einig- keit mehr zu erzielen. Auf die Anfrage der Opposition, wie es mit der angestrebten internationalen Wälzrungskonferenz steht, antwortet der Finanzminister Chamberlain: Gewiß könnte man eine internationale Konserenz auch für morgen einberufen, fraglich ist aber, ob jemand zu dieser Konferenz kommen würde. Also: weiter prüfen, beraten, abwarten. Aus ihrer zögernden Haltung darf man der englischen Regierung zunächst keinen Vorwurf macheu. Sie ist vielmehr entschieden geheimnisvollen Andeutungen vor- zuziehen, daß sich irgendein Rettungsprogramm seiner Reise nähere, wenn in Wirklichkest ein solches Programm weder existiert noch existieren kann. Mst Recht berufen sich' die englischen Minister darauf, daß die Polstik Englands im stärksten Maße von der i n t e r- nationalen Entwicklung abhängt und abhängen muß. lieber dies« Entwicklung besteht aber vollkommene Un- s i ch e rh e it. Das ist der Kernpunkt aller Probleme: Der Zu- sammenbruch des Pfundes hat nicht in England allein, sondern in der gesamte!: Weltwirtschast ein solches Maß von Unsicherhest de- wirkt, daß jedes Urteil über die Möglichlesten der künftigen Ent- Wicklung mindestens für einige Zell völlig unmöglich wurde. Allen Ueberlegungen über die englische Lage muß diese Erkenntnis zu- gründe gelegt werden: Die Loslösung des Pfundes vom Gold- standard war keine bewußte und gewollte Politik, sondern lediglich ein« Folge der Tatsache, daß das gesamte Gold der Bank von England verloren war. Das Gold, welches in den Kellern der Bank von England am 20. September noch blieb(etwa 130 Millionen Pfunid) reichte nur dafür aus, um die Rückzahlung der in Frankreich und in Amerika aufgenoinmenen Kredite in höhe von 130 Millionen Pfund zu sichern, war also faktisch ver- pfändet. Man durste diesen Goldoorrat nicht mehr berühren. ,.6c>c>ä News kor british Industrie"—„Gute Nach. richten für die englisch« Industrie*— lautet« die riesengroße Schlagzeil« in einsm Londoner Blatt am Ta�, an dem die Üoslofirng des Pfundes vom Goldstandard bekanntgemacht wurde. Von dem überschwenglichen Optimismus am Tage der Loslöfung vom Gold ist nicht viel übriggeblieben. Jetzt ist man schon zufrieden, wenn man„eine mäßig« Besserung in einigen Industrien* feststellen darf. Zweifelsohn« bedeutet die Entwertung de» Pfundes einen Antrieb für die englische Ausfuhr, da die englischen Waren aus dem Weltmarkt mit einem Schlag um 20 Proz. billiger wurden. Diesem Antrieb stand aber von Ansang an die Unsicherheit über die westere Entwicklung des Pfund- wertes entgegen, die die Käufer in anderen Ländern zur Zurück- Haltung mahnte: darf man es riskieren, englische Waren jetzt zu bestellen, wenn man nicht weiß, was sie kosten werden, wenn die Aufträge erfüllt sind, und der Konkurrent vielleicht di« gleichen Waren noch billiger beziehen wird? Dazu kam, daß mehrere andere Länder, die im regen Handels- oerkehr mit England stehen, selbst die Stabilstät ihrer Währungen einbüßen inußten, wodurch der englische Vorsprung diesen Ländern gegenüber sofort ausgeglichen wurde, und daß Frankreich mit er- höhten Zöllen auf die Entwertung der Währungen antwortete. vorläufig ist nur eine weitere Zusammenschrumpfung des gesamten Wellhandels die Folge. Die deutsche Ausfuhr ist im November im Nergleich zum Oktober um 15 Proz. zurückgegangen, also stärker, als es der Kürz« des Monats und der üblichen faisonmäßigea Entwicklung entsprechen müßte. Di« englische Ausfuhr hat aber im November auch abgenommen und nicht unwesentlich weniger, als es der Kürz« des Monat» entspricht. Man mutz freilich abwarten, wie die fest dem 20. September gemachten Bestellungen in der englischen Aus- fuhr im Dezember und Im Januar in Erscheinung treten werden. Das ist es aber eben, was die englische Regierung sogt: man muß abwarten! Da» ist di« Unsicherheit.„Das er st», was sicher geworden ist*— stellte resigniert schon Anfang November h y l t o n Young fest—„ist, daß derursprllnglich« An» trieb nur vorübergehend war." Bielleicht war diese Festellung doch etwas zu pessimistisch. Sie scheint aber durch die Entevicklung der Beschäftigung in der englischen Industrie sich zu bestätigen. Nach den offiziellen Schätzungen hat die Gesamtzahl der Beschäftigten im ersten Monat seit dem 20. September um rund 110 000 und im zweiten Monat nur um 7S 000. in den beiden Monaten nicht mehr als um 2 Proz. zugenommen. Also wirtlich nur„eine mäßige Beste- rung in einigen Industrien*, wie es Ende November der„Economist* formulierte. Die pessimistlschea voraussagen scheinen jedoch auch nicht in Erfüllung gegangen zu sein. Man spürt in England nicht» von Inflation, die preise ziehen nur langsam an. dl« Zunahm« de» Nolenumlauses bleibt sogar weit hinter der üblichen Zunahme vor Weihnachten zurück. Bedeutet das nicht, daß das Pfund nur nach außen, nicht aber in England selbst entwertet wird? Auch diese Frage muß aber verneint werden. Man darf nicht die Vorgänge in England nach dem un? io gut bekannten stürmischen Verlauf der späteren Stufen etwa der deutschen Inflation messen. Vorläufig gelingt es der Bank van England, durch«ine ausgesprochene Politik der Verknappung oer Kredite die Erweiterung des Notsnumkaufs und das Anziehen der Preise zu dämpfen. Durch die Verknappung der Kredit« wird die Haltung der Lagerbestände erschwert und entsteht ein ständiger Zwang zum Berkauf der Waren, damit also ein Druck auf die Preise, der ihrer Verteuerung entgegenwirkt. Dtes« Verteuerung läßt sich aber trotzdem nicht aushalten, da sie eine unvermeidliche Folg« der Verteuerung der eingeführten Roh- stoff« und Lebensmittel ist. Die Entwertung des Psundes nach außen bedeutet nämlich auf der einen Seite die Verbillioung der englischen Waren für da» Ausland(für ein Pfund nicht mehr 20, sondern IS, 15 und dann noch weniger Mark), auf der anderen Seite die Verteuerung der ausländischen Waren für England(für 100 Mark nicht mehr 5, son- dern ö oder 7 Pfund). Es liegt auf der Hand, daß in England zunächst die ausländischen Waren und dann die englischen Waren, die ganz oder zum Teil aus ausländischen Rvhstosse» erzeugt werden, teurer werden m ii s s e n. G e rn i l d e r t wird diese Ei»t>- Wicklung dadurch, daß die Waren, die aus anderen Ländern mit entwerteten Währungen(z. B. aus den skandinavischen Ländern) eingeführt werden, selbst billiger geworden sind. Berücksichtigen wir das alles, so werden wir finden, daß die Entwicklung der preise in England gor kein Rätsel darstellt. sondern sozusagen völlig programmäßig vor sich geht. Seit dem 20. September bis Ende November ist der Großhandel?» index, der hauptsächlich die Rohstoffe und nämlich die englisch«» sowie die eingeführten umtaßt, um insgesamt 7 Proz. gestiegen, Das ist aber ein Durchschnitt, in dem sich ganz verschieden« Eni» Wicklungen decken. So sind Z. B. die Preise für Fleisch- und Fisch» waren, die aus Ländern mit stark entwerteten Währungen ein« geführt werden, um 7 Proz. zurückgegangen, mährend di« Getreidepreise um 22 Proz., die Baumwollpreise um 15 Proz. und die Preise für„sonstige Textilien*(Hanf, Jute usw.) um 18 Proz. gestiegen sind. Die Wirkung der strengen Kreditpolitik bestehst lediglich darin, daß die Verteuerung der Rohstoffe in den inländi- schen Preisen nicht vorweggenommen wird, d. h. daß nicht die Waren, die noch aus früher gekauiten billigeren Rohstofsen erzeugt sind, verteuert werden, sondern daß die Verteuerung nur dann eintritt, wenn die aus den teurer gekauften Rohstoffen erzeugten Waren auf den Markt kommen. Bis jetzt werden meistens die Waren verkauft, in denen die Rohstoff«, di« noch vor dem 20. September, dem Tag des große» Pfundsturzes, eingeführt waren, verarbeitet wurden. Das Anziehen der Preise erscheint aber als unaushaltfam(die Steigerung um 7 Proz. im Durchschnitt ist immerhin keine Kleinigteitl), der Umsatz der verteuerten Waren wird auch die Vermehrung d»s Notenumlauf» erforderlich machen und die Gegenmaßnahmen der Bank von England außerordentlich erschweren. Die größte Unsicherheit besteht aber darin, daß die Schwankungen de? Pfundwerte» seit Ende November wiederum viel stärker geworden sind, so SS? Inelegente* Schwacr- WeiOrKonv* btnetion« vornehmes Cripe-S*» t In-Kleld. mit Aneo- re.WotU stiekere l. BilGröSeS?. ChQutseeitr,113 Känlsstrafie 33 ____»Kt» Stettin»» Mhnhor Am Behnhof Alesenderpleti Sftbi�n4 AngeSTs�n Ihnen& Sennvy wr VeHfigling!" 5«hr}fkll«he fertellungen können leider Unser« GesehiftsritH me Gins SM Senntag, ssn» 30, B«««mber, von 15 bis 19 Uhr geöffnot£ nicht berücksichtigt werden? daß sich die Vorstellung, daß das Pfund feinen„noturlicheTi' Wert erreicht habe, als eine Illusion erwiesen hat. Von den Zielen der englischen Wirtschaftspolilik steht vor allem eins fest: es wird das Gleichgewicht zwischen den englischen Zahlungen an das Ausland und den aus- ländischen Zahlungen an England(Ausgleich der Zahlungsbilanz) angestrebt. Gegenwärtig ist die Zahlungsbilanz sür England passiv, d. h. England lzat mehr ans Ausland zu zahlen, als es selbst vom Ausland bekommt. Um den Ausgleich zu erreichen, ver- sucht man in England, die Ausfuhr zu steigern, dem wieder die Zusammenschrumpsung des gesamten Welthandels und die Gegenmaßnahmen anderer Länder entgegenwirken, und durch die Einführung von außerordentlich hohen Zöllen die Einfuhr zu d r o s s e l 11, was nicht nur die Verstärkung der Gegenmaß- nahmen und die weitere Zusammenschrumpsung des Welthandels. sondern auch die Verschärsung der Steigerung der inländischen Preise zur Folge hat. Mit der Verschärfung der inländischen Preissteigerung ist aber die Gefahr verbunden, daß die Z e n t r a l n o t e n b a n k die Kontrolle über die durch den steigenden Bedarf an Zahlungsmitteln erzwungene Zunahme des Notenumlaufs verliert. Wird nämlich eine starke Verteuerung der Lebenshaltung eintreten, so werden nach einiger Zeit auch die staatlichen Ausgaben steigen müssen, ohne die Sicherheit, daß sich die Einnahmen inr gleichen Maße erhöhen lassen. Im Zusammenhang mit dem beschleunigten Prozeß der Preissteigerung würde hier eine ernsthaste Jnflationsgefahr entstehen. Daher ist die zweite Zielsetzung der englischen Wirt- schaitspolitik, in der Ausgabe der Kredite für die englische Wirt- schaft möglichst streng zu verfahren und dadurch der inflationistischen Gefahr entgegenzuwirken, auch wenn durch die Verknappung der 5tredite die Belebung der englischen Judustrie gehemmt wird. Drittens will man jetzt in England den Ucbergang vom Freihandel zur Schutzzollpolitik dazu benutzen, um die englischen Dominions durch bevorzugte Behandlung an das Mutter- l"a n d wirtschaftlich stärker zu binden und von ihnen die bevorzugte Behandlung der englischen Waren zu erlangen. Man will ver- suchen, im gesamten Britischen Reich, d. h. in England init seinen Kolonien und Dominions, eine Währungsein- hcit zu schaffen, damit mindestens innerhalb dieses Teils des Weltmarktes der Warenverkehr auf sichere Grundlagen gestellt wird, indem z. B. die Warenpreise im englischen oder australischen Pfund und im kanadischen Dollar— jetzt wird in Kanada iniolge der Entwertung des Pfundes im Verhältnis zum kanadischen Dollar sür die englischen Waren schon ein„Dumpingzoll erhoben!— ständig im gleichen Verhältnis bleiben. Uebcr die Schwierigkeiten dieses Versuches ist man sich aber vollkommen- klar, und die„Empire- Konferenz" zwischen England und seinen Dominions ist erst sür den Sommer in Aussicht genommen. In der Zwischenzeit sollen die Grundlagen sür die wirtschaftliche Zusammenfassung des Vri- tischen Reiches auf dem Wege von Beratungen und Verhandlungen vorbereitet werden. Die Parole bleibt also: prüfen, beraten, abwarten. Georg Decker. Wenig verringerte Gewinne bei Afchinger. Die A s ch i n g c r A.- G., Berlin, verzeichnet für das am 31. Dezember 1930 abgelaufene Geschäftsjahr einen Brutto- gewinn aller Betriebe von 3,18(im Vorjahr 4,30) Millionen. Es erforderten allgemeine Betriebsunkosten(Kosten der Zentralver- waltung) 1,32(1,70), Gespann- und Kraftwagenunkosten 0,36(0,33), • Zii«s«n. O,46(0,60) Millionen, zu Abschreibungen und. Rüä.irellu.ngen. soll ein Betrag von 0,60(1,40, darunter Disagio 0,3) Millionen ver- wandt werden, so daß ein Reingewinn von 349 487 (393 011) Mark verbleibt, der unter dem des Vorjahres nur wenig zurückbleibt. Die Borsig-Verluste. Was ist mit der Pumpenvereinigung?— Das Schicksal des Tegeler Werks. Weshalb die Zahlungsunfähigkeit der Borfig-Werke eintrat, ist eine noch ungeklärte Frage. Die Borsig-Verwaltung hat in erster Linie einen Sonderverlust der Tochtergesellschaft Borfig-chall Verein Deutscher Pumpensabriken, sodann Verluste bei Forderun- gen und W ä h r u n g-? v e r l u st e verantwortlich gemacht. In- zwischen hört man, daß mindestens bei den Rufsenaufträgen, die fast 40 Proz. der gesamten Produktion des Tegeler Werkes ausgemacht haben, Währungsverluste nicht eingetreten sind. Die übrigen Wäh- rungsverluste können nicht übermäßig gewesen sein, da ja dann nur ein verhältnismäßig kleiner Bruchteil auf cng'ifche Piunde gelautet haben kann. Die Verluste bei ausstehenden Forderungen müßten baldmöglichst geklärt werden. Aber mit der in erster Linie genannten Verlustquelle B o r s i g- a l l Vereinigte deutsche Pumpenfabriken muß irgend etwas nicht stimmen. l9?g/30 dürfte diese Gesellschaft einen Umsatz von annähernd 2 Millionen gehabt haben, 1930/31 soll der Umsatz 21:j Millionen Mark überstiegen haben. Die Geschäfte müßten also verhältnismäßig gut gehen. Aus den lauienden Geschälten ist ein Verlust kaum nwglich, inio'aedekien mühte man auf U n r e g e l- Mäßigkeiten in der Geschästssllhrung der Pumpeuvereinigung schließen: und das wäre sehr leicht denkbar. Die Pumpeuvereinigung ist ein Konzern für sich, der offenbar eine ebenso kostspielige Expansions- wie Verwaltungsvalitik getrie- den hat. Die Borsigs haben erst das Werk Hall in Fürstenwalde. dann die Berliner Firmen Brodnitz und Seydel und die Neue Pumpenbaugesellschaft m. b. H. in diesen Konzern eingebracht, später außerdem die Pumpenobteilung der Schichauwcrst in Clbing und die Pumpcnabteilung der Deutschen Werke A.-G. in Kiel. Offenbar hat der Erwerb dieser Unternehmungen erhebliche Summen gekostet uno noch mehr dürfte in die Vcrkaufsabteilungen hineingesteckt worden sein, die dieser auf ein Monopol bedachte Konzern allmählich ausgebaut hat. Generaldirektor der Pumpenvereinigung, die inzwischen auch die Zahlungen eingestellt hat. war ein Herr Lehrend. General- direktor Behrend hat es mit den Verwaltungskosten alles weniger als genau genommen. Cr hat in der Linkstraße zu Berlin in der Nähe des Potsdamer Platzes ein Verwaltungsgebäude im Werte von über"st Millionen Mark erworben und vollständig umbauen lassen, obwohl der Umsatz der Pumpenvereinigung damals kaum 2 Millionen Matt betragen hat. Das Vertrauen der beiden Borsigs in Behrend war offenbar sehr groß. Man hat die Gesellschaft sehr wenig kontrolliert, wozu vielleicht auch persönliche Sympathie beigetragen hat. Von Herrn Ernst von Borsig ist bekannt, daß er die Pflege von Kakteen und Orchideen ebenso liebte wie die Pflege der W e r k s g e m e i n s ch a s t. di«- er an die Stelle des in Deutschland geltenden Arbeitsrechts setzen wollte. Als Generaldirektor Behrend das Haus Linkstraße umbaute, war sein erstes die Errichtung eines Kaktecngartens im Anschluß an sein vornehm eingerichtetes Büro. Generaldirektor Behrend war auch ein ausgesprochener Feind von Tarisgehältern. Ganz wie sein Chef Borsig. Die Frag« ist natürlich offen, wie h o ch d i e Verluste bei dieser Pumpenvereinigung sein mögen. Man liest in der Berliner Presse von einer Summe von 1 Million Mark. Dem wird aber hinzugefügt, daß dieser Verlust, schon erheblich früher entstanden sei. Di« Summe ist auch so gering, daß die Zahlungsunfähigkeit der Borsig-Werke, die auch im laufenden Jahre«inen Umsatz von bcigeführt worden sein kann. Man gewinnt daher den Eindruck, als ob die Verluste bei der Pumpenvereinigung Borsig-Hall vor- geschoben worden sind, um ander« und interessantere Verlust- quellen zu decken. Es wird oeshalb nötig sein, daß eine g r ü n d- liche Revision über die«irklichen Verlustquellen lmrchgefMchk wird, an der auch dos Reich bzw. das Reichswirtschaf ts- Ministerium ein großes Interesse hat, nachdem die Reichs- fubvention von l,2 Millionen nur zum kleinsten Teil bisher in Warenlieferungen abgedeckt worden ist und es wahrscheinlich ist, daß das Reichswirtschaftsministerium auch in der letzten Zeit be- stimmte Beihilfen geleistet hat. Im übrigen wird der große Borsig-Betrieb in Berlin, Tegel vorläufig weitergeführt, wenn auch in be- schränktem Umfange. Die letzten fälligen Löhne sind gezahlt morden: man hört, daß die Lohnzahlungen durch eine Hüfsstellung des Staates erleichtert wurden. lieber die finanziell« Lag« des Unternehmens find nähere Mitteilungen erst kurz vor oder nach Weihnachten zu erwarten. Ein Waggonkartell aufgelöst. Bon den beiden Waggonkartellen in Deutschland hat die Mit- gliederversammlung der Deuwi, Deutsche Waggonbau- I n d u st r i e, die Auslösung des Verbandes beschlossen. Dieses Kartell, dessen Zweck die verbandsmäßige Regelung der freien Waggongeschäfte außerhalb der Reichsbahnaufträge war, hat also nur eine kurze Lebensdauer von noch nicht einmal drei Jahren gehabt. Die Auflösung dieses Kartells kommt nicht überraschend, da seit Monaten infolge der anhaltenden Kriscnverschärsung das frei Waggongeschäft, das sich aus Auftrügen der Kommunen und der Industrie zusammensetzt, völlig tot ist Von der Auflösung der Deuwi wird das Rcichsbahnkartell der Waggonindustrie, die Deutsche Wagenbauvereinigung, nicht betroffen. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, stehen die Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Vertrages mit der Reichsbahn unmistelbar bevor. Friede bei der Emelka. Die Differenzen im Emelka-Filmkonzern, die zu einem Solidaritätsstreik der Belegschaft mit dem leitenden Direktor Schach geführt hatten, well die von dem französischen Groß- aktionär Kohan geführte Aktionärsgruppe vertraglich gesicherte Be- triebskredite nicht zur Verfügung stellen wollte, sind beigelegt. In mehrtägigen Verhandlungen zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden, den Vertretern der französischen Gruppe, dem Generaldirektor Schach und dem Produktionsleiter Grube wurden die Schwierigkeiten be- seitigt. Der ursprünglich eingeräumte Produklionskredit von 1,5 Millionen Mark zur Herstellung von acht Filmen in den Münchener Aleliers wird in vollem Umfang aufrecht- erhalten, die Direktoren Schach und Grube bleiben auf ihren Posten. Diese Abmachungen werden auch durch Veränderungen im Aufsichtsrat sichergestellt, so daß Herr Kohan wohl ausscheiden wird. Traurige Konkursbilanz bei Bankhaus Marcus n. Co. Eine böse Weihnachtsüberraschung für die Gläubiger hatte am Frellag der Konkursverwalter des zusammengebrochenen Bank- Hauses Marcus u. Co., als er den Status der Firma vorlegte. Es stellte sich heraus, daß insgesamt nur 202 300 M. Aktiven gegen 4,73 Millionen Mark Passiven vorhanden waren. Die Quote würde demnach also nur 4 Proz. betragen. Die Possioc» gliedern sich in 3,88 Millionen Mark für nicht ausgelieferte Wert- papiere, 520 000 M. Einlageschulden und 430 000 Mk. sonstig« Ver- pfllchtungen.— Aus dem Bericht des Konkursverwalters ist be- sonders interessant, daß bei der New-Porker Chase National Bank ein Wertpapaierposten von 130 000 Dollar und 5000 Dollar Bar- guthaben vorhanden war, die auf«inen Großtunden von Marcus übertragen werden sollten. Dieser Schiebung Kim aber der Kon- kursoer walter durch rechtzeitige Sperrung der Konten zuvor.-—.......—----•— Großhandelspreise sinken weiter. Di« vom Statistischen Reichs- amt für den 16. Dezember berechnete Richtziffer der Großhandels- preise ist mit 103,6 gegenüber der Vorwoche um 1 Proz. gesunken. ES PersilATAiMi Darüber freut sie sich bestimmt, denn Persil, Ata und iMi gebraucht sie jeden Tagl Das sind die großen Vorteile dieser neuesten Küchenhilfe: Kein Umfallen der Pakete mehr, kein Verschütten und Feuchtwerden des Inhalts. GriffbereU sind die bewährten Reinigungshelfer Jederzeit da zur Hand, wo sie gebraucht werden.