BERLIN Dienstag 22. Dezember 1931 110 Pf. Der Abend Erfcheint täglich außer Sonntags. Bugleich Abendausgabe des„ Borwärts". Bezugspreis für beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 m. pro Monat ( davon 95 Vf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus sahlbar. Bost bezug 4,32 m. einschließlich 60 Pf. Postzeitungsand 72 Vf. Postbestellgebühren. Spätausgabe des„ Vorwärts" Nr. 598 B 299 48. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezelle 80 Vf.. Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Vo ft fcheck fontos Borwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37 536. Der Berlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönhoff( A 7) 292-297 Preußen gegen Nazi- Agrarier Die ostpreußische Landwirtschaftskammer aufgelöst! Die ostpreußische Landwirtschaftskam= mer, deren Nazi- Mehrheit vor wenigen Tagen einen Beschluß faßte und veröffentlichte, der den Rücktritt des Reichspräsidenten und der Reichsregierung in einer geradezu unerhörten Form forderte, gilt mit dem heutigen Tage laut Beschluß der preußischen Staatsregierung als aufgelöst. Die Geschäfte der Kammer werden bis auf weiteres von einem mit sofortiger WirFung eingesetzten Staatskommissar versehen. Der Beschluß wird der Landwirtschaftskammer im Laufe des heutigen Vormittags durch den preußischen Regierungsvertreter in Königsberg mitgeteilt werden. Die amtliche Mitteilung. Auf Antrag eines Hakenkreuzlers hat die Offpreußische Landwirtschaftskammer am 15. Dezember folgenden Beschluß gefaßt: ,, Die Bollversammlung bittet den Herrn Präsidenten Brandes, dem Herrn Reichspräsidenten zu erflären: Der nstpreußische Landstand erkennt die Machtlosigkeit des Herrn Reichspräsidenten der heutigen Systemtraft gegenüber. In tiefster wirtschaftlicher und seelischer Not bittet er den Herrn Reichs= präsidenten sowohl für seine Person als auch für das derzeitige Reichsfabinett, den Weg alsbald freizumachen für Männer, die aus Kampf und Glauben zusammengeschweißt, jetzt nur noch allein in der Lage find, nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch das ganze Volk zu retten." カナ Dazu erklärt der Amtliche Preußische Pressedienst: Dieser Beschluß fordert ausdrüdlich den Rüdfritt des Herrn Reichspräjidenten und der Reichsregierung. Die den Antragstellern naheKehende Preußische Zeitung" hat dies offen bestätigt. Damit hat die Kammer politische Forderungen geftellt und die ihr gefehlich zustehenden Befugnisse überschriften. Selbst bei weit. herzigfter Auslegung des Selbstverwaltungstechies der Kammer fann ein solcher Beschluß im Interesse der Erhaltung der Staatsautorität nicht hingenommen werden und bedarf der schärfsten Ahndung. Zmar hat der Vorstand der Landwirtschaftskammer am 19. d. M. befchloffen, die Angelegenheit nochmals auf die Tagesordnung der nächsten Bollversammlung zu sehen, um nochmals überden gefaßten Beschluß zu beraten, mit der Begründung, daß ein Teil der Kammermitglieder sich über die Tragweite des Beschlusses nicht im flaren gewesen sei. Dieser Borstandsbeschluß kann jedoch nach Auffassung der Staatsregierung an den eben festgestellten Tatfachen nichts ändern. Die Staatsregierung hat fich deshalb genötigt gesehen, die Ostpreußische Landwirtschaftskammer aufzulösen und Für Groeners Weihnachtstisch. Eine sozialdemokratische Dentschrift über die ,, Legalität" der Hitler Partei. Gewalttaten der Nationalsozialisten Diese 238 Seiten starte Denkschrift der Sozialdemokratischen Partei berichtet über 1484 nationalsozialistische Gewalttaten, die im Laufe der zwei lehten Jahre begangen worden sind, mit 62 Toten und 3200 Verletzten. 589mal fonnte einwandfrei eine Bewaffnung festgestellt werden, darunter 167mal der Besitz von Schußwaffen bis zum Maschinengemehr; 42mal wurden fyftematisch sozialdemokratische, 39mal andere Berjammlungen gefprengt, 9mal erfolgten Angriffe auf die Referenten; 26mal erfolgten Ueberfälle auf Bolts-, Gewerkschafts- und Konjumvereinshäuser, 14mal auf gegnerische Zeitungen, 5mal auf gegnerische Zeitungsverkäufer, 11mal auf Presseberichterstatter und Redakteure; 33mal wurden Ueberfälle auf gegnerische Lokale bekannt. In anderen öffentlichen Wirtschaften wurden 31mal schwere Ausschreitungen begangen, auf öffentlichen Verkehrsmitteln 10mal; 100mal wurden schwere Mihhandlungen von Sozialdemokraten, 281mal von Reichsbannerangehörigen, 39mal von Mitgliedern der Sozialistischen Arbeiterjugend und 25mal auf Arbeitersportler gemeldet; in 35 Fällen wurden Angehörige bürgerlicher Parteien mißhandelt, 19mal Kinder, 30mal Frauen; 32mal erfolgten die Ueberfälle auf Kommando, 43mal erfolgten fie von SA- Heimen oder nationalsozialistischen Lofalen aus; 31mal wurden Angriffe auf die Wohnungen Andersdenkender gemacht, darunter 3mal auf ganze Arbeiterwohnblocs. 101mal entfland schwerer Sachschaden. In 3 Fällen erfolgte Brandstiftung, 11mal wurde Tränengas, 10mal Stinkbomben verwandt; 86mal wurden organisierte, bewaffnete Provokations- und Schlägertrupps festgestellt; 56mal wurden Polizeibeamte angegriffen, 11mal andere Beamie, 4mal Reichswehrangehörige. Troh des Mangels an besonderen Meldungen fonnten allein 34 planmäßige Verstöße gegen behördliche Anordnungen festgestellt werden; 9mal wurden Friedhöfe geschändet, Totengedenktafeln und Hindenburgbilder zerstört; nachweisbar erfolgten 19mal ausgesprochen sadistische Erzesse. In 17 Fällen wurde der Bollzug der Feme" gegen eigene Parteifreunde bekannt. Das ist die wahre Legalität der Hitler- Partei! Der Stuttgarter Schloßbrand Der Nordostflügel eingeäschert Landeskulturamtspräsidenten Pauly in Königsberg zum Staatsmeinschaft mit Hilfsmannschaften der Reichswehr tommissar für die zwischenzeitliche Verwaltung zu ernennen. Die Neuwahl der Kammer soll in drei Monaten vorgenommen werden. BVG.- Monatsfartenpreise. Die neuen Preise ab 1. Januar.- Die Miete in Berlin Nach Inkrafttreten des neuen, verbilligten Berkehrstarifes der Berliner Verkehrs- Gesellschaft find ab 1. Januar für die Monatsfarten folgende Preise zu zahlen: Straßenbahn: 1 Linie 9 M.( bisher 10 M.), 2 Linien 15 M. ( bisher 17 M.), alle Linien 27 m.( bisher 30 M.), Schülermonats= farte 5,50 m.( bisher 6 M.). Stuttgart, 22. Dezember.( Eigenbericht.) In der Nacht zum Dienstag ist es der Feuerwehrin Genach langen Bemühungen schließlich gelungen, des Brandes im Alten Schloß in Stuttgart Herr zu werden. Der Nordost flügel des Schlosses ist jedoch völlig ausgebrannt. Großze Gebäudeteile find eingestürzt, zahlreiche Studdeden zerstört. Auch der Nord- und der Südflügel des Schlosses haben sehr stark gelitten. Immerhin fonnten umfangreiche und sehr wertvolle AltertümerSammlungen, die Schloßkapelle und der Westflügel am Schillerplatz, gerettet werden. Insgesamt wurden bei den Löscharbeiten 45 Perfonen verletzt. Berbrannt sind wertvolle Bildersammlungen, die von der Ausstellung„ Schwäbisches Land" herrühren und im Dachgeschoß des Oftflügels aufgestellt waren. Schweres Einsturzunglück auf der Brandstätte. Stuttgart, 22. Dezember. Auf der Brandstätte ereignete fich um 11.15 Uhr ein schweres Einsturzunglüd. Die Mauer zwischen Südostturm und Schloßkirche brach mit dumpfem Krach zusammen. Eine Anzahl der an dieser Stelle tätigen Feuerwehrleute wurde mit in die Tiefe gerissen. Die beiden außerhalb des Uebergangsfarte Straßenbahn- Untergrundbahn: 1 Linie Straßenbahn und gesamte U- Bahn 16 M.( bisher 18 m.), 2 Linien Straßenbahn und gesamte U- Bahn 22 M.( bisher 24 M.), alle Linien Straßenbahn und gesamte U- Bahn 32 M.( bisher 35 M.) Untergrundbahn: Für Erwachsene 12 M.( bisher 13 M.). für Schloffes ftehenden Feuerwehrleitern wurden von den Gesteinsmassen Schüler 5,50 M.( bisher 6 M.). Der Uebergangsfahrschein zur Reichsbahn fostet nach dem Aufsichtsratsbeschluß vom 16. Dezember 1931 0,35 m. anstatt bisher 0,40 202. zerschmettert, ebenso einer der Leiternkraftwagen. Um 11.30 Uhr reurde die Zahl der bei diesem Unglüd Schwerverletzten mit fünf angegeben. Ein Feuerwehrmann, dem beide Beine zerfchmettert werben find, foll bereits gestorben sein. Die Löscharbeiten waren von Anbeginn dadurch erschwert, daß die Wasserleitung in der Umgebung des alten Schlosses für eine solch ungeheure Inanspruchnahme bei weitem nicht ausreichte, da aus ins218 Das alle Schloß in Stuttgart gesamt 2 Dugend Rohren Wasser weiter in den Brandherd geschleudert wird. Die Rauchentwicklung war so gewaltig, daß immer wieder Feuerwehrleute ohamächtig zusammenfanten und weggebracht werden mußten. Professoren protestieren. Gegen die Notverordnungen der Länder. Die rechts- und staatswissenschaftlichen Fakul- täten aller deutschen Universitäten haben dem Reichsinnenminister einen P r o t e st gegen die letzten Notverordnungen der Länder überreicht. Die Fakultäten oerweisen auf drei Beispiele, bei denen nach ihrer Auffassung durch Notverordnungen der Länder vcr- sassungswidrige Maßnahmen verfügt worden sind. Und zwar: 1. Thüringen hat durch Notverordnung Ausnahme- bestimmungen zuungunsten der weiblichen Be- a m t e n geschaffen, die in der Praxis darauf hinauslaufen, die weiblichen Beamten im Wege der Abfindung aus chren Berufen zu entfernen. 2. Preußen hat Vorschriften über den Beamtendienst er- lassen, durch die jeder Beamte gezwungen werden kann, auch in einer Stellung niederen Ranges Dienst zu tun, sofern davon sein gesetzliches Gehalt nicht berührt wird. Theoretisch ist es daher nach der Ausfassung der Fakultäten denkbar, daß ein Staats- s e k r e t ä r gezwungen werden kann, auf Grund der gekennzeichneten Bestimmung unter Beibehaltung seines Staatssekretärgehaltes das Amt eines unteren Beamten zu übernehmen. 3. In Preußen und auch in anderen Ländern ist durch Notverordnung die Emeritierung der Hochschulen abgeschafft worden. Das bedeutet, daß Professoren bei Erreichung der Altersgrenze nicht mehr mit vollem Honorar pensioniert werden können, sondern nur mit entsprechender Kürzüng der Einnahmen. Der Protest der Fakultäten schließt:„Die deutschen Universüäten fühlen sich in chrem Gewissen verpflichtet, durch ihre rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultäten nachdrücklich st»Einspruch gegen solche verfassungsändernde Maßnahmen zu erheben und fordern vom Reichsinnenministerium Abhilfe/ Die Ausführung der Notverordnung. Technische Anpassung der Gesetze. Die Reichsregierung wird im Laufe des' heutigen Tages eine Reihe von Bestimmungen über die Ausführung der jung- sten Notverordnung veröffentlichen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Fragen, denen eine mehr formale Bedeutung zu- kommt. So ist es nach Erlaß der letzten großen Notverordnung notwendig geworden, bestimmte Gesetze an die Bestimmungen dieser Verordnung anzupassen. Ferner wird die Geltungsdauer einzelner Verordnungen, die bis zum 31. Dezember befristet sind, über diesen Termin hinaus verlängert. Dazu gehört vor allem das Gesetz über den fünfprozentigen Zuschlag zur Ein- kommen st euer, das Lohnpfändungsgesetz, das eine bestimmte Grenze für den pfändbaren Teil der Lohnsumme fest- setzt und für die Bestimmungen zur Ausführung von Kunstschätzen bzw. Efsigsteuern. Schließlich ist in der Verordnung eine Ver- schärfung der bestehenden Vorschriften zur Bekämpfung des Schmuggels vorgesehen. Helldors-Prozeß bei Nr.