— Also Ordnung, Vorteil und Annehmlichkeit in jeder Hinsichll Das Gerät ist in allen besseren Haushaltsgeschäften zu haben. Preis nur Mk. 1.70. Sparkommissar und Arbeitsämter. Arbeitsami-Personal gegen das Guiachten. Der„Vorwärts"' hat sich bereits in der Morgenausgabe vom K. Dezember mit dem Gutachten des Sparkommiisors über die Berliner Arbeitsämter beschäftigt, das eine Zerschlagung der Fach- obteilungen der Berliner Arbeitsämter vorschlägt und außer einer Reihe von organisatorischen Maßnahmen eine starke'Verminderung des Arbeitsamtspersonals fordert. Mit diesem Gutachten des Sparkommissars beschästigte sich auch eine gut besuchte Versammlung der Funktionäre des in der Rcichsgewcrkschaft Deutscher Kommunalbeamtcn und-angestellten im Gesamtverband organisierten Personals der Berliner Arbeitsämter. Genosse Z i e s l e r setzte sich in seinem Referat über das Spargutachten in scharfer Weise mit den Sporvorschlägen des Sparkommisfors auseinander. Sein Bericht wurde vom Ge- nassen Böhmer, dem stellvertretenden Bevollmächtigten des Gesamtoerbandes, ergänzt. Die Funktionäre brachten zum Ausdruck, daß die Versasser des Spargutachtens von den tatsächlichen Verhältnissen bei den Berliner Arbeitsämtern keine Ahnung hätten und daß ihnen zu empfehlen wäre, nur einige Tage ihre Vorschläge in einem Arbeitsamt zu er- proben. Die Versammelten waren der Meinung, daß sich die bisherige Organisationsform der Arbeitsämter durchaus bewährt habe, daß eine Zerschlagung der Fachabteilungen abgelehnt werden müsie und daß von einer Uebersetzung der Arbeits- ämter in personeller Hinsicht keine Rede sein könne. Verschiedene Vorschläge im Gutachten des Sparkommissars müssen geradezu als reaktionär gebrandmarkt werden. In einer einstimmig angenommenen Entschließung, in der die Empörung über das Spargutachten zum Aus- druck kommt, wenden sich die RDK.-Funktionäre gegen den ge- planten Abbau der Arbeitskräfte in der Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung und gegen die angeregten Verschlechte- rungcn in der Entlohnung. Von ollen freien Gewerkschaften wird gefordert, daß sie sich einer Zerschlagung der Fachobteilungen beim Arbeitsamt Mitte widersetzen und daiür eintreten, daß die Meß- Ziffer in der Arbeitslosenversicherung für Berlin aus 175 bestehen bleibt. Die Weihnachtsüberraschung. Früher wurde den Arbeitslosen ihre Unterstützung für die Weih- nochtswoche in der Woche vorher mit ausgezahlt. Wäre es nach dem Sparkommissar gegangen, dann hätten sie diesmal ihre Unter- stützung erst noch den Feiertagen erhalten, soweit ihre Zahltage mit den Weihnachtsfeiertagen zusammenfallen. Das geht nicht gut und so müssen nun in den letzten Togen vor den Feiertagen in sämtlichen Arbeitsämtern Ueberstundcn gemacht werden bis zum Um- fallen. Die am nächsten Freitag und Sonnabend fälligen Zahlungen müssen mit auf Dienstag und Mittwoch nachmittag vorverlegt werden. Die Arbcitsamtsangestellten müssen also an den letzten Togen vor' Weihnachten bis um 9 Uhr abends und noch länger arbeiten. Wäre die anfängliche Begründung richtig, daß eine Doppel- Zahlung aus finanziellen Gründen nicht möglich sei, dann hätten auch die Angestellten für den jetzigen Modi z Verständnis gezeigt und mit Rücksicht auf die Arbeitslosen die erforderlichen Ucber- stunden gern geleistet. In Wirklichkeit handelt es sich lediglich um eine Forde- rung des Sparkommissars in seinem Gutachten, Voraus- Zahlungen von Arbeitslosenunterstützungen vor hohen Festtagen zu vermeiden. Ob dadurch ein Zinsverlust vermieden werden soll. sei dahingestellt. Er wird aber ausgewogen durch die Mankogelder, da ein Kassierer nicht l2 Stunden und länger an einem Tage aus- zahlen kann, ohne Manko zu machen. Die lieber stunden werden bezahlt— aber sie müssen wieder eingespart werden, da bei der weiter steigenden Erwerbslosenziffer nach den Feiertagen die Arbeitsämter solange kein Personal einstellen dürfen, bevor nicht alle lieber- stundengelder wieder eingespart sind. Das geht dann auf Kosten der Gesundheit der Angestellten der Arbeitsämter, die bei dem Spar- kommissar nicht gut angeschrieben sind, ein Schicksal, dos sie übrigens mit der ganzen Sozialversicherung teilen. Maffenenilaffungen bei der Neichspost. Ist das Lleberwindung der Wirtschaftskrise? Donnerstag und Freitag tagte der Zentralbetriebsrat der deutschen Rcichspost mit den Vertretern der Tnris- orgonisationen und den Vertretern des Rcichspostminst'tcriums, um zu den Auswirkungen der R o t v e r o r d n u n g. der Ar- beitsmarktloge, der Verknappung der Etatmitkel und des Verkehrs- ganges Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende Genosse Voigt(Ge- samtverdandf wußte die außerordentlich schwierigen Verhältnisse, die in der Aussprache vorgebracht wurden, in nachfolgender Enr- schließung zusammenzufassen, die e i n st i m m i g angenommen wurde: Der Zentrolbetriebsrot der Deutschen Reichspost erhebt schärf- st e n P r o t e st gegen die Drosselung der Ausgaben für den Tele- graphenbou, Werkstätten- und Betriebsdienst, die zu Entlassungen von Tausenden van Postbediensteten geführt haben. Nach Mitteilung der Verwaltung sollen im Januar 19.}2 mehrere tausend Telegraphen bedien st ete wegen Mangel an Mitteln entlassen werden. Diese Entlassungen, deren Gcsamtausmaß noch nicht abzusehen ist, könnten vermieden werden, wenn die Arbeitszeit für das gesamte Personal der Deutschen Reichspost auf 48 Stunden herabgesetzt würde. Der Zentralbetriebsrot ersucht daher das Reichspastministerium. die Arbeitszeit sür das gesamte Personal der Deutschen Reichspost auf 48 Stunden wöchentlich herabzusetzen. Außerdem ist es not- wendig, sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, daß die E i n s p a- r un gen, die durch die vorgeschriebenen Gehalts- und Hohnkürzun- gen erzielt werden, nicht mehr an das Reich abgeliefert, sondern der Deutschen Reichspost zur Aufrechterhaltung ihres Personalbestandes, zur Bestreitung der unumgänglichen Bedürfnisse der Betriebsverwaltung und darüber hinaus zu einer weiteren'Entlastung des Arbeitsmarktes verbleiben. Weiter ersucht der Zentralbetriebsrot das RPM., Einspruch gegen weitere Lohnsenkungen durch?!otverordnungen zu erheben. Durch die in den letzten acht Monaten diktierten Lohnsenkungen und durch die einseitige Beriürzung der Arbeitszeit auf 45 Stunden und weniger in der Woche für die Arbeiter im Telegraphenbou und Werkstättendienst und zum Teil auch m dem Postbetriebsdienst ist das Einkommen der Poftarbeitcr auf einen jo� niedrigen Stand h:rabgedrückt worden, daß sie davon kein menschenwürdiges Dasein mehr führen können. Sollen Leben und Gesundheit der Post- arbeiter und ihrer Familie>i nicht großen Schaden erleiden, soll ihre Arbeitsfähigkeit und Freudigkeit nicht untergraben werden, dann müssen die vorgeschlagenen Maßnahmen schnellstens zur Durch- führung gelangen. Aotverordnung und Beamte. Entschließung des Beanitenbeirats des Gesamtverbandes. Der Beointcnbeirat des Gesamtvcrbandcs der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs, die zentrale Vertretungskörperschaft der Reichs-, Länder- und Kommu- nalbeamten- und Angestelltenmitglieder im Gcsamtverband, beschäftigte sich am 18. Dezember mit der neuen Notverordnung und deren einschneidenden Auswirkungen o'uf die Beamten- und Ange- stelltenschast. Die neue Gehaltskürzung, die nur nominell 9 Prvz., in Wirklichkeit aber, da sie von den bereits mehrfach gekürzten Bezügen der Bcsoldungsordnungen von 1927 1928 errechnet wird, mindestens lü Proz., teilweise sogar über II Proz. der letzten Ge- Halter, Pensionen usw. beträgt, bedeutet einen rücksichtslosen Ein- griff in die Lebenshaltung der unteren und mittleren Beamten- und Angestelltengruppen,... „Trotz aller Warnungen der gewerkschaftlichen und politischen Interessenvertretungen der Arbeitnehmer ist der mit den Rotverord- nungsmaßnahmen im Jahre 1939 bcschrittcnc Weg auch in der neuen Notverordnung vom 8. Dezember 1931 sortgesetzt worden, obwohl der bisherige„Erfolg" in immer wiederholten Schwächungen der .Kaufkraft und in einer katastrophalen Verschlechterung des inneren Marktes bestellt. Die im Gesomtuerlland organisierte, die Republik mit Einsatz ihrer physischen und geistigen Kräfte verteidigende Beamten- und Angestelltenschaft hat das Recht, von den Regicrungsorganen zu ver- langen, daß die für die Erfüllung der Staatsausgaben erforderlichen Etarsmittel in gerechter Weise ausgebracht werden. Sie fordert eine stärkere Belastung tragfähigcr Schultern und Schonung der besitz- losen, von ihrem Arbeitseinkommen lebenden Bevölkerungsschichten. Bor allem ist erforderlich, daß nicht nur die von der Reichsregierung beabsichtigten Preissenkungsmaßnahmcn voll durchgeführt werden, sondern daß darüber hinaus sofort eine allgemeine weitergehende Senkung des Preisniveaus erfolgt," Die Lohnkürzungen. Lleber rv unS'lS Prozent hinaus. „Liegen die Lohn- oder Gehaltssätze des laufenden Tarifuer- träges m c h r a l s 1(3 P r o z. über denen des entsprechenden Tarif- Vertrages für den 10. Januar 1927, so tritt lediglich eine Kürzung um lv Proz. ein: bei Lohn- oder Gehaltssätzen, die seit dem 1. Juli 1931 nicht torifvcrtraglich herab- gesetzt worden sind, tritt an Stelle des Satzes von l(3 Proz. der Satz von lb P r o z." fNotverordnung, K.Teil, Kapitell, tz 2, 2.) Selbst wenn die Absicht bestanden hätte, bei der Neufestsetzung der Löhne und Gehälter nach der Notverordnung alle besonderen Verhältnisse zu berücksichtigen, um Härten zu vermeiden, so wäre w v-W0 u o�1 fle bei der kurzen Zeit, innerhalb der die Kürzungen durchgeführt werden sollten— bis zum gestrigen Tage—, einfach undurchführbar. Unbeachtet bleiben nicht nur die aus Grund gesteiger» ter Leistungen seit 1927 erzielten Lohnerhöhungen, auch die LoKn scnkun� nack der N otveror dia un� In% zvim H ocli s ts band Tie I 19.» 19.i 19.» IL., S terak&hlcn W|Kä u Chemisclie Ind. Sü&lBa ck'u�Ip i iy. In 8. Pa pierverarbei t unß Buthdruc'kfewep'bc Ba u Papier enzeufun� Bra werlie� Te x tllmdustrie He tallv er a rl e i f un � Kurzarbeit wie die zur Vermeidung von Arbeitercntlassungen verkürzte Arbeitszeit wird nicht in Rechnung gesetzt. Das Verhältnis zwischen Arbeitszeit und Arbeitslohn dürfte nicht un- berücksichtigt bleiben. Der Arbeiter, der beispielsweise im Januar 1S27 einen Stundenlohn von 75 Pf hatte, verdiente in 48stündiger Ar- beitszeit 36 M. Hat sich fein Lohn inzwischen auf l M. er- höht und er wird nur noch 36 Stunden in der Woche be- schäftigt, dann steht er mit seinem Wochenlohn genau so wie bei dem früheren Stundenlohn von 75 Pf. Weil aber sein nomineller Stundenlohn um mehr als 16 Proz. gestiegen ist, wird er jetzt um 16 Proz. gekürzt, so daß das Lohnetnkommsn um 3,66 M. g e- ringer ist als im Jahre 1927. Die Arbeiter, die bei Einführung der 46-Stundsn-Woche ein Lohnopfer über die Lohnkürzungen hinaus brachten, um Entlassun- gen zu oermeiden und die Arbeitslosenversicherung nicht zu be» lasten, dürsten doch nicht dafür bestraft werden durch wester« Kürzung ihres Lohneinkommens. Für den Arbesterhaushall ist nicht der Tarifsatz maß- gebend, sondern das tatsächliche Wochenlohnein- kommen. Die schematische Lohnkürzung geht in ihrer Wirkung in vielen Fällen weit über die Absickst der Notoerordnung hinaus. Das geht aus unserer Graphik, die sich auf zahlenmäßige Unter- lagen des Instituts für Konjunkturforschung stützt, mst aller Deut- lichtest hervor. Diesen nicht im Sinne der Notoerordnung gelegenen Härten müßte in allererster Linie abgeholfen werden. sobald die Lohnkürzungsaktion durchgeführt ist und die Fehler offenkundig sind. Keine neuen Betriebsräiewahlen. Während des Jahres'lSdT. Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 8. De- zember 1931 hat die Reichsregierung ein« Verordnung über Ausfall der Betrieberätewahlen im Jahre 1932 vom 14. Dezember 1931 erlassen. Danach wird die Amtsdauer aller Mitglieder von Betriebsräten und aller Betriebsobmänner, die durch Ablauf der Wahlzeit im Kalenderjahre 1932 enden würde, um ein Jahr verlängert. Neuwahlen können also nur stattfinden, soweit die Wahl- zeit der bestehenden Betriebsvertreter vor dem 1. Januar 1932 abläuft, oder soweit aus anderen Gründen das Amt der Be- triebsratsoertreter erlischt. Die Vorschrift findet keine Anwendung, wenn die Neuwahl vor dem 9. Dezember 1931 eingeleitet und vor dem 1. Januar 1932 durchgeführt ist. Geschäft mit der Notverordnung. Brauereien wollen eine Extralohn- und Gehaltskürzung. lieber die Neuregelung der Löhne der Arbeiter in den Berliner Brauereien muß ebenfalls der Schlichter entscheiden, da die Partewerhandlungen gescheitert sind. Die Unternehmer fordern einen Lbban der Löhne um 15 Proz., während die Gewerkschaftsvertreter nur einen 16prozentigen Lohnabbau vereinbaren wollen. Der Strest hat folgende Ursache: Im April d. I. wurde zwischen dem Verein Berliner Brauereien und den Tarifgewerkschasten ein Lohnabbau in zwei Etappen vereinbart. Der erste Lohnabbau trat am 36. April in Kraft. Durch ihn wurde der Spigenlohn von 62 Mark auf 59,56 Mark pro Woche gesenkt. Cm westerer Lohnabbau um 1 Mark sollte ab 1. Oktober wirksam werden. Im Juni d. I. schloffen die Tarifparteien jedoch ein Abkommen über die Ein- führung der 5-Tage-Woche. wobei zum t e i l w e i s e n Lohnausgleich vereinbart wurde, die am 1. Oktober fällig werdend« zweite Rats des im April vereinbarten Lohnabbaues nicht abzuziehen. Zugleich kamen die Parteien aber überein, daß der zweite Lohnabbau w i r t s a m wird, wenn während der Laufzest des Lohntarifvertrages die Kurzarbeit wieder auf geh oben, wird. Dieser Fall ist bis jetzt einmal eingetreten, und zwar in der B u ß t a g w o ch e, während der in allen Berliner Brauereien voll gearbeitet wurde. Die Brauereien zogen den Arbestern prompt die 1 Mark vom Wochenlohn ab. In der Weihnachtswoche und der Silvesterwoche soll wiederum voll ge» arbeitet werden. Die Brauunternehmer wollen nun den teilweisen Lohnausgleich in eine zusätzliche Lohnkürzung verwandeln und behaupten, auf Gnmd der Notverordnung berechtigt zu sein, lö Proz. Lohn- a b b a u verlangen zu können, weil der im April vereinbarte Lohnabbau bis jetzt nur in einer Woche vorgenommen worden sei und von einer tarifvertraglichen Senkung der Löhne nach dem 1. Juli d. I. im Sinne der Notverordmrng nicht gesprochen werden könne: Mst dieser Behauptung schaffen sie die Tatsache nicht aus der Welt, daß eine tarifoertraglich vereinbarte Lohnkürzung ab 1. Oktober nach wie vor besteht und Geltung hat. Daß er an gewissen Voraussetzungen gebunden ist, ändert nichts an der Tatsache seine» Bestehens. Schließlich ist jeder Lohn an gewiss« Voraussetzungen gebunden. Die Vrauereibesitzer, die am aller- wenigsten notleidend sind, sollen sich mst dem Himmelzgeschenk eines nochmaligen Lohnabbaues von 16 Proz. begnügen und nicht ver- suchen, den zugestandenen teilweisen Lohnausgleich in eins Extra- lohnkürzung von 5 Proz. zu oerwandeln. * Auch für die Angestellten der Brauereien, für die gleich« Abmachungen wie für dt« Arbeiter getroffen wurden, find die Ber- Handlungen gescheitert. Und hier wird der Schlichter zu entscheiden haben. Mosfe-posse. Aach der Melodie zu singen: Wer Geld hat... Im Berliner Zeitungsgewerb« gibt es einen GeHalls- tarifvertrag für Angestellte. Dieser Bertrag ist allgemeinverbind l i ch. d. h. er Zill nicht nur für die Mitglieder der Bertrags- Parteien, sondern auch für die Unorganisierten. Ein prominente-, Mitglied des Arbestgeberverbondes des Berliner Zeitungsgewerbes ist die Firma Mosse, in deren Verlag bekannt«, sehr stark„links" schillernde Zestungen«rfcheinen. Selbst- verständlich mißbilligen diese Zeitungen die Politik des Lohn- abbaus. Selbstverständlich finden sie die Notverordnung deshalb für höchst bedenklich. So die Zeitungen der Firma Mosse. M« ist nun die Lohnpolitik im eigenen Haus»? Nicht nur Wohl, tätigkeit, auch Lohnpolitik beginnt schließlich im eigenen Haus«. Die Lohnpolitik der Firma Mosse sieht folgenderniaßen aus: Den allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für Angestellte des Zeitungsgewerbes, den auch die Außensester einzuhalten gezwungen sind, erkennt die Firma Mosse, prominentes Mitglied des Arbeit- geb erverbandes, nicht an und weigert sich, die dort vorgesehenen Gehaltssätze zu zahlen. Ein Angestellter, der etwa wagen würde, das sozusagen gesetzlich vorgeschriebene Gehalt zu verlangen, könnte dann den Anzeigenteil der Mosse-Blätter auf„offene Stellen" studieren. Gegenwärtig ist vor dem Reichsarbeitsgcricht eine Klage von Mitgliedern des Angestelltenrats gegen die Firma Moste anhängig auf Zahlung der allgemeinverbindlichen Gehastsfätze. Und nun kommt die Notverordnung, die die Gehaltstarif- s ä tz« um 16 Prozent zu senken gestallet. Bei Mosse gibt es aber keinen Gehallstwnf. Es gkdt da$. 2. fn der Abteilung Propaganda(ausgerechnet!) weiblich« Angestellt«, deren Monats» gehalt 56 bis 66 Mark beträgt. Was aber tut die Firma Mosse? Unter Androhung her Kündigung legt sie den Angestellten Reverse vor, wonach die Angestellten aus Grund der Notverordnung sich mit einem Abzug von 16 Prozent des Gehalts einverstanden erklären! Gewiß handelt es sich hier um eine zwiefache Ungesetzlichkeit: 1. well der Tarifvertrag nicht anerkannt wird, 2. well ein Lohnabzug gemacht wird, der nur dort gemacht werden darf, wo ein Tarif- oertrag besteht. Man könnte noch hinzufügen, daß auch der selbst- herrliche Lohnabzug und die Androhung der Kündigung gesetzwidrig sind. Aber bei der Firma Moste, die sich bis zum Reichsarbeits» gsricht auf Anerkennung des Tarifvertrages verklagen läßt, kommt es auf eins Ungesetzlichkeit mehr oder weniger nicht an. Die Firma Mosse würde es sicher nicht wagen, derart mst den bei chr beschäftigten Buchdruckern umzuspringen. Denn die sind r« st los freigewerkschaftlich organisiert. Was man von den Angestellten leider nicht sage« kann. Daher die Mosse- Posse, die für die Angestellten allerdings eine Tragödie ist. Arbeiislosenkrawalle in Amsterdam. Die unruhige Stimmung, die schon in den letzten Tagen in Amsterdam geherrscht hatte, well«in Tell der Arbellslosen unter dem Einfluß und Druck der Kommunisten die zweimalige Kontroll st empelung am Tage ablehnten, führte Freitag abend anläßlich der Auszahlungen der Unterstützungen in der west- lichen Innenstadt zu größeren Ausschreitungen. Wieder wie schon am gestrigen Tage wurde die Polizei aus dem Publikum heraus beschossen, worauf diese zu einer Säuberung der betreffenden Straßen überging. Heinrich 5iämpchen:„Aus der Tiefe", Gedichte und Lieder eines Bergmanns. Verlag H. Hansmann u. Co., Bochum. Der Verlag des Bergbauindustriearbeiterverbandes hat in einem Bändch-n von 116 Sellen eine von Wilhelm Helf ausgewählle Sammlung der Darbietungen des vor 26 Jahren verstorbenen Berg- arbeiterdichters herausgegeben. Kämpchen kam mst 13 Jahren in die Grube und war länger als drei Jahrzehnt« als Bergmann tütig, bis er nach dem großen streik im Jahre 1689 gemaßregest wurde. Kämochens Gedichts stnd den Bergarbestern und ihrer Organisation gewidmet und im Laufe der Jahre in der„Bergarbeiter-Zestung" veröffentlicht worden. In der Einlestiing der Sammlung„Aus Schacht und Hütte",„Freiheitsklänae",„Was die Ruhr mir fang" und„Im Kampf des Lebens" gibt Helf eine Würdigung des Dichters und feiner Rolle, die er in der Entwicklung der Bergarbester- bewegung gespielt hat. Manche» wie die Mahnung:„An die Unorganisierten" oder dos„Lied vom Arbeitergroschen" ist auch heute noch aktuell, so daß dem Werk von Heinrich Kämpchen weiteste Verbreitung zu wünschen ist.(Preis 1,66 Mark.) Achtung, vauorbetier! Die Sperre über die Firma Reincke u. C o., Baustelle Arbestsamt Südost, Neukölln, Sonnenallee, ist hiermit aufgehoben, da die Firma den Tarifvertrag für stuck- gewerbliche Arbeiten schriftlich anerkannt hat. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschast Berlin. Berliner Gewerkschaftsschule! Der nächst« wirtschaftepolitische Sluespracheabend findet am Dienstag, dem 5. Januar 1932, im Gewertschaftshaus, Saal ö, Engelufer 24/25, stall. f EPD�Fralli»» der Deutschen Zndustriewerkc. Merzen, Mentag, ISr? lltir, Fraktieneoersainmlung aller In den Deutschen SntiuflrlcmetUn Wi befchöftigten SPD.,D«noss«n bei Hanl, Htrefoinplatz. A Der FiaUion-iiorkaub. »�reie Gewerkschafts-Iugend Verlin «fiboftlrei«! Wochenendkursus in Uetzdorf.„Dir Wirtschaft und ihre Entwicklung."— Rordofttreis: Jugendheim Pankow, Sörschstraße. .Sonnenwende— Weihnachten." Zuaendoruppe des Zentralverbandes der AngesteMen fj Heute, Sonntag, finden folgende Zufammenkünfte ftatt: Jugendheim Wallstrahe in Charlottenburg ab Ühr. Jugendheim Lehrter Str. 18-— 19 ab 18 Uhr, Jugendheim Bergstr. 29 in Neukölln ah 19 denowstr. ö ab 18 statt: Ge Bortrag: WWW»WWWW»»WW trinfki.— Beddiug: Jugendheim Turiner EEe Seestrahe. Bortrog:„Fritz Reuter— ein Heimatdichter". Referent: Rachow.— Britz: Städtisches Jugendheim lRathausk' Weihnachtsfeier.— Urban: Jugendheim Hobrecht, Ecke Sander. ftrahe. Aurzreferate:„Mein Tageslauf".— Nordost II: Jugendheim Rasten- burger Str. 16. Gruppen-Weihnachtsfeier.— Beißensee: Jugendheim Pistorim). straye 24. Gruppen-Weihnachtsfeier. Uhr. Jugendheim Will-- Sie reit drängt! Weihnachten steht vor der Tür! Noch ist es möglich, herrliche Fest* gesChenHe bei uns zu erstehen. Auf g r o Den Tischen liegen riesige Mengen werlvoller Waren aus, deren unfaßbar billige Preise auch der bescheidensten Kaufkrast die Möglichkeit gibt, Freude zu bereiten. Kommen Sie bald zu uns, um die groDe Auswahl zu nützen( Sie werden nicht enl> täuscht sein I Sonntag von 3— 7 Uhr geöffnet! 5: I: 9: Aut großen Wfibl- Tischen zum Verkauf stehend: Ein Riesenposten Schlafanzüge für Damen und Herren, in entzückenden Neuheiten, in drei Serien.. nur_ Äußer*! seltene Gelegenheit! Ein gewaltiger Gelegenheitsposten weißer und farbiger Damen- Nadithemden durchweg vorzügliche QuolltÄts-Stoffe tadellos. 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Der Aeuge im Meineidspro.zeß, über den berichtet werden soll, mag recht gehabt hobem Der größte Fehler des Angeklagten, sagte diessr weise Mann, besteht darin, daß er helfen will, wo er nur tann. Das geht heutzutage nicht mehr... So saß dieses Opfer seiner Gutmütigkeit und zitterte mit seinen 68 Sohren, daß nur ja nicht irgendeiner von seinen erwachsenen Kindern, von seinen Freunden und Bekannten Otm seinem Unglück erfahren. Cr hatte stets angesehene Stellungen und wurde vor sechs Jahren auf Ruhe- geholt gesetzt. Die 75 M Rente waren nicht viel. D. fühlte sich durchaus nicht altersschwach, ohne Arbeit hatte das Leben keinen richtigen Sinn, er fand als zweiter.«lossimr eines Verbandes Beschäftigung mit einem Gehalt von etwa 100 M. Als Kassierer wurde er nun zum erstenmal Opfer seiner Gutmütigkeit. Einem der Mitglieder borgt« er hin und wieder kleinere Summen. Als der Betreffende eines Tages ein Dar- lshen von ganzen ZM M. wünscht«, ließ sich D. darauf nicht ein, gab ihm aber, um ihn au» der Zwangslage zu helfen, einen Ge- fälligkeitswechsel von ZOO M. Der Geschäftsmann ging pleite, die Bank Hagle die Schuld ein, sie wurde in Raten teils vom Schwiegersohn des Geschäftsmannes, teils von D. abgezahlt. Dann konnte aber auch der Schwiegersohn nicht weiter. D. wurde zum Lfsenbarungseid geladen und beschwor, bloß ein Ein- kommen von 75 M. zu haben. Die 100 Dt. Gehalt will er in seiner Aufregung vergeflen haben. Einen besonderen Grund, dies zu verschweigen, hatte er nicht; auch sein gesamtes Einkommen er- reichte nicht die Höhe, bei der es pfändbar gewesen wäre. Di« Sache schien begraben. Da spielte aber dem D. wieder mal seine Gutmütigkeit einen Streich. Jetzt war es nicht die menschliche Kreatur, die sein mitleidiges cherz in Bewegung setzte, sondern das leidende Tier. Er sah, wie ein Pserd mißhandelt wurde, stellte den Pferdeschindcr zur Rede, dieser versetzte dem alten Mann«in Maulschelle, mußte sich deswegen in einer Prinatbeleidigungsklage verantworten und gewann den Prozeh. Es entstanden Gerichtskosten in Höhe von ISO M. D., der den Prozeß verloren hatte, konnte sie nicht zahlen. Er berief sich auf den vor kurzem geleisteten Ossenbarungseid. Sein Prozeßgegner sah sich das Protokoll an und stellte fest, daß ein Teil des Ein- tommcns verschwiegen worden war. Bon seiner Entdeckung machte er D. Mitteilung. Dieser schickte an das Gericht sofort ein« Be- richtigung. Einen Tag später traf die Meineidsanzeige des Prozeß- gegners«in. Di« Staatsanwaltschaft beantragte die Einstellung des Verfahrens, die Strafkammer eröffnete es aber. Der Staatsanwalt beantragte Freispruch: ein bewußter Falsch- eid sei nicht nachzuweisen, es liege höchstens fahrlässiger Falscheid vor;«in solcher sei aber nicht strafbar, wenn er be° richtigt worden und für niemand«ig Schoden entstanden sei. Das Gericht sprach den Mann freis aus ganz anderen Gründen. Di« Eidesleistung sei nicht gesetzmäßig erfolgt, e» fehle der Zusatz: Vorgelesen und genehmigt; das Verzeichnis der Gegenständ« sei nicht auf dem vorgezeichneten Formular aufgenommen, also ein Eid sei gewissermaßen überhaupt nicht geleistet worden. Krlegsvefchädigien-Organlfaiionen politisch? Das Trogen von Abzeichen verboten. Durch einen Teil der Tagespresis ging in letzter Zeit eins Notiz, nach der als polilisch im Sinne der letzten Notoerordnung alle diesenigeu Orgänisaiioncn' anzusehen seien, die in einer seit Iahren im Reichswehrmlniftarlum geführten Lift« enihaBen Md.. In Leier List« ist u. a. auch der Reichsbund der Kriegsbeschädig- t«n. Kriegsteilnehmer und K r i e g e r h i n t e r bl ie- denen aufgeführt, der im Jahre 1S2S von dem damaligen Reichs- wehrminister Dr. Geßler als politisch im Sinne des Reichswehr- gesetzes erklärt worden ist. Der Reichsbund hat nunmehr durch Vorstellungen im Reichsministerium des Innern und im preußischen Ministerium des Innern klargestellt, daß die Liste des Reichswehr- Ministeriums kein« Anweisung für die Handimbuna der lctzien Notverordnung darstellt. Es gelten aber sämtliche Kriegsbeschädigten- und Hinterbliebenenorganisationen. also auch der Kyfshäuserbund. Zentralver- band, Reichsverband, Internationaler Bund. Deutsch« Off i zi e r sb u n d, Bund erblindeter Arie- 9 er sowie sämtliche übrigen kleinen KrieIsopferverbände als poli- tisch im Sinn« des§ 2 des Reichsvrreinsgesetzes, da sie auf die Gesetzgebung und auf die Oeisenilichkeit einwirken. Sie gelie» damit auch im Sinne der letzten Notverordnung als politisch. Bon dem Verbot wird also nicht nur der Reichsbund der Kriegsbeschädigten betroffen, sondern den Mitgliedern aller Kriegsopser- organisationen ist gegenwärtig das Tragen ihrer Bundes- oder Verbandsabzeichen schlechthin oerboten. Zur einderung der großen Rot haben die Siandinhaber und die Dlumengrvssisten-Vcreiniglmg E. V. der Halle in der Linden st rage der Wohlfahrt eine größer« Summ« zur Verfügung gestellt. Von den Wohlfahrtsvorslehern werden an Bedürftige Gutschein« ausgegeben, die an den Ständen der Lindenhalle in Zahlung genommen werden. Zwischenbilanz der Winterhilfe Bisher 900000 Mark eingegangen— Aber es wird noch viel mehr gehraucht Die BerUnet Winterhilfe, die ihr Hilfswerk in diesem Jahre angesichts der ungeheuren Not mlt Unterstützung aller Veoölkerungs- kreise und der Reichswehr weil großzügiger als im Borsohre organisiert hat, gibt der Oefsentlichkeit die ersten Zahlen über den Erfolg ihrer Arbeit bekannt. Erfreut kann man sesislellen, daß der Opsersinn der Berliner Bevölkerung noch überaus stark ist. In den ersten Monaten sind allein bei der Zentralstelle der Berliner Winlerhllfe 300 000 M. bare» Geld eingezahlt worden, die bis auf ZM) 000 M. bereit» zur Auszahlung gelangt sind. Der Rest wird in den nächsten Tagen verleilt werden. Die Unterstützung aus der Winterhilfe sind zusätzliche Bei- Hilfen, die nicht auf die amtlichen Unterstützungen angerechnet werden dürfen. Reben Familien mit Kindern, deren Ernährer länger als ein halbes Jahr erwerbslos sind, kommen auch allein- stehend« Jugendliche oder alleinstehende älter« Hilisbedürstige m Betracht. Die B a r s p e n d e n sind zum Teil als größere Spenden aus Handel und Industrie eingegangen, zum anderen setzen sie sich aus einer großen Anzahl kleinerer Beträge aus allen Volkstretsen zusammen. Die Nachbarschastshilse der B e r l i n e r P r e s s e Hot der Winterhilfe 47 600 M. für 158 800 Freitische«ingebracht. Die gesammelten Gelder kommen restlos den Hilfsbedürftigen zugute, zur Hälfte durch die Auegabe von Er- nährungsgutscheinen und zur anderen Hälfte durch Bergab« an die sieben Verbände der freien Wohlfahrtspflege, die das Geld ihrer- feits an die Hilfsbedürftigen weiterleiten. Das Ernährungsgcld wird den Bäckern, Fleischern. Konsumläden und großen Kaut- Häusern, die es in Zahlung geuvmmen haben, über die Preußische Staatsbank durch die Winterhilfe vergütet. Außerdem tonnte die Winterhilf« viel« Lebensmistel und Speisungen an die Nolleidenden weitergeben. Die allgemeinen Kleidersommlungen mit Hilfe der Reichswehr haben durch- weg guten Erfolg gehabt, Namentlich in den größeren westlichen Bezirken. Die in den wohlhabenderen Bezirken gesammelten Kleider wurden größtenteils an die proletarischen Bezirke zur Ver- teilung übergeben In allen Bezirken bestehen Kleiderkammern der Berliner Winterhilfe, in denen die Kleidungsstücke»ach Reinigung und Reparatur an die Hilfsbedürftigen unentgeltlich abgegebeg werden. Bei einer so großen Organisation, wie sie die Winterhilfe in Berlin schaffen mußte, werden hier und da Fehler und Mißgrisse nicht ausbleiben. Das sind ober Ausnahmen. Auch mancher Hilss- bedürftige mag mit dieser oder jener Maßnahme nicht einoer- standen sein. Dos alles darf nicht verallgemeinert werden. Bei einem Teil der Sensationspresse veröffentlichten Meldungen über Riesengehälter der leitenden Männer der Berliner Winterhilfe handelt es sich um falsche Nachrichten, die nur geeignet sind, die segensreiche Arbeit des Hilfswerks zu schädigen. Di« Leitung der Winterhilfe setzt sich aus ehrenamtlich tätigen Männern zusammen, die selbstverständlich nicht einen Pfennig für ihre Arbeit beziehen Lediglich einige Für» sorgerinnen in den Bezirken, deren Anstellung unvermeidlich war, erhalten einen kleinen Lohn. Die dazu nötigen Gelder und die llnkosten der Berwaltungsarbeit werden abgegolten durch die Zinsen, die die gesammelten Summen bis zu ihrer Abrufung ein- bringen. Die schlimmsten Monate der Rot stehen uns noch bevor. Kälte, Frost und Hunger gilt es z» bekämpfen Die Winterhilfe braucht noch sehr viel Geld! Wer selbst noch keine Rot leidet, helfe den Notleidenden durch Ileberweisung eines Geldbetrages, und sei er auch noch so klein, an die Preußische Staatsbank, Postscheckkonto 100, mit dem Vermerk Winterhilfe!- .Für die Berliner Neue Züge für Weihnachtsverkehr. Aach dem Norden- nach dem Harz— nach Dresden. Neben den bereits bekanntgegebenen Nor- und Rachziige.r werden für den Weihnachlsverkehr noch folgonde Züge gesuhren: Vom Statiner Bahnhof verkehrt am 23. und 24 Dezeurbsr e i n Eilzug nach Stargard, ab Berlin 12.23 Uhr, und am 27. De- zember ein Eilzug noch Swinemünde, ab Berlin 20.00 Uhr.— Noch dem Harz wird am 23. und 24 Dezember der nur im Sommer verkehrende Wochenend-Eilzug E. l l8 eingelegt werden: ab Berlin, Potsdamer Bahnhof 1438. an Magdeburg 16.36, Halberstadt an 17.24 Der Zug hat Anschluß nach den Wintersport- platzen des Harzes. Wernigerode, Schierke, izarzimrg usw. Schließlich wird der zwischen Berlin und Dobrllugk-Kirchhain verkehrende Personenzug 320, ab Anhalter Bahnhos 23.40 Uhr. in der Nacht vom 24. zum 23. Dezember bis Dresden durchgeführt. Ab Sonntag: Sonntagsrückfahrkarten abholen. Vom heutigen Sonntag, 20. Dezember, ob werden in den Fahr- kartenausgaben der. Fernbahnhöfe und in den Reisebüros die Sonntagsrückfahrkarten für die W e.ihnach t» r ei j e ausgegeben. Die ReichsbaHndirektivn Berlin Hab die Zahl der zu Weihnachten neu aufgelegten Karten um zwei westere, und zwar nach Krumm hübet und Wittenberge, vermehrt. Da am Sonnrag mit einem starken Andränge in den Reisebüros zu rechnen ist, sind die MER.-Reisebüros im Potsdamer Bahnhof, rm Bahnhof Frtedrichstrahe, Unter den Linden 37 und Kurfürstendamm 17, Ecke Ioachimsthaler Straße, von 9 bis 6 Uhr durchgehend geöffnet._ Siebe« Erwerbslose aus Neuenhagen. Von linksradikaler Seite war vor einigen Monaten ein Streik der sogenannten Pflicht- und Wohlsahrtoarbetter inszeniert worden, und aus diesem Anlaß kam es in mehreren Dörfern östlich von Berlin zu Zusammenstößen. Aus diesem Grunde hatten sich vor dem Großen Schöffengericht Lichtenberg sieben Erwerbs- lose aus Neuenhagen wegen Landfriedensbruch zu vcraiu- warten. In diesem Dorf waren damals einige Erwerbslose zur Pflichtarbeit beim Bau eines Sportplatzes herangezogen worden. Wegen der Kürzung der Unterstiitzungssätze waren die Erwerbslosen von linksradikaler Seite znr Verweigerung der Arbeit ausgerufen worden. Dieser Parole folgten aber nicht alle Erwerbs- losen. Am 6. November erschienen nun plötzlich o»f der Arbeitsstelle 40 Radfahrer, die scheinbar aus anderen Dörfern herbeigeholt worden waren und die zusammen mit einem Teil der Erwerbslosen unter Anwendung von Gewalt die Arbeitseinstellung der nicht- streikenden Pflichtarbeitor erzwangen. Dabei kam es auch zu Tät- lichkeiten: ein Arbeiter wurde gewürgt, ein anderer mit einem Stuhl bedroht. Di« Angeklagten bestritten, mit diesen Vorgängen in Verbindung zu stehen, so daß ein umiongreicher Zeugenapparat nötig war. Das Gericht verurteilte schließlich zwei Angeklagte wegen schweren Landfriedensbruchs zu sechs Mo- nateu Gefängnis und vier andere' wegen einsachen Loiidfriedensbruchs zu 3 Monate« Gefängnis, während einer der Angeklagten freigesprochen wurde. Für zwei Millionen 4-pfennig-Gtücke. Der Reichsrat genehmigte am Sonnabend die Ausprägung von kupfernen 4-Psennlg-Stücken im Betrage von 2 Millionen Mark. Gegen die Abslht der Reichsregierung, allmählich sämlliche 3-Pjenn!g-Gtücke aus dem Verkehr zu ziehen und durch 4-Pfemiig-Stücke zu ersetzen, wurden vom Reichsrat Bedenken geäußert: diese Frage wird vom Reichsrat noch weiter behandelt werden. Wenn öie Not kommt tns Haus:.. Der Streit zwischen Mietern:und Hauswirt scheint Ewigkeitsbeftand zu haben und je größer die Zahl derer wird,.dis� wirtschaftliche Nai zu Baden wirst, desto häusiger. praMn H'oß,' Feindschaft und Bitternis von Menschen oufeüiander, die unker einem Dach leben. Immer ist es naturgemäß das liebe Geld, das den Zankapfel darstellt: hier fühlt sich«in Hausbewohner in der Mict- berechmmz übervorteilt, dort tobt der Kampf um die Bevorzugung eines neu Zugezogenen, und der Schuldner, der am Ende ist und mit seinem Hausrat auf der Straße sitzt, ruft verzweifelt um Hilfe. In diesen Tagen kam uns wieder einer jener zahlreichen Fälle zu Ohren, wo in einem Hause im Bezirk Kreuzberg sich Wirt und Hausbewohner ständig vor Gericht gegenüberstehen. Da ist der Portier, der zur Erlangung seiner Stelle erstmol tüchtig mit dem großen Portemonnaie rüberkommen mußte und den Wirt jetzt mit Erfolg verklagte. Dann wohnt tm Keller gegen eine verhältnismäßig sehr hohe Miete eine alte Rentnerin, die nur durch Vermieten in der Lage war. ihren Verpflichtungen dem 5)auswrrt gegenüber nachzukommen. Nachdem sie jahrelang vermieten durste. wurde es ihr jetzt plötzlich untersagt und sie soll, da sie aus Eigenem die Miete nicht aufbringt, die Wohnung räumen. Der Hausgestrenge, der im Hof seines Hauses«inen Kuh stall besitzt und Milchwirt- schost betreibt, soll bei der Verwertung der Milchprodukte sehr wenig sauber sein und aus einem Ort, der anderen Zwecken dient, Käse- fabrikation betreiben; als eine Hausbewohnerin sein„stilles Ärbcitsplätzchen" verriet, soll er sie braun und blau geschlagen und in der Wohnung eingeschlosien haben. Der Prozeßbevollmäch- tigte, der die Intcressenwahrung ber Hausbewohner über hat. wälzt Stöße von Akten auf seinem Schreibtisch, ein Schriftsatz nach dem anderen fliegt auf den Richtertisch. ein Termin löst d«» anderen ab... Line wirUidieWoWlaf De» Morgens beim FrGhstück, des Abend: in der Raudiecke oder am Sdireibtisdi— nur in der warmen Jacke genießt man häusliche Behaglichkeit, Lcinewcber-Hauskleidung ist von schlichter Eleganz und wundervoll bequem HAUS-JACKEN HAUS-JACKEN mit Sdialkrageo und apar- bcaoad. wann; bodivcrtiee ten BeaStzco in ruhtgen Q�C Flauadi- und Velour-Stofte. 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Er behairgtete, daß er sich an dem betreffenden Morgen in dem in der 1. Etage gelegenen Geschäftsraum der Pfandleihe befunden habe, um einen Mantel zu kaufen. Wahrend er mtl Kümpfel ver- hairdelt habe, feien plötzlich zwei junge Bursche» hereingestürzt und hätten ihn und den Pstindleihcr mit vorgehaltenen Revolvern bc brvhf. Er, Wanzlich hätte ebenso wie Kümpfel die Hände hochheben müssen, während sich einer der Täter an der Kaste zu schassen gemacht und etuw 100 Mark geraubt habe. In diesem Augenblick habe er, der Angeklagte, aus feiner Alarmpistole einen Schuß ab- gegeben und habe die Täter selbst mit der Pistole in der Hand verfalgt. Während die eigentlichen Räuber entkamen, sei er von Pastaitten und Polizeiboomten als mutmaßlicher Täter fest- genommen worden, obwohl er nichts mit der Tat zu tun gehabt bätte. Sei; Pfandlecher selbst bekundete, daß Wanzlick die Tür geöffnet habe und daß darauf die beiden Burschen hereingestürzt seien. lieber die weitere Beteiligung des Angeklagten an dem Ueberfoll vermochte er nichts zu sagen. Roch umfangreicher Beweisaufnahme beantragte der Staatsanwalt gegen den bisher uimorbestraiten Angeklagten wegen schweren Raubes eine Ge- fängnisstraf« von 1 Jahr 9 Monaten. Das Gericht schloß sich jedoch den Ausführungen des Verteidigers, R.-A. Babendrener, an und sprach den Angeklagten mangels Beweises frei. Kunstmaler als Betrüger. Die wirtschafiliche Notlage ließ den KOjährigen Tiermaler Joses G a b e r, früher in Berlin, jetzt i» Potsdam, zum Betrüger werden. Gaber mußte sich wegen Unterschlagung, Betrug und un- berechtigter Anmaßung des Profefsortitels vor dem Potsdamer Schöffengericht verantworten. Als im Jahre 1930 die Auf- träge nachließen, mietete der Maler in Potsdam eine Villa für monatlich 400 Mark auf zehn Jahre, um angeblich darin ein Dauerheim für ältere Domen zu schaffen. Er kam im eleganten Auto bei dem Wirt vorgcsahren und nannte sich Professor. Bald stellte sich heraus, daß von dem Angeklagten keinerlei Miete zu er- halten war. In einem anderen Fall kaufte er ein A u t o m i t l5ig«ntumsvorb«holt und übereignete es an eine dritte Person. Von einein Herrn in Berlin lieh sich der Maler eine größere Geldsumme, obne seinen Verpflichtungen nachzukommen. Aus die Frage de? Vorsitzenden, weshalb er sich den Profesiortitel beigelegt habe, erklärte der Angeklagte, daß der ehemalige Kaiser ihn zum Professor vorgeschlagen habe, weil er besten 5iimd so nnturgetre» gemalt bnbe. Das Urteil lautete auf vier Monate Gefängnis ! der genannten Organisation, Georg Tietz. in seinem Referat aus- | führte, sieht die Notverordnung bestimmte Sätze hinsichtlich der höhe der vorzunehmenden Preissenkung nur dort vor, wo es sich um Markenartikel bzw. kartellgebundene Preise handelt, die jedoch nur etwa 10 Proz. des Gesamtumsatzes des Einzelhandels ausmachen: so käme also für den überwiegenden Teil der umgesetzten, preisbindungsfreicn Artikel die lOprozentige Preissenkung alz ge- setzlicher Zwang zunächst überhaupt nicht in Frage. Aus der andere» Seite besteht ja gerade darin die Aufgabe des ncuernannten Preisdiktators, die Handelsspanne zu kontrollieren und zu über- wachen. Bei einzelnen Artikeln, beispielsweise Textilien. Schuh- waren usw. kann heute schon von einer starken Preissenkung ge- sprachen werden. Es gilt, nach Meinung des Redners, der Gefahr einer Gefahrdmig des Wechnachtsgeschöftes zu begegnen und das Publikum dahin aufzuklären, daß der Preissturz auf dem gesamten Warenmarkt sich nur nach und noch auswirken kann. Lprechchor liir Proletarisch« Feierstunde». Montag, ZI. Dezember. CO Uhr. im Gesangssaal der Sophien-Schule, Weinmeisterstr. tk— IT, anstcr- ordentltch« Ucbungsstnndc. Sotari anmelden! Sofort anmelden I Die Leihen gcsch? offen? r- i Jugendweihen der Sozialsten, Freidenker und Gewerkschaften Die Anmeldungen für die Frühjahrsjugendweihen 1932 bitten mir, unter Zahlung der Einschreibegebühr von f>0 Pf. sofort bei den nachstehend oufgesührten Anmeldestellen vorzunehmen. Lcriraltumnibez'rk Lütte! S. Lehmann, 3!. 