-19. Werden die KurfürstendammnaziS aus der Hast entlassen? Im Helldorf-Prozeß erwartete man heute morgen Erklärungen der Verteidiger wegen der Haftentlassung der Angeklagten. Das Gericht fuhr jedoch in der Vernehmung der Angeklagten fort; an der Reche war Nummer 13. Wie verlautet, wird der Beschluß des Gerichts im Rahmen des Haftprüfungsverfahrens erfolgen, ohne Beteiligung der Schöffenrichter. Die Verteidigung soll ihre. Er- klärungen schriftlich abgeben, die Verkündung des Gerichtsbeschlusses wird erst am Nachmittag erfolgen. Die Angeklagten haben heute Ziviltleider an; sie sind auch alle pünktlich zur Stelle Ihre Verteidigung vollzieht sich nach den üblichen Methoden: alles bloßer Zufall, kein einziger war dabei, nur die Neugier hatte sie nach dem Kurfürstendamm getrieben. Gegen Mittag hat die Vernehmung Nummer 19 erreicht. Der unheimliche Gast. Zwei Revolver und eine Handtasche voll Schmuck. Am Montagfrüh kurz nach 3 Uhr betrat ein zunächst unbe- kannter Mann ein Schanklokal in der R u h e p l a tz str a ß e 27. Als ihm der Wirt ein Getränk verweigerte, weil er angetrunken war, zog der Fremde eine Pistole und feuerte auf Wirt und Gäste. Einen Gast traf er in die linke Hand. Die An- wesenden stürzten sich auf den Schützen, verprügelten ihn und riefen dann die Polizei herbei, die den Besinnungslosen ins Krankenhaus brachte. Der Mann wurde im Laufe des gestrigen Tages ins Staats- krankenhaus überführt, wo er noch vernehmungsunfähig darniederliegt. Außer erheblichen Kopfverletzungen hat er schwere Verletzungen im Genick davongetragen. Goldene und silberne Uhren, die noch PreisschUder trugen, deuteten daraufhin, daß der Mann irgendwo einen Einbruch ausgeführt haben mußte. In- zwischen ist die Person des Mannes festgestellt worden. Es ist ein 35 Jahre alter bekannter Ein- und Ausbrecher Emil Fuß, der von den Strafbehörden aus Bochum, Essen, Münster usw. wegen Raubes gesucht wird. Fuß hat sich oft in Berlin aufgehalten, aber immer nur um hier seine Beute zu verjubeln. In seinen Taschen fand man zwei Gepäckscheine über Stücke, die aus dem Bahnhof Friedrichstraße lagerten. Die Sachen wurden von Kriminalbeamten abgeholt und beschlagnahmt. Es sind zwei größere Handtaschen und eine Aktenmappe. In der einen Handtasche befinden sich zwei größere Kartons, die mit goldenen Herren- und Damen- u h r e n g e f ü l l t s i n d. Die nächste Handtasche enthielt seinen Mundvorrat. Wurst, Schinken, Speck, zwei Flaschen Sekt, eine Flasche Kognak usw. Wo er die Goldsachen her hat, weiß man noch nicht. Sie haben einen Wert von etwa 6000 M. Es ist festgestellt, daß sich Fuß in der letzten Zeit in Hamburg aufgehalten hat und über Neubrandenburg nach Berlin gekommen ist. Außer den ge- nannton Gegenständen wurden noch in jeder Handtasche zwei scharfgeladene Pistolen mit etwa 60 Schuß Munition ge- funden. Personen, die irgendwelche Angaben über diesen Schwer- Verbrecher machen können, werden gebeten, sich bei Kommissar Quoß im Polizeipräsidium zu melden. Labradors Verkauf an Kanada. Die Regierung von Neu- fundland hat der kanadischen Regierung mitgeteilt, sie sei bereit, das Nebenland Labrador für 100 Millionen Dollar an Kanada zu verkaufen. Labrador ist dreimal so groß als Deutschland, hat wegen seines eisigen Klimas aber nur einige tausend Bewohner. Zn Rom wurde im Verfahren gegen 30 Slowenen aus der iftrischen Grcrvipromnz der Hauptangeklagte zu 20 Jahren Ge- fängnis verurteilt. 18 Angeklagte erhielten Strafen zwischen 10 Iahren und 2� Iahren Gefängnis. Sämtliche Angeklagten wurden beschuldigt„Spionage" gegen den Staat zugunsten einer ausländischen Macht(Jugoslawien) getrieben zu haben. Wie stehts bei Borsig? Die nächsten Gorgen Nachdem die Belegschaft bei Vorsig bis auf einen Stamm von etwa 200 bis 300 Arbeitern wegen der Stillegung entlassen worden ist, sind inzwischen mit den verschiedensten Stellen Besprechungen über eine alsbaldige Wiederingangbringung des Betriebes vor sich gegangen, deren Ergebnis abzuwarten ist. Auch das Reichsarb«i tsministerium ist bereits Mit der Angelegen- heit bei Borsig beschäftigt, und zwar sind gestern die Betriebs- r ä t e gemeinsam mit Vertretern des Deutschen Metall- arbeiteroerbandes vorstellig geworden. Neben der Sorge um ihre W i e d e r e i n st e l l u n g, die nach Mitteilung der Werkleitung bekannllich nach und nach wieder er- folgen soll, müssen die Arbeiter und Angestellten auch noch den eventuellen Verlust der Werksparkassengelder befürchten, wenn nicht eine Sanierung des Unternehmens gelingt. An dieser Werksparkasse haben sich etwa 70 Proz. der Belegschaft beteiligt, die ständig von ihren Lohnzahlungen gewisse Beträge zurückgelegt haben, so daß in dieser Einrichtung etwa 3 Mil- lionen Mark Spargelder angesammelt waren. Diese Spargroschen der Belegschaft genießen keinerlei bevorrechtigte Stellung, sondern rangieren neben den anderen Forderungen. Die Verwallung erklärt, daß die Gelder hypothekarisch auf Grundstücke, Werkanlagen und Maschinen eingetragen sind. In welchem Maße dies« Forderungen aber bei den heutigen Ver- hällnissen realisierbar seien, müsse als fraglich und unsicher hingestellt werden. Die weitere Frage, deren Lösung für die enllassene Belegschaft von vitalster Bedeutung ist, ist die, ob es bis Donnerstag gelingt, die Gelder für die Lohnzahlungen in Höhe von etwa 150000 Mark herbeizuschaffen. Auch hierüber sind, wie die Werkleitung mitteilt, mit den verschiedensten Stellen Verhandlungen eingeleitet, ohne daß es bisher gelungen wäre, die fehlenden Gelder zu erhalten. Die Werlleitung hofft allerdings, daß zum Ultimo noch Außenstände eingehen. Zu diesem Zellpunkt müssen aber auch die Angestelltengehälter gezahlt werden, wofür 300 000 Mark erforderlich sind. Notverordnung gilt nicht in Nrannschweig! Will die Neichsregierung weiter zusehen? Braunschweig. 22. Dezember.(Eigenbericht.) In einer sozialdemokratischen Beschwerde, die an den Reichs- tanzler und an den Reichsinnenminister abging, heißt es über die durch die Nationalsozialisten in Kreiensen hervorgerufenen Zu- stände u. a.: „Die NSDAP, hat die ehemalige Waffenfabrik Burgsmüller in Kreiensen gekauft und diese als SA.» bzw. SS.- Kaserne eingerichtet. In dieser Kaserne sollen etwa 150 Nationalsoziali st en untergebracht fein. Am Sonntag, dem 13. Dezsrnber, ist eine zweite Kaserne eingeweiht worden. Die Einweihungsfeier ist durch einen protestantischen Pfarrer einer Nachbargemeinde von Kreiensen vorgenommen worden. Wieviel Nationalsozialisten in dieser Kaserne untergebracht werden sollen, ist uns bis heute noch nicht bekannt. Auf dem höchsten Schornstein der ehemaligen Waffenfabrik Burgsmüller weht eine riesige Hakenkreuzfahne, die kilometerweit zu sehen ist. Trotz Uniformverbot laufen die SS.- und SA.-Ma««- schaften in Uniform, mit großem Hakenkreuz ge- schmückt, öffentlich auf der Straße herum oder halten sich in Gastwirtschafte« auf. Der Arbeiterschaft ist es kaum möglich, irgendwelche Veranstaltungen zu treffen, weil die Lokale immer von National- sozialisten überschwemmt sind. Dabei benehmen sich diese Leute in den Lokalen und auf der Straße in provozierender Weise. indem sie Einwohner durch„Heil Hitler" begrilßen, und wenn diese darauf nicht antworten, auf dies« zeigen und sagen ,chaz ist auch einer von denen". Es ist wiederHoll vorgekommen, daß nachts vom Dienst heim- kehrenden Eisenbahnern von den NationalsozialPen mit Taschenlampen in das Gesicht geleuchtet worden sst. Ein Eisenbahnbeamter fand morgens rechts und links an seinem Hause zwei große Haken- kreuze angeklebt. Die Nationalsozialisten sind aus alle» Gegenden des Reiches in Kreiensen zusammengezogen. Ständig finden Feld- und Nachtdienstübungen statt und niemand.ist da, der hier eingreift. Wie uns aus Kreisen der Eisenbahner gemeldet wird, sollen bei dem Kauf der Burgsmüllerscheu Waffenfabrik noch für ungefähr SV OVO M. Waffen in den Besitz der Httler-Partei übergegangen sein. Ganz abgesehen davon, daß dies Auftreten der Nationalsozialisten in Kreiensen mit der Nowerordnung vom 8. Dezember 1931 in Widerspruch steht, bsstelst bei dem provozierenden Austreten der Nationalsozialisten die große Gefahr, daß es eines Tages zu scharfen Zusammenstößen kommt." Das Schreiben verlangt zum Schluß von der Reichsregierung sofortige Bsfeitigung der dargelegten Beschwerden. Die Post läßt sich Zeit! Gebührensenkung- aber erst am 1. April. Die von der Reichsregierung in Aussicht genommene Sen- kung der Po st gebühren trill aller Voraussicht erst zum 1. April des neuen Jahres in Kraft. Der Antrag des Reichs- postministers lautet dahin, die Gebühren um insgesamt 120 Mil- lionen Mark monatlich zu senken. Im einzelnen ist beabsichtigt, die Wortgebühr für Telegramme, die bisher 15 Pf. betrug, aus 10 Pf., also um 33 Proz. herabzusetzen. Es ist ferner in Aussicht genommen, die Gebühren für den Telephonfern- o e r k e h r um 10 Proz. zu senken und eine Senkung der Paket- gebühr in der gleichen Höhe vorzunehmen. Die Kosten für die Drucksache bis zu 20 Gramm sollen ab 1. April nach den Vorschlägen des Postministers an das Reichskabinett 3 Pf. im Inlands- verkehr betragen. Eine Herabsetzung der Rundfunkgebühren ist nicht beabsichtigt. Schiffsbau durch die Kammer gezaubert Protest der Sozialisten gegen GefchästsordnungStricks. Paris, 21. Dezember.(Eigenbericht.) Die am Frellag vormittag in der Kammer erfolgte debattelose Annahme des Marinebauprogramms für das nächste Jahr hatte in der Kammersttzung am Montag ein Nachspiel. Nach der Verlesung des Protokolls der Freitagsitzung sprach der Sozialist Vincent A u r i o l sein Erstaunen darüber aus, daß das Marinebauprogramm am Frellag in der Kammer angenommen worden sei, obgleich es nicht auf der Tagesordnung ge- st a n d e n habe. Die sofortige Diskussion eines Gesetzentwurfes könne nach der Geschäftsordnung nur bei Vorlagen angewandt wer- den, die den zuständigen Kommissionen aus Zeitmangel nicht unter- breitet worden sind. Das fei bei dem Marinebauprogramm nicht der Fall, für das im Aeltestenausschuß im übrigen ein Beratung?» datum festgefetzt worden sei. Es handele sich hier also um ein wahres Zauberkunststück, mit Hilfe dessen man die unbe- queme Vorlage habe verschwinden lassen. Die Sozialisten hätten in der Marinekommission beantragt, das Bauprogramm bis nach der Abrüstungskonferenz zu vertagen. Diesen Vorschlag wollt« sie auch vor dem Plenum verteidigen. Die sozialistische Fraktion pro- testiere energisch gegen eine derartige Verletzung der parlamen- tarischen Recht« und weigere sich, das Protokoll der Freitogsitzung anzunehmen. Zu diesem Zweck bitte sie. über das Protokoll ob- zustimmen. Der amtierende Vizepräsident de Castellane erwiderte darauf, daß von Zauberei keine Rede fein könne und der Gesetzentwurf uiUer regelrechten Bedingungen zur Beratung gekommen sei. Ein anderer sozialistischer Abgeordneter protestierte dagegen, daß bei der Abstimmung über das Borrecht über die sozialistische Tages» ordnung bei der Arbeitslosendebatte einige Mitglieder der Rechtsparteien als in Urlaub befindlich ausgeführt worden feien, während sie bei der nächsten Abstimmung, bei der die Regierung die Vertrauensfrage gestellt habe, als anwesend bezeichnet wurden. Die sozialistische Fraktion bitte darum, daß die Geschäftsordnung künftig streng respektiert werde. Ein radikaler und«in kommu- nistischer Abgeordneter schlössen sich diesen Protesten an. Die Kammer billigte dann das Protokoll mll 323 gegen 276 Stimmen. Im Anschluß daran wurde die am vorigen Dienstag begonnene Debatte über den Gesetzentwurf betreffend den Schutz der fran- zösischen Arbeiten gegen die ausländische Konkur- r e n z fortgesetzt, bei der Arbeitsminister Landry von dem nationa- listischen Abgeordneten Marin wegen des zu unbestimmten Textes des Gesetzentwurfes scharf angegrisfen wurde. Marin beschwerte sich vor allem darüber, daß bei den Grenzverteidigungs- arbeiten zu viel ausländische Arbeller, darunter sogar Deutsche oerwandt werden, was ein Skandal sei. Wenn der neue Gesetzentwurf keine schärferen Besttmmungen enthalte, würde an diesen Tatsachen nichts geändert werden. Oer Vaseler Bericht fertig. Rur Feststellungen— keine Vorschläge. Lasel, 22. Dezember.