54, i'cftrftt. 174(„Saraarle". SpeMlton).— DeiUsSicr Metallarbeiirrverdand, 5. 25, iMiisser Str. i>0— 88, A. 20 aeöffnet 5-16 Uhr, Hrntogs 0—19 Uhr, öoiutabcr.ft« 9—18 Uhr).— Frctyeincr! ilt'aftlicki« Iugent-zentrale, SO. 16, Engcliifer 24— 23, lt. Stock, Zimmer 26 ige- iiffnct 0—17 Uhr, greitaas 0—10 Uhr, SonnaNenda 9— 13 Uhr).— Wollstern. £. 11, Prinzenstr. 63(i„Äorwärts".Spedition).— P. Dobrohlavi, 91. 37, Swine» milnbcr Str. 11 iRestaurant). ?erwaltung,beiiirl Ziergarten: S. Joseph. RA. 21, Wilhelmahaocnrr Straße 48<„?orwäri�-SvehlIion). VerwaUnncisdezir! Wehding: P. lirause, R. 6Z, Mliller- Ulfe Ulrechtcr Straße t,,Vorwiirta"-Soedition).— P. RroD, 9i. 65. Utrcdjtcc Str. 21 tRcktaurant).— .<5. Anderssan, 91. 31, Stralsundec Str. 10(Schuhmacherei).— R. Hönisch, 31. 3!. Wartstr. 3<,.Porwiirts".Spedition).— H. Fischer, 91. 20, Pastianstr. 7(,,?vr- wari?--Sprditwn). Lcrwattuagsdrzirl Prenzlauer Prrq: W. Hosrmann, R. 58. Liichencr Str. 8 sReslaurant).— P. Döli. NO. 55. Immanuelkirchstr. 24(„Larwar>s"-Spedition). — S. Gcrth, 91. 113, Sreisenhaqener Sit. 22(„Vorwärta-'.Spedilion). VerwaUuagsdczirt ürirdrichahain: g. Ärirht. O 17, Mattusstr, 56(»Vor- warte". Spcöitlon).— M, Barlmann, O. 34. Königoberger Str, 87(Phoio- laden, Eingang vom Hausflur).— N. Melle. O, 34, Peiersdurger Vlah 4 („Vorwärts". Spedition).— L. Wittschuß, O. 54. Petersburger Str. 5 (Aestauranl). Verwaitungsdezirk Nrenzberg: E. Schmidt, SB. 61, Vaerwaldltraße, an der Eneisenaustraße f„Porwärts"»Sped>tion),— Urban, SO. 36, Lausitz« Platz 14,15 („Vorwärtz".Spedition>.— P. Lier, SO. 36, Zlguntznsiroße 9(Äcstaurant). — Oeuticher Freidenker-Verbanö<2. V.. SB. 20, Dneisenaustr. 41, Hof II, 1. Stock fgcijfsnet S— IG Uhr).— Sekretariat der Sugcnbmcthtn der Sozialisten und Frr dinier Berlins, SS. 6S, Lindenftr. 5. II. Hak. 2 Treppen links. Zimmer 2 tgeSrfnrt 0—17 Uhr, Mittwochs und Freitags 0—10 Uhr, Sonnabends 0 bis 1.3 Uhr» VeewaUnugsbezirt Sharlotieubucg:„Vorwärts Spedition Sliarloltenburg. Scfcuhelriter Str. I. pt.— Frau tzoachlmie, Sborlottenburg, Zaiferdamm 05. Eingang Noanihfiraße(„Vorwärts". Spedition), 14—18 Uhr.— F. Bunge, Ehar, lottendurc!, Nosinenftr. 4, v. 15'. Verwalfungsdezirk Spandau:„Bolkshlatl"-?uchhandlu»g, Spandau, Pots> domer Straße. Verwaltungsbezirk Bilmrroborf: Frau Ungerer, Bilmersdorf, Hanauer Straße 43. Siedlung. Verwaltungsbezirk Zehlenbarf: Lehrer A. Zettl. Zehlenborf. Waldhüter. ptad 8l. Beiwaltungslwzirl Schöueberg: Ralhmann, Schöncberg, Belziger Sir. 27 k..Vorwarts"-SpcdiIian).— grau Zlawlttcr, Schöncberg, Apostel-Paulus-Str. 7. — S. Schaudl, Zriedenan, Bocheftr. 0 VerwaUungsbrzirk Steglitz: Z Hamburg. Steglitz, Schloßstr. 10?.— Wilh. Skubig. Sieglitz,. Nrugslr. 7, Grth. III.— A. Schöuwetter, Lichtevfelbe.Wefl. Beißenfee. Pistariusftr. 102— Morgicard!, Hoheufchonhausen. Berliner Str. 35 (Restauranl) Verwaltungsbezirk Pankow: Nonsumvertaufsfteltlt! In Pankow: Balloo.k- straße 102. BerNner Str. 47, Beeile Str. 16, niftingenffeaße, Vrehmeftrco?, Trellebarge: Straße,?lchterman»straße.— Kousunrvcrkaiifsll-ll-» in Aieder- schönhausen: Aaiscr-WUHclm.Str. 70. Zaiserwcg 60.— B. Ponsegraa.»uchholz. Bahnhofttr. 13. Berwaltungsbezirk Rciuickendars: Schönewerk ffllr Reinickendorf. Oft und RofenthoO. Provinzstr. 48 fRcstanrant).— Volkshans lfür Reinickcndorf.Best und Wittenau». Scharnwcberftr. 114.— Tornow, Tegel, Schlieper, Set» Tresckow- ftraße. für Tegel, Borsigwalde und Heiligenser. Außerdem nehmen alle Hauskassierer des„Deutschen Freidenker- Verbandes E. V.� Anmeldungen für die Jugendweihen ensgsgen. Allgemeine Wetterlage. wdUeaalo&O lieidsalA kalddeäeelet 9 woDog. dbedeckt* K�eiUtzGrsupelo —. Yllgeweijg�Wndshll! .in S p a» d a>.. in einer stark besuchten Kreismitglieder Versammlung, sprach Reichsiogsabgeordneier R e i ß u e r. Er M.s'LZ �r rechiswirtjchostt'chrn Lage aus die, �„d�odämiu 7l.—-zon.'mn Lankw'tz.«aisrr.Dilbclm-Str.. 4.. pokttsicht» Berhälimsic m. Deulschlaud ein Ulid beärundltte lken Slaild-, st Verwaltuugsli-zrrl TcMrkihött Für'Tu m N c l h.» l: Max Eciolr. F., Stoll. "r'mki'M Reichssg�f,„ktstm in überzeugender Weiset seiner lÄ-> bersstr. 0.«ich. mi;' M-Skaftr,"..-ßto M««t««♦•» rU«ug. Xi»«. Bofteii 1)1 s f ii s s i o n würde zum ünsönicf gebracht, daß trotz der Mcioungsvrrskhiedeiiheli-darüber, ob die Tolkrierungspolttik gegen- über dem Kabinett, Brüning sorlgcsetzl werden soll, die unbedingle .Treue und der Wille zur Geschlossenheit klar zum Ausdruck kam. .Die ganze Beriammlung stand unter dem Eindruck der Geschlossen- heit von Partei und Gcwerkschasten, die niemals nöiiger gewesen isti als im jogigen Augenblick. Der Ärsisvorsitzcndo Guth schloß die Versammlung, indem er diejen Willen aller Versammelten mit einem begeistert aufgenommenen Hoch zusammenfaßte. i'Prgftr. 0. Rich. Hill):. 2c., Mpükmtrt 1 1.— n. cv-.1..'.. v, M.. Kaiserstr. 31. Paul Rakhmann. M., Prilhßftr. 16. M:— siür Marien- i stld ka siritz.Greulich, M., Adolfstr. 53.— Zur Lichtenrade: tturt Söngkohl. L., Utzlondstr. 85. -Berwaltnngebrzirk.RcnköNn:-„Vorwärls"-Spcdil»oii Zlcnkölln, Siegfried- f.raße 29-20, 14-18 Uhr.--..Aor«ärts".Ep«dit>o» Neukölln, Nrckarftr. 2, ll—!8 lll»r.— Parteibüro. Reukölln', Zuldaftraße egdealpasfage), iluigang 5, 17—1'» Uhr— A. Schwartz. Britz. Groß. Siedlung. Linlngstr. 55. Verwaltungsbezirk Treptow: E. Meckewura. Treptow, chraetzfer. 50 k.Vor. wärtz"»Speditlon».— H. Borgmann, BaUinschulcnwrg, Baumschulensir. 80 »Restaurant».-- Z. tzolerbaum. Zlblershof. Sedanftr. 3(Restaurant).— Ll. Bader, Oberschönewcioe, Wilbelminenhofstr. l,(Zigarrrnladcn). Notvcl orduuug»»ud �LeiFttachtsgeschäft. Im Halus der Presse iaud eine van der Schutzgeineinschast der Großbetriebe des Einzelhandels und verwandter Gruppen ein- berufene Pressebesprechung statt) zur Diskussion stand die durch die neueste Notverordnung geschossene Frage der Preissenkung hinstchtlich ihrer Auswirkung auf das Publikum im allgemeinen und aus da? Weihnachtsgeschäft im besonderen. Wie der Vorsitzende ff. Llein, Grünau, ffrirdrichstr. 17.— ff. tzlaujoks, Grüna». Viktoriastr. 10.— Hcimann, Bohnsdorf, Baltersdorfer Str. 100(Rrftaurant).— F. Krail, Röhns. dorf, fforflftr. 0.— ff. Schade. Rahnsdorf, Mühlenweg 5. «crwaUungsbezirk Lichtrnbe-q: Rektor Sänger. Lichtrnberg, Schul« ffried- richlieaßc.— Rektor Pride. Lichtenberg, Schule Marktflraß».— Rektor Sichou), Lichtenberg. Schule Leopoldstraße.— Rektor Lenz, Lichtenberg, Schule Schorn. wcberstraße.— Rektor Schlicker, Lichtenberg. Psarrftraße.— Rektor Wölkerling, Lichtenberg, Schule Holteistraße 7— 0.— Ä. Rakewiz, O. 112, Giirtnerstr. 6. Berwaltnagsbczirk Weißeafce: Walter Iancll, Wrißcnse«, Parkstr. 15,— Otto Gallas, Wcißcnkoe, Lchderfcr. 122.— Änton Wiese, Wcißenfee, Lehderstr. 2.— Adolf Brandt, Weißensee. Parkstr, 8.3(8. Schule).— Leu. Weißenfee, Sedanftr. 90. — Martin Zranke, Wcißenfee, Sedanftr. 23.— Otto Kuhfahl, Weißense«, Amalienstr. 20.— Andreas Hcinel, Weißenfee, GSbferste. 7.— Georg Matthes, Im Norden und Nordosten von Deutschland ist am Eonnobend eine erheblich« Milderung des Frostes eingetreten. Während im Süden in den Mittagsstunden noch 4 bis 6 Grad Frost Herrichten. stand das Thermometer� nördlich des Mains bei Null Grad, und vielfach gingen leichte tochneesälle nieder. Di« Milderung des Wei- ters ist durch warme Lust hervorgerufen, die aus der Östseite des westeuropäischen Hochdruckgebietes nach Mitteleuropa vordringt. Da das Barometer über Deutschland fällt, müssen wir mit der weiteren Ausbreitung der milderen Luft rechnen. Am Sonntag wird sie vor allem West- und Mitteldeutschland überfluten. In Süddeutschlond dürste sich ihre Annäherung durch zunehmend« Milderung des Frostes und Eintrübung bemerkbar machen. 9 Wetteraussichtrn für Berlin: Meist bedeckt, nur vorübergehend Aüsi'elßen der Wolkendecke, Temperaturen ineift' über Null, vereiü -elt etwas Regen, seichte, meist nordwestliche Winde.— Für Deutschland: In West- und Mitteldeutschland trübe und ziemlich mild mn einzelnen leichten Regensällen, im Süden Eintrübung, Milderung des Frostes, leichte Schneefälle, im Osten wechselnd bewölkt, Nacht- sröste, besonders in Schlesien noch Schneefälle. Stelioia. Wie man lelimartige Arbeiten, Zifscnploltcn, Decke» nutz Vorlage:: auf die billigste Art und Keife auf jeder Nähuialchiice herstellen kann, zeigt Ihnen die fficma Zischer u. Wolff. Ein Sonntagsfpaziergong dorthlst wirb ol-o undedingt lohnend fein. Merken Sie die Adresse: Fischer u. Wolfs, Spanbauer Straße 10, Eck« Raisei-Wilhelm. Straße, 1031 OuHre fficitinachtm. Seit 10.31 Jahren sind Geschenke da» Zeichen Nr tqallen aeb 1931 Zigarren:— und dem'Raucher, der Ansprüche stellt— und dem man Zreude bereiten will: Lo«ser-u.>Wolff-g>garrin. Verantworllich Nr Politik: Btetor Schill! Wirtschaft: G. Slingelböfer Gcwcrkschaftsdcwcgung: I. Steiner; ffcuillelon: Dr. John Lchikowsil: Lokales und Sonstiges: Zeitz«arftädt; Anzeigen:?h. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Porwcjrts-Berlaq G m b. H.. Berlin. Druck: Dorwärts-Buchdruckerei und BerlazsanftaU Paul Singer u. Eo.. Lierliu SS, 68, Liutzeustraß« 3, Hierzu 4»eil«,«». Brüning an der Arbeit. Die Ltniersuchung bei Schultheiß. Katzenellenbogea der Hauptschuldige. Der Schlllkheib-Prüfungsaustchutz Hot in semcm verichk, der am Freitag dem Atifflchlsral der Schulkheiß-Paheahofer- Breuerci A.-G. unterbreitet wurde, bei allcu ihm zur Kcnulnis gekommenen Geschäfksvorgängeu die Frage der veroniworlllchkeik und des Bestehens einer Ersahpflichl gegenüber Schultheiß geprüsl. Er ist der Sluffassung, daß die Gesamtvexantwortlichkeit Ludwig kaheuelleubogen trifft. Auch die übrigen Mitglieder des Generaldlrektoriums von Schultheiß feien mit verantwortlich. Eingehend erörtert wird ferner die Frage einer Verantwortlich- keit der im Aufsichtsrat vertretenen Bankiers und Bank» direkt oren. Abgesehen von der Frage ihres Verhaltens bei der Prospektaufstellung ist geprüft worden, inwieweit sie ihre Pflichten als Mitglieder des Aufsichtsrates etwa verletzt haben, indem sie weder bei den Fusionsverhandlungcn, noch späterhin von ihrer Kenntnis der schwebenden Engagements und der bereits eingetretenen Verluste aus den Aktienkäufen Gebrauch gemacht haben. Für Direktor Reinhart(Commerzbank) sieht der Prüfungsausschuß eine Entlastung darin, daß er selbst an den Ver- Handlungen über das Aktiengefchäft nicht teilgenommen und von den Ordnungswidrigkeiten in der Bilanz der Ostwerke, deren Aufsichtsrat er nicht angehört hat, nichts gewußt habe. Bei Jakob Goldschmidt(Danatbank) trifft bezüglich der Ostwerke das gleiche zu. Er hat allerdings an dem Aktiengeschäft selbst mitgewirkt, auch ist das Geschäft der Danatbank dem Umfange nach erheblich größer gewesen. Der Borstand wird wegen der Konsortialgcschäft« mit der Commerz- und Privat-Bank und mit der Danatbank in Verbindung treten, um auf dem Verhandlungswege zu einer für die Schultheiß- Patzenhofer-Brauerei-A�G. möglichst günstigen Entwicklung zu ge- langen. Die Gelbkreuz-Zeiiung. Die Gasmaske als Zukunftssymbol. Die Berliner„Kreuzzeitung" bringt in ihrer militärischen Vellage einen Aufsatz über„Gasschutz und-Gasabwehr", da es wahrlich an der Zeit sei,„sich endlich von den Nie-wieder- Ärieg-Phrasen freizumachen und dem Gasschutz sowie dem Lust- schütz überhaupt'erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden." Die„Kreuzzeitung" versucht zu beweisen, daß ,chie moderne Gasmaske ein bequemes und in keiner Weise lästig wirkendes, absolut sicheres Schutzmittel" ist, muß aber das Zugeständnis machen:„An finanziellen Gründen scheitert jedoch die Einführung der Gasmaske für alle Schichten der Bevölkerung. Schwierigkeiten bereitet außerdem die Ausrüstung kleinerer Kinder und älterer Menschen, die bereits unter Atmungsbeschwerden leiden." Aber kommt Zeitung, kommt Rat. Und so dekretiert die Re- daktion, daß im Falle eines feindlichen Gasangrisss für die Armen, die Alten und die Kinder der Keller gut genug ist. Run, das Blatt der Abgedankten hat von seinem Standpunkt aus recht: da bei der neuzeitlichen Gastechnik, von deren wirklichen Fortschritten man sich nichts träumen lasten will, die Keller sowieso zu Katakomben, zu Massengrabern der Zivilopfer des Zutunftskrieges werden würden, ist es nur im Sinne der Ordnung, die auch vor dem Tode sein muß. daß die Leichen sich vorher im Grab in Reih und Glied ausstellen oder auch gleich hinlegen. Eine andere Läsung— etwa die, daß man daraufhinarheitet, dem Worte„Nie wieder Krieg" die mögliche Phraseichaftigkeit zu nehmen und ihm tatkräftig einen Sinn zu geben— weiß die ..Kreuzzeitung" nicht, da sie auf der anderen Seite weiß, was sie ihren Lesern schuldig ist. Die läßt ja auch sonst in kriegerischem Ton und strammer Haltung keinen Zweifel darüber, daß das Kreuz, nach dem sie sich nennt, nicht das Kreuz des Friedsnsfürsten Jesu. sondern das Eiserne der wilhelminischen Kriege ist. Aber warum nennt sich das Blatt im Sinne oder vielmehr Unsinn der von ihm propagierten Zukunft nicht konsequentenveis« gleich„Gelbkreuz- Zeitung"?_ „Lump und Derraier!" Wofür man in Preußen freigesprochen werden kann. In der Nummer 45 vom 18. Aprll 1SZ1 hatte die„Schildauer Zeitung" einen Aufruf des Ortsausschusses fürdas Stahl- h g lm- B o lk s b e g e hren„LanMagsauflösung" veröffentlicht, in welchem es u. a. hieß: . Wer sich aichk in die Listen zum Volksbegehren cinlrägl, der ist ein gemeiner und seiger Lump, ein erbärmlicher Verräter an feinem preußischen Valeriond. Wer will in der Gneisenau-Stadt solch Lump und Verräter seln? Niemand außer den w e n i- gen roten Gesellen, die unsere Heimat zerreißen und vergiften wollen.. Trotz eines entsprechenden Antrages der Republikanischen Be- schwerdestelle Berlin griff zunächst der Oberstaatsanwalt in Torgau nicht ein, sondern stellte unter dem 8. Mai das Verfahren ein. Dann behandelte der preußische Ministerpräsident Braun, dem von diesem Vorfall Kenntnis gegeben worden war, die Angelegenheit in der Plenarsitzung des Landtages und nunmehr erhob der Oberstaatsanwalt Anklage gegen Verfasser und Verbreiter des Aufrufs, nämlich den Zeitungsverleger Busteniu» und den Landwirt Lehnert.(Letzterer war Obmann für das Bolksbegehren in Schlldau.) Sowohl das Große Schöffengericht in Torgau als auch jetzt die Große Strafkammer in Torgau sind zu einem F r e i f p r u ch gelangt mit der Begründung, daß der Aufruf gar nicht an die Gefamtheir der Schildauer gerichtet fei, sondern nur an diefenigen, die parteipolitisch den Angeklagten nahestanden. Es lebe die Gerechtigkeit von Torgau! Zur Klärung. Grundsätzliches zur sozialdemokratischen Politik. Im Dezemberheft des wissenschaftlichen Zentralorgans der Partei„Die Gesellschaft" untersucht Kurt W i l t. die Krise des Parlamentarismus in ihren Auswirkungen auf die politische Haltung unserer Partei; ein ausgezeichneter Aufsatz von Otto Mänchen-Helfen beschäftigt sich mit den Hintergründen des chinesisch» japanischen Konflikts: Richard Seidel legt eine materialreiche Untersuchung über die Stellung der Gewerkschaften in der Krise vor, während Fritz Naphtali sich mit der öko- nomischen Problematik des Nachlriegskapitalismus auseinandersetzt. Auch das Dezemberheft der„Neuen Blätter für Sozialismus" ist auf die grundsätzliche Klärung der gegen- wältigen Situation abgestimmt. Nur zwei Aussätze' seien erwähnt: Eduard Hei mann beantwortet die Frage:„Warum SPD?", in dem er die Forderung der Stunde ausspricht, in einem klaren sozialistischen Programm die antikapitalistische Mastenstiinmung für einen schöpferischen Sozialismus auszuwerten. Auch der Artikel„Polllit und Agitation" von Walter Glenlow(?) ist, von gelegentlichen polemischen Entgleisungen abgesehen, recht beachtenswert. «Dieser Stuhl wackelt. Ich werde den Zinsfuß um einiges absägen." „Meder stimmt es nicht. Der Preis- Fuß muß gesenkt werden." Kurz nach der Aufdeckung von Putschvorbereitungen in Ungarn erhielt der Gendarmeriegeneral Franz Schill ein« Borladung zum Untersiichungsrichter des Budapester Militärgerichts. Er wurde alsbald in Hast genommen. Die Regierung ließ verbreiten, daß diese Verhaftung mit dem Putsch nichts zu tu« hätte. - Dieser Tage wurde aus Budapest gemeldet, daß der General sich im Gefängnis erhängt hätte. Dar ungarische Journalist Ladislaus Fenyes, der fetzt als Emigrant in Wien lebt, stellt in der„Arbeiterzeitung" ou-f Grund seiner genauen Kenntnis des Vudapsster Militärgefängnisses zweifelsfrei fest, daß noch den ganzen Verhältnisten dieser Selbstmord unmöglich war; es spreche die größte Wahrscheinlichkeit dafür, daß Schill ermordet wurde,• weil er zuviel von den Zusammenhängen des ungarischen wehr- Ministers Gömbös mit den Pulschisten gewußt Hab«. Tatsache ist, daß sofort nach den zahlreichen Verhaftungen der Voitsberger Handgranaten. Ins Rathans eingeschmuggelt. � Der schwere Zusammenstoß in dem steirischen Industrieort Voüsberg ereignete sich, als sozialdemokratische und dann auch hakentreuzlerische Versammlungsbesucher am Rathaus vorbeikamen, das von Gendarmen besetzt worden war. Sie hatten da» Tor auf- gesprengt, in dem spät abends leeren Haus« nach Waffen gesucht und in einem unverjperrten Raum halbnwntiert« Handgranaten gesunden. Während alle Eingänge des Rothauses bei Dienst- schluß gesperrt werden--- war der Zugang zu diesem Raum offen. Die Denunziation bei der Gendarmerie war gegen 9 Uhr abends erfolgt, als der Bürgermeister und sein Stellvertreter in der sozial- demokratischen Versammlung waren. Beide erklären, daß die Hand- granaten vorher nicht im Rathaus gewesen sind. Ein« zweite Waffensuche in Gegenwart der beiden Bürgermeister förderte lediglich die Dienstwaffen des 4. Geheimpolizisten zutage, der vor einiger Zeit abgebaut worden ist. -r- Die Bundesregierung hat den Landeshauptmännern die Weisung erteilt, alle öffentlichen Versammlungen und Umzüge bis zum 8. Januar wegen Gefährdung der öffentlichen Ruhe zu verbieten. pilsudstische Wahlfälschung. Altgalizien fibertroffen. Warschau« 19. Dezember. In der letzten Sejm-Sitzung vor der Weihnachtspause lehnte der Regierungsblock die Dringlichkeit eines Antrages auf Feststellung der Mißbräuche bei der Nachwahl in Przemyfl gegen die Stimmen sämtlicher Oppositionsparteien ab. Abg. Wawlowfki (Bauernpartei) führte aus, entgegen den Vorschriften hätte die Polizei die Wahlurnen vor der Zählung dem Sta» rosten gebracht. Auf diesem Wege, über die Polizeiwachen und Starosten sind geradezu Wunder geschehen: die Stimmen des Regierungsblocks haben sich ungeheuerlich vermehrt, während hunderte oppositionelle Stimmen auf einige Dutzend«, manchmal sogar auf Null zusammengeschrumpft waren! przemyjler Wahlhistorie. In altösterreichischer Zeit waren die galizischen Wahlen berühmt mtd oftmals Gegenstand«roßer Wiener Parlamentsdebatten. „Merkwürdig,— jetzt ist eine Schrumpfung eingetreten. die ich doch gerade habe vermeiden wollen." Putschisten behauptet worden ist, das Ergebnis dieses Umsturzes hätte eine Militärdiktatur dieses Herrn Göinbös fem sollen. Fast zugleich wird aus Budapest berichtet, daß Schill mit töd- liehen Schußwunden ausgesunden worden ist, nachdem zwei Olftfteso bei ihm gewesen waren. Ein weiterer schlüssiger Beuch s gegen ppen Selbstmord ist, daß die Leiche von dem örtlich zuständigen k a t h v � lischen Priester«ingesegnet worden ist, wahrend die katholische Kirch« dies sonst immer Selbstmorderleichen versagt Minister Gömbös Hot in den Wandelgängen des Parlaments erklärt, die angekündigt« Anfrage der Sozialdemokraten über den Tod des Gendarmeriogsnerals nicht beantworten zu wollen. weil es sich um ein schwelgendes Gerichtsverfahren Handel Man hat nämlich, als Schill seinem Ende nahe war, als Grund seiner Verhaftung angegeben, er hätte für Jugoslawien spioniert.?lber in dem gleichen Artikel schreibt Fenyes, daß Spionage die übliche Beschuldigung gegen Leute ist, denen man nichts Bestimmtes hewetsrn kann, die man aber vor ein Militärgericht bringen will- Genosse Dr. Hermann L i e b e r m a n n, der spätere Märtyrer von Brest-Litowst und jetzige Hauptangeklagte im Warschauer Prozeß, erzählte bei solcher Gelegenheit vor bald 25 Jahren, wie gegen seine Kandidatur in Przemyfl Tote, schwerkrank Bettlägerige und Orts- abwesende zur Urne kamen, wie aber alles nichts nutzte. Schließlich beendete der Hauptwahlmacher Feuerstein als Vorsitzender der Zentralwahskommission die Stimmenzählung mit dem Ausruf:„Der Schlag soll ihm treffen!"