(Eigenbericht.) Das Redattionskomllee des Sonderausschusses hat den wesent- lichen Teil seines Berichtes über die deutsche Wittschafts- und die deutsche Finanzlage fertiggestellt. Der Bericht enthätt keine positiven Borschläge, sondern nur Feststellungen, aus denen sich die Schlußfolgerungen von selbst ergeben. Voraussichtlich wird der Bericht am Mittwoch veröffentlicht. ch Diesem Ausschuß war nur ausgegeben, die Wirtschaftslage und Zahlungsfähigkeit Deutschlands zu beurteilen. Aus seinem Bericht hat die kommende Konfernz der Regierungen die Schlußfolgerungen zu ziehen._ Vormarsch bei 20 Grad Kälte. Angeblich gegen chinesische Räuber. Loudou. 22. Dezember. Der japanische Vormarsch gegen chinesische„Banden" zwischen Mulden und Kintschau nimmt seinen Fortgang. Japanischer Ober- befehlshaber ist General Morl. Zwei Städte in der Nähe Kiutschaus sind bereits besetzt. Es herrschen 20 Grad Kälte. Drei tschechische Abgeorduekenmandale kassiert. Das tfchecho- slowakische Wahlgericht hat am Sonnabend den faschistischen Ab- geordneten G a j d a, den kommunistischen Abgeordneten H a i p l i k sowie den kommunistischen Senator Stranstv ihrer Mandate für verlustig erklärt. Die Mandataberkennung erfolgte in allen drei Fällen wegen eines rechtskräftigen Strafgerichtsurteils, in welchem der Verlust des Wahlrechts wegen unehrenhafter Motive aus- gesprochen worden war. Die beiden toinmunistischen Parlamentarier waren wegen össenllicher Gewalttätigkeiten, Gajda wegen der Be- günstigung des Hausftiedenkuruches verurteilt worden. Der Fall des Bankvorstehers. Unterschlagung von etwa 130000 Mart. Der Bankvorsteher Brüggemann, der früher eine Filiale der Commerz- und Privatbant in der Frankfurter Allee leitete und, wie von uns berichtet, sich in mißglüdte Spekulationen für einige seiner Kunden und Freunde eingelaffen hat, wird noch heute dem Vernehmungsrichter vorgeführt werden. Während sein Verteidiger bisher in Erklärungen, die er unter Berufung auf§ 11 des Pressegeseges versandt hatte, immer behauptete, daß nur zivilrechtliche Forderungen gegen den früheren Bantvorsteher geltend gemacht werden könnten, scheint sich jetzt gegen B. der Verdacht strafrechtlicher Bergehen zu verdichten, und zwar soll es sich um die Unterschlagung von etwa 130 000 mart handeln, von der drei Freunde Brüggemanns betroffen worden sind. Ob sich auf Grund der weiteren Ermittlungen diese Summe noch erhöhen wird man fprach be fanntlich zuerst von einer Viertelmillion läßt sich im Augenblid noch nicht sagen. Die Commerz- und Privatbant hat sich, wie erinnerlich, auf den Standpunkt gestellt, daß sie durch Brüggemann nicht geschädigt sei und daß sie daher die ganze Angelegenheit nichts angehe, weil es sich um Privatgeschäfte eines früheren Angestellten handele. Die Frage, ob diese Auffassung in allen Punkten zutrifft, dürfte noch vor den Zivilgerichten entschieden werden. Der Bernehmungsrichter im Polizeipräsidium haf gegen den Profuristen Brüggemann Haftbefehl wegen Unterschlagung und wegen Fluchtverdachts erlassen. Brüggemann wird im Laufe des heutigen Tages dem Untersuchungsgefängnis Moabit zugeführt. Hoover Jahr und Senat. Annahme wahrscheinlich. Washington, 22. Dezember.( Eigenbericht.) Im Senat hat am Mittwochnad, mittag die Debatte über die Ratifizierung des Hoover- Moratoriums begonnen. Thoot als Borsitzender der Budgetfommission, der republikanische Führer Wat son und der demokratische Führer Robinson verteidigten die Borlage und versuchten mit den Gegnern der Ratifizierung zu einem Rompromiß zu gelangen, um die Abstimmung zu beschleunigen. Infolge der Opposition der Senatoren Jonson und Howell hat der Senat die Debatte auf Dienstagvormittag vertagt. Großbanfier Kahn vor dem Genatausschuß. Washington, 22. Dezember. Otto H. Kahn, Teilhaber von Kuhn, Loeb u. Co., hat vor dem Finanzkomitee des Senats u. a. erklärt, wenn ein Unterschied zwischen Privatschulden und politischen Schulden gemacht werden müsse, so sollten die Privatschulden den Vorrang vor den politischen Schulden erhalten. Kahn stellte in Abrede, daß er oder ein anderes Mitglied feines Bankhauses versucht habe, den Präsidenten Hoover zugunsten des Moratoriums zu beeinflussen. Er versicherte, teine Kenntnis von dem Schritte Hoovers gehabt zu haben. Im übrigen drückte er seine Zuversicht darüber aus, daß Deutschland sowohl seine Privatschulden wie seine öffentlichen Schulden an die privaten Gläubiger bezahlen werde; die Reparationen jedoch seien ein anderes Rapitel. Er betrachte die Höhe der Deutschland gewährten furzfristigen Kredite als nicht übermäßig für ein Land von solcher wirtgrfchaftlichen Leiſtungsfähigkeit wie Deutschland. Der gewesene Reichsaußenminister Dr. Curtius führt der amerikanischen Deffentlichkeit in einem Interview der„ Nem Vort Times" sowohl die Größe der deutschen Reparationsleistungen wie die Unmöglichkeit nor Augen, fie fortzusetzen. Mahagonny" in Berlin Kurfürstendamm- Theater ,, Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" von Brecht und Weill hatte seinerzeit gelegentlich der Uraufführung in Leipzig einen der größten Theaterslandale der letzten Jahre hervorgerufen; bei der Berliner Erstaufführung im Kurfürstendamm- Theater dagegen wurde es mit großer Begeisterung auf genommen. Die unverblaßte Erinnerung an die Dreigroschenoper, der das Stück tertlich wie musikalisch, im Stil und in der ganzen Aufmachung sehr nahesteht, mag nicht wenig dazu beigetragen haben, wenn die Dreigroschenoper vor Mahagonm auch viel voraus hat. Einfallshöhe und Durchschlagskraft der Dreigroschensongs werden hier nur selten erreicht, Kürze und Prägnanz verbieten sich bei einer dreiaftigen Oper von selbst( es ist freilich gar feine Oper, fondern ein leider viel zu langes Songspiel), vor allem aber vermag Brecht das Ganze weder einheitlich noch in allen Teilen wirksam zu gestalten. Harte, unerbittliche, oft ausgezeichnet formulierte foziale Antlagen verbindet er mit einer unglückseligen mildmest romantischen Räubergeschichte, großartig- groteste Szenen stehen neben langweiligen, phantastische Visionen neben phantasielojem Leerlauf, geballte Säge neben leeren Phrasen. Da ist alles mit einer Strupellosigkeit und Leichtfertigkeit hingeworfen, die bei soviel Begabung und soviel Können wohl ihresgleichen fucht. So sehr mir auch in Rechnung stellen müssen, daß dieser eigen artige Bersuch, an Stelle der Oper etwas Neues zu fezen( Neues, das mit der Tradition nichts mehr gemein hat, etwas, das in unserer Zeit verantert ist, von unseren Sorgen und Nöten weiß und redet), kaum Leffer Ury. Gein Lebenswert in der Nationalgalerie. Die Nationalgalerie folgt ihrer guten Tradition, wenn fie jeßt, zwei Monate nach dem Tode Leffer Urys, eine umfangreiche Aus ftellung zu seinem Gedächtnis veranstaltet. So wird uns das gesamte Lebenswert dieses allezeit Abfeitigen vor Augen geführt und Gelegenheit geboten, ihn gründlich kennenzulernen. Die 158 Gemälde der Schau findet man im Umgang des ersten Geschosses der Nationalgalerie. Die Aufstellung ist von Justi mit Liebe und Sorgfalt vorwiegend in historischer Folge geordnet. Urn ist der Erste gewesen, der den reifen Impressionismus aus Paris( wo er von 1881 bis 1883 feine Lehrjahre verlebte) nach Deutschland gebracht hat. Als Prophet galt er menig in seinem Vaterlande, er konnte sich auch nicht einfügen in die vorhandenen Gruppen und blieb sein Leben lang ein Einsamer. Indessen darf doch sein Ruhm als Bahnbrecher des Impressionismus bei uns nicht überbetont werden, die Kraft und Reife feines Farbengefühls gilt uns mehr. Schon 50 Jahre vor ihm haben Menzel, Blechen, Basmann und andere Deutsche den ersten schönsten Impressionis mus" geschaffen, lange vor den Franzosen und in ganz deutscher Auffassung. Was Lesser Ury Besonderes gebracht hat, zeigen die Frühwerke aus den 80er Jahren, wo er in Paris, Berlin und dem vlämischen Dorf Voluvet sehr selbständig malte und Licht und Farbe von starfer und ursprünglicher Kraft in seine Bilder brachte. Ueber diesen farbigen Impreffionismus aus der Nachfolge Manets ist er nicht hinausgekommen. Aber die bekannten lichtglitzernden Straßenbilder von Berlin bilden nur einen geringen Bruchteil seiner malerischen Eroberungen. Der Großstadtmensch, und auch der Bauer, galt ihm vielleicht noch mehr als die Landschaft; das reiche Buſammentlingen von Mensch und Raum, von Bandschaft und Wetter hat ihm seine schönsten Arbeiten eingegeben, und dies gilt für sein ganzes Wert. Wenn er in späteren Jahrzehnten die Farbe oft zu theatralisch anwendete, so mag man dies als tastenden Frankreich gegen ausländische Arbeiter. Ausflug in das Gebiet der Ausdruckskunst betrachten. Das Gesetz angenommen. Paris, 22. Dezember.( Eigenbericht.) Die Kammer hat in einer Nachtsigung den Gesetzentwurf zum Schuß der französischen Arbeiter gegen die ausländische Konkurrenz mit 452 Stimmen angenommen. Die Sozialisten haben sich der Stimme enthalten, da mehrere von ihnen eingebrachte Abänderungsanträge abgelehnt worden waren, darunter ein Antrag des Abg. Salengro, daß den Unternehmern die Pflicht auf erlegt werde, den ausländischen Arbeitern den gleichen Lohn wie den Franzosen zu zahlen. Dagegen nahm die Kammer einen Antrag des Nationalisten Taittinger an, der gemiffe Bergünstigungen für politische Flüchtlinge und andere Ausländer vorsieht, die während des Krieges in Entente heeren gefämpft haben. Der Prozentsaz der ausländischen Arbeiter, der in staatlichen und städtischen Betrieben bzw. bei öffentlichen Arbeiten verwandt werden darf, soll nach dem Gesetz von Fall zu Fall festgesetzt werden. Die Regierung hat aber versprechen müssen, daß es niemals mehr als 10 Proz. sein werden. * In Deutschland dürfen bereits seit der ersten Nachfriegszeit ausländische Arbeiter nur mit Erlaubnis des Landesarbeitsamtes eingestellt werden. Sozialisten für Briand. Dem Friedenstämpfer fe nen Wahlkampf! Paris, 22. Dezember.( Eigenbericht.) Die sozialistische Partei von Nantes hat beschlossen, bei der Kammerwahl einen Kandidaten gegen Briand nicht aufzustellen; fie hält es wegen der ständigen Bemühungen des Außenministers zugunsten des Friedens für wünschenswert, daß sich alle republikanischen Stimmen auf Briand vereinigen. Jn Pretoria( Südafrika) drang ein europäischer Arbeitsloser in das Amtszimmer des Postministers Sampson ein und vers langte von ihm Arbeit. Als der Minister ihm versicherte, er ſei nicht in der Lage, ihn zu beschäftigen, wurde der Mann wütend und griff Sampson tätlich an. Der an den Lippen und der Nase erheblich verlegte Minister mußte nach Hause gebracht werden. Rampf um Ritsch" von R. A. Stemmle wird an den drei Weihnachtsfeiertagen nachmittags um 3 Uhr, neu einstudiert unter Mitwirkung der Starl- Mart- Schule, in der Wolfsbühne gespielt. Im Schloßmuseum ist für einige Beit der große bronzene Bibelleuchter ausgestellt, ben der Frankfurter Bildhauer Benno Ilan in den Jahren 1920 bis 1930 geschaffen hat. Im Komödienhaus beginnt am 1. Weihnachtsfeiertag als Gastspiel ber Direttion Rotter eine Aufführung, der völlig neu bearbeiteten Operette„ Die Rose von Stambul". Das Berliner Theater wird am 28. Dezember mit ben Schwant„ Die Ipanife Fliege" mieber eröffnet. Noch ein Kadettenfilm. Titania- Palaft. p. f. sch. Der Untertitel ,, Hinter den roten Mauern von Lichterfelde" läßt vermuten, daß hier eine Abrechnung mit dem Drillsystem des preußischen Militarismus versucht werden soll. Aber nur zu bald merkt man, daß von einer Auseinanderseßung mit dem System keine Rede sein fann; es wird ein sensationeller Borfall herausgegriffen und schließlich zum kriminalistischen Reißer gestaltet. Hitlers Weihnachtsfeier BOXHEIMER PROGRAMM FRIEDE AUF ERDEN...! Wodon zu Petrus: An wen von uns beiden mag er jetzt denten?" ist in dem mißlungenen Versuch noch steckt mehr Brauchbares gleich gelingen fonnte. So wenig all dies Brecht und Weill geglückt und Notwendiges als in vielen anderen Werken traditioneller Beflissenheit. Die trostlose Bitterfeit der großen Städte, die grellen Diffonanzen unseres Lebens in ihnen flingen da auf, der individuelle einzelne wie sein musikalisches Aequivalent, die tröstende Melodie, verschwinden in der anonymen Masse und ihrem stampfenden Rhythmus; es ist ein erster Anjaz zu fünftiger Massenoper ( um einen noch pagen Begriff mit einem Schlagwort zu umreißen). Fast überflüssig von Weills Musik zu reden, die wie immer ihr eigenes scharfes Profil besitzt, geistreich ist und voll müheloser Meisterschaft in allem Handwerklichen, wenn auch in der Substanz nicht immer gleich start. Gastspiel der Aufricht- Produktion Die von Alexander 3emlinfty geleitete Aufführung- ein studiert. Die größte Leistung bot Trude efterberg als Ruppwar hervorragend besetzt und lerin; Lotte Lenia als Jenny( fie mußte ihre Ballade wiederholen), Harald Paulsen war Johann Ackermann, wie der verdeutschte Jim mun heißt. Die Inszenierung besorgte wieder Caspar Neher. Es wurde wie eingangs gemeldet ein Erfolg: wobei schwer zu entscheiden ist, wo das Mißverständnis größer war: bei den Leipzigern, die hinter all dem Aufreizend- Unmoralischen die moralische Forderung nicht merften, oder den Berlinern, die sich bloß an der Artistik und Virtuosität zu erfreuen schienen, mit der es ihnen vorgespielt wurde. Arnold Walter. Der junge Generalssohn, der in seine ebenso junge Stiefmutter verliebt ist, ist ein schlechter Kadett; er möchte viel lieber Musik studieren, aber die Tradition seiner Familie läßt es nicht zu. Das Leben in einer Kadettenanstalt wird mit ihren fleinen Sorgen und großen Streichen vorgeführt, mit einer Liebe zur Sache, als ob diese Herrlichkeit nicht genug konserviert werden könnte. Dann tommt der Radettenball und der Zusammenstoß des jungen Kadetten mit seinem Rittmeister, der seiner Stiefmutter allzu auffällig den Hof macht. Eine Denunziation des rittmeisterlichen Burschen und die Anspielung der Kameraden tun ein Uebriges. Unser Kadettchen macht dem Ritmeister einen nächtlichen Besuch, der mit einem Eflat endet, und wird am nächsten Morgen als angeblicher Mörder des in der Nacht erschossenen Rittmeisters verhaftet. Seine Kameraden stehen alle für ihn ein, zu Weihnachten bringen sie ihm in seine Zelle einen Weihnachtsbaum( die ganze Stala der Senti mentalität wird losgelassen). Es bedarf erst einer heftig zugespitzten Gerichtsverhandlung, bei der Friedrich Kayßler als Vorsitzender den Jungen prachtvoll herauspauft, um dahinter zu kommen, daß nicht der Kadett, der seiner Stiefmutter zuliebe schweigt, sondern der vom Rittmeister nach allen Regeln des Kommiß geschundene Bursche der Mörder ist.. Das System ist gerettet, denn der ganze Nachdruck ist auf die Sitten- und Ehranschauung der feudalen Rafte gelegt. Der Bursche interessiert natürlich nicht weiter, er wird als ein höchst unsympathisches Individuum abgetan Die Kadettchen aber sind alles untabelige Geschöpfe. Auch filmisch hat Georg Jacoby den Stoff nicht gestaltet, es ist die übliche Nachahmung des Theaterstückes, in das noch einige Schlager und Märsche eingelegt sind. Bassermann bemüht sich um den alternden General, den er mit seiner gewohnten Monchalance und als eine Art Sereniffimus spielt. Trube von Molo ist die schöne junge Frau, Johannes Albert Riemann, der Rittmeister. Franz Fiedler ist als Generals= fohn nicht besonders glaubhaft. Der Film hatte trogdem in seiner Mischung aus Sentimentalität und Spannung und mit seiner Einstellung für das bunte Tuch einen Erfolg. I. Neue vorgeschichtliche Funde in Hannover. In einer Sigung des Hannoverschen Provinzialausschusses hielt der erste Direttor des Provinzialausschusses, Dr. Jakob- Friesen, einen Vortrag über neue urgeschichtliche Funde in Niedersachsen und legte dabei etwa aus dem Jahre 100 000 v. Chr. stammende primitive Werkzeuge des Die Funde bestehen Urmenschen( fogenannte Ragenzungen) vor. aus Feuersteinmessern und einem Faustkeil, die die primitivste Art des Ürmenschen darstellt. Solche Faustfeile wurden bisher nur in ganz wenigen Eremplaren in Deutschland gefunden, dagegen zu vielen Tausenden in Frankreich. Die Funde wurden in Döhren bei Hannover gemacht Die Menschen dieser Zeit haben wir uns so vorzustellen, wie es die Knochenfunde aus dem Neandertale bei Düffeldorf ergeben. Der Neandertalmensch war etwa 10 Zentimeter im Durchschnitt fleiner als der heutige Mensch. Er hatte keinen aufrechten, sondern einen aufgerichteten Gang. Der Schädel zeigt eine start fliehende Stirn, mächtige Augenbrauen, übermäßig große Augen, breite Nase, schnauzenhafte vorspringende Mundpartie und vollständiges Fehlen des Kinnvorsprunges. Georg Schanz, einer der führenden Köpfe der Finanzwissenschaft, der Nationalökonom der Würzburger Universität, ist im fast pollendeten 79. Lebensjahr gestorben. Schanz gehörte der Würzburger Universität nahezu 50 Jahre an. Seine erste Arbeit beschäftigte sich mit der Geschichte der deutschen Gesellenverbände". In den 90er Jahren setzte er sich lebhaft für die Arbeitslosenversicherung ein. Schanz ist auch der Berfasser des ,, Handbuchs der Politit". " Neue ruffische Polarexpedition. Das Arktische Institut in Leningrad hat den Plan zu einer neuen Polarexpedition ausgearbeitet, Die der Eisbrecher ,, Ruffanom" unternehmen soll. Geplant ist eine Fahrt von Archangelst nach Wladimostof, wobei auch die Halbinsel Samtschatta und einige Inseln u. a. die Wrangel- Insel, angelaufen werden sollen. Hauptaufgabe der Expedition wäre die Erforschung von Möglichkeiten zur Herstellung einer engeren Verbindung zwischen dem nördlichsten Sibirien und den bereits erschlossenen und verwalteten Teilen Sibiriens. Hans Delbrücs„ Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der polifischen Geschichte" ist jetzt mit einem Fortsegungsteil von Dr. Emil Daniels abgeschlossen worden. Der( bei Georg Stilfe erscheinende) Schlußteil beendigt die Geschichte des Deutsch- Französischen Krieges 1870/71. Damit ist das von Delbrück mit der Kriegskunst des Altertum begonnene, von seinem Schüler für die Neuzeit fortgefeßte Fundamentalwerk von der Schwelle der bekannten Geschichte bis zu den Erfahrungen des Jahres 1871 durchgeführt worden. Eine niederdeutsche Buchgilde wurde in Hamburg gegründet ( Borstand Albrecht Janssen, Hamburg 19, Eppendorfer Weg 111 II). Sie will auf gemeinnügiger Basis das literarisch wertvolle platt= deutsche Buch pflegen. Jahresbeitrag 3,40 m. Weihnachtskonzert der Philharmoniker. Das Philharmonische Orchester beranstaltet am 26. Dezember in der Philharmonie ein Sonberkonzert. Programm: Pfitzner, Mozart, Richard und Johann Strauß. Dirigent Prof. Julius Prümer. Für die Weihnachtswoche bringt die Kamera:„ Buster rutscht ins Filmland" und Charlie Chaplin in ,, Abenteuer". Sven Hedin spricht für die Berliner Funkstunde. Sven Hedin wird in Februar zu seiner Expedition nach Ostasien zurückkehren. Sonntag, 27. Des zember, spricht er von Stocholm aus im Rundfunk für die Berliner Funkftumbe über Weihnachten in der Wüste". Dritte Gehaltstürzungsverordnung. Die Durchführungsbestimmungen. Im Reichsbesoldungsblatt Nr. 31 vom 19. Dezember werden die Durchführungsbestimmungen zur dritten Gehaltskürzungsverordnung veröffentlicht. Die Summe der Kürzungen nach der ersten, zweiten und dritten Gehaltskürzungsverordnung fann in einem Rechengang festgesetzt werden. Bei Bezugsberechtigten, die ein fürzungspflichtiges Einkommen von mehr als 1500 m., aber von nicht mehr als 1611 m. jährlich in der Sonderklasse oder in der Ortsklasse A bzw. von nicht mehr als 1612,44 m. in den Ortsflaffen B, C oder D haben, dürfen die fürzungspflichtigen Bezüge nur so weit gekürzt werden, daß 1305 bzw. 1290 m. jährlich verbleiben. Die gesamte Kürzung aus den bisherigen drei Gehaltstürzungs verordnungen stellt sich bei Bezügen bis zu 1500 m. jährlich auf 13 Proz, bei Bezügen von 1611 bis 3000 m. auf 19 bis 20 Broz, von 3000 bis 6000 m. auf 20 bis 21 Pro3, von 6000 bis 12 000 m. auf 21 bis 22 roz. und bei Bezügen von mehr als 12 000 m. auf 22 bis 23 Proz Aus Jahres- und Monatstafeln ist die Kürzung nach Hundert sätzen ersichtlich. Außerdem werden Einzelbeispiele für verschiedene Gehaltsgruppen angeführt. Revolutionärer" Jongleurtrick. Spefulation auf die ganz Dummen. Weil die Metallarbeiter im besonderen und die Gewerkschaften im allgemeinen nicht den Streit beschließen, und der RGD. nicht die fiegreiche Führung" des Streiks überlassen, deshalb bedient sich die KPD. in weitestem Maße der Lüge als Kampfmittel. kommunistischen Betriebes zu gewinnen, so wenig fönnen wir vollSo sehr wir darauf verzichten müssen, die Sympathien des ständig darauf verzichten, seine üblen Methoden an dem einen oder anderen Beispiel gelegentlich aufzuzeigen. Einheit, die sie meinen. Die Arbeiter der Gaswerke gerüffelt. Die Bezirksleitung der KPD. stürzte sich in die geistigen Unfosten eines länglichen ,, Offenen Briefes" an die Arbeiter der Berliner Gas- und Wasserwerke. merte " Was ist passiert? In einer Arbeiterratssigung der Gasnicht auch der Wasserwerke brachten die RGD.Leute eine Resolution ein im Sinne einer antifaschistischen Ein= heitsfront. Der Arbeiterrat hat- samt den Sozialfaschisten", den Schrittmachern des Faschismus" dieser Einheitsresolution zugestimmt. Die biederen RGD.- Leute hofften wahrscheinlich auf die besondere Anerkennung der KPD. für die Herstellung dieser Einheitsfront. Allein die Bezirksleitung hat ihnen den Spaß verdorben und wettert nun gegen die schwarzrotgoldene" Einheit. ,, Es war ein großer Fehler..., daß die anderen roten Arbeiterräte legten Endes ebenfalls der Entschließung zustimmten." Dabei wird mit dem Dreh gespielt, als hätten die Vertreter der faschistischen Einheitsfront" angeregt und beantragt, während es in Wirklichkeit die kommunistischen Arbeiterräte waren. ,, Der sogenannte ,, Einheitsbeschluß der sozialdemokratischen Arbeiterräte"( nicht auch der kommunistischen Arbeiterräte? Reb. d. B.) hat nur den Zweck, den ehrlichen Willen der Arbeiter für die wirkliche Einheit in den Dienst der kapitalistischen NortverordAm vorigen Donnerstag war die Rote Fahne" mit der zwei- freien Gewerkschaften im Arbeiterrat die Bildung einer„, antizeiligen Kopfleiste versehen: SPD.- Wissell befiehlt 10 bis 15 Proz. Cohnabbau für Metallarbeiter." In der kleineren Unterzeile aber war der richtige Sachverhalt angegeben:„ Der Schiedsspruch der Berliner Metallarbeiter auf Grund der Notverordnung." Auf Grund der Notverordnung. Ob der Schlichter issell oder sonstwie heißt, ob er zur SPD. oder zu irgend einer anderen Partei gehört, als Schlichter hat er sich an die Notverordnung zu halten. Am heutigen Dienstag steht unter dem Kopf des Blattes: „ Urich für Annahme des Lohnabbauschiedsspruches." Dabei weiß man auch in der Redaktion des Moskaublattes, daß Urich hier nichts anzunehmen oder abzulehnen hat. Ob die Funktionäre des Metallkartells den Schiedsspruch annehmen oder ablehnen, ändert an der Notverordnung nichts. Daß weder Urich noch sonst ein Funktionär des Metallarbeiterverbandes so wenig wie irgend ein Metallarbeiter mit der Notverordnungslohntürzung einverstanden ist, auch das ist der Redaktion der Roten Fahne" bekannt. Trotzdem sucht sie ihren Lesern die gegenteilige Auffassung beizubringen, um ihre systematische Stimmungsmache, ihre persönliche Hehe gegen Urich zu verstärken. Die KPD.- ,, Bonzen" missen, daß die Gewerkschaften sich gegen den Notverordnungslohnabbau gewehrt haben, trotzdem werden sie samt dem ,, Hauptfeind" als Urheber, als begeisterte Freunde des Lohnabbaus in dem Mostaublatt angeschwärzt. PROGRAMM für die Zeit vom 22. bis 24. Dezember BTL Potsdamer Straße 38 Hans Der Draufgänger mit Albers, Martha Eggerth, Gerda Maurus W. 5, 7, 9 Uhr Welt- Kino Alt- Moabit 99 nungspolitik zu stellen." Unsere Genossen in den Betrieben ersehen aus dieser Geschichte, irgendeine Einheitsfront herbeizuführen. Die Einheitsfront ist gedaß es vollkommen zmedlos ist, mit den RGO.