—„Und jedermann wußte, wer gewählt war." fügte Liebermann unter stürmischer Heiterkeit hinzu. Im Brest-Litowsk-Prozeß hat der Staatsanwalt die Bestrafung der Angeklagten nach Paragraphen beantragt, die bis zu 15 Iahren Gefängnis vorsehen. Australische parlameniswahl. Ausgang nach britischein Dorbilb. London. 29. Dezember. In Australien hat die arbeiterparteilühe Regierung Seullin gegen ein Mißtrauensvotum des Bundesporlament» an die Wähler appelliert. In der Neuwahl scheinen die Nationalisten und die Landpartei große Erfolg« auf Kosten der Arbeiterpartei zu erzielen. Das vorige Parlament bestand aus 35 Arbeiterporteilern, 5 Radi- kalen(Anhänger des Ministerpräsidenten Lang von Neuiüdwales), 23 Nationalisten und 12 Landparteileru. Bisher haben die Nationalisten 37 Sitz« und die Landpartei 13, die Regierungspartei nur 16 Sitze. Die Radikal sn, vermehrten ihr« Sitze bisher auf 7. Ministerpräsident Seullin wurde wieder- gewählt, andere Minister sind unterlegen. Man erwartet eine Mehrheit der Nationalisten. Australien hat rund 3?� Millionen Wähler! Jeder muß 7 Stimmzettel abgeben. Der dwustAteste IMoister iu der Dculjchcv Republik ist Genosse D r a k e, Mitglied des Landespräsidiums von Lippe. Er ist feit 1919 ununterbrochen Mitglied der Regierung des Freistaates. Heute vollendet er sein 50. Lebensjahr. Es ist zu wünschen, daß er seine Tatkraft noch lange seinem Zlmte widmen kann. Groeuer bei Hiudenburg. Der Reichspräsident empfing om Sonnabend den Reichsminister G r o e n c r zürn Vortrag. Unter den Zwölf Unioersitätsprofefsoren, die den Eid aus die neue Hochschulverfassung oerweigerten, befindet sich mich der frühere liberale Ministerpräsident, der bekannt« Politiker Orlando. Im Gefängnis ermordet. Das Ende des ungarischen Gendarmeriegenerals. WERTHEIM Leipziger Str. CVersand-Abi) Königstr. Rosenthaier Str. Moritzpiatz Amt A J, Flora 0M5 Ami E 2, Kuptargrab.«»»S Ami 02, WeWendamm««51 Amt F 1, Morllipl. 0»5S � V Halstette Ew.nbam 2.00 I Kollier'Ö?'3*" 4.75 Heute Sonntag von 3-7 Uhr geöffnet Morgenrock Baumwollflauscfi, Revers 4� Oft u. Armelaufschläge, mif Korael-Einfassung* �lorgOnCOCk Clanzlrikof-Flausch, innen O err gerauht, mit geslepplen Aulschlägen* Damensfrümpfe« Flor mit Kunstseide plattiert, besond. haftbar' Damenstrümpfe 2.45 Tula-Silbeme_ 1 Nickel« Damen-ArmbonJulir 5.90 Herren- Armbanduhr 5.50 Damen-Handschuhe 2 50 Schwed. imit., ganz gefütf., Manschette m. Pelzbes. Damen-Nappasfepper 5 5q ganz gefüttert Damen-CachenezÄ�S 2 on oder G6pe de Chine hancgemalt" gufa Optik, schwarrar 1 vernldcelt, A£4% Lederbezuq, Ö i mit Wecker mit Efuf 12-50 v Oeldtasdie Saffianleder, d mJt Lederfutter■ w Skunks-Krawatte....... 18 m Schalkragen Seal-Elektrik, g�o�eForm 21 M Brieftascfie Damenfasdio saffianieder, mit Saffianladar, ca. 17 cm lang 3.90 2«Vcm'lang2".3'. 6.90 Remseid. 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Formen A � C und Schliffe Mud QoIq&miU' T&fyc QuUei lUv frei cdtei* McUHAadthdukäufoto & m Größte Zufriedenheit unserer Kundschaft soll das Ziel unseres großen WEIHNACHTS-VERKAUFS sein.— Auf der Höhe aller Leistungen bewegen sich die zeitgemäß niedrigen Preise und die riesige Auswahl der von uns geführten Qualitäten.— Jede Abfeilung unseres bedeutenden Hauses wetteifert, zum Weihnachtsfest das Beste und Billigste zu bieten.— Es liegt keinerlei Veranlassung vor, mit den zum Fest beabsichtigten Einkäufen zurückzuhalten, — denn UNSERE dem natürlichen Lauf der Zeit entsprechend schon längst durchgeführte Preissenkung gibt Ihnen großartige Gelegenheit mehr zu schenken und weniger dafür auszugeben.— Darum kauft jetzt, denn kaufen schafft Arbeit und Arbeit gibt Brot. v£-VW ÄG M?. -im Mch-5-SL« !:'r> Senmtaes, den 20. Oezbr. S931, von 3 bis 7 Uhr nachmittags gaOHnatl t , Neukölln '�Berliner Sir. 51-55 3lr. 595* 45. Iahrgaug 3. Beilage des Vorwärts (Sonntag, 20. OezemHer 1931 Unter fremdem Weihnachtsbaum Ein wenig Freude in alle Herzen!— Mutter Berlin beschert Wenig? Tage noch trennen uns vom W e i h» o ch t s f e st, dos dein« für Taufende, nein, chunderttaujende von Menschen nichts meiter bedeutet ais ein qualvolles Gedenken an eine glücklichere Vergangenheit. Worüber sollen sie sich freuen, womit fallen sie den anderen beschenken? Mit traurigem Herzen und leeren Händen stehen sie einander gegenüber. Wie in allen Jahren sollen aber für möglichst alle Menschen wenigstens ein paar frohe Stunden unter den, Weihuachtsbauni geschaffen werden, ein kurzes Losreißen vom trostlosen Alltag, ein Feiertagsgeiühl im Sinne liebevoller Verbundenheit mit denen, die ein wenig Freude und Licksi in ihr Tuntel bringen wollen. Jungs und Alte, Kranke und Verzweifelte trifft der Lichterstrahl, erfreut eine kleine bescheidene Gabe, für sie alle brennt der Wcihnachts- bäum. »Weihnachtsfeiern wie immer'' sagt die Stadt * Berlin. Wenn auch der Stadtsäckel arg zusaminen geschrumpft ist, so wird doch von der Stadt alles getan, die Wechnachtsfeiern in gc- wohnter Weife und Zahl abzuhalten, wenn auch hier und da ain Gabentisch dies und jenes notgedrungen abgezwackt werden muß. lieber ein halbes Tausend vereinsamter Kinoer- herzen— 400 Schützlinge zählt das Waisenhaus in ser Allen Jokobstrah«, etwa 150 befinden sich in der Anstalt in Rummels- bürg— schlägt freudig dem Tag der festlichen Uebcrraschungen entgegen. Große Schatten werfen bekanntlich ihre Schatten vor aus: da wird mit wahrem Feuereifer gebastelt und genäht, ge- schnipselt und deklamiert, damit zur Weihnachtsfeier alles klappt. Am 23. ist die' Feier in der Anstalt für die Kinder und das Personal.„Zwei Tage Ruhepause für den verdorbenen Ma- gen," meint der Direktor, der seine Pappenheimer ja kennen muß, dann gibt es am 25. nochnial eine Feier, den E l t e r n b c f u ch. Bei jungen Menschen im Gefängnis. Mit rührender Acbe und Mühe stapelt die Fürsorgerin der Iugendgerichtshilfe schon dos ganze Jahr hiiülurch Blatt für Blatt von Kunstkalendern, Zeitschriften usw., die Bilder ent- hallen, das wird dann zu Haufe in der kurzen Freizeit mit Liebe und Leim zur Zeichenmappe zurechtgemacht, ein Heftchen mit Blei- ftift und Gummi darongetan und das Ganze mit hübschem Bunt- papier und Goldfaden zum weihnachtlichen Wunschpäckchen gesonnt. Die Nachfrage noch Zeichenvorlagen ist nämlich sehr rege, l.nder kommt in keinem Jahr jeder zu seinein Recht, auch diesmal sind es wieder nur 33 Stück, verteilt auf über 100 Interessenten..Ader jetzt soll ich noch Aepfel und Schmalz für K o t t b u s(120 Schütz- linge) und Margarine für Moabit(110 Schützlinge) bringen: woher nehmen und nicht stehlen? Mein ganzes Betriebskopital beträgt 10 M. und alles schreit nach Brotaufstrich! Früher bekamen die Mädchen noch irgendein warmes Klei. dungsstück, Strümpfe, Handschuhe für die Freioiertelstunde oder Schlüpfer, das hat alles aufgehört. Leer sind die Schränke, leer ist der Beutel! Da wurde unlängst ein junges Mädchen entlasten, das Im dünnen, fadenscheinigen Sommersähnchen eingeliefert war: und sie besaß nichts als das, was sie am Leibe Halle. Da stiftete eine Praktikantin einen Mantel von sich, eine andere ein Paar Schuhe und die drille ein Kleid, so daß das Mädchen wenigstens niller Menschen gehen konnte. .linser Weihnachtzfest kann man nicht als schön ini allgemeinen Sinn bezeichnen." weint die Fürsorgerin mit einem schweren Seus- zer,„da gibt es oft qualvolle seelische Erschütterungen des einen oder anderen, aber gerade diese innere Not taut so oft das Eis versteckten Schweigens, der Verzweifelle findet den Kontakt mit seinem Pfleger, den Kontakt mit dem Leben wieder: und auch da- heim im Elternhaus schlägt eine Seile an, Vater und Muller packt die Sehnsucht nach ihrem Kind und umgekehrt und beide finden sich wieder." Llnd bei den Obdachlosen. In diesem Jalzr können die jugendlichen Obdachlosen das erst« Wechnachtsfest im eigemen Heim seiern. Nach langen. schweren Kämpfen mll den verschiedensten Stelle» ist es der Stadt Berlin doch endlich gelungen, das leerstehende Obdach In der Sophie- Charlotte-Straß« in Charwllenburg. für die Jugendlichen zu er- halten. Auf der einen Seite soll damit das Heim in der Fröbel- straße entlastet werden, auf der anderen Seit« und in der Haupt- fache will man eine individuelle, psychologisch vertieften: Betreuung der Jugendlichen damit bezwecken.?lll diese jungen, ratlosen Wen- schcnkinder sollen hier«in Heim im engeren Sinn« vorfinden, es sind Ausenthallsräume vorhanden, es ist Lesematerial da und null will man trachten, irgendeine Zlrbeitsmöglichkcit für sie zu erreichen, um die Jugend der Straße und ihrem schweren Gefahren zu ent- reißen. Ein neuer Geist herrscht hier wie überall dort, wo Wen- schen sind, die irgendwelcher Betreuung bedürfen: dos merkt man bei den Proben der weihnachtlichcn Äuffuhrnngen an der Zahl der Stücke, der Zufamnicnstellllng der Programme, der ganzen Art und Weise, wie gegeben wird. Im Heim der mißhandelten Kinder. Man könnte es fast symbolisch nehmen: wie hier im Heim zum Schutze der Kinder vor Ausnutzung und Mißhandlung alles, was kaputt, verletzt oder soisttwic beschädigt ist, wieder heil gemacht wird. Hier in der P u p p e n st u b e sind es die kleinen, spielen- scheu Freuden, dort in der Kinderstube die Körperchcn, Herzen und Seelen. Diese kleinen, schuldlosen Opfer eines sozialen Elends- Milieus haben wohl mit das meiste Anrecht auf einen fröhlichen Weihnachtsabend: längst ist ihnen das Heim ein richtiges.Zu- hause" geworden— oft kennen sie ihr Elternhaus ja kaum— und wenn die alljells beliebte Säzwester Elisabeth von den Kin- dern mit.Mutti" angesprochen wird, dann war es nirgends so wahr gemeint wie hier. Zu ihnen muß also der Weihnachtsmann unbedingt feinen Weg finden. Weihnachtsfreude für-1400 Kinder. Bescherung beim Zranenhilfsverein der polizeiverwaltvng. Der Frauenhilfsveretn bei der staaLichen Polizeiverwaltung Berlin hat unter der tatkräftigen Leitung seiner ersten Vorsitzenden, der Frau Polizeipräsident Grzesinski. 1400 Kindern von Arbeitern, Angestellten und Vecmllen der Polizei- behörde ein Wechnachtsfest mit reichen Gaben bereitet. Während den Kleinen bis zum Aller von fünf Jahren die Ge- schenke in die elterliche Wohnung gebracht wurden, fand am Freitag- nachmittag im Zoo für die 800 größeren Kinder eine stimmungsvolle Feier statt. Im Kerzenschimmer eines riesigen Christbaums saßen die Knaben und Mädchen an langen, weißgedeck- ten Tischen. Frau Grzesinski hieß alle Anwesenden, insbesondere die Kinder, willkommen.„Wir sind," so sagte sie,„glücklich darüber, daß wir heute dieses Fest, an desien Zustandekorranen wir 3 Vi Monate gearbeitet haben, feiern können, und daß wir allen, die sich gemeldet haben, ihre Wünsche erfüllen konnten, dank der Hilssberellschast vieler gütiger Menschen!" Dann spielle die Schupokapelle„Stille Nacht, herlige Nacht!" und die Kinder sangen fröhlich mit. 50 flinke Helferinnen versorgten die Kleinen mit Schokolade und großen Weihnachts st ollen. In den Nebensälen wurden Spiele veranstaltet, und zum Abschluß er- folgte die Verteilung der umfangreichen Festpakete, die Kleidungs- stücke. Spielzeug, Lebensmlltel und Leckereien aller Art enihiellen. Di« Damen des Frauenhilfsvereins konnten das schöne Bewußt- sein mll nach Hause nehmen, vielen Kindern und ihren Ellern eine große We'chnachtssreude bereitet zu haben. Der Feier wohnte der Polizeipräsident Grzesinski bei. Weihnachisfriede midRunbsunk Die Bestimmung der Notoerordnung über den Weihnachtsfrieden hat die ausführlichen Stellen zu einem Eingriff in das Programm der Deutschen Well« veranlaßt, der mindestens etwas eigenartig anmutet. Seit Monaten sind einige Zyklen für den Gemein- schaftsempfang angekündigt. Die Vortragsreihe„W« l t- an schauung und E i g e n t u m s b c g r i s s" dürste besonderes Interesse bei vielen Hörerkrriicn gesunde» haben. Auch die ?l r b« i t c r b i l d u n g s s ch u l e hatte gemeinsam mit der Sozialistischen 5) och schule und dem Ausschuh für Rundsunkhör- stunden Whörabcudc unier fachknndiger Leitung angesetzt, die mll einem besonderen Ausspracheabend al'schiießcn sollten. Die ersten beiden Abende trugen den Titel„Die StcUinig des Protestantismus zum Eigentumsbcgritf" und„Die Stellung des Katholizismus zum O'igentumsbegriss. Auf Grund der Bestimmuug über den Weih- nachtsfrieden wurden diese Veranstaltungen, die am l5. und 20. De- zember stattfinden sollten, plötzlich verboten, und zwar so plötzlich, daß die Hörer für den ersten Abend nicht mehr benach- richtigt werden konnten. Wie uns die Pressestelle der Deutschen Welle mitteilt, erfuhr sie das Verbot erst am Nachmittag des 15. De- zember, so daß zwar bei der Programmansagc— die natüsfich sehr viele im Laufe des Tages gar nicht abhören konnten— noch einige Male darauf hingewiesen werden konnte, eine rechtzeitige Bcuach- richtigung der Presie jedoch nicht mehr möglich war. Infolgedessen werden wahrscheinlich die meisten an diesen Sendungen für den Geweinschaftsempfang interessierten Hörer sich für diesen Abend eingefunden haben— nicht nur in Berlin, sondern an den verschiedensten Orten Deutschlands. Der Hörerkrcis der Arbeller- bUdungsschule. umfaßt heute leider sehr viele Arbeitslose, für die das Fahrgeld ein sehr großes Opfer bedeutet. Die Entrüstung, die dieses überstürzte und dabei recht wenig verständliche Verbot bei ihnen auslöste, war nur zu begreiflich. Besorgt Weihnachtseinkäufe rechtzeitig. Der Ladenschluß am Wcihnachtsheiligabcnd tritt für alle offenen Berkaussstellen um fünf Uhr ein. Nur Geschäfte, die Lebens- und Gemißmittel und Blumen verkaufen, dürfen b'.s um sechs Uhr offen bleiben. Der Zcntraiucrband der Au gestellten richtet im Interesse des um diese Zeit überaus angestrengten Vor- kaufspersonals an das Publikum die herzliche Bitte, feine Einkäufe nicht auf den letzten Tag oder gar auf die letzte Stunde zu verschieben, sondern sie rechtzeitig vorzunehmen, in seinem eigenen Interesse mit. Gute Bücher für den Weihnachtstisch. Unsere Parteibnchhondlung I. H. W. Dich Nach f.. Berlin SW. t»8, L i n d e n st r. 2, hat sich für das Wechnachtsfest auf das Beste vorbereitet. Jeder Parteigenosse, jeder Freund eines gntsn Buches wird auf seine Rechnung kommen! Besondere Beachtung verdient das einmalige Weihnnchlssonder- angebot des Dictz-Vcrlages. Da liegen die Preise für gute Romane und Spitzenwerke des Sozialismus zum Teil unter einer Mark! Dann findet im Verlagshauss in der Lindensttatze eine Ausstellung von Kinder- und Jugendschriften statt,"-dir wochentags von 10 bis 19 Uhr, Sonntags von 15 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt besichtigt werden kann. In den Siedlungen Britz. AsA-Hos Treptow und Carl Legten hat der Verlag Bucki- ausstellungen unter dem Motto:„Eine neue Welt im Buch" eingerichtet. Viele„Vorwärts"- Speditionen erhielten, wie man in unserer letzten Sonntagsausgabe nachlesen konnte, eine Auswahl guter Bücher zu Ausstellungszwecken.?lrbcilsw!e Genossen haben auf dem Weihnachtsmarkt an der Franks orte r Zlllce vor dem Hause Petersburger Straße 84 einen Verkaufs- stand errichtet, der viel' beachtet wird. Starke Aufmerksamkeit finden bei Jungen und Mädel die beiden Dictz-Biicher„Was tut Marianne?" und„Was wird aus Waldemar?", die letzthin im Berliner Rundfunk sehr lobend be- sprochcn wurden. Die goldene Hochzeit begeht am Zl. Dezember da? Ehepaar Wilhelm und Marie Zern, Schöneberg. Martin-Luthcr- Straße 67, langjährige Wonnenten des„Vorwärts". ff i. 4*• dufthggf&iM Eine weitere Verbilligung könnte nur auf Kosten derQua- litat geschehen. Wir werden aber von unseren bewährten Qualitäten nicht abgehen. In unserem Stammhaut am Dönhoffplatz Kasperle-Theater Beginn laglich 3�4 Uhr nachmittags Kamelhaarschuhe Irnltlert und echt Kamelhoar mifWoile, 3,50, 3,85,1,93, Hausschuhe i» schönen Farben u. vielen Ausführungen, Riesenaus- wohl, 3,90, 3,50, 2,75, Salonschuhe farbig Loder, auch aus Samt o. Filz, in enl zuckenden Aus* fChrung.,5,90, 4,90, 4,50, Gummiüberstiefel in verschiedenen Farben und Ausführung., 12,50. 10,90, 10,50, 8,90, 7,50, 5,90, mit Stoff................... Abendschuhe Attas. Cr£pe de Chine und Lack, in vielen aparten Neu- holten ,1 2,50, 10,90, 8,90, Russenstiefel beste QuafTtät. mit Krimmer b«satr,bcscr d. bHlig, 1 2�0, i i 3 3 6 8 65 95 50 50 90 Hausschuhe für Kinder, imit. Kamelhaar, mit Filz- u. Ledersahle, besonders billig, 1,95, 1,85,1,60, Schnallenstiefel Imil. Kam.'haar, mir Filz- u. ledersoht. 2,95, 2,75, 2,50 Puicader Goschenkzrtikel Ueberstlefei für Bockfische, Grösse 29-35 6,50, 27-28 5,90 Gummischuhe Grösse 36-39 4,25, Gr. 29-35 3,50, Gr. 23-28 Sportstiefel schwarz, wasserdichtes Futter und starke Doppslsohle, Grösse 36-39 10,90, 31-35 8,90, 27-30 Ski- und Eislaufstief el in d.n bekannten iport- cerediten btiller-Quali- täten, 19,50, 18,30. für Kinder.......... ab i 2 2 1 12 45 25 90 90 50 Gamaschen für Herren, In verschiedenen Modefarben, 7,50, 5,50, 4,90, 3,90, 2,75, Hausschuhe für Herren, imitiert Kamelhaar, farbig Leder und Lack,schöneGesch0nkortikel 6,90, 5,90, 4,25, 3,25, Herren-Halbschuhe Original-Goodyear-Welt, in verschiedenen neuen Formen. 14,50,12,50,10,90, Doppelsohlen-- Stisfel für Harren, in all.rb«t.n Qualitäten, 16.50, U.SO, 11,50, Sport Stiefel in bekannter Qualität.. ausfuhr. 19,50, 18,50, 16,50, 14,90, 12,90, 1 2 8 10" 10" 25 50 EntzückendeDamen-Haus- schuhe— mollige Komel- haarschuhe— Tanzschuhe — Eislaufstiefel— Schlittschuhe— Stiefel mit Doppelsohlen— Ski- u. Sportstiefel allerArt— Strumpfe — Sportsocken— elegante Herren-Lackschuhe—Tuchgamaschen— Luxuspantoffel— Bettschuhe— Kinderschuhe— Geschenkbons usw. Umtausch nach dem Festl ikukSomtlaq.voH. 3-7Uhtg�ei! CiBlen&cngcn für Biete SRuBrtf find Berti» SZg 6a, Liadsostratze 3. pariemachrichien für Groß-Berlin stet» au da» Bezirlusetretartui Z. Hos. 2 Treppe» recht», zu richten Beginn»ller Beranstnitungcu Uhr, sofern keine besondere Zeltangnl>e! y Seei». fcnjetbstofcnfietut trat noch«eBffncl Mittut öS-» anb ßonnabcnb« HO» IAH bis 191� Ultr. Mittwoüi, 23. Detembsr. tZ>4!!hr Sanuenweiw- feier. Das Seim bleibt dann geschlassen und tvird am Mittwoch. 6. Zannor 1332, 15"6 Uhr. wieber geöffnet— fturfus Weyer: Vom Äomnrauii{ifft«t Manifest sunt Heidelberger Programm. Montag, 20 Uhr. KSllnisches Gn»i- nastuut. Junge Genossen, besucht diesen Aursus.— Kursus flöte Sern; Die nrau im Befreiunaslamits der Arbeiterilasse. beginnt 11. Januar 1032. 20 Uhr, in der Schule Weinmeisierstr. 13—17.— Sonntag. 10. Januar 1032, 10 Uhr vormittag,. Besichtigung von fllingenberg sür- flursusteilnehmer»nd Jugend. Weitere Interessenten melden sich beim Iildnngsobmann. Der BildungsaussÖiu�� Heule, Sonnlag. 20. Dezember. Z. flreis. Slaturfreuude. Weihnachtsfeier Im Hei«, Tilsiter Etr. t— 5. Revue. Genosse»,»uterstöht»u, durch zahlreich«» Besuch. Gintritt frei. Beginn 18 Uhr. SZ. Abt Die Bezirksfllbrer müssen bis zum 23. d. M. abgerechnet haben. 38. Abt Achtung. Bezirksfiihrer! Quittungen für Notopfer»och heute zum Genossen Daiuke. Ouartalsabreckinung Wontag. 21. Dezember, 19 Uhr. bei Nortufl!!. 18 Uhr Borftandssshung daselbst. III. Abt. üiohnsdars. Alle Mitglieder finden sich ei» zur Weihuachtssrier heute. 17 Uhr. im Parkrestaurant Schulz, Dorsplah. Eintritt frei. Achtuug, uuqarischc Genosse»! Alexander flitz, ucitcr der ungarischen Genossen, bittet diese heute, Sonntag, 20. Dezember, 13 Uhr, im Gase Budapest, flom» mandantenstratze 47, zu erscheinen. Wir bitten die deutschen Genossen, die ungarischen Genossen darauf aufmerksam zu machen. Morgen. Montag. 21. Dezember. 47. Abt. 20 Uhr isuuktiouärfihuuq. Unsere Belhnachtsscler findet am I. Keier» tag(nicht am 3. sseiertaq) um 16 Uhr statt. Giutrtttaprei, betrögt für Tav, 30 Pf. Weihnachtsfeier für fliuder und Erwachsene bi» 20 Uhr kostenlos. 