- Leuten geben in den freien Gewerkschaften. Die der fommunistischen RGO. angeschlossenen Arbeiter werden von ihrer Bezirksleitung wie Schulbuben gerüffelt, wenn sie die Einheitsfront parole der KPD. für bare Münze nehmen und wirklich die ehrliche Absicht haben, in diesem oder jenem Punkte mit uns zusammen zugehen. Der ,, auptfeind" für die KPD. ist die Sozialdemo fratie und damit auch alle freigewerkschaftlich organisierten Arhalb für die KPD. nicht einzufangen sind. beiter, die fest auf dem Boden ihrer Ueberzeugung stehen und des Die Arbeitslosenzahl in England ist auch in der ersten Dezemberwoche um weitere 5300 gestiegen. Die Gesamtziffer be= trägt 2 627 324. Die Entwertung des Pfundes brachte bis jetzt feine wesentliche Entlastung des Arbeitsmarkts; die Zunahme der Arbeitslosigkeit hat sich höchstens etwas verlangsamt. Wetter für Berlin: Borwiegend trübe, ohne wesentliche Nieders schläge, Temperaturen nahe bei Null, schwache Luftbewegung. Für Deutschland: Nirgends wesentliche Aenderung. rung. Das neile Buch Thornton Wilder: Die Frau von Andros ,, Die Frau von Andros" von Thornton Wilder ( verlegt bei E. P. Thal u. Co., Wien 1931) ist eine dichterisch gesehene Hetäre, die den Mittelpunkt eines zauberhaft schön geschriebenen Buches und einer griechischen Insel bildet. Inmitten des klassischen Provinzlertums dieser abseits gelegenen Sporade taucht, wie eine Berlinerin in Pommern, die Frau von Andros, Hetäre auf. Die rustikanen Inselfrauen hassen dieses nicht mehr eine hochkultivierte, aber durchaus lebens un lustige, elegisch- müde studieren sie aber gleichzeitig von der Seite, denn sie scheint ihnen ganz junge aber um so gefährlichere Mädchen aus der Fremde... allen überlegen zu sein, obwohl sie auch nur von einer verlorenen kleinen Insel herstammt, nach deren am Horizont sich abzeichnenden Konturen sie oft sehnsüchtig hinüberblickt. Die jungen Männer jedoch- das ist eben das ärgerniserregende nehmen an den Gastmälern der Frau ,, Don"( das heißt aus) Andros teil, die von ihnen allen geehrt, wenn nicht verehrt wird. Im Grunde sind es freilich die Frauen könnten sich beruhigen im übertragenen und ursprünglichen Sinne platonische" Gastmäler, zu denen man sich auf dieser Inselprovinz versammelt, und es geht um je höher, desto poetischer her. Wenn Poet Wilder von„ finnlichen Genüſſen" spricht, so tut er es rein erklärungshalber, um den Faden der Handlung nicht zu verlieren. Er läßt es nur so dieser oder jener der jungen Recken bei der Frau von Andros ab ganz beiläufig zwischen den klingenden Zeilen durchblicken, daß rechte Vorstellung machen, denn sie ist die unhetärenhafteste aller und zu mal über Nacht bleibt, und der Leser kann sich davon feine puritanisch: sie wäre heutigentags einfach eine Chriſtian- Scienceenglischen Dichter- Hetären- Konzeptionen: sie ist anemisch, sie ist Hetäre. Die Beziehungen der Frau von Andros zu dem Auserwählten unter den jungen Männern, so ätherisch sie sind, sind auch noch unglückliche. Als die sich bereits als gestorben fühlende arme Schwester ein Kind geboren friegt, stirbt sie soldens Liebestod. Frau erfährt, daß ihr ungefüßter Liebhaber von ihrer 15jährigen Eine perlmutterschimmernde Abgeflärtheit liegt über dem simplen Geschehen auf der klassischen, uns heute so fernen Griecheninsel. Es ist ein zarter, bitter- süßer, flaffischer Traum, diese Frau von Andros“ Die Poesie der Wirklichkeit liegt anderwärts. hehe. Berantwortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Th. Gloce, Berlin. Berlag: Vorwärts Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Bormärts Buch druckerei und Verlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. KINO- TAFEL W. 6.45 u. 9.05 U. Sonntags ab 4.45 Großlonfilm: Die große Fahrt Zeli ( 20 000 Mitwirkende, 1000 Indianer). Tonbeiprogramm Charlottenburg S. 3, 5, 7, 9 Uhr Kant- Lichtspiele Rheinstraße 14( An der Kais.- Eiche) Reserve hat Ruh mit Paul Hörbiger, Fr. Kampers, Senta Söneland, Lucie Englisch W. 5. 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Zehlendorf- Mitte Beginn tägl. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3 Uhr Jugendvorstell." Potsdamer Str. 50 Der große Russentonfilm: Der Weg ins Leben. Beiprogramm -w Mariendorf Kantstr. 54( an der Wilmersdorfer Str.) Ma- Li Mariendorfer W. 6½, 9 U. Der Kongreß tanzt mit Lilian Harvey, Willy Fritsch Für Jugendliche freigegeben! W. 5, 7, 9 Uhr. Germania- Palast Odeon, Potsdamer Str. 75 Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 53/54 Das große Festprogramm! Reserve hat Ruh mit Paul Hörbiger, Fr. Kampers, Senta Söneland, Lucie Englisch W. 5, 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Turmstraße 12 Reserve hat Buh mit Paul Hörbiger, Fr. Kampers, Senta Söneland, Lucie Englisch W. 5, 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 ( Passage) Liebeskommando mit Dolly Haas, Gustav Fröhlich Für Jugendliche freigegeben W. 5, 7, 9 Uhr Schlüter- Theater Beginn: Schlüterstr. 17. 5, 61, 9 Feiertags 3 Uhr Jugendvorstellung Der Schlemihl mit Curt Bois. Susanne macht Ordnung mit Szöke Szakall, T. v. Aalten. Ehrlich. Jugendl. haben Zutritt Wilmersdorf Durchlaucht die Wäscherin mit Atrium Beba- Palast Hansi Niese. Für Jugendliche freigegeben! Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Den ganzen Tag geöffnet Westen Primus- Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Viktoria und ihr Husar mit Friedel Schuster, Gretl TheiTonlichtspiele So. ab 5 U. Chausseestr 305 Der Schlehmihl mit Curt Bois, La Jana. Dann schon licber Lebertran. Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt! Tempelhof Film- Palast Kammersäle Teltower Str.1. W. ab 5%, So. ab31 U. 100proz. Tonfilm! Luise( Königin von Preußen) mit Henny Porten. Gutes Beiprogramm Süden Theater am Moritzplatz Beg. Wo. 5, 7, 9, Stgs. ab 4.30 Uhr Harvey, Willy Fritsch, an Dagover, Conrad Veidt. Jugendliche haben Zutritt Kurfürst Wo. 7. 9 U. So 5. 7. 9 U. Filmeck Stgs. 3 Uhr Jgdvorst. Dorfstraße 22, Ecke Berliner Straße Reserve hat Ruh mit Lucie Englisch, Kampers, A. Paulig. Tonbeiprogramm -w Tivoli Tagl. 5, 7, 9 Uhr. Stgs. 3 Uhr: Jugendvorstell. Berliner Straße 97. Großtonfilm: Marys Start in die Ehe mit Jenny Jugo, Hermann Thimig. Tonbeiprogramm Neukölln Mercedes- Palast Wochent. 7, 94 U. Feiert. 5, 7, 94 U. Hermannstr. 212. Woch. 6, 9, Stg. ab 3 Uraufführung! Mein Leopold mit M. Adalbert, G. Fröhlich, H. Thimig, Lucie Engliseh, Ida Wüst, P. Henkels Tonbeiprogr. Jgdl. Zutritt Schöneberg mer, Else Elster. M. Bohnen. Titania Schöneberg W Ivan Petrovich, Ernst Verebes Für Jugendliche freigegeben. W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Friedrichstadt Die Kamera Unter den Linden 14 Täglich 3, 5, 7, 9 Uhr Die Karrieren der Filmkomiker: Buster rutscht ins Leben mit Buster Keaton. Abenteuer mit Ch. Chaplin. Tonwoche Jugendfrei! Franziskaner Tageskino ab 9 Uhr vorm. Georgenstraße( Ecke Friedrichstraße) Wehtg. Hauptstr. 49. Feiertags ab 3 Uhr Der Draufgänger mit Hans Albers, Gerda Maurus. Tonbeiprogramm Alhambra W. 5, 7, 9 Uhr St. 3, 5, 7, 9 Uhr Hauptstr 30 Stürmisch die Nacht m. Walter Jankuhn, Maria Solvegh. Spuk um Mitternacht mit Dick u. Dof. Bühnenschau Weihnachten: Afrikatonfilm: Trader Horn Steglitz Sig.4, 9U. Eine jugendfreie Weihnachtsfestwoche Titania- Palast 6,30,90 Tonfilm: Erlkönig mit O. Gebühr Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. 0. 9, 12, 3. 6 und 9 Uhr beginnend: 10.30, 1.30, 4.30, 7.30 und 10.30 Uhr: Liebeskommando mit Dolly Haas, Gust. Fröhlich. Anton Pointner, Tibor v. Halmay Neueste Kultur und Wochensehau Moabit Artushof Perleberger Str. 29 Sonnt. ab 5 U. Tonlustspiel: Der Herr Finanzdirektor mit Max Adalbert. Tonkabarett. Belprogramm Kadetten( Hinter den roten Mauern Beginn Feiertags 3 Uhr! Unser Weihnachtsprogramm: Bobby Südosten Lil Am Görlitzer Bahnhof Nordosten Elysium 66 Prenzlauer Allee 56 PROGRAMM für die Zeit vom 22. bis 24. Dezember Weißensee Harmonie W. 5,15, 7, 9.15. So. 3.10, 5, 7.15, 9.15 Langhansstr. 23 Foxtonwoche Der Draufgänger mit Hans Albers. Bühne: Prof. Pallos singing five.- 2. Feiertag, 11 bis 2 Uhr vormittags. gr. Film- BühnenMatinee: Kapelle Otto Kermbach. Der Draufgänger mit Hans Albers Wochent. 7 u. 9 U. Sonnt. 5, 7, 9 U. Großtonfilm: Bomben auf Monte Carlo mit Hans Albers, Anna Sten Großes Beiprogramm Friedrichsfelde Flora- Lichtspiele Landsberger Kino Busch For Beginn ab 5 Feiertags ab 3 Uhr Allee 40/41 Der Draufgänger mit Hans Albers. Tonkabarett Siegfried Arno u. a. Osten W. ab 6½, Stgs. ab 3 Germania- Palast Der lustige Tonfilm: Der Schlemihl mit Curt Beis Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt! Luisen- Theater W. ab 6.30 Stgs, ab 3 Reichenberger Str. 34. Tonfilm: Hochstapler aus Liebe mit Nora Gregor Der Unbekannte mit Lon Chaney geht los mit Harry Piel. Stella- Palast Woch, ab 6½ U. Beiprogramm. Gr. BühnenSonnt. ab 3 U. schau. 1. Feiertag 2 Uhr mittags: Köpenicker Straße 12-14 P. Godwin Konzert- Matinee Primus- Palast Woch.6.30 U. So. 5, Stg. ab 3 Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/76 Der Schlemihl mit Curt Bois. Bühne: Kapelle Otto Kermbach Jugdl. Zutritt. Feiertags ab 3 Uhr 1 Tonfilm- Schwank: So'n Windhund mit Ralph A. Roberts, Lucie Englisch, M. Adalbert, J. Riemann Bühnenschau Frankfurter Allee 314 Jugendliche haben Zutritt mit Sonst 6 Alt- Friedrichsfelde 3 100proz. Tanfilm: Spuk um Mitternacht mit Dick und Dof. Ferner: Unsichtbare Fesseln mit Greta Garbo. Wochenschau Norden Wochentags 6.30, Feiertags ab 3 Uhr Alhambra Müllerstraße 136. Das große Weihnachtsprogramm: Der Herr Bürovorsteher ( nach dem Bühnenwerk Konto X) mit Felix Bressart Auf der Bühne: Instruktionsstunde mit Leo Morgenstern Luna- Palast Woch. 5 Uhr Sonut. ab 3 Uhr Gr. Frankfurter Str. 121. Tonwoche Der Herr Bürovorsteher ( Konto X) mit Felix Bressart. Bühnenschau Schwarzer Adler Frankf. Allee 99 Ecke Seestraße W. 5, 7, 9 Uhr, S. 3, 5, 7, 9 Uhr Bobby geht los mit Harry Piel. Tonfilmbeiprogramm Pharus- Lichtspiele Müllerstr. 142 Täglich 5, 7.9 U. 2 Großtonfilme: Ein ausgekochter Junge mit Siegfr. Arno. Warschauer Unterwelt mit Betty Amann. schau TonwochenPankow Palast- Theater Wocht. 7 u. 9 Stg. 5, 7, 9 U. BeiTonwoche W 5, 7, 9 Uhr, S. 3, 5, 7, 9 Uhr Ein Mädel von d. Reeperbahn mit Olga Tschechowa. programm. Viktoria- Theater Frankfurter Allee 48. Breite Str. 21a. Tonoperette: Königin ciner Nacht mit Adele Sandrock, P. Morgan, O. Wallburg u. a. Wochent. ab 5 Uhr, Sonnt. ab 3 Uhr Tivoli Tonlustspiel: Kyritz- Pyritz, fidele Sängerfahrt, mit P. Heidemann, H. Picha FilmWochent. 6.45, 9 Uhr Deutsch- Amerik. Theater Frankenburg Bühne Stg. 3, 5, 7, 9 Uhr Kukuk Kottbusser Damm 92 24 Stunden aus dem Leben einer Frau mit Henny Porten. Tonbeiprogramm Köpenicker Str. 68. Tägl. ab 5 Uhr. Der brave Sünder m. Max Pallenberg Ein ausgekochter Junge mit S. Arno Excelsior Wochent. 6.45, 9 Uhr Neue Philharmonie Stg. 3, 5, 7, 9 Uhr Kaiser- Friedrich- Straße 191 Eine Razzia in Paris mit Alb. Préjean, Annabella. Tonbeiprogramm Stern, Hermannstraße 49 von Lichterfelde) mit Alb. Basser- Sonnt. 3, 5, 7, 9 U. Wochtg. 6.45, 9. U. Keine Feier ohne Meyer mit mann, Trude v. Molo, Joh. Riemann. Tonfilmbeiprogr. Siegfr. Arno, R. A. Roberts. Jugendliche haben Zutritt! Tonbeiprogramm Friedenau Südwesten W. ab 3 aus mit Liane Mein Köpenicker Str. 96 Das Lied ist Haid, Willy Forst. Traum, ein Mädel Baumschulenweg W. 6.30, 9 U. Lichtspielhaus bd. 5. S. 4 Lichtspielhaus Baumschulenstr. 