81. Abt 19 Uhr Weihnachtsfeier im Vürgerfaal de» Rathause», flünstlerisch« Darbietungen und flinderspicle. Gintritt 30 Pf. Arbeitslose frei. 88. Abt Borstandoühintg bei Delam. 108. Abt und 108-. Abt Arbeitskreis junger Parteigenossen. 100» Uhr im Porteiheim, Echlotzstr. 27. Diskussion: Abwehr durch Einheitsfront? Dienstag. 22. Dezember. 3. Kreis. Arbellerwohlfahrt. Erwerbslofeu-ssusammeukuuft im Heim. Tilsiter Strasse 4:3. erst ab 13 f? Uhr. E» kommen Genossin Lntz.Haebrich. Genosse fllewig und die flindcrsrennde. 8.«reis. Dienstag von 15>.h bi, 18 Uhr ssufammenknuft der erwerbslosen Parteigenossen im Heim Urbanftr. 137. 7. flrei«. Arb'.!tsgemcinschalt der TAI., freie Gewerkschaften und Spartler. Alle juaendlichcn Erwerbslosen treffen sich von 14 bi« 18 Uhr im Jugend» heim. Pestalo-zistr. 40. s. III., im Tagesheim. Lichtbildervortrag. 18. Abt. Bei flrügcr, Hussiteuftr. St Ecke Echeringstratze, Milgliederversamm- " ltlieb Reese. Ohne Mitglieds- 25, Abt Vünkilich 20 Uhr, Abteilungs-Porstandssissung an bekannter Stelle. 34. Abt. Quartalsabrechnung 18 Uhr bei Reisch, Cadini lung. Lortrog: Sowjetrutzland. Referent Gottlieb Reese. buch kein Jutritt. ssunktionärsitzung ebeudort. Illdiner Str. 10; anschlietzend Mittwoch, 23. Dezember. 7. flrei». Erwcrbskrsen, Veranstaltung am Rittwach, 23. Dezember, 18 im Jugendheim, Rosincnstr. 4. Vortrag mit Schallplattcu de» Gen. Erich ezikanische Mufll. !8. Abt. Arbeitskreis junger Parteigenossen a» hekannter Stelle. Thema: Da» Heidelberger Aktionsprogramm. 17. Abt. Abteilungsversammlung fällt am Mittwoch, 28. Dezember, ans. Freitag. 25. Dezember. 113. Abt. Roichsbanncr flaweradschaft Borhaaen, in Tchonert, ffesiföle», flgnost» strotze. Weihnachtsseier verbunden mit«»fssthruage», Rezitation, flonzert, Kabarett und Tanz. Ansang 13 Uhr. Saalössnnng 13 Uhr. Eintritt einschliesslich Tanz 0.78 M. Eintrittskarten bei den SunltionSren zu haben. Arbeitslose Mitglieder der U3. Abt. nnd der flaweradschast Bazhagen zahlen 0,l3 M. on der flaffe. Frauenveranstaltungeu. >. flrei». Mittwoch. 80. Dezember, 19%» Uhr, bei flrüger, Srimmsir. 1. Au- sammsnkunft brv ssunbtianärbmzen. üfautf Sonntag, Z0. Dezember, 13' Uhr. bei Slinge: Sellevst». 14» WeiönaH.zfeter kür flacher. 42. tlit Montag. ZU Dezember. 20 Ahr. bei Höhlte. Bergtuannstr. 30, g» Arbeitsgemetuschaft der Sivdsrfreuvde Groß-Berliot Dienskag. 22. Dezember. 20 Ahr. Borstamdssitzung in der Se- Witte, Fritz Wille: Treffpunkt zur Volksbühne 10 Uhr Faltenecke. Wedding. Gesundbrunnen: Wir treffen UNS zur Sonnenwende 0M Sonntag 18% Uhr am Bahnhof Sesunbbrnnnen. U.Bahn. Erscheinen Jb in Fallenkraiht. Prenzlauer Berg: Dienstag. 22. 25>eihnacht,fe!er.� fficuppenfetlen bis 8. Januar. Dezember. Gemischte Gruppe, Da, Baden fällt aus. Nächster Badetag 3. Januar, 17 Uhr. Darr. wakdstratze S4 für Jung, und Rote Falken-— Achtung! Am Montag treffen sich alle Falken 14% Uhr mit S Pf. und Schlittschuhen oor der Eisbahn„Am Urban".— Slidweft: Gemeinschasisfeier am Montag 17 Uhr Parckstr. 11.— Bor wärt?: Alle Falken treffen sich 13% Uhr Rote Ecke zur Volksbühne. E in Fakkentrocht� Ab Montag tagen wir im Heim Monteuffelstr. 7. alksdühne. Erscheinen _. eteuffelstr. 7. Treffen 171i Uhr vor dem Hause. Stegllh, Gruppe Stegliss: Treffpunkt zur Eeimenwendfeier heute 18 Uhr Falkenrollversammlung. Treffpunkt zur Sonnenwend�cier heute 13 Uhr Hinden burgdawm Ecke Ringstrosse. Fohrgeld 30 Pf. RanlWnz Tressen zur Sovnenwendfeier in der Volksbühne: Eingekrei: 04 Ubr, alle anderen 10(4 Uht»~ •Ucru! 3m Rohmen unserer fl kreis tung, ühne:< !"4 Ubr, alle anderen' 10(4 Uhr U.Bahnbof Rathaus Reukälln.- Eltern! 3m Rohmen unserer flleideraküon bitten wir euch, getragene Sach> am Montag 18 Ubr in der Baracke Sanghoserstratze abzugeben. Anzahiung für die Jahreswevbfahrt muß am Montag in der Arbeitsstunde von allen Helfern abgerechnet werde.,:. Alle Helfer, die sich an der Weihnachtsfahrt beteiligen. kommen Montag, 23. Dezember, 18 Uhr. zur Barocke. Lichtenberg: Treffpunkt zur Volksbühne: Lichtenberg.Nord 14 Uhr Bahnhof Llchtenbrrg.Frlebrichsfelde...... Mittwoch, 28. Dezember, �W> Neu.Jichtenbera um 18 Uhu im 3ugenbbeim Gunterftr. 41. Trinkbecher n bringen.— Lichtenberz.Rittet Sonnenwendfeier 20. Dezember Seim Bessekstr. 2Z. Beginn 18 Uhr. Alle Eltern sind herzlichst eingeladen. Alle mitwirkenden Falken müssen schon 16 Uhr da sein. Wodlenprogrrsmm des Berliner Rundfunks, Sonntag, 20. Dezember: 8.48: rnnkeymnastik 7: Ans Bremen: Hasenkonzert. 8: Tür den Landwirt 8.88: Morgeofeiei. Anschließend: Olockengeläut des Berliner Doms. 10.08; Wettervorbersage II: Elternstuode. II 30;. Aus Leipzig: Bach-Konzert 12.10: Orchesterkonzert 14: Kinderstnnde. 14.80: Unterhaltungsmusik. 18.30: Woih- nacbtsgcschichten von Otto Brost. 17: Orcbesterkonnzert 19: Von der gsutigen Not der Oegenwart 19.28: Sportnachrichten. T9.30: Aus der Krenzkirche in Schmargendorf:.JCrippenspiel". 20.88: Abs Leipzig: Wethnachtsoratorium von Bach. 22.85:'Wetter., Tages- und Sportnachrichlen..Danach: Tanzmusik. Montag, 21. Dezember: 6.30: Funkgymnastik Anschließend: Frühkonzert 11.18: Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplatlenkonzert 15.20: Zeitgemäße und billige Hausgeräte. 18.40: Von der FUmidee bis zur Filmpremiere. 16.08: Kinder ohne Heimat 16.30: Konzert. 17: Chorkautaton. 17.30: Für die Jugend. 17.80; Büoherstunde. 18: Tänzerische Unterhaltungsmusik. 19: Stimme zum Tag. 19.10: Dtcbtungen von Adolf Köster. 19.38: Helsen tm Winter. 20: Aus Breslau:„Der Splelzeugiaden", ein Weihnachtshörspiel von Friedrich Schnack. 21.10: Wiener Komponisten. 22.38: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten, Danach: Tanzmusik. Dienslag, 22. Dezember: Ä.30: Funksryranastik. Anschließend: Frühkonzert. II. IS: Mittagskonzert. 13.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Aus Köln: Konzert 15.30: Daseinskampf. und Lebenswille. 15.40: Klaviervorträge. 16.05; Deutsch-Ost- Afrika. 16.30: Au? Leipzig: Konzert. 17.30: BQcherstunde. 17.40: Orchesterkonzert. 19; Stimme zum Tag. 19.10:„Großstadt- Weihnacht". Musik* von Werner Cgk. 19.35: England in den fetzten vier Wochen. 20; Aus Wien: Aus Wiener Operetten. 22.30; Tages- ond Sportnachrichten. Mittwoch, 23. Dezember: 6.30; Funkgymnastik. Anschließend; Frühkonrert. 1138: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldanngen für den Landwirt. 14: Aus Köln: Konzert. 18.20; Kinderzeichnungen— Kinderbekenntnisse. 15.40: Sind Sie abergläubisch? 16.08: Italien, abseits der großen Heerstraße. 16.30: Schubert-Lieder. 16.50: Bücher für die Jugend. 17,10: BQcherstunde. 17.30: Unterhaltungsmusik. 18.58: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19; Stimme zum Tag. 19.10: Orgelvorträge. 19.30:„Aul alten Wegen" von Otto Duchmann. 20:„Das Spiel von den Heiligen Drei Königen" von Feiig Timmermans. 21.15: Tages- und Sportoach- richten. 21.28: Weihnachtslieder. Danach; Tanzmusik. Donnerstag, 24. Dezember: 6.30: Fanlcgymnastik. Anschließend: Frühkonngert. 11.15: Mittagskonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 18; Weihnachtslleder. 15: Dr. Ueberau erzählt. 15.20: Vom Sinn und der Sitte des Schenkens. 18.40: Philosoph— Poet— Prophet. 16: Ans der Kaiser-Wilhelm-Qedichtnlskirche; Christvesper 1931. 17; Klassische Unterhaitunngsmusik. 18.10: Weihnacbtsgedanken zur Winterhilfe. 18.35: Aus Köln: Geläut der Deutschen Glocke am Rhein. 18.50: Stille Stunde. 19.30: Aus Breslau:„Es kumpt ein schlf geladen". Ein Triptychoa deutscher Volkslieder und SprOche von Christi Geburt 20.30: Aus Leipzig; Bach-Konzert. 21; Weihnachtsmusik. 22.30; Aus Königsberg:„Die heilige Nacht". Nach einem alten Cbristgeburtsplel. 24: Ans Stuttgart: Wcihnuchts- mette. Freitag, 23. Dezember: 5.30: Aus Leipzig; Christmette 1931 aus Schma-Erzgefc. 7: Frühkonzert. 8.55: Morgenfeier. Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05; Wettervorhersage. IIJ0: Aus Leipzig: Bach-Konzert. 12.15: Ernst Blaß lieft eigene Lyrik. 12.30: Ans Leipzig: Familie Jobann Strauß(Konzert). 14.30: Kchderstuode. 18: Lieder. 1530; Briete berühmter Deutscher. 16: Aus Wiesbaden: Konzert 15: Eine bunte Stunde. 19: Konzert. 19-30: Bilder ans Kanada und Alaska. 20: Aus der Städtischen Oper Charlottenburg:„Der Troubadour". Oper von Verdi. Während einer Pause; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 23s Orchesterfconzert. Sonnabend, 26. Dezember; 6.30; Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 8.55: Morgenlder. Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. Ü: Blasorchester-Konzert. 12: Weihnachtsdicbfungeo. 12.18: Mittagskonzert. l-CW; Kinderstunde. 1.5.05: Von der Trabrennbahn Mariendori; Weihnachtspreis. 15.30: Konzert. 16: Tiere und Menschen. 16.30: An» Breslau: Unterhaltuags musik. 18.15: Ferdinand Bonn erzählt Heiteres. 18.45: Haydn-Konzert. 19-30: Ein Deutscher ohne Deutschland von Walter v. Molo. 20: Orchesterkonzert. 21.33: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 21.50: Aus der Staatsoper Unter den Linden:„Die Meistersinger von Nürnberg". Oper von Wagner(IH. Akt); Danach; Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, 20. Dezember; Ab 6.15: Uebertragung aus Berlin. 14: Gustav Kohne liest ans eigenen Dichtungen. 14.25: Sinn der Not. 16.30; Kindertheater im Rundfunk und bei der Bühne. 18.15: Kriegsschicksale eines ostpreußischen Mädchens. 18�5: Die Rolle des Handels In der Krise. DeutschlandseBder; 19.30: Uebertragung ans Berlin. 21.10; Aus Hamburg; Die Entwicklung des Miiitärraarsches. Nach 1870. 22.10: Wetter-, Tages- nnd Sportnachrichten. 22.30; An» Köln: Au, der deutschen Märchenoper. Montag, 21. Dezember: 16: Aus Berlin: Nachmittagskonzert 17.30: Musizieren mit unsichtbare.! Partnern. 18: Fragen des Seelenlebens. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18JS: Stunde des Landwirts, 19.20:„Ohne Arbeit". Eine Hörfolge von Otto Berg. Dcutschlandsender: 20; Unterhaltungsmusik. 20,40: Von der Deutschen Welle: Die seelische Not der Arbeltslosen. 21.15: Ans Richard Wagners Bühnenwerken. (Aus Leipzig.) 22.35: Uebertragung ans Berlin. 23: Unterhaitnngskonnzert aus Leipzig. Dienstag, 22. Dezember: 16.30: Ans Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.3»: Bücherstunde. 18: Das%ild der Weihnacht im Wände! der Zeiten. 18.30; Die geographischen Ursachen des Weltkrieges. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19.30: Schnelle oder gründliche Justiz? ventschi andseader: 20; Uebertragung au» Berlin. 22.50: Unterhaltungsmusik. Miltwodi, 23. Dezember: 16: Aus Hamburg: Nachmittagsfconrert 17.30: Des Knaben Wnonderhorn. 18: Die Eroberung und Erschließung Sibiriens und die Mandschurei. I8J0: Die alten Meister and wir. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Moderne Beamtenlugend. Deulschiandsender: 19.30: Ans Breslau: Abendmusik. 20.35. Aus München: Weihnachten bei anderen Völkern. 21.05: Aus München: Wir putzen den Christbaum. 22.20: Politische Zeitungsschan. Anschließend: Wetter-, Tages- nnd Sportnachrichten Danach: Uebertragung ans Berlin. Donnerstag, 24. Dezember: 18.50: Weihnachtsfeier. Dcutschlandsender; 19.30: Ans Stuttgart; Weih- nachts-Bläserchöre. 20: Aus Frankfurt a. M.: Kinderduette. 20.30: Aus Mannheim: Weihnachtsmusik. 21: Aus Frankfurt a. M.: Deutschland» Weihuachts- giocken. 22.15: Aus Hamburg: Weihnacht der Einsamen. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 25. Dezember: Ab 5.30; Uebertragung aus Bertin. 11; Weihnachten bei Theodor Storni, 12.15: Weihnachtsdichtungen von Margarethe Bruch. 14.30; Jugendstunde. 15.30' Engel In der deutschen Kunst. 19; Führertn— Verführerin Musik. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 26. Dezember; Ab 6.30: Uebertragung aus Berlin. 12: Kite Feerdor erzählt ein» Weih nachtsgeschichte. 15.30: Weihnachten auf dem Dorfe. 16; Zwischen zwei Festen. Dcutschlandsender; 18.45; Aus Hamburg". Heitere Stunde. Anschließend: Uebertragung aus Berlin, Sterbetafel der Groß«Berliner Partei«Organisation 15. Äiclfc Wir beteiligen uns an der Einäscherung unsere» Borstandekollegeü �!U!elm Henicke am Wontag. A, Dezember. 18 Uhr. flrematorium Baum. '«Svtfek. Ilnser.kangslkhidges fnnuso Mitgliebl der Gerrosse HeAmati» So« n b oa- iss mich fcuaej gmnTctiTnget am Mttmoch verstortetr. iShM fmaem Andenke»! Die. Beer! ig, mz findet am Dienstag. 22. Dezember.. 1.0(4 li�r, auf dem Friedhof Warzah» ftart. Rege BrtöMguultz erwartet der Borssauh der 58. Abteilung M w 104. Abt, Unsere liebe Genossin Agnes WinkeBnann ist vlBtilid) und unerwartet gestorben. Ehre ihrem Andenken! Die Einäscherung fwoet am Dien». tag. dem 22- Dezember, im flrematdrium Baumschulenweg um 18 Uhr statt. Reg« W SozialMsche Arbettersugend Groß'Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an da, Zugenbselretariot I Berlin EW 38. Lindeustratze Z � Des Instcnbselrrtariat bleibt wegen Umzug, vom Montag, 2». Dezeneher, sten, ZI toriat Linbenstratze 2, norii 1 Tr. Proletarischc» Orchester Grotz.Perlia. Gruppe Neukölln: Morgen, Montag, 10(4 Uhr,«WS. Das Jnacndfelretariat bleibt wegen Umzug,»om Montag, 20. Dezember, s cinichlietzlich 3. Januar geschlossen. Zlotizeu für den„Vorwärts" bis späte- ms 28. Dezember einreschen.— Ab 1. Sanuar befindet sich das Iugendfekre- Heute, Soualag. 20. Dezember. Sewerkfchaftshan»: fläpeulcker Str. 92: Weihnachtsfeier mit der 8. Abt.— flollnifche« Pari: Waifeustr. l8:„Weihnachten bei uns�.— Rofeuthaler Vor. Fallplatz I: Sannenburger Funtrionärverfammlung Häuser Vorstadt: Sck stadt: Tieckstr. 18, Hof 17. Heimabend um 19 Uhr. Strasse 20(schule), Ummer 2. �' ung bei i >W>>WWW>Wss»ili«i«oW Kapp 19 Uhr.— Südwesten: Lindenstr. 4: Um 19(4...WW.. MW. Renlölla VI: Bergstr. 2«: gille.Abeird mit Lichtbildern.— Llchtenberg-Rord: Gnnterstr. 44: 13 Uhr Fnnltionärsitzung.„Proletarische Weihnachtsfeier" um 19 Uhr. Werbrbeziri Tiergarten: Genthiner Str. 17: Heimabend um 19(4 Uhr mit dem Singekreis. Werbebezirk Bebbing: Willdenowstratze: Aussprach« über die politische Lage. MitMedsbuchkontrolle. Beginn 18(4 Uhr. Werbcdezirk Tewpelhof: 13 Uhr Buchausstellung der Freidenker im flinter. garten Tempekhof, Dorfstr. iZ. Werbebezlrk Westen: Weihnachtsfahrtteilnehmer: Besprechung um 18 Uhr Ziosiueustr. L— 19 Uhr Schallplattenadend de» W.-B. mit dem Genossen Decker. Morgen, Montag. Zl. Dezember. IffVS Uhr. Hansa: Dochumer Str. 8b: Weihnachtsfeier.— Moabit I: Walbensrr. siratze 20—21: Weihnachtsfeier.— Moabit II: Lehrter Str. 18—19: WethnachlS- feier.— Moabit M: Bremer Str. 39—70: Drthnachrsfeieo.— Spart»»1a st: Haft".—«-nsmalber Platz II; Roite». r Str. Genthiner Str. 17:..Ein Jahr Deltwirtfck bnrger� Str. 13: �Tagespolitik'.— Falkplatz I: Sonnenburger besprechung.—.Humännplatz: Gleimstr.' 83— SZ: Vorstadt:«krancitfim�er Sin 23: Weihnachtsfeier.— Straße 32: Frageebeiid.— Sndreaspkstz lr Fahetbesprechnn, Straße 1h.— Andreasplatz N: Bepmmyftr.):„August Be itzlerstr. 32: Drthnachtzfei«.— Hallefche» ton untsrscheibet uns grundlätzlich von der APD. 2"— Luist Wintersonnenwende, w----- IL Wt. SPD.- _.... hansrr n: Danziger im AeAn Lttauer —. Srtalaur r " Ur„Des .. t: SSassertarstr. 0; er Str. 6a: VeihnoHrsz«rer mit der hn-Minuten-Referote.— Grnststn 13: Weih, ___>itz; SchuMr..___ Steglitz I: Weihnochrsbeier der Partei.— Banmschulr Nachtsfeier.— Fried richsselbe: Gunter str. 44:.Lulllape. Werbebezirk Tempelhsf: Werbebezkrtsvorstandssitzung bei' Genosse» Poi.1 Rathmann. Mariendorf. Werbebezirk Lichtenberg: W erbeb ezirksoorfiandsstßung, Bibliothek W-ich'st- stratze 28. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". Gesch!Ilts«,II':»erlw S 14. Lebastianstr 87-88 Soi 2.?r Prenzlauer Berg: Dienstag. 22. Dezember, Sungba: gusammrnkuvfi an bekannter Stelle.— Friebrlchshalu: Montag, ZU Dezember, Sungba: 23 Uhr Pflichtabend im bekannten Bugendheim. Mittwoch, 28. Dezem, der, Vortrupp: 19% Uhr Jugendheim Ebertnstr. 12(SaaD.---■- Sonntag, 20. Dezember,-v--- �> für die aktiven Mitgl! E. Lemmer, M. d. R., und Prinz z» Lür chor und Gesangverein Harmonie, Mitgl. d. DASB. — Reulölln-Britz: Mittwoi' — Treptow(flameradschafi Eharlottenburg: Dezember, ab 16 Uhr geschlossene Weihnachtsfeier des Qrtsoereino >en Mitglieder und Anaehoriqen. Ansprachen an die Jugend: Ii. d. R., und Prinz zu LBroennein. Mitwirkung: Jungba. Sprech, ngocrcin Harmonie, Mitgl. d. DASB. Eintritt freL Saakkontroll-. — RenlZlln-Britz: Mirtwoch. 28. Dezember, Portrupp: Der Heimabend fällt öu» �---- ......•.______ 10% Uhr Generalprobe mit Kostümen bei Schulz, Dorfplatz. 13 Uhr Antreten in sclBif-"-"-tam—" ., Montag, 21. Dezember, Sungba: 20 Uhr flritik über unsere Weihnachtsfeier.— Behnsdors-Grünan: Sonntag, 20. De - ember, Sungbo: selben Lokal zur Mitwirkung an der Weibnachtsfeier der Arbeiterwohlfahrt.— Pankow fOrtsverein): Montag, 21. Dezember, 19(4 Ubr, Antreten In gewohnter Turnhalle In Fivil. Aktive arbeitslose flameraden müssen erscheinen. Achtung! ----uti----•— ��hr neue Marken.— zur Einäscherung des I... Treptow) alle dienstfreien flameraden in Zivil flrematorinm Baumschulenweg.— 30 Uhr Weihnachtsfeier im Birkenwäldchen. Zivil. m MtT FRANSE Z-sS ea VortogeOl Brücken Mua?iucjicn 2um AuSSUC�Sn fe» Iii, ■Sfo ÄÄi25isf�6.70'TU25 3!r. 595• 48. Joirsan« Sonntag, z». Dezember 49Zt Theodor Stiegler:& Der kleine, oerschuldete Siegfried Lebzelt, Hilfsredakteur des einmal wöchentlick) erscheinenden Blattes„Der Deutsch« iBoKsroirf. hatte seit drei Tagen nichts gegessen. Er stand mit einer großen 5)ornbrille und schiefen Absätzen vor dem Fenster eines Delikatessen- geschäftcs, hinter dein die glänzendsten Würste und die duftigsten Schinken unnahbar prunkten. Lcbzelt wäre am liebsten mit dem Kopf gegen die Scheiben gerannt: in seiner Vorstellung ging er mit diesen kalten, nahrhaften Würsten schlafen, er legte sich einen ganzen lühlen Kranz solcher Würste um den Hals, als Gürtel um die Taille und breitete sich den blanken, gesunden Schinken in flachen Scheiben auf den Körper. Ein Brief, den er zu Hause vorfand, sollte ihn von diesen per- versen Wahnvorstellungen befreien. Euer Hochwohlgeboren! Der endesgefertigte Ausschuß der Arbeitsgemeinschaft zur Hebung des Elends der deutschen Kleinbauern beehrt sich Euer Hoch- wolstgeboren zu dem am Sonntag in den Friderieus-Ncx-Sälen, Malzstraße 17/18, stattfindenden Arbeitsabend mit anschließendem Bankett geziemend einzuladen. Für den Hauptvorstand Gottlieb Kunz. 3n dem gleichen Umschlag fand Lebzelt mit zitternden Händen einen Brief seines Cheftedakteurs Dr. Emanuel Lobesam. Sehr geehrter Herr Lebzelt! Da ich leider verhindert bin, an dem Arbeitsabend der Deut- schen Kleinbauern teilzunehmen, betraue ich Sie in Anbetracht Ihrer guten gesellschaftlichen Umgangsformen mit meiner Stellvertretung. Sie werden vielleicht Gelegenheit haben, den Wirtschaftsminister leimenzulernen. Wenn Sie, lieber Lebzelt, dem Herrn Minister vorgestellt werden sollten, was durchaus im Bereich der Möglichkeit liegt, so versäumen Sie ja nicht die Gelegenheit, die sich für Ihre ganze Laufbahn bedeutungsvoll gestalten köimte. Im übrigen bin ich überzeugt, daß Sie auf den Minister den besten Eindruck machen werden. Mit den besten Grüßen Dr. Emanuel Lobesam, Chcftedakteur des„Der Deutsche Volkswirt". Wie im Traum stand Siegfried Lcbzelt mit krachendem Magen im Vestibül der Fridericus-Rex-Säle. Er hatte sich von einem seiner Freunde einen schwarzen Wintermantel mit Samtkragen geliehen. Als er den Mantel in die Garderobe gab, verschwand das Selbstbewußtsein, und der alte Lebzelt kam mit verstärkter Minder- Wertigkeit zum Vorschein. Die Teilnehmer des Banketts, lauter Herren von 7 Mark aufwärts, Glatzen. Vollbärte und Schmerbäuche, verteilten sich in den Wandelgängen und bildeten debattierende Gruppen von lähmender Wohlcrzogenhcit. In jenem Räume aber, der nach rückwärts in die Küche führte, begann sich die Kolonne der festlich gekleideten Dber zu gruppieren, bereit, auf das vereinbarte Signal des Ge> schäfksführers mit gefällig geschwungenen Platten auf die Gäste los- znstartcn. Die Mehrzahl der anwesenden Volkswirtschaftler hatte sich unter scherzhaften,, kollegial galanten Bemerkungen gesetzt. Gerade in diesem historischen Moment wurde Lebzelt von einem aufdringlich wohlwollenden, älteren Herrn in ein längeres Gespräch Über das Elend der deutschen Kleinbauern gezogen. Seine Stimme roch nach Rinderroulade. Während der ältere Herr von der Rot- wendigkcft einer durchgreifenden Steuerreform schwärmte, vernahm Lebzelt das Klirren der Schüsseln, und ein Duft von Bratcnsaft umspielte seine Nasenflügel. Als es ihm endlich gelang, sich aus der Umklammerung des rofenwangigen Schwätzers zu befteien, war das Bankett bereits im vollen Gange. Lebzelt betrat in einem Anfall traumwandlerifcher Arroganz den Saal und suchte mit einer vom Hunger angekurbelten patho- logischen Entschlossenheit seiner Nichtigkeitsgefühle Herr zu werden. Alle Blicke waren auf ihn gerichtet. Die meisten hörten auf zu essen und drehten sich um. Vergeblich bemühte sich Lebzelt, den musternden Blicken die vornehme Gleichgültigkeit eines federnden Ganges entgegenzusetzen. Die Sicherheit oerschwand.