78. Stgs. 2: Jdvorst. Väter und Söhne mit Rudolf Rittner, R. v. Goth.- Die einsame insel Kronen- Lichtspiele Woches Lichtspiele Südwest Treptow- Sternwarte 7, 9. Rheinstr. 65. Sonnab., Sonnt. 5, 7, 9 Blücherstr. 12. Kyritz- Pyritz m. M. Adalbert, F. Heldemann, P. Hörbiger Gutes Beiprogramm Großtonfilm! Der brave Sünder mit M. Pallenberg, Dolly Haas Tonbeiprogramm Tenwoche Dienstag, 8 Uhr: Die weiße Hölle vom Piz Pali( Film). Mittwoch, & Uhr: Bango( Film) Gr. Frankfurter Str. 74 Wochent. 5, 7, 9 Uhr, Sonnt. ab 3 Uhr Schützenfest in Schilda mit Siegfr. Arno, Kampers- Beipr. Berliner Straße 27. Wochent. 7, 9 U. Sonnt. 5, 7, 9 U. Renate Jugendliche haben Zutritt Das Liebeslied mit Müller, Gustav Fröhlich. Gutes Beiprogramm Tegel Bühnenschau.- Jugendl. Zutritt Filmpalast Tegel Bal Zentrum straße 2 Wochent. 6, Sonnt. 4.15 U. 100proz. Tonfilm: Der Verteidiprogramm Babylon, am Bülowplatz ger hat das Wort- Gut. TonbeiBabylon, am Bülowplatz W. 5, 7, 9 Uhr Der Draufgänger mit Hans Albers 2. Feiertag, 2 Uhr: Gastspiel der Kapelle Dajos Bèlà anschließend Der Draufgänger Bühnenschau Neu- Lichtenberg Tonwoche FilmWo. 6, 8.30 Uhr Kosmos Bühne So. 4.15. 6.30, 8.15 Hauptstr. 6 Tonfilmlustspiel: Strohwitwer mit Fritz Kampers, Adele Sandrock.- Frauenraub auf Madagaskar. Tonwoche Hennigsdorf Kosmos- Lichtspiele Filmpalast Beg. w 6. 8.30 Uhr Lückstr. 70 Zwei Krawatten Tschechowa, Täglich mit Olga Mich. Bohnen. Tonbeiprogramm. Große Bühnenschau Berliner Str. 59. Stgs. 44, 62.8% U. 100proz. Tonfilm: Der Liebesexpreß mit Dina Gralla, Georg Alexander Die Mexikanerin Beilage Dienstag, 22. Dezember 1931 And of 1 gunoh ni bla toad Der Abend Spalausgabe des Vorwärts Achtung vor Gaunertricks! Ein paar kriminalistische Handzeige Ein Plättchen aus Blei. fahre? Oder zehn Mart für einen Berteidiger rausschmeiße? Aus,, Es war doch ein Sicherheitsschloß! Wie kann das geschlossen! Sollen Sie mich verurteilen! Sollen Sie fommen!" der Kerl nur aufgetriegt haben!?" war es ,, Da brauchen Sie teine Kette mehr und keinen Hund", hatte der Mann gesagt, der Ihnen das Sicherheitsschloß verkaufte. Es war ein gutes, fleines Einsteckschloß". Und nun doch kaputt. Aufgebrochen, und die Wohnung ausgeräumt. Das Schloß war gar nicht übel fonstruiert. Aber so mancher Einbrecher war früher mal ein Schlosser und ist also was das Konstruieren anbetrifft auch ,, vom Bau". Und so hat einer auch ein Instrument konstruiert, das diese Schlösser öffnet. Einfach in der Handhabung; fast geräuschlos. Es sieht fast aus wie der Schlüssel zu dem jetzt kaputten Schloß. Nur da, wo dort der Bart saß, also an dem dem Griff entgegen= gesetzten Ende, ist hier ein Einschnitt. In diesen wird ein schmaler Bleistreifen gesteckt. Nun sieht das Ganze aus wie ein etwas plumper Schlüssel und wie ein Schlüssel wird es auch in das Schloß gesteckt und herumgedreht. Wo dieser Apparat auf starken Widerstand stößt, gibt das weiche Blei nach und biegt sich. Wo der Widerstand jedoch nur schwach ist, da drückt es ihn weg. Und formt sich so im Schloß zu einer Art Nachschlüssel. Einfach in der Handhabung. Fast geräuschlos. Wollfasern an der Türe. Der Lehrer M., ein pflichttreuer Beamter, war am Morgen Les 1. März noch nicht in die Schule gekommen. Nach der dritten Stunde war er auch noch nicht da. Wäre er frant gewesen, so hätte er Bescheid gegeben. Der Rettor schickt also den Bedell in die Pension, in der M. wohnt. Die Pensionsinhaberin erzählt, daß nachts gegen 1 Uhr jemand ins Haus gekommen sei. Sie habe geglaubt, es sei M. Dessen Tür sei auch jetzt noch verschlossen. Der Schlüffel stede innen. Man flopft. Aber m. hört nicht; nichts rührt sich. Der anberaumte Termin findet statt. Es erscheint der abonniert hätten. Daraufhin sei Ihnen das Blatt regelmäßig Gläubiger, Herausgeber". Er erklärt, daß Sie die Zeitschrift zugeschickt worden. So fordere er von ihnen fünf Mark fünfzig Pfennig Abonnementsgebühren, deren Zahlung Sie verweigert hätten. Zum Beweis hat er den zurückgegangenen Nachnahmezettel mitgebracht. ,, Aber das ist doch glatt ein Betrüger, solch ein Kerl!" Es erscheint feineswegs sicher, ob man diesem Mann seinen Betrug nachweisen kann. Sie hatten sein Blatt zwar gar nicht bestellt. Sie hatten die Ihnen übersandte Probenummer auch gar nicht gelesen. Sonst hätten Sie folgenden fleinen Zettel gefunden: ,, Wir senden Ihnen anbei eine Probenummer unserer Zeitschrift zur Ansicht. Sollte Sie Ihnen nicht zusagen, so bitten wir um unfrantierte Rücksendung. Andernfalls nehmen wir an, daß Sie die Zeitschrift abonnieren wollen. Wir würden uns dann erlauben, Ihnen gleichzeitig mit der nächsten Nummer die Abonnementsgebühr für das erste Quartal in Höhe von fünf Mart fünfzig nachzunehmen. Gerichtsstand Berlin- Mitte." Sicher hätte das Gericht die Klage trotzdem abgewiesen, hätte es gewußt, daß Sie diesen Zettel gar nicht gesehen haben. Der Herausgeber hätte dann sogar noch ein paar Mark Gerichtstosten zahlen müssen. Aber wer fährt denn heute wegen solch einer Lappalie von Köln oder Erfurt oder Königsberg nach Berlin! Oder | Von Peter Elmann wer besorgt sich da erst einen Rechtsanwalt. All denen, die das nicht taten, geht es wie Ihnen. Einige Tage nach dem Termin flingelts: der Gerichtsvollzieher. ,, Tut mir sehr leid, aber ich hab hier' ne Kleinigkeit für Sie. Versäumnisurteil vom Amtsgericht Berlin- Mitte. Fünf Mart fünfzig sollen Sie zahlen." Ihnen dämmerts schon, wofür. Ich und zahlen geschlossen!" - aus ,, Ich möchte Ihnen doch dazu raten. Gibt ja nur Unannehm lichkeiten sonst. Uebrigens zwei Mark dreißig Gerichtstoften kommen noch dazu, die müssen Sie auch gleich zahlen." ,, Ausgeschlossen! Keinen Pfennig zahl ich! Der Lump! Der Betrüger!" ,, Ja, da hilft nichts. Wollen Sie zahlen" ,, Nein!" ,, Dann muß ich pfänden." ,, Bitte...!" ,, Da wird es aber noch mal teurer. Neue Kosten." Sie zahlen. Bevor der Gerichtsvollzieher sich verabschiedet, sagt er noch: ,, Uebrigens steht Ihnen das Recht der Beschwerde beim Landgericht I in Berlin zu. Gegen die Pfändung und das Urteil. Dazu würde ich Ihnen raten. Die eine Mark Gebühren= vorschuß senden Sie am besten im voraus ein. Das beschleunigt die Sache." Juden in East End Die Kriminalpolizei wird benachrichtigt. Da auch auf Ein Land ohne Antisemitismus- Von Richard Junge deren Klopfen M. nicht öffnet, muß die Tür erbrochen werden. Der Lehrer liegt auf seinem Bett. Tot. Das Zimmer war verschlossen, der Schlüssel steckt auf der Innenseite. Auch die Fenster sind zu. Also muß Selbstmord vorliegen. Aber wie kam dieser Beamte zum Selbstmord? Diese Frage ließ der Behörde feine Ruhe. Noch am gleichen Tage beauftragt sie einen sachverständigen Kriminalisten mit der Klärung des Falles. Der eilt zum Tatort. Zum Glück ist noch alles unverändert. Er öffnet die Tür. Probiert das Schloß und vernimmt die Berfonen, die die Tür erbrachen. Sie war regelrecht und ordentlich abgeschlossen gewesen. Auch das Schloß zeigte keinerlei verdächtige Spuren. Genau so war es mit den Fenstern. Der Schein einer Taschenlampe streicht langsam über den Boden. Einige Papierschnigel, ein Löschblatt werden aufgehoben und beiseite gelegt. Rechts von der Türe liegt ein Bleistift. Aufmerksam betrachtet ihn der Kriminalist. Sieht etwa einen halben Zentimeter vom unteren Ende eine schmale rings um den Stift laufende Kerbe. Sie ist noch ganz hell, kann also erst vor kurzem geschnitten worden sein. Die Fährte ist gefunden! Rasch öffnet er noch einmal die Tür und leuchtet deren seitliche Kante ab. Da ein feiner schmaler Streif zieht sich kurz über der Klinke etwas schräg von der Innen- nach der Außenwand. Und bei genauerem Betrachten hängen da noch ein paar Härchen, Bollfasern, wie abgeschabt von einem Bindfaden. Anruf bei der Behörde: Ich betrachte meinen Auftrag als beendet. Herr M. wurde ermordet." Man faßte den Mörder. Er leugnete. Aber der Sachverständige erzählt ihm, wie man eine Türe von außen- innen abschließt. ,, Sie nahmen einen Bleistift und schnitten in sein unteres Ende eine runde Kerbe. In diese legten sie einen Bindfaden, aber sie machten feinen Knoten. Nun steckten sie das andere Ende des Bleistiftes in das Loch am Griff des Schlüssels. Die Fadenenden nahmen sie in die Hand, zogen sie zur Tür heraus und machten diese hinter sich zu. Jetzt 30gen sie an beiden Enden. Die Hebelwirtung des Bleistiftes verstärkte ihr Ziehen und der Schlüffel drehte sich, schloß. Das eine Fadenende ließen sie daraufhin los, zogen am anderen und bekamen so die Schnur aus der Stube. Der Bleistift fiel dabei zu Boden. Ein Bleistift dachten Sie das fällt bei einem Oberlehrer nicht auf. Hier ist er. Und hier sind auch die Wollfasern, die von ihrem Bindfaden abgeschabt wurden, als sie ihn durch die Türe zogen..." „ Sollen Sie mich verdonnern!" Die Post bringt Ihnen eine Zeitschrift. Aus Berlin, per Kreuzband. Irgend etwas ganz uninteressantes Papierforb! Acht Tage später bringt Ihnen die Post wieder diese Zeitschrift. Diesmal als Nachnahmesendung über fünf Mart und fünfzig Pfennig. Abonnement für das erste Quartal." Geht zurüď. Nach weiteren vierzehn Tagen kommt der Geldbriefträger mit einer Zustellung. In der Klage des( Name des Herausgebers" der Zeit schrift), Gläubiger, gegen Sie, Schuldner, ist auf Antrag des Gläubigers Vergleichstermin am.... im Amtsgericht Berlin- Mitte anberaumt. Sie werden hierdurch aufgefordert, zu diesem Termin zu erscheinen oder sich durch eine dritte Person vertreten zu lassen. Sollten Sie dieser Aufforderung nicht Folge leisten, so ist vom Gläubiger beantragt, auf Grund eines Verfäumnisurteils die Summe bei Ihnen zwangsvollstrecken zu laffen." Sie sind empört. Das ist ja unmöglich! Ein Gericht und sich zu so etwas hergeben. Bilden die sich vielleicht ein, daß ichy megen eines verrüdt geworbenen Herausgebers von Röln nad Berlin Antunft in Middleser Street. 11 Nahe Liverpool Street Railway Station, dem Bahnhof, auf dem man in London über Harwich vom Kontinent ankommt, befindet sich Middlesex Street. Dorthin führten mich meine Freunde am ersten Sonntagvarmittag, um mir etwas Besonderes" zu zeigen. Denn sie hatten allmählich gemerkt, daß es mir meniger darauf antam, den Tower zu sehen und meine Tage im British Museum zu verbringen gewiß, auch dies, auch dies wollte ich sehen, und es wäre sträflicher Leichtsinn gewesen, die National Galerie nicht aufzusuchen und auch der Tag in Kem Garden war nicht verloren, der wunderschöne Herbsttag, den ich in Palmenhäusern in tropischer Hize, unter Blumen und Blüten aus aller Welt lustwandelnd auf den weiten Wiesen, die keineswegs ,, dem Schuße der Bürger empfohlen" sind, verbrachte, dankbar einer freundlichen Vorsehung. die mir diesen Tag schenkte. Ja, das alles ist sehr schön, aber es ist zu sehr die heitere und freundliche Seite des Lebens, um das ganze Leben zu sein. Es ist zu sehr die Borderfaite des Janustopfes, den jedes Land dem Fremden darbietet, aber ich wollte ja gerade die Rüdseite sehen, nicht nur die glänzende Oberfläche. Der Judenmarkt. Nun waren wir in Middleser Street, und es war wie am letzten Sonntag vor Weihnachten fast sputhaft in der grellen Bormittagssonne. Die lange Reihe der Straßen entlang waren an beiden Seiten Verkaufsstände aufgabaut, durch die fich ein Gemüht von hunderttausenden Menschen drängte. Der größte Sonntagsmartt unter freiem Himmel in der Welt. Alles kann man hier faufen, von einem Paar Schnürsenkel bis zur Bulldogge" lautet die Erklärung auf einer photographischen Postkarte dieses geschäftigen Sonntagstreibens. Und ich fand diese Erklärung auch keineswegs keinen Artikel verlegen und kann jede Nachfrage befriedigen, es übertrieben, denn dieses Warenhaus auf der Straße ist wohi um bietet mehr feil, als die vielen Schaulustigen zu kaufen vermögen. Petticoat Lane heißt eine Straße, wie sehr zu Recht trägt sie ihren Namen, denn wenn in dieser Unterrod Gasse" auch nicht ausschließlich dieses Kleidungsstüd verkauft wird, so hängt es doch in allen Farben und Qualitäten wie eine Werbefahne an den Seiten fast aller Bretterstände herab. = Jeden Sonntag findet dieser Open Air Market" statt. der Judenmarkt", wie der Volksmund ohne jeden unangenehmen oder aggressiven Tonfall sagt. Und nicht nur an den Bretterbuden wird verkauft, sondern alle Geschäfte dieser Straßen haben geöffnet. Denn wir befinden uns hier gewissermaßen in einer besonderen Stadt innerhalb des großen London; Whitechapel, ein jüdisches Geschäft neben dem anderen, jüdische Gasthäuser, jüdische Kinos, jüdische Theater, jüdische Schulen; Whitechapel ist das Juden viertel Londons, aber es ist feineswegs ein Ghetto. Freilich, oft genug sieht es mehr als trostlos aus. Entsetzliche Armut, schmutzige Straßen, massenweise arme elende Kinder; halbwüchige Jungen lassen sich als Kavaliere anstaunen, wenn sie ganze Schuhe und einen ungeflicten Anzug tragen. Mit dem übrigen proletariOften Londons, mit dem großen Elendsbezirk East End hat dieses Judenviertel Armut, Not und Elend gemeinsam. Geht man in die Fleinen Häuser, in denen meist die Haustür auch die Tür zur Wohnstube ist ein Schritt und man befindet sich von der Straße schon im Wohnzimmer, dann verstärkt sich der Elendseindruck, den man auf der Straße gewann, noch mehr. Halb zerbrochene Möbel, Menschen fast nur in Lumpen gehüllt, undefinierbare Gerüche. Die Armut erschient hier in ihrer höchsten Potenz. Doch nicht überall ist es so schlimm. Diese Menschen wehren fich zäh und nicht immer vergebens gegen ihr Schicksal. Jüdische Handwerker, vor allem Schneider, sieht man hier viel. Ueber all englische und hebräische Beschriftung auf den Firmenschildern, reden hört man in fast allen Sprachen, sehr viel wird jiddisch gesprochen, diese hauptsächlich auf dem alten Mittelhochdeutsch beruhende Sprache der Dstjuben. Die Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft. halb Londons. Einige Zeitungen erscheinen hier, und auf den verEs ist beinahe ein geschlossener Kulturtreis innerschiedenen Bühnen treten nicht selten bekannte Schauspieler auf, gut find auch die verschiedenen jüdischen Kleinkunstbühnen. Und das alles vollzieht sich ohne Anrempelungen und Anpöbe= Iungen von englischer Seite aus. Welche Berge von Zündstoff wären das für unsere Antisemiten, unsere Nationalsozialisten. Aber der Engländer ist nicht Antisemit und sicht auch in dem jüdischen Whitechapel keine Bedrohung seiner Kultur und feinen Grund zum Antisemitismus. Es gibt ein antisemitisches Winkelblättchen, aber der Herausgeber, Lord Douglas, ist wohl mehr bekannt durch die Rolle, die er einmal im Leben Ostar Wildes gespielt hat, als durch seine antisemitischen Geistesprodukte. Und Sir Oswald Mosley, den englische illustrierte Zei tungen vor der Wahl einmal in einer Pose zeigten, die, wie das nebenstehende Bild bewies, lebhaft an Adolf Hitler erinnerte, dessen Nationalen Sozialismus“ er ja auch etwas kopiert, hat einem Bertreter der Nationalsozialisten fürzlich die kalte Schulter gezeigt, und seine ablehnende Haltung gegen den Antisemitismus der Nationalsozialisten begründet. Nein, England kennt einen Antisemitismus nicht, es tennt kein jüdisches Problem. Seit Disraeit, der selbst jüdischer Abstammung war, besitzen die Juden die volle Gleichberechtigung in England, aber schon lange Jahrzehnte vorher nahmen sie führende und geachtete Stellungen in Handel und Induftrie ein. Und der Name des Juden Disraeli, des späteren Earl of Beaconsfield, lebt unvergessen als der eines großen Staatsmannes fort. In den beiden bürgerlichen Parteien sind Juden an hervorragender Stelle vertreten; und es hat einmal eine Regierung des britischen Weltreiches gegeben, in der der Außenminister und der Innenminister und noch einige Mitglieder Juden sprochen hätte. Auch nicht, als Lord Reading, der frühere Rufus waren, ohne daß man von der Herrschaft der Weisen von Zion ge= Isaacs, Vizekönig von Indien wurde. Judentum und Arbeiterpartei. Bezeichnenderweise findet man in der Labour Party den Juden, besonders aber den jüdischen Intellektuellen fast gar nicht. Einer der bekanntesten jüdischen Politiker in der Labour Parry ist Emanuel Shinmel 1, Minister im ersten Labourkobinett, aber auch er gehört nicht zu den Intellektuellen, sondern kommt aus Whitechapel, wo er als Schneider gearbeitet hat. In die Politik ist er auf dem Wege über die Gewerkschaft gekommen. Egon Wert heimer macht in seinem vorzüglichen Buche ,, Das Antlitz der britischen Arbeiterpartei" die Feststellung, daß der Mangel an jüdischen Intellektuellen in der Labour Party, vom Geistigen her gesehen, darauf zurückzuführen sei, daß der nichttheoretische Charakter des britischen Sozialismus mit seiner etwas vagen Gerechtigkeitsideologie, der spezifisch jüdischen Leidenschaft für intellektuelle Entscheidungen und rein logische Konstruktionen nicht jene Anziehungs=" traft verlieh wie das geschlossene geistige Gebäude des Marrismus“. Maßgebender für das Fehlen der jüdischen Intellektuellen scheint mir jedoch der andere Grund, daß dem Juden in England das Ge= fühl der Bedrückung fehlt, das ihm in verschiedenen Ländern des Kontinents als Kampfgenossen an die Seite des Proletariats gestellt wat- ein gutes Beispiel dafür bietet das vorrevolutionäre Rußland. In England jedoch hat das Judentum seit über hundert Jahren alle Möglichkeiten freier Entfaltung gehabt, in dieser Entwicklung find die Arrivierten immer von der bürgerlichen Oberschicht assimiliert worden, während sich in Whitechapel viel typisch Jüdisches erhalten hat. Es ist aber auch manches englische übernommen worden, nicht zuletzt der Sport; man fann in ,, Premierland", der jüdischen Sporthalle in Whitechapel, besten englischen Sport sehen, mit Leidenschaft betrieben, und man berichtet, daß es geradezu zu den jüdischen Karrieren von East End gehöre, ausgehend von Premierland feinen Meg als Sportchampion zu machen. Der DRA. bringt sich in Erinnerung Um die Sportbeihilfen = Abweichend von den Gepflogenheiten früherer Jahre hat der bürgerliche Deutsche Reichsausschuß für Leibes übungen in diesem Jahre ohne Mitunterzeichnung der Zentraltommiffion für Arbeitersport und Körperpflege und des Jugendherbergsverbandes fich in einer Eingabe an den jezigen Reichsminister des Innern gewendet und um eine Erhöhung der Reichsbeihilfen gebeten. Ob das isolierte Borgehen schon eine Verbeugung vor etwa fommenden Herren im besagten Ministerium sein soll, oder ob der Reichsausschuß nur wieder einmal seine Lieblingsphrase von den unpolitischen" Sportverbänden an den Mann bringen wollte, mag dahingestellt bleiben. Die Eingabe enthält sonst nichts, was nicht auch vom Arbeitersport unterschrieben werden könnte. Aehnliche Mahnrufe sind mun bald zu Duzenden an die Regierungen und Parlamente gegangen, ohne etwas genutzt zu haben. Die Sportfonds sind dem Sparteufel immer mehr ausgeliefert worden, glaubte man doch, daß Reich und Länder hier Geschenke austeilten, die bei schlechtem Geschäftsgange ohne Bedenten eingespart werden konnten. Daß gerade in der heutigen Notzeit der Sport das hervorragendste Mittel der Jugendbetreuung iff, will man anscheinend nicht einsehen. Ebensowenig scheint man davon überzeugt zu sein, daß der Volkssport das wirksamite Vorbeugungsmittel gegen Bolkskrankheiten und Gesundheitsverfall ist. Ja, die sonst so hoch geschätzte Rücksicht auf den Behrgedanken glaubt man jetzt fogar außer acht lassen zu können. Wenn das in der Meinung geschehen sollte, daß es nie mehr Krieg geben dürfe und werde, könnte man es begrüßen. Aber das scheint nicht der Grund zu sein. Die bürgerlichen Sportverbände haben in der nächsten Zeit allerlei Beranstaltungen vor und befinden sich daher in einer gewiffen Bedrängnis. Die Olympiade in Los Angeles und das Deutsche Turnfest in Stuttgart fallen in eine sehr ungünstige| Zeit. Nach Los Angeles müssen die Deutschen gehen; sonst könnten die Yankees 1936 auch Berlin fernbleiben. Der Gedanken der Olympiade scheint bei dem Bürgertum in letzter Zeit ohnehin etwas an Glanz verloren zu haben; auch hier treibt der Ungeist des Nazitums in allen Ländern seine Giftblafen. Die Reise nach der tali fornischen Metropole foftet aber soviel, daß die Sportverbände es Weihnachtsfeiern überall Frohe Gesichter auch in der Turnhalle Mit einem frischen Lied marschierten die Kinder der Freien Turnerschaft Bantom in die Halle zu ihrer Weihnachtsfeier. Und schon ging das lustige, muntere Gefrabbel los. Hier wird geturnt, dort wird geklettert, andere wieder haben mit dem großen Medizinball etwas vor. Sie unterbrechen die Uebungen mit hübschen Singspielen und zeigen dabei, wie sie schon ihre kleinen Körper beherrschen. Manche erfreuen die Gäste mit einigen, wie sie selber sagten ,,, chemisch gereinigten" Weihnachtsgedichten, wovon der Schlußfaz fleptisch und ironisch zugleich.„ Gottes Güte ist so weit, ach, du liebe Weihnachtszeit!" Dann tam der Moment, den alle so sehnsüchtig erwarteten: die Beihnachtsteller sollen verteilt werden. Der Kinderleiter spricht ein paar Worte zu seinen Schüßlingen und betont dabei, daß die schlechten Zeiten es nicht ermöglichen, alle Wünsche zu erfüllen. Ex fagt ihnen, daß das Wirtschaftssystem schuld daran ist, daß Bater arbeitslos ist und nichts schenken fann, und er ermahnt fic, so zu werden wie thre Jugendgenossen und ihre großen Genossen, die es begriffen haben und dafür fämpfen, daß es besser werde. Und nun gibt es den Teller, alle freuen sich, für manche ist es wohl der einzige Teller, den sie überhaupt bekommen. Da löst sich eine Stimme aus der Menge der Knaben:„ Wat, det soll wenig sind? Det is ne janze Masse!" Die Nüsse werden gefnackt, die Aepfel gefoftet und Schokolade wird gelutscht. Einige fangen schon an, neue Lieder aus dem geschenkten Büchlein zu lesen. Sie danken für das, was ihnen die freien Sportber beschert haben, mit dem Liede: Brüder, zur Sonne, zur Freiheit." Eltern, schickt eure Kinder zu den Arbeitersportlern, ihr werdet euch freuen, was sie für frische, muntere Kämpfer für eine beffere Zukunft werden. Der Arbeitersportverein Boltssport Neukölln- Brig veranstaltete in den legten Tagen Kinderweihnachtsabende, bei denen 350 Ber= einstindern bunte Teller mit Obst und Weihnachtsfüßigkeiten verabfolgt wurden. Für alle Erwerbslosen der Männer-, Frauen-, Jugend und Jungmädchenabteilungen wird jezt ebenfalls der Tisch gedeckt: Mittwoch, 23. Dezember, 19 Uhr, werden dampfende Schüffeln die erwerbslosen Vereinsmitglieder auf dem Sonnenplat, erwarten. So wird durch Solidarität und Gemeinschaftsgeist versucht, helfend einzugreifen und Not und Sorge wenigstens auf einige Stunden zu verscheuchen. Der republikanische Deutsche Reichsautoklub veranstaltet morgen, Mittwoch, 16.30 Uhr, seine diesjährige Weihnachtsbescherung in den Am 20. Dezember entschlief sanft nach kurzem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter und Oma Alma Bergmann geb. Thomas im Alter von 57 Jahren. Dies zeigen an im tiefsten Schmerz und um stilles Beileid bittend Albert Bergmann und Kinder Berlin- Mahlsdorf, 21. Dezember 931 Hellersdorfer Straße 7 Trauerfeier am 23. Dezember, abends 742 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraße. Sparsame Hausfrauen kaufen nur emaillierte Kochgeschirre RECO Billig und trotzdem vorzüglich! Zu haben in allen einschläg. Geschäften unmöglich allein aufbringen können. Auch wir sind der Meinung, daß hier das Reich einspringen muß, denn die Olympiaden find nun einmal Veranstaltungen von Weltbedeutung. Aber das Reich hat sich gegenüber der Arbeiter Olympiade in einer Weise zugeknöpft verhalten, die nicht allein von Rücksichten