„Sie sehen jetzt olle, daß du braune Wollsocken zu einem schwarzen Sakko trägst", dachte es in seinem Gehirn, und es war ihm, als ob sich die Blicke auf feine Ziehharmonikahosen konzentrierten.„Sie sehen alle, daß ich den Kragen gewendet habe, sie sehen in deinen Magen, es ist eine Situation, aha, sie lächeln, weil sie entdeckt haben, daß du jeden Tag Lösselerbsen mit Speck bestellst, die Portion fünfzig Pfennig. Brötchen gratis." Der einzige freie Platz befand sich ganz oben an der Quer- tafel, wo die Herren des Präsidiums saßen, mit frischen Hemden, die nach Waschküche rochen, und polierten Gesichtern. In der Mitte saß er selbst, der Wirtschaftsminister. mit einem zärtlich gebürsteten, tadellosen Weihnachtsuinhängebart, im ganzen Wesen eine geschickte Mischung von Teilnahme und Zurückhaltung, jener loyale Herr. von dem es hieß, daß er sich jür junge hoffnungsvolle Talente interessiere. Oa« tßankeU Da beging Siegfried Lebzell seine erste Unvorsichtigkeit: er vergaß, sich vorzustellen, stieß einein essenden Herrn die Gabel mit linkischer Wucht in die Oberlippe und setzte sich mit dem halben Gesäß auf den Stuhl, dem Wirtschaftsminister gerade gegenüber. Die Prozession der beflissenen Ober hatte sich schon seit ge- raumer Zeit aufgelöst. Sic gingen jetzt mit den Platten in Schwarnllinie vor, lauter ausgesuchte Meister in der schwierigen Kunst des Serviereiis, die genau berechneten, wie hock) und in welchem Winkel sie den Arm zu heben hatten, um die Sauceschüsiel in dezenter Reichweite nicderzustellen, ohne den Löfselstiel in das Nasenloch eines Bankettcilnehmers zu bohren oder ihm die heiße Brühe auf die Glatze zu gießen. Der Minister gehörte anscheinend zu jenen Menschen, die stets einen vornehmen, gclangweilten Appetit zur Schau tragen, ohne hungrig zu sein. Er nickte aufmunternd in die Richtung des völlig zermürbten Lebzelt, denn er interpretierte die Magenkrämpfe des jungen Mannes als schüchterne Unsähigkeit, mit einem Mann von seinem Format ein Gespräch anzuknüpfen. Lebzelt, der es kaum erwarten konnte, bis die Reih» an ihn kam, bemühte sich, dem Minister einen verschämten Blick des unterwürfigsten Einvcrstönd» nijses zurückzugeben. Dieser beugte sich, von seiner Sympathie für aufkeimende Talente überwältigt, mit einem gutsitzenden, loyalen Lächeln über den Tisch. „Morgen spricht übrigens unser Ministerialrat Dr. Torggler über das Los der Kleinbauern in der Wolgarepublik", sagte er mit eitler Herablassung, und lehnte sich wieder zurück, um die Wirkung auszukosten. Lebzelt, der noch immer vergeblich aus den Ober wartete, klebte sich ein letztes, blöd-gefälliges Lächeln ins Gesicht. „Ein kluger Kopf, Maim mit Weitblick", hörte er den Minister freundlich sagen, während er mit bebenden Händen die Menukarte aufschlug, ein graphisches Kunstwerk. Cr klebte sich wieder«in devotes Lächeln auf. eine Mißgeburt von Lächeln aus.Haß, Ohn° macht und Furcht, und seine Augen lasen: Holländische Austern mit Ehesterschnittchen. „Exzellenz meinen", stotterte Ledzelt, ober er konnte nicht weiter reden—— Känguruhschwanzsuppe-- „Nehmen Sie nur eiirmal das Los der Kleinbauern", fuhr der Minister mit gesteigerter Wärme fort,„solche, die manchmal nur drei vier Schweine hoben." „Drei, vier Schweine", wiederholte Lebzclt mit mechanischer Ehrfurcht und las weiter: Bachforelle blau... „Ministerialrat Torggler hat in seiner Broschüre„Vitalität des Ausdrucks"... mit frischer Butter, Sahnenmeerrettich— Die ganze tiefschürfende Problematik... mit Schwenkkartoffeln. Leb- zelt sah mit irrer Verbindlichkeit zum Minister.„Ich habe die Broschüre gelesen", stotterte er. Bournedos Rossini, was das etwa ist... dachte er...„Torggler ist einer unserer besten Redner. Sein Pathos übertrifft sogar"— Brüsseler Poularde mit kalifor- nischen Früchten und gemischtem Salat— Lebzelts Augen lechzten aus dem Gesicht: Bombe Nessclrodc mit Käsestangen... Seine Augen seufzten. Lebzelt wartete vergeblich auf einen Ober. Niemand wagte, den Minister zu stören, sein volkswirtschaftlicher Vollbart dominierte leuchteud über den Gästen. Die Ober trugen aus den Fußspitzen die vollen heißen Platten an der Nase Lebzelts vorüber, dem die fteundlichen Worte des Ministers wie Keulenschläge auf den Magen dröhnten. Äruo Holz:„Letzte �Worte" Tlngedrncktc» an» den» LstachlaH. /Zuletzt, nach all beul Qgalfauzer, ist ruau nur noch ein einziger— Ularbenpauzer! Xlud liegt man schlieft lich mal im Grabe: Gvttfeidant, daft ich es hinter mir habe! » „Oeschichts*-1rektüre, im letzten Rest, ist wie ein Blirk in ein Vipernnest. VZas man auch dagegen bellt, mir leben in einer'Wahnstnusmelt! » Vnd ist es auch selbstverständlich zum Speien und greulichst und gräftlichst mie grästgster Grind—: �Wir müssen uns alle gegenseitig verzeihen, daft mir sozusagen„vorläufig" erst„/Menschen" sind! «- Der L�ampstampf aller-Äämpse kreist— zmischen Bauch und Geist! Das Bankett hatte den Höhepunkt errciäft. Als sich der Mi- nister erhob, um eine Rede zu halten, versuchte Lebzelt, einem besonders sympathischen Ober durch verzweifelte Morsezeichen begreiflich zu machen, daß er nvch nicht bedient worden sei.„Gerade- aus, eine Treppe links", flüsterte chni der Ober ins Ohr. Angefeuert von den Wärmeenergien der vorzügliche» Brüsseler Poularde schössen die Redner wie Pilze aus dem Boden und sprachen mit bordcaux- glänzenden Blicken, die Wärme der Äängnruhschwanzsuppo im Magen, von den Entbehrungen der deutschen Kleinbauern.„Glauben «ie mir, meine Damen und Herren", sagte ein Redner mit einem speckigen Doppclkinn, indem er sich mit der Papierserviette über die feitglänzcndcn Mundwinkel fuhr und ein Aufstoßen unterdrückte, „glauben Sie mir, daß die meisten dieser an der Scholle hängenden Menschen trotz aller Schikanen getreu ihrer Tradition den— wir wissen es ja alle— so harten Kampf um die Existenz mit der ganzen Zähigkeit chres angestammten Bauernblutes, ohne zu murre», auf sich genommen haben. Ich fordere daher die verehrte» Anwesenden auf, mit mir in den Ruf einzustimmen: Die deutschen Kleinbauern, sie leben hoch! hoch!! hoch!!!" Unter dem Eindruck dieser erhebenden Ansprache begann sich die Versammlung allmählich aufzulösen. Der Wirtschaftsminister wurde von einigen Bärten umzingelt, und Lebzelt benutzte die Gelegenheit,»m den Rest einer Käsestangc, für ihn das einzige positive Ergebnis dieses Abends, zu vertilgen. Ohne sich um die Anwesenden zu kümmern, schlich er von Platte zu Platte, um sich für das entgangene Menü schadlos zu halten. Er stopfte die Reste. wo er sie fand, in wilder Entschlossenheit in sich hinein, während sich die Ober anschickten, die Tische zu säubern. Als der Wirtschaftsminister gm nächsten Morgen in den Taschen seines schwarze» Wintermantels mit Samtkragen nach einem Brief suchte, fühlte er zu seiner größten Verwunderung etwas Feuchtes und Klebriges. In der Tasche fanden sich einige Scheiben Schinken, mehrere Käscstangen und ein paar fleischige Reste jener vorzüg- lichen Brüsseler Poularde, die am Vorabend allgemeine Anerken- nung gefunden hatte. Im Innern des Maytels entdeckte der Mi- nister ein Monogramm: S. L.— Er hatte im Gedränge der Garderobe und in der alkoholbeschwingten Hast des Abschieds seinen eigenen Mantel mit dem des Hilfsredaktcurs Siegfried Lebzelt oertauscht.— j Als Lebzelt, verlegen und frierend, wieder im Lärm der City stand, faßte ihn plötzlich ein solches Milleid mit sich selbst, daß ihm die Tränen in die Augen schössen. Als er apathisch und am Leben verzweifelnd, in die Taschen griff, um automatisch eine Käsestonge zu essen, wurde ihm schwarz von den Augen, lind wieder stellte er sich, wie zu Beginn der Geschichte, mit trüben, entzündeten Augen vor das Fenster eines Delikatessengeschäfts, hinter den» die glän- zendsten Würste und die duftigsten Schinken unnahbar prunkten. Da« TUamin A Der chemischen Forschung ist in den letzten Iahren die Cnt- deckung einer Reche lebenswichtiger Stoffe gelungen, die unter dem Namen Vitamine und Hormone allgemein bekannt geworden sind. Soeben konnte Professor von Euler, der deutsche Chemiker, der seit Jahren an der llniversttät in Stockholm die erfolgreichsten bw- chemischen Untersuchungen ausführt und dafür bereits durch den Nobelpreis ausgezeichnet wurde, im Harnack-Haus zu Berlin-Dahlem über«ine neue Entdeckung berichten/ Man wußte längst,.daß Wachstum hervorgerufen wird durch ein Sekret der sogenannten Thymusdrüse, das Vitamin A enthält. Fehlt dieser Stoff, so unter- bleibt jedes Wachstum. Man weiß ferner schon lange, daß derselbe Stoff in der Leber vieler Fische enthalten ist, und gebrauchte Leber? tran als wirksames Medikament, um solche Schwächezuslände zu überwinden. Euler und Karrer beobachteten nun die überraschende Tatsache, daß viele Tiere, besonders Fische und Vögel, imstande stich, das Karotin, einen roten Farbstoff, der in den Rüben, in vielen Gräsern und in den Algen vorkommt, in einen gelben Stoff Über- zuführen und in der Leber zu speichern. Dieser Stoff ist das Vitamin A. Es konnte in absoluter Rein- heit und in einer noch nie erreichten Wirksamkeit aus den erwähnten Organen gewonnen und in seiner Zusammensetzung völlig auf- geklärt werden. Dabei ergab sich aber noch eine andere wichtige Erkenntnis. Das Vitamin A ist in seiner Zusammensetzung kaum verschieden von dem Hormon der Schilddrüse, dessen Fehlen, wie man weiß, Erscheinungen hervorruft, die zu nervösen Zuständen und zur sogenannten Basedowschen Krankheit fuhren. Euler und Karrer haben mit ihrer Entdeckung zwei wichtige Fragen geklärt, die den Arzt und die Allgemeinheit in gleicher Weise interessieren. Ein Körper, der nicht imstande ist, Karotin in Vitamin A überzuführen, muß diesen Stoff in fertiger Form zuge» führt erhalten, wenn nicht das Wachstum beendet fein soll. Ferner ist mit der Isolierung dieses Vitamins endlich auch die Möglichkeit gegeben, die ftir so viele Menschen oft unüberwindliche Abneigung gegen Lebertrankuren zu umgehen und dem geschwächten Organis- mus in wirksamster Weise zu Hilfe zu kommen. Bon diesen zunächst interessierenden Ergebnissen abgesehen, liegt der 5)auptwert der Eni- deckung aber darin, daß nunmehr ein sicherer Weg vorgezeichnet ist. der zur Erforschung der erwähnten Krankheiten, ihrer Ursachen und ihrer Bekämpfung führen kann. SONNTAG bis 7 Uhr geöffnet! IprdsscnKung laut Notverordnung sclion|cW�H�IJ�fürc!Mr�a&ü� wernnacnib-Jfc;fg ffTTSTl ri Ä& I Geschenke-.gferinl usgenom men TrÄurlng*». silberne eestecko und Chaflottenstf.27 Köniqsif.30 1 4 tcjltg. 1 ech! S:lbtr W.32.- j hochfeines Schweiber 1 fokerieifc. 15 Steine W. 38.- UltmiHCiüiMermciiung licht Goldenes reizendes GHedewinband. m a tc 18 cm lang M. üJü mit Sprunqdcckel, sehr solides Gc-jmod. Formen von fA 45.." an j Echt Silber| hause. 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Das Tier war ein Bastardhund mittlerer Eröße, mit scheuen Bewegungen.„Das Tier muß das Blut eines Halbwolfes in den Pdern haben", dachte der Farmer, während er dem Reisenden ein Zeichen gab, sich zu setzen. In der geräumigen, niedrigen und dunklen Küche, in die dos Leuchten des Sonnenunterganges durch zwei kleine, viereckige Fenster nur spärlich einfallen konnte, war gerade die Familie des Farmers oersammelt. Seine Frau, eine noch schöne Spanierin mir großen Augen und weißer Haut, und die beiden Söhne im Jünglingsalter, von kleiner, etwas ge- drungener Gestalt, das Gesicht von der Sonne der Pampa oer- brannt. Die Faktorei stand an der Grenze der Pampa, an das hetzte Stück fruchtbarer Erde geklammert. Nachdem der Reifende um sich geblickt hatte, stellte er den Tonüster neben sich und ließ sich schwer auf einen Schemel fallen. Dann stützte er die Ellbogen aus den Tisch und blieb unbeweg- lich. Der Hund hatte sich neben ihn gekauert und sah ängstlich in da» im Kamin züngelnde Feuer. Als die Frau des Farmers dem Fremden die volle Schüssel und das Brot brachte, zog dieser eine alte Blechdose aus der Tasche, schüttete einen Teil der Suppe hinein und stellte sie neben den Hund auf den Bode»! dann begann er selbst gierig zu essen. Hin ihn hatten die Bewohner des GeHösts ihre Beschäftigung, die durch sein Kommen einen Augenblick unterbrochen worden war, wieder aufgenommen. Die Frau strickte, der Mann schärfte«ine Sichel, während die beiden Knaben sich an einem kleinen Radiogerät Mühe gaben, einem alten Modell, aus dem nur em Pfeifen und ein ver- worrenes Gemurmel drang. Plötzlich aber ertönt« unerwartet eine Stimme, rein und lebendig, und es schien beinahe, als wäre je- wand in die Küche getreten und hätte sich in irgendeinen dunkeln Winkel versteckt, um ungesehen zu sprechen. „Es ist Buenos Aires", sagte fast andächtig der Alte, nachdem er ein wenig gelauscht hatte,„wie gut man hört..." Die Frau hörte auf zu stricken, alle blieben unbeweglich, auf die Stimme horchend, die. Meile um Meile übcrbrückeird, klar und lebendig in die kleine, an die Grenze der Pampa geklammerte Faktorei drang. Die Stimme empfahl ein Restaurant,«in Modenhaus, ein neue» Zahnpflegemittel, ein neues Tanzlokal. alles Dinge, von denen die Einsamen wußten, daß sie sie niemals kennenlernen würden, für die sie auch kein Interesse empfanden, und doch horchten sie voller Aufmerksamkeit und Staunen, wie aus ein Wunder. Es war das erstenmal nach Monaten, daß dieses kleine Gerät sprach, anstatt zu pfeifen und zu brummen. Sie hatten es schon alt von einem anderen Siedler gekauft, der 5 Mellen weiter gewohnt hatte und nun in die Stadt zurückgekehrt war. Die Stimme sprach. Jetzt berichtete sie über das Wetter und über einen Aufstand, der im Iimern ausgebrochen war, über ein Erdbeben, über einen neuen Präfidenten der Republik— Ausschnitts aus dein bewegten, geplagten Leben Südamerikas drangen in die stille Farm. Dann, nach einer Pause, sagte die Stimme etwas, das den Fremden zum ersten Mole den Kops erheben lieh, als sei ein plötzliches Interesse in ihm wachgeworden. „Zweihundert Pesos Belohnung demjenigen, der einen Hund gefunden hat, mittlerer Größe, mit kastanienbraunem Fell, mit weißem linkem Ohr, auf den Namen Chnco hörend. Der Hund ist am 22. des vorigen Monats verschwunden. Fünfzig Pesos Belohnung erhält, wer Nachricht von dem Tiere bringt. Schreiben, telegraphieren oder sich einfinden in der Avenida de Mayo, 2S, Buenos Aires. Der Hund hört auf den Namen Chaco, Chaco. — Eine Pause von einer halben Stunde, dann folgt Konzert." Der Hund des Reisenden sprang auf und bellte zweimal, gegen das Radiogerät. Alle sahen ihn erstaunt an. „Ein Hund mit kastanienbraunem Fell, weißem linken Ohr. da ist kein Zweifel", murmelt« der alte Farmer,„wo habt Ihr das Tier her?" „Aus Buenos Aires", sagt« der Fremde nachdenklich, an den Namen der Straße erinner« ich mich nicht mehr. Ich arbestete dort, einen Garten in Ordnung zu bringen, und das Tier lief mir immer zwischen die Beine-, als ich fortging, lief es mir nach. Ich versuchte drei- oder viermal es wegzujagen, dann ließ ich ihm feinen Wille». Ich nannte es Fido, aber ich wußte, daß dies nicht sein Name war... Chaco... Chaco, ja, bei Gatt, es heißt wirklich so... Es sind 200 Pesos Belohnung— mit 200 Pesos komme ich bis nach Mexiko..." „Habt Ihr Verwandte dort", erkundigte sich mitleidig die Frau. „Was Berwandte, zum Henker! Es ist ein Land, das ich nie- mals noch gesehen habe, das ist alles. Wo ist das Telegraphenamt?" „Für 3 Pesos und die Spesen gehe ich, es sind 7 Meilen", sagte der ältere der Knaben. Der Mann sah ihn mißtrauisch an:„Auch drei sind zuviel, war ich nicht, müde, ging ich selber. Meinetwegen, die Spesen wer- den jene vergüten. Telegraphiere die Adresie und sage, sie mögen selber kommen. Sind reiche Leute, nun erinnere ich mich, haben zwei Automobile. Es würde Wachen dauern, ehe ich zu Fuß wieder in Buenos Aires sein könnte. Und dann, Ungelegenheiten mögen sie selbst haben." „Einverstanden", erwiderte der Junge und ging, das Pferd zu satteln. Der fremde Reisende ließ sich sogleich in den Schuppen führen und warf sich angezoen auf das Heu. Als sich der Hund wie immer neben chn hinkauert«, jagte er ihn mit einem Tritt davon, dann wandte er sich auf die ander« Seite, zwischen die Zähne hinmurmelnd. Den nächsten Tag verbrachte er auf den Feldern, indem er der Arbeit des Farmers und seiner Söhn« zusah, ohne selbst daran teilzunehmen. Bis der Alte sich nicht mehr enthalten konnte, ihm zu sagen: „Die Arbeit muß Ihnen behagen, wie dem Teufel das Weih- wasier..." „Grad' so", erwiderte der Reisende ruhig,„auch weniger. Viel- leicht, hätte ich gearbeitet, wär ich heute reich, aber's ist besser so", und wälzte sich, weil ein Sonnenstrahl sein Gesicht erreicht hatte, faul näher an den Stamm des dürftigen Bäumchens, unter dem er ausgestreckt lag. Dieser Tag verging, und noch einer. Bei Sonnenuntergang des dritten Tages langte über die Felder und aus Straßen, die kaum für Wo« befahrbar waren, wackelnd und ratternd ein großes AutomoÄl an. Es entstieg ihm ein blasses, in Seide ge- kleidetes junges Mädchen, das sich auf den Hund stürzte, der unter der Türe der Faktorei zu Füßen des Wanderers gekauert lag. „Chaco, Chaco". rief das Mädchen, den Hund umarmend. Der Hund wedelte, bellte, winselte und leckte Gesicht und Hände des Mädchens. „Senorita", sagte da plötzlich der Fremdling, eine Hand rauh auf die Schulter des Mädchens legend,„wenn Sie nichts dagegen haben, möchte ich gehen. Habe schon zwei Tage verloren und sollte zur Stunde schon west fort sein. Dem Hund geht es gut. Er ist sogar dicker geworden." „Wahrhaftig, er sah niemals so gut aus. Sie warten auf das Geld... hier... und dies für das Telegramm... und dies für den, der telegraphiert hat. Ah, Chaco, warum bist du denn davongelaufen? Oh, nun werde ich aber gut aufpassen. Wo ist das Halsband, Giacomo? Danke... Schau, Chaco, ein ganz neues Halsband, mit Beschlägen aus echtem Silber, und auch der Riemen Ist neu... Wie, du willst nicht? Nun, meinetwegen, ich lasse es, bis wir in die Stadt kommen. Giacomo, ist der Wagen bereit? Ja? Dann können wir gleich zurückfahren und vor Abend noch in jenem Dorfe sein... Kamm Chaco." Der Hund winselt«, machte«ine Bewegung, ohne fich ob« von seinem Platz zu rühren. „Auf, Chaco, jetzt nicht den Widerspenstigen spielen", sagte das Mädchen und versuchte da» Tier zu umfassen. Diese» aber knurrte auf, unerwartet: es war das tiefe Knurren des wilden Tieres, das zum Angriff bereit ist. Ein Augenblick tiefsten Schweigens folgte, dann stammelte das junge Mädchen mit ge- brochener Stimme: „Chaco..., warum..., ich kam bis hierher. Dater hatte mir den schönsten Pekinesen von ganz Buenos Aires versprochen, ein neues Pferd und alles, was ich mir sonst noch wünschen wollte, ich aber habe nichts anderes getan als weinen, und du..„ warum willst du nicht mit mir.zurückkommen?" „Senorita", sagte ernst der Farmer,„dies ist kein Stadthund, der hat das Blut eines Halbwolfes in seinen Adern, der braucht Freiheit". „Aber, als er bei mir war, war er doch glücklich", antwortete das Mädchen mit tonloser Stimm«. „Wäre er glücklich gewesen, wäre er mir nicht nachgegangen", murmelte rauh der Reisende,„ich jagte chn dreimal weg, auch mit Steinen.