auf die Finanzlage eingegeben war. Man wollte öffentlich dartun, daß man eine Arbeiter- Olympiade nicht als eine nationale Ungelegenheit betrachtet, man wollte das auch nach außen hin befunden. Nun wird man Deffentlichkeit zu rechtfertigen. Es rächt sich eben jede Schuld auf einige Not haben, eine ausreichende Hilfe für Los Angeles vor der Erden Die Zentraltommiffion hat ihrerseits eine furze Eingabe möchten doch in der Unfall. Invaliden- und Krankenversicherung an das Reichsversicherungsamt gerichtet, in der sie gebeten hat, es Feststellungen getroffen werden über die sportliche Betäti gung der Versicherungspflichtigen. Es muß verfucht werden, darüber verläßliches Material zu erlangen, damit fest gestellt werden kann, inwieweit vernunftgemäß betriebene Leibes übungen vorbeugend gegen Krankheiten und Siechtum wirken. Wenn sich das wirklich feststellen ließe, dann würde damit das durch schlagendste Argument für die staatliche Unterstützung der Sport bewegung gegeben sein. Mit bloßen Behauptungen fann der Bürotratie, die fich stets für unfehlbar hält, nicht imponiert werden; fie verlangt Zahlen zu sehen. Man sollte meinen, daß die Bürokratie allen Anlaß hätte, gerade die Bewegung zu fördern, die sich bewußt für den heutigen Staat und feine Verfassung einsetzt und in diesem, aber auch nur in diesem Sinne politisch ist. Aber weit gefehlt. Man muß fich brüften, unpolitisch zu sein, heute mit Brüning, morgen mit Hitler, immer feste unpolitisch: O Deutschland hoch in Ehren" fingen, dann hat man auch in der Republif einen besonderen Stein im Brett. Sollte Hitler einmal zur Macht kommen, was der Rest von Bernunft, der dem deutschen Volke geblieben ist, verhüten möge, dann könnten die Herrschaften mit dem Prädifat Unpolitisch" erfahren, wie im Dritten Reiche ,, unpolitisch" Sport getrieben wird. Spichernsälen, Spichernstr. 3, für erwerbslose Chauffeure und insbesondere für deren Kinder. Ueber 300 Berufsfahrer republikanischer Gesinnung und 600 Kinder sind die Gäste und werden mit Schokolade und Kuchen bewirtet. Ein Knabenorchester, ein Kinderballet, die Tanzgruppe Normann und andere werden ein frohes Fest bereiten. Jeder Familienvater erhält ein wertvolles Lebensmittelpafet. Die Kinder werden mit Spielsachen und Kleidungsstücken beschenkt. Die FTGB.- Stralau ladet zu ihrer Weihnachsfeier Freitag, 25. Dezember, nach der Alten Taverne, Alt- Stralau 25-27, ein. Ab 18 Uhr Bescherung der Kinder und Beluftigungen. Ab 20 Uhr Tanz. Eintritt 60 Pf. Der Arbeitersportverein Schöneberg- Friedenau 07 veranstaltet heute in der Turnhalle der Siedlung Lindenhof für seine Kinderabteilungen eine Weihnachtsfeier. Beginn 18% Uhr. Die Kinder werden einen Ausschnitt aus dem Turnbetrieb zeigen, die Eltern der Kinder und Freunde des USB. find herzlich eingeladen. Der Gesamtverein hält sein diesjähriges Winterfest im Schubertsaal ( Bülowstr. 104) am ersten Feiertag um 18 Uhr ab. Eintritt 1 M., Erwerbslose 50 Pf. Urlaub im Winter und die Ferienheime im Bergland so daß auch Wintersporttreibenden Vereinen Gelegenheit gegebent ist, ihre Winterveranstaltungen dort abzuhalten. Wer mehr Bes quemlichkeit liebt und größere Ansprüche an die Zimmerunterkunft stellt, gehe in das Heim Kipsdorf bei Dresden, das ebenfalls Zentralheizung und fließendes faltes und warmes Wasser hat. Auch ein idealer Wintersportort, das Winterparadies der Dredener. Kipsdorf bietet außerdem für solche, die feinen Wintersport treiben, Abwechslung und Unterhaltung im Orte. Schließlich bietet noch das ,, Muldenhaus" in Rautenkranz im Vogtlande angenehmen Aufenthalt im Winter. In der Nähe, am Aschberg, ist eine große Sprungschanze. Wer also seinen Urlaub im Winter nehmen will oder zum Wochenende zum Wintersport in die Berge will, nehme Aufenthalt in diesen Heimen. Bei einem Aufenthalte im Winter in vorges nannten Heimen bei voller Pension von mindestens 10 Tagen bekommt jeder Besucher einen freien Tag, bei einem Aufenthalt von und Uebernachtung. Preis pro Tag in Frauenwald 4 Mark wird verabreicht: 1. und 2. Frühſtüd, Mittagessen und Abendbrot mindestens 20 Tagen 2 freie Tage gemährt. Bei voller Pension Die Ortsgruppe Berlin der Ferienheim- Be nachten und Neujahr eine Gesellschaftsreise von Berlin nach ihrem noffenschaft Naturfreunde" veranstaltet über WeihFerienheim im fächsischen Erzgebirge. Die Gesamtkosten( Fahrgeld, Unterkunft, Verpflegung) betragen 46 Mart. Abfahrt 24. Dezember, 16 Uhr, Anfunft in Berlin 1. Januar 1932, 23 Uhr. Bei genügend starter Beteiligung würde zur gleichen Zeit nach dem Ferienheim in Frauenwald im Thüringer Balb eine ähnliche Reise stattfinden. Anmeldungen unter Einzahlung von 10 Mart( der Rest ist spätestens bei Fahrtantritt zu zahlen), sind an K. H. Werner, Berlin SW. 19, Sendelstraße 28, Bostiched Berlin 84889, zu richten. Ausfünfte jeder Art, auch über die Heime in Frauenwald( Kreis Schleusingen) und Muldenhaus in Rautenfranz( Bogtland) erteilt: 2. Fischer, BerlinBriz, Lowise- Reuter- Ring 13, Fernsprecher D. 1, Norden 7046. Schriftlichen Anfragen wolle man Rückporto beilegen. Billige Rundflüge über Berlin Der Sturmvogel", Flugverband der Werftätigen e. V., veranstaltet während der Weihnachtsfeiertage vom 25. bis einschl. 27. Dezember Rundflüge über Berlin zum Preise von 5 Mark pro Berson, anstatt wie bisher 8 Mart. Die Preisherabsetzung für die Weihnachtsfeiertage erfolgt, um entsprechend der allgemeinen Notlage größeren Kreisen den Genuß eines Rundfluges zu ermöglichen. Bundestreue Vereine teilen mit: Reichsbanner- Baffersportabteilung, 8ng Röpenid. Sonnabend, 26. Dezent ber, Weihnachtsfeier im Bootshaus, 16 Uhr Raffeetafel und Berteilung der mitgebrachten Geschenke, anschließend Tanz. Gäste herzlich willkommen. Sportverein Moabit. Donnerstag, 24. und 31. Dezember, fallen die Badeabende aus. Nächster Badeabend Donnerstag, 7. Januar, 20 Uhr, Stadtbad Turmstraße. Die Hallenübungsabende fallen zwischen Weihnachten und Neujahr aus. Die nächsten Uebungsabende find: für Frauen: Dienstag, 5. Januar; für Jungmädchen: Freitag, 8. Januar; für Männer und Jugend( Sport): Dienstag. 5. Januar; Männer und Jugend( Turnen): Freitag, 8. Januar. Montag, 28. Dezember, 20 Uhr, Lokal Röstel, Borstandssigung. Freitag, 25. Dezember, 18 Uhr, Bereinsweihnachtsfeier, Cafe Gärtner, Bahnhof Bellevue. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Alle Bezirke melden bis spätestens 27. Desember an die Geschäftsstelle des Vereins: die Kosten für Turnhallenbenugung im November 1931, Anzahl der Mitglieder, Männer Frauen, Jugendliche, Kinder. Wieviel davon erwerbslos. ASB. Neukölln, Fußballabteilung. Mannschaftssigung Mittwoch, 23. Dezem ber, 20 Uhr; Weihnachtsfeier 26. Dezember, 19 Uhr, bei Missing, Weise. Ede Selchower Straße. Gäste willkommen. Touristenverein Die Naturfreunde". Dienstag, 22. Dezember, 20. Uhr. Friedrichshain: Frankfurter Allee 307: Die Mark Brandenburg"( Lichtbilder). Friedenau: Offenbacher Str. 5a. Humboldthain: Willdenowstr. 5: Proletarifches Lichtfest". Norden: Zur legten Zusammenkunft in diesem Jahr erscheint feft". alle in der Schule Sonnenburger Str. 20. Wedding: Willdenowftr. 5: LichtOften: Ebertyfte. 12: Sulflapp". Oberschöneweide: Laufener Str. 2. Mittwoch, 23. Dezember, 20 Uhr. Jugendgruppe Often: Frankfurter Allee 307: Wir feiern Weihnachten". Photo Mitte: Johannisstr. 15. FUNK RUNDAM ABEND Dienstag, 22. Dezember. Berlin Die sporttreibende Generation hat schon lange erkannt, daß gerade der Sport im Winter der gesündeste uid genußreichste ist. Auch der Naturfreund liebt heute das Winterwandern und weiß, wie schön Feld und Wald im Winterfleide sind. Erholungssuchende 16.05 H. vou Wernsdorff:„ Deutsch- Ost- Afrika." finden Erquidung in der flaren und staubfreien Luft des Winters. Eine wohltuende Ruhe wird besonders Nervöse erfrischen, Herzfrante werden überraschend schnell Erleichterung fühlen und für frante Atmungsorgane ist die Winterluft Balsam. Gute Unterkunft und Verpflegung zu mäßigen Preisen bieten die Heime der Allgemeinen Deutschen Gesellschaft für Ferien und Erholungsheime m. b. 5.([ defe], Siz Jena, Marienstraße 4), Frauenwald, Ripsdorf und Muldenhaus" auch im Winter. Frauenwald ist ein idealer Wintersportplaz für den, der Ruhe fucht, aber vor allem auch für den Sportler. Mit seinen schneereichen und allen Neigungsgraden vorhandenen freien Hängen ist es wohl das idealste Schneeschuhgelände des ganzen Thüringer Waldes. Das Heim hat Zentralheizung in allen Räumen und bietet molligen Aufenthalt nach einer Wanderung in der falten reinen Winterluft oder nach Stunden eines genußreichen Sportes an den umliegenden Hängen. Eine neue Sprungschanze ist angelegt worden, Staats Theater Dienstag, den 22. Dezember Staatsoper Unter den Linden 20 Uhr Eine Nacht in Venedig Staatl.Schauspielhaus Gendarmenmarkt. 20 Uhr Schiller- Theater Charlottenburg. 20 Uhr Rauhnacht Datterich 8 Uhr CASINO- THEATER 84 Uh Lothringer Straße 37. An allen 3 Feiertagen 2 Vorstellg. abends 814 Uhr die neue Posse Was man aus Liebe tut Dazu die einaktige Operette Das Scheidungs- Souper und das bunte Fest- Programm. Nachmittag 3 Uhr: Preise 30 Pf. bis 1 M Winter Garten 8.15 Uhr Flora 3434 Rauchen erlaubt Das beliebte Clown- Trio Barraceta Gsovsky- Ballett, Luisita Leers ,, Paolo" der jüngste Ball- Jongleur usw HAUS VATERLAND KURFURST 7460 P ergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Die Großherzogin von Gerolstein Staatl. Schiller- Theater × Uhr Datterich 17.30 Bücherstunde. Berufsromane."( Am Mikrophon: Else Budnowski.) 17.40 Orchesterkonzert. Funkorchester. Dir.: Bruno Seidler- Winkler. 1. Bach: Ouvertüre und Air aus der Suite D- Dur. 2. Pfitzner: Ouvertüre zu ,, Christelflein". 3. Humperdinck: ,, Hänsel und Gretel." In einer Pause: ,, Mit Siebenmeilenstiefeln durch den Winter."( Maximilian Niedzielski.) 4. Haydn: Kinder- Sinfonie C- Dur. 19.00,, Stimme zum Tag." 19.10.Großstadt- Weihnacht."( Uraufführung.) Musik von Werner Egk. Text von Robert Seitz. Choral- Kantate von Max Reger. Ltg.: Maximilian Albrecht. Walter Drwenski, Weigle- Orgel. 19.35 O. T. Schweriner:., England in den letzten vier Wochen." 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 16.30 Leipzig: Konzert. Königswusterhausen. 17.30 Otto Eckert: Weltanschauliche Bücher. 18.00 Dr. Dorothea Klein: Weihnacht im Wandel der Zeiten. 18.30 Prof. Dr. Gg. Wegener: Geographische Ursachen des Weltkrieges. 19.30 Schnelle oder gründliche Justiz?( Senatspräsident Dr. Deerberg und Redakteur Kuttner, M. d. L.) 20.00 Wien: Aus Wiener Operetten. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. Rose- Theater Große Frankfurter Straße 132 Tel. Weichsel E7 3422 8.15 Uhr Die keusche Susanne KurfürstendammTheater 11 448 8 Uhr Gstsp. d. Aufricht- Produkt. Mahagonny von Brecht u. Weill Städt. Oper tehar. Musik. Leifang: Charlottenburg von Zemlinsky Bismarckstraße 34 Planetarium Dienstag, 22. Dez. am Zoo Turnus Anfang 20 Uhr Boheme Ende 22 Uhr Theater am Nollendorfplatz Regie: Heinz Saltenburg Pallás 7051 Ulk- Trio Täglich Tägl. außer Montags 5, 7, 9 Uhr Tabu 3 Uhr Märchenfilme Blumenspenden Jeder Art liefert preiswert Paul Golletz Uhr vormals Robert Meyer Marlannenstr. 3 Vaterns Wunderkur Berliner K- TTL Gasparone F& Oberbaum 1308 und das bunte Programm. Neukölln. Eine gute Brille wiegt mehrals 10 geschenke Schenken Sie etruas Optisches 三 zum Weihnachtsfeste OPTIKER Trusch Dresdenerstr. 131 am Koltbusser Tor UCHT BURG Lieferant sämtl Krankenkassen, Lichtburg, Berlin- Gesundbrunnen Weihnachts- Fest- Progr.! Tonfilmlustspiel Otto Wallburg Der Hochtourist mit Maria Solveg Foxton. Wochenschau. Bühne: Enne und Katleen- Mylt- Trio, Manfred Kassin, P. Schneider- Dunker, Kapitän Frohns Seelöwen. Beginn: Wochent. 4, 6.15, 8.30 U Sonn- u. Felert 2.30,4 45, 7, 9.16 U.