— Und somit begrüße ich die Hcrrschasten, muß mm gehen". Der Hund sprang an die Scste des Fremdlings:.Geh', elendes Tier, ich könnte dir nicht einmal alle Tage etwas zum Fressen geben", brummte der Mann.„Warten Sie, Senorita, ich lege ihn an die Leine und gebe sie Ihnen in die Hand; so wird er nicht mehr davon- laufen können." „Nein", sagte da plötzlich das Mädchen. Sie war wohl erst fünfzehn Jahre alt. unermeßlich reich, vom Leben verwöhnt und hatte stets alles erhalten, was sie sich wünschte, doch war in ihr immer etwas Ursprüngliches, das instinktiv das Rechte erfaßte, und das sie jetzt entscheiden ließ: „Nein", der Hund wäre bei mir unglücklich, er ist für ein anderes Leben geboren. Gehen wir, Giacomo, auf Wiedersehen, meine Herrschaften." Und erst, als der Wagen so weit entfernt war, daß niemand mehr sie sehen konnte, begann sie wie ein Kind zu schluchzen. Als das Auto den Blicken entschwunden war, führte der Wan- derer die Hand grüßend zur Mütze»nd entfernte sich schweigend. Der Hund folgte ihm mit seinem raschen und schleichenden Gang, der dem der Wölfe glich, die frei und hungrig in der Pampa leben. ä)agmar Sperk: Wiederholung tilelil möglich Man hat so etliche Erinnerungen an sein« Kindheit und zeit- weise jällt einem allerhand davon«in. Ja, das war im Sommer auf dem Land und jenes einmal im Winter, sagt man zu sich. Und dann kommt einem irgendeine Kleinigkeit, fast ein Nichts ins Gedächtnis und man denkt, das, ja das war zur Weihnachten, und ist selig von Entzücken erfüllt. Es geht einem sonderbar, wenn man dann weiter nachgräbt. Ja, in dem Jahr war das noch so, denkt man und im nächste» Jahr war das schon ganz anders und am End« landet man bei dem Jetzt und dem Gefühl, wi« sehr das alles vergangen ist. Manchmal ist vielleicht doch noch ein« Eck«, eine kleine Insel von dem Früher übrig geblieben und man könnte zu diesem Der- gangenen auf Besuch gehen, so tun, als ab man wieder«in Kind sei, um noch einmal etwas von den Empfindungen der Kindheit zu naschen.-Aber meist bekommt man zu so einer Reprise nicht mehr die alte Orlginakdekoratton zusammen, und die Mitspieler sind weiß Gott wohin zerstreut. Heute könnte vielleicht sogar das damals Nebensächlich« unser Herz besonders erfreuen, das ist so sonderbar... Görade diese kleinen Nebensächlichkeiten waren es doch einmal, die unser Weih- nachten von dem, das hunderttausend andere feierten, unterschied, die gehörten uns allein. Lei uns zu Haufe z. B. wurde immer darüber gestritten, ob russisch« oder deutsch« Weihnachten gefeiert werden sollten. Schon Ende November fing man damst an. Meine Mutter war für die deutschen, mein Bater für die russischen Feiertage. Zu St. Nikolaus kam der Streit immer in sein kritisches Stadium. Ich war mir nie im klaren, ob ich nicht für olle Fälle lieber schon am 6. Dezember deutschen Stils meine Schuhe herausstellen sollte. Einmal tat ich'- imd mußte sie sehr enttäuscht leer wieder' hereinholen. Dreizehn Tage spärer standen die Iagdstiesel meines Vaters gejüllt vor meinem Bett. Der gute russische'Nikolaus hatte mich beschenkt! Mit einemmal hatte der Streit ein Ende. Ich kam noch Deutschland in Pension und mußt« wieder pünktlich nach den Ferien in der Schule sein. Meine Mutter mußte mich zu den Ferien abholen. Sie kam immer um ein paar Tage zu spät: so wenigstens ist es mir heute in Erinnerung. Täglich stand ich zu der Zeit, wenn die Züge aus der Richtung Oppeln kamen, am Fenster und wartete. Ml« anderen Pensionärinnen waren schon weggesahrcn. Dann endlich kam meine Mutter. Die Geschwister waren krank gewesen oder ihr Paß war abgelaufen und sie hatte es vergessen. Während wir dann durch die Stadt gingen, erzählte mir meine Mutler, das war so ein« Art Traditioir,„wie dieses Jahr das Bahnhofsrestaurant in Oppeln auegeschmückt ist".„Ein riesiger Baum, und wie er glänzt, denk dir, Eiszapfen mis Glas find dran." Und ich wurde schrecklich neugierig.— Am nächsten Tag fuhren wir dann.— Ich saß die ganze Zeit am Fenster und schwankte zwischen Uebelkeit und dem Wunsch, olle Reh« ans der Strecke Brieg— Hcrby zu sehen. Endlich war«n wir an der Gvenze in preußisch Herby. Der Bahnhofsrestauroteur Philipp begrüßte uns, denn er kamite uns gut von vielen Fahrten über die Grenze. Ich durfte mir ein Glücksbeutelchen vom Büsett hol«n und im letzten Moment kauften wir noch ein bis zwei Schachteln Pfefferminz.„Ach, Sie haben nur Mikfch, ich hätte lieber Sobzil"— das sagt« mein« Mutter quasi als Zlbschied jedes Mal zu Herrn Philipp. In Rufsifch.Herby war dann groß« Aufregung, ob mein neues Kleid und die Puppen meiner Schwestern auch ohne Zoll durch-- kommen. Mit uns übrigens verfuhr man meist sehr liebenswürdig, nur Polen und Juden hatten es sehr schwer. Von der Grenze ab fuhren die Züge nie pünktlich(so ist da» in»reiner Erinnerung) u--« sitzen lange in dem russischen Bahnhofs- restaurant und trinken Tee mit Zitrone aus hohen Gläsern. Uns gegenüber ist eine Tür,«ine ganz besondere Tür. Sie führt in«in Zimmer. Alle nennen es nur„dos Zimmer". W«nn die Damen die Zollrevision glücklich passiert haben, gehen sie hinein, um die doppellen Blusen und Rocke oder Kleider dort auszuziehen oder wohl auch mal ein paar Meter Stoff von sich herunterzuwickeln. Nach einiger Zell treten sie dann verschämt lächelnd und verjüngt wieder in den Restaurationssaal. Äch, es war doch eine zu herrliche, köstliche Komödie, diese Grenzkrotrolle. Trotzdem war das damals sozusagen nur wie eine Brücke, über die man notwendigerweise gehen mußte, um in das Weihnachtsland zu gelangen. Heute hat sich das irgendwie ver- schoben und die Erinnerung daran kann jene freudige Spannung und Erregung auslösen, die einmal in der Kinderzest mit dem Begriff„Weihnachten" verbunden war. Gewiß, es gibt auch heute noch Grenzen und Zollrevision und möglicherweise gehen in entlegenen Ecken auch heut« noch ähnliche Szenen vor sich. Aus Herby aber mit feinem Zimmer, was ist daraus geworden? Ich weiß nur eins, daß es keine Möglichkeit gibt, noch einmal die Strecke über Herby zu fahren und jene Szenen und Erregungen der Kindheit in Wahrheit zu erleben. Die alte Originaldckoration ist nicht mehr da.— Sakanismus in England. Die englische Presse bringt in der letzten Zeit aussührlichc Enthüllungen über geheime Gesellschaften van Sairniisten in England, die, wie man bei dieser Gelegenheit erfährt, eine unheimli-be Verbreitung haben. Das Zentrum der englischen Satanisten ist die Grafschaft Wales, wo sich heute nach uralte Uebcrliefsnmgen aus heidnischen Zeiten erhalten haben. Die Bevölkerung lebt dort unter dem Zwang unzähliger Borurteile. Vor kurzem z. B. wurde ein Bauer in Wales wahnsinnig, weil er vor dem bösen Blick Angst hatte. Die Satanisten haben die allen abergläubischen Sitten modernisiert. Nicht nur in den Städten von Wales, auch in kleineren Dörfern sind Vereine schwarzer Magier aus dem Boden gewachsen. In London sind die Tempel der Satanisten mit unerhörtem Luxus ausgestattet und werden von blasierten Vertretern der aristokratischen Gesellschaft, die an wildesten Orgien teilnehmen, gerne besucht. Die wcaigsten Feiertage von allen Ländern hat Holland, das nur fünf Tage im Jahre außer den Sonntagen Völlige Arbeitsruhe macht. In Griechenland dagegen hat man 34 Feiertage. tKein fWeißnacßfen dürfte oßne tr semi f Verkauf nur In•lar«n*n Flllalenl Clffana Fabrikation I BIIIIkI QualltAtl Noch ist es Zeit, noch ist die Auswahl groß! Der große Weihnachtsverkauf hat stark eingesetzt! Die feinen welchen Spitzkuchen! Das gute PfefPerkuchenherzI Nürnberger Pfefferkuchen! PalnerMarzfpan! Geschenkpackungen für eilige Käufer! . Sodbrennen i Teelöffel Theater, Lichtspiele usw. Staats Theater Sonntag, den 20. Dezember staatsoper Unter Pen Linden 30 Uhr Eine Nacht In Venedig Slittl.SduDspiilbiiis GntinunanU. 20 Uhr Schiller-Theater Cfcirlitlrttar?. 20 Uhr Datterich TW. S v. Uhr» H Barl.«28* N ONI LOLITA BEN AVENTV and das ffral« WalhnacftU-Programm I Benutzen Sie den Vorver- M kauf fOr die Welhneehte- U Felertaee I(Täglich ab 10 Uhr ununterbrochen) WM •Garten- 6.15 Dkr Flors J«4 6,«lies«I-sd! 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Der Zinsfotz ist, wen» er 8 Prog. oder weniger� aber mehr Roscnthal C.r als 0 Prog. beträgt, auf' 6 Proz. herabgefeht.— g. 8. 27. Sie find zur Entrichtung der • fli' gegen Duroersteuer nicht verpflichtet, da Personen, die laufend Unterstützungen au« der öffentlichen Fürsorge erhalten, hiervon befreit sind. Wir raten aber, gegen die Herangiehung zur Bürgersteuer bei der Semeindebehörbe Einspruch zu er. bebe». Bei Ztarstadt am Hcrmonnplotz bietet sich heute nachmittag zwischen Z und 7 Uhr die letzte Gelegenheit, von Lieblingen des Publikum, Autogramm« zu er. er» Sei halten� Damit hat die Sünstlerhilfe, die täglich von mehreren Taufende» besucht wurde, ihre» Abschlug gesunden und»an kann wohl sagen, daß das Resultat ■ l glänzende» gewesen ist. Ihr Erscheinen habe» u. a. zugesagt: Fritz Sanrpers, W Uta Sonelano, Säte Haaä. Eugenie Rikolaieoa, Marlann« Winkelstern, Otto Wallbupg, Albert Prejean. Paul Nikolaus, Erich Caraw, Felix Bressart. Mit dem Esse» so» man aufhöre», wenn es am besten mundet, doch Weih. nachten wirb dies« bewährt« Regel wohl am häufigsten übertreten. Die Folgen stnd VerdauungsstSrungen, Maaendeschwerdc», und das sehr unangenehme Sod- brennen. Ein Teelöffel Bullrich-Salz oder l— 2 Tabletten bringen sofortige Er- leichterung und eine reibungslose, angenehme Verdauung, Aber warten Sie nicht, bis die Beschwerden sich einstellen: nehmen Sie dieses in seiner Wirkung seit über 100 Jahren unübertroffene Mittel als Borbeugung gegen die lästigen Beschwerden sofort nach jeder Mahlzeit, Millionen nehmen„Bullrich-Salz" täglich: es ist oollkommeu unschädlich und- selbst bei dauerndem Gebrauch oon '-ichbl-ibender guter Wirkung. leweicr-Weihnacht-messe. 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Tboorienbilduag!» der Biolofie»om Altertum bis zur Neuzeit. Schaxel:„Das Gcsdhlecht, seine Erscheinungen, seine Bestimmung, sein Wesen bei Tier und Mensch". Auf«Iis fiejen die»«« Problem» wild die 'ui»»«i»<1i«fUidi betzründete Antwort gegeben. Schaxelck JDas Leben auf der Erde"*. T rttrf-' wgywafyft. Fedingnnyen. G«Ae Gesdiidtlsbetrathtnug mit Beispielen aqa der GesdiiditsehtwldÜang. Kanitz:„Das proletarische Kind in der börgerlichen Gesellschaft". Erziehung des proletarischen Kindes und sein Heran wamsen in der heutigen Gesellschaft Reichwein:„BIitzlicht über Amerika". Skizzier unr des Geistes und der eigenartigen Struktur der Wirtschaft Amerikas. Topf:«Der Menschheit täglich Brot". Lurwtdcla&ssns&ldtt« der Bretbeieitung. knlbiT- katzdli��olkjwirmchwftji�i, wiltpaUilsdk und Wagner:„Geschlecht und Gesellschaft". Sonologi» des' Sezutllebea» in der bSTgezlidien Gosellsdiaft. Technik Länunel:„Moderne Elektro wirt- schaft". Die teduiiseha Entwicklung der ElekiTewirindiaft und seine soziale Bedeutung. Weckerle:„Rad und Ranm". Kapitafbildnng, Imperialismus. Kriegsgefahr. Weltmarkt-im Zusammenhang mit dem Verkehr. Wecherle:„Mensch nnd �faschine". Die Beziehungen des Menschen zu den Werkzeugen. Lowiisch:„Energie-Planwirtschaft nnd Sozialismus". Hier wird der Beweis geführt» daß Technik und Energiequellen den Sozialismus längst ermöglichen. VcUtabübnen- Klaasibev %uf ßvinnevwtng tut Adolph ffoffmeenn ge»cbm»drroll in Leinen gebunden, statt bisher Spatherbsthihten. kertonierl........ RM. 1< SM. 2JU jetzt nur RM. IM pro Band. Goethe........ 6 Binde Heine........ S Bände Grabbe........ 2 Bände Kleist........ Z Bände Hebbel........ 4 Binde Sdilller...... 4 Bände tcmlnl........ 2 Binde Büdiaer...... 1 Band Shakespeare............................ 4 Bände Amoretten, in Leines gebunden...... RM. 3.— RM. 1,- RM. 4.« .Amoretten, kartoniert Knorke, Sdiolbnmoreeke, geheftet Höckmanns Erzählungen, Leines geb. EU. t,— Episoden und Zwiseheurule an» der Parlaments- und Ministerzeit. kart... RM. 1.- Stantllehe genaanten, sowie die in den Inseraten unserer Parteibuchhandlnns J. H. W. DCETZ Jfaehf. anlgefCUirten BOcher werden anf Wunsch durch nnacre Anacnheatellen frei Haas geliefert. Wir empfehlen femer Abonnements auf f>ie Frcxzccnwelf dl« zeitreBpäßoHalbmonaUfchrllt des sozialistischen Hanshalts erscheint Utäglich. Lieferung frei Hans zum Preise von S5 Pfg. ro Exemplar, mit Sdinittmnstcr- gen 45 Pfg pro Exemplar- f>ei* Wahre Jacob das seit Jahrrehnten bewihrto satirisebe Witzblatt der Arbeiterklasse erscheint täiägUch. Lieferung frei Haus rurn Preise tob 30 Pfg. pro Exemplar. Kulturpolitisch« Monatshefte dber Natur nnd Gesellschaft mit Ujährlidier Bucfabeigaber Abon- uementsprels von RM. 1.60 ▼ierteljäbrlich an. SS Abonnemente nehmen eimtl. Vor w&rts- Anecaheetellen n. deren Botenfrauen entgegen ,,Vovwävlsf'~?U»veißbalendev Preis 2.— M, sowie das Jahrbuch„Kinderltutd" Preis IAO M.(nur»och In•wenigen Exemplaren rorhanden). Vorwärts-Verlag GmbH., Berlin SW68, Lindenstr.3 GENOSSENSCHAFT BERLIN U. UMGEGEND E.G. M.B.H. Vergessen Sie nicht daB wir in unserlen Abgabestellen alles für das Weihnachttfert Mehl Weizenmehl Pfd.Or24 F. Auszugmehl, griffig o. halbgriff. Pfd. 0,28 Feinstes Auszugmehl 5-Pfd.-B«utel 1,45 bereithalten ecRdcariftlcel Zucker Fett Zucker gem. Pfd. 0,35 GEG-Vanille- zucker.. Beutel 0,05 KalkeierSfück 0,05 mittelgroß Backmarg..Neutral* Pfd 0,40 Backbutter.. Pfd. 1,08 Gutsbutter..Pfd. 1,16 Kokosfett... Pfd. 0,40 Schmalz...... Pfd. 0,52 Rindernlerentalg Pfd. 0,50 Fruchte� Gewürze und Backhilfsmittel Sultaninen Pfd. 0,74 u. 0,48 Rosinen,. große......... Pfd. 0,60 Korinthen... Pfd. 0,56 Zitronat Pfd. 0,92 Mandeln,«aß oder bitter...... Pfd. 1,72 Mandelersatz, gebrauchsfert. Pfd 0,90 Kokossohnltz. pm. 0,40 Zitronen 0,O6 u 0,05 QHQ-Backpulv. Btl 0�8 QEQ-Zitronen9I P- 0,IO QEQ-8Ittermandel- öl......... Flasche 0,10 GEQ-Zuckerglasur Beutel 0,20 Kuchen aus unseren Bäckereien Rosinen- u. Mandelstollen..... Pfd. 0,60,1 Rosinen- u.Mandel 1,30 naptkuchen— 0,60, 1,—, 1,30 Streuselkuchen Blech 4,20, 5,40 Bienenstich...... Blech 4,80, 6,40 Mandelkuchen.. Blech 3,20, 5,40 Zuckerkuchen... Blech 2,80, 4,20 Sterngebfick...... Pfund 0,60, T,— Torten(jen. Ausführ, u.Größe] v. 0,90an KonditorsiOcke Stück 0,10, 0,15,0,20 Sandtorten....... Stück 1,40, 2,80 Schloßkuchen.......»..Stück 0,80 Teegebäck................Pfund 1,10 Schokoladengebäck.... Pfund 1,28 Spritzgebäck........... Pfund 0,80 Flelsdt für den Festflsraien Schweinekotelett....Pfd. ab 0,80 Kamm und Schuft....... Pfd. 0,75 Schinken m. 8............ Pfd. 0,70 Schulterblatt............. Pfd. 0,65 Rouladen.............. Pfd. ab 0,90 Schmorfleisch o. Kn. 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Januar 1832 dir Beiträge ans 7 Prozent I-stg-I-dt. Berlin-Köpenick, den IS. Dezember INI Der Vorstand Ott» Nickel, forschender. WMUMdM-WMll aaUllvS. kadriesei' u. gelter Monlap. den 21. Dezember. adeado I Uhr. im verdondohanfe, CmleasttaQc 83/85.«Eingang Etstlster Strafte 8b 88. Slhungezimmer IV, 4 Treppen Ao�erordenil. Ferlraaens- männer-itonfereiu der Rohrleger und Helfer Adifung! Adünng Bude-Apparate-lflempner Dlenslan, den 22. Oetembec. nachmittags 5 Uhr, Versammlung oller Kollegen der Bade- Apnarate- Bebiebe Tagesordnung? Die Lohnrcgelung ab l. Januar 1SSZ. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt Es ist Pflicht aller Kollegen, zu dieser Versammlung zu erscheinen. Adifung, Anftenmonlenre! Sonntag, den 22. Dezember, •arm 0 Uhr. Im Uord weft Blaflno Bertin JttD 82. Utt-Moadit 55 Versammlung aller Im Oenledien Mrtallarbelier- Verband orgonftlerlen Montenre, aiKidillehUdi Hcizungsmonicnre Die Tagesordnung wird in der Per sonnnlung delantgegeben. Mitgliedsbuch legitimiert! Zahlreicher Besuch wird erwarlet. Adiluugl Den UUtgliedern zur besonderen Beachtung t Der weihnachtssrlerlage und des zvensahrslages wegen bleiben die SSrordume am 25» und 28. De» zember 1931 und am 1. Januar 1932 geschlossen. Um 24. und 31. Dezember 1931 ist nm 13 Uhr Baroschluh. Die OHeeerwaUnng. Am Mittwoch verstarb unser altes treues Mitglied, der Wenosje llermsmi Spsiittalt nach futchm Krankenlager. Ehre seinem Audeukeul Die Veerdiquna findet statt am Dienstag, dem 22 Dezember, IW, Uhr, out dem zsiiedhoi Marzahn. Rege Beteiligung erwartet Der Borstand der 39. Abk. Relcfaibanner Scbwarx-Rol-GoM Am Montag, dem 14. De- zember, verstaxb nach lurzem Leiden unser Führer Wilkelm ttenicke im Wter von 4S Jahren. Ehr« seinem Aubenkeuk Ortivrreto Treptow. Die Einäscherung findet am Mon. tag. dem 21. Dezember, 18 Uhr, im Kiematorium Baumschulenweg statt. Pflichlveranstallung für alle Ka» meraden öenttdiet �izllstbeillis'ülisvziil! VerKeaUnugwtelle Berlin VQdBSSNTSlg«' Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Dreher Rick. Luickhardt geb. 24 Juni 1864, am 17. Dezember gestorben ist Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Diens» lag, dem 22 Dezember,>4'/, Uhr. im «remaiorwm Baumschulenweg, Kies- holznraße, statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Orteverwalinng. Statt Karten I Für die vielen Beweist herzlicher Teilnahme anläßlich de» Hinscheiden» UN, eres aeiiebleu, unvergeßlichen Gauen und Batees Otto Gessel sagen wir hiermit allen Verwandten, Freunden und Betannien, den Mie- lern de» Hauses Richardftr, 62. den Kollegon und Blitarbeuern der Firma Zwieiusch& Co.. und den iSenosstnnen und Genossen der 93. Abt. unseren herzlichsten Dank. aiwlne Jesacl R�Äde}��-- Danksagung Für die unS anläßlich des Hln- schkibens meines lieben Mannes. unsere» gu'.en Pater», Echwieger- und Großvater» «untsv Pinner erwieleue Teilnahme allen Bcrwand- ten. Freunden. Bekannlen herzlicheu Dar! Besonderen Dank den Se» nolfinnen und Gonoflen der 23. Abteilung, insbesondere dem Genossen Mohrmann sstr leine trostreichen Worte am Sarge de» Euischlaienen Klara Pinner nnd Kinder. I Ol**' teÄ I_*n«Oes grnna. Qe8chonkgu»«chelnGKu3r 5,10, TOM, j Orfci in Oe.« •nbeakkart lallt wMd ka» tf» �5.0.85 ' ka Ute» � U0j loatroneate» Feine Tonettecelf»� 4StQeSiiaG«-f%- CA «cheokkarvio ftOhUngtblimkenseHe, er an oairamiert.« StOoh A Q£ Im luno»__________ ü#oO «erctSober» echt Blei krl«t-,1 Cf\ mit BtehbalL.»/OU BnoCRlas, mit O AA Qiuatesbiil-tiW Konfitüren Tannanbamnk«lu«Pii 0,45 Woihnechts-Schokolada r»!imii°d.. spßf 0,50,, od r 0,25 Manlpankartoffaln___ adar laagaMMk....% fli 0,75 Oomtnottalna_ gefällte, scutea Fabrikat. V,W<1 Amorte-I Anemf-] rentt ectivars Cröpe Maro- ealiL mit eebt. SUberatilLs-ge 2,85 echten» ßalflaiiled, beimtaache v. mehret eno CA .O/OU Abteil UDgen*- toaataf. tief. A«. 038S gMt.„u Elp» 'etrarg.»«, p VC btnd, gri« Werk, mit 1 Q CA MHee.ftMW.'Vt-l lu Sletnea. 1 1. Garantie' Ö,3U | Kalna» Marzipan In Broten und orlglnelldn Flguran| CrSpe- Decke •welw od, bdgefrrblgei Fond, mit apart. Dekura, indan:hrent*rble. OrOeae ca. 90;» cm Heute früh starb nach längerem schweren Leiden unser lieber Mitarbeiter Max Müller im 65 Lebensjahre. Seit 1915 bei uns tätig, hat er sich durch treue Pflichteriüllung und durch sein stets freundliches Wesen ausgezeichnet Wir werden sein Andenken in Ehren hallen. Benin, den 19. Dezember 1931. Qewerkschattshaus G. m. b. H. Die Einäscherung tindet am Mittwoch, dem 23. Dezember, 17 ühr, im Kremalorium Oerichtstfaße statt Einmaliges Anöeboi! I STAHLKl.INGEN y««««««ck»,««». äD"«a 1.701 aa Iranko Nachnahme Ithein. Metallwarenfabrik, Bad- Godesberg; Meine seit JO lahren im Hause Fried—_ rich.-traBe 239 befindliche Praxis habe t SPITZE ich jetzt nach lilnd en atraD e 3 (VorwBrtabaus) verlegt Martin Frey, Dentist Staat), geprüft Sprechst 9—13. 15—19. Sonnabds. 9—13. -onmags auch nach vor erig. Anmeldg. Zur Kr.nkenkassenbehandl. zugelassen. San.-Bat ür. Geory Ifiiser verzogen nach Mobrensiraft- 2» Oendarmenmarkt). Fernsprecher: Jetzt MesSrar 9542. Untergrundbahn, vfNH kÜtKänitäll-66'57 1 ISO» «hdo»*'«"»; »»->- G,i: teb.nk. OIE Seinsrd»'14* SpUze."'»»»" Spitzre't0® I SpNrersioco* BticadKHK�shdrperl zo ood unier Fäbrittprsls auf Qrund der Notverordnung 10 Prozent besonderer NachlaD Ge.Ge. m.b.H. Elisabeth-Ufer 28-29 9—6 Uhr Sonntag, den 13. u.20. D8zamb8rvon 3-7 Uhr geöffnet —- Schöne, heile, sonnige_ 11%-3-Zimmerwonny ngen mit Zubehör, auch Geschättsläden, vermietei die HeimstäHengesellschalt Primus in Berlin-Reinickendorf